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	<title>Skylab &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Skylab &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<item>
		<title>Puttkamer &#8211; Eine deutsche Raumfahrtlegende ist tot</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/puttkamer-eine-deutsche-raumfahrtlegende-ist-tot/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Dec 2012 20:15:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Apollo]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
		<category><![CDATA[Jesco Freiherr von Puttkamer]]></category>
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		<category><![CDATA[Skylab]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jesco Freiherr von Puttkamer, einer der großen deutschen Raumfahrtvisionäre, ist am 27. Dezember nach einer Grippe im Alter von 79 Jahren in Washington verstorben. Der bis dato dienstälteste NASA-Mitarbeiter war schon zu Apollo-Zeiten unter Werner von Braun für das Mondprogramm mitverantwortlich und arbeitete bis zu seinem Tod im ISS-Programm. Ein Beitrag von Klaus Donath. Quelle: [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Jesco Freiherr von Puttkamer, einer der großen deutschen Raumfahrtvisionäre, ist am 27. Dezember nach einer Grippe im Alter von 79 Jahren in Washington verstorben. Der bis dato dienstälteste NASA-Mitarbeiter war schon zu Apollo-Zeiten unter Werner von Braun für das Mondprogramm mitverantwortlich und arbeitete bis zu seinem Tod im ISS-Programm.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Klaus Donath. Quelle: NASA, wikipedia, Gerhard Kowalski.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/28122012211542_small_300.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/28122012211542_small_26.jpg" alt="Raumfahrer.net" width="260"/></a><figcaption>
Jesco Freiherr von Puttkamer an der FH Aachen im September 2011 
<br>
(Bild: Raumfahrer.net)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Von Puttkamer begann seine Raumfahrtkarriere nach einem Maschinenbau-Studium 1962, als er in die USA auswanderte, um in Huntsville bei der NASA am Apollo-Programm mitzuarbeiten. Auf persönliche Empfehlung durch Werner von Braun berechnete er Flugbahnen für das Mondprogramm. Später arbeitete er tatkräftig an der ersten amerikanischen Raumstation Skylab mit und verfasste bis zu seinem Tod den wöchentlichen ISS-Statusbericht.  </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/puttkamer_400.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/puttkamer_260.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Jesco von Puttkamer. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Immer wieder förderte er die Kooperation zwischen den Raumfahrtbehörden der USA und Russlands. &#8222;Jesco war eine Institution bei der NASA&#8220;, sagte William Gerstenmaier, NASA-Administrator für die bemannte Raumfahrt am Hauptquartier in Washington. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Puttkamer war Träger zahlreicher hoher Auszeichnungen der NASA, unter anderem bekam er 2004 den „Exceptional Service“-Orden. Doch er war nicht nur Ingenieur und tatkräftiger Mitarbeiter, er verfasste als Autor auch zahlreiche Science-Fiction-Romane und Sachliteratur. Auch bei der bekannten Star-Trek-Reihe arbeitete er als technischer Berater für den ersten Film von 1978 bis 1980 mit. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Jesco von Puttkamer pflegte seine deutschen Wurzeln bei zahlreichen Besuchen. So war er von 1983 bis 2000 Honorarprofessor an der FH Aachen und als Beiratsmitglied des <i>Space Education Institute Germany</i> engagierte er sich für die Nachwuchsförderung in seiner Geburtsstadt Leipzig. Zuletzt bezog Puttkamer vor einem Jahr im Spiegel-Interview an der FH Aachen Stellung zur Raumfahrt, von den Anfängen bis in die nahe Zukunft. Der Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Johann-Dietrich Wörner, nannte von Puttkamer einen &#8222;großen Kämpfer für die bemannte Raumfahrt&#8220;. Er hinterlässt seine Ehefrau Ursula, mit der er seit 1961 verheiratet war. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Links zum Thema</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://scilogs.spektrum.de/astrogeo/interview-mit-jesco-von-puttkamer/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Jesco von Puttkamer beim Interview mit Karl Urban </a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie in unserem Forum mit:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=11473.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Thema: Jesco von Puttkamer ist tot </a></li></ul>
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		<title>Saturn 5</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/saturn-5/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Nov 2011 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Historischer Kalender]]></category>
		<category><![CDATA[Lexikon]]></category>
		<category><![CDATA[Mondlandung]]></category>
		<category><![CDATA[Raketen]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sie ist die wohl berühmteste Rakete der Welt und war im wahrsten Sinne des Wortes das &#8222;Arbeitspferd&#8220; des Apollo-Programms: die Saturn 5 brachte die ersten Menschen zum Mond und Amerikas erste Raumstation ins All. Autor: Daniel Maurat. Geschichte Die Geschichte dieses berühmten Trägers begann in Ende der 1950er Jahre, als man in Huntsville, Alabama, unter [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Sie ist die wohl berühmteste Rakete der Welt und war im wahrsten Sinne des Wortes das &#8222;Arbeitspferd&#8220; des Apollo-Programms: die Saturn 5 brachte die ersten Menschen zum Mond und Amerikas erste Raumstation ins All.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Autor: Daniel Maurat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Geschichte</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/saturn5_apollo11.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/saturn5_apollo11.jpg" alt="" width="228" height="362"/></a><figcaption>Start der <em>Saturn 5</em> mit der Seriennummer <em>SA-506</em> am 16. Juli 1969 für die Mission <em>Apollo 11</em>.<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte dieses berühmten Trägers begann in Ende der 1950er Jahre, als man in Huntsville, Alabama, unter Wernher von Braun mit ihren Überlegungen für die Saturn 1 begann. Man hatte schnell eine Reihe von Vorschlägen von Trägern zusammengestellt, mit denen größere Nutzlasten in den erdorbit und darüber hinaus transportiert werden könnten. So gab es zunächst sechs Vorschläge, die <em>Saturn C</em>-Serie:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Die <em>Saturn C-1</em> war im Grunde genommen eine <em>Saturn 1 Block 1</em> mit entsprechender Erststufe.</li><li>Die <em>Saturn C-2</em> ähnelte der <em>Saturn 1 Block 2</em>, doch war zwischen Erststufe und der <em>S-IV</em>-Stufe eine weitere, <em>S-II</em> genannte Stufe. Zusätzlich sollte eine <em>Centaur</em> der <em>Atlas</em>-Rakete als Oberstufe genutzt werden.</li><li>Die <em>Saturn C-3</em> sollte eine neue Erststufe mit zwei Triebwerken vom Typ <em>F-1</em> nutzen. Als Zweitstufe sollte auch eine neue Stufe mit vier Triebwerken vom Typ <em>J-2</em> genutzt werden. Als Drittstufe sollte eine <em>S-IV</em> der <em>Saturn 1 Block 2</em> dienen.</li><li>Die <em>Saturn C-4</em> sollte eine Erststufe mit vier Triebwerken vom Typ <em>F-1</em> und eine <em>S-IVB</em>-Drittstufe der <em>Saturn 1B</em> nutzen. Sonst glich die der <em>Saturn C-3</em>.</li><li>Die <em>Saturn C-5</em> sollte eine Erststufe mit fünf Erststufentriebwerken vom Typ <em>F-1</em> nutzen, sowie eine Zweitstufe ähnlich der <em>Saturn C-3</em> oder der <em>Saturn C-4</em>, aber mit fünf Triebwerken. Die Drittstufe sollte eine <em>S-IVB</em> sein.</li><li>Die <em>Saturn C-8</em> war das Monster der <em>Saturn C</em>-Varianten. Die Erststufe sollte von acht <em>F-1</em> angetrieben werden, die Zweitstufe von acht <em>J-2</em>. Als Drittstufe war die <em>S-IVB</em> geplant.</li></ul>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/s_ic.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/s_ic.jpg" alt="" width="254" height="323"/></a><figcaption>Die Erststufe <em>S-IC</em> für die Mission <em>Apollo 10</em> im <em>Vehicle Assembly Building</em>.<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem im April 1961 Juri Gagarin als erster Mensch in den Weltraum startete, war das für die USA ein herber Schlag in ihr Selbstbewusstsein. Als Folge verkündete im Mai 1961 der damalige Präsident John F. Kennedy, dass die USA &#8222;bis zum Ende des Jahrzehnts einen Menschen zum Mond und sicher zur Erde zurückbringen&#8220; würde. Damit gab er der NASA die damals wie heute verrückt klingende Aufgabe, innerhalb von acht Jahren eine Rakete, ein Raumschiff, einen Lander sowie die ganze Infrastruktur zu entwickeln und zu bauen und dann noch zum Mond zu fliegen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/s_ii.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/s_ii.jpg" alt="" width="237" height="243"/></a><figcaption>Eine <em>S-II</em>-Stufe für die Mission <em>Apollo 6</em> bei der Integration im <em>VAB</em>.<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juli 1962 wählte die NASA schließlich die <em>Saturn C-5</em> dafür aus, zum Mond zu starten. Zur gleichen Zeit hat sich nämlich die Meinung durchgesetzt, die so genannte &#8222;lunare Rendezvoustechnik&#8220; anstatt den &#8222;direkten Aufstieg&#8220; oder die &#8222;Erdrendezvoustechnik&#8220; als Basis für den Flug zum Mond zu nehmen. Der große Vorteil dieser Rakete ist, dass sie aus zwei einzelnen, spezialisierten Raumschiffen besteht, einer Kapsel für die Besatzung, in der sie starten und landen, sowie einem leichten Lander, mit dem sie auf dem Mond landen und zur Kapsel zurückkehren. Dafür müssten sie aber eine Reihe von Kopplungsmanövern durchführen, was damals als großer Herausforderung gesehen wurde. Dennoch sah man dies als die einfachste Möglichkeit an, Kennedys Traum zu erfüllen, als wie beim &#8222;direkten Aufstieg&#8220; mit dem ganzen Raumschiff auf dem Mond zu landen und somit eine noch monströsere Rakete als schon die <em>Saturn C-5</em> es war entwickeln zu müssen oder das Raumschiff wie im &#8222;Erdrendezvousmanöver&#8220; mit mehreren Starts im Erdorbit aufzubauen, wobei man zwar nicht so große Raketen brauchte, aber noch mehr Kopplungen durchführen müsste als beim &#8222;lunaren Rendezvousmanöver&#8220;. Die NASA benannte die <em>Saturn C-5</em> um, und zwar in <em>Saturn 5</em>.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/s_ivb_s5.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/s_ivb_s5.jpg" alt="" width="214" height="308"/></a><figcaption>Eine <em>S-IVB</em>-Drittstufe bei der Integration mit einer <em>Saturn 5</em>.<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das größte Problem bei der Entwicklung war ganz klar die Nutzlast: die Rakete sollte 47 t Nutzlast zum Mond bringen bzw. 118 t in die Erdumlaufbahn. Dies war für die damalige Zeit eine astronomisch große Nutzlast. Somit musste die Rakete sehr groß ausfallen. Doch damit brauchte man große Stufen mit großen Tanks sowie starke Triebwerke. Man plante etwa 10 m im Durchmesser messende Tanks für die ersten zwei Stufen. Doch die zu schweißen war eine Herausforderung. Ein weiteres Problem war das Erststufentriebwerk, das <em>F-1</em>. Ein einzelnes Triebwerk sollte auf Meereshöhe einen Schub von über 6.700 kN liefern, und die Erststufe, die so genannte <em>S-IC</em> (für <em>Saturn-IC</em>) sollte gleich fünf dieser Monster als Triebwerke bekommen. Doch hat man bisher nur Triebwerke entwickelt, die nur ein Sechstel dieses Schubes hatten, und zwar in Form der Triebwerke der <em>Titan 2</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus brauchte man ein neues kryogenes Triebwerk, das <em>J-2</em>. Dieses sollte aber zunächst mitsamt der gesamten Drittstufe, die <em>S-IVB</em> der Rakete auf der <em>Saturn 1B</em> getestet werden. Die Zweitstufe, die <em>S-II</em> sollte fünf <em>J-2</em> als Antrieb nutzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entwicklung der Rakete an sich lief für die Zeit unerwartet reibungslos ab, aber es kam dennoch zu Rückschlägen. So explodierte eine <em>S-IVB</em>-Stufe am 29. Januar 1967, also zwei Tage nach dem Unfall von <em>Apollo 1</em>. Es stellte sich heraus, dass eine Schweißnaht in einem Helium-Druckbehälter der Stufe aufgrund unsauberer Verarbeitung gerissen ist und so die gesamte Stufe in die Luft jagte. Doch nachdem man den Fehler behoben hatte, lief alles wieder rund.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie schon im <em>Saturn 1</em>-Artikel beschrieben, hatte die Saturn 5 ein Nummerierungssystem. Diese dreistellige Nummer bezeichnete den eingesetzten Träger sowie die Flugnummer der Rakete. So bezeichnet die Nummer <em>SA-506</em> die <em>Saturn 5</em>, mit der die Mission <em>Apollo 11</em> zur ersten Mondlandung aufbrach.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Versionen</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/saturn5_skylab.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/saturn5_skylab.jpg" alt="" width="217" height="338"/></a><figcaption>Ster der Raumstation <em>Skylab</em> mit der letzten <em>Saturn 5</em> am 14. Mai 1973.<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die <em>Saturn 5</em> flog in insgesamt zwei Versionen:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Die <em>Saturn 5</em> war die am häufigsten eingesetzte Version. Sie flog zwischen 1967 und 1972 zwölf Mal, wobei nur zwei Flüge unbemannt waren. Alle anderen führten an der Spitze eine <em>Apollo</em>-Kapsel mit drei Mann Besatzung mit sich. Dabei gingen von diesen zwölf Flügen ganze neun in Richtung Mond. Nur die ersten zwei Testflüge sowie <em>Apollo 9</em> blieben im Erdorbit. Mit einer Höhe von 111 m hält sie auch heute noch den Weltrekord als höchste Rakete und war etwa so hoch wie ein 30-stöckiges Haus. Im Laufe der Mondlandungen wurde die <em>Saturn 5</em> immer weiter verbessert und konnte am Ende über 49 t zum Mond transportieren.</li><li>Die <em>Saturn 5 (2 st.)</em>, auch als <em>Saturn 5 INT 21</em> bekannt, entsprach der <em>Saturn 5</em>, hatte aber keine <em>S-IVB</em>-Drittstufe, sondern transportierte dafür die Raumstation <em>Skylab</em> in den Weltraum. Sie startete als letzte <em>Saturn 5</em> im Jahr 1973.</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Technik</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <em>Saturn 5</em> nutzte drei Stufen:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Die <strong>Erststufe</strong>, die <em>S-IC</em>, war und ist die wohl stärkste Stufe, die bisher gebaut wurde. Die von <em>Boeing</em> gebaute Stufe war 42,06 m lang, hatte einen Durchmesser von 10,06 m und wog voll betankt 2.286,2 t. Die fünf Triebwerke vom Typ <em>Rocketdyne F-1</em>, welche wie die Augen auf einem Würfel ab der Stufe befestigt wurden, lieferten je einen Schub von 6.747,5 kN, zusammen also 33.737,5 kN und brannten für 161 Sekunden. Dabei wurde das mittlere Triebwerk schon 30 Sekunden vor Brennschluss abgeschaltet, um so dem gefürchteten POGO-Effekt (Verstärkung von Schwingungen der Treibstoffleitungen) entgegenzuwirken. Auch war dieses Triebwerk nicht schwenkbar, während die restlichen vier kardanisch aufgehängt wurden und so die Rakete steuern konnte. Das <em>F-1</em> ist auch heute noch das stärkste Einkammertriebwerk, das je entwickelt wurde. Als Treibstoff nutzte die <em>S-IC</em> <em>RP-1</em> (Kerosin) und als Oxydator <em>LOX</em> (flüssiger Sauerstoff).</li><li>Die <strong>Zweitstufe</strong>, die <em>S-II</em>, war und ist die größte kryogene Stufe, die bisher gebaut wurde. Die von <em>North American Aviation</em> gebaute Stufe war 24,85 m lang, hatte einen Durchmesser von 10,06 m und wog voll betankt 490.79 t. Die fünf Triebwerke vom Typ <em>Rocketdyne J-2</em>, welche schon auf der <em>Saturn 1B</em> genutzt wurden, lieferten je einen Schub von 1.033 kN, also zusammen 5.165 kN, und brannten für 390 Sekunden. Wie bei der Erststufe wurde ein Triebwerk noch vor dem Brennschluss, etwa 30 Sekunden davor, der restlichen vier abgeschaltet Die Triebwerke waren genauso angebracht wie bei der <em>S-IC</em>, wobei auch das mittlere Triebwerk nicht schwenkbar, wohl aber die vier äußeren. Als Treibstoff nutzte sie <em>LH<sub>2</sub></em> (flüssiger Wasserstoff) und als Oxydator <em>LOX</em>.</li><li>Die <strong>Drittstufe</strong>, die <em>S-IVB</em>, glich der Zweistufe der <em>Saturn 1B</em>, hatte aber eine neue Isolierung im Tank, um so die Verdampfung des kryogenen Treibstoff und des kryogenen Oxydators zu minimieren. Sie war 17,8 m lang, hatte einen Durchmesser von 6,61 m und wog voll betankt 119 t. Das einzelne Triebwerk vom Typ <em>Rocketdyne J-2</em> lieferte für eine Brenndauer von 475 Sekunden einen Schub von 1.033 kN. Die Stufe verfügte über ein zusätzliches Steuerungssystem, da das einzelne Triebwerk nicht die Steuerung über die Rollachse bewältigen konnte (man bräuchte mindestens zwei). Als Treibstoff nutzte sie <em>LH<sub>2</sub></em>, als Oxydator <em>LOX</em>.</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Starts</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/sa_500f.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/sa_500f.jpg" alt="" width="342" height="268"/></a><figcaption>Das Testmodell <em>SA-500F</em> auf dem Weg zur Startrampe.<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die <em>Saturn 5</em> startete zwischen dem 9. November 1967 und dem 14. Mai 1973 insgesamt 13 Mal, und das jedes Mal erfolgreich. Das war für die damalige Zeit sehr außergewöhnlich, da sonst jeder andere Träger eine Reihe von Fehlstarts verbuchen musste. Diese konnten aber durch rigorose Testreihen verhindert werden. Als Startplatz nutzte man stets die eigens gebaute Startrampe <em>LC 39</em> des extra für das <em>Apollo</em>-Programms gebaute <em>Kennedy Space Center</em>s. <em>LC 39</em> bestand wiederum aus zwei Startrampen, nämlich <em>LC 39A</em> und <em>LC-39B</em>. Dabei wurde <em>LC-39B</em> lediglich einmal von der <em>Saturn 5</em> benutzt, nämlich für den Start von <em>Apollo 10</em> im Mai 1969. Dagegen kann sich <em>LC 39A</em> damit rühmen, dass von ihr die erste bemannte Mondlandung, <em>Apollo 11</em> ihren Anfang nahm. Um die monströse Rakete zusammenbauen zu können, baute man das <em>Vehicle Assembly Building</em> (<em>VAB</em>), eine über 160m große Bauhalle, in der die Rakete zusammengebaut und dann zur Rampe gefahren wurde. Dieser ganze Prozess wurde zwischen Mai und Oktober 1965 mit dem Modell <em>SA-500F</em> getestet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ersten zwei Starts am 9. November 1967 und am 4. April 1968 waren reine, unbemannte Testflüge. Während der erste Flug, <em>Apollo 4</em>, mit der <em>SA-501</em> perfekt verlief, war <em>Apollo 6</em> mit der <em>SA-502</em> weniger Glück vergönnt. Probleme aufgrund des POGO-Effektes führen fast dazu, dass die Mission abgebrochen werden musste. Auch eine Simulation des Mondeinschusses nach zwei Erdumkreisungen schlug fehl, da die <em>S-IVB</em>-Stufe nicht zündete. Somit musste das Servicemodul des <em>Apollo</em>-Raumschiffes diese Aufgabe übernehmen, wobei sie freilich nicht das angestrebte Apogäum von 22.000 km erreichen konnte. Um trotzdem den Hitzeschild des Raumschiffes testen zu können, wurde das Apogäum niedriger gewählt und die Kapsel erreichte dennoch sicher die Erde.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/skylab.jpg" data-rel="lightbox-image-6" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/skylab.jpg" alt="" width="343" height="279"/></a><figcaption>Die letzte Nutzlast der <em>Sautrn 5</em>: die Raumstation <em>Skylab</em>.<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der dritte Flug der <em>Saturn 5</em> sollte der erste bemannte Einsatz der Rakete sein und das gesamte Equipment, also <em>Apollo</em>-Raumschiff und Mondlander, im Erdorbit testen. Doch beunruhigten die NASA und Wernher von Braun ein Bericht der CIA und Nachrichten von <em>Grumman</em> im zweiten Halbjahr des Jahres 1968: zunächst wurde klar, das <em>Grumman</em> den Mondlander für die Mission <em>Apollo 8</em> nicht liefern können würde. Somit dachte man darüber nach, anstatt in den Erdorbit einfach mit dem <em>Apollo</em>-Raumschiff, welches schon einsatzbereit war, zum Mond zu fliegen und dort in einen Orbit zu gehen. Zudem entdeckte man auf Fotoaufnahmen eines Spionagesatelliten im sowjetischen Baikonur eine Rakete, die von den Dimensionen der <em>Saturn 5</em> entsprach. Wie sich nach dem Zerfall der UdSSR herausstellte, handelte es sich dabei um die <em>N-1</em>, mit der Russland zum Mond wollte. Die NASA bekam Panik und wollte so schnell wie möglich zum Mond, wenn auch nur in einen Orbit, um so zu zeigen, dass man diesen Wettlauf gewinnen würde. So startete der erste bemannte Einsatz, <em>Apollo 8</em>, am 21. Dezember 1968 gleich zum Mond mit der <em>SA-503</em>. Zu Heiligabend sendete die Besatzung des Raumschiffes, bestehend aus Kommandant Frank Borman, Pilot Jim Lovell und 2. Pilot William Anders am Heiligabend 1968 eine geschichtsträchtige Botschaft aus dem Mondorbit zur Erde und sahen als erste Menschen mit eigenen Augen die von der Erde nicht sichtbare Rückseite des Mondes. Am 27. Dezember 1968 landete <em>Apollo 8</em> wieder sicher auf der Erde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit <em>Apollo 9</em> holte die NASA ab dem 3. März 1969 das Programm nach, welches schon für <em>Apollo 8</em> geplant war. Dabei war dies der vorletzte Flug einer <em>Saturn 5</em>, der den Erdorbit als Ziel hatte. Bei diesem Flug wurden alle Komponente im Erdorbit getestet. Dabei wurde für den Start die <em>SA-504</em> eingesetzt. Am 18. Mai 1969 startete <em>Apollo 10</em> mit der <em>SA-505</em>, die als Generalprobe für die erste Mondlandung gilt. Dabei flog man zum Mond und näherte sich diesem im Landemodul bis auf eine Höhe von 15 Kilometer. Nach ihrer Rückkehr am 26. Mai 1969 war man nun bereit, Kennedys Traum zu erfüllen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/apollo11-1.jpg" data-rel="lightbox-image-7" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/apollo11-1.jpg" alt="" width="401" height="401"/></a><figcaption>Das Ziel des <em>Apollo</em>-Programms ist erreicht: &#8222;Buzz&#8220; Aldrin steht auf dem Mond, aufgenommen von seinem Kollegen Neil Armstrong, dem ersten Menschen auf dem Mond, am 21. Juli 1969.<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ihren berühmtesten Einsatz hatte die <em>Saturn 5</em> am 16. Juli 1969. Die <em>Saturn 5</em> mit der Seriennummer <em>SA-506</em> hatte an der Spitze die Kommandokapsel mit dem Namen <em>Columbia</em> und den Lander mit dem Namen <em>Eagle</em> an Bord. Die Mission, zu der sie starten sollte, war keine geringere als <em>Apollo 11</em>, die erste Mondlandung. Die <em>SA-506</em> transportierte Kommandant Neil Armstrong, Landerpilot Edwin &#8222;Buzz&#8220; Aldrin und Kommandomodulpilot Michael Collins zum Mond. Für den Start waren über eine Million Menschen nach Cape Kennedy (so der damalige Name für Cape Canaveral, benannt nach John F. Kennedy, der 1963 ermordet wurde) und weitere 500 Millionen schauten das Spektakel im Fernseher an. Den Mond erreichen sie am 19. Juli 1969. Einen Tag später, am 20. Juli 1969, begannen Armstrong und Aldrin ihren historischen Anflug zum Mond. Auf diesen landeten sie um 22:17.58 MESZ. Armstrong betrat den Mond schließlich am 21. Juli 1969 um 4:56.20 MESZ (in den USA war es noch der 20. Juli), wobei ihm 500 Millionen Menschen zuschauten. Seine ersten Worte, &#8222;That`s one small step for (a) man, but giant leap for mankind&#8220; (Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit) sind heute weltberühmt und jedes Kind kennt sie. Kurz darauf betrat auch Aldrin den Mond und beide verbrachten 2 Stunden außerhalb der <em>Eagle</em> und sammelten dabei 21 kg Mondgestein und stellten eine Reihe von Experimente auf. Nach etwa 21 Stunden auf dem Mond starteten sie wieder vom Mond und koppelten mit der <em>Columbia</em>, in der Collins die ganze Zeit Wache hielt, wieder an. Am 24. Juli 1969 landete <em>Apollo 11</em> wieder sicher im Pazifik. Nach einer 40-tägigen Quarantäne, bei der sie schon begeistert empfangen wurden, reisten sie durch die ganzen USA, um von den Menschen bejubelt zu werden.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/csm.jpg" data-rel="lightbox-image-8" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/csm.jpg" alt="" width="290" height="230"/></a><figcaption>Eine entscheidende Nutzlast der <em>Saturn 5</em>: das <em>Apollo</em>-Raumschiff, auch bekannt als <em>CSM</em>. Hier das <em>CSM</em> der Mission <em>Apollo 15</em>.<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar war Kennedys Traum erfüllt, doch war das Apollo-Programm bei weitem noch nicht beendet. So startete schon am 14. November 1969 die <em>Saturn 5</em> mit der Seriennummer <em>SA-507</em> zur zweiten Mondlandung, <em>Apollo 12</em>. Doch schlugen kurz nach dem Start gleich zwei Blitze in die Rakete ein und setzen den Bordcomputer kurzzeitig außer Gefecht. Doch konnte die Rakete und die Besatzung ihre Mission ohne Probleme durchführen und man landete auf dem Mond.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Start der <em>SA-508</em> zur Mission <em>Apollo 13</em> am 11. April 1970 war der problematischste seit dem Start von <em>Apollo 6</em>. Beim Betrieb der zweiten Stufe fielen zwei Triebwerke aus und es sah kurzzeitig so aus, als müsste man die Mission abbrechen. Doch konnte man die Mission nichtsdestotrotz fortführen. Doch das Drama begann erst später. Am 13. April 1970 explodierte ein Sauerstofftank des Servicemoduls und machte somit die Mission zu einem Kampf ums Überleben. Doch die Besatzung und die Missionskontrolle meisterten all ihnen in den Weg gelegten Schwierigkeiten und so kam die Besatzung sicher zur Erde zurück und machte <em>Apollo 13</em> laut Leiter der Missionskontrolle, Gene Kranz, zum &#8222;erfolgreichsten Fehlschlag&#8220; der NASA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/saturn5_apollo17.jpg" data-rel="lightbox-image-9" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/saturn5_apollo17.jpg" alt="" width="258" height="457"/></a><figcaption>Start der letzten bemannten <em>Saturn 5</em> mit <em>Apollo 17</em> an Bord.<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen 1971 und 1972 starteten nur noch vier <em>Saturn 5</em> mit den Seriennummern <em>SA-509</em>, <em>SA-510</em>, <em>SA-511</em> und <em>SA-512</em> für die Missionen <em>Apollo 14</em>, <em>Apollo 15</em>, <em>Apollo 16</em>, und <em>Apollo 17</em> zum Mond. Der Start von <em>Apollo 17</em> war der wohl spektakulärste, da dies der einzige Nachtstart der <em>Saturn 5</em> war. Mit ihr endete die Ära der Apollo-Flüge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem man das <em>Apollo</em>-Programm um drei Flüge verkürzt hat, standen fünf Raketen vom Typ <em>Saturn 1B</em> und drei <em>Saturn 5</em> zur Verfügung für weitere Missionen. So entschied man, mit der <em>SA-513</em> die erste amerikanische Raumstation, <em>Skylab</em>, zu starten. Dafür ersetzte man die <em>S-IVB</em>-Drittstufe durch die Raumstation, die auf eben jener <em>S-IVB</em> basierte. Dieses Gespann startete zur Mission <em>Skylab 1</em> am 14. Mai 1973 und war damit der letzte Start einer <em>Saturn 5</em>. Doch verlief diese Mission nicht ganz so erfolgreich wie erhofft. 63 Sekunden nach dem Start riss die Meteoriten- und Hitzeschutzverkleidung der Raumstation ab und mit ihr einen Solarzellenflügel. Der zweite wurde eingeklemmt und konnte im Erdorbit nicht entfaltet werden. Die Temperatur in der Raumstation stieg und man musste sich schnell einfallen lassen, wie man die Station retten könnte. Die Notreparaturen führe die erste Besatzung, <em>Skylab 2</em>, Ende Mai 1973 durch und rettete so die Raumstation.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/saturn5_all.jpg" data-rel="lightbox-image-10" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/saturn5_all.jpg" alt="" width="426" height="229"/></a><figcaption>Alle Starts der <em>Saturn 5</em> auf einem Bild: von <em>Apollo 4</em> bis zu <em>Skylab</em>.<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Geplante Versionen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es waren eine Reihe von Versionen der <em>Saturn 5</em> geplant. So war zunächst geplant, anstatt der <em>S-IVB</em> eine nukleare Oberstufe mit dem Triebwerk <em>NERVA</em> einzusetzen. Doch wurde dieses Vorhaben aufgegeben. Später gab es eine Reihe von Pläne, die <em>Saturn 5</em> noch leistungsfähiger zu machen. So gab es Versionen, die zusätzlich als Booster noch die <em>SRBs</em> des Space Shuttles nutzen sollten und die Stufen sollten in der Leistung gesteigert werden. Doch wurden diese Pläne vor allem wegen fehlender Ziele und knapper Finanzierungslage aufgrund des anlaufenden Space Shuttle-Programms aufgegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Artikel:</strong></p>



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		<title>Saturn 1</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/saturn-1/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Nov 2011 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Historischer Kalender]]></category>
		<category><![CDATA[Lexikon]]></category>
		<category><![CDATA[Mondlandung]]></category>
		<category><![CDATA[Raketen]]></category>
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		<category><![CDATA[Apollo]]></category>
		<category><![CDATA[Nutzlast]]></category>
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		<category><![CDATA[Triebwerke]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sie war eine der Stützen des Apollo&#8211; und des Skylab-Programms: die Saturn 1 brachte nicht nur die ersten bemannten Apollo-Kapseln ins All, sondern versorgte auch die Raumstation Skylab. Autor: Daniel Maurat. Geschichte Die Geschichte dieses Trägers begann schon im April 1957, also noch vor dem Start von Sputnik 1. Bei der Army Ballistic Missile Agency [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading" id="sie-war-eine-der-stutzen-des-apollo-und-des-skylab-programms-die-saturn-1-brachte-nicht-nur-die-ersten-bemannten-apollo-kapseln-ins-all-sondern-versorgte-auch-die-raumstation-skylab">Sie war eine der Stützen des <em>Apollo</em>&#8211; und des <em>Skylab</em>-Programms: die <em>Saturn 1</em> brachte nicht nur die ersten bemannten <em>Apollo-Kapseln ins All, sondern versorgte auch die Raumstation <em>Skylab</em>.</em></h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Autor: Daniel Maurat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Geschichte</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/s_i.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/s_i.jpg" alt="" width="219" height="157"/></a><figcaption>Eine <em>S-I</em>-Stufe in der Produktion.<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/saturn1b_as210.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/saturn1b_as210.jpg" alt="" width="231" height="412"/></a><figcaption>Die letzte <em>Saturn 1B</em> auf dem Weg zur Startrampe im Juli 1975. Gut erkennbar ist der <em>Milkstool</em>.<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte dieses Trägers begann schon im April 1957, also noch vor dem Start von <em>Sputnik 1</em>. Bei der <em>Army Ballistic Missile Agency</em> (<em>ABMA</em>) in Huntsville, Alabama, begann man damit, Pläne für eine neue Rakete zu machen, welche die Nutzlastkapazität der bisherigen amerikanischen Trägerraketen in den Schatten stellen sollte. Als Programmleiter wählte man den wohl berühmtesten Raketenkonstrukteur überhaupt aus: der Deutsche Wernher von Braun, welcher schon für das Nazi-Regime die <em>V-2</em> entwickelte und nach dem Krieg nach Amerika kam, um dort die <em>Redstone</em>-Rakete zu entwickeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Braun wollte zunächst schon bewährte Elemente benutzen, um die neue Rakete zu bauen. Man einigte sich schnell bei er Erststufe auf folgende Konstruktion: eine Erststufe der Jupiter-Mittelstreckenrakete ohne Triebwerk bildete das Rückgrat der Rakete. Um dieses Rückgrat herum wurden kreisförmig acht <em>Redstone</em>-Raketen angebracht. Dabei bildeten vier Außentanks und die Zentralstufe die Oxydatortanks, während die restlichen vier Außentanks als Treibstofftanks dienten. Als Triebwerk sollte ein modifiziertes Triebwerk der <em>Jupiter</em> genutzt werden. Dabei sollten vier Triebwerke im Zentrum der Stufe starr montiert werden, während vier weitere Triebwerke im Abstand von 90° zueinander an der Peripherie der Stufe angebracht wurden. Diese wurden kardanisch aufgehängt, um somit die Rakete lenken zu können.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/saturn1_sa4.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/saturn1_sa4.jpg" alt="" width="183" height="369"/></a><figcaption>Eine <em>Saturn Block 1</em> vor dem Flug <em>Sa-4</em> auf der Startrampe.<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die ganze Rakete bekam zunächst die Bezeichnung <em>Juno V</em>. Dieser Name deutete zwar auf den Ursprung auf die <em>Juno</em> (<em>Jupiter</em> / <em>Redstone</em>)-Raketen, bldete aber einen großen Entwicklungsfortschritt im Gegensatz zu den bisherigen amerikanischen Raketen. Die <em>Juno V</em> sollte als Zweitstufe noch eine Erststufe der <em>Titan 1</em>-Interkontinentalrakete und als Drittstufe eine kyrogene Oberstufe vom Typ <em>Centaur</em>, welche sich schon in der Entwicklung für die <em>Atlas</em>-Rakete befand, nutzen. Im November 1958 übernahm schließlich die NASA das Programm. Die Rakete bekam darauf einen neuen Namen: <em>Saturn</em>. Dieser wurde gewählt, um darauf hinzudeuten, dass dies eine neue Generation von Trägern war und die ersten Trägerraketen vom Typ <em>Jupiter</em> beerben sollte.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/s_iv.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/s_iv.jpg" alt="" width="341" height="270"/></a><figcaption>Eine <em>S-IV</em>-Stufe vor der Integration auf der Startrampe.Gut erkennbar sind die sechs <em>RL-10</em>-Triebwerke.<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Doch zunächst gab es eine Reihe von Vorschlägen, wie die neue Rakete aussehen sollte. Ein erster Entwurf, die <em>Saturn A-1</em>, basierte noch auf dem <em>Juno V</em>-Konzept, welches von Braun bevorzugte. Auch eine Version, bei der eine Zweitstufe auf vier gebündelten <em>Titan 1</em>-Erststufen verwendet werden sollte, war im Bespräch. Die NASA entschied sich schließlich im Einvernehmen mit von Braun für die so genannte <em>Saturn C-1</em>. Diese war zunächst nur die Erststufe, welche inzwischen den Namen <em>S-I</em> (für <em>Saturn-I</em>) hatte. Später wurde eine neue kryogene Zweitstufe hinzugefügt, die so genannte <em>S-IV</em>. Diese war zwar eine Neuentwicklung, nutzte aber die für die <em>Centaur</em> entwickelten Triebwerke vom Typ <em>RL-10</em> nutzen. Insgesamt sollten sechs dieser Triebwerke die neue Stufe antreiben. 1961 schließlich gab der US-Präsident John F. Kennedy unter dem Eindruck des Starts von Juri Gagarin bekannt, dass die USA bis zum Ende der 1960er Jahre bemannt auf dem Mond landen würde. Dazu wählte die NASA die neue <em>Saturn</em> als Träger. Diese bekam nun den Namen <strong>Saturn I</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juli 1962 gab die NASA bekannt, dass man das so genannte lunare Rendezvous durchführen wolle. Dazu bräuchte man die gigantische Saturn 5-Rakete. Da sie aber so viele neue Technologien nutzen sollte, dass man zum einem diesen Entwicklungssprung für nicht verantwortlich ansah, zum anderen aber die Raumkapsel und den Mondlander des Apollo-Programms auch ohne die neue Rakete testen wollte, brauchte man eine Alternative zum Test dieser Elemente, da die bisherige Saturn 1 nicht genügend Nutzlastkapazität besaß, um diese zu starten. So beschloss man, die neuentwickelte Oberstufe der Saturn 5, die S-IVB, mit einer modifizierten S-I-Erststufe der Saturn 1 zu starten. Daraus entstand die Saturn 1B, welche für das Apollo- und später das Skylab-Programm und den ASTP-Flug unverzichtbar wurde. Die neue <em>S-IVB</em> war größer als ihr Pendant bei der <em>Saturn 1</em> und nutzte nun ein einzelnes Triebwerk vom Typ <em>J-2</em>, welches alleine mehr Schub hatte als die sechs <em>RL-10</em>-Triebwerke der <em>S-IV</em> zusammen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/s_ib.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/s_ib.jpg" alt="" width="208" height="361"/></a><figcaption>Eine <em>S-IB</em>-Stufe vor der Integration auf der Startrampe.<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/s_ivb.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/s_ivb.jpg" alt="" width="265" height="214"/></a><figcaption>Eine <em>S-IVB</em>-Stufe in der Montagehalle.<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die neue Rakete hatte zwei eigens entwickeltes Nummerierungssystem, um die einzelnen Versionen und Flüge auseinanderzuhalten.</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Das erste Nummerierungssystem war relativ einfach. Am Anfang stand das Kürzel SA-, welche von der zweistelligen Flugnummer gefolgt wurde, so war der Flug SA-5 der fünfte Flug einer Saturn 1. Es wurde nur für die Saturn 1 eingesetzt.</li><li>Das zweite Nummerierungssystem war eine Weiterentwicklung des ersten. So wurde das anfängliche Kürzel ersetzt durch das neue Kürzel AS- für Apollo Saturn. Dahinter stand eine dreistellige Zahl. Die erste Ziffer dieser Zahl bezeichnete dabei die eingesetzte Saturn-Version. Dabei stand die &#8222;1&#8220; für die Saturn 1, die &#8222;2&#8220; für die Saturn 1B und die &#8222;5&#8220; für die Saturn 5. Die zwei nachfolgenden Nummern standen wieder für den Flug beziehungsweise für die Rakete. So war der Flug AS-205 der fünfte Flug einer <em>Saturn 1B</em>, wobei die erste bemannte <em>Apollo</em>-Mission, <em>Apollo 7</em>, gestartet wurde.</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Versionen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <em>Saturn 1</em> flog in insgesamt drei Versionen:</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/saturn1_sa5.jpg" data-rel="lightbox-image-6" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/saturn1_sa5.jpg" alt="" width="223" height="398"/></a><figcaption>Der erste Start einer <em>Saturn 1 Block 2</em> im Januar 1964<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<ul class="wp-block-list"><li>Die Saturn 1 Block 1 war eine S-I-Stufe ohne eine zusätzliche Zweitstufe, sondern mit Ballast zur Simulation eines Fluges. Sie flog zwischen dem 17. Oktober 1961, also nur fünf Monate nach dem ersten Flug eines amerikanischen Astronauten, bis zum 28. März 1963. Dabei testete man beim ersten Flug einfach nur die Stufe, ob sie funktioniert oder auch nicht. Beim zweiten und dritten Flug wurde die Rakete nach dem Ausbrennen gesprengt. Dabei wurde das Wasser, welches den Ballast bildete, freigelassen und Forscher konnten die Auswirkungen von Wasser auf die Hochatmosphäre untersuchen. Dieses Unternehmen wurde auch Operation Highwater genannt. Beim vierten und letzten Flug wurde nach 100 Sekunden Betrieb eines der acht Triebwerke abgeschaltet, um zu schauen, ob die Rakete die Minderleistung kompensiert.</li></ul>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/saturn1_sa6.jpg" data-rel="lightbox-image-7" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/saturn1_sa6.jpg" alt="" width="262" height="484"/></a><figcaption>Eine <em>Saturn 1 Block 2</em> vor der Mission <em>SA-6</em> auf der Startrampe.<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<ul class="wp-block-list"><li>Die <em>Saturn 1 Block 2</em> war eine <em>Block 1</em>, welche anstatt Ballast die <em>S-IV</em>-Zweitstufe nutzte. Sie flog zwischen dem 29. Januar 1964 und dem 30. Juli 1965 insgesamt sechs Mal. Der erste Flug diente nur dazu, die Funktionsfähigkeit der <em>S-IV</em> zu beweisen. Die restlichen fünf Flüge transportierten ein Modell der <em>Apollo</em>-Raumkapsel, den <em>Boilerplate</em>, mit zusätzlichen Startabbruchsystem ins All. Bei den restlichen drei Flügen kamen auch drei <em>Pegasus</em>-Satelliten gestartet. Der <em>Pegasus</em>-Satellit wurde dazu genutzt, die Mikrometeoritenrate im Erdorbit zu messen, um so zu schauen, ob es für ein bemanntes Raumschiff sicher wäre. Sie wurden dabei fest mit der <em>S-IV</em>-Stufe verbunden.</li><li>Die <em>Saturn 1B</em> nutzt die neue <em>S-IVB</em>-Oberstufe, welche für die <em>Saturn 5</em> entwickelt wurde. Die <em>S-I</em>-Erststufe wurde verstärkt, um die schwerere <em>S-IVB</em> aufnehmen zu können. Sie war die meist eingesetzte Version der <em>Saturn 1</em>-Familie. Sie starte zwischen dem 26. Februar 1966 und dem 15. Juli 1975 insgesamt neun Mal. Der Erstflug diente zur Verifizierung der neuen <em>S-IVB</em>-Stufe sowie zum Start der ersten voll funktionsfähigen <em>Apollo</em>-Kapsel. Ab dem fünften Flug mit <em>Apollo 7</em> waren alle restlichen Flüge der Rakete bemannt. Später startete sie die Besatzungen der Raumstation <em>Skylab</em> sowie die <em>Apollo</em>-Kapsel für den <em>ASTP</em>-Flug. Dabei lagen zwischen dem Start von <em>Apollo 7</em> im Jahr 1967 und dem Start von <em>Skylab 2</em> im Jahr 1973 fast sechs Jahre.</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Die <em>Saturn 1</em>-Familie basierten alle auf einer Erststufe:</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/saturn1b_as204.jpg" data-rel="lightbox-image-8" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/saturn1b_as204.jpg" alt="" width="138" height="405"/></a><figcaption>Die <em>Saturn 1B</em> mit der Flugnummer <em>AS-204</em> auf der Startrampe. Auf ihr ereignete sich der Unfall von <em>Apollo 1</em>.<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<ul class="wp-block-list"><li>Die <strong>Erststufe der Saturn 1</strong>, die <em>S-I</em>, war die erste Stufe, die im <em>Saturn</em>-Programm entwickelt wurde und basierte auf der Erststufe der <em>Juno V</em>. Die von <em>Crysler</em> gebaute Stufe war 24,48 m lang, hatte einen Gesamtdurchmesser von 6,52 m lang und hatte eine Startmasse von 432,7 t. Sie bestand aus einem zentralen Oxydatortank, um den insgesamt acht weitere Tanks, je vier für Treibstoff und Oxydator, welche um den zentralen Tank herum angebracht wurden. Die acht Triebwerke vom Typ <em>Rocketdyne H-1</em>, welche auf dem Triebwerk der <em>Jupiter</em> basierte, hatten je einen Schub von 836,2 kN bei einer Brenndauer von 150 Sekunden. Insgesamt lieferte sie also einen Schub von 6.689,6 kN. Als Treibstoff nutzte man Kerosin (<em>RP-1</em>), als Oxydator flüssigen Sauerstoff (<em>LOX</em>).</li></ul>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/saturn1b_as203.jpg" data-rel="lightbox-image-9" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/saturn1b_as203.jpg" alt="" width="203" height="399"/></a><figcaption>Start einer <em>Saturn 1B</em> für die Mission <em>AS-203</em>.<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<ul class="wp-block-list"><li>Die Erststufe der Saturn 1B, die S-IB, war eine Weiterentwicklung der S-I der Saturn 1, wurde aber strukturell verstärkt, um die schwerere S-IVB-Zweitstufe aufnehmen zu können. Die von Crysler gebaute Stufe war 24,48 m lang, hatte einen Gesamtdurchmesser von 6,52 m lang und hatte eine Startmasse von 448,65 t. Sie bestand aus einem zentralen Oxydatortank, um den insgesamt acht weitere Tanks, je vier für Treibstoff und Oxydator, welche um den zentralen Tank herum angebracht wurden. Die acht Triebwerke vom Typ Rocketdyne H-1b, welche gegenüber dem H-1 etwas leistungsstärker waren, hatten je einen Schub von 911,9 kN bei einer Brenndauer von 155 Sekunden. Insgesamt lieferte sie also einen Schub von 7.295,2 kN. Als Treibstoff nutzte man <em>RP-1</em>, als Oxydator <em>LOX</em>.</li><li>Die <strong>Zweitstufe der Saturn 1</strong>, die <em>S-IV</em>, war erst die weltweit zweite kryogene Stufe nach der <em>Centaur</em> der <em>Atlas</em> und nutzte für sie entwickelte Technologien. Die von <em>Douglas</em> gebaute Stufe war 12,19 m lang, hatte einen Basisdurchmesser von 5,49 m, einen Kopfdurchmesser von 3,90 m und wog voll betankt 50,6 t. Die sechs Triebwerke vom Typ <em>Pratt &amp; Whitney RL-10-A-3</em> lieferten einen Gesamtschub von 400,3 kN bei einer Brenndauer von 482 Sekunden. Auf ihr befand sich der Bordcomputer der gesamten Rakete und steuerte somit diese. Als Treibstoff nutzte man flüssigen Wasserstoff (<em>LH<sub>2</sub></em>) und als Oxydator <em>LOX</em>.</li><li>Die <strong>Zweitstufe der Saturn 1B</strong>, die <em>S-IVB</em>, wurde speziell für die <em>Saturn 5</em> entwickelt und für die <em>Saturn 1B</em> adaptiert. Die von <em>Douglas</em> gebaute Stufe war 17,80 m lang, hatte einen Durchmesser von 6,61 m und wog voll betankt 118,8 t. Die sechs Triebwerke vom Typ <em>Rocketdyne J-2</em> lieferten einen Schub von 1.033 kN bei einer Brenndauer von 475 Sekunden. Auf ihr befand sich der Bordcomputer der gesamten Rakete und steuerte somit diese. Als Treibstoff nutzte man <em>LH<sub>2</sub></em>, als Oxydator <em>LOX</em>.</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><strong>Starts</strong></strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/pegasus_sat.jpg" data-rel="lightbox-image-10" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/pegasus_sat.jpg" alt="" width="253" height="195"/></a><figcaption>Ein <em>Pegasus</em>-Satellit im Weltall &#8211; Illustration<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Versionen der <em>Saturn 1</em>-Familie starteten zwischen dem 27. Oktober 1961 und dem 15. Juli 1975 insgesamt 19 Mal, wobei jeder einzelne Start erfolgreich war. Diese Erfolgsquote war für die frühen 1960er und die 1970er Jahre etwas außergewöhnliches, da sonst jeder andere Träger eine Reihe von Fehlschlägen hinnehmen musste. Als Startplatz nutzte man zunächst die Startkomplexe <em>LC 34</em> und <em>LC 37</em> der <em>Cape Canaveral Air Force Station</em> in Cape Canaveral, Florida. <em>LC 37</em> bestand wiederum aus zwei Rampen, <em>LC 37A</em>, welche nie genutzt wurde, und <em>LC 37B</em>, welche Jahrzehnte nach Ende des <em>Apollo</em>-Programms für die <em>Delta IV</em> umgebaut wurde.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/saturn1b_as208.jpg" data-rel="lightbox-image-11" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/saturn1b_as208.jpg" alt="" width="213" height="375"/></a><figcaption>Start der Mission <em>Skylab 4</em> im November 1973.<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Einer der größten Unfälle der bemannten Raumfahrt ereignete sich am 27. Januar 1967 an der Startrampe LC 34: an diesem Tag übte die Besatzung von AS-204, besser bekannt als Apollo 1, Kommandant Virgil &#8222;Gus&#8220; Grissom, Senior Pilot Edward White und Pilot Roger Chaffee einen Start auf der Rampe. Bei diesem Test kam es zu einem Feuer in der Kapsel. Die Astronauten konnten nicht mehr aus der Kapsel fliehen und die Bodenmannschaft konnte nicht rechtzeitig die Kapsel öffnen. Alle drei Astronauten starben bei diesem Unglück, welches das <em>Apollo</em>-Programm zurückwarf. Später stellte sich heraus, dass ein Funke das Feuer in der reinen Sauerstoffatmosphäre auslöste, da unter anderem die Raumanzüge der Astronauten aus dem leicht brennbaren Nylon bestand, breitete sich das Feuer schnell aus. Die Konstruktion der Tür tat ihr Übriges, da diese nicht schnell genug hätte geöffnet werden können. Die genutzte Rakete mit der Nummer <em>AS-204</em> blieb beim Unfall unbeschädigt und transportierte den ersten Mondlander in den Erdorbit, wo er erstmals im Weltraum getestet werden konnte. Der erste bemannte Start fand am 11. Oktober 1968 statt, wobei an Bord die Astronauten Walter Schirra, Donn Eisele, Walter Cunningham waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Ende der Mondlandungen 1972 und dem Beginn des Programms <em>Skylab</em> modifizierte man einen <em>Mobile Launcher</em> der <em>Saturn 5</em>, um mit ihm die <em>Saturn 1</em> starten zu können. Da sich die Saturn 1B und die Saturn 5 ab der dritten Stufe glichen, wollte man die Leitungen für Treibstoff sowie vor allem den <em>Crew Access Arm</em>, also den Zugangsarm für die Besatzung, nicht an einer anderen Stelle befestigen müssen, sodass man ein Plattform baute, auf der die Rakete stand. Diese bekam den Spitznamen <em>Milkstool</em>, also Milchschemel, da diese wie ein Milchschemel aussah, auf dem ein Bauer sitzt, wenn er eine Kuh melkt. Für den Start einer <em>Saturn 1B</em> vom <em>ML</em> wurden neben dem <em>Milkstool</em> noch die Leitungen für Treibstoff und Oxydator für die Erststufe neu angebracht. So starteten insgesamt vier <em>Saturn 1B</em> zwischen 1973 und 1975 vom Startkomplex <em>LC 39B</em> des Kennedy Space Centers in Cape Canaveral.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Geplante Versionen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <em>Saturn 1</em> sollte die Basis für eine Reihe von Raketen sein. So gab es Pläne für eine Reihe von neuen Erststufen, etwa einem massiven Feststoffmotor, oder insgesamt vier Erststufen der <em>Minuteman</em>-Interkontinentalrakete als Startunterstützungsraketen. Auch hat man geplant, eine <em>Centaur</em>-Oberstufe zu benutzen, um somit eine Sonde zu starten. Dies plante man zwar, aber man strich die Sonde, womit die <em>Saturn 1B / Centaur</em> genannte Rakete überflüssig wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Artikel:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/saturn-1-technische-daten/" data-wpel-link="internal">Technische Daten</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/saturn-1-startliste/" data-wpel-link="internal">Startliste</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/saturn-5/" data-wpel-link="internal">Saturn 5</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/delta-IV/" data-wpel-link="internal">Delta IV</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/space-launch-system/" data-wpel-link="internal">SLS</a></li></ul>
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		<title>Saljut: Der Weg zur russischen Raumstation</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/saljut-der-weg-zur-russischen-raumstation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Oct 2009 05:44:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumstationen]]></category>
		<category><![CDATA[MIR]]></category>
		<category><![CDATA[Saljut]]></category>
		<category><![CDATA[Skylab]]></category>
		<category><![CDATA[Swesda Modul]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=71493</guid>

					<description><![CDATA[<p>Unter dem Druck des erfolgreich ablaufenden US-Apolloprogramms und der Niederlage im Wettlauf zum Mond sah sich die Sowjetunion gezwungen, einen anderen Rekord in der Raumfahrt aufzustellen. Bereits seit 1964 arbeitete die Sowjetunion zeitgleich zum amerikanischen MOL-Projekt (Manned Orbiting Laboratory) an einem militärischen Raumfahrtprogramm, in welchem bemannte orbitale Aufklärungseinheiten entwickelt werden sollten. Autor: Raumfahrer.net Gastautor Ein [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Unter dem Druck des erfolgreich ablaufenden US-Apolloprogramms und der Niederlage im Wettlauf zum Mond sah sich die Sowjetunion gezwungen, einen anderen Rekord in der Raumfahrt aufzustellen. Bereits seit 1964 arbeitete die Sowjetunion zeitgleich zum amerikanischen MOL-Projekt (Manned Orbiting Laboratory) an einem militärischen Raumfahrtprogramm, in welchem bemannte orbitale Aufklärungseinheiten entwickelt werden sollten.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Autor: Raumfahrer.net Gastautor</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Beitrag von unserem Gastautor <strong>MSSpace</strong>.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/molcutusaf.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/molcutusaf260.jpg" alt="" width="356" height="230"/></a><figcaption><img decoding="async" width="4" height="4" src="https://images.raumfahrer.net/nav/spacer.gif"><br><a rel="noreferrer noopener" href="https://images.raumfahrer.net/raumstationen/molcutusaf.jpg" target="_blank" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="20" height="20" src="https://images.raumfahrer.net/nav/lupe.jpg" alt="Bild vergrößern"></a>MOL-Projekt der US-Luftwaffe<br>(Bild: USAF)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die entsprechende Station wurde vom Konstruktionsbüro OKB-52 unter Wladimir Tschelomei entwickelt und trug den Namen Almaz (russisch Алмаз für Diamant) oder OPS (russisch Орбитальная пилотируемая станция für Bemannte Orbital-Station). Als Zubringer und Versorger war im ursprünglichen Konzept das ebenfalls noch zu entwickelnde TKS-Raumschiff vorgesehen. Allerdings stellten sich sowohl im Almaz- als auch insbesondere im TKS-Programm Entwicklungsschwierigkeiten ein, die zu deutlichen zeitlichen Verzögerungen führten. Um den Rekord für die erste Raumstation aufstellen zu können, wurde bereits zu Beginn des Programms die Technik der militärischen Almaz-Stationen auch für zivile, wissenschaftliche Zwecke freigegeben. Unter der Leitung von Sergei Koroljow und durch den Einfluss von bereits bewährter Sojus-Technik entstand die zivile Raumstation vom Typ Saljut. Aufgrund von Geheimhaltungsgründen und zur Verwirrung der Öffentlichkeit wurden beide Stationstypen im Saljut-Programm gestartet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Militärische Raumstation OPS/Almaz</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GPN-2002-000189nasa1500.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GPN-2002-000189nasa260.jpg" alt="" width="360" height="133"/></a><figcaption>Modell einer militärischen Almaz-Station mit VA-Landekapsel<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ursprünglich sollte die militärische Version der Raumstation mit einer VA- oder „Merkur“-Landekapsel für die Besatzung ausgestattet und ähnlich dem amerikanischen MOL bemannt gestartet werden. Nach dem Ablegen der ersten Besatzung sollte die Station zunächst autark im All verbleiben können und unbemannte Aufklärungsarbeit leisten. Die Anreise nachfolgender Besatzungen war in TKS-Raumschiffen geplant, welche ebenfalls mit VA-Landekapseln ausgestattet werden sollten. Aufgrund mangelnder Zuverlässigkeit der zum Start eingesetzten Proton-Rakete sowie Gewichtsproblemen wurde von bemannten Starts der Almaz-Station letztendlich abgesehen. Stattdessen wurden die zu startenden Stationen mit mehr Nutzlast und Ausrüstung ausgestattet als ursprünglich geplant. Vorgesehen war eine Stationierung der Spionageplattformen in möglichst niedrigen Umlaufbahnen, welche optimale Bedingungen für Spionagezwecke und optische Aufklärung boten. Eine umfangreiche Fotoausrüstung mit extrem lichtstarkem Objektiv und weitere Aufklärungseinrichtungen wie ein Teleskop und hochpräzise Messinstrumente sollten bestmögliche Aufnahmen von Zielgebieten liefern. Zudem war vorgesehen, die Stationen mit einem Waffensystem auszurüsten, um damit feindliche Satelliten abzuschießen oder gar eventuelle Angriffe durch Apollo-Raumschiffe abzuwehren. Nach zahllosen Änderungen und Verzögerungen im Programm wurden drei Almaz-Stationen gestartet, die später als Saljut 2, 3 und 5 bekannt wurden. Ihre Versorgung erfolgte ausschließlich durch Sojus-Raumschiffe, da eine bemannte Version des TKS-Raumschiffes nie zur Einsatzreife kam. Nach den drei bemannten Stationen entschloss man sich allerdings, die Militärversion künftig unbemannt einzusetzen, da so ebenfalls zufriedenstellende, aber wesentlich kostengünstigere Aufklärungsergebnisse erzielt werden konnten. Zwei weitere bereits gebaute Almaz-Stationen wurden zu unbemannten Aufklärungssatelliten umgerüstet und außerhalb des Saljut-Programms erfolgreich unter den Namen Kosmos 1870 und Almaz 1 gestartet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zivile Raumstation DOS/Saljut</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/soyuzforsalyutnasa260.jpg" alt="" width="360" height="216"/><figcaption>Sojus-Zubringerraumschiff &#8211; Illustration<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Als sich im Sommer 1969 abzeichnete, dass bis zur Fertigstellung von Almaz und insbesondere bis zur Fertigstellung des bemannten TKS-Raumschiffes noch etliche Jahre vergehen würden, entstand die Idee, parallel eine zivile Raumstation zu entwickeln. Diese sollte zwar auf einer Almaz-Struktur basierten, zur Beschleunigung des Programms aber vorwiegend auf die Übernahme von bereits bewährter Sojus-Technik setzen. So entstanden die Raumstationen vom Typ DOS (russisch Долговременная орбитальная станция für Langzeit-Orbital-Station), welche sich mit dem Fortschreiten des Programms immer deutlicher von den Almaz-Stationen unterschieden, da andere Baugruppen zum Einsatz kamen und grundlegende Unterschiede in der Ausrüstung bestanden. Insbesondere wurde beim Typ DOS vollständig auf den Einsatz von VA-Landekapseln verzichtet und ein bemannter Start nie vorgesehen. Durch die Übernahme von Sojus-Technik, insbesondere zur Lageregelung und Energieversorgung, konnte die erste dieser Stationen sogar vor den ursprünglich geplanten Almaz-Versionen fertig gestellt und auch vor ihnen erfolgreich gestartet werden. Auch wenn die wissenschaftlichen Möglichkeiten der ersten provisorischen Station beschränkt waren, konnte mit den DOS-Stationen wesentlich zur Erforschung von Technik zum Betrieb von Raumstationen und dem dauerhaften Aufenthalt von Menschen im Weltall beigetragen werden. Darüber hinaus wurde ab der ersten Station Ausrüstung für Erdbeobachtungen und astrophysikalische Untersuchungen mitgeführt. Bekannt wurden die erfolgreich gestarteten Versionen als Saljut 1, 4, 6 und 7.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Saljut-Programm</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0102088nasa1500.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0102088nasa260.jpg" alt="" width="356" height="256"/></a><figcaption>Skylab im All<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Um die militärische Natur der Almaz-Stationen zu verschleiern, wurden sowohl die Stationen der Typen OPS/Almaz als auch DOS/Saljut unter der Bezeichnung „Saljut“ geführt. Im Saljut-Programm wurden somit insgesamt sechs DOS- und drei Almaz-Stationen gebaut und gestartet. Zwei DOS-Stationen und eine Almaz-Station konnten aufgrund technischer Probleme bzw. eines Fehlstarts der Station jedoch nie bemannt werden. Dazu kam es bei Saljut 1 zu einer missglückten Kopplung des ersten anfliegenden Raumschiffes Sojus 10, so dass nur die Besatzung der folgenden Sojus 11 die Station benutzen konnte. Überschattet wurde das Programm zusätzlich durch einen Unfall bei der Landung dieser ersten Raumstationsbesatzung, bei dem durch ein beschädigtes Ventil an der Rückkehrkapsel des Raumschiffs alle drei Besatzungsmitglieder ums Leben kamen. Den US-Amerikanern gelang am 14.05.1973 der Start der Raumstation Skylab, welche trotz einiger technischer Schwierigkeiten am 26.05.1973 erfolgreich bemannt werden konnte und so zur zweiten erfolgreichen bemannten Raumstation der Welt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der Fehlschläge wurde am Saljut-Programm festgehalten und in den Jahren 1974 bis 1976 zwei weitere OPS/Almaz- und eine DOS/Saljut-Station gestartet, die alle erfolgreich bemannt werden konnten. Nach der Einstellung des militärischen Programms und den Erfahrungen aus Start und Betrieb der ersten 7 Stationen entschied man sich, die zivilen Stationen weiter auszubauen, wodurch das Programm zum entscheidenden Durchbruch gelangte. Die beiden letzten Stationen Saljut 6 und 7 lieferten grundlegende Erkenntnisse für den Bau komplexer Strukturen im All beziehungsweise modularer Raumstationen. Insbesondere die leistungsfähigen und zuverlässige Raumstationen DOS 5 und 6 ermöglichten langjährige Forschungsarbeit im All. Stationen beider Serien trugen somit im Saljut-Programm wesentlich zur Erforschung der Technologien bei, die für einen langfristigen Aufenthalt von Menschen im Erdorbit und für den Betrieb von Raumstationen erforderlich sind. Zahlreiche Rekorde der Raumfahrt wurden im Rahmen des Saljut-Programmes aufgestellt. Mit der Raumstation Saljut 6 (DOS 5) begann das Interkosmos-Programms, welches erstmals Raumfahrern aus befreundeten Ländern ermöglichte, an sowjetischen Raumflügen teilzunehmen. Durch dieses Programm gelangte auch der erste Deutsche, Sigmund Jähn, am 26. August 1978 in den Weltraum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beiden letzten Stationen Saljut 6 und 7 lieferten aufgrund der erzielten Erfolge und der erfolgreichen Verwendung von TKS-Raumschiffen als schwere unbemannte Versorgungsraumschiffe die Grundlage für größere Projekte: Ziel war es fortan, modulare Raumstationen zu bauen, die die bisherigen Versionen in Größe und Forschungsmöglichkeiten bei weitem übertreffen. Die Ersatzstation für Saljut 7 wurde zum Kernmodul der modularen Raumstation Mir umgebaut und im gleichnamigen Programm am 20. Februar 1986 gestartet. Das bis heute achte und letzte DOS-Modul, das am 12. Juli 2000 in den Weltraum gelangte, ist als Teil der internationalen Raumstation ISS unter dem Namen Swesda noch immer in Betrieb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Erstflug des im Almaz-Projekt geplanten Raumschiffs der TKS-Serie verzögerte sich bis 1977; der Schiffstyp gelangte nie zur Reife für bemannte Flüge. Die Besatzungen erreichten die Raumstationen des Saljut-Programms daher ausschließlich mit Sojus-Raumschiffen. Aus den TKS-Schiffen wurden nach einem unbemannten Testflug (Kosmos 929) zunächst unbemannte Versorger für die Stationen Saljut 6 und 7 und später Module für die Raumstationen MIR und ISS entwickelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Überblick über die gebauten Raumstationen (Typ und Nummer/Programm):</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Saljut 1 (DOS 1/Saljut)</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Saljut 1 wurde am 19. April 1971 an der Spitze einer Proton-Rakete gestartet und war die erste Raumstation der Welt. Abgeleitet aus dem Almaz-Programm und unter Zeitdruck gefertigt bestand die Station im Wesentlichen aus einer Almaz-Hülle und Baugruppen des Sojus-Raumschiffes. Zur Ausrüstung gehörten unter anderem Teleskope, ein Spektrometer, ein Elektrophotometer, das geheime Radiometer Swinets, sowie das UV-Instrument Orion, mit dem Raketenstarts auf der Erde beobachtet werden konnten. Ein Solarteleskop war allerdings nicht einsatzbereit, weil sich eine Abdeckung an der Außenseite der Raumstation nicht wie vorgesehen gelöst hatte. Die Steuerung im All und ein Teil der Energieversorgung erfolgte über ein fest am Heck angebrachtes Sojus-Servicemodul mitsamt Solarpaneelen. Am Bug wurden ein Kopplungsadapter und ein weiteres Paar von Sojus-Solarpaneelen montiert. Die Gesamtlänge der Stationen betrug etwa 16 m, die Masse rund 19 t.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Sal1Soyuznasa260.jpg" alt="" width="358" height="252"/><figcaption>Saljut 1 wird von einer Sojus angeflogen &#8211; Illustration<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bemannt und in Betrieb genommen werden sollte die Station von den drei Besatzungsmitgliedern der Mission Sojus 10, welche kurz nach der Station am 23. April von Baikonur aus startete und bereits Erfahrungen mit Rendezvous-Manövern aus dem Sojus-Programm hatte. Sojus 10 koppelte am 24. April an die Raumstation an, konnte aber weder eine druckdichte noch eine elektrische Verbindung zu Saljut 1 herstellen. Da die Luken somit nicht geöffnet werden konnten und die Besatzung zudem keine Raumanzüge für Ausstiege mitführte, konnte die Station nicht betreten werden. Die Besatzung von Sojus 10 musste daher unverrichteter Dinge zur Erde zurückkehren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Raumschiff der nachfolgenden Mission, Sojus 11, erhielt einen verstärkten Kopplungsadapter, um einen erneuten Defekt zu vermeiden. Der Start erfolgte am 6. Juni 1971 und bereits einen Tag später gelang die Kopplung an Saljut 1. Nach einem kurzen Betreten der Station zog sich die Besatzung allerdings für die Nacht in das Sojus-Raumschiff zurück, da in der Station ein verbrannter Geruch festgestellt und ein Austausch der Stationsatmosphäre beschlossen wurde. Während des Aufenthalts auf Saljut 1 führten die Kosmonauten verschiedene Erdbeobachtungen und wissenschaftliche Experimente durch. Am 26. Juni waren die vorgesehenen wissenschaftlichen und technischen Experimente abgeschlossen. Die restlichen Tage dienten dem körperlichen Training zur Vorbereitung der Rückkehr und dem Vorbereiten von Saljut 1 für die Ankunft der nächsten Besatzung. Nach 23 Tagen an Bord der Station koppelte die Besatzung am 29. Juni 1971 mit ihrem Sojus-Raumschiff ab und bereitete die Landung vor. Bei der Absprengung des Orbitalmoduls kam es zu Unregelmäßigkeiten, wodurch sich ein Luftventil unplanmäßig öffnete und der Landekapsel während des Wiedereintrittes ihre Atmosphäre entzog, was den Tod aller drei Raumfahrer zur Folge hatte. Nachfolgende Sojus-Flüge wurden aufgrund des Unfalls zurückgestellt und zunächst unbemannte Testflüge zur Wiederherstellung der Sicherheit der Sojus durchgeführt. Darüber hinaus wurden die Sojus-Kapseln umgebaut, um die Raumfahrern mit sicheren Raumanzügen für den Wiedereintritt auszustatten, was auf Grund des Platzbedarfs für die Lebenserhaltungssysteme zur Versorgung der Raumanzüge eine Reduzierung der Besatzung auf 2 Personen erforderte. Aufgrund der Verzögerungen im Sojus-Programm konnte Saljut 1 nicht wieder bemannt werden. Am 11. Oktober 1971 wurde das Kommando für ein Bremsmanöver zur Absenkung des Orbits gegeben. Nach 175 Tagen im Orbit trat Saljut 1 am selben Tag planmäßig über dem Pazifik in die Erdatmosphäre ein und verglühte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Saljut 2 A (DOS 2/Saljut)</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als zweite Raumstation der Sowjetunion wurde erneut eine zivile Station vom DOS-Typ fertig gestellt. Aufbau und Design der Station entsprachen im Wesentlichen der bereits eingesetzten Station Saljut 1. Der Start sollte am 29. Juli 1972, also etwa ein Jahr nach der letzten Besatzung an der Vorgängerstation erfolgen. Durch einen Fehler der Zweitstufe der verwendeten Trägerrakete vom Typ Proton kam es jedoch zu einer Explosion, die dazu führte, dass die Station den vorgesehenen Orbit nicht erreichen konnte. Die Trümmer von Trägerrakete und Station stürzten kurz nach dem Start in den Pazifischen Ozean.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Saljut 2 B (OPS 1/Saljut)</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 03. April 1973 wurde der Prototyp der streng geheimen militärischen Almaz-Station gestartet. Um die wahre Natur der Station zu verschleiern, wurde ebenfalls eine Saljut-Bezeichnung vergeben. Die Station erreichte den vorgesehenen Orbit, übertrug Daten zur Bodenstation und entfaltete planmäßig ihre Solarpaneele. Nach zwei Tagen unbemannten Flugs kam es allerdings zu einem plötzlichen Druckabfall in der Station. Es wird vermutet, dass eine Kollision mit Weltraumschrott, möglicherweise mit Resten der Oberstufe der eigenen Trägerrakete, zu einer Beschädigung der äußeren Hülle geführt hatte. Nach und nach fielen die Instrumente der Station aus und sie begann zu taumeln, bis schließlich am 11. April die gesamte Energieversorgung ausfiel, als die Solarpaneele aufgrund der zunehmenden Belastung aus der unkontrollierten Rotation zerbrachen. Jegliche Hoffnung, die Station retten zu können wurden daraufhin aufgegeben. Nach 55 Tagen im All stürzte Saljut 2 am 28. Mai 1973 unkontrolliert ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kosmos 557 (DOS 3/Kosmos)</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die dritte zivile Raumstation der Sowjetunion wurde unter politischem Zeitdruck nur drei Tage vor dem Start der amerikanischen Skylab-Station am 11. Mai 1973 vom Kosmodrom Baikonur aus mit einer Proton-Rakete in eine Erdumlaufbahn gebracht. Für umfangreiche wissenschaftliche Experimente war die Station erstmals mit einem eigenen Solarkraftwerk mit drei großen Solarpaneelen im Kommandobereich der Station ausgestattet, die eine höhere Leistung als die bei den Vorgängerstationen verwendeten Sojus-Paneele erzielten. Durch diese Umbauten, welche bei den Folgestationen beibehalten wurden, änderte sich das Erscheinungsbild der Station deutlich gegenüber der vorhergehenden DOS-Version.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Zubringerraumschiffe waren die Sojus-Missionen der kurz zuvor havarierten Station OPS 1 vorgesehen. Die Bahnhöhe der Station lag zwischen 218 und 266 Kilometern bei einer Bahnneigung von 51,6 Grad. Allerdings konnte die Station aufgrund von Störungen bei der Kommandoübertragung im Orbit nicht stabilisiert werden und trat bereits nach elf Tagen unkontrollierten Fluges am 22. Mai 1973 über dem Pazifik wieder in die Atmosphäre ein und verglühte. Da die zuvor gestartete Station OPS 1 noch immer havariert im Orbit trieb, befanden sich in der Zeit vom 14. bis 22. Mai 1973 erstmals 2 sowjetische und mit Skylab insgesamt 3 Raumstationen unterschiedlicher Bauart gleichzeitig im All. Als fehlgeschlagene Station wurde für DOS 3 lediglich eine Bezeichnung der Kosmos-Reihe vergeben. Im Falle einer erfolgreichen Inbetriebnahme im Orbit hätte die Station eine Saljut-Bezeichnung erhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Saljut 3 (OPS 2/Saljut)</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Sal3nasa260.jpg" alt="" width="360" height="289"/><figcaption>Saljut 3 &#8211; Illustration<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die zweite militärische Almaz-Station wurde am 24. Juni 1974 von Baikonur aus gestartet. Auch bei dieser Station wurde eine Saljut-Bezeichnung vergeben, um die wahren Absichten zu verhüllen. Der Zielorbit wurde erreicht und bei rund 270 km stabilisiert. Saljut 3 war die erste Raumstation, die eine konstante Ausrichtung zur Erdoberfläche halten konnte. Dazu waren während der Einsatzdauer rund eine halbe Millionen Zündungen der Lageregelungstriebwerke erforderlich. Zur Ausrüstung der etwa 19 Tonnen schweren Station gehörte ein breites Spektrum an Aufklärungssensoren und hochauflösenden Spionagekameras. Dazu verfügte die Station über eine kleine Rückkehrkapsel zum Transport von Filmmaterial, welche am 23. September 1974 ferngesteuert zur Erde geschickt und von sowjetischen Truppen geborgen wurde. Trotz höchster Geheimhaltung gilt als wahrscheinlich, dass Saljut 3 mit einer der Luftwaffe entstammenden Maschinenkanone ausgerüstet war, um sich im Ernstfall gegen anfliegende amerikanische Raumschiffe verteidigen zu können. Saljut 3 wurde im Juli 1974 durch die Besatzung von Sojus 14 für 14 Tage genutzt. Neben kleineren biologischen und medizinischen Experimenten war die Aufklärung von amerikanischen Raketenbasen Hauptaufgabe der Mission. Eine weitere Kopplung von Sojus 15 kam nicht zustande, da das automatische Andocksystem versagte, die Besatzung bei den manuellen Andockversuchen zu viele Ressourcen verbrauchte und somit zur Erde zurückkehren musste. Dennoch wurde Saljut 3 von den Sowjets als voller Erfolg und Beweis für den Nutzen militärischer Raumstationen bezeichnet. Nach Ende der Nutzungsdauer und 213 Tagen im All trat Saljut 3 am 24. Januar 1975 kontrolliert in die Erdatmosphäre ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Saljut 4 (DOS 4/Saljut)</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/sal4nasa260.jpg" alt="" width="355" height="236"/><figcaption>Saljut 4 &#8211; Illustration<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die als Saljut 4 gestartete Raumstation DOS 4 war im Wesentlichen eine Kopie des Vorgängermodells DOS 3. Ausgerüstet war die Station mit umfangreichen wissenschaftlichen Gerät für astrophysikalische Untersuchungen, darunter unter anderem ein 25-Zentimeter-Sonnenteleskop. Wie bei DOS 3 wurden im Unterschied zu den OPS-Modellen drei große Solarzellenausleger montiert, um genügend Energie für wissenschaftliche Experimente bereitzustellen. Der Start erfolgte am 26. Dezember 1974 und die Station erreichte im Gegensatz zu ihrem Vorgänger einen stabilen Orbit bei etwa 350 km.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/sal4scinasab260.jpg" alt="" width="286" height="416"/><figcaption>Die Experimentieranlagen auf Saljut 4<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach ca. 2 Wochen im All erfolgte die erste Kopplung mit Sojus 17. Die Besatzung betrat die Station, nahm sie in Betrieb, verlud Ausrüstungsgegenstände und führte während des Aufenthalts erste Forschungen, insbesondere im Bereich Astronomie, durch. Nach 29 Tagen kehrte die Besatzung zur Erde zurück und stellte damit einen neuen Rekord für die Dauer russischer Raumflüge auf. Die zweite geplante Mission zur Station schlug fehl, als es beim Flug des Raumschiffes Sojus 18a am 5. April 1975 zu einer unvollständige Trennung von zweiter und dritter Raketenstufe der verwendeten Sojus-Rakete kam und das Raumschiff zur Erde zurückkehrten musste, bevor es einen Orbit erreichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst im Mai 1974 besuchte die Besatzung von Sojus 18 die Station, welche mit einem 62 Tage dauernden Aufenthalt den Rekord für russische Raumstationsbesatzungen deutlich weiter vorantrieb. Nach dem letzten Besatzungsaufenthalt erfolgte am 19. November 1975 ein unbemannter Start des Raumschiffes Sojus 20 und die erste unbemannte automatische Ankopplung eines Versorgungsschiffes an eine Raumstation. Sojus 20 verblieb rund 3 Monate an der Station und bewies damit die Einsatzreife des Systems für Langzeitmissionen. Nach einem weiteren Rekord, nämlich 770 Tagen Einsatzdauer einer russischen Raumstation im All, trat Saljut 4 planmäßig am 2. Februar 1977 in die Erdatmosphäre ein und verglühte. Auch wenn die im amerikanischen Skylab-Programm aufgestellten Rekorde nicht übertroffen werden konnten wurde Saljut 4 als voller Erfolg für das Saljut-Programm gewertet und stellt damit eine wesentliche Grundlage für den Einsatz weiterer russischer Raumstationen dar.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Saljut 5 (OPS 3/Saljut)</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 22. Juni 1976 wurde die dritte und letzte bemannte militärische Raumstation der Sowjetunion gestartet. Der Aufbau und die Ausrüstung mit einem Kopplungsadapter, einer Material-Rückkehrkapsel und einem Paar Solarzellenausleger ähnelt den beiden Vorgängerstationen. Die Masse der Station betrug etwa 18 Tonnen und lag unter der Masse der verbesserten DOS-Versionen. Rund zwei Wochen nach dem Start konnte Saljut 5 bereits am 7. Juli 1976 erfolgreich durch die Besatzung von Sojus 21 bemannt und in Betrieb genommen werden. Während des 48-tägigen Aufenthalts wurden diverse biologische und militärische Experimente durchgeführt. Unter anderem war die Besatzung in das zeitgleich stattfindende „Sibir“-Großmanöver der Roten Armee eingebunden. Die Kosmonauten beobachteten die Übung, um damit den militärischen Nutzen der Station unter Beweis zu stellen. Als zweites Raumschiff erreichte Sojus 23 am 15. Oktober 1976 die Station, ein Fehler am Kopplungsmechanismus der Sojus verhinderte jedoch eine feste Verbindung, so dass die Station nicht betreten werden konnte. Erst mit Sojus 24 konnte die Station am 8. Februar 1977 wieder bemannt werden. Die Besatzung führte begonnene Experimente zu Ende und belud die Rückkehrkapsel, welche am 26. Februar abgetrennt wurde und erfolgreich zur Erde zurückkehrte. Darüber hinaus wurde über spezielles Gerät ein Versuch zum Austausch der Stationsatmosphäre, beispielsweise nach einem Brand, durchgeführt. Nach erfolgreichem Abschluss der Arbeiten kehrten die Kosmonauten nach nur 18 Tagen zur Erde zurück. Eine weitere Mission wurde aufgrund der geringen Treibstoffvorräte der Station abgesagt. Saljut 5 verblieb noch etwa ein halbes Jahr im Orbit und trat am 8. August 1977 in die Erdatmosphäre ein. Trotz des erfolgreichen Einsatzes wurde beschlossen, dass auch unbemannte Missionen zufriedenstellende Aufklärungsergebnisse bei wesentlich niedrigeren Kosten und Risiken erzielen können. Das bemannte Almaz-Programm wurde daraufhin nach dem Flug von OPS 3 eingestellt. In den Jahren 1987 und 1991 wurden noch 2 unbemannte OPS-Stationen als schwere Aufklärungssatelliten erfolgreich gestartet. Eine weitere Version ging bei einem Fehler der eingesetzten Protonrakete am 29. Oktober 1986 verloren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Saljut 6 (DOS 5/Saljut)</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Sal6nasa260.jpg" alt="" width="354" height="332"/><figcaption>Saljut 6 &#8211; Illustration<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Einsatz von DOS 5 kam es zu einer weiteren bedeutenden Änderung im Design der Station: Durch den Wegfall der Sojus-Solarpaneele konnte der Bereich um das Sojus-Servicemodul auf den maximalen Durchmesser von 4,15 Meter erweitert werden. Der Triebwerksbereich am Heck wurden stark modifiziert und als fester Bestandteil in diesen Bereich verlegt, so dass der Anbau des bei den DOS-Vorgängerstationen üblichen Servicemoduls entfallen konnte. Dadurch konnte im Heck ein weiterer axialer Kopplungsadapter für Zubringerfahrzeuge montiert werden, was die gleichzeitige Kopplung von 2 Raumfahrzeugen ermöglichte. Hierdurch konnte die Stationsbesatzung erstmals in der Geschichte von Raumstationen andere Besatzungen im All treffen und unbemannte Zubringerfahrzeuge entladen. Durch die Übergabe von Raumschiffen zwischen Besatzungen konnte die Missionsdauer der Stammbesatzung deutlich erhöht werden, da diese nicht wie bisher an die Einsatzdauer ihres jeweiligen Raumschiffes gebunden war. Darüber hinaus wurde die Kopplung von Stationsmodulen ermöglicht und über eingebaute Versorgungsleitungen erstmals eine Nachversorgung der stationseigenen Lageregelungstriebwerke mit Treibstoff gestattet, wodurch sich die Nutzungsdauer wesentlich erhöhte. DOS 5 wurde am 29. September 1977 unter dem Namen Saljut 6 ins All geschossen. Die am 10. Oktober geplante Inbetriebnahme der Station durch eine Besatzung schlug allerdings fehl, da der Besatzung von Sojus 25 keine Kopplung an die Station gelang. Zwei Monate später erreichte die erste Langzeitbesatzung mit Sojus 26 die Station. Weitere 5 Stamm- und 10 Besuchsmannschaften arbeiteten in den Folgejahren auf der Station. Bereits die erste Besatzung brach den im amerikanischen Skylab aufgestellten Rekord für Langzeitaufenthalte im All. Der längste Aufenthalt im All betrug 185 Tage und setzte wiederum einen neuen Rekord. Insgesamt wurde Saljut 6 mit 35 Raumschiffen beschickt, darunter 15 unbemannte Progress-Frachttransporter und der Prototyp des unbemannten schweren TKS-Transporters Kosmos 1267. Neben Sojus 25 musste lediglich eine weitere Mission aufgrund eines Triebwerksproblems im Servicemodul des verwendeten Raumschiffes Sojus 33 abgebrochen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Saljut 6 verblieb rund vier Jahre und zehn Monate im All und war an insgesamt 683 Tagen bemannt. Mit Saljut 6 wurde es im Rahmen des Interkosmos-Programms erstmals Raumfahrern anderer Nationen ermöglicht, an bemannten Raumflügen teilzunehmen und eine Raumstation zu besuchen. Unter anderem flog im August 1978 Sigmund Jähn für die DDR zur Station und war damit der erste Deutsche im All.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 19. Juni 1981 erfolgte in einem automatischen Kopplungsmanöver die erste Kopplung des unbemannten schweren TKS-Raumschiffes „Kosmos 1267“ an die Station. Saljut 6 war zu diesem Zeitpunkt unbesetzt. Beide Module dienten während der gemeinsamen Flugphase zum Test der Flugeigenschaften im Verbund und zur Erprobung wichtiger Grundlagen für den Bau einer modularen Raumstation. Erstmals wurde bewiesen, dass die automatische Kopplung großer Module im Orbit gelingt und zudem automatisch eine elektrische Verbindung zwischen den Modulen hergestellt werden kann. Während des gedockten Zustandes übernahm Kosmos 1267 über die eigenen Solarzellen die Versorgung des Komplexes mit Strom und führte über eigene Triebwerke Manöver zur Höhen- und Lagekontrolle durch. Von einer weiteren Besatzung des Komplexes wurde allerdings abgesehen und die Station unbemannt in Reserve gehalten. Nach dem erfolgreichen Start der Nachfolge-Station Saljut 7 am 19. April 1982 gingen keine weiteren Besatzungen mehr an Bord. Am 29. Juli 1982 wurde der Komplex zum kontrollierten Wiedereintritt über dem Südpazifik gebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Saljut 7 (DOS 6/Saljut)</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Sal7Cosmos1686nasa260.jpg" alt="" width="364" height="269"/><figcaption>Saljut 7 und Kosmos 1686 &#8211; Illustration<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Saljut 7 wurde als Backup für einen eventuellen Fehlschlag von Saljut 6 gebaut und war aus diesem Grund überwiegend identisch ausgerüstet. Genau wie Saljut 6 verfügte Saljut 7 über zwei Andockadapter, die sich an Bug und Heck der Station befanden. Da sich das Mir-Programm verzögerte, wurde das einstige Ersatzmodul am 19. April 1982 als eigenständige Raumstation gestartet. Saljut 7 war nach ihren Vorgängern und dem amerikanischen Skylab die zehnte Raumstation der Welt und die letzte Station im Saljut-Programm. Als Testobjekt für Andockversuche der Stationserweiterungsmodule Kosmos 1443 und 1686 war die Station Teil des Übergangs von einteiligen zu modularen Raumstationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders erfolgreich wurden auf Saljut 7 Langzeitaufenthalte für Raumfahrtbesatzungen geübt. Bereits die erste Besatzung von Sojus-T 5 verblieb ab dem 13. Mai 1982 für 211 Tage in der Station. Den längsten Aufenthalt erzielte Sojus-T 10 mit einer Dauer von 237 Tagen. Insgesamt konnte die Station von 6 Stammbesatzungen und 4 Kurzzeitmissionen genutzt werden. Im Rahmen des Interkosmos-Programms wurde auch einem Franzosen und einem Inder der Aufenthalt auf Saljut 7 ermöglicht. Von 26 Kopplungen, davon 13 Progress-Frachttransporter und 2 TKS-Versorger, war lediglich die Kopplung von Sojus-T 8 aufgrund einer beim Start beschädigten Antenne nicht erfolgreich. Eine weitere Mission, Sojus-T 10-1, scheiterte durch ein Feuer beim Start. Die Besatzung konnte in ihrer Kapsel durch den erfolgreichen Einsatz des Rettungsturms in Sicherheit gebracht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einzigartig war ein Rettungsflug zur Station, nachdem der Kontakt am 12. Februar 1985 abriss und die zu der Zeit unbemannte Station aus ihrem planmäßigem Orbit driftete. Am 06. Juni 1985 startete Sojus-T 13 und dockte manuell an die Station an. Die Besatzung fand die Station in unbeschädigtem, jedoch völlig vereistem Zustand vor. Es wurde ein Fehler in der Energieversorgung gefunden, der das Laden der Batterien verhinderte. Nach erfolgreicher Reparatur und dem Ersatz von durch Frost zerstörter Ausrüstung konnten die Batterien wieder geladen und die Station langsam aufgetaut werden, was die Nutzung durch weitere Besatzungen ermöglichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenfalls bisher einzigartig war der von der Besatzung von Sojus-T 15 ausgeführte Flug zwischen zwei Raumstationen, welcher Saljut 7 am 6. Mai 1985 erreichte und neben der Fortführung von laufenden Experimenten dazu diente, wertvolles Material und Gerät zu demontieren und zur neuen Raumstation Mir zu überführen. Im August 1986 brachte Kosmos 1686 den Komplex in eine höhere Umlaufbahn, um für spätere Missionen, unter anderem mit der Raumfähre Buran, bereit zu stehen. Technische Schwierigkeiten und finanzielle Engpässe aus dem gleichzeitigen Betrieb der Raumstation Mir vereitelten allerdings weitere Besuche der Station. Nach dem kontrollierten Wiedereintritt am 7. Februar 1991 wurde das Saljut-Programm offiziell eingestellt. Weiterentwicklungen der im Saljut-Programm verwendeten DOS-Module bilden die Grundmodule für die Raumstationen Mir und ISS.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mir Basismodul (DOS 7/Mir)</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/sts076-705-019nasa1500.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/sts076-705-019nasa260.jpg" alt="" width="353" height="285"/></a><figcaption>Mir vom Shuttle (STS 76) aus gesehen, Basismodul in der Mitte<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach den erzielten Erfolgen war der Einsatz der Station DOS 7 im Gegensatz zu den Vorgängerstationen von vornherein als längerfristiges Projekt zum Bau einer großen, modularen Raumstation angelegt. Um die Bedeutung des Projektes und den Unterschied zu den vorhergegangenen Stationen zu verdeutlichen, wurde für die neue Station der Programmname Mir vergeben. Als wesentlicher Unterschied zu den Saljut-Stationen wurde am Bug der neuen Station ein Kopplungsknoten verbaut, der neben dem axialen Andockpunkt zusätzlich über vier weitere radiale Kopplungsaggregate verfügte. Diese vier Stutzen dienten zum Andocken weiterer Module, die beiden axialen Anschlüsse wurden wie gewohnt für bemannte Sojus-Raumschiffe und unbemannte Progress-Transporter verwendet.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mirandshuttlenasa.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mirandshuttlenasa260.jpg" alt="" width="313" height="324"/></a><figcaption>Mir mit gedocktem Shuttle &#8211; Illustration<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der Start von DOS 7 als Basismodul der Mir erfolgte am 19. Februar 1986. Neben den technischen Einrichtungen zur Steuerung, Lagekontrolle und Kommunikation der Station diente das Modul als Wohn- und Aufenthaltbereich der Besatzung. Neben der Küche waren die Wohnquartiere und die hygienischen Einrichtungen für die Besatzung im Basismodul untergebracht. Die Startmasse betrug 20,4 Tonnen bei einer Gesamtlänge von 13,30 Metern und einem maximalen Durchmesser von 4,15 Metern. Die Stammbesatzung der von 1987 bis 1999 annähernd durchgehend bemannten Station bestand aus zwei bis drei Kosmonauten, welche zeitweise durch eine dreiköpfige Gastmannschaft ergänzt wurde. Erstmalig wurde mit dem amerikanischen Space Shuttle bei der Mir auch die internationale Versorgung einer Raumstation erprobt und damit die Grundlage für den Bau und Betrieb der heutigen ISS geschaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die <a href="https://www.raumfahrer.net/raumstation-mir/" data-wpel-link="internal">Mir</a> und deren Rekorde und Erfolge wird an anderer Stelle ausführlich berichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Swesda (DOS 8/ISS)</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0202502nasa1500.jpg" data-rel="lightbox-image-6" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0202502nasa260.jpg" alt="" width="353" height="239"/></a><figcaption>Swesda im Bau<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach den Erfolgen der Mir planten die Russen eine weitere modulare Raumstation unter dem Namen Mir 2. Auch bei diesem Konzept sollte ein DOS-Modul Grundstein der Station sein. Aufgrund finanzieller Engpässe beider Nationen wurde das Mir-2-Projekt mit dem amerikanischen Projekt für die Raumstation „Freedom“ zusammengelegt. Aus der Zusammenlegung ging die erste Internationale Raumstation ISS hervor, zu welcher die russische Seite ein DOS-Modul als Wohn- und Antriebseinheit beisteuerten.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/jsc2000e18577Zvezda06072000nasa.jpg" data-rel="lightbox-image-7" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/jsc2000e18577Zvezda06072000nasa260.jpg" alt="" width="362" height="237"/></a><figcaption>Eisenbahntransport von Swesda<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Genau wie der Basisblock der Mir besteht das auf „Swesda“ getaufte Modul aus den drei Abteilen Kopplungsknoten, Wohn- und Arbeitsbereich und dem Heckabschnitt, der als Ausstiegsschleuse oder Andockpunkt für Zubringerfahrzeuge benutzt wird. Im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit bietet Swesda damit den einzigen Andockpunkt zur Kopplung des europäischen Raumschiffes ATV an der ISS.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das knapp 20 Tonnen schwere und gut 13 Meter lange Modul wurde am 12. Juli 2000 als drittes Modul der ISS gestartet und bildet seitdem mit den bereitgestellten Steuereinrichtungen, Solargeneratoren, Lebenserhaltungssystemen, zwei Wohnkabinen, einer Küche, einer Toilette und Duschmöglichkeiten, sowie Trainingsgeräten und anderen Einrichtungen für den täglichen Bedarf das Rückgrat zum Betrieb der ISS.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Swesda ist bis heute das letzte Modul aus der DOS-Serie und weiterhin in Betrieb. Über die <a href="https://www.raumfahrer.net/category/iss/" data-wpel-link="internal">ISS</a> und deren Einrichtungen wird ebenfalls an anderer Stelle ausführlich berichtet.</p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Startplattform an Constellation-Programm übergeben</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/startplattform-an-constellation-programm-uebergeben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Mar 2009 00:36:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Apollo]]></category>
		<category><![CDATA[Ares I]]></category>
		<category><![CDATA[Saturn V]]></category>
		<category><![CDATA[Shuttle]]></category>
		<category><![CDATA[Skylab]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=32152</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die NASA hat am 25. März 2009 in einer Zeremonie die Mobile Startplattform 1 (MLP-1) vom Space Shuttle-Programm an das Constellation-Programm übergeben. Damit wurde ein weiterer Schritt in Richtung Rückkehr der Menschen zum Mond und die Erforschung darüber hinaus vollzogen. Ein Beitrag von Andreas Kurka. Quelle: NASA. Die 4.625 Tonnen schwere Stahlstruktur wird für den [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die NASA hat am 25. März 2009 in einer Zeremonie die Mobile Startplattform 1 (MLP-1) vom Space Shuttle-Programm an das Constellation-Programm übergeben. Damit wurde ein weiterer Schritt in Richtung Rückkehr der Menschen zum Mond und die Erforschung darüber hinaus vollzogen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Andreas Kurka. Quelle: NASA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 4.625 Tonnen schwere Stahlstruktur wird für den ersten Testflug der neuen Raumfahrzeug-Generation umgebaut. Dieser <strong>Ares I-X</strong> genannte Raketentest (der momentan wohl frühestens im Herbst diesen Jahres stattfindet) wird wichtige Daten für die Entwicklung der Ares I-Rakete liefern die auch in die Konstruktionsüberprüfung, die nächstes Jahr geplant ist, einfließen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Shuttle Start-Direktor Mike Leinbach nannte dies &#8222;einen historischen Tag, an dem Equipment von einem bemannten Raumfahrt-Programm an das andere übergeben wird. So etwas erlebt man nicht alle Tage.&#8220;</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/28032009013650_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/28032009013650_small_1.jpg" alt="NASA" width="429" height="286"/></a><figcaption>
Übergabezeremonie der MLP-1 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">MLP-1 ist mit 51 Shuttle-Starts die meistgenutzte Startplattform und wurde auch schon für 3 Apollo-Starts (darunter Apollo 11), sowie 3 Starts zu Skylab-Missionen benutzt. Zuletzt wurde von ihr die aktuelle Shuttle-Mission <strong>STS-119</strong> gestartet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1964 erbaut, wurde sie zunächst als ML-1 (Mobile Launcher) für den Transport und Start der Saturn-V-Mondraketen benutzt. 1975 wurde ML-1 für das Shuttle-Programm umgebaut und in MLP-1 umbenannt. Demnächst wird die Plattform an der Startrampe 39B Hardware-Tests unterzogen und danach in das VAB (Vehicle Assembly Building) gebracht, wo mit dem Aufbau von Ares I-X begonnen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Ares I-X-Testflug wird die geschichtsträchtige MLP-1 anschließend demontiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3810.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">ARES 1-X: Vorbereitung und Testflug</a></li></ul>
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