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	<title>Vorträge &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Vorträge &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Öffentliche Vortragsreihe: Im Feuerwerk der Sonne</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Mar 2026 10:31:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erde]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der aktuellen öffentlichen Vortragsreihe berichten von Februar bis Mai 2026 sechs Forschende von der stürmischen Beziehung zwischen Sonne und Erde. In den vergangenen eineinhalb Jahren hat sich die Sonne von ihrer temperamentvollen Seite gezeigt: Mehrfach kam es zu so heftigen Eruptionen, dass farbenfrohe Polarlichter sogar über Deutschland am nächtlichen Himmel zu sehen waren. Das [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading"><mark>In der aktuellen öffentlichen Vortragsreihe berichten von Februar bis Mai 2026 sechs Forschende von der stürmischen Beziehung zwischen Sonne und Erde.</mark> In den vergangenen eineinhalb Jahren hat sich die Sonne von ihrer temperamentvollen Seite gezeigt: Mehrfach kam es zu so heftigen Eruptionen, dass farbenfrohe Polarlichter sogar über Deutschland am nächtlichen Himmel zu sehen waren. Das diffuse Leuchten ist nicht nur wunderschön, sondern auch eindrucksvolle Erinnerung, dass Eruptionen auf der Sonne direkten Einfluss auf die Erde haben können. Dieser stürmischen Beziehung zwischen Sonne und Erde geht die aktuelle Vortragsreihe „Im Feuerwerk der Sonne“ am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung nach. In sechs Vorträgen berichten Forschende von Februar bis Mai 2026 vom aktiven Wesen unseres Sterns. Sie beschreiben den aktuellen Zustand der Sonne, blicken weit in ihre Vergangenheit, präsentieren Neuigkeiten aus der Polarlichtforschung, erklären die Gefahren von gefährlichem Weltraumwetter für die Erde und berichten von Plänen, Sonnenstürme in Zukunft besser vorhersagen zu können. Eine Pressemitteilung des Max Planck Instituts für Sonnensystemforschung MPS.<br><em><strong>Anmerkung der Raumfahrer.net Redaktion: </strong>&#8222;Wir übernehmen diese Ankündigung leider nicht zeitgerecht. Der erste Vortrag der Reihe erfolgte bereits, fünf der Vorträge folgen jedoch noch, der Nächste demnächst&#8220;.</em></h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://www.mps.mpg.de/8608430/pm20260115-oeffentliche-vortragsreihe-im-feuerwerk-der-sonne?c=2728" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">MPS/Aktuelles/Nachrichten/Pressemitteilung/Im Feuerwerk der Sonne</a>, 15. Januar 2026</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/03/original.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Öffentliche Vortragsreihe Februar – Mai 2026 Bildquelle: MPS" data-rl_caption="" title="Öffentliche Vortragsreihe Februar – Mai 2026 Bildquelle: MPS" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="700" height="366" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/03/original-450x235-1.jpg" alt="" class="wp-image-150994" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/03/original-450x235-1.jpg 700w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/03/original-450x235-1-300x157.jpg 300w" sizes="(max-width: 700px) 100vw, 700px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Öffentliche Vortragsreihe Februar &#8211; Mai 2026<br><mark>Bildquelle: MPS</mark></em></figcaption></figure>



<ul class="wp-block-list">
<li>Den Auftakt macht MPS-Direktor <mark>Prof. Dr. Sami K. Solanki</mark> am <mark>12. Februar 2026</mark>. Sein Vortrag „<mark>Die eruptive Sonne und ihr Einfluss auf die Erde</mark>“ bietet einen einführenden Überblick über die Aktivität der Sonne. Es geht um Eruptionen und Strahlungsausbrüche, den schwankenden Aktivitätszyklus unseres Sterns, ihren aktuellen Zustand und die Frage, was uns der Blick auf ferne Sterne über gewaltige Sonnenausbrüche, so genannte Superflares, lehren kann.</li>



<li>Weniger explosiv als Sonneneruptionen, aber ebenso faszinierend ist der Sonnenwind: der stetige, nie ganz abreißende Teilchenstrom von der Sonne, der zum Teil mit Überschallgeschwindigkeiten bis an den Rand des Sonnensystems jagt. Unter dem Titel „<mark>Unsichtbar und doch zu messen: Wie der Wind von der Sonne ihre Umgebung prägt</mark>“ berichtet <mark>Prof. Dr. Hardi Peter</mark> am <mark>12. März 2026</mark> vom Einfluss des ständigen Sonnenteilchenbeschusses auf die Erde.</li>



<li>Den wohl malerischsten Auswirkungen der Sonnenaktivität, den Polarlichtern, wendet sich <mark>Prof. Dr. Yasuhito Narita</mark> von der TU-Braunschweig am <mark>2. April 2026</mark> zu. In seinem Vortrag „<mark>Polarlichter: Faszination und aktuelle Forschung</mark>“ erklärt er, wie die Leuchterscheinungen am Himmel entstehen und welche Erkenntnisse Forschende daraus gewinnen können.</li>



<li>Um gefährliche Auswirkungen der Sonnenaktivität geht es am <mark>16. April 2026</mark>. In seinem Vortrag „<mark>Gefahren von Weltraumwetter für unsere moderne Infrastruktur</mark>“ berichtet <mark>Dr. Volker Bothmer</mark> vom Institut für Astrophysik und Geophysik der Universität Göttingen von den Problemen, zu denen heftige Sonnenstürme auf der Erde führen können.</li>



<li>Auf eine Reise in die weite Vergangenheit unseres Sterns entführt <mark>Dr. Natalie Krivova</mark> vom MPS mit ihrem Vortrag „<mark>Wenn die Sonne tobt: Auf den Spuren der stärksten Sonnenstürme des Holozäns</mark>“ am <mark>7. Mai 2026</mark>. Um zu verstehen, zu welchem Verhalten die Sonne prinzipiell fähig ist, blickt die Forscherin zurück auf die Epoche der Nacheiszeit. Gibt es Hinweise auf starke Sonnenstürme? Wie häufig kamen sie vor? Und wie lassen sie sich nach Jahrhunderten und Jahrtausenden aufspüren?</li>



<li>Um Zukunftsmusik geht es im letzten Vortrag der Reihe: <mark>Mission Vigil &#8211; Weltraumwettervorhersage aus einzigartiger Perspektive</mark>. 2031 startet die ESA-Raumsonde Vigil ins All. Aus seitlicher Beobachtungsposition wird der Sonnenspäher eher als erdnahe und erdgebundene Teleskope erkennen können, wenn sich auf der Sonne gefährliches Weltraumwetter zusammenbraut. Eines der wissenschaftlichen Instrumente der Mission entsteht derzeit am MPS. Am <mark>21. Mai 2026</mark> gibt <mark>Dr. Johann Hirzberger</mark> vom MPS einen Überblick.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vorträge finden jeweils um 19 Uhr im Auditorium des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Reservierung ist nicht erforderlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinweis zum Parken: Das MPS liegt am Nordcampus der Uni Göttingen und bietet so viele Parkmöglichkeiten. Einige öffentliche Parkplätze finden sich rechts neben dem Haupteingang des Instituts. Weitere Parkplätze gibt es am nahegelegen Friedrich-Hund-Platz zwischen den Fakultäten für Chemie und Physik.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=20840.msg584487#msg584487" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Vortragsreihe 2026 am MPS, Göttingen</a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>DeSK: Symposium mit Rekordteilnahme</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/desk-symposium-mit-rekordteilnahme/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Nov 2019 08:48:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Experimente]]></category>
		<category><![CDATA[Satellitenkommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Vorträge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Wochenend-Symposium – eine interaktive Veranstaltungsreihe des Deutschen Zentrums für Satelliten-Kommunikation (DeSK) zur Nachwuchskräfteförderung – hat bereits zum 11. Mal im Haus Steinheim stattgefunden. In diesem Jahr gab es die bisher höchste Teilnehmerzahl. Eine Pressemitteilung des DeSK. Quelle: DeSK. Backnang, 5. November 2019: Seit über 10 Jahren betreibt das DeSK mit dem Wochenend-Symposium, welches Ende [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Das Wochenend-Symposium – eine interaktive Veranstaltungsreihe des Deutschen Zentrums für Satelliten-Kommunikation (DeSK) zur Nachwuchskräfteförderung – hat bereits zum 11. Mal im Haus Steinheim stattgefunden. In diesem Jahr gab es die bisher höchste Teilnehmerzahl.  Eine Pressemitteilung des DeSK.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: DeSK.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06112019094850_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06112019094850_small_1.jpg" alt="DeSK" width="260"/></a><figcaption>
Teilnehmer des 11. DeSK Wochenend-Symposiums am 25./26. Oktober 2019 im Haus Steinheim mit einem Teil der diesjährigen Referenten und DeSK-Vertretern 
<br>
(Bild: DeSK)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Backnang, 5. November 2019: Seit über 10 Jahren betreibt das DeSK mit dem Wochenend-Symposium, welches Ende Oktober bereits zum 11. Mal stattgefunden hat, aktive Nachwuchskräfteförderung. Mit Unterstützung seiner Mitglieder informiert der Verein Schüler von Backnang bis Ludwigsburg über mögliche Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten im Bereich der Satellitenkommunikations- bzw. Raumfahrtbranche. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Jahr gab es weit mehr Anmeldungen als vorhandene Plätze. Um dennoch alle innerhalb der Frist eingegangenen Anmeldungen berücksichtigen zu können, wurde das Veranstaltungskonzept nach interner Rücksprache komplett überarbeitet. Als Ergebnis wurden zwei Events parallel durchgeführt.    Durch das Engagement der Referenten und Schüler verlief das angepasste Wochenend-Symposium erneut sehr erfolgreich. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Besonderheit dieser Veranstaltung ist, dass Mitglieder – vor allem die Tesat-Spacecom GmbH – Experimente zur Verfügung stellen und diese auch betreuen. Damit werden die in den Vorträgen vermittelten Inhalte noch anschaulicher dargestellt und die jungen Teilnehmer können selbst mitmachen, ausprobieren und entdecken. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die aktuellen Entwicklungen der Satellitenkommunikation waren in diesem Jahr ebenfalls ein Thema: Momentan sind sogenannte Satellitenkonstellationen geplant, die mit vielen Satelliten eine globale Breitband-Internetversorgung realisieren sollen. Verschiedene Unternehmen – z.B. SpaceX, OneWeb oder auch Amazon – arbeiten gerade an einem solchen System. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Insbesondere die Integration einer Satellitenkonstellation in unser &#8222;digitales Lebens&#8220; – beispielsweise beim Online-Gaming oder Abrufen von Filmen oder Serien – und die dadurch entstehenden Herausforderungen waren dabei von Interesse. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06112019094850_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06112019094850_small_2.jpg" alt="via DeSK" width="499" height="232"/></a><figcaption>
Screenshot der Freifunk-Karte vom Aufbau des Fallbeispiels ‚Intersatellite-Routing‘ 
<br>
(Bild: via DeSK)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">In Zusammenarbeit mit den Backnanger Freifunkern unter Leitung von Herrn Marvin Gaube haben die Teilnehmer daher eine solche Internetversorgung als Modell selbst realisiert: Auf dem Außengelände des Seminarhauses wurden zwei &#8222;Satelliten&#8220; in Form von Freifunk-Zugangspunkten aufgestellt. Diese wurden sowohl untereinander, als auch mit der &#8222;Bodenstation&#8220; durch Richtfunk verbunden, sodass nach der erfolgreichen Inbetriebnahme die Internetversorgung sichergestellt wurde. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Solch eine Darstellung eines Intersatellite-Routings hat zum ersten Mal im Rahmen des DeSK Wochenend-Symposiums stattgefunden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das breite Berufsfeld der Branche wurde durch Vorträge von Tesat-Spacecom, Signalhorn Trusted Networks, telent, Thales Alenia Space und Thales Deutschland veranschaulicht. Außerdem klärte die Duale Hochschule Baden-Württemberg, das Institut für Robuste Leistungshalbleitersysteme (ILH) der Universität Stuttgart sowie die Technische Universität Berlin die Teilnehmer über unterschiedliche Ausbildungswege auf. </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das DeSK Wochenend-Symposium ist eine wichtige Plattform für die Branche, um mit potenziellen Nachwuchskräften direkt in Kontakt zu treten und diese von den spannenden Aufgaben sowie Aktivitäten unserer Branche zu begeistern“, erklärt Ernst Bosch, Senior Expert und Technical Adviser Space Subsystems von Thales Deutschland aus Ulm. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Veranstaltung wurde durch die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart unterstützt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Deutsches Zentrum für Satelliten-Kommunikation e.V. (DeSK)</strong>
<br>
Unternehmen, wissenschaftliche Einrichtungen und Hochschulen aus dem Bereich der Satellitenkommunikation haben sich im Jahr 2008 im Deutschen Zentrum für Satelliten-Kommunikation e.V. (DeSK) zusammengeschlossen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ziel des DeSK ist es, die Mitglieder zur Erweiterung der Geschäftsbeziehungen zusammenzuführen sowie zu einem schlagkräftigen Netzwerk zu bündeln und dabei Synergien zu erzeugen. Außerdem werden gemeinsame Aktivitäten zur Fachkräftegewinnung durchgeführt. Ferner obliegt dem DeSK der Betrieb eines Showrooms zum Thema ‚Satellitenkommunikation‘. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Teil der Kompetenzzentren Initiative der Region Stuttgart wird das DeSK von der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) gefördert. </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Partielle Mondfinsternis und Jubiläum der Mondlandung</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/partielle-mondfinsternis-und-jubilaeum-der-mondlandung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Jul 2019 22:02:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Apollo]]></category>
		<category><![CDATA[Max-Planck-Institut]]></category>
		<category><![CDATA[MPS]]></category>
		<category><![CDATA[Planetarium]]></category>
		<category><![CDATA[Teleskop]]></category>
		<category><![CDATA[Vorträge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein volles Programm mit Himmelsbeobachtungen, Planetariumshows und Vorträgen erwartet Besucherinnen und Besucher am 16. Juli am Nordcampus. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung. Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. Einen eindrucksvollen Anblick bietet der Mond am Dienstag, 16. Juli 2019: Eine partielle Mondfinsternis wird über Mitteleuropa und somit natürlich auch in Göttingen zu sehen sein. Der Termin [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Ein volles Programm mit Himmelsbeobachtungen, Planetariumshows und Vorträgen erwartet Besucherinnen und Besucher am 16. Juli am Nordcampus. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen eindrucksvollen Anblick bietet der Mond am Dienstag, 16. Juli 2019: Eine partielle Mondfinsternis wird über Mitteleuropa und somit natürlich auch in Göttingen zu sehen sein. Der Termin könnte kaum günstiger liegen. Genau 50 Jahre zuvor startete die bemannte Weltraummission Apollo 11 auf ihre legendäre Reise; vier Tage später setzte dessen Mondfähre als erstes Raumschiff in der Geschichte der Menschheit auf dem Mond auf. Zu einer Sommernacht rund um den Erdtrabanten und die erste Mondlandung laden das Institut für Astrophysik (IAG) der Universität Göttingen, das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS), der Förderkreis Planetarium Göttingen (FPG) sowie die Amateur-Astronomische Vereinigung Göttingen (AVG) für den 16. Juli an den Nordcampus ein. Neben Shows im mobilen Planetarium, Beobachtungen mit Teleskopen und Vorträgen erwartet die Besucherinnen und Besucher Live Musik, Grillstation und Getränke. Einige der Programmpunkte sind auch für Kinder geeignet. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05072019000205_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05072019000205_small_1.jpg" alt="Niclas Mrotzek/IAG" width="260"/></a><figcaption>
Bei einer partiellen Mondfinsternis schiebt sich die Erde zwischen Mond und Sonne. Ein Teil des Mondes erscheint dadurch rötlich-braun verfärbt. 
<br>
(Bild: Niclas Mrotzek/IAG)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Anders als im vergangenen Sommer verdunkelt sich der Mond am Dienstag, 16. Juli 2019, nicht komplett, sondern tritt nur zum Teil in den Kernschatten der Erde ein. Da das Licht der Sonne in der Erdatmosphäre stark gestreut wird und blaue Anteile herausgefiltert werden, erscheint der Mond dann zum Teil als blass-rote Scheibe am Himmel. Das Himmelsschauspiel beginnt ab etwa 22 Uhr (siehe Infokasten rechts). Zum Zeitpunkt der maximalen Verfinsterung gegen 23.30 Uhr wird der Mond zu mehr als der Hälfte dunkelrot-bräunlich verfärbt erscheinen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Gelegenheit, das astronomische Ereignis unter fachkundiger Anleitung und genauer als mit dem bloßen Auge zu beobachten, gibt es ab 21.30 auf der Beobachtungsplattform des Instituts für Astrophysik an der Tammannstraße. Auch Jupiter und Saturn werden in dieser Nacht zu sehen sein. Sollte der Besucherandrang sehr groß sein, werden die Bilder des 50-cm-Spiegelteleskops ab 22 Uhr zudem in einen Seminarraum des Instituts übertragen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer mit dem eigenen Hobbyteleskop oder mit dem Feldstecher auf den Mond blicken möchte, ist herzlich eingeladen, sich am Justus-von-Liebig-Weg auf halbem Weg zwischen dem MPS und dem XLAB einzufinden. Von dort wird der Mond gut zu sehen sein. Erfahrene Sterngucker des MPS und von der AVG stehen mit Rat und Tat zur Seite. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wie war das nochmal mit der Mondfinsternis? Was passiert da genau? Wer eine kleine Auffrischung benötigt, ist ab 22 Uhr im mobilen Planetarium des FPG gut aufgehoben, das im Foyer des MPS am Justus-von-Liebig-Weg aufgebaut wird. Im Halbstundentakt lässt sich dort  Wissenswertes rund um die Mondfinsternis erfahren. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05072019000205_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05072019000205_small_2.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Am 16. Juli 1969 startete die Mondmission Apollo 11 ins All. Vier Tage später am 20. Juli 1969 betraten die Astronauten Neil Armstrong und Edwin (Buzz) Aldrin als erste Menschen den Mond. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits vor Sonnenuntergang beginnt das Programm. Für die kleinsten Mondbegeisterten ab einem Alter von 4 Jahren, die möglicherweise nicht bis zur eigentlichen Finsternis durchhalten, gibt es um 18 Uhr die Planetariumshow „Lillis Reise zum Mond“. Um 20 Uhr widmet sich die Show „Sieben Tage im Juli &#8211; Die Geschichte der Apollo 11“ der ersten Mondlandung. Diese Show ist für Menschen ab 10 Jahren geeignet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen wissenschaftlichen Blick auf den Erdtrabanten und das Landen bieten die MPS-Wissenschaftler Harald Krüger und Matthias Nieuwenhuis. Um 19 Uhr berichtet Harald Krüger im Auditorium des MPS von geglückten Landungen auf fernen Himmelskörpern. Dabei steht natürlich der Mond im Mittelpunkt. Schließlich ist er der einzige Himmelskörper neben der Erde, den Menschen je betreten haben. Unbemannte Raumsonden sind jedoch in den vergangenen Jahrzehnten noch deutlich weiter ins Weltall vorgedrungen: Landeeinheiten finden sich auf unseren Nachbarplaneten Mars und Venus, auf Kometen und Asteroiden und auf einem fernen Saturnmond. Auf den aktuellen Stand der Mondforschung blickt um 21 Uhr MPS-Forscher Matthias Nieuwenhuis. Dabei geht er etwa der Frage nach, welche Rolle Wasser in der Geschichte unseres kosmischen Begleiters spielte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit alle Besucherinnen und Besucher gut durch die lange Mondnacht kommen, gibt es vor dem Haupteingang des MPS eine Grillstation mit Würstchen und Getränken. Zudem spielt ab 22 Uhr die Band „MegaGauss“, in der sich zahlreiche Doktoranden des MPS zusammengetan haben, Songs mit und ohne Mondbezug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Eintritt zu der Veranstaltung ist kostenlos. Für alle Shows im Planetarium wird eine Anmeldung unter <a class="a" href="https://www.planetarium-goettingen.de/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">www.planetarium-goettingen.de</a> dringend empfohlen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Quelle beim MPS mit Poster und Programm:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.mps.mpg.de/partielle-mondfinsternis-2019" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Partielle Mondfinsternis und Jubiläum der Mondlandung</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/partielle-mondfinsternis-und-jubilaeum-der-mondlandung/" data-wpel-link="internal">Partielle Mondfinsternis und Jubiläum der Mondlandung</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>IAC 2018: Stoßlüften &#8211; #InvolvingEveryone</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/iac-2018-stosslueften-involvingeveryone/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stefan Goth]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Oct 2018 19:15:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vom 1. bis zum 5. Oktober 2018 fand der 69. International Astronautical Congress in Bremen statt. Der Zuspruch von Seiten der Teilnehmer und Besucher übertraf alle Erwartungen. Unter dem Slogan #InvolvingEveryone ging es um den Stand der globalen Raumfahrtbranche und die Trends und Ziele der kommenden Jahre. Dabei wurde die Zusammenarbeit auf allen Ebenen und [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Vom 1. bis zum 5. Oktober 2018 fand der 69. International Astronautical Congress in Bremen statt. Der Zuspruch von Seiten der Teilnehmer und Besucher übertraf alle Erwartungen. Unter dem Slogan #InvolvingEveryone ging es um den Stand der globalen Raumfahrtbranche und die Trends und Ziele der kommenden Jahre. Dabei wurde die Zusammenarbeit auf allen Ebenen und zwischen allen Protagonisten groß geschrieben.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/redakteure/" data-wpel-link="internal">Stefan Goth</a>. Quelle: IAC, IAF, RN, ZARM.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der 69. International Astronautical Congress 2018 (IAC 2018) ist zu Ende. Zeit ein kurzes Resümee zu ziehen. Wie Gayle Tufts während der Eröffnungszeremonie am Montag den 1. Oktober 2018 ganz plastisch verdeutlichte, ist es manchmal notwendig, die Wohnung, das Büro, den Arbeitsplatz, aber auch den Kopf gründlich durchzulüften, sich zu öffnen und den Blick frei zu machen: Luftschnappen, Stoßlüften! Die globale Raumfahrt-Community hatte sich in Bremen versammelt, um genau das zu tun. 
<br>
Unter dem Motto #InvolvingEveryone galt es den Blick über den eigenen Tellerrand bis zum Horizont und darüber hinaus zu weiten; wortwörtlich „in Space“ aber auch im übertragenen Sinne. Neue Betätigungsfelder galt es zu finden für Agenturen und Firmen, ebenso neue Wege der Kommunikation mit Tiefraumsonden und der zu begeisternden Öffentlichkeit, mit dem Ziel, Raumfahrt zum Thema für Jeden und Jede zu machen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Den ganzen Kongress in wenige Worte zu fassen ist angesichts des Mammutprogramms und der überwältigenden Beteiligung an Vortragenden (über 2.000 Vorträge in sog. Technical Sessions, weitere rund 500 Veranstaltungen), Ausstellenden (mehr als 140 Firmen, Agenturen und Organisationen), Teilnehmenden (mehr als 6.500 aus 83 Ländern), 13.000 Besuchern am „Public Day“ am 3. Oktober und einer unüberschaubaren Zahl an professionellen und engagierten Helferinnen und Helfern, die dieses Großevent überhaupt erst möglich gemacht haben, kaum möglich. Veranstaltet wurde der IAC 2018 durch die International Astronautical Federation (IAF) in Zusammenarbeit mit der International Academy of Astronautics (IAA), dem International Institut of Space Law (IISL) und dem Space Generation Advisory Council (SGAC). Die lokale Organisation übernahm das Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation an der Universität Bremen (ZARM). </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11102018211548_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11102018211548_small_1.jpg" alt="Stefan Goth" width="260"/></a><figcaption>
IAC 2018 Ausstellungsimpressionen 
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(Bild: Stefan Goth)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das Motto #InvolvingEveryone war nicht nur als sichtbares Logo, sondern auch als Grundthema in den meisten Veranstaltungen und Reden zu spüren. So betonte Jean-Yve Le Gall als Präsident des IAF bei seiner Rede während der Eröffnungszeremonie, wie wichtig es sei, alle Menschen für die Raumfahrt zu begeistern, unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft oder ihrem Alter. Dieser Grundtenor spiegelte sich auch in der schon erwähnten alle Rekorde brechenden Beteiligung, zu der weitere 200 Bremer Bürgerinnen und Bürger am Eröffnungstag, sowie Kinder als „Yuris Kids“ am Public Day und weitere Schülerinnen und Schüler hinzukamen. Das DLR School_Lab veranstaltete einen Schulkongress unter dem Motto „Teen Spirit for Space“ (sinngemäß: jugendlicher Geist für den Weltraum). Am 4. Oktober konnten die ausgewählten 33 Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland ihre Beiträge am DLR-Stand präsentieren. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11102018211548_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11102018211548_small_2.jpg" alt="Stefan Goth" width="260"/></a><figcaption>
IAC 2018 Stand von Firefly Aerospace mit Triebwerk 
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(Bild: Stefan Goth)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die internationale Berichterstattung hat zur Verbreitung der Losung #InvolvingEveryone beigetragen. Allerdings zielte das Motto nicht nur auf die Öffentlichkeit, sondern sollte auch die sich sehr dynamisch entwickelnde Raumfahrt-Community einbinden, die sich längst nicht mehr nur aus staatlichen Agenturen und klassischen Unternehmen aus der Luft- und Raumfahrtbranche („Old Space“) zusammensetzt. Zu „New Space“ gehören Größen wie SpaceX, Blue Origin aber auch Start-Ups, die sich in Folge des ohne Missionserfüllung beendeten Google Lunar XPRIZE gebildet haben. Hinzu kommen zahlreiche weitere Firmen, Organisationen und sich neu bildende Agenturen, wie die vor einem Jahr gegründete Australian Space Agency, sozusagen bereits die zweite Generation von „New Space“.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Faszinierend ist, dass diese neuen Unternehmungen mit einer großen Portion Optimismus gestartet werden. So betonte Kyle Acierno, Managing Director bei ispace Europe (der Luxembourger Niederlassung des ehemals unter „Team Hakuto“ am Google Lunar XPRIZE beteiligten japanischen Start-Ups), dass nach einer Untersuchung rund 97,3 % aller Start-Ups, die sich mit Hardware beschäftigen (leider fehlen hierzu konkrete Quellenangaben), scheitern. Trotz dieser düsteren Aussichten ein Unternehmen zu gründen, ist schon bemerkenswert. Noch bemerkenswerter ist, dass sie mit dem Ziel Transporte zur Mondoberfläche anzubieten Ende 2017 über 90 Millionen US-Dollar (vorwiegend von japanischen Geldgebern) einwerben konnten. Damit haben sie zwei Starts als Mitfluggelegenheit bei SpaceX gebucht, um möglichst 2020 zu einer Mondumrundung und ein Jahr später zu ihrer ersten Mondlandung mit ihrem Rover Hakuto-R zu starten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Ziel Mond sind sie nicht alleine und das ist die zweite große Gemeinsamkeit neben #InvolvingEveryone: Es geht zum Mond! NASA-Administrator Jim Bridenstine sagte „We´re going back to the moon!“, also „Wir fliegen zurück zum Mond“. Dem widersprach ESA Generaldirektor Jan Wörner nur in einem Punkt, nämlich dem Wörtchen „back“. Dem setzt er ein „forward“ (wörtlich übersetzt: vorwärts, voraus, voran) entgegen. Die großen Raumfahrtagenturen, allen voran die NASA, wollen dies mit der Einrichtung einer, etwas sperrig als „Lunar Orbital Plattform – Gateway (LOP-G)“ bezeichneten, kleinen Raumstation im Mondorbit erreichen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11102018211548_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11102018211548_small_3.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Darstellung geplanter Module für einen lunaren Außenposten 
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(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Praktisch auf allen Ständen der großen Player (z.B. bei Lockheed Martin, Sierra Nevada Corporation (SNC), Airbus aber auch beim DLR) waren Modelle und Poster von Entwürfen für den lunaren Außenposten ausgestellt. Diese Station soll aus Komponenten unterschiedlicher Partner aufgebaut werden. Das erste Modul „Power und Propulsion Element (PPE)“ soll 2022 gestartet werden. Auch ein „European System Providing Refuelling, Infrastructure and Telecommunications (ESPRIT)“ genanntes europäisches Modul ist geplant, Kanada soll einen Roboterarm ähnlich dem auf der Internationalen Raumstation ISS beisteuern, Japan und andere Länder sollen gewonnen werde. Ob sich Russland letztlich mit einer Luftschleuse beteiligen wird, erscheint angesichts politischer Meinungsverschiedenheiten und Uneinigkeit bezüglich technischer Anforderungen momentan eher unsicher.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mond soll aber keinesfalls den staatlichen Agenturen vorbehalten bleiben, bereits das PPE soll auf einer „kommerziellen“ Rakete gestartet werden. Weitere Versorgungsflüge könnten ähnlich der Versorgung der ISS von Dienstleistern erbracht werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der gerade in Entwicklung befindlichen amerikanischen Schwerlastrakete SLS bleiben die besonders großen und schweren Habitat-Module und insbesondere die Orion-Kapsel vorbehalten. SLS und Orion sollen voraussichtlich 2020 zum ersten gemeinsamen, noch unbemenschten Testflug in einen Distand-Retrograd-Orbit (DRO) um den Mond starten. Bekanntlich steuert die europäische Raumfahrtagentur ESA für diesen Flug das erste flugfähige europäische Service Modul bei. Dieses wurde bei Airbus in Bremen gebaut und soll am 29. Oktober 2018 nzum Kennedy Space Center in Florida in den USA transportiert werden. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11102018211548_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11102018211548_small_4.jpg" alt="Thales Alenia Space, Stefan Goth" width="260"/></a><figcaption>
Folie aus einer Präsentation zur Lunar Exploration 
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(Bild: Thales Alenia Space, Stefan Goth)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem lunaren Gateway „entdecken“ zahlreiche alte und neue Raumfahrt-Firmen und Agenturen (wieder) den Mond. Auch wenn der schon erwähnte Google Lunar XPRIZE nicht zum Erfolg führte, stehen zahlreiche Start-Ups in den Startlöchern, um doch noch den Mond zu erreichen. Darunter befinden sich beispielsweise Astrobotik aus den Vereinigten Staaten, indische und israelische Teams und die inzwischen als PTScientists bekannte Firma, die vorwiegend in Berlin beheimatet ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Konzepte verschiedener Protagonisten schließen auch Ausflüge zur Mondoberfläche mit ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese „Wiederentdeckung“ des Mondes erfolgt jedoch nicht als abgeschottete Einzelaktionen sondern zielt auf die Schaffung eines „lunaren Ökosystems“ für institutionelle, wissenschaftliche und kommerzielle Kooperation. Das führt zur dritten großen Gemeinsamkeit des 69. IAC, der Kollaboration auf allen Ebenen und möglichst zwischen allen potentiellen Mitspielern. Bezogen auf den Mond wurde aus der Idee, die Jan Wörner bereits vor einigen Jahren als „Moon Village“ plakativ formulierte, eine Bewegung, die eine große Eigendynamik entwickelt. Unter dem Namen „Moon Village Association“ hat sich ein Zusammenschluss zahlreicher etablierter Unternehmen und Start-Ups, Einzelpersonen und Universitäten gebildet, dessen Ziel es ist, den Informationsaustausch und die Zusammenarbeit aller am Mond Interessierter zu verbessern und zu koordinieren. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11102018211548_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11102018211548_small_5.jpg" alt="Lockheed Martin, Stefan Goth" width="260"/></a><figcaption>
Lockheed Martin präsentiert sein Lunar Exploration Konzept 
<br>
(Bild: Lockheed Martin, Stefan Goth)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Wille zur Zusammenarbeit zeigt sich beispielsweise darin, dass es sich der Luft- und Raumfahrt-Riese Lockheed Martin nicht nehmen lässt, bei der Präsentation seiner möglichen Beteiligung am Lunar Gateway und dessen potentieller Erweiterung um einen wiederverwendbaren, wiederbetankbaren Mondlander für bemenschte Missionen zur Mondoberfläche, auf der großen Bühne auch den kleinen Audi Lunar Quadro Rover der PTScientists zu platzieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die „ganz Großen“ demonstrierten ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit bereits bei der Diskussionsrunde der Chefs der Raumfahrtagenturen am ersten Tag. Der schon fast zwanghafte Drang von Jim Bridenstine, Administrator der NASA, Einigkeit mit seinem Gegenüber Zhang Kejian von der China National Space Administration (CNSA) durch wiederholtes Händeschütteln zu demonstrieren war, nicht zu übersehen. Auch in der späteren Pressekonferenz bestätigte Jim Bridenstine das Interesse der NASA an einer verbesserten Zusammenarbeit mit China. Momentan gibt es allerdings noch Gesetze in den USA, die beispielsweise eine Teilnahme Chinas an der Internationalen Raumstation ISS verhindern. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11102018211548_big_6.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11102018211548_small_6.jpg" alt="CAST, CASC; Stefan Goth" width="260"/></a><figcaption>
Konzept der chinesischen Raumstation CSS 
<br>
(Bild: CAST, CASC; Stefan Goth)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auch deshalb gewinnen die Bestrebungen Chinas, eine eigene Raumstation im Orbit um die Erde zu platzieren, eine wachsende Bedeutung. Diese soll ab 2020 aufgebaut werden. Die chinesischen Vertreter warben bei der internationalen Gemeinschaft um möglichst zahlreiche Teilnahme und Partizipation. ESA-Astronauten lernen längst auch Chinesisch und vor kurzem haben zwei in China an Notfallübungen teilgenommen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Somit bleiben auch in Zukunft noch viele spannende Themen für den 70. IAC der passend zum 50. Mondlandejubiläum nächstes Jahr in Washington D.C. stattfinden wird. Hatte Jean-Yve Le Gall in seiner Eröffnungsrede noch der Hoffnung Ausdruck verliehen, dass nach diesem Rekord-Kongress in Bremen bei künftigen Kongressen bald die 10.000er-Marke bei den Teilnehmern erreicht werden würde, wurde diese Herausforderung von Jim Bridenstine aufgenommen mit der Ankündigung, diese Marke bereits beim IAC in den USA in 2019 erreichen zu wollen. Als Zeichen für die wachsende Bedeutung aufstrebender Nationen wird der IAC 2020 in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten durch die dortige ambitionierte Raumfahrtorganisation veranstaltet. Zu guter Letzt wurde in Bremen die Entscheidung für den Veranstaltungsort und den Ausrichter für 2021 getroffen: Die Wahl für den 72. IAC fiel auf Paris und die französische Raumfahrtbehörde CNES. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=15798.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">IAC 2018 in Bremen</a> </li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Auf Kometenjagd mit Dr. Manfred Warhaut</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/auf-kometenjagd-mit-dr-manfred-warhaut/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Oct 2014 20:42:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Ariane]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[ESOC]]></category>
		<category><![CDATA[Rosetta]]></category>
		<category><![CDATA[Tschurjumov-Gerssimenko]]></category>
		<category><![CDATA[Vorträge]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=39765</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im Rahmen der Vortragsreihe „Der Schöpfung auf der Spur“ in Ober-Ramstadt bei Darmstadt gab der ehemalige Missionsmanager von Rosetta Dr. Manfred Warhaut einen begeisternden Einblick in die Arbeit eines Kometenjägers. Arno Hecker war für Raumfahrer.net dabei und fasst den Vortrag zusammen. Ein Beitrag von Oliver Karger. Quelle: Arno Hecker / Raumfahrer.net. Dr. Manfred Warhaut hat [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Im Rahmen der Vortragsreihe „Der Schöpfung auf der Spur“ in Ober-Ramstadt bei Darmstadt gab der ehemalige Missionsmanager von Rosetta Dr. Manfred Warhaut einen begeisternden Einblick in die Arbeit eines Kometenjägers. Arno Hecker war für Raumfahrer.net dabei und fasst den Vortrag zusammen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Oliver Karger. Quelle: Arno Hecker / Raumfahrer.net.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18102014224200_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18102014224200_small_1.jpg" alt="Arno Hecker" width="260"/></a><figcaption>
Dr. Manfred Warhaut, Bereichsleiter Missionsbetrieb i.R. des ESOC, während seines Vortrags zur Rosetta-Mission. 
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(Bild: Arno Hecker)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Dr. Manfred Warhaut hat viel erlebt in seiner aktiven Zeit bei der ESA. Und er kann erzählen. So begeistert erzählen, dass er den Zuhörer mitnimmt auf die Reise des Kometenjägers. So geschehen am vergangenen Donnerstag in Ober-Ramstadt bei einem Vortrag über die europäische Mission <i>Rosetta</i>, die nun in eine entscheidende Phase tritt. 
<br>
Manfred Warhaut fing 1987 am ESOC an und begleitete als Head of Mission Operations des ESOC die <i>Rosetta</i>-Mission von Beginn an. „Die Mission begann mit einem Schock“, so Manfred Warhaut. Während eines Vortrags im Januar 2003 vor interessierten Publikum erzählte er vom geplanten Start zum Kometen 46P/Wirtanen erfuhr er von einem Gast, dass die Flüge der Ariane V Trägerrakete bis auf weiteres ausgesetzt werden. Grund war das Versagen des Haupttriebwerks Vulcain 2 der Ariane V Hauptstufe beim <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/start-der-ariane-5-fehlgeschlagen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Flug V-157</a>. „Damit war der Start zu Wirtanen unmöglich!“, so Warhaut weiter. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein neuer Zielkomet musste her und wurde mit 67P/Tschurjumov-Gerasimenko auch gefunden. „Allerdings blieb uns nur weniger als ein Jahr, um eine mehr als 10 Jahre dauernde Mission neu zu planen!“ erläuterte Warhaut weiter. Um Tschurjumov-Gerasimenko möglichst kostengünstig, das heisst mit einer möglichst geringem Treibstoffmenge zu erreichen, musste ein Startfenster im Frühjahr 2004 genutzt werden. „Das die Umplanung der Mission innerhalb eines Jahres so effektiv und erfolgreich umgesetzt werden konnte, war eine unglaubliche Teamleistung. Dies fing an mit der Berechnung der neuen Flugbahn, quasi einem kosmischen Billiardspiel mit drei swing-by Manövern an der Erde und einem am Mars“, gibt Warhaut einen Einblick in die sehr kurzfristige Änderungen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim ersten swing-by an der Erde gewann die Sonde noch einmal so viel Energie, wie sie bereits beim Start von der Ariane-Trägerrakete mit auf den Weg bekam. „Mit der neuen Trajektorie gab es auch Vorbeiflüge an den Asteroiden <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/der-asteroid-steins-und-der-yorp-effekt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Šteins</a> und <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/livebericht-rosettas-vorbeiflug-an-lutetia/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Lutetia</a>, von denen wir wunderbare Fotos erhalten haben. Allein dafür hat sich die <i>Rosetta</i>-Mission schon gelohnt!“. Die lang dauernde Trajektorie bringt auch den Umstand mit, dass <i>Rosetta</i> den Entfernungsrekord eines rein solarbetriebenen Raumfahrzeugs hält. Die größte Entfernung zur Energiequelle Sonne betrug 790 Millionen Kilometer. „In dieser Entfernung konnten die Solarzellen nicht genügend Energie liefern, um alle Bordsysteme in Betrieb zu halten. Daher haben wir Rosetta für zweieinhalb Jahre in den Tiefschlaf versetzt!“ Zweieinhalb Jahre kein Kontakt, kein Lebenszeichen der Sonde und damit auch eine große Ungewissheit. Eine lange Zeit, in der das Projektteam dennoch alle Hände voll zu tun hatte. „Personal verlässt das Team und damit auch Wissen über Systeme und Erfahrung, neue Mitarbeiter kommen hinzu.“ Während der bisherigen Mission von zehn Jahren gab es eine neue Computergeneration im Bodensegement &#8211; Hard- und Software wurde ausgetauscht und angepasst. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18102014224200_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18102014224200_small_2.jpg" alt="Arno Hecker" width="709" height="337"/></a><figcaption>
Manfred Warhaut beschreibt die möglichen Landestellen von Philae auf 67P/Tschurjumov-Gerasimenko. 
<br>
(Bild: Arno Hecker)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Im Januar 2014 war es dann soweit. <i>Rosetta</i> sollte durch eine kleines internes „Beep!“  wieder aufwachen &#8211; <a href="https://www.raumfahrer.net/rosetta-sendet-live-aus-dem-esoc/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrer Net berichtete live</a>. „Es herrschte atemlose Spannung im Kontrollraum. Im Vorfeld hatten wir im Team gewettet, zu welcher Uhrzeit <i>Rosetta</i> aufwacht und die Zeiten alle auf Zettel geschrieben. Doch der Zeitpunkt, zu dem wir das Signal erwartet hatten, verstrich. Erst zwanzig Minuten verspätet sahen wir das erlösende Signal! Natürlich lagen wir alle mit unserer Wette daneben. Eine Kollegin meinte darauf hin trocken: &#8218;Na, ist doch klar, Mädchen kommen doch immer später!&#8216;.“ Auslöser für die Verzögerung war ein Neustart des Bordcomputers, was sich jedoch nicht als problematisch herausstellte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurz vor der finalen Annäherung an Tschurjumov-Gerasimenko musste ein Bremsmanöver durchgeführt werden, um die Relativgeschwindigkeit zum Kometen zu reduzieren, immerhin um etwa 800 m/s. „Zwischenzeitlich hatte sich herausgestellt, dass es ein Leck im Treibstoffsystem gibt. Wir hatten weniger Treibstoff als erwartet und die Gefahr war groß, dass wir beim vorgesehenen Druck von 17 bar auf den Triebwerken noch mehr davon verlieren.“ Als sicher wurde ein Druckbereich von 8 bis 11 bar eingestuft. „Und unsere erstklassigen Spacecraft Operations Engineers haben es tatsächlich geschafft und nun kreisen wir, pardon, kreist <i>Rosetta</i> um den Kometen und liefert fantastischen Aufnahmen und hoffentlich auch Erkenntnisse über die Frühphase unseres Sonnensystems.“ </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18102014224200_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18102014224200_small_3.jpg" alt="ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA" width="260"/></a><figcaption>
Der für die Landung von Philae ausgewählte Landeplatz &#8222;J&#8220;. Diese Mosaikaufnahme setzt sich aus zwei Aufnahmen zusammen, welche am 14. September 2014 von der Telekamera des 
<a class="a" href="https://www.mps.mpg.de/rosetta/osiris" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">OSIRIS-Kameraexperiments</a>
 aus einer Entfernung von rund 30 Kilometern angefertigt wurden. Die Bildauflösung beträgt 50 Zentimeter pro Pixel. Der rote Kreis markiert einen etwa 500 Meter durchmessenden Abschnitt der Kometenoberfläche, welcher das Zentrum der Landeellipse darstellt.  
<br>
(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ein wichtiger Schritt dazu ist die direkte, chemische Untersuchung des Kometenmaterials. Dies soll mit dem Lander <i>Philae</i> geschehen. Dazu wurden in den letzten Wochen mit der größten Annäherung von Rosetta an 67P bis auf 10 km Detailaufnahmen der möglichen Landegebiete erstellt. „Die Reaktion des Landeteams auf die Fotos war eindeutig: &#8218;Alle schlecht!&#8217;“ Entweder sind die Lichtverhältnisse nicht ausreichend, weil zu viele Schattenflächen vorhanden sind oder es ist zu uneben im Bereich des Landeskreises von 500 m Durchmesser. Essentiell wichtig ist der gravitative Einfluss auf die nur 120 kg schwere Landesonde, um eine möglichst störungsfreie Annäherung gewährleisten zu können. „Eine Kugelform von 67P wäre toll, leider ist er eine Erdnuss!“, schmunzelte Manfred Warhaut. „Wir hoffen, das Beste für die Landung, aber ob sie erfolgreich sein wird, steht noch buchstäblich in den Sternen.“  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Momentan sind alle Systeme von <i>Philae</i> in einwandfreiem Zustand. In den Tagen vor der Ablösung vom Orbiter werden noch zahlreiche Systemtests durchgeführt und „der Lander auf Herz und Nieren geprüft“. Wenn dann das finale &#8218;Go!&#8216; am 12.11. gegeben wird, wird <i>Philae</i> vom <i>Rosetta</i>-Orbiter aus einer Höhe von etwa 20 km über der Kometenoberfläche abgestoßen und sich senkrecht auf 67P mit etwa 1 m/s zubewegen, um sich beim Aufsetzen mit den Harpunen zu verankern.      Sollte eines der Systeme nicht bereit sein, dann wird <i>Philae</i> nicht ausgeklinkt. Im weiteren Verlauf gibt es alle 14 Tage wieder die Möglichkeit für einen Landeversuch. „Das allerdings auch nicht beliebig lange“, beschreibt Warhaut eine mögliche Gefahr für den Orbiter, „da mit der weiteren Annäherung von 67P an die Sonne die Aktivität des Kometennukleus zunimmt.“ Bei einer weiteren Annäherung des Orbiters erhöht sich die Gefahr einer Beschädigung von Instrumenten und Bordsystemen durch das vom Kometenkern freigesetzte Material. „Die einen wollen möglichst nah ran, um den Lander gut absetzen zu können, die anderen am liebsten weit weg, um die Systeme zu schützen. Da 67P bereits jetzt aktiver ist als erwartet, soll die Entfernung für die Landung auf 22,5 km vergrößert werden.“      Die erste Panoramaaufnahme nach der hoffentlich geglückten Landung soll bereits am gleichen Abend veröffentlich werden. Weitere Aufnahmen werden dann in den darauf folgenden Tagen ebenfalls freigegeben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Abschluss des Vortrags zieht Manfred Warhaut das Fazit, dass „eine Landung auf einem Komenten eine der vielen Premieren ist, die bei dieser Mission gewagt werden. Sie ist riskant und kann schiefgehen. Doch auch eine nicht geglückte Landung wird den wissenschaftliche Wert der gesamten Mission nicht in Frage stellen. <i>Rosetta</i> ist bereits jetzt ein großartiger Erfolg.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Raumfahrer.net wird die Landung von <i>Philae</i> auf 67P/Tschurjumov-Gerasimenko natürlich begleiten und live berichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?board=34.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mission Rosetta</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=667.285" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Kometen</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Seiten bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/rosetta/" data-wpel-link="internal">Rosetta-Sonderseite</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/rosetta/" data-wpel-link="internal">Rosetta-Newsarchiv</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/tag/kometen/" data-wpel-link="internal">Kometen-Newsarchiv</a></li></ul>
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		<title>Vom Alltagsnutzen der Raumfahrt und darüber hinaus</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/vom-alltagsnutzen-der-raumfahrt-und-darueber-hinaus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Oct 2013 20:08:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Astronaut]]></category>
		<category><![CDATA[Ernst Messerschmid]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Vorträge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Vom All in den Alltag“ lautete ein Vortrag, den Ex-Astronaut Ernst Messerschmid kürzlich im Bad Homburg hielt. Das ist ziemlich zweideutig. Wäre da nicht der Untertitel „für neues Wissen und Innovationen“, könnte man sich fragen, ob es da nicht auch um sein persönliches Befinden während und nach seinem Weltraumflug geht. So war es natürlich nicht. [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">„Vom All in den Alltag“ lautete ein Vortrag, den Ex-Astronaut Ernst Messerschmid kürzlich im Bad Homburg hielt. Das ist ziemlich zweideutig. Wäre da nicht der Untertitel „für neues Wissen und Innovationen“, könnte man sich fragen, ob es da nicht auch um sein persönliches Befinden während und nach seinem Weltraumflug geht. So war es natürlich nicht. Aber die eigentliche Faszination ging dennoch weniger von den vielen Fakten als von den Schilderungen seines persönlichen Erlebens aus.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Roland Rischer. Quelle: Veranstaltung.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/28102013210814_small_1.jpg" alt="Roland Rischer" width="300" height="188"/><figcaption>
Beschreibung 
<br>
(Bild: Roland Rischer)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">„Vom All in den Alltag“ lautete ein Vortrag, den Professor Dr. Dr.-Ing. E.h. Ernst Messerschmid am 21. Oktober 2013 in Bad Homburg vor der Höhe auf Einladung des dortigen Diskussionskreises Taunus. hielt. So ein Diskussionskreis deckt in der Regel eine große Spanne von Themen ab. Deshalb darf dort zwar ein intellektuell anspruchsvolles, aber eben doch kein ausschließliches Fachpublikum erwartet werden. Daran sollte man sich aber nicht stören, denn schließlich geht es darum, den Nutzen der Raumfahrt einem breiteren Publikum plausibel zu machen.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">So ähnlich muss Ernst Messerschmid gedacht haben, als er zusagte. Und er wird sich auch Gedanken gemacht haben, wie man denn ein solches Publikum angemessen erreicht. Sind es die harten Fakten, vielleicht auch unterlegt mit Kosten-/Nutzenanalysen? Ist es die persönliche Faszination, die nur ein Raumfahrer authentisch vermitteln kann? Oder sind es die grundlegenden Einsichten über unser Dasein, die man in 50 Jahren Weltraumfahrt und damit verbundener Erforschung von Erde, Sonnensystem und des übrigen Weltalls gewonnen hat und weiterhin gewinnt?   </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/28102013210814_small_2.jpg" alt="CC BY 2.0 Andreas Schepers" width="260"/><figcaption>
Ernst Messerschmid 2013 vor Space Shuttle-Modell  
<br>
(Bild: CC BY 2.0 Andreas Schepers)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Messerschmid ging alle drei Wege. Dabei darf man sich das nicht in einer strikten Dreiteilung des Vortrags vorstellen. Routiniert schaffte er fließende Übergänge zwischen den Eckpunkten aus Geschichte und Gegenwart der Raumfahrt, von aus dieser Branche ausgehenden Innovationen, persönlichen Anekdoten und fast schon  philosophischen Einsichten. Das führte dazu, dass das Publikum seinen Ausführungen durchweg gespannt und da, wo gewollt und angemessen, amüsiert folgte. Dieses nahm beispielsweise seinen Hinweis auf die von ihm im Rahmen der Astronautenausbildung geflogenen Militärjets ebenso höflich zur Kenntnis wie seine Erklärungen zu den Vorteilen der Herstellung von Metalllegierungen unter den Bedingungen des freien Falls, vulgo Schwerlosigkeit. Es folgte aber sichtlich gespannter seinen Ausführungen etwa zum unvergleichlichen Schlafkomfort im All und der nur hier erlebbaren natürlichen Körperhaltung. Jeder konnte nachvollziehen, wenn er von „schwäbischen Landjägern“ sprach, die er als Ergänzung zur faden Astronautennahrung mit in den Weltraum brachte. Sie erwiesen sich 1985 bei seinem einwöchigen Flug im Rahmen deutschen Spacelab-Mission D1 an Bord der Raumfähre Challenger STS-61A als harte, weil begehrte Tauschwährung, in seinem Fall gegen Filmrollen. Spürbares Staunen im Publikum rief nicht zuletzt eine Aufnahme hervor, die mit dem Saturn im Vordergrund die Erde als winzigen Lichtpunkt im Hintergrund zeigte. Mehr oder weniger ein Nichts im Weltraum, so Messerschmid.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Raumfahrt hat seit den 1960-iger Jahren entscheidende Fortschritte auf dem Gebiet der Materialforschung, Miniaturisierung der Elektronik, der Systemtechnik und der Zuverlässigkeit und Sicherheit gebracht, letzteres wegen der prinzipiellen Anforderungen an ein Raumfahrzeug. Leicht und Dauerhaft beziehungsweise auch über lange Zeiträume wartungsfrei sind laut Messerschmid die entscheidenden Kriterien für den Einsatz im Weltall. Bei Metalllegierungen und in der Kristallzüchtung konnten neue Qualitäten erzielt werden. In der Werkstoffwissenschaft konnten so Werkstoffe und Produktionsverfahren auf der Erde optimiert werden. Bauteile wie Turbinenschaufeln wurden damit temperaturresistenter oder langlebiger. Hochleistungsbremsen gehen auf Grundlagenforschungen im All zurück. Bei ICE-Züge sparen sie über sechs Tonnen an Gewicht und sind erheblich wartungsärmer, weil bis 300.000 Kilometer wartungsfrei. Feuerwehranzüge mit Schutzwirkung von -60 Grad Celsius bis 600 Grad Celsius für eine Stunde gehen ebenso auf raumfahrtinduzierte Innovationen zurück wie Sensoren für eine sekundenschnelle Atemgasanalyse. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Breiten Raum nahmen bei Messerschmid die im Weltraum gewonnenen Erkenntnisse über den menschlichen Körper ein. Stichworte waren Raumkrankheit, Lungenventilation oder Herz-Kreislaufsystem. Viele physiologische Erscheinungen im Weltraum hätten etwas mit Alterung zu tun. Zudem liefen diese Effekte dort beschleunigt ab. Die Effekte könnten kontrolliert eingeleitet werden und seien teilweise auch reversibel, wenn der Astronaut wieder auf der Erde ankomme. Große Fortschritte hätte man daher in der Osteoporose-Forschung gemacht. Bei Weltraumfahrern sei der Vorgang um den Faktor 10 bis 20 schneller als auf der Erde bei älteren Frauen. Bei Langzeitflügen verliere der Mensch je ein Prozent an Muskel- und Knochenmasse pro Monat. Frauen seien zu 80 Prozent stärker betroffen als Männer. Funktionsnahrung, Hormone und Training hätten, so Messerschmid, gegen Knochenschwund wenig geholfen. Am besten helfe eine Vibrationsplattform, heute Übungsgerät in jedem besseren Sportstudio.  </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/28102013210814_small_3.jpg" alt="NASA/ESA/DLR" width="260"/><figcaption>
28 Jahre zurück &#8211; Ernst Messerschmid 1985 im Spacelab  
<br>
(Bild: NASA/ESA/DLR)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">In der Raumfahrt gibt es verschiedene Nutzergruppen. Da sind zum einen die kommerziellen Nutzer, also Dienstleister beispielsweise für Erdbeobachtung, Satellitenkommunikation oder Satellitennavigation. Hier wird privates Geld investiert. Ein kommerzieller Rundfunk/Fernseh-Satellit von 5 Tonnen und 20 Kilowatt Leistungsaufnahme kostet, so Messerschmid, rund 100 bis 150 Mio. EUR. Das sei etwa ein Zehntel dessen, was man mit ihm verdienen könne. Selbst komplexe Systeme wie die Satellitennavigation könnten ihr Geld verdienen. Weltraum-Tourismus wird sich nach seiner Meinung nicht durchsetzen, weil zu teuer, zu riskant und zu umweltbelastend und von daher generell zu kontingentieren. Der kommerziellen Seite gegenüber stehe die rein wissenschaftliche Weltraumforschung mit Hilfe öffentlicher Gelder. Daneben gebe es noch Aktivitäten, die originäre Staatsaufgabe seien, wie etwa Meteorologie oder militärisch-strategische Aufklärung.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Man konnte Messerschmid anmerken, dass er vom europäischen Beitrag zur Weltraumfahrt einigermaßen enttäuscht ist. In Deutschland würden auf jeden Bürger etwa 28 EUR pro Jahr für die Raumfahrt entfallen. In den USA seien es ca. 150 EUR pro Jahr. Der europäische Anteil an der ISS sei mit 8% relativ gering. Insgesamt belaufe sich der Weltmarkt für Raumfahrt laut Messerschmid auf 200 Mrd. EUR p.a. Davon seien zwei Drittel privates Geld. Weltweit würden etwa 250.000 Menschen in der Weltraumindustrie beschäftigt, davon 30.000 in Europa und darunter rund 7.000 in Deutschland. Die Raumfahrt in Deutschland mache nur etwa 0,4 Prozent des produzierenden Gewerbes aus. Das Mondlande-Programm der USA sei zwar politisch begründet worden, es sei aber letztendlich ein gigantisches Innovations- und Konjunkturprogramm gewesen, von dem die US-Amerikaner noch heute profitieren würden. Innerhalb von drei Jahren sei damals das Forschungs- und Entwicklungsbudget in den USA von anderthalb auf drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes verdoppelt worden. In Europa betrage es noch heute etwas unter zwei Prozent, in Deutschland komme es gerade an drei Prozent heran.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Messerschmid schloss mit den seiner Ansicht nach drei wesentlichen Gründen für die Weltraumfahrt: Erforschen – Verstehen – Vereinen. Erforschen heißt für ihn, die Grenzen menschlicher Erfahrung auszuweiten und zu inspirieren. Danach komme das Verstehen – Raumfahrt versuche Antworten darauf zu geben, woher wir kommen und wohin wir gehen, was die Erde und das Leben auf ihr konkret bedroht und wie wir uns dagegen schützen können. Und schließlich das Vereinen &#8211; Raumfahrt biete Ansätze für globale Unternehmungen ohne nationale Grenzen. Überhaupt sei der größte Nutzen der Raumfahrt die Wahrnehmung der Vielfalt auf der Erde und ihre Einordnung als eine kleine Insel, die es in einer lebensfeindlichen Umgebung zu erhalten gelte. Wer wollte da sagen: „Brauchen wir nicht!“ Nach diesem Abend keiner.  </p>
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		<title>23. Raumfahrtkolloquium an der FH Aachen</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/23-raumfahrtkolloquium-an-der-fh-aachen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 21 Nov 2010 21:07:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Asteroiden]]></category>
		<category><![CDATA[Kometen]]></category>
		<category><![CDATA[Mond]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Vorträge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 18. November fand in Aachen an der FH eine Fachkonferenz zum Thema „Neue Technologien für die Erforschung des Weltraums“ statt. Ein Beitrag von Raumfahrer.net Gastautor und Simon Plasger. Quelle: 23. Raumfahrtkolloquium Aachen. In Zusammenarbeit mit unserem Gastautor Ian Benecken Auf der Gemeinschaftsveranstaltung von FH Aachen, DGLR und DLR hielten mehrere Referenten Vorträge zu unterschiedlichsten [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Am 18. November fand in Aachen an der FH eine Fachkonferenz zum Thema „Neue Technologien für die Erforschung des Weltraums“ statt.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Raumfahrer.net Gastautor und Simon Plasger. Quelle: 23. Raumfahrtkolloquium Aachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>In Zusammenarbeit mit unserem Gastautor <strong>Ian Benecken</strong></i>
<br>
Auf der Gemeinschaftsveranstaltung von FH Aachen, DGLR und DLR hielten mehrere Referenten Vorträge zu unterschiedlichsten zukunftsweisenden Technologien, die die Raumfahrt in Zukunft weiter bringen können. Es ging aber auch um astronomische Themen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der obligatorischen Begrüßung referierte Prof. Dr. Hans-Jörg Fahr von der Universität Bonn über die Entstehung unseres Sonnensystems. Er erklärte, dass das Sonnensystem aus einer Wolke entstanden sein muss, die unter der eigenen Gravitation kollabiert ist. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21112010220722_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21112010220722_small_1.jpg" alt="Raumfahrtkolloquium Aachen" width="260"/></a><figcaption>
Die protosolare Gasscheibe, aus der die Planeten entstanden sind. 
<br>
(Bild: Raumfahrtkolloquium Aachen/Prof. Dr. Hans-Jörg Fahr, Ian Benecken)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ob aus so einer Wolke ein Sternsystem entsteht, hängt vom Drehimpuls ab. Ist dieser zu niedrig oder gar nicht vorhanden, kollabiert die Wolke vollständig, ohne dass ein Stern entstehen kann. Sollte der Drehimpuls zu hoch sein, entsteht entweder eine Scheibe oder ein Ring, aus dem sich durch Aufteilung noch ein Vielsternsystem bilden kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei unserem Sonnensystem stimmte der Drehimpuls jedoch und die Wolke begann, in sich zusammenzufallen. Ein großer Teil der Masse sammelte sich im Zentrum, wo sie sich verdichtete, bis schließlich die Kernfusion zündete und Wasserstoff in Helium umgewandelt wurde. Die Sonne war entstanden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Um diese kreiste eine Staubscheibe, welche aus der Materie bestand, die nicht im Zentrum gelandet war. Nach und nach verklumpten sich dort erste Kleinkörper. Da diese eine geringe Eigengravitation besaßen, zogen sie nach und nach mehr Masse an. Aus diesen vergrößernden Klumpen entstanden schließlich die Planeten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Als sich die Planeten gebildet haben, blieben noch Wasserstoff und Sauerstoff übrig. Diese Elemente verbanden sich und aus dem nun vorhandenen Schnee und Eis bildeten sich zusammen mit Staubteilchen Kometen, die durch das Sonnensystem kreisen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf diesen interessanten Vortrag folgte direkt der nächste. Dr. Martin Hilchenbach vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung zeigte die Möglichkeiten der Erforschung planetarer Oberflächen auf. Dabei erwähnte er sowohl bereits beendete Missionen als auch zukünftige. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuerst ging es um den Mond. Da dort bereits viel getan wurde, wurde hauptsächlich geschichtliches erwähnt. Unter anderem ging Hilchenbach auf die Probleme ein, die man hatte, als man noch nicht wusste, ob man in der Mondoberfläche versinken würde. Außerdem wurde auf die russischen Missionen Lunochod 1 (ferngesteuerter Mondrover) und Luna 16 (Sample Return) eingegangen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21112010220722_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21112010220722_small_2.jpg" alt="Raumfahrtkolloquium Aachen" width="260"/></a><figcaption>
Der sowjetische Mondrover Lunochod 1 
<br>
(Bild: Raumfahrtkolloquium Aachen/Dr. Martin Hilchenbach, Ian Benecken)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Erforschung der Asteroiden wurde hauptsächlich Hayabusa erwähnt. Beispielsweise waren die aktuellen Funde in der Rückkehrkapsel ein Thema. Auch wurde auf die Methode des Staubssammelns mithilfe eine Projektils, welches auf die Oberfläche gefeuert wurde, eingegangen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Kometenerforschung ist im Moment die Sonde „Rosetta“ unterwegs. 2014 soll die Sonde in einen Orbit um den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko einschwenken und einen kleinen Lander mit dem Namen „Philae“ absetzen. Dieser ist in der Landephase weitgehend passiv und hat deshalb wenig Teile, die auf der langen Reise kaputt gehen können. Eines der wenigen Teile, die bei der Landung gesteuert werden müssen, ist eine Art Harpune, die direkt nach der Landung in den Boden des Kometen gerammt werden muss, damit Philae stehen bleibt und nicht zurück ins All gestoßen wird. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21112010220722_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21112010220722_small_3.jpg" alt="raumfahrer.net / Ian Benecken" width="260"/></a><figcaption>
Der Kometenlander Philae im Landeanflug. 
<br>
(Bild: Raumfahrtkolloquium Aachen/Dr. Martin Hilchenbach, Ian Benecken)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Landung wird Philae mit verschiedensten Instrumenten den Boden des Kometen untersuchen. Dazu ist unter anderem ein Bohrer an Bord, der die entnommenen Proben in ein Karussell setzt, mit dem sie zu den Instrumenten befördert werden, in denen sie untersucht werden können. Dieser Bohrer und andere Instrumente befinden sich an einem Roboterarm, der nach der Landung ausgeklappt wird und die nähere Umgebung des Landeplatzes untersuchen wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der Mars bekam und bekommt Besuch von der Erde. Besonders auf die verschiedenen Roverprogramme wurde eingegangen. Beispielsweise wurden alle Komponenten des ExoMars-Programms vorgestellt und Aktuelles zum MSL „Curiosity“ erklärt. Ein weiterer Punkt war der Wunsch nach einer aktiven Vibrationsregelung der Instrumente der Sonden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Erforschung von Planeten ging es nun um die Methoden, Daten zwischen All und Erde zu transportieren. Prof. Dr. Felix Huber vom DLR in Oberpfaffenhofen zeigte die Probleme und deren Lösungen bei der Datenverarbeitung auf. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein erster Schwachpunkt bei Satelliten ist, dass die Satelliten nur blinde Befehlsempfänger sind. Mit einer besseren Software könnten die Satelliten ihre Daten schneller verarbeiten. Außerdem könnte der Bordspeicher besser ausgenutzt werden und der Satellit fähig sein selber nach Zielen gesucht werden Besonders für Erdbeobachtungssatelliten ist diese Art der Weiterentwicklung interessant. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch ein weiterer Schwachpunkt kristallisiert sich heraus: Satelliten im LEO (Low Earth Orbit, niedriger Erdorbit) haben nur eine sehr geringe Kontaktzeit zu ihren Bodenstation. Dieses Problem kann gelöst werden, in dem im GEO (geostätionärer Orbit) Relaissatelliten platziert werden. Jedoch kosten diese wieder zusätzliche Investitionen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die Fortbewegung von Sonden im All referierte anschließend Dr. Davar Feilie von der Universität Gießen. In seinem Vortrag über Ionentriebwerke wurden zuerst die Einsatzzwecke und benötigten Eigenschaften elektrischer Triebwerke aufgezeigt. So sollte z.B. das (inzwischen eingestellte) Darwin-Weltraumteleskop Ionentriebwerke zur genauen Ausrichtung auf einen Punkt im All erhalten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für solche Zwecke braucht ein Triebwerk dieses Typs genaueste Eigenschaften. Zum Beispiel muss der Schub im Mikronewtonbereich regelbar sein und das Triebwerk muss eine sehr lange Lebensdauer haben (~ 30.000 Stunden). Eine hohe Anforderung ist, dass die Triebwerke einen sehr fein regelbaren Schubvektor haben, um die Lageregelung so genau wie möglich zu machen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21112010220722_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21112010220722_small_4.jpg" alt="Raumfahrtkolloquium Aachen/Dr. Davar Feilie, Ian Benecken" width="260"/></a><figcaption>
Die Sonde Hayabusa mit Ionentriebwerken 
<br>
(Bild: Raumfahrtkolloquium Aachen/Dr. Davar Feilie, Ian Benecken)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Feilie zeigte auch Missionen, die bereits erfolgreich mit Ionentriebwerken ihre Ziele erreicht haben und teilweise auch zur Erde zurückgekehrt sind. Beispiele sind Hayabusa, Deep Space 1 und Artemis. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Punkt der Erforschung des Alls, der allerdings noch nicht eingesetzt wird, ist die Untersuchung von Eisplaneten und –monden mit Einschmelzsonden. Mit diesem Thema beschäftigte sich Dr. Erika Kaufmann aus der Österreichischen Akademie für Wissenschaften in Graz. Wie sie erzählte, sei leider noch kein Versuch wirklich erfolgreich gewesen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein sehr großes Problem ist immer noch die Energieversorgung solcher Sonden. Sie müssen über einen längeren Zeitraum eine hohe Temperatur erzeugen. Auch muss noch an dem Design gearbeitet werden. Die bisherigen Prototypen schmelzen sich zwar einige Zentimeter ins Eis, bilden anschließend jedoch einen Krater. Kaufmann sagte dazu: „Es ist in gewisser Weise ein Fehlschlag, jedoch lernt man daraus.“  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein neues Design soll dies verbessern und eine weitere, für die geplanten Einsatzzwecke sehr wichtige Neuerung haben: es soll eine wissenschaftliche Nutzlast mitgenommen werden können, welche in der Realität einen Ozean untersuchen soll, der unter dem Eis liegt. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21112010220722_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21112010220722_small_5.jpg" alt="Raumfahrtkolloquium Aachen/Prof. Dr. Bernd Häusler, Ian Benecken" width="260"/></a><figcaption>
Die Methoden der Radio Science 
<br>
(Bild: Raumfahrtkolloquium Aachen/Prof. Dr. Bernd Häusler, Ian Benecken)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Den letzten Vortrag vor dem Abendprogramm hielt schließlich Prof. Dr. Bernd Häusler von der Universität der Bundeswehr in München. Er referierte über Radio Science, einer Technologie zur Erforschung von Planetenatmosphären bei der Signalübermittlung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sendet eine Sonde ein Signal aus und dieses muss durch eine Atmosphäre, durch die Sonnenkorona oder an einem Schwerefeld vorbei, so wird das Signal dabei abgelenkt, verlangsamt oder die Polarisation verändert. Durch genaue Messungen lassen sich Rückschlüsse auf Schwerefeld oder Atmosphären ziehen. Dabei ist es jedoch wichtig, dass Sonde und Bodenstation exakt die gleiche Uhrzeit haben, um Abweichungen festzustellen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=9141.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">23. Raumfahrt-Kolloquium an der FH Aachen</a></li></ul>
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		<item>
		<title>Dunkle Materie in neuem Licht</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/dunkle-materie-in-neuem-licht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Dec 2009 12:18:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[Experiment]]></category>
		<category><![CDATA[Galaxienhaufen]]></category>
		<category><![CDATA[Gravitation]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmische Strahlung]]></category>
		<category><![CDATA[Vorträge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein internationales Forscherteam weist in einer stillgelegten Mine Dunkle-Materie-Teilchen nach. Ein Beitrag von Karl Urban. Quelle: Ahmed et al. (2009), Kosmologs, New Scientist, Drillingsraum.de. Vertont von Peter Rittinger. In ihrem Experiment im Soudan Underground Laboratory zeigten Forscher aus den USA, Kanada und der Schweiz, dass Wechselwirkungen zwischen Dunkler Materie und Atomkernen messbar sind. Sie berichteten [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Ein internationales Forscherteam weist in einer stillgelegten Mine Dunkle-Materie-Teilchen nach.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Karl Urban. Quelle: Ahmed et al. (2009), Kosmologs, New Scientist, Drillingsraum.de. Vertont von Peter Rittinger.</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2009-12-24-13373.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In ihrem Experiment im <i>Soudan Underground Laboratory</i> zeigten Forscher aus den USA, Kanada und der Schweiz, dass Wechselwirkungen zwischen <a href="https://www.raumfahrer.net/dunkle-materie-dark-matter/" data-wpel-link="internal">Dunkler Materie</a> und Atomkernen messbar sind. Sie berichteten am 17. Dezember zeitgleich auf mehreren Vorträgen sowie in einer Veröffentlichung von ihren Ergebnissen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Im Berg ist es dunkel</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/19122009131839_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/19122009131839_small_1.jpg" alt="Flickr/Alt text/CC-BY-SA" width="416" height="277"/></a><figcaption>
Blick in das Labor in der ehemaligen Soudan-Eisenerzmine im US-Bundesstaat Minnesota 
<br>
(Bild: Flickr/
<a href="https://www.flickr.com/photos/alttext/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Alt text</a>
/CC-BY-SA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist eines der Grundgesetze der modernen Physik: Je kleiner das zu untersuchende Phänomen, umso größer der erforderliche technische Aufwand. Davon können die Physiker um Z. Ahmed am Experiment <a href="http://cdms.berkeley.edu/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Cryogenic Dark Matter Search</a> (CDMS II) ein Lied singen. Sie mussten rund 800 Meter unter die Erde gehen. Hier suchen sie nach den unscheinbarsten und scheusten Mitgliedern des Teilchenzoos. Viele natürliche Prozesse erzeugen Störeffekte, denen man zu entkommen versucht. Das Gestein schirmt das Experiment vor kosmischer Strahlung ab. Durch radioaktive Zerfälle erzeugt es selbst einen Strahlungshintergrund, vor dem man sich erneut gut abschirmen muss. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Blickt man hinter den aufwendigen Schutzmantel, steht man vor dem Kryostaten: Platten aus abwechselnd hochreinem Silizium und Germanium werden auf 40 Millikelvin gekühlt, vierzig Tausendstel Grad über dem absoluten Nullpunkt. Wären die Kristalle zu warm, würden die Atome hin und her schwingen. Hier aber sollen sie von Dunkler Materie in Schwingung versetzt werden, um damit ein fundamentales Problem der Astrophysik zu erklären. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine Masse, die alles zusammenhält</strong>
<br>
In den 1930er Jahren entdeckten Astronomen, dass Galaxienhaufen nicht durch ihre eigene Masse zusammengehalten werden können. Andere Unstimmigkeiten wurden in Galaxien beobachtet, deren Sterne sich zu schnell um ihr Massezentrum bewegten. Die logische Grundannahme der Wissenschaftler schien widerlegt, dass sich das Gros der Masse des Universums in den gut zu beobachtenden Sternen befindet. Auch nicht leuchtende Körper wie ausgebrannte Sterne, Planeten und Staubteilchen machen nur einen Bruchteil der Masse aus, die mit ihrer Gravitationswirkung die gewöhnliche Materie zusammen hält. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Was aber hält das Universum zusammen? Einen größeren Teil dürfte die Dunkle Materie auf die Waage bringen. Der Begriff (Nomen est omen) bezeichnet ein oder mehrere Teilchen, die kaum mit gewöhnlicher Materie wechselwirken, elektrisch neutral sind und zu den Schwergewichten des Teilchenzoos gehören. Physiker erwarten eine Ruhemasse von zwei Goldatomen. Der Spitzname <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/WIMP" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">WIMP</a> (<i>Weakly Interacting Massive Particle</i>) ist gleichsam diffus, wimp bedeutet auch Schwächling. 
<br>
<strong>Ein scheues WIMP</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/19122009131839_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/19122009131839_small_2.jpg" alt="Reidar Hahn / Fermilab" width="326" height="399"/></a><figcaption>
Arbeiten am Cryogenic-Dark-Matter-Search-Experiment 
<br>
(Bild: Reidar Hahn / Fermilab)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Das Wort WIMP ist zunächst mal ein generischer Name für ein schwach wechselwirkendes, schweres Teilchen&#8220;, erklärte Prof. Josef Jochum, Teilchenphysiker an der Universität Tübingen, in einem <a href="http://www.drillingsraum.de/dunklematerie/dunkle_materie_1.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Interview</a> mit Drillingsraum.de. &#8222;Das sagt für einen Physiker noch nichts über die Natur dieses Teilchens aus, es sind einfach die Eigenschaften, die es haben müsste, um die Dunkle Materie zu erklären. Es muss schwer sein, schwerer als die bisher bekannten elementaren Teilchen, und es darf maximal schwach wechselwirken.&#8220;  
  
Auch die Physiker am CDMS-II-Experiment gehen davon aus, dass selbst Schwächlinge wie das WIMP ein bisschen interagieren können. Unter den vier Naturkräften, der elektromagnetischen, der starken und schwachen Kernkraft sowie der Gravitation kommt nur die schwache Kernkraft als Belastungszeuge infrage. Die schwache Kernkraft ist für Wechselwirkungen innerhalb des Atomkerns verantwortlich. Sie spielt immer dann eine Rolle, wenn verschiedenartige Kernbausteine miteinander interagieren. Dafür müssen sie sich dicht auf den Pelz rücken: Erst in den extrem dicht gepackten Atomkernen kann die schwache Kernkraft wirken. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Nadel im Heuhaufen</strong>
<br>
Wie bekommt man den Schwächling WIMP dicht an einen Atomkern heran? Nur mit Geduld. Massereiche WIMPs durchdringen uns und jede &#8222;normale&#8220; Materie. Nur sehr selten stoßen sie mit einem Atomkern zusammen. In diesem Moment fängt der Kern an zu schwingen. Das lässt sich nur beobachten, wenn es gelingt, alle Störeffekte effektiv auszublenden oder herauszurechnen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für ihre <a href="https://arxiv.org/abs/0912.3592" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Ergebnisse</a> verarbeiteten Z. Ahmed und seine Kollegen Daten, die sie zwei Jahre lang gesammelt hatten. Theoretisch hätten in dieser Zeit 0,8 Stöße mit WIMPs detektiert werden müssen. Die Forscher entdeckten sogar zwei, also eigentlich zu viele. Das kann bedeuten, dass ihre Annahmen nicht stimmen oder einer der Treffer ein Fehlalarm ist. Vor allem sind zwei Messpunkte <a href="https://scilogs.spektrum.de/himmelslichter/cdms-der-erste-nachweis-dunkler-materie/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">nicht wissenschaftlich relevant</a>. Dies stellen die Forscher klar. Erst wenn sie eine ausreichende Zahl an Messdaten beisammen hätten, dürfe man sicher sein, das WIMP tatsächlich gefunden zu haben. Dafür wollen sie ihr Experiment zur <i>SuperCDMS</i> ausbauen, die ab Mitte 2010 dreimal genauer nach Stößen fahnden soll. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis es soweit ist, hofft das Forscherteam auf die Kollegen. Dabei schauen sie besonders zum Weltraumteleskop <a href="https://web.archive.org/web/20200522050827/http://pamela.physik.uni-siegen.de/pamela/index.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">PAMELA</a>, das galaktische Dunkle Materie im Visier hat, und nach Genf. Am erst im Dezember 2009 angefahrenen europäischen Teilchenbeschleuniger <i>Large Hadron Collider</i> (LHC) <a href="https://physicsworld.com/a/no-wimps-only-superwimps/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">könnten</a> bei der Kollision von Protonen auch WIMPs entstehen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=607.9999" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Dunkle Materie</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3889.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">PAMELA / Resurs-DK auf Sojous U </a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Thomas Reiter begeistert mit seinem ISS-Bericht</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/thomas-reiter-begeistert-mit-seinem-iss-bericht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jan 2007 11:35:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumstationen]]></category>
		<category><![CDATA[Astrolab-Mission]]></category>
		<category><![CDATA[EAC]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Köln]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Reiter]]></category>
		<category><![CDATA[Vorträge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die ISS, Symbol internationaler Zusammenarbeit, wurde mit dem Langzeitaufenthalt des ESA-Astronauten ein Stück internationaler. Am 18. Januar traf er zum ersten Mal nach seiner Rückkehr von der Mission „Astrolab“ die Medien im Europäischen Astronautenzentrum (EAC) in Köln. Quelle: ESA. Gebannt folgten die etwa 80 anwesenden Medienvertreter dem 45minütigen Vortrag Reiters, der von der Astrolab-Mission, dem [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die ISS, Symbol internationaler Zusammenarbeit, wurde mit dem Langzeitaufenthalt des ESA-Astronauten ein Stück internationaler. Am 18. Januar traf er zum ersten Mal nach seiner Rückkehr von der Mission „Astrolab“ die Medien im Europäischen Astronautenzentrum (EAC) in Köln.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: ESA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/22012007123513_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/22012007123513_small_1.jpg" alt="ESA" width="260"/></a><figcaption>
Thomas Reiter bei der Pressekonferenz in Köln. 
<br>
(Bild: DLR)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Gebannt folgten die etwa 80 anwesenden Medienvertreter dem 45minütigen Vortrag Reiters, der von der Astrolab-Mission, dem Leben auf der ISS und der ganz besonderen Perspektive aus dem All erzählte. Reiter begann seine Mission am 4. Juli mit dem Start der US-Raumfähre <i>Discovery</i>. Zwei Tage später meldete er sich als Flugingenieur auf der ISS zum Dienst. Damit war auch erstmals seit Februar 2003, als nach dem tragischen „Columbia“-Unglück die Shuttle-Flüge vorerst ausgesetzt wurden, wieder eine dreiköpfige ständige Mannschaft auf der Station. <br> <strong>„Ein erhebender Moment, wenn es dann endlich losgeht“</strong> <br>Der Start, einerseits einer der Höhepunkte nach so langer Vorbereitungszeit, stelle aber auch eine beachtliche Belastung dar, berichtete Reiter, da man bereits nach neun Minuten den Erdorbit erreicht und die Schwerelosigkeit zu fühlen beginnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der zweitätigen Reise in der Enge des Shuttle kam ihm die ISS mit ihrer Ausdehnung von 60 Metern in der Längsachse „richtig geräumig“ vor.  </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/22012007123513_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/22012007123513_small_2.jpg" alt="ESA" width="260"/></a><figcaption>
Thomas Reiter beim Durchführen des Plasmakristall-Experiments an Bord der ISS. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Leben und arbeiten auf der ISS</strong> <br>Reiter erfüllte sowohl im amerikanischen als auch im russischen ISS-Segment eine Vielzahl von Betriebs- und Wartungsaufgaben. Darüber hinaus bediente er Forschungseinrichtungen zur Unterstützung internationaler wissenschaftlicher Experimente auf Gebieten wie Humanphysiologie und -psychologie, Mikrobiologie, Plasmaphysik und Strahlungsdosimetrie sowie Technologiedemonstrationen. Aber auch Experimente für Industrie- und Bildungszwecke, sowohl für Universitäten als auch für Sekundar- und Grundschulen, gehörten zum straff organisierten Programm des ESA-Astronauten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über das große Echo bei Schülern und Studenten freute er sich besonders, denn es gälte, Neugier zu wecken, die als treibende Kraft und Motivation auch hinter seiner Mission stehe.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nachschub – ab Mitte 2007 auch mit dem europäischen ATV</strong> <br>Zum Arbeitsalltag gehörte neben den insgesamt 19 wissenschaftlichen Experimenten, dem zweistündigen Sportprogramm und der Wartung der Raumstation auch das Entladen der alle drei bis vier Monate ankommenden unbemannten russischen Progress-Versorgungsraumschiffe. Deren 2,5 t Nutzlast umfasst neben Nahrung, Wasser, Kleidung, technischen und medizinischen Versorgungsmitteln auch Briefe und kleine Geschenke der Familie. Im Rahmen der Astrolab-Mission wurde zudem wichtiges europäisches Gerät zur ISS befördert, darunter die ISS-Gefriereinrichtung bei -80° C (MELFI) und die Europäische Modulare Pflanzenzucht-Vorrichtung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab Mitte diesen Jahres soll das europäische Versorgungsraumschiff ATV sogar bis zu 7,5 t Nutzlast zur ISS bringen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/22012007123513_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/22012007123513_small_3.jpg" alt="ESA" width="260"/></a><figcaption>
Sonnenuntergang von der ISS aus. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine andere Perspektive</strong> <br>Seit seiner früheren Langzeitmission „Euromir 95“ ein erfahrener Astronaut, war Reiter trotzdem immer wieder vom Blick auf die Erde, dem Schauspiel der Sonnenauf- und untergänge „in Zeitraffer“ gefesselt:</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Wir können Teile von Kontinenten überschauen und sind begeistert von der Vielfalt der Farben und Formen, welche die Landmassen, das Meer und die Wolken zu bieten haben. Das ist einfach etwas, das unter die Haut geht“, schwärmte er. &#8222;Europa überschauen Sie fast mit einem Blick.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen der Höhepunkte seines Aufenthalts markierte daher auch der Außenbordeinsatz (EVA): Am 3. August verließen Reiter und der NASA-Astronaut Jeffrey Williams die Station für 5 Stunden und 54 Minuten. Während dieses Außenbordeinsatzes brachten sie neue Ausrüstung für den weiteren Zusammenbau der ISS sowie eine Reihe von Instrumenten und Experimenten an der Außenstruktur an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Draußen arbeiten bedeutet, in einer Höhe von 400 km mit einer Geschwindigkeit von 27.000 km pro Stunde an der Station herumzuklettern. &#8211; Ein überwältigendes, ein fast unbeschreibliches Gefühl.&#8220;, berichtet Reiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn die Raumanzüge technisch und ergonomisch kleine Wunderwerke darstellten, sei jede Bewegung in der Schwerelosigkeit anstrengend wie eine sportliche Aktivität. Dass er seinen Außenbordeinsatz zusammen mit seinem amerikanischen Kollegen Jeffrey Williams trotzdem eineinhalb Stunden vor der veranschlagten Zeit beendete und so zusätzliche Aufgaben erledigen konnte, spreche für seine gute Vorbereitung und die hohe Qualität der europäischen Astronautenausbildung. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/22012007123513_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/22012007123513_small_4.jpg" alt="ESA" width="260"/></a><figcaption>
Thomas Reiter während seines Außenbordeinsatzes. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kann man sich auf der ISS heimisch fühlen?</strong> <br>Ja, denn der Abschied von den beiden Crewmitgliedern sei Thomas Reiter nach vielen gemeinsamen Erlebnissen recht schwer gefallen: „Es gibt gute Tage und es gibt schlechte Tage, man erlebt das zusammen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 22. Dezember 2006 kehrte er gemeinsam mit seinem schwedischen ESA-Kollegen Christer Fuglesang, der im Rahmen der Celsius-Mission am 10. Dezember die Crew der ISS ergänzte, an Bord der <i>Discovery</i> zurück zur Erde. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dreitägiger Rückreise an Bord der Raumfähre fühlte sich Reiter nach der Landung in Cape Canaveral, Florida, relativ gut – „das hält dann so lange an, bis man versucht, aufzustehen…“ Dank des täglichen Sportprogramms auf der ISS gehe die Rehabilitationsphase, die noch weitere sechs Monate andauert, jedoch zügig voran.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zurück auf der Erde</strong> <br>Die beiden großen Ziele der Mission, das europäische Programm an Bord der ISS zu absolvieren und den Start des <i>Columbus</i>-Labors in diesem Jahr vorzubereiten, wurden erreicht. In den nächsten Monaten heißt es nun, die Ergebnisse auszuwerten.  <br>Michel Tognini, Leiter des EAC, und ehemaliger Astronaut lobte Thomas Reiter als den europäischen Astronauten mit der meisten Erfahrung. Für die Astrolab-Mission verbrachte Thomas Reiter 171 Tage im Weltraum. Aufgrund der 179 Tage, die er bereits von September 1995 bis Februar 1996 im Rahmen von „Euromir 95“ im All war, hält er damit den neuen europäischen Rekord. Auf die Frage, ob er noch einmal ins All wolle antwortete Reiter mit einem Schmunzeln „Ich habe die Nase noch nicht voll“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Vorsitzender des ESA-Rates und DLR-Vorstand bedankte sich Prof. Sigmar Wittig für die ausgezeichnete Kooperation aller Partner und war stolz, dass die Europäer ihren Teil zum Aufbau der ISS beitragen. Dazu gehöre für Deutschland insbesondere auch das <i>Columbus</i>-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen. <br>Astrolab wurde auch vom <i>Columbus</i>-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen bei München aus überwacht. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/22012007123513_small_5.jpg" alt="ESA" width="260"/><figcaption>
Columbus (Schnittdarstellung). 
<br>
(Bild: ESA / D.Ducros)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Europa bleibt auf der ISS</strong>
<br>
Astrolab ermöglichte Europas Raumfahrt, wichtige Erkenntnisse im Bereich der bemannten Langzeitmissionen zu erlangen und die Ankopplung von Europas Columbus-Labor in diesem Jahr vorzubereiten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">2007 sollen mindestens zwei ESA-Astronauten für Montagemissionen zur ISS fliegen. Die ESA verhandelt außerdem über eine Fluggelegenheit für einen dritten Raumfahrer, der als zweiter ESA-Astronaut als Mitglied der ständigen Bordmannschaft für eine längere Zeit auf der ISS leben und arbeiten würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits genehmigt sind die Flüge des Italieners Paolo Nespoli, der im Rahmen der Mission STS-120 im Sommer den Verbindungsknoten 2 zur ISS bringen soll, und des Deutschen Hans Schlegel mit Flug STS-122, mit dem im Herbst das Columbus-Labor gestartet wird. Über den Langzeitflug des Franzosen Léopold Eyharts wird gegenwärtig mit der NASA diskutiert. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Text und Bilder übernommen von www.esa.de</i></p>
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