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	<title>Gagarin &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Gagarin &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Russland begeht verhalten den 90. Geburtstag von Juri Gagarin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gerhard Kowalski]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Mar 2024 09:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Keine zentrale Würdigung des ersten Kosmonauten der Welt. Ein Beitrag von Gerhard Kowalski 10. März 2024. Moskau, 10. März 2024 – Das offizielle Russland hat am Samstag ungewohnt verhalten den 90. Geburtstag seines großen Sohns Juri Gagarin (1934-1968) begangen. Im Gegensatz zu früher gab es keine zentrale Würdigung des ersten Kosmonauten der Welt etwa im [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Keine zentrale Würdigung des ersten Kosmonauten der Welt.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Gerhard Kowalski 10. März 2024.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Moskau, 10. März 2024 – Das offizielle Russland hat am Samstag ungewohnt verhalten den 90. Geburtstag seines großen Sohns <a href="https://www.raumfahrer.net/tag/gagarin/" data-wpel-link="internal">Juri Gagarin</a> (1934-1968) begangen. Im Gegensatz zu früher gab es keine zentrale Würdigung des ersten Kosmonauten der Welt etwa im Großen Kremlpalast in Moskau in Anwesenheit der Staatsspitze. Auch Präsident Putin hielt sich zum Thema Gagarin überraschenderweise zurück. Sein sonst übliches Grußschreiben blieb zumindest in den Medien diesmal aus. Dabei hatte er erst am 6. März der ersten Kosmonautin der Welt, Walentina Tereschkowa, zu deren 87. Geburtstag publikumswirksam gratuliert. Es darf also gerätselt werden, woran das liegt. Womöglich ist der derzeitige lamentable Zustand der einstigen Vorzeigebranche, die durch Gagarin so genial verkörpert wurde, der Grund.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GagarinGDR1963a1k6.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Juri Gagarin am Waggonfenster - Besuch der DDR 1963. (Bild: privat, ed. A. Weise)" data-rl_caption="" title="Juri Gagarin am Waggonfenster - Besuch der DDR 1963. (Bild: privat, ed. A. Weise)" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="600" height="209" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GagarinGDR1963a60.jpg" alt="Juri Gagarin am Waggonfenster - Besuch der DDR 1963. (Bild: privat, ed. a. Weise)" class="wp-image-137503" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GagarinGDR1963a60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GagarinGDR1963a60-300x105.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Juri Gagarin am Waggonfenster &#8211; Besuch der DDR 1963. (Bild: privat, ed. A. Weise)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Schon in Putins großer Rede zur Lage der Nation vom 29. Februar, in der er mit Blick auf die Präsidentenwahl vom 15. bis 17. März sein detailliertes militärisches, ökonomisches und soziales Programm für seine nächste Amtszeit darlegte, fehlte Gagarins Name. Zur Raumfahrt kündigte er lediglich an, dass man 116 Milliarden Rubel in die Entwicklung der Satellitenproduktion stecken werde. Damit berührte er einen höchst neuralgischen Punkt. Denn das Land verfügt derzeit nur über die theoretische Möglichkeit, 40 Satelliten pro Jahr zu bauen, schafft aber nicht einmal die Hälfte davon. Mit den versprochenen Milliarden soll jetzt eine Serienproduktion angekurbelt werden, so dass man international halbwegs aufschließen kann und bis 2030 wenigstens auf einen Satelliten pro Tag kommt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gab diesmal zum Gagarin-Jubiläum aber eine besonders große Zahl kleiner und höchst vielfältiger Veranstaltungen in dem ganzen riesigen Land. Die Palette reichte dabei von einer Sonderausstellung im Moskauer Weltraummuseum, in der erstmals eine Uniform des Kosmonauten als Oberst der Sowjetarmee gezeigt wird, bis zu Festkonzerten, Filmvorführungen und einer Motorrad-Sternfahrt im Fernen Osten zu Orten, die mit dem Namen des Kosmos-Pioniers verbunden sind. Sicher nicht per Zufall ragte vom 1. bis 7. März ein „Weltjugendfestival“ im rund 1.200 Kilometer von der Hauptstadt entfernten Krasnodarer Kraj an der Schwarzmeerküste heraus. Hier machten vor rund 20.000 Teilnehmern, darunter die Hälfte aus dem „befreundeten“ Ausland, auch führende russische Politiker Reklame für die Politik von Wladimir Putin.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GagarinGDR1963b1k6.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Juri Gagarin in Berlin 1963. (Bild: privat, ed. A. Weise)" data-rl_caption="" title="Juri Gagarin in Berlin 1963. (Bild: privat, ed. A. Weise)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GagarinGDR1963b26.jpg" alt="Juri Gagarin in Berlin 1963. (Bild: privat, ed. A. Weise)" class="wp-image-137505"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Juri Gagarin in Berlin 1963. (Bild: privat, ed. A. Weise)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn es Gagarin vergönnt gewesen wäre, an seinem Ehrentag auf der Erde Mäuschen zu spielen, hätte er ein Déjà-vu-Erlebnis der Extraklasse. Denn er fände im russischen Raketenarsenal mit dem Mittelklasseträger Sojus und der schweren Proton zwei kosmische Arbeitspferde vor, die er noch vor seinem frühen Tod 1968 persönlich kennengelernt hat. Sie tun noch heute ihren Dienst – die Sojus im nordrussischen Plessezk, in Wostotschny im Amur-Gebiet sowie in Baikonur, das heute im unabhängigen Kasachstan, also im Ausland, liegt. Die Proton können nur hier starten wie auch die bemannten Sojus-Raumschiffe, für die es nur noch eine einzige Rampe gibt, nachdem Gagarins Startplatz dort ausrangiert worden ist und in ein Museum umgewandelt werden sollte, für das allerdings noch das Geld fehlt. Sollte also mit der amtierenden Rampe etwas Unerwartetes geschehen, ist Russlands bemannte Raumfahrt quasi enthauptet, lautet somit die traurige Botschaft für Gagarin. Beide Systeme sind nach Aussage von Raumfahrtchef Juri Borissow 2023 lediglich 19 Mal zum Einsatz gekommen. Man habe zwar „Träger, aber nichts, was man raufpacken kann“, klagte der Manager zur Begründung und verwies auf das westliche Embargo nach dem Überfall auf die Ukraine. Dadurch sei das System der kosmischen Dienstleistungen quasi zusammengebrochen, was zu desaströsen Einnahmeausfällen führte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ersatz für beide überalterten Systeme in Gestalt des neuen bemannten Raumschiffs Orjol plus Träger sowie des neuen Angara-Lastenesels, der in einer leichten, mittleren und schweren Variante gebaut wird, steht derzeit in Wostotschny noch nicht zur Verfügung, so dass Baikonur unbedingt zumindest bis zum Ende der russischen ISS-Beteiligung durchhalten muss. Das erste Modul der neuen nationalen Russischen Orbitalstation ROS, die die Erde auf einer Polarbahn umkreisen wird, soll erst 2027 gestartet werden. Bemannte Sojus-Raumschiffe können von Wostotschny nicht zur Internationalen Raumstation ISS aufsteigen, weil die Flugbahn unmittelbar nach dem Start über den Pazifik führt und im Fall der Fälle kein adäquates Rettungssystem verfügbar ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der heftigen politischen Auseinandersetzungen zwischen Russland und speziell den USA auf der Erde kommen von den russischen Kosmonauten sicher nicht von ungefähr beschwichtigende Töne. So betonte Sergej Prokopjew, natürlich seien seine Kollegen sowie die Astronauten der anderen Länder in der ISS über die internationalen Ereignisse auf der Erde informiert. Sie zögen es aber vor, diese nicht untereinander zu diskutieren, um nicht in Streit zu geraten. „Aus politischen Gründen haben wir uns nie gestritten. Wir verstehen, dass wir darüber endlos sprechen und streiten könnten. Das Weltbild ändert sich dadurch nicht, aber die Beziehungen zwischen den Menschen. Deshalb waren wir bemüht, solche scharfen Momente zu vermeiden“, sagte er. Aus der ISS erscheine die Welt ohne Grenzen und „nicht aus politischen Gründen geteilt zu sein“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Staunen würde Gagarin sicher auch darüber, dass die wahre Ursache für seinen tödlichen Absturz mit seinem Fluglehrer Wladimir Serjogin am 27. März 1968 immer noch nicht mitgeteilt wurde. Im Fernsehen wurde zwar die dicke Akte darüber schon gezeigt, das offizielle Ergebnis der Untersuchungskommission ist aber immer noch geheim. Präsident Putin wurde mit dem Problem schon mehrfach konfrontiert, darunter auch persönlich durch den ersten „Weltraumspaziergänger“ Alexej Leonow. Er lehnte aber eine diesbezügliche Entscheidung ab. So gehen also die Spekulationen weiter, zu denen auch Nikolai Sergejew und ich mit dem Buch „Gagarin – er könnte noch leben“ von 2016 beigetragen haben. Vielleicht lüften die Russen ja in zehn Jahren, zum 100. Geburtstag von Gagarin, das Geheimnis.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gehrard Kowalski</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3428.msg559677#msg559677" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Russische Raumfahrt</a></li>
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			</item>
		<item>
		<title>Baikonur: Startplatz Nr. 1 als Museum</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/baikonur-startplatz-nr-1-als-museum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gerhard Kowalski]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Oct 2023 09:07:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GK Roskosmos will Gagarins Startplatz Nr. 1 in Baikonur in ein Museum umgestalten. Ein Beitrag von Gerhard Kowalski. Quellen: GK Roskosmos, TASS. Moskau, 14. Oktober 2023 &#8211; Die GK Roskosmos will die Startrampe in Baikonur, von der Juri Gagarin am 12. April 1961 als erster Mensch mit seinem Wostok-Raumschiff ins Weltall geflogen ist, in ein [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">GK Roskosmos will Gagarins Startplatz Nr. 1 in Baikonur in ein Museum umgestalten. Ein Beitrag von Gerhard Kowalski.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quellen: GK Roskosmos, TASS.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Woschodonpadrosc60.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Rakete mit Woschod-Raumschiff 1964 auf dem Startplatz Nr. 1 in Baikonur. (Bild: Roskosmos)" data-rl_caption="" title="Rakete mit Woschod-Raumschiff 1964 auf dem Startplatz Nr. 1 in Baikonur. (Bild: Roskosmos)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="251" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Woschodonpadrosc26.jpg" alt="Rakete mit Woschod-Raumschiff 1964 auf dem Startpaltz Nr. 1 in Baikonur. (Bild: Roskosmos)" class="wp-image-132238"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Rakete mit Woschod-Raumschiff 1964 auf dem Startplatz Nr. 1 in Baikonur. (Bild: Roskosmos)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Moskau, 14. Oktober 2023 &#8211; Die GK Roskosmos will die Startrampe in Baikonur, von der Juri Gagarin am 12. April 1961 als erster Mensch mit seinem Wostok-Raumschiff ins Weltall geflogen ist, in ein Museum umgestalten. Das meldet die Moskauer Nachrichtenagentur TASS am Samstag unter Berufung auf die russische Raumfahrtbehörde. Diese habe der kasachischen Seite Anfang September vorgeschlagen, den &#8222;Gagarin-Start&#8220; aus dem Pachtvertrag herauszulösen und auf seiner Grundlage einen Museumskomplex zu schaffen, zu dem auch ausrangierte Weltraumtechnik gehören soll. Auf diese Art wolle man das historische Erbe bewahren und die touristische Attraktivität des Kosmodroms Baikonur erhöhen. Der Vorschlag werde derzeit von den zuständigen kasachischen Ministerien geprüft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Startplatz Nr. 1, wie Gagarins Rampe offiziell heißt, ist seit dem Zerfall der UdSSR Eigenturm Kasachstans und bis 2050 für jährlich 115 Millionen Dollar an die Regierung der Russischen Föderation verpachtet. Derzeit finden von ihm keine Starts statt. Im November 2021 hatten Russland, Kasachstan und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ihr Interesse bekundet, den Komplex für den Start von Sojus-2-Trägerraketen zu modernisieren. Damit verfügt Russland in Baikonur nur noch über den Startplatz Nr. 31 für bemannte Missionen, was als sehr riskant gilt. Eine technische Reserve gibt es weder hier noch auf den Kosmodromen Wostotschny und Plessezk auf dem eigenen Territorium.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gerhard Kowalski</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10401.msg554749#msg554749" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Kosmodrom *Baikonur*</a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Russland: Gagarin-Orden, eine neue staatliche Auszeichnung</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/russland-gagarin-orden-eine-neue-staatliche-auszeichnung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gerhard Kowalski]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 May 2023 17:33:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Auszeichnung]]></category>
		<category><![CDATA[Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Orden]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Putin stiftet Gagarin-Orden. Ein Beitrag von Gerhard Kowalski. Quellen: RIA Nowosti, TASS. Moskau, 27. Mai 2023 &#8211; Der russische Präsident Wladimir Putin hat eine neue staatliche Auszeichnung gestiftet &#8211; den Gagarin-Orden. Ein entsprechender Ukas wurde am Samstag veröffentlicht, melden russische Nachrichtenagenturen. Der Orden, der ein Porträt Gagarins im Skaphander zeigt, kann für Verdienste um die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Putin stiftet Gagarin-Orden. Ein Beitrag von Gerhard Kowalski.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quellen: RIA Nowosti, TASS.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/gagarin_1_600rosc.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/gagarin_1_260rosc.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Juri Alexejewitsch Gagarin<br>(Bild: Roskosmos)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Moskau, 27. Mai 2023 &#8211; Der russische Präsident Wladimir Putin hat eine neue staatliche Auszeichnung gestiftet &#8211; den Gagarin-Orden. Ein entsprechender Ukas wurde am Samstag veröffentlicht, melden russische Nachrichtenagenturen. Der Orden, der ein Porträt Gagarins im Skaphander zeigt, kann für Verdienste um die Raumfahrt beispielsweise um die erfolgreiche Durchführung eines bemannten Raumfluges sowie für herausragende Erfolge bei der Vorbereitung, Produktion und havariefreien Nutzung von Raketen- und Raumfahrttechnik oder die Einführung neuer Technologien in diesem Bereich verliehen werden, heißt es in dem Dokument.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ausgezeichnet werden können neben russischen Staatsbürgern auch Ausländer. Voraussetzung dabei ist, dass sie effektiv an der internationalen Zusammenarbeit mit Russland bei der Erforschung und Nutzung des Weltraums teilnehmen, steht in den Satzung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gerhard Kowalski</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3428.msg549618#msg549618" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Russische Raumfahrt</a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Russland veröffentlicht erstmals Fotos von der Absturzstelle Gagarins</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/russland-veroeffentlicht-erstmals-fotos-von-der-absturzstelle-gagarins/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gerhard Kowalski]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Mar 2023 17:47:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>RGANT gibt Fotos vom Ort der Katastrophe frei. Ein Beitrag von Gerhard Kowalski. Quelle: RIA Nowosti 27. März 2023. Moskau, 27. März 2023 &#8211; Das Russische Staatliche Archiv für Wissenschaftlich-Technische Dokumentation (RGANT) hat am Montag zum 55. Jahrestag des tödlichen Absturzes von Juri Gagarin erstmals Fotos vom Ort der Katastrophe veröffentlicht, wie die Nachrichtenagentur RIA [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading advgb-dyn-a1c4edd6">RGANT gibt Fotos vom Ort der Katastrophe frei. Ein Beitrag von Gerhard Kowalski.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: RIA Nowosti 27. März 2023.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/GK3021500.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/GK302260.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Zwei Bücher über Gagarin. (Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Moskau, 27. März 2023 &#8211; Das Russische Staatliche Archiv für Wissenschaftlich-Technische Dokumentation (RGANT) hat am Montag zum 55. Jahrestag des tödlichen Absturzes von Juri Gagarin erstmals Fotos vom Ort der Katastrophe veröffentlicht, wie die Nachrichtenagentur RIA Nowosti meldet. Eines davon zeigt Teile einer zertrümmerten Tragfläche der MiG-15 UTI, mit der der erste Kosmonaut der Welt zusammen mit seinem Instrukteur Wladimir Serjogin am 27. März 1968 bei dem Dorf Nowosjolowo unweit von Kirshatj im Gebiet Wladimir aus bisher nicht geklärten Gründen abgestürzt ist. Die Agentur erinnert zudem in einem kurzen Video an den Brief, den Gagarin vor seinem historischen Flug am 12. April 1961 an seine Familie geschrieben hat. Darin betont er, dass er zwar vom Erfolg seiner Mission überzeugt sei. Sollte ihm dennoch etwas zustoßen, bitte er seine Frau Walentina, die beiden Töchter im Sinne des Kommunismus zu erziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gagarin, der aus Sicherheitsgründen Flugverbot hatte, hatte kurz zuvor durchgesetzt, dass er nach dem erfolgreichen Abschluss seines Studiums Anfang 1968 an der Shukowski-Militärakademie wieder selbst ein Flugzeug steuern durfte. Diese Entscheidung war jedoch kurzfristig auf höchster Ebene zurückgenommen und ein letzter Kontrollflug mit dem Fluglehrer Serjogin angeordnet worden, der dann in der Katastrophe endete über die ein striktes Informationsverbot verhängt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die letzten Recherche-Ergebnisse, die ich in meinen Gagarin-Büchern dazu dargestellt habe, besagen, dass für den Flug keine vorschriftsmäßig vorbereitete zweisitzige Maschine zur Verfügung stand. So habe Serjogin, der hinter Gagarin saß, nicht eingreifen können, als die Maschine offenbar außer Kontrolle geriet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gerhard Kowalski</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3428.msg546445#msg546445" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Russische Raumfahrt</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Geheimhaltung von Gagarin-Dokumenten aufgehoben</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/geheimhaltung-von-gagarin-dokumenten-aufgehoben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gerhard Kowalski]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Dec 2022 07:40:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Juri Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
		<category><![CDATA[Wostok 1]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Private Dokumente aus dem Archiv des Kosmonautenausbildungszentrums freigegeben. Ein Beitrag von Gerhard Kowalski. Quelle: TASS, RIA Nowosti,&#160;Russkij Kosmos. Moskau, 12. Dezember 2022 &#8211; Knapp 62 Jahre nach dem historischen Flug Juri Gagarins vom 12. April 1961 und 55 Jahre nach seinem frühen Unfalltod vom 27. März 1968 sind private Dokumente von ihm, die im Archiv [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Private Dokumente aus dem Archiv des Kosmonautenausbildungszentrums freigegeben. Ein Beitrag von Gerhard Kowalski.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: TASS, RIA Nowosti,&nbsp;Russkij Kosmos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Moskau, 12. Dezember 2022 &#8211; Knapp 62 Jahre nach dem historischen Flug Juri Gagarins vom 12. April 1961 und 55 Jahre nach seinem frühen Unfalltod vom 27. März 1968 sind private Dokumente von ihm, die im Archiv des inzwischen nach ihm benannten Kosmonautenausbildungszentrums (ZPK) im Sternenstädtchen bei Moskau aufbewahrt werden, freigegeben worden. Die Aufhebung des Geheimhaltungsvermerks sei im September auf Initiative der Raumfahrtbehörde GK Roskosmos erfolgt, berichteten Nachrichtenagenturen am Wochenende unter Berufung auf die Zeitschrift Russkij kosmos.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den Dokumenten gehören ein Fragebogen Gagarins, eine ausführliche Darstellung seines Dienstes in der Sowjetarmee und seines Werdegangs in der Kosmonautenabteilung, Informationen über seine familiäre Situation sowie eine Verpflichtung des Kosmonauten, alles über das sowjetische Weltraumprogramm und Militär geheim zu halten. Letzteres Versprechen war von ihm acht Monate vor seinem Flug schriftlich abgegeben worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ferner gibt es unter den Papieren auch &#8222;Spekulationen&#8220; verschiedener Internet-Portale, was darauf hindeuten könnte, dass die Aktensammlung offenbar bis in die Gegenwart weitergeführt wurde.&nbsp;Die historischen Dokumente stünden nunmehr&nbsp; &#8222;Forschern&#8220; zur Verfügung, heißt es.&nbsp;Die Frage, ob das auch für Journalisten gilt, bleibt offen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerhard Kowalski</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Geheimhaltung der Gagarin-Akte aufgehoben</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/geheimhaltung-der-gagarin-akte-aufgehoben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gerhard Kowalski]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Dec 2022 09:36:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Roskosmos]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
		<category><![CDATA[Wostok 1]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Roskosmos regte Aufhebung des Geheimhaltungsvermerks an. Ein Beitrag von Gerhard Kowalski. Quelle: TASS 11. Dezember 2022. Moskau, 11. Dezember 2022 &#8211; Knapp 62 Jahre nach dem historischen Flug Juri Gagarins vom 12. April 1961 und 55 Jahre nach seinem frühen Unfalltod vom 27. März 1968 ist seine Kaderakte, die im nach ihm benannten Kosmonautenausbildungszentrum (ZPK) [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Roskosmos regte Aufhebung des Geheimhaltungsvermerks an. Ein Beitrag von Gerhard Kowalski.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: TASS 11. Dezember 2022.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/DSC06914rc1500tw.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Büste Juri Gagarins im EAC 2013. (Bild: Thomas Weyrauch)" data-rl_caption="" title="Büste Juri Gagarins im EAC 2013. (Bild: Thomas Weyrauch)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/DSC06914rc260tw.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Büste Juri Gagarins im EAC 2013.<br>(Bild: Thomas Weyrauch)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Moskau, 11. Dezember 2022 &#8211; Knapp 62 Jahre nach dem historischen Flug Juri Gagarins vom 12. April 1961 und 55 Jahre nach seinem frühen Unfalltod vom 27. März 1968 ist seine Kaderakte, die im nach ihm benannten Kosmonautenausbildungszentrum (ZPK) im Sternenstädtchen bei Moskau aufbewahrt wird, freigegeben worden. Die Aufhebung des Geheimhaltungsvermerks sei im September auf Initiative der Raumfahrtbehörde GK Roskosmos erfolgt, berichtet die Nachrichtenagentur TASS am Samstag unter Berufung auf die Zeitschrift Russkij kosmos. Das historische Dokument stehe nunmehr &#8222;Forschern&#8220; zur Verfügung, schreibe das Blatt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Akte gehörten ein Fragebogen Gagarins, eine ausführliche Darstellung seines Dienstes in der Sowjetarmee und seines Werdegangs in der Kosmonautenabteilung sowie Informationen über seine familiäre Situation und andere Dokumente, heißt es weiter. Darunter seien auch &#8222;Spekulationen&#8220; verschiedener Internet-Portale, was darauf hindeutet, dass die Akte offenbar bis in die Gegenwart weitergeführt wurde. Die Frage, ob sie nunmehr auch Journalisten zur Verfügung steht, bleibt offen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">(Ich selbst befasse mich seit 1966 professionell mit Gagarin, um den immer noch viel Geheimniskrämerei betrieben wird. Meine bisherigen Rechercheergebnisse habe ich 2015 in dem Buch <a href="https://www.raumfahrer.net/zum-48-todestag-von-juri-gagarin/" data-wpel-link="internal">DER UNBEKANNTE GAGARIN</a> im Machtwort-Verlag Dessau zusammengefasst. Sie beruhen auf der Auswertung ungezählter Einzeldetails, die ich aus schwer zugänglichen staatlichen Dokumenten zusammengetragen habe.)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gerhard Kowalski</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3193.msg541900#msg541900" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Astronauten &amp; Kosmonauten Nachrichten</a></li>
</ul>
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		<item>
		<title>Vor 60 Jahren &#8211; „Pojechali!“ – Und los ging’s!</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/vor-60-jahren-pojechali-und-los-gings/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Weise]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Apr 2021 21:21:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Historischer Kalender]]></category>
		<category><![CDATA[Raketen]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Juri Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmonaut]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=77760</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am 12.April 1961 flog zum ersten Mal in der Geschichte ein Mensch in den Kosmos. Ein Beitrag von Andreas Weise. Quelle: Andreas Weise. Sechzig Jahre ist es nun her, dass der Mensch erstmals seinen Weg in den Kosmos bahnte. Was für ein Datum! Nun könnte man in Erinnerung an dieses historische Ereignis die ganze Geschichte [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am 12.April 1961 flog zum ersten Mal in der Geschichte ein Mensch in den Kosmos.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Andreas Weise. Quelle: Andreas Weise.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GagarinInHellersdorf2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Gagarin in Berlin-Hellersdorf - Künstler Victor Ash. (Bild: A. Weise)" data-rl_caption="" title="Gagarin in Berlin-Hellersdorf - Künstler Victor Ash. (Bild: A. Weise)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GagarinInHellersdorf26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Gagarin in Berlin-Hellersdorf &#8211; Künstler Victor Ash.<br>(Bild: A. Weise)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Sechzig Jahre ist es nun her, dass der Mensch erstmals seinen Weg in den Kosmos bahnte. Was für ein Datum! Nun könnte man in Erinnerung an dieses historische Ereignis die ganze Geschichte haarklein noch einmal erzählen: Juri Gagarin: Vom Bauernsohn zum Weltraumflieger. Hier im Forum gibt es bestimmt nicht Wenige, die jede Einzelheit der Geschichte, des Starts, des Fluges, der Landung und dem ganzen Rest im Detail kennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gagarin war ein Pionier, ein sehr mutiger Mann, der genau wusste, worauf er sich da eingelassen hatte. In den letzten Jahren, speziell nach Öffnung der Archive, sind immer mehr Details ans Licht gekommen die das Gesamtbild der bis dahin streng geheimen Geschichte um Gagarin schärfer machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch sollte man nicht einige Schritte von dem Geschichtsbild zurücktreten und es einmal in seiner gesamten Allgemeinheit sehen, was da an jenem 12. April vor 60 Jahren geschah?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beginnt die Geschichte nicht viel, viel früher, als der Mensch zum ersten Mal bewusst gen Himmel blickte und sich fragte, was dort ist? Und markiert nicht jenes Datum einen Quantensprung in der Evolution der Menschheit, nämlich in der Lage zu sein, die schützende Erde zu verlassen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Er hat uns alle ins Weltall gerufen.&#8220; Dieses Zitat bringt es auf den Punkt. Kein geringerer, als US-Astronaut Neil Armstrong hat es gesagt. Er war sich der Tatsache völlig bewusst, dass seine Leistung, als erster Mensch den Mond zu betreten, nur als Folge der Tat von Gagarin zu betrachten ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und Gagarin war dabei nur der Protagonist. Die Geschichte hätte auch anders ablaufen können, wenn, ja wenn…. Es hätte ebenso Titow, Glenn, Shepard, Bondarenkow oder sonst wer sein können. Es hätte schon 1957, 1960 oder erst 1962 passieren können. Es hätte ein Dienstag oder auch ein Freitag sein können. Aber eins war zu aller Zeit sicher. Es war geradezu gesetzmäßig, dass dieser Tag einmal kommen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Überlegungen in Form von „Was-wäre-wenn?“ in diversen Filmen haben offensichtlich zur Zeit Hochkonjunktur. Man denke an die TV-Serie „For All Mankind“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wenn die Geschichte anders gelaufen wäre und der erste Mensch im Weltraum ein US-Bürger gewesen wäre? Tja dann würde zu diesem Jubiläum gewiss wie bei „50 Jahre Mondlandung“ ein wochenlanger Hype durch unsere Medien wehen.<br>Aber die Geschichte lief anders. Und die Geschichte hat es gut gemeint. Sie hat an jenem 12. April das Unternehmen glücklich enden lassen. Sie hat der Welt einen Helden gegeben, der durch sein strahlendes Lächeln, seine Bescheidenheit und seine Charakterfestigkeit zur positiven Ikone einer ganzen Epoche wurde. Alles war auf einmal möglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dieser Verlauf der Geschichte hat dafür gesorgt, dass die Supermacht USA aus ihrem überheblichen Denken, sie wäre die absolut führende Technologienation, herausgerissen wurde. Kennedy weckte nur wenige Tage nach Gagarins Flug die Nation aus ihrer Schockstarre mit seiner „Mond-Rede“ auf. Darauf folgend in einer bis dahin nie wieder vollbrachten ökonomischen Kraftanstrengung schafften es die USA in nur 8 Jahren und 3 Monaten den nächsten Schritt in der (Raumfahrt-)Evolution zu vollziehen. Das Betreten eines anderen Himmelskörpers. So etwas hatte es danach nie wieder gegeben. Und Schuld dran war: Gagarin! Die Begeisterung in der damaligen Zeit ist für viele, die es nicht miterlebt haben, heute nicht mehr nachvollziehbar. Heute ist man in der bemannten Raumfahrt längst zur Tagesordnung übergegangen. Die ISS kreist seit 23 Jahren um die Erde. An und in ihr arbeiten 16 Nationen friedlich miteinander. Ein Traum, nein eine Tatsache, wie man sich diese zum Beginn der bemannten Raumfahrt gewünscht hätte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber es scheint heute, als fehle der notwendige Impuls in der bemannten Weltraumfahrt, weiter voran zu schreiten. Das nächste Zeil wäre der Mars. Seit Anfang der 60er Jahre wird gesagt, dass wir in 20 Jahren zum Mars fliegen. Koroljows Marspläne (Landeziel 1976!) waren hier bestimmt nicht die einzigen. Das aktuelle Ziel, 2024 wieder bemannt zum Mond zu fliegen verblasst irgendwie im Lichte der Meilensteine von 1957, 1961 und 1969.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch sind die Zeiten der großen Einzelhelden längst vorbei. Gagarin, Leonow, Tereschkowa, Glenn und Armstrong… das war eine andere Generation. Die neuen Helden von heute kommen aus einer ganz anderen Branche und heißen zum Beispiel Musk. Menschen, die völlig an der jeweiligen gerade aktuellen Politikleitlinie vorbei ihren Traum vom Weltraum verwirklichen und dazu offensichtlich auch die finanziellen Mittel haben. Die Weltraum-Evolution droht privatisiert zu werden. Eine Entwicklung, die ich mit großem Interesse verfolge, wenngleich ich nicht glücklich damit bin.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/DSC06914rc1500tw.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Ein nachdenklich schauender Gagarin im EAC Köln. (Bild: T. Weyrauch)" data-rl_caption="" title="Ein nachdenklich schauender Gagarin im EAC Köln. (Bild: T. Weyrauch)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/DSC06914rc260tw.jpg" alt=""/></a><figcaption>Ein nachdenklich schauender Gagarin im EAC Köln.<br>(Bild: T. Weyrauch)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Was bleibt also von Gagarin heute? Er ist ein Symbol für den Beginn der bemannten Raumfahrt.<br>Und genau in diesem Sinne wird er gewürdigt.<br>Als Vermächtnis Gagarins steht folgendes Zitat:</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Облетев Землю в корабле-спутнике, я увидел, как прекрасна наша планета. Люди, будем хранить и преумножать эту красоту, а не разрушать её!&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Als ich die Erde in einem Raumschiff umflog, sah ich, wie wunderschön unser Planet war. Menschen, lasst uns diese Schönheit bewahren und vervielfachen, nicht zerstören!&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dem ist nichts hinzuzufügen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zum Thema:</strong><br>Der MDR hat eine 5-teilige, aufwendige Dokumentation unter dem Titel „Kosmonaut Nr.1“ produziert, die im Grunde auf der älteren Dokumentation „Die Gagarin-Story“ von 2005 basiert. Dieser neue Fünfteiler ist bereits in der ARD-Mediathek zu sehen. Das gezeigte Originalfilmmaterial ist für Kenner in Qualität und Inhalt sehr interessant. Es lohnt sich, genauer hinzuschauen. Leider hat man in einigen Details neuere Erkenntnisse und Details nicht einfließen lassen. So wird zum Beispiel behauptet, dass die Landung nur mit wenigen Kilometer Abweichung erfolgte. Das stimmt zum Beispiel so nicht. Auch wird in Bezug auf Gagarin&#8217;s Unfalltod auf eine ältere Faktenlage zurückgegriffen. Das soll aber den Gesamteindruck nicht schmälern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Freunde des gedruckten Wortes sei hier auf die immer noch aktuelle Gagarin-Biographie „Der unbekannte Gagarin“ von Gerhard Kowalski verwiesen. Diese wurde bereits hier besprochen:<br><a href="https://www.raumfahrer.net/von-der-buchmesse-leipzig-alle-guten-dinge-sind-drei/" data-wpel-link="internal">Von der Buchmesse Leipzig: Alle guten Dinge sind Drei</a><br>Im Forum: <a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=13452.msg326524#msg326524" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Der unbekannte Gagarin</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Freunde des Spielfilms sei auf den russischen Film „Gagarin: Wettlauf ins All“ verwiesen. Auch hier der entsprechende Verweis.<br><a href="https://www.raumfahrer.net/zum-80sten-der-film/" data-wpel-link="internal">Zum 80sten: Der Film</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10775.msg507813#msg507813" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Wostok-Programm</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/vor-60-jahren-pojechali-und-los-gings/" data-wpel-link="internal">Vor 60 Jahren &#8211; „Pojechali!“ – Und los ging’s!</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Suborbitale Flüge in der Sowjetunion</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/suborbitale-fluege-in-der-sowjetunion/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Weise]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Apr 2019 01:13:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Aprilscherz]]></category>
		<category><![CDATA[Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Koroljow]]></category>
		<category><![CDATA[Landekapsel]]></category>
		<category><![CDATA[Raumschiff]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=42712</guid>

					<description><![CDATA[<p>Rückblende: Frühe bemannte suborbitale Flüge in der Sowjetunion. Neue Informationen und neue Fragen &#8230; (Achtung, Aprilscherz) Ein Beitrag von Andreas Weise. Quelle: Foto/Recherche. In wenigen Tagen jährt sich zum 58. Mal der historische Flug von Juri Gagarin. 1961 startete zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit ein Raumschiff mit einem Menschen an Bord zu [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/suborbitale-fluege-in-der-sowjetunion/" data-wpel-link="internal">Suborbitale Flüge in der Sowjetunion</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading advgb-dyn-f7079836">Rückblende: Frühe bemannte suborbitale Flüge in der Sowjetunion. Neue Informationen und neue Fragen &#8230; (Achtung, Aprilscherz)</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Andreas Weise. Quelle: Foto/Recherche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In wenigen Tagen jährt sich zum 58. Mal der historische Flug von Juri Gagarin. 1961 startete zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit ein Raumschiff mit einem Menschen an Bord zu einem Flug in den Weltraum. Der Flug ging über einen kompletten Erdorbit. Diese Erstleistung wurde von der Sowjetunion vollbracht. 
<br>
Die USA brachten ihren Mann erst einen Monat später ins All. Dabei absolvierte der Astronaut Alan B. Shepard einen ballistischen Flug mit einer Redstone-Rakete. Technologisch gleich ziehen mit der Sowjetunion konnten die USA erst ein Jahr später mit dem historischen Flug von John Glenn. Alle diese Unternehmen waren höchst risikoreich und es gebührt den damaligen Raumfahrern höchste Anerkennung für ihren Mut. Nicht bekannt ist, wie viele Opfer es bei der Erringung dieser Ziele im Vorfeld gegeben hat. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Speziell für den Zeitraum der Endfünfzigerjahre gibt es in der Sowjetischen Raumfahrt- und Raketenentwicklung noch so manches Geheimnis, das den Nährboden verschiedenste Verschwörungstheorien bereitet. So fällt in diese Zeit die Entwicklung und Erprobung des Überschall-Marschflugkörpers W-350 Burja, der mit einer Geschwindigkeit von Mach 3,5 eine Wegstrecke von bis zu 8.500 Kilometer überbrücken können sollte. Die Starts dazu fanden auf dem streng geheimen Raketentestgelände in Kapustin Yar statt. Viele weitere Raketenwaffensysteme wurden hier erprobt und getestet. Darunter auch das Waffensystem Rakete R-5, dem man als Gegenstück zur amerikanischen Redstone-Rakete ein besonderes Augenmerk schenken sollte. </p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large is-resized advgb-dyn-8b586806"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01042019031336_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01042019031336_small_1.jpg" alt="Wikipedia / Stache" width="260"/></a><figcaption class="wp-element-caption">
Redstone (li.) und R-5 (re.) im Vergleich &#8211; Illustration 
<br>
(Bild: Wikipedia / Stache)
</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Denn die R-5 könnte auch für die bemannte Raumfahrt eine Rolle gespielt haben. Wie bekannt, sind die Gerüchte nie ganz verstummt, dass es vor dem historischen Flug von Juri Gagarin bemannte Versuche mit ballistischen, suborbitalen Raumflügen gegeben haben soll. Diese sollen im Zeitraum zwischen 1958 und 1959 stattgefunden haben. Vermutlich kam hier eine bemannte Version der R-5 zum Einsatz. Alle Flüge, insgesamt vier, sollen von Kapustin Yar gestartet worden sein. Alle Flüge sollen gescheitert sein. Das bedeutet: Alle 4 mutmaßlichen suborbitale Kosmonauten sind dabei ums Leben gekommen. In mancher verschwörungstheoretischen Literatur sind sogar die Namen der Verunglückten genannt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Quellen dieser Informations-Gerüchte sind unterschiedlich. Sie reichen von Geheimarchiven des sowjetischen Geheimdienstes KGB, über Statements ehemaliger hochrangiger Parteifunktionäre der Tschechoslowakischen Kommunistischen Partei bis zu Äußerungen des berühmten Raketenwissenschaftlers und Raumfahrtpioniers Hermann Oberth. Sogar die bekannte russische Tageszeitung Prawda beschäftigte sich 2001 in einem größeren Artikel mit dieser Problematik. Handfestes Material zu dem Thema war bis dato aber nirgends zu finden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur der Raumfahrtjournalist und Autor Peter Stache hatte in seinem Buch „Sowjetische Raketen“ Entwurfszeichnungen für mögliche ballistische bemannte Flüge, von keinem geringeren als S.P. Koroljow erdacht, beschrieben. Auch veröffentlichte er mögliche Kombinationen mit der Rakete R-5, hier W-5 bzw. W-5a. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der bemannte ballistische „Raumflug“ mit den vorhandenen Höhenraketen in der Sowjetunion wäre möglich gewesen. Die Sowjetunion hat mit Höhenraketen Experimente mit Hunden durchgeführt. Das war schon frühzeitig in verschiedenen DDR-Publikationen nachzulesen. Aber auch im Westen erschien Literatur, die das beschrieb. Zum Beispiel „Rote Raketen – Keiner kennt Baikonur“ von 1972. Vom Hund zum Mensch wäre es nur noch ein kleiner technologischer Schritt gewesen. Warum sollte die Sowjetunion diesen Schritt nicht durchgeführt haben? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wichtig ist zu beachten: Allen diesen mutmaßlichen Informationen ist eines gemeinsam. Es gibt nicht einen einzigen Beweis, nicht eine einzige nachprüfbare Zeugenaussage, nicht ein belegtes Schriftstück dazu… . Scheinbar bis jetzt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun ist ein Foto aufgetaucht, das Bewegung in die Geschichtsforschung bringen könnte. Es zeigt auf einer stillgelegten Versuchsanlage die Reste eines Raketenkopfs einer R-5 für den bemannten Einsatz. Die Fallschirmsektion in der Spitze des Kegels fehlt, was auf einen erfolgten Einsatz hinweisen könnte. Sogar der mutmaßliche Aufnahmeort soll bekannt sein: 48°36&#8217;55.7&#8243;N, 46°17&#8217;57.9&#8243;O. </p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized advgb-dyn-eeb72ad1"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01042019031336_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01042019031336_small_2.jpg" alt="RN" width="934" height="254"/></a><figcaption class="wp-element-caption">
altes Material in der Steppe &#8211; Raketenkopf im Hintergrund, rechts größer 
<br>
(Bild: RN)
</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bild, im Original in sehr schlechtem Zustand, soll aus Kreisen ehemaliger Militärs des Warschauer Vertrages stammen, die in Kapustin Yar in den 70er Jahren mit dem Raketensystem Scud trainiert haben. Ähnlich wie in Baikonur liegt nicht benötigtes Material einfach in der Steppe herum, wobei schnell Sinn und Zweck in Vergessenheit geraten können. Trotz Fotoverbot rutschte hier dieses Bild offenbar durch. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun gilt es zu analysieren, was wirklich zu sehen ist und in wie weit das Gezeigte mit den allgemeinen Gerüchten in Einklang zu bringen ist. Denn wenn an diesem Gerücht etwas dran wäre, dann würde das bedeuten, dass die Sowjetunion bereits dei Jahre vor den USA versucht hätte, bemannte suborbitale Flüge durchzuführen. Man darf gespannt sein. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Fortsetzung folgt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Update:</strong>
<br>
April! April! Alles nur geträumt! Wobei, eigentlich stimmt (fast) alles, was in dem Beitrag steht.  Bleibt nur anzumerken, dass Peter Stache in seinem Buch „Sowjetische Raketen“  im Kapitel „Stratonauten starten nicht“ genau das Gegenteil schreibt, als hier suggeriert. Nämlich, warum die Sowjetunion trotz der vorhandenen Technologie auf den bemannten suborbitalen Flug verzichtet hat. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und das Bild? Es ist so Manches auf ehemaligen sowjetischen Flugplätzen abgestellt. Das hat aber fast immer nichts mit Raumfahrt zu tun, obwohl es so aussehen könnte.  Und der angegebene Aufnahmeort ist geraten. Er zeigt einen Startort auf dem Testgelände in Kapustin Yar, wo (vielleicht) die R-5 gestartet sein könnte.  </p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gagarin und &#8222;Das ungeschriebene Gesetz&#8220;</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/gagarin-und-das-ungeschriebene-gesetz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Weise]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Mar 2018 20:11:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Absturz]]></category>
		<category><![CDATA[Flugunfall]]></category>
		<category><![CDATA[Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Juri Gagarin]]></category>
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		<category><![CDATA[MIG-15UTI]]></category>
		<category><![CDATA[UdSSR]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 27. März vor genau 50 Jahren kam der erste Raumfahrer der Welt, der Kosmonaut Juri Alexejewitsch Gagarin bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Der Unfallhergang wurde nie abschließend aufgeklärt. Vor zwei Jahren gab es dann mutmaßlich neue Erkenntnisse, die eine Neuaufnahme der Unglücksuntersuchung rechtfertigen könnten. Passiert ist bislang &#8230; nichts! Ein Beitrag von Andreas Weise. [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am 27. März vor genau 50 Jahren kam der erste Raumfahrer der Welt, der Kosmonaut Juri Alexejewitsch Gagarin bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Der Unfallhergang wurde nie abschließend aufgeklärt. Vor zwei Jahren gab es dann mutmaßlich neue Erkenntnisse, die eine Neuaufnahme der Unglücksuntersuchung rechtfertigen könnten. Passiert ist bislang &#8230; nichts!</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/redakteure/" data-wpel-link="internal">Andreas Weise.</a> Quelle: Recherche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es besteht das ungeschriebene Gesetz: Ein Flugunfall ist aufzuklären. Egal, wie lange es dauert. Dabei sind die Ursachen des Unfallereignisses zu ermitteln. Aus den gewonnenen Erkenntnissen sind dann Maßnahmen abzuleiten, damit so ein Flugunfall nie wieder passieren kann.  <br>In der Öffentlichkeit sind vor allem die großen Flugunfälle mit Passagierflugzeugen im Gedächtnis geblieben. So der Absturz eines Urlaubsfliegers der Birgenair 1996. Hier war ein technischer Defekt die Hauptunfallursache. Oder die Explosion einer Boeing 747 der Fluggesellschaft TWA vor New York, ebenfalls 1996. Ein bis dato nicht so beachtetes Phänomen der Gasbildung in halb leeren Flugzeugtanks führte später zur Umkonstruktion des Jumbojets. Beim Absturz eines Air-France-Airbus 2009 mitten über dem Atlantik handelte es sich hauptsächlich um eine Kombination aus technischem Versagen und Pilotenfehler. Neue Trainingsprogramme für Piloten waren die Folge. Manchmal kann die Aufklärung schnell erfolgen. Bei anderen Vorkommnissen wird es noch Jahre dauern, bis man weiß, was wirklich passiert ist. Es ist auch hier notwendig, zweifelsfrei Klarheit über die Ursachen zu schaffen. Ob die Ergebnisse den Beteiligten gefallen oder nicht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Was für die zivile Luftfahrt gilt, sollte auch in der Militärluftfahrt üblich sein. Freilich, aus Gründen der Geheimhaltung bekommt der normale Bürger nur selten etwas von solchen Ereignissen mit. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Was aber, wenn es sich bei den Unfallopfern um wichtige, bedeutende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens handelt? Gar Menschen mit Weltruhm? Wird hier nicht lückenlos aufgeklärt, wird versucht zu vertuschen oder gar tot zu schweigen…dann ist das der beste Nährboden für Verschwörungstheorien aller Art. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06032018211106_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06032018211106_small_1.jpg" alt="A. Weise" width="260"/></a><figcaption>
MiG15UTI ohne Zusatztanks im Sternenstädtchen 2017 
<br>
(Bild: A. Weise)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Von der breiten Öffentlichkeit heute leider nicht mehr beachtet, hat sich so ein Fall am 27. März 1968 östlich des bei Moskau gelegenen Militärflugplatzes Tschkalowski ereignet. Die Rede ist vom Tot des Oberst Juri Alexejewitsch Gagarin. Und dieser war ja nicht irgendwer! Dieser war der erste Mensch im Weltraum, war sozialistische Pop-Ikone der aufstrebenden Sowjetunion, war ein Superstar in der weltweiten Öffentlichkeit, ein strahlender Held. Und dieser Mensch, der den Weltraum bezwungen hat, verunglückt bei einem ganz banalen Übungsflug tödlich! Und er saß ja nicht allein im Flugzeug. Mit an Bord: Oberst Serjorgin, der auch ums Leben kam. Zwei Oberste in einer schon betagten, einfachen Übungsmaschine stürzen ab. Der eine ist Kosmonaut, der andere ein erfahrener Militärflieger und Fluglehrer. „Da muss doch etwas oberfaul sein!“ denkt der Leser sofort. Und richtig: Es geistern bis heute die absurdesten Geschichten zu diesem Ereignis herum. Von „Alkohol“ bis „Mord“. Von „Schicksal-Pech“ bis „Pilotenfehler“. Der Phantasieauswüchse der Verschwörungen sind keine Grenzen gesetzt. Und warum? Weil die verantwortlichen Ermittler bis heute keine abschließende Erklärung für den Flugunfall gefunden haben, bzw. finden wollten. Zu groß ist das Potential an emotionalem Sprengstoff, das sich um die Person Gagarin aufgebaut hat. Wer möchte schon zugeben, dass er hier einen Fehler begangen hat? Dabei geht es um das Ansehen höchster Entscheidungsträger und nicht zuletzt um die Ehre der ruhmreichen sowjetischen Luftstreitkräfte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber erinnern wir uns: Ein Flugunfall ist aufzuklären! Und es war ein Unfall. Die Aufklärung ist notwendig, um die Mängel und Fehler zu verstehen, die Piloten und ihr Handeln richtig darzustellen und der Öffentlichkeit und vor allem der Familie Gagarin endlich zu sagen, was mit dem Held und Familienvater wirklich passiert ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch immer aber herrscht eisiges Schweigen. Keiner möchte in Russland den Teppich der Geschichte hoch heben, um zu sehen, was seiner Zeit darunter gekehrt wurde. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Autor dieser Zeilen hatte sich vor zwei Jahren in einem <a href="https://www.raumfahrer.net/zum-48-todestag-von-juri-gagarin/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Beitrag</a> hier bereits geäußert. Um den Leser nicht zu langweilen, habe ich versucht, die im Moment vorliegenden wichtigsten Fakten noch einmal zu ordnen. Dabei beziehe ich mich hauptsächlich auf Angaben in Kowalskis Buch „Der unbekannte Gagarin“ und die Vorgängerwerke. Natürlich wird auch Sergejews Text, herausgegeben von Kowalski: „Gagarin – Er könnte noch leben“ berücksichtigt. Es ist davon auszugehen, dass Kowalski alle öffentlich bekannten Fakten zusammen getragen, und dem deutschsprachigen Leser zugänglich gemacht hat. Was ist also passiert? </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Vorgeschichte:</strong> <br>31. Dezember 1959: Gagarin hatte 265 Flugstunden auf Jak-18 (Übungs-Propellermaschine) und MiG-15bis (Düsenflugzeug) nachgewiesen. Das ist nicht viel. Für einen jungen Piloten, der noch ganz am Anfang seines Fliegerlebens stand, aber bestimmt nichts Außergewöhnliches. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Eintritt in den Kosmonauten-Kader braucht und darf Gagarin nicht mehr selber ein Flugzeug steuern. Die Ausbildung sieht das nicht vor. Nach seinem Weltraumflug soll er als Person geschont werden. Wie oft er aktiv zwischen 1961 und 1967 hinter dem Steuerknüppel gesessen hat und in wie weit er selber geflogen ist, das ist nicht bekannt. Es ist aber zu vermuten, dass es nur ganz wenige Flugstunden waren. Nach dem Tode Komarows (Sojus 1) im April 1967 wird für Gagarin absolutes Flugverbot angeordnet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst im November 1967 erhält er die Erlaubnis, wieder allein zu fliegen. Sein Vorgesetzter Kamanin interveniert dagegen. Es kommt zum Streit. Gagarin bleibt hartnäckig. Ein Kompromiss wendet den Eklat ab. Gagarin soll erst seine Diplomarbeit abschließen. Ziel: Frühjahr 1968. </p>



<p class="wp-block-paragraph">1. März 1968: Gagarin erhält seine Flugerlaubnis zurück. Grund: Er hat sein Diplom als Ingenieur am 17. Februar 1968 erfolgreich verteidigt. Es sind somit über acht Jahre vergangen seit Gagarins Herausnahme aus dem aktiven Flugdienst. </p>



<p class="wp-block-paragraph">9. März 1968: Gagarin feiert seinen 34. Geburtstag. </p>



<p class="wp-block-paragraph">12. März 1968: Gagarin geht zur medizinischen Kontrolle und wird für flugtauglich befunden. Hier müsste man stutzen. Gagarin hatte sich im Oktober 1961 eine schwere Schädelverletzung zugezogen. Die Folgen konnte man in seiner linken Augenbraue sehen, die nicht ganz durch entsprechende kosmetische Operationen wieder hergestellt werden konnte. Es gibt Ärzte, die ihm die Flugtauglichkeit, besonders bei hohen G-Kräften, absprechen. Allerdings war Gagarin im aktiven Kosmonauten-Kader und sogar Double von Komarow für den Sojus-1-Flug. Spätestens hier hätte eine Flugunfähigkeit diagnostiziert werden müssen, wenn es die gab. Oder hat man Gagarin bewusst im falschen Glauben gelassen, er sei weltraum- und flugtauglich? Wollte man ihn nicht enttäuschen? Das aber wäre eine Ungeheuerlichkeit, die ich den damaligen Verantwortlichen in dieser Konsequenz nicht zutraue. Fazit für mich: Gagarin war aus damaliger Betrachtungsweise und der vorliegenden Erkenntnisse flugtauglich. Beweise wären die medizinischen Protokolle bzw. Gagarins Krankenakte, wenn sie für eine Untersuchung zugänglich wären. </p>



<p class="wp-block-paragraph">13. März 1968: Ein Mittwoch. Gagarin unternimmt zwei Lehrflüge im Doppelsitzer mit insgesamt zwei Stunden Länge. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Sergejew (Seite 34) fliegt Gagarin in den nächsten zwei Wochen 18 Übungsflüge auf Mig15UTI. Die Gagarin-Bekannte Marinsky bestätigt die 18 Flüge in ihrem Buch 2011 und nennt zehn Flugstunden bei vier verschiedenen Fluginstrukteuren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">27. März 1968: Auch ein Mittwoch, nur zwei Wochen später&#8230; Gagarin soll zwei Alleinflüge auf einem einsitzigen Jagdflugzeug MiG-17 machen. Kurz davor findet der Unglücksflug statt, bei dem er und der zweite Insasse ums Leben kommen. Fluggerät ist die MiG15UTI Nr. 612739 mit der Bordnummer 18. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es stellt sich folgende Frage: Wie kann man jemanden, der acht Jahre keine Flugpraxis gehabt hat, davor auch nicht viel geflogen ist, innerhalb von nur zwei Wochen für einen Alleinflug fit machen? Ist das nicht eine sehr kurze Zeitspanne? Und es darf ja nichts schief gehen. Es ist ja Gagarin, und dem darf nichts passieren. Wieso also so wenig Zeit? Ich habe versucht, das durch erfahrene Piloten bewerten zu lassen. Auch habe ich in der Literatur einen Wert für eine mögliche Ausbildung auf MiG15UTI gefunden. Das zusammengefasste Ergebnis dieser Bewertungen ist (natürlich subjektiv), dass dieses Zwei-Wochen-Programm bei einem guten Piloten ausreichen könnte.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Marinsky absolviert Gagarin zehn Flugstunden (Woher wußte sie das?). Aber hatte Gagarin überhaupt die Zeit für so ein Intensivtraining? Er hatte auch andere Verpflichtungen. Liest man zu dem fraglichen Zeitraum in Kamanins Tagebüchern, bzw. in Tschertoks Memoiren nach, so erfährt man: Es ging zu dieser Zeit um den Mond, um LK, LOK und die Amerikaner. War also Gagarin nicht richtig vorbereitet auf seinen Alleinflug? Antworten darauf könnte man in den Flugbüchern von Gagarin finden. Wenn diese erhalten sind, findet man die Flugnachweise. Oder man schaut einfach in seinen Terminkalender. Der sollte im Original auf seinem Schreibtisch liegen. Der Schreibtisch ist erst vor einiger Zeit restauriert worden und jetzt Gedenkstätte.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt Aussagen, dass sich Gagarin voll in die Flugausbildung hineingestürzt habe. Aus dem, was öffentlich bekannt ist, kann man nicht abschließend sagen, ob Gagarin auf seinen Alleinflug ausreichend vorbereitet worden ist. Aber ich verlasse mich da auf die dokumentierten Aussagen der Beteiligten. Daher möchte ich es annehmen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun zum Unglückstag: Im offiziellen Untersuchungsbericht steht, die Maschine habe den Vorschriften entsprochen. Auch die Flugvorbereitung habe den Vorschriften entsprochen. Das kann so nicht stimmen. Schon Prof. Bjelozerkowski hatte in zwei Büchern 1992 und 1997 entsprechende Ungereimtheiten öffentlich gemacht. Diese passen mit den Ermittlungen von Sergejew von 2014 (der Text wurde erst 2016 herausgegeben) genau zusammen. Sergejew beruft sich dabei auf namentlich genannte Zeugen, was ihn glaubwürdig macht. Daraus ergibt sich folgendes Bild der Flugvorbereitung: </p>



<p class="wp-block-paragraph">Gagarin soll an diesem Tag zwei Flüge mit einer MiG17 allein durchführen. Die MiG17 ist ein einsitziges Jagdflugzeug und dem Schulungsflugzeug MiG15UTI ähnlich. Für den Flugbetrieb ist für den Tag ein entsprechender Flugplan aufgestellt. Dieser sieht vor, wann wer fliegt, womit geflogen wird und wann welche Wetterdaten durch das Wetterflugzeug herein kommen. General Kamanin, Gagarins Vorgesetzter, hat am Vortag General Kusnezow überraschend befohlen, dass Gagarin vor seinen Alleinflügen noch einen letzten Kontrollflug mit einem Fluglehrer machen soll. Dafür wird der Regimentskommandeur Serjorgin verantwortlich gemacht, der Gagarin persönlich prüfen soll. Doch Serjorgin erreicht der Befehl zu spät. Er hat keinen einsatzbereiten Doppelsitzer. Was tun? Die Zeit verrinnt. Das Wetter droht sich zu verschlechtern. Der Flugplan gerät durch den nicht eingeplanten Flug durcheinander. Einem anderen Piloten den Doppelsitzer wegnehmen? </p>



<p class="wp-block-paragraph">An dieser Stelle muss ich für mich sagen: Serjorgin trifft meiner Meinung nach die Hauptschuld am folgenden Unfall. Er hätte hier an dieser Stelle den Gagarin-Flug absagen müssen. Das ist aber leichter gesagt, als getan. Schließlich haben ihm zwei Generäle einen Befehl erteilt. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06032018211106_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06032018211106_small_2.jpg" alt="A. Weise" width="260"/></a><figcaption>
Demontierter Zusatztank 
<br>
(Bild: A. Weise)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Also improvisiert Serjorgin. Es wird die zwölf Jahre alte MiG15UTI mit der Bordnummer 18 aus dem Hanger geholt und in aller Eile zum Start vorbereitet. Die Zeit drängt: Das Wetter! Die besagte Maschine hat einige Besonderheiten, die später in der Unfall-Betrachtung wichtig werden. Sie ist mit zwei Zusatztanks älterer Bauart ausgestattet. Diese sind Tropfenförmig und nicht spitz-konisch, wie eine spätere Version. Diese alte Bauform soll die Aerodynamik bei Kunstflug negativ beeinflussen. Für Gagarins Flugaufgabe also ungeeignet. Eine schnelle Demontage ist aber konstruktiv nicht so einfach. Also lässt man sie einfach an den Tragflächen dran.  </p>


<p>Bei Sergejew lesen wir, dass das Kabinendruckventil offen war. Es handelt sich hierbei um ein Verbindungsventil zwischen der Innenkabine und der Außenluft zum Druckausgleich. Wenn das Ventil geöffnet ist, dann ist die Kabine innen nicht hermetisch geschlossen. Es handelt sich bei der Maschine „18“ um eine in der Tschechoslowakei in Lizenz hergestellte MiG15UTI. Das Ventil ist nicht an der Stelle, wo es die Mechaniker vermuten würden. Also wird es übersehen – so Sergejew. Dieser Sachverhalt, sollte er so stimmen, zeugt von einer überstürzten technischen Flugvorbereitung. Sergejew misst dem offenen Ventil keine entscheidende Bedeutung zu. Aber wir kommen später noch einmal darauf zurück.</p>


<p class="wp-block-paragraph">Zum Zeitpunkt des Unglückstages hatte die MiG bereits mehrere Generalüberholungen auf dem Buckel. Ein absoluter Schrotthaufen, könnte man meinen. Hinzu kommt die Behauptung von Sergejew, der hintere Sitz habe keinen Steuerknüppel besessen. Die Maschine sollte für Trainings-Katapultierungen umgebaut werden. Dafür benennt er entsprechende Zeugen. Unfassbar! So glaubt man im ersten Augenblick. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06032018211106_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06032018211106_small_3.jpg" alt="A. Weise" width="260"/></a><figcaption>
Steuerknüppel MiG15UTI 
<br>
(Bild: A. Weise)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Aber auch hier muss man genauer hinsehen. In Sergejews Text in Kapitel 8 wird die Szenerie so beschrieben: „… Nach etwa 20 Minuten hat man die UTI MiG-15 mit der Bordnummer 18 an den Start gezogen. Juri Alexejewitsch (Gagarin) kannte die Maschine, er war mit ihr mehrfach geflogen. &#8230;“ Man erinnere sich: Gagarin fliegt erst seit zwei Wochen wieder. Das bedeutet, die „18“ war im aktiven Dienst in den letzten 14 Tagen gewesen. Und zwar nehmen wir an: Vollständig als Schulflugzeug mit beiden (!) Steuerknüppeln. Also muss man den hinteren Steuerknüppel erst kurz vor dem Unglücksflug ausgebaut haben, wenn er überhaupt fehlte. So ein Ausbau kann sehr schnell erfolgen, wie man mir in einer Werkstatt auf dem Flugplatz Cottbus an einem entsprechenden Objekt erklärte. Aber warum nur den Knüppel? Die Maschine sollte als Schleudersitz-Trainer umgebaut werden. Solche Flugzeuge gab es wirklich. Dazu wurde die hintere Kabine umgebaut. Steuerknüppel und das Kabinendach wurden entfernt. Das brauchte man nicht. Der Schleudersitz-Proband saß sozusagen im Freien. Zusätzlich wurde eine aus Rohrprofilen gefertigte Umrandung angebracht. Nun mag so ein Umbau doch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Aber Zeitgleich zum Steuerknüppel hätte man wenigstens auch das Kabinendach demontieren können. Warum soll also „nur“ der Knüppel gefehlt haben? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Anmerkung: Es gab auch eine MiG15UTI-Variante, bei welcher der Testschleudersitz in der vorderen Pilotenkanzel angebracht war und der steuernde Pilot hinten saß. Das soll aber hier nicht weiter betrachtet werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und die Maschine war zumindest wenige Tage zuvor einsatzbereit. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück zum Flug. Serjorgin hat den Befehl, Gagarin zu überprüfen. Dazu braucht er ihn „nur“ zu beobachten. Gagarin soll an dem Tag ohnehin allein fliegen. Also warum nicht mit einem Passagier? Ob nun mit oder ohne Steuerknüppel: Serjorgin setzt sich in die Kabine hinter Gagarin und man fliegt mit Verspätung los. Inzwischen hat sich die Wettersituation geändert. Die Wolkenschichten haben sich in der Höhe nach unten verschoben. Doch das erfahren die beiden nicht mehr.  Die ungefähre Wettersituation im Einsatzgebiet ist: Obere Wolkendecke: 4.500 bis 5.500 Meter, untere Wolkendecke 500 bis 1.500 Meter. Gagarin operiert später bei 4.200 Meter, also genau dazwischen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sieben Minuten nach dem Start ist man in der Flugzone angekommen und fliegt das vorgesehene Programm ab. Zumindest sieht es so aus. Die Maschine fliegt einen Vollkreis nach links und dann einen Vollkreis nach rechts. Die Flugbahn sieht aus wie eine liegende Acht. Es sind etwas mehr als vier Minuten vergangen. Gagarin meldet, dass die Aufgabe erfüllt sei. Keinem fällt in diesem Augenblick auf, dass das Flugprogramm 16 Minuten zu früh beendet ist. Es ist zu vermuten, dass Serjogin als erfahrener Pilot schlagartig gemerkt hat, dass mit dem Wetter und der Wolkendecke etwas nicht stimmt. Jedenfalls könnte die Situation für den unerfahrenen Gagarin zu kompliziert werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erlaubnis zur Rückkehr wird erteilt. Gagarins letzte Worte sind die Bestätigung des Befehls. Dann geht die Maschine in eine 100-Grad-Rechtskurve. 40 Sekunden später ist die Maschine im Geradeausflug und geht in den Sturzflug über, fast direkt nach Süden. Die Flügel bleiben waagerecht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Keine 30 Sekunden später ist die Maschine am Boden zerschellt. Die kleine MiG hat in einem Winkel von rund 35 Grad die Waldbäume abrasiert und sich dann in den Boden gebohrt. Die Trümmerspur am Boden ist fast 200 Meter lang. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der ganze Flug dauerte keine dreizehn Minuten. Der Aufschlagpunkt ist ungefähr 65 Kilometer vom Startplatz entfernt in der Nähe der Ortschaft Novoselovo. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ist passiert? Das fragt sich jetzt die Untersuchungskommission. Es läuft eine gigantische Untersuchung an. Das noch so kleinste Trümmerteil wird geborgen. 95 Prozent (!) aller Teile werden gefunden. Die Untersuchungsakte füllt 29 dicke Bände. Da fällt mir sofort der fehlende hintere Steuerknüppel ein. Es lässt sich bestimmt feststellen, ob auch der hintere Steuerknüppel unter den Fundstücken gewesen ist. Das Teil ist sehr stabil und sollte den Absturz überstanden haben. Es ist davon auszugehen, dass er auch gefunden wurde. Wenn er im Flugzeug vorhanden gewesen ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Rekapitulieren wir kurz noch einmal: Die Maschine ist sehr alt aber flugfähig. Die Maschine ist mit Außentanks ausgerüstet, die für die Flugaufgabe nicht zugelassen sind (Verschlechterung der Aerodynamik). Der hintere Sitz hat vermutlich keinen Steuerknüppel. Der Flugbeobachter kann also nicht eingreifen. Die Wetterinformationen sind nicht aktuell, bzw. falsch in Bezug auf die Wolkenhöhe. Die Wolkengrenze ist niedriger, als angenommen. Der Pilot ist ein Anfänger ohne große Flugerfahrung im Instrumentenflug. Das ist eine beängstigende Mischung an Sachverhalten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter diesen ungünstigen Ausgangspunkten sind jetzt die verschiedenen Erklärungen zu betrachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Variante geht davon aus, das Flugzeug ist mit irgendetwas zusammen gestoßen, was urplötzlich auftauchte. Da ist zum Beispiel die These, ein Wetterballon wäre mit der MiG kollidiert. Angeblich gab es in dem Gebiet der Flugzone entsprechende unberechtigte Starts von Wetter-Ballons. Begründet wird das wie folgt: Laut rekonstruierten Instrumentenanzeigen war die Maschine bereits in der Flughöhe enthermetisiert. So, als wenn die Kanzel durch etwas zerstört wurde. Aber man erinnere sich: Das Kabinendruckventil war offen. Die Kabine war sowieso enthermetisiert. Der Beweis für einen Kanzelbruch verpufft. Auch konnten keine Fremdkörper, wie Trümmerteile anderer Fluggeräte oder gar Teile von Vögeln (vermuteter Vogelschlag) nachgewiesen werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber die Geschichte mit der enthermetisierten Kabine bzw. mit dem Kabinendruckventil ist noch nicht zu Ende. Der ehemalige Oberst der russischen Luftwaffe, Igor Kusnetzow, kam bei eigenen Untersuchungen 2010, also vor Sergejew, zu folgendem Ergebnis: Das Kabinendruckventil war undicht, die Kabine enthermetisiert. Gut, das deckt sich mit den Erkenntnissen von Sergejew. In 4.200 Meter Höhe bemerkten beide Piloten das. Darauf gingen sie in den Sinkflug, um schnell eine tiefere Luftschicht zu erreichen. Warum diese Panik? Normalerweise dürfte diese Höhe bei aufgesetzten Sauerstoffmasken kein Problem darstellen. Kusnetzow geht davon aus, dass beide Piloten keine Maske getragen haben. Dadurch könnte es zu Schwindel und Ohnmacht der Piloten gekommen sein. Die Folge wäre Kontrollverlust und Absturz. Auch hier gibt es Widerspruch durch Fachleute, aber keine abschließende Klärung. So wurde mir gesagt, dass Piloten der NVA einmal jährlich den „Aufstieg“ auf 5.000 Meter Höhe mit einer Verweildauer von 30 Minuten in der Druckkammer trainierten. Ohnmacht bei einem so vorgegeben Sturzflug wurde ausgeschlossen. Auch wurde in der NVA grundsätzlich mit Maske geflogen. Doch wie war es hier? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus meiner Sicht  könnte dem Kabinendruckventil vielleicht bei einer späteren Untersuchung eine größere Bedeutung zukommen. Wie funktioniert es, bzw. welche Aufgabe hat es?  Es regelt die Luftversorgung der Kabine. Bei der MiG15UTI sind vordere und hintere Kabine nicht voneinander hermetisch getrennt. Beim Start ist das Ventil offen. Kabinendruck und Außenluftdruck sind gleich. Bei steigender Höhe nimmt der Außendruck ab. Bei ca. 2.500 Meter Höhe fängt das Kabinendruckventil an, sich langsam zu schließen. Bei 4.000 Meter ist es dann ganz geschlossen und hält den Kabinendruck konstant, bis der Flug wieder unter diese Grenze geht. So die Theorie. Dazu gab es am Armaturenbrett eine Anzeige rechts unten. Auf dem Ventil, oder sagen wir besser Ventilautomat, gab es einen Schalter, der diesen Mechanismus außer Kraft setzte und das Ventil auf Dauer-Auf stellte, unabhängig von der Flughöhe. Sergjews Aussagen sind für mich so zu verstehen, dass das Ventil auf Dauer-Auf geschaltet war. Igor Kusnetzow geht davon aus, es war einfach kaputt. Beide Varianten führen zum selben Ergebnis: Die Kabine war enthermetisiert. Nach dem Material, das mir zugänglich war, befand sich das Ventil mit dem oben angebrachten Stellknopf rechts zwischen dem vorderen Schleudersitz (Gagarin) und der Bordwand. Die Zugänglichkeit kann ich noch nicht einschätzen. Man stelle sich jetzt die Situation vor. Die Piloten stellen plötzlich fest, die Kabine ist undicht. Der Blick sucht die Anzeige, der Blick sucht die mögliche Ursache in Gestalt des Kabinendruckventils. Die weiteren Schlussfolgerungen überlasse ich der Phantasie und der Logik der Unfallforscher. Es geht wie gesagt nur um 30 Sekunden Flug. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06032018211106_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06032018211106_small_4.jpg" alt="A. Weise" width="260"/></a><figcaption>
Su-15 in Monino 2017 
<br>
(Bild: A. Weise)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die populärste Unfall-Variante verbreitet Kosmonaut Alexej Leonow. Ein Flugzeug vom Typ Su-15 soll so nahe an Gagarins Maschine vorbei geflogen sein, dass dieses ins Trudeln geriet und abschmierte. Im Juni 2013 sagte Leonow Journalisten: Die Su-15, die vom Flugplatz Shukowski bei Moskau gestartet war, habe sich unerlaubt in Gagarins Flugzone befunden. Der Pilot der Su-15 sei in einer Wolkenschicht an der Maschine Gagarins mit hoher Geschwindigkeit in einem Abstand von nur 10 bis 15 Metern vorbeigeflogen, wodurch diese umgeworfen worden und ins Trudeln geraten sei. Gagarins Flugzeug habe sich bei einer Geschwindigkeit von 750 Stundenkilometern eineinhalbmal um die eigene Achse gedreht und sei kurz vor dem Abfangen auf der Erde aufgeschlagen. Nach Angaben von RIA Nowosti beruft sich Leonow auf einen frei gegeben Geheimbericht der Kommission, die den Absturz 1968 untersucht hat. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Variante mit dem zweiten Flugzeug ist nicht neu. Es gibt Augenzeugen, die das Flugzeug gesehen haben wollen. Nun soll es verschiedene Berichte über ungenehmigte Flugbewegungen in Gagarins Flugzone gegeben haben. Da ist von MiG-21 die Rede. Aber auch von Su-11 und Su-15. Unter Luftfahrtexperten ist das umstritten, dass ein Vorbeiflug die kleine MiG15UTI zum Absturz bringen könnte. Hinzu kommt, dass sich die Silhouetten der verschiedenen Flugzeuge sehr ähneln. Ein Laie kann sie kaum auseinander halten. Alle drei Flugzeugtypen haben aber recht unterschiedliche Leistungsdaten. In Bodennähe wäre nur eine Su-15 in der Lage, Überschall zu fliegen. Das könnte Gagarins Flugzeug gefährlich werden. Aber so viele Su-15 kann es 1968 um Moskau nicht gegeben haben. Der Flugzeugtyp war im Frühjahr 1968 relativ neu. Die Su-15 war erst ein Jahr zuvor auf der Luftparade in Domodedowo der Öffentlichkeit vorgestellt worden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Startort der besagten Su-15, der Flugplatz Shukowski, ist übrigens etwas besonderes. Hier befindet sich nicht nur einer der längsten Landebahnen der Welt, von hier aus starteten auch unzählige Prototypen und Experimentalflugzeuge.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es sollte möglich sein, Pilot und Maschine laut Einsatz- und Flugplänen zu identifizieren. Leonow kennt angeblich den Namen des Piloten, aber er verrät ihn nicht, weil er sein Ehrenwort gegeben hat. Woran erinnert mich das gleich…? Leonow hatte es dann letztes Jahr noch einmal spannend gemacht, in dem er ankündigte, zum 60. Jahrestag von Sputnik 1  in seinem neuen Buch die ganze Wahrheit zum Tode von Gagarin zu enthüllen. Alle warteten auf Details zu der Geschichte mit der Su-15. Doch das erwies sich als Luftnummer. Ob man Leonow bewusst zurück gehalten hat?  Vielleicht war er sich der juristischen Konsequenzen nicht bewusst. Man kann es vereinfacht so sehen: Leonow behauptet, er habe Kenntnis von einem „tödlichen Unfall mit Fahrerflucht“, wobei er vorgibt, den Unfallverursacher sogar namentlich zu kennen. Das sollte doch die Staatsanwaltschaft  auf den Plan rufen, oder? Also es ist ein sehr heißes Eisen. Kein Mensch hat sich bislang auf die Suche nach dem im März 1968 auf dem Flugplatz Shukowski stationierten Su-15-Piloten gemacht, der am 27. März 1968 um 10:30 Ortszeit in der Flugzone 20 nördlich seines Flugplatzes geflogen sein soll. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Über mögliche andere Flugbewegungen, auch anderer Luftfahrtzeuge, zur fraglichen Unglückszeit gibt es keine verbindliche Aussage. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Egal. Es gibt somit offiziell keine Beweise, solange Leonows Behauptungen nur als Wichtigtuerei abgetan werden. in der Öffentlichkeit lässt man diese Geschichte aber weiter „köcheln“. Denn diese Unglücksvariante hat den Vorteil, dass es nur einen Schuldigen gibt. Den Piloten der Su. Das ist geradezu ideal, um etwas zuzudecken. Und wozu bedarf es dann noch einer neuen Untersuchung?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere These des Unfallherganges besagt, dass Gagarin unbeabsichtigt in die untere Wolkenschicht geflogen ist und dabei die Orientierung verloren hat. Serjorgin als erfahrener Pilot hat nicht eingegriffen. Vielleicht, weil er keinen Steuerknüppel hatte. Bei null Sicht in den Wolken und ohne Erfahrung in der Orientierung mittels Fluginstrumente versucht Gagarin die Wolken nach unten zu durchstoßen. Diese waren aber tiefhängender, als erwartet. Es fehlte einfach die Höhe, um die Maschine abzufangen. Ein ähnlicher Unfall hat sich am 20. September 1960 bei Königswartha, Kreis Bautzen, ereignet. Der Einflug in die untere Wolkendecke war zu steil, so dass die MiG15UTI der NVA nicht mehr rechtzeitig abgefangen werden konnte. Beide Piloten kamen ums Leben.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin kein Luftfahrtexperte. Ich werde mir nicht anmaßen, den Spezialisten zu erklären, was hier schief gelaufen sein könnte. Ich wollte auch hier nicht ALLE Details zusammen tragen. Mir stehen nur öffentlich zugängliche Quellen zur Verfügung. Aber der Nebel scheint sich ein wenig zu lichten. Auf Grund der Erkenntnisse, die in der Öffentlichkeit rund um den Flug an jenem verhängnisvollen Tag aufgetaucht sind, wäre es wünschenswert, wenn Fachleute sich das alles noch einmal ansehen. Zu viele Ungereimtheiten gibt es. Und dabei meine ich auch die Ereignisse vor dem Flug und nicht nur den unmittelbaren Zeitpunkt der Katastrophe. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wonach man suchen müsste, liegt auf der Hand. Ein Steuerknüppel, ein Kabinendruckventil, eine Krankenakte, ein Flugplan für die anderen Flugbewegungen, einen Namen eines Su-15-Piloten, einen Terminkalender der letzten zwei Wochen, zwei Sauerstoffmasken. Es gäbe genug zu suchen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Klärung von alle dem erscheint nicht völlig aussichtslos. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch sollte es einen prominenten Zeugen des Geschehens um den Gagarin-Flug geben. Am selben Tag, dem 27. März 1968, hatte Kosmonaut Walidimir Schatalow auf dem selben Flugplatz einen Flug mit einer MiG-17. Es ist der selbe Flugzeugtyp, mit dem Gagarin ursprünglich fliegen sollte. In Marinskys Buch lesen wir, dass er beim Briefing vor Gagarins Flug dabei war. Er sollte damit das ganze Hickhack um den Überprüfungsflug mit der MiG15UTI, Bordnummer 18, mitbekommen haben. Seine Aussage wäre somit sehr wichtig zur Aufklärung der Sachlage. Satalow wurde 1971 Nachfolger von Kamanin und schied 1992 im Range eines Generalleutnants aus der Luftwaffe aus. Er ist heute 90 Jahre. </p>



<p class="wp-block-paragraph">All das bedeutet aber die Wiederaufnahme der Unfalluntersuchung.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Traditionell ist zu einem großen Jahrestag mit der Freigabe und der Veröffentlichung von weiteren, bis dato geheimen Dokumenten zu rechnen. So ein Jahrestag wäre der 50. Todestag von Gagarin. Sergejews Aussagen sind bislang nur in Deutschland als Buch erschienen. Aber es ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass die unbequemen Dinge, die Sergejew zum Ausdruck gebracht hat, auch in Russland gehört worden sind. Seine Behauptung, in der hinteren Kabine der Unglücks-UTI habe sich kein Steuerknüppel befunden, zieht eine ganze Kette von Fragen hinter sich her, die die offiziellen Untersuchungsergebnisse von 1968 ins Wanken bringen können. Neben den Aussagen von vielen Zeugen fehlt nur noch der abschließende Beweis. Und dieser lagert in zugelöteten Fässern, in denen die Trümmer der MiG15UTI, Bordnummer 18, auf unbestimmte Zeit eingelagert und versiegelt wurden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch warum das alles? Warum im Staub längst vergangener Geschichten rumwühlen? Lasst doch die Toten ruhen und stört nicht die Lebenden! </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was stand am Anfang des Beitrages?</strong> <br>Es besteht das ungeschriebene Gesetz: Ein Flugunfall ist aufzuklären. Egal, wie lange es dauert. Dabei sind die Ursachen des Unfallereignisses zu ermitteln. Aus den gewonnenen Erkenntnissen sind dann Maßnahmen abzuleiten, damit so ein Flugunfall nie wieder passieren kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin überzeugt, dass es bald Bewegung in dieser Geschichte geben wird. Und dann lesen wir uns zum Update dieses Beitrages wieder. Fortsetzung dieser Geschichte in naher Zukunft also nicht ausgeschlossen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06032018211106_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06032018211106_small_5.jpg" alt="A. Weise" width="260"/></a><figcaption>
verwendete Quellen 
<br>
(Bild: A. Weise)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Quellen:</strong> <br>Gagarin, Er könnte noch leben; Sergejew; Machtwortverlag 2016 </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der unbekannte Gagarin; Kowalski; Machtwortverlag 2015 Raumfahrt Concret Heft 66; 1/2011; RC-Extra Nr. VII </p>



<p class="wp-block-paragraph">Скрытый Космос; Kamanin; Band 3; Moskau 1999 Raketen und Menschen, Band 3, Elbe-Dnjepr-Verlag, 2001 </p>



<p class="wp-block-paragraph"><a class="a" href="http://www.gerhardkowalski.com/?p=6570" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Alexej Leonow: Gagarin starb durch „unvorsichtiges Manöver“ eines anderen Flugzeuges</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a class="a" href="https://es.wikipedia.org/wiki/Yuri_Gagarin" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Wikipedia: Yuri Gagarin</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a class="a" href="https://web.archive.org/web/20210611071620/http://www.aktuell.ru/russland/panorama/undichtes_luftventil_schuld_an_gagarins_tod_2911.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Undichtes Luftventil schuld an Gagarins Tod?</a> MiG-15; Göpfert; PPVMedien; 2016 </p>



<p class="wp-block-paragraph">Juri Gagarin – Das Leben; Marinsky, Verlag Neues Leben 2011 <a class="a" href="http://home.snafu.de/veith/verluste25.htm" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">http://home.snafu.de/veith/verluste25.htm</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Danksagung:</strong> <br>Mein besonderer Dank für die geduldige Beantwortung meiner Fragen und die Zusendung von Material und Informationen gilt:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Herrn Gerhard Kowalski </p>



<p class="wp-block-paragraph">Herrn Dr. sc. mil. Reiner Göpfert Herrn Norbert Kalz, Flugplatzmuseum Rothenburg  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Flugplatzmuseum Cottbus, Werkstattbereich </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Baikonur und Kasachstan &#8211; ein Raumfahrt(reise)bericht</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/baikonur-und-kasachstan-ein-raumfahrtreisebericht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Oct 2017 08:56:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Baikonur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Raketenstarts von Baikonur, unbemannt oder bemannt, sind heutzutage alltäglich. Immer noch nicht alltäglich sind aber Reisen zu solchen Starts. Und für viele ist es ein unerfüllbarer Traum. Unser Forums-Mitglied Axel Monse hat sich diesen Traum erfüllt. Und hier ist sein Bericht &#8230; Quelle: Reise. Prolog Die Lichter eines sechsrädrigen Mondbuggys leuchten hell auf. Mehrere im [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Raketenstarts von Baikonur, unbemannt oder bemannt, sind heutzutage alltäglich. Immer noch nicht alltäglich sind aber Reisen zu solchen Starts. Und für viele ist es ein unerfüllbarer Traum. Unser Forums-Mitglied Axel Monse hat sich diesen Traum erfüllt. Und hier ist sein Bericht &#8230;</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Reise.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_small_1.jpg" alt="Axel Monse" width="260"/></a><figcaption>
Moon Village im kasachischen Pavillion der Expo 2017
<br>
(Bild: Axel Monse)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Prolog <br></strong>Die Lichter eines sechsrädrigen Mondbuggys leuchten hell auf. Mehrere im 3D-Drucker entstandene igluförmige Mondhäuser stehen am Horizont. Immer wieder setzt in dem kleinen Dorf mit Erdblick eine Landefähre mit neuen Versorgungsgütern auf. Wir – Bernhard und ich &#8211; befinden uns nicht in der Zukunft, bei der die Vision von ESA-Direktor Jan Wörner Wirklichkeit geworden ist, sondern in der 4. Etage des kasachischen Pavillons der internationalen Weltausstellung „Expo &#8211; Energy for the Future“ in der kasachischen Hauptstadt Astana.  
<br>
Man sieht einen russischen „Orlan“-Raumanzug mit kasachischen Emblem, eine amerikanische „Orion“-Kapsel, einen ganzen Gang im Enterprise-Design mit einem riesigen Hologramm der Internationalen Raumstation (ISS) sowie viele weiterführende Informationen zur Raumfahrt. Alles sprüht regelrecht vor Aufbruchstimmung und Pioniergeist. Kasachstan ist sichtlich stolz, dass vom eigenen an Russland verpachteten Land die ersten Raketen ins All gestartet sind und weiterhin nur von dort Menschen zur ISS fliegen. Kasachstans Nachbarland Turkmenistan präsentierte stolz „ihren“ Satelliten „TurkmenSat-1“ in der Ausstellungshalle. Dieser ist aber nicht vom Weltraumbahnhof in Baikonur gestartet, sondern am anderen Ende der Welt in Cape Canaveral. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Samstag 9. September 2017 <br></strong>Mit der Weltausstellung begann unsere zweiwöchige Reise in Kasachstan. Nach weiteren fünf Tagen in Kasachstan ohne Weltraumbezug erreichten wir am Samstag per Nachtzug die knapp 900 Kilometer von der kasachischen Hauptstadt entfernte Bahnstation Tjuratam. Wir wurden von Oleg am Bahnhof herzlich empfangen und es ging per Auto und mit den passenden Zugangsberechtigungen in die von einer Mauer und Checkpoints umgebenen Stadt Baikonur. 
<br>
Untergebracht wurden wir  im obersten Stockwerk einer für kasachische bzw. russische Verhältnissen gut eingerichteten Jugendherberge. Die (bis 1995) als Leninsk für das Kosmodrom fast schachbrettartig errichtete Stadt Baikonur konnten wir vom Balkon der Herberge wunderbar überblicken. Nach einer Woche kasachischer Steppe fiel uns in Baikonur sofort das üppige, vom Menschenhand gepflanzte Grün ins Auge. Bei genauerem betrachten sieht man, dass diese Oase nur durch kleine blaue oder grüne Leitungen am Leben gehalten wird. Ein kostbares Gut.  </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_small_2.jpg" alt="Axel Monse" width="260"/></a><figcaption>
Space Sells &#8211; Technikwerbung mit Sojus-Rakete
<br>
(Bild: Axel Monse)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am Morgen schlenderten wir über den Markt von Baikonur. Wir sahen sofort, dass wir uns nicht auf einem gewöhnlichen Markt befanden. Viele Werbeanzeigen enthielten im Mittelpunkt eine „Sojus“-Rakete &#8211; auch wenn nur Elektronikartikel oder Nahrungsmittel beworben wurden. An den Marktständen wurden Raketenmodelle, Tassen und T-Shirts mit Bezug zum Kosmodrom angeboten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In welcher isolierten Umgebung sich das Kosmodrom befindet, bemerkten wir an diesem Samstag auch, als wir einen Badeausflug zum beliebten Badesee Kamistibas unternahmen. 150 Kilometer ging es dabei auf fast geradlinigen Straßen durch die endlose immer gleich aussehende Steppe. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_small_3.jpg" alt="Axel Monse" width="260"/></a><figcaption>
Endlose Weiten auf dem Weg zum See Kamistibas
<br>
(Bild: Axel Monse)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nur ab und zu tauchten Kamele und Pferde am Straßenrand auf. Ein Schild verkündete: 1500 Kilometer bis ins russische Samara. Man kann erahnen, dass der Ort des Raumfahrthafens wahrlich ein gutes, im Süden der damaligen Sowjetunion befindliches Versteck für eine Raketenbasis im damaligen Kalten Krieg war. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sonntag 10. September 2017 <br></strong>Die Nacht auf Sonntag wurde kurz. Wir mussten früh raus, da im Morgengrauen traditionell das Rollout der „Sojus“-Rakete durchgeführt wurde. Um 5 Uhr wurden wir von der Herberge abgeholt und für ein schlichtes Frühstück, das aus dem traditionellen kasachische Frühstücksbrei Sök bestand, ins „Zentralnajia“-Hotel gefahren. Das Hotel steht direkt am Hauptplatz von Baikonur. Dort grüßt noch immer eine große Lenin-Statue die Gäste der Stadt. Am Frühstückstisch plauderten wir mit weiteren Gästen aus aller Welt. 
<br>
Mit vollem Magen ging es nun erstmals ins eigentliche Kosmodrom. Dabei passierten wir wieder zwei Checkpoints: Den einen beim Verlassen der Stadt und den anderen nach einer kurzen Fahrt auf kasachischem Boden bei der anschließenden Einfahrt ins Sperrgebiet. Es ging auf einer langen Straße mit dem Bus nordwärts. Erst als die letzten Lichter der Stadt Baikonur hinter dem Horizont verschwanden, tauchten in Fahrtrichtung die beleuchteten Hallen auf. Damit ist das Gebiet auch vor neugierigen Blicken aus der Stadt geschützt. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_small_4.jpg" alt="Axel Monse" width="260"/></a><figcaption>
Bereit für die Rangierfahrt der Sojus-MS06
<br>
(Bild: Axel Monse)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Unsere Fahrt führte zum Platz 112. Die Halle mit der „Sojus“-Rakete war hell beleuchtet und in der Halle wirbelten viele Arbeiter herum. Die Beleuchtung der Lokomotive stand auf Rangierbetrieb. Angehängt war ein Wagen mit der Rakete mit der Seriennummer 734 für die Mission &#8222;Sojus MS-06&#8220;. Alles war für das Rollout bereit. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die „Sojus“ wird in Serienproduktion gefertigt. Das sahen wir deutlich daran, dass sich in der Halle noch nicht montierte Erststufen für einen späteren Start befanden. Sie werden wahrscheinlich im Dezember die nächste Besatzung zur ISS bringen. Möglich wäre auch der Start der Progress-Rakete im Spätherbst, diese wird aber vermutlich in der Montagehalle beim Startplatz 31 zusammengebaut. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir Touristen standen mit Kamera, Fotoapparat und Smartphone bewaffnet Spalier, als die Rakete von Sicherheitsleuten abgeschirmt im Schritttempo an uns vorbeirollte. Die Sonne war noch nicht aufgegangen und die Rakete entschwand schnell in Richtung des ersten Wendepunktes, der hinter den verfallenen Betankungsanlagen des geflügelten Raumtransporters „Buran“ liegt. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_small_5.jpg" alt="Axel Monse" width="260"/></a><figcaption>
Sonnenaufgang am Startplatz 1
<br>
(Bild: Axel Monse)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Wir wurden nun mit dem Bus zu einem Bahnübergang in der Nähe des Startplatz 1 („Gagarins Start“) gefahren, von dem aus wir die gesamte noch verbleibende Strecke der Rakete zum Startplatz überblicken konnten. Malerisch ging währenddessen hinter der Startrampe mit dem noch offenen Startturm die Sonne im Osten auf. Da fällt einem sofort ein, wie passend doch die Bezeichnung des ersten bemannte Flugs von dieser Startrampe gewählt wurde &#8211; „Wostok 1“ (Osten 1). </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_big_6.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_small_6.jpg" alt="Axel Monse" width="260"/></a><figcaption>
<br>
(Bild: Axel Monse)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Im rötlichen Morgenlicht rollte dann langsam die Rakete heran. Erst fuhr man zum zweiten Wendepunkt und dann in Begleitung von Oleg über den Bahnübergang zur Startrampe. Wir Touristen kamen nun der Rakete noch ein letztes Mal so nah wie bei der Ausfahrt aus der Montagehalle. Nur ein paar Meter trennten uns von der „Sojus-MS 06“.  </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_big_7.jpg" data-rel="lightbox-image-6" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_small_7.jpg" alt="Axel Monse" width="260"/></a><figcaption>
Ungewöhnlicher Besucher des Rollouts
<br>
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Rakete den Startplatz erreicht hatte, durfte auch das internationale Publikum den Platz betreten und das Aufrichten der Rakete miterleben. Auch ein Steppenfuchs schien dem Ereignis bewohnen zu wollen und schlich zwischen den Ersatz-Transportwagen über die Startrampe hinweg. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Aufrichten vom Transportwagen auf der Startrampe sahen wir &#8211; schneller als gedacht &#8211; die Rakete Nr. 734 im sich schließenden Startturm verschwinden, bevor wir das Kosmodrom per Bus leider wieder verlassen mussten.  </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_big_8.jpg" data-rel="lightbox-image-7" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_small_8.jpg" alt="Axel Monse" width="260"/></a><figcaption>
Sojus Nr. 734 erreicht die Startrampe
<br>
(Bilder: Axel Monse)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Es stand noch ein weiterer Programmpunkt für Sonntag an: Der Besuch der Internationalen Schule von Baikonur. Die Schule ist sehr modern eingerichtet und es findet &#8211; für uns überraschenderweise &#8211; Unterricht von Montag bis Samstag statt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lehreinrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass sich auf jeder Etage interessante Raumfahrtexponate und -modelle befinden.                       </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_big_9.jpg" data-rel="lightbox-image-8" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_small_9.jpg" alt="Axel Monse" width="260"/></a><figcaption>
Blick in die 
<acronym title="Транспортный корабль снабжения / Transportny Korabl Snabschenija (Transportraumschiff für Versorgungszwecke)">TKS</acronym>
-Raumkapsel
<br>
(Bild: Axel Monse)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">So finden sich auf der ersten Etage mehrere Triebwerke, in der zweiten Etage eine TKS-Raumkapsel. Man erlaubte uns, in den Schalensitzen dieser Kapsel Platz zunehmen, und wir durften uns für einen kurzen Augenblick wie echte Kosmonauten fühlen.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende des Rundgangs wurde für uns im Innenhof der internationalen Schule eine Modellrakete gestartet. Erst der zweite Startversuch glückte, und die Modellrakete landete durch starken Seitenwind beeinflusst auf dem Dach. Wir dachten uns: Hoffentlich läuft der Start der „Sojus“ besser ab! </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_big_10.jpg" data-rel="lightbox-image-9" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_small_10.jpg" alt="Axel Monse" width="260"/></a><figcaption>
Mannschaftsbild am Stadtrand von Baikonur
<br>
(Bild: Axel Monse)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am Abend hatten wir in unserer Freizeit Gelegenheit, uns mit Oleg zu treffen und die Erlebnisse des zu Ende gehenden Tages auszutauschen. Dabei führte uns Oleg noch zu der Pontonbrücke im Süden von Baikonur, und zum Denkmal &#8222;Schwerelos&#8220; am Ortseingang von Baikonur. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor diesem Denkmal werden immer zahlreiche Fotos von den „Sojus“-Mannschaften aufgenommen &#8211; auch unsere „Mannschaft“ machte ein paar Erinnerungsfotos vor diesem Denkmal. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_big_11.jpg" data-rel="lightbox-image-10" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_small_11.jpg" alt="Axel Monse" width="260"/></a><figcaption>
Juri Gagarin weist den Weg ins All
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(Bild: Axel Monse)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Montag 11. September 2017 <br></strong>Der Montagmorgen begann ruhig. Wir konnten nach den letzten doch recht kurzen Nächten etwas ausschlafen und machten uns nach dem Frühstück im „Zentralnajia“ auf den Weg, die Stadt Baikonur zu Fuß zu entdecken. Ein paar Tipps hatte uns Oleg am Vorabend mit auf dem Weg gegeben. 
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So statteten wir einigen Denkmälern der Raumfahrtgeschichte einen Besuch ab: Die liegende „Sojus“-Rakete zum Anfassen, das Gagarin- und Koroljow-Denkmal, den verschlafenen Stadtpark, die russisch-orthodoxe Kirche mit ihren Zwiebeltürmchen und die geschlossenen Tore des in Quarantäne befindlichen Kosmonautenhotels. Ein Blick über den Zaun auf die Allee der Kosmonauten war uns dabei leider nicht möglich. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch ein Blick auf Gagarins Sommerpavillon am Syr-Darja blieb uns verwehrt, da dieser aktuell in einen neuen Hotelkomplex integriert werden soll und durch sehr hohe Bauzäune versteckt ist. Wir konnten auch die Freundlichkeit der Bewohner Baikonurs erleben: Bernhard und ich wurden in den Sportkomplex von Baikonur eingeladen. Dort durfte er sich eine halbe Stunde im Tischtennis-Spiel bewähren, während ich eine private Führung durch die Sportanlagen erhielt. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_big_12.jpg" data-rel="lightbox-image-11" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_small_12.jpg" alt="Axel Monse" width="260"/></a><figcaption>
Stadtmuseum von Baikonur zeigt den Bau von Platz 1
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(Bild: Axel Monse)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am Nachmittag wurde wieder das reguläre Programm aufgenommen: Es ging mit dem Touristenbus zunächst ins Kulturzentrum mit dem historischen Museum von Baikonur. Vor allem viele Modelle und Fotos erzählten die Geschichte von der Entstehung des Kosmodroms und der Stadt und beschrieben die Entwicklung der einzelnen russisch-sowjetischen Raketen und bemannten Raumflugkörper bis hin zur heutigen Raumstation ISS. Anschließend folgte eine kleine Stadtrundfahrt mit vielen schon von uns zu Fuß besuchten Orten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Abend stand noch etwas Kulturaustausch an. Wir waren mit drei anderen jungen Reisenden dazu angehalten worden, eine Englischstunde in der im Gebäude unserer Herberge befindlichen Sprachschule zu begleiten. So unterhielten wir uns mit den russischen und kasachischen Schülern über das Leben in Kasachstan und in Europa – ein sehr schöner Einblick in die Kulturen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_big_13.jpg" data-rel="lightbox-image-12" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_small_13.jpg" alt="Axel Monse" width="260"/></a><figcaption>
Stufentrennung der Proton mit Amazonas-5 auf dem Weg ins All
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(Bild: Axel Monse)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die anstehende Nacht sollte für uns erneut etwas kürzer werden, denn wir hatten uns seit unserer Ankunft darum bemüht, eine optimale Position zur Beobachtung des Starts der „Proton“ mit dem Satelliten „Amazonas-5“ zu finden. Da wir keine Möglichkeit erhielten, vom Dach unseres Hotels den Start zu beobachten, organisierte uns unsere Dolmetscherin ein Taxi. Mit diesem fuhren wir zusammen mit einem Ehepaar aus Neuseeland in die Nähe des Grenzzauns des Kosmodroms. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Fern von Stadt- und Straßenbeleuchtung konnten wir dann um 1:23:45 Uhr in der Frühe wunderbar das Zünden der Triebwerke und dann das Aufsteigen der kräftigen „Proton“ in rund 46 km Entfernung beobachten. Erst nach drei Minuten Flugzeit war auch das dunkle Grollen der Triebwerke zu hören. Dank der großen Entfernung war die Veränderung der Aufstiegsbahn von der Vertikalen in die Horizontale sehr gut zu verfolgen. Auch das Zünden und Arbeiten der einzelnen Raketenstufen konnten wir gut mit dem bloßen Auge erkennen.  </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_big_14.jpg" data-rel="lightbox-image-13" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_small_14.jpg" alt="Axel Monse" width="260"/></a><figcaption>
Museum im Kosmodrom zeigt den Raumanzug Gagarins
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(Bild: Axel Monse)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dienstag 12. September 2017 <br></strong>Nach der kurzen Nacht stand der Dienstag voll im Zeichen der Startanlagen des Kosmodroms und des „Sojus“-Starts. So brachen wir nach dem Frühstück im Zentral-Hotel mit dem Bus in Richtung Weltraumhafen auf. Der erste Stopp galt dem Museum des Kosmodroms auf Platz 2. In dessen umfangreicher Sammlung war auch die signierte Missionsfahne und das Missionsbild der Besatzung von Sojus-MS 06 ausgestellt. 
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Ebenso gibt es eine Art „Hall of Fame“ mit allen bisher von Baikonur gestarteten Raumfahrern. Auch dem Flug des ersten deutschen Raumfahrers Sigmund Jähn mit seinem sowjetischen Kollegen Bykowski ist eine Vitrine gewidmet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem Museum befinden sich auch die zwei kleinen, frisch rekonstruierten Wohnhäuser von Gagarin und Koroljow. Ich hatte angesichts der komplett erhalten gebliebenen Innenausstattung das Gefühl, es würde gleich ein Kosmonaut der ersten Gruppe den Raum betreten. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_big_15.jpg" data-rel="lightbox-image-14" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_small_15.jpg" alt="Axel Monse" width="260"/></a><figcaption>
Ehemaliges Kontrollzentrum auf Platz 250A für den Shuttle &#8218;Buran&#8216;
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(Bild: Axel Monse)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach zwei Stunden im Museum ging es für uns nun tiefer ins Kosmodrom hinein. Das Ziel war das Kontrollzentrum des &#8222;Burans&#8220;, dem sowjetischen Äquivalent zum US-amerikanischen Space-Shuttle. Das Kontrollzentrum befindet sich im Gebäude 60 auf dem Platz 250A. Gebäude 60 ist dabei eher ein Bunker als ein Gebäude. Nach der Passage dicker Panzertüren und langer Gängen mit dicken Mauern betraten wir den Kontrollraum. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Überraschung vieler befanden sich noch viele intakte Schaltschränke und -pulte im Gebäude. Leider wurden wir nicht über die einzelnen Funktionen aufgeklärt, und so mussten wir mit unseren geringen Russischkenntnissen ein wenig spekulieren. Auch wenn es in allen ehemaligen UDSSR-Staaten üblich ist, dass in der Regel alle historischen Ausstellungstücke angefasst werden, war für mich die Erlaubnis schockierend, dass auf dem einmaligen geschichtsträchtigen Material einfach herumgespielt werden durfte. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_big_16.jpg" data-rel="lightbox-image-15" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_small_16.jpg" alt="Axel Monse" width="260"/></a><figcaption>
Verfallene Startrampen für die Energija-Rakete
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(Bild: Axel Monse)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück im Bus fuhren wir weiter zur Startrampe Platz 31. Dabei passierten wir auch die riesigen Überreste der beiden Startrampen des „Buran“ und den Rest eines Startturms für die „N1“. Sichtbar waren auch die schweren Beschädigungen des Daches der Integrationshalle des „Buran“. Unvorstellbar dass sich dort unter dem Schutt noch immer ein „Buran“ befindet, der auf eine Unterbringung im Museum wartet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem wir erneut Platz 112 passiert hatten, ging es weit in den Osten des Kosmodroms, wo sich die Startrampe Platz 31 befindet. Auf der Fahrt konnten wir auch das eine oder andere Kamel am Wegesrand beobachten. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_big_17.jpg" data-rel="lightbox-image-16" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_small_17.jpg" alt="Axel Monse" width="260"/></a><figcaption>
Blick durch den Zaun auf Platz 31
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(Bild: Axel Monse)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Startrampe 31 ist im wesentlichen eine Kopie von Gagarins Startplatz. Da die Startrampe 31 zu einem späteren Zeitpunkt gebaut wurde, sind hier schon ein paar Verbesserungen eingeflossen. So befinden sich die Integrationshallen sehr nahe am Startplatz und der Flammenschacht ist kleiner dimensioniert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider konnten wir den eigentlichen Starttisch nicht betreten. Gerne hätten wir den leeren Startturm begutachtet und auch einen Blick in den Flammengraben gewagt. So blieb es nur bei ein paar Zoomaufnahmen und ein paar Gruppen- und Einzelbildern fürs Fotoalbum. Anschließend ging es zurück in die Stadt Baikonur. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Um für das Highlight, den Nachtstart der „Sojus“, gewappnet zu sein, konnten wir also ein wenig vorschlafen&#8230; Am Abend hieß es dann auch Abschied von Oleg zu nehmen, unserem Freund und Helfer vor Ort. Wir tauschten noch Geschenke aus und tranken das letzte frische Bier vor dem Start. Den Startschnaps wollten wir, der Tradition folgend, natürlich nicht vorziehen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_big_18.jpg" data-rel="lightbox-image-17" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_small_18.jpg" alt="Axel Monse" width="260"/></a><figcaption>
Allee der Kosmonauten mit dem Baum von Walentina Tereschkowa
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(Bild: Axel Monse)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Gegen 21:30 Uhr &#8211; nach Sonnenuntergang &#8211; wurden wir von unserer Reiseleitung wieder mit dem Bus abgeholt und es ging das letzte Mal in Richtung Kosmodrom. Der erste Stopp lag noch in der Stadt: Wir konnten nach dem Verlassen der Besatzung von „Sojus MS06“ und der daher aufgehobenen Quarantäne das Gelände des Kosmonautenhotels betreten und die Allee der Kosmonauten besuchen. Auf letzterer pflanzt jeder Raumfahrer vor seinem ersten Start einen Baum. Fliegt er ein weiteres Mal ins All, darf er seinen Baum gießen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Dunkeln gestaltete sich die Suche nach ein paar Bäumen ausgewählter Raumfahrer als sehr schwierig. Die Bäume von Gerst, Flade, Cristoferetti, Padalka und Simony konnten wir finden. Leider waren aber die Bäume des ersten Deutschen und des ersten Österreicher nicht auszumachen. Das nächste Mal sind wir besser vorbereitet&#8230; </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_big_19.jpg" data-rel="lightbox-image-18" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_small_19.jpg" alt="Axel Monse" width="260"/></a><figcaption>
Mannschaft der Sojus-MS06 ist bereit für den Start
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(Bild: Axel Monse)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach nur 15 Minuten, die wir mit der Sucherrei verbracht hatten, ging es weiter ins Kosmodrom. Da es sich bei „Sojus MS06“ um einen bemannten Flug handelte, gehörte es dazu, auch die Raumfahrer wenigstens einmal aus nächster Nähe zu sehen. Nach einer Sicherheitsüberprüfung konnten wir uns auf dem Platz zur Abfrage der Flugbereitschaft ein paar Plätze in der ersten Reihe sichern. Erst nach und nach kamen weitere Touristen, Pressevertreter, Offizielle und Angehörige der Raumfahrer auf den Platz. Nach einigem Warten in der kalten kasachischen Nacht kam die Besatzung in ihren weiss-blauen Sokol-Raumanzügen synchron aus dem Gebäude gelaufen und absolvierte ihre vorerst letzten Schritte auf der Erde zur Flugabnahme. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Besatzung bestieg nach dem üblichen kurzen Dialog zügig den Bus, der sie zur Startrampe brachte. Gerne wären wir auch mit in den Bus eingestiegen. Doch statt in eine „Sojus“-Kapsel zu steigen, durften wir das Museum des Kosmodroms nochmals intensiver studieren und im „Buran“-Cockpit das Steuer übernehmen. Es gab auch Zeit, das eine oder andere Souvenir wie z.B. eine Modellrakete, ein T-Shirt oder gar Raumfahrernahrung zu erwerben. In lockerer Runde plauderten wir mit den zahlreichen internationalen Gästen und tranken noch ein wenig Kaffee, um der langen Nacht Herr zu werden. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_big_20.jpg" data-rel="lightbox-image-19" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_small_20.jpg" alt="Axel Monse" width="260"/></a><figcaption>
Sojus-MS06 auf der Startrampe 1
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(Bild: Axel Monse)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mittwoch 13. September 2017 <br></strong>Gegen halb zwei Uhr nachts kam endlich das Signal zum Aufbruch für die Fahrt zum Aussichtsbereich mit Blick auf die Rakete. Die neue Besucherplattform beherbergt ein riesiges Zelt, in dem man sich in kalten Nächten aufwärmen kann, sowie eine riesige LED-Videowand mit Liveübertragung vom „Sojus“-Start. Wir haben natürlich den direkten und hervorragenden Blick im Freien auf das Highlight der Reise in rund 1.300 Metern Entfernung bevorzugt: Die mit starken Scheinwerfern angestrahlte und durch die kalten Treibstoffe schon stark dampfende „Sojus“-Rakete. 
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Da stand sie nun mit startbereiter Besatzung ruhig auf dem Starttisch. Neben der Aufnahme von ein paar Fotos tauschten wir uns wieder mit weiteren Besuchern aus und verpassten dabei beinahe den Start. Zum Glück gab das Zurückfahren des Betankungsarms ein Zeichen des nahenden Starts. Mit dem Start wurde die Startrampe in sehr helles blendendes Licht getaucht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir spürten die Hitze und nach wenigen Sekunden hörten und fühlten wir das Aufbrüllen der Rakete beim Zünden der Triebwerke. Durch die relative Nähe blickten wir, ähnlich wie bei einer startenden Silvesterrakete, direkt in die Triebwerke. Was für ein Anblick! Doch nach wenigen Minuten war „Sojus MS06“ schon zu einem kleinen Punkt geschrumpft und entfernte sich am Horizont. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Fünf Minuten nach dem Start hieß es schon: Aufbruch zum Hotel. Bis zum Herbergszimmer wurden noch die letzten Kontakte ausgetauscht, dann das Frühstückspaket in Empfang genommen und schließlich die Sachen gepackt. Nach vier sehr schönen und eindrucksvollen Tagen in Baikonur verließen wir den Weltraumbahnhof an der Bahnstation Tjuratam, um das große Kasachstan in weiteren vier Tagen zu erkunden. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_big_21.jpg" data-rel="lightbox-image-20" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102017105647_small_21.jpg" alt="Axel Monse" width="260"/></a><figcaption>
Neue Metrostation &#8218;Baikonur&#8216; im kasachischen Almaty
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(Bild: Axel Monse)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Epilog <br></strong>Als wir am nächsten Tag in die blau und modern gehaltene Metrostation „Baikonur“ im Herzen der ehemaligen kasachischen Hauptstadt Almaty fuhren, fanden wir leider außer einer kleinen Videoleinwand mit dem kasachischen Raumfahrer Talghat Mussabajew an Bord der ISS keinen weiteren Raumfahrtbezug vor. Trotzdem flimmerten die tollen Eindrücke von Baikonur vor unseren inneren Augen immer wieder auf. Wir hoffen, dass der Weltraumbahnhof auch noch lange nach der ISS bestehen bleibt und dieser auch die auf der Expo in Astana vorgestellten Visionen erlebt &#8211; und vor allem mitträgt! 
<br>
Ein riesiger Dank geht an das Forumsmitglied Oleg (Baikonur). Ohne ihn wäre die Reise so nicht möglich gewesen und auch die unglaubliche Hilfe vor Ort war einfach großartig. Forumsmitglied Bernhard (Mars) danken wir für die Einladung zu dieser erstaunlichen Entdeckungsreise nach Kasachstan und Baikonur, und den Foristen F-D-R und HausD für die Vorbereitung der Reise zum Weltraumbahnhof Baikonur – DANKE! </p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/baikonur-und-kasachstan-ein-raumfahrtreisebericht/" data-wpel-link="internal">Baikonur und Kasachstan &#8211; ein Raumfahrt(reise)bericht</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rückblende: Es begann mit einem Piep&#8230;</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/rueckblende-es-begann-mit-einem-piep/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Weise]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Sep 2017 19:47:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Erdumlaufbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Koroljow]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrtgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
		<category><![CDATA[Sputnik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=9562</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am 4. Oktober 1957 startete der erste künstliche Erdsatellit Sputnik 1. Mit ihm begann vor 60 Jahren das Zeitalter der Raumfahrt. Ein Beitrag von Andreas Weise. Das ist der Beginn einer neuen Ära: Das Bewusstsein der kosmischen Existenz der Menschheit. Überall auf der Welt haben die Menschen das von Sputnik 1 gesendete Signal, hörbar als [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/rueckblende-es-begann-mit-einem-piep/" data-wpel-link="internal">Rückblende: Es begann mit einem Piep&#8230;</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am 4. Oktober 1957 startete der erste künstliche Erdsatellit Sputnik 1. Mit ihm begann vor 60 Jahren das Zeitalter der Raumfahrt.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/redakteure/" data-wpel-link="internal">Andreas Weise</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist der Beginn<strong> </strong>einer neuen Ära: Das Bewusstsein der kosmischen Existenz der Menschheit.<br><br>Überall auf der Welt haben die Menschen das von Sputnik 1 gesendete Signal, hörbar als deutlich vernehmbares Piepen, empfangen. Damit war an diesem 4. Oktober 1957 ein Jahrhunderte alter Traum der Menschheit erfüllt. Der Mensch hat zum ersten Mal in der Geschichte selbst einen Himmelskörper erschaffen. Der Körper hat die Erdanziehungskraft überwunden und den Weltraum erobert.<br><br>Und wir haben ein neues Wort zu unserem Vokabular hinzugefügt: Sputnik. (Frei nach dem Text des Songs &#8222;Sputnik&#8220; der britischen Band Public Service Broadcasting vom Album The Race for Space.)</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/Sputnik1ModellimSpiegelderAutor1500-1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/Sputnik1ModellimSpiegelderAutor260-1.jpg" alt=""/></a><figcaption>Sputnik-1-Modell in Berlin im Foyer der<br> <a href="https://www.raumfahrer.net/berlin-vorab-einblick-in-gagarins-vermaechtnis/" data-wpel-link="internal">Rosa-Luxemburg-Stiftung</a><br>(Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Und damit ist eigentlich schon alles gesagt. Vielleicht sind nur die Briten in der Lage, unverklemmt und mit ehrlicher typisch britischer Sportlichkeit Siege des vermeidlichen Gegners anzuerkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider verwischt die Bedeutung mancher geschichtlicher Ereignisse im Laufe der Jahrzehnte. Außerdem ist die Bewertung stark von den jeweiligen aktuellen politischen Sichtweisen geprägt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal erlebt man auch den Versuch, dass die Geschichte teilweise oder ganz umgeschrieben werden soll. Und da hört und erlebt man so allerlei. Frei nach dem Motto: „Wer hat&#8217;s erfunden?“ wurde mir nach einem Vortrag über die Anfänge der Raumfahrt nahe gelegt, ich solle auch den ersten bemannten Flug der Natter als direkte bemannte Raumfahrtgeschichte werten. Zu Erklärung: Die BA-349 „Natter“ war ein bemanntes Raketenflugzeug und sollte als Wunderwaffe im Frühjahr 1945 helfen, die drohende Niederlage abzuwenden. Beim einzigen bemannten Testflug am 1. März 1945 kam der Testpilot Lothar Sieber ums Leben. Man könnte auch sagen, er wurde für eine aussichtslose Sache skrupellos verheizt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch verstummen die Diskussionen nicht, dass der erste geglückte Start einer A4-Rakete am 3. Oktober 1942 in Peenemünde den Beginn der Raumfahrt markiere. Die erreichte Flughöhe betrug ca. 85 Kilometer und kratzte so schon etwas am Weltraum. Und das fast genau 15 Jahre vor Sputnik(!). Nebenbei bemerkt, die A4 war nie für die Raumfahrt, sondern für den Kampfeinsatz gedacht. Jeder, der damals von Raumfahrt gesprochen hätte, lief Gefahr, wegen Wehrkraftzersetzung abgeurteilt zu werden. Als V2 (Vergeltungswaffe 2) bleibt die A4 in der Kriegsgeschichtsschreibung als Terrorwaffe speziell gegen die Zivilbevölkerung von London und Antwerpen in Erinnerung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Definition des Beginns der Raumfahrt ist es also so eine Sache…</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als klarer Anfangspunkt ist allgemein der erste Start eines Satelliten in die Erdumlaufbahn anerkannt. Zum sogenannten Internationalen Geophysikalischen Jahr (International Geophysical Year, IGY, 1. Juli 1957 bis 31. Dezember 1958) hatten sowohl die USA als auch die UdSSR einen entsprechenden Start angekündigt. Niemand im Westen glaubte aber im Ernst, dass die Sowjetunion in der Lage sein würde, dieses ambitionierte Vorhaben zu realisieren.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/Sputnik1innernaussenMuseumLondon800.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/Sputnik1innernaussenMuseumLondon260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Sputnik-1-Modelle in London<br>(Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Doch dann passierte etwas, was als Sputnik-Schock in die Geschichte einging. Völlig überraschend startete die Sowjetunion am 4. Oktober 1957 den ersten künstlichen Erdsatelliten. Das Raumfahrtzeitalter war angebrochen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei war der erste künstliche Erdsatellit einfach nur ein kleiner Radiosender, der nichts weiter konnte, als sein berühmtes Piep-Piep in den Raum und zur Erde zu schicken. Es war ein Geniestreich des Vordenkers der sowjetischen Raumfahrt Sergej P. Koroljow. Die verwendete Trägerrakete R-7 war ursprünglich als schwere Interkontinentalrakete für sowjetische Atomsprengsätze konzipiert. Nach einigen Fehlschlägen fanden im Sommer 1957 zwei erfolgreiche Teststarts statt. Die Geschosse, gestartet in Baikonur, schlugen im vorberechneten Zielgebiet ein. Der Beweis war erbracht, dass man in der Lage war, das Territorium der USA per Fernrakete zu erreichen. Und die Fracht der Rakete konnte eine Atombombe sein. Eine ungeheuerliche Erkenntnis für alle handelnden Akteure im Kalten Krieg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Koroljow, der genau wusste, dass seine Raketenentwicklung von der Finanzierung des Militärs abhängig war, gelang mit Sputnik-1 ein genialer Schachzug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einerseits „verkaufte“ er den Militärs den Flug des ersten, nur rund 80 Kilogramm schweren, künstlichen Satelliten in der Umlaufbahn als Machtdemonstration sowjetischer Militärstärke. Jeder Ballistiker konnte sich ausrechnen, wie groß die Masse X eines mutmaßlichen Atomsprengkopfs auf einer ballistischen Bahn in Richtung USA seien könnte, wenn ein Körper mit der Masse Y in eine Erdumlaufbahn gelangen konnte. Eine Demonstration der Stärke in aller Öffentlichkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Übrigens werden gerade aktuell wieder verstärkt derartige Überlegungen angestellt. Ballistiker beschäftigen sich mit der Frage, ob ein Raketengeschoss mit bestimmter Leistung, von Nordkorea abgefeuert mit einer Nutzlast definierter Masse, wie zum Beispiel einem Kernsprengkopf, ausgestattet, wirklich amerikanische Interessengebiete oder gar das amerikanische Festland erreichen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück blickend kann man heute offen sagen, dass die R-7 als Nuklearträger völlig ungeeignet war. Zu groß war der Aufwand für die Startvorbereitung. Sowohl infrastrukturell, als auch hinsichtlich des Zeitaufwands. Ein einziges Mal soll eine R-7 mit einem Atomsprengkopf für einen Kampfeinsatz vorbereitet worden sein. Und zwar während der Kuba-Krise im Herbst 1962. Glücklicherweise blieb ihr kriegerischer Einsatz aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andererseits wurde die Botschaft vom Beginn der friedlichen Erforschung des Weltalls um den Globus getragen. Der sowjetische Staats- und Parteichef Nikita Chruschtschow hatte das enorme Propaganda-Potential sehr schnell erkannt und förderte die Koroljowschen Entwicklungen. Der „Aufhänger“ für den Satellitenstart war schnell gefunden. Wie berichtet, hatte die UN das Jahr 1957 zum Geophysikalischen Jahr ausgerufen. Während man der Sowjetunion allgemein Leistungen im Bereich der Hochtechnologie nicht zutraute, nahm man diese Problematik in den USA auf die ganz leichte Schulter. Die Folge waren Streitereien um Kompetenzen und Geldmittel, sowie Arroganz hinsichtlich der mutmaßlichen eigenen technischen Fähigkeiten. Sie führten dann unweigerlich zum katastrophalen Publicity-Supergau beim spektakulären Fehlstart des ersten US-Satelliten.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/Sputnik3innernaussenMuseumEnergia1000.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/Sputnik3innernaussenMuseumEnergia260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Sputnik 3 (Innenleben vorne, Hülle dahinter)<br> im Energia-Museum<br>(Bild: Bernhard Dieke)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Doch auch bei Koroljow lief nicht alles nach Plan. Als Meister der Improvisation konnte er die Unzulänglichkeiten aber ausgleichen. Der für den ersten Flug vorgesehene Satellit war noch nicht fertig und niemand in der Sowjetunion wusste, wie weit die Amerikaner wirklich mit ihren Startvorbereitungen waren. Die Zeit drängte. Ursprünglich war als erster künstlicher Erdsatellit ein 1.327 Kilogramm schweres Objekt vorgesehen. Ein Exemplar dieses Satelliten flog dann später am 15. Mai 1958 als Sputnik 3. Ein erster Startversuch war zuvor gescheitert. Bereits Anfang Oktober 1957 war die erste Trägerrakete startklar, aber die passende Nutzlast fehlte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also wurde auf die Schnelle ein einfacher Funksender mit einer für Jedermann empfangbaren Funkfrequenz gebaut. Jeder sollte den Satelliten in der Umlaufbahn hören können. Es sollte keine Zweifel geben. Über den Sender selber soll Boris Tschertok, einer der Stellvertreter Koroljows, gesagt haben: Jeder Bastelzirkel „Junger Pioniere“ hätte diesen Sender bauen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Piep-Piep des kleinen Senders war schließlich in der Tat rund um den Erdball zu hören. Für die einen kündete der kleine Piepsrich den Beginn eines neuen Zeitalters an, für wenige, speziell Militärs, verbreitete er Angst und Schrecken, war er doch der Beweis, dass kein Punkt auf dem Globus fortan für einen Atomschlag unerreichbar war.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/Sputnik1innernMuseumEnergia1000.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/Sputnik1innernMuseumEnergia260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Sputnik-1-Modell im Energia-Museum<br>(Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Wie ging es weiter? Die Geschichte ist allgemein bekannt. Die Amerikaner bündelten ihre bis dahin verzettelten Kräfte in der NASA und strebten in aller Öffentlichkeit den ersten bemannten Weltraumflug an. Doch auch hier wurden sie nur zweiter Sieger, nach dem am 12. April 1961 Juri Gagarin als erster Mensch in Weltraum und Umlaufbahn vorstieß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der technische Vorsprung der Sowjetunion in Raketentechnik und -leistung war zu Beginn der 1960er einfach noch zu groß. Erst mit dem Flug von John Glenn 1962 konnten die USA gleichziehen. Es folgte der sogenannte Wettlauf zum Mond, den die USA dank der Aufbietung aller zur Verfügung stehenden öknomischen und technologischen Möglichkeiten gewannen. Raumstationen schlossen sich an, das erste gemeinsame internationale Raumflugprojekt, die Entwicklung der Shuttle-Technologie und so weiter und so fort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute umkreisen unzählige künstliche Himmelskörper unseren Globus. Viele zum friedlichen Nutzen der Menschen. Manche auch nicht so friedlich. Sonden sind zu fernen Himmelskörpern aufgebrochen. Bilder vom Mars sind heute nichts Außergewöhnliches mehr. Die Krönung der Entwicklung der Raumfahrt mag derzeit die ISS darstellen, die Internationale Raumstation. An Bord ist die friedliche Zusammenarbeit Realität und soll uns hier unten auf der Erde ein Beispiel sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und alles begann vor 60 Jahren, als man das Piep-Piep einer kleinen silbernen Kugel hörte, die um die Erde kreiste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was kommt?<br>Schwer zu sagen. Die Raumfahrt hätte sich bestimmt anders entwickelt, wenn nicht einschneidende geschichtliche Ereignisse den Weg bestimmt hätten. Hierzu ist ohne Frage der frühe Tod von Koroljow zu nennen. Seine Pläne sahen vor, bereits in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts bemannt zum Mars zu fliegen. Aber auch der Tod von Kennedy hatte Auswirkungen auf die Planungen in den USA. Nach dem Apollo-Programm, dem Sieg im Wettlauf zum Mond und der gelungenen Revanche für den Sputnik fehlte der Wille für die weitere Entwicklung. Gelder und Programme wurden gekürzt. Der Bau der ISS ist dem glücklichen Umstand zu verdanken, dass er zu einem geschichtlichen Zeitpunkt erfolgte, als alle Seiten, jeweils aus ihrer Sichtweise, den Nutzen der Angelegenheit sahen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Raumfahrt ist im Alltag angekommen und viele wunderbare Dinge werden als selbstverständlich hin genommen. Es gilt jetzt neue Schritte vorwärts zu machen. Diese könnten in Richtung Mond oder Mars gehen. Ideen gibt es und auch Leute, die bereit sind, sie umzusetzen. Vieler Orts fehlt aber der politische Wille. Leider.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte es aber auf jeden Fall erleben: Den ersten Menschen auf dem Mars… .</p>



<p class="wp-block-paragraph">Raumfahrt lebte – und lebt &#8211; von Visionen.</p>
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		<title>G. Kowalski über &#8222;Gagarin – Er könnte noch leben&#8220;</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/g-kowalski-ueber-gagarin-er-koennte-noch-leben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Weise]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Mar 2016 20:54:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Flugunfall]]></category>
		<category><![CDATA[Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Gerhard Kowalski]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Kowalski]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zum Unfalltod Gagarins, der sich am 27. März zum 48. mal jährte, gibt es neue Erkenntnisse. Dargelegt sind diese im Buch „Gagarin – Er könnte noch leben“ von Oberst a.D. Nikolai K. Sergejew. Der Herausgeber und Übersetzer Gerhard Kowalski gab Raumfahrer.net am Rande der Leipziger Buchmesse 2016 ein Interview. Erstellt von Andreas Weise. Quelle: Interview. [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Zum Unfalltod Gagarins, der sich am 27. März zum 48. mal jährte, gibt es neue Erkenntnisse. Dargelegt sind diese im Buch „Gagarin – Er könnte noch leben“ von Oberst a.D. Nikolai K. Sergejew. Der Herausgeber und Übersetzer Gerhard Kowalski gab Raumfahrer.net am Rande der Leipziger Buchmesse 2016 ein Interview.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Erstellt von <a href="https://www.raumfahrer.net/redakteure/" data-wpel-link="internal">Andreas Weise</a>.   Quelle: Interview.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/GK3021500.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/GK302260.jpg" alt="Zwei aktuelle Bücher über Gagarin.
(Bild: Andreas Weise)"/></a><figcaption>Zwei aktuelle Bücher über Gagarin.<br>(Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net (RN):</strong> Herr Kowalski, das vorliegende Buch gibt an, das Rätsel um den Absturz von Gagarins MiG endgültig gelöst zu haben. Ist das Rätsel endgültig gelöst?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Gerhard Kowalski:</strong> Nein, das stimmt nicht ganz. Das ist eine Fehlinterpretation des Buches. Das Rätsel ist noch nicht gelöst. Wir sind aber auf dem Weg zu seiner Lösung einen ganzen Schritt weiter gekommen. So ist völlig überraschend für mich herausgekommen, dass Gagarin an dem Tag, an dem er abgestürzt ist, keinen Kontrollflug mit der MiG-15 UTI (Anmerkung: Schulflugzeug, Doppelsitzer) mehr machen sollte. Es sollte gleich mit einer MiG-17 allein fliegen. Er hat dann aber trotzdem einen Kontrollflug gemacht, weil Nikolai Kamanin, also der Kosmonautenchef, es angewiesen hat.<br><br></em><strong>RN:</strong> Der Autor des Artikels, den Sie hier veröffentlichen, schreibt, er habe über einem Monat für diesen Artikel gearbeitet. Ist das nicht etwas kurz?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Gerhard Kowalski:</strong> Das ist sehr kurz. Das hat mich auch gewundert. Ich habe es aber so gelassen. Ich habe den Text so im Wortlaut übernommen, ohne ihn in allen Einzelheiten zu kommentieren. Das überlasse ich den Lesern.<br><br>Ich habe aber ein relativ scharfes Nachwort geschrieben, denn der Text wirft einige Fragen auf. Was mich auch gewundert hat, ist, dass ein Oberst der Sowjetarmee so selbstverliebt ist. Er hat sehr viel über sich gesprochen, anstatt die Fakten, was man ja von einem Offizier erwarten kann, einfach nur darzulegen. Aber auch das steht alles im Nachwort. Das hat er übrigens noch nicht gelesen. Also wenn er das liest, wird er sich bestimmt etwas wundern. Aber das musste einfach gesagt werden.</em></p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/GK2021500.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/GK202260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Gagarin-Denkmal in Ostankino, Moskau<br>(Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RN:</strong> Der Artikel ist im Juni 2014 beendet worden. Ist er in Russland veröffentlicht worden?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Gerhard Kowalski:</strong> Nein. Nikolai Sergejew hat diesen Beitrag Jelena Gagarina (Anmerkung: Gagarins ältere Tochter) geschickt und auch gewidmet. Sie hat ihn gelesen, wollte sich aber dazu nicht äußern, sondern hat den Text ihrer Schwester Galina gegeben. Und als im vergangenen Jahr mein Buch „Der unbekannte Gagarin“ erschienen ist, habe ich ihr direkt von der Leipziger Buchmesse ein Exemplar geschickt. Es hat übrigens vier Wochen gedauert, bis es in Moskau ankam. Sie hat mich dann angemailt, sich bedankt und dann geschrieben: „Übrigens, ich habe von meiner Schwester einen Text bekommen zum Absturz meines Papas. Interessiert der Sie?“<br><br>Ich habe geantwortet, dass er mich natürlich interessiert. Sie hat ihn mir dann geschickt, und ich habe gefragt: Dürfen wir den veröffentlichen? Und Sie hat Ja gesagt.<br>Wie mir Sergejew geschrieben hat, soll übrigens ein Teil dieses Textes schon im Internet stehen.<br>Er hat mir auch mitgeteilt, dass er zu diesem Text ein Interview mit einer Zeitung in Texas gemacht hat. Ich habe gesagt: O.K. Er ist ein freier Mann. Er kann mit seinem Text machen, was er will.<br><br>Ich habe den Text von Frau Gagarina mit der ausdrücklichen Erlaubnis bekommen, die Sache zu veröffentlichen. Kann sein, dass da noch etwas herum schwirrt, aber bis jetzt habe ich trotz intensiver Suche nichts gefunden. Auch das angebliche Interview mit der texanischen Zeitschrift habe ich nie gesehen.<br><br></em><strong>RN:</strong> Sergejew lebt ja in den Vereinigten Staaten &#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Gerhard Kowalski:</strong> Ja, er lebt in den Staaten, in Texas, und arbeitet als Cessna-Fluglehrer.<br><br></em><strong>RN:</strong> Der Artikel widerspricht dem offiziellen Untersuchungsbericht, der besagt, die Technik und die Flugvorbereitung wären in Ordnung gewesen. Das ist doch ein Angriff auf die offizielle Darstellung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Gerhard Kowalski:</strong> Wenn man so will, ja. Es ist auf jeden Fall eine Korrektur der offiziellen Darstellung. Denn der Kontrollflug, bei dem Gagarin abgestürzt ist, wurde als ein geplanter Kontrollflug mit einer perfekten Maschine, allerdings bei schlechten Witterungsbedingungen usw., dargestellt. Und Sergejew widerspricht dem.<br><br>Ich habe übrigens in meinem Nachwort darauf hingewiesen, dass sich Dreifachkosmonaut Wladimir Schatalow (Anmerkung: Sojus-4, -8 und -10) zusammen mit Gagarin an dem Tag auf einen Start mit einer MiG vorbereitet hat, wie in seinem Buch „Kosmischer Alltag“ nachzulesen ist. Er hat darin aber nicht gesagt, dass Gagarin mit so einer unvorbereiteten Kiste losgeflogen ist. Insofern bin ich gespannt, was er jetzt dazu sagt. Schatalow könnte helfen, hier weiter aufzuklären. Mit dem Buch von Sergejew ist auch diese Frage in der Welt, und man wird sehen, welche Reaktionen es darauf gibt.<br><br></em><strong>RN:</strong> Wird dieses Buch auch in Russland gelesen werden?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Gerhard Kowalski:</strong> Vielleicht, hoffentlich. Zu diesem Buch gibt es bislang, das heißt bis zum 17. März, eine einzige Rezension. Und die stammt von Galina Gagarina. Sie hat mir geschrieben, dass dieses Buch sicher nicht nur für die deutschen, sondern auch für die russischen Leser interessant ist. Die beste Rezension, die man sich wünschen kann!<br><br></em><strong>RN:</strong> Sie konnten Einsicht in den KGB-Bericht zu Gagarins Tod nehmen. Widersprechen sich nicht hier einige Aussagen? Ich denke an die Befehlskette Kamanin-Kusnezow-Serjorgin. Oder an die Geschichte mit dem fehlenden Steuerknüppel in der hinteren Kabine. Dies hätte doch in dem Bericht mit drin stehen müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Gerhard Kowalski:</strong> Nein! Das hätte nicht mit drin stehen müssen. Die KGB-Leute haben sich nur darauf konzentriert, was an dem Tag bei der Flugvorbereitung schief gegangen ist. Die haben sich um die Personen gekümmert und beim Namen genannt. Hier ist zum ersten Mal gesagt worden, wer für was verantwortlich war. Und das teilweise sehr drastisch. Ich glaube, das widerspricht sich nicht.</em></p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/gk102800.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/gk102400.jpg" alt=""/></a><figcaption><em>Immer authentisch und mit Leib und Seele dabei: Gerhard Kowalski.<br>(Bild: Andreas Weise)</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der KGB ist ja erst im Nachgang eingeschaltet worden, und wenn man dem gesagt hat, der Flug selber war regulär, war ein geplanter Kontrollflug, dann haben die an dieser Stelle angefangen, ohne zurück zu recherchieren. Also das haben sie offensichtlich nicht gemacht.<br><br></em><strong>RN:</strong> In dem Buch wird immer wieder darauf hingewiesen, dass das Kabinenbelüftungsventil nicht geschlossen war. Hatte das nicht Auswirkungen auf den Flug? Der Flug war zwar unter 5.000 Meter. In manch anderen Theorien ist von einer plötzlichen Dekompression der Kabine die Rede.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Gerhard Kowalski:</strong> Das taucht in dem Buch nirgendwo auf. Es taucht nur der Fakt auf, dass es so war – das Ventil offen. Hinzu kommt, dass diese MiG-15 UTI in der Tschechoslowakei gebaut wurde. Und diese soll ein anderes Ventil haben, als die Maschinen, die in der Sowjetunion gebaut wurden. Man hat es vermutlich übersehen.<br><br></em><strong>RN:</strong> Es existiert übrigens noch eine flugfähige MiG-15 UTI (Anmerkung: heutige Registrierung OK-UTI) aus jener Produktion von Aero Vodochody bei Prag aus den 50er Jahren. Da könnte man mal nachschauen und vergleichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Gerhard Kowalski:</strong> Ich bin kein Flugzeugspezialist. Es geht da um irgendeinen Hebel, jedenfalls um einen anderen Schließmechanismus. Und den kannten sie nicht. Und das deutet natürlich auf eine mehr als schlechte technische Flugvorbereitung hin.<br><br></em><strong>RN:</strong> Wie ist die andere Theorie aus Ihrer Sicht zu bewerten, die die absolute Wahrheit für sich vereinnahmt? Ich meine die Version von General Leonow mit dem zweiten Flugzeug, einer Su-15?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Gerhard Kowalski:</strong> Auf diesen Widerspruch haben wir schon in meinen Gagarin-Büchern aufmerksam gemacht. Zu dieser Sache hat sich ja auch Galina Gagarina in meinem Nachwort geäußert: Er will sich damit bei Präsident Putin interessant machen.<br><br>Eines aber bleibt: Leonow ist ein sagenhaft guter Kosmonaut gewesen. Ein wirklicher Held, der dem Tod mehrfach ins Auge geschaut hat und dann von der Schippe gesprungen ist. Er sollte auch der erste Russe auf dem Mond sein. Er ist auch ein sagenhaft guter Künstler (Anmerkung: Leonow malt.) Er ist aber auch ein begnadeter Selbstdarsteller. Und da darf man nicht alles auf die Goldwaage legen, was er sagt. Und er hat sich ja auch geweigert, die entsprechenden Beweise zu erbringen. Es ist eben sein Geheimnis.</em></p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/GK2121500.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/GK212260.jpg" alt="Gagarin-Denkmal, Erfurt
(Bild: Andreas Weise)"/></a><figcaption>Gagarin-Denkmal, Erfurt<br>(Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RN:</strong> Nun kommt ja dazu, dass die Sache auch was für sich hat. Die Theorie vom Einzeltäter schützt vor weiteren Untersuchungen und schließt die Geschichte ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Gerhard Kowalski:</strong> Nein. So habe ich die Sache noch nicht gesehen. Wenn Leonow sagt, er weiß, wer die Su-15 geflogen hat, dann muss er damit rechnen, dass man nachfragt und dass die Journalisten der Sache nachgehen. Aber eigentümlich ist schon: Alles, was neu zu dem Fall Gagarin in den letzten Jahren öffentlich wurde, ist von der russischen Presse, auch von der Fachpresse, nicht verfolgt worden. Also für die ist die Sache abgeschlossen. Für die gilt immer noch die Version, dass Gagarin unter unglücklichen Umständen abgestürzt ist.<br><br>Aber so kann man die Sache nicht stehen lassen. Und das Buch haben wir genau deshalb gemacht &#8211; und das steht auch ausführlich im Nachwort -, weil wir der Meinung sind: Das war ein Flugunfall, der noch nicht 100prozentig geklärt ist. Und die Sache muss geklärt werden. Es ist ein ungeschriebenes Gesetzt in der Luftfahrt, dass die Ursachen eines Flugunfalls geklärt werden müssen, auch wenn es 50 Jahre dauert. Und dazu wollen wir ein wenig anstoßen.<br><br></em><strong>RN:</strong> Wie sind die Chancen, dass es zu einer offiziellen Wiederaufnahme der Untersuchung kommt?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Gerhard Kowalski:</strong> Das weiß ich nicht. Vielleicht erscheint das Buch auch bei den Russen, wie Frau Gagarina angeregt hat. Es sind ja die ureigenen russischen Angelegenheiten und ihr eigenes Interesse. Es wäre natürlich für mich die Krönung nach 50 Jahren Beschäftigung mit Gagarin, wenn die Untersuchung der Umstände seines Flugunfalls wieder aufgenommen würde.<br><br></em><strong>RN:</strong> Das wäre ja schon fast die Schlussfrage gewesen. Aber noch einmal nachgehakt: Interessiert das überhaupt jemanden in Russland?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Gerhard Kowalski:</strong> Es interessiert leider keinen Menschen. Das habe ich in meinen Büchern auch schon angedeutet. Auch bei der Geschichte, mit der Leonow herausgekommen ist, hätte man gleich nachhaken können und müssen. Aber das hat niemand gemacht, was mich sehr, sehr wundert. Man hätte da ganz groß journalistisch einsteigen können. Hat niemand gemacht. Das ist mir total schleierhaft. Ich glaube auch nicht, dass da ein Verbot existiert. Ich glaube eher, da herrscht noch das alte Denken aus Sowjetzeiten vor, an bestimmte Sachen nicht zu rühren.<br><br></em><strong>RN:</strong> Herr Kowalski, ich bedanke mich für das Gespräch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Interview führte Andreas Weise für Raumfahrer.net am 17. März 2016 in Leipzig.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=14213.msg357304#msg357304" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Buch: Gagarin &#8211; Er könnte noch leben!</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/g-kowalski-ueber-gagarin-er-koennte-noch-leben/" data-wpel-link="internal">G. Kowalski über &#8222;Gagarin – Er könnte noch leben&#8220;</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zum 48. Todestag von Juri Gagarin</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/zum-48-todestag-von-juri-gagarin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Weise]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Mar 2016 09:11:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Juri Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[KGB Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmonaut]]></category>
		<category><![CDATA[Kowalski]]></category>
		<category><![CDATA[MIG-15UTI]]></category>
		<category><![CDATA[UdSSR]]></category>
		<category><![CDATA[Untersuchungsbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Wetter]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=10699</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Rätselraten über die Umstände seines Todes &#8211; und ein neues Buch mit neuen Fakten Erstellt von Andreas Weise. Quelle: Besuch Leipziger Buchmesse. Es gibt viele Geschichten in der Raumfahrt, die nebulös und geheimnisvoll sind. Ich befasse mich seit Jahren mit Ungereimtheiten in der Anfangsphase der bemannten Raumfahrt und bin dabei nicht auf Aliens oder [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Das Rätselraten über die Umstände seines Todes &#8211; und ein neues Buch mit neuen Fakten</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Erstellt von <a href="https://www.raumfahrer.net/redakteure/" data-wpel-link="internal">Andreas Weise</a>.   Quelle: Besuch Leipziger Buchmesse.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Absturz1500.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Absturz260.jpg" alt="Erinnerungsstätte am Absturzort
(Bild: Andreas Weise)"/></a><figcaption>Erinnerungsstätte am Absturzort<br>(Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt viele Geschichten in der Raumfahrt, die nebulös und geheimnisvoll sind. Ich befasse mich seit Jahren mit Ungereimtheiten in der Anfangsphase der bemannten Raumfahrt und bin dabei nicht auf Aliens oder Weltverschwörungen, aber auf so manche interessante Geschichte gestoßen. Wie zum Beispiel die <a href="https://www.raumfahrer.net/die-falsche-meldung-am-richtigen-tag/" data-wpel-link="internal">eines Weltraumfluges, den es gar nicht gab</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wo aber der Spaß aufhört und der bittere Ernst anfängt, das sind Geschichten vom Tod. Und speziell um den Tod des ersten Menschen, der in den Weltraum geflogen ist, ranken sich heute noch teilweise die absurdesten Gerüchte. Die Rede ist vom Unfalltod des Juri Alexejewitsch Gagarin am 27. März 1968. Dieser stürzt bei einem banalen Übungsflug zusammen mit seinem Fluglehrer Oberst Wladimir Serjorgin mit einem Schulflugzeug Mig-15UTI ab. Die Umstände sind bis heute ungeklärt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und diese Unklarheit bereitet den Nährboden für so manche haarsträubende Geschichte:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Er wäre nicht tot, sondern wird in einem Sanatorium versteckt. Womöglich stand hier der Mann mit der Maske von Alexander Dumas gedanklich Pate.</li><li>Er ist den Mächtigen zu gefährlich geworden und wurde ermordet. Klingt aufregend und schaurig und hat was von einem Thriller.</li><li>Er wäre völlig betrunken geflogen. Das ist eine der böswilligsten und absurdesten Behauptungen!</li><li>Er war nicht flugtauglich, was durch die Analyse eines Fotos hinsichtlich seiner Physis belegt werden soll. Dumm nur, dass jenes Foto nachweislich Monate vor seinem Unfalltod in einem ganz anderen Flugzeugtyp aufgenommen wurde.</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Aber es gibt auch ernst zu nehmende Berichte, die nach über 45 Jahren aufklären wollen, was an jenem Vormittag des 27. März 1968 wirklich passiert ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum wird seit Jahrzehnten so ein Geheimnis um die wirklichen Umstände seines Todes gemacht? Der Grund ist einfach: Die seinerzeit verhängte Nachrichtensperre wirkt immer noch nach, und die Wahrheit könnte unbequem sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne die sofortige Veröffentlichung des Untersuchungsberichtes konnten Spekulationen über die Vertuschung von Beweisen und Fälschung von Tatsachen gedeihen. Aber warum? Ich selber war immer überzeugt, würde wirklich alles auf den berühmten Tisch kommen, ergäbe sich folgendes Bild: Eine Verkettung unglücklicher Umstände gepaart mit Schlamperei, Selbstüberschätzung und Missachtung der Sicherheitsbestimmungen. Und das man die Ikone des Sozialismus und übergroßen Superstar Gagarin nicht entsprechend beschützt hat, und sei es nur durch die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen, wie sie in der Fliegerei gefordert sind, das will keiner eingestehen. Auch will keiner zugeben, dass Gagarin ein blutiger Anfänger und unerfahrener Pilot war. Überrascht?</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/MiG15UTI1500.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/MiG15UTI260.jpg" alt="Mig-15UTI
(Bild: Andreas Weise)"/></a><figcaption>Mig-15UTI<br>(Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Gagarin kam 1960 als junger, frisch gebackener Pilot direkt in das Weltraumprogramm. Fliegerische Fähigkeiten waren da nicht von Nöten. Andere Qualitäten waren gefragt. Er hatte nicht einmal 300 Flugstunden bis dahin absolviert. Zum Vergleich: Die ersten US-Astronauten hatten ca. 3000 Flugstunden und teilweise Kampferfahrung mit Jets im Korea-Krieg. Sie wurden eben anders ausgewählt. Gagarins sowjetische Raumfahrtkollegen hatten 1960 auch nur wenige hundert Stunden im Cockpit aufzuweisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während Gagarins Kollegen nach Ihrem Weltraumflug wieder in das Flugtraining einsteigen durften, hatte er Flugverbot. Man wollte seine Person als sozialistische Pop-Ikone schützen. Gagarin selber gelang es erst im November 1967 nach harten Diskussionen, die Erlaubnis zum Fliegen wieder zu erhalten. Er setzte seine Ausbildung als Pilot da fort, wo sie 1960 abgebrochen wurde. Und im Rahmen dieser Ausbildung kam es zu dem besagten tödlichen Unfall.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie ist nun der aktuelle Stand um das Rätsel jenes Flugzeugabsturzes? Der Autor Gerhard Kowalski hat in seinem Buch „<a href="https://www.raumfahrer.net/von-der-buchmesse-leipzig-alle-guten-dinge-sind-drei/" data-wpel-link="internal">Der unbekannte Gagarin</a>“ dazu die Faktenlage &#8211; per Stand März 2015 &#8211; zusammen getragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kurz zusammengefasst</strong>:<br>Es gibt den offiziellen und jetzt teilweise freigegebenen Untersuchungsbericht von 1968. Dieser geht davon aus, das Technik, Flugvorbereitung und Flugdurchführung ohne Mängel und im Rahmen der Normen waren. Der Absturz wurde durch ein unvorhersehbares plötzliches Ereignis, das jedoch nicht geklärt werden konnte, herbeigeführt. Klartext: Die Piloten hatten selbst Schuld.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann gibt es Untersuchungen und Wortmeldungen von verschiedenen Spezialisten, die ab der ersten zögerlichen Archivöffnung zu Glasnost-Zeiten ab Beginn der 1990er Jahre ein etwas differenzierteres Bild zeichnen. Es gab falsche Fluginformationen über Wetter und Flugbewegungen. Die Maschine war völlig überaltert. Sie war mit für die Flugaufgabe nicht zugelassenen Außentanks ausgerüstet. Die Kommunikation war mangelhaft. Eine konkrete Absturzursache wird aber auch hier nicht benannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor kurzem wurden Aussagen aus einem geheimen KGB-Bericht zugänglich gemacht. Diese KGB-Untersuchung hatte die Aufgabe zu klären, ob es sich bei Gagarins Tod um einen Anschlag, ein Tötungsdelikt oder ähnliches handelte. Also bestand ein ganz anderer Ansatz als beispielsweise zu einem Flugunfallbericht. In diesem KGB-Bericht werden erstmals Namen genannt. Wer war für was an diesem Tag verantwortlich und welche gravierenden Mängel gab es. Hier wird zwar auch nicht die konkrete Absturzursache ermittelt, aber es wird nachgewiesen, dass Gagarin und sein Fluglehrer Serjorgin ohne Not in eine Flugsituation geschickt wurden, die anschließend außer Kontrolle geraten ist.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Su15Monino1500.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Su15Monino260.jpg" alt="Su-15
(Bild: Andreas Weise)"/></a><figcaption>Su-15<br>(Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann… gibt es noch General Alexej Leonow. Dieser erklärte 2013, jetzt die Wahrheit zu kennen. Eine einzelne SU-15 habe sich unberechtigt im Luftraum befunden und aus Versehen Gagarins kleine MiG-15UTI ins Trudeln und zum Absturz gebracht. Wer die riesigen Triebwerke eines Überschall-Langstreckenjägers Su-15 schon mal gesehen hat, könnte das durchaus glauben. Leonow geht aber noch weiter. Von allerhöchster Stelle sei ihm der Name des Piloten mitgeteilt worden. Dieser sei heute über 80 Jahre alt. Er habe versprechen müssen, den Namen nicht Preis zu geben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rätsel gelöst? Beweise bleibt Leonow schuldig. Die Geschichte mit dem anderen Flugzeug ist auch nicht neu. Bloß der Typ ändert sich hin und wieder. Ich könnte aber glauben, dass für den Fall, dass der Pilot des fremden Flugzeuges den Unfall alleine zu verantworten hätte, der Pilot still und heimlich für immer von der Bildfläche verschwunden wäre. Dieser tauchte aber wieder auf! Und das genau zu dem Zeitpunkt, als der Kremel eine erneute Aufnahme der Untersuchung abgelehnt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Theorie vom Einzeltäter hat ja was für sich. Kein anderer trägt Verantwortung oder wird belangt. Damit brauchen andere Untersuchungsergebnisse, wie über Flugvorbereitung und den technischer Zustand, nicht mehr benannt werden, weil sie ja nichts mit der mutmaßlichen Unglücksursache zu tun haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wie das so ist, wird auch hier die Diskussion nicht verstummen. Genauso wie bei einem anderen berühmten Einzeltäter, der mit einem einfachen Repetiergewehr einen US-Präsidenten erschossen haben soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie gesagt: So der Stand der Erkenntnis per März 2015.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun gibt es mal wieder ein neues Buch zu diesem Thema. In Russland ist das nur ein weiteres von vielen. Hier in Deutschland, wo das Thema auf nicht so großes Interesse stößt, ist es etwas Besonderes:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gagarin – Er könnte noch leben</strong><br>von Nikolai Sergejew, Herausgegeben von Gerhard Kowalski, gesehen auf der Leipziger Buchmesse 2016.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es liegen neue Erkenntnisse in Form dieses kleinen Büchleins vor. Es ist ganze 90 Seiten dünn, oder sagen wir besser, stark. Der Titel „Gagarin – Er könnte noch leben“ macht zwar eine klare Aussage, aber so richtig gefällt er mir nicht. Der Autor des Textes ist Ex-Oberst der russischen Luftstreitkräfte und heißt Nikolai Konstantinowitsch Sergejew. Er hat sich nicht mehr und nicht weniger zum Ziel gesetzt, das vermeidliche Rätsel um den Tot von Gagarin ein für alle Mal zu lösen. Nach über einem Monat(!) intensiver Recherche und von sich selber uneingeschränkt überzeugt kommt der Autor zu dem Schluss, dass er jetzt die eigentliche absolute Wahrheit über die Vorgänge herausgefunden hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere haben an dem Fall Jahre gesessen und nichts wesentliches zur Aufklärung beitragen können. Erinnert man sich an die Aussagen von Leonow, so haben wir nunmehr mit Sergejew schon zwei absolut wahrhaftige Wahrheitskenner. Hinzu kommt, dass der Beitrag, dem das Buch zu Grunde liegt, in einem für meinen Geschmack etwas überheblichen Schreibstiel geführt ist. Also doch nur ein Wichtigtuer?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte den Leser liebevoll bitten, über all diese Unzulänglichkeiten unvoreingenommen hinweg zu sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die inhaltlichen Tatsachen sind: Die Informations-Quellen, die der Autor hinzuzieht, sind sämtlich namentlich benannt. Es gibt keine Unbekannten oder anonyme Hinweise oder Mutmaßungen Dritter. Das ist äußerst positiv zu bewerten, da so etwas nicht immer die Regel ist. Die Überlegungen sind schlüssig und auch für einen Laien verständlich. Unvorhergesehene höhere und nicht erklärbare Ereignisse, wie im offiziellen Untersuchungsbericht angedeutet, werden hier nicht hinzu gezogen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die vom Autor gestellten Fragen sind teilweise so banal, dass sie schon wieder erschrecken. Denn es wird einem bewusst, dass die vielen hochrangigen Spezialisten und Funktionäre, die mit der Aufklärung der Unglücksursache beauftragt waren, sie nicht offen zu stellen gewagt haben. Hatten sie Angst vor den Antworten? Oder kannten sie die Antworten und hatten Angst vor den Konsequenzen? Gab es einen Flugplan? Und wenn ja, was stand denn drin? Wer gab welche Befehle und vor allem wann? Warum musste unbedingt eine zweite Person im Flugzeug sitzen und warum war das ausgerechnet der Regimentskommandeur Wladimir Serjogin? Wieso war die „offiziell“ gestellte Flugaufgabe, für die 20 Minuten vorgesehen waren, schon nach 4 Minuten beendet? Warum waren Außentanks an der MiG15UTI angebracht?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und warum hatte der hintere Platz für den Fluglehrer keinen Steuerknüppel? Der Autor lässt alle diese und andere Fragen beantworten. Schier Unglaubliches kommt an Licht. Und selbst Fachleute schütteln verwundert den Kopf. Aber all das ordnet der Autor mit nüchterner Logik zu einem ganzen Bild zusammen und kommt dann zu seinem Ergebnis. Und dieses Ergebnis, was manche „Wahrheit“ nennen würden, ist einleuchtend und für ihn abschließend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Problem besteht nur darin, dass eine endgültige Bestätigung nicht erfolgen kann. Dazu nennt der Autor aber auch gleich die Lösung: Die Wiederaufnahme der Untersuchung und die erneute Prüfung der Überreste der abgestürzten MiG-15UTI. Diese sind in Fässern verlötet und eingelagert. In ihnen schlummert der letzte Beweis, die These zur Gewissheit zu machen. Der Autor benennt klar, wonach gesucht werden muss. Auch wird auf einleuchtende Weise erklärt, warum man sich so hartnäckig gegen eine Wiederaufnahme der Untersuchung entgegen stellt. Das Rätsel ist gelöst und der Schuldige namentlich benannt.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Cover21500.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Cover2260.jpg" alt="Buchcover
(Bild: Mit freundlicher Genehmigung des Machtwortverlags)"/></a><figcaption>Buchcover<br>(Bild: Mit freundlicher Genehmigung des Machtwortverlags)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fall abgeschlossen!?</strong><br>Für den Autor steht es jedenfalls fest. Ohne speziell den Inhalt zu verraten, ist folgendes festzuhalten: Die handelnden Personen sind alle Armeeangehörige. Armeeangehörige der Sowjetischen Luftstreitkräfte – keine Zivilpersonen. Am Anfang des Verhängnises stand ein gut gemeinter Befehl. Ein Befehl von General Kamanin, Leiter der Kosmonautenausbildung und Gagarins Vorgesetzter. Aber der kannte nicht alle Umstände und so nahm die Geschichte ihren verhängnisvollen Lauf. Nun ist man in der Armee. Und den Befehl erhalten heißt ihn ausführen, koste es was es wolle. Da wird nicht diskutiert oder gesagt, dass das nicht ginge oder gar Unfug sei. Das kann der Leser vielleicht mit seinem zivilen Vorgesetzten machen, aber nicht in der Armee.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also setzt General N.A. Kusnezow den Befehl von Kamanin um. Am Ende der Befehlskette steht Oberst Serjorgin. Dieser schimpft zwar wie ein Rohrspatz, weil er als Einzigster offensichtlich die Situation überblicken kann, aber Befehl ist Befehl. Also macht er nach seiner Meinung das Beste daraus und improvisiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte ist im Buch an manchen Stellen unübersichtlich beschrieben. Für mich kommt als Ergebnis heraus: Serjorgin hätte den Flug absagen müssen. Er trägt in der ganzen Kette zum Schluss die Verantwortung. Das hätte ihm einen gehörigen Rüffel eingebracht, er wäre vielleicht auch nicht auf Verständnis gestoßen. Doch das hätte Gagarin das Leben gerettet. Aber Serjorgin glaubt, die Situation im Griff zu haben. Hinzu kommen die äußeren Umstände. Gemeint ist das launische Wetter, was sich viel schneller verschlechtert, als erwartet. Als Serjorgin, der ja mitfliegt, das erkennt und den Flug abbrechen lässt, ist es zu spät. Gagarin selber ist in dieser Geschichte nur Spielball und kann den Verlauf nicht wesentlich beeinflussen. Er ist als unerfahrener Pilot der fliegerischen Situation nicht gewachsen, was ihm keiner zum Vorwurf machen kann. Und Serjorgin kann nicht eingreifen, da er in seiner hinteren Pilotenkabine keinen Steuerknüppel hat(!). Tragisch und eben halt dumm gelaufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie gesagt: Man ist nicht in einer zivilen Institution sondern in der Armee. Der Befehl ist heilig. Und so etwas, wo Gehorsam über dem sogenannten „Gesunden Menschenverstand“ steht, kann man in keinen Untersuchungsbericht schreiben. Und schon gar nicht, wenn dieser an die Partei- und Staatsführung der UdSSR geht. Es wären Köpfe gerollt. Vermutlich hätte man im Verteidigungsministerium angefangen und sich nach unten durchgearbeitet. Und das alles wegen eines banalen Trainingsfluges.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Kowalski11500.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Kowalski1260.jpg" alt="Gerhard Kowalski
(Bild: Andreas Weise)"/></a><figcaption>Gerhard Kowalski<br>(Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Herausgeber</strong><br>Der Herausgeber der deutschen Ausgabe, der Journalist, Autor und Übersetzer Gerhard Kowalski, fungiert bei dieser Veröffentlichung nicht nur als Übersetzer. Wer Kowalski kennt, der weiß, dass dieser nicht einfach unkommentiert solch gravierende Behauptungen wie die Lösung des „Fall Gagarins“ weiter gibt. Da er einige der Beteiligten, speziell die Familie Gagarin, persönlich kennt, ist es für ihn kein Leichtes, das vom Autor verfasste Werk unkommentiert durch zu winken. Im Nachwort werden dazu einige prägnante Anmerkungen gemacht, die die dargelegten Erkenntnisse entsprechend einordnen und relativieren. Dabei stützt sich Kowalski auch auf die Aussagen und Anmerkungen von Menschen, die lange Jahre in Flugsicherung und Unfallermittlung gearbeitet haben und denen auch eine MiG-15UTI nicht unbekannt ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Fazit</strong><br>Es gibt einige neue Erkenntnisse, die die Ereignisse an jenem 27. März 1968 in einem neuen Licht erscheinen lassen. Ob sie die abschließende Lösung der Frage nach den genauen Umständen der Katastrophe sind, kann nicht gesagt werden. Man sollte sie aber zur Kenntnis nehmen. Daher ist die Veröffentlichung dieser Überlegungen in Form diese Büchleins richtig und notwendig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle gesammelte Materialien und Beweise müssen in eine neuen und abschließenden (von allen politischen Rücksichtnahmen) unabhängigen Untersuchung einfließen. Das beinhaltet auch die Untersuchung der noch vorhandenen Teile des Unglücksfliegers und damit die Öffnung jener geheimnisumwitterten Fässer. Es wäre wirklich zu wünschen. Allerdings ist das eine Entscheidung, die „ganz weit oben“ in Russland getroffen werden muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Büchlein ist für alle historisch interessierten Raumfahrtfreunde interessant und eine ideale Ergänzung zu den bereits vorliegenden Werken über Gagarin.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Anstelle eines Nachwortes</strong><br>In dem Büchlein wird ein Wortwechsel mit dem Mitglied der Staatlichen Kommission, dem Chefingenieur der Luftstreitkräfte (WWS) Generaloberst M. N. Mischuk, der an der Untersuchung des Unfalls von Gagarin beteiligt war, zitiert. Mischuk wird aufgefordert: „Geben Sie zu, Michail Nikitisch, dass die Kommission ohne vorherige Absprache es sich von Beginn an zur Aufgabe gemacht hat, den wahren Grund nicht zu finden.“ Die Antwort darauf ist eindeutig: „Natürlich.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">GAGARIN &#8211; ER KÖNNTE NOCH LEBEN<br>Erschienen im Machtwortverlag 2016<br>ISBN: 978-3-86761-145-9</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=14213.msg357304#msg357304" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Buch: Gagarin &#8211; Er könnte noch leben!</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Cosmonauts: Birth of the Space Age</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/cosmonauts-birth-of-the-space-age/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Weise]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Feb 2016 10:18:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gagarin]]></category>
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		<category><![CDATA[Wostok]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In London ist derzeit eine einmalige Ausstellung zur sowjetischen und russischen Weltraumgeschichte zu sehen. Für Raumfahrer.net war Andreas Weise vor Ort. Erstellt von Andreas Weise. Quelle: Museumsbesuch, Science Museum London. Juwelenschau Warum setzt man sich mitten in der Woche zu nachtschlafender Zeit in ein Flugzeug und fliegt nach London? Nun, zum ersten sind zur Wochenmitte [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">In London ist derzeit eine einmalige Ausstellung zur sowjetischen und russischen Weltraumgeschichte zu sehen. Für Raumfahrer.net war Andreas Weise vor Ort.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Erstellt von <a href="https://www.raumfahrer.net/redakteure/" data-wpel-link="internal">Andreas Weise</a>.   Quelle: Museumsbesuch, Science Museum London.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/UnterstuetzerAW1500.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/UnterstuetzerAW260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Unterstützer der Ausstellung<br>(Bild: Autor)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Juwelenschau<br></strong> Warum setzt man sich mitten in der Woche zu nachtschlafender Zeit in ein Flugzeug und fliegt nach London? Nun, zum ersten sind zur Wochenmitte die Flugpreise am niedrigsten. Und zum zweiten gibt es in London die Kronjuwelen zu bestaunen. Und die sind wirklich sehenswert! Allerdings meine ich nicht die wohl behüteten, im Tower auf den täglichen Touristenansturm wartenden Insignien der Britischen Krone.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In London sind zur Zeit die Kronjuwelen der sowjetischen Raumfahrt ausgestellt. Dem Science Museum London ist es gelungen, bedeutende, wichtige und auch schöne Ausstellungsstücke aus öffentlichen, nicht öffentlichen und privaten Museen Russlands zu vereinigen. Die Vorbereitung dieser Ausstellung hat nicht nur enormes diplomatisches Geschick erfordert, sie erstreckte sich darüber hinaus über mehrere Jahre. Die Liste der Leihgeber und Unterstützer der Ausstellung liest sich wie ein Who-is-who der russischen Raumfahrt. Museen und Ausstellungen, die ein „normalsterblicher Raumfahrtfan“ nicht ohne weiteres betreten kann, gaben Leihstellungen. Stellvertretend sei hier Zvesda, Energia, Lavochkin und das Moskauer Staatliche Luftfahrtinstitut genannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin geneigt hier ein Superlativ zu bemühen. Es wird vermutlich mindestens auf absehbare Zeit, wenn nicht, dann überhaupt nie wieder, solch eine Ausstellung in diesem Umfang außerhalb Russlands geben.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B10scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B10scmu260.jpg" alt=""/></a><figcaption><br></figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sowjetisch-britische Zusammenarbeit<br></strong> Doch warum ausgerechnet London? Warum ausgerechnet bei den Briten? Großbritannien ist ja auf diplomatischer Ebene im Moment nicht gerade der besondere Freund Russlands. Die Liste der Meinungsverschiedenheiten ist lang. Sie könnte mit der Ukraine beginnen und würde mit Syrien nicht aufhören.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um diesen Widerspruch zu verstehen muss man etwas tiefer in die Geschichte der sowjetischen Raumfahrt blicken. Wie wir aus den Memoiren von Boris Tschertok wissen, griff man in den Anfangsjahren der sowjetischen Raumfahrt gerne auf eine unabhängige Beobachtungsquelle zurück: Das <a href="https://www.jb.man.ac.uk/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Jodrell-Bank-Radioobservatorium</a> bei Manchester. Sendefrequenzen von sowjetischen Sonden wurden den dortigen Wissenschaftlern zugespielt. Und diese konnten dann den Flug, z.B. von interplanetaren Raumflugkörpern, neutral bestätigen. Dass die Sowjetunion dazu teilweise selber nicht in der Lage war, das wusste man damals noch nicht. So war das ein etwas sonderbarer, aber intensiver wissenschaftlicher Austausch. Dann kam der 12. April 1961 und mit ihm der erste bemannte Flug in den Kosmos. Auch in Großbritannien waren die Menschen begeistert. Kalter Krieg hin oder her. Die Leistung wurde als das verstanden, was sie war: Der Beginn eines neuen Zeitalters. Und dabei war es (fast) egal, welches Land die Leistung vollbrachte.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B14scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B14scmu260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Sputnik-Satelliten, Mond- und Venus-Sonden<br>(Bilder: Science Museum London)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Begeisterung war so groß, dass eine der größten Gewerkschaften, The Foundry Workers&#8216; Union in Manchester, Gagarin zu einem Besuch einlud. Und dieser kam tatsächlich. Die Sowjetunion sah darin die Chance, den historischen Flug entsprechend international zu würdigen. So fand dieser denkwürdige Besuch fast genau drei Monate nach Gagarins Raumflug statt. Inzwischen war aus der geplanten Visite der englischen Arbeiter, deren Situation schon Karl Marx für die Untermauerung der Kommunistischen Philosophie diente, ein großangelegter Staatsbesuch geworden. Der beinhaltete auch Empfänge bei Premierminister Harold Macmillan und der jungen Queen Elizabeth. Und das sympathische, einfache Auftreten Gagarins bei seinem Besuch wirkt noch heute nach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Wissenschaftskreisen wird es noch heute als großes Zeichen der Verbundenheit angesehen, dass Gagarin gerade nach Großbritannien zuerst gereist ist. Davon zeugen auch die Wertschätzungen zu seinem 50sten Flugjubiläum 2011. Vor dem Gebäude des British Council direkt beim Admiralty Arch in der Nähe des Trafalgar Square wurde eine Gagarin-Plastik im Beisein von Gagarins Tochter aufgestellt. Die Plastik stand genau gegenüber der Statue von Kapitän James Cook. Symbolträchtiger konnte der Standort nicht gewählt werden. Die Skulptur war ein Geschenk der Raumfahrtbehörde Russlands Roskosmos und ist mittlerweile nach Greenwich umgezogen.<br>In diesem Umfeld gelang dem Londoner Science Museum ein Meisterstück.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B18scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B18scmu260.jpg" alt=""/></a><figcaption><br><br></figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Museeum<br></strong> Das Science Museum in London ist ein sehr großes Gebäude. Viele hundert Menschen, oft inklusive mehrerer Schulklassen, sind an einem Werktag hier anwesend. Eigentlich ist das Gebäude immer voll. Der Eintritt ist frei. Dafür sind die Preise an der Garderobe, im Museumsshop und in der Cafeteria nicht gerade günstig. Für Sonderausstellungen werden gesonderte Eintrittspreise verlangt. Speziell für die Raumfahrtausstellung COSMONAUTS werden Eintrittskarten nur für bestimmte Uhrzeiten ausgegeben. So besteht durchaus die Gefahr, dass man am aktuellen Tag keinen Zutritt mehr bekommt. Daher ist ein Kartenkauf vorab über die Homepage des Museums dringendst angeraten. Alle erforderlichen Informationen zu Öffnungszeiten, Adressen und anderes findet man unter <a href="https://www.sciencemuseum.org.uk/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Science Museum</a>.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B15scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B15scmu260.jpg" alt=""/></a></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Ausstellung<br></strong> Erfreulich ist: In allen Räumen ist Museumspersonal anwesend, das auch bereitwillig Auskunft zu einzelnen Objekten gibt. Bemerkenswert ist, dass Spiegel an langen Stangen bereitgehalten werden, damit man an den Großobjekten auch mal „um die Ecke“ schauen kann. Eine nützliche und kreative Lösung!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ausstellung ist in mehrere Sektionen bzw. Themenbereiche gegliedert.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B17scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B17scmu260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Woschod 1 (oberes Bild) und Wostok 6<br>(Bilder: Science Museum London)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sektion 1<br></strong> Zum Anfang, quasi zum aufwärmen, geht es um die Anfänge und Grundlagen der sowjetischen Raumfahrt. Künstlerische Darstellungen aus den 1920er Jahren und Ziolkowskis Vision eines Raumfahrzeuges gehören ebenso dazu, wie persönliche Dinge Koroljows aus seiner Zeit im stalinistischen Straflager. Der aufgezeigte Weg führt bis zum Triebwerk RD-108, das als Modell im Raum zentral präsentiert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sektion 2<br></strong> Hier werden die Anfänge der Weltraumfahrt behandelt. Modelle von Sputnik 1, 2 und 3, sowie von Luna 3 und Venus 7 sind hier zu sehen. Angenehm ist, dass zu jedem Objekt auch Herkunft und Leihgeber genannt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sektion 3<br></strong> „Space Race“ – der Beginn der bemannten Weltraumfahrt. Neben persönlichen Dingen von Gagarin und der Filmkamera aus Titows Wostok-2-Flug, sind hier zwei ganz außergewöhnliche Exponate zu bestaunen: Die originalen Landekapseln von Wostok 6 (Tereschkowa, erste Frau im Weltraum) und Woschod 1 (erstes 3-Mann-Raumschiff). Ich gebe zu, ich habe in mitgebrachten Fotos geblättert, ob es wirklich die „richtigen“ Kapseln sind. Ich konnte beide Kapseln 2008 im Werksmuseum von Energia schon einmal bestaunen. Die Abbrandspuren am Hitzeschild, die bei jeder Kapsel individuell ausgefallen sind, bestätigten für mich die Identität der Kapseln. Dass Russland diese Exponate auf Reisen geschickt hat, ist für mich die eigentliche Sensation. Beide Exponate waren hinter Glas. Im Gegensatz zum Energia-Werksmuseum, wo man unmittelbar an die Kapseln heran kam. Das Energia-Museum ist allerdings auch nicht für die breite Öffentlichkeit gedacht.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B16scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-6" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B16scmu260.jpg" alt=""/></a></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Durch den abgedunkelten Raum der Sektion 3 und die perfekte Ausleuchtung konnte man alle Einzelheiten sehr gut erkennen. Auch waren andernorts benutzte gewölbte Plexiglasabdeckungen über den Einstiegen entfernt worden. Somit war der Einblick ungetrübt. Da die beiden Kapseln direkt nebeneinander standen, war ein direkter Vergleich der Inneneinrichtung möglich. Fazit für mich: Hut ab vor den Männern von Woschod 1! Für diesen Flug war mehr als nur etwas Mut und technisches Selbstvertrauen nötig.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B11scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-7" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B11scmu260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Лунный корабль 3 / Lunniy Korabl 3 (LK-3)<br>(Bilder: Science Museum London)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sektion 3 und Sektion 4<br></strong> Hier geht es um den Mond. Das Prunkstück hierbei ist der LK-3-Lander aus dem geheimen Lunar-Programm. Dessen Existenz wurde erst in den 1990er Jahren bekannt. Das ausgestellte Modell zeigt einen <a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10546.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">LK</a>, wie er einen einzelnen Kosmonauten auf die Mondoberfläche bringen sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ausgestellte Objekt ist restaurativ in einem sehr guten Zustand. Als Eigentümer wird das Moskauer Staatliche Luftfahrtinstitut (MAI) genannt. Sucht man etwas im Internet, findet man Bilder dieses Exponates von Anfang der 1990er Jahre. 2007 stand das Objekt wieder im MAI. Davor war der LK in Eurodisney bei Paris ausgestellt. Auch dazu findet man Bilder im Internet. Zur Präsentation in Eurodisney wurden offenbar einige Bemalungen angebracht, die nicht dem Standard für die Kennzeichnung sowjetischer Raumfahrzeuge entsprechen. Diese sind noch vorhanden. Ich meine hier „Rote Sterne“ ohne die typische weiße Umrandung, Schriftzüge „CCCP“ und Hammer und Sichel“-Logos. Diese sehen eher aus, als ob hier der Mondlander aus dem Roman „Ascent“ von Jed Mercurio nachempfunden wurde. Eine sehr traurige, emotionale, aber genau auf den Mondlander passende Geschichte eines Phantom-Kosmonauten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem Mondlander wurde ein 1:1-Modell von Lunochod 1 von Lavotschkin ausgestellt. Im Gegensatz zum Lander für einen bemannten Besuch des Mondes gelang es der Sowjetunion, zwei Exemplare des <a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=12187.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">unbemannten Mondmobils</a> über Monate hinweg auf der Mondoberfläche einzusetzen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B1scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-8" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B1scmu260.jpg" alt=""/></a><figcaption><br></figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sektion 5 und Sektion 6<br></strong> Hier findet man die Landekapsel von Sojus-TM 14, verschiedene Garderobenteile für Raumfahrer, Sokol- und Orlan-Raumanzüge. Aber auch der MARS-500-Raumanzug war zu besichtigen. Dabei handelt es sich um eine Orlan-Version, die speziell für den Einsatz auf dem Mars entwickelt wurde. Zum Einsatz kam der Anzug beim MARS-500-Experiment, einer 500-Tage-Marsflugsimulation. Fehlen durfte auch nicht die Weltraumtoilette aus der Raumstation MIR. Ganze zwei Kippschalter sind für die Bedienung notwendig. Wer erinnert sich da nicht gerne an das Weltraum-Klo in Standley Kubricks „2001“? Allein die <a href="http://www.visual-memory.co.uk/amk/doc/zg.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Bedienungsanleitung</a> ließ jegliches Bedürfnis ersticken.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B3scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-9" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B3scmu260.jpg" alt=""/></a><figcaption><br></figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Final Room<br></strong> Am Ende der Ausstellung gibt es zum Abschluss ein absolutes Highlight zu bestaunen. Hier liegt in magisches Licht gehüllt eine lebensgroße menschliche Puppe. Ein „Ivan Ivanowitsch“. Dieser Dummy ist 1969 mit Zond 7 (Sonde 7) als Vorbereitung für die sowjetische bemannte Mondumrundung um den Mond geflogen. Da die Amerikaner mit Apollo 8 im Dezember 1968 den Mond sogar mehrfach umkreisten, wurde das sowjetische Vorhaben gestrichen – eine neuerliche Erstleistung war nicht mehr zu erzielen. Im Körper des Dummys befinden sich Sensoren für die Messung der Strahlungsbelastung. Das Gesicht des „Mondfliegers“ ist weltbekannt: Es ähnelt … Juri Gagarin.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B12scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-10" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B12scmu260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Raumanzüge, Landekapsel Sojus-TM 14<br>(Bilder: Science Museum London)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Empfehlung<br></strong> Wer die Möglichkeit hat, die Ausstellung zu besuchen, der sollte das unbedingt tun. Die Ausstellung ist voraussichtlich noch bis zum 13. März 2016 zu besichtigen. Nicht mehr viel Zeit also. Der Museumskatalog ist sehr ausführlich und direkt über das Science Museum zu beziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Danksagung<br></strong> Besonderer Dank gilt Ms. Julia Murray vom Science Museum London für die Bereitstellung von Pressefotos, Informationen und für die wertvollen Hinweise bei der Vorbereitung des Besuchs.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=380.msg353826#msg353826" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrt-Museen und Ausstellungen</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Von der Buchmesse Leipzig: Alle guten Dinge sind Drei</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/von-der-buchmesse-leipzig-alle-guten-dinge-sind-drei/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Weise]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Apr 2015 06:28:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[KGB Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmonaut]]></category>
		<category><![CDATA[Kowalski]]></category>
		<category><![CDATA[Landung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gerhard Kowalski legt sein neues Buch „Der unbekannte Gagarin“ über den ersten Kosmonauten der Welt vor. (von Andreas Weise) Ein Beitrag von Andreas Weise. Wer kennt sie nicht, die tragische Geschichte vom Wettlauf zwischen Hase und Igel, aufgeschrieben durch die Gebrüder Grimm. Immer wenn man glaubt, man habe sein Ziel erreicht, da ist schon wieder [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Gerhard Kowalski legt sein neues Buch „Der unbekannte Gagarin“ über den ersten Kosmonauten der Welt vor. (von Andreas Weise)</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Andreas Weise.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Gagarin-Kowalski-31000.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Gagarin-Kowalski-3300.jpg" alt="drei Werke über Gagarin - das aktuelle mittig
(Bild: Andreas Weise)"/></a><figcaption>drei Werke über Gagarin &#8211; das aktuelle mittig<br>(Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Wer kennt sie nicht, die tragische Geschichte vom Wettlauf zwischen Hase und Igel, aufgeschrieben durch die Gebrüder Grimm. Immer wenn man glaubt, man habe sein Ziel erreicht, da ist schon wieder alles anders. Besonders schmerzhaft muss das sein, wenn es sich dabei um ein selbst gestecktes Ziel handelt, einen Themenkomplex allumfassend abzuschließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genauso muss sich der Journalist, Autor und Gagarin-Experte Gerhard Kowalski gefühlt haben, als sein zweites Buch „Heute 6:07 UT“ erschien. Die Veröffentlichung erfolgte rechtzeitig zum 50. Jahrestag des ersten bemannten Kosmosfluges im April 2011. Alles Bekannte und Wissenswerte, was Kowalski bis zu diesem Zeitpunkt über den ersten Menschen im Weltraum recherchiert hatte, war dort zusammengetragen. Soweit so gut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und nun das:<br>Nur einen Tag nach dem Gagarin-Jubiläum wurde in Moskau auf einer Pressekonferenz die Veröffentlichung von 200 neuen Geheimdokumenten zum Flug Gagarins angekündigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kowalski wäre aber nicht Kowalski, wenn er nicht hier sofort nach gehakt hätte. Somit hat er sich erneut auf eine Odyssee in die Abgründe von Geheimhaltung, Verschleierung und Halbwahrheiten in der sowjetischen Weltraumgeschichtsschreibung der ersten Jahre begeben.<br>Nach vier Jahren weiterer Recherchearbeit liegt das Ergebnis jetzt vor: Das dritte, und wie der Autor im Untertitel meint, finale Buch zum ersten Kosmonauten der Welt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle guten Dinge sind also Drei möge man denken. Ob das auch wirklich stimmt, wird die Zeit zeigen. Vorstellen kann ich mir das nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Werk selber: Zunächst fällt auf, das es irgendwie optisch schmaler, zu mindestens aber nicht größer als sein Vorgänger ist. Das verwundert natürlich zuerst.<br>Die 327 Seiten können somit nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier offensichtlich etwas weggelassen wurde. Nun habe ich nicht das neue Werk mit dem Inhalt seines Vorgängers Wort für Wort verglichen. Der persönliche Eindruck aber entsteht, dass einige Passagen speziell zur Erläuterung des geschichtlichen Umfeldes, fehlen. Ob das daran liegt, dass Bücher in ihrer Seitenzahl beschränkt sein sollten, weis ich nicht. Auf alle Fälle hätte man hier etwas weiter ausholen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wie steht es um den Inhalt? Kowalski ist es tatsächlich gelungen, einige der letzten weiße Flecken in der Gagarin-Geschichte zu tilgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das beginnt mit der hierzulande fast unbekannten Kindheit von Gagarin in der Zeit der deutschen Besatzung im 2. Weltkrieg. Dabei verblüfft die Erkenntnis, dass Gagarin eigentlich durch das Raster der Headhunter für den ersten Kosmonauten auf Grund seiner Kindheitsbiographie hätte fallen müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch gibt es neue präzisere Erkenntnisse zu seinem Raumflug und der Problematik Landung. Die Anwesenheit der vielen Armeeangehörigen Minuten nach der Landung, zu sehen auf vielen unzähligen Privatfotos. wird klarer. Wie bekannt verfehlte Gagarin den Landepunkt um ca. 300 Kilometer … und landete zufällig mitten im Standort einer Raketen-Division.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Kowalski-Gagarin-3-22000.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Kowalski-Gagarin-3-2300.jpg" alt="Autor (li.) und Kritiker (re.) mit der Neuerscheinung
(Bild: privat)"/></a><figcaption>Autor (li.) und Kritiker (re.) mit der Neuerscheinung<br>(Bild: privat)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Des weiteren wird der bis heute nicht endgültig geklärte Unfalltod Gagarins intensiv beleuchtet. Zwar hat das Auftauchen eines neuen, bis dato der Öffentlichkeit unbekannter KGB-Untersuchungsbericht auch keinen Schlussstrich ziehen können. Doch das ist insofern interessant, da er weniger Rücksicht auf eventuelle Verantwortliche und Schuldige nehmen musste, da ja streng geheim. Und noch immer sind höchste Stellen daran interessiert, dass es zu keiner abschließenden Klärung kommt, wohl um die Verantwortlichen von damals zu schonen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kowalski versucht das Gewirr von Fehlinformation, Lüge, Verklärung, Propaganda und Publicitydebakel so weit wie möglich zu zerreißen. Dabei erfährt der Leser fast nebenbei, wo so manche Quelle für so manchen Fachartikel außerhalb der Sowjetunion waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie dem auch sei, das Werk ist informativ und spannend. Mit dem Wissensstand von heute, März 2015, hat Kowalski wirklich das finale Gagarin-Buch präsentiert. Und so bleibt am Schluss festzuhalten: Der erste Mensch im Weltraum war nicht der von der sowjetischen Propaganda auf einen Thron erhobene sozialistische Superstar. Er war ein einfacher, lebensfroher junger Mann mit Träumen und auch Fehlern. Das macht ihn aus heutiger Sicht so menschlich und liebenswürdig. Und dabei schmälert das in keinster Weise seine große Heldentat. Im Gegenteil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fazit: Das Buch ist für jeden Raumfahrtbegeisterten in Ost und West sehr empfehlenswert!</p>



<p class="wp-block-paragraph">DER UNBEKANNTE GAGARIN<br>Erschienen im Machtwortverlag 2015<br>ISBN: 978-3-86761-137-4</p>
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