<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Astronomie &#8211; Raumfahrer.net</title>
	<atom:link href="https://www.raumfahrer.net/category/astronomie/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.raumfahrer.net</link>
	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
	<lastBuildDate>Mon, 13 Jul 2026 16:11:49 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0.1</generator>

<image>
	<url>https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/cropped-R-Logo-neu-o-512-32x32.png</url>
	<title>Astronomie &#8211; Raumfahrer.net</title>
	<link>https://www.raumfahrer.net</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>AstroGeo Podcast: Fingerabdruck der Sonne &#8211; wie Helium entdeckt wurde</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/astrogeo-podcast-fingerabdruck-der-sonne-wie-helium-entdeckt-wurde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Karl Urban]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jul 2026 16:08:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[AstroGeo Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Sonne]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Absorptionslinien]]></category>
		<category><![CDATA[Emissionslinien]]></category>
		<category><![CDATA[Farben]]></category>
		<category><![CDATA[Fraunhofer]]></category>
		<category><![CDATA[Fraunhofer-Linien]]></category>
		<category><![CDATA[Helium]]></category>
		<category><![CDATA[Regenbogen]]></category>
		<category><![CDATA[Spektrograph]]></category>
		<category><![CDATA[Spektroskop]]></category>
		<category><![CDATA[Spektroskopie]]></category>
		<category><![CDATA[Spektrum]]></category>
		<category><![CDATA[Teleskop]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=153525</guid>

					<description><![CDATA[<p>Helium ist das einzige Element, das zuerst im Weltraum entdeckt wurde, bevor auch der Nachweis auf der Erde gelang – eine Podcast-Geschichte über unerschrockene Astronomen, eine Sonnenfinsternis sowie eine waghalsige Flucht per Heißluftballon. </p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/astrogeo-podcast-fingerabdruck-der-sonne-wie-helium-entdeckt-wurde/" data-wpel-link="internal">AstroGeo Podcast: Fingerabdruck der Sonne &#8211; wie Helium entdeckt wurde</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading"><br>Helium ist das einzige Element, das zuerst im Weltraum entdeckt wurde, bevor auch der Nachweis auf der Erde gelang – eine Geschichte über unerschrockene Astronomen, eine Sonnenfinsternis sowie eine waghalsige Flucht per Heißluftballon.</h4>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="575" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/sonne-spektrum-absorptionslinien-fraunhofer_sl-1024x575.jpg" alt="Vertikale Streifen in den Farben des Regenbogens sind von vertikalen dunklen Linien durchzogen." class="wp-image-153523" style="aspect-ratio:1.7808958519088813;width:383px;height:auto" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/sonne-spektrum-absorptionslinien-fraunhofer_sl-1024x575.jpg 1024w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/sonne-spektrum-absorptionslinien-fraunhofer_sl-300x168.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/sonne-spektrum-absorptionslinien-fraunhofer_sl-768x431.jpg 768w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/sonne-spektrum-absorptionslinien-fraunhofer_sl-1536x862.jpg 1536w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/sonne-spektrum-absorptionslinien-fraunhofer_sl.jpg 1900w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Spektrum der Sonne in aller Pracht des Regenbogens: Die dunklen Linien sind Absorptionslinien und stammen von chemischen Elementen in der Sonnenatmosphäre. Im 19. Jahrhundert stießen Astronomen in diesem Spektrum auf ein bis dato unbekanntes Element: Helium (Quelle: NOAO/AURA/NSF).</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem Astronominnen und Astronomen angefangen hatten, sich mithilfe von Teleskopen ein genaueres Bild von Sonne, Mond und Sternen zu machen, stand ihnen im 19. Jahrhundert eine weitere Revolution bevor: die Spektroskopie. Dabei wird das Licht eines Himmelskörpers nicht direkt ins Auge gelenkt, sondern durch ein Spektroskop. Das weiße Sonnenlicht wird so beispielsweise in alle Farben des Regenbogens aufgeteilt, von rot über orange und gelb bis hin zu grün und blau-violett.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch in diesem Regenbogenspektrum tauchten hunderte von dunklen Linien auf, manche von ihnen pechschwarz, andere eher dünn und blässlich. Wie sich herausstellen sollte, waren diese Absorptionslinien die eigentliche astronomische Revolution. Denn sie verrieten erstmals, welche chemischen Elemente ein Himmelskörper enthält. Mithilfe der Spektroskopie – oder, wie sie später genannt wurde, der Astrophysik – konnten Forschende nicht nur die Bewegung der Himmelskörper beobachten, sondern zum ersten Mal herausfinden, woraus sie bestehen. Es war etwas, von dem Philosophen wie der Franzose Auguste Comte nur wenige Jahre zuvor völlig überzeugt war, dass genau dies ein Ding der Unmöglichkeit sei und für immer bleiben werde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Spektrum der Sonne verrät, dass es in der Sonnenatmosphäre Natrium, Kalzium oder Eisen gibt. Denn die Absorptionslinien im Sonnenspektrum entsprechen den Spektrallinien dieser Elemente, die Chemiker in ihren Laboren auf der Erde messen konnten. Die Linien sind wie eine Art Fingerabdruck eines chemischen Elements. Doch als ein englischer Astronom namens Norman Lockyer im Jahr 1870 sein Spektroskop auf die Sonne richtete, entdeckte er etwas ganz und gar Ungewöhnliches: eine Spektrallinie im orange-gelben Bereich, die sich keinem bekannten Element auf der Erde zuordnen ließ.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser Folge des AstroGeo-Podcasts erzählt Franzi die Geschichte des himmlischen Heliums: Bis heute ist das Edelgas das einzige Element, das zuerst im Weltraum entdeckt wurde, in der Atmosphäre der Sonne, bevor Jahrzehnte später der Nachweis in einem irdischen Labor gelang. Es ist eine Geschichte, in der totale Sonnenfinsternisse eine große Rolle spielen, Prismen, unerschrockene Astronomen – sowie Heißluftballons und eine waghalsige Flucht aus dem belagerten Paris während des Deutsch-Französischen Kriegs.</p>



<iframe title="AstroGeo Podcast: Fingerabdruck der Sonne - wie Helium entdeckt wurde" height="200" width="100%" style="margin-bottom:0" src="https://astrogeo.de/wp-content/plugins/podlove-web-player/web-player/share.html?config=https%3A%2F%2Fastrogeo.de%2Fwp-json%2Fpodlove-web-player%2Fshortcode%2Fconfig%2Fdefault%2Ftheme%2Fraumfahrernet&amp;episode=https%3A%2F%2Fastrogeo.de%2Fwp-json%2Fpodlove-web-player%2Fshortcode%2Fpublisher%2F4548" frameborder="0" scrolling="no" tabindex="0"></iframe>



<p class="wp-block-paragraph">Im AstroGeo Podcast erzählen sich die Wissenschaftsjournalisten Franziska Konitzer und Karl Urban regelmäßig eine Geschichte, die ihnen entweder die Steine unseres kosmischen Vorgartens eingeflüstert – oder die sie in den Tiefen und Untiefen des Universums aufgestöbert haben. Der Podcast ist auch auf <a href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/astrogeo-geschichten-aus-astronomie-und-geologie/id525300156" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Apple Podcasts</a> oder <a href="https://open.spotify.com/show/0a0X8ogJx046skJBbow9AC" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Spotify</a> zu finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=628.msg580770#msg580770" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal"></a><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=19493.msg588130#msg588130" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">AstroGeo Podcast</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/astrogeo-podcast-fingerabdruck-der-sonne-wie-helium-entdeckt-wurde/" data-wpel-link="internal">AstroGeo Podcast: Fingerabdruck der Sonne &#8211; wie Helium entdeckt wurde</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>On-Orbit-Überprüfungen für die Swift Bahnanhebungsmission im Gange</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/on-orbit-ueberpruefungen-fuer-die-swift-bahnanhebungsmission-im-gange/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Jul 2026 20:31:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Swift]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=153506</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Kommissionierung des autonomen Rettungsraumfahrzeugs LINK von Katalyst, das die Umlaufbahn des Neil-Gehrels-Swift-Observatoriums der NASA anheben soll, ist bereits in vollem Gange.Ein Blogbeitrag der National Aeronautics and Space Administration NASA. Quelle: NASA / Alise Fisher, 10. Juli 2026 Nach dem Start am 3. Juli, bei dem LINK wie erwartet in die Umlaufbahn gebracht wurde, befindet [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/on-orbit-ueberpruefungen-fuer-die-swift-bahnanhebungsmission-im-gange/" data-wpel-link="internal">On-Orbit-Überprüfungen für die Swift Bahnanhebungsmission im Gange</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die Kommissionierung des autonomen Rettungsraumfahrzeugs LINK von Katalyst, das die Umlaufbahn des Neil-Gehrels-Swift-Observatoriums der NASA anheben soll, ist bereits in vollem Gange.<br>Ein Blogbeitrag der National Aeronautics and Space Administration NASA.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://science.nasa.gov/blogs/swift/2026/07/10/on-orbit-checkouts-in-progress-for-mission-to-boost-nasas-swift/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">NASA / Alise Fisher</a>, 10. Juli 2026</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/swift-view-01-comp-print.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="400" height="225" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/swift-view-01-comp-print-400x225-1.jpg" alt="" class="wp-image-153504" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/swift-view-01-comp-print-400x225-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/swift-view-01-comp-print-400x225-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Das Neil-Gehrels-Swift-Observatorium der NASA ist ein Satellit, der Gammastrahlenausbrüche – die stärksten Explosionen im Universum – sowie andere kosmische Objekte und Ereignisse untersucht.<br>Credit: NASA</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Start am 3. Juli, bei dem LINK wie erwartet in die Umlaufbahn gebracht wurde, befindet sich das Raumfahrzeug weiterhin in einwandfreiem Zustand. Das Katalyst-Team stellte noch am selben Tag Kontakt zu LINK her und begann mit dem sogenannten Kommissionierungsprozess, bei dem die Systeme des Raumfahrzeugs überprüft, gegebenenfalls Anpassungen entsprechend seinem Verhalten in der Umlaufbahn vorgenommen und das Raumfahrzeug auf seine Mission vorbereitet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Team führte zügig eine Reihe von Standardverfahren für die erste Phase im Orbit durch, darunter das erfolgreiche Ausfahren der Solarpaneele, Bereitstellung der Stromversorgung für das Raumfahrzeug und die Einrichtung der routinemäßigen Kommunikation. Nach einer anfänglichen Phase mit zu hoher Eigenbewegung stabilisierten sie das Raumfahrzeug und aktivierten das autonome Bewegungsmanagement. Katalyst überprüft derzeit die Teilsysteme von LINK, darunter das elektrische Antriebssystem, wozu auch das Zünden der drei mit Xenon betriebenen Triebwerke des Raumfahrzeugs gehört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Inbetriebnahmeprozess wird voraussichtlich einige Wochen dauern, wobei genügend Spielraum vorgesehen ist, damit das Team den Prozess eventuell pausieren, Daten auswerten, und bei Bedarf Anpassungen vornehmen kann. Nach Abschluss der Inbetriebnahmephase wird LINK seine Reise antreten, um Swift zu treffen und das Kopplungsmanöver mit ihm zu durchzuführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie können den Swift-Blog der NASA für weitere Updates verfolgen: <a href="https://science.nasa.gov/blogs/swift/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://science.nasa.gov/blogs/swift</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4019.msg589415#msg589415" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Swift alias Explorer 84 auf Delta II 7320-10C D309</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/on-orbit-ueberpruefungen-fuer-die-swift-bahnanhebungsmission-im-gange/" data-wpel-link="internal">On-Orbit-Überprüfungen für die Swift Bahnanhebungsmission im Gange</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hellenic Fire System nimmt den Betrieb auf</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/hellenic-fire-system-nimmt-den-betrieb-auf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jul 2026 06:45:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erde]]></category>
		<category><![CDATA[Cubesat]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Griechenland]]></category>
		<category><![CDATA[Hellenic Fire System]]></category>
		<category><![CDATA[ICEYE]]></category>
		<category><![CDATA[OroraTech]]></category>
		<category><![CDATA[Waldbrand]]></category>
		<category><![CDATA[Waldbranderkennung]]></category>
		<category><![CDATA[Wärmebild]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=153471</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das „Hellenic Fire System“ hat sein erstes Bild übermittelt und damit einen wichtigen Meilenstein für Griechenlands künftige nationale Kapazitäten zur weltraumgestützten Überwachung von Waldbränden gesetzt.Eine Pressemitteilung der Europäischen Weltraumagentur ESA. Quelle: ESA / Applications / Observing the Earth, 7. Juli 2026 Das Anfang Mai in Betrieb genommene „Hellenic Fire System“ besteht aus vier CubeSats, die [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/hellenic-fire-system-nimmt-den-betrieb-auf/" data-wpel-link="internal">Hellenic Fire System nimmt den Betrieb auf</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Das „Hellenic Fire System“ hat sein erstes Bild übermittelt und damit einen wichtigen Meilenstein für Griechenlands künftige nationale Kapazitäten zur weltraumgestützten Überwachung von Waldbränden gesetzt.<br>Eine Pressemitteilung der Europäischen Weltraumagentur ESA.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://www.esa.int/Applications/Observing_the_Earth/Hellenic_Fire_System_achieves_first_light" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ESA / Applications / Observing the Earth</a>, 7. Juli 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Anfang Mai in Betrieb genommene „Hellenic Fire System“ besteht aus vier CubeSats, die jeweils zwei Infrarotkameras an Bord haben, welche im mittleren und langen Infrarotspektralbereich arbeiten, um aktive Brände zu erkennen, thermische Anomalien zu identifizieren und die Strahlungsintensität von Bränden über Griechenland und anderen Gebieten von Interesse zu bewerten.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/1-One_of_Hellenic_Fire_System_satellites_pillars.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="400" height="198" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/1-One_of_Hellenic_Fire_System_satellites_pillars-400x198-1.jpg" alt="" class="wp-image-153467" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/1-One_of_Hellenic_Fire_System_satellites_pillars-400x198-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/1-One_of_Hellenic_Fire_System_satellites_pillars-400x198-1-300x149.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Einer der Satelliten von Hellenic Fire System<br>Credit: OroraTech</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das „Hellenic Fire System“ wurde im Rahmen des griechischen nationalen Kleinsatellitenprogramms entwickelt. Das von Griechenland über die EU-Fazilität für Wiederaufbau und Resilienz finanzierte Programm ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der griechischen Regierung und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Letztendlich wird das griechische nationale Kleinsatellitenprogramm 13 Satelliten umfassen, die je nach ihren Instrumenten und Missionszielen in verschiedene Gruppen unterteilt sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Start von zwei ICEYE-Radarsatelliten Ende letzten Jahres ist das von OroraTech entwickelte Hellenic Fire System die zweite operative Erdbeobachtungsmission, die im Rahmen des Programms entwickelt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Hellenic Fire System hat bereits nach nur zwei Wochen der Instrumentenkalibrierung sein erstes Wärmebild über Griechenland aufgenommen, das unten zu sehen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es zeigt die Wärmesignatur des Großraums Athen sowie der Inseln Andros, Tinos, Skyros, Chios, Kea und Kythnos. Das Bild erfasst zudem Wärmemuster über der Ägäis und unterstreicht damit die Fähigkeit des Instruments, sowohl thermische Phänomene an Land als auch auf See zu beobachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bild belegt die erfolgreiche Leistung des Satelliten und seines thermischen Infrarotinstruments und ebnet den Weg für die künftigen operativen Dienste des Systems.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/2-First_light_from_the_Hellenic_Fire_System_pillars.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="750" height="491" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/2-First_light_from_the_Hellenic_Fire_System_pillars-750x491-1.jpg" alt="" class="wp-image-153469" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/2-First_light_from_the_Hellenic_Fire_System_pillars-750x491-1.jpg 750w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/2-First_light_from_the_Hellenic_Fire_System_pillars-750x491-1-300x196.jpg 300w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Erstes Bild vom Hellenic Fire System<br>Credit: OroraTech</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Martin Langer, CEO von OroraTech, sagte: „Dass wir so schnell das ‚First Light‘ erreicht haben, zeugt von der ausgereiften Technologie und der hervorragenden Arbeit unserer Ingenieurteams. Wir haben Jahre damit verbracht, Wärmebildsysteme zu verfeinern, die sowohl eine unübertroffene Bildqualität als auch eine hervorragende Betriebsleistung bieten. Dieser Meilenstein zeigt unsere Fähigkeit, hochentwickelte Weltraumsysteme schnell in Betrieb zu nehmen und gleichzeitig die hochwertigen Wärmebilddaten bereitzustellen, die für die Erkennung von Waldbränden, die Umweltüberwachung und die wissenschaftliche Forschung benötigt werden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die erfolgreiche Datenerfassung bestätigt die Betriebsbereitschaft der thermischen Sensornutzlast des Satelliten, die darauf ausgelegt ist, präzise Landoberflächentemperaturmessungen und eine schnelle Waldbranderkennung aus der erdnahen Umlaufbahn zu liefern – dank häufiger Wiederholungsintervalle und einer Datenübertragung mit geringer Latenz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sobald das „Hellenic Fire System“ voll einsatzfähig ist, wird es zweimal täglich das gesamte Gebiet Griechenlands abtasten und so eine kontinuierliche thermische Überwachung zur Unterstützung der Waldbranderkennung, der Notfallmaßnahmen und der Umweltüberwachung gewährleisten. Über die operativen Dienste hinaus wird die Mission wertvolle Daten zur Landoberflächentemperatur liefern, die der wissenschaftlichen Forschung zu Klima- und Umweltveränderungen im gesamten Mittelmeerraum zugutekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Svein Lokas, Projektleiter der ESA für die griechischen nationalen Missionen, erklärte: „In Europa treten immer häufiger und verheerendere Waldbrände auf, und Griechenland ist davon besonders betroffen. Wir freuen uns daher sehr, dass das Hellenic Fire System nun seinen ersten Betrieb aufgenommen hat – dies ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur vollen Einsatzfähigkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dieser Erfolg unterstreicht zudem die Stärke der Zusammenarbeit zwischen der ESA, den griechischen Behörden und der europäischen Industrie bei der Bereitstellung fortschrittlicher Erdbeobachtungslösungen, die dazu beitragen, einige der drängendsten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=916.msg589249#msg589249" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Erde</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/hellenic-fire-system-nimmt-den-betrieb-auf/" data-wpel-link="internal">Hellenic Fire System nimmt den Betrieb auf</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Euclid entdeckt den ältesten Quasar im Universum</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/euclid-entdeckt-den-aeltesten-quasar-im-universum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jul 2026 20:59:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Euclid]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmologie]]></category>
		<category><![CDATA[aktiver Galaxienkern]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[EUCLID]]></category>
		<category><![CDATA[Quasar]]></category>
		<category><![CDATA[Rotverschiebung]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarze Löcher]]></category>
		<category><![CDATA[Universität Leiden]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=153462</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Weltraumteleskop „Euclid“ der Europäischen Weltraumorganisation ESA hat 31 der ältesten Quasare entdeckt, die jemals gefunden wurden. Zwei dieser riesigen und strahlenden Galaxienkerne, die von gigantischen Schwarzen Löchern angetrieben werden, sind die frühesten Quasare, die bisher in der Geschichte des Universums beobachtet wurden. Sie strahlten mit der Leuchtkraft einer Billion Sonnen, als das Universum 670 [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/euclid-entdeckt-den-aeltesten-quasar-im-universum/" data-wpel-link="internal">Euclid entdeckt den ältesten Quasar im Universum</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Das <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Euclid" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Weltraumteleskop „Euclid“ der Europäischen Weltraumorganisation</a> ESA hat 31 der ältesten Quasare entdeckt, die jemals gefunden wurden. Zwei dieser riesigen und strahlenden Galaxienkerne, die von gigantischen Schwarzen Löchern angetrieben werden, sind die frühesten Quasare, die bisher in der Geschichte des Universums beobachtet wurden. Sie strahlten mit der Leuchtkraft einer Billion Sonnen, als das Universum 670 Millionen Jahre alt war – gerade einmal 5 % seines heutigen Alters.<br>Eine Pressemitteilung der Europäischen Weltraumagentur ESA.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Euclid/Euclid_discovers_the_most_ancient_quasar_in_the_Universe" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ESA / Science &amp; Exploration / Space Science / Euclid</a>, 6. Juli 2026</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/1-Artist_s_concept_of_an_ancient_quasar_pillars.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="750" height="422" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/1-Artist_s_concept_of_an_ancient_quasar_pillars-750x422-1.jpg" alt="" class="wp-image-153454" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/1-Artist_s_concept_of_an_ancient_quasar_pillars-750x422-1.jpg 750w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/1-Artist_s_concept_of_an_ancient_quasar_pillars-750x422-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Künstlerische Darstellung eines frühen Quasars<br>Credit: ESA; Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://esahubble.org/wordbank/quasar/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Quasare</a> stellen eine kurze Phase im Leben einer Galaxie dar, in der große Mengen an Materie spiralförmig in das zentrale supermassereiche Schwarze Loch hineinströmen und dabei enorme Energiemengen freisetzen. In dieser Phase leuchtet der Kern der Galaxie heller als alles andere im Universum und überstrahlt den Rest seiner Wirtsgalaxie oft um das Hundert- bis Tausendfache.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Jahrzehnten suchen wir nach den allerersten Quasaren des Universums. Diese Objekte geben Aufschluss darüber, was in den frühesten Tagen des Kosmos geschah, darunter auch darüber, wie die ersten supermassiven Schwarzen Löcher und Galaxien entstanden sind. Allerdings sind Quasare aus dieser Zeit schwer zu finden. Sie sind selten, da noch wenige Galaxien Zeit hatten, groß genug zu werden, und ihr urzeitliches Licht ist sowohl schwach als auch leicht mit dem Licht von Sternen zu verwechseln, die näher bei uns liegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Euclid, der 2023 gestartet wurde, dringt tiefer in diesen rätselhaften Teil der frühen Kosmosgeschichte vor – mit spannenden Ergebnissen. Das Teleskop hat nun eine beispiellose Anzahl von 31 neuen Quasaren im frühen Universum entdeckt, die bis in eine Zeit zurückreichen, als der Kosmos gerade einmal 5 % seines heutigen Alters hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Diese frühen Quasare stammen aus den Anfängen des Universums“, sagt Daming Yang von der Universität Leiden in den Niederlanden, Hauptautor der Veröffentlichung über die Euclid-Entdeckung. „Indem wir sie finden und untersuchen, können wir besser verstehen, wie diese riesigen Systeme entstanden sind und so schnell gewachsen sind – eines der größten Rätsel der Astrophysik.“</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/2-Von-Euclid-entdeckte-Quasare.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="750" height="527" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/2-Von-Euclid-entdeckte-Quasare-750x527-1.jpg" alt="" class="wp-image-153456" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/2-Von-Euclid-entdeckte-Quasare-750x527-1.jpg 750w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/2-Von-Euclid-entdeckte-Quasare-750x527-1-300x211.jpg 300w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Von Euclid entdeckte Quasare<br>Credit: ESA/Euclid/Euclid Consortium/NASA, image processing by the Euclid Science Ground Segment and Antoine Basset (CNES); Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Unter der Oberfläche des Eisbergs</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die frühesten Quasare, die wir bisher kannten, waren nur die Spitze des Eisbergs: die seltenen und hellen Ausreißer, die am einfachsten zu entdecken waren. Wir hatten einfach noch nicht genug Quasare aus den Anfängen des Universums gefunden, um sie als Gruppe angemessen untersuchen zu können. Die neue Entdeckung von Euclid ändert all das, denn sie erfasst nicht nur die hellen Ausreißer, sondern den Großteil der Population alter Quasare.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Euclid ist ein echter Meilenstein“, fügt Daming hinzu. „Früher konnten wir nur eine Handvoll der allerhellsten uralten Quasare finden, aber mit Euclid können wir weitaus effizienter riesige Bereiche des Himmels absuchen, um auch viel schwächeres Licht zu erfassen. Es ist ein einzigartiges Werkzeug für die Quasar-Jagd.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entdeckung umfasst 12 neue Quasare mit einer „<a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/What_is_red_shift" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Rotverschiebung</a>“ – einem Maß für Entfernung und Bewegung, das damit zusammenhängt, wie sich Licht durch unseren sich ausdehnenden Kosmos bewegt – von 7 oder mehr, was den ersten 770 Millionen Jahren des Universums entspricht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beiden ältesten dieser Gruppe, EUCL J172902.75+641018.1 und EUCL J125308.55+705432.3, weisen Rotverschiebungen von 7,77 bzw. 7,69 auf und stellen damit einen neuen Rekord für die ältesten jemals entdeckten Quasare auf. Beide liegen etwas mehr als 13 Milliarden Lichtjahre entfernt und entstanden in den ersten 670 Millionen Jahren des Universums.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Diese Entdeckung verdoppelt die Anzahl der uns bekannten Quasare, die so alt sind, mehr als“, sagt Antonio La Marca, ein ESA-Forschungsstipendiat im Euclid-Team. Die Entdeckung der ersten etwa zehn Quasare mit einer Rotverschiebung von 7 oder mehr dauerte mehr als ein Jahrzehnt – doch Euclid hat bereits in einem einzigen Jahr mehr als diese Anzahl entdeckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das Euclid-Team hat zum ersten Mal eine echte ‚Bestandsaufnahme‘ der Quasare aus der Frühzeit des Universums vorgenommen“, fügt Antonio hinzu. „Das ist ein großer Schritt hin zu einem grundlegenderen Verständnis dieser faszinierenden Objekte.“</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/3-Locations_of_the_31_new_Euclid_quasars_pillars.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="750" height="384" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/3-Locations_of_the_31_new_Euclid_quasars_pillars-750x384-1.jpg" alt="" class="wp-image-153458" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/3-Locations_of_the_31_new_Euclid_quasars_pillars-750x384-1.jpg 750w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/3-Locations_of_the_31_new_Euclid_quasars_pillars-750x384-1-300x154.jpg 300w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Positionen der 31 neuen Euclid-Quasare<br>Credit: ESA/Euclid/Euclid Consortium/NASA/Planck Collaboration/A. Mellinger; Acknowledgment: Jean-Charles Cuillandre, João Dinis); Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein Meilenstein in der Geschichte des Universums</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der zweitälteste Quasar, den Daming und seine Kollegen entdeckt hatten, wurde kürzlich von Silvia Belladitta und ihren Mitarbeitern genauer untersucht. Diese Beobachtungen zeigten, dass der Quasar in einer staub- und gasreichen Galaxie eingebettet ist, in der gerade in rasendem Tempo neue Sterne entstehen – ein Hinweis darauf, wie die Wirtsgalaxie eines frühen supermassiven Schwarzen Lochs aussehen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Quasare gehen auf eine faszinierende Periode in der Geschichte des Universums zurück, die als „<a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Cosmic_eras" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Epoche der Reionisation</a>“ bekannt ist: eine Zeit, in der sich alles von einem kalten und dunklen Zustand (dem „dunklen Zeitalter“) zu einem heißen und „ionisierten“ Zustand (durch energiereiches Licht aufgespalten) wandelte. Diese Übergangsphase war eine entscheidende Epoche, die die Grundlage für alles schuf, was wir heute sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Uralte Quasare sind seltene Entdeckungen. Sie sind nicht nur an sich interessant, sondern auch Zeitmaschinen, die es uns ermöglichen, das frühe Universum zu erforschen und zu verstehen, wie die erste Generation von Galaxien entstanden ist“, sagt Valeria Pettorino, Projektwissenschaftlerin bei der ESA für Euclid.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Fähigkeiten von Euclid sind unübertroffen. Das Teleskop vereint eine große Erfassungsfläche, große Tiefenschärfe, scharfe Bildgebung und eine einzigartige weltraumgestützte Infrarotsicht auf eine Weise, die es uns ermöglicht, seltene, extrem weit entfernte Objekte weitaus effizienter als bisher zu erkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und es ist nicht nur das Teleskop: Die Datenverarbeitung ist nur dank Tausender Wissenschaftler und Ingenieure des Euclid-Konsortiums möglich, die gemeinsam daran arbeiten, wissenschaftliche Entdeckungen zu liefern, indem sie riesige Datensätze durchforsten, um seltene, weit entfernte Quasare zu identifizieren, die wir mit bodengestützten Teleskopen weiter untersuchen können.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 31 hier vorgestellten Quasare wurden in Daten des „<a href="https://www.esa.int/ESA_Multimedia/Images/2023/02/Euclid_s_wide_and_deep_surveys" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Euclid Wide Survey</a>“ entdeckt, der nach seiner Fertigstellung mehr als ein Drittel des gesamten Himmels abdecken wird. Euclid wird die Geheimnisse des <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Euclid/The_dark_Universe" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">dunklen Universums</a> lüften; das Teleskop erforscht dessen Zusammensetzung, Geschichte und Entwicklung und kartiert dabei seine großräumige Struktur, wobei es Milliarden von Galaxien beobachtet – und dabei zahlreiche Quasare aufdeckt.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/4-2606_009_AR_EN.mp4" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="750" height="418" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/4-2606_009_AR_EN-750x418-1.jpg" alt="" class="wp-image-153460" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/4-2606_009_AR_EN-750x418-1.jpg 750w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/4-2606_009_AR_EN-750x418-1-300x167.jpg 300w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Euclid entdeckt die ältesten Quasare im Universum<br>Credit: ESA/Euclid/Euclid Consortium/NASA, video production by Antoine Basset (CNES) ; Licence: ESA Standard Licence</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Hinweise für Redakteure</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Artikel „Euclid: Entdeckung von 31 neuen Quasaren im Bereich 6,6 &lt; z &lt; 7,8“ von D. Yang et al. erscheint am 6. Juli 2026 in der Fachzeitschrift „Astronomy &amp; Astrophysics“. <a href="https://www.aanda.org/articles/aa/full_html/2026/07/aa58883-26/aa58883-26.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">DOI: 10.1051/0004-6361/202658883</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Quasar mit der höchsten Rotverschiebung in dieser Arbeit trägt die Bezeichnung EUCL J172902.75+641018.1 (Rotverschiebung von 7,77), der Quasar mit der zweithöchsten Rotverschiebung die Bezeichnung EUCL J125308.55+705432.3 (Rotverschiebung von 7,69). Der bisherige Rekordhalter, <a href="https://news.arizona.edu/news/most-distant-quasar-discovered-sheds-light-how-black-holes-grow" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">der 2021 entdeckt wurde</a>, weist eine Rotverschiebung von 7,64 auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über Euclid</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Euclid wurde im Juli 2023 <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Euclid/ESA_s_Euclid_lifts_off_on_quest_to_unravel_the_cosmic_mystery_of_dark_matter_and_dark_energy" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">gestartet</a> und begann am <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Euclid/Ready_set_go!_Euclid_begins_its_dark_Universe_survey" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">14. Februar 2024</a> mit seinen routinemäßigen wissenschaftlichen Beobachtungen. Im <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Euclid/Euclid_s_first_images_the_dazzling_edge_of_darkness" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">November 2023</a> und im <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Euclid/ESA_s_Euclid_celebrates_first_science_with_sparkling_cosmic_views" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Mai 2024</a> erhielt die Welt erste Einblicke in die Qualität der Euclid-Bilder, und <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Euclid/Zoom_into_the_first_page_of_ESA_Euclid_s_great_cosmic_atlas" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">im Oktober 2024</a> wurde der erste Ausschnitt seiner großartigen Karte des Universums veröffentlicht. Euclids erste Datenreihe, einschließlich einer Vorschau auf seine Deep Fields, wurde im <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Euclid/Euclid_opens_data_treasure_trove_offers_glimpse_of_deep_fields" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">März 2025</a> veröffentlicht. Weitere Informationen zu den Entdeckungen und Datenveröffentlichungen der Mission finden Sie unter: <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Euclid" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Euclid</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Euclid ist eine europäische Mission, die von der ESA gebaut und betrieben wird, mit Beiträgen ihrer <a href="https://www.esa.int/About_Us/Corporate_news/Member_States_Cooperating_States" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Mitgliedstaaten</a> und der NASA. Das Euclid-Konsortium – bestehend aus mehr als 2000 Wissenschaftlern aus 300 Instituten in 15 europäischen Ländern, den USA, Kanada und Japan – ist für die Bereitstellung der wissenschaftlichen Instrumente und die wissenschaftliche Datenanalyse verantwortlich. Die ESA wählte Thales Alenia Space als Hauptauftragnehmer für den Bau des Satelliten und seines Servicemoduls aus, während Airbus Defence and Space mit der Entwicklung des Nutzlastmoduls, einschließlich des Teleskops, beauftragt wurde. Die NASA stellte die Detektoren des Nahinfrarot-Spektrometers und -Photometers (NISP) zur Verfügung. Euclid ist eine Mission der mittleren Klasse im Rahmen des „<a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/ESA_s_Cosmic_Vision" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Cosmic Vision“-Programm</a>s der ESA.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10521.msg589189#msg589189" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Weltraumteleskop EUCLID</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/euclid-entdeckt-den-aeltesten-quasar-im-universum/" data-wpel-link="internal">Euclid entdeckt den ältesten Quasar im Universum</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„Jenseits der Grenze“: Eine Million Satelliten und Spiegel im Weltraum stellen eine ernsthafte Bedrohung für den Nachthimmel dar</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/jenseits-der-grenze-eine-million-satelliten-und-spiegel-im-weltraum-stellen-eine-ernsthafte-bedrohung-fuer-den-nachthimmel-dar/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jul 2026 20:54:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Sternenhimmel]]></category>
		<category><![CDATA[Teleskope]]></category>
		<category><![CDATA[ELT]]></category>
		<category><![CDATA[ESO]]></category>
		<category><![CDATA[Megakonstellation]]></category>
		<category><![CDATA[Nachthimmel]]></category>
		<category><![CDATA[Satelliten]]></category>
		<category><![CDATA[Vera C. Rubin Observatory]]></category>
		<category><![CDATA[VLT]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=153432</guid>

					<description><![CDATA[<p>Eine neue Studie der Europäischen Südsternwarte (ESO) hat ergeben, dass die aktuellen Pläne, über 1,7 Millionen Satelliten in die Umlaufbahn zu bringen – darunter auch extrem helle –, „verheerende Folgen für die Astronomie“ hätten. Der Studie zufolge sollten nicht mehr als 100 000 schwache Satelliten, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind, die Erde umkreisen, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/jenseits-der-grenze-eine-million-satelliten-und-spiegel-im-weltraum-stellen-eine-ernsthafte-bedrohung-fuer-den-nachthimmel-dar/" data-wpel-link="internal">„Jenseits der Grenze“: Eine Million Satelliten und Spiegel im Weltraum stellen eine ernsthafte Bedrohung für den Nachthimmel dar</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Eine neue Studie der Europäischen Südsternwarte (ESO) hat ergeben, dass die aktuellen Pläne, über 1,7 Millionen Satelliten in die Umlaufbahn zu bringen – darunter auch extrem helle –, „verheerende Folgen für die Astronomie“ hätten. Der Studie zufolge sollten nicht mehr als 100 000 schwache Satelliten, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind, die Erde umkreisen, um unsere Fähigkeit zur Beobachtung des Nachthimmels mit modernen Teleskopen zu gewährleisten. Die Studie ist die erste, die berechnet, inwieweit große und helle Satellitenkonstellationen – die auch Bedenken hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt hervorgerufen haben – astronomische Beobachtungen beeinträchtigen würden, indem sie den Nachthimmel heller machen.<br>Eine Pressemitteilung der Europäischen Südsternwarte ESO.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://www.eso.org/public/news/eso2607/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ESO Pressrelease eso 2607</a>, 1. Juli 2026</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/1-eso2607a.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="400" height="266" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/1-eso2607a-400x266-1.jpg" alt="" class="wp-image-153420" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/1-eso2607a-400x266-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/1-eso2607a-400x266-1-300x200.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/1-eso2607a-400x266-1-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Dieses Bild zeigt Satelliten, die innerhalb von nur einer Stunde den Nachthimmel über dem nördlichen Teil der Atacama-Wüste in Chile durchqueren. Es handelt sich um eine Bilderserie aus einem Zeitraffervideo, das am 15. Oktober 2025 etwa zwei Stunden nach Sonnenuntergang aufgenommen wurde. Einige der Streifen stammen von Flugzeugen und lassen sich leicht an ihren blinkenden farbigen Lichtern erkennen, doch die meisten Spuren sind auf Satelliten zurückzuführen.<br>Im Vordergrund sehen wir die Kuppel des Extremely Large Telescope (ELT) der ESO, des weltweit größten optischen/Infrarot-Teleskops, das derzeit auf dem Cerro Armazones im Bau ist. Dahinter sind die Laser des Very Large Telescope (VLT) der ESO am Paranal-Observatorium zu sehen, das 22 km vom ELT entfernt liegt.<br>Bildnachweis: F. Kamphues, ESO/M. Kornmesser</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2019 ist die Zahl der die Erde umkreisenden Satelliten rasant gestiegen und liegt heute bei über 14 000 [1] – wobei die Starlink-Telekommunikationssatelliten von SpaceX den größten Anteil ausmachen. Auch die Zahl der geplanten Satellitenprojekte hat zugenommen, ebenso wie deren potenzielle Auswirkungen. „Bislang haben wir das noch bewältigt, aber es wird immer schlimmer“, betont Olivier Hainaut, der an der Ausarbeitung von Empfehlungen zur Minderung der Auswirkungen von Satellitenkonstellationen auf die Astronomie mitgewirkt hat. Zwar hätten Unternehmen wie SpaceX Maßnahmen ergriffen, um die Helligkeit ihrer Satelliten zu verringern, doch gingen die aktuellen Satellitenvorhaben „über die Grenze“ dessen hinaus, was die Astronomie verkraften könne, sagt er. Hainaut, seit über 30 Jahren Astronom bei der ESO, ist Autor der begutachteten Studie über die Auswirkungen von Satellitenkonstellationen, die zur Veröffentlichung in „Astronomy &amp; Astrophysics“ angenommen wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">SpaceX plant, eine weitere Million Satelliten für weltraumgestützte Rechenzentren in die Umlaufbahn zu bringen, was das Erscheinungsbild des Himmels erheblich verändern würde. Die neue Studie zeigt, dass während eines Großteils jeder Nacht Hunderte von Satelliten sichtbar wären und zu bestimmten Zeiten sogar bis zu mehreren Tausend – ähnlich der Anzahl der Sterne, die unter guten Bedingungen mit bloßem Auge zu sehen sind. Andere geplante Satellitenkonstellationen wie „Cinnamon“ von E-Space und die chinesischen „CTC-1“ und „CTC-2“ würden weitere Hunderttausende Satelliten in die Umlaufbahn bringen und das Problem noch verschärfen.</p>



<div class="wp-block-uagb-separator uagb-block-5368b384"><div class="wp-block-uagb-separator__inner" style="--my-background-image:"></div></div>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/2-eso2607b.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="400" height="400" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/2-eso2607b-400x400-1.jpg" alt="" class="wp-image-153422" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/2-eso2607b-400x400-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/2-eso2607b-400x400-1-300x300.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/2-eso2607b-400x400-1-150x150.jpg 150w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/2-eso2607b-400x400-1-120x120.jpg 120w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Dieses Diagramm zeigt die Anzahl der Satelliten, die über dem Very Large Telescope (VLT) der ESO sichtbar wären, sollte SpaceX seine geplante Konstellation aus 1 Million Satelliten starten.<br>Die Berechnungen wurden etwa zwei Stunden nach Sonnenuntergang durchgeführt, also weit in den wirklich dunklen Teil der Nacht hinein. Die grauen Punkte stellen Satelliten dar, die sich im Erdschatten befinden und daher unsichtbar sind, während die farbigen Punkte beleuchtete Satelliten sind. Die orangefarbenen Punkte – fast 2000 an der Zahl – entsprechen Satelliten, die heller sind als die 7. Magnitude – die schwächste Helligkeit, die an extrem dunklen Orten mit bloßem Auge sichtbar ist. Die roten Punkte – mehr als 200 – sind Satelliten, die heller sind als die 5. Magnitude, was den schwächsten Objekten entspricht, die an einem vorstädtischen Standort mit bloßem Auge sichtbar sind.<br>Bildnachweis: ESO/O. Hainaut</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das US-Start-up „Reflect Orbital“ hat sich zum Ziel gesetzt, eine Konstellation sehr großer, spiegelartiger Satelliten ins All zu bringen, um nachts Sonnenlicht bereitzustellen – mit reflektierten Strahlen, die sich über mindestens fünf Kilometer auf der Erdoberfläche erstrecken. Das Unternehmen beabsichtigt, noch in diesem Jahr einen Prototyp-Satelliten in die Umlaufbahn zu bringen, und plant, die Anzahl der Satelliten bis 2035 auf 50.000 zu erhöhen. Diese Satelliten wären die hellsten, die jemals in der Umlaufbahn waren, was schädliche Folgen für den dunklen Nachthimmel auf der Erde hätte. Hainauts Berechnungen zeigen, dass die gesamte Konstellation den Nachthimmel mit Hunderten von sehr hell sichtbaren Satelliten füllen würde. Von innerhalb eines reflektierten Lichtstrahls aus betrachtet, würde der Satellit, der das Sonnenlicht liefert, viermal heller erscheinen als der Vollmond. Selbst wenn kein Satellit seinen Lichtstrahl direkt auf einen Beobachter richtet, wäre jeder einzelne so hell wie der Planet Venus, der „Morgenstern“. Von einer lichtverschmutzten Stadt wie München aus wären diese Hunderte von Satelliten die einzigen „Sterne“, die am Nachthimmel zu sehen wären.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Vorschläge würden in Kombination mit anderen in der Studie berücksichtigten Plänen den Nachthimmel dramatisch aufhellen und die Fähigkeit der Menschheit beeinträchtigen, schwache kosmische Objekte zu beobachten, darunter weit entfernte Galaxien, einige erdähnliche Planeten um andere Sterne und sogar Asteroiden, die potenziell eine Gefahr für die Erde darstellen.</p>



<div class="wp-block-uagb-separator uagb-block-0b54661e"><div class="wp-block-uagb-separator__inner" style="--my-background-image:"></div></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Helle Spuren und hellere Himmel</strong></p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/3-eso2607c.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="400" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/3-eso2607c-400x200-1.jpg" alt="" class="wp-image-153424" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/3-eso2607c-400x200-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/3-eso2607c-400x200-1-300x150.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Dieses Bild veranschaulicht, wie das von den Weltraumspiegeln von Reflect Orbital gestreute Sonnenlicht die Gesamthelligkeit des Himmels über dem Very Large Telescope (VLT) der ESO erhöhen würde.<br>Das linke Bild wurde in einer mondlosen Nacht am 16. Mai 2026 mit einer All-Sky-Kamera aufgenommen. Norden ist oben, Westen ist rechts. Die Kuppeln, in denen sich die vier 8-Meter-Teleskope des VLT befinden, sind oben rechts zu sehen.<br>Das Bild rechts ist eine Simulation, die zeigt, um wie viel heller der Himmel mit der vollständigen Konstellation von 50.000 Spiegeln von Reflect Orbital wäre. Auch wenn die Spiegel nicht direkt auf das Observatorium ausgerichtet sind, streuen sie das Licht dennoch seitlich ab, das dann von der Atmosphäre weiter gestreut wird. Infolgedessen wäre der Himmel bis zu drei- bis viermal heller.<br>Bildnachweis: ESO/O. Hainaut</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Hainaut erklärt: „Von der Sonne beleuchtete Satelliten sind viel heller als ferne Galaxien. Wenn ein Satellit unser Beobachtungsfeld durchquert, hinterlässt er einen hellen Streifen auf unserem Bild und überdeckt damit alles, was sich dahinter befindet.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Auswirkungen dieses und anderer Effekte von Satellitenkonstellationen auf astronomische Beobachtungen zu berechnen, simulierte Hainaut die Positionen, Bewegungen und Helligkeiten aller bestehenden und geplanten Satellitenkonstellationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Mega-Satellitenkonstellation von SpaceX stellte er fest, dass auf jedem Bild, das zwei Stunden nach Einbruch der Nacht mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO am Paranal-Observatorium in Chile aufgenommen wird, Dutzende von Spuren zu sehen wären, was zu Sichtfeldverlusten von bis zu 28 % führen würde [2]. Dies setzt voraus, dass die Satelliten so schwach leuchten, dass sie unter guten Bedingungen mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Sind sie nur geringfügig heller, wären einige Instrumente noch stärker beeinträchtigt: So könnten beispielsweise bei einer Kamera wie der des Vera-C.-Rubin-Observatoriums der US-amerikanischen National Science Foundation die meisten Bilder jede Nacht für mehrere Stunden unbrauchbar werden [3].</p>



<div class="wp-block-uagb-separator uagb-block-4bc025c7"><div class="wp-block-uagb-separator__inner" style="--my-background-image:"></div></div>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://youtu.be/LJNwAKSL17s" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external"><img decoding="async" width="400" height="225" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/4-eso2607-video-400x225-1.jpg" alt="" class="wp-image-153426" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/4-eso2607-video-400x225-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/4-eso2607-video-400x225-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Derzeit befinden sich mehr als 14.000 Satelliten in der Umlaufbahn, doch neue Vorhaben von SpaceX, Reflect Orbital und anderen Unternehmen könnten diese Zahl auf über 1,7 Millionen Satelliten ansteigen lassen. In diesem Video berichten zwei ESO-Experten über die verheerenden Folgen, die dies für die Astronomie hätte, und welche technischen und rechtlichen Möglichkeiten es gibt, diesen Schaden zu begrenzen. (in englischer Sprache)<br>Copyright: ESO</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In den Simulationen von Hainaut wurde davon ausgegangen, dass kein Satellit von Reflect Orbital seinen Strahl direkt auf ein Observatorium oder in dessen Nähe richten würde. Dennoch könnte die Lichtspur eines einzigen Spiegelsatelliten eine Beobachtung mit einer Kamera wie der des Rubin-Observatoriums beeinträchtigen. Wenn sich die gesamte Flotte der Reflect-Orbital-Satelliten in der Umlaufbahn befindet, wäre jedes Bild einer solchen Kamera verloren, sobald die Satelliten von der Sonne beleuchtet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es sind jedoch nicht nur die sich kreuzenden Bahnen der Satelliten, die unsere Beobachtungsmöglichkeiten einschränken: Ihr Licht kann den gesamten Himmel verschmutzen. Satelliten, die zu schwach sind, um direkt gesehen zu werden, erzeugen einen Schleier aus „diffusem“ Licht, während das Licht hellerer Satelliten beim Durchqueren der Atmosphäre in alle Richtungen „gestreut“ wird. Beide Effekte erhöhen die Gesamthelligkeit des Nachthimmels. Diese Studie ist die erste, die die Auswirkungen von Satellitenkonstellationen auf die Helligkeit des Nachthimmels untersucht und damit das volle Ausmaß der Lichtverschmutzung durch Satelliten aufzeigt.</p>



<div class="wp-block-uagb-separator uagb-block-c560cb59"><div class="wp-block-uagb-separator__inner" style="--my-background-image:"></div></div>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://youtu.be/jpPuDCc3YpU" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external"><img decoding="async" width="400" height="225" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/5-eso-2607-video-400x225-1.jpg" alt="" class="wp-image-153427" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/5-eso-2607-video-400x225-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/5-eso-2607-video-400x225-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Dieser Zeitraffer zeigt Satelliten, die innerhalb von nur einer Stunde den Nachthimmel über dem nördlichen Teil der Atacama-Wüste in Chile durchqueren. Das Video wurde am 15. Oktober 2025, etwa zwei Stunden nach Sonnenuntergang, aufgenommen. Einige der Spuren stammen von Flugzeugen und lassen sich leicht an ihren blinkenden farbigen Lichtern erkennen, doch die meisten Spuren sind auf Satelliten zurückzuführen.<br>Im Vordergrund sehen wir die Kuppel des Extremely Large Telescope (ELT) der ESO, des weltweit größten optischen/Infrarot-Teleskops, das derzeit auf dem Cerro Armazones im Bau ist. Dahinter sind die Laser des Very Large Telescope (VLT) der ESO am Paranal-Observatorium zu sehen, das 22 km vom ELT entfernt liegt.<br>Copyright: F. Kamphues, ESO/M. Kornmesser</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Sehr helle Konstellationen wie „Reflect Orbital“ hätten einen besonders starken Einfluss auf die Helligkeit des Nachthimmels. Bei einer vollständigen Konstellation von 50.000 „Reflect Orbital“-Satelliten wäre der Himmel insgesamt bis zu drei- bis viermal heller.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Begrenzung der Satellitenzahl zum Schutz des Nachthimmels</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Hainaut kommt zu dem Schluss, dass die geplanten 1,7 Millionen neuen Satelliten drastische Folgen für die bodengestützte Astronomie hätten. Diese Auswirkungen lassen sich nur vermeiden, indem die Gesamtzahl der bestehenden und künftigen Satelliten auf 100.000 begrenzt wird – Satelliten, die so schwach leuchten, dass sie von einem dunklen Standort aus mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. „Das ist keine feste Zahl, bei der 99.999 gut und 100.001 schlecht wäre: Natürlich würde ich 50.000 vorziehen“, sagt Hainaut. „Aber 100.000 verursachen Verluste in etwa in der Größenordnung anderer technischer Verluste, wie zum Beispiel Geräteausfälle.“ Er fügt jedoch hinzu, dass die Satelliten schwächer als die visuelle Helligkeitsklasse 7 [4] sein müssen; sollten einige von ihnen zu hell sein – also über dem Mindestschwellenwert für die Sichtbarkeit mit bloßem Auge liegen –, müsste die Gesamtzahl deutlich niedriger sein.</p>



<div class="wp-block-uagb-separator uagb-block-a9d8ebb8"><div class="wp-block-uagb-separator__inner" style="--my-background-image:"></div></div>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://youtu.be/Fa0IWI7kF_o" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external"><img decoding="async" width="400" height="225" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/6-eso-2607-video-400x225-1.jpg" alt="" class="wp-image-153428" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/6-eso-2607-video-400x225-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/6-eso-2607-video-400x225-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Dieser Zeitraffer zeigt Satelliten über dem Paranal-Observatorium der ESO in Chile. Er wurde am 24. Oktober 2025 aufgenommen und umfasst einen Zeitraum von vier Stunden nach Sonnenuntergang. Die helle Lichtquelle am Himmel ist der Mond, der zum Zeitpunkt der Aufnahme zu 7 % beleuchtet war.<br>Das Video zeigt die Kuppeln der riesigen Hauptteleskope und der kleineren Hilfsteleskope, aus denen sich das Very Large Telescope (VLT) der ESO zusammensetzt. Bei den gelben Strahlen handelt es sich um Laser der adaptiven Optik, mit denen atmosphärische Turbulenzen gemessen und korrigiert werden.<br>Copyright: F. Kamphues/ESO</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">SpaceX und Reflect Orbital, die für die extremsten neuen Vorschläge verantwortlich sind, haben jeweils bei der US-amerikanischen Federal Communications Commission (FCC) einen Antrag auf Startgenehmigung gestellt. Diese neue Studie diente der ESO in Zusammenarbeit mit der britischen Royal Astronomical Society und der Internationalen Astronomischen Union als Grundlage für eine Stellungnahme zu diesen Vorschlägen gegenüber der FCC.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die FCC hat über 1.800 Stellungnahmen zu Reflect Orbital und fast 1.500 Stellungnahmen zum Antrag von SpaceX erhalten“, erklärt Betty Kioko, Referentin für institutionelle Angelegenheiten bei der ESO, die für die Koordinierung der Stellungnahme der ESO zu den Vorschlägen verantwortlich ist. „Der Ball liegt nun bei der FCC, und wir warten ab, wie sie über beide Anträge entscheiden wird. Für die optische Astronomie stellt dies eine existenzielle Bedrohung dar, und wir hoffen, dass die Regulierungsbehörden diese Ansicht teilen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Astronomie schafft einen enormen Mehrwert für die Menschheit – unter wissenschaftlichen, technischen, wirtschaftlichen und pädagogischen Gesichtspunkten – und hilft uns, unseren Platz im Universum zu verstehen“, sagt ESO-Generaldirektor Xavier Barcons. „Die große Anzahl geplanter Satelliten in der erdnahen Umlaufbahn stellt diese Fähigkeit auf die Probe und unterstreicht die Notwendigkeit, künftige Satellitenstarts zu begrenzen und dass Astronomen, Ingenieure, Satellitenbetreiber und andere Interessengruppen zusammenarbeiten müssen, um strenge Maßnahmen zur Schadensminderung zu ergreifen.“</p>



<div class="wp-block-uagb-separator uagb-block-2b774b14"><div class="wp-block-uagb-separator__inner" style="--my-background-image:"></div></div>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://youtu.be/xACJHF62p6Q" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external"><img decoding="async" width="400" height="225" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/7-eso-2607-video-400x225-1.jpg" alt="" class="wp-image-153429" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/7-eso-2607-video-400x225-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/7-eso-2607-video-400x225-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Dieser Zeitraffer zeigt Satelliten über dem Paranal-Observatorium der ESO in Chile. Er wurde am 19. Mai 2026 aufgenommen und erstreckt sich über einen Zeitraum von 5 Stunden.<br>Das Video zeigt die Kuppeln der Hauptteleskope sowie eines kleineren Hilfsteleskops, die Teil des Very Large Telescope (VLT) der ESO sind.<br>Copyright: B. Häußler/ESO</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Start von Tausenden von Satelliten hat Auswirkungen: wirtschaftliche, ökologische und astronomische“, fügt Hainaut hinzu. Lichtverschmutzung durch sehr helle Satellitenkonstellationen kann die Gesundheit und das Funktionieren des Lebens auf der Erde beeinträchtigen, indem sie die biologischen Uhren und Ökosysteme stört. Große Konstellationen haben zudem direkte Auswirkungen auf die Luftqualität – sowohl durch die zahlreichen Starts, die für den Einsatz und die Wartung Tausender Satelliten erforderlich sind, als auch durch die Luftverschmutzung, die entsteht, wenn die Satelliten am Ende ihrer Lebensdauer beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglühen. „Mein Fachgebiet ist die Astronomie, daher quantifiziere ich die Auswirkungen auf die Astronomie“, erklärt Hainaut, „ich hoffe, dass andere die übrigen Auswirkungen in ihrem jeweiligen Fachgebiet bewerten werden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hainaut fasst zusammen: „Die erdnahe Umlaufbahn ist eine himmlische Küste, die für das moderne Leben von unschätzbarem Wert ist – von der globalen Vernetzung bis hin zu unserem ungehinderten Zugang zum Universum. Wir müssen jedoch die Auswirkungen von Mega-Konstellationen in den Griff bekommen – von der Lichtverschmutzung, die die Astronomie beeinträchtigt, bis hin zu den atmosphärischen Auswirkungen des Wiedereintritts von Satelliten –, um sicherzustellen, dass diese Ressource für künftige Generationen unberührt und zugänglich bleibt.“</p>



<div class="wp-block-uagb-separator uagb-block-c2dd427b"><div class="wp-block-uagb-separator__inner" style="--my-background-image:"></div></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Notes</strong></p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://youtu.be/Tm3qWstOjJs" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external"><img decoding="async" width="400" height="225" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/8-eso-2607-video-400x225-1.jpg" alt="" class="wp-image-153430" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/8-eso-2607-video-400x225-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/07/8-eso-2607-video-400x225-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Die Sonne geht über dem ESO-Observatorium Paranal unter, und der Himmel verwandelt sich von blassblau über rot zu schwarz. Die vier 1,8-Meter-Hilfsteleskope des Very Large Telescope der ESO öffnen ihre Kuppeln, um den Nachthimmel zu beobachten, als würden sie seinen neuen Besucher willkommen heißen: den Kometen C/2024 G3. Dieser „gefiederte“ Komet zog Anfang 2025 über den Himmel der chilenischen Atacama-Wüste und hinterließ dabei unglaubliche Bilder. Im Laufe der Nacht bewegt sich der Komet zusammen mit den Sternen zum Horizont, doch nicht alle Objekte am Nachthimmel folgen diesem Weg. Wie Regentropfen erinnern uns die schnellen weißen Streifen, die den Nachthimmel überschwemmen, an eine zunehmende Quelle der Lichtverschmutzung: Satellitenkonstellationen.<br>Copyright: B. Häußler/ESO</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">[1] Die Zahl der derzeit im Orbit befindlichen Satelliten steigt auf 32.000, wenn man ausgediente Satelliten und Weltraummüll mit einbezieht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">[2] Das für die Simulation herangezogene Instrument ist FORS2, das Arbeitspferd des VLT, das repräsentativ für herkömmliche Kameras an großen Teleskopen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">[3] Bei Kameras wie der des Rubin-Observatoriums, die über eine hochdichte, komplexe Elektronik verfügen, verursacht eine Satellitenspur, die hell genug ist, um den Detektor zu übersteuern, nicht nur einen breiten Streifen auf einem astronomischen Bild, sondern auch eine Reihe von Geisterspuren, die die Verluste vervielfachen und potenziell ein gesamtes Bild verfälschen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">[4] Ein Satellit unterhalb der visuellen Magnitude 7 stellt sicher, dass er den Detektor von Kameras wie der des Rubin-Observatoriums nicht übersteuert. Das bedeutet zufällig auch, dass die Satelliten zu schwach wären, um mit bloßem Auge gesehen zu werden, selbst unter makellos dunklem Himmel.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weitere Informationen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Forschungsergebnisse wurden in einem Artikel von Olivier Hainaut (Europäische Südsternwarte, Deutschland) vorgestellt, der in der Fachzeitschrift „Astronomy &amp; Astrophysics“ erscheinen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Europäische Südsternwarte (ESO) ermöglicht es Wissenschaftlern weltweit, die Geheimnisse des Universums zum Wohle aller zu erforschen. Wir planen, bauen und betreiben erstklassige Observatorien auf der Erde – die Astronomen nutzen, um spannende Fragen zu ergründen und die Faszination der Astronomie zu verbreiten – und fördern die internationale Zusammenarbeit in der Astronomie. Die ESO wurde 1962 als zwischenstaatliche Organisation gegründet und wird heute von 16 Mitgliedstaaten (Österreich, Belgien, Tschechien, Dänemark, Frankreich, Finnland, Deutschland, Irland, Italien, den Niederlanden, Polen, Portugal, Spanien, Schweden, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich) sowie vom Gastland Chile und von Australien als strategischem Partner unterstützt. Der Hauptsitz der ESO sowie ihr Besucherzentrum und Planetarium, die „ESO Supernova“, befinden sich in der Nähe von München in Deutschland, während unsere Teleskope in der chilenischen Atacama-Wüste stehen, einem wunderbaren Ort mit einzigartigen Bedingungen für die Beobachtung des Himmels. Die ESO betreibt drei Beobachtungsstandorte: La Silla, Paranal und Chajnantor. Am Paranal betreibt die ESO das Very Large Telescope und dessen Interferometer sowie Durchmusterungsteleskope wie VISTA. Ebenfalls am Paranal wird die ESO den südlichen Teil des Cherenkov Telescope Array Observatory beherbergen und betreiben, das weltweit größte und empfindlichste Gammastrahlen-Observatorium. Gemeinsam mit internationalen Partnern betreibt die ESO auf dem Chajnantor das ALMA, eine Anlage, die den Himmel im Millimeter- und Submillimeterbereich beobachtet. Auf dem Cerro Armazones in der Nähe von Paranal bauen wir „das größte Auge der Welt am Himmel“ – das Extremely Large Telescope der ESO. Von unseren Büros in Santiago de Chile aus unterstützen wir unsere Aktivitäten im Land und pflegen den Austausch mit chilenischen Partnern und der Gesellschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=17396.msg589080#msg589080" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Beeinträchtigung von astronomischen Teleskopen durch Megakonstellationen</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/jenseits-der-grenze-eine-million-satelliten-und-spiegel-im-weltraum-stellen-eine-ernsthafte-bedrohung-fuer-den-nachthimmel-dar/" data-wpel-link="internal">„Jenseits der Grenze“: Eine Million Satelliten und Spiegel im Weltraum stellen eine ernsthafte Bedrohung für den Nachthimmel dar</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>SN 1006: Wie japanische Chroniken eine Supernova bewahrten</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/sn-1006-wie-japanische-chroniken-eine-supernova-bewahrten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anna-Janina Stöhr]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2026 19:08:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Astrophilie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Sterne]]></category>
		<category><![CDATA[Sternenhimmel]]></category>
		<category><![CDATA[Astronomiegeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Japan]]></category>
		<category><![CDATA[SN 1006]]></category>
		<category><![CDATA[Supernova]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=153270</guid>

					<description><![CDATA[<p>Eine gigantische Supernova sorgte vor über tausend Jahren für Aufruhr in weiten Teilen der Welt. Tagebücher und Aufzeichnungen gewähren uns einen Einblick in die Reaktionen der Menschen. Die Niederschriften japanischer Gelehrter helfen bis heute bei der Forschung und Datierung des besonderen Himmelphänomens. Beitrag von Anna-Janina Stöhr, Quellen: Wikimedia, NASA, Harvard, Raumfahrer.net. 28. Juni 2026. Die [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/sn-1006-wie-japanische-chroniken-eine-supernova-bewahrten/" data-wpel-link="internal">SN 1006: Wie japanische Chroniken eine Supernova bewahrten</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Eine gigantische Supernova sorgte vor über tausend Jahren für Aufruhr in weiten Teilen der Welt. Tagebücher und Aufzeichnungen gewähren uns einen Einblick in die Reaktionen der Menschen. Die Niederschriften japanischer Gelehrter helfen bis heute bei der Forschung und Datierung des besonderen Himmelphänomens.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Beitrag von Anna-Janina Stöhr, Quellen: Wikimedia, NASA, Harvard, Raumfahrer.net. 28. Juni 2026.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Supernova 1006 – das hellste Sternereignis der Geschichte der Menschheit?</strong></p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2940666879_14f245c5c4_k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Falschfarbenaufnahme von Chandra des Supernova-Überrests SN 1006 im Röntgenlicht: Blau zeigt hochenergetische Teilchen, Rot und Grün mehrere Millionen Grad heißes Gas, das bei der Explosion des Sterns entstand. Credit: NASA/CXC/Rutgers/J.Hughes et al." data-rl_caption="" title="Falschfarbenaufnahme von Chandra des Supernova-Überrests SN 1006 im Röntgenlicht: Blau zeigt hochenergetische Teilchen, Rot und Grün mehrere Millionen Grad heißes Gas, das bei der Explosion des Sterns entstand. Credit: NASA/CXC/Rutgers/J.Hughes et al." data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2940666879_14f245c5c4_k1.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Falschfarbenaufnahme von Chandra des Supernova-Überrests SN 1006 im Röntgenlicht: Blau zeigt hochenergetische Teilchen, Rot und Grün mehrere Millionen Grad heißes Gas, das bei der Explosion des Sterns entstand. Bild: NASA/CXC/Rutgers/J.Hughes et al.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Den Menschen des 11. Jahrhunderts muss sich ein beeindruckendes Schauspiel geboten haben. Ab dem 1. Mai 1006 war am Himmel ein extrem leuchtendes Objekt zu sehen, strahlender als die Venus und über mehrere Wochen hinweg auch tagsüber sichtbar. Heute ist das Phänomen als SN 1006 bekannt und gilt als das vermutlichst hellste natürliche Himmelsobjekt, das in der überlieferten Menschheitsgeschichte zu sehen war. Die Supernova war nicht weltweit sichtbar, doch Astronomen sowie die allgemeine Bevölkerung aus China, Japan, Europa und der arabischen Welt berichteten zu unserem Glück über das Phänomen<sup data-fn="feec3cbd-ceb8-4f11-bc7a-24eb0aee2120" class="fn"><a id="feec3cbd-ceb8-4f11-bc7a-24eb0aee2120-link" href="#feec3cbd-ceb8-4f11-bc7a-24eb0aee2120">1</a></sup>. Heutzutage wissen wir, dass es sich um den Tod eines alten Sterns handelte, 7000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Dieser war wahrscheinlich ein Weißer Zwerg, dessen Masse die Stabilitätsgrenze überschritten hatte<sup data-fn="5a79f22b-b3f3-4248-8cd3-45609874552a" class="fn"><a id="5a79f22b-b3f3-4248-8cd3-45609874552a-link" href="#5a79f22b-b3f3-4248-8cd3-45609874552a">2</a></sup>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Astronomie in vergangenen Zeiten</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor 1000 Jahren waren Physik und Ursache hinter dem plötzlich auftretenden hellen Fleck am Himmel natürlich nicht bekannt. Die Menschen verfügten weder über das Vorwissen noch über unsere modernen Messgeräte und Teleskope. Wie wurde dann mit dem merkwürdigen Stern umgegangen? Glücklicherweise gewähren uns Quellen einen Blick zurück in die Zeit, beispielsweise in die Heian-Periode Japans.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Land verfügte zu dieser Zeit noch nicht über eine so ausgeprägte astronomische Tradition wie sie in China existierte, doch ungewöhnliche Erscheinungen am Himmel wurden aufmerksam registriert. Die Überlieferung der Supernova beschränkt sich nicht auf eine einzelne Chronik, sondern verteilt sich auf mehrere Hofchroniken und Tagebücher, die teilweise erst Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte später niedergeschrieben wurden. Selbstverständlich protokollierten auch die anderen Kulturen die Erscheinung, dieser Artikel bezieht sich jedoch ausschließlich auf japanische Quellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gaststerne, Tagebücher und hitzige Diskussionen</strong></p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/Teika3.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Portrait von Fujiwara no Sadaie / Teika, Quelle Wikimedia" data-rl_caption="" title="Portrait von Fujiwara no Sadaie / Teika, Quelle Wikimedia" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/Teika31.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Portrait von Fujiwara no Sadaie. Bild: Wikimedia<br></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die wohl wichtigste japanische Beschreibung der Supernova findet sich im Meigetsuki (&#8222;Aufzeichnung des klaren Mondes&#8220;) des Dichters Fujiwara no Sadaie (1162–1241). Dort überlieferte er eine Liste historischer &#8222;Gaststerne&#8220;, also Sterne, die plötzlich an einem Ort erscheinen und nach einiger Zeit wieder verschwinden, und beschrieb die Erscheinung vom Mai 1006. Er berichtet von einem „großen Gaststern“, der „dem Mars ähnelte“, außergewöhnlich hell war und stark funkelte. Der Stern erschien nach Einbruch der Dunkelheit und blieb über mehrere Nächte sichtbar. Seine Position wird „direkt südlich innerhalb der Sternengruppe Kikan (騎官, chinesisch Ch&#8217;i Kuan)“ angegeben, einer traditionellen ostasiatischen Sternengruppe, deren Name sich etwa mit „Reiteroffiziere“ übersetzen lässt. Gleichzeitig erwähnt Sadaie eine abweichende Deutung älterer Astronomen: Einige vertraten die Ansicht, dass kein neuer Stern erschienen sei, sondern sich lediglich die Struktur des Sterns Kishin Shōgun (騎陣將軍, „General der Reiterformation“) verändert habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Diskussion wird in einer weiteren Quelle näher aufgegriffen. Das Tagebuch Gyokuyō („Jadeblätter“) führte der Hofadlige Fujiwara no Kanezane (1149–1207), also mehrere Jahrzehnte nach dem Erscheinen der Supernova. Darin beschreibt er ein Gespräch mit dem stellvertretenden Hofastronomen Abe Yasuchika, der eine Geschichte seines Großvaters Abe Ariyuki überliefert. Während der Regierungszeit Kaiser Sanjōs (1011–1016) kam es zwischen Ariyuki und einem anderen Gelehrten, Morohira, zu einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung über einen ungewöhnlichen Gaststern. Ariyuki war überzeugt, dass tatsächlich ein neuer Stern erschienen war. Morohira widersprach jedoch und argumentierte, dass kein neuer Stern existiere; vielmehr seien lediglich alle Sterne des Kishin Shōgun ungewöhnlich deutlich sichtbar geworden. Nach heutiger Auffassung besteht allerdings Uneinigkeit darüber, ob Morohira wohl stattdessen die Sternengruppe Kikan gemeint haben könnte. In den Quellen wird von Kishin Shōgun so gesprochen, dass er nach heutigem Verständnis nur ein einzelner Stern war. Bemerkenswert ist außerdem die Notiz Kanezanes, dass man erwartete, ein solches Ereignis könne innerhalb weniger Tage wichtige politische Folgen für das Reich ankündigen.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1920px-Imperial_Encyclopaedia_-_Officialdom_-_pic0014_-_騎官二十七星車騎三星騎陣將軍一星圖.svg_.png" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Diagramm der 27 Sterne der Reiteroffiziere, der 3 Sterne der Wagenreiter und des Generals der Reiterformation. Gujin Tushu Jicheng, Quelle: Chen Menglei Wikimedia" data-rl_caption="" title="Diagramm der 27 Sterne der Reiteroffiziere, der 3 Sterne der Wagenreiter und des Generals der Reiterformation. Gujin Tushu Jicheng, Quelle: Chen Menglei Wikimedia" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1920px-Imperial_Encyclopaedia_-_.png" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Diagramm der 27 Sterne der Reiteroffiziere, der 3 Sterne der Wagenreiter und des Generals der Reiterformation. Bild: Chen Menglei Wikimedia<br></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere japanische Chroniken erlauben einen Einblick in den Umgang des damaligen Kaiserhofes mit dem Ereignis. Das Tagebuch Gonki des Hofbeamten und Kalligrafs Fujiwara no Yukinari (971–1027), das nahezu zeitgleich mit der Supernova entstand, berichtet, dass zwischen Juli und August des Jahres 1006 wiederholt Meldungen über den Gaststern aus verschiedenen Provinzen am Hof verlesen wurden. Andere Werke wie das Hōjōji Sesseiki, das Hyakureishō, das Nihonkiryaku und das Ichidai Yōki ergänzen diese Informationen. Sie berichten unter anderem, dass der Hof &#8222;Wahrsager&#8220; oder Astrologen mit einer Deutung des Himmelszeichens beauftragte, Opfergaben in zahlreichen Schreinen darbringen ließ und ein General sogar um eine Amnestie bat, um auf das außergewöhnliche Ereignis zu reagieren. Das Ichidai Yōki beschreibt den Gaststern außerdem als weiß-blau in seiner Erscheinung.<sup data-fn="f7bb6308-b03f-456f-82e0-18af9313f21b" class="fn"><a href="#f7bb6308-b03f-456f-82e0-18af9313f21b" id="f7bb6308-b03f-456f-82e0-18af9313f21b-link">3</a></sup><sup data-fn="19deeeb4-75b4-48c1-b76e-2ecec6bd5153" class="fn"><a href="#19deeeb4-75b4-48c1-b76e-2ecec6bd5153" id="19deeeb4-75b4-48c1-b76e-2ecec6bd5153-link">4</a></sup></p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute besitzen die japanischen Aufzeichnungen einen wissenschaftlichen Wert, der weit über ihren ursprünglichen Zweck hinausgeht. Wissenschaftler*innen vergleichen die historischen Berichte aus Japan mit chinesischen, arabischen und europäischen Quellen, um den zeitlichen Verlauf der Supernova zu rekonstruieren. Durch die Kombination dieser Zeugnisse lässt sich abschätzen, wann das Licht der Explosion erstmals sichtbar wurde, wie lange sie beobachtet werden konnte und welche Helligkeit sie erreichte. Damit tragen mittelalterliche japanische Chroniken noch immer zur modernen Erforschung von SN 1006 bei. Sie zeigen, wie historische Dokumente und moderne Astronomie zusammenwirken können, um ein Ereignis zu verstehen, das sich vor mehr als tausend Jahren ereignete. Zudem eröffnen sie ein spannendes Fenster in eine längst vergangene Epoche der Astronomie.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=20772.msg588981#msg588981" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Astrophilie: Über die Romantik des Weltraums</a></li>
</ul>


<ol class="wp-block-footnotes"><li id="feec3cbd-ceb8-4f11-bc7a-24eb0aee2120">https://www.nasa.gov/universe/supernova-remnant-sn-1006/ <a href="#feec3cbd-ceb8-4f11-bc7a-24eb0aee2120-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 1 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="5a79f22b-b3f3-4248-8cd3-45609874552a">https://www.raumfahrer.net/reste-einer-sehr-alten-supernova/ <a href="#5a79f22b-b3f3-4248-8cd3-45609874552a-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 2 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="f7bb6308-b03f-456f-82e0-18af9313f21b">https://ui.adsabs.harvard.edu/abs/1965AJ…..70..748G/abstract <a href="#f7bb6308-b03f-456f-82e0-18af9313f21b-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 3 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="19deeeb4-75b4-48c1-b76e-2ecec6bd5153">Shigeru, Kanda. 1935. Nihon tenmon shiryō. Tokyo: Koseisha <a href="#19deeeb4-75b4-48c1-b76e-2ecec6bd5153-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 4 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li></ol><p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/sn-1006-wie-japanische-chroniken-eine-supernova-bewahrten/" data-wpel-link="internal">SN 1006: Wie japanische Chroniken eine Supernova bewahrten</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>ESAs Euclid erfasst das dichte Zentrum der Milchstraße</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/esas-euclid-erfasst-das-dichte-zentrum-der-milchstrasse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jun 2026 21:59:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Euclid]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[EUCLID]]></category>
		<category><![CDATA[galaktischer Bulge]]></category>
		<category><![CDATA[Galaxienhaufen]]></category>
		<category><![CDATA[Microlinseneffekt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=153381</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das größte und detaillierteste Foto, das jemals im sichtbaren Licht vom Zentrum unserer Milchstraße aufgenommen wurde, wurde am 24. Juni 2026 von der Euclid-Mission der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) veröffentlicht. Mit mehr als 60 Millionen Sternen eröffnet dieses Bild Wissenschaftlern die Möglichkeit, die Existenz von Exoplaneten in dieser Region zu bestätigen und deren Masse anhand winziger [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/esas-euclid-erfasst-das-dichte-zentrum-der-milchstrasse/" data-wpel-link="internal">ESAs Euclid erfasst das dichte Zentrum der Milchstraße</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Das größte und detaillierteste Foto, das jemals im sichtbaren Licht vom Zentrum unserer Milchstraße aufgenommen wurde, wurde am 24. Juni 2026 von der Euclid-Mission der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) veröffentlicht. Mit mehr als 60 Millionen Sternen eröffnet dieses Bild Wissenschaftlern die Möglichkeit, die Existenz von Exoplaneten in dieser Region zu bestätigen und deren Masse anhand winziger Veränderungen des Sternenlichts im Laufe der Zeit zu messen.<br>Eine Pressemitteilung der Europäischen Weltraumagentur ESA.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Euclid/ESA_s_Euclid_captures_the_Milky_Way_s_crowded_heart" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ESA / Science &amp; Exploration</a>, 24. Juni 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur für einen einzigen Tag richtete <a href="https://www.esa.int/ESA_Multimedia/Videos/2023/06/Euclid_ESA_s_mission_into_the_unknown" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Euclid,</a> unser <a href="https://www.esa.int/ESA_Multimedia/Videos/2023/06/Euclid_ESA_s_mission_into_the_unknown" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Detektiv des dunklen Universums,</a> seinen Blick auf das Licht: den extrem hellen inneren Bereich unserer Milchstraße, der als <a href="https://www.esa.int/ESA_Multimedia/Images/2016/09/Anatomy_of_the_Milky_Way" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">galaktischer Bulge</a> bekannt ist. Diese besondere Anfrage kam von Astronomen, die genau das wollten, was Euclid am besten kann: riesige Bereiche des Himmels in gestochen scharfen Details erfassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die für <a href="https://www.esa.int/ESA_Multimedia/Videos/2025/03/Euclid_is_back_26_million_galaxies_and_counting" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">die Beobachtung von Milliarden weit entfernter Galaxien</a> konzipierte Kamera für sichtbares Licht des Weltraumteleskops ist empfindlich genug, um einzelne Sterne in unserem überfüllten galaktischen Bulge voneinander zu unterscheiden, ohne dabei geblendet zu werden. Diese seltene Fähigkeit ist entscheidend für das, wofür Wissenschaftler dieses Bild nutzen wollen: die Untersuchung von Planeten um andere Sterne mithilfe einer speziellen Technik namens <a href="https://www.esa.int/ESA_Multimedia/Images/2019/02/Detecting_exoplanets_with_microlensing" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Mikrolinseneffekt</a>. Doch bevor wir uns damit befassen, wollen wir uns zunächst dieses beeindruckende Bild selbst genauer ansehen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Euclids-Blick-auf-den-Bulge-unserer-Galaxie.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="750" height="527" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Euclids-Blick-auf-den-Bulge-unserer-Galaxie-750x527-1.jpg" alt="" class="wp-image-153363" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Euclids-Blick-auf-den-Bulge-unserer-Galaxie-750x527-1.jpg 750w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Euclids-Blick-auf-den-Bulge-unserer-Galaxie-750x527-1-300x211.jpg 300w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Euclids Blick auf den Bulge unserer Galaxie<br><mark>Credit: ESA/Euclid/Euclid Consortium/NASA, CFHT, image processing by J.-C. Cuillandre and E. Bertin (CEA Paris-Saclay); Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Am 23. März 2025 nahm Euclid dieses riesige Bild in nur etwa 26 Stunden auf. Es handelt sich um ein Mosaik aus neun „Ausrichtungen“ seiner Kamera für sichtbares Licht, <a href="https://www.esa.int/ESA_Multimedia/Images/2023/11/Euclid_s_wide-eyed_look_at_the_cosmos" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">wobei jede Ausrichtung einen Bereich des Himmels abdeckt, der größer ist als der Vollmond</a>.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-Location_of_Euclid_s_galactic_bulge_survey_pillars.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="750" height="422" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-Location_of_Euclid_s_galactic_bulge_survey_pillars-750x422-1.jpg" alt="" class="wp-image-153365" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-Location_of_Euclid_s_galactic_bulge_survey_pillars-750x422-1.jpg 750w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-Location_of_Euclid_s_galactic_bulge_survey_pillars-750x422-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Die Position von Euclids Galactic Bulge Survey<br><mark>Credit: ESA/Euclid/Euclid Consortium/NASA, CFHT, ESA/Gaia/DPAC,image processing by J.-C. Cuillandre and E. Bertin (CEA Paris-Saclay); Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Vergleich: Die Schärfe und Empfindlichkeit von Euclid im sichtbaren Licht ist vergleichbar mit der Weitfeldkamera <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Hubble_overview" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">des Hubble-Weltraumteleskops der NASA/ESA</a>. Doch jede Aufnahme, die Euclid in wenigen Stunden macht, erstreckt sich über einen Bereich, der 270-mal größer ist als das Sichtfeld von Hubble. Um dasselbe Euclid-Mosaik zu beobachten, würde das <a href="https://keckobservatory.org/our-story/telescopes/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Keck-Observatorium</a> etwa 2000 Stunden benötigen. Euclid ist schneller und in der Lage, Details von schwächeren Sternen zu erfassen, die bei einer Beobachtung vom Boden aus sonst übersehen würden. Dieses einzelne Mosaik umfasst zudem die gesamte Region, die das künftige <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Roman_factsheet" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Roman-Weltraumteleskop</a> auf der Suche nach Planeten überwachen wird.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/3-Infographic_explaining_Euclid_s_galactic_bulge_survey_pillars.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="750" height="422" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/3-Infographic_explaining_Euclid_s_galactic_bulge_survey_pillars-750x422-1.jpg" alt="" class="wp-image-153367" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/3-Infographic_explaining_Euclid_s_galactic_bulge_survey_pillars-750x422-1.jpg 750w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/3-Infographic_explaining_Euclid_s_galactic_bulge_survey_pillars-750x422-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Infografik zur Erläuterung von Euclids Galactic Bulge Survey<br><mark>Credit: Euclid images: ESA/Euclid/Euclid Consortium/NASA, CFHT, image processing by J.-C. Cuillandre and E. Bertin (CEA Paris-Saclay); Milky Way artist impressions: ESA/Gaia/DPAC, Stefan Payne-Wardenaar); Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Euclid hat auf diesem Bild mehr als 60 Millionen Sterne sowie Nebel und Sternhaufen erfasst. Diese dicht besiedelte Region unserer Galaxie ist der perfekte Ort für Astronomen, um mit Hilfe <a href="https://www.esa.int/ESA_Multimedia/Images/2019/02/Detecting_exoplanets_with_microlensing" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">des Mikrolinseneffekts</a> nach Exoplaneten zu suchen.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4a-Der-galaktische-Bulge.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="500" height="351" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4a-Der-galaktische-Bulge-500x351-1.jpg" alt="" class="wp-image-153369" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4a-Der-galaktische-Bulge-500x351-1.jpg 500w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4a-Der-galaktische-Bulge-500x351-1-300x211.jpg 300w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Euclids galactischer Bulge Aufnahmen – unzählige Sterne<br><mark>Credit: ESA/Euclid/Euclid Consortium/NASA, CFHT, image processing by J.-C. Cuillandre and E. Bertin (CEA Paris-Saclay); Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence</mark></em></figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4b-galaktischer-Bulge.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="500" height="351" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4b-galaktischer-Bulge-500x351-1.jpg" alt="" class="wp-image-153371" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4b-galaktischer-Bulge-500x351-1.jpg 500w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4b-galaktischer-Bulge-500x351-1-300x211.jpg 300w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Euclids galactischer Bulge Aufnahmen – Sternen Cluster<br><mark>Credit: ESA/Euclid/Euclid Consortium/NASA, CFHT, image processing by J.-C. Cuillandre and E. Bertin (CEA Paris-Saclay); Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence</mark></em></figcaption></figure>



<div class="wp-block-uagb-separator uagb-block-e042b407"><div class="wp-block-uagb-separator__inner" style="--my-background-image:"></div></div>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4c-galaktischer-Bulge.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="500" height="351" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4c-galaktischer-Bulge-500x351-1.jpg" alt="" class="wp-image-153374" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4c-galaktischer-Bulge-500x351-1.jpg 500w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4c-galaktischer-Bulge-500x351-1-300x211.jpg 300w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Euclids galactischer Bulge Aufnahmen – Molekulare Wolken<br><mark>Credit: ESA/Euclid/Euclid Consortium/NASA, CFHT, image processing by J.-C. Cuillandre and E. Bertin (CEA Paris-Saclay); Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence</mark></em></figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4d-galaktischer-Bulge.jpg" data-rel="lightbox-image-6" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="500" height="351" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4d-galaktischer-Bulge-500x351-1.jpg" alt="" class="wp-image-153376" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4d-galaktischer-Bulge-500x351-1.jpg 500w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4d-galaktischer-Bulge-500x351-1-300x211.jpg 300w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Euclids galactischer Bulge Aufnahmen – Nebel<br><mark>Credit: ESA/Euclid/Euclid Consortium/NASA, CFHT, image processing by J.-C. Cuillandre and E. Bertin (CEA Paris-Saclay); Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence</mark></em></figcaption></figure>



<div class="wp-block-uagb-separator uagb-block-5d374b26"><div class="wp-block-uagb-separator__inner" style="--my-background-image:"></div></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Suche nach Exoplaneten mittels Gravitationsmikrolinseneffekt</strong></p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/5-Detecting_exoplanets_with_microlensing_pillars.jpg" data-rel="lightbox-image-7" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="350" height="350" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/5-Detecting_exoplanets_with_microlensing_pillars-350x350-1.jpg" alt="" class="wp-image-153378" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/5-Detecting_exoplanets_with_microlensing_pillars-350x350-1.jpg 350w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/5-Detecting_exoplanets_with_microlensing_pillars-350x350-1-300x300.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/5-Detecting_exoplanets_with_microlensing_pillars-350x350-1-150x150.jpg 150w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/5-Detecting_exoplanets_with_microlensing_pillars-350x350-1-120x120.jpg 120w" sizes="(max-width: 350px) 100vw, 350px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Beobachtung von Exoplaneten mittels Mikrolinseneffekt<br><mark>Credit: ESA; Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mikrolinseneffekt ist eine Form des <a href="https://www.esa.int/ESA_Multimedia/Images/2025/03/Strong_gravitational_lenses_captured_by_Euclid" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Gravitationslinseneffekts</a>. Während Euclid den Linseneffekt hauptsächlich zur Erforschung massereicher, weit entfernter Objekte wie Galaxienhaufen nutzt, hilft dieses neue Bild des galaktischen Zentrums Wissenschaftlern dabei, Linsen auf kleinster Skala zu untersuchen – verursacht durch Sterne und Exoplaneten in unserer eigenen Galaxie.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mikrolinseneffekt beruht auf der zufälligen Ausrichtung zweier Sterne zum Beobachter. Wenn ein Stern vor einem anderen vorbeizieht, wirkt der näher gelegene Stern wie ein kosmisches Vergrößerungsglas, das das Licht des Hintergrundsterns ablenkt und aufhellt. Umkreist ein Planet den näher gelegenen Stern, lenkt auch seine Schwerkraft dieses Licht ab – und zwar auf leicht ungleichmäßige Weise. Anhand dieser winzigen zusätzlichen Helligkeitsänderung lässt sich die Anwesenheit eines Planeten nachweisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Um Mikrolinsen zu entdecken, muss man Bereiche des Himmels beobachten, in denen sich viele Sterne befinden, beispielsweise in der Nähe des Zentrums unserer Galaxie“, erklärt Jean-Philippe Beaulieu vom Institut d’Astrophysique de Paris in Frankreich und der University of Tasmania in Australien. Jean-Philippe war der ursprüngliche Initiator der Euclid-Durchmusterung des galaktischen Bulges und leitete gemeinsam mit anderen die Arbeitsgruppe für Exoplaneten des <a href="https://www.euclid-ec.org/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Euclid-Konsortiums</a>.&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„In den letzten zwanzig Jahren wurden mit dieser Technik <a href="https://exoplanetarchive.ipac.caltech.edu/docs/counts_detail.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">fast 300 Exoplaneten</a> entdeckt, alle mit bodengestützten Teleskopen und alle in Richtung des Zentrums unserer Galaxie. Dieses Bild von Euclid umfasst 51 bekannte Planetensysteme – und es wird dazu beitragen, viele weitere zu untersuchen, die noch entdeckt werden“, fügt er hinzu.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://dlmultimedia.esa.int/download/public/videos/2026/06/039/2606_039_AR_EN.mp4" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external"><img decoding="async" width="750" height="422" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/6-ESAs-Euclid-erfasst-das-dichte-Zentrum-der-Milchstrasse-750x422-1.jpg" alt="" class="wp-image-153380" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/6-ESAs-Euclid-erfasst-das-dichte-Zentrum-der-Milchstrasse-750x422-1.jpg 750w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/6-ESAs-Euclid-erfasst-das-dichte-Zentrum-der-Milchstrasse-750x422-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>ESAs Euclid erfasst das dichte Zentrum der Milchstraße<br><mark>Credit: ESA; Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Messung von Planetenmassen mit Euclid</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Um ein Mikrolinsenereignis zu erfassen, müsste ein Teleskop einen Stern über zwanzig Tage lang beobachten. Dies ist notwendig, um die Unregelmäßigkeiten des abgelenkten Lichts zu erkennen, während der Planet seinen Mutterstern umkreist. Daher können während des einen Beobachtungstages von Euclid keine neuen Ereignisse entdeckt werden. Was dieses Bild jedoch so besonders macht, ist, dass es Wissenschaftlern ermöglicht, die Masse bereits bekannter Planeten sowie noch zu entdeckender Planeten zu messen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Innerhalb von 24 Stunden hat Euclid bereits die Sterne erfasst, die an allen zukünftigen Mikrolinsenereignissen beteiligt sind, die das Weltraumteleskop Roman nachweisen wird – allerdings noch bevor sich die beteiligten Sterne und Planeten in einer Linie angeordnet haben“, sagt Natalia Rektsini vom Institut d’Astrophysique de Paris in Frankreich, die die Veröffentlichung der Daten aus Euclids Vermessung des galaktischen Bulges für die wissenschaftliche Gemeinschaft leitete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das bedeutet, dass jeder, der ein Mikrolinsenereignis in derselben Region entdeckt – zum Beispiel mit Roman –, von nun an die Euclid-Daten als zeitliche Referenz in der Vergangenheit nutzen und sehen kann, wie die Sterne aussahen, bevor sie sich überlagerten“, erklärt Natalia. „Da Euclid einzelne Sterne klar voneinander unterscheiden kann, lässt sich messen, wie schnell sie sich im Laufe der Zeit bewegen, und anhand dieser Informationen die Existenz eines Planeten bestätigen sowie dessen Masse bestimmen. Mit Daten, die nur einen bestimmten Zeitpunkt erfassen, wäre dies nicht möglich.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eisplaneten und mehr</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den meisten Methoden zur Planetenjagd ist es einfacher, große, heiße Planeten zu finden, die massive Sterne umkreisen. Bei der Mikrolinsenmethode ist das nicht der Fall. „Diese Methode ist unvoreingenommen – wir entdecken, was auch immer da draußen ist“, sagt Natalia. „Sie eignet sich in einzigartiger Weise zur Entdeckung kalter Exoplaneten. Und wir gehen davon aus, dass jeder Stern in der Milchstraße mindestens einen solchen Planeten beherbergt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Muttersterne zweier bekannter kalter Exoplaneten tauchen in den Daten von Euclid auf, und beide haben für das Team eine besondere Bedeutung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich habe das Team geleitet, das vor 20 Jahren <a href="https://www.eso.org/public/news/eso0603/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">OGLE-2005-BLG-390Lb</a> entdeckt hat“, sagt Jean-Philippe. „Es ist ein eisiger Planet, ein bisschen wie Hoth aus Star Wars. Nach all der Zeit freue ich mich sehr, dass Euclid es uns endlich ermöglichen könnte, seine genaue Masse zu bestimmen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<a href="https://www.americaspace.com/2014/07/08/astronomers-discover-first-ever-terrestrial-exoplanet-in-an-earth-type-orbit-around-a-red-dwarf-binary-star-system/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">OGLE-2013-BLG-341Lb</a> ist ein seltenes und faszinierendes System“, sagt Natalia. „Es besteht aus zwei Sternen und einem Planeten. Durch die Kombination früherer Beobachtungen von Keck und Hubble mit neuen Euclid-Daten können wir endlich die Sterne voneinander trennen und die Masse des Planeten bestätigen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dieses Ergebnis zeigt, was ein relativ kleines, engagiertes Team im Rahmen einer großen internationalen Mission erreichen kann“, sagt Valeria Pettorino, Euclid-Projektwissenschaftlerin bei der ESA. „Das <a href="https://euclid.dataspace.esa.int/science-domains/exoplanets" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Exoplaneten-Team</a> profitierte von wertvollen Beiträgen von Nachwuchsforschern und wurde von der Science Ground Segment-Einheit unterstützt, die am Instrument für den sichtbaren Bereich arbeitet.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„In nur 24 Stunden hat Euclid einzigartige Daten über das Zentrum der Milchstraße geliefert, mit einer großflächigen und scharfen Ansicht dieser Region. Mit der Zeit nimmt der Abstand zwischen Quellen und Linsen zu. Deshalb werden diese Euclid-Daten als zeitlicher Bezugspunkt für vergangene und zukünftige Missionen dienen und Untersuchungen von Exoplaneten und deren Massen ermöglichen. Diese Daten können auch für andere wissenschaftliche Anwendungen genutzt werden, von Braunen Zwergen und Doppelsternen bis hin zu Sternbewegungen und Staub in unserer Galaxie.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.cosmos.esa.int/web/euclid/q2-data-release" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Weitere Informationen zum Herunterladen der neuen Euclid-Daten finden Sie hier.</a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Vermessung des galaktischen Bulges wurde ausschließlich die VIS-Kamera (Visible) von Euclid verwendet, um die Beobachtungen so stabil wie möglich zu halten. Aus diesem Grund ist das Originalbild in Schwarz-Weiß gehalten. Um das Foto für diese Veröffentlichung mit Farbe zu versehen, wurden Daten des bodengestützten Canada-France-Hawai‘i-Teleskops (CFHT) hinzugefügt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über Euclid</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Euclid/ESA_s_Euclid_lifts_off_on_quest_to_unravel_the_cosmic_mystery_of_dark_matter_and_dark_energy" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Euclid wurde im Juli 2023 gestartet</a> und begann <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Euclid/Ready_set_go!_Euclid_begins_its_dark_Universe_survey" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">am 14. Februar 2024</a> mit seinen <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Euclid/Ready_set_go!_Euclid_begins_its_dark_Universe_survey" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">routinemäßigen wissenschaftlichen Beobachtungen</a>. <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Euclid/Top_five_mysteries_Euclid_will_help_solve" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Ziel der Mission</a> ist es, den verborgenen Einfluss von dunkler Materie und dunkler Energie auf das sichtbare Universum aufzudecken. Über einen Zeitraum von sechs Jahren wird Euclid die Formen, Entfernungen und Bewegungen von Milliarden von Galaxien bis zu einer Entfernung von 10 Milliarden Lichtjahren beobachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Euclid ist eine europäische Mission, die von der ESA gebaut und betrieben wird und an der die NASA mitwirkt. Das Euclid-Konsortium – bestehend aus mehr als 2000 Wissenschaftlern aus 300 Instituten in 15 europäischen Ländern, den USA, Kanada und Japan – ist für die Bereitstellung der wissenschaftlichen Instrumente und die wissenschaftliche Datenanalyse verantwortlich. Die ESA wählte Thales Alenia Space als Hauptauftragnehmer für den Bau des Satelliten und seines Servicemoduls aus, während Airbus Defence and Space mit der Entwicklung des Nutzlastmoduls einschließlich des Teleskops beauftragt wurde. Die NASA stellte die Detektoren des Nahinfrarot-Spektrometers und -Photometers (NISP) zur Verfügung. Euclid ist eine Mission der mittleren Klasse im Rahmen <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/ESA_s_Cosmic_Vision" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">des „Cosmic Vision“-Programms der ESA</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10521.msg588954#msg588954" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Weltraumteleskop EUCLID</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/esas-euclid-erfasst-das-dichte-zentrum-der-milchstrasse/" data-wpel-link="internal">ESAs Euclid erfasst das dichte Zentrum der Milchstraße</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		<enclosure url="https://dlmultimedia.esa.int/download/public/videos/2026/06/039/2606_039_AR_EN.mp4" length="25914065" type="video/mp4" />

			</item>
		<item>
		<title>Europa spürt die Hitze unter den Füßen</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/europa-spuert-die-hitze-unter-seinen-fuessen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Jun 2026 18:52:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Copernicus]]></category>
		<category><![CDATA[Erde]]></category>
		<category><![CDATA[Erderwärmung]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Hitzedom]]></category>
		<category><![CDATA[Hitzewelle]]></category>
		<category><![CDATA[Oberflächentemperatur]]></category>
		<category><![CDATA[Sentinel-3]]></category>
		<category><![CDATA[SLSTR]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=153323</guid>

					<description><![CDATA[<p>Eine außergewöhnliche Hitzewelle erfasst derzeit Länder in ganz Westeuropa, wobei Städte und Regionen in Frankreich, Spanien und Süditalien für diese Jahreszeit ungewöhnlich hohe Temperaturen verzeichnen. Eine Pressemitteilung der Europäischen Weltraumagentur ESA. Quelle: ESA / Applications, 25. Juni 2026 Dieses Bild der Landoberflächentemperatur wurde am Mittwoch, dem 23. Juni, von der Copernicus-Sentinel-3-Mission aufgenommen. Die Daten wurden [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/europa-spuert-die-hitze-unter-seinen-fuessen/" data-wpel-link="internal">Europa spürt die Hitze unter den Füßen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Eine außergewöhnliche Hitzewelle erfasst derzeit Länder in ganz Westeuropa, wobei Städte und Regionen in Frankreich, Spanien und Süditalien für diese Jahreszeit ungewöhnlich hohe Temperaturen verzeichnen. Eine Pressemitteilung der Europäischen Weltraumagentur ESA.</p>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://www.esa.int/Applications/Observing_the_Earth" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ESA / Applications</a>, 25. Juni 2026</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Europe_feels_the_heat_beneath_our_feet_pillars.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="750" height="563" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Europe_feels_the_heat_beneath_our_feet_pillars-750x563-1.jpg" alt="" class="wp-image-153321" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Europe_feels_the_heat_beneath_our_feet_pillars-750x563-1.jpg 750w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Europe_feels_the_heat_beneath_our_feet_pillars-750x563-1-300x225.jpg 300w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Oberflächentemperaturen in Europa<br><mark>Credit: contains modified Copernicus Sentinel data (2026), processed by ESA; Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Bild der Landoberflächentemperatur wurde am Mittwoch, dem 23. Juni, von der <a href="https://www.esa.int/Applications/Observing_the_Earth/Copernicus/Sentinel-3" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Copernicus-Sentinel-3</a>-Mission aufgenommen. Die Daten wurden am späten Vormittag Ortszeit erfasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Video zu diesem Bild können Sie <a href="https://www.esa.int/ESA_Multimedia/Videos/2026/06/Europe_faces_the_heat" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">hier</a> ansehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die auf dem Bild dargestellten Farben reichen von Violett- und Dunkelrottönen (die Oberflächentemperaturen von bis zu 55 °C anzeigen, wie sie in Teilen Zentralspaniens, Westfrankreichs und Nordafrikas zu sehen sind) bis hin zu Hellblau, das auf niedrigere Oberflächentemperaturen in Bergregionen hinweist. Einige Gebiete waren von Wolken bedeckt – diese sind weiß dargestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Satellit maß Bodentemperaturen von 48 °C in Madrid, 44 °C in Rom sowie jeweils 46 °C in Poitiers (Frankreich) und Zaragoza (Spanien). In Nordafrika sind die Bodentemperaturen deutlich höher; in Tunis erreichten sie 49 °C. Da Oberflächen wie Fels, Sand und Asphalt die Wärme speichern, liegen die Bodentemperaturen deutlich über den Lufttemperaturen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sentinel-3 ist mit vier Instrumenten ausgestattet, darunter das Sea and Land Surface Temperature Radiometer (SLSTR) – ein leistungsstarker und hochpräziser Sensor, der Temperaturen sowohl über Land als auch über dem Meer misst. Er erfasst Hitzestress über Land, und seine Daten werden in der Landwirtschaft sowie zur Überwachung von städtischen Wärmeinseln und Waldbränden genutzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die derzeitige Hitzewelle in Europa wird durch ein atmosphärisches Hochdruckgebiet verursacht – einen sogenannten „Hitzedom“ –, das zwischen zwei Tiefdruckgebieten auf beiden Seiten über Europa festsitzt. Die Sommerhitze in Europa steht normalerweise nicht im Zusammenhang mit El Niño. Obwohl Satellitendaten erste Anzeichen des <a href="https://www.esa.int/Applications/Observing_the_Earth/Pacific_warming_signals_El_Nino_has_stirred" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">El-Niño-Phänomens im Pazifik</a> festgestellt haben, ist El Niño daher nicht die Ursache für die derzeitigen Temperaturen in Europa.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=16064.msg588823#msg588823" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Sentinel-3B auf Rockot von Plessezk</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/europa-spuert-die-hitze-unter-seinen-fuessen/" data-wpel-link="internal">Europa spürt die Hitze unter den Füßen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Ende des blauen Leuchtens: BepiColombo schaltet den solarelektrischen Antrieb vor der Ankunft am Merkur ab</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/das-ende-des-blauen-leuchtens-bepicolombo-schaltet-den-solarelektrischen-antrieb-vor-der-ankunft-am-merkur-ab/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Jun 2026 21:00:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[BepiColombo]]></category>
		<category><![CDATA[Merkur]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[ESOC]]></category>
		<category><![CDATA[JAXA]]></category>
		<category><![CDATA[MTM]]></category>
		<category><![CDATA[Neil Wallace]]></category>
		<category><![CDATA[SEP]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=153309</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am 15. Juni 2026 um 15:24 Uhr MESZ erlosch ein schwaches blaues Leuchten im Weltraum zum letzten Mal. Nachdem es BepiColombo auf seiner achtjährigen Reise durch das innere Sonnensystem angetrieben hatte, vollendete das solarelektrische Antriebssystem (SEP) der Sonde seinen letzten Schub und markierte damit das Ende der langen Flugphase von BepiColombo und den Beginn seiner [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/das-ende-des-blauen-leuchtens-bepicolombo-schaltet-den-solarelektrischen-antrieb-vor-der-ankunft-am-merkur-ab/" data-wpel-link="internal">Das Ende des blauen Leuchtens: BepiColombo schaltet den solarelektrischen Antrieb vor der Ankunft am Merkur ab</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am 15. Juni 2026 um 15:24 Uhr MESZ erlosch ein schwaches blaues Leuchten im Weltraum zum letzten Mal. Nachdem es BepiColombo auf seiner achtjährigen Reise durch das innere Sonnensystem angetrieben hatte, vollendete das solarelektrische Antriebssystem (SEP) der Sonde seinen letzten Schub und markierte damit das Ende der langen Flugphase von BepiColombo und den Beginn seiner Ankunft am Merkur.<br>Eine Pressemitteilung der Europäischen Weltraumagentur ESA.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://www.esa.int/Enabling_Support/Operations/End_of_the_blue_glow_BepiColombo_turns_off_solar_electric_propulsion_for_Mercury_arrival" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ESA / Enabling &amp; Support / Operations</a>, 24. Juni 2026</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Twin_ion_thrusters_firing_pillars.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="400" height="251" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Twin_ion_thrusters_firing_pillars-400x251-1.jpg" alt="" class="wp-image-153298" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Twin_ion_thrusters_firing_pillars-400x251-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Twin_ion_thrusters_firing_pillars-400x251-1-300x188.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Feuern der zwei Ionen Triebwerke<br><mark>Credit: QinetiQ; Licemce: ESA Standard Licence</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Seit ihrem Start im Oktober 2018 befindet sich die ESA/JAXA-Mission „BepiColombo“ zum innersten Planeten des Sonnensystems in einer achtjährigen Flugphase, die durch solarelektrischen Antrieb (SEP) angetrieben wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die vier QinetiQ T6-Triebwerke für den solarelektrischen Antrieb befinden sich im Merkur-Transfermodul (MTM) von BepiColombo und nutzen den von den Solarpaneelen des Raumfahrzeugs erzeugten Strom, um Xenongas zu ionisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zum herkömmlichen chemischen Antrieb nutzt dieses System Sonnenenergie, um Xenongas in einen elektrisch geladenen Strom (Plasma) umzuwandeln, der anschließend beschleunigt und mit sehr hoher Geschwindigkeit ausgestoßen wird. Da das SEP-System weitaus weniger Treibstoff benötigt und seinen Schub an die verfügbare Sonnenenergie anpassen kann, ist es eines der effizientesten und flexibelsten Antriebssysteme, die bisher im Weltraum zum Einsatz gekommen sind, und ermöglicht es BepiColombo, eine der komplexesten interplanetaren Reisen zu absolvieren, die je unternommen wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Ende eines Kapitels</strong></p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-1611_048_AR_EN.mp4" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="400" height="262" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-1611_048_AR_EN-400x262-1.jpg" alt="" class="wp-image-153300" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-1611_048_AR_EN-400x262-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-1611_048_AR_EN-400x262-1-300x197.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Neil Wallace: Elektrifizierung von Raumfahrzeugantrieben<br><mark>Credit: ESA; Licemce: ESA Standard Licence</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einer langen, anspruchsvollen Flugphase mit neun Planetenvorbeiflügen (einem an der Erde, zwei an der Venus und sechs am Merkur) hat BepiColombo dieses Kapitel am vergangenen Montag endgültig abgeschlossen, indem es seine SEP-Triebwerke dauerhaft abgeschaltet hat. Die Befehle wurden bereits rechtzeitig von der Erde gesendet, um die Triebwerke genau zum richtigen Zeitpunkt während der letzten Schubphase der Sonde abzuschalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Morgen vor der für den Nachmittag geplanten Abschaltung des SEP-Systems traf sich Neil Wallace – der leitende SEP-Triebwerksingenieur – mit dem Missionsteam und den Industriepartnern im Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESOC) der ESA in Darmstadt. Gemeinsam werteten sie die Erfahrungen aus dem SEP von BepiColombo aus – ein wichtiger Schritt für den Einsatz dieses Systems in zukünftigen Weltraummissionen.</p>



<div class="wp-block-uagb-separator uagb-block-76244d4b"><div class="wp-block-uagb-separator__inner" style="--my-background-image:"></div></div>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/3-BepiColombo_thrusters_switch_off_pillars.gif" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="400" height="226" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/3-BepiColombo_thrusters_switch_off_pillars-400x226-1.jpg" alt="" class="wp-image-153304" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/3-BepiColombo_thrusters_switch_off_pillars-400x226-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/3-BepiColombo_thrusters_switch_off_pillars-400x226-1-300x170.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Die Triebwerke der BepiColombo, die sich im Merkur-Transfermodul befinden, werden endgültig abgeschaltet, womit der solarelektrische Antrieb beendet ist.<br><mark>Credit: ESA; Licemce: ESA Standard Licence</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Beginn der Ankunft</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne weitere Antriebsquelle wird BepiColombo einer „ballistischen“ Flugbahn bzw. einer freien Fallbahn folgen, während es am 3. September 2026 sein erstes wichtiges Ankunftsmanöver – die MTM-Trennung – einleitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst wenn der verbleibende Raumfahrzeugverbund (MPO-Mio-MOSIF) Ende November den Punkt für den Eintritt in die Merkurumlaufbahn erreicht, wird das Flugkontrollteam von BepiColombo den chemischen Antrieb des MPO aktivieren. Dieses System wird den dreiteiligen Raumfahrzeugverbund dann bis Anfang Dezember antreiben, bis schließlich die Orbiter MPO und Mio ausgesetzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bleiben Sie hier auf dem Laufenden, um weitere Neuigkeiten zu BepiColombo zu erfahren, während wir eine der ehrgeizigsten Planetenmissionen Europas zu ihrem endgültigen Ziel – dem Merkur – bringen.</p>



<div class="wp-block-uagb-separator uagb-block-3fec8e0e"><div class="wp-block-uagb-separator__inner" style="--my-background-image:"></div></div>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4-Mercury_arrival_pillars.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="400" height="225" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4-Mercury_arrival_pillars-400x225-1.jpg" alt="" class="wp-image-153307" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4-Mercury_arrival_pillars-400x225-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4-Mercury_arrival_pillars-400x225-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Das aus vier Modulen bestehende Raumfahrzeug BepiColombo nähert sich dem Merkur. Die solarelektrischen Triebwerke wurden abgeschaltet, um das Raumfahrzeug auf den Beginn der komplexen Ankunftssequenz am Planeten vorzubereiten.<br><mark>Credit: ESA; Licemce: ESA Standard Licence</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4112.msg588780#msg588780" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">BepiColombo auf Ariane 5 ECA</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/das-ende-des-blauen-leuchtens-bepicolombo-schaltet-den-solarelektrischen-antrieb-vor-der-ankunft-am-merkur-ab/" data-wpel-link="internal">Das Ende des blauen Leuchtens: BepiColombo schaltet den solarelektrischen Antrieb vor der Ankunft am Merkur ab</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		<enclosure url="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-1611_048_AR_EN.mp4" length="12774496" type="video/mp4" />

			</item>
		<item>
		<title>Webb findet Hinweise auf den frühen Ursprung des Kometen 3I/ATLAS</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/webb-findet-hinweise-auf-den-fruehen-ursprung-des-kometen-3i-atlas/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Jun 2026 18:56:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Extrasolar]]></category>
		<category><![CDATA[James Webb Teleskop]]></category>
		<category><![CDATA[3I/ATLAS]]></category>
		<category><![CDATA[CSA]]></category>
		<category><![CDATA[Cyrielle Opitom]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Goddard Space Flight Center]]></category>
		<category><![CDATA[James Webb Space Telescope]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[NIRSpec]]></category>
		<category><![CDATA[Stefanie Milam]]></category>
		<category><![CDATA[VLT]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=153294</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der dritte interstellare Komet, der in der Geschichte der Menschheit entdeckt wurde, weist eine überraschende chemische Zusammensetzung auf, was Fragen darüber aufwirft, inwieweit die Bedingungen in unserem eigenen Sonnensystem als typisch oder als ungewöhnlich anzusehen sind.Eine Pressemitteilung der Europäischen Weltraumagentur ESA. Quelle: ESA / Science &#38; Exploration / Space Science / Webb, 22. Juni 2026 [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/webb-findet-hinweise-auf-den-fruehen-ursprung-des-kometen-3i-atlas/" data-wpel-link="internal">Webb findet Hinweise auf den frühen Ursprung des Kometen 3I/ATLAS</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Der dritte interstellare Komet, der in der Geschichte der Menschheit entdeckt wurde, weist eine überraschende chemische Zusammensetzung auf, was Fragen darüber aufwirft, inwieweit die Bedingungen in unserem eigenen Sonnensystem als typisch oder als ungewöhnlich anzusehen sind.<br>Eine Pressemitteilung der Europäischen Weltraumagentur ESA.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Webb/Webb_finds_clues_to_ancient_origin_of_Comet_3I_ATLAS" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ESA / Science &amp; Exploration / Space Science / Webb</a>, 22. Juni 2026</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Interstellar_Comet_3I_ATLAS_NIRSpec_IFU_pillars.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="750" height="250" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Interstellar_Comet_3I_ATLAS_NIRSpec_IFU_pillars-750x250-1.jpg" alt="" class="wp-image-153290" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Interstellar_Comet_3I_ATLAS_NIRSpec_IFU_pillars-750x250-1.jpg 750w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Interstellar_Comet_3I_ATLAS_NIRSpec_IFU_pillars-750x250-1-300x100.jpg 300w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Interstellarer Komet 3I/ATLAS (NIRSpec IFU)<br><mark>Credit: NASA, ESA, CSA, STScI, M.Cordiner (Catholic University of America, GSFC); Licence: CC BY 4.0 INT or ESA Standard Licence</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Als sich der interstellare Komet 3I/ATLAS im Dezember 2025 von der Sonne entfernte, nutzten Astronomen die Gelegenheit, das leistungsstarke <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Webb" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">James-Webb-Weltraumteleskop</a> der NASA, ESA und CSA auf ihn auszurichten und detaillierte Messungen seiner chemischen Bestandteile durchzuführen. Der Komet war durch seinen jüngsten Vorbeiflug an der Sonne noch warm, und sein uraltes Eis hatte sich in eine helle Gaskoma verwandelt, die sich ideal für Beobachtungen eignete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Webb erfasste detaillierte Daten, darunter chemische Verhältnisse von Kohlenstoff und Deuterium – auch als schwerer Wasserstoff bekannt –, die in Kometen des Sonnensystems nicht vorkommen. Die Ergebnisse überraschten die Forscher. Durch Rückrechnung nutzten die Astronomen die Bestandteile des Kometen 3I/ATLAS, um die Umgebung zu verstehen, in der er entstanden war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Artikel, in dem die Ergebnisse detailliert beschrieben werden, wurde <a href="https://www.nature.com/articles/s41586-026-10771-6" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">am 22. Juni 2026 in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Name des Kometen leitet sich davon ab, dass es sich um den dritten bestätigten interstellaren Kometen handelt – das heißt, er stammt von außerhalb des Sonnensystems – sowie von dem Teleskop, das ihn erstmals entdeckt hat: dem von der NASA finanzierten ATLAS (Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System).</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dies war eine einzigartige Gelegenheit, ein uraltes Objekt aus einer fernen Galaxie zu untersuchen, das wahrscheinlich älter ist als unsere Sonne und unser Sonnensystem“, sagte der Astrochemiker Martin Cordiner vom Goddard Space Flight Center der NASA in Greenbelt, Maryland, und Hauptautor der Studie. „Einerseits erhalten wir einen direkten Einblick in diese ferne Zeit und diesen fernen Ort, und andererseits lernen wir etwas darüber, wie ungewöhnlich unser eigenes Sonnensystem möglicherweise ist.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Cordiner und das Forschungsteam nutzten gemeinsam mit Astronomen aus vielen Teilgebieten die Gelegenheit, einen Blick auf 3I/ATLAS auf seiner Reise durch das Sonnensystem zu werfen. Sie erhielten die Genehmigung, den geplanten Beobachtungsplan des Webb-Teleskops zu unterbrechen, um das Instrument <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Webb/Webb_s_instruments" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">NIRSpec</a> (Nahinfrarot-Spektrograf) zur Untersuchung des Kometen einzusetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">NIRSpec wies außergewöhnlich hohe Deuteriumkonzentrationen nach, etwa 30-mal so hoch wie bei Kometen im Sonnensystem. Dies deutet darauf hin, dass 3I/ATLAS möglicherweise in einem sehr kalten System entstanden ist, und zwar zu einem viel früheren Zeitpunkt in der Geschichte unserer Galaxie. Während seiner Entstehung war das Material, aus dem 3I/ATLAS entstand, wahrscheinlich reichlich Strahlung ausgesetzt, jedoch keiner langfristigen Wärme, die sein „Schwerwasser“-Eis mit Deuterium in die uns auf der Erde bekannte Form von H₂O-Eis umgewandelt hätte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem wies NIRSpec im Vergleich zum leichteren Kohlenstoff-12 nur Spuren von Kohlenstoff-13 nach. Auch dies deutet auf einen sehr alten Ursprung von 3I/ATLAS hin, da sich Sternsysteme im Laufe der Zeit mit Kohlenstoff-13 anreichern, während in der Galaxie Generationen von Sternen entstehen und vergehen. Aus diesem Grund sind die Kohlenstoff-13-Konzentrationen in unserem Sonnensystem, das sich vor relativ kurzer Zeit – vor 4,5 Milliarden Jahren – gebildet hat, höher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Forschungsteam schätzt, dass sich 3I/ATLAS bereits vor 10 bis 12 Milliarden Jahren gebildet haben könnte, während des „<a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Cosmic_eras" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">kosmischen Mittags</a>“ des Universums, als die Sternentstehung ihren Höhepunkt erreichte. Sein ursprüngliches Entstehungssystem befand sich wahrscheinlich in einer relativ kalten, dichten Wolke. Der hohe Gehalt an schwerem Wasser zeigt, dass 3I/ATLAS seine Entstehungsjahre in einem tiefgefrorenen Zustand verbrachte.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-3I_ATLAS_compared_to_Solar_System_comets_pillars.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="750" height="749" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-3I_ATLAS_compared_to_Solar_System_comets_pillars-750x749-1.jpg" alt="" class="wp-image-153292" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-3I_ATLAS_compared_to_Solar_System_comets_pillars-750x749-1.jpg 750w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-3I_ATLAS_compared_to_Solar_System_comets_pillars-750x749-1-300x300.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-3I_ATLAS_compared_to_Solar_System_comets_pillars-750x749-1-150x150.jpg 150w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-3I_ATLAS_compared_to_Solar_System_comets_pillars-750x749-1-120x120.jpg 120w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Vergleich von 3I/ATLAS mit Kometen aus dem solaren System<br><mark>Credit: NASA, ESA, CSA, M. Cordiner, L. Hustak (STScI) ; Licence: CC BY 4.0 INT or ESA Standard Licence</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Eine <a href="https://arxiv.org/abs/2603.07187" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">separate Studie</a> unter Verwendung des Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte unter der Leitung der Astronomin Cyrielle Opitom von der Universität Edinburgh ergänzt die Ergebnisse von Webb durch eine Analyse der Kohlenstoff- und Stickstoffvarianten von 3I/ATLAS in Form der chemischen Verbindung Cyanid.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Für uns als Wissenschaftler ist die Entdeckung dieser seltenen Isotope faszinierend, aber im größeren Zusammenhang geht es hier darum, die Möglichkeiten präbiotischer Chemie an anderen Orten in der Galaxie zu untersuchen“, sagte Stefanie Milam vom NASA Goddard Space Flight Center und Mitautorin der Studie zusammen mit Cordiner. „Bislang kennen wir nur einen Ort im unermesslichen Kosmos, an dem chemische Bausteine zum Entstehen von Leben geführt haben – unser Sonnensystem, unsere Erde. Die Analyse dieser interstellaren Objekte ist ein wichtiger Schritt, um zu erfahren, wie häufig oder selten die Bedingungen für die Entstehung von Leben im Universum sind.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weitere Informationen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Webb" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Webb</a> ist das größte und leistungsstärkste Teleskop, das jemals ins All gebracht wurde. Im Rahmen einer internationalen Kooperationsvereinbarung stellte die ESA den Startdienst für das Teleskop unter Einsatz der Trägerrakete Ariane 5 bereit. In Zusammenarbeit mit ihren Partnern war die ESA für die Entwicklung und Qualifizierung der Anpassungen der Ariane 5 für die Webb-Mission sowie für die Beschaffung des Startdienstes durch Arianespace verantwortlich. Die ESA stellte außerdem den Hauptspektrografen <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Webb/Webb_s_instruments" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">NIRSpec</a> sowie 50 % des Mittelinfrarot-Instruments <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Webb/MIRI_factsheet" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">MIRI</a> bereit, das von einem Konsortium staatlich finanzierter europäischer Institute (dem MIRI European Consortium) in Zusammenarbeit mit dem JPL und der University of Arizona entwickelt und gebaut wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Webb ist eine internationale Partnerschaft zwischen der NASA, der ESA und der Canadian Space Agency (CSA).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=15819.msg588760#msg588760" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Interstellare Objekte</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/webb-findet-hinweise-auf-den-fruehen-ursprung-des-kometen-3i-atlas/" data-wpel-link="internal">Webb findet Hinweise auf den frühen Ursprung des Kometen 3I/ATLAS</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Dutzende Staubteufel, die nicht leicht zu entdecken sind</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/dutzende-staubteufel-die-nicht-leicht-zu-entdecken-sind/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 21 Jun 2026 09:31:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Mars Express]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[HRSC]]></category>
		<category><![CDATA[HRSC-Kamera]]></category>
		<category><![CDATA[Mamers Valles]]></category>
		<category><![CDATA[Staubteufel]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=153261</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Sonde „Mars Express“ der ESA hat einen Teil der Mamers Valles auf dem Mars eingefangen: ein faszinierendes Talsystem, das von kurzen, tornadoähnlichen Wirbelstürmen übersät ist, die als Staubteufel bekannt sind. Eine Pressemitteilung der Europäischen Weltraumagentur ESA. Quelle: ESA / Science &#38; Exploration / Space Science / Mars Express, 17. Juni 2026 Staubteufel entstehen, wenn [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/dutzende-staubteufel-die-nicht-leicht-zu-entdecken-sind/" data-wpel-link="internal">Dutzende Staubteufel, die nicht leicht zu entdecken sind</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die Sonde <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Mars_Express" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">„Mars Express“ der ESA</a> hat einen Teil der Mamers Valles auf dem Mars eingefangen: ein faszinierendes Talsystem, das von kurzen, tornadoähnlichen Wirbelstürmen übersät ist, die als Staubteufel bekannt sind. Eine Pressemitteilung der Europäischen Weltraumagentur ESA.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Mars_Express/Dozens_of_dust_devils_hidden_in_plain_sight" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ESA / Science &amp; Exploration / Space Science / Mars Express</a>, 17. Juni 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Mars_Express/Dark_dust_devil_tracks_on_Mars" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Staubteufel</a> entstehen, wenn sich Teile des Mars in der Sonne erwärmen, wodurch die Luft direkt über der Oberfläche nach oben wirbelt und dabei Staub mit sich führt. Die Staubteufel auf dem Mars ähneln denen, die wir in trockenen, staubigen Landschaften auf der Erde beobachten, sind jedoch weitaus größer; sie ragen bis zu acht Kilometer in die Höhe, ziehen kilometerweit umher und erreichen Höchstgeschwindigkeiten von 45 Metern pro Sekunde. Sie spielen eine Schlüsselrolle bei der Verteilung von Staub auf dem Planeten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mars Express ist in einzigartiger Weise dafür ausgerüstet, diese Mini-Wirbelstürme zu erkennen. Um mit seiner <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Mars_Express/Mars_Express_orbiter_instruments" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">hochauflösenden Stereokamera</a> – dem Instrument, das für diese neuen Aufnahmen verantwortlich ist – ein einzelnes Bild zu erstellen, kombiniert das Raumfahrzeug aufeinanderfolgende Aufnahmen von bis zu neun separaten Kamerakanälen (die den Mars in einer anderen Farbe, aus einer anderen Richtung oder einer Kombination aus beidem betrachten). Wenn sich während der Aufnahme nichts auf der Marsoberfläche verändert, stimmen die verschiedenen Perspektiven überein – bewegt sich jedoch etwas, hebt es sich deutlich von seiner Umgebung ab (<a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Mars_Express/Dancing_dust_devils_trace_raging_winds_on_Mars" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">lesen Sie mehr über diesen Vorgang</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser Bildkomposition hat Mars Express nicht nur einen, sondern Dutzende aktiver Staubteufel eingefangen. Sie können mehr als 30 davon sehen, welche jeweils mit einem Kreis markiert sind und als kleiner gelber Punkt mit einem rosafarbenen „Schatten“ hinter sich sichtbar sind.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-dust-devils.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Staubteufel in Hülle und Fülle: Mars Express untersucht Mamers Valles auf dem Mars Credit: ESA/DLR/FU Berlin; Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence" data-rl_caption="" title="Staubteufel in Hülle und Fülle: Mars Express untersucht Mamers Valles auf dem Mars Credit: ESA/DLR/FU Berlin; Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="750" height="289" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-dust-devils-750x289-1.jpg" alt="" class="wp-image-153255" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-dust-devils-750x289-1.jpg 750w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-dust-devils-750x289-1-300x116.jpg 300w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Staubteufel in Hülle und Fülle: Mars Express untersucht Mamers Valles auf dem Mars<br><mark>Credit: ESA/DLR/FU Berlin; Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Ausrichtung und Kombination der verschiedenen Kamerakanäle von Mars Express können wir zudem die <a href="https://www.esa.int/ESA_Multimedia/Images/2025/10/Mars_Express_sees_a_dust_devil_dancing_across_Mars" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Richtung und Geschwindigkeit der Staubteufel</a> auf dem Mars ermitteln. Dies haben Wissenschaftler anhand von Daten sowohl von Mars Express als auch vom <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Human_and_Robotic_Exploration/Exploration/ExoMars" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ExoMars</a> Trace Gas Orbiter der ESA getan und dabei aufgedeckt, wie sich mehr als 1000 dieser tornadoähnlichen Stürme bewegen – und nachverfolgt, wie die Winde um den Planeten wehen (<a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Mars_Express/Dancing_dust_devils_trace_raging_winds_on_Mars" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">mehr dazu</a>).</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-Topographic_map_of_Mamers_Valles_on_Mars_pillars.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Topografische Karte von Mamers Valles auf dem Mars Credit: ESA/DLR/FU Berlin; Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence" data-rl_caption="" title="Topografische Karte von Mamers Valles auf dem Mars Credit: ESA/DLR/FU Berlin; Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="400" height="149" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-Topographic_map_of_Mamers_Valles_on_Mars_pillars-400x149-1.jpg" alt="" class="wp-image-153257" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-Topographic_map_of_Mamers_Valles_on_Mars_pillars-400x149-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-Topographic_map_of_Mamers_Valles_on_Mars_pillars-400x149-1-300x112.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Topografische Karte von Mamers Valles auf dem Mars<br><mark>Credit: ESA/DLR/FU Berlin; Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Schluchten und Kanäle</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mamers Valles ist ein ausgedehntes, zerklüftetes, labyrinthartiges System aus Schluchten und Tälern, das sich in die Marsoberfläche eingegraben hat. Das Gebiet wurde 1976 in Anlehnung an die antike oskische Sprache des vorrömischen Italiens benannt, wobei „Mamers“ für „Mars“ und „Valles“ für „Tal“ steht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Rinnen erstrecken sich über eine Länge von rund 1000 km, <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Mars_Express/Crossing_the_boundary_from_high_to_low_on_Mars" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">führen vom alten südlichen Hochland des Mars in die nördlichen Tiefebenen</a> des Planeten und sind an einigen Stellen bis zu 25 km breit und 1,2 km tief (wie auf der beigefügten topografischen Karte besonders deutlich zu sehen ist).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um diese Kanäle herum finden sich verschiedene faszinierende Merkmale: steile, flache Hügel, sogenannte Mesas, steile Klippen und mit Geröll bedeckte Gletscher. Diese Gletscher enthalten Wassereis, das unter einer Schicht aus Gestein und Staub verborgen ist, und man kann beobachten, wie sie sich am Fuße der hier abgebildeten steilen Hänge auftürmen. All diese Landformen bilden zusammen ein <a href="https://www.esa.int/ESA_Multimedia/Images/2020/02/Fragmented_terrain_on_Mars" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">zerklüftetes oder „ausgefrästes“ Gelände</a>.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/3-Bird_s-eye_view_of_Mamers_Valles_pillars.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Überblick über Mamers Valles Credit: ESA/DLR/FU Berlin; Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence" data-rl_caption="" title="Überblick über Mamers Valles Credit: ESA/DLR/FU Berlin; Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="400" height="225" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/3-Bird_s-eye_view_of_Mamers_Valles_pillars-400x225-1.jpg" alt="" class="wp-image-153260" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/3-Bird_s-eye_view_of_Mamers_Valles_pillars-400x225-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/3-Bird_s-eye_view_of_Mamers_Valles_pillars-400x225-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Überblick über Mamers Valles<br><mark>Credit: ESA/DLR/FU Berlin; Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">An einigen Tälern sind zudem Flecken aus dunklem Material zu erkennen – wahrscheinlich vulkanischer Sand, der sich entweder vor Ort gebildet hat oder vom Wind herangetragen wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele der hier sichtbaren Merkmale sind Zeichen vergangener Aktivitäten im Zusammenhang mit Wasser, Lava oder Eis, die alle einst über dieses Gelände flossen und dabei verräterische Spuren hinterließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So sind die Talsohlen beispielsweise von langen Graten und Strukturen geprägt, die entstanden, als mit Geröll bedeckte Gletscher an beiden Talflanken hinabglitten und schließlich in der Mitte aufeinandertrafen. Dieselben eisigen Spuren ziehen sich auch an den steilen Klippen und Hängen entlang. Obwohl Wassereis auf der Marsoberfläche heute nicht stabil ist, hat es hier überdauern können, da es von Gesteinsmaterial bedeckt war, das verhindert hat, dass es in die Marsatmosphäre entweichen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mamers Valles</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">„Mars Express“ hat diese Region des Mars bereits zuvor besucht und dabei die Gebiete rund um <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Mars_Express/Crater_in_martian_valley_Mamers_Valles" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Mamers Valles</a> (2008) sowie das benachbarte <a href="https://www.esa.int/ESA_Multimedia/Images/2019/11/Plan_view_of_Deuteronilus_Mensae" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Deuteronilus Mensae</a> (2019) abgebildet.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4-Where_on_Mars_is_Mamers_Valles_pillars.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="Wo auf dem Mars liegt Mamers Valles? Credit: NASA/USGS; ESA/DLR/FU Berlin" data-rl_caption="" title="Wo auf dem Mars liegt Mamers Valles? Credit: NASA/USGS; ESA/DLR/FU Berlin" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="750" height="422" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4-Where_on_Mars_is_Mamers_Valles_pillars-750x442-1.jpg" alt="" class="wp-image-153263" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4-Where_on_Mars_is_Mamers_Valles_pillars-750x442-1.jpg 750w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4-Where_on_Mars_is_Mamers_Valles_pillars-750x442-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Wo auf dem Mars liegt Mamers Valles?<br><mark>Credit: NASA/USGS; ESA/DLR/FU Berlin</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Region geht auf eine Zeit vor etwa 3,8 Milliarden Jahren zurück, auf einen Abschnitt der Marsgeschichte, der als späte Noachium-Periode bekannt ist. Diese Epoche ist von großer Bedeutung, da sie den Zeitpunkt markiert, zu dem der Mars begann, sich von einer wärmeren, feuchteren und geologisch aktiveren Welt zu dem kalten, trockenen Planeten zu wandeln, den wir heute sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jahrzehntelange Marsforschung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Bild stammt von der HRSC-Kamera, einem von acht Instrumenten an Bord von Mars Express. Seit seinem Start im Jahr 2003 hat Mars Express die vielfältigen Landschaften des Mars erfasst und erforscht. Der Orbiter kartiert die Oberfläche des Planeten seit nunmehr über zwei Jahrzehnten mit beispielloser Auflösung, in Farbe und dreidimensional und liefert Erkenntnisse, die unser Verständnis unseres planetarischen Nachbarn grundlegend verändert haben (lesen Sie <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Mars_Express" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">hier</a> mehr über Mars Express und seine Ergebnisse).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4079.msg588691#msg588691" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mars Express (MEX) auf Sojus-Fregat ST11 von Baikonur</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/dutzende-staubteufel-die-nicht-leicht-zu-entdecken-sind/" data-wpel-link="internal">Dutzende Staubteufel, die nicht leicht zu entdecken sind</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Marsmission: Härtetest für die Suche nach Leben</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/marsmission-haertetest-fuer-die-suche-nach-leben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Jun 2026 19:57:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Rosalind Franklin Rover]]></category>
		<category><![CDATA[Chiralität]]></category>
		<category><![CDATA[Meteoriten]]></category>
		<category><![CDATA[MOMA]]></category>
		<category><![CDATA[MPS]]></category>
		<category><![CDATA[Rosalind Franklin]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=153238</guid>

					<description><![CDATA[<p>Bodenproben vom Mars können verraten, ob es dort vor Milliarden von Jahren Leben gab. Forschende bereiten sich mit Laboruntersuchungen von Meteoriten vor.Eine Pressemitteilung des Max Planck Instituts für Sonnensystemforschung MPS. Quelle: MPS/Aktuelles/Nachrichten/Marsmission: Härtetest für die Suche nach Leben, 18. Juni 2026 In Kürze: Vor Milliarden von Jahren herrschten auf dem Mars deutlich angenehmere Umweltbedingungen als [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/marsmission-haertetest-fuer-die-suche-nach-leben/" data-wpel-link="internal">Marsmission: Härtetest für die Suche nach Leben</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Bodenproben vom Mars können verraten, ob es dort vor Milliarden von Jahren Leben gab. Forschende bereiten sich mit Laboruntersuchungen von Meteoriten vor.<br>Eine Pressemitteilung des Max Planck Instituts für Sonnensystemforschung MPS.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://www.mps.mpg.de/marsmission-haertetest-fuer-die-suche-nach-leben?c=2728" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">MPS/Aktuelles/Nachrichten/Marsmission: Härtetest für die Suche nach Leben</a>, 18. Juni 2026</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Mars.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="750" height="400" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Mars-750x400-1.jpg" alt="" class="wp-image-153232" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Mars-750x400-1.jpg 750w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Mars-750x400-1-300x160.jpg 300w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Heute ist der Mars ein kalter und trockener Wüstenplanet. Vor Milliarden von Jahren dürfte er deutlich lebensfreundlichere Bedingungen geboten haben.<br><mark>Copyright: ESA &amp; MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/RSSD/INTA/UPM/DASP/IDA</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In Kürze:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Marsmission: Ab 2030 soll der ESA-Rover Rosalind Franklin auf dem Mars nach Überresten von Leben suchen. Das MPS schickt ein Messinstrument mit auf die Reise.</li>



<li>Lebensspuren: Das Instrument bestimmt unter anderem eine entscheidende Eigenschaft organischer Moleküle: ihre Chiralität. Sie verrät, ob die Moleküle je Teil eines lebenden Organismus waren.</li>



<li>„Machbarkeitsstudie“: Als Vorbereitung haben Forschende nun erstmals nach diesem Prinzip Meteoritenproben erfolgreich auf zwei besonders aussagekräftige chemische Verbindungen untersucht.</li>



<li>Irdische Verunreinigungen: Die Messungen finden zudem Hinweise darauf, dass Meteorite beim Sturzflug durch die Erdatmosphäre Reste fossiler Brennstoffe „einsammeln“.</li>
</ul>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-Rosalind-Franklin-Rover.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="400" height="240" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-Rosalind-Franklin-Rover-400x240-1.jpg" alt="" class="wp-image-153234" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-Rosalind-Franklin-Rover-400x240-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-Rosalind-Franklin-Rover-400x240-1-300x180.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Ab 2030 soll der ESA-Rover Rosalind Franklin auf dem Mars nach Überresten von Leben suchen.<br><mark>Copyright: ESA/ATG medialab</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Vor Milliarden von Jahren herrschten auf dem Mars deutlich angenehmere Umweltbedingungen als heute. Wahrscheinlich war unser Nachbarplanet damals warm, feucht und von einer dichten Atmosphäre umgeben. Ob sich zu jener Zeit einfache Mikroorganismen entwickelt haben könnten, bleibt eine offene Frage. Zwar haben NASA-Rover in Marsgestein organische Moleküle gefunden, doch keines davon lässt sich eindeutig mit Leben in Verbindung bringen. Rosalind Franklin soll ab 2030 die „Suchmannschaft“ auf dem Mars verstärken. Der europäische Rover ist unter anderem darauf spezialisiert, organische Moleküle aufzuspüren. Forschende vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS), der Universität Göttingen und der Universität Côte d’Azur in Nizza (Frankreich) haben das dabei verwendete Messprinzip jetzt einem neuen Härtetest unterzogen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Beweis für vergangenes Leben auf dem Mars zu erbringen, ist eine schwierige Aufgabe, auch für den ESA-Rover. Wie lassen sich organische Moleküle, die vor Milliarden von Jahren Teil eines Organismus waren, von solchen unterscheiden, die durch nicht-biologische Prozesse entstanden sind? Und welche Moleküle sind besonders geeignet, ihre Vergangenheit preiszugeben? Die Forschenden setzen ihre Hoffnungen auf Pristan (C<sub>19</sub>H<sub>40</sub>) und Phytan (C<sub>20</sub>H<sub>42</sub>), zwei Kohlenwasserstoffe, die auf lebendige Organismen zurückzuführen sind. Auf der Erde kommen sie als Bestandteile von Erdöl vor und sind besonders stabil. „Sollte es einst Leben auf dem Mars gegeben haben, dann stellen Moleküle wie Pristan und Phytan wichtige molekulare Biosignaturen dar, die bis heute überdauert haben könnten“, so MPS-Wissenschaftler Guillaume Leseigneur, Erstautor der neuen Studie.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gespiegelte Moleküle</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Eigenschaft macht die Stoffe Pristan und Phytan zu aussichtsreichen Lebensindikatoren. Wie viele andere organische Verbindungen sind sie chiral. Das bedeutet, dass sie in verschiedenen Konfigurationen, sogenannten Enantiomeren, auftreten können. Diese unterschieden sich lediglich in der räumlichen, nämlich spiegelbildlichen Anordnung ihrer Atome innerhalb des Moleküls &#8211; ein wenig wie die Finger der linken und rechten Hand. „Die Chiralität ist ein wertvolles Werkzeug für die Suche nach vergangenem, extraterrestrischem Leben“, so Koautor Uwe Meierhenrich von der Universität Côte d’Azur. In Organismen treten chirale organische Moleküle fast ausschließlich in einer von zwei spiegelbildlichen Bauweisen auf. Das gilt auf der Erde – und muss aufgrund der selbstreproduzierenden Eigenschaften des Lebens auch für jedes potenzielle außerirdische Leben gelten. Sind dieselben Moleküle nicht-lebendigen Ursprungs, dürften beide Bauweisen zu gleichen Teilen vorliegen.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><img decoding="async" width="400" height="225" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/3-Meteorit-400x225-1.jpg" alt="" class="wp-image-153236" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/3-Meteorit-400x225-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/3-Meteorit-400x225-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Der Meteorit Murchison ging 1969 über Australien nieder und zerbrach dabei in zahlreiche Bruchstücke. Er gehört zur Gruppe der kohligen Chondrite. Diese Meteorite gelten als besonders ursprünglich.<br><mark>Copyright: MPS / T. Klawunn</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Meteorit und Mars-Ersatz</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mars-Rover Rosalind Franklin kann zwischen organischen Molekülen verschiedener Chiralität unterscheiden. Diese Aufgabe übernimmt der Mars Organic Molecule Analyser (MOMA), ein Instrument, das einen Gaschromatographen, ein Massenspektrometer sowie kleine Öfen und einen Anregungslaser vereint. Es wurde unter der Leitung des MPS entwickelt und gebaut. Mit dem Gaschromatographen und Massenspektrometer untersucht das Instrument die flüchtigen Bestandteile von Gesteinsproben, die zuvor in den Öfen erhitzt wurden. Das so erzeugte Gasgemisch durchläuft verschiedene, dünne, auf ihrer Innenseite beschichtete Röhren. Da chirale Varianten derselben Molekülsorte verschieden schnell mit den Beschichtungen reagieren, lassen sie sich so zeitlich trennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den aktuellen Messungen, für die das Team baugleiche Zwillinge der MOMA-Röhren nutzte, ist dies nun erstmals für Pristan und Phytan gelungen. Beide Stoffe sind ausgesprochen reaktionsträge. „Pristan und Phytan chiral voneinander zu trennen, stellt hohe Anforderungen an Empfindlichkeit und Messgenauigkeit des Instrumentes. Beides kann MOMA leisten“, erklärt Koautorin und MOMA-Teammitglied Fatma Yesil Sahan vom MPS. Als Ersatz für Marsgestein griffen die Forschenden zu Proben des Meteoriten Murchison, der 1969 über Australien niederging. Wie andere kosmische Brocken enthält er eine Vielzahl organischer Moleküle: einige, die zu seiner Grundausstattung gehören, und andere, die durch biologische Verunreinigungen etwa an der Fundstelle hinzugekommen sind. Pristan und Phytan dürften, so die Annahme der Forschenden, zu letzteren gehören.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Rätselhafte Verunreinigungen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch das Ergebnis der Messungen überraschte: Der Meteorit Murchison enthält alle chiralen Bauweisen von Pristan und Phytan zu gleichen Teilen &#8211; ganz anderes als jede Biomasse, mit der er an seiner Fundstelle in Berührung gekommen sein kann. Er muss die Verunreinigungen bereits beim Sturzflug durch die Atmosphäre durch Kontakt mit Aerosolen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe aufgenommen haben, so der Schluss der Forschenden. Darauf deuten Vergleichsmessungen von Pristan und Phytan hin, die in Ölschiefern, Sedimentgesteinen, die einen Vorläufer von Erdöl enthalten, erhalten geblieben sind. „Erdöl bildet sich in diesen Gesteinen über Millionen von Jahren in großen Tiefen unter dem Einfluss von Hitze und Druck“, sagt Koautor Manuel Reinhardt von der Universität Göttingen. Unter solchen Bedingungen geht das chirale Ungleichgewicht verloren. Dies ist eine plausible Erklärung für die gleichen Anteile aller chiralen Varianten von Pristan und Phytan im Murchison-Meteoriten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Forschungsteam betrachtet die neuen Messungen nicht nur als erfolgreichen Probelauf für die Aktivitäten von MOMA auf dem Mars. Vielmehr werfen die Ergebnisse auch weitere Fragen zum Ursprung organischer Moleküle in Meteoriten sowie zu den steigenden Konzentrationen von Erdölverunreinigungen in unserer Atmosphäre auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Instrument MOMA ist Teil der ExoMars-Mission der ESA zum Mars. Es wurde im Rahmen eines Programms der Europäischen Weltraumorganisation entwickelt und gebaut und von dieser finanziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4183.msg588675#msg588675" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">ExoMars-Rover Rosalind Franklin</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/marsmission-haertetest-fuer-die-suche-nach-leben/" data-wpel-link="internal">Marsmission: Härtetest für die Suche nach Leben</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Webb-Teleskop beobachtet, wie ein Exoplanet gebraten wird</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/webb-teleskop-beobachtet-wie-ein-exoplanet-gebraten-wird/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Jun 2026 19:25:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Extrasolar]]></category>
		<category><![CDATA[American Astronomical Society]]></category>
		<category><![CDATA[HD 80606 b]]></category>
		<category><![CDATA[Heißer Jupiter]]></category>
		<category><![CDATA[James Webb Space Telescope]]></category>
		<category><![CDATA[Jet Propulsion Laboratory]]></category>
		<category><![CDATA[John Hopkins Applied Physics Laboratory]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=153226</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein perfekt gebratener Gasriese, kommt sofort! Das sind die neuesten Erkenntnisse von Forschern, die die Beobachtungen des James-Webb-Weltraumteleskops der NASA zu HD 80606 b analysieren, einem Exoplaneten mit der vierfachen Masse des Jupiter und einer extrem elliptischen Umlaufbahn, die ihn dicht an seinem sonnenähnlichen Stern vorbeiführen lässt. Das Forschungsteam präsentiert seine Studie und vorläufigen Ergebnisse [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/webb-teleskop-beobachtet-wie-ein-exoplanet-gebraten-wird/" data-wpel-link="internal">Webb-Teleskop beobachtet, wie ein Exoplanet gebraten wird</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Ein perfekt gebratener Gasriese, kommt sofort! Das sind die neuesten Erkenntnisse von Forschern, die die Beobachtungen des James-Webb-Weltraumteleskops der NASA zu HD 80606 b analysieren, einem Exoplaneten mit der vierfachen Masse des Jupiter und einer extrem elliptischen Umlaufbahn, die ihn dicht an seinem sonnenähnlichen Stern vorbeiführen lässt. Das Forschungsteam präsentiert seine Studie und vorläufigen Ergebnisse am Dienstag auf der 248. Tagung der American Astronomical Society in Pasadena, Kalifornien.<br>Eine Pressemitteilung der National Aeronautics and Space Administration NASA.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://science.nasa.gov/missions/webb/nasas-webb-catches-exoplanet-getting-roasted/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">NASA Webb Mission Team / Goddard Space Flight Center</a>, 16. Juni 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Heiße Jupiter gelten bereits als einige der extremsten Exoplaneten, die wir kennen, aber selbst innerhalb dieser Gruppe ist HD 80606 b einer der extremsten“, sagte Tiffany Kataria, die leitende Forscherin der Studie am Jet Propulsion Laboratory der NASA in Südkalifornien. „Normalerweise stellen wir uns heiße Jupiter als heiße Gasriesen vor, die direkt neben ihren Sternen liegen, doch die stark exzentrische Umlaufbahn dieses Planeten schafft ein völlig anderes Phänomen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sich der Planet seinem Stern nähert, zeigt Webb, dass seine Temperatur um 600 Grad Celsius in die Höhe schießt. Frühere Studien haben gezeigt, dass radikale Temperaturschwankungen dazu führen können, dass sich die Chemie und die Wolken eines Exoplaneten in kürzester Zeit verändern. Nach Angaben des Forschungsteams machen die dynamischen Bedingungen von HD 80606 b den Planeten zu einem idealen Ziel, um diese Veränderungen mit den leistungsstarken Instrumenten von Webb zu beobachten.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/STScI-01KTQRQV4XDP5XZRVJT8KB2MFA-Half-res.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="750" height="422" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/STScI-01KTQRQV4XDP5XZRVJT8KB2MFA-Half-res-750x422-1.jpg" alt="" class="wp-image-153224" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/STScI-01KTQRQV4XDP5XZRVJT8KB2MFA-Half-res-750x422-1.jpg 750w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/STScI-01KTQRQV4XDP5XZRVJT8KB2MFA-Half-res-750x422-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Diese künstlerische Darstellung zeigt den Exoplaneten HD 80606 b, der „gebraten“ wird, während sich seine Umlaufbahn dem Periastron nähert – dem Punkt, an dem er seinem Mutterstern, der unserer Sonne ähnelt, am nächsten ist.<br><mark>Bild: NASA, ESA, CSA, Joseph Olmsted (STScI)</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Beobachtung eines Planeten wie HD 80606 b ist tatsächlich sehr effizient, da seine ungewöhnliche Umlaufbahn mit den damit einhergehenden Schwankungen der Temperatur und der chemischen Zusammensetzung es uns ermöglicht, innerhalb weniger Stunden Daten unter unterschiedlichen Bedingungen zu sammeln und diese Erkenntnisse auf andere heiße Jupiter oder konventionellere Exoplaneten anzuwenden“, sagte Laura C. Mayorga, Mitautorin der Studie und Exoplaneten-Astronomin am Johns Hopkins Applied Physics Laboratory in Laurel, Maryland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Messungen der Temperatur und der chemischen Zusammensetzung erfolgten mittels <a href="https://science.nasa.gov/asset/webb/what-webb-learns-from-light/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Spektroskopie</a>, einer Technik, mit der Wissenschaftler Licht in seine einzelnen Farben zerlegen, um Informationen über die Zusammensetzung, Temperatur, Bewegung und physikalischen Eigenschaften von Objekten im Weltraum zu gewinnen. Das Team nutzte das MIRI (Mid-Infrared Instrument) des Webb-Teleskops für eine ausgedehnte Beobachtung von HD 80606 b vor, während und nach seinem Periastron, also dem Punkt, an dem der Planet seinem Stern am nächsten kommt. Während des Periastrons durchlief der Planet aus der Perspektive von Webb zudem hinter dem Stern, was als <a href="https://science.nasa.gov/universe/glossary/#secondary-eclipse" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">sekundäre Eklipse</a> bezeichnet wird. Die Beobachtung war über Jahre hinweg geplant worden, da die zeitliche Abstimmung, um den Planeten genau an diesem Punkt zu erfassen, aufgrund seiner extrem elliptischen 111-Tage-Umlaufbahn sowie der Webbs eigenen Einschränkungen <a href="https://science.nasa.gov/asset/webb/webbs-field-of-regard/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">hinsichtlich der Blickrichtung</a> zu bestimmten Jahreszeiten – bedingt durch die Position der Erde in ihrer Umlaufbahn um die Sonne – sehr komplex war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forscher geben an, dass sie gerade erst damit begonnen haben, die verschiedenen Schichten eines unglaublich umfangreichen Datensatzes zu entschlüsseln, aber sie können bereits deutlich eine dramatische Veränderung der Temperatur des Exoplaneten erkennen. „Webb hat gezeigt, dass der Temperaturanstieg des Planeten noch extremer war, als wir es anhand der Spitzer-Daten erwartet hatten“, sagte Kataria.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich war der Planet bereits als „<a href="https://science.nasa.gov/resource/the-roasted-planet-poster/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">gebratener Exoplanet</a>“ bezeichnet worden und hatte sogar ein eigenes Poster in der <a href="https://science.nasa.gov/exoplanets/immersive/galaxy-of-horrors/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">beliebten Serie der NASA</a> erhalten. Das inzwischen außer Dienst gestellte Spitzer-Weltraumteleskop der NASA legte den Grundstein für die Infrarotbeobachtungen von HD 80606 b und zeigte, dass detailliertere spektroskopische Daten von Webb besonders aufschlussreich sein würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Spitzer hat bei der Erforschung dieses Exoplaneten Erstaunliches geleistet, und nun knüpft Webb an dieses Erbe an, indem er es uns ermöglicht, noch genauer hinzuschauen und bestimmte chemische Signaturen wie Methan und Kohlendioxid zu unterscheiden – das ist einfach ein erstaunlicher Fortschritt“, sagte Ryan Challener, Mitautor und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Cornell Center for Astrophysics and Planetary Science. „Aus diesem einen Datensatz lässt sich so viel lernen – wir stehen wirklich erst am Anfang, wenn es darum geht, zu entschlüsseln, was Webb uns zu sagen hat.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das James-Webb-Weltraumteleskop ist das weltweit führende Observatorium für Weltraumwissenschaft. Webb lüftet Geheimnisse in unserem Sonnensystem, blickt darüber hinaus auf ferne Welten um andere Sterne und erforscht die rätselhaften Strukturen und Ursprünge unseres Universums sowie unseren Platz darin. Webb ist ein internationales Programm unter der Leitung der NASA in Zusammenarbeit mit ihren Partnern, der ESA (Europäische Weltraumorganisation) und der CSA (Kanadische Weltraumagentur).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Informationen zu Webb finden Sie unter: <a href="https://science.nasa.gov/mission/webb/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">science.nasa.gov/webb</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=483.msg588648#msg588648" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Exoplaneten</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/webb-teleskop-beobachtet-wie-ein-exoplanet-gebraten-wird/" data-wpel-link="internal">Webb-Teleskop beobachtet, wie ein Exoplanet gebraten wird</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Webb und Hubble enthüllen ein Relikt aus der Entstehungszeit unserer Galaxie</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/webb-und-hubble-enthuellen-ein-relikt-aus-der-entstehungszeit-unserer-galaxie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Jun 2026 10:04:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Hubble]]></category>
		<category><![CDATA[James Webb Teleskop]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmologie]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[James Webb Space Telescope]]></category>
		<category><![CDATA[Kugelsternhaufen]]></category>
		<category><![CDATA[Milchstraße]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Sternhaufen]]></category>
		<category><![CDATA[Terzan 5]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=153196</guid>

					<description><![CDATA[<p>Forscher haben eine neue Klasse von Objekten innerhalb unserer Milchstraße bestätigt: Überbleibsel, die als „Fossilfragmente des Galaxienkerns“ bezeichnet werden. Terzan 5 ist der Prototyp dieser Überreste aus der frühen Entstehungsphase unserer Galaxie. Mithilfe des James-Webb-Weltraumteleskops der NASA/ESA/CSA und des Hubble-Weltraumteleskops der NASA/ESA haben Forscher gezeigt, dass Terzan 5 kein Kugelsternhaufen ist, wie er einst klassifiziert [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/webb-und-hubble-enthuellen-ein-relikt-aus-der-entstehungszeit-unserer-galaxie/" data-wpel-link="internal">Webb und Hubble enthüllen ein Relikt aus der Entstehungszeit unserer Galaxie</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Forscher haben eine neue Klasse von Objekten innerhalb unserer Milchstraße bestätigt: Überbleibsel, die als „Fossilfragmente des Galaxienkerns“ bezeichnet werden. Terzan 5 ist der Prototyp dieser Überreste aus der frühen Entstehungsphase unserer Galaxie. Mithilfe des James-Webb-Weltraumteleskops der NASA/ESA/CSA und des Hubble-Weltraumteleskops der NASA/ESA haben Forscher gezeigt, dass Terzan 5 kein <a href="https://esahubble.org/wordbank/globular-cluster/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Kugelsternhaufen</a> ist, wie er einst klassifiziert wurde. Stattdessen handelt es sich um etwas viel Seltsameres und Selteneres.<br>Eine Pressemitteilung der Europäischen Weltraumagentur ESA.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Webb/Webb_Hubble_reveal_relic_of_our_galaxy_s_formation" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ESA / Science &amp; Exploration</a>, 17. Juni 2026</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Bulge_fossil_fragment_Terzan_5_Webb_and_Hubble_image_pillars.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="750" height="548" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Bulge_fossil_fragment_Terzan_5_Webb_and_Hubble_image_pillars-750x548-1.jpg" alt="" class="wp-image-153194" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Bulge_fossil_fragment_Terzan_5_Webb_and_Hubble_image_pillars-750x548-1.jpg 750w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Bulge_fossil_fragment_Terzan_5_Webb_and_Hubble_image_pillars-750x548-1-300x219.jpg 300w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Fossiles Fragment aus dem Bulge, Terzan 5 (Aufnahme von Webb und Hubble)<br><mark>Credit: NASA, ESA, CSA, STScI, G. Zullo (University of Bologna), F. R. Ferraro (University of Bologna). Image Processing: A. Pagan (STScI); Licence: CC BY 4.0 INT or ESA Standard Licence</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Sternhaufen enthält vier verschiedene Sterngenerationen, was ihn als Prototyp eines „fossilen Fragments des Galaxienkerns“ bestätigt. Vor Milliarden von Jahren breiteten sich ähnliche ursprüngliche Klumpen aus und verschmolzen zum Galaxienkern der Milchstraße, doch Terzan 5 blieb bis heute intakt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neue Studie, in der aktuelle Beobachtungen des Webb-Teleskops mit Daten kombiniert wurden, die über einen Zeitraum von 12 Jahren vom Hubble-Teleskop erfasst wurden, hat gezeigt, dass Terzan 5 bis zu vier unterschiedliche Phasen der Sternentstehung durchlaufen hat, was bestätigt, dass es sich nicht um einen echten Kugelsternhaufen handelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Kugelsternhaufen weist in der Regel nur eine einzige Population alter Sterne auf. Neue Daten bestätigen nicht nur die Existenz zweier unterschiedlicher Sternpopulationen in Terzan 5, sondern liefern auch Hinweise auf zwei jüngere Sternentstehungsphasen. Obwohl sich Terzan 5 im dicht besiedelten Bulge der Milchstraße befindet – dem zentralen, kugelförmigen Bereich älterer Sterne unserer Galaxie –, war er massereich genug, um seine eigenständige Identität zu bewahren, während sich leichtere Systeme vor Milliarden von Jahren ausbreiteten und vermischten, um den Bulge zu bilden. Es ist wie ein Klumpen in einem ansonsten gut vermischten Kuchenteig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die neuen Nahinfrarot-Beobachtungen des Webb-Teleskops, abgeglichen mit den Archivdaten des Hubble-Teleskops, haben uns ein viel klareres Bild von der Geschichte von Terzan 5 vermittelt“, sagte Giorgia Zullo, die die Forschung leitete und Doktorandin an der Universität Bologna in Italien ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Ergebnisse wurden am Dienstag auf einer Pressekonferenz im Rahmen der 248. Tagung der American Astronomical Society vorgestellt und in der Fachzeitschrift „<a href="https://www.aanda.org/articles/aa/full_html/2026/05/aa59349-26/aa59349-26.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Astronomy &amp; Astrophysics</a>“ veröffentlicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vier Sterngenerationen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Terzan 5 wurde 1968 vom Astronomen Azop Terzan entdeckt und ähnelt in vielerlei Hinsicht einem Kugelsternhaufen. Im Jahr 2009 stellte sich jedoch heraus, dass dieses System zwei unterschiedliche Sternpopulationen beherbergt. Im Jahr 2016 lieferte das Hubble-Teleskop eine erste Schätzung ihres Alters und zeigte, dass sich die eine vor etwa 12 Milliarden Jahren (als sich die Milchstraße selbst gerade bildete) und die andere vor etwa 5 Milliarden Jahren, kurz bevor sich die Erde zu bilden begann, gebildet hatte. Dies deutete auf eine komplexere Geschichte hin als bei einem typischen Kugelsternhaufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Untersuchung von Terzan 5 wird durch seine Lage in einem Bereich unserer Galaxie erschwert, der dicht mit Sternen besetzt und stark durch Staub verdeckt ist. Hier kam das Webb-Teleskop ins Spiel. Seine Infrarotaufnahmen ermöglichten es dem Forschungsteam, durch den Staub hindurchzublicken und weitaus mehr Sterne – darunter auch schwächere – zu katalogisieren als bei früheren Untersuchungen. Durch die Messung der Farben und Helligkeiten der Sterne können Astronomen diese in Populationen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung einordnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Webb konnte diese Schlüsselmerkmale für jeden Stern im Sichtfeld am Himmel messen – sowohl für Sterne innerhalb von Terzan 5 als auch für unabhängige Vordergrundsterne. Um die Sterne von Terzan 5 zu isolieren, stützte sich das Team auf die Leistungsfähigkeit und die lange Betriebsdauer des Hubble-Teleskops. Der zeitliche Abstand von 12 Jahren zwischen den Hubble-Belichtungen ermöglichte es dem Team, sehr kleine Bewegungen einzelner Sterne – sogenannte Eigenbewegungen – zu messen, um festzustellen, welche Sterne zu Terzan 5 gehören und welche Teil des Galaxienkerns der Milchstraße sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Kombination der Daten von Webb und Hubble fanden die Forscher starke Hinweise auf zwei weitere Sternpopulationen, von denen sich die eine vor 3,8 Milliarden Jahren und die andere erst vor 2,5 Milliarden Jahren gebildet hat. Außerdem konnten sie das Alter der bereits bekannten Sternpopulationen mit beispielloser Präzision bestimmen und stellten fest, dass diese sich vor 12,5 Milliarden bzw. 4,7 Milliarden Jahren gebildet haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der bisher bekannten zwei Sterngenerationen konnten Astronomen die Möglichkeit nicht ausschließen, dass Terzan 5 mit einem anderen Objekt – etwa einem Kugelsternhaufen oder einer riesigen Molekülwolke – in Wechselwirkung trat und dadurch mit neuem Gas und Staub angereichert wurde, was eine zweite Runde der Sternentstehung auslöste. Mit vier Sterngenerationen sind diese Erklärungen nun ausgeschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Messungen der Sternzusammensetzung der Terzan-5-Populationen, die am W. M. Keck-Observatorium und am Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte durchgeführt wurden, deuten ebenfalls auf sehr unterschiedliche Populationen hin. „Neben dem Alter dieser Populationen bewahrt der Sternhaufen ein fossiles Zeugnis der fortschreitenden Anreicherung schwerer Elemente durch Supernovae“, sagte Co-Autor R. Michael Rich, Forschungsastronom an der University of California in Los Angeles.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Terzan 5 brachte mehrere Sterngenerationen hervor, da es in der Lage war, die notwendigen Ausgangsstoffe zu binden. Es gibt Hinweise auf gewaltige <a href="https://science.nasa.gov/universe/glossary/#supernova" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Supernova</a>-Explosionen in Terzan 5, bei denen schwerere Elemente entstanden, die von nachfolgenden Sterngenerationen aufgenommen wurden. In Systemen mit geringerer Masse hätte die Wucht der Explosionen selbst die dabei entstandenen Elemente hinausgeschleudert und gleichzeitig übrig gebliebenes Gas und Staub weggefegt. Der Vorläufer von Terzan 5 verfügte über genügend Masse, um diese Auswürfe der Sterne zurückzuhalten, sodass sich über Milliarden von Jahren hinweg neue Sterngenerationen bilden konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>„Fossiles Fragment des Galaxienkerns“</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ergebnisse zeigen, dass Terzan 5 höchstwahrscheinlich der Überrest eines weitaus massereicheren Sternensystems ist, das sich ursprünglich vor 12,5 Milliarden Jahren gebildet hatte. Terzan 5 ist außergewöhnlich, weil es überlebt hat – und sich nie mit dem Galaxienkern der Milchstraße vereinigt oder vollständig darin „vermischt“ hat. „Aus irgendeinem Grund bildete sich dieser eigentümliche Sternhaufen getrennt vom Bulge und wurde bei dessen Entstehung nicht zerstört“, sagte Francesco R. Ferraro, Professor an der Universität Bologna und Leiter der Webb-Beobachtungen. „Terzan 5 ist das, was wir heute als ‚Fossilfragment des Bulge‘ bezeichnen, da es den ursprünglichen Sternhaufen ähnelt, die zur Entstehung des Bulge beigetragen haben.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bislang ist ein weiteres kosmisches Objekt bekannt, das Terzan 5 ähnelt. <a href="https://esahubble.org/images/potw2221a/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Liller 1</a> war das zweite Objekt, das von einem Kugelsternhaufen zu einem Fossilfragment des Galaxienkerns umklassifiziert wurde. Auch es enthält mehrere Sterngenerationen. Möglicherweise gibt es noch weitere Objekte dieser Art. Ferraros Team wird weitere 40 bis 50 Kugelsternhaufen untersuchen, die innerhalb des Bulges umlaufen, um festzustellen, ob ihre Sternpopulationen alle gleich sind, wie bei Kugelsternhaufen, oder ob sie mehrere Generationen umfassen, wie bei fossilen Fragmenten des Bulges.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mögliche Parallelen bei der Galaxienentstehung in nah und fern</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Letztendlich könnte diese Forschung unser Verständnis darüber verbessern, wie sich die zentralen Bulges von Galaxien über Hunderte von Millionen von Jahren hinweg bilden. „Aufgrund von Beobachtungen und detaillierten Simulationen gehen wir davon aus, dass Galaxien im frühen Universum riesige Gasscheiben besaßen, die in Klumpen zerfielen und Sterne bildeten. Diese Klumpen wanderten zum Zentrum der Galaxien und viele verschmolzen zu deren Bulges“, sagte Barbara Lanzoni, Mitautorin und außerordentliche Professorin an der Universität Bologna. So hat Webb beispielsweise mehrere Beispiele für „klumpige“ Galaxien entdeckt, die sich aktiv bildeten, als das Universum erst wenige hundert Millionen Jahre alt war, wie die Klumpen in der Galaxie „<a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Webb/Webb_finds_primeval_star-forming_galaxy_that_is_lightweight" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Firefly Sparkle</a>“. „Terzan 5 könnte direkte Beweise liefern, die helfen können zu erklären, wie sich Galaxienkerne im gesamten Universum gebildet haben“, sagte Barbara.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weitere Informationen</strong><br><a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Webb" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Webb</a> ist das größte und leistungsstärkste Teleskop, das jemals ins All gebracht wurde. Im Rahmen einer internationalen Kooperationsvereinbarung stellte die ESA den Startdienst für das Teleskop unter Einsatz der Trägerrakete Ariane 5 bereit. In Zusammenarbeit mit ihren Partnern war die ESA für die Entwicklung und Qualifizierung der Anpassungen der Ariane 5 für die Webb-Mission sowie für die Beschaffung des Startdienstes durch Arianespace verantwortlich. Die ESA stellte außerdem den Hauptspektrografen <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Webb/Webb_s_instruments" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">NIRSpec</a> sowie 50 % des Mittelinfrarot-Instruments <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Webb/MIRI_factsheet" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">MIRI</a> bereit, das von einem Konsortium staatlich finanzierter europäischer Institute (dem MIRI European Consortium) in Zusammenarbeit mit dem JPL und der University of Arizona entwickelt und gebaut wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Webb ist eine internationale Partnerschaft zwischen der NASA, der ESA und der Canadian Space Agency (CSA).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=633.msg588601#msg588601" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Die Milchstraße</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/webb-und-hubble-enthuellen-ein-relikt-aus-der-entstehungszeit-unserer-galaxie/" data-wpel-link="internal">Webb und Hubble enthüllen ein Relikt aus der Entstehungszeit unserer Galaxie</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wenn die Sonne ernst macht</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/wenn-die-sonne-ernst-macht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2026 20:25:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Sonne]]></category>
		<category><![CDATA[Erdmagnetfeld]]></category>
		<category><![CDATA[MPS]]></category>
		<category><![CDATA[Plasma]]></category>
		<category><![CDATA[Plasmabögen]]></category>
		<category><![CDATA[Polarlichter]]></category>
		<category><![CDATA[Solar Orbiter]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnenaktivität]]></category>
		<category><![CDATA[Sunrise III]]></category>
		<category><![CDATA[Vigil]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=153189</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Folgen stürmischen Sonnenwetters: zwischen farbenfrohen Polarlichtern und funkensprühenden Telegrafenmasten.Eine Pressemitteilung des Max Planck Instituts für Sonnensystemforschung MPS. Quelle: MPS/Aktuelles/Nachrichten/Wenn die Sonne ernst macht; Text: Jan Berndorff, 16. Juni 2026 Auf den Punkt gebracht Polarlichter sind die schöne Seite des Weltraumwetters. Doch es gibt im Sonnensystem auch Unwetter. Die Sonne kann Teilchenstürme entfesseln, die auf [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/wenn-die-sonne-ernst-macht/" data-wpel-link="internal">Wenn die Sonne ernst macht</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die Folgen stürmischen Sonnenwetters: zwischen farbenfrohen Polarlichtern und funkensprühenden Telegrafenmasten.<br>Eine Pressemitteilung des Max Planck Instituts für Sonnensystemforschung MPS.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://www.mps.mpg.de/8758108/news_publication_26811514_transferred?c=2728" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">MPS/Aktuelles/Nachrichten/Wenn die Sonne ernst macht; Text: Jan Berndorff</a>, 16. Juni 2026</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Eruption-auf-der-Sonne-mit-der-Erde.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="400" height="225" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Eruption-auf-der-Sonne-mit-der-Erde-400x225-1.jpg" alt="" class="wp-image-153173" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Eruption-auf-der-Sonne-mit-der-Erde-400x225-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Eruption-auf-der-Sonne-mit-der-Erde-400x225-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Eruption auf der Sonne mit der Erde (unten links) im richtigen Größenverhältnis.<br><mark>Bildquelle: NASA/Goddard Space Flight Center</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Auf den Punkt gebracht</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Von der Sonne ins All geschleudertes, magnetisiertes Plasma kann beim Auftreffen auf das schützende Erdmagnetfeld nicht nur Polarlichter auslösen, sondern auch erhebliche Schäden an technischer Infra-struktur verursachen. Solche Sonnenstürme häufen sich am Maximum des elfjährigen Aktivitätszyklus der Sonne.</li>



<li>Um diesen Zyklus besser zu ver-stehen, untersuchen Forschende des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung die Magnetfeld-Dynamik der Sonne mit den Sonnenobservatorien Solar Orbiter und Sunrise.</li>



<li>Die Forschenden sind auch an einer zukünftigen Mission, Vigil, beteiligt. Deren Ziel ist es, potenziell verheerende geo-magnetische Stürme frühzeitig vorherzusagen, sodass sich rechtzeitig Schutzmaßnahmen für Stromnetze oder Satelliten einleiten lassen.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Polarlichter sind die schöne Seite des Weltraumwetters. Doch es gibt im Sonnensystem auch Unwetter. Die Sonne kann Teilchenstürme entfesseln, die auf der Erde erhebliche Schäden an technischer Infrastruktur verursachen. Fachleute des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung wollen auch mithilfe neuer Teleskope besser verstehen, warum unser Stern alle elf Jahre besonders aktiv ist. Ihr Ziel ist nicht zuletzt, Sonnenstürme frühzeitig vorherzusagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ersten Monate dieses Jahres waren in Deutschland ungewöhnlich farbenfroh: Leuchtend grüne Vorhänge zogen sich über den Sternenhimmel von den norddeutschen Inseln bis in die bayrischen Voralpen. Manchmal flackerten die Lichter wie Fahnen im Wind. Manchmal strahlten sie ruhig und gingen von Grün über Rot in Violett über.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-Polarlichter.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="400" height="225" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-Polarlichter-400x225-1.jpg" alt="" class="wp-image-153175" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-Polarlichter-400x225-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-Polarlichter-400x225-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Diese Polarlichter, aufgenommen in der Nähe von Göttingen in der Nacht vom 20. Januar 2026, erscheinen in einem Farbverlauf von grün bis pink. Die Farben auf diesem Foto sind satter, als sie ein Mensch wahrnehmen würde. Das Auge ist nicht empfindlich genug, während sich der Sensor einer Kamera lange belichten lässt, um auch schwaches Licht abzubilden.<br><mark>Bildquelle: F. Tischer (MPS)</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Was zahlreiche Menschen da nachts mit ihren Kameras einfingen, waren Polarlichter. Wenn diese sich sogar in Mitteleuropa zeigen und nicht nur in höheren Breiten wie in Skandinavien oder der Arktis, ist dies ein Anzeichen für eine besonders hohe Sonnenaktivität. Denn sie gehen auf Eruptionen auf unserem Heimatstern zurück: Heftige Turbulenzen im Magnetfeld schleudern einen Schwall geladener Teilchen ins All. Trifft die magnetisierte Wolke das Erdmagnetfeld, dellt es dieses ein. Es entsteht ein im geomagnetischen Sturm flatternder magnetischer Schweif, der weg von der Sonne zeigt. Dort kommen sich einzelne Feld­linien teils so nahe, dass sie sich unter einem energetischen Schnalzen neu verbinden. Die dabei entfesselten Kräfte beschleunigen geladene Elektronen von der Sonne entlang des gekrümmten Erdmagnetfelds bis zu dessen Polen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Weg regen die Teilchen in der Atmosphäre Sauerstoff und Stickstoff zum Leuchten an – Polarlichter entstehen. Etwa alle elf Jahre produziert die Sonne besonders viele solcher Eruptionen – es herrscht quasi solare Hurrikansaison: Über ein bis zwei Jahre hinweg wehen dann häufiger Sonnenstürme durchs All, die stärker sind als der übliche Sonnenwind. „In niedrigeren geografischen Breiten schützt das Erdmagnetfeld stärker“, sagt Sami Solanki. Er ist Direktor am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen. Trifft ein besonders starker Partikelschwall die Erde, so drückt dieser dermaßen gegen das Erd­magnetfeld, dass sich sogar solche Magnetfeldlinien neu verbinden, die in mittleren Breiten fußen – Sonnenteilchen regnen dann auch in die Atmosphäre über südlichere Teile Europas.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das kann unangenehme Folgen haben: Satelliten, Raumstationen und hoch fliegende Flugzeuge sind intensiver Teilchenstrahlung von der Sonne ausgesetzt, Stromleitungen am Boden werden durch die geladenen Teilchen überladen, Transformatoren brennen durch, und flächendeckende Stromausfälle sind die Folge. Die europäische Raumfahrtagentur Esa hat in einer Studie ausgerechnet, dass ein heftiger Sonnensturm allein in Europa Schäden in Höhe von bis zu 15 Milliarden Euro verursachen könnte. Fachleute des US-Forschungsrates nennen für die USA sogar ein bis zwei Billionen US-Dollar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit anderen Worten: So wichtig und faszinierend dieser Stern für uns ist – immerhin sorgt die Sonne für 99,96 Prozent der Energie, die die Erde vor der Auskühlung bewahrt –, er kann auch anders. Und darum wollen Forschende besser verstehen, wie er funktioniert.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/3-Sonnenspaeher.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="400" height="177" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/3-Sonnenspaeher-400x177-1.jpg" alt="" class="wp-image-153177" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/3-Sonnenspaeher-400x177-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/3-Sonnenspaeher-400x177-1-300x133.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Sonnenspäher bei der Arbeit: Die Raumsonde Solar Orbiter fliegt immer steilere Umlaufbahnen um die Sonne. Der Rundumblick hilft zu verstehen, wie sich das Magnetfeld der Sonne entwickelt. Eine aktive Phase der Sonne hat Sunrise im Jahr 2024 beobachtet – ein Sonnenteleskop, das an einem Stratosphärenballon über der Erde schwebt. Nimmt eine Sonneneruption einmal Kurs auf die Erde, wird die Außenposition Vigils in den 2030er-Jahren erlauben, mehrere Tage im Voraus zu warnen. Bisherige Vorhersagen kommen oft zu spät: Soho etwa sieht die Sturmfront erst, wenn sie kurz bevorsteht.<br><mark>Bildquelle: GCO nach ESA und MPI für Sonnensystemforschung</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Blicke auf die Pole der Sonne</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn obwohl Forschende die Sonne bereits seit Jahrzehnten mit Teleskopen am Boden und im Orbit beobachten und vermessen, bleiben zahlreiche Details rund um deren komplexes Magnetfeld, aus dessen Dynamik die Sonnenstürme resul­tieren, im Dunkeln. „Wenn wir diese Vorgänge besser verstehen, können wir sie modellieren, und wenn wir sie modellieren, können wir auch Vorhersagen treffen – zum Beispiel wann ein gefährlicher Sturm droht, die Erde zu treffen“, sagt Kinga Albert, die am Göttinger Institut in der Abteilung Sonne und Heliosphäre forscht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aktuell untersucht Albert die ersten Messdaten der Esa-Sonde Solar Orbiter, zu der das Max-Planck-Institut ein Schlüsselinstrument beigesteuert hat: Der „Polarimetric and Helioseismic Imager“ macht Aufnahmen der Sonnenoberfläche im sichtbaren Licht und bestimmt Stärke und Richtung des Magnetfeldes. Solar Orbiter dringt dabei in wissenschaftliches Neuland vor und kommt bei seinen Umrundungen näher an das Sonnenfeuer heran als der innerste Planet Merkur. Erstmals verlässt ein Sonnenteleskop mit hochauflösenden Kameras zudem die Ekliptik, also jene Ebene, in der alle Planeten bis auf wenige Grad Abweichung um die Sonne kreisen. Nur so erlangt Solar Orbiter einen detaillierten Blick auf die Sonnenpole. Bislang gibt es von der Sonne und ihrem Magnetfeld fast ausschließlich seitliche Aufnahmen, die aus der Ekliptik heraus entstanden. Denn die Drehachse der Sonne ist nur etwa 7 Grad zu dieser Ebene gekippt. „Aus diesem Winkel erkennt man aber leider so gut wie nichts, daher sind die Pole noch weitgehend unerforscht“, bedauert Sami Solanki. „Wir vermuten jedoch, dass sich dort Entscheidendes zum Verständnis des elfjährigen Sonnenzyklus abspielt.“</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4-globales-Magnetfeld-der-Sonne.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="400" height="187" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4-globales-Magnetfeld-der-Sonne-400x187-1.jpg" alt="" class="wp-image-153179" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4-globales-Magnetfeld-der-Sonne-400x187-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4-globales-Magnetfeld-der-Sonne-400x187-1-300x140.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Zwei Gesichter der Sonne: Das globale Magnetfeld wechselt zwischen einem regelmäßig und geordnet geformten Dipol wie bei der Erde (rechts) und einem chaotischen und aufge­wickelten Magnetfeld (links). Ein Zyklus dauert etwa elf Jahre.<br><mark>Bildquelle: GCO/MPI für Sonnensystemforschung</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aufbrausendes Sonnenfeuer</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Zyklus, der zwischen neun und 13 Jahre dauern kann, zeigt die Sonne eine erstaunliche Verwandlung: Beginnend als Dipol mit beinahe geradlinig zwischen Nord und Süd verlaufenden Feldlinien, wie wir das vom Erdmagnetfeld kennen, wickeln sich diese Feldlinien im Verlauf zunehmend auf. Laut bisheriger Forschung geht das so: Die Sonne ist wie die Erde im Prinzip ein riesiger Dynamo. Während sie rotiert, erzeugt die geladene Materie, aus der sie besteht – das Plasma aus Wasserstoff und Helium –, ein Ma­gnetfeld. Nun dreht sie sich in verschie­denen Breiten unterschiedlich schnell: An den Polen einmal in 35, am Äquator in 25 Tagen. Da die Magnetfeldlinien mit den geladenen Teilchen des Plasmas gekoppelt sind, wickeln sich die ursprüng­lichen Nord-Süd-Feldlinien quasi um die Sonne herum, es entsteht ein ziemlich komplexes und grob ring- oder donut­förmiges Magnetfeld.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Magnetfeld, das durch diese differenzielle Rotation entsteht, ist am Grund der sogenannten Konvektionszone verankert. Diese Zone entspricht dem äußeren Drittel der Sonne, in dem die Energie aus dem Sonneninneren nicht durch Strahlung, sondern durch mächtige Ströme und Umwälzungen im Plasma nach außen gelangt. Knapp unter der Oberfläche schießen sogar Blasen mit durchschnittlich 3000 Kilometern pro Stunde zur Ober­fläche, ehe diese abkühlen und wieder nach unten sinken: Es blubbert und brodelt wie kochendes Wasser in einem Topf.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/5-Sonnenfleck.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="400" height="225" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/5-Sonnenfleck-400x225-1.jpg" alt="" class="wp-image-153181" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/5-Sonnenfleck-400x225-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/5-Sonnenfleck-400x225-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Sonnenfleck aufgenommen mit dem 1 m Swedish Solar Telescope (SST) auf La Palma (Kanarische Inseln, Spanien). Die kühlere und damit dunklere Umbra im Zentrum des Sonnenfleckes ist umgeben von der Penumbra: Dort strömt in 100 bis 200 km breiten Filamenten teilweise ionisiertes Gas radial nach außen. Dabei kommt es zu Umwälzströmungen, die erstmals von Wissenschaftlern des MPI für Sonnensystemforschung direkt beobachtet und mithilfe von Computersimulationen erklärt werden konnten.<br><mark>Bildquelle: MPS</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Am Grund der Konvektionszone drängt sich das Magnetfeld dicht auf dicht und ist dermaßen turbulent, dass sich Feldlinien losreißen und schlauchartige Formen bilden. Im Inneren solcher Magnetfeldkäfige befindet sich weniger Sonnenplasma als in der Umgebung, und so steigen diese zur Oberfläche auf, wie U-Boote mit geleerten Tanks. Wo die gebündelten Feldlinien die Oberfläche durchstoßen, verhindern die magnetischen Kräfte, dass weiteres heißes Plasma nachschiebt. Die Konvektion und damit der Energietransport sind dort unter­bunden – es entsteht ein Sonnenfleck, der oft weit größer als die Erde ist und dunkel erscheint, weil er nur etwa 4000 Grad heiß ist, während in der übrigen Photosphäre rund 5500 Grad herrschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Je aktiver die Sonne ist, desto mehr Sonnen­flecken sind zu sehen und desto dynamischer und chaotischer ist das Magnetfeld auch an der Oberfläche. Immer wieder erheben sich Plasmabögen entlang ausladender Feldlinien, die meist in der Umgebung von Sonnenflecken verankert sind, weit über die Oberfläche. Teils verdrillen und verknoten sich Feldlinien, bis die Spannung allzu groß wird, der magnetische Käfig aufbricht und einen Schwall Plasma mit viel Schwung ins All schleudert. Fachleute nennen das einen koronalen Massenauswurf. Er ist die Ursache für das, was auch als Sonnensturm bezeichnet wird. Nach ein bis zwei Jahren des Wütens – das letzte Aktivitätsmaximum begann 2024 und ging mit den Polarlichtern Anfang dieses Jahres vermutlich zu Ende – beruhigt sich die Sonne langsam wieder. Die Zahl der Sonnen­flecken geht zurück, und die Feld­linien ordnen sich allmählich wieder zum Dipol. Nur diesmal andersherum: Der vormalige magnetische Nord- wird zum magnetischen Südpol und umgekehrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem diese Phase ist noch rätselhaft: „Wir können noch nicht erklären, wie die Sonne aus dem Chaos wieder zur Ordnung zurückfindet“, sagt Sami Solanki. Genau dazu soll Solar Orbiter neue Erkenntnisse liefern. Von den Bildern und Messungen, die das Sonnenteleskop im Jahr 2025 aufzeichnete, wurden einige bereits veröffentlicht. Doch die Analyse der vielen Daten hat gerade erst begonnen: „Nicht vor Ende dieses Jahres werden wir erste Ergebnisse veröffentlichen, darum darf ich noch nichts Konkretes verraten“, sagt Solanki. „Nur so viel: Wir haben spannende Dinge gefunden, die so manche Modellvorstellung wahrscheinlich widerlegen.“</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/6-Diskussion-im-Foyer.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="400" height="225" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/6-Diskussion-im-Foyer-400x225-1.jpg" alt="" class="wp-image-153183" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/6-Diskussion-im-Foyer-400x225-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/6-Diskussion-im-Foyer-400x225-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Im Foyer des Instituts diskutieren Lakshmi Pradeep Chitta, Smitha Narayanamurthy, Kinga Albert und Sami Solanki (von links).<br><mark>Bildquelle: Leona Ohsiek / MPG</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Sonne zwischen Chaos und Ordnung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine Kollegin Kinga Albert beschäftigt sich mit Messungen magnetischer Strukturen in Polnähe: „Da gibt es größere und kleinere magnetische Teilflächen. Sie sind zwar alle nicht so groß wie die Sonnenflecken in Äquatornähe, haben aber in etwa mindestens die Fläche Deutschlands. Manche verändern sich binnen weniger Stunden, andere bleiben tagelang stabil, manche sind positiv, manche negativ magnetisch polarisiert.“ Diese Strukturen folgen einem Granulationsmuster – das ist die körnige Struktur mächtiger Plasmablasen, die durch die Konvektion entstehen: „Die Strömungen spülen Magnetfelder, die an der Ober­fläche treiben und meist Überbleibsel größerer Sonnen­flecken sind, zu Ein­heiten zusammen wie Schaum auf dem Meer, nur um sie dann wieder zu zerstreuen“, beschreibt Albert. Sie ist noch bei der Bestandsaufnahme und sucht nach Regelmäßigkeiten. „Eine Interpretation kann ich noch nicht liefern.“ „Aber unsere Reise zu den Polen fängt ja gerade erst an“, betont Lakshmi Pradeep Chitta, der in derselben Abteilung wie Kinga Albert forscht. Die Raumsonde werde in wenigen Jahren eine Bahn fliegen, die mit einem Winkel von etwa 33 Grad aus der Ekliptik ausbricht – mit noch klarerem Blick auf die Pole. „So werden wir also eben jenen Weg der Sonne zurück in ihr Dipol-Stadium detailliert verfolgen, den wir bislang noch nicht recht erklären können“, sagt Chitta.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Forschenden haben noch mehr Trümpfe im Ärmel, um der Sonne ihre Geheimnisse zu entlocken. Darunter ein weiterer sehr spezieller Sonnenspäher: ein Observatorium namens Sunrise, geleitet vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. Dieses rund 2,5 Tonnen schwere Teleskop mit einem ein Meter großen Spiegel steht weder auf dem Erdboden, noch rast es durchs All. Statt­dessen schwebt es an einem riesigen Helium-Ballon in rund 37 Kilometer Höhe an der Grenze zwischen Erd­atmosphäre und Weltraum. Dort entgeht es Wolken und den störenden Luftturbulenzen der Erdatmosphäre, lässt sich zudem landen und warten. Es vereint so die Vorteile von Teleskopen im Weltraum und am Boden.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.mpg.de/22197211/erfolgreicher-start-fuer-sunrise-iii" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external"><img decoding="async" width="400" height="225" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/7-Sunrise-III-400x225-1.jpg" alt="" class="wp-image-153185" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/7-Sunrise-III-400x225-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/7-Sunrise-III-400x225-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Sunrise III hebt ab<br>Von der Stratosphäre aus hat das ballongetragene Sonnenobservatorium einen ungestörten Blick auf die Sonne<br><mark>Portalbeitrag des MPS vom 10. Juli 2024</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ballon, der bei maximaler Füllung 130 Meter durchmisst, startete 2024 in der Nähe von Kiruna in Nordschweden und fuhr mit den stratosphärischen Westwinden entlang des nördlichen Polarkreises nach Kanada, um dort etwa eine Woche später zu landen. „Dieser Flug war ein voller Erfolg“, freut sich Smitha Narayanamurthy, die am Institut die Daten auswertet. Dank der Mitternachtssonne und der Position über Wolken und Wetter beobachtete das Teleskop durchgehend die Sonne und machte hochaufgelöste Bilder. „Mit Sunrise können wir Eruptionen von Anfang bis Ende hochauflösend verfolgen, und in den Daten werden wir sehen, ob und wie sie sich ankündigen“, sagt Sami Solanki. „Damit halten wir einen riesigen Datenschatz von 200 Terabyte in unseren Händen, den wir gerade erst zu heben beginnen.“ Darin enthalten sind auch zahlreiche Spektren und Polarisationsmuster in hoher Auflösung, mit denen Smitha Narayanamurthy die Granulation im Detail verfolgte und kleine Plasmawirbel und -strudel entdeckte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Geomagnetische Stürme vorhersagen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch wer geomagnetische Stürme präzise vorhersagen will, muss auch wissen, ob und wann genau ein Plasmaschwall die Erde trifft. Je nachdem braucht dieser zwischen einem halben Tag und drei Tagen. Bislang ist es so: Eine heftige Sonneneruption mit dem Potenzial für ernsthafte Störungen auf der Erde erkennt man erst, wenn sie stattfindet. Zum Beispiel mit der Raumsonde Soho, die bereits seit 1995 die Sonne vom Lagrange-Punkt 1 (L1) aus beobachtet, also aus der gleichen Richtung wie die Erde. Jedoch kann dieser Satellit nicht gut erkennen, ob ein Sonnenauswurf tatsächlich Kurs auf die Erde nimmt und mit welchem Tempo.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das liegt daran, dass die Kamera an Bord die Sonne mit einer kreisrunden Blende abdeckt und daher vornehmlich Auswürfe sieht, die die Sonne zu den Seiten verlassen. Erst wenn die Teilchen der Sonne Soho bereits erreicht haben – also wenn der Sturm kurz bevorsteht –, schlagen Sensoren an Bord Alarm. Ab da bleiben nur noch rund 30 bis 60 Minuten, bis der Partikelsturm auf das schützende Magnetfeld der Erde einprasselt. Das ist auch der Grund dafür, dass Vorhersagen von Polarlichtern nur maximal eine Stunde im Voraus gelten.<br>Entscheidender Blick von der Seite</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was der Sonnensturmvorhersage fehlt, ist die Sicht auf die Sonne aus einer anderen Perspektive, am besten noch während sich ein Sturm zusammenbraut. Hilf­reicher als der Blick von oben, den Solar Orbiter einnimmt, ist dabei jener der Raumsonde Vigil von der Seite. Das Göttinger Institut ist ebenfalls an der Sonde beteiligt, die die Esa im Jahr 2031 zum Lagrange-Punkt L5 schießen will. „Von L5 aus wird Vigil wegen der Drehung der Sonne Ereignisse auf ihrer Oberfläche beobachten, fünf bis sechs Tage, bevor sie von L1 oder der Erde aus sichtbar sind“, erklärt Pradeep Chitta. Das bedeutet: Wenn sich Eruptionen ankündigen, kann Vigil bereits eine Woche im Voraus warnen. Und falls eine Plasmawolke tatsächlich Richtung Erde stürmt, berechnet Vigil deren Richtung und Tempo.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Eine Vorhersage wäre extrem wichtig“, sagt Sami Solanki. „Denn eines wissen wir sicher: Bislang sind wir bei Sonnenstürmen sehr glimpflich davongekommen.“ Seit der Mensch sich durch die breite Verwendung der Elektrizität, durch Raumfahrt und Satellitentechnik verwundbar für diese kosmischen Katastrophen machte, hat es keinen wirklich schlimmen Sonnensturm mehr gegeben. Mal gingen eine ganze Reihe Starlink-Satelliten dadurch verloren, mal sind in halb Kanada die Stromnetze für ein paar Stunden zusammengebrochen oder die Satelliten­navigation in Deutschland. Doch im Vergleich zu dem, wozu die Sonne fähig ist, waren das laue Lüftchen.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.mpg.de/21927472/polarlichter-in-sueddeutschland" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external"><img decoding="async" width="400" height="225" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/8-gluehender-Himmel-400x225-1.jpg" alt="" class="wp-image-153187" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/8-gluehender-Himmel-400x225-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/8-gluehender-Himmel-400x225-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Wenn der Himmel zu glühen scheint<br>Sami Solanki, Direktor am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, erklärt, wie Sonneneruptionen und Polarlichter zusammenhängen und wann solche Ereignisse für Stromnetze oder GPS zum Problem werden<br><mark>Portalbeitrag des MPS vom 20. Januar 2026</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Funkensprühende Telegrafenmasten</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der bisher heftigste registrierte Sturm ereignete sich 1859. Das sogenannte Carrington-Ereignis, benannt nach einem britischen Astronomen, war geschätzt zwei bis vier Mal stärker als die intensivsten Sonnenstürme seither. Es sorgte für Polarlichter bis in die Karibik und Nordafrika und ließ Wälder in Flammen aufgehen, weil Telegrafenmasten Funken schlugen. Doch Elektrizität war damals kaum verbreitet, und so blieben die Schäden überschaubar. Heute würden sie in die Milliarden gehen, die Reparaturen der Energieinfrastruktur könnten Wochen oder gar Monate dauern. Schätzungen zu­folge sollte sich ein Sturm der Carrington-Klasse etwa alle 100 bis 500 Jahre er­eignen. Sie beruhen unter anderem auf Vergleichen mit solchen Eruptionen auf anderen sonnenähnlichen Sternen und auf Rekonstruktionen der Sonnenaktivität, die inzwischen mehrere Tausend Jahre in die Vergangenheit reichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Allerdings kann es sogar noch viel intensivere Sonnenstürme geben als das Carring­ton-Ereignis“, warnt Sami Solanki. Diese sogenannten Miyake-Ereignisse sind zehn bis hundert Mal stärker. Sechs bis zehn dieser Art sollen sich in den letzten 14 500 Jahren ereignet haben. Das zeigen Messungen der Konzentration des Kohlenstoffisotops 14C in den Jahresringen alter Bäume. Derartige Stürme produzieren enorme Mengen dieses Isotops in der Atmosphäre, und es lagert sich dann in Bäumen ab. Der letzte besonders starke Fall ereignete sich wohl im Jahr 774 nach Christus. Ob und wann es wieder so weit ist, kann niemand genau sagen. Es könnte auch schon beim nächsten Sonnenmaximum geschehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mensch hat auf die Aktivität der Sonne keinen Einfluss. Deshalb gelte es dringend, sich zu wappnen, meinen die Sonnenforschenden der Max-Planck-Gesellschaft. Bereits bei einer Vorwarnzeit von wenigen Tagen könnten Astronautinnen und Astronauten in Schutzmodule flüchten, Verkehrsflüge ließen sich aussetzen oder die empfindlichen Instrumente der Satelliten vorübergehend aus der Sonne drehen. Die kommenden Jahre der Sonnenforschung könnten uns also früher oder später vor einer Katastrophe bewahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=753.msg588573#msg588573" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Unsere Sonne</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/wenn-die-sonne-ernst-macht/" data-wpel-link="internal">Wenn die Sonne ernst macht</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
