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	<title>envihab &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>envihab &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>DLR: 60 Tage liegen bleiben für die Wissenschaft</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/dlr-60-tage-liegen-bleiben-fuer-die-wissenschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Apr 2024 19:44:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Bettruhestudie]]></category>
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		<category><![CDATA[Sensorimotor Countermeasures Study]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Terrestrische Astronautinnen und Astronauten für Bettruhestudie gesucht. Eine Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Quelle: DLR 10. April 2024. 10. April 2024 &#8211; Astronautinnen und Astronauten, die auf die Erde zurückkehren, werden direkt nach der Landung umsorgt: Ein ganzes Team assistiert beim Aussteigen aus der Raumkapsel, richtet auf, stützt, führt erste Untersuchungen [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Terrestrische Astronautinnen und Astronauten für Bettruhestudie gesucht. Eine Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: DLR 10. April 2024.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/BettruhestudieimenvihabDLR.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Bettruhestudie im :envihab. Das Bett ist zum Kopf hin um sechs Grad geneigt. Dabei verschieben sich die Flüssigkeiten im Körper fast genauso wie bei Astronautinnen und Astronauten im All. Die SMC-Studie im :envihab, dem luft- und raumfahrtmedizinischen Labor in Köln, startet im September 2024. Sie untersucht vor allem die sensomotorischen Beeinträchtigungen nach Aufenthalten im Weltraum und mögliche Gegenmaßnahmen. (Bild: DLR)" data-rl_caption="" title="Bettruhestudie im :envihab. Das Bett ist zum Kopf hin um sechs Grad geneigt. Dabei verschieben sich die Flüssigkeiten im Körper fast genauso wie bei Astronautinnen und Astronauten im All. Die SMC-Studie im :envihab, dem luft- und raumfahrtmedizinischen Labor in Köln, startet im September 2024. Sie untersucht vor allem die sensomotorischen Beeinträchtigungen nach Aufenthalten im Weltraum und mögliche Gegenmaßnahmen. (Bild: DLR)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="149" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/BettruhestudieimenvihabDLR26.jpg" alt="Bettruhestudie im :envihab Das Bett ist zum Kopf hin um sechs Grad geneigt. Dabei verschieben sich die Flüssigkeiten im Körper fast genauso wie bei Astronautinnen und Astronauten im All. Die SMC-Studie im :envihab, dem luft- und raumfahrtmedizinischen Labor in Köln, startet im September 2024. Sie untersucht vor allem die sensomotorischen Beeinträchtigungen nach Aufenthalten im Weltraum und mögliche Gegenmaßnahmen. (Bild: DLR)" class="wp-image-138110"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Bettruhestudie im :envihab. Das Bett ist zum Kopf hin um sechs Grad geneigt. Dabei verschieben sich die Flüssigkeiten im Körper fast genauso wie bei Astronautinnen und Astronauten im All. Die SMC-Studie im :envihab, dem luft- und raumfahrtmedizinischen Labor in Köln, startet im September 2024. Sie untersucht vor allem die sensomotorischen Beeinträchtigungen nach Aufenthalten im Weltraum und mögliche Gegenmaßnahmen. (Bild: DLR)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">10. April 2024 &#8211; Astronautinnen und Astronauten, die auf die Erde zurückkehren, werden direkt nach der Landung umsorgt: Ein ganzes Team assistiert beim Aussteigen aus der Raumkapsel, richtet auf, stützt, führt erste Untersuchungen durch. Was aber, wenn die Landung nicht auf der Erde, sondern auf dem Mond oder dem Mars stattfindet? Dort hilft erst einmal niemand. Die Raumfahrenden sind auf sich alleine gestellt – mit all den Folgen, die ein längerer Aufenthalt in Schwerelosigkeit mit sich bringt: Schwindel, Stolpern, Koordinationsstörungen. Das kann eine Mission gefährden. Damit das nicht passiert, erforscht das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mögliche Gegenmaßnahmen in einer <a href="https://www.raumfahrer.net/tag/bettruhestudie/" data-wpel-link="internal">Bettruhestudie</a>. Wer ab September 2024 mitmachen möchte, kann sich noch bewerben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinlegen, um die Raumfahrt voranzubringen? „Die Teilnehmenden liegen nicht nur 60 Tage im Bett. Das Bett ist außerdem zum Kopf hin um sechs Grad geneigt. Das heißt, der Kopf liegt niedriger als die Füße“, erklärt Dr. Edwin Mulder, Studienleiter am DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin in Köln. „Bei dieser Neigung verschieben sich die Flüssigkeiten im Körper fast genauso wie bei Astronautinnen und Astronauten im Weltall.“ Ohne die Erdanziehungskraft fließt mehr Flüssigkeit in die obere Körperhälfte und weniger in die Beine. Der Druck im Kopf steigt, durch die körperliche Inaktivität bauen Muskeln und Knochen ab, der Gleichgewichtssinn ist verwirrt und das Herz-Kreislauf-System verändert sich – und das sind nur einige Folgen von Aufenthalten in der Schwerelosigkeit, die sich auch in Bettruhestudien zeigen. In der aktuellen SMC-Studie (Sensorimotor Countermeasures Study), die wieder in Zusammenarbeit mit der amerikanischen Luft- und Raumfahrtbehörde NASA durchgeführt wird, geht es vor allem um sensomotorische Beeinträchtigungen nach Aufenthalten im Weltraum und mögliche Gegenmaßnahmen.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EssenimLiegenDLR.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Essen im Liegen. Während der 60 Tage im Bett werden alle Tätigkeiten im Liegen erledigt. Dazu gehört auch das Essen. Die Probandinnen und Probanden bekommen im :envihab im Rahmen der SMC-Studie Mahlzeiten, die für ihren individuellen Bedarf exakt berechnet sind. (Bild: DLR)" data-rl_caption="" title="Essen im Liegen. Während der 60 Tage im Bett werden alle Tätigkeiten im Liegen erledigt. Dazu gehört auch das Essen. Die Probandinnen und Probanden bekommen im :envihab im Rahmen der SMC-Studie Mahlzeiten, die für ihren individuellen Bedarf exakt berechnet sind. (Bild: DLR)" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EssenimLiegenDLR26.jpg" alt="Essen im Liegen Während der 60 Tage im Bett werden alle Tätigkeiten im Liegen erledigt. Dazu gehört auch das Essen. Die Probandinnen und Probanden bekommen im :envihab im Rahmen der SMC-Studie Mahlzeiten, die für ihren individuellen Bedarf exakt berechnet sind. (Bild: DLR)" class="wp-image-138112"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Essen im Liegen. Während der 60 Tage im Bett werden alle Tätigkeiten im Liegen erledigt. Dazu gehört auch das Essen. Die Probandinnen und Probanden bekommen im :envihab im Rahmen der SMC-Studie Mahlzeiten, die für ihren individuellen Bedarf exakt berechnet sind. (Bild: DLR)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein Bein heben, um ein Hindernis zu überwinden: Das kann für Raumfahrende eine Herausforderung sein</strong><br>Das Zusammenspiel von Sinneswahrnehmungen – wie Hören, Sehen oder Fühlen – und motorischen Reaktionen – wie Gehen, Greifen oder Werfen – kann nach Weltraumreisen gestört sein. „Das wirkt sich bei ganz alltäglichen Dingen aus. Etwa, wenn jemand einen Stein sieht und ein Bein heben muss, um ihn zu überwinden“, sagt Andrea Nitsche vom DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin. Sie wählt zwölf Probandinnen und Probanden aus, die sich inklusive Vor- und Nachbereitung für genau 88 Tage in der Kölner Forschungsanlage <a href="https://www.raumfahrer.net/?s=envihab" data-wpel-link="internal">:envihab</a> aufhalten, damit zukünftige Raumfahrende sicher und koordiniert arbeiten können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die erste Studienkampagne im :envihab startet im September 2024, eine zweite im April 2025. Bewerben können sich jeweils Personen zwischen 24 und 55 Jahren, die eine Körpergröße von 1,53 bis 1,90 Meter und einen BMI von 18 bis 30 haben. Sie müssen außerdem gesund sein, Nichtraucher und gut Deutsch sprechen. Für die vollständige Teilnahme gibt es eine Aufwandsentschädigung von 18.000 Euro. Von den 88 Tagen werden 60 im Bett in Kopftieflage verbracht. Drei Monate nach Abschluss der Kampagne finden verpflichtende Nachuntersuchungen statt. Das Auswahlverfahren ist mehrstufig: Über die Webseite dlr-probandensuche.de füllen die Interessierten zuerst einen Fragebogen aus. Es folgen die Teilnahme an einer Online-Informationsveranstaltung, psychologische Fragebögen, Telefoninterviews, medizinische Voruntersuchungen in Köln, ein Bewertungstag und schließlich die Studie.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/TglmedUntersuchungenuExperimenteDLR.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Tägliche medizinische Untersuchungen und Experimente. Die Teilnehmenden verbringen bei der SMC-Studie (Sensorimotor Countermeasures Study) 88 Tage im :envihab, davon 60 Tage im Bett. Auf dem Programm stehen tägliche medizinische Untersuchungen und Experimente. Hier werden Veränderungen des Stoffwechsels über die Atemluft gemessen. (Bild: DLR)" data-rl_caption="" title="Tägliche medizinische Untersuchungen und Experimente. Die Teilnehmenden verbringen bei der SMC-Studie (Sensorimotor Countermeasures Study) 88 Tage im :envihab, davon 60 Tage im Bett. Auf dem Programm stehen tägliche medizinische Untersuchungen und Experimente. Hier werden Veränderungen des Stoffwechsels über die Atemluft gemessen. (Bild: DLR)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/TglmedUntersuchungenuExperimenteDLR26.jpg" alt="Tägliche medizinische Untersuchungen und Experimente Die Teilnehmenden verbringen bei der SMC-Studie (Sensorimotor Countermeasures Study) 88 Tage im :envihab, davon 60 Tage im Bett. Auf dem Programm stehen tägliche medizinische Untersuchungen und Experimente. Hier werden Veränderungen des Stoffwechsels über die Atemluft gemessen. (Bild: DLR)" class="wp-image-138116"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Tägliche medizinische Untersuchungen und Experimente. Die Teilnehmenden verbringen bei der SMC-Studie (Sensorimotor Countermeasures Study) 88 Tage im :envihab, davon 60 Tage im Bett. Auf dem Programm stehen tägliche medizinische Untersuchungen und Experimente. Hier werden Veränderungen des Stoffwechsels über die Atemluft gemessen. (Bild: DLR)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Teilnehmenden trainieren zum Beispiel Eigenwahrnehmung, Kraft und Ausdauer</strong><br>Während der Kampagne wird die Wirksamkeit verschiedener Gegenmaßnahmen getestet. Die Teilnehmenden bilden vier Gruppen. Eine Gruppe absolviert ein sogenanntes propriozeptives Training in einem „Gravity Bed“, um das Gefühl für Lage, Körperhaltung und Bewegungen aufrechtzuerhalten. Das „Gravity Bed“ ist ein speziell angefertigter Simulator, in dem die Teilnehmenden auf einer Art Luftkissen im Liegen „schweben“. Die Füße werden über Gurte auf ein Kippbrett gepresst, so dass die Teilnehmenden den Eindruck haben zu stehen. Sie müssen sich in dieser Position auch bewegen und schulen so unter anderem ihren Gleichgewichtssinn. Die zweite Gruppe macht zusätzlich ein Kraft- und Ausdauertraining. Die dritte Gruppe erhält eine Muskelstimulation durch elektrische Impulse (EMS). Die vierte Gruppe liegt im Bett und beteiligt sich nicht an einer Gegenmaßnahme. „Diese Kontrollgruppe ist wissenschaftlich sehr wichtig, denn sie zeigt uns, was passiert, wenn man jede Art von Training weglässt. Die Ergebnisse der anderen Gruppen werden am Ende mit dieser Gruppe verglichen“, sagt Edwin Mulder.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/JahrzehntelangeErfahrungmitBettruhestudienDLR.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="Jahrzehntelange Erfahrung mit Bettruhestudien. Dr. Edwin Mulder (rechts) leitet die Bettruhestudien im DLR. Bei den aktuellen Studien, wie auch bei der SMC-Studie (Sensorimotor Countermeasures Study), stehen mögliche Langzeitmissionen zum Mond oder Mars im Mittelpunkt der Forschung. (Bild: DLR)" data-rl_caption="" title="Jahrzehntelange Erfahrung mit Bettruhestudien. Dr. Edwin Mulder (rechts) leitet die Bettruhestudien im DLR. Bei den aktuellen Studien, wie auch bei der SMC-Studie (Sensorimotor Countermeasures Study), stehen mögliche Langzeitmissionen zum Mond oder Mars im Mittelpunkt der Forschung. (Bild: DLR)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/JahrzehntelangeErfahrungmitBettruhestudienDLR26.jpg" alt="Jahrzehntelange Erfahrung mit Bettruhestudien Dr. Edwin Mulder (rechts) leitet die Bettruhestudien im DLR. Bei den aktuellen Studien, wie auch bei der SMC-Studie (Sensorimotor Countermeasures Study), stehen mögliche Langzeitmissionen zum Mond oder Mars im Mittelpunkt der Forschung. (Bild: DLR)" class="wp-image-138114"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Jahrzehntelange Erfahrung mit Bettruhestudien. Dr. Edwin Mulder (rechts) leitet die Bettruhestudien im DLR. Bei den aktuellen Studien, wie auch bei der SMC-Studie (Sensorimotor Countermeasures Study), stehen mögliche Langzeitmissionen zum Mond oder Mars im Mittelpunkt der Forschung. (Bild: DLR)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zuordnung erfolgt zufällig. Für alle gilt, dass tägliche medizinische Untersuchungen und Experimente auf dem Programm stehen und dass wirklich jede Tätigkeit im Liegen erledigt wird: Körperhygiene, Toilettengang, mögliche Freizeitaktivitäten, Essen. Die Probandinnen und Probanden bekommen frisch zubereitete, ausgewogene Mahlzeiten, die für ihren individuellen Bedarf auf Gramm und Milliliter berechnet sind. Die Teilnehmenden dürfen das :envihab während der 88 Tage nicht verlassen. Sie können sich aber im Bett von ihren Einzelzimmern in einen Gemeinschaftsraum schieben lassen für gemeinsame Aktivitäten wie Brettspiele oder Fernsehen. Die 88 Tage beinhalten eine zweiwöchige Rehabilitation nach der Bettphase. Mit Unterstützung von Physiotherapeuten und Trainern bilden sich alle körperlichen Auswirkungen der Bettruhe wieder zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das DLR führt schon seit den 1980er Jahren Bettruhestudien durch. Wir wissen, dass das Mitmachen keine Kleinigkeit ist, sondern eine echte Herausforderung“, sagt Edwin Mulder. „Unsere Teilnehmenden, die wir terrestrische Astronautinnen und Astronauten nennen, wachsen in den drei Monaten zu einer Gemeinschaft zusammen. Und die meisten empfinden es als etwas Besonderes, an einer Studie teilzunehmen, die wichtig für den Erfolg von zukünftigen Raumfahrtmissionen ist.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3365.msg560746#msg560746" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">DLR</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>ESA-Bettruhestudie geht in die nächste Runde</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/esa-bettruhestudie-geht-in-die-naechste-runde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Feb 2020 18:48:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Bettruhestudie]]></category>
		<category><![CDATA[envihab]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Schwerelosigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie reagiert der menschliche Körper auf das Leben im Weltraum? Dieser Frage gehen wir mit der Erweiterung unserer Bettruhestudie nach – ohne aus dem Bett zu steigen! Eine Information der Europäischen Raumfahrtagentur (European Space Agency, ESA). Quelle: ESA. In der Schwerelosigkeit nimmt die Muskel- und Knochendichte ab, die Augen verändern sich und Flüssigkeiten verlagern sich [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Wie reagiert der menschliche Körper auf das Leben im Weltraum? Dieser Frage gehen wir mit der Erweiterung unserer Bettruhestudie nach – ohne aus dem Bett zu steigen! Eine Information der Europäischen Raumfahrtagentur (European Space Agency, ESA). </h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: ESA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/02/ScienceWoGravBedrestESA2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/02/ScienceWoGravBedrestESA26.jpg" alt="Bettruhestudien zur Simulation von verschiedenen Gesichtspunkten der Raumfahrt. (Grafik: ESA)"/></a><figcaption>Bettruhestudien zur Simulation von verschiedenen Gesichtspunkten der Raumfahrt. (Grafik: ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">In der Schwerelosigkeit nimmt die Muskel- und Knochendichte ab, die Augen verändern sich und Flüssigkeiten verlagern sich zum Gehirn – denn unsere Körper sind an das Leben auf der Erde angepasst und nicht für die Raumfahrt konzipiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Suche nach Möglichkeiten zur Erhaltung der Gesundheit im Weltraum ist ein  großer Teil der astronautischen Raumfahrtforschung. Dabei gilt: Je mehr  Testpersonen, desto besser. Allerdings ist die Beförderung von Menschen ins Weltall kostspielig und aufwendig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bettruhestudien ermöglichen die Simulation von verschiedenen Gesichtspunkten der Raumfahrt, indem Freiwillige für eine längere Zeit im Bett verweilen. Dabei liegen sie in einer Kopf-Tieflage von 6 Grad. Eine Schulter muss dabei das Bett  ständig berühren &#8211; auch bei Mahlzeiten, Duschen und Toilettenpausen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Zusammenarbeit mit&nbsp;<a href="https://www.medes.fr/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Medes in Toulouse</a> und der medizinischen Forschungseinrichtung <a href="https://www.dlr.de/de/me/forschung-und-transfer/forschungsinfrastruktur/envihab-koeln" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">:envihab</a> des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums DLR wurden bereits zahlreiche Bettruhestudien durchgeführt. Im slowenischen Planica geht es nun im <a href="https://www.ijs.si/ijsw/V001/JSI" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Jožef-Stefan-Institut</a> weiter, wenn eine neue Runde von 60-Tage-Studien in Toulouse und in Planica durchführt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Standort von Planica ist sehr gut geeignet, da es sich im Hochgebirge  befindet und somit ein geringerer Luftdruck herrscht. Dies entspricht weitgehend der Situation zukünftiger Lebensräume auf dem Mond, was zu einer besseren Simulation beiträgt. Das Zentrum erleichtert den Forschern, die Umweltbedingungen, wie z.B. den Sauerstoffgehalt im  Untersuchungsraum, zu optimieren. Raumfahrzeuge und Weltraumhabitate enthalten weniger Sauerstoff – deshalb sind Studien mit freiwilligen Probanden unter sauerstoffarmen Bedingungen (Hypoxie) von großer Bedeutung für die Konzeption von künftigen Weltraummissionen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/02/CentrifugeAtMedesCNESRBarranco2010.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/02/CentrifugeAtMedesCNESRBarranco201026.jpg" alt="Humanzentrifuge bei Medes in Toulouse. (Bild: CNES–Rachel Barranco, 2010)"/></a><figcaption>Humanzentrifuge bei Medes in Toulouse. (Bild: CNES–Rachel Barranco, 2010)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">An den Standorten in Frankreich, Deutschland und Slowenien befindet sich jeweils eine Zentrifuge. Die Freiwilligen werden mit diesen Zentrifugen einer künstlichen Schwerkraft ausgesetzt. Die künstliche Schwerkraft kann uns dabei helfen, einige der Veränderungen im menschlichen Körper während der Weltraumforschung zu kompensieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir wollen Maßnahmen erproben, die die unerwünschten Auswirkungen des  Lebens in Schwerelosigkeit reduzieren“, erklärt Angelique Van Ombergen,  Human-Research-Wissenschaftskoordinatorin bei der ESA. „Wir führen bei der ESA schon lange Bettruhestudien durch. Diese Studie wird uns dabei helfen, unser gesamtes Wissen in die Feinabstimmung und Ausarbeitung einzubringen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">An den Zentrifugen werden spezielle Übungsgeräte angebracht. Die Auswirkungen des alleinigen Zentrifugalspinnens sollen mit den Drehauswirkungen und der Übungen sowie mit den Kontrollgruppen verglichen werden, um sich auf die Erforschung des Mondes und darüber hinaus vorzubereiten.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/02/WaterBedsAtMedesCNESMEDESEGrimault20152k.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/02/WaterBedsAtMedesCNESMEDESEGrimault201526.jpg" alt="Medes-Trockentauchbäder. (Bild: CNES/MEDES–Emmanuel Grimault, 2015)"/></a><figcaption>Medes-Trockentauchbäder. (Bild: CNES/MEDES–Emmanuel Grimault, 2015)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Interessierte Wissenschaftler können nun <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Human_and_Robotic_Exploration/Research/Research_Announcements" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Vorschläge für Experimente einreichen</a>,  die sie mit den mutigen Freiwilligen in der Bettruhestudie, die in den nächsten zwei Jahren beginnen soll, durchführen möchten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Trockenes Eintauchen im Wasserbett</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Erstmals für die ESA wird eine weitere Studie mit Medes mit Trockentauchbädern durchgeführt. 20 weibliche Probanden werden, ähnlich wie in einer Badewanne, für jeweils fünf Tage in einem Container in der Schwebe gehalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Trockentauchstudien wird weniger Druck auf den Körper ausgeübt, da sich die Probanden gleichmäßig in der Wanne abstützen und darin schweben &#8211; damit werden die Bedingungen auf der Internationalen Raumstation simuliert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir werden zunächst ein erstes Trockentauchprotokoll mit einer ausschliesslich weiblichen Gruppe durchführen, da es kaum Daten zu weiblichen Probanden gibt“, sagt Jennifer Ngo-Anh, Wissenschaftskoordinatorin bei der ESA für  astronautische Raumfahrt. „Zwar werden keine spezifischen Experimente in  dieser ersten Runde durchgeführt, aber wir möchten Daten sammeln, um  das Trockentauchmodell und die Reaktion der Frauen besser zu verstehen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wissenschaftler können sich&nbsp;<a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Human_and_Robotic_Exploration/Research/Research_Announcements" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">hier</a> für einen Zugriff auf die Daten bewerben.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/02/WaterBedBreakfastCNESRBenoit20192k.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/02/WaterBedBreakfastCNESRBenoit201926.jpg" alt="Frühstück im Wasserbett. (Bild: CNES–Rémi Benoit, 2019)"/></a><figcaption>Frühstück im Wasserbett. (Bild: CNES–Rémi Benoit, 2019)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir erhalten viele Anfragen von Freiwilligen für eine Teilnahme an dieser Studie. Allerdings bereitet die Teilnahme nicht nur Freude. Im Bett zu liegen klingt zwar lustig, aber die Freude lässt sehr schnell nach &#8211; vor allem, wenn Blut abgenommen wird und es um Muskelbiopsien geht. Wir schätzen den Enthusiasmus der Freiwilligen, einen Teil ihres Lebens in den Dienst der Wissenschaft zu stellen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von den Ergebnissen solcher Studien profitieren nicht nur Astronauten, sondern auch Menschen auf der Erde, die z.B. für eine längere Zeit bettlägerig sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Teilnahme an einer der Bettruhestudien:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zunächst werden uns die Wissenschaftler darüber informieren, welche Experimente sie durchführen möchten. Im nächsten Schritt entscheiden wir, welchen Kriterien die Probanden entsprechen sollen. Im letzten Schritt wählen  die Organisatoren der Studie die Versuchsgruppe aus und veröffentlichen eigene Aufrufe für eine Teilnahme an der Bettruhe- und Trockentauchstudie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Falls Sie daran interessiert sind, einen Beitrag zur Erforschung der astronautischen Raumfahrt zu leisten, können Sie sich auf den entsprechenden Webseiten darüber informieren:&nbsp;</p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.medes.fr/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Medes</a></li><li><a href="https://www.dlr.de/de/me/forschung-und-transfer/forschungsinfrastruktur/envihab-koeln" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">DLR :envihab</a></li><li><a href="https://www.ijs.si/ijsw/IJS" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Jožef Stefan Institut</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Bitte beachten Sie, dass es für die kommende Runde noch keine aktuellen Ausschreibungen gibt.&nbsp;</p>



<h4><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></h4>



<ul>
<li><strong><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3426.msg472066#msg472066" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">ESA</a></strong></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Raumcon-Treffen 2013 &#8211; Nachlese und Zusammenfassung</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/raumcon-treffen-2013-nachlese-und-zusammenfassung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 May 2013 18:06:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Verein]]></category>
		<category><![CDATA[Biolab]]></category>
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		<category><![CDATA[Raumcon-Treff]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Von lauten Radioquellen, ungleichen Schwerkräften und chinesischen Himmelspalästen – das Raumcon-Treffen 2013 Ein Beitrag von Oliver Karger und Thomas Weyrauch. Quelle: Oliver Karger / Thomas Weyrauch / Raumfahrer.net. Kreuz und quer aus der Republik kamen sie angefahren, die Raumfahrt- und Astronomiebegeisterten aus dem Raumcon-Forum. Einmal im Jahr gibt es das Forenerlebnis live, von Angesicht zu [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Von lauten Radioquellen, ungleichen Schwerkräften und chinesischen Himmelspalästen – das Raumcon-Treffen 2013</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Oliver Karger und Thomas Weyrauch. Quelle: Oliver Karger / Thomas Weyrauch / Raumfahrer.net.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kreuz und quer aus der Republik kamen sie angefahren, die Raumfahrt- und Astronomiebegeisterten aus dem <a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Raumcon-Forum</a>. Einmal im Jahr gibt es das Forenerlebnis live, von Angesicht zu Angesicht. 2008 und 2009 beispielsweise gab es Raumcon-Treffen in Hannover. Nach weiteren Treffen 2010 und 2011 in Darmstadt und 2012 in Bremen ging es dieses Jahr nach Bad Honnef. Die kleine Stadt am Rhein zwischen Bonn und Neuwied und Standort des wissenschaftlichen Tagungszentrums Physikzentrum Bad Honnef (PBH) ist bekannt als das „rheinisches Nizza“ und für den Stadtteil Rhöndorf, wo Konrad Adenauer, der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, bis zu seinem Tod im Jahr 1967 wohnte. Wir trafen uns in der Jugendherberge Bad Honnef, wo für uns neben Unterkünften ein gut geeigneter Tagungsraum reserviert war. Die Herberge am Rand der Stadt am Rhein war für uns Ausgangspunkt für Exkursionen in die Eifel zum Astropeiler Stockert, zum zweitgrößten frei beweglichen Radioteleskop der Welt in Effelsberg sowie zum Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20052013200630_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20052013200630_small_1.jpg" alt="Thomas Weyrauch" width="300" height="200"/></a><figcaption>
Radioteleskop und Eifel-Landschaft 
<br>
(Bild: Thomas Weyrauch)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am Mittwoch, dem 1. Mai 2013 ging es los. Die ersten Teilnehmer waren bereits vor der Mittagszeit angereist und richteten unseren Tagungsraum her. Tische und Stühle wurden gerückt, großformatige Fotos mit Raumfahrt– und Astronomiemotiven zur Verschönerung des Tagungsraums an die Wände gebracht, ein Funknetzwerk aufgesetzt und die nacheinander eintreffenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer willkommen geheißen. Gegen 16.30 Uhr begann das Treffen dann offiziell. Pikarl und Olli begrüßten alle Anwesenden und stellten den Programmablauf vor. Neben Vorträgen einzelner Raumconler standen zwei Exkursionen an, die erste gleich am nächsten Morgen in die Eifel zu zwei Radioteleskopen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Einstimmung hielt websquid nach dem Abendessen einen Vortrag über die Prinzipien der VLBI, Very Large Baseline Interferometry – einer Methode, um mit Radioteleskopen eine möglichste große Winkelauflösung und eine hohe räumliche Auflösung zu erzielen. Die Auflösung eines einzelnen Teleskops, das in einem Frequenzbereich von einigen hundert MHz bis in den Bereich um einhundert GHz misst, ist begrenzt durch die Größe der nutzbaren Fläche seines Primärspiegels. Durch das Zusammenschalten von Teleskopen, die räumlich möglichst weit auseinander liegen, kann die räumliche Auflösung massiv verbessert werden. Am besten gelingt dies im Zusammenwirken mit einem Radioteleskop im All – beispielsweise mit dem russischen <a href="https://www.raumfahrer.net/radioastron-auf-rekordkurs/" data-wpel-link="internal">Radioastron</a>, wobei die größte Entfernung zum zweiten Teleskop bei rund 350.000 km liegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Astronomisch ging es weiter – GG, der leider nicht teilnehmen konnte, hatte einen Vortrag zum Thema „Methoden zur Entdeckung von Exoplaneten“ vorbereitet und an Olli weiter gegeben. Während des Vortrags diskutierten wir über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Methoden und die mit ihrer Hilfe gelungenen Entdeckungen. Auf das Vorgehen zur Bestätigung von Exoplanetenkandidaten wurde ausführlich eingegangen. Ebenso wurde die aktuelle Situation des angeschlagenen Weltraumteleskops <a href="https://www.raumfahrer.net/teleskop-kepler-mit-technischen-problemen/" data-wpel-link="internal">Kepler</a> erörtert, dem Teleskop, das per Transitmethode erdähnliche Exoplaneten in der habitablen Zone nachweisen soll. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>&#8230; laute Radioquellen &#8230;</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20052013200630_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20052013200630_small_2.jpg" alt="Thomas Weyrauch" width="300" height="200"/></a><figcaption>
Die Antennen auf dem Stockert 
<br>
(Bild: Thomas Weyrauch)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am nächsten Morgen ging es dann mit einem gecharterten Bus in Richtung Eifel, zunächst zum Astropeiler Stockert, wo uns Elke Fischer, Heinz-Joachim Woelky und Thomas Buchsteiner begrüßten. Das 25-Meter-Teleskop auf dem 435 Meter hohen Stockert, offiziell eingeweiht am 17. September 1956, ist der direkte Vorgänger vom 100-Meter-Spiegel in Effelsberg und besitzt eine Antennenschüssel aus einem Stahl- und Leichtmetallgerippe, welches das Metallwerk Friedrichshafen am Bodensee, der Nachfolgebetrieb der Zeppelinwerft Friedrichshafen, konzipiert und hergestellt hatte. Zu Zeiten des aufziehenden Kalten Krieges wurde das Teleskop zunächst als militärisches Forschungsobjekt betrieben und hatte parallel dazu wissenschaftliche Aufgaben. Ende der neunziger Jahre nutzte das Digital-Audio-Unternehmen Creamware den Standort. Der nachfolgende Umbau zur ausschließlichen Verwendung als betriebsfähiges astronomisches Teleskop unter Denkmalschutz geriet zunächst ins Stocken. Erst mit dem Kauf des Geländes durch die NRW-Stiftung und die Gründung des gemeinnützigen Vereins <a class="a" href="https://www.astropeiler.de/mitwirken-und-unterstuetzen/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Förderverein Astropeiler Stockert e. V.</a> gelang der Umbau. Einige Komponenten wurden runderneuert und durch moderne Technik ersetzt, teilweise jedoch die ursprüngliche in Stand gesetzt. Die Restaurierung hat sich gelohnt, das Zusammenspiel aller Komponenten funktioniert ausgesprochen zufriedenstellend. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20052013200630_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20052013200630_small_3.jpg" alt="Thomas Weyrauch" width="300" height="200"/></a><figcaption>
Der denkmalgeschützte Astropeiler 
<br>
(Bild: Thomas Weyrauch)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Führung über das Gelände bot neben einem Blick in die Antriebstechnik des Astropeilers und einer Klettertour auf eine Wartungsplattform unmittelbar unter dem Spiegel natürlich auch eine Live-Vorführung mit einer Messung an der stärksten galaktischen Radioquelle, Kassiopeia A, welche zum Nachweis der Spiralstruktur unserer eigenen Heimatgalaxie dient. Hier konnten wir alle erleben, was es bedeutet, astronomische Messungen selber durchzuführen. Das Radiosignal wurde nämlich nicht dort gefunden, wo es hätte sein sollen. Nach einigem Tüfteln, Überlegen, Neuausrichten des Teleskops, erneuter Kalibrierung der Position am Himmelskoordinatensystem war die Ursache schließlich gefunden und wir konnten ein wunderbares Absorptionsspektrum einer Wasserstoffwolke vor Kassiopeia A bewundern. Aus der Dopplerverschiebung der Spektrallinien lässt sich ermitteln, dass die Wasserstoffwolke mit einer anderen Geschwindigkeit als unsere Sonne, und damit eben auch mit einer anderen Geschwindigkeit als wir, um das galaktische Zentrum rotiert. Mit Hilfe von Messungen dieser Art, die der US-amerikanische Physiker und Radioingenieur Karl Guthe Jansky schon 1931 vorgenommen hatte, und vom US-amerikanischen Nachrichtentechniker und Funkamateur Grote Reber 1937 mit einem im eigenen Garten aufgebauten 9-Meter-Spiegel präzisiert wurden, konnte früh postuliert werden, dass wir in einer Spiralgalaxie leben. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20052013200630_small_4.jpg" alt="Thomas Weyrauch" width="300" height="200"/><figcaption>
10-Meter-Spiegel auf dem Stockert 
<br>
(Bild: Thomas Weyrauch)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Stockert wird der kleinere der beiden Spiegel mit 10 Metern Durchmesser hauptsächlich für Amateurfunk genutzt – entweder um z.B. direkt das Signal von Amateurfunkbaken aufzunehmen und zu dekodieren oder um mittels rain scattering (Regenstreuung) bzw. atmospheric scattering (Atomsphärenstreuung) größere Distanzen zu überwinden, als es per direkter, durch die Erdkrümmung begrenzter Verbindung möglich wäre. Auch der Mond kann als Reflektor verwendet werden, um ein Signal über weite Strecken zu übertragen, was die ambitionierten Funkamateure vor Ort bereits vielfach erfolgreich praktizieren konnten. Es handelt sich dabei um sogenannte EME-Aktivitäten (EME steht für Erde-Mond-Erde). Die 10-Meter-Antenne mit einem Gewinn von ca. 57 dBd und einem Öffnungswinkel von nur 0,22° ist dafür ein geradezu luxuriöses Instrument. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die nach einem Mittagsimbiss geplante Weiterfahrt zum Radioteleskop Effelsberg des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (<a class="a" href="https://www.mpifr-bonn.mpg.de/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">MPIfR</a>) verzögerte sich leider, da unser Bus eine Panne hatte. Ein Ersatzbus traf erst nach etwa anderthalb Stunden ein. Unser herzlicher Dank gebührt an dieser Stelle dem Team vom Astropeiler für die bedarfsweise unbürokratische Versorgung mit Kaffee und Tee, die enthusiastische Beantwortung unserer vielen Fragen und die aufmerksame Betreuung. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20052013200630_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20052013200630_small_5.jpg" alt="Thomas Weyrauch" width="300" height="200"/></a><figcaption>
Radioteleskop Effelsberg 
<br>
(Bild: Thomas Weyrauch)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Effelsberg bot einen imposanten Anblick. Ein strahlend weißer, 100 Meter durchmessender Spiegel, gelegen in einem nach Süden geöffneten Tal saß dort wie ein geduckter Angreifer, bereit zum Sprung. Umso eigenartiger die Empfindung, den 3.200 Tonnen wiegenden Giganten, lautlos, langsam, aber mit Präzision sich auf sein nächstes Ziel ausrichten zu sehen. Im Einführungsvortag erfuhren wir, dass die nicht unerhebliche Verformung des Spiegels beim Kippen des Teleskops durch die trickreiche Konstruktion der Spiegelhalterung und Neufokussierung ausgeglichen wird. Außerdem berichtete Dr. Norbert Junkes uns, dass das galaktische Zentrum nach Himbeere schmeckt (das sogenannte Himbeerketon wurde in einer Molekülwolke nachgewiesen), und dass mehr Wasser im All vorhanden ist, als lange vermutet wurde. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20052013200630_big_6.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20052013200630_small_6.jpg" alt="Oliver Karger" width="300" height="225"/></a><figcaption>
Radiointerferometer LOFAR 
<br>
(Bild: Oliver Karger)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der an den Vortrag anschließenden Führung konnten wir das Radiointerferometer LOFAR (Low Frequency Array), ein nach dem Zufallsprinzip angeordnetes Dipolantennenfeld, das Teleskop selber von Nahem sowie den Kontrollraum besichtigen. Die momentanen Messungen des Teleskops erfolgten mit anderen VLBI-Radioteleskopen im Verbund und liefen vollautomatisch ab. Der anwesende Teleskopfahrer hatte deshalb stets ein wachsames Auge auf die Überwachungs- und Steuereinrichtungen der Teleskopsysteme, während er unsere zahlreichen Fragen beantwortete. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der verspäteten Rückkehr in die Jugendherberge und der Stärkung beim für uns extra warmgehaltenen Abendessen ging es zum gemütlichen Teil des Abends weiter, der langsam, für den einen etwas früher, für andere etwas später, ausklang. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem der erste Teil des diesjährigen Treffens ganz im Zeichen der Astronomie stand, lag der Schwerpunkt der zweiten Hälfte im Bereich der Raumfahrt. Gleich zu Beginn unserer Exkursion zum Standort des DLR in Köln am 3. Mai 2013 verließen wir dieses wieder. Im gleichen Augenblick auch die Bundesrepublik Deutschland verlassend betraten wir Territorium der Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA). In einem durch die ESA angemieteten Gebäudekomplex auf dem DLR-Gelände befindet sich das Ausbildungszentrum für alle europäischen Astronauten (European Astronauts Corps, EAC). Dort erfolgt die Grundausbildung der europäischen Astronauten, sowohl in der Theorie (u.a. Erwerben von Russischkenntnissen, Grundlagen des Raumflugs) und in der Praxis (Erlernen der Grundlagen eines Außenbordeinsatzes an der Internationalen Raumstation (ISS), Orientierung in den europäischen und russischen Stationsmodulen inklusive ATV-Mockup, Grundlagenübungen in einem Sojus-Simulator). Außerdem werden im EAC auch alle anderen Astronauten aus den teilnehmenden Nation am ISS-Programm in ihren Fertigkeiten zur Arbeit in ESA-Modulen und mit den darin enthaltenen Experimenten geschult. Leider war es uns nicht vergönnt, einen der ESA-Astronauten direkt zu erleben, da zum Zeitpunkt unseres Besuchs keiner im Gebäude tätig war. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>&#8230; ungleiche Schwerkräfte &#8230;</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20052013200630_big_7.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20052013200630_small_7.jpg" alt="DLR / FabianWalker (CC-BY 3.0)" width="300" height="225"/></a><figcaption>
Neue Kurzarmzentrifuge im :envihab 
<br>
(Bild: DLR / Fabian Walker (CC-BY 3.0))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der Ausbildung und Missionsvorbereitung von Astronauten werden am DLR-Standort in Köln auch die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Organismus untersucht. Dazu wird im neu eingerichteten :envihab des Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin zukünftig eine Kurzarmzentrifuge betrieben. Gegenüber einer Langarmzentrifuge kann diese im gleichen Augenblick unterschiedliche Beschleunigungskräfte auf den Körper einwirken lassen, so dass beispielsweise der Kopf eine geringere Schwerkraft spürt als die eine Körperlänge entfernten Füße. Die Effekte eines solchen Schwerkraftgradienten sollen unter verschiedenen Situationen untersucht werden, beim einfachen Liegen, beim Training auf einem Ergometer oder bei Kniebeugen bzw. dem Hüpfen eines Probanden innerhalb des Gradientenfelds. Hiervon erhofft man sich neue Erkenntnisse zur Verkürzung der Trainingszeit bei Langzeitaufenthalten im All, erläuterte uns Guido Petrat vom Biomedizinischen Wissenschafts-Unterstützungszentrum des Instituts. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20052013200630_big_8.jpg" data-rel="lightbox-image-6" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20052013200630_small_8.jpg" alt="Thomas Weyrauch" width="300" height="200"/></a><figcaption>
BioLab-Rack (Bildmitte) im ISS-Modul Columbus (Modell im EAC) 
<br>
(Bild: Thomas Weyrauch)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Den Abschluss bildete ein Besuch beim Nutzerzentrum für Weltraumexperimente. Von hier aus werden vom sogenannten lebenswissenschaftlichen Teil des Deutschen Nutzerzentrums (Microgravity User Support Center, MUSC) alle im europäischen ISS-Modul Columbus befindlichen Experimente meist automatisch gesteuert. Zum Wechsel von Untersuchungsproben müssen zwar noch die Astronauten an Bord der ISS eingreifen, im Idealfall laufen die Experimente jedoch im durch das MUSC überwachten 24/7-Betrieb. Konkret am Beispiel des <a href="https://www.raumfahrer.net/iss-forschung-in-columbus-beginnt/" data-wpel-link="internal">BioLab</a>, einem Experimentierschrank zur Untersuchung von biologischen Proben, erfuhren wir, welcher Aufwand in der Planungs- und Umsetzungsphase eines einzelnen Experiments nötig ist, um von der Idee einer Messung zur tatsächlichen Durchführung zu gelangen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20052013200630_big_9.jpg" data-rel="lightbox-image-7" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20052013200630_small_9.jpg" alt="DLR (CC-BY 3.0)" width="300" height="169"/></a><figcaption>
Kontrollraum für den Lander Philae der Kometensonde Rosetta 
<br>
(Bild: DLR (CC-BY 3.0))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenfalls im Nutzerzentrum für Weltraumexperimente beheimatet ist das Team des Kometenlanders <a href="https://www.raumfahrer.net/philae-der-erste-kometenlander/" data-wpel-link="internal">Philae</a>, welcher zur Rosetta-Mission gehört und voraussichtlich im November 2014 auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko landen soll. An einem 1:1 Modell des Landers erklärte Dr. Koen Geurts  uns ausführlich die einzelnen Instrumente an Bord von Philae, mit der während der Annäherung des Kometen an die Sonne das Ausgasverhalten direkt an der Oberfläche untersucht werden soll. Die aktuelle Aufgabe des Landerteams besteht in der Erprobung verschiedener autonom durchgeführter Landesequenzen, welche am voll integrierten Testmodell des Landers durchgespielt werden. Daran anschließend entwickelte sich eine spannende Diskussion um die Vor- und Nachteile der Anordnung der Landerbeine und der Konstruktion eines Ankersystems, mit denen Philae sich an der Kometenoberfläche festkrallen soll. Leider wurde die lebhafte Diskussion durch unsere DLR-Begleitperson etwas abrupt beendet. Ein kurzer Besuch im DLR-SpaceShop, der unter anderem zum Erwerb kulinarischer Spezialitäten – Raumfahrerverpflegung – genutzt wurde, bildete den Abschluss unserer DLR-Visite. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>&#8230; chinesische Himmelspaläste &#8230;</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20052013200630_big_10.jpg" data-rel="lightbox-image-8" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20052013200630_small_10.jpg" alt="Oliver Karger" width="300" height="200"/></a><figcaption>
Himmelspalast Tiangong 1 als Modell 
<br>
(Bild: Oliver Karger)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück in unserem Tagungsraum in Bad Honnef entführte uns HausD in den chinesischen Himmelpalast – <a href="https://www.raumfahrer.net/missionserweiterung-fuer-tiangong-1-moeglich/" data-wpel-link="internal">Tiangong 1</a>. Die recht spärlich verfügbaren Informationen zur ersten chinesischen Raumstation hat HausD in einem ansehnlichen computeranimierten 3D-Modell zusammengeführt und bei der Umsetzung mit seiner Bemaßung Dimensionen getroffen, die gut mit dem Original zusammenpassen. Dies ermöglichte uns einen virtuellen Rundgang durch Tiangong 1 und die Diskussion der verschiedenen Details der Station, welche an einem Modell aus China im Maßstab 1:48 nachher in Einzelgesprächen fortgesetzt wurde. Das Modell zeichnete sich durch eine hervorragende Lackierung und eine insgesamt hohe Detailtreue aus. Im Bereich der Solarzellenausleger gab es allerdings erhebliche Abweichungen, möglicherweise griffen die Modellbauer einfach auf Ausleger eines anderen Raumfahrzeugs zurück. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Abendessen erläuterten STS-125 und pikarl anhand der Nutzerstatistik die Entwicklung des Raumcon-Forums und des Raumfahrer.Net-Portals innerhalb des letzten Jahres. Die Zeichen der Zeit scheinen gut für das Projekt zu stehen. Die Besucherzahlen steigen, die Anzahl der Leser bei besonderen Ereignissen wie der Landung des Rovers Curiosity auf dem Mars zeugen davon, dass ein beachtlicher Anteil der Raumfahrt- und Astronomiebegeisterten Raumfahrer.Net als Informationsquelle nutzt. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20052013200630_big_11.jpg" data-rel="lightbox-image-9" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20052013200630_small_11.jpg" alt="NASA / Dana Berry" width="300" height="203"/></a><figcaption>
Sterbender Stern verursacht Gammastrahlenausbruch &#8211; Illustration 
<br>
(Bild: NASA / Dana Berry)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nun folgte die mit Spannung erwartete Auflösung des Bilderrätsels, das diesmal von STS-125 vorbereitet worden war. Auch in diesem Jahr waren die Bildausschnitte so gewählt, dass es schwierig war, diese einem Gesamtbild zuzuordnen. Glückliche Gewinner gab es dennoch. Platz 1 teilten sich fl67, Olli und trallala mit jeweils 7 Punkten, für Platz 2 reichten 4 Punkte, für Platz 3 3 Punkte, und der letzte mit einem Preis dotierte Platz 4 wurde mit zwei Punkten erreicht. Maximal zu erreichen waren 16 Punkte. Die Preisträger freuten sich über Gewinne, die von einzelnen Raumcon-Mitgliedern und dem Verein für Raumfahrt (<a class="a" href="https://vfr.de/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">VfR</a>) gestiftet worden waren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss an die Preisvergabe gab pikarl eine Einführung in die Untersuchung von Massensterbeereignissen auf der Erde und dem möglichen Zusammenhang mit Gammastrahlenausbrüchen (<a href="https://www.raumfahrer.net/loeste-sternexplosion-massensterben-aus/" data-wpel-link="internal">GRB</a>s). Geologisch sind die ältesten Spuren eines globalen Ereignisses, das zum Aussterben von mehr als 60 % aller lebenden Spezies führt, maximal 180 Millionen Jahre nachweisbar. Bereits davor gab es jedoch Massensterben. Eine mögliche Ursache hierfür könnten kurze, nahe und sehr intensive Gammastrahlenausbrüche sein, welche eine tödliche Strahlendosis auf die Erde wirken ließen. Rein statistisch steht uns das nächste Artensterben übrigens unmittelbar bevor. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20052013200630_big_12.jpg" data-rel="lightbox-image-10" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20052013200630_small_12.jpg" alt="technichian" width="300" height="200"/></a><figcaption>
Die Sonne mit Flecken am 4. Mai 2013 von Bad Honnef aus &#8230; 
<br>
(Bild: technician)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Zu inzwischen vorgerückter Stunde war die Gruppe jedoch noch nicht müde und weiterhin wissenshungrig, so dass Olli spontan einen Vortrag zu Strahlungstests in der Raumfahrt unter Verwendung sogenannter Laser-Plasma-Beschleuniger gab. Diese noch im experimentellen Stadium befindliche Bestrahlungsmethode soll es ermöglichen, unter realitätsnäheren Bedingungen die vor jeder Mission notwendigen Tests durchführen zu können. Erste Experimente im vergangenen Jahr verliefen erfolgreich, momentan wird an der Weiterentwicklung und Optimierung gearbeitet. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20052013200630_big_13.jpg" data-rel="lightbox-image-11" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20052013200630_small_13.jpg" alt="NASA SDO" width="300" height="302"/></a><figcaption>
&#8230; und von NASAs im All stationierten Sonnenobservatorium SDO aus gesehen
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(Bild: NASA SDO)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am folgenden Morgen baute technician sein Teleskop zur Sonnenbeobachtung auf. Das Wetter war hervorragend geeignet und die Blickrichtung zur Sonne nicht von Wolken behindert. Selbstverständlich war die Öffnung des Teleskops mit einer speziellen Filterfolie abgedeckt, und auch bei der Benutzung des Sucherfernrohrs kam geeignete Filtertechnik zum Einsatz. Durch ein Teleskop, ein Fernglas oder eine Kameraoptik darf man niemals direkt in die Sonne schauen, da dies zur Erblindung führen kann. Filterfolie oder Schraubfilter sind immer in Richtung Beobachtungsobjekt, das heißt vor der Optik, anzubringen. Durch das Sonnenlicht plötzlich ansteigende Temperaturen könnten andernfalls Teile des Beobachtungsgerätes beschädigen, so dass Augenverletzungen beispielsweise durch splitterndes Glas nicht ausgeschlossen werden können. Unter Verwendung digitaler Spiegelreflexkameras (DSLRs) gelang eine Reihe ansehnlicher Photos unseres Zentralgestirns, auf denen auch einige der zu diesem Zeitpunkt vorhandenen Sonnenflecken zu sehen sind. Um die Schnappschüsse der Sonne zu verwirklichen, wurden die Kameras jeweils über einen T2-Anschluss mit dem Teleskop, einem f/5 Parabol Newton Reflektor vom Typ Skywatcher Explorer-150PDS, das auf parallaktischer Montierung EQ5 SkyScan Pro mit einer Nachführung und automatischer Objektpositionierung ausgestattet war, verbunden. Da die Automatikfunktionen der Kameras durch die Anschlusstechnik bedingt zum großen Teil nicht eingesetzt werden konnten, war es nun Aufgabe der Bediener, Schärfe und Aufnahmezeit auf geeignete Werte einzustellen. Die hier geziegte Aufnahme von technician wurde mit einer Sony Alpha DSLR angefertigt, die Belichtungszeit betrug 1/250s bei ISO 200. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20052013200630_big_14.jpg" data-rel="lightbox-image-12" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20052013200630_small_14.jpg" alt="Thomas Weyrauch" width="300" height="200"/></a><figcaption>
Büste Juri Gagarins im EAC 
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(Bild: Thomas Weyrauch)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Noch einmal im Tagungsraum der Herberge versammelt, erfuhren die Anwesenden in einem Vortrag von F-D-R etwas über die Folgen vorauseilenden Gehorsams. Eine auch in Moskau zu bekommende, englischsprachige Tageszeitung hatte am Morgen des 12. April 1961 den ersten bemannten Raumflug schon bekannt gegeben, als Gagarin noch gar nicht gestartet war. Auch über den Mann an Bord und die Zahl der Erdumkreisungen erhielten die Lesers des Londoner Daily Worker falsche Informationen. Dass Testpilot Wladimir Iljuschin die Erde drei Mal umkreiste, die Landung nicht unversehrt überstand, und sich daher anschließend in einem chinesischen Sanatorium aufhielt, konnte nicht bestätigt werden, und der Autor der Meldung im Daily Worker musste schließlich einräumen, dass seine gewöhnlich gut informierten Kreise ihn diesmal im Stich gelassen hatten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich hieß es Abschied nehmen &#8211; ein Erlebnis der besonderen Art ging zu Ende. Auch wenn nicht alles glatt ging, es wie für Raumfahrtmissionen typisch zu Verzögerungen kam und Zeitpläne nicht ganz eingehalten wurden, man ging zufrieden und mit vielen neuen Eindrücken auseinander. Wie in den Jahren zuvor fanden sich Enthusiasten, bekannte und neue Gesichter, die gemeinsam einige Tage lang das Raumcon-Forum live erlebbar machten. Auch 2014 wird das wieder geschehen, da war sich die versammelte Gruppe einig. Wo das sein wird? Daran wird momentan gearbeitet – als mögliche Ziele stehen Berlin, Lampoldshausen und Noordwijk in Niederlanden zur Diskussion. Die Auswahl des Ziels dürfte spannend werden. Die Bekanntgabe der Entscheidung wird <a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=11736.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">dort</a> zu finden sein. </p>
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