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	<title>Staubring &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Staubring &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>CAU: Von heißem Staub umgeben</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/cau-von-heissem-staub-umgeben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Oct 2020 22:00:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Internationales Forschungsteam unter CAU-Beteiligung beobachtet heiße Staubringe um Sterne in neuem Wellenlängenbereich. Eine Pressemeldung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Quelle: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Sie sind so nah an Sternen, dass sie bis zu 1.000 Grad Celsius heiß werden: Das Phänomen der heißen Staubringe – eine Ansammlung von submikrometergroßen Partikeln in unmittelbarer Nähe von Sternen [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Internationales Forschungsteam unter CAU-Beteiligung beobachtet heiße Staubringe um Sterne in neuem Wellenlängenbereich. Eine Pressemeldung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU).</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/cau05102020aGHuedepohlESO2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Paranal Observatory der ESO" data-rl_caption="" title="Paranal Observatory der ESO" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/cau05102020aGHuedepohlESO26.jpg" alt=""/></a><figcaption>2635 Meter über dem Meeresspiegel bietet das Paranal Observatory der ESO an der chilenischen Küste beste Bedingungen für astronomische Beobachtungen.<br>(Bild: G. Hüdepohl (atacamaphoto.com)/ESO)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Sie sind so nah an Sternen, dass sie bis zu 1.000 Grad Celsius heiß werden: Das Phänomen der heißen Staubringe – eine Ansammlung von submikrometergroßen Partikeln in unmittelbarer Nähe von Sternen – wurde 2006 das erste Mal außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt. Doch aufgrund ihrer geringen Größe sind die Staubpartikel schwierig zu beobachten und ihr Ursprung bislang ungeklärt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum ersten Mal konnte dieses Phänomen jetzt mit der extrem hohen Auflösung des Beobachtungsinstruments MATISSE (Multi AperTure mid-Infrared Spectro Scopic Experiment) am Paranal Observatory der Europäischen Südsternwarte ESO in Chile in einem neuen Wellenlängenbereich beobachtet werden. Beteiligt war auch die Arbeitsgruppe Stern- und Planetenentstehung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Ihre Ergebnisse, die kürzlich im Fachmagazin Monthly Notices of the Royal Astronomical Society Letters erschienen sind, liefern zentrale Grundlagen für weitere Studien um das Phänomen dieser Staubringe zu erklären.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Einzigartige Beobachtungen in einem bisher nicht zugänglichen Wellenlängenbereich</strong><br>Staubringe, auch „Staubscheiben“ oder „Trümmergürtel“ genannt, bilden sich durch die Kollisionen von Geröll und Kleinkörpern, die nach der Entstehung von Planeten übrigbleiben – so viel ist seit einigen Jahrzehnten bekannt. In unserem Sonnensystem ist eine solche Ansammlung zum Beispiel zwischen der Mars- und Jupiterbahn zu finden, der sogenannte „Asteroidengürtel“. Rätsel geben jedoch die 2006 erstmals entdeckten heißen Staubringe auf. Wie konnten sie sich unter den hohen Temperaturen, denen sie so nah an den Sternen ausgesetzt sind, bilden und über Milliarden Jahre bestehen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genaue Informationen über ihre räumliche Struktur und stoffliche Zusammensetzung könnten helfen, das Phänomen der heißen Staubringe und ihrer Entstehung besser zu verstehen. Die jetzt veröffentlichten Beobachtungen mit MATISSE sind ein zentraler Schritt dahin, hoffen die Forschenden. “Wir konnten die heißen Staubringe nicht nur mit einer hohen Auflösung beobachten, sondern auch im Wellenlängenbereich um drei Mikrometer, in dem diese Ringe besonders hell strahlen“, sagt Sebastian Wolf, Professor für Astrophysik und Leiter der Arbeitsgruppe Stern- und Planetenentstehung an der CAU. „Dieser Bereich war mit bisherigen Beobachtungsinstrumenten nicht zugänglich und erlaubt uns jetzt einen einzigartigen Einblick in dieses Phänomen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erste publizierte Daten des Instruments nach zwölf Jahren Entwicklungszeit</strong><br>Wolfs Arbeitsgruppe war Teil des internationalen Konsortiums von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Österreich, die das Beobachtungsinstrument MATISSE zwölf Jahre lang entwickelt hatten. 2019 ging das weltweit leistungsfähigste interferometrische Instrument für den mittleren Infrarotbereich am VLTI (Very Large Telescope Interferometer) an der ESO in Chile in Betrieb. Bis zu vier Teleskope können genutzt werden, um die Infrarotstrahlung von Himmelsobjekten zu erfassen. Bezeichnet wird diese Messmethode als Interferometrie. Die Forschenden erhalten also keine unmittelbaren Aufnahmen der Objekte, sondern die technischen Messdaten lassen Rückschlüsse auf ihre Erscheinungsform und Eigenschaften zu. Durch die Kombination von vier Teleskopen erreicht MATISSE eine enorme Auflösung, die der eines 200 Meter langen Teleskopes entsprechen würde. Mit der bisher unerreichten Präzision von MATISSE sind Einblicke in die frühste Entwicklung von Planeten und letztendlich der Entstehung des Sonnensystems möglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf diese Weise beobachtete das Forschungsteam, an dem neben der CAU auch Forschende des University College London, des Large Binocular Telescope Observatory in Tucson (USA) sowie der Universitäten Arizona, Côte d’Azur und Jena beteiligt waren, den Stern „Kappa Tucanae“. Er befindet sich im Sternbild „Tukan“, das nur auf der Südhalbkugel zu sehen ist. Der Stern ist etwa zwei Milliarden Jahre alt – weniger als halb so alt wie unsere Sonne – und etwa 69 Lichtjahre von der Erde entfernt. Anhand der erhobenen Daten konnten die Forschenden die genaue Lage des Staubrings um „Kappa Tucanae“ sowie die Eigenschaften des Staubs ermitteln.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Grundlage für die weitere Suche nach dem Ursprung der Staubringe</strong><br>„Diese Informationen sind wichtige Voraussetzungen für die Suche nach dem Ursprung des Phänomens“, sagt Erstautor Dr. Florian Kirchschlager, ehemaliger Wissenschaftlicher Mitarbeiter in Wolfs Arbeitsgruppe und mittlerweile am University College London beschäftigt. „Dass es auch die ersten Daten des Instruments sind, die überhaupt publiziert wurden, freut uns natürlich besonders.“ Kirchschlager erstellte im Rahmen seiner Forschungen an der CAU die Machbarkeitsstudie zu den Beobachtungen an „Kappa Tucanae“. Denn Staubringe sind im astronomischen Sinne nicht nur winzig, sondern auch verhältnismäßig leuchtschwach. „Damit haben sie selbst MATISSE vor besondere Herausforderungen gestellt. Dass die Beobachtungen trotzdem geglückt sind, unterstreicht das einzigartige Potential des Instruments“, betont Mitautor Dr. Steve Ertel, der als Doktorand in Wolfs Arbeitsgruppe an Trümmerscheiben forschte und mittlerweile an der University of Arizona tätig ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die jetzt gesammelten und ausgewerteten Beobachtungsdaten bilden die Grundlage für unsere weitere Forschung an einem Erklärungsmodell für die heißen Staubringe“, sagt Wolf, Vizesprecher in der <a href="https://web.archive.org/web/20230329011315/https://www.astro.uni-jena.de/FOR2285/de/index.php" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Forschungsgruppe 2285 „Trümmerscheiben in Planetensystemen“</a>, die an der Friedrich-Schiller-Universität Jena angesiedelt ist unter dem Sprecher Professor Alexander Krivov.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/cau05102020bJColosimoESO2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Europäischen Südsternwarte ESO (European Southern Observatory)" data-rl_caption="" title="Europäischen Südsternwarte ESO (European Southern Observatory)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/cau05102020bJColosimoESO60.jpg" alt=""/></a><figcaption>Das Beobachtungsinstrument MATISSE der Europäischen Südsternwarte ESO (European Southern Observatory) kombiniert Daten von vier Infrarot-Teleskopen und erreicht so eine extrem hohe Auflösung. Kieler Forschende haben es mitentwickelt und jetzt zur Untersuchung von heißen Staubringen um Sterne genutzt.<br>(Bild: John Colosimo (colosimophotography.com)/ESO)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Originalpublikation:</strong><br>“First L band detection of hot exozodiacal dust with VLTI/MATISSE”,<br>F. Kirchschlager, S. Ertel, S. Wolf, A. Matter and A. V. Krivov, Monthly Notices of the Royal Astronomical Society Letters, MNRAS, 499, L47,<br>DOI: 10.1093/mnrasl/slaa156, <a href="https://ui.adsabs.harvard.edu/abs/2020MNRAS.499L..47K/abstract" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://ui.adsabs.harvard.edu/abs/2020MNRAS.499L..47K/abstract</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=1138.msg490613#msg490613" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Very Large Telescope (VLT) der ESO in Chile</a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Kollisionen und Planeten beim Stern Fomalhaut</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/kollisionen-und-planeten-beim-stern-fomalhaut/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Apr 2012 16:06:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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		<category><![CDATA[Sterne]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Neue astronomische Untersuchungen zeigen, dass die Umgebung des Sterns Fomalhaut ein chaotischer Ort im Universum ist. Permanent stattfindende Kometenkollisionen erzeugen einen gigantischen Staubring, welcher von mindestens zwei Exoplaneten begrenzt wird. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: ESO, ESA, JPL, Wikipedia. Bei dem in einer Entfernung von rund 25 Lichtjahren zu unserem Sonnensystem im Sternbild &#8222;Südlicher [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Neue astronomische Untersuchungen zeigen, dass die Umgebung des Sterns Fomalhaut ein chaotischer Ort im Universum ist. Permanent stattfindende Kometenkollisionen erzeugen einen gigantischen Staubring, welcher von mindestens zwei Exoplaneten begrenzt wird.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: ESO, ESA, JPL, Wikipedia.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14042012180624_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14042012180624_small_1.jpg" alt="ESO, IAU, Sky &amp; Telescope" width="260"/></a><figcaption>
Die Position des Sterns Fomalhaut im Sternbild Südlicher Fisch. 
<br>
(Bild: ESO, IAU, Sky &amp; Telescope)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bei dem in einer Entfernung von rund 25 Lichtjahren zu unserem Sonnensystem im Sternbild &#8222;Südlicher Fisch&#8220; befindlichen Stern <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fomalhaut" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Fomalhaut</a> handelt es sich um einen etwa 100 bis 300 Millionen Jahre alten Stern, welcher in etwa über die doppelte Masse unserer Sonne verfügt. Bereits in den 1980er Jahren entdeckten Astronomen mittels des Infrarot-Weltraumteleskops <i>IRAS</i>, dass Fomalhaut von einem rund 250 Astronomische Einheiten durchmessenden Staubring umgeben ist, welcher in der Folgezeit durch das <i>Hubble Space Telescope</i> auch im sichtbaren Licht abgebildet werden konnte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Astronomen schlussfolgerten aus der auf diesen Aufnahmen erkennbaren Streuung des Lichtes, dass sich der Staubring hauptsächlich aus relativ großen Staubpartikeln mit Durchmessern von etwa 50 Mikrometern zusammensetzt. Größere Staubpartikel streuen das von dem Stern ausgehende Licht in einem geringeren Ausmaß als kleinere Partikel &#8211; so die Erklärung hierfür &#8211; und im sichtbaren Licht erstrahlt der Staubring um Fomalhaut vergleichsweise schwach. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aktuelle Aufnahmen des Infrarot-Weltraumteleskops <i>Herschel</i> widersprechen jetzt allerdings dieser bisherigen Interpretation. Für die Untersuchung bildete <i>Herschel</i> den Fomalhaut umgebenden Staubring in fünf Spektralbereichen des fernen Infrarotlichtes bei Wellenlängen zwischen 70 und 500 Mikrometern ab. Anhand des sich so ergebenden Infrarotspektrums gelangten die an der Auswertung der Daten beteiligten Wissenschaftler um Bram Acke vom Astronomischen Institut der Universität Leuven/Belgien zu dem Ergebnis, dass die Staubkörner lediglich wenige Mikrometer groß sein können. Allerdings, so das sich daraus ergebende Problem, müsste der von Fomalhaut ausgehende <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Strahlungsdruck" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Strahlungsdruck</a> derart kleine und entsprechend massearme Staubpartikel relativ schnell aus der Umgebung des Sterns &#8222;wegwehen&#8220; und den Staubring so auflösen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wissenschaftler bieten in ihrer kürzlich in der Fachzeitschrift &#8222;Astronomy &amp; Astrophysics&#8220; publizierten Studie eine Erklärung für diesen scheinbaren Widerspruch an. Demzufolge sind poröse Staubpartikel, welche aus einer Vielzahl von jeweils nur wenigen Mikrometer großen Einzelkörnern zusammengeklumpt sind, für die beobachteten Messdaten verantwortlich. Das vom Weltraumteleskop <i>Herschel</i> beobachtete thermische Strahlungsverhalten des Staubringes wird von den kleinen Einzelkörnern erzeugt. Die durch das <i>Hubble</i>-Weltraumteleskop beobachtete Lichtstreuung wird dagegen durch die Gesamtgröße der porösen Staubklumpen bestimmt. Solche poröse Staubteilchen sind den Wissenschaftlern auch aus unserem Sonnensystem bekannt. Sie entstehen ausschließlich dann, wenn Kometen miteinander kollidieren. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14042012180624_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14042012180624_small_2.jpg" alt="ESA, Herschel, PACS, Bram Acke (KU Leuven/Belgien)" width="260"/></a><figcaption>
Diese Aufnahme des Staubringes um Fomalhaut fertigte das Herschel-Weltraumteleskop an. 
<br>
(Bild: ESA, Herschel, PACS, Bram Acke (KU Leuven/Belgien))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen ihrer Studie berechneten die Wissenschaftler auch die Staubmenge, welche in der Umgebung von Fomalhaut jeden Tag freigesetzt werden muss, um den durch den Strahlungsdruck hervorgerufenen Staubverlust auszugleichen. Demzufolge müssen pro Tag etwa 2.000 Kollisionen von jeweils einen Kilometer durchmessenden Kometenkernen erfolgen. Das noch relativ junge Sternsystem von Fomalhaut wäre demnach ein wahrlich chaotischer Ort im Universum, welcher zugleich ein gutes Studienobjekt für die frühe Entwicklungsphase unseres eigenen Sonnensystems darstellt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gesamtmasse des Staubes um Fomalhaut beträgt etwa 110 Erdmassen. Dieser Staubring ist dabei mit dem Kuipergürtel in unserem frühen Sonnensystem vergleichbar, aus welchem sich in der Folgezeit die Zwergplaneten und weitere <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Transneptunisches_Objekt" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Transneptunische Objekte</a> gebildet haben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Alternativ, so die Astronomen, könnte die Staubproduktion auch bei deutlich geringeren Kollisionsraten erfolgen, wobei die Kometenkerne dann allerdings über entsprechend größere Durchmesser verfügen müssten. Laut Carsten Dominik von der Universität Amsterdam, einem der Co-Autoren der Studie, würde auch eine Kollision von zwei jeweils 10 Kilometer durchmessenden Kometenkernen pro Tag die erforderliche Staubmenge erzeugen. Abhängig von den zugrunde gelegten Durchmessern der Kometen wird deren Gesamtzahl im Sternsystem von Fomalhaut auf eine Anzahl zwischen 100 Milliarden und 10 Billionen geschätzt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Erkenntnisse über den Aufbau des Sternsystems Fomalhaut stammen von dem &#8222;Atacama Large Millimeter/submillimeter Array&#8220; (kurz ALMA), einem noch im Bau befindlichen neuen Observatorium der Europäischen Südsternwarte (ESO). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die asymmetrische Form des Ringes und dessen anscheinend enge räumliche Begrenzung wurde von den Astronomen bereits früher auf einen Planeten zurückgeführt, welcher Fomalhaut umläuft. Und tatsächlich gelang es bereits im Jahr 2008, diesen Exoplaneten mit dem <i>Hubble</i>-Weltraumteleskop direkt abzubilden. Bei späteren Beobachtungen mit verschiedenen Infrarotteleskopen war es den Wissenschaftlern allerdings nicht gelungen, den Exoplaneten erneut nachzuweisen, was zu ernsthaften Zweifeln an der Existenz von <a class="a" href="https://exoplanet.eu/catalog/fomalhaut_b/" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external"> &#8222;Fomalhaut b&#8220;</a> &#8211; so seine offizielle Bezeichnung &#8211; führte. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14042012180624_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14042012180624_small_3.jpg" alt="NASA, ESA, A. Feild (STScI)" width="260"/></a><figcaption>
Ein darstellender Vergleich des Sternsystems Fomalhaut (oben) mit unserem heimischen Sonnensystem (mittleres und unteres Bild). 
<br>
(Bild: NASA, ESA, A. Feild (STScI))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zum <i>Hubble Space Telescope</i> ist ALMA allerdings in der Lage, die scharfen Ränder und die ringförmige Struktur der Staubscheibe deutlich sichtbar wiederzugeben. Die ALMA-Daten bestätigen, dass sowohl der innere als auch der äußere Rand der dünnen Staubscheibe scharf begrenzt ist. Aufgrund von Computersimulationen konnten die Astronomen darauf schließen, dass die Staubpartikel durch die Schwerkrafteinwirkung zweier Planeten in der Scheibe gehalten werden, wobei einer der Planeten den Stern Fomalhaut innerhalb des Staubringes und der andere außerhalb umläuft. Beide Planeten fungieren dabei als <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%A4fermond" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">&#8222;Schäferplaneten&#8220;</a>, welche den Staubring durch ihre Schwerkrafteinflüsse zusammenhalten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Planet, welcher Fomalhaut innerhalb des Ringes umläuft, ist in seiner Umlaufbewegung um den Zentralstern schneller als die Staubpartikel des Ringes. Dabei erfolgt eine Energieübertragung auf die Staubpartikel, so dass die innersten Teilchen nach außen gedrückt werden. Der Planet, welcher sich außerhalb der Scheibe bewegt, ist dagegen langsamer als die Staubteilchen. Seine Schwerkraft verringert die Energie der Teilchen und lässt sie nach Innen zurückfallen. Neben dem Saturnsystem, wo verschiedenen Monde als Schäfermonde innerhalb des dortigen Ringsystems fungieren, ist ein solcher Prozess in unserem Sonnensystem auch bei dem Planeten Uranus bekannt. Auch dort wird einer der 13 bisher bekannten Ringe durch die beiden Uranusmonde Cordelia und Ophelia zusammengehalten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Berechnungen der Wissenschaftler liefern außerdem Daten für die vermutliche Masse dieser Planeten. Sie müssen demnach größer als der Mars sein, können aber maximal einige Male so groß wie die Erde ausfallen. Damit sind die Planeten deutlich kleiner als bislang angenommen. Aufgrund der <i>Hubble</i>-Aufnahmen aus dem Jahr 2008 waren die Astronomen ursprünglich davon ausgegangen, dass der damals abgebildete Planet größer als der Saturn wäre, der zweitgrößte Planet innerhalb unseres Sonnensystems. 
<br>
&#8222;Wir können die Masse und die Umlaufbahn eines Planeten in der Nähe des Ringes sehr genau bestimmen, indem wir die Ergebnisse von Computersimulationen mit der Form der Scheibe vergleichen, welche sich aus unseren ALMA-Daten ergibt&#8220;, erläutert Aaron Boley von der University of Florida/ USA, der Leiter der ALMA-Studie, die Ergebnisse. &#8222;Es zeigte sich, dass die Planetenmassen sehr klein ausfallen müssen. Andernfalls würden die Planeten den Staubring zerstören.&#8220; Dies erklärt auch, warum die beiden Planeten in den früheren Infrarotbeobachtungen nicht nachgewiesen werden konnten. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14042012180624_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14042012180624_small_4.jpg" alt="ALMA (ESO, NAOJ, NRAO). Sichtbares Licht: Hubble Space Telescope (NASA, ESA)" width="260"/></a><figcaption>
Diese Darstellung zeigt den Staubring um den Stern Fomalhaut, wie er mit ALMA beobachtet wurde. In blau ist eine frühere Aufnahme des Hubble-Teleskops unterlegt. Die neuen ALMA-Daten haben den Astronomen einen wichtigen Durchbruch beim Verständnis dieses nahe gelegenen Planetensystems ermöglicht und enthalten zugleich wertvolle Hinweise darauf, wie solche Objekte entstehen und sich entwickeln. 
<br>
(Bild: ALMA (ESO, NAOJ, NRAO). Sichtbares Licht: Hubble Space Telescope (NASA, ESA))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der Staubring befindet sich in einer Entfernung zu Fomalhaut, welche in etwa dem 140-fachen Abstand der Erde von der Sonne entspricht. Laut den ALMA-Daten misst er vom seinem inneren bis zu seinem äußeren Rand rund das 16-fache des Abstandes der Erde zur Sonne. Seine Dicke beträgt dagegen lediglich etwa ein Siebtel dieser Ausdehnung. &#8222;Der Ring ist somit viel schmaler und dünner als bisher gedacht&#8220;, so Matthew Payne, ebenfalls von der University of Florida. Trotzdem verfügt der Ring über eine größere Ausdehnung als unser Sonnensystem. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die hier kurz vorgestellten Beobachtungen von Aaron Boley und seinem Team werden demnächst in der Fachzeitschrift &#8222;Astropysical Journal Letters&#8220; unter dem Titel &#8222;Constraining the Planetary System of Fomalhaut Using High-Resolution ALMA Observations&#8220; publiziert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Astronomen beobachteten das Sternsystem Fomalhaut im September und Oktober 2011 mit ALMA. Zu diesem Zeitpunkt waren weniger als ein Drittel der insgesamt 66 vorgesehenen Antennen des ALMA-Observatoriums verfügbar. Nach der Fertigstellung im Jahr 2013 wird die Anlage über eine dann noch einmal deutlich höhere Leistungsfähigkeit verfügen. Dennoch war ALMA bereits in dieser &#8222;Early-Science-Phase&#8220; Ende 2011 in der Lage, kosmische Strukturen sichtbar zu machen, welche allen früheren Beobachtern entgangen waren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Obwohl sich ALMA noch im Bau befindet, ist es bereits jetzt das leistungsfähigste Teleskop seiner Art. Dies ist erst der Beginn einer aufregenden neuen Ära in der Erforschung von protoplanetaren Scheiben und der Entstehung von Planeten um andere Sterne&#8220;, so der ESO-Astronom Bill Dent über die Bedeutung der Beobachtung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Atacama_Large_Millimeter_Array" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">&#8222;Atacama Large Millimeter/submillimeter Array&#8220;</a> ist eine internationale astronomische Forschungseinrichtung, welche von verschiedenen Instituten aus Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei der Entwicklung, dem Aufbau und dem Betrieb des Observatoriums ist die ESO zuständig für den europäischen Beitrag, das National Astronomical Observatory of Japan für den Beitrag Ostasiens und das National Radio Astronomy Observatory der USA für den nordamerikanischen Beitrag. Das Joint ALMA Observatory ist für die übergreifende Projektleitung &#8211; für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den regulären Beobachtungsbetrieb &#8211; von ALMA zuständig. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=483.750" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Aktuelle Diskussion zu Exoplaneten</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=645.75" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Direkt beobachtete Exoplaneten</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=1164.30" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">ESO-Projekt ALMA</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Astronomy &amp; Astrophysics:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.aanda.org/index.php?option=com_article&amp;access=doi&amp;doi=10.1051/0004-6361/201118581&amp;Itemid=129" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Abstract des Fachartikels</a> (engl.)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Astropysical Journal Letters:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.eso.org/public/archives/releases/sciencepapers/eso1216/eso1216.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Constraining the Planetary System of Fomalhaut Using High-Resolution ALMA Observations</a> (engl.)</li></ul>
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		<title>Ein nicht alltäglicher Mond</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/ein-nicht-alltaeglicher-mond/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Nov 2007 13:57:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Erde]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Entstehung]]></category>
		<category><![CDATA[Erdmond]]></category>
		<category><![CDATA[Kollision]]></category>
		<category><![CDATA[Staubring]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach der zur Zeit gängigsten Theorie entstand er durch eine Kollision eines marsgroßen Objektes mit der Proto-Erde vor etwa 4,5 Milliarden Jahren. Große Teile des Erdmantels und des Einschlagskörpers wurden herausgerissen, verdampften durch die Einschlagsenergie und sammelten sich als Wolke um die Erde. Bald danach verklumpte das Material zu unserem Mond, der uns zunächst in [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Nach der zur Zeit gängigsten Theorie entstand er durch eine Kollision eines marsgroßen Objektes mit der Proto-Erde vor etwa 4,5 Milliarden Jahren. Große Teile des Erdmantels und des Einschlagskörpers wurden herausgerissen, verdampften durch die Einschlagsenergie und sammelten sich als Wolke um die Erde. Bald danach verklumpte das Material zu unserem Mond, der uns zunächst in nur 20.000 Kilometern Entfernung umkreiste.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Eric Honstrass</a>. Quelle: NASA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim nächsten bewundernden oder auch romantisch verklärten Blick auf unseren Trabanten sollten Sie nicht vergessen, was für ein Glück wir doch haben. Denn neueste Beobachtungen mit Hilfe des NASA-Teleskops <i>Spitzer</i> legen nahe, dass ein Mond mit einer Entstehungsgeschichte wie bei unserem Begleiter etwas Ungewöhnliches im Universum ist und nur bei etwa fünf bis zehn Prozent der Planetensysteme existiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Entsteht ein Mond aus einer so gewaltigen Kollision, sollte der Staub überall hin verteilt werden“, erklärt Nadva Gorlova von der Universität Florida, führende Autorin einer neuen Studie, die am 20. November im Astrophysical Journal erschien. „Gäbe es dort viele Monde in ihrer Entstehung, hätten wir um die Sterne herum Staub sehen können – haben wir aber nicht.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sich die Erde ohne Mond vorzustellen, ist nicht einfach. Seit Langem schon ist die vertraute, weiße Kugel ein Objekt der Kunst, der Mythologie und auch der Poesie. Wölfe heulen ihn an und bislang zwölf Menschen hinterließen Fußspuren in seinem Boden. Dank seines gravitativen Einflusses auf die Gezeiten der Erde, hat sich möglicherweise das Leben aus den Ozeanen auf das Land weiterentwickelt.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26112007145757_small_1.jpg" alt="NASA/JPL/Caltech " width="260"/><figcaption>
Unser Heimatplanet mit seinem Begleiter &#8211; fotografiert im Jahre 1992 von der Raumsonde Galileo 
<br>
(Bild: NASA/JPL/Caltech )
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Wissenschaftler mutmaßen, dass der Mond etwa 30 bis 50 Millionen Jahre nach der Entstehung der Sonne geboren wurde. Diese Geburt war ausgesprochen spektakulär: Ein Körper mit der ungefähren Größe des Planeten Mars stieß wohl mit dem Vorläufer der Erde zusammen und riss große Teile des Erdmantels und des Einschlagskörpers heraus. Trümmer und verdampfte Teile der beiden Körper gelangten in den Erdorbit und formten sich zu unserem Trabanten. Die anderen Monde in unserem Sonnensystem bildeten sich entweder zeitgleich mit ihren Planeten oder aber wurden durch die Schwerkraft der Planeten eingefangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gorlova und ihre Kollegen suchten nach Anzeichen von Staub bei etwa 400 Sternen, die rund 30 Millionen Jahre alt sind. Grob betrachtet in genau dem Alter, in dem unser Mond entstand. Sie fanden heraus, dass nur ein einziger der 400 Sterne in eine derartige verräterische Staubscheibe eingebettet ist. Berücksichtigt man einerseits die Dauer, die eine solche Staubscheibe existiert und andererseits auch die Zeitspanne, innerhalb derer Kollisionen entstehen können, aus denen sich ein Mond formen kann, errechnet sich eine Wahrscheinlichkeit von fünf bis zehn Prozent für einen Mond wie den unsrigen in einem fremden Sternensystem.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26112007145757_small_2.jpg" alt="NASA/JPL/Caltech " width="260"/><figcaption> Die Kollision zweier Objekte im All. Der Einschlag des marsgroßen Körpers auf der Proto-Erde war jedoch erheblich gewaltiger.  <br> (Bild: NASA/JPL/Caltech ) </figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">„Ob sich aus der einen beobachteten Kollision wirklich ein Mond bilden wird, wissen wir nicht – daher können wirklich mondbildende Ereignisse noch seltener sein, als unsere Berechnungen zeigen“, erklärt George Rieke, einer der Co-Autoren der Studie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem zeigen die Beobachtungen, dass sich die Prozesse der Planetenentstehung 30 Millionen Jahre nach der Sterngeburt merklich beruhigen. Wie unser Mond bilden sich auch Gesteinsplaneten durch chaotische Kollisionen, die überall Staub verteilen. Gegenwärtig nimmt man an, dass dieser Prozess etwa vierzig Millionen Jahre währt und ungefähr zehn Millionen Jahre nach der Sternentstehung beginnt. Die Tatsache, dass Gorlova und ihr Team lediglich bei einem von vierhundert Sternen Anzeichen von Kollisionsstaub fanden, deutet darauf hin, dass die dreißig Millionen Jahre alten Sterne &#8211; zumindest größtenteils &#8211; ihre Planetenentstehung bereits abgeschlossen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Die Beobachtungen junger Sterne, um die Staub wirbelt, dauern nun schon über zwanzig Jahre an“, sagt Gorlova, “aber diese Sterne sind so jung, dass der Staub noch aus der Zeit der Planetenentstehung stammen könnte. Der von uns gefundene Stern ist älter, nämlich in dem Alter in dem unsere Sonne den Prozess der Planetenbildung bereits abgeschlossen hatte und das System Erde-Mond gerade aus einer Kollision heraus entstand.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch Mondliebhaber seien getröstet: Monde entstehen auf verschiedene Weisen. Selbst wenn die Mehrheit der Gesteinsplaneten keinen Mond wie die Erde hat, so vermuten Astronomen dennoch, dass es Milliarden von Gesteinsplaneten irgendwo dort draußen gibt. Und fünf bis zehn Prozent von Milliarden sind immer noch eine beachtliche Menge Monde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die künstlerischen Animationen zur Kollision zweier Objekte im All finden Sie      <span style="color:#0693e3" class="tadv-color">hier.</span>     [Edit 2021: leider nicht &#8230; caltech.edu hostet die Seite nicht mehr] </p>
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		<title>Galileo: Eine letzte Annäherung</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/galileo-eine-letzte-annaeherung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Nov 2002 13:46:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Atmosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[JPL]]></category>
		<category><![CDATA[Jupitermond]]></category>
		<category><![CDATA[Magnetfeld]]></category>
		<category><![CDATA[Orbit]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonde]]></category>
		<category><![CDATA[Staubring]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bevor die Jupitersonde Galileo ihren letzten Orbit um den Planeten beginnt, hat sie heute noch einmal einen nahen Vorbeiflug an einem Jupitermond absolviert. Ein Beitrag von Michael Stein. Quelle: NASA / JPL. Ein wichtiges Ziel war die Bestimmung der Masse von Amalthea, um Rückschlüsse auf die Zusammensetzung dieses Miniaturmondes ziehen zu können. Galileo wird außer [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Bevor die Jupitersonde <i>Galileo</i> ihren letzten Orbit um den Planeten beginnt, hat sie heute noch einmal einen nahen Vorbeiflug an einem Jupitermond absolviert.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Michael Stein. Quelle: NASA / JPL.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05112002144627_small_1.jpg" alt="" width="260"/><figcaption>
&#8222;Galileo&#8220; beim Vorbeiflug an dem Jupitermond Amalthea.
<br>
(Grafik: Michael Carroll / JPL)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ein wichtiges Ziel war die Bestimmung der Masse von Amalthea, um Rückschlüsse auf die Zusammensetzung dieses Miniaturmondes ziehen zu können. Galileo wird außer dem nur etwa 189 km durchmessenden Jupitermond Amalthea auch einen Staubring und die innere Region des hochenergetischen Magnetfeldes in der unmittelbaren Nähe des Planeten untersuchen. &#8222;Wir sind auf diese Annäherung gespannt, da <i>Galileo</i> dem Planeten dabei näher als je zuvor kommen wird&#8220;, sagt Dr. Eilene Theilig, <i>Galileo</i>-Projektmanagerin beim NASA-eigenen <a rel="noopener noreferrer follow" href="https://www.jpl.nasa.gov" target="_blank" data-wpel-link="external">Jet Propulsion Laboratory (JPL)</a> in Kalifornien. Diese riskante Passage bietet nicht nur den Wissenschaftlern neue Beobachtungsmöglichkeiten, sondern wird die Forschungssonde auch auf ihren letzten Orbit um den Planeten führen, bevor <a rel="noopener noreferrer follow" href="https://science.nasa.gov/mission/galileo/" target="_blank" data-wpel-link="external">Galileo</a> im nächsten Jahr in der Jupiteratmosphäre verglühen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Raumsonde passierte den kleinen Mond Amalthea &#8211; der zusammen mit drei weiteren natürlichen Kleinsatelliten innerhalb der Umlaufbahn von Io kreist, dem innersten der vier schon von Galilei Galileo entdeckten großen Jupitermonde &#8211; heute morgen um 07:19&nbsp;Uhr (MEZ) in einer Entfernung von nur etwa 160&nbsp;km. Durch Messung der Auswirkung auf die Flugbahn der Sonde durch den Vorbeiflug an Amalthea soll die Masse des Miniaturmondes bestimmt werden. Ist die Masse ermittelt, so kann aufgrund der bekannten Größe des Mondes auch die durchschnittliche Dichte bestimmt werden, was den Wissenschaftlern wichtige Hinweise auf die Zusammensetzung und damit auch auf die Entstehungsgeschichte von Amalthea liefert. Die Kamera der Raumsonde wird NASA-Angaben zufolge nicht in Betrieb sein, um die begrenzten Ressourcen von <i>Galileo</i> auf wichtigere wissenschaftliche Forschungsziele zu konzentrieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Nähe von Amalthea wird das Raumfahrzeug auch durch einen sehr dünnen Staubring fliegen, der Jupiter umgibt. Den Wissenschaftler eröffnet sich damit zum ersten Mal die Gelegenheit, die Größe und Bewegungsrichtung der Staubpartikel in einem planetaren Ring direkt mit Hilfe eines Staubdetektors zu ermitteln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres wichtiges Forschungsziel dieser Passage stellt der innere Bereich der Jupitermagnetosphäre dar, ein hochenergetischer Strahlungsgürtel aus geladenen Partikeln, der vom gigantischen Magnetfeld des Planeten bestimmt wird. &#8222;Jupiter ist ein gigantischer Planet, der es nicht ganz bis zur Größe eines Sternes geschafft hat. Es ist aufregend das wir in der Lage sein werden, Messungen in der inneren Region vorzunehmen. Unter Umständen erhalten wir Resultate, die unser Verständnis über das Verhalten von Sternen ein wenig erweitern&#8220;, hofft Dr.&nbsp;Claudia Alexander, Wissenschaftlerin beim <i>Galileo</i>-Projekt. Die Messwerte von der inneren Magnetosphäre könnten auch beim Design zukünftiger Raumsonden helfen, die später einmal die Jupiter-Monde Io und Europa erforschen sollen. Solche Raumfahrzeuge müssten ständig im für Mensch wie Technik extrem gefährlichen Strahlungsgürtel des Planeten operieren &#8211; je genauer man die dabei auftretenden Belastungen kennt, umso genauer kann man beim Entwurf einer Raumsonde vorgehen.
<br>
Die extremen Bedingungen in Jupiternähe haben bereits früher zu teilweisen Ausfällen von Instrumenten an Bord der Raumsonde geführt, und auch dieses Mal können die Wissenschaftler nicht sicher sein, alle wissenschaftlichen Ziele der Amalthea-Passage zu erreichen: bisher hat <i>Galileo</i> immerhin mehr als die vierfache Strahlungsdosis verkraftet, als beim Entwurf der Raumsonde vorgesehen war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach diesem letzten Kraftakt befindet sich <i>Galileo</i> auf einem Kollisionskurs mit Jupiter. Im September 2003 wird die 1989 von Bord der Raumfähre <i>Atlantis</i> aus gestartete Raumsonde nach 35 Umrundungen des Planeten in der Atmosphäre des Gasriesen verglühen. Dieser kontrollierte Absturz soll verhindern, dass das Raumfahrzeug in späteren Jahren auf den Jupitermond Europa stürzt, wenn eine Kontrolle der Flugbahn aufgrund technischer Defekte oder aufgebrauchter Treibstoffvorräte nicht mehr möglich ist: Eine der vielen Entdeckungen, die mit Hilfe von <i>Galileo</i> gemacht worden sind, ist die mögliche Existenz eines Ozeans unter der gefrorenen Oberfläche dieses Mondes &#8211; vielleicht ein Ort primitiver Lebensformen, der vor einer Kontamination durch seinen Entdecker bewahrt werden soll.</p>
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