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	<title>MMRTG &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>MMRTG &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Curiositys Flug zum Mars</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Jul 2012 12:09:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Curiosity]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bevor der Marsrover Curiosity seine Untersuchungen auf der Marsoberfläche beginnen kann, muss er zuerst einmal unseren äußeren Nachbarplaneten erreichen. Dabei wird er von einem Flugmodul gesteuert und von einem kapselförmigen Schutzschild vor den Einflüssen des Weltalls geschützt. Ein Beitra von Ralph-Mirko Richter. Vertont von Peter Rittinger. Nach der Beendigung der Endmontage und dem Abschluss der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Bevor der Marsrover Curiosity seine Untersuchungen auf der Marsoberfläche beginnen kann, muss er zuerst einmal unseren äußeren Nachbarplaneten erreichen. Dabei wird er von einem Flugmodul gesteuert und von einem kapselförmigen Schutzschild vor den Einflüssen des Weltalls geschützt.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitra von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Vertont von Peter Rittinger.</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2012-08-03-62696.mp3"></audio></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/flugkonfiguration_msl_big.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/flugkonfiguration_msl_a.jpg" alt="" width="300" height="192"/></a><figcaption>Eine schematische Darstellung der Raumsonde währen der Phase des Fluges zum Mars.<br>(Bild: NASA, JPL-Caltech)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Beendigung der Endmontage und dem Abschluss der finalen Tests wurde der Marsrover <em>Curiosity</em> am 22. Juni 2011 mit einem Transportflugzeug der U.S. Air Force vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA zum Kennedy Space Center der NASA in Florida befördert. Von dort aus startete <em>Curiosity</em> am 26. November 2011 um 16:02 MESZ an der Spitze einer Trägerrakte vom Typ Atlas V (541) und begann seine mehr als acht Monate andauernde Reise zum Mars (Raumfahrer.net berichtete).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Rover und die für die Landung auf der Marsoberfläche benötigte Abstiegsstufe sind während der Flugphase zum Mars durch eine Kapsel, den &#8222;Aeroshell&#8220;, vor den unwirtlichen Einflüssen des Weltraumes &#8211; den niedrigen Temperaturen und der im Weltraum auftretenden Strahlung &#8211; geschützt. Am unteren Ende der Kapsel befindet sich der Hitzeschild, welcher die Abstiegsstufe und den Rover während der ersten Minuten nach dem Eintritt in die Marsatmosphäre vor den dabei auftretenden Temperaturen abschirmt. Am oberen Ende der Kapsel befindet sich dagegen ein Flugmodul, die so genannte &#8222;Cruise Stage&#8220;, welches für die Steuerung auf dem Weg zum Mars verantwortlich ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Cruise Stage</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/aufbau_cruisestage_msl_big.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/aufbau_cruisestage_msl_a.jpg" alt=""/></a><figcaption>Der Aufbau der Cruise Stage.<br>(Bild: NASA, JPL-Caltech)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem 567 Millionen Kilometer weiten Weg bis zum Erreichen unseres äußeren Nachbarplaneten wird <em>Curiosity</em> durch ein Flugmodul (engl. &#8222;Cruise Stage&#8220;) gesteuert. Dieses etwa vier Meter durchmessende Modul verfügt einschließlich des für die bis zu sechs vorgesehenen Kurskorrekturmanöver mitgeführten Treibstoffes über ein Gesamtgewicht von 539 Kilogramm. Das ringförmige Modul besteht aus einer zentralen Aluminiumstruktur und wird durch mehrere rippenförmige Verstrebungen mechanisch stabilisiert. Auf der Oberfläche des Moduls sind insgesamt 12 Solarzellen montiert, welche den Komplex auf dem Weg zum Mars mit Energie versorgen sollen. Noch kurz vor dem Erreichen des Mars sollen die Solarzellen dabei in einer Entfernung von knapp 1,6 <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Astronomische_Einheit" target="_blank" data-wpel-link="external">Astronomischen Einheiten</a> zur Sonne mit einer Effizienz von erwarteten 28,5 Prozent ein Minimum von einem Kilowatt elektrischer Leistung generieren können. Zusätzlich sind mehrere <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lithium-Ionen-Akkumulator" target="_blank" data-wpel-link="external">Lithium-Ionen-Batterien</a> vorhanden, auf deren gespeicherte Energiereserven im Bedarfsfall zurückgegriffen werden kann. Des weiteren ist das Modul mit den Akkumulatoren der Abstiegsstufe und dem <a href="https://www.raumfahrer.net/curiositys-energieversorgung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Energieversorgungssystem des Rovers</a> verbunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das der MMRTG des Rovers auch bereits während der Flugphase eine große Menge an Wärmeenergie abgibt, muss diese Wärme aus dem Inneren der Cruise Stage abgeführt werden, um eine Überhitzung der Systeme zu verhindern. Aus diesem Grund ist das Flugmodul mit zehn <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Radiator" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Radiatoren</a> ausgestattet, welche die überschüssige Wärme in den Weltraum ableiten. Mittels eines komplexen Rohrleitungssystems und einer Pumpe können einige der elektronischen Bauteile der Cruise Stage im Bedarfsfall jedoch auch gezielt beheizt werden, um diese Elemente vor Kälteschäden zu schützen. Für die Ermittlung der aktuell vorherrschenden Temperaturen im Inneren der Cruise Stage und die sich aus diesen Werten ergebende eventuell erforderliche Wärmeregulierung sind mehrere Temperatursensoren vorhanden. Als passive Schutzmaßnahme vor zu niedrigen Temperaturen ist das Innere des Flugmoduls zusätzlich mit diversen Isolationsmatten ausgestattet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während des Fluges zum Mars wird die Raumsonde in eine leichte Rotationsbewegung versetzt. Durch diese <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Spinstabilisierung#Spinstabilisation" target="_blank" data-wpel-link="external">Spinstabilisierung</a>, welche mit einer Rate von etwa zwei Umdrehungen pro Minute erfolgt, behält die Raumsonde während der Flugphase ihre vorgesehene Orientierung im Raum bei. Die Ermittlung der korrekten Ausrichtung im Weltraum erfolgt dabei durch den Einsatz eines <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sternsensor" target="_blank" data-wpel-link="external">Sternsensors</a> und eines zusätzlichen Sonnensensors. Letzterer ermittelt dabei die Position der Sonne im Weltraum, ersterer zeichnet dagegen die Positionen von verschiedenen, zuvor als &#8222;Leitsterne&#8220; festgelegten Fixsternen auf. Durch einen Abgleich der ermittelten Positionen der Sterne im Raum relativ zur Raumsonde kann dabei die Orientierung von <em>Curiosity</em> ermittelt und gegebenenfalls korrigiert werden. Zwecks einer größeren Sicherheit während der Transferphase zum Mars ist das gesamte für die Lagekontrolle zuständige System redundant ausgelegt. Diese Redundanz schützte <em>Curiosity</em> allerdings nicht vor dem Auftreten eines Problems, welches bereits Ende November 2011 durch einen Fehler in der Navigationssoftware ausgelöst wurde. Dieser Fehler konnte allerdings Anfang Februar 2012 durch ein entsprechendes Update der Software behoben werden (<a href="https://www.raumfahrer.net/curiosity-computerproblem-geloest/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>).</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/aeroshell_msl_big-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/aeroshell_msl_a.jpg" alt="" width="300" height="448"/></a><figcaption>Mitarbeiter der Firma Lockheed Martin bei ihrer Arbeit am Aeroshell des Rovers.<br>(Bild: Credit: NASA, JPL-Caltech, Lockheed Martin)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bahnkorrekturmanöver</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Durchführung der bis zu sechs auf dem Weg zum Mars vorgesehenen <a href="https://www.raumfahrer.net/curiosity-kurskorrektur-auf-dem-weg-zum-mars/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Bahnkorrekturmanöver</a> (engl. &#8222;Trajectory Correction Maneuver&#8220;, kurz &#8222;TCM&#8220;) verfügt die Cruise Stage über insgesamt acht Manövertriebwerke, welche mit dem Treibstoff <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hydrazin" target="_blank" data-wpel-link="external">Hydrazin</a> betrieben werden. Durch exakt aufeinander abgestimmte Zündungen der einzelnen Triebwerke kann die Raumsonde im Rahmen eines zu absolvierenden TCMs dabei sowohl die Flugrichtung als auch die Geschwindigkeit verändern. Das Hydrazin ist im Inneren der Cruise Stage in zwei kugelförmigen Tanks gelagert, welche aus einer Titanlegierung bestehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Aeroshell</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die über 4,5 Meter durchmessende, knapp drei Meter hohe und 731 Kilogramm schwere Kapsel (engl. &#8222;Aeroshell&#8220;) des Rovers wurde von der Firma Lockheed Martin hergestellt. Die Aufgabe des Aeroshell besteht einerseits darin, den Rover und die Abstiegsstufe während des Fluges zum Mars vor den widrigen Bedingungen des Weltraums zu schützen. Außerdem wird der Schild den Rover auch während der ersten Phase des Eintritts in die Marsatmosphäre vor den dabei auftretenden Bedingungen abschirmen. Während der EDL-Phase &#8211; dem Eintritt in die Marsatmosphäre, dem Abstieg und der Landung &#8211; dient der obere Teil der Kapsel, der 349 Kilogramm schwere, so genannte &#8222;Backshell&#8220; jedoch in erster Linie der Lageregelung während des Abstieges. Zu diesem Zweck ist die Kapsel mit ebenfalls acht Lagekontrolltriebwerken ausgestattet, welche paarweise angeordnet sind. Die Triebwerke entwickeln einen Schub von etwa 267 Newton und werden ausschließlich zur Kontrolle der Rotation und der Ausballanzierung der Ausrichtung genutzt. Dabei erzeugen sie jedoch keinerlei aktive Bremswirkung. Des weiteren beherbergt die Kapsel verschiedenen Kontrollgewichte, welche während der Abstiegsphase kontrolliert abgestoßen werden. Durch das Abstoßen der Gewichte wird die exakte Ausrichtung des Rovers während des Abstieges gewährleistet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die bikonisch geformte Struktur des Backshell ist in einer Wabenkernbauweise ausgeführt, wobei die verwendeten Platten aus einem kohlenstofffaserverstärktem Graphit-Epoxid-Verbundstoff durch eine Aluminium-Wabenkernstruktur gestützt werden. Die Oberfläche des Backshell bildet ein dünner, ablativer Hitzeschild.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Fallschirm</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/fallschirmtest_msl_2009_big.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/fallschirmtest_msl_2009_a.jpg" alt="" width="300" height="438"/></a><figcaption>Curiositys fast 16 Meter durchmessender Landefallschirm wurde im März und April 2009 im größten auf der Erde verfügbaren Windkanal am Ames Research Center der NASA in Moffet Field/Kalifornien ausführlich getestet.<br>(Bild: NASA, JPL-Caltech)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Des weiteren beherbergt der Aeroshell an seinem oberen Ende einen Behälter. In diesem befindet sich ein Fallschirm, welcher der Abbremsung des Gefährtes in der unteren Schicht der Marsatmosphäre dienen wird. Der Bremsfallschirm ist mit 80 Befestigungsseilen &#8211; jedes verfügt über eine Länge von 45,7 Metern &#8211; mit dem Aeroshell verbunden. Mit einem Durchmesser von fast 16 Metern und einem Gewicht von rund 54 Kilogramm fällt der von der Firma Pioneer Aerospace in South Windsor/Connecticut entwickelte Fallschirm von <em>Curiosity</em> um etwa 10 Prozent größer aus als die Fallschirme, welche bei den Landungen der beiden Vorgängermissionen <em>Spirit</em> und <em>Opportunity</em> im Januar 2004 verwendet wurden. Es handelt sich somit um den größten Fallschirm, welcher bisher bei der Landung auf einem fremden Planeten zu Einsatz kam. <em>Curiositys</em> Fallschirmhalterung ist flexibel konstruiert und kann so die Bewegung und die Vibrationen des Landefallschirms bis zu einem gewissen Maß ausgleichen. Planmäßig wird der Fallschirm, welcher hauptsächlich aus Nylon und Polyester besteht, beim Unterschreiten der Mach-2-Grenze entfaltet und entwickelt eine Bremskraft von bis zu 289 kN.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Hitzeschild</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/hitzeschild_msl_big.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/hitzeschild_msl_a.jpg" alt=""/></a><figcaption>Curiositys Hitzechild.<br>(Bild: NASA, JPL-Caltech, Lockheed Martin)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Den unteren Teil des Aeroshell bildet ein 382 Kilogramm schwerer <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ablativer_Hitzeschild#Nicht_wiederverwendbare_Hitzeschilde" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">ablativer Hitzeschild</a>, welcher den Rover und dessen Abstiegsstufe während des Eintritts in die Marsatmosphäre und der ersten Phase des Abstieges vor den dabei auftretenden Temperaturen von bis zu etwa 2.100 Grad Celsius schützen wird. Mit einem Durchmesser von 4,57 Metern handelt es sich hierbei um den größten Hitzeschild, welcher bisher im Rahmen einer Planetenmission verwendet wurde. Die für den Schild verwendeten Kacheln sind mit einer etwa 2,5 Zentimeter dicken Schicht aus einem Material überzogen, welches als <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Phenolic_impregnated_carbon_ablator#PICA" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Phenolic Impregnated Carbon Ablator</a> (kurz &#8222;PICA&#8220;) bezeichnet wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">PICA basiert auf einer Kohlenstoff-Phenol-Verbindung, welche über ein besonders gutes Verhältnis von der erreichten Schutzwirkung gegenüber dem auftretenden Gewicht verfügt. Das Material wurde bereits in den 1990er Jahren vom Ames Research Center entwickelt und kam am 15. Januar 2006 bei der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stardust_(Sonde)#Landung" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Landung der Rückkehrkapsel</a> der Kometenmission <em>Stardust</em> erfolgreich zum Einsatz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Hitzeschild von <em>Curiosity</em> ist so konzipiert, dass er einer thermischen Belastung von 216 Watt pro Quadratzentimeter, einer mechanischen Scherung von bis zu 540 Pascal und einem beim Durchqueren der Atmosphäre auftretenden Staudruck von etwa 37 Kilopascal wiederstehen kann. In den Schild wurden die 14 Sensoren des MEDLI-Suite integriert, welche während des Eintritts in die Marsatmosphäre und bei deren Durchquerung Druck- und Temperaturdaten sammeln sollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Kommunikation während des Fluges und der Abstiegsphase</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Kommunikation während des Fluges zum Mars und für die Übertragung von Telemetriedaten während des Abstieges durch die Marsatmosphäre sind verschiedenen Antennen vorgesehen. Die Cruise Stage verfügt hierfür über eine &#8222;Medium Gain Antenna&#8220; kurz (&#8222;MGA&#8220;). Diese <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hornstrahler" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Hornantenne</a> muss aufgrund ihrer mittelstark ausgeprägten Richtwirkung beim Senden und Empfangen von Daten grob in die Richtung auf die Erde ausgerichtet sein. Bei einer optimalen Ausrichtung erreicht die MGA einen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Antennengewinn" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Antennengewinn</a> von etwa 18 Dezibel. Der Sendebetrieb erfolgt im Sendemodus bei einer Frequenz von 8401 MHz mit einer Datenrate von bis zu 10 kBit/s. Der Empfang findet bei 7151 MHz statt, wobei die Übertragungsrate bei etwa 1,1 kBit/s liegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der Aeroshell ist mit mehreren Antennen versehen, welche sich im Bereich der Fallschirmhalterung befinden. Für die Kommunikation im Frequenzbereich des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/X-Band#Mikrowellenbereich" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">X-Bandes</a> sind zwei baugleiche Antennen, die &#8222;Parachute Low Gain Antenna&#8220; (kurz &#8222;PLGA&#8220;) und die &#8222;Tilted Low Gain Antenna&#8220; (kurz &#8222;TLGA&#8220;) vorgesehen. Beide Antennen unterscheiden sich lediglich durch die Positionen, an welcher sie an der Struktur befestigt sind. Sie sind so angeordnet, dass jede der Antennen den &#8222;toten Winkel&#8220; der anderen Antenne ausfüllen kann. Die Richtwirkung der PLGA und der TLGA ist sehr gering, so dass im Betriebsmodus keine exakte Ausrichtung in Richtung auf die Erde notwendig ist. Dies hat allerdings zur Folge, dass die erreichbaren Datenübertragungsraten eher gering ausfallen. Zu Beginn des Fluges zum Mars konnten in der Nähe der Erde Daten noch mit 1,1 kBit/s empfangen und mit 11 kBit/s gesendet werden. Mit zunehmender Entfernung zur Erde sinkt die Datenrate jedoch kontinuierlich bis auf lediglich wenige Dutzend Bits pro Sekunde ab. Der Antennengewinn beider Antennen schwankt zwischen 1 und 5 Dezibel, da es durch die Fallschirmhalterung zu erheblichen Reflektionseffekten kommen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der ersten Landephase des Marsrovers findet die Kommunikation im UHF-Bereich über die &#8222;Parachute UHF Antenna&#8220; (kurz &#8222;PUHF&#8220;) statt. Hierbei handelt es sich um einen Komplex von insgesamt acht kleinen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Patchantenne" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Patchantennen</a> welche an der äußeren Verkleidung des Fallschirmbehälters montiert sind. Durch die kreisförmige Anordnung der einzelnen PUHF-Antennen ergibt sich ein im Vergleich zu der PLGA und der TLGA ein sehr stabiles und in alle Richtungen effektiv nutzbares Sendeverhalten. Somit können auch bei dem sehr turbulenten Flug durch die Atmosphäre unseres Nachbarplaneten Telemetriewerte mit einer ausreichenden Geschwindigkeit übertragen werden. Der Antennengewinn der PUHF liegt zwischen minus fünf und plus fünf Dezibel, wobei eine Datenrate von mindestens 8 kBit/s erreicht werden wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Abstiegsstufe</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eingekapselt in den Aeroshell befinden sich der eigentliche Rover und die für dessen letzten Phasen der Landung benötigte, einschließlich des mitgeführten Treibstoffes 1.219 Kilogramm schwere Abstiegsstufe <em>Curiositys</em>. Nach der Abtrennung des Hitzeschildes, des Backshells und des Landefallschirms &#8211; letztere findet in einer Höhe von etwa 1.800 Metern über der Marsoberfläche statt, erfolgt die weitere Abbremsung ausschließlich durch die acht Manövriertriebwerke der Abstiegsstufe, welche zur Ermittlung der exakten Entfernung zur Oberfläche über ein an einem Ausleger montiertes Radarsystem verfügt. Die letzte Phase der Landung erfolgt schließlich durch den &#8222;Sky Crane&#8220;, welcher <em>Curiosity</em> auf den letzten Metern bis zum Erreichen der Oberfläche abseilen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Abstiegsstufe mit einem eigenständigen Kommunikationssystem versehen. Für die Kommunikation im X-Band steht ein als &#8222;Small Deep Space Transponder&#8220; (kurz &#8222;SDST&#8220;) bezeichneter Transmitter zur Verfügung, welcher auf der Technik der beiden Rover <em>Spirit</em> und <em>Opportunity</em> basiert. Die Datenübertragungsrate des SDST wird durch die Elektronik in Abhängigkeit von der Signalqualität automatisch eingestellt und kann zwischen acht und 4.000 Bit pro Sekunde liegen. Des weiteren verfügt die Abstiegsstufe über eine &#8222;Descent Low Gain Antenna&#8220; (kurz &#8222;DLGA&#8220;) und eine &#8222;Descent UHF Antenna&#8220; (kurz &#8222;DUHF&#8220;), mit denen die während des Atmosphärenabstieges gesammelten Telemetriewerte an die beiden NASA-Marsorbiter <em>Mars Reconnaissance Orbiter</em> und <em>Mars Odyssey</em> sowie an den ESA-Orbiter <em>Mars Express</em> übermittelt werden sollen. Ein Teil der Daten wird auch auf direktem Weg an das <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Deep_Space_Network" target="_blank" data-wpel-link="external">Deep Space Network</a> (DSN) der NASA übertragen und von den DSN-Stationen bei Canberra/Australien empfangen werden.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Diskussion zu diesem Artikel</h4>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4218.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Marsrover Curiosity</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10155.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">MSL Rover Curiosity auf Atlas V (541)</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=694.630" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Mars</a></li></ul>



<h4 class="wp-block-heading">Verwandte Webseiten</h4>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://spacenews.com/emcore-photovoltaics-awarded-mars-cruise-stage-solar-panel-manufacturing-contract-from-nasas-jet-propulsion-laboratory-jpl/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Solarzellen Cruise Stage</a></li><li><a href="https://web.archive.org/web/20120809003131/http://www.planetaryprobe.eu/IPPW7/proceedings/IPPW7%20Proceedings/Papers/Session5/p453.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Eintrittskapsel</a></li><li><a href="https://web.archive.org/web/20091222214427/http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA11430" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Aeroshell</a></li><li><a href="https://web.archive.org/web/20221203115128/https://www.nasa.gov/mission_pages/mars/images/msl-20090414.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">JPL: Fallschirmtests</a></li><li><a href="https://science.nasa.gov/resource/the-martians-testing-curiositys-parachute-part-1/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">NASA: Fallschirmtests</a></li><li><a href="https://descanso.jpl.nasa.gov/DPSummary/Descanso14_MSL_Telecom.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">MSL Kommunikationssystem</a></li></ul>
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		<title>Curiositys Energieversorgung</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/curiositys-energieversorgung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Jun 2012 22:00:30 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[MMRTG]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Gegensatz zu den bisherigen Rovermissionen auf dem Mars wird Curiosity nicht mit Solarenergie betrieben. Vielmehr erfolgt die Energieversorgung durch eine Radioisotopenbatterie, welche die bei dem natürlichen Zerfall von radioaktiven Nukliden freigesetzte Wärme in elektrische Energie umwandelt. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: NASA. Der MMRTG Im Gegensatz zu seinen drei Vorgängermissionen auf dem Mars, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Im Gegensatz zu den bisherigen Rovermissionen auf dem Mars wird Curiosity nicht mit Solarenergie betrieben. Vielmehr erfolgt die Energieversorgung durch eine Radioisotopenbatterie, welche die bei dem natürlichen Zerfall von radioaktiven Nukliden freigesetzte Wärme in elektrische Energie umwandelt.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: NASA.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der MMRTG</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zu seinen drei Vorgängermissionen auf dem Mars, den ausschließlich mittels <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Solarzelle" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Sonnenenergie</a> betriebenen Rovern <em>Sojourner</em>, <em>Spirit</em> und <em>Opportunity</em>, verfügt der Marsrover <em>Curiosity</em> als Energiequelle über einen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Radionuklidbatterie" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Radioisotopengenerator</a> der neuesten Generation, einen sogenannten &#8222;Multi-Mission Radioisotope Thermoelectric Generator&#8220; (kurz MMRTG). Dieser MMRTG wandelt die bei dem natürlichen Zerfall von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Radionuklid" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">radioaktiven Nukliden</a> freigesetzte Wärmeenergie in elektrische Energie um.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch diese Art der Energieversorgung, so die Argumentation der NASA, kann <em>Curiosity</em> während seiner gesamten Operationszeit von mindestens 23 Monaten auf der Marsoberfläche rund um die Uhr und zu jeder Jahreszeit kontinuierlich mit Energie versorgt werden und ist dabei zugleich von dem Wettergeschehen auf dem Planeten unabhängig. Somit ergibt sich theoretisch die Möglichkeit, dass sich die <em>Curiosity</em>-Mission als die am längsten aktive, am weitesten auf der Marsoberfläche gefahrene und von ihrem wissenschaftlichen Output her ergiebigste bisherige Forschungsmission auf der Oberfläche unseres äußeren Nachbarplaneten erweisen könnte.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/curiosity_kuenstlerische_darstellung_big.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/curiosity_kuenstlerische_darstellung_a.jpg" alt="" width="300" height="179"/></a><figcaption>Eine künstlerische Darstellung des Marsrovers Curiosity. Dessen Energiequelle, der MMRTG, befindet sich an der Rückseite des Rovers (hier rechts im Bild erkennbar).<br>(Bild: NASA, JPL)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Speziell bedeutet dies, dass ein MMRTG den Vorteil bietet, dass <em>Curiosity</em> auch während des Marswinters (der damit verbundene niedrige Sonnenstand minimiert die Energieaufnahme durch Solarpaneele) oder bei relativ schlechten atmosphärischen Bedingungen (eventuell auftretende Staubstürme verringern die Menge der auf die Planetenoberfläche einfallenden Sonnenstrahlung, so dass weniger Licht die Solarzellen erreicht und in Energie umgewandelt werden kann) aktiv sein wird. Außerdem entfällt bei dieser Art der Energiequelle das während der letzten Jahre bei den Rovern <em>Spirit</em> und <em>Opportunity</em> immer wieder aufgetretene Problem, dass die Solarzellen der Rover im Laufe der Zeit immer mehr mit Staub bedeckt werden, wodurch die täglich generierte Energiemenge auch unabhängig von den gegebenen atmosphärischen oder jahreszeitlichen Bedingungen immer weiter abfällt. Zudem ist ein MMRTG von seinem Gewicht her in seiner Gesamtheit leichter als eine Solarpaneel-Konstruktion, welche eine vergleichbare Energiemenge erzeugen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der für die <em>Curiosity</em>-Mission von den Firmen Boeing und Teledyne Technologies Incorporated (TESI) entworfene und gebaute MMRTG basiert in seinem Prinzip auf den Radioisotopengeneratoren, mit denen in der Vergangenheit bereits verschiedenen andere Raummissionen der NASA erfolgreich betrieben wurden beziehungsweise auch gegenwärtig immer noch aktiv sind (unter anderem <em>Pioneer 10/ 11</em>, <em>Viking 1/ 2</em>, <em>Cassini</em> oder <em>New Horizons</em>).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Curiositys</em> Isotopengenerator verfügt über eine Länge von 67 Zentimetern und über einen Durchmesser von 64 Zentimetern. Sein Gesamtgewicht beläuft sich dabei auf 43 Kilogramm. In seinem Inneren befinden sich acht sogenannte &#8222;General Purpose Heat Source&#8220;-Kapseln (kurz GPHS), welche insgesamt rund 4,8 Kilogramm <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Plutonium(IV)-oxid" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Plutoniumdioxid</a> enthalten. Durch den natürlichen Zerfall des darin enthaltenen Radionuklids Plutonium-238 &#8211; dieses verfügt über eine Halbwertzeit von 87,7 Jahren &#8211; werden in der Anfangsphase der Mission kontinuierlich etwa 2.000 Watt Wärmeenergie freigesetzt. Diese Wärme wird anschließend mittels verschiedener <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Thermoelement" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Thermoelemente</a> in 115 Watt elektrische Energie umgewandelt, was einer Effizienz des Systems von etwa sechs Prozent entspricht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mindestlebensdauer des MMRTG wird von den Herstellern mit einem Zeitraum von 14 Jahren veranschlagt. Bis dahin, so die Berechnungen der an der Mission beteiligten Ingenieure, wird der Ausstoß an gelieferter elektrischer Energie auf einen Wert von dann noch etwa 100 Watt pro Tag absinken. Die dabei erzeugte Gleichspannung liegt bei 28 Volt, was zugleich auch der elektrischen Spannung des Bordnetzes von <em>Curiosity</em> entspricht.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/aufbau_mmrtg_curiosity_big.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/aufbau_mmrtg_curiosity_a.jpg" alt="" width="300" height="190"/></a><figcaption>Der schematische Aufbau des MMRTG von Curiosity<br>(Bild: NASA, DOE)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">In der Anfangsphase der Mission soll der MMRTG von <em>Curiosity</em> auf diese Weise pro Marstag rund 2,5 Kilowattstunden Energie generieren. Die beiden Rover <em>Spirit</em> und <em>Opportunity</em> konnten dagegen mittels ihrer Solarpaneele, welche über eine Gesamtfläche von jeweils 1,3 Quadratmetern verfügen, selbst unter optimalen Bedingungen nur selten mehr als 0,9 kWh pro <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sol_(Marstag)" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Sol</a> generieren. Der in seinen Abmessungen nochmals deutlich kleinere Rover <em>Sojourner</em> musste während seiner Marsmission im Jahr 1997 sogar mit lediglich maximal 0,1 kWh pro Sol auskommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die bei dem natürlichen Zerfall des Plutoniumdioxids freigesetzte Wärme wird zugleich auch als eine Art &#8222;natürliche&#8220; Wärmequelle genutzt, um während der erwarteten kalten Marsnächte &#8211; die Wissenschaftler der NASA gehen davon aus, dass die Außentemperaturen im Operationsgebiet von <em>Curiosity</em> zu bestimmten Zeitpunkten während des Marswinters auf Werte von bis zu unter minus 100 Grad Celsius absinken werden &#8211; ein Auskühlen des Roverinneren zu vermeiden. So können die im Roverchassis platzierten empfindlichen elektronischen Bauteile des Rovers permanent auf einer optimalen Betriebstemperatur gehalten werden, ohne das hierfür die zusätzlich vorhandenen, jedoch relativ energieintensiven internen Heizelemente aktiviert werden müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Batterien des Rovers</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings ist <em>Curiosity</em> nicht ausschließlich von der zu einem bestimmten Zeitpunkt durch das MMRTG gelieferten Energiemenge abhängig. Um auch mehrere in ihrer Einzelheit relativ energieintensive Arbeiten zeitgleich zu tätigen oder verschiedenen Systeme und Instrumente parallel betreiben zu können, ist <em>Curiosity</em> zusätzlich mit zwei <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lithium-Ionen-Akkumulator" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Lithium-Ionen-Batterien</a> ausgestattet, welche über eine Kapazität von jeweils 20 Amperestunden verfügen. Der Hersteller dieser Batterien, die Firma Yardney Technical Products Inc., war unter anderem bereits für die Entwicklung und den Bau der Batterien verantwortlich, welche bei den vorherigen Marsrovern <em>Spirit</em> und <em>Opportunity</em> sowie bei dem Marslander <em>Phoenix</em> eingesetzt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Sicherheit beim Start</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/aufbau_gphs_big.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/aufbau_gphs_a.jpg" alt="" width="300" height="210"/></a><figcaption>Der schematische Aufbau der &#8222;General Purpose Heat Source&#8220;-Kapseln.<br>(Bild: NASA, DOE)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Da das in dem MMRTG enthaltene Plutoniumdioxid hochgradig radioaktiv und für Menschen und Umwelt giftig ist, wurde von der NASA im Vorfeld der <em>Curiosity</em>-Mission ein mehrschichtiges Sicherheitskonzept entwickelt und ungesetzt. Speziell ging es hierbei darum, zu verhindern, dass bei einem eventuellen Fehlstart der Trägerrakete und einem damit verbundenen unkontrollierten Absturz radioaktives Material in die Umwelt freigesetzt wird und diese kontaminiert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Plutoniumdioxid bildet aufgrund seiner chemischen Eigenschaften eine keramische Struktur. Wären die einzelnen Plutoniumblöcke in Folge eines Fehlstarts durch die dabei auftretenden mechanischen Belastungen (unkontrollierter Aufschlag auf dem Boden) zerstört wurden, so wäre es dabei nicht zu feinem Staub zerfallen. Vielmehr wäre es in eine Vielzahl kleinerer Bruchstücke zerbrochen, welche allerdings zu groß ausgefallen wären, um anschließend von Menschen inhaliert zu werden. Zugleich hätte das Plutoniumdioxid auch den bei einem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre auftretenden Temperaturen wiederstehen können, ohne dabei zu verdampfen. Zudem reagiert das Material auf chemischen Wege nur unwesentlich mit den in der irdischen Atmosphäre enthaltenen Stoffen oder mit Wasser.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme wurde das radioaktive Material in die acht &#8222;General Purpose Heat Source&#8220;-Kapseln verpackt, welche jeweils über eine eigene Abschirmung in Form eines kleinen, separaten Hitzeschildes und eines bruchsicheren Gehäuses verfügen. Zusätzlich wurde das verwendete Plutoniumdioxid dabei nochmals in jeweils vier verschiedenen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pellet" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Pellets</a> aufgeteilt. Somit verringerte sich die so bereits minimale Bruchgefahr im Vergleich zu einem einzigen und somit auch größeren &#8222;Plutoniumklumpen&#8220; nochmals. Innerhalb dieser Pellets ist das Plutoniumdioxid von verschiedenen Schichten unterschiedlicher Materialien umgeben, welche durch ihre jeweils hohen Schmelzpunkte und ihre Wiederstandsfähigkeit gegenüber einer Korrosion den Austritt radioaktiven Materials verhindert hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die NASA gab im Vorfeld des Starts der <em>Curiosity</em>-Mission die Wahrscheinlichkeit einer Freisetzung von radioaktiv strahlendem Material im Falle eines Fehlstarts mit einem Wert von 0,4 Prozent an. Selbst in diesem unwahrscheinlichen Fall hätte die dabei auftretende radioaktive Belastung in dem potentiell kontaminierten Gebiet bei einem Wert von lediglich 0,05 bis maximal 0,10 <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sievert_(Einheit)" target="_blank" data-wpel-link="external">Millisievert</a> gelegen. Dies entspricht in etwa der Strahlendosis, welcher sich ein Patient bei einem Zahnarztbesuch im Rahmen einer Röntgenuntersuchung des Kiefers aussetzt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Verwandte Webseiten</h2>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.energy.gov/ne/space-and-defense-power-systems" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">US Department of Energy: Nuclear Space Power Systems</a> (engl.)</li><li><a href="https://arc.aiaa.org/doi/abs/10.2514/6.2006-4187" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Overview of NASA Program on Development of Radioisotope Power Systems with High Specific Power</a> (engl.)</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mars-science-laboratory.pdf" target="_blank" data-wpel-link="internal">Idaho National Laboratory: Fueling the Mars Science Laboratory</a> (engl.) (PDF)</li><li><a href="https://science.nasa.gov/planetary-science/programs/mars-exploration/rover-basics/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">NASA: MSL Power</a> (engl.)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Diskussion zu diesem Artikel</p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4218.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Marsrover Curiosity</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10155.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">MSL Rover Curiosity auf Atlas V (541)</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=694.630" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Mars</a></li></ul>



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