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	<title>LLR &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>LLR &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Trotz quantenphysikalischer Zweifel: Einsteins Relativitätstheorie erneut bestätigt</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/trotz-quantenphysikalischer-zweifel-einsteins-relativitaetstheorie-erneut-bestaetigt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Jul 2023 16:07:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Team des Zentrums für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen gelingt zusammen mit dem Institut für Erdmessung (IfE) der Leibniz Universität Hannover Nachweis, dass schwere und anziehende Masse immer gleich sind. Gemeinsame Pressemitteilung des ZARM und der Leibniz Universität Hannover. Quelle: Leibniz Universität Hannover und ZARM 13. Juli 2023. 13. Juli 2023 &#8211; [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Team des Zentrums für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen gelingt zusammen mit dem Institut für Erdmessung (IfE) der Leibniz Universität Hannover Nachweis, dass schwere und anziehende Masse immer gleich sind. Gemeinsame Pressemitteilung des ZARM und der Leibniz Universität Hannover.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Leibniz Universität Hannover und ZARM 13. Juli 2023.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/BinarySystemEarthMoonAEOSMedialabESA20022k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Binärsystem Erde-Mond. (Bild: AEOS Medialab, ESA 2002)" data-rl_caption="" title="Binärsystem Erde-Mond. (Bild: AEOS Medialab, ESA 2002)" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/BinarySystemEarthMoonAEOSMedialabESA200226.jpg" alt="Binärsystem Erde-Mond. (Bild: AEOS Medialab, ESA 2002)" class="wp-image-128781"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Binärsystem Erde-Mond. (Bild: AEOS Medialab, ESA 2002)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">13. Juli 2023 &#8211; Eine der grundlegendsten Annahmen in der fundamentalen Physik besagt, dass die verschiedenen Eigenschaften von Masse – Schwere, Trägheit und Anziehungskraft – im Verhältnis zueinander immer gleich bleiben. Wäre diese Äquivalenz nicht gegeben, würde das der Einsteinschen Relativitätstheorie widersprechen und unsere aktuellen Physikbücher müssten umgeschrieben werden. Obwohl alle bisherigen Messungen das Äquivalenzprinzip bestätigen, müsste es aus quantentheoretischer Sicht eigentlich eine Verletzung geben. Diese Unvereinbarkeit zwischen der Einsteinschen Gravitationsphysik und der modernen Quantentheorie ist der Grund, warum immer genauere Tests des Äquivalenzprinzips einen so hohen Stellenwert haben. Einem Team des Zentrums für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen ist es nun zusammen mit dem Institut für Erdmessung (IfE) der Leibniz Universität Hannover gelungen, mit 100-facher verbesserter Genauigkeit nachzuweisen, dass schwere und anziehende Masse immer gleich – also äquivalent – sind, unabhängig von der speziellen Zusammensetzung der jeweiligen Massen. Diese Forschungsergebnisse entstanden im Rahmen des Exzellenzclusters „QuantumFrontiers&#8220; und wurden heute in der Fachzeitschrift „Physical Review Letters&#8220; als Highlight-Artikel veröffentlicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Physikalischer Hintergrund</strong><br>Die träge Masse widersetzt sich der Beschleunigung und sorgt z. B. dafür, dass man beim Anfahren eines Autos nach hinten in den Sitz gedrückt wird. Die schwere Masse reagiert auf die Gravitation und sorgt auf der Erde für unser Gewicht. Die anziehende Masse bezieht sich auf die Anziehungskraft, die ein Körper ausübt, genauer gesagt die Größe seines Gravitationsfeldes. Für die Allgemeine Relativitätstheorie ist die Äquivalenz dieser Eigenschaften von grundlegender Bedeutung. Daher wird sowohl die Gleichheit von träger und schwerer Masse als auch die Gleichheit von schwerer und anziehender Masse mit immer höherer Genauigkeit getestet.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SinghVV.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Erstautor der Veröffentlichung, Vishwa Vijay Singh. (Bild: Singh)" data-rl_caption="" title="Erstautor der Veröffentlichung, Vishwa Vijay Singh. (Bild: Singh)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SinghVV26.jpg" alt="Erstautor der Veröffentlichung, Vishwa Vijay Singh. (Bild: Singh)" class="wp-image-128783" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SinghVV26.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SinghVV26-150x150.jpg 150w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SinghVV26-100x100.jpg 100w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SinghVV26-120x120.jpg 120w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Erstautor der Veröffentlichung, Vishwa Vijay Singh. (Bild: Singh) 
</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was wurde untersucht?</strong><br>Würde man hypothetisch davon ausgehen, dass schwere und anziehende Masse nicht gleich wären – ihr Verhältnis also vom Material abhängt – würden sich Objekte, die aus verschiedenen Materialien mit unterschiedlichen Massenmittelpunkten bestehen, selbst beschleunigen. Da der Mond aus einer Aluminiumhülle und einem Eisenkern besteht, deren Massenmittelpunkte gegeneinander versetzt sind, müsste sich dann eine Beschleunigung des Mondes ergeben. Diese hypothetische Geschwindigkeitsänderung könnte man dank des „Lunar Laser Ranging&#8220; mit hoher Genauigkeit ausmessen. Dabei werden Laser von der Erde auf die Spiegel ausgerichtet, die von den Apollo-Missionen und dem sowjetischen Luna-Programm auf dem Mond platziert wurden. Seitdem werden die Laufzeiten der Laserstrahlen aufgezeichnet. Das Forschungsteam konnte nun die Daten des „Lunar Laser Ranging&#8220; von über 50 Jahren, d. h. von 1970 bis 2022, analysieren und auf solche „Massenungleichheits&#8220;-Effekte untersuchen. Da kein Effekt zu finden war, bedeutet dies, dass die schwere und anziehende Masse bis auf ca. 14 Nachkommastellen gleich ist. Das ist eine um zwei Größenordnungen bessere Abschätzung gegenüber der bisher besten Untersuchung von 1986.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weltweit führend</strong><br>Über diese neuesten Forschungsergebnisse zur Gleichheit der schweren und anziehenden Masse hinaus war das ZARM auch wesentlich an verbesserten Resultaten zu Gleichheit der trägen und schweren Masse beteiligt. Damit hat das Forschungsinstitut an der Universität Bremen bei allen Experimenten zum Äquivalenzprinzip maßgeblich dazu beigetragen, die Präzision der Ergebnisse erheblich zu verbessern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Publikation:</strong><br>DOI: 10.1103/PhysRevLett.131.021401.<br><a href="https://journals.aps.org/prl/abstract/10.1103/PhysRevLett.131.021401" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://journals.aps.org/prl/abstract/10.1103/PhysRevLett.131.021401</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=19358.msg551449#msg551449" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">physikalische Grundlagenforschung</a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>AstroGeo Podcast: Die verlorenen Mondspiegel</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/astrogeo-podcast-die-verlorenen-mondspiegel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Karl Urban]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Jul 2022 06:05:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Astronauten der Mondlandungen haben etwas wirklich Nützliches auf dem Mond zurückgelassen: Spiegel. Mit der Technik des „Lunar Laser Ranging“ können Forschende auch Jahrzehnte später längst nicht nur den Abstand zu unserem Mond hochgenau vermessen. Bei den Mondlandungen in den 1960er- und 1970er-Jahren ging es um Vieles – die Wissenschaft war da, ehrlich gesagt, eher [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Die Astronauten der Mondlandungen haben etwas wirklich Nützliches auf dem Mond zurückgelassen: Spiegel. Mit der Technik des „Lunar Laser Ranging“ können Forschende auch Jahrzehnte später längst nicht nur den Abstand zu unserem Mond hochgenau vermessen.</h4>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2022/07/lunar-laser-ranging-teleskop-laser-mond.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2022/07/lunar-laser-ranging-teleskop-laser-mond-1024x628.jpg" alt="" class="wp-image-113284" width="400" height="245" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2022/07/lunar-laser-ranging-teleskop-laser-mond-1024x628.jpg 1024w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2022/07/lunar-laser-ranging-teleskop-laser-mond-300x184.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2022/07/lunar-laser-ranging-teleskop-laser-mond-768x471.jpg 768w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2022/07/lunar-laser-ranging-teleskop-laser-mond-1536x942.jpg 1536w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2022/07/lunar-laser-ranging-teleskop-laser-mond-600x368.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2022/07/lunar-laser-ranging-teleskop-laser-mond.jpg 1600w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption>Lunar Laser Ranging<br>Bild: NASA&#8217;s Goddard Space Flight Center/Bill Hrybyk</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den Mondlandungen in den 1960er- und 1970er-Jahren ging es um Vieles – die Wissenschaft war da, ehrlich gesagt, eher eine Randnotiz. Und die Apollo-Astronauten haben als Abschiedsgruß auch noch eine ganze Menge Müll zurückgelassen. Allerdings haben Sie auch etwas durch und durch Nützliches auf dem Mond abgestellt. Es war leicht zu tragen und unkompliziert in der Installation: Spiegel. Auch zwei sowjetische Mondfahrzeuge hatten Spiegel an Bord.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Franzi erzählt, warum die lunaren Retroreflektoren auch noch fünfzig Jahre nach dem Ansturm auf den Mond praktisch sind: Dieses „Lunar Laser Ranging“ ist längst nicht nur dafür gut, um den Abstand zu unserem Begleiter hochgenau zu vermessen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im AstroGeo Podcast erzählen sich die Wissenschaftsjournalisten Franziska Konitzer und Karl Urban alle zwei Wochen eine Geschichte, die ihnen entweder die Steine unseres kosmischen Vorgartens eingeflüstert – oder die sie in den Tiefen und Untiefen des Universums aufgestöbert haben. Der Podcast ist auch auf <a href="https://podcasts.apple.com/us/podcast/astrogeo-geschichten-aus-astronomie-und-geologie/id525300156" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">iTunes</a> oder <a href="https://open.spotify.com/show/0a0X8ogJx046skJBbow9AC" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Spotify</a> zu finden.</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Frühere Ausgaben des AstroGeo Podcast <a href="https://astrogeo.de" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">gibt es auf astrogeo.de</a>. AstroGeo ist der Podcast von <a href="https://www.riffreporter.de/de/genossenschaft/recherche-kollektive/weltraum-reporter" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Die Weltraumreporter</a>, einem Magazin der Riffreporter eG. Er ist frei verfügbar und entsteht durch die finanzielle Unterstützung seiner Hörerinnen und Hörer. Das geht mit einem monatlichen Abonnement die Weltraumreporter für 3,49 Euro pro Monat oder einer Spende. Diese und <a href="https://astrogeo.de/unterstuetze-uns/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">jede andere Form der finanziellen Unterstützung</a> hilft dabei, dass der Podcast weiter werbefrei bleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=19493.msg535495#msg535495" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">AstroGeo Podcast</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=12187.msg276029#msg276029" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Lunochod – Technik/Vergleiche/Referenzierungen</a></li></ul>
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		<title>Einsteins glücklichster Gedanke&#8230;</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/einsteins-gluecklichster-gedanke/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jun 2020 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>…die bisher beste Bestätigung. Radioastronomen nützen die Umlaufbewegung dreier exotischer Sterne zur Überprüfung der Universalität des freien Falls. Eine Pressemeldung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie, Bonn. Quelle: Max-Planck-Institut für Radioastronomie. Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung von Astronomen vom Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie hat mit extrem hoher Präzision vermessen, dass sich Neutronensterne und Weiße Zwerge in einem [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">…die bisher beste Bestätigung. Radioastronomen nützen die Umlaufbewegung dreier exotischer Sterne zur Überprüfung der Universalität des freien Falls. Eine Pressemeldung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie, Bonn.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Planck-Institut für Radioastronomie.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/J03371715MKramerMPIfR.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="PSR J0337+1715" data-rl_caption="" title="PSR J0337+1715" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/J03371715MKramerMPIfR260.jpg" alt=""/></a><figcaption>PSR J0337+1715: Darstellung des Dreifachsternsystems, das sich aus einem Pulsar und zwei Weißen Zwergen zusammensetzt. Das grüne Netz verdeutlicht die durch die Massen verursachte Raumzeitkrümmung. Die Größen und Abstände sind nicht maßstäblich dargestellt.<br>(Bild: Michael Kramer/MPIfR)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung von Astronomen vom Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie hat mit extrem hoher Präzision vermessen, dass sich Neutronensterne und Weiße Zwerge in einem Schwerefeld mit gleicher Beschleunigung bewegen. Dies gelang ihnen, indem sie die Bewegung des Pulsars PSR J0337+1715, eines Neutronensterns in einem ungewöhnlichen Dreifachsternsystem mit zwei Weißen Zwergen als Begleiter äußerst präzise vermessen haben. Das Ergebnis, erhalten durch eine neue stringente Untersuchungsmethode und die Verknüpfung von neuen Radioteleskopbeobachtungen mit den neuesten Ergebnissen von Gravitationswellendetektoren, bedeutet die bisher beste Überprüfung einer der fundamentalsten Vorhersagen der allgemeinen Relativitätstheorie, dass nämlich die Schwerkraft alle Objekte mit der gleichen Beschleunigung anzieht, unabhängig von deren Zusammensetzung, Dichte oder Stärke des eigenen Gravitationsfeldes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Erkenntnis bezeichnete Einstein als seinen „glücklichsten Gedanken“, da sie ihn schlussendlich zur allgemeinen Relativitätstheorie führte. Dies gilt sogar im extremen Fall von Neutronensternen, bei denen die Raumzeit viele Billionen mal stärker gekrümmt wird als bei Planeten und selbst bei der Sonne. Vielleicht deutlicher als jeder vorhergehende Test zeigt dieses Ergebnis, dass die allgemeine Relativitätstheorie eine tiefere Wahrheit der Natur erfasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ergebnisse werden in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „<a href="https://www.aanda.org/component/article?access=doi&amp;doi=10.1051/0004-6361/202038104" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Astronomy &amp; Astrophysics</a>“ veröffentlicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein Test für die Universalität des freien Falls</strong><br>Der Pulsar PSR J0337+1715 in Richtung des Sternbilds Stier (Taurus) ist ein Neutronenstern von 1,44 Sonnenmassen, der sich 366mal pro Sekunde um die eigene Achse dreht und dabei einem Leuchtturm gleich regelmäßige Radiopulse in dieser Frequenz Richtung Erde sendet. Er bildet eine Komponente in einem außergewöhnlichen Dreifachsternsystem, in gegenseitiger Wechselwirkung mit zwei weiteren Sternen, beides Weiße Zwerge (vgl. Abb. 1). Ein Weißer Zwerg ist ein recht exotisches Objekt, nämlich ein Stern von ungefähr Erdgröße, aber mit einer Dichte von vielen Hundert Kilogramm pro Kubikzentimeter in seinem zentralen Bereich. Verglichen mit Weißen Zwergen sind Neutronensterne aber noch wesentlich extremer. Mit einer Masse größer als die unserer Sonne zusammengequetscht in einem Gebiet von nur etwas mehr als 20 km Durchmesser erreichen sie zentrale Dichten von mehr als einer Milliarde Tonnen im Volumen eines Zuckerwürfels.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Forscherteam unter der Leitung von Guillaume Voisin (Jodrell Bank Centre for Astrophysics/UK und Observatoire de Paris), unter Beteiligung von Paulo Freire, Norbert Wex und Michael Kramer vom Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR) sowie Wissenschaftlern aus mehreren Forschungsinstituten in Frankreich, hat mit dem Nançay-Radioteleskop in der Sologne-Region in Frankreich (Abb. 2) die Ankunftszeiten der Radiopulse von PSR J0337+1715 über einen Zeitraum von acht Jahren genau vermessen. Als Ergebnis können die Wissenschaftler nun zeigen, dass Neutronensterne und Weiße Zwerge sich mit einer Genauigkeit von zwei Teilen pro Million mit gleicher Beschleunigung in einem Schwerefeld bewegen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/NancayRadiotelJPLetourneurCRDPOrleans.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Nançay-Radioteleskop in Frankreich" data-rl_caption="" title="Nançay-Radioteleskop in Frankreich" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/NancayRadiotelJPLetourneurCRDPOrleans26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Das Nançay-Radioteleskop in Frankreich<br>(Bild: Jean-Philippe Letourneur, CRDP Orléans)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Diese fundamentale Eigenschaft, bekannt unter dem Stichwort “Universalität des freien Falls“, bildet die Grundlage der allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein. „Die Bestätigung mit dieser Genauigkeit stellt einen der bisher überzeugendsten Tests überhaupt für Einsteins Theorie dar – und die Theorie besteht den Test mit Bravour“, sagt Dr. Guillaume Voisin. „Das bedeutet, dass für alternative Theorien der Schwerkraft, die in Konkurrenz zur allgemeinen Relativitätstheorie zum Beispiel zur Erklärung der „Dunklen Energie“ vorgeschlagen werden, enge Grenzen gesetzt werden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was ist die Universalität des freien Falls?</strong><br>Die Universalität des freien Falls ist eine einzigartige Eigenschaft der Gravitation. Im Unterschied zu allen anderen Wechselwirkungen in der Natur zieht die Schwerkraft alle materiellen Objekte mit gleicher Beschleunigung an. Galileo Galilei hat angeblich eine Reihe unterschiedlich großer Gewichte vom Schiefen Turm von Pisa aus herunterfallen lassen, um dies zu überprüfen. Später hat Isaak Newton diesen Sachverhalt als fundamentale Eigenschaft der Gravitation bezeichnet, ohne es indes näher zu erklären. Die höchste Genauigkeit bei der Überprüfung der Universalität des freien Falls konnte bisher mit einem speziell dafür entwickelten Satelliten namens MICROSCOPE erreicht werden, der vom französischen „Centre Nationale d&#8217;Études Spatiales“ entwickelt wurde. Die kleinen Prüfmassen im Inneren des Satelliten zeigen eine identische Beschleunigung im Schwerefeld der Erde bis zu einer Genauigkeit von 1 zu 10<sup>14</sup> (oder 1 zu 100 Billionen).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Einsteins glücklichster Gedanke</strong><br>Nach der Veröffentlichung seiner speziellen Relativitätstheorie im Jahr 1905 begann Einstein darüber nachzudenken, wie er seine neue Theorie mit der Gravitation zusammenbringen könnte, da Newtons Gravitationsgesetz mit dem Relativitätsprinzip in der speziellen Relativitätstheorie unvereinbar ist. Im Herbst 1907 kam ihm ein entscheidender Gedanke, dass es einem Beobachter im freien Fall genauso erscheint, als ob die Gravitation ausgeschaltet worden wäre. Aufgrund der Universalität des freien Falls wird nämlich alles in seinem Umfeld auf die gleiche Weise beschleunigt. Diese einfache aber trotzdem tiefgreifende Erkenntnis brachte Einstein schließlich dazu, die Gravitation als ein Resultat der gekrümmten Raumzeit anzusehen, die in gleicher Art auf alle Massen einwirkt und ein Schlüsselkonzept der allgemeinen Relativitätstheorie darstellt. Er hat diese plötzliche Eingebung später als „den glücklichsten Gedanken meines Lebens“ bezeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da Experimente wie der MICROSCOPE-Satellit die Universalität des freien Falls mit derart hoher Genauigkeit bestätigen konnten, haben die meisten Gravitationstheorien inklusive der allgemeinen Relativitätstheorie selbst Einsteins Erkenntnis als Grundvoraussetzung integriert. Das heißt, dass alle diese Theorien die Gravitation als geometrisches Phänomen beschreiben, das aus der Krümmung der Raumzeit resultiert. Die anderen Theorien unterscheiden sich von der allgemeinen Relativitätstheorie nur dadurch, wie die Raumzeit durch die Massen großer Objekte verbogen wird, was sich durch radioastronomische Beobachtungen von Neutronensternen besonders gut testen lässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie unterscheidet sich die allgemeine Relativitätstheorie von anderen Theorien der Schwerkraft?</strong><br>Obwohl alle die genannten Theorien vorhersagen, dass kleine Objekte sich mit identischer Beschleunigung im gleichen Gravitationsfeld bewegen, ist der Sachverhalt nicht mehr so einfach, wenn es sich statt kleiner Körper um astronomische Objekte mit großer Masse handelt, die durch die Gravitation selbst zusammengehalten werden. In diesem Fall vermittelt die allgemeine Relativitätstheorie das einfachste Bild, dass nämlich die Universalität des freien Falls auch für solche „selbstgravitierenden“ Objekte gilt, während viele alternative Theorien zur Gravitation Abweichungen von einer universellen Beschleunigung vorhersagen. Diese Abweichungen vergrößern sich in der Regel in dem Maß, mit dem die Raumzeit durch die Masse des Objekts selbst verkrümmt wird. Für Objekte wie die Erde, die Sonne und selbst weiße Zwergsterne ist das Maß der Raumkrümmung ziemlich klein. Im Vergleich dazu ist die Raumkrümmung bei Neutronensternen Millionen bis Billionen mal stärker. In Gravitationstheorien, die eine Verletzung der Universalität des freien Falls in Bezug auf die Eigengravitation der Objekte vorhersagen, ist das Ausmaß dieser Verletzung im Fall von Neutronensternen generell wesentlich stärker als bei allen anderen Objekten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein Pulsar in einem Dreifach-Sternsystem</strong><br>Im Jahr 2014 entdeckten Radioastronomen, dass der Pulsar PSR J0337+1715 zusammen mit zwei Weißen Zwergen ein Dreifachsternsystem bildet. Dieses System stellt ein ideales Labor dar, um die Universalität des freien Falls für einen Neutronenstern zu überprüfen. Durch die systematische Erfassung der Bewegung des Pulsars aufgrund seiner Radiosignale konnte nun ein hochpräziser Test durchgeführt werden, der zeigt, ob der Pulsar sich mit der gleichen Beschleunigung im Gravitationsfeld des äußeren Weißen Zwergs bewegt wie der benachbarte „innere“ Weiße Zwerg. Der neue Test verbessert frühere Untersuchungen des gleichen Systems in zweifacher Hinsicht. Zum einen liefert er einen schärferen Grenzwert für einen Unterschied in der Schwerebeschleunigung zwischen Pulsar und innerem Weißen Zwerg, zum anderen verwendet er Ergebnisse zu den Eigenschaften von Neutronensternen, die sich aus der vernichtenden Kollision zweier Neutronensterne ergeben, die mit den LIGO/VIRGO-Gravitationswellenobservatorien beobachtet werden konnte. „Der zweite Aspekt ist besonders wichtig in Hinblick auf die Abgrenzung der allgemeinen Relativitätstheorie zu alternativen Gravitationstheorien“, erklärt Dr. Norbert Wex vom MPIfR, ein Ko-autor der Veröffentlichung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">PSR J0337+1715 zeigt uns also, dass Einsteins geniale Einsicht auch bei so extremen Objekten wie Neutronensternen zutrifft, die erst ein halbes Jahrhundert nach der Veröffentlichung der allgemeinen Relativitätstheorie entdeckt wurden. „Vielleicht mehr als in allen vorhergehenden Studien zeigt dieses Ergebnis, dass Einsteins glücklichster Gedanke tatsächlich eine fundamentale Aussage über die Gravitation und die innere Funktion der Natur darstellt“, schließt Dr. Paulo Freire, ein weiterer Ko-autor vom MPIfR.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hintergrundinformation</strong><br>Die Überprüfung der Universalität des freien Falls mit einem Pulsar in einem Dreifachsternsystem ist vergleichbar mit einem klassischen Test, der im Lauf der vergangenen 50 Jahre regelmäßig durchgeführt worden ist, dem sogenannten „Lunar Laser Ranging“ (LLR).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie bereits erwähnt, sagen eine Reihe von alternativen Theorien der Gravitation im Gegensatz zur allgemeinen Relativitätstheorie voraus, dass astronomische Objekte in einem Gravitationsfeld unterschiedlich beschleunigt werden, und zwar abhängig vom Ausmaß der von ihnen selbst erzeugten Krümmung der Raumzeit. Diesen Theorien zufolge sollten sich also die Erde und der Mond im Schwerefeld der Sonne mit geringfügig unterschiedlicher Beschleunigung bewegen, da nämlich die Erde im Vergleich zum Mond eine größere Krümmung der Raumzeit hervorruft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus diesem Grund hat Kenneth Nordtvedt bereits in den 1960er Jahren vorgeschlagen, die auf der Mondoberfläche von amerikanischen Astronauten und sowjetischen Rover-Missionen installierten Retroreflektoren zu verwenden, um zu überprüfen, ob sich Erde und Mond mit gleicher Beschleunigung im Schwerefeld der Sonne bewegen. Mit Hilfe von Laserstrahlen in Richtung Mond, die von den Retroreflektoren zurückreflektiert wurden, war es möglich, die Entfernung zwischen Sender und Reflektor mit einer Genauigkeit von wenigen Zentimetern zu vermessen. Die Ergebnisse stimmen mit den Vorhersagen der allgemeinen Relativitätstheorie überein und zeigen, dass Erde und Mond sich mit einer Genauigkeit von 1 zu 10<sup>13</sup> (1 zu 10 Billionen) mit identischer Beschleunigung im Gravitationsfeld der Sonne bewegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der hohen Genauigkeit hat dieser Test aber einen entscheidenden Nachteil. Er liegt in dem geringen Ausmaß der Krümmung der Raumzeit durch Erde oder Mond. Neutronensterne sind im Vergleich dazu viel extremere Objekte. In einem Durchmesser von nur wenig über 20 Kilometern konzentrieren sie eine Masse, die größer ist als die der Sonne, und einige Hunderttausend mal größer als die Masse der Erde. Ihre zentralen Dichten von rund einer Milliarde Tonnen pro Kubikzentimeter machen sie zur dichtgepacktesten Form von Materie im gegenwärtigen Universum. Als Ergebnis ist die von ihnen hervorgerufene Krümmung der Raumzeit 10<sup>14</sup> (oder 100 Billionen) mal stärker als die der Erde; Neutronensterne verursachen also ein extrem starkes Gravitationsfeld.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Experiment mit dem Pulsar im Dreifachsternsystem ist in einer Reihe von Aspekten vergleichbar mit dem „Lunar Laser Ranging“-Experiment. Der Pulsar ist in einem Orbit mit 1,6 Tagen Umlaufdauer mit dem inneren Weißen Zwerg (von 0,2 Sonnenmassen). Das lässt sich vergleichen mit dem Erde-Mond-System. Der äußere Weiße Zwerg von 0,4 Sonnenmassen wiederum ist in einem Orbit von 327 Tagen Umlaufdauer mit dem inneren Binärsystem und damit vergleichbar mit der Sonne, in deren Gravitationspotential sich das Erde-Mond-System bewegt. Statt des LLR dort erfolgt hier nun die präzise Analyse des Pulsar-Radiosignals. Das hat nicht annähernd die Genauigkeit der Lasermessung; statt einer Genauigkeit von wenigen Zentimetern wird im Fall des „Pulsar Timings“ eine Genauigkeit von einigen Hundert Metern erzielt. Das ist einer der Gründe, warum die Pulsarmessung der Universalität des freien Falls mit 2 zu 106 wesentlich weniger genau ist als das LLR mit 1 zu 10<sup>13</sup>. Aber wie bereits erwähnt, gibt es einen wichtigen Unterschied. Die Krümmung der Raumzeit durch den Pulsar ist um so vieles stärker, dass so manche alternative Theorie der Gravitation, die den hochpräzisen LLR-Test mit Bravour besteht, im starken Feld des Neutronensterns jedoch versagt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Forscherteam gehören Guillaume Voisin, Ismael Cognard, Paulo Freire, Norbert Wex, Lucas Guillemot, Gregory Desvignes, Michael Kramer, und Gilles Theureau. Drei der Autoren, Paulo Freire, Norbert Wex und Michael Kramer, sind Mitarbeiter des MPIfR.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=648.msg482163#msg482163" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Neutronensterne, Pulsare, Magnetare</a></li></ul>
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		<title>50 Jahre Mondlandung &#8211; 50 Jahre Lunar Laser Ranging</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/50-jahre-mondlandung-50-jahre-lunar-laser-ranging/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Jul 2019 08:50:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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		<category><![CDATA[Retroreflektor]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine 50 Jahre alte Hinterlassenschaft auf dem Mond ermöglicht demgeodätischen Observatorium des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie (BKG) sowie anderen Observatorien weltweit, genaue Entfernungsmessungen zum Mond durchzuführen. Eine Pressemitteilung des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie (BKG). Quelle: BKG. Als am 20. Juli 1969 Neil Armstrong als erster Mensch den Mond betrat, sah die ganze Welt [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Eine 50 Jahre alte Hinterlassenschaft auf dem Mond ermöglicht dem<br>geodätischen Observatorium des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie (BKG) sowie anderen Observatorien weltweit, genaue Entfernungsmessungen zum Mond durchzuführen. Eine Pressemitteilung des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie (BKG).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: BKG.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large advgb-dyn-dd1c5610"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/AldrinmitLaserReflektoRerNASA2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/AldrinmitLaserReflektoRerNASA26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Erste Mondlandung am 20. Juli 1969:<br> Buzz Aldrin mit Laser-Reflektor in der<br> rechten Hand. (Bild: NASA)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Als am 20. Juli 1969 Neil Armstrong als erster Mensch den Mond betrat, sah die ganze Welt zu. Auch die Jahre davor und danach waren geprägt von Begeisterung für die Raumfahrt zum Mond, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Wettlaufs zwischen den USA und der Sowjetunion. Nach den vorläufig letzten Mondmissionen in den Jahren 1972 (USA) bzw. 1976 (Sowjetunion) ging das Interesse an unserem Trabanten allmählich wieder zurück. Nicht so bei den Wissenschaftlern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Armstrongs Kollege Buzz Aldrin hatte auf dem Mond eine Apparatur hinterlassen, die es bis heute ermöglicht, Distanzen zum Mond zentimetergenau zu messen: eine 46 x 46 Zentimeter große Tafel bestückt mit 100 Retroreflektoren, also Präzisionsprismen, die Laserlicht in die gleiche Richtung zurückstrahlen aus der es kommt. Bestrahlt wird das Reflektorarray von starken Pulslasern, die von der Erde aus durch Teleskope Lichtblitze auf die Reflektoren senden, die reflektiert und wieder im Teleskop erfasst werden. Aus der exakten Messung der Laufzeit von ca. 2,5 Sekunden lässt sich der Abstand zu den Reflektoren genau bestimmen.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large advgb-dyn-1f28d3c2"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/Apollo14LaserReflektorNASA.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/Apollo14LaserReflektorNASA26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Apollo 14 Laser-Reflektor. (Bild: NASA)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die erste Messung zum Mondreflektor erfolgte allerdings erst ein paar Tage später: In der Nacht des 1. August 1969 gelang einem jungen Team von Physikern und Technikern des Lick Observatory am Mt. Hamilton in Kalifornien die erste Laserentfernungsmessung zum Mond. Die ersten Versuche in der Mondlandungsnacht waren erfolglos, da die Mondlandefähre an einem anderen Ort landete als geplant. Kommandant Neil Armstrong hielt nach einem besser geeigneten Landeplatz auf der Mondoberfläche Ausschau und setzte buchstäblich in letzter Sekunde an einem Ort zur Landung an, dessen Koordinaten zunächst nicht bekannt waren. Auch durch den tief stehenden Mond gestalteten sich die Messungen zunehmend schwierig, so dass bis zum ersten Treffer zwölf Tage vergingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die anfängliche Messgenauigkeit von acht Metern konnte nach einiger Zeit auf wenige Meter gesteigert werden. Heute wird die Entfernung zum Mond bis auf wenige Zentimeter gemessen. Spitzenreiter ist die &#8222;Apache Point Observatory Lunar Laser Observation facility&#8220; (APOLLO). Mit einer Teleskopöffnung von 350 Zentimetern und einer Höhe von 2.880 Metern über dem Meer ist sie sowohl von der Menge als auch von der Genauigkeit der Messungen unübertroffen. Zu den weltweit fünf aktiven Observatorien, die Mondmessungen durchführen, gehört auch das BKG-eigene Observatorium Wettzell im Bayerischen Wald. Hier werden seit 1990 gelegentlich Mondmessungen durchgeführt. Die Hauptaufgabe ist jedoch die Entfernungsmessung zu Satelliten (Satellite Laser Ranging &#8211; SLR).</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large advgb-dyn-d5bac7f1"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/RangingInMondfinsternisNISTDLongAPO2k.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/RangingInMondfinsternisNISTDLongAPO26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Laser-Entfernungsmessung während einer<br> Mondfinsternis.<br> (Bild: NIST/Dan Long/Apache Point <br>Observatory)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Aus der genauen Ausmessung der Mondbahn resultiert nicht nur die Abstandsänderung des Mondes von 3,8 Zentimeter/Jahr als Folge der Gezeitenreibung. Es lassen sich daraus auch fundamentale Prinzipien der Physik testen wie z. B. die Konstanz der Gravitationskonstanten oder das Äquivalenzprinzip. Ferner lassen sich aus der Eigenrotation des Mondes und der Deformation infolge der Erdanziehung Rückschlüsse zum inneren Aufbau und der mechanischen Eigenschaften des Mondkörpers ziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So sind auch 50 Jahre nach den ersten Laserentfernungsmessungen zum Mond die gewonnenen Daten immer noch von großem Interesse. Im Rahmen zukünftiger Mondmissionen ist sogar die Installation neuer, noch präziserer Reflektoren auf dem Mond geplant. Der Mond ist längst nicht &#8222;out&#8220;.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large advgb-dyn-c98e318b"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/WLRSbeiNachtUHesselsBKG2k.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/WLRSbeiNachtUHesselsBKG26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Das Wettzell Laser Ranging System (WLRS) <br>bei Nacht. (Bild: Uwe Hessels, BKG)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hintergrundinformationen zum Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG):</strong><br>Als zentraler Dienstleister des Bundes und Kompetenzzentrum für Geoinformation und geodätische Referenzsysteme befasst sich das BKG mit der Beobachtung über die Datenhaltung bis hin zur Analyse, Kombination und Bereitstellung von Geodaten. Von der Arbeit des BKG, einer Behörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI), profitieren insbesondere Bundeseinrichtungen, die öffentliche Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft – und fast jeder Bürger in Deutschland. Experten aus den verschiedensten Bereichen wie Verkehr, Katastrophenvorsorge, Innere Sicherheit, Energie und Umwelt verwenden Geodaten, Landkarten, Referenzsysteme und Informationsdienste des BKG für ihre Pläne und Untersuchungen. Das BKG unterhält ein Dienstleistungszentrum in Leipzig (<a href="https://gdz.bkg.bund.de/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Geodatenzentrum</a>) sowie geodätische Observatorien im In- und Ausland. Weitere Informationen finden Sie unter <a href="https://bkg.bund.de/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">www.bkg.bund.de</a>.</p>
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