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	<title>Hubble-Konstante &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<title>Hubble-Konstante &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>AIP: Planetarische Nebel in entfernten Galaxien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Jul 2021 16:29:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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		<category><![CDATA[Kosmologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit Daten des Instruments MUSE gelang Forschern des Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) die Detektion von extrem lichtschwachen planetarischen Nebeln in weit entfernten Galaxien. Die dabei verwendete Methode, ein Filteralgorithmus bei der Bilddatenverarbeitung, eröffnet neue Möglichkeiten für die kosmische Entfernungsmessung – und damit auch für die Bestimmung der Hubble-Konstante. Eine Pressemitteilung des AIP. Quelle: AIP. [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Mit Daten des Instruments MUSE gelang Forschern des Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) die Detektion von extrem lichtschwachen planetarischen Nebeln in weit entfernten Galaxien. Die dabei verwendete Methode, ein Filteralgorithmus bei der Bilddatenverarbeitung, eröffnet neue Möglichkeiten für die kosmische Entfernungsmessung – und damit auch für die Bestimmung der Hubble-Konstante. Eine Pressemitteilung des AIP.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: AIP.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/NGC474DESDOEFermilabNCSACTIONOIRLabNSFAURA2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/NGC474DESDOEFermilabNCSACTIONOIRLabNSFAURA26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Die Ringgalaxie NGC 474 mit einer Entfernung von etwa 110 Millionen Lichtjahren. Die Ringstruktur ist durch Verschmelzungsprozesse von kollidierenden Galaxien entstanden. (Bild: DES/DOE/Fermilab/NCSA &amp; CTIO/NOIRLab/NSF/AURA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">22. Juli 2021 &#8211; Planetarische Nebel sind in der Nachbarschaft zur Sonne als farbenprächtige Objekte bekannt, die am Ende des Lebens eines Sterns bei der Entwicklung vom Stadium des Roten Riesen zum Weißen Zwerg auftreten: Wenn der Stern seinen Brennstoff zur Kernfusion aufgebraucht hat, bläst er seine Gashülle in den interstellaren Raum ab, kontrahiert, wird extrem heiß, und regt die expandierende Gashülle zum Leuchten an. Anders als das kontinuierliche Spektrum des Sterns, strahlen die Ionen bestimmter Elemente in dieser Gashülle, wie z.B. von Wasserstoff, Sauerstoff, Helium und Neon, Licht aber nur bei bestimmten Wellenlängen ab. Spezielle optische Filter, die auf diese Wellenlängen abgestimmt sind, können die schwach leuchtenden Nebel sichtbar machen. Das nächstgelegene Objekt dieser Art in unserer Milchstraße ist der 650 Lichtjahre entfernte Helixnebel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit wachsender Entfernung eines planetarischen Nebels schrumpft der scheinbare Durchmesser in einer Bildaufnahme, und die integrierte scheinbare Helligkeit nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab. In unserer Nachbargalaxie, der Andromedagalaxie, wäre mit einer fast 4000-fach größeren Entfernung der Helixnebel nur noch als Punkt wahrnehmbar, und seine scheinbare Helligkeit wäre fast 15 Millionen Mal schwächer. Mit modernen Großteleskopen und langer Belichtungszeit können solche Objekte unter Verwendung optischer Filter oder bildgebender Spektroskopie dennoch abgebildet und vermessen werden. Martin Roth, Erstautor der neuen Studie und Leiter der Abteilung innoFSPEC am AIP: „Mit dem am AIP entwickelten <a href="https://www.aip.de/de/research/projects/pmas/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">PMAS-Instrument</a> gelang uns dies erstmals mit integraler Feldspektroskopie für eine Handvoll planetarischer Nebel in der Andromeda-Galaxie in den Jahren 2001 bis 2002 am 3,5-m-Teleskop des Calar-Alto-Observatoriums. Das relativ kleine PMAS-Sichtfeld erlaubte es jedoch noch nicht, eine größere Stichprobe von Objekten zu untersuchen.“</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/HelixNASANOAOESAHubbleHelixNebulaTeamMMeixnerSTScITARectorNRAO2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/HelixNASANOAOESAHubbleHelixNebulaTeamMMeixnerSTScITARectorNRAO26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Der planetarische Nebel NGC 7294 („Helixnebel“), ein Objekt aus der näheren Sonnenumgebung. (Bild: NASA, NOAO, ESA, the Hubble Helix Nebula Team, M. Meixner (STScI), and T.A. Rector (NRAO))</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Es hat gut 20 Jahre gedauert, bis mit einem leistungsfähigeren Instrument mit einem mehr als 50-fach größerem Gesichtsfeld an einem deutlich größeren Teleskop diese ersten Experimente weiterentwickelt werden konnten. MUSE am Very Large Telescope in Chile wurde in erster Linie für die Entdeckung extrem lichtschwacher Objekte am Rand des für uns derzeit beobachtbaren Universums entwickelt und hat dazu seit den ersten Beobachtungen <a href="https://www.aip.de/de/news/muse-discovers-cosmic-web-filaments-in-the-hubble-ultra-deep-field/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">spektakuläre Ergebnisse</a> erbracht. Genau diese Eigenschaft ist es, die auch bei der Detektion von äußerst lichtschwachen planetarischen Nebeln in einer entfernten Galaxie zum Tragen kommt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Galaxie NGC 474 ist ein besonders schönes Beispiel für eine Galaxie, die durch Kollision mit anderen, kleineren Galaxien eine auffällige Ringstruktur aus den durch Gravitationswirkung gestreuten Sternen gebildet hat. Sie liegt in etwa 110 Millionen Lichtjahren Entfernung, ist also ca. 170.000-mal weiter entfernt als der Helixnebel. Die scheinbare Helligkeit eines planetarischen Nebels in dieser Galaxie ist daher fast 30 Milliarden Mal geringer als die des Helixnebels und liegt im Bereich der kosmologisch interessanten Galaxien, für die das Team das MUSE-Instrument konzipierte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Forscherteam des AIP hat mit Kollegen aus den USA eine Methode entwickelt, wie sich mit MUSE die extrem schwachen Signale von planetarischen Nebeln in weit entfernten Galaxien mit hoher Empfindlichkeit isolieren und präzise vermessen lassen. Ein besonders wirkungsvoller Filteralgorithmus bei der Bilddatenverarbeitung spielt hier eine wichtige Rolle. Für die Ringgalaxie NGC 474 standen ESO-Archivdaten zur Verfügung, die auf zwei sehr tiefen MUSE-Belichtungen mit je 5 Stunden Beobachtungszeit beruhen. Das Ergebnis der Datenverarbeitung: Nach Anwenden des Filteralgorithmus wurden insgesamt 15 extrem lichtschwache planetarische Nebel sichtbar.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/NGC474offdiffAIPMRoth2k.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/NGC474offdiffAIPMRoth26.jpg" alt=""/></a><figcaption>MUSE Bilddaten in den zwei markierten Feldern im obigen Bild der Ringstruktur von NGC 474. Links: Bild im Kontinuum mit dem Band unaufgelöster Sterne sowie durch Kreise markierten Kugelsternhaufen. Rechts: gefiltertes Bild in der rotverschobenen Sauerstoff-Emissionslinie, aus dem die planetarischen Nebel als Punktquellen aus dem Rauschen hervortreten. Die durch instrumentelle Effekte erzeugten Artefakte sind komplett verschwunden. (Bild: AIP/M. Roth)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses hochempfindliche Verfahren eröffnet eine neue Methode zur Entfernungsmessung, die geeignet ist, zur Lösung der derzeit diskutierten Diskrepanz bei der Bestimmung der Hubble-Konstanten beizutragen. Planetarische Nebel besitzen die Eigenschaft, dass physikalisch eine gewisse maximale Leuchtkraft nicht überschritten werden kann. Die Verteilungsfunktion der Helligkeiten einer Stichprobe in einer Galaxie, d.h. die Leuchtkraftfunktion der planetarischen Nebel (PNLF), bricht am hellen Ende ab. Diese Eigenschaft ist die einer Standardkerze, mit Hilfe derer sich durch statistische Methoden eine Entfernung berechnen lässt. Das PNLF-Verfahren wurde bereits 1989 von den Teammitgliedern George Jacoby (NSF&#8217;s NOIRLab) und Robin Ciardullo (Penn State University) entwickelt. Es ist in den vergangenen 30 Jahren für mehr als 50 Galaxien erfolgreich angewendet worden, war aber aufgrund der bislang verwendeten Filtermessungen limitiert. Galaxien mit Entfernungen größer als der des Virgo- oder Fornaxhaufens lagen außerhalb der Reichweite. Die nun im Astrophysical Journal veröffentlichte Studie zeigt, dass mit MUSE mehr als doppelt so große Reichweiten erzielt werden können und damit eine unabhängige Messung der Hubble-Konstanten ermöglicht wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Originalveröffentlichung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a rel="noreferrer noopener follow" href="https://iopscience.iop.org/article/10.3847/1538-4357/ac02ca" target="_blank" data-wpel-link="external">Toward Precision Cosmology with Improved PNLF Distances Using VLT-MUSEI. Methodology and Tests</a>. Martin M. Roth, George H. Jacoby, Robin Ciardullo, Brian D. Davis, Owen Chase, Peter M. Weilbacher. The Astrophysical Journal, 22 July 2021</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://arxiv.org/abs/2105.01982" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://arxiv.org/abs/2105.01982</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=631.msg517910#msg517910" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal"><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=631.msg517910#msg517910" target="_blank" rel="noopener">Planetarische Nebel</a></a></li></ul>
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		<item>
		<title>UP: Eigenschaften von Materie und Raumzeit offenbart</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/up-eigenschaften-von-materie-und-raumzeit-offenbart/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Dec 2020 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmologie]]></category>
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		<category><![CDATA[Neutronenstern]]></category>
		<category><![CDATA[Universität Potsdam]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein internationales Wissenschaftsteam um den Astrophysikprofessor Tim Dietrich von der Universität Potsdam schaffte den Durchbruch bei der Größenbestimmung eines typischen Neutronensterns und der Messung der Ausdehnung des Universums. Dazu kombinierten sie Beobachtungsdaten von Neutronenstern-Kollisionen mit kernphysikalischen Berechnungen. Ihre wegweisenden Ergebnisse wurden jetzt im hochrangigen Wissenschaftsmagazin „Science“ veröffentlicht. Eine Medieninformation der Universität Potsdam (UP). Quelle: Universität [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Ein internationales Wissenschaftsteam um den Astrophysikprofessor Tim Dietrich von der Universität Potsdam schaffte den Durchbruch bei der Größenbestimmung eines typischen Neutronensterns und der Messung der Ausdehnung des Universums. Dazu kombinierten sie Beobachtungsdaten von Neutronenstern-Kollisionen mit kernphysikalischen Berechnungen. Ihre wegweisenden Ergebnisse wurden jetzt im hochrangigen Wissenschaftsmagazin „Science“ veröffentlicht. Eine Medieninformation der Universität Potsdam (UP).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Universität Potsdam.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/2020120artisticrepresentationNMoldenhauerlg.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Künstlerische Darstellung zweier sich umkreisender Neutronensterne kurz vor der Kollision. (Bild: Niclas Moldenhauer)" data-rl_caption="" title="Künstlerische Darstellung zweier sich umkreisender Neutronensterne kurz vor der Kollision. (Bild: Niclas Moldenhauer)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/2020120artisticrepresentationNMoldenhauer26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Künstlerische Darstellung zweier sich umkreisender Neutronensterne kurz vor der Kollision.<br>(Bild: Niclas Moldenhauer)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">In der modernen Astrophysik nutzen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedene Arten von Botensignalen aus dem Weltraum, insbesondere Licht, kosmische Teilchen und Gravitationswellen, um grundlegende Fragen zur Geschichte des Kosmos zu beantworten. Diese „Multi-Messenger-Astronomie“ ist ein schnell wachsendes Forschungsgebiet, wobei die kosmischen Boten im elektromagnetischen Lichtspektrum z.B. Gammastrahlen, ultraviolettes, sichtbares und infrarotes Licht, oder Radiowellen umfassen. Botenteilchen können z.B. Elektronen, Protonen, Neutrinos oder komplexe Atomkerne sein. Gravitationswellen sind schließlich winzige Wellen innerhalb der vierdimensionalen Raumzeit, erzeugt von beschleunigten Massen wie Neutronensternen oder Schwarzen Löchern, die sich aus sterbenden Sternen bilden. Von kollidierenden Neutronensternen können Astronomen die Eigenschaften von Materie bei sehr hohen Dichten ableiten, von denen ein einziger Teelöffel voll unvorstellbare Millionen von Tonnen wiegen würde. Beim Zusammenstoß von Neutronensternen werden die meisten schweren Elemente des Periodensystems gebildet, außerdem lässt sich aus den dabei abgegebenen Signalen die Expansionsrate des Universums messen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/2020120ScienceTDietrich2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Ausstoß von elektromagnetischen und Gravitationswellenemissionen während der Kollision zweier Neutronensterne. Die kombinierte Interpretation mehrerer Botensignale erlaubt eine Prognose zum inneren Aufbau der Neutronensterne, um die Eigenschaften der Materie unter den extremsten Bedingungen des Universums zu verstehen. (Bild: Tim Dietrich)" data-rl_caption="" title="Ausstoß von elektromagnetischen und Gravitationswellenemissionen während der Kollision zweier Neutronensterne. Die kombinierte Interpretation mehrerer Botensignale erlaubt eine Prognose zum inneren Aufbau der Neutronensterne, um die Eigenschaften der Materie unter den extremsten Bedingungen des Universums zu verstehen. (Bild: Tim Dietrich)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/2020120ScienceTDietrich26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Ausstoß von elektromagnetischen und Gravitationswellenemissionen während der Kollision zweier Neutronensterne. Die kombinierte Interpretation mehrerer Botensignale erlaubt eine Prognose zum inneren Aufbau der Neutronensterne, um die Eigenschaften der Materie unter den extremsten Bedingungen des Universums zu verstehen.<br>(Bild: Tim Dietrich)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Um den physikalischen Prozessen bei Zusammenstößen von Neutronensternen auf die Spur zu kommen, haben Wissenschaftler aus Deutschland, den Niederlanden, Schweden, Frankreich und den USA Beobachtungen dieser Kollisionen mit elektromagnetischen und Gravitationswellensignalen kombiniert. „Um astrophysikalische Informationen zum Zustand der Materie unter diesen extremen Bedingungen zu gewinnen, führen wir unsere Beobachtungen mit theoretischen kernphysikalischen Berechnungen zusammen. Mit unserer Methode konnten wir den Durchmesser eines typischen Neutronensterns auf ~12 Kilometer bestimmen. Das entspricht der Größe einer Stadt, aber mit einer Masse von einer halben Million Erdmassen“, sagt Tim Dietrich, Professor für theoretische Astrophysik am Institut für Physik und Astronomie. Außerdem nutzte das Forschungsteam die astrophysikalischen Informationen, um die Hubble-Konstante zu bestimmen. „In den letzten Jahren hat die Wissenschaftsgemeinschaft versucht, verschiedene Messungen dieser fundamentalen Konstante, welche die Ausdehnung des Universums beschreibt, zu vereinheitlichen. Mit unserem Ansatz konnten wir die Hubble-Konstante neu messen, und die Ergebnisse bestätigen die vorhergehende Messung anhand des kosmischen Mikrowellenhintergrunds“, fügt Ingo Tews hinzu, Wissenschaftler am Los Alamos National Laboratory und Koautor der Studie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ausgehend von theoretischen Überlegungen zur Kernmaterie in Neutronensternen analysierten die Forschenden astronomische Daten in einem mehrstufigen Prozess. „Wir berücksichtigten Massebestimmungen von Neutronensternen aus Radiobeobachtungen, Messungen eines schnell rotierenden Neutronensterns, sowie Beobachtungen von elektromagnetischen und Gravitationswellensignalen von kollidierenden Neutronensternen“, erklärt Tim Dietrich die Methoden. „Für letztere haben wir das gesamte Frequenzspektrum von Radiowellen bis zu Gammastrahlen untersucht.“ Der entwickelte Ablauf sei allgemeingültig und könne leicht erweitert werden, um in den nächsten Jahren eine wachsende Anzahl von Signalen zu berücksichtigen, fasst er zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Publikation:</strong><br>Tim Dietrich, Michael W. Coughlin, Peter T. H. Pang, Mattia Bulla, Jack Heinzel, Lina Issa, Ingo Tews, and Sarah Antier:<br><a href="https://www.science.org/doi/10.1126/science.abb4317" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Multimessenger constraints on the neutron-star equation of state and the Hubble constant</a>, Science 370, 1450 (2020)<br></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Abstract:</strong> &#8222;We found that the radius of a 1.4–solar mass neutron star is 11.75−0.81+0.86 km at 90% confidence and the Hubble constant is 66.2−4.2+4.4 at 1σ uncertainty.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=648.msg498409#msg498409" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Neutronensterne, Pulsare, Magnetare</a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Kosmische Linsen liefern unabhängige Messung für die Ausdehnung des Universums</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/kosmische-linsen-liefern-unabhaengige-messung-fuer-die-ausdehnung-des-universums/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jan 2020 06:54:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
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		<category><![CDATA[Weltraumteleskop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Neuer Wert der Hubble-Konstante bestätigt Diskrepanz in der Expansionsrate des Universums. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Astrophysik. Quelle: Max-Planck-Institut für Astrophysik. Mitglieder des H0LiCOW-Teams unter der Leitung von Sherry Suyu am Max-Planck-Institut für Astrophysik und der Technischen Universität München nutzten eine Reihe von Teleskopen und eine von bisherigen Methoden völlig unabhängige Technik, um die Ausdehnungsrate [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Neuer Wert der Hubble-Konstante bestätigt Diskrepanz in der Expansionsrate des Universums. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Astrophysik.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Planck-Institut für Astrophysik. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/HubbleQiasarInfluNASAESASHSuyuKCWong.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/HubbleQiasarInfluNASAESASHSuyuKCWong260.jpg" alt="Jede dieser Momentaufnahmen des Hubble-Weltraumteleskops zeigt vier verzerrte Bilder eines Hintergrund-Quasars, die den zentralen Kern einer massereichen Galaxie im Vordergrund umgeben. Die Mehrfachbilder des Quasars werden durch die Schwerkraft der Vordergrundgalaxie erzeugt, die wie eine Linse wirkt, indem sie das Licht des Quasars aufgrund des sogenannten Gravitationslinseneffekts verzerrt. Quasare sind extrem weit entfernte, helle kosmische Objekte, die von aktiven schwarzen Löchern angetrieben werden. Die Lichtstrahlen von jedem der vier abgelenkten Quasarbilder nehmen einen leicht unterschiedlichen Weg durch das All, um die Erde zu erreichen. Die Astronomen machen sich das Flackern im Licht des Quasars zunutze, wenn sein Schwarzes Loch Materie verschlingt, was es ihnen erlaubt, die Zeitverzögerungen zwischen den einzelnen Quasarabbildungen zu messen. Diese Zeitverzögerungsmessungen helfen den Astronomen die Hubble-Konstante zu berechnen, ein Wert dafür, wie schnell das Universum wächst. (Bild: NASA, ESA, S.H. Suyu, and K.C. Wong)"/></a><figcaption>Jede dieser Momentaufnahmen des Hubble-Weltraumteleskops zeigt vier verzerrte Bilder eines Hintergrund-Quasars, die den zentralen Kern einer massereichen Galaxie im Vordergrund umgeben. Die Mehrfachbilder des Quasars werden durch die Schwerkraft der Vordergrundgalaxie erzeugt, die wie eine Linse wirkt, indem sie das Licht des Quasars aufgrund des sogenannten Gravitationslinseneffekts verzerrt. Quasare sind extrem weit entfernte, helle kosmische Objekte, die von aktiven schwarzen Löchern angetrieben werden. Die Lichtstrahlen von jedem der vier abgelenkten Quasarbilder nehmen einen leicht unterschiedlichen Weg durch das All, um die Erde zu erreichen. Die Astronomen machen sich das Flackern im Licht des Quasars zunutze, wenn sein Schwarzes Loch Materie verschlingt, was es ihnen erlaubt, die Zeitverzögerungen zwischen den einzelnen Quasarabbildungen zu messen. Diese Zeitverzögerungsmessungen helfen den Astronomen die Hubble-Konstante zu berechnen, ein Wert dafür, wie schnell das Universum wächst. (Bild: NASA, ESA, S.H. Suyu, and K.C. Wong)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Mitglieder des H0LiCOW-Teams unter der Leitung von Sherry Suyu am Max-Planck-Institut für Astrophysik und der Technischen Universität München nutzten eine Reihe von Teleskopen und eine von bisherigen Methoden völlig unabhängige Technik, um die Ausdehnungsrate des Universums zu messen, die sogenannte Hubble-Konstante. Das Ergebnis der Forscher bestätigt eine bislang nicht erklärbare Diskrepanz zwischen Messungen der Expansionsrate aufgrund von Beobachtungen des lokalen Universums einerseits und aus der Hintergrundstrahlung im frühen Universum andererseits. Die neue Studie macht es damit wahrscheinlich, dass neue Theorien notwendig sein könnten, um diese Diskrepanz zu erklären.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kenntnis des genauen Wertes der Ausdehnungsgeschwindigkeit des Universums ist wichtig für die Bestimmung von Alter, Größe und Schicksal des Kosmos. Dieses Rätsel zu entschlüsseln, ist derzeit eine der größten Herausforderungen der Astrophysik. Der jetzt veröffentliche, neueste Wert für die Hubble-Konstante stellt die bisher präziseste Messung mit Hilfe des Gravitationslinseneffekts dar, bei dem eine Vordergrundgalaxie durch ihre Schwerkraft wie eine riesige Vergrößerungslinse wirkt und das Licht von Hintergrundobjekten verstärkt und verzerrt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Team von Astronomen, das die neue Messung der Hubble-Konstante  durchgeführt hat, nennt sich H0LiCOW (H0 Lenses in COSMOGRAIL&#8217;s Wellspring). COSMOGRAIL ist die Abkürzung für Cosmological Monitoring of  Gravitational Lenses, ein großes internationales Projekt, dessen Ziel die regelmäßige Beobachtung von Gravitationslinsen ist. &#8222;Wellspring&#8220; bezieht sich auf das reichliche Angebot an Quasar-Linsen-Systemen. Für seine jüngsten Messungen nutzte das Team neue Daten des Weltraumteleskops Hubble sowie des 2,2m-Teleskops der ESO/MPG und dem ESO VLT in Chile, Weitfeldaufnahmen des Dark Energy Survey und hochauflösende Aufnahmen mit der Adaptiven Optik des Keck-Observatoriums. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die H0LiCOW Ergebnisse und andere neuere Messungen deuten auf eine schnellere Expansion im lokalen Universum hin, als aufgrund der Beobachtungen des ESA-Planck-Satelliten erwartet wurde, die unseren Kosmos vor mehr als 13 Milliarden Jahren zeigen. Die Kluft zwischen den beiden Werten hat wichtige Auswirkungen auf das Verständnis der  physikalischen Parameter, die unserem Universum zugrunde liegen. Neue physikalische Erkenntnisse sind möglicherweise erforderlich, um die Diskrepanz zu erklären.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wenn diese Ergebnisse nicht übereinstimmen, könnte das ein Hinweis darauf  sein, dass wir noch nicht vollständig verstehen, wie sich Materie und Energie im Laufe der Zeit entwickelt haben, besonders in frühen Zeiten&#8220;, sagt H0LiCOW-Teamleiterin Sherry Suyu vom Max-Planck-Institut für Astrophysik (MPA) in Deutschland, der Technischen Universität München und dem Academia Sinica Institute of Astronomy and Astrophysics in Taipeh, Taiwan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forscher errechneten einen Wert für die Hubble-Konstante von 73  Kilometern pro Sekunde pro Megaparsec (mit 2,4% Unsicherheit). Die  Messung des Teams liegt nahe an dem Wert von 74, den das SH0ES-Team  (Supernova H0 for the Equation of State) berechnet hat. Das SH0ES-Ergebnis basiert auf der Messung der Entfernungen zu erdnahen und  erdfernen Galaxien, wobei zuerst variable Sterne, die Cepheiden, und bei größeren Distanzen Supernovae als Messlatten zu den Galaxien verwendet werden. Die neue H0LiCOW-Studie kommt nun unabhängig von dieser traditionellen &#8222;Kosmischen Entfernungsleiter&#8220;-Technik zum nahezu gleichen Ergebnis. Die SH0ES- und H0LiCOW-Werte unterscheiden sich beide deutlich vom Ergebnis des Planck-Teams von 67, was die Spannung zwischen den Messungen der Hubble-Konstanten im heutigen Universum und dem auf Beobachtungen des frühen Universums basierenden Vorhersagewert verstärkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Während unsere ersten Ergebnisse bereits auf solch einen hohen Wert der Hubble-Konstante hindeuteten, können wir nun sicher sein, dass es  tatsächlich einen systematischen Unterschied zwischen den Werten in der Früh- und Spätphase des Universums gibt&#8220;, erklärt Suyu. Stefan Taubenberger, ein Mitglied des H0LiCOW-Teams am MPA ergänzt: &#8222;Unser  H0LiCOW-Wert ist signifikant höher als der Planck-Wert (wissenschaftlich  gesprochen: mit einer Signifikanz von mehr als 3 Sigma) und in Kombination mit der SH0ES-Messung wird die Signifikanz noch größer&#8220;. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit  2012 sammelt das H0LiCOW-Team Daten und verfügt inzwischen über Hubble-Aufnahmen und Zeitverzögerungsmessungen für 10 Quasare, deren  Licht durch vorgelagerte Linsengalaxien gebrochen und mehrfach abgebildet wird. Das Team wird in Zusammenarbeit mit weiteren Forschern auch in Zukunft nach neuen Gravitationslinsen-Quasaren suchen und diese  systematisch beobachten. Das Ziel des Teams ist es, 30 weitere Linsensysteme zu beobachten, um die Unsicherheit in der Messung der Hubble-Konstante auf 1% zu reduzieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Originalveröffentlichung:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">K. C. Wong, S. H. Suyu, G. C.-F. Chen, et al.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://arxiv.org/abs/1907.04869" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">H0LiCOW XIII. A 2.4% measurement of H<sub>0</sub> from lensed quasars: 5.3σ tension between early and late-Universe probes</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">accepted for publication by MNRAS</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=449.msg468682#msg468682" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Expansion des Universums</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hoher Wert für die Hubble-Konstante</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/hoher-wert-fuer-die-hubble-konstante/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Sep 2019 07:50:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Gravitationslinse]]></category>
		<category><![CDATA[Hubble-Konstante]]></category>
		<category><![CDATA[MPA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein internationales Team unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Astrophysik (MPA) hat zwei Gravitationslinsen als neue Werkzeuge eingesetzt, um die Abstände zu Hunderten von beobachteten Supernovae zu kalibrieren, und damit einen relativ hohen Wert für die Hubble-Konstante gemessen. Während die Unsicherheit noch relativ groß ist, ist dieser Wert höher als der auf Basis des kosmischen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Ein internationales Team unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für  Astrophysik (MPA) hat zwei Gravitationslinsen als neue Werkzeuge eingesetzt, um die Abstände zu Hunderten von beobachteten Supernovae zu kalibrieren, und damit einen relativ hohen Wert für die Hubble-Konstante gemessen. Während die Unsicherheit noch relativ groß ist, ist dieser  Wert höher als der auf Basis des kosmischen Mikrowellenhintergrundes. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Astrophysik. </h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph"> Quelle: Max-Planck-Institut für Astrophysik.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/B1608p656undRXJ1131mpa1000.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/B1608p656undRXJ1131mpa260x200.jpg" alt="Bilder der beiden in dieser Studie verwendeten Systeme B1608+656 und RXJ1131. Die Buchstaben A bis D bezeichnen die verschiedenen Bilder des Hintergrundquasars, G1 und G2 sind links die Linsengalaxien, G ist rechts die Linsengalaxie mit einer Satellitengalaxie S.
(Bild: MPA)" width="260" height="200"/></a><figcaption>Bilder der beiden in dieser Studie verwendeten Systeme B1608+656 und RXJ1131. Die Buchstaben A bis D bezeichnen die verschiedenen Bilder des Hintergrundquasars, G1 und G2 sind links die Linsengalaxien, G ist rechts die Linsengalaxie mit einer Satellitengalaxie S.<br> (Bild: MPA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die heutige Expansionsrate des Universums wird durch die sogenannte Hubble-Konstante beschrieben; allerdings liefern verschiedene Techniken inkonsistente Ergebnisse, wie schnell sich unser Universum tatsächlich ausdehnt. Gravitationslinsen beschreiben die Tatsache, dass Licht von großen Massen im Universum abgelenkt wird, so wie eine Glaslinse auf der Erde Lichtstrahlen biegt. In den letzten Jahren haben Kosmologen diesen Effekt zunehmend genutzt, um Entfernungen zu messen. Sie nutzten dabei die Tatsache aus, dass ein Beobachter bei einem Mehrfachbildsystem die Photonen der verschiedenen Bilder aus verschiedenen Richtungen aufgrund der unterschiedlichen optischen Weglängen zu unterschiedlichen Zeiten sieht. Diese Messung ergibt eine physikalische Größe der Linse, und der Vergleich mit der beobachteten Größe am Himmel ergibt eine geometrische Entfernungsschätzung, die als &#8222;Winkelabstandsmessung&#8220; bezeichnet wird. Solche Entfernungsmessungen in der Astronomie sind die Grundlage für die Messung der Hubble-Konstante, benannt nach dem Astronomen Edwin Hubble, der eine lineare Beziehung zwischen den Rotverschiebungen (und damit der Expansionsgeschwindigkeit des Universums) und den Entfernungen von Galaxien fand (ein Zusammenhang, der auch von Georges Lemaître  unabhängig entdeckt wurde). </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es gibt mehrere Möglichkeiten, Entfernungen im Universum zu messen, basierend auf  unserem Wissen über das Objekt, dessen Entfernung gemessen wird“, erklärt Sherry Suyu (MPA/TUM), eine Expertin für die Nutzung von  Gravitationslinsen zur Bestimmung der Hubble-Konstante. „Eine bekannte Technik ist die Bestimmung der Entfernung aufgrund der Leuchtkraft von Supernova-Explosionen, allerdings brauchen diese eine externe Kalibrierung der absoluten Entfernungsskala. Mit unserer Analyse von Gravitationslinsensystemen können wir einen völlig neuen, unabhängigen Anker für diese Methode liefern.“ </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/AbgelHubbleDiagmpa800.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/AbgelHubbleDiagmpa260.jpg" alt="Abgeleitetes Hubble-Diagramm, unter Verwendung der beiden Linsensysteme (rote und gelbe Punkte) als Anker für die 740 Supernovae im JLA-Datensatz.
(Bild: MPA)" width="260" height="114"/></a><figcaption>Abgeleitetes Hubble-Diagramm, unter Verwendung der beiden Linsensysteme (rote und gelbe Punkte) als Anker für die 740 Supernovae im JLA-Datensatz.<br> (Bild: MPA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das Team verwendete zwei starke Gravitationslinsensysteme B1608+656 und  RXJ1131 (siehe Abbildung ganz oben). In jedem dieser Systeme gibt es  vier Bilder einer Hintergrundgalaxie, wobei eine oder zwei Vordergrundgalaxien als Linsen dienen. Diese relativ einfache Konfiguration ermöglichte es den Wissenschaftlern, ein genaues Linsenmodell zu erstellen und so die Winkelabstände mit einer Genauigkeit von 12 bis 20% pro System zu messen. Diese Abstände wurden dann als Anker für 740 Supernovae in einem öffentlichen Katalog (der Datensatz der Joint Light-curve Analysis) verwendet.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Aufgrund ihres Aufbaus ist unsere Methode unempfindlich gegenüber den  Details des angenommenen kosmologischen Modells“, sagt Inh Jee (MPA), die die statistische Analyse durchgeführt und die Supernova-Daten mit den Linsenabständen kombiniert hat. „Wir erhalten ein ziemlich hohes Ergebnis für die Hubble-Konstante, aber auch wenn unsere Messung noch eine größere Unsicherheit hat als andere direkte Methoden, wird dies von der statistischen Unsicherheit dominiert, da wir nur zwei Linsensysteme verwenden.“ </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Wert für die Hubble-Konstante basierend auf dieser neuen Analyse liegt bei 82 +/- 8 km/s/Mpc (Kilometer pro Sekunde und Megaparsec). Dies steht im Einklang mit Werten, die mit der Entfernungs-Leiter-Methode und Supernova-Daten bestimmt wurden, sowie mit Werten auf Basis anderer  Gravitationslinsen-Systeme, welche direkt aus der sogenannten Zeitverzögerungsentfernung weiterer Gravitationslinsen-Systeme bestimmt  wurden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Diese neue Messung bestätigt, dass es einen systematischen Unterschied zwischen den direkt aus dem Abstand zu lokalen oder mittelweiten Quellen gewonnenen und den indirekt aus der kosmischen Mikrowellenhintergrundstrahlung abgeleiteten Werten für die Hubble-Konstante zu geben scheint“, erklärt Eiichiro Komatsu, Direktor am MPA, der dieses Projekt leitete. „Wenn weitere Messungen dies bestätigen, würde diese Diskrepanz eine Revision des Standardmodells der Kosmologie erfordern.“ </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Animation (Suyu, Fassnacht, NRAO/AUI/NSF):</strong><br><a href="https://images.raumfahrer.net/videos/B1608RadioVar.mp4" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Variability in B1608+656</a><br>Variabilität beobachtet im Linsensystem B1608+656, die Bezeichnungen sind die selben wie in Abbildung 1. Die Pfeile kennzeichnen ein Aufflackern, das zu verschiedenen Zeiten in den vier Bildern zu sehen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=949.msg460884#msg460884" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Kosmologie</a>   </li></ul>
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		<title>Hubble-Konstante genauer bestimmt</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/hubble-konstante-genauer-bestimmt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 May 2009 07:09:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmologie]]></category>
		<category><![CDATA[Cepheiden]]></category>
		<category><![CDATA[Hubble]]></category>
		<category><![CDATA[Hubble-Konstante]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumteleskop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wissenschaftler um Adam Riess von der Johns Hopkins University und dem Space Telescope Science Institute haben durch vergleichende Messungen einen genaueren Wert für die Ausdehnungsrate unseres Universums ermittelt. Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: STScI/Johns Hopkins University, DiscoverMagazine, Wikipedia. Dieser beläuft sich nun auf 74,2 km/s/Mpc (Kilometer pro Sekunde und Megaparsec). Gegenüber den bisher angenommenen [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Wissenschaftler um Adam Riess von der Johns Hopkins University und dem Space Telescope Science Institute haben durch vergleichende Messungen einen genaueren Wert für die Ausdehnungsrate unseres Universums ermittelt. </h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: STScI/Johns Hopkins University, DiscoverMagazine, Wikipedia.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/nasa-esa-stsci-jhu-ncc3021.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/nasa-esa-stsci-jhu-ncc3021-260.jpg" alt="Die Galaxis NGC 3021 mit der Supernova SN1995al und 17 Cepheiden (grün markiert)
(Bild: NASA/ESA/A. Riess (STScI/JHU))"/></a><figcaption>Die Galaxis NGC 3021 mit der Supernova SN1995al und 17 Cepheiden (grün markiert)<br> (Bild: NASA/ESA/A. Riess (STScI/JHU))</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser beläuft sich nun auf 74,2 km/s/Mpc (Kilometer pro Sekunde und  Megaparsec). Gegenüber den bisher angenommenen Werten von 72 oder 73  km/s/Mpc hat sich zwar nicht viel geändert, der maximale Fehler konnte aber von 8 km/s/Mpc auf nur 3,6 km/s/Mpc mehr als halbiert werden und liegt jetzt unter 5 Prozent. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Angabe 74,2 km/s/Mpc bedeutet, dass die Expansion des Universums in einem Megaparsec Entfernung mit einer Geschwindigkeit von 74,2 km/s abläuft. In doppelter Entfernung ist sie doppelt so groß, in fünffacher Entfernung fünfmal so groß. Ein Parsec ist eine in der Astronomie gebräuchliche Einheit  (Parallaxensekunde) und liegt bei 3,26 Lichtjahren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Messung der Entfernung bei sehr weit entfernten Objekten ist allerdings nicht einfach. Dazu verwendet man bestimmte, auffällige Sterne mit gut bekannten Eigenschaften. Eine solche Sternenart sind sogenannte Cepheiden. Bei diesen Sternen ändert sich die Helligkeit periodisch. Je länger eine solche Periode dauert, umso größer ist die maximale absolute Helligkeit dieses Sterns, die sich mit diesem Wissen recht gut berechnen lässt. Vergleicht man diese absolute Helligkeit mit der mittels Teleskop gemessenen, scheinbaren Helligkeit, kann man wiederum berechnen, wie weit der Stern von uns entfernt ist. Für Abstände im Bereich einiger Millionen Lichtjahre ist das Verfahren recht gut, für größere Entfernungen wird es dagegen schwierig, weil die Helligkeit der Cepheiden dann nicht mehr genau genug gemessen werden kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dafür haben die Wissenschaftler nun erstmals zusätzlich Supernovae des Typs Ia herangezogen. Auch bei diesen Sternen kennt man einen Zusammenhang, aus dem man deren absolute Helligkeit berechnen kann. Supernovae, also Sterne, die zum Ende ihrer &#8222;normalen&#8220; Existenz große Mengen leuchtender Materie ins All abstoßen und damit quasi explodieren, sind aber viel heller als Cepheiden. Man kann sie  also bei sehr weit entfernten Galaxien noch feststellen und den Verlauf  der Explosion aufzeichnen. Dies geschah in diesem Falle mittels des Hubble Space Telescopes. Damit wurde die Supernova 1995al beobachtet, die in der Spiralgalaxie NGC 3021 beheimatet ist. Hier wurden in den letzten Jahren auch 17 Cepheiden untersucht, so dass man erstmals vergleichbare Ergebnisse beider Methoden hatte und dadurch verschiedene Fehlerquellen eliminieren konnte. Jetzt hat man einen größeren Maßstab. Damit kann man wie mit einem langen Maßband genauer messen im Vergleich zur Messung mit einem Zollstock, den man immer wieder ansetzen muss. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ähnliche Messungen wurden in 6 weiteren Galaxien in unterschiedlichen  Entfernungen vorgenommen. So auch in NGC 4258, von der man die Entfernung (24 Millionen Lichtjahre) auch von radioastonomischen Messungen her sehr genau kennt. Durch Messungen im nahen Infrarotbereich mittels des Near Infrared Camera and Multi-Object Spectrometer (NICMOS) und der Advanced Camera for Surveys (ACS) wurden insgesamt 240 Cepheiden unter die Lupe genommen und die Genauigkeit weiter verbessert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch den Einbau neuer, verbesserter Instrumente im Hubble Space Telescope, der gegenwärtig während der Shuttle-Mission STS 125 vorgenommen wird, könnte die Genauigkeit der Messungen in den nächsten Jahren weiter gesteigert werden. Daraus sollen sich auch genauere Aussagen über die Existenz und Natur der Dunklen Energie ableiten lassen, die für die stärker werdende Expansion des  Universums verantwortlich gemacht wird. </p>
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