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	<title>ClearSpace-1 &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<title>ClearSpace-1 &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Schutz der Erde: ESA-Zentrum für Weltraumsicherheit eröffnet</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/schutz-der-erde-esa-zentrum-fuer-weltraumsicherheit-eroeffnet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Apr 2022 17:08:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Das neue Zentrum für Weltraumsicherheit der ESA ist ein Knotenpunkt für Aktivitäten zum Schutz unseres Planeten vor Sonnenstürmen, gefährlichen Asteroiden und ausgedienten Satelliten. Eine Information der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Quelle: ESA. 14. April 2022 &#8211; Der Generaldirektor der ESA, Josef Aschbacher, hat die Einrichtung vorgestern (12. April 2022) im ESA-Missionskontrollzentrum ESOC in Darmstadt eingeweiht. Das [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Das neue Zentrum für Weltraumsicherheit der ESA ist ein Knotenpunkt für Aktivitäten zum Schutz unseres Planeten vor Sonnenstürmen, gefährlichen Asteroiden und ausgedienten Satelliten. Eine Information der Europäischen Weltraumorganisation (ESA).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: ESA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/JAschbacherandRDensinginaugurateSpaceSafetyCentreESAJMai2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/JAschbacherandRDensinginaugurateSpaceSafetyCentreESAJMai26.jpg" alt=""/></a><figcaption>ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher und Direktor Rolf Densing eröffnen das neue Zentrum für Weltraumsicherheit. (Foto: ESA / J. Mai)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">14. April 2022 &#8211; Der Generaldirektor der ESA, Josef Aschbacher, hat die Einrichtung vorgestern (12. April 2022) im ESA-Missionskontrollzentrum ESOC in Darmstadt eingeweiht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Leben in der Nähe eines aktiven Sterns, in einem Sonnensystem voller alter und sich schnell fortbewegender Asteroiden und auf einem Planeten, der zunehmend von ausgedienten Satelliten und deren Trümmern umzingelt wird, ist mit einer Fülle von Herausforderungen verbunden. Das Weltraumsicherheitsprogramm der ESA beschäftigt sich mit den notwendigen Maßnahmen, um die Auswirkungen dieser Gefahren einzudämmen und zu verhindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das am 12. April eingeweihte neue Space Safety Centre ist eine spezielle Einrichtung für die Teams, die das Weltraumwetter überwachen und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Die von der Sonne in den Weltraum ausgestrahlten elektromagnetischen Strahlen und geschleuderten geladenen Teilchen können aktive Satelliten, Astronaut*innen und die Infrastruktur auf der Erde, wie z. B. Stromnetze, stören oder beschädigen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/JAschbacherSpaceSafetyCentreESAJMai2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/JAschbacherSpaceSafetyCentreESAJMai26.jpg" alt=""/></a><figcaption>ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher weiht neues ESA-Zentrum für Weltraumsicherheit ein. (Foto: ESA / J. Mai)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">„Diese neue ESA-Einrichtung verdeutlicht den Ehrgeiz Europas, seine kritischen Missionen in der Erdumlaufbahn und die zivile Infrastruktur am Boden bestmöglich gegen Gefahren aus dem Weltraum zu schützen“, sagt ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die ESA trägt in enger Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedstaaten zu unabhängigeren und robusteren Raumfahrtprogrammen bei &#8211; heute und in Zukunft.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Teams der ESA überwachen den Zustand der Daten, die von unseren Satelliteninstrumenten und anderen Weltraumwetterdiensten auf der Erde eingehen. Auf diese Weise sorgen sie dafür, dass Raumfahrzeuge und Astronaut*innen vor den unvorhersehbaren Ausbrüchen unseres Sterns geschützt sind, und tragen gleichzeitig zum Schutz der zivilen Infrastruktur, wie z. B. der Stromnetze, auf der Erde bei.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Schaffung von Eigenständigkeit für Europa</strong><br>Das Zentrum für Weltraumsicherheit ist eine Premiere für die ESA und bietet ein dynamisches Umfeld, wo die nächste Generation von Kapazitäten, Tools und Modellen für das Weltraumwetter in enger Zusammenarbeit mit europäischen Instituten und der Industrie entwickelt, getestet und bewertet wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Zentrum liefert auch Informationen und Warnungen zum Weltraumwetter für die von der ESA betriebenen Raumfahrtmissionen. Es arbeitet eng mit dem Weltraumwetter-Netzwerk der ESA zusammen und versorgt europäische Satellitenbetreiber, Behörden, Institutionen, Forscher*innen und kommerzielle Sektoren, die von der Sonnenaktivität betroffen sind, wie z. B. Transport-, Navigations- und Stromnetzbetreiber, mit zeitnahen und zuverlässigen Weltraumwetterinformationen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/InsideESAsSpaceSafetyCentreESAJMai2k.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/InsideESAsSpaceSafetyCentreESAJMai26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Im neuen Zentrum für Weltraumsicherheit. (Foto: ESA / J. Mai)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Teams des Zentrums werden die von den Weltraumwettersensoren der ESA empfangenen Daten überwachen. Dazu gehören heute die Nutzlasten an Bord von <a href="https://www.raumfahrer.net/proba-2-beobachtet-sonneneruption/" data-wpel-link="internal">Proba-2</a>, die Nutzlasten, die auf Missionen anderer Organisationen mitfliegen und in Zukunft auch die Daten der Vigil- und Aurora-Missionen sowie von neuen Nanosatellitenmissionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus wird es in Zukunft auch zur Überwachung der Nutzung von Daten eingesetzt, die von den drei bevorstehenden Weltraumsicherheitsmissionen der ESA gesammelt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Einrichtung dieses Zentrums in unserem ESOC-Missionskontrollzentrum zeigt unsere Vorreiterrolle und ist ein klarer Schritt auf dem Weg der ESA, die europäische Eigenständigkeit im Weltraum zu stärken“, sagt Rolf Densing, ESA-Direktor für Missionsbetrieb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ein starkes Weltraumwetterereignis könnte in Europa einen Schaden von über 15 Milliarden Euro verursachen. Wir können zwar nicht die Folgen des Weltraumwetters aufhalten, aber teure Bodeninfrastrukturen und Satelliten, und die damit verbundenen wichtigen Dienste, können durch Prognosen, rechtzeitige Warnungen und Echtzeitinformationen geschützt werden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bevorstehende ESA-Weltraumsicherheitsmissionen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vigil</strong><br><a href="https://www.raumfahrer.net/esa-vigil-der-treue-waechter-der-erde/" data-wpel-link="internal">ESA Vigil</a> wird unsere aktive und unberechenbare Sonne überwachen und uns vor ihren heftigen Ausbrüchen schützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hera</strong><br>Der Start von <a href="https://www.raumfahrer.net/esa-industrie-beginnt-arbeit-an-hera/" data-wpel-link="internal">Hera</a> ist für 2024 geplant. Die Mission wird die Folgen des ersten kinetischen Einschlagtests zur Ablenkung von Asteroiden untersuchen, der von der DART-Mission der NASA durchgeführt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das europäische Vorzeigeprojekt Planetary Defender wird aus dem groß angelegten Experiment eine verständliche und wiederholbare Technik zur Verteidigung des Planeten machen. Hera wird neue Technologien zeigen, von der autonomen Navigation um einen Asteroiden bis hin zum Einsatz von CubeSats in den Tiefen des Weltalls. Sie wird die erste Sonde der Menschheit sein, die ein binäres Asteroidensystem ansteuert und eine Technik zur Planetenverteidigung vollständig erprobt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>ClearSpace-1</strong><br><a href="https://www.raumfahrer.net/mission-zur-entfernung-von-weltraummuell-beauftragt/" data-wpel-link="internal">Clearspace-1</a> ist die erste Mission, die ein Stück Weltraummüll aus der Umlaufbahn entfernen wird. Dabei wird Clearspace-1 ein 112 kg schweres Wrackteil abfangen und herunterbringen, damit es wieder sicher in die Atmosphäre eintreten kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Organisation bezieht das vom Clean Space Team der ESA entwickelte Projekt als Dienstleistung vom Schweizer Start-up-Unternehmen „Clearspace SA“. Damit soll die für die Trümmerbeseitigung benötigte Technologie und der erste Schritt zum Aufbau eines neuen und nachhaltigen kommerziellen Sektors im Weltraum demonstriert werden. Die Mission befindet sich derzeit in der Entwicklung und wird voraussichtlich im Jahr 2026 starten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3426.msg530753#msg530753" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">ESA</a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>OHB Sweden beteiligt sich an ClearSpace-1 Mission</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/ohb-sweden-beteiligt-sich-an-clearspace-1-mission/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Dec 2020 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Satelliten]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraummüll]]></category>
		<category><![CDATA[ClearSpace-1]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[OHB SE]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>OHB Sweden, ein Tochterunternehmen des Raumfahrt- und Technologiekonzerns OHB SE, wurde von dem Schweizer Unternehmen ClearSpace als Partner für die Mission ClearSpace-1, eine Mission zur Beseitigung von Weltraummüll, ausgewählt. OHB Sweden wird das Antriebs-Subsystem und die komplette Integration sowie die Tests des Satelliten verantworten. Eine Pressemitteilung der OHB SE Bremen. Quelle: OHB SE. Kista, Schweden [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">OHB Sweden, ein Tochterunternehmen des Raumfahrt- und Technologiekonzerns OHB SE, wurde von dem Schweizer Unternehmen ClearSpace als Partner für die Mission ClearSpace-1, eine Mission zur Beseitigung von Weltraummüll, ausgewählt. OHB Sweden wird das Antriebs-Subsystem und die komplette Integration sowie die Tests des Satelliten verantworten. Eine Pressemitteilung der OHB SE Bremen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: OHB SE.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/CS-1-3-clearspace2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="ClearSpace-1 mit eingefangenem Objekt - künstlerische Darstellung. (Bild: ClearSpace SA)" data-rl_caption="" title="ClearSpace-1 mit eingefangenem Objekt - künstlerische Darstellung. (Bild: ClearSpace SA)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/CS-1-3-clearspace26.jpg" alt=""/></a><figcaption>ClearSpace-1 mit eingefangenem Objekt &#8211; künstlerische Darstellung.<br>(Bild: ClearSpace SA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Kista, Schweden &#8211; Im Rahmen eines Wettbewerbsverfahren hat die Europäische Weltraumorganisation (ESA) ein industrielles Team unter der Leitung des Schweizer Start-ups ClearSpace SA zusammengestellt. Das Konsortium wird sich gemeinsam der Aufgabe stellen, ein sogenanntes Trümmerobjekt aus dem Orbit zu holen und auf diese Weise zu nachhaltigeren Raumfahrtanwendungen beitragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Satellit ClearSpace-1 soll im Jahr 2025 den Weg in den Orbit antreten. Die Mission wird dazu beitragen, einen neuen Markt für Wartungsarbeiten im All und die Beseitigung von Weltraummüll zu erschließen. Bei der Mission soll ein in etwa 600 bis 800 Kilometer Höhe befindliches Trümmerobjekt durch den Satelliten ClearSpace-1 angesteuert werden. Auf dem Satelliten befindet sich eine Nutzlast, die das Trümmerobjekt einfangen wird. Der Anflug für das Rendezvous erfolgt mittels bildgebender KI vollkommen autonom. Das Einfangen wird durch ein Quartett von Roboterarmen erfolgen. Das eingefangene Objekt wird anschließend sicher deorbitiert und tritt in einem optimalen Winkel wieder in die Atmosphäre ein, um dort zu verglühen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir sind stolz darauf, Teil dieser Mission zu sein und damit den Weltraum für künftige Klima-, Wetter- und Kommunikationssatelliten zugänglich zu halten. Weltraummüll wird immer mehr zu einem Problem, das die zukünftige Nutzung des Weltraums gefährdet&#8220;, sagt Gierth Olsson, CEO von OHB Sweden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Es liegt in der Verantwortung unserer Generation, dafür zu sorgen, dass auch künftige Generationen die Weltrauminfrastrukturen und -dienste erforschen und davon profitieren können&#8220;, sagt Luc Piguet, Geschäftsführer von ClearSpace. &#8222;Wir freuen uns sehr, dazu beizutragen, neue nachhaltige Wege für den Betrieb im Orbit zu entwickeln.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/mission-zur-entfernung-von-weltraummuell-beauftragt/" data-wpel-link="internal">Mission zur Entfernung von Weltraummüll beauftragt</a> (1. Dezember 2020)</li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/aufraeumen-im-all/" data-wpel-link="internal">Aufräumen im All</a> (4. März 2020)</li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/esa-1-weltraummuellbeseitigung-geplant/" data-wpel-link="internal">ESA: 1. Weltraummüllbeseitigung geplant</a> (9. Dezember 2019)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4124.msg495439#msg495439" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Weltraummüll</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/ohb-sweden-beteiligt-sich-an-clearspace-1-mission/" data-wpel-link="internal">OHB Sweden beteiligt sich an ClearSpace-1 Mission</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mission zur Entfernung von Weltraummüll beauftragt</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mission-zur-entfernung-von-weltraummuell-beauftragt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Dec 2020 13:40:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Satelliten]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraummüll]]></category>
		<category><![CDATA[ClearSpace-1]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumschrott]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=56404</guid>

					<description><![CDATA[<p>ESA beauftragt Startup mit der weltweit ersten Mission zur Entfernung von Weltraummüll. Eine Pressemitteilung der Europäischen Raumfahrtagentur (European Space Agency, ESA). Quelle: ESA. Die ESA hat mit einem Industriekonsortium unter Leitung des Schweizer Startups ClearSpace SA einen Vertrag über 86 Millionen Euro für eine besondere Dienstleistung unterzeichnet: die erste Entfernung eines Stücks Weltraummüll aus der [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/mission-zur-entfernung-von-weltraummuell-beauftragt/" data-wpel-link="internal">Mission zur Entfernung von Weltraummüll beauftragt</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">ESA beauftragt Startup mit der weltweit ersten Mission zur Entfernung von Weltraummüll. Eine Pressemitteilung der Europäischen Raumfahrtagentur (European Space Agency, ESA).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: ESA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/ClearSpace1square15.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="ClearSpace-1 in Aktion - künstlerische Darstellung. (Bild: ClearSpace SA)" data-rl_caption="" title="ClearSpace-1 in Aktion - künstlerische Darstellung. (Bild: ClearSpace SA)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/ClearSpace1square26.jpg" alt=""/></a><figcaption>ClearSpace-1 in Aktion &#8211; künstlerische Darstellung.<br>(Bild: ClearSpace SA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die ESA hat mit einem Industriekonsortium unter Leitung des Schweizer Startups ClearSpace SA einen Vertrag über 86 Millionen Euro für eine besondere Dienstleistung unterzeichnet: die erste Entfernung eines Stücks Weltraummüll aus der Erdumlaufbahn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">ClearSpace wird im Jahr 2025 die erste aktive Mission zur Entfernung von Weltraummüll, ClearSpace-1, starten, um den oberen Teil eines Vespa (Vega Secondary Payload Adapter), der mit dem europäischen Vega-Launcher verwendet wurde, einzusammeln und zum Wiedereintritt zu bringen. Dieses Objekt wurde nach dem zweiten Flug von Vega im Jahr 2013 den Vorschriften zum Abbau von Weltraummüll entsprechend in einer für die Entsorgung vorgesehenen Erdumlaufbahn von ca. 801 km bis 664 km Höhe zurückgelassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für eine derartige Dienstleistung zu zahlen anstelle der direkten Beschaffung und Durchführung der gesamten Mission, stellt eine neue Art der Geschäftstätigkeit für die ESA dar und soll ein erster Schritt zur Etablierung eines neuen kommerziellen Sektors im Weltraum sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem teilweisen Erwerb dieser ersten Mission &#8211; ClearSpace selbst wird den Rest der Missionskosten über kommerzielle Anleger finanzieren &#8211; stellt die ESA auch essentielle Technologien für den Flug zur Verfügung, die als Teil des Projekts ADRIOS (Active Debris Removal / In-Orbit Servicing) im Rahmen der Clean Space-Initiative der Agentur entwickelt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu gehören fortschrittliche Leit-, Navigations- und Steuerungssysteme sowie visionsbasierte AI, die es dem Chaser-Satelliten ermöglicht, autonom und sicher an das Ziel anzudocken, sowie Roboterarme zum Einsammeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Große Herausforderungen</strong><br>„Denken Sie an alle Objekte, die bislang in der Erdumlaufbahn eingesammelt wurden; alle diese Zielobjekte haben kooperiert und wurden vollständig kontrolliert&#8220;, erklärt ESA-Generaldirektor Jan Wörner. „Bei Weltraummüll ist per Definition keine solche Kontrolle möglich: Stattdessen treiben die Objekte und taumeln oft willkürlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses erste Einsammeln und Entsorgen eines nicht kooperativen Weltraumobjekts ist daher eine sehr anspruchsvolle Leistung. Da die Gesamtzahl der Satelliten in den kommenden zehn Jahren schnell zunehmen wird, sind regelmäßige Beseitigungen erforderlich, um die Trümmerzahlen unter Kontrolle zu halten und eine Kaskade von Kollisionen zu verhindern, die das Trümmerproblem noch verschlimmern könnte.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Luc Piguet, Gründer und CEO von ClearSpace kommentiert: „Bei orbitalen Geschwindigkeiten kann sogar eine Schraube mit einer explosiven Kraft einschlagen, gegen die Missionsplaner keinen Schutz bieten können. Stattdessen muss die Bedrohung durch aktive Entfernung von Weltraummüll abgewendet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unser „Abschleppwagen&#8220;-Design wird zur Verfügung stehen, um aus wichtigen Umlaufbahnen Trümmer zu entfernen, die sie für zukünftige Missionen unbrauchbar machen könnten. So werden die steigenden Risiken und Haftbarkeiten für ihre Eigentümer beseitigt und die Raumfahrtindustrie im Ganzen profitiert. Unser Ziel ist, kostengünstige und nachhaltige Dienstleistungen im Orbit aufzubauen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Luisa Innocenti, Leiterin des ESA-Clean Space Office: „Der Plan ist, dass diese erste Entfernung ein regelmäßiges Geschäft begründet, nicht nur für die Beseitigung von Trümmern durch verantwortungsbewusste Weltraumakteure auf der ganzen Welt, sondern auch für die Wartung im Orbit: Dieselben Technologien werden auch das Auftanken und die Wartung von Satelliten im Orbit zur Verlängerung ihrer Betriebszeit ermöglichen. Schließlich stellen wir uns vor, dass dieser Trend auf die Montage, Herstellung und das Recycling im Orbit hinausläuft.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Martin Vetterli, Präsident der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL): „Verschmutzung ist nicht nur auf der Erde, sondern auch im Weltraum eine große Herausforderung. Die EPFL arbeitet seit fast 10 Jahren an der Entfernung von Trümmern aus dem Orbit. Wir sind sehr stolz, dass unser Spinoff ClearSpace von der ESA für ihre erste Aufräumaktion beauftragt wurde, und wir freuen uns darauf, dass Vespa als wichtiger Meilenstein für eine nachhaltige Raumfahrt in Zukunft zu einem großen Erfolg wird.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Weltraummüll ist eine Bedrohung für das reibungslose Funktionieren der Weltrauminfrastruktur, von dem die moderne Gesellschaft abhängt. Wir sind stolz, dass sich das Schweizer Startup ClearSpace bei der Ausschreibung der ESA für einen aktiven In-Orbit-Service zur Entfernung von Trümmern durchsetzen konnte. Das ist ein wichtiger erster Schritt zum Nachweis der technologischen Machbarkeit und wird den Weg für ein System bereiten, um in Zukunft Megakonstellationen zu bedienen&#8220;, sagt Renato Krpoun, Leiter des Schweizer Raumfahrtbüros.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/CS12384021602k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="ClearSpace-1 hat Vespa-Oberstufe eingefangen - künstlerische Darstellung. (Bild: ClearSpace SA)" data-rl_caption="" title="ClearSpace-1 hat Vespa-Oberstufe eingefangen - künstlerische Darstellung. (Bild: ClearSpace SA)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/CS123840216026.jpg" alt=""/></a><figcaption>ClearSpace-1 hat Vespa-Oberstufe eingefangen &#8211; künstlerische Darstellung.<br>(Bild: ClearSpace SA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die europäische Industrie führt in der Beseitigung von Weltraummüll</strong><br>ClearSpace &#8211; ein Spinoff-Unternehmen, das von einem erfahrenen Team von Weltraummüllforschern der EPFL, der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne, gegründet wurde &#8211; leitet ein Industriekonsortium von Unternehmen aus mehreren europäischen Ländern und Beiträge werden von Unternehmen aus der Schweiz, der Tschechischen Republik, Deutschland, Schweden, Polen, dem Vereinigte Königreich, Portugal und Rumänien kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einer Masse von 112 kg ist das Vespa-Zielobjekt von ClearSpace-1 in etwa so groß wie ein Kleinsatellit und aufgrund seiner relativ einfachen Form und seiner robuster Konstruktion ein geeignetes erstes Ziel, bevor Folgemissionen größere, kompliziertere Beseitigungen vornehmen und schließlich auch mehrerer Objekte auf einmal beseitigt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ClearSpace-1-Mission wird unter Aufsicht der ESA zunächst für die Inbetriebnahme und kritische Tests in eine niedrigere Umlaufbahn von 500 km gebracht, bevor sie zum Einsammeln mit einem Quartett von Roboterarmen in die Zielumlaufbahn gebracht wird. Die Kombination aus &#8222;Weltraumroboter&#8220; und Vespa-Ziel wird dann aus dem Orbit zurückgeholt, um in der Atmosphäre zu verbrennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Beteiligung der europäischen Industrie an ClearSpace-1</strong><br>Unternehmen aus einer Vielzahl europäischer Länder sind an der ClearSpace-1-Mission beteiligt.<br>Unter Leitung von ClearSpace SA stammen Beiträge von Unternehmen aus der Schweiz, der Tschechischen Republik, Deutschland, Schweden, Polen, dem Vereinigten Königreich, Portugal und Rumänien.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/aufraeumen-im-all/" data-wpel-link="internal">Aufräumen im All</a> (4. März 2020)</li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/esa-1-weltraummuellbeseitigung-geplant/" data-wpel-link="internal">ESA: 1. Weltraummüllbeseitigung geplant</a> (9. Dezember 2019)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4124.msg495439#msg495439" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Weltraummüll</a></li></ul>
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		<title>Die Kosten von Weltraummüll</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/die-kosten-von-weltraummuell/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 May 2020 07:12:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraummüll]]></category>
		<category><![CDATA[ClearSpace]]></category>
		<category><![CDATA[ClearSpace-1]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Satelliten]]></category>
		<category><![CDATA[Satellitenkonstellationen]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumschrott]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit Hunderten von Satelliten, die jedes Jahr gestartet werden, werden Kollisionen im Weltraum und die Entstehung von sich schnell bewegenden Fragmenten von Weltraummüll &#8211; oder &#8222;Weltraumschrott&#8220; &#8211; immer wahrscheinlicher und bedrohen unsere dauerhafte menschliche und technologische Präsenz im Weltraum. Eine Information der Europäischen Raumfahrtagentur (European Space Agency, ESA). Quelle: ESA. Die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Mit Hunderten von Satelliten, die jedes Jahr gestartet werden, werden Kollisionen im Weltraum und die Entstehung von sich schnell bewegenden Fragmenten von Weltraummüll &#8211; oder &#8222;Weltraumschrott&#8220; &#8211; immer wahrscheinlicher und bedrohen unsere dauerhafte menschliche und technologische Präsenz im Weltraum. Eine Information der Europäischen Raumfahrtagentur (European Space Agency, ESA).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: ESA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://www.oecd.org" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)</a> hat kürzlich ihren <a href="https://www.oecd.org/en/publications/space-sustainability_a339de43-en.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ersten Bericht</a> über die wirtschaftlichen Kosten von Weltraummüll veröffentlicht. Auf der Grundlage von Forschungsergebnissen aus <a href="https://www.oecd.org/content/dam/oecd/en/publications/reports/2020/04/space-sustainability_a2d8e17f/a339de43-en.pdf#page56" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">zahlreichen Quellen</a>, darunter Daten und Analysen des <a href="https://www.esa.int/Space_Safety/Space_Debris" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Space Debris Office der ESA</a>, wird darin dargelegt, welche Gefahren vor uns liegen, wenn wir nicht handeln, und was getan werden kann, um unsere Zukunft im Weltraum zu sichern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier fassen wir die wichtigsten Ergebnisse des Berichts zusammen und erläutern, wie die ESA durch ihr Programm für Weltraumsicherheit (<a href="https://www.esa.int/Space_Safety" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Space Safety Programme</a>) zur Lösung des Problems beiträgt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein wachsendes Problem</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Verwundbarkeit aufgrund von Gefahren aus dem Weltraum, insbesondere Weltraummüll, nimmt zu&#8220;. &#8211; Nachhaltigkeit im Weltraum: Die Ökonomie des Weltraummülls in der OECD-Perspektive, 2020.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/05/debrisevoinallorbitsESA.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/05/debrisevoinallorbitsESA26.jpg" alt=""/></a><figcaption>ESA-Bericht 2019 über Weltraummüll &#8211; Entwicklung in allen Umlaufbahnen (Grafik: ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die institutionelle und kommerzielle Nutzung des Weltraums nimmt zu, und zwar mit steigender Geschwindigkeit. Die Zahl der Satelliten in der Umlaufbahn wird mit dem Start von &#8222;<a href="https://www.esa.int/Enabling_Support/Preparing_for_the_Future/Discovery_and_Preparation/Curbing_space_debris_in_the_era_of_mega-constellations" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Mega-Konstellationen</a>&#8220; für Satelliten-Breitband, die teilweise Tausende von Satelliten umfassen, weiter zunehmen, und damit steigt das Risiko von Kollisionen und mehr Weltraummüll (Space Debris).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon eine einzige Kollision oder Explosion im Weltraum erzeugt Tausende von sich schnell bewegenden kleinen Trümmerteilen, die in der Lage sind, einen funktionierenden Satelliten zu beschädigen oder zu zerstören. Beispielsweise verdoppelte die Zerstörung des Satelliten FengYun-1C im Jahr 2007 die Zahl der Objekte in einer Höhe von etwa 800 km und führte zu einer 30%igen Zunahme der gesamten Trümmerpopulation zu diesem Zeitpunkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weltraummüll ist teuer und wird noch teurer werden</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den Kosten des Weltraummülls stellt der Bericht fest, dass &#8222;Maßnahmen zum Schutz und zur Eindämmung des Weltraummülls für die Satellitenbetreiber bereits kostspielig sind, aber die Hauptrisiken und -kosten liegen in der Zukunft, wenn die Erzeugung von Weltraummüll außer Kontrolle gerät und bestimmte Umlaufbahnen für menschliche Aktivitäten unbrauchbar macht&#8220;</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/05/HypervelImpESACCBYSA30IGO.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/05/HypervelImpESACCBYSA30IGO26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Beispiel einer Kollision mit Weltraumschrott. (Bild: ESA, CC BY-SA 3.0 IGO)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der Schutz von Satelliten vor Weltraummüll ist kostspielig, angefangen bei Konstruktionsmaßnahmen, über die Notwendigkeit der Beobachtung und Nachverfolgung bis hin zur Außerbetriebnahme von operationellen Satelliten und sogar zum vollständigen Ersatz von Missionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Satelliten in geostationärer Umlaufbahn belaufen sich diese Kosten nach Angaben der OECD auf schätzungsweise 5-10% der gesamten Missionskosten, was Hunderte von Millionen Dollar betragen könnte. In niedrigen Erdumlaufbahnen könnten die relativen Kosten pro Mission sogar mehr als 5-10% betragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kosten der Untätigkeit wären jedoch weitaus höher. Genügend Objekte in der Umlaufbahn könnten letztlich zum &#8222;Kessler-Syndrom&#8220; führen, bei dem sich Kollisionen kaskadenartig ausbreiten und zu immer mehr sich selbst erzeugenden Kollisionen führen, und zu dem, was die OECD als <strong>&#8222;einen ökologischen Wendepunkt, der bestimmte Umlaufbahnen unbrauchbar machen könnte&#8220; </strong>beschreibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Volkswirtschaften und Gesellschaften sind zunehmend anfällig für die Auswirkungen von Weltraummüll</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/05/SpacedebrESACCBYSA30GO.gif" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/05/SpacedebrESACCBYSA30GOsm.gif" alt=""/></a><figcaption>Dynamik eines Aufpralls. (Animation: ESA, CC BY-SA 3.0 IGO)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die sozioökonomischen Auswirkungen des Kessler-Syndroms wären schwerwiegend. Wichtige Raumfahrtanwendungen wie Wettervorhersage, Klimaüberwachung, Geowissenschaften und weltraumgestützte Kommunikation könnten verloren gehen. Die Nichtverfügbarkeit bestimmter Umlaufbahnen hätte weitreichende und bedeutende Folgen. Dem Bericht zufolge würden dazu gehören:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Einzigartige Anwendungen und Funktionalitäten könnten verloren gehen (z.B. Internet und Kommunikationsdienste)</li><li>Menschenleben könnten indirekt beeinträchtigt werden</li><li>Unterbrochene Zeitreihen für Geowissenschaften und Klimaforschung</li><li>Erhöhtes Aufkommen und Druck auf andere Umlaufbahnen</li><li>Gebremstes Wirtschaftswachstum und Verlangsamung der Investitionen in diesem Sektor</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Konkret heißt es in dem Bericht, dass &#8222;bestimmte geographische Gebiete und soziale Gruppen unverhältnismäßig stark betroffen wären, insbesondere in ländlichen Gebieten mit begrenzter bestehender Bodeninfrastruktur und großer Abhängigkeit von der Weltrauminfrastruktur&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wir tun nicht genug</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dem Bericht zufolge gibt es <strong>&#8222;umfassende nationale und internationale Minderungsmaßnahmen, deren Einhaltung jedoch nicht ausreicht, um die orbitale Umgebung zu stabilisieren&#8220;</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die aktuellen Richtlinien zur Abschwächung von Weltraummüll für Betreiber, die Satelliten auf erdnahen und geostationären Umlaufbahnen nutzen, umfassen u.a:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Vermeidung der absichtlichen Erzeugung von Trümmerteilen (einschließlich Anti-Satellitentests)</li><li>Minimierung des Potentials für unbeabsichtigte Explosionen</li><li>eine 25-jährige Deorbit-Regel für Missionen im erdnahen Orbit</li><li>Missionen in einer geostationären Umlaufbahn sollten am Ende ihrer Lebensdauer in eine höhere &#8222;Friedhofsumlaufbahn&#8220; gebracht werden, so dass sie den funktionierenden Satelliten nicht in die Quere kommen.</li><li>Kollisionsvermeidung sollte, wenn möglich, stattfinden, ebenso wie die Minimierung des Gefährdungsrisikos am Boden durch den Wiedereintritt von Satelliten</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Wie im jüngsten Weltraummüll-Umweltbericht der ESA zusammengefasst wird, halten sich die meisten Betreiber von Satelliten in geostationärer Umlaufbahn an diese Richtlinien, aber weniger als 60% derer, die in erdnahen Umlaufbahnen fliegen, halten sich daran (und nur 20% in Umlaufbahnen über 650 km). Mehrere Länder haben im Laufe der Jahre auch Antisatellitentests durchgeführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das ESA-Programm für Weltraumsicherheit &#8211; Europas Antwort</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/05/PredconjAeolusStarlink44esa.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/05/PredconjAeolusStarlink44esa26.jpg" alt="Prognostizierter Zusammenstoß zwischen Aeolus und Starlink 44. (Bild: ESA)"/></a><figcaption>Prognostizierter Zusammenstoß zwischen Aeolus und Starlink 44. (Bild: ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das Space Debris Office widmet sich dem Schutz gegenwärtiger Raumfahrtmissionen und der Sicherung einer nachhaltigen Zukunft der Raumfahrt. Jeden Tag überwachen und bewerten die Teams des Satellitenkontrollzentrums der ESA, dem ESOC in Darmstadt, die Wahrscheinlichkeit potenzieller Kollisionen im Orbit und begleiten die Flugingenieure bei der sicheren Durchführung ihrer Missionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da immer mehr Satelliten in die Umlaufbahn gebracht werden, werden die derzeitigen &#8222;manuellen&#8220; Methoden zur Vermeidung von Kollisionen im Weltraum und der Entstehung von Weltraummüll nicht ausreichen. Daher entwickelt die ESA im Rahmen des Programms für Weltraumsicherheit&nbsp; (Space Safety Programme) Technologien zur &#8222;<a href="https://www.esa.int/Space_Safety/Space_Debris/Automating_collision_avoidance" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">automatischen Kollisionsvermeidung</a>&#8222;, die den Prozess der Kollisionsvermeidung effizienter machen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Bewertung des Risikos und der Wahrscheinlichkeit von Kollisionen im Weltraum wird eine Software die Entscheidungsfindung darüber, ob ein Manöver erforderlich ist, verbessern und möglicherweise sogar Befehle an gefährdete Satelliten senden, aus dem Weg zu gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber was ist mit dem Schrott, der sich bereits im Orbit befindet? Als Weltpremiere hat das Programm für Weltraumsicherheit eine Mission in Auftrag gegeben, die ein bestimmtes Objekt aus der Umlaufbahn entfernen soll.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/05/ClearSpace1withVespa15.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/05/ClearSpace1withVespa26.jpg" alt="ClearSpace-1 mit eingefangener Vespa. (Bild: ClearSpace)"/></a><figcaption>ClearSpace-1 mit eingefangener Vespa. (Bild: ClearSpace)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mission <a href="https://www.esa.int/Space_in_Member_States/Austria/Aufraeumen_im_All" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ClearSpace-1</a> nimmt eine Vespa-Oberstufe (Vega Secondary Payload Adapter) ins Visier, die nach dem zweiten Flug der ESA-Trägerrakete Vega im Jahr 2013 im Orbit verblieben ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einer Masse von 100 kg hat Vespa die Größe eines Kleinsatelliten und ihre relativ einfache Form und robuste Konstruktion machen sie zu einem geeigneten ersten Ziel. Mit diesem ersten Schritt wird ein kommerzieller Dienst eingerichtet, der auch größere, anspruchsvollere &#8222;Einfang-Aktionen&#8220; durchführen kann, zu denen irgendwann auch der Einfang von mehreren Objekten gehören wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.esa.int/Space_in_Member_States/Germany/ESA-Satellit_Aeolus_weicht_grosser_Konstellation_aus" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Kollisionsvermeidung</a> und Trümmerbeseitigung sind von entscheidender Bedeutung, um die Menge an Objekten im Weltraum zu reduzieren, aber die Einhaltung der oben beschriebenen Richtlinien zur Trümmerreduzierung hat den größten Einfluss auf unsere Weltraumumgebung. Das Space Debris Office überwacht die Einhaltung weltweit und arbeitet zusammen mit dem Clean Space Office der ESA daran, die globale Einhaltung durch operative und technologische Fortschritte zu verbessern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Informationen im <a href="https://www.oecd.org/en/publications/space-sustainability_a339de43-en.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">OECD-Bericht</a> und auf der <a href="https://www.esa.int/Space_Safety/Space_Debris" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Website der ESA zum Weltraummüll</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Aufräumen im All</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/aufraeumen-im-all/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Mar 2020 18:20:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraummüll]]></category>
		<category><![CDATA[ClearSpace]]></category>
		<category><![CDATA[ClearSpace-1]]></category>
		<category><![CDATA[EPFL]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Vespa]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=5603</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die ESA-Mission ClearSpace-1 wird die erste Müllabfuhr im All sein. Die Vorbereitungen dafür sind in vollem Gang. Eine Information der Europäischen Raumfahrtagentur (European Space Agency, ESA). Quelle: ESA. Das bei einem internationalen Wettbewerb ausgewählte Konsortium unter Leitung des Schweizer Startups ClearSpace arbeitet derzeit an detaillierten Bauplänen für einen „Abschleppwagen“, der 2025 in den Orbit starten [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die ESA-Mission <a href="https://www.esa.int/Space_Safety/Clean_Space/ESA_commissions_world_s_first_space_debris_removal" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ClearSpace-1</a> wird die erste Müllabfuhr im All sein. Die Vorbereitungen dafür sind in vollem Gang. Eine Information der Europäischen Raumfahrtagentur (European Space Agency, ESA). </h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: ESA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2019/12/ClearSpace1esa-e1577026050205.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/ClearSpace1esaBB.jpg" alt="ClearSpace-1 mit Vespa (Vega Secondary Payload Adapter) Oberstufe über der Erde – Illustration
(Bild: ESA)"/></a><figcaption>ClearSpace-1 mit Vespa (Vega Secondary Payload Adapter) Oberstufe über der Erde – Illustration<br> (Bild: ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das bei einem internationalen Wettbewerb ausgewählte Konsortium unter Leitung des Schweizer Startups <a href="https://clearspace.today/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ClearSpace</a> arbeitet derzeit an detaillierten Bauplänen für einen „Abschleppwagen“, der 2025 in den Orbit starten soll. Mit seinen Greifarmen soll der Jäger ClearSpace-1 defekte Satelliten und größere Trümmer einsammeln und aus der Erdumlaufbahn entfernen, um die Gefahr weiterer Kollisionen und das Risiko für aktive Satelliten zu verringern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir müssen aktiv werden, wenn die Umlaufbahnen der Erde nutzbar bleiben sollen“, sagt Holger Krag, Leiter des <a href="https://www.esa.int/Space_in_Member_States/Germany/Schutz_unseres_Heimatplaneten" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Programms Weltraumsicherheit der ESA</a>. Die Zentrale des Space Safety Programme ist im Satellitenkontrollzentrum der ESA, dem <a href="https://www.esa.int/About_Us/ESOC" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ESOC</a> in Darmstadt angesiedelt. Im Herbst 2019 musste Krags Crew ein  Ausweichmanöver für den ESA-Forschungssatelliten Aeolus steuern. Einer der Starlink-Satelliten des privaten US-Unternehmens SpaceX war auf Kollisionskurs mit dem Erdbeobachtungs-Satelliten der Europäischen Weltraumagentur. Bei einem Zusammenprall wären weitere tausende Schrottteile entstanden, deren bereits hohe Zahl das sichere Navigieren und Operieren im Erdorbit immer schwieriger macht und die wichtige Infrastruktur im All und Forschungsmissionen der Weltraumagenturen gefährdet.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/03/DistriofdebrisaroundEarthesa600.gif" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/03/DistriofdebrisaroundEarthesa260.gif" alt="Darstellung von Weltraummüll im Erdorbit. (Animation: ESA)"/></a><figcaption>Darstellung von Weltraummüll im Erdorbit. (Animation: ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Schon jetzt, so Holger Krag, vagabundieren rund 30 000 Objekte größer als zehn Zentimeter in den Erdumlaufbahnen. Oberhalb einer Größe von einem Zentimeter Durchmesser sind es über 900 000 Bruchstücke und zählt man die kleinen Schrotteile oberhalb des Ein-Millimeter-Bereiches, kommen gar über 150 Millionen Fragmente zusammen. Allesamt Rückstände früherer Missionen, ausgediente Oberstufen und inaktive Satelliten, die bei Zusammenstößen in einem Kaskadeneffekt immer neuen Weltraummüll entstehen lassen. „Die Trümmermenge wächst jedes Jahr gewaltig“, sagt der ESA-Wissenschaftler. Und mit der steigenden Zahl an Raumfahrtmissionen meist von privaten Betreibern, die Konstellationen aus tausenden Minisatelliten im Low Earth Orbit platzieren, könnte die Gefahr von Kollisionen und weiterer Trümmerbildung nochmals rasant steigen. Zumal mangelt es bisher an einem Datenaustausch. Holger Krag  mahnt ein „Management des Verkehrs im Orbit“ an. Er arbeitet daran, „dass wir bis zur internationalen Space Debris Konferenz 2021 in Darmstadt erste Ideen vorweisen können“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mission Clear-Space-1, Teil der <a href="https://www.esa.int/Space_in_Member_States/Germany/ESA_und_UN-Kooperation_zur_Reduzierung_von_Weltraummuell" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Clean Space Initiative</a> der ESA, soll dabei zur wegweisenden Lösung für das Müllproblem werden. Die Initialzündung „für eine nachhaltige Raumfahrt“, hofft der Leiter des ESA-Programms Space Safety. In Zusammenarbeit mit dem kommerziellen Konsortium unter der Leitung des Schweizer Startup ClearSpace will die ESA erstmals eine Technologie zur aktiven Müllentsorgung im All testen und finanziell tragbar machen für private und staatliche Nutzer. Die Missionen des Abschleppwagens für Weltraumschrott sollen bezahlbar sein. „Die Mission soll einem zukünftigen Markt den Weg ebnen“, betont Krag.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/03/HKrag7thEuroConfonSpaceDebrisESAJürgenMai2k.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/03/HKrag7thEuroConfonSpaceDebrisESAJürgenMai26.jpg" alt="Holger Krag bei der 7. Internationalen Konferenz. (Bild: ESA / Jürgen Mai)"/></a><figcaption>Holger Krag bei der 7. Internationalen Konferenz. (Bild: ESA / Jürgen Mai)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ziel ist dabei nicht, alle Trümmer aus den Umlaufbahnen zu beseitigen,  sondern vorerst vor allem die großen, kritischen Schrottteile, die bei einer Kollision weitere hunderttausend kleine verursachen würden. „Die  Großen sind die Quelle für Kleine“, sagt Krag. Studien der ESA und der NASA belegen, dass dies, neben der Müllvermeidung, eine wichtige Maßnahme ist, um die Orbitalumgebung zu stabilisieren. Die ESA hat das Projekt ADRIOS (Active Debris Removal / In-Orbit Servicing) ins Leben gerufen. Das Team von ADRIOS steht mit technischer Expertise und Rat der Mission ClearSpace-1 und dem privaten Konsortium zur Seite, um den Erfolg der ersten Müllabfuhr-Technologie zu sichern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rund 120 Millionen Euro kostet die Mission. „Das ESA-Team“, so Krag, „stellt im  Gleichklang mit dem Fortgang der Arbeiten das Geld dafür bereit“. Und auch das erste Objekt, dass der Mülljäger von ClearSpace einfangen und entsorgen soll, wird ein ausgedientes Raumfahrtobjekt der Europäischen  Raumfahrtagentur sein: Der Vespa (Vega Secondary Payload Adapter) Adapter, der nach dem Flug mit der ESA-Trägerrakete Vega 2013 auf einer Umlaufbahn von rund 800 x 660 Kilometer Höhe verblieb. Mit 100 Kilogramm ein relativ kleines Objekt von schlichter Form und robuster Konstruktion. „Ein gutes Übungsobjekt für den Anfang“, sagt Krag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der von ClearSpace entwickelte Jäger soll sich dem Schrottteil nähern,  es mit seinen Roboterarmen einfangen und in eine sehr niedrige  Umlaufbahn bringen, von wo aus beide innerhalb kurzer Zeit in der  Atmosphäre verglühen sollen. Das ist der Plan. Umsetzen will ihn das  Schweizer Spin-Off-Unternehmen, das von einen erfahrenen Weltraummüll-Forscherteam der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) gegründet wurde. Luc Piguet ist einer der drei Gründer und CEO von ClearSpace. <br>Entstanden ist die Idee, sagt er, aus eigener Erfahrung heraus. 2009 startete ein Team der EPFL den Swiss Cube &#8211; einen Nanosatelliten &#8211; für  Forschungszwecke in den Erdorbit in 700 Kilometer Höhe. „Genau in den  kritischen Space-Debris-Bereich. Mehrfach gab es Kollisionswarnungen“,  berichtet der Elektroingenieur, der auch am „Executive Program“ der Stanford University teilgenommen hat. 2012 entschied sich das Team, den Swiss Cube zurückzuholen, „aber niemand wollte dafür zahlen“, sagt Piguet. Und es gab kein Müllabfuhrunternehmen im All, das diese Aufgabe übernehmen konnte. Noch nicht. Warum also nicht selbst etwas entwickeln? Im Orbit aufzuräumen, „dafür sahen wir einen großen Bedarf“, sagt der 48-Jährige. 2017 gründete er daher mit der Raumfahrtingenieurin Muriel Richard und der Industriedesignerin Catherin Johnson ClearSpace. „Das Service Offer Request (SOR) für In-Orbit Servicing/Debris Removal der ESA kam für uns zum richtigen Zeitpunkt“, so Piguet. Bei dem Wettbewerb überzeugten die Schweizer. <br>ClearSpace ist mittlerweile auf 12 Mitarbeiter und Externe sowie ein siebenköpfiges Team an der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne und an anderen Universitäten in der Schweiz angewachsen. Hinzu kommt ein Konsortium aus erfahrenen internationalen Unternehmen aus den acht an der ESA Mission beteiligten europäischen Staaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine der großen Herausforderungen der Mission ist die Technik, sagt Luc Piguet. Der ClearSpace-Jäger muss das Objekt mit Hilfe von Sensoren orten, präzise ansteuern und sich soweit nähern, dass die vier Greifarme das Trümmerteil oder den ausgedienten Satelliten einfangen können ohne jedoch mit ihm zu kollidieren. Schwierig wird es bei Objekten, die unkontrolliert rotieren. „Wir müssen zugreifen, bevor wir direkten Kontakt haben und erst dann ziehen wir den Weltraumschrott an unsere Basiseinheit heran und fixieren ihn dort“, erklärt er. Die Greiftechnik ist neu, ausprobieren lässt sie sich erst beim ersten Probelauf und Rendez-Vous mit Vespa im All. „Wir tragen eine große Verantwortung, dass dieses Verfahren funktioniert“, weiß Piguet. Zudem  muss die Technologie möglichst wenig kosten, damit sich genügend  Nachahmer finden. Für das Aufräumen im All sieht er einen großen Markt. „Es gibt heute schon 2000 ausgediente Satelliten, die entsorgt werden sollten.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Künftige Missionen müssen so geplant werden, dass kein Weltraummüll mehr entsteht, betont Holger Krag. Zwar ist jedes Land für seine Gesetzgebung verantwortlich, doch er geht davon aus, dass sich etwas ändern muss und wird. „Wer seine Missionen nicht nachhaltig plant, muss künftig für das Aufräumen zahlen. Die ESA will die Technologie dafür liefern und zeigen, dass es geht. Wir wollen den Stein ins Rollen bringen“, sagt Krag.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong> Film zum Thema Space Debris</strong>:</p>



<figure class="wp-block-video aligncenter"><video height="432" style="aspect-ratio: 766 / 432;" width="766" controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/1704001Eesaidsenseonirixelccbysa30igo-1.m4v"></video><figcaption>Video: ESA/ID&amp;Sense/ONiRiXEL, CC BY-SA 3.0 IGO</figcaption></figure>
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		<title>ESA: 1. Weltraummüllbeseitigung geplant</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/esa-1-weltraummuellbeseitigung-geplant/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Dec 2019 09:35:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraummüll]]></category>
		<category><![CDATA[ClearSpace]]></category>
		<category><![CDATA[ClearSpace-1]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumschrott]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die europäischen Raumfahrtminister haben sich darauf geeinigt, die erste Mission zur Beseitigung von Trümmern aus der Erdumlaufbahn zu unterstützen. Die Mission ClearSpace-1 soll 2025 starten und wurde bei einem von einem Start-up geführten kommerziellen Konsortium in Auftrag gegeben, um einen neuen Markt für In-Orbit-Service und Trümmerbeseitigung zu erschließen. Eine Information der Europäischen Raumfahrtagentur (European Space [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die europäischen Raumfahrtminister haben sich darauf geeinigt, die erste Mission zur Beseitigung von Trümmern aus der Erdumlaufbahn zu unterstützen. Die Mission ClearSpace-1 soll 2025 starten und wurde bei einem von einem Start-up geführten kommerziellen Konsortium in Auftrag gegeben, um einen neuen Markt für In-Orbit-Service und Trümmerbeseitigung zu erschließen. Eine Information der Europäischen Raumfahrtagentur (European Space Agency, ESA).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: ESA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-medium is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2019/12/ClearSpace1esa-e1577026050205.jpg" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2019/12/ClearSpace1esa-300x169.jpg" alt="" class="wp-image-166" width="300" height="169"/></a><figcaption>ClearSpace-1 mit Vespa (Vega Secondary Payload Adapter) Oberstufe über der Erde &#8211; Illustration<br> (Bild: ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>&#8222;Das Thema Weltraummüll ist dringender denn je.&#8220;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einem Wettbewerbsverfahren wird das Konsortium unter Leitung des Schweizer Startups ClearSpace eingeladen, einen endgültigen Vorschlag einzureichen, bevor das Projekt im März nächsten Jahres beginnt. ClearSpace ist ein Spin-Off-Unternehmen, das von erfahrenen Forschern im Bereich Weltraummüll an der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne gegründet wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für solch eine Mission&#8220;, sagt Luc Piguet, Gründer und CEO von ClearSpace. &#8222;Das Thema Weltraummüll ist dringender denn je. Derzeit befinden sich fast 2000 aktive und 3000 inaktive Satelliten im Weltraum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;In den kommenden Jahren wird die Zahl der Satelliten erheblich steigen, wobei mehrere Mega-Konstellationen von Hunderten oder sogar Tausenden von Satelliten in der Erdumlaufbahn geplant sind, um Telekommunikations- und Überwachungsdienste mit großer Reichweite und geringer Latenz zu liefern. Es ist klar, dass ein &#8222;Abschleppwagen&#8220; benötigt wird, um defekte Satelliten aus dieser stark frequentierten Region zu entfernen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der ESA-Ministerratskonferenz Space19+, die vom 27. Bis 28. November 2019 in Sevilla stattfand, vereinbarten die Minister, einen Dienstleistungsvertrag mit einem kommerziellen Anbieter abzuschließen, um ein inaktives ESA-Objekt sicher aus der niedrigen Erdumlaufbahn zu entfernen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen des neuen ESA-Raumfahrtprogramms soll ein aktiver Beitrag zur Beseitigung von Raumfahrtrückständen geleistet und die Technologien zur Trümmerbeseitigung erprobt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Selbst wenn morgen alle Raketenstarts gestoppt würden, zeigen Prognosen, dass die Gesamtpopulation der orbitalen Trümmer weiter wachsen wird, da Kollisionen zwischen den Elementen neuer Trümmer in einem Kaskadeneffekt erzeugen. Wir müssen Technologien entwickeln, um die Entstehung neuer Trümmer zu vermeiden und die bereits vorhandenen Rückstände zu entfernen&#8220;, sagt Luisa Innocenti, Leiterin der Initiative Clean Space der ESA. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-medium is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2019/12/ClearSpace1withcapturedVespaClearSpace15-e1577026028493.jpg" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2019/12/ClearSpace1withcapturedVespaClearSpace15-300x212.jpg" alt="" class="wp-image-167" width="274" height="193"/></a><figcaption>ClearSpace-1 mit Vespa-Oberstufe &#8211; Illustration<br> (Bild: ClearSpace)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ergebnisse des Active Debris Removal/ In-Orbit Servicing-Projekts ADRIOS werden auf ClearSpace-1 übertragen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;NASA- und ESA-Studien zeigen, dass der einzige Weg zur Stabilisierung der Orbitalumgebung darin besteht, große Trümmer aktiv zu entfernen. Dementsprechend werden wir unsere Entwicklung der wesentlichen Leit-, Navigations- und Steuerungstechnologien sowie der Rendez-vous und Greifmethoden durch ein neues Projekt namens Active Debris Removal/ In-Orbit Servicing &#8211; ADRIOS fortsetzen. Die Ergebnisse werden auf ClearSpace-1 übertragen. Diese neue Mission, durchgeführt von einem ESA-Projektteam, wird es uns ermöglichen, diese Technologien zu demonstrieren und dabei eine Weltneuheit zu erreichen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zielobjekt der ClearSpace-1-Mission ist die Vespa (Vega Secondary Payload Adapter) Oberstufe, die nach dem Erstflug der ESA-Trägerrakete Vega im Jahr 2013 auf einer Umlaufbahn von ca. 800 x 660 km Höhe liegt. Mit einer Masse von 100 kg ist Vespa fast so groß wie ein Kleinsatellit, während ihre relativ schlichte Form und ihre robuste Konstruktion sie zu einem geeigneten ersten Ziel machen. Folgemissionen werden dann zu größeren, anspruchsvolleren Aufgaben übergehen &#8211; einschließlich der Erfassung mehrerer Objekte im Rahmen einer Mission.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der ClearSpace-1 „Chaser“ wird für die Inbetriebnahme und kritische Tests in eine niedrigere 500-km-Umlaufbahn gebracht, bevor er zum Rendez-vous und zur Erfassung mit einem Quartett von Roboterarmen unter Aufsicht der ESA seine höhere  Zielumlaufbahn ansteuert. Der Chaser und Vespa werden dann zusammen aus dem Orbit gebracht, um schließlich in der Erdatmosphäre zu verbrennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Stellen Sie sich vor, wie gefährlich das Segeln auf hoher See wäre, wenn alle Schiffe, die in der Geschichte jemals verloren gegangen sind, immer noch auf dem Wasser treiben würden&#8220;, sagt ESA-Generaldirektor Jan Wörner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Das ist die aktuelle Situation im Orbit, und es darf so nicht weitergehen. Die Mitgliedstaaten der ESA haben diese neue Mission, die auch den Weg zu wesentlichen neuen kommerziellen Dienstleistungen in der Zukunft weist, nachdrücklich unterstützt.&#8220; </p>
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