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	<title>Agilkia &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Agilkia &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<item>
		<title>Mission Rosetta &#8211; Die Suche nach Philae dauert an</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mission-rosetta-die-suche-nach-philae-dauert-an/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Jun 2015 18:50:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Agilkia]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit dem November 2014 wird auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerassimenko nach dem exakten Standort des Kometenlanders Philae gesucht. Jetzt konnte die Position der Landeellipse eingegrenzt werden. In deren unmittelbaren Umgebung befinden sich gleich mehrere Strukturen, bei denen es sich um den gesuchten Lander handeln könnte. Mangels genauerer Daten dauert die Suche somit auch weiterhin an. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/mission-rosetta-die-suche-nach-philae-dauert-an/" data-wpel-link="internal">Mission Rosetta &#8211; Die Suche nach Philae dauert an</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Seit dem November 2014 wird auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerassimenko nach dem exakten Standort des Kometenlanders Philae gesucht. Jetzt konnte die Position der Landeellipse eingegrenzt werden. In deren unmittelbaren Umgebung befinden sich gleich mehrere Strukturen, bei denen es sich um den gesuchten Lander handeln könnte. Mangels genauerer Daten dauert die Suche somit auch weiterhin an.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Erstellt von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>.   Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, DLR, ESA</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/phliae_abstieg_12_11_2014_big.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/phliae_abstieg_12_11_2014_a.jpg" alt="Die Landung von Philae wurde mit der an Bord des Orbiters Rosetta befindlichen OSIRIS-Kamera dokumentiert. Dabei konnte diese Kamera den Lander mehrfach abbilden. Das Landegestell von Philae - so die Auswertung der entsprechenden Telemetriedaten - konnte beim ersten Aufsetzen zwar einen Teil der kinetischen Energie aufnehmen. Dennoch 'prallte' Philae von der Kometenoberfläche ab und stieg zunächst wieder mit einer Geschwindigkeit von 38 Zentimetern pro Sekunde von der Oberfläche des Kometen auf. Im Rahmen dieses 'Steigfluges' erreichte der Lander eine Höhe von eventuell bis zu einem Kilometer über der Oberfläche und legte dabei einer horizontale Distanz von bis zu einem Kilometer zurück, bevor nach 110 Minuten eine zweite 'Landung' erfolgte. Auch dieser Aufprall hatte ein erneutes Abheben von der Oberfläche zur Folge. Dieser nächste 'Freiflug' erfolgte mit einer Geschwindigkeit von etwa drei Zentimetern pro Sekunde und dauerte diesmal nur noch etwa sieben Minuten. Das Einzelfoto ganz rechts in dieser Aufnahme zeigt den Lander zum Beginn des ersten 'Weiterfluges'. Der exakte Ort, wo Philae dann endgültig zum Stehen gelangte, konnte bisher jedoch immer noch nicht ermittelt werden.
(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)"/></a><figcaption>Die Landung von Philae wurde mit der an Bord<br> des Orbiters Rosetta befindlichen <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://www.mps.mpg.de/rosetta/osiris" target="_blank" data-wpel-link="external">OSIRIS-Kamera</a> <br>dokumentiert. Dabei konnte diese Kamera den <br>Lander mehrfach abbilden. Das Landegestell <br>von Philae &#8211; so die Auswertung der entsprechenden<br> Telemetriedaten &#8211; konnte beim ersten Aufsetzen<br> zwar einen Teil der kinetischen Energie aufnehmen.<br> Dennoch &#8218;prallte&#8216; Philae von der Kometenoberfläche<br> ab und stieg zunächst wieder mit einer <br>Geschwindigkeit von 38 Zentimetern pro Sekunde<br> von der Oberfläche des Kometen auf. Im Rahmen<br> dieses &#8218;Steigfluges&#8216; erreichte der Lander eine Höhe<br> von eventuell bis zu einem Kilometer über der <br>Oberfläche und legte dabei einer horizontale <br>Distanz von bis zu einem Kilometer zurück, bevor<br> nach 110 Minuten eine zweite &#8218;Landung&#8216; erfolgte.<br> Auch dieser Aufprall hatte ein erneutes Abheben<br> von der Oberfläche zur Folge. Dieser nächste<br> &#8218;Freiflug&#8216; erfolgte mit einer Geschwindigkeit<br> von etwa drei Zentimetern pro Sekunde und <br>dauerte diesmal nur noch etwa sieben Minuten.<br> Das Einzelfoto ganz rechts in dieser Aufnahme<br> zeigt den Lander zum Beginn des ersten <br>&#8218;Weiterfluges&#8216;. Der exakte Ort, wo Philae dann<br> endgültig zum Stehen gelangte, konnte<br> bisher jedoch immer noch nicht ermittelt werden.<br>(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team<br> MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einem mehr als zehn Jahre andauernden Flug durch unser Sonnensystem erreichte die von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Raumsonde <em>Rosetta</em> am 6. August 2014 das Ziel ihrer Reise &#8211; den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko (der Einfachheit halber ab hier als &#8222;67P&#8220; abgekürzt). Seitdem &#8218;begleitet&#8216; <em>Rosetta</em> diesen Kometen auf seinem weiteren Weg in das innere Sonnensystem und untersucht dieses Relikt aus der Entstehungsphase unseres Sonnensystems dabei intensiv mit <a href="https://web.archive.org/web/20230329214450/https://www.dlr.de/pf/desktopdefault.aspx/tabid-1371/1868_read-3287/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">elf wissenschaftlichen Instrumenten</a> aus Entfernungen zwischen acht bis hin zu mehreren hundert Kilometern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits am 12. November 2014 wurde dabei einer der Höhepunkte dieser überaus ambitionierten und erfolgreichen Mission zur Erforschung unseres Sonnensystems erreicht: An diesem Tag wurde der von der Raumsonde mitgeführte Kometenlander <em>Philae</em> von <em>Rosetta</em> abgetrennt (Raumfahrer.net berichtete live aus den Raumsondenkontrollzentren in <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/philae-ist-gelandet-live-aus-dem-esoc/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Darmstadt</a> und <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/philae-landung-der-plan-und-updates-aus-dem-dlr/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Köln</a>), welcher um 16:35 MEZ im Bereich der ursprünglich vorgesehenen Landestelle <a href="https://www.raumfahrer.net/kometenlander-philae-landeort-und-zeitplan-bestaetigt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">&#8222;Agilkia&#8220;</a> (ehemals als &#8222;Landeplatz J&#8220; benannt) die Oberfläche des Kometen 67P erreichte. Allerdings prallte <em>Philae</em> bei dieser Landung von der Oberfläche ab. Es folgte ein etwa zweistündiger Schwebeflug, bevor die Landeeinheit nach zwei weiteren Kontakten mit der Kometenoberfläche an ihrem jetzigen Standort im Bereich der finalen Landestelle &#8222;Abydos&#8220; niederging.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An diesem finalen Standort bot sich für den bei seiner Energieversorgung auf die Sonnenenergie angewiesenen Lander aufgrund der dort gegebenen schlechten Beleuchtungsverhältnisse &#8211; die Sonne erreichte <em>Philae</em> an diesem Standort pro &#8218;Kometentag&#8216; für lediglich etwas mehr als eine Stunde &#8211; keine Möglichkeit, die Energiereserven in einem ausreichenden Umfang zu erneuern. Trotzdem konnte der Lander &#8211; mit der Energie aus einer auf eine Einsatzdauer von etwa 60 Stunden ausgelegten Batterie versorgt &#8211; in den folgenden 56 Stunden eine Vielzahl an Messungen durchführen. Die dabei gesammelten Daten der <a href="https://web.archive.org/web/20230603215039/https://www.dlr.de/pf/desktopdefault.aspx/tabid-1371/1868_read-3321/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">zehn Instrumente</a> des Landers wurden regelmäßig bei jedem sich öffnenden Kommunikationsfenster an die Erde übertragen, bevor die Energiereserven am 15. November 2014 so weit erschöpft waren, dass sich <em>Philae</em> an diesem Tag um 01:36 MEZ in einen &#8218;Schlafmodus&#8216; versetzte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seitdem sind die an dieser Mission beteiligten Wissenschaftler neben der Auswertung der zwischenzeitlich gesammelten Daten damit beschäftigt, den Ablauf der Landung zu rekonstruieren und auch den exakten Ort, an dem <em>Philae</em> letztendlich im Bereich der Region &#8222;Abydos&#8220; zum Stillstand kam, zu identifizieren. Dabei greifen die Kometenforscher auf eine Vielzahl von Informationen wie zum Beispiel Aufnahmen der verschiedenen Kamerasysteme, Messungen des Magnetfeldes und Untersuchungen mit Radiowellen zurück.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/flugbahn_philae_12_11_2014_big.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/flugbahn_philae_12_11_2014_a.jpg" alt="Durch die Kombination der Daten von mehreren Instrumenten konnte die Flugbahn des Kometenlanders Philae rekonstruiert werden. Hierbei zeigte sich, dass dieser während des Sinkfluges vier mal mit der Kometenoberfläche in Berührung kam
(Bild: ESA; Daten: Auster et al. (2015); Kometenfoto: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)"/></a><figcaption>Durch die Kombination der Daten von mehreren<br> Instrumenten konnte die Flugbahn des <br>Kometenlanders Philae rekonstruiert werden.<br> Hierbei zeigte sich, dass dieser während des <br>Sinkfluges vier mal mit der Kometenoberfläche<br> in Berührung kam<br>(Bild: ESA; Daten: Auster et al. (2015); Kometenfoto:<br> ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS Team MPS, UPD,<br> LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Landung in mehreren Etappen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Sowohl die Navigationskamera von <em>Rosetta</em> als auch die <a href="https://www.mps.mpg.de/rosetta/osiris" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">OSIRIS-Kamera</a> &#8211; die unter der Leitung von Mitarbeitern des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen entwickelte und betriebene Hauptkamera an Bord des Kometenorbiters &#8211; konnten die erste Landestelle eindeutig identifizieren. Zusätzlich lieferte die ROLIS-Kamera von <em>Philae</em>, die während dieser ersten Landung wie für dieses Manöver vorgesehen senkrecht nach unten blickte, aus einer Entfernung von lediglich neun Metern hochaufgelöste Aufnahmen von dieser Stelle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Abprallen von &#8222;Agilkia&#8220; konnte der jetzt weiterfliegende Lander zudem in weiteren Aufnahmen, welche ebenfalls sowohl von der Navigationskamera als auch von der OSIRIS-Kamera angefertigt wurden, ausgemacht werden. Eine weitere Aufnahme von OSIRIS, welche einige Zeit später entstand, zeigt einen hellen Fleck über dem Horizont der großen &#8222;Hatmehit&#8220;-Vertiefung auf dem &#8218;Kopf&#8216; des Kometen. Hierbei, so die Wissenschaftler, handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach ebenfalls um <em>Philae</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Messdaten des ROMAP-Instruments an Bord von <em>Philae</em>, mit denen primär das Magnetfeld von 67P untersucht werden sollte, liefern weitere Einzelheiten, welche auch präzise Zeitangaben zu dem weiteren Verlauf des Schwebefluges beinhalten (<a href="https://www.raumfahrer.net/komet-tschurjumow-gerassimenko-hat-kein-magnetfeld/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). So halten es die Wissenschaftler aufgrund dieser Daten für wahrscheinlich, dass der Lander um 17:20 MEZ zunächst eine Oberflächenstruktur streifte und dadurch bedingt ins Schlingern geriet. Zu einem dritten Bodenkontakt kam es um 18:25 MEZ. Hierauf folgte ein weiterer, allerdings deutlich kürzerer &#8218;Hüpfer&#8216;, welcher nur sieben Minuten andauerte. Um 18:32 setzte <em>Philae</em> schließlich an seinem jetzigen Standort im Bereich der Landestelle &#8222;Abydos&#8220; auf. Insgesamt dürfte sich <em>Philae</em> im Rahmen dieses ungeplanten Weiterfluges mehr als einen Kilometer von dem Ort des ersten Bodenkontakts entfernt haben.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ausrichtung_philae_67p_big.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ausrichtung_philae_67p_a.jpg" alt="Dieses topographische Modell der Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko zeigt die wahrscheinliche Position und Ausrichtung des Landers Philae.
(Bild: ESA, Rosetta, Philae, CNES, FD)"/></a><figcaption>Dieses topographische Modell der Oberfläche des<br> Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko zeigt <br>die wahrscheinliche Position und Ausrichtung <br>des Landers Philae.<br>(Bild: ESA, Rosetta, Philae, CNES, FD)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aber wo genau befindet sich <em>Philae</em> jetzt?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Aufnahmen, welche die Lander-Kamerasysteme ROLIS und CIVA während der jetzt folgenden fast 60-stündigen wissenschaftlichen Messungen anfertigten, ermöglichten den beteiligten Wissenschaftlern einen ersten Einblick in diese finale Landestelle. <em>Philae</em> befindet sich demzufolge in einem sehr rauem Terrain. Der Lander ist möglicherweise gegen eine Klippe gekippt und befindet sich definitiv während der meisten Zeit der 12,4 Stunden andauernden Rotationsperiode des Kometen um seine Achse weitestgehend im Schatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den Tagen und Wochen nach der Landung bemühte sich das von Dr. Holger Sierks vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen geleitete OSIRIS-Team, <em>Philae</em> in den inzwischen neu angefertigten Aufnahmen der vermuteten Landeregion aufzuspüren. Dies erwies sich jedoch als eine äußerst komplizierte Aufgabe, welche sowohl durch das zerklüftete Terrain und die schlechten Beleuchtungsverhältnisse, aber auch durch die geringen Abmessungen der Landeeinheit und durch die relativ großen Entfernung zwischen <em>Rosetta</em> und der Kometenoberfläche erheblich erschwert wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die am höchsten aufgelösten Aufnahmen dieser Landeregion, welche nach dem 12. November 2014 angefertigt wurden, stammen von Mitte Dezember 2014. Zu dieser Zeit bewegte sich der Orbiter in einer Entfernung von etwa 18 Kilometern zu 67P. Bei dieser Distanz bietet die Telekamera des OSIRIS-Komplexes eine Auflösung von 34 Zentimetern pro Pixel. Der Lander <em>Philae</em> verfügt dagegen über eine Abmessung von lediglich 1 x 1 x 1 Metern. Und auch die drei Beine des Landergestells erstrecken sich &#8211; ausgehend vom Mittelpunkt der Unterseite des Landers &#8211; über jeweils nur 1,4 Meter. Unter der Berücksichtigung der Abmessungen des Landers, seiner Reflektivität und dessen berechnete Orientierung auf der Oberfläche sowie dem Auflösungsvermögen der Kameraoptik dürfte <em>Philae</em> in diesen OSIRIS-Aufnahmen eine Fläche von lediglich einigen wenigen Pixeln überdecken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den entsprechenden Aufnahmen von der &#8218;Kopf&#8216;-Region des Kometen 67P konnte das OSIRIS-Team trotz dieser komplizierten Voraussetzungen dennoch einige potentielle Kandidaten entdecken. Hierbei handelt es sich um verschiedene helle Flecken, welche jeweils nur wenige Pixel einnahmen. Dabei war &#8211; und ist immer noch &#8211; allerdings unklar, ob einer dieser Flecken &#8211; und wenn ja welcher &#8211; wirklich den gesuchten Lander darstellt, denn derartige helle Flecken treten auf der Oberfläche des Kometenkerns relativ häufig auf und viele dieser Strukturen sind dabei nicht von Dauer. So können etwa kleinere Strukturen des Kometenkerns unter günstigen Belichtungsbedingungen kurzzeitig &#8218;aufblitzen&#8216;. Zu späteren Zeitpunkten sind diese dann jedoch nicht mehr erkennbar.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/philae_vorher_nachher_osiris_big-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/philae_vorher_nachher_osiris_a.jpg" alt="In diesem Vergleich von drei Aufnahmen der OSIRIS-Kamera sind helle Flecken erkennbar, bei denen es sich um den gesuchten Kometenlander Philae handeln könnte. Die erste Aufnahme (links) zeigt das Gebiet am 22. Oktober 2014 und somit noch vor der Landung. Die zweite Aufnahme (Mitte) vom 12. Dezember 2014 sowie die dritte Aufnahme (rechts) vom 13. Dezember 2014 zeigen im Unterschied zu der ersten Aufnahme eine mehrere Pixel umfassende helle Struktur. Um mit den 'Vorher'-Aufnahmen vergleichbar zu sein, wurden die 'Nachher'-Aufnahmen bearbeitet und interpoliert. Dadurch überdeckt der zu erkennende helle Fleck in den Dezember-Darstellungen mehr Pixel als in den Originalbildern. Obwohl sich diese mögliche Landestelle etwas außerhalb der berechneten Lande-Ellipse befindet, stellt sie doch den bisher besten Kandidaten für eine erfolgreiche Abbildung von Philae dar.
(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)"/></a><figcaption>In diesem Vergleich von drei Aufnahmen der <br>OSIRIS-Kamera sind helle Flecken erkennbar, bei <br>denen es sich um den gesuchten Kometenlander <br>Philae handeln könnte. Die erste Aufnahme (links)<br> zeigt das Gebiet am 22. Oktober 2014 und somit noch<br> vor der Landung. Die zweite Aufnahme (Mitte) vom<br> 12. Dezember 2014 sowie die dritte Aufnahme<br> (rechts) vom 13. Dezember 2014 zeigen im<br> Unterschied zu der ersten Aufnahme eine<br> mehrere Pixel umfassende helle Struktur.<br> Um mit den &#8218;Vorher&#8216;-Aufnahmen vergleichbar zu<br> sein, wurden die &#8218;Nachher&#8216;-Aufnahmen bearbeitet<br> und interpoliert. Dadurch überdeckt der zu <br>erkennende helle Fleck in den Dezember-<br>Darstellungen mehr Pixel als in den <br>Originalbildern. Obwohl sich diese mögliche<br> Landestelle etwas außerhalb der berechneten<br> Lande-Ellipse befindet, stellt sie doch den bisher<br> besten Kandidaten für eine erfolgreiche Abbildung von<br> Philae dar.<br>(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM,<br> IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Um dieses Problem zu lösen analysierten mehrere Wissenschaftler unter der Leitung des OSIRIS-Team-Mitarbeiters Phillipe Lamy vom Laboratoire d’Astrophysique de Marseille (LAM) und vom Institut de Recherche en Astrophysique et Planétologie (IRAP) in Frankreich verschiedene Aufnahmen der gleichen Regionen, welche vor und nach der Landung unter vergleichbaren Beleuchtungsverhältnissen aufgenommen wurden. Dadurch verringerte sich die Gefahr, bei der Suche nach <em>Philae</em> durch das flüchtige Aufblitzen von Oberflächenstrukturen in die Irre geführt zu werden. Die Wissenschaftler suchten auf diese Weise eine weite Region ab, welche auch die erwartete Landestelle einschloss, und identifizierten tatsächlich einen vielversprechenden Kandidaten. Die betreffende Struktur ist in zwei am 12. und 13. Dezember 2014 angefertigten Aufnahmen zu sehen, nicht aber auf einer vorherigen Aufnahme vom 22. Oktober 2014.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Obwohl die &#8218;Vorher&#8216;- und &#8218;Nachher&#8216;-Bilder mit verschiedenen räumlichen Auflösungen aufgenommen wurden, stimmen verschiedene topographische Details gut überein &#8211; bis auf einen hellen Fleck. Diesen schlagen wir als einen vielversprechenden Kandidaten für <em>Philae</em> vor&#8220;, so Phillipe Lamy. &#8222;Der Fleck zeigt sich in zwei verschiedenen Aufnahmen von Dezember 2014. Es kann sich folglich nicht um einen Detektorfehler oder um ein Staubkorn [aus der Koma des Kometen] handeln.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, ob diese Vermutung tatsächlich zutrifft. Wegen der vergleichsweise langen Zeitspanne, welche zwischen den &#8218;Vorher&#8216;- und den &#8218;Nachher&#8216;-Aufnahmen verstrichen ist, könnte dieses Objekt auch auf eine rein physikalisch bedingte Veränderung direkt auf der Kometenoberfläche &#8211; etwa die zwischenzeitlich erfolgte Freilegung von &#8218;frischem&#8216; Material &#8211; zurückzuführen sein. Die geringe Sonneneinstrahlung an dieser Stelle macht derartige Veränderungen zwar unwahrscheinlich, jedoch keineswegs unmöglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Landezone ist zumindestens eingegrenzt</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Glücklicherweise stehen den Wissenschaftlern jedoch noch weitere Informationen zur Verfügung. Aus den Aufnahmen der OSIRIS-Kamera konnte die Flugbahn ermittelt werden, auf der <em>Philae</em> die erste Landestelle verließ. Radiosignale, welche das CONSERT-Experiment nach der Landung zwischen <em>Rosetta</em> und <em>Philae</em> austauschte, schränken die Möglichkeiten für <em>Philaes</em> endgültigen Standort weiter ein. Aus den Messungen der Signallaufzeiten zwischen <em>Rosetta</em> und <em>Philae</em>, der exakt bekannten Flugbahn von <em>Rosetta</em> und dem derzeit genauesten zur Verfügung stehenden Modell der äußeren Gestalt des Kometen konnte das CONSERT-Team durch zahlreiche Computersimulationen den endgültigen Standort auf eine Ellipse eingrenzen. Diese befindet sich direkt am Rand des &#8222;Hatmehit&#8220;-Beckens und verfügt über eine Ausdehnung von etwa 16 x 160 Metern.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/landeellipse_philae_consert_01_big.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/landeellipse_philae_consert_01_a.jpg" alt="Dank der Messungen des CONSERT-Experiments, welches sowohl auf dem Lander Philae als auch auf dem Orbiter Rosetta installiert ist, wurde der Standort von Philae auf dem Kometen 67P jetzt auf eine Ellipse mit einer Ausdehnung von etwa 16 x 160 Metern eingegrenzt. Diese ist hier rot markiert.
(Bild: Landeellipse: ESA, Rosetta, Philae, CONSERT; Kometenfoto: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)"/></a><figcaption>Dank der Messungen des CONSERT-Experiments,<br> welches sowohl auf dem Lander Philae als auch<br> auf dem Orbiter Rosetta installiert ist, wurde<br> der Standort von Philae auf dem Kometen 67P<br> jetzt auf eine Ellipse mit einer Ausdehnung von<br> etwa 16 x 160 Metern eingegrenzt. Diese ist hier<br> rot markiert.<br>(Bild: Landeellipse: ESA, Rosetta, Philae, CONSERT;<br> Kometenfoto: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team<br> MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir haben mehrere mögliche Lander-Kandidaten in den OSIRIS-Aufnahmen identifiziert, sowohl grob in der Region, die CONSERT vorgibt, als auch in der Umgebung&#8220;, so Dr. Holger Sierks. &#8222;Während unserer Suche im Dezember lag ein Winkel von 90 Grad zwischen <em>Rosetta</em> und der Verbindungslinie zwischen Sonne und Komet. <em>Rosetta</em> flog somit entlang der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tag-Nacht-Grenze" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Tag-Nacht-Grenze</a>. Es ist daher möglich, dass <em>Philaes</em> Solarpaneele zwar beleuchtet, wegen des rauen Terrains aus <em>Rosettas</em> Perspektive jedoch nicht zu sehen waren. Dadurch sind sie schwierig, wenn nicht gar unmöglich zu finden.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die CONSERT-Ellipse schließt die Mehrheit der zuvor beobachteten Kandidaten mit einer großen Wahrscheinlichkeit aus. Allerdings gibt es mindestens einen verbliebenen Kandidaten in der unmittelbaren Nähe dieser Ellipse &#8211; hierbei handelt es sich tatsächlich um den bereits von Phillipe Lamy und dessen Team vorgeschlagenen Kandidaten &#8211; sowie weitere Objekte in der näheren Umgebung, welche ebenfalls immer noch in Frage kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für eine gewisse Unsicherheit sorgt dabei die Tatsache, dass sich alle verbliebenen Kandidaten etwas außerhalb der vorhergesagten Landeellipse befinden. Allerdings hängt die genaue Lage der Ellipse letztendlich entscheidend von der genauen Form des Kometen ab. Das entsprechende Modell wird von den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern fortwährend verfeinert. Kleinere Korrekturen bezüglich der exakten Lage und Ausrichtung der Ellipse sind deshalb durchaus noch möglich.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/fuenf_kandidaten_philae_big.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/fuenf_kandidaten_philae_a.jpg" alt="In der Umgebung der vermuteten Landestelle befinden sich mehrere helle Strukturen, bei denen es sich um Philae handeln könnte. Doch nur der 'helle Fleck' oben links in dieser Abbildung befindet sich wirklich in der unmittelbaren Nähe der berechneten Landeellipse. Die anderen 'Kandidaten' haben dagegen laut dem derzeitigen Wissensstand kaum Chancen darauf, den Kometenlander zu zeigen. Die in der Mitte zu sehende Abbildung stammt von der Navigationskamera der Raumsonde Rosetta und zeigt die Kometenoberfläche in einem größeren Kontext. Die fünf kleineren Aufnahmen stammen von der OSIRIS-Kamera.
(Bild: ESA, Rosetta, NAVCAM; Detailaufnahmen: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)"/></a><figcaption>In der Umgebung der vermuteten Landestelle <br>befinden sich mehrere helle Strukturen, bei denen<br> es sich um Philae handeln könnte. Doch nur der<br> &#8218;helle Fleck&#8216; oben links in dieser Abbildung <br>befindet sich wirklich in der unmittelbaren <br>Nähe der berechneten Landeellipse. Die anderen<br> &#8218;Kandidaten&#8216; haben dagegen laut dem derzeitigen<br> Wissensstand kaum Chancen darauf, den <br>Kometenlander zu zeigen. Die in der Mitte zu<br> sehende Abbildung stammt von der<br> Navigationskamera der Raumsonde Rosetta<br> und zeigt die Kometenoberfläche in einem<br> größeren Kontext. Die fünf kleineren Aufnahmen<br> stammen von der OSIRIS-Kamera.<br>(Bild: ESA, Rosetta, NAVCAM; Detailaufnahmen:<br> ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD,<br> LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Letztendlich werden höher aufgelöste Aufnahmen &#8211; und somit auch weitere nahe Vorbeiflüge an der Oberfläche des Kometen &#8211; nötig sein, um den Kometenlander <em>Philae</em> zweifelsfrei aufzuspüren. Wegen der in den letzten Monaten immer weiter zunehmenden Aktivität von 67P dürfte dies jedoch zumindestens in der näheren Zukunft erst einmal nicht möglich sein (<a href="https://www.raumfahrer.net/eine-neue-flugbahn-fuer-die-raumsonde-rosetta/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). Derzeit bewegt sich <em>Rosetta</em> auf einer Bahn, welche in einem Abstand von mehr als 200 Kilometern zu der Oberfläche des Kometen verläuft. Im weiteren Verlauf der Mission sollte die Raumsonde jedoch spätestens gegen Ende des Jahres 2015 wieder in der Lage sein, sich auch ohne größere Gefahren wieder näher an den Kometenkern heran zu bewegen und weitere Detailaufnahmen zu erstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine weitere Horchkampagne</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu der endgültigen Klärung der Frage über seinen Standort könnte jedoch bereits in den kommenden Tagen und Wochen der Lander selbst beitragen. Bedingt durch die zunehmende Annäherung des Kometen 67P an die Sonne verbessern sich im Bereich des jetzigen Standortes von <em>Philae</em> die dort gegebenen Beleuchtungs- und Temperaturbedingungen immer weiter. Hierdurch bedingt <em>könnte</em> in Zukunft wieder ausreichend Sonnenlicht zur Verfügung stehen, damit der Lander <em>Philae</em> aus seinem derzeitigen &#8218;Winterschlaf&#8216; erwacht und sich reaktiviert. Das CONSERT-Experiment könnte dann weitere Messungen durchführen und die bisherigen Unsicherheiten bezüglich des Aufenthaltsortes von <em>Philae</em> deutlich verringern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere entsprechende Horchkampagne nach einem &#8218;Lebenszeichen&#8216; von dem Lander begann bereits am 30. Mai 2015. <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/rosetta-sucht-nach-einem-signal-vom-lander-philae/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a> über die damit verbundenen Aktivitäten sowie über die Bedingungen, welche für eine erneute Aktivierung des Landers erfüllt sein müssen.</p>



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<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/category/rosetta/" data-wpel-link="internal">Rosetta-Sonderseite</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/category/rosetta/" data-wpel-link="internal">Rosetta-Newsarchiv</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/tag/kometen/" data-wpel-link="internal">Kometen-Newsarchiv</a></li></ul>
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		<title>Philae-Landung – der Plan und Updates aus dem DLR</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/philae-landung-der-plan-und-updates-aus-dem-dlr/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Nov 2014 06:51:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Rosetta]]></category>
		<category><![CDATA[Agilkia]]></category>
		<category><![CDATA[DLR]]></category>
		<category><![CDATA[Harpune]]></category>
		<category><![CDATA[Kaltgassystem]]></category>
		<category><![CDATA[Kometen]]></category>
		<category><![CDATA[Landung]]></category>
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		<category><![CDATA[Solarzellen]]></category>
		<category><![CDATA[Tschurjumow-Gerasimenko]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es liegen vier von fünf &#8222;Go&#8220; vor. Mit der ersten sanften Landung auf einem Kometen wird die europäische Raumfahrt am 12. November 2014, wenn es denn gelingt, einen Höhepunkt in ihrer Geschichte markieren. Die Mission der Raumsonde Rosetta, von der aus die Landeeinheit Philae im Laufe des Tages abgesetzt wird, ist jetzt schon reich an [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Es liegen vier von fünf &#8222;Go&#8220; vor. Mit der ersten sanften Landung auf einem Kometen wird die europäische Raumfahrt am 12. November 2014, wenn es denn gelingt, einen Höhepunkt in ihrer Geschichte markieren. Die Mission der Raumsonde Rosetta, von der aus die Landeeinheit Philae im Laufe des Tages abgesetzt wird, ist jetzt schon reich an Superlativen und nüchtern betrachtet auch ohne den Lander ein enormer Gewinn für die Kometenforschung. Aber erst mit der gelungenen Landung von Philae und seinen Experimenten bekommt die Mission ihre Krönung.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Erstellt von Roland Rischer.    Quelle: ESA, DLR, Raumcon</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20141112_Animation_Philae-Landung_a.jpg" alt="Künstlerische Darstellung: Philae trennt sich von Rosetta über 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
(Bild: ESA)"/><figcaption>Künstlerische Darstellung: Philae trennt sich von Rosetta über <br>67P/Tschurjumow-Gerasimenko<br>(Bild: ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn man bedenkt, dass von Kennedys Mondlande-Rede 1961 bis zur bemannten Mondlandung mit Apollo 11 nur acht Jahre vergingen, merkt man, was politischer Rückhalt bewirken kann. Davon konnte man seit der Zeit danach in den USA nur träumen &#8211; und schon immer in Europa. Folge knapper Budgets sind meist erheblich längere Projektplanungszeiten. Die Rosetta-Mission gibt ein Beispiel davon. 1984 wurde ein Kometen-Projekt in die langfristige Planung „Horizon 2000“ der Europäischen Raumfahrtagentur ESA aufgenommen. 30 Jahre später steuert es nun auf seinen Höhepunkt zu: die sanfte Landung auf einem Kometen. Die Anfänge waren nicht einfach. Von deutscher und französisch/US-amerikanischer Seite wurden zunächst getrennt zwei Teilprojekte für ein von Rosetta zu tragendes Kometen-Landegerät vorangetrieben: RoLand (für Rosetta Lander) und Champollion (französischer Ägyptologe, der u.a. mit Hilfe des Steins von Rosetta die Hieroglyphen entzifferte). Ab Mitte der neunziger Jahre mutierten diese Lander-Projekte zu einem gemeinsamen internationalen Projekt mit Namen Philae (Tempel-Insel im Nil). Am 02. März 2004 wurde Rosetta mit Philae auf einer Ariane 5G+ auf den Weg gebracht. Weitere zehn Jahre später, im August 2014, erreichte Rosetta ihr Ziel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allein bei Betrachtung der Zeitspanne bekommt man einen Eindruck von der Aufgabe, vor der die treibenden Kräfte u.a. im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und beim damaligen Max-Planck-Institut für Aeronomie in Katlenburg-Lindau (MPAe, heute MPS Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen) standen. Für eine Mission mit denkbar vielen Unbekannten ein langfristig erfolgversprechendes Konzept zu entwickeln, ist nicht ganz trivial. Wer dabei als Verantwortlicher ein gutes Dutzend Raumfahrtnationen mit ihren großen Ambitionen und meist etwas begrenzten Budgets unter einen Hut bringen muss, wird sicher kaum um seine Aufgabe beneidet. Und wer über einen so langen Zeitraum plant, muss nicht nur die Funktionsfähigkeit der Technik nach Jahren in der Weltraumkälte, davon knapp drei Jahre im Tiefschlaf, bedenken. Er muss sich beispielsweise auch Gedanken machen, wie das Spezialwissen ausscheidender Mitarbeiter dokumentiert und wiederauffindbar archiviert werden kann.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20141112_Comet_on_17_August_2014_a.jpg" alt="Die &quot;Gummiente&quot; 67P liegt quer, der &quot;Kopf&quot; mit Landeplatz ist rechts zu sehen.
(Bild: ESA/Rosetta/NAVCAM )"/><figcaption>Die &#8222;Gummiente&#8220; 67P liegt quer, der &#8222;Kopf&#8220; mit Landeplatz ist <br>rechts zu sehen.<br>(Bild: ESA/Rosetta/NAVCAM )</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">An Überraschungen sollte es im Rosetta-Projekt nicht fehlen. Der Ariane-5-Fehlstart vom Dezember 2002 machte den geplanten Rosetta-Start im Januar 2003 zu Makulatur. Den ursprünglichen Zielkometen 46P/Wirtanen musste man vorbeifliegen lassen. Als neues Ziel wurde der Komet 67P/Tschurjumow-Gerasimenko ausgewählt. Und der hat zur Überraschung aller Beteiligten eine recht eigenwillige Form, wie sich erst bei der Annäherung Mitte dieses Jahres herausstellte. Statt einem vermuteten kartoffelförmigen Gebilde besteht 67P/Tschurjumow-Gerasimenko aus zwei ungleich großen Teilen, „Kopf“ und „Körper“, die über einen „Hals“ verbunden sind. Die an eine Gummiente erinnernde Form macht das Landevorhaben nicht einfacher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie sieht nun die Planung für den Landetag aus? Vorweg muss festgestellt werden, dass die Entscheidung zur Trennung Philaes von Rosetta in der Nacht vom 11. Auf den 12. November wenige Stunden vor den geplanten Zeitpunkt getroffen wird. Rosetta wird vorher durch komplexe Flugmanöver in die optimale Ausgangsposition für die Philae-Landung gebracht. Wenn dieses gelungen ist und alle weiteren Entscheidungsparameter wie zum Beispiel die korrekte Ausrichtung von Rosetta für eine Landung sprechen, erfolgt die Abtrennung um 09:35 Uhr MEZ in etwa 22,5 Kilometern Entfernung vom Kometen. Die Signallaufzeit zur Erde beträgt 28 Minuten und 20 Sekunden, das entspricht einer Entfernung zur Erde von 510 Millionen Kilometern. Etwa um 10:03 Uhr sollte daher Klarheit über eine gelungene Abkopplung bestehen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20141112_Philae_s_primary_landing_site_a.jpg" alt="Die Landeregion Agilkia - gewisse Risiken sind nicht zu übersehen.
(Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)"/><figcaption>Die Landeregion Agilkia &#8211; gewisse Risiken sind nicht zu übersehen.<br>(Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/<br>SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Aus zehn ursprünglich in die engere Wahl genommenen Landeplätzen wurde das Zielgebiet J auf dem „Kopf“, inzwischen nach einer weiteren Nil-Insel Agilkia benannt, zunächst als erste Wahl bestimmt und letztendlich auch bestätigt. Alternativ zu J oder Agilkia wurde noch Landeplatz C auf dem Hauptkörper von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko in den Planungen seit Mitte September 2014 mitgeführt. Dieser wäre für eine Landung am 12. November aber nur in Erwägung gezogen worden, wenn sich bis zur endgültigen Landeplatzentscheidung am 15. Oktober grundlegende Erkenntnisse ergeben hätten, die gegen Agilkia sprechen. Kurzfristig wird man nicht auf C umschwenken. Dafür sind die notwendigen Flugmanöver von Rosetta zu komplex. Die Vorbereitung eines zweiten Landeversuchs nimmt zwei bis drei Wochen in Anspruch. Hätte man C ausgewählt, wäre die Trennung des Landers um 14:04 Uhr MEZ aus 12,5 Kilometern Entfernung erfolgt. Der Landeanflug hätte dann nur vier Stunden gedauert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anders bei Agilkia, der Abstieg zum Kometen dauert etwa sieben Stunden. Spätestens kurz nach 17 Uhr sollte also Klarheit über Erfolg oder Misserfolg bestehen. Unterstützt wird der Abstieg gegebenfalls durch ein kleines Kaltgastriebwerk, das bis zur Fixierung durch mindestens einen von zwei Harpunenankern und den Eisschrauben an den drei Füßen auch für den nötigen Andruck auf dem Kometen sorgen soll. Auf Eis wird Philae nach zwischenzeitlichen Erkenntnissen nicht treffen. Das war vor zwei Jahrzehnten noch ein ziemlich wahrscheinliches Szenario.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20141112_Rosetta_s_trajectory_12_November_big.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="400" height="258" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/image.jpeg" alt="Schematische Darstellung der Flugbahnen von Rosetta und Philae - die Animation siehe hier.
(Bild: ESA)" class="wp-image-16853" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/image.jpeg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/image-300x194.jpeg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption>Schematische Darstellung der Flugbahnen von Rosetta und Philae<br> &#8211; die Animation siehe <a href="https://www.esa.int/ESA_Multimedia/Videos/2014/11/Rosetta_landing_on_a_comet" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">hier.</a><br>(Bild: ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Landepunkt kann mangels entsprechender Triebswerksausstattung, das wäre zu schwer geworden, nicht exakt angesteuert werden. Die Orientierung des Landers wird durch ein Drallrad gewährleistet. Störungen dieser Orientierung können beim Abstoßen von Rosetta, beim Ausfahren der Landebeine und durch die Kometenaktivität auftreten. Auf einem akzeptablen Signifikanzniveau (95 Prozent) kann man selbst bei „ruhigen“ Flugbedingungen lediglich eine Landefläche mit 500 Metern Durchmesser bestimmen. Die Landeregion Agilkia hatte deshalb erste Priorität und bekam den endgültigen Zuschlag, weil sie große ebene Flächen mit geringer Neigung und wenigen großen Felsbrocken bietet. Außerdem verspricht man sich dort ausreichend Sonneneinstrahlung zum Wiederaufladen der Batterien von Philae über die Solarzellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während des Abstiegs sind die Landegestellentfaltung, Steuerbefehle an das Kaltgastriebwerk zur Beschleunigung des vertikalen Abstiegs, das Einschalten einiger Nutzlasten und die Entsicherung der Harpunen wichtige Vorgänge. Die Zeitpunkte der jeweiligen Vorgänge werden vor Abtrennung von Rosetta festgelegt. Im Landeanflug werden neben den Kamerasystemen CIVA (seitlicher Rundumblick) und ROLIS (Abstiegs-, später Oberflächenbilder) bereits die wissenschaftlichen Experimentnutzlasten CONSERT („Durchleuchtung“ des Kometenkerns), ROMAP (Magnetfeldmessung) und SESAME (in der Flugphase Staub- und Gasanalyse) Messungen vornehmen. Die Instrumente arbeiten auch nach der Landung weiter. Hinzu kommen dann aber zusätzlich die Experimentiereinheiten COSAC &amp; PTOLEMY (Gaschromatograf und Massenspektrometer) in Verbindung mit einem Bohrer, APX (Messung der Elementzusammensetzung des Bodens), MUPUS (u.a. Untersuchung der Bodenfestigkeit) und SESAME (am Boden Analyse der elektrischen und mechanischen Eigenschaften der Kometenoberfläche).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur auf den Primar-Akku gestützt, wäre nach maximal 65 Stunden Schluss mit den wissenschaftlichen Experimenten. Jüngst gestellte neue Anforderungen an eine Datenverbindung während des Abstiegs verkürzen die Akkuleistung jedoch. Momentan ist 67P/Tschurjumow-Gerasimenko rund 450 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Unter optimalen Bedingungen zur Stromversorgung, das heißt ausreichender Sonneneinstrahlung und geringem Verschmutzungsgrad der Solarzellen, könnte Philae bis März 2015 arbeiten. Danach droht ein schleichender Hitzetod.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Update 08:40 Uhr</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das &#8222;final go&#8220; liegt vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Update 13:10 Uhr</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">DLR-Vorstand Prof. Dr. Dittus erwähnt eine große Erleichterung im Lander-Control-Team. Probleme mit der Primärbatterie und der Kaltgasdüse hatten es nochmal spannend gemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Update 13:20 Uhr</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Barbara Cozzoni vom Missionteam LCC erklärt, dass nach erfolgreicher Landung der Stress bei ihr erst losgeht. Sie haben einen sonnigen Platz ausgesucht und Barbara ist überzeugt, dass alles gut geht und viel wissenschaftliche Arbeit vor ihr liegt. Ich komme mir vor wie bei Paolo Ferri. Die Italiener können Weltraum einfach gut verkaufen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20141112_Gerasimenko_DLR_a.jpg" alt=""/><figcaption>Hoher Besuch: Svetlana Gerasimenko, hier eingerahmt von ihrer<br> Dolmetscherin und DLR-Pressesprecher Andreas Schütz, entdeckte<br> 1969 zusammen mit Klim Tschurjumow den Kometen 67P.<br>(Bild: Roland Rischer)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Update 13:50 Uhr</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Svetlana Gerasimenko ist vor Ort und begrüßt die Medienvertreter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die LCC-Mitarbeiter werden hier auf die Bühne geholt. Letzte Auskunft: Der Lander ist in guter Verfassung. Auch das dritte Landebein scheint ordentlich ausgeklappt. Die leichte Drehung war erwartet worden und stellt kein Problem dar.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Update 13:55 Uhr</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Michael Maibaum erläutert die Wärmeisolierung bei Philae. Nachfrage, warum man sich mit fünf Monaten Lebensdauer bis zum Wärmetod zufrieden gegeben hat. Man hätte einen Shutter gebraucht, der war auch entwickelt, hätte aber in einer start- und flugtauglichen Version zuviel Gewicht zu Lasten der Nutzlast an Bord gebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Update 14:15 Uhr</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Swetlana Gerassimenko hier, Ranga Yogeshwar sitzt vor mir, netter Typ, ganz wie im Fernsehen, fehlt nur noch, dass Alexander Gerst reinschaut. Leute, werdet Portalredakteure beim Raumfahrer.net, dann könnt ihr was erleben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Update 14:20 Uhr</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ranga Yogeshwar fragt nach den Farewell-Bildern. Anwort: &#8222;Es gibt Diskussionen über die Daten.&#8220; Wir fragen uns, was das wohl heißen soll?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Update 14:45 Uhr</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dr. Rüdiger Gerndt von Airbus Defence &amp; Space spricht zu den teilweise völlig neuen Problemstellungen der Rosetta/Philae-Mission und ihren technischen Lösungen: Hochleistungs-Solarzellen, das heißt, wir haben einen &#8222;grünen&#8220; Satelliten; Sternensensoren, die sich vom Streulicht der Staubpartikel in der Nähe des Kometen nicht irritieren lassen; schwierige Flugbahn; hohe thermische Schwankungen; lange Tiefschlafphase; Harpune, die in Granit eindringen kann, aber auch in lockerem Boden Widerstand findet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Update 14:55 Uhr</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">H.J. Jung, auch Airbus, bestätigt, dass die Landesysteme von Philae, Landebeine und Stoßdämpfer, korrekt arbeiten. Der Kaltgasantrieb macht noch sorgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Update 15:20 Uhr</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ersten Philae-Civa-Bilder sind da. Ich muss da mal auf die Kollegen vom Raumfahrer.net im ESOC verweisen (<a href="https://www.raumfahrer.net/philae-ist-gelandet-live-aus-dem-esoc/" data-wpel-link="internal">Live aus dem ESOC</a>). Die sind mit dem Hochladen von Bildern schneller.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Update 15:35 Uhr</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt habe ich es auch, das Abschiedsfoto der Civa-Kamera auf Philae von Rosetta:</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20141112_erstes-Philae-Civa-Foto_big.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20141112_erstes-Philae-Civa-Foto_a.jpg" alt="Blick zurück auf Rosetta von Philae aus. Rosetta und nach links ausgestreckt einer der Solarzellenflügel sind gut zu erkennen.
(Bild: ESA)"/></a><figcaption>Blick zurück auf Rosetta von Philae aus. Rosetta und nach links ausgestreckt einer der Solarzellenflügel sind gut zu erkennen.<br>(Bild: ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Update 16:20 Uhr</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und hier das Gegenfoto der Osiris-Kamera auf Rosetta von Philae:</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20141112_Osiris_Foto_von_Philae_big.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20141112_Osiris_Foto_von_Philae_a.jpg" alt="Schon ziemlich einsam da oben - Rosetta blickt von oben auf Philae
(Bild: ESA)"/></a><figcaption>Schon ziemlich einsam da oben &#8211; Rosetta blickt von oben auf Philae<br>(Bild: ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Update 17:05 Uhr</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jubel beim Missionsteam im ESOC. Ein Signal ist da. Das ist schon mal ein gutes Zeichen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20141112_Jubel_im_ESOC_a.jpg" alt="(Bild: Roland Rischer)"/><figcaption>(Bild: Roland Rischer)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Update 17:10 Uhr</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim LCC im DLR bleiben sie ruhig. Zu früh gefreut? Immerhin bestätigt Darmstadt eine gelungene Landung.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20141112_noch_gespanntes_Warten_im_LCC_a.jpg" alt="Bild aus dem LCC, wenige Sekunden nach dem ESOC-Bild oben aufgenommen. Prof. Dr. Dittus erklärte später dazu, man warte hier auf mehr als nur ein Signal von Philae.
(Bild: Roland Rischer)"/><figcaption>Bild aus dem LCC, wenige Sekunden nach dem ESOC-Bild oben aufgenommen. Prof. Dr. Dittus erklärte später dazu, man warte hier auf mehr als nur ein Signal von Philae.<br>(Bild: Roland Rischer)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Update 17:14 Uhr</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt gibt es auch Jubel im LCC.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Update 17:45 Uhr</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das LCC bestätigt eine sanfte Landung. Allerdings hätten die Harpunenanker nicht gezündet. Ohne diese sei die Stabilität für einige Experimente, gemeint sind wohl die Bohrungen, nicht hundertprozentig gewährleistet. Man prüfe einen neuen Zündbefehl.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Update 18:10 Uhr</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Koen Geurts vom LCC ist vor der Presse. Touch down signal war da. Die Kaltgasdüse hat nicht gearbeitet. Es soll bis auf weiteres nicht versucht werden, die Harpunen zu zünden. Schwankungen in der Signalstärke machen Sorgen. Philae stehe eventuell nicht stabil. Deshalb sei die Freude gebremst. Die ersten Fotos sollen mehr Aufschluss geben.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20141112_erstes_Bild_von_Rolis_a.jpg" alt="Premiere: Philae hat mit der Rolis-Kamera das Landeziel im Blick
(Bild: ESA)"/><figcaption>Premiere: Philae hat mit der Rolis-Kamera das Landeziel im Blick<br>(Bild: ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Update 18:40 Uhr</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das erste Bild der von Philae nach unten blickenden Rolis-Kamera, aufgenommen um 15:38 Uhr MEZ etwa drei Kilometer über dem Kometen. Der Landeplatz befindet sich in der Mitte. Die Datenübertragung fand wahrscheinlich noch während des Landeanflugs statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Update 20:15 Uhr</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dordain bestätigt die sanfte Landung, den wissenschaftlichen und Betriebsdatenfluss und definiert die Landung als Erfolg. Stephan Ulamec erläutert den vermuteten Hüpfer von Philae mangels Verankerung: &#8222;Wir landeten heute vielleicht zweimal.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>last Update</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Pressezentrum im DLR schließt. Damit enden auch die Aktualisierungen in diesem Artikel. Besten Dank an die DLR-Organisatoren. Das war eine wirklich produktive Arbeitsatmosphäre mit interessanten Gesprächspartnern hier in Köln.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sehen Sie die Live-Berichterstattung von Spacelivecast und Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://spacelivecast.de/myportal/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">12.11.2014 – Landung auf dem Komet 67P/Tschurjumow-Gerasimenko</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit SpaceMech im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?utm_source=portal_home&amp;utm_medium=rn&amp;utm_term=portal_home&amp;utm_content=portal_home&amp;utm_campaign=rc_unbemannt&amp;topic=13009.msg309208#msg309208" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">PHILAE &#8211; die Landung am 12. Nov. 2014</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie ansonsten im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?board=34.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mission Rosetta</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=667.285" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Kometen</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Seiten bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/category/rosetta/" data-wpel-link="internal">Rosetta-Sonderseite</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/category/rosetta/" data-wpel-link="internal">Rosetta-Newsarchiv</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/tag/kometen/" data-wpel-link="internal">Kometen-Newsarchiv</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/philae-landung-der-plan-und-updates-aus-dem-dlr/" data-wpel-link="internal">Philae-Landung – der Plan und Updates aus dem DLR</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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