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	<title>ASE &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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		<title>Asteroid Day Luxemburg 2025: Interview mit Dumitru Dorin Prunariu</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/asteroid-day-luxemburg-2025-interview-mit-dumitru-dorin-prunariu/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Sep 2025 20:44:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Rahmen der Hauptveranstaltung des Asteroid Day in Luxemburg hatte Raumfahrer.net am 28. Juni 2025 die Gelegenheit, Interviews mit den vier teilnehmenden Raumfahrern zu führen. Einer davon war der rumänische Raumfahrer Dumitru Dorin Prunariu. Autoren: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Veranstaltungsbesuch. Dumitru Dorin Prunariu wurde am 27. September 1952 in Brasov, Rumänien geboren. 1971 [&#8230;]</p>
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]]></description>
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<h4 class="wp-block-heading">Im Rahmen der Hauptveranstaltung des Asteroid Day in Luxemburg hatte Raumfahrer.net am 28. Juni 2025 die Gelegenheit, Interviews mit den vier teilnehmenden Raumfahrern zu führen. Einer davon war der rumänische Raumfahrer Dumitru Dorin Prunariu.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph"> Autoren: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Veranstaltungsbesuch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dumitru Dorin Prunariu wurde am 27. September 1952 in Brasov, Rumänien geboren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1971 machte er seinen Abschluss an der Physik- und Mathematik-Oberschule in Brasov und studierte anschließend Luft- und Raumfahrttechnik an der Polytechnischen Universität Bukarest, an der er 1976 auch seinen Abschluss in Luftfahrttechnik erzielte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1977 schrieb er sich an der Offiziersschule der rumänischen Luftwaffe ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er wurde 1978 im Rahmen des Interkosmos-Programms für die Weltraumflugausbildung ausgewählt. Während der dreijährigen Vorbereitung erzielte er die besten Noten, danach wurde er für einen gemeinsamen Raumflug mit dem ukrainischen Kosmonauten Leonid Popov ausgewählt. Der Raumflug an Bord von Soyuz 40 und dem Weltraumlabor Salyut 6 fand vom 14. Mai bis zum 22. Mai 1981 statt. Die Gesamtflugdauer dieses neunten Fluges innerhalb des Interkosmos-Programms betrug 7 Tage, 20 Stunden, 41 Minuten.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Prunariu-Autogrammstunde.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Dorin Prunariu während der Autogrammstunde Foto: Kirsten Müller" data-rl_caption="" title="Dorin Prunariu während der Autogrammstunde Foto: Kirsten Müller" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="260" height="347" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Prunariu-Autogrammstunde-klein.jpg" alt="Dorin Prunariu während der Autogrammstunde Foto: Kirsten Müller" class="wp-image-148269" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Prunariu-Autogrammstunde-klein.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Prunariu-Autogrammstunde-klein-225x300.jpg 225w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Dorin Prunariu während der Autogrammstunde
Foto: Kirsten Müller </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">2007 schied Prunariu mit dem militärischen Rang eines Generalmajors vollständig aus der Luftwaffe aus und setzte seine berufliche Tätigkeit als Beamter fort, wurde Ende 2015 allerdings noch zum Generalleutnant (a. D.) befördert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Zeitraum 1990 bis 2008 war Prunariu in verschiedenen Positionen tätig: stellvertretender Verkehrsminister und Leiter der rumänischen Zivilluftfahrtbehörde (1990 bis Mitte 1992), Co-Leiter des Weltbankprojekts zur Umstrukturierung des rumänischen Hochschul- und Forschungssystems (1992 bis 1993), Vizepräsident des Internationalen Instituts für Risiko-, Sicherheits- und Kommunikationsmanagement (EURISC) in Bukarest (seit 1995), Präsident der rumänischen Weltraumagentur (1998 bis 2004), außerordentlicher Professor für Geopolitik an der Fakultät für Internationale Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaften der Akademie für Wirtschaftswissenschaften in Bukarest, Rumänien (seit 2000), außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter Rumäniens in der Russischen Föderation (Mai 2004 bis 2006), Vorsitzender des Wissenschafts- und Technik-Unterausschusses der UN-COPUOS (Februar 2004 bis Februar 2006), Vorsitzender der UN-COPUOS (Juni 2010 bis Juni 2012) sowie Direktor des rumänischen Büros für Wissenschaft und Technologie bei der Europäischen Kommission (ROST) in Brüssel (2006 bis 2008).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit arbeitet Prunariu für die rumänische Weltraumagentur als Experte innerhalb der rumänischen Vereinigung für Weltraumtechnologie und -industrie – ROMSPACE.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2014 wurde Prunariu für eine Amtszeit von drei Jahren zum stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses für internationale Beziehungen der ESA gewählt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Prunariu ist 1985 eines der Gründungsmitglieder der Vereinigung der Raumfahrer (ASE &#8211; Association of Space Explorers). Von 1993 bis 2004 war er ständiger Vertreter der ASE bei den Sitzungen des Ausschusses der Vereinten Nationen für die friedliche Nutzung des Weltraums (UNCOPUOS &#8211; United Nations Committee on the Peaceful Uses of Outer Space).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 1996 ist Prunariu Mitglied des Exekutivkomitees der ASE für jeweils zwei Amtszeiten von drei Jahren. Seit 2005 ist Prunariu Mitglied des NEO-Komitees (NEO – Near-Earth Objects / erdnahe Objekte) der ASE, nimmt an mehreren wichtigen Aktivitäten zu diesem Thema teil und organisierte 2007 in Rumänien einen der vier internationalen Workshops des Internationalen Gremiums der ASE zur Minderung der Bedrohung durch Asteroiden. Prunariu war die wichtigste Schnittstelle bei der Förderung des Berichts des ASE International Panel „Asteroid Threats: A Call For Global Response” auf der Ebene der UNCOPUOS als Arbeitsdokument für die Fachgremien dieses UN-Ausschusses.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2016, auf der 53. Sitzung der UNCOPUOS, schlug Prunariu im Namen der Association of Space Explorers vor, dass die UN-Generalversammlung den Internationalen Tag der Asteroiden (Asteroid Day) ausruft. Jedes Jahr solle auf internationaler Ebene der Jahrestag des Tunguska-Einschlags über Sibirien, Russische Föderation, am 30. Juni 1908 begangen und die Öffentlichkeit für die Gefahr von Asteroideneinschlägen sensibilisiert werden. Der Vorschlag wurde von der UN-Generalversammlung auf ihrer 71. Sitzung im Oktober 2016 angenommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mitbegründer des Asteroid Day ernannten Prunariu für seine großartigen Verdienste und seinen Beitrag zum Schutz der Erde vor Asteroideneinschlägen zum ersten offiziellen Botschafter des Asteroid Day.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oktober 2010 wurde Prunariu auf dem XXIII. Kongress der ASE zum Präsidenten des neu gegründeten Zweigs der Vereinigung, ASE Europe, gewählt und hatte dieses Amt sechs Jahre lang inne. Auf dem XXIV. Kongress der ASE im September 2011 wurde Prunariu für eine Amtszeit von drei Jahren zum Präsidenten der ASE International gewählt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen des Asteroid Day 2025 in Luxemburg trafen Kirsten Müller und Ingo Muntenaar den rumänischen Kosmonauten Dumitru Dorin Prunariu zu einem Gespräch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong> Hatten Sie einen Masterplan in Ihrem Leben? Wann entstand der Wunsch, Astronaut zu werden? Oder war das Ganze eher Zufall? Einfach nach dem Motto: &#8222;Mal sehen was die Zukunft bringt. Ich probiere es einfach mal.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dumitru Dorin Prunariu:</strong> Ein Masterplan in meinem Leben? Eigentlich war mein Masterplan, Luft- und Raumfahrtingenieur zu werden. Und das bin ich auch geworden. Das Weltraumprogramm kam erst danach.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong> Interkosmos.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dumitru Dorin Prunariu:</strong> Interkosmos. Ja. Als ich Ingenieur wurde, wusste ich nichts über Interkosmos. Ich trat dem Programm bei und wurde der erste rumänische Kosmonaut.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong> Nach der derzeitigen Planung soll die Internationale Raumstation im Jahr 2030 aufgegeben werden. Wie werden die astronautischen Missionen nach dem Ende des ISS-Programms aussehen? Denken Sie, dass es weiterhin kombinierte Missionen mit russischen und europäischen Astronauten geben wird?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dumitru Dorin Prunariu:</strong> Es wird einige große amerikanische Unternehmen geben, die ihre eigenen Raumstationen bauen werden. Und solange die NASA eine Vereinbarung mit SpaceX hat, um Astronauten ins All zu schicken, werden sie Vereinbarungen mit den privaten Stationen treffen, um den Raum und die Zeit zu nutzen. Sie werden sie mieten. Das ist also die einzige Zukunft, die ich derzeit für die Weltraumforschung sehe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich hat China seine eigene Raumstation. Sie ist zu 100 Prozent staatlich. Russland kann seine eigene Raumstation bauen, vielleicht unter Verwendung einiger Module der Internationalen Raumstation. Aber ich sehe in Zukunft kein Projekt wie die Internationale Raumstation.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net: </strong>Keine gemeinsame Arbeit?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dumitru Dorin Prunariu:</strong> Nun, es wird einige gemeinsame Arbeiten geben, aber nicht alle Nationen werden zusammenarbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt einige Verbündete, darunter Westeuropa, Kanada und Japan. Sie könnten einige Module beisteuern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber soweit ich weiß, ist die Axiom-Raumstation derzeit die am weitesten entwickelte Stufe 1. Sie ist unabhängig und in privater Hand. Sie wird ins All geschickt und kann von jedem genutzt werden, der dafür bezahlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich denke, für eine Regierung ist es einfacher und kostengünstiger, Platz und Zeit an Bord einer privaten Raumstation zu mieten, als eine eigene zu bauen und zu warten und so weiter und so fort.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net: </strong>Wir haben Ihren Vortrag auf dem ASE Planetary Congress in Wien gehört. Dort haben Sie eine beeindruckende Präsentation über eine Asteroiden-Einschlagmission zum Doppelasteroidensystem Didymos und Dimorphos gehalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie sind auch der ASE-Vertreter bei den Vereinten Nationen für Asteroidenaufklärung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dumitru Dorin Prunariu:</strong> Von Zeit zu Zeit. Wenn die Association of Space Explorers jemanden dort braucht. Nachdem wir 1993 dem Büro der Vereinten Nationen für Weltraumfragen (UNOOSA – United Nations Office of Outer Space Affairs) beigetreten waren, war es eigentlich mein Beitrag, 2022 das Büro für Weltraumfragen und die Association of Space Explorers zusammenzubringen&#8230;. Entschuldigung, 1992 und 1993 wurde die Vereinigung Beobachtermitglied bei UNCOPUOS, und dann war ich mehrere Jahre in Folge der Vertreter der Association of Space Explorers.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong> Sie haben also die planetare Verteidigung als Ziel der UNO umgesetzt?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dumitru Dorin Prunariu:</strong> Ja, ich war tatsächlich von Anfang an Teil der Arbeitsgruppe der Association of Space Explorers zu erdnahen Objekten. Sie wurde 2005 von Rusty Schweickart gegründet. Er brachte einige Kollegen, Astronauten &#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong> B612?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>(*Anmerkung der Redaktion: Das Asteroid Institute ist ein Programm der B612 Foundation. Es bringt Wissenschaftler, Forscher und Ingenieure zusammen, um Werkzeuge und Technologien zu entwickeln, mit denen sich unser Sonnensystem verstehen und kartografieren lässt und mit denen man durch das Sonnensystem navigieren kann. Im Mittelpunkt der Mission steht die Open-Source-Astrodynamik-Plattform Asteroid Discovery Analysis and Mapping (ADAM), die eine maßstabsgetreue Analyse von Daten beweglicher Objekte für die Entdeckung, Charakterisierung und Aufprallüberwachung kleiner Körper ermöglicht.)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dumitru Dorin Prunariu:</strong> Ja, er arbeitete seit langer Zeit in der Stiftung B612 und verfügte über ein breites Wissen über Asteroiden und darüber, was wir tun müssen. Und er versuchte auch, die Association of Space Explorers zu mobilisieren. Die Association of Space Explorers ist ein beobachtendes Mitglied der UNCOPUOS. B612 ist es nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um eine Idee auf UN-Ebene zu fördern, müssen wir einer NGO (Non-Governmental Organization – Nichtregierungsorganisation) angehören, die bereits mit der UN verbunden ist. Und das war die Association of Space Explorers. Also haben wir 2005 einen Ausschuss gegründet. Wir haben vier internationale Workshops organisiert, einer davon fand in Rumänien statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann haben wir 2009 der UN einen Bericht vorgelegt, den unsere Vereinigung zusammen mit einer Gruppe von Fachleuten aus aller Welt verfasst hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bedrohung durch Asteroiden erforderte eine globale Reaktion. Es war ein Bericht, der der UNO vorgelegt wurde, und die UNO hat ihn berücksichtigt und bereits ein Aktionsteam organisiert, um sich mit sehr konkreten Vorschlägen im Zusammenhang mit Asteroiden zu befassen, und für die Debatten eine Arbeitsgruppe zu Asteroiden eingerichtet, die ihre eigenen Beiträge einbringen sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unser Bericht trug maßgeblich dazu bei, die Ideen und die Organisation voranzubringen, was schließlich zur Gründung von zwei internationalen Organisationen führte: dem International Asteroid Warning Network (IAWN &#8211; Internationales Asteroidenwarnnetzwerk) und der Space Planning Mission Advisory Group (SMPAG – Beratergremium für die Planung von Weltraummissionen).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie wurden in die Association of Space Explorers aufgenommen. Sie wurden als ausführender Teil aufgenommen, um Maßnahmen zu ergreifen und zu handeln. Die Vereinten Nationen sind eine etwas weichere Organisation und organisieren diese Institution als Beratungsgremien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie beraten, sie bringen Informationen ein, und die Entscheidungsträger entscheiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann haben wir 2016 einige Programme ins Leben gerufen, um in Asteroidenprogramme zu investieren und die Ablenkung von Asteroiden zu erforschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir waren der Meinung, dass die Bevölkerung nicht ausreichend informiert ist, und beschlossen daher, zusätzlich zu den beiden bereits von der UNO eingerichteten Organisationen einen Asteroidentag einzuführen, einen internationalen Tag, an dem alle Menschen aufgeklärt und darüber informiert werden, was ein Asteroid ist, welche Asteroiden gefährlich sind, was wir tun können, was die geplanten Missionen bezwecken und so weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich habe im Namen der Association of Space Explorers den Asteroid Day bei den Vereinten Nationen vorgeschlagen. Er wurde im Dezember 2016 von der Generalversammlung als Asteroid Day genehmigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und jetzt feiern wir den Asteroid Day als internationalen Tag.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net: </strong>Wir haben wahrscheinlich an fünf der zehn Asteroid Days hier in Luxemburg teilgenommen. Es ist immer fantastisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kommen wir nun zur letzten Frage. Was sind Ihre Visionen für eine Asteroidenabwehr?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dumitru Dorin Prunariu: </strong>Wissen Sie, wir stehen noch ganz am Anfang. Die Probleme mit Asteroiden werden noch die nächsten Jahrtausende betreffen, nicht nur unsere Kinder. Wir lernen viel über Asteroiden. Wir wissen heute viel mehr als noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Wir organisieren die ersten Ablenkungsmissionen – derzeit DART und HERA. Wir untersuchen, was passiert ist. Wir versuchen, die Mechanismen der Ablenkung eines Asteroiden besser zu verstehen. Es gibt mehrere Arten von Missionen, aber wir müssen entscheiden, welche davon wirklich effizient sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und natürlich in ferner Zukunft, ich sage ferner Zukunft, nicht in naher Zukunft, ein Raumschiff zu bauen, das zu einem Asteroiden fliegen kann, und jede Möglichkeit zu nutzen, um ihn abzulenken. Oder den Asteroiden anzustoßen. Oder eine Explosion auf der Oberfläche eines Asteroiden zu verursachen, um ihn anzustoßen. Nicht um den Asteroiden zu zerstören. Es geht nicht darum, einen Asteroiden zu zerstören. Es geht darum, ihn anzustoßen. Wir untersuchen die Möglichkeit einer Ablenkung. Aber es ist noch ein langer Weg bis zur ersten echten Verteidigung des Planeten gegen einen echten Asteroiden.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Prunariu-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Dorin Prunariu (Mitte) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (rechts) Foto: Kirsten Müller" data-rl_caption="" title="Dorin Prunariu (Mitte) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (rechts) Foto: Kirsten Müller" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="347" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Prunariu-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025-klein.jpg" alt="Dorin Prunariu (Mitte) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (rechts) Foto: Kirsten Müller" class="wp-image-148271" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Prunariu-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025-klein.jpg 347w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Prunariu-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025-klein-300x225.jpg 300w" sizes="(max-width: 347px) 100vw, 347px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Dorin Prunariu (Mitte) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (rechts) 
Foto: Kirsten Müller</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong> Ich habe einige Vorträge über künstliche Intelligenz gehört. Letztes Jahr hatten wir am Asteroidentag einige Vorträge darüber, wie man Asteroiden mithilfe von künstlicher Intelligenz findet und wie man ihre Dichte bestimmt. Woraus bestehen Asteroiden? Sind sie aus Stein oder ähnlichem, also sind sie harte Körper oder bestehen sie aus Staub oder porösem Material?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dumitru Dorin Prunariu:</strong> Wissen Sie, Sie benötigen Daten. Selbst wenn Sie künstliche Intelligenz einsetzen, benötigen Sie Daten über den Asteroiden. Künstliche Intelligenz könnte alle Ihnen vorliegenden Informationen durchsehen und Ihnen die wahrscheinlichste Antwort geben. Aber Sie können KI nicht bitten, einen Asteroiden zu finden und zu fragen, um was es sich dabei handelt. Das ist nicht möglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong> Aber das kann eine Art Klassifizierung sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dumitru Dorin Prunariu:</strong> Es könnte ein Werkzeug sein. Es könnte ein sehr wichtiges Werkzeug sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die B612-Stiftung hat in den Vereinigten Staaten das Asteroid Institute gegründet, der Leiter ist der amerikanische Astronaut Ed Lu. Sie haben ein spezielles Programm entwickelt, um den Himmel nach Asteroiden zu kartografieren – das ADAM-Programm. Es ist ein sehr interessantes Programm, mit dem sie vorab sehen können, wo neue Asteroiden zu finden sind, sodass sich die Astronomen viel direkter und besser darauf konzentrieren und die Asteroiden viel besser entdecken können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong> Das war die letzte Frage. Sie haben sehr interessante Antworten gegeben, und wir müssen nun in den kommenden Tagen daran arbeiten, einen Bericht darüber zu erstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielen Dank für das Gespräch. Zum Abschluss hätten wir gerne noch ein gemeinsames Photo. Ist das möglich?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=16280.msg578912#msg578912" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Asteroid Day</a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>XXXV. ASE Planetary Congress Noordwijk – ISS und Updates der Raumfahrtbehörden</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/xxxv-ase-planetary-congress-noordwijk-iss-und-updates-der-raumfahrtbehoerden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Feb 2025 18:55:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vom 29. September bis zum 6. Oktober 2024 fand unter dem Motto „Generation Space – Shaping the future together“ der XXXV. ASE Planetary Congress in den Niederlanden statt. Themen in der zweiten technischen Vortragsreihe waren die Internationale Raumstation und Updates der Raumfahrtbehörden. Autoren: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Kongressbesuch. Die technischen Vorträge am zweiten [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading"><br><br><br><strong>Vom 29. September bis zum 6. Oktober 2024 fand unter dem Motto „Generation Space – Shaping the future together“ der XXXV. ASE Planetary Congress in den Niederlanden statt. Themen in der zweiten technischen Vortragsreihe waren die Internationale Raumstation und Updates der Raumfahrtbehörden.</strong></h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Autoren: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Kongressbesuch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die technischen Vorträge am zweiten Kongresstag wurden ebenfalls im ESTEC, unter dem Vorsitz des ehemaligen ESA-Astronauten Pedro Duque (STS-95; Soyuz TMA-3), gehalten.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>ESA</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Matthias Maurer gab ein Update zu den ESA-Aktivitäten. Am 22. April 2024 haben die sechs neuesten ESA-Astronautinnen und -Astronauten Sophie Adenot, Rosemary Coogan, Pablo Alvarez Fernández, Raphaël Liègeois und Marco Sieber ihre Astronautenzertifikate erhalten. Sophie Adenot wird ihren ersten Raumflug 2026 machen, Raphaël Liègeois nach ihr. Es gab zwei Raumflüge von ESA-Astronauten: der Däne Andreas Mogensen war mit seiner Huginn-Mission Teil der ISS-Expeditionen 70 und 71 und wurde auf der ISS von der Privatmission Axiom-3 mit dem schwedischen ESA-Reserveastronauten Markus Wandt besucht. Für 2024 und 2025 sind ansonsten keine Langzeitmissionen mehr von europäischen Astronauten geplant.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/ESA_astronaut_class_of_2022_graduation_ceremony-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="ESA-Astronautenklasse 2022 beim Abschluss ihrer Grundausbildung am 22. April 2024 Bild: ESA" data-rl_caption="" title="ESA-Astronautenklasse 2022 beim Abschluss ihrer Grundausbildung am 22. April 2024 Bild: ESA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="462" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/ESA_astronaut_class_of_2022_graduation_ceremony-260-px.jpg" alt="ESA-Astronautenklasse 2022 beim Abschluss ihrer Grundausbildung am 22. April 2024 Bild: ESA" class="wp-image-146835" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/ESA_astronaut_class_of_2022_graduation_ceremony-260-px.jpg 462w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/ESA_astronaut_class_of_2022_graduation_ceremony-260-px-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 462px) 100vw, 462px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">ESA-Astronautenklasse 2022 beim Abschluss ihrer Grundausbildung am 22. April 2024 
Bild: ESA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Rücktransport von Fracht aus dem LEO (Low Earth Orbit, niedrigen Erdorbit) sind im Mai 2024 zwei Verträge, mit TEX und mit TAS-1, unterzeichnet worden. Einer davon wird kommendes Jahr verlängert. Auch wurde das European Service Module ESM-3 am KSC abgeliefert und man ist dabei, ESM-4 bis ESM-6 zu integrieren. Für das Mondlandeelement (LDE, Lunar Descent Element) Argonaut, das Teil von Artemis werden soll, wurde TAS-1 als primärer Vertragspartner ausgewählt. Im Oktober wird die Auswahl eines Triebwerkes erwartet. Für das ExoMars / Rosalind Franklin-Projekt ist zwischen der ESA und der NASA ein Memorandum of Understanding unterschrieben worden. Auch fand am 9. Juli 2024 der Erstflug einer Ariane-6 statt. Recht ausführlich ging Maurer auf LUNA, die Anlage zur analogen Mondsimulation auf dem DLR-Gelände in Köln-Porz, ein. Diese stand vor einem Jahr noch nicht und wurde am 25. September 2024 eröffnet. Im Innenbereich wurde mit künstlichem Regolith die Mondoberfläche nachempfunden. Die Anlage verfügt über einen Sonnensimulator, ein System zur Reduzierung von Schwerkraft, unterstützende Kontroll- und Laboreinrichtungen, Raumanzüge zur Simulation und regenerative Energiesysteme und ermöglicht auch die Simulation mit Rovern und Robotern, außerdem wird dort am Projekt EDEN-LUNA zur Entwicklung von Pflanzenzucht zur Ernährung in geschlossenen Systemen gearbeitet. Es wird auch eng mit der benachbarten :envihab-Anlage des DLR für Raumfahrtmedizin zusammengearbeitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>JAXA</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der japanische Raumfahrer Koichi Wakata (5 Raumflüge: STS-72; STS-92; STS-119 / ISS-18 / ISS-19 / ISS-20 / STS-127; Soyuz TMA-11M / ISS-38 / ISS-39; SpaceX Crew-5 / ISS-68) hat ein Update über die japanische Raumfahrtorganisation JAXA gegeben. Wakata erwähnte gleich zu Beginn seines Vortrags, dass er nicht als Repräsentant von JAXA spricht, sondern mangels JAXA-Vertreter beim ASE-Kongress lediglich die von JAXA vorbereiteten Folien vorträgt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Koichi Wakata ist am 31. März 2024 aus dem japanischen Astronautenkorps ausgetreten und hat sich der privaten Raumfahrtfirma Axiom Space angeschlossen. Diese Firma repräsentiert er im asiatisch-pazifischen Raum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die von Wakata vorgestellte Organisationsstruktur des JAXA Management Boards sieht zwei altbekannte japanische Raumfahrer. Dr. Chiaki Mukai (2 Raumflüge: STS-65; STS-95) hält die Position der Beraterin des JAXA-Generaldirektors. Akihiko Hoshide (3 Raumflüge: STS-124; Soyuz TMA-05M / ISS-32 / ISS-33; SpaeX Crew-2 / ISS-65 / ISS-66) kam am 9. November 2021 von seinem Langzeitflug zurück und hat im Management Board die Position des stellvertretenden Programm Managers übernommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Status der weiteren aktiven japanischen Raumfahrer sieht wie folgt aus:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Satoshi Furukawa (2 Raumflüge: Soyuz TMA-02M / ISS-28 / ISS-29; SpaceX Crew-7 / ISS-69 / ISS-70) befindet sich nach der Landung von SpaceX Crew-7 und somit der Beendigung seines Langzeitaufenthalts auf der ISS am 12. März 2024 in der Regenerationsphase.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kimiya Yui (1 Raumflug: Soyuz TMA-17M / ISS-44 / ISS-45) befindet sich gerade im Training für eine Langzeitmission auf der Internationalen Raumstation und ist als Missionsspezialist für den ersten kommerziellen Flug des Boeing CST-100 Starliner nominiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Takuya Onishi (1 Raumflug: Soyuz MS / ISS-48 / ISS-49) hat im September an der ESA-Analogmission PANGAEA ((Planetary Analogue Geological and Astrobiological Exercise for Astronauts). Der PANGAEA-Ausbildungskurs soll den Astronauten die grundlegenden Kenntnisse und praktischen Fähigkeiten im Bereich Feldgeologie und Astrobiologie vermitteln, die sie benötigen, um bei künftigen Planetenerkundungsmissionen zum Mond und zum Mars als Wissenschaftler im Einsatz zu sein. Mittlerweile ist er als Missionspezialist für die im Februar angesetzte Mission SpaceX Crew-10 eingeteilt worden. Daher befindet er sich derzeit im Training für eine Langzeitmission.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Norishige Kanai (1 Raumflug: Soyuz MS-07 / ISS-54 / ISS-55) befindet sich ebenfalls im Training und wartet auf die Nominierung zu seinem nächsten Raumflug. Zur Zeit unterstützt er u. a. ausländische Studenten beim Kibo-Nutzungsprogramm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem Januar 2024 unterstützt Akihiko Hoshide das JAXA-Büro in Houston als Senior Manager. Gleichzeitig ist er die Verbindungsperson der JAXA zum Astronautenbüro der NASA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beiden am 28. Februar 2023 ausgewählten neuen japanischen Astronauten Ayu Yoneda und Makoto Suwa befinden sich weiterhin im Basistraining. Im April 2024 haben sie die ESA-Einrichtungen besucht und an einer Parabelflugkampagne der ESA teilgenommen. Als nächstes werden sie die NASA-Einrichtungen kennenlernen und u. a. Trainings im Bereich Robotik erhalten. Nach derzeitiger Planung (Stand 1. Oktober 2024) wird erwartet, dass die beiden Nachwuchsraumfahrer im November 2024 ihr Basistraining abschließen. Danach folgt die Zertifizierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Planungen für die neuen Mondmissionen im Artemis-Programm schreiten voran. Als eines der drei ersten Experimente ist das LDA (Lunar Dielectric Analyzer) für Artemis-III ausgewählt worden. Dieses Experiment wird federführend durch die University of Tokyo betreut und von JAXA unterstützt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">NASA und das japanische Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT &#8211; Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology) haben am 9. April 2024 ein Abkommen zur Förderung der nachhaltigen Erforschung des Mondes durch den Menschen unterzeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Japan wird einen druckbeaufschlagten Rover für die Erkundung des Mondes mit Besatzung entwerfen, entwickeln und betreiben. Dabei kann dieser Rover astronautisch oder robotisch betrieben werden. Die NASA wird für den Start und die Landung des Rovers zum Mond sorgen und japanischen Astronauten zwei Gelegenheiten bieten, die Mondoberfläche zu betreten.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/NATHANREINDS-ASE2024-01102024-LR-5-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Koichi Wakata stellt japanischen Mondrover vor Bild: Nathan Reinds" data-rl_caption="" title="Koichi Wakata stellt japanischen Mondrover vor Bild: Nathan Reinds" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="390" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/NATHANREINDS-ASE2024-01102024-LR-5-260-px.jpg" alt="Koichi Wakata stellt japanischen Mondrover vor Bild: Nathan Reinds" class="wp-image-146838" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/NATHANREINDS-ASE2024-01102024-LR-5-260-px.jpg 390w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/NATHANREINDS-ASE2024-01102024-LR-5-260-px-300x200.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/NATHANREINDS-ASE2024-01102024-LR-5-260-px-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 390px) 100vw, 390px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Koichi Wakata stellt japanischen Mondrover vor<br>Bild: Nathan Reinds</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Auskunft von Koichi Wakata soll der Rover von Toyota Motor Corporation entwickelt und gebaut werden. Zur Zeit macht man sich Gedanken, ob dieses Vehikel ein Sichtfenster bekommt, oder aber mittels Kameras die Außenansicht auf Monitoren innerhalb der Kabine darstellt. Strukturingenieure halten die Möglichkeit von Sichtfenstern innerhalb eines druckbeaufschlagten Systems, welches auch Schläge durch Bodenunebenheiten aufnehmen muss, für einen Albtraum. Astronauten dagegen bevorzugen aber genau solche Fenster, weil sie dann genau sehen können, wohin sie fahren. Gleichzeitig haben sie die Umgebung ohne gravierende Sichtfeldeinschränkung im Blick.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Zwischenruf „Die Qualität und Lebensdauer der japanischen Autos muss aber stimmen“ aus dem Publikum wurde der Vortrag von Koichi Wakata beendet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>NASA</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der nächste Statusreport wurde von Mike Fincke (3 Flüge: Soyuz TMA-4 / ISS-09; Soyuz TMA-13 / ISS-18; STS-134) als Repräsentant der NASA gegeben. Als langjähriges Mitglied des NASA-Astronautenkorps hat er natürlich einen sehr tiefen Einblick in seine Organisation. Das Motto des Astronautenkorps lautet: „We train and fly for the benefit of humankind and provide crew perspective and leadership for all aspects of human space exploration“, was übersetzt werden kann mit: „Wir trainieren und fliegen zum Wohle der Menschheit und bieten aus der Astronautenperspektive die Sichtweise und die Führungsqualitäten für alle Aspekte der menschlichen Erforschung des Weltraums.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach gab er eine sehr ausführliche Übersicht über die Zusammensetzung des Astronautenkorps. Im Jahr 2000 hatte das Korps eine maximale Größe von beinahe 150 Astronauten. Diese ist auf momentan 48 Raumfahrer zusammengeschrumpft. Damit hat die NASA die kleinste Kadergröße seit fast 20 Jahren durchschritten. Dabei muss sich der Astronautenkader folgenden Herausforderungen stellen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Zielvorgaben der NASA für Weltraumflüge erreichen</li>



<li>Wartung der Internationalen Raumstation und Entwicklung / Ermöglichung des Stationsbetriebs in der niedrigen Erdumlaufbahn</li>



<li>Durchführung von astronautischen Raumfahrtmissionen mit unterschiedlichen Raumfahrzeugen</li>



<li>Unterstützung bei der Konzeption und Entwicklung anderer Fahrzeuge und Systeme für Artemis-Missionen</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei liegen die Prioritäten bei folgenden Hauptaktivitäten:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Raumflugbetrieb</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Unterstützung aktueller und künftiger Weltraummissionen</li>



<li>Unterstützung der Ausbildung von Raumflugbesatzungen</li>



<li>Erlangung technischer Fertigkeiten</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Technische Arbeiten:</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Führung und / oder technische Unterstützung des Astronautenbüros</li>



<li>Erstellen / Überprüfen der Bürorichtlinien</li>



<li>Vertretung des Astronautenbüros in JSC- oder NASA-Gremien/Ausschüssen</li>



<li>qualitativ hochwertige Public Relations-Unterstützung für Pflichtveranstaltungen und Veranstaltungen mit hoher Priorität</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit:</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>sicherer T-38 Flugbetrieb zum Erreichen der Flugstundenziele</li>



<li>Erhaltung / Verbesserung der technischen Fähigkeiten für Flug- und Unterstützungssimulationen</li>



<li>Aufrechterhaltung der körperlichen Fitness</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>sonstige Unterstützung:</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Zeit für berufliche Weiterentwicklung und Aufrechterhaltung der Gesundheit</li>



<li>Sicherstellung der Erledigung aller Verwaltungsaufgaben</li>



<li>Bieten hochwertiger PR-Unterstützung</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Die NASA-Astronautenklasse 23 „The Flies“, die am 06.12.2021 ausgewählt wurde, hat ihre Grundausbildung am 5. März 2024 abgeschlossen. Zu den 10 neuen Astronauten (Nicole S. Ayers, Marcos G. Berrios, Christina M. Birch, Deniz M. Burnham, Luke D. Delaney, André M. B. Douglas, Jack S. Hathaway, Anil S. Menon, Christopher L. Williams, Jessica O. Wittner) gesellen sich noch zwei Raumfahrer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (Nora Al Matrooshi, Mohammad Al Mulla), die ebenfalls ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben und nun auf ihre Flugnominierung warten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Astronaut Josh Cassada (1 Raumflug: SpaceX Crew-5 / ISS-68) hat nach nur einem Raumflug seine Astronautentätigkeit zum 1. Oktober 2024 bei der NASA beendet.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1616-NASA-astronaut-corps-2024-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Aktive Astronautinnen und Astronauten der NASA Anfang Oktober 2024 Bild: Kirsten Müller" data-rl_caption="" title="Aktive Astronautinnen und Astronauten der NASA Anfang Oktober 2024 Bild: Kirsten Müller" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="390" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1616-NASA-astronaut-corps-2024-260-px.jpg" alt="Aktive Astronautinnen und Astronauten der NASA Anfang Oktober 2024 Bild: Kirsten Müller" class="wp-image-146836" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1616-NASA-astronaut-corps-2024-260-px.jpg 390w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1616-NASA-astronaut-corps-2024-260-px-300x200.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1616-NASA-astronaut-corps-2024-260-px-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 390px) 100vw, 390px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Aktive Astronautinnen und Astronauten der NASA Anfang Oktober 2024 
Bild: Kirsten Müller</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Damit ergibt sich die oben bereits erwähnte Größe des NASA-Astronautenkaders. Von diesen Raumfahrern sind zur Zeit 45 Raumfahrer als aktiv gelistet. 11 Astronauten haben Führungspositionen im Astronautenbüro, wobei das Astronautenbüro derzeit von Joseph M. Acaba (3 Raumflüge: STS-119; Soyuz TMA-04M / ISS-31 / ISS-32; Soyuz MS-06 / ISS-53 / ISS-54) geleitet wird. Unterstützt wird er in der Leitungsfunktion durch Shannon Walker (2 Raumflüge: Soyuz TMA-19 / ISS-24 / SS-25; SpaceX Crew-1 / ISS-64 / ISS-65). Weitere Assistenz gibt es in den Bereichen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>International Space Station (Assistenz: Stephen G. Bowen)</li>



<li>EVA / Robotic + NextEMU (Assistenz: Nicole V. A. Mann)</li>



<li>kommerzielle Besatzungen (Assistenz: Robert T. Hines, Jr.)</li>



<li>Artemis:</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Orion / Space Launch System / Exploration Ground Systems (Assistenz: Randolph J. Bresnik)</li>



<li>Human Landing System (Assistenz Raja Chari)</li>



<li>Gateway (Assistenz: Stanley G. Love)</li>



<li>Extravehicular Activity (EVA) and Human Surface Mobility (HSM) Program EHP (Assistenz: Kayla S. Barron)</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Das Astronautenbüro ist in die folgenden Sparten aufgeteilt:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>zugewiesene Besatzungen (Abteilungsleiterin: Jessica A. Watkins; Stellvertreter: Francisco C. Rubio)</li>



<li>Crew-Betrieb (Abteilungsleiter: James M. Kelly; Stellvertreter: Joe F. Edwards)</li>



<li>Missionsunterstützung Besatzungen (Abteilungsleiterin: M. Behnken; Stellvertreterin: Kathleen H. Rubins)</li>



<li>3D Druck-Labor (Abteilungsleiter: Lee M. Morin; Stellvertreter: Stanley G. Love)</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit (Stand 1. Oktober 2024) befinden sich sechs NASA-Astronauten im Weltraum. Drei Raumfahrer befinden sich in der mindestens sechsmonatigen Regenerationsphase nach ihrem jeweiligen Langzeitflug. Zwei Astronauten sind derzeit nicht in Houston ansässig, sondern haben andere Tätigkeiten (z. B. Lehrtätigkeiten) außerhalb des Astronautenbüros übernommen. 20 NASA-Astronauten bereiten sich gerade auf ihren Raumflug als Stammbesatzung oder Ersatzbesatzung vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Zyklus vom Astronautentraining bis zum Raumflug erfolgt nach dem folgenden zeitlichen Ablauf: Das ASCAN (Astronaut Candidate) Training dauert 2 Jahre und beinhaltet Grundkenntnisse in den Bereichen Wissenschaften, Einführung in ISS Systeme, T-38 Flugbetrieb, Umgang mit robotischen Systemen, Erlernen russischer Sprachkenntnisse, Überlebenstraining an Land und auf See). Nach dem Basistraining werden die Astronaut:innen ihre Kenntnisse in den Gebieten ISS Systeme, EVA, robotische Systeme, T-38 Flugbetrieb, russische Sprachkenntnisse und Leitungsfunktionen im Management weiter vertiefen. Daneben werden sie unterstützende Tätigkeiten im Raumflugbetrieb wahrnehmen. Diese Wartezeit vor der Nominierung zu einem Raumflug, auch als „Pre-Assignment Training“ bekannt, kann zwischen einem bis sieben Jahre dauern. Ist die Person erst einmal als Besatzungsmitglied einer Raumflugmission zugewiesen, folgt das in der Regel auf 2 Jahre angesetzte missionsspezifische Training. Nach der Langzeitmission, die im Normalfall ein halbes Jahr dauert, schließt sich das Regenerationsprogramm an. Danach nimmt die Person wieder unterstützende Aufgaben in einer NASA-Abteilung war, ehe sie wieder einer Raumflugmission zugeordnet wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Aufgabenvielfalt verlangt dem kleinen Astronautenkader sehr viel ab. Eine Frage einer ehemaligen Astronautin, ob man denn bereits das Regierungsprogramm wahrgenommen hätte, wonach ehemalige Regierungsbeamte (Anmerkung der Redaktion: NASA ist eine Regierungsorganisation) für ihren ehemaligen Arbeitgeber ohne Einhaltung ausufernder bürokratischer Prozesse, ein weiteres Jahr tätig werden können, wurde positiv aufgenommen. Es bleibt abzuwarten, ob die NASA von dieser Möglichkeit Gebrauch machen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Horizont zeichnet sich dann doch wieder etwas Entspannung für den Zeitraum nach dem Sommer 2027 ab. Dann wird eine neue Astronautenklasse ihre Grundausbildung abgeschlossen haben. Die nächste Astronautengruppe, die in 2025 ihre Ausbildung starten wird, beginnt in den nächsten Tagen die erste Interviewrunde beim Johnson Space Center. In einer weiteren Interviewrunde, die voraussichtlich Anfang 2025 stattfinden wird, werden aus den anfänglich mehr als 8000 Bewerbern die möglichen 10 Astronautenkandidat:innen herausgefiltert worden sein, die die NASA-Astronautengruppe 24 bilden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Explorationsprogramm sieht folgende Schritte vor:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Commercial Lunar Payload Services: kleine Nutzlasten werden auf die Mondoberfäche gebracht</li>



<li>Artemis I: Space Launch System / Orion Testflug ohne Besatzung</li>



<li>Artemis II: astronautische Mission in die Mondumlaufbahn mit dem Space Launch System / Orion</li>



<li>Gateway: Power Propulsion Element (PPE) und Habitation and Logistics Outpost (HALO) werden gestartet</li>



<li>Human Landing System (HLS) wird in die Mondumlaufbahn gebracht</li>



<li>Artemis III: erste astronautische Mission zur Mondoberfläche</li>



<li>Das Lunar Terrain Vehicle (LTV) wird zur Mondoberfläche gebracht</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Artemis II Crew besteht aus den folgenden Besatzunsmitgliedern:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Reid Wiseman (NASA / Kommandant)</li>



<li>Victor Glover (NASA Pilot)</li>



<li>Christina Hammock Koch (NASA / Missionsspezialistin)</li>



<li>Jeremy Hansen (CSA / Missionsspezialist)</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Die Artemis II Mission wurde im September 2023, beim vorherigen ASE Planetary Congress in Bursa / Türkei, von Victor Glover bereits für 2024 angekündigt, allerdings haben technische Probleme zu einer Startverschiebung auf September 2025 geführt. Artemis III, also eine erste astronautische Mondlandung ist nunmehr für September 2026 angesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Grund für diese Verzögerungen sind technische Probleme mit dem Batteriesystem und dem Thermalkontrollsystem von Orion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim letzten Orion-Testflug sind außerdem sicherheitsrelevante Probleme aufgetaucht, die letztendlich zu einer Missionsverschiebung beigetragen haben. Zum einen wird der Verlust von verkohltem Material aus dem Hitzeschild der Orion-Kapsel beim Wiedereintritt untersucht. Der Abtrag vom Hitzeschild ist höher als vorherberechnet. Momentan wird diskutiert, ob man diesen erhöhten Abtrag vom Thermalschutz toleriert, oder ob es für Artemis II angepasst wird. Dieses gilt aber nicht als das Hauptkriterium für die Startverschiebung. Der Hauptverzögerungsgrund besteht in den Ausfällen von Ventilen im Lebenserhaltungssystem des Raumfahrzeugs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Untersuchungen finden bei der Trägerrakete statt. Dort hat sich in der Startphase Isolierschaum der Trägerrakete SLS gelöst. Ein ähnlicher Vorfall hatte im 1. Februar 2003 zum tragischen Verlust der Besatzung der Raumfähre Columbia und des Orbiters beim Wiedereintritt geführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Punkt, der untersucht wird, ist das Fluchtseilbahn-Rettungssystem an der Startrampe, bei dem das Bremssystem nicht richtig funktioniert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Den Neuigkeiten aus dem Astronautenbüro folgte dann die Berichterstattung über die ISS-Nutzung der NASA seit dem letzten ASE Planetary Congress.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab dem 20. Januar 2024 besuchte die Axiom-Crew Ax-3 (M. Lopez-Alegria, W. Villadei, A. Gezeravci, H. M. Wandt) für ungefähr 16 Tage die Internationale Raumstation. Damit erweiterte sich die Raumstationsbesatzung für die Expedition 70, die zu diesem Zeitpunkt aus den Crews Soyuz MS-24 (O. Kononenko, N. Chub, L. O’Hara) und SpaceX Crew-7 (J. Moghbeli, A. Mogensen, S. Furukawa, K. Borisov) bestand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anfang September 2024 bestand die Expedition 71 aus den Crews Soyuz MS-24 (O. Kononenko, N. Chub, T. Caldwell-Dyson), SpaceX Crew-8 (M. Dominick, M. Barratt, J. Epps, A. Grebyonkin) und der Boeing CFT-1 Crew (B. Wilmore, S, Williams). Die CFT-1 Crew gehörte ab dem 6. September 2024 offiziell zu Expedition 71. An diesem Tag dockte ihre Raumkapsel Boeing CST-100 Starliner unbemannt von der Internationalen Raumstation ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 11. September 2024 startete Soyuz MS-26 zur Internationalen Raumstation. An Bord waren die Raumfahrer Aleksei Ovchinin, Ivan Wagner und Donald Pettit. Diese lösten die Soyuz MS-24 Crew ab, welche mit dem Raumfahrzeug Soyuz MS-25 am 23. September 2024 zur Erde zurückkehrte. An Bord waren die Kosmonauten Oleg Kononenko, Nikolai Chub und Tracy Caldwell-Dyson. Das Abdocken von Soyuz MS-25 war gleichzeitig der Beginn der Expedition 72. Mit der Landung konnte Oleg Kononenko ein einmaliges Jubiläum feiern. Auf seinen fünf Langzeitexpeditionen verbrachte er 1110 Tage und 4 Stunden im Weltall. Dieser Weltrekord wird so schnell nicht eingeholt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sunita Williams und Barry Wilmore wurden am 29. September 2024 offiziell Crewmitglieder von SpaceX Crew-9, nachdem dieses Raumfahrzeug an der ISS angedockt hatte. Die Besatzung dieser Mission bestand ursprünglich aus Kommandant Zena M. Cardman, Pilot Tyler N. Hague und den Missionsspezialisten Stephanie D. Wilson und Aleksandr V. Gorbunov. Diese ursprüngliche Crew wurde später durch die Entscheidung des NASA-Chefastronauten Joe Acaba auf zwei Raumfahrer dezimiert. Letztendlich startete SpaceX Crew-9 mit dem Kommandanten Tyler N. Hague und dem Roscosmos Missionspezialisten Aleksandr V. Gorbunov. Die zwei leer bleibenden Sitze in der SpaceX-Raumkapsel werden durch Sunita Williams und Barry Wilmore belegt werden. Stephanie Wilson und Zena Cardman werden nun einer späteren Raumflugbesatzung zugeordnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>(Anmerkung der Redaktion: Nach einer Übergabe der Crew-Verantwortlichkeiten sollte die SpaceX Crew-8 am 8. Oktober 2024 im Golf von Mexiko landen. Schlechte Wetterbedingungen und der Durchzug des Hurrikan Milton führten dann zu einer mehr als 2-wöchigen Verzögerung, so dass die Landung von SpaceX Crew-8 erst am Freitag, den 25. Oktober 2024 stattfinden konnte.)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit besteht nach mehreren Crew-Wechseln die Besatzung von Expedition 72 nunmehr aus der ISS Kommandantin Sunita Williams und den Flugingenieuren Barry Wilmore, Aleksei Ovchinin, Ivan Wagner, Donald Pettit, Tyler Hague und Aleksandr Gorbunov.</p>



<p class="wp-block-paragraph">SpaceX Crew-10, bestehend aus den Crewmitgliedern Kommandantin Anne McClain, Pilotin Nichole Ayers, sowie den Missionsspezialisten Takuya Onishi und Kirill Peskov, bereiten sich auf ihren Start zur ISS vor. Dieser wird im Februar 2025 stattfinden. Für Kirill Peskov und Nichole Ayers wird es der erste Raumflug sein. Nichole Ayers ist damit gleichzeitig die erste Astronautin aus der NASA-Auswahlgruppe 23, die in den Weltraum startet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Frühjahr 2025 wird Axiom Space ihre vierte private Mission zur Internationalen Raumstation starten. Auf diesen Flug bereiten sich die frühere NASA-Astronautin Peggy Whitson, der Pilot Shubanshu Shukla (Indien) sowie die Missionsspezialisten Slawosz Uznanski (Polen) und Tibor Kapu (Ungarn) vor. Slawosz Uznanski gehört zu den ESA-Reserveastronauten, die im November 2022 von der ESA ausgewählt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Voraussichtlich im September 2025 soll dann der erste kommerzielle Starliner Flug zur ISS starten. Als Besatzung wurden ausgewählt: Kommandant Scott D. Tingle, Pilot Mike Fincke, der kanadische Missionsspezialist Joshua Kutryk. Der vierte Missionsspezialist ist möglicherweise der japanische Astronaut Kimiya Yui.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend gab es noch einzelne Fragen aus dem Auditorium. Die wichtigsten zwei Fragen sollen hier wiedergegeben werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frage von Cady Coleman (3 Flüge: STS-73; STS-93; Soyuz TMA-20 / ISS-26 / ISS-27): &#8222;Es gibt in der US-Regierung ein Programm, wonach ehemalige Regierungsbeamte bis zu 6 Monate an ihrem alten Arbeitsplatz aushelfen können. Im Hinblick auf die derzeitige stressige Situation im Astronautenbüro wäre das doch eine gute Sache. Macht die NASA so etwas?&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Antwort von Mike Fincke: &#8222;Möchtest Du zurückkommen? Wir nehmen Dich gerne zurück. Aber allen Ernstes. Das ist wirklich ein guter Vorschlag. Ich werde das mal im Astronautenbüro vorbringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als wir damals mit der Internationalen Raumstation anfingen, hatten wir auch viel zu tun. Was haben wir gemacht? Wir haben dann einfach die große Gruppe von 44 Raumfahrern eingestellt<em> (Anmerkung der Redaktion: NASA-Klasse 16, genannt „The Sardines“, ausgewählt am 1. Mai 1996).</em> Unsere technischen Einsätze in den Abteilungen dauerten sehr lange bevor wir dann zu unseren ersten Raumflügen nominiert wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also diesen exzellenten Vorschlag werde ich mitnehmen. So könnten wir unsere Astronauten im Astronautenbüro entlasten und könnten auch noch von den Erfahrungen partizipieren.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frage von Carl „Elvis“ Walz (4 Flüge: STS-51; STS-65; STS-79; STS-108 / ISS-04 / STS-111): &#8222;Wie sieht der momentane Status der Internationalen Raumstation aus? Ich habe gehört, das es ein Leck gibt und sehr viel Sauerstoff in den freien Weltraum austritt. Und was wird gerade unternommen, um die Situation zu lösen?&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Antwort von Mike Fincke: &#8222;Das ist tatsächlich gerade unser größtes Problem. Vor einigen Jahren haben wir im russischen Teil der Raumstation mehrere Risse in der Aluminiumhaut der Raumstation entdeckt. Sie befinden sich im Übergang vom Servicemodul zur hinteren Schleuse, an der Progress- und Soyuz-Raumschiffe andocken. Die Risse hat man immer wieder mit Flicken und einer Art Epoxydharz verschließen wollen. <em>(Anmerkung der Redaktion: Mike Fincke konnte nicht weiter auf die Art der Reparaturmethode eingehen, da es im russischen Teil der Raumstation und somit in russischer Verantwortung liegt.)</em> Leider ist die Leckrate von Sauerstoff mittlerweile so groß, dass wir die Luke zur Schleuse verschließen <em>(Anmerkung der Redaktion: Der Verlust an Sauerstoff hat im Frühjahr 2024 bei 3.7 lbs./day = 1.68 kg/Tag gelegen)</em>. Damit verhindern wir, dass Sauerstoff aus den anderen Modulen austreten kann. Deshalb können wir natürlich den hinteren Andockstutzen so nicht mehr nutzen. Die verbliebenen drei Andockstutzen werden dafür jetzt mehr durch russische Zubringerraumschiffe frequentiert. Zur Zeit wissen wir nicht, warum die Risse entstanden sind, daher konnten wir natürlich auch bisher keine dauerhafte Lösung erarbeiten. Nun, die Raumstation wird zwar erst 2030 aufgegeben und zum Absturz gebracht. Aber wir haben nun erst 2024 und es zeigen sich jetzt schon Abnutzungserscheinungen, die uns das Leben wirklich schwer machen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Update der NASA wurden die Kongressteilnehmer in die Kaffeepause entlassen. Hinterher ging Mike Fincke in einem separaten Vortrag auf das Starliner-Programm und die Zusammenarbeit zwischen NASA und Boeing ein. Dieses tat er so ausführlich, dass wir in einem separaten Artikel davon berichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>CSA</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der kanadische Astronaut David Saint-Jacques (Sojus MS-11 / ISS-58 / 59) gab danach ein Update zu den kanadischen Raumfahrtaktivitäten. Mehrere kanadische Raumfahrende werden in den nächsten Jahren an Raumflügen teilnehmen. Starliner 1 &#8211; Capcom Joshua Kutryk soll im August 2025 mit USCV 10 (CAN-4, dem vierten kanadischen Langzeitflug) zur Internationalen Raumstation starten. Momentan ist der Flug mit dem CST-100 / Starliner geplant. Jeremy Hansen und seine Back-up-Kollegin Jennifer Sidey-Gibbons trainieren zur Zeit für einen Flug mit Artemis II. Dieser Flug war für September 2025 geplant, wurde aber dann auf 2026 verschoben. Derzeit sind noch zwei weitere Raumflüge in einer ersten Planungsphase. Ein noch nicht benannter kanadischer Raumfahrer soll 2030 mit dem Flug USCV 20 (CAN-5) zur Raumstation fliegen. Eine weitere Fluggelegenheit ergibt sich vielleicht für das Jahr 2033, dann ergäbe sich möglicherweise eine Option für einen noch nicht näher bezeichneten Flug zur geplanten Mondorbitalstation Gateway.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch erinnerte David Saint-Jacques in seinem Vortrag an ein Flugjubiläum, welches sich am 5. Oktober 2024 zum 40. Mal jährte: Am 05. Oktober 1984 startete das Space Shuttle Challenger zur Mission STS-41G. Dieser Flug dauerte etwas mehr als acht Tage. An Bord war Marc Garneau, der als Nutzlastspezialist eingesetzt war. Dieser wurde damit der erste kanadische Staatsbürger, der in den Weltraum geflogen ist.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1664-Jubilaeum-CSA-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="40. Jahrestag des Starts von Marc Garneau als erstem Kanadier in den Weltraum Bild: Kirsten Müller" data-rl_caption="" title="40. Jahrestag des Starts von Marc Garneau als erstem Kanadier in den Weltraum Bild: Kirsten Müller" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="390" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1664-Jubilaeum-CSA-260-px.jpg" alt="40. Jahrestag des Starts von Marc Garneau als erstem Kanadier in den Weltraum Bild: Kirsten Müller" class="wp-image-146837" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1664-Jubilaeum-CSA-260-px.jpg 390w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1664-Jubilaeum-CSA-260-px-300x200.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1664-Jubilaeum-CSA-260-px-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 390px) 100vw, 390px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">40. Jahrestag des Starts von Marc Garneau als erstem Kanadier in den Weltraum <br>Bild: Kirsten Müller</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der ISS gibt es für Biowissenschaften drei kanadische Einrichtungen: den Bio-Monitor, den Mobil-O-Graphen und den Bio-Analyzer. Kanada betreibt dort Forschung auf elf Gebieten der Weltraummedizin. Auch wird Kanada die ISS bis 2030 unterstützen mit dem Betreiben des Canadarm2 / Dextre, das sind ewa 2,3 % der ISS-Zusammenarbeit. Canadarm2 wird mehr und mehr vom Boden aus gesteuert und im August 2024 fing er mit NG21 sein 50. frei fliegendes Objekt seit der Installation im Jahr 2009 ein. Für die Zeit nach dem Ende der ISS plant Kanada, sich ab 2029 mit Canadarm-3 an Gateway zu beteiligen. Dieser wird etwas kleiner sein als Canadarm2, wird für Einsätze ohne Crewbeteiligung unabhängiger operieren und soll Außenbordeinsätze unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Artemis-II wird Jeremy Hansen der erste Nicht-US-Bürger sein, der die Erdumlaufbahn verlassen und zum Mond fliegen wird. Kanada wird sich auch um 2033 herum an einem Mondfahrzeug beteiligen. Dieses wird man gebrauchen können für logistische Zwecke, für den Transport von Lasten und für Bauarbeiten. Außerdem wird an Programmen zur medizinischen Versorgung und zur Lebensmittelproduktion im tiefen Weltraum gearbeitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Ende der Präsentation wurde die folgende Frage gestellt: Da der Canadarm ja eine Kamera ersetzt habe, die vor 25 Jahren entworfen worden war: war dieses ein Gedanke von vor 25 Jahren oder von danach? Saint-Jacques antwortete, dass man erst vor relativ kurzer Zeit auf die Idee gekommen ist, dass der Canadarm manche Verrichtungen auch automatisch tun könne. Ursprünglich wurde größtenteils nur an Bedienung durch Menschen gedacht. Mittlerweile denkt man auch über Software für automatische Bedienung nach. Die zweite Frage galt den kanadischen Beiträgen im Bereich der medizinischen Versorgung der Raumfahrenden. Dieses Gebiet liegt Saint-Jacques als Mediziner besonders am Herzen. Man selektiere zuerst mal besonders gesunde Leute, jedoch müsse im Hinblick auf Langzeitmissionen die medizinische Versorgung verbessert werden. Ähnlich sei das in Kanada selbst in ländlichen Gegenden auch. Man müsse also darüber noch weiter forschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit diesem Vortrag wurde der technische Teil des zweiten Tages abgeschlossen. Nachmittags fand für die Teilnehmenden des Kongresses ein Rahmenprogramm in Amsterdam in Form eines Konzertes, eines Empfangs beim niederländischen König und eines Abendessens statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=20337.msg571959#msg571959" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">ASE-Kongresse</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>XXXV. ASE Planetary Congress Noordwijk – Das Starliner-Programm und die Zusammenarbeit zwischen NASA und Boeing</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/xxxv-ase-planetary-congress-noordwijk-das-starliner-programm-und-die-zusammenarbeit-zwischen-nasa-und-boeing/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Feb 2025 14:47:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Besatzungen]]></category>
		<category><![CDATA[Flüge zur ISS]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
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		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Starliner]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vom 29. September bis zum 6. Oktober 2024 fand unter dem Motto „Generation Space – Shaping the future together“ der XXXV. ASE Planetary Congress in den Niederlanden statt. In einem sehr ausführlichen Vortrag in der zweiten technischen Vortragsreihe ging Mike Fincke auf das Starliner-Programm und die Zusammenarbeit zwischen NASA und Boeing ein. Autoren: Ingo Muntenaar [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading"><br><br><br><strong>Vom 29. September bis zum 6. Oktober 2024 fand unter dem Motto „Generation Space – Shaping the future together“ der XXXV. ASE Planetary Congress in den Niederlanden statt. In einem sehr ausführlichen Vortrag in der zweiten technischen Vortragsreihe ging Mike Fincke auf das Starliner-Programm und die Zusammenarbeit zwischen NASA und Boeing ein.</strong></h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Autoren: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Kongressbesuch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Update zum Starliner wurde mit den Schlagzeilen aus Nachrichtenmagazinen eingeleitet. „Stuck in Space“ mit den Konterfeis von Sunita Williams und Barry Wilmore oder die Umbenennung von Starliner in „Stuckliner“ waren nur einige der Überschriften, die eingeblendet wurden. Allerdings haben Videos, die während des Kongresses eingeblendet wurden, gezeigt, dass Sunita Williams und Barry Wilmore nicht im Weltraum gestrandet sind.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1638-Schlagzeilen-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Mike Fincke zeigt Schlagzeilen zu Starliner Bild: Kirsten Müller" data-rl_caption="" title="Mike Fincke zeigt Schlagzeilen zu Starliner Bild: Kirsten Müller" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="390" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1638-Schlagzeilen-260-px.jpg" alt="Mike Fincke zeigt Schlagzeilen zu Starliner Bild: Kirsten Müller" class="wp-image-146854" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1638-Schlagzeilen-260-px.jpg 390w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1638-Schlagzeilen-260-px-300x200.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1638-Schlagzeilen-260-px-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 390px) 100vw, 390px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Mike Fincke zeigt Schlagzeilen zu Starliner 
Bild: Kirsten Müller</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Mike Fincke hat es die NASA gleichzeitig mit drei verschiedenen, brandneuen Raumkapseln zu tun, SpaceX Crew Dragon, Boeing CST-100 Starliner und Orion, wobei schon die Handhabung mit einem einzigen Raumfahrzeug eine Herausforderung bedeutet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend gibt Mike Fincke einen Überblick über das kommerzielle, bemannte Raumfahrtprogramm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor 10 Jahren, 2014, kurz nach dem XXVII ASE Planetary Congress in China wurden weitreichende Entscheidungen für das Commercial Crew Programm angekündigt. Dabei ist man davon ausgegangen, dass der Wettbewerb zwischen drei Teilnehmern (Boeing, SpaceX, Sierra Nevada) entschieden würde, und man sich auf einen Lieferanten für das zukünftige Raumfahrzeug einigen würde. Aber entgegen dieser Annahme wurden zwei Unternehmen für das zukünftige bemannte Weltraumprogramm ausgewählt. Nur Sierra Nevada (mittlerweile Sierra Space) ist aus diesem Wettbewerb ausgeschieden. Mittlerweile hat Sierra Space sein unbemanntes Raumtransportsystem Dream Chaser vorgestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vereinigten Staaten wollten das Wachstum eines kommerziellen Raumfahrtsektors im erdnahen Weltraum fördern und erleichtern. Dabei sollten die USA eine Führungsrolle bei der Schaffung neuer Märkte einnehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Raumfahrtbehörde NASA sollte von einem Teil der technischen Arbeit entlastet werden. Diese sollte von kommerziellen Partnern übernommen werden. Drei Schlüsselthemen, die einige der Veränderungen unterstreichen, hat die NASA im Hinblick auf den kommerziellen Raumfahrtsektor bereits in Angriff genommen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die Rolle des Privatsektors als Partner und nicht als Auftragnehmer. Als Beispiel nannte Mike Fincke das Space Shuttle. Dieses Raumtransportsystem gehörte den Vereinigten Staaten. Beim SpaceX-System ist das nicht mehr der Fall. Die Dragon-Kapseln sind im Besitz von SpaceX. Der Starliner gehört Boeing.</li>



<li>Die NASA kauft Dienstleistungen von diesen Raumfahrtfirmen und nicht mehr die Hardware.</li>



<li>Private Firmen können ihren Einfallsreichtum schneller in Innovationen umsetzen.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Die Anforderungen, die die NASA für das kommerzielle Crew-Programm an die industriellen Partner gestellt hatte, sahen folgende Randbedingungen vor:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Lieferung und Rückkehr von vier Besatzungsmitgliedern und ihrer Ausrüstung zur Internationalen Raumstation</li>



<li>Sicherstellung der Rückkehr der Besatzung im Falle eines Notfalls</li>



<li>Im Falle eines Notfalls als 24-stündiger sicherer Hafen dienen</li>



<li>210 Tage lang an die Internationale Raumstation angedockt bleiben können</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dem kommerziellen Crew-Programm wurden zwei Partner ausgewählt, Boeing und SpaceX. Boeing war der NASA bereits als vertrauensvoller Lieferant bekannt, da sie maßgeblich am Bau der Internationalen Raumstation beteiligt waren. SpaceX war die große Unbekannte. Sie bekamen gewissermaßen eine „Wildcard“. Die NASA wusste nicht was mit diesem Vertragspartner auf sie zukam. SpaceX hätte mit seinem Lösungsansatz sehr erfolgreich oder auch komplett erfolglos sein können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">SpaceX war mit seiner Crew Dragon, die mit der Falcon 9 Rakete gestartet wurde, bisher sehr erfolgreich. Folgende Missionen sind erfolgreich durchgeführt worden:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>SpX DM-1: 2. März 2019 – 8. März 2019 (keine Besatzung) </li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>SpX DM-2: 30. Mai 2020 – 1. August 2020 (Hurley, Behnken)</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>SpaceX Crew-1: 16. November 2020 – 2. Mai 2021 (Hopkins, Glover, Noguchi, Walker) </li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>SpaceX Crew-2: 23. April 2021 – 9. November 2021 (Kimbrough, McArthur, Hoshide, Pesquet)</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>SpaceX Crew-3: 11. November 2021 – 6. Mai 2022 (Chari, Marshburn, Maurer, Barron)</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>SpaceX Crew-4: 27. April 2022 – 14. Oktober 2022 (Lindgren, Hines, Cristoforetti, Watkins)</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><em>(Anmerkung der Redaktion: Über die weiteren Flüge hatte Mike Fincke bereits in seinem ersten Teil berichtet)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Beginn der operationellen Flüge hat SpaceX sein Vertragsvolumen sogar übererfüllt. War SpaceX anfangs davon ausgegangen, dass sie einen Crew Dragon-Flug pro Jahr zur Internationalen Raumstation durchführen mussten, so belief sich diese Anzahl nunmehr auf zwei Flüge. Der eine Flug pro Jahr, den Boeing vertragsgemäß mit dem CST-100 / Starliner absolvieren sollte, konnte nicht erfüllt werden. SpaceX hat diese Lücke im Flugplan gefüllt und weitere Ressourcen dafür aufgebaut. Allerdings würde SpaceX gerne Erfolge beim Boeing-Team sehen. Die hohe Arbeitsbelastung macht der SpaceX-Belegschaft zu schaffen. Sie würden gerne turnusmäßig auf einen Crew Dragon-Flug pro Jahr zurückkehren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Boeing sieht die Situation allerdings etwas anders aus. Die Raumkapsel CST-100 / Starliner wird durch die Trägerrakete ULA / Atlas V N22 in den Weltraum gebracht. Da von der Atlas V allerdings nur noch 6 oder 7 flugbereite Raketen vorhanden sind, soll die Atlas V durch die ULA / Vulcan ersetzt werden.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1646-erste-geplante-CFT1-Crew-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Geplante CFT-1-Besatzung: Christopher Ferguson und Nicole Mann mit Ersatzmann Mike Fincke Bild: NASA" data-rl_caption="" title="Geplante CFT-1-Besatzung: Christopher Ferguson und Nicole Mann mit Ersatzmann Mike Fincke Bild: NASA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="390" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1646-erste-geplante-CFT1-Crew-260-px.jpg" alt="Geplante CFT-1-Besatzung: Christopher Ferguson und Nicole Mann mit Ersatzmann Mike Fincke Bild: NASA" class="wp-image-146856" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1646-erste-geplante-CFT1-Crew-260-px.jpg 390w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1646-erste-geplante-CFT1-Crew-260-px-300x200.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1646-erste-geplante-CFT1-Crew-260-px-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 390px) 100vw, 390px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Geplante CFT-1-Besatzung: Christopher Ferguson und Nicole Mann mit Ersatzmann Mike Fincke 
Bild: NASA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Zeitplan für die Flugtests sah einen unbemannten OFT (Orbital Flight Test) vor. Dieser fand vom 19. bis zum 22. Dezember 2019 statt. Dieser Flug sollte an die Internationale Raumstation andocken, allerdings wurde dieser Versuch abgebrochen. Ein weiterer unbemannter Flug mit der Bezeichnung OFT-2 fand vom 19. bis zum 21. Mai 2022 statt. Dieses Mal war die Kopplung mit der Internationalen Raumstation erfolgreich. 2021 sollte dann der erste bemannte Testflug (CFT – Crewed Flight Test) zur ISS stattfinden. Als Crew für diesen Testflug wurden Christopher Ferguson, Nicole Mann und Eric Boe benannt <em>(Anmerkung der Redaktion: Letzterer wurde aus gesundheitlichen Gründen durch Mike Fincke ersetzt)</em>. Der Testflug zur Internationalen Raumstation sollte eine Flugdauer von sechs Monaten haben. Nach diesem Flug war ab Mitte 2022 der Beginn der operationellen Phase (CTS-1 – Crew Transportation System) mit einer vierköpfigen Besatzung geplant. Als Crewmitglieder wurden unter anderem Josh Cassada, Sunita Williams und Jeanette Epps genannt <em>(Anmerkung der Redaktion: Suni Williams befindet sich zur Zeit auf der ISS; Jeanette Epps ist mit SpaceX Crew-8 zur Raumstation geflogen)</em>. Für den CFT wurden die Besatzungen weiter durchgetauscht und letztendlich fiel die Wahl auf Sunita Williams und Barry Wilmore mit dem Ersatz-Crewmitglied Mike Fincke. Mike Fincke ist dann als Pilot für die CTS-1 Mission benannt worden. Als weitere Besatzungsmitglieder für diesen Flug sind Scott Tingle als Kommandant, sowie der kanadische Astronaut Joshua Kutryk und der japanische Astronaut Kimiya Yui als Missionsspezialisten nominiert.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1637-CTS-1-Crew-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Geplante CTS-Besatzung: Scott Tingle, Mike Fincke, Joshua Kutryk Bild: NASA" data-rl_caption="" title="Geplante CTS-Besatzung: Scott Tingle, Mike Fincke, Joshua Kutryk Bild: NASA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="390" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1637-CTS-1-Crew-260-px.jpg" alt="Geplante CTS-Besatzung: Scott Tingle, Mike Fincke, Joshua Kutryk Bild: NASA" class="wp-image-146852" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1637-CTS-1-Crew-260-px.jpg 390w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1637-CTS-1-Crew-260-px-300x200.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1637-CTS-1-Crew-260-px-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 390px) 100vw, 390px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Geplante CTS-Besatzung: Scott Tingle, Mike Fincke, Joshua Kutryk Bild: NASA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erster Testflug OFT-1</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 20. Dezember 2019 um 11:36 Uhr GMT startete die Atlas-V mit ihrer Nutzlast zum Testflug OFT-1. Das Hauptproblem trat beim Einschuss in die Erdumlaufbahn auf. Die Raumkapsel hatte eine falsche Zeiteinstellung der Missionsuhr von der Atlas V-Borduhr übernommen. Der Fehler resultierte aus einer falschen Zuweisung des Softwarecodes, was wiederum zu einem Fehler beim Einschuss in die Erdumlaufbahn (Orbital Insertion Burn) führte. Ein weiteres Softwareproblem hätte zum Totalverlust der Flughardware führen können. Das Servicemodul hätte beim Wiedereintritt mit dem Besatzungsmodul kollidieren können, wenn nicht mitten in der Mission Software-Updates übertragen worden wären. Die Landung erfolgte am 22. Dezember 2019, 12:58 Uhr GMT am vorgesehenen Landeplatz White Sands Missile Range, New Mexico.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Fehleranalyse des Fluges OFT-1 forderte die NASA den Hersteller Boeing auf, 80 Softwarekorrekturen vorzunehmen, wobei der Schwerpunkt auf End-to-End-Tests und Codeüberprüfung lag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war für die NASA der erste Hinweis, dass Boeing keine integrierten End-to-End Tests durchgeführt hatte. Dabei wird überprüft, ob jede Komponente innerhalb des gesamten Systems in realen Szenarien korrekt funktioniert, um sicherzustellen, dass sich die Software / Hardware aus Sicht des Benutzers wie vorgesehen verhält. Da Boeing als Lieferant von Hardware für die Raumstation solche Tests wohl durchgeführt hatte, war die NASA davon ausgegangen, dass Boeing das nun wiederum getan habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit den entsprechenden Korrekturen hätte im August 2021 der OFT-2 Testflug stattfinden sollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erster Startversuch OFT-2 am 4. August 2021</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im August 2021 stand die Atlas V mit der Nutzlast OFT-2 bereits auf der Startrampe als 2 Tage vor dem Start heftige Regenschauer über Florida hereinbrachen. Am Starttag wurden noch etliche Pre-Flight Checks an den Treibstoffventilen der Triebwerke vorgenommen. Die Ventile haben bei diesen Kontrollen nicht angesprochen. Es stellte sich heraus, dass Feuchtigkeit in die Treibstoffventile des Antriebssystems eingetreten waren. Die hypergolen Treibstoffe (Stickstofftetroxid – N<sub>2</sub>O<sub>4</sub> und Monomethylhydrazin – N<sub>2</sub>H<sub>3</sub>(CH<sub>3</sub>) ) haben in Verbindung mit Wasser zu Korrosion in den Ventilen geführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ingenieure konstruierten die Ventile neu, um die Abdichtung zu verbessern und somit zukünftig Feuchtigkeitsschäden auszuschließen. Anhand neuer Testprotokolle konnten die Ventile zertifiziert werden. Dies führte zu weiteren Startverzögerungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zweiter Startversuch OFT-2 am 19. Mai 2022</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 19. Mai 2022 um 22:54 Uhr GMT startete die Atlas-V Rakete. Der Flug der Atlas-V verlief reibungslos und OFT-2 konnte planmäßig in der Erdumlaufbahn abgetrennt werden. Beim Zünden der OMACS-Triebwerke (Orbital Maneuvering) des CST-100 wurde ein Paket mit zwei Orbitaltriebwerken vom bordseitigen Flugkontrollsystem des OFT-2 Servicemoduls abgeschaltet. Mit den zehn verbliebenen Orbitaltriebwerken und den kleineren Lageregelungstriebwerken konnte der Flug fortgesetzt werden und die weiteren Bahnmanöver konnten problemlos durchgeführt werden. CST-100 dockte am 21. Mai 2022 an die ISS an. Die Starliner-Luke wurde am gleichen Tag um 16:04 Uhr GMT geöffnet. Nach 4 Tagen und 18 Stunden gemeinsamen Flug wurde CST-100 / Starliner von der Raumstation abgekoppelt und trat einige Stunden später in die Erdatmosphäre ein. Die Landung erfolgte am 25. Mai um 22:49 Uhr GMT am vorgesehenen Landeplatz White Sands Missile Range, New Mexico. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach diesem erfolgreichen Testflug ging man nunmehr davon aus, dass der bemannte Starliner Flug CFT-1 stattfinden könnte. Mit OFT-2 hatte Boeing die Einsatzbereitschaft bewiesen und die NASA ging nun davon aus, dass es in Kürze zu einem halbjährigen Wechsel des Zubringerraumschiffes für die Besatzungen zwischen SpaceX und Boeing kommen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weg zum CFT (Crew Flight Test):</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Testflug im Juni 2023 war nicht mehr zu halten. Bei der Endkontrolle im Frühjahr 2023 wurden erneut Probleme aufgedeckt. Elektrische Leitungen waren mit brennbarem Klebeband umwickelt. An den Stellen, an denen das Klebeband nicht entfernt werden konnte, wurde das Klebeband mit einer nichtbrennbaren Schutzschicht versehen. Diese Arbeiten waren bis zum Herbst 2023 abgeschlossen. Allerdings wurden im Frühjahr auch Probleme mit den Fallschirmgurten registriert. Einige Fallschirmschlingen entsprachen nicht den aktuellsten Sicherheitsstandards und das Fallschirmsystem war damit nicht ordnungsgemäß getestet worden. Ein überarbeitetes Fallschirmsystem wurde angefertigt und musste dann für eine Flugzertifizierung getestet werden. Der Abwurftest mit einem überarbeitetem Fallschirmsystem fand erfolgreich in Yuma im Bundesstaat Arizona statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl das Ende des Raumstationsprogramms, welches für 2030 terminiert ist, immer näher rückt, will die Raumfahrtbehörde NASA immer noch zwei konkurrierende bemannte Fahrzeuge als Zubringerraumschiffe für die Internationale Raumstation haben. Ziel ist es, jedes Jahr einen bemannten Flug mit Boeing und SpaceX durchzuführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Starttermin CFT-1:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Start für den bemannten Testflug CFT-1 war für den 6. Mai 2024 terminiert. Frühere Termine waren durch den Zubringerverkehr bemannter und unbemannter Raumschiffe nicht möglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 25. April 2024 flogen die beiden designierten Crewmitglieder Barry E. Wilmore und Sunita L. Williams von der Ellington Air Base, Houston mit ihren T-38 nach Florida, um sich dort umgehend in die Quarantäne zu begeben.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1649-CFT-Crewmitglieder-Sunita-Williams-und-Butch-Wilmore-mit-Ersatzmann-Fincke-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="CFT Crewmitglieder Sunita Williams und Butch Wilmore mit Ersatzmann Mike Fincke Bild: Boeing / NASA" data-rl_caption="" title="CFT Crewmitglieder Sunita Williams und Butch Wilmore mit Ersatzmann Mike Fincke Bild: Boeing / NASA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="390" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1649-CFT-Crewmitglieder-Sunita-Williams-und-Butch-Wilmore-mit-Ersatzmann-Fincke-260-px.jpg" alt="CFT Crewmitglieder Sunita Williams und Butch Wilmore mit Ersatzmann Mike Fincke Bild: Boeing / NASA" class="wp-image-146858" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1649-CFT-Crewmitglieder-Sunita-Williams-und-Butch-Wilmore-mit-Ersatzmann-Fincke-260-px.jpg 390w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1649-CFT-Crewmitglieder-Sunita-Williams-und-Butch-Wilmore-mit-Ersatzmann-Fincke-260-px-300x200.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1649-CFT-Crewmitglieder-Sunita-Williams-und-Butch-Wilmore-mit-Ersatzmann-Fincke-260-px-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 390px) 100vw, 390px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">CFT Crewmitglieder Sunita Williams und Butch Wilmore mit Ersatzmann Mike Fincke
Bild: Boeing / NASA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Am 6. Mai 2024 saßen Butch Wilmore und Suni Williams bereits angeschnallt in ihren Konturensitzen und warteten auf das Zünden der Haupttriebwerke. Zwei Minuten vor dem Start wurde dieser Versuch allerdings abgebrochen. Diesmal lag es nicht am CST-100 / Starliner, sondern die sonst als sehr zuverlässig geltende Atlas-V hatte ein Problem in der Centaur-Oberstufe. Ein Überdruckventil am Sauerstofftank war defekt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Austausch des defekten Überdruckventils wurde ein erneuter Startversuch am 1. Juni 2024 unternommen. Dieses Mal sorgte ein Software-Fehler im Computer des Startsequenzers zum Stoppen des Countdowns. Außerdem wurde ein Heliumleck in einem der 28 Lageregelungstriebwerke im Starliner detektiert. Dieses Leck war aber nicht ausschlaggebend für den Startabbruch. Nach etlichen Meetings wurde auf eine Reparatur des Lageregelungstriebwerks verzichtet. Die Ausgasungsrate war zu gering und hätte den Flug nicht gefährdet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 5. Juni 2024 um 14:52:15 Uhr GMT erhob sich Atlas-V mit seiner Nutzlast von der Startrampe SLC-41 zum ersten bemannten Flug. Beim Anflug auf die Raumstation wurden die ersten Ausfälle von Lageregelungstriebwerken bemerkt, aber dadurch, dass genügend redundante Systeme vorhanden waren, wurden die Annäherungsmanöver an die Raumstation fortgeführt. Am 6. Juni 2024 um 17:34 Uhr GMT erfolgte das Andocken, und nach den obligatorischen Leckchecks zwischen Starliner und dem Andockmodul wurden die Luken zwischen Starliner und der ISS geöffnet. Die Leckrate und der Ausfall einiger Lageregelungstriebwerke wurden im Missionskontrollzentrum massiv diskutiert. Gleichzeitig wurden beim Hersteller Bodentests von baugleichen Triebwerken durchgeführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Butch Wilmore und Suni Williams wurden währenddessen voll in die Bordaktivitäten der Expedition 71 integriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die NASA entschloss sich dazu, den Rückflug vom Starliner ohne Besatzung durchzuführen. Auf dem Rückweg zur Erde sollten weitere Triebwerktests durchgeführt werden um eine bessere Datenlage zu gewinnen, ohne die vorherigen Besatzungsmitglieder in Gefahr zu bringen. Barry „Butch“ Wilmore und Sunita „Suni“ Williams blieben an Bord der Raumstation zurück. Sunita Williams hält nun das Kommando für Expedition 72.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Abdocken von Starliner erfolgte am 6. September 2024 um 22:04 Uhr GMT. Die Bremstriebwerke vom Starliner wurden um 03:17 Uhr GMT gezündet. Planmäßig wurde das Servicemodul abgetrennt. Der weitere Abstieg in der Atmosphäre wurde durch die Fallschirme abgebremst und die Landung von Starliner erfolgte, abgebremst durch die Airbags, am 7. September 2024 um 04:01 Uhr GMT auf dem Testgelände der White Sands Missile Range in New Mexico.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Rückweg von der ISS zur Erde wurden keine weiteren Probleme mit den Lageregelungstriebwerken registriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fehleranalyse der Lageregelungstriebwerke</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den In-orbit Operationen wurden die Lageregelungstriebwerke mit kleinen Schubstößen gefeuert. Dabei überhitzte sich nicht nur dieses Triebwerk, sondern auch die anderen Lageregelungstriebwerke, die unter der Gehäuseabdeckung zusammengefasst waren. Die Wärme konnte nicht schnell genug abgeführt werden. Lange Triebwerkstöße führen dazu, dass der unterkühlte Treibstoff, der durch die Zuleitungen zugeführt wird, ebenfalls einen Kühleffekt auf die weiteren Triebwerkpakete in dem entsprechenden Gehäuse haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Falsche Annahmen beim Erstellen des thermischen Modells führten zu diesem gravierenden Konstruktionsfehler. Die Vielzahl der Triebwerkszündungen beim Anflug auf die Raumstation dienen natürlich bei einem Testflug der Überprüfung, ob die theoretischen Annahmen der Flugsteuerung mit den realen Flugbewegungen übereinstimmen. In diesem Fall führten diese Triebwerkpulse jedoch zu einer thermischen Belastung und zu einer Ausdehnung der Ventile. Teflondichtungen in den Ventilen dehnten sich in der Hochtemperaturumgebung aus, wodurch der Oxidationsmittelfluss eingeschränkt wurde. Dieses wiederum führte zur Verringerung der Effizienz der Triebwerke.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Hinflug des Starliner hat eins von 28 Triebwerken gar nicht funktioniert, und mehrere dieser Triebwerke haben nur eingeschränkt gearbeitet. Während der Dockingphase an die Raumstation gab es immer wieder technische Meetings, in denen die Leistungen der Triebwerke erörtert wurden. Auch stellte sich die Frage, ob sich nach dem Ablegen des Starliner von der Raumstation die Situation mit den Triebwerken noch verschlechtern würde. Weitere Triebwerktests an Testständen haben zu einem tiefergehenden Verständnis über die Triebwerkprobleme geführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abschließende Diskussionen führten dazu, dass die Triebwerksprobleme Auswirkungen auf die weiteren Zubringerflüge mit CST-100 / Starliner zur Internationalen Raumstation haben werden. So werden operationelle Flüge erst nach Behebung der Designfehler beginnen. Für Barry Wilmore und Sunita Williams bedeuteten die fehlerhaften Lageregelungstriebwerke einen Verbleib auf der Raumstation und die Rückkehr mit einer Crew Dragon zu einem späteren Zeitpunkt im März 2025 <em>(Anmerkung der Redaktion: Bei der Präsentation wurde noch der Februar 2025 als Rückkehrtermin mit Crew Dragon genannt)</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Flugplanung bedeutete das, dass Zena Cardman und Stephanie Wilson nicht Teil der Besatzung von SpaceX Crew-9 sein würden. Diese beiden Sitze werden beim Abkoppeln von der Raumstation durch Barry Wilmore und Sunita Wilson belegt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Boeing bedeutet der Testflug vom Starliner nur ein Teilerfolg. Für eine zukünftige Einsatzbereitschaft vom Starliner muss Boeing weitere Thermal- und Funktionstests an den Lageregelungstriebwerken absolvieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die weiteren Fragen, die sich nach dem Testflug stellen sind folgende:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ist Starliner nach diesem ersten Testflug voll einsatzbereit? Möglicherweise nicht mit den Daten, die man aus diesem Flug gewonnen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Welche Tests fehlen noch? Mit welchen thermischen Modellen will man zukünftig arbeiten?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie werden zukünftig die Lageregelungstriebwerke benutzt werden dürfen, ohne dass man die Triebwerke überhitzt?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wird CST-100 / Starliner überhaupt die Einsatzreife erhalten, um die halbjährlichen Rotationsphasen gemeinsam mit der Crew Dragon zu schaffen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was kann man aus den Fehlern lernen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Integrierte Tests: </strong>Zukünftige Raumfahrzeuge sollten integrierten Systemtests über einen kompletten Missionszyklus vom Start bis zur Landung unterzogen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dadurch kann man die Fehler vom Starliner OFT-1 – Flug vermeiden. Im Gegensatz zu SpaceX hat Boeing eben die Hardware nicht gut genug getestet. Boeing kauft Hardware von unterschiedlichen Lieferanten. Diese Hardware hat ein Readiness Review durchlaufen. Die Funktionalität eines Bauteils muss der Lieferant gegenüber seinem Kunden nachweisen. Damit ist das Bauteil zertifiziert. Nach dem Zusammenbau der einzelnen Komponenten bei Boeing hat es keinen integrierten Test der Baugruppe mehr gegeben, da jedes einzelne Bauteil seine Zertifizierung durch die Tests beim Kunden ja erhalten hat. Daher musste nach der Logik von Boeing auch die Baugruppe funktionieren, denn jedes einzelne Bauteil wurde durch Tests abgenommen. Wenn z.B. ein integrierter Test der Lageregelungsdüsen inklusive Gehäuse stattgefunden hätte, wären die Thermalprobleme während des Fluges in diesen Baugruppen niemals aufgetreten bzw. wären vorher aufgefallen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Überprüfung der Software: </strong>Umfassende Software-Audits, einschließlich End-to-End-Simulationen, müssen Standard sein, um Software-Probleme wie bei OFT-1 zu vermeiden, die beinahe zu einem katastrophalen Ausfall geführt hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Simulation der Software innerhalb einem integrierten Systemtest hat nicht stattgefunden. Um die Probleme anschließend zu beseitigen, wurden vier Jahre und zwei unbemannte OFT’s (Orbital Flight Test) benötigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Antrieb und Ventilkonstruktion: </strong>Eine ordnungsgemäße Isolierung und Feuchtigkeitskontrolle in Antriebssystemen sollte Vorrang haben, um Korrosionsprobleme bei Ventilen zu vermeiden, wie sie bei OFT-2 auftraten und zu Verzögerungen führten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Zusammenführen und Verbrennen von hypergolen Treibstoffen in den Lageregelungstriebwerken bereitet sehr große Probleme. Man hatte gehofft, dass man genug Wissen dafür aus den Lageregelungstriebwerken aus dem Space Shuttle Programm gewonnen hätte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wärmemanagement: </strong>Eine fortschrittliche Echtzeit-Wärmeüberwachung und verbesserte Methoden zur Wärmeableitung sind entscheidend, um Überhitzungsprobleme zu vermeiden, die zu Fehlfunktionen der Starliner-Triebwerke führten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entscheidungsfindung, ob Sunita Williams und Barry Wilmore den Rückflug im Starliner antreten sollen, hat beinahe 4 Wochen gedauert. Es gab keine genauen Wärmemodelle für die Lageregelungstriebwerke während der Wiedereintrittsphase der Boeing Raumkapsel. Wenn man eine bessere Sensorik und frühzeitig bessere Tests vor dem Raumflug gemacht hätte, hätte es Thermalmodelle gegeben, die die Situation im Weltraum besser eingeschätzt hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss an die Präsentation wurden viele Fragen aus dem Auditorium gestellt. Von diesen bezogen sich etliche auf die Flughardware, die Mike Fincke nicht ausreichend beantworten konnte, weil noch weitere Tests, beispielslweise der Lageregelungstriebwerke, ausstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Frage von Reinhold Ewald (Soyuz TM 25 / Soyuz TM-24) bezog sich auf die Besatzungsstärke der Internationalen Raumstation und die Anzahl der Sitze für die Rückkehrkapsel. Er wunderte sich, warum diese Ausgeglichenheit im Herbst 2024 nicht mehr eingehalten wurde. Starliner ist zur Erde zurückgekehrt, ohne dass es ausreichend Sitze in den Rückkehrkapseln gab. Ewald stellte die Frage, ob es eine Risikobewertung gab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Starliner an die Internationale Raumstation andockte, waren die Probleme mit den Lageregelungstriebwerken noch nicht so groß. Diese Problematik verstärkte sich erst nach dem Andocken. Zu diesem Zeitpunkt gab es auch ausreichend Sitze in den Rückkehrkapseln. <em>(Anmerkung der Redaktion: Anzahl der Sitze in den angedockten Raumfahrzeugen: 2 Plätze im Boeing Starliner für Sunita Williams und Barry Wilmore; 4 Plätze auf SpaceX Crew-8 für Matthew Dominick, Michael Barratt, Jeanette Epps und Aleksandr Grebyonkin; 3 Plätze auf Soyuz MS-25 für Oleg Kononenko, Nikolai Chub und Tracy Caldwell Dyson)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem Starliner am 6. September 2024 abgelegt hatte, hätte es bei einer Evakuierung der Raumstation keine Rückflugmöglichkeit für Williams und Wilmore mehr gegeben. Sie wären buchstäblich auf der „sinkenden Titanic“ verblieben, da es kein Rettungsboot mehr gab. Für diesen Fall gab es eine Absprache zwischen NASA und SpaceX. „Seatliner“ für Williams und Wilmore wurden in dem Bodenbereich des SpaceX-Raumfahrzeugs so integriert, dass beide Raumfahrer so sicher und verletzungsfrei wie möglich mit der vierköpfigen Stammbesatzung von Crew-8 zur Erde hätten zurückkehren können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Zeitraum zwischen dem Abkoppeln von Starliner und dem Andocken von SpaceX Crew-9 am 29. September 2024 gab es dann tatsächlich ein höheres Risiko für den Fall einer Evakuierung und einem Abdocken der Raumfahrzeuge.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=20337.msg572180#msg572180" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">ASE-Kongresse</a></li>
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		<item>
		<title>XXXV ASE Planetary Congress Noordwijk – Niederländische Beiträge zur Raumfahrt</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/xxxv-ase-planetary-congress-noordwijk-niederlaendische-beitraege-zur-raumfahrt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Feb 2025 18:21:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Flüge zur ISS]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
		<category><![CDATA[Module]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vom 29. September bis zum 6. Oktober 2024 fand unter dem Motto „Generation Space – Shaping the future together“ der XXXV. ASE Planetary Congress in den Niederlanden statt. In der ersten technischen Vortragsreihe wurden niederländische Beiträge zur astronautischen Raumfahrt vorgestellt. Autor: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Kongressbesuch. Die erste Reihe fachlicher Vorträge im ESA-Technologiezentrum [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading"><strong>Vom 29. September bis zum 6. Oktober 2024 fand unter dem Motto „Generation Space – Shaping the future together“ der XXXV. ASE Planetary Congress in den Niederlanden statt. In der ersten technischen Vortragsreihe wurden niederländische Beiträge zur astronautischen Raumfahrt vorgestellt.</strong></h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Autor: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Kongressbesuch.</p>



<p class="has-text-align-left wp-block-paragraph">Die erste Reihe fachlicher Vorträge im ESA-Technologiezentrum ESTEC am Montag, dem 30. September 2024 nachmittags befasste sich mit verschiedenen niederländischen Beiträgen zur astronautischen Raumfahrt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Europäischer Roboterarm (ERA)</strong></p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/ERA_on_the_Space_Station_article-Quelle-ESA.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Position von ERA an der Internationalen Raumstation ISS Bild: ESA" data-rl_caption="" title="Position von ERA an der Internationalen Raumstation ISS Bild: ESA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/ERA_on_the_Space_Station_article-Quelle-ESA-260-px.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Position von ERA an der Internationalen Raumstation ISS<br>Bild: ESA</figcaption></figure>



<p class="has-text-align-left wp-block-paragraph">Philippe Schoonejans (ESA) berichtete über den europäischen Roboterarm ERA, dessen Entwicklung bis ins Jahr 1986 zurückreicht. Zuerst als niederländisches Programm mit dem Namen Hermes Robot Arm / HERA konzipiert, wurde es später ein ESA-Programm für die ISS und umbenannt in ERA. 1995 wurde die Zusammenarbeit mit Fokker Space (später Airbus NL) vertraglich vereinbart. Zwischen 1995 und 2004 war man sich nicht einig, ob man den Arm mit einer Proton-Rakete oder einem Shuttle in den Weltraum bringen würde. Damals sollte er an das ISS-Modul SSP angehängt werden, diese Pläne sind jedoch gestrichen worden. 2005 entschied man sich dann dafür, den ERA an das Nauka-Multipurpose Laboratory Module (MPLM) der ISS anzuhängen. Dazu wurde ERA 2008 nach Russland gebracht. Der Start des MPLM verzögerte sich zwischen 2008 und 2021 immer wieder, zuerst wegen Geldmangel, dann wegen Metallstaub in den MLM-Brennstofftanks, vertraglichen Uneinigkeiten in Russland zwischen Energia und Khrunichev und Covid-19. Die Zeit konnte genutzt werden für einige bauliche Verbesserungen und Software-Updates. 2021 gelangte der Arm endlich in den Weltraum, und seit 2023 ist er operationell. Seitdem wurde er unter anderem am 19. April 2023 beim Umsetzen des Nauka-Wärmetauschers und am 4. Mai 2023 beim Umsetzen der Nauka-Luftschleuse vom MRM1 Rassvett-Modul an das Nauka/MLM eingesetzt. Selbstverständlich wurde auch erwähnt, welche Raumfahrenden in der Entwicklung von ERA mitgewirkt haben und welche davon bei diesem Kongress anwesend sind. Lehren, die man aus ERA für zukünftige Raumfahrtprojekte ziehen kann, sind unter anderem, dass Operationen länger dauern können als erwartet und dass alle robotischen Arbeiten, die ohne Außenbordeinsatz möglich sind, vor einem Außenbordeinsatz ausgeführt sein sollten. Auch sind für die Software des Bodensegmentes konstante Updates nötig wegen Cybersecurity-Maßnahmen und Alterung der Hardware. Während der Covid-19-Pandemie lernte man außerdem, dass es möglich ist, Raumfahrtprojekte am Laufen zu halten, auch wenn die Teams nicht alle im gleichen Kontrollraum sitzen, sondern geographisch getrennt sind und online zusammenarbeiten. Während dem Aufbau und dem Betrieb ist die Anwesenheit von Menschen für mögliche Außenbordeinsätze ein Vorteil &#8211; was für den Einsatz auf dem Mars momentan eher nachteilig ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Solarpaneele aus Leiden</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für das Orion European Serice Module (ESM) des Artemis-Programms hat das Airbus-Team in Leiden die Solarsegel entwickelt und gebaut. Hierzu berichtete Rob van Hassel, Produktmanager Solarsegel bei Airbus. Airbus Leiden hatte auch schon die Solarsegel zum Europa Clipper beigesteuert, der im Oktober 2024 gestartet werden und 2030 den Planeten Jupiter erreichen soll. Ebenfalls sind die Solarsegel des Automated Transfer Vehicle (ATV) von Airbus.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Schwarmroboter ZEBRO</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur robotischen Fortbewegung auf der Mondoberfläche selbst arbeitet eine Arbeitsgruppe der Technischen Universität Delft unter der Leitung von Chris Verhoeven an kleinen Schwarmrobotern mit dem Namen ZEBRO (ZEsBenigeRObot, “sechsbeiniger Roboter”), die sich ähnlich wie Insekten auf sechs halbrunden Beinen bewegen. Dies hat vor allem bei Höhenunterschieden große Vorteile gegenüber der Fortbewegung auf Rädern. Die Roboter bewegen sich selbständig, ohne von jemandem bedient zu werden. Das Projekt hat das ehrgeizige Ziel, den ersten niederländischen und europäischen Rover zu entwickeln, der auf dem Mond läuft.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/Lunar-Zebro-KM.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Chris Verhoeven erklärt Schwarmroboter ZeBRO Bild: Kirsten Müller" data-rl_caption="" title="Chris Verhoeven erklärt Schwarmroboter ZeBRO Bild: Kirsten Müller" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/Lunar-Zebro-KM-260-px.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Chris Verhoeven erklärt Schwarmroboter ZeBRO<br>Bild: Kirsten Müller</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weltraumrecht</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch gab es einen Vortrag von Dimitra Stefoudi von der Universität Leiden über Weltraumrecht im allgemeinen, rechtliche Aspekte bei der Mondforschung und -nutzung im besonderen und die konkrete Relevanz von Weltraumrecht für Raumfahrende. Sollte ein Staat Informationen haben, dass seine Astronauten während eines Raumfluges einen Unfall oder ähnliche Probleme haben oder eine Notlandung gemacht haben, dann soll er zuerst die Autoritäten des Staates informieren, von welchem die Raumfahrenden gestartet sind. Wenn dieses der gleiche Staat ist, in dem die Notlandung geschehen ist, und wenn dieser Staat die Möglichkeiten hat, die Raumfahrenden nach der Landung zu assistieren und zu versorgen, dann hat der Staat das auch unverzüglich zu tun, und für die Rückkehr der Raumfahrenden in ihren Heimatstaat zu sorgen. Sollten Raumfahrende in staatenlosem Gebiet landen oder wassern, soll auch jeder Staat, der dazu in der Lage ist, sie versorgen und wieder zurückführen. All diese Prinzipien und Regeln gelten für die Sicherheit der Raumfahrenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Architektur unter Extrembedingungen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Layla van Ellen von der TU Delft gab eine Präsentation über architektonische Möglichkeiten unter Extrembedingungen wie auf dem Mars. Herausforderungen dabei sind der Transport der Baumaterialen zum Mars und das Nutzen lokaler Ressourcen, schädliche kosmische Strahlung und starke Temperaturunterschiede sowie Meteoriten und perchlorathaltiger Staub. Selbst beschäftigt sich Van Ellen schwerpunktmäßig mit Ideen zur Nutzung lokaler Ressourcen, wie Regolith, aus dem der Marsboden besteht, und Eis unter dem Marsboden. Mit Mycelium, dem Wurzelmaterial von Pilzen, lässt sich außerdem kosmische Strahlung abfangen. Es lässt sich als Bindematerial zwischen Sand und Regolith einsetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ernährung auf dem Mond</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Über Ernährung auf dem Mond forscht ein Team der Universität Wageningen unter der Leitung von Wieger Warmelink. Ihnen ist es gelungen, eine bisher noch sehr kleine Kartoffel in einem Boden von simuliertem Mars-Regolith zu züchten. Es laufen weitere Forschungen auf diesem Gebiet.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></h4>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=20337.msg571655#msg571655" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">ASE-Kongresse</a></li>
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			</item>
		<item>
		<title>XXXV. ASE Planetary Congress Noordwijk – Eröffnungszeremonie</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/xxxv-ase-planetary-congress-noordwijk-eroeffnungszeremonie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Nov 2024 13:21:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Besatzungen]]></category>
		<category><![CDATA[Flüge zur ISS]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vom 29. September bis zum 6. Oktober 2024 fand unter dem Motto „Generation Space – Shaping the future together“ der XXXV ASE Planetary Congress in den Niederlanden statt. Der Kongress begann mit der Eröffnungszeremonie. Autoren: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Kongressbesuch. 18. Oktober 2024. Zum zweiten Mal in der Geschichte der Association of Space [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading"><br>Vom 29. September bis zum 6. Oktober 2024 fand unter dem Motto „Generation Space – Shaping the future together“ der XXXV ASE Planetary Congress in den Niederlanden statt. Der Kongress begann mit der Eröffnungszeremonie.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Autoren: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Kongressbesuch. 18. Oktober 2024.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum zweiten Mal in der Geschichte der Association of Space Explorers hat der Jahreskongress in den Niederlanden stattgefunden. 1990 hatte der erste niederländische Astronaut Wubbo Ockels (1. Raumflug: STS-61A) unter dem Motto „Space brings people together“ die Mitglieder der Raumfahrervereinigung zum VI ASE Planetary Congress nach Groningen gerufen.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Gruppenbild-ASE-Conrad-Sperhake-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Gruppenbild der Teilnehmenden des XXXV. ASE Planetary Congress in Noordwijk Bild: Conrad Sperhake" data-rl_caption="" title="Gruppenbild der Teilnehmenden des XXXV. ASE Planetary Congress in Noordwijk Bild: Conrad Sperhake" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="640" height="480" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Gruppenbild-ASE-Conrad-Sperhake-640x480-px.jpg" alt="Gruppenbild der Teilnehmenden des XXXV. ASE Planetary Congress in Noordwijk Bild: Conrad Sperhake" class="wp-image-145365" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Gruppenbild-ASE-Conrad-Sperhake-640x480-px.jpg 640w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Gruppenbild-ASE-Conrad-Sperhake-640x480-px-300x225.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Gruppenbild-ASE-Conrad-Sperhake-640x480-px-600x450.jpg 600w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Gruppenbild der Teilnehmenden des XXXV. ASE Planetary Congress in Noordwijk 
Bild: Conrad Sperhake</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Gastgeber und Organisator des diesjährigen Kongresses war André Kuipers (Soyuz TMA-4; Soyuz TMA-03M / ISS-30 / ISS-31), anlässlich des 20. Jahrestages seiner ersten Weltraummission. Über 70 seiner Kolleginnen und Kollegen, aus Brasilien, China, Kanada, Israel, Japan, den USA und verschiedenen europäischen Ländern, sind der Einladung gefolgt. Nicht nur kamen sie aus vielen Ländern, auch mit den meisten astronautischen Raumflugsystemen hatten die Anwesenden Erfahrung. Einige der Anwesenden hatten Langzeitmissionen auf der Internationalen Raumstation ISS absolviert, und zwar die US-Raumfahrenden John Phillips, Cady Coleman, Mike Fossum, Andrew Feustel, Susan Helms, James Voss, Scott Kelly, Michael Lopez-Alegria und Christopher Cassidy sowie als internationale Raumfahrer der Japaner Koichi Wakata, der Niederländer André Kuipers, der Italiener Paolo Nespoli und die beiden Deutschen Matthias Maurer und Thomas Reiter. Rusty Schweickart (USA) war mit Apollo 9 zum Mond geflogen, die meisten der Raumfahrenden aus den USA, Japan und Europa waren mit dem Space Shuttle im Weltraum gewesen, mehrere auch mit der russischen Sojus oder mit dem chinesischen Shenzhou-Raumfahrzeug. Mit der SpaceX Crew Dragon aus den USA sind einige Anwesende entweder NASA-Missionen oder kommerzielle Missionen geflogen. Erfahrung mit drei Raumfahrzeugen &#8211; Sojus, Space Shuttle und SpaceX Crew Dragon &#8211; haben von den Anwesenden nur Michael Lopez-Alegria und Koichi Wakata. Abwesend waren, das erste Mal überhaupt bei einem ASE-Kongress, die Kosmonauten aus Russland. Sie waren zum Kongress herzlich eingeladen, bekamen jedoch von den Niederlanden wegen der momentanen geopolitischen Situation keine Visa zur Einreise. Die Eröffnungszeremonie fand diesmal im Erasmus-Gebäude auf dem Gelände des europäischen Technologiezentrums ESTEC in Noordwijk statt, ebenso die fachlichen Vorträge. Einige andere Veranstaltungen, wie einen Empfang mit dem niederländischen Königspaar und die Schlusszeremonie, gab es in Amsterdam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einleitenden Worten vom Gastgeber André Kuipers, gab dieser das Mikrofon an den Vorsitzenden der Asscoiation of Space Explorers Reinhold Ewald (Soyuz TM-25) weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In seiner Rede erinnerte Reinhold Ewald an die Raumfahrer, die seit dem letzten Raumfahrerkongress (XXXIV ASE Planetary Congress vom 25. bis zum 29. September 2023) gestorben sind und bat um einige Momente der Stille.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Raumfahrer sind in diesem Zeitraum verstorben:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Thomas K. Mattingly (geboren: 17.03.1936; gestorben: 31.10.2023)</p>



<figure class="wp-block-image size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Mattingly_Thomas_K-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Thomas K. Mattingly Bild: NASA" data-rl_caption="" title="Thomas K. Mattingly Bild: NASA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="324" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Mattingly_Thomas_K-260x324-px.jpg" alt="Thomas K. Mattingly Bild: NASA" class="wp-image-145322" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Mattingly_Thomas_K-260x324-px.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Mattingly_Thomas_K-260x324-px-241x300.jpg 241w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Thomas K. Mattingly 
Bild: NASA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Frank F. Borman (geboren: 14.03.1928; gestorben: 07.11.2023)</p>



<figure class="wp-block-image size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Borman_Frank_F-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Frank F. Borman Bild: NASA" data-rl_caption="" title="Frank F. Borman Bild: NASA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="325" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Borman_Frank_F-260x325-px.jpg" alt="Frank F. Borman Bild: NASA" class="wp-image-145314" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Borman_Frank_F-260x325-px.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Borman_Frank_F-260x325-px-240x300.jpg 240w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Frank F. Borman 
Bild: NASA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Mary L. Cleave (geboren: 05.02.1947; gestorben: 27.11.2023)</p>



<figure class="wp-block-image size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Cleave_Mary_L-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="Mary L. Cleave Bild: NASA" data-rl_caption="" title="Mary L. Cleave Bild: NASA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="328" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Cleave_Mary_L-260x325-px.jpg" alt="Mary L. Cleave Bild: NASA" class="wp-image-145316" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Cleave_Mary_L-260x325-px.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Cleave_Mary_L-260x325-px-238x300.jpg 238w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Mary L. Cleave 
Bild: NASA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Richard H. Truly (geboren: 12.11.1937; gestorben: 27.02.2024)</p>



<figure class="wp-block-image size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Truly_Richard_H-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="Richard H. Truly Bild: NASA" data-rl_caption="" title="Richard H. Truly Bild: NASA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="325" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Truly_Richard_H-260x325-px.jpg" alt="Richard H. Truly Bild: NASA" class="wp-image-145328" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Truly_Richard_H-260x325-px.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Truly_Richard_H-260x325-px-240x300.jpg 240w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Richard H. Truly
Bild: NASA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Thomas P. Stafford (geboren: 17.09.1930; gestorben: 18.03.2024)</p>



<figure class="wp-block-image size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Stafford_Thomas_P-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="Thomas P. Stafford Bild: NASA" data-rl_caption="" title="Thomas P. Stafford Bild: NASA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="325" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Stafford_Thomas_P-260x325-px.jpg" alt="Thomas P. Stafford Bild: NASA" class="wp-image-145326" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Stafford_Thomas_P-260x325-px.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Stafford_Thomas_P-260x325-px-240x300.jpg 240w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Thomas P. Stafford 
Bild: NASA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Vladimir V. Aksyonov (geboren: 01.02.1935; gestorben: 09.04.2024)</p>



<figure class="wp-block-image size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Aksyonov_Vladimir_V.jpg" data-rel="lightbox-image-6" data-magnific_type="image" data-rl_title="Vladimir V. Aksyonov Bild: Roskosmos" data-rl_caption="" title="Vladimir V. Aksyonov Bild: Roskosmos" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="240" height="357" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Aksyonov_Vladimir_V-260x387-px-e1729278521798.jpg" alt="Vladimir V. Aksyonov Bild: Roskosmos" class="wp-image-145367"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Vladimir V. Aksyonov Bild: Roskosmos</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">William A. Anders (geboren: 17.10.1933; gestorben: 07.06.2024)</p>



<figure class="wp-block-image size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Anders_William_A-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-7" data-magnific_type="image" data-rl_title="William A. Anders Bild: NASA" data-rl_caption="" title="William A. Anders Bild: NASA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="325" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Anders_William_A-260x325-px.jpg" alt="William A. Anders Bild: NASA" class="wp-image-145312" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Anders_William_A-260x325-px.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Anders_William_A-260x325-px-240x300.jpg 240w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">William A. Anders 
Bild: NASA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Mohammed A. Faris (geboren: 26.05.1951; gestorben: 19.04.2024)</p>



<figure class="wp-block-image size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Faris_Mohammed_A.jpg" data-rel="lightbox-image-8" data-magnific_type="image" data-rl_title="Mohammed A. Faris Bild: Roskosmos" data-rl_caption="" title="Mohammed A. Faris Bild: Roskosmos" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="287" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Faris_Mohammed_A-260x285-px.jpg" alt="Mohammed A. Faris Bild: Roskosmos" class="wp-image-145320"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Mohammed A. Faris
Bild: Roskosmos</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Vyacheslav D. Zudov (geboren: 08.01.1942 ; gestorben: 12.06.2024)</p>



<figure class="wp-block-image size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Zudov_Vyacheslav_D.jpg" data-rel="lightbox-image-9" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="375" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Zudov_Vyacheslav_D-260x375-px.jpg" alt="Vyacheslav D. Zudov Bild: Roskosmos" class="wp-image-145330" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Zudov_Vyacheslav_D-260x375-px.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Zudov_Vyacheslav_D-260x375-px-208x300.jpg 208w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Vyacheslav D. Zudov
Bild: Roskosmos</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Joe H. Engle (geboren: 26.08.1932; gestorben: 10.07.2024)</p>



<figure class="wp-block-image size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Engle_Joe_H.jpg" data-rel="lightbox-image-10" data-magnific_type="image" data-rl_title="Joe H. Engle Bild: NASA" data-rl_caption="" title="Joe H. Engle Bild: NASA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="325" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Engle_Joe_H-260x325-px.jpg" alt="Joe H. Engle Bild: NASA" class="wp-image-145318" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Engle_Joe_H-260x325-px.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Engle_Joe_H-260x325-px-240x300.jpg 240w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Joe H. Engle
Bild: NASA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Jon A. McBride (geboren: 14.08.1943; gestorben: 07.08.2024)</p>



<figure class="wp-block-image size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/McBride_Jon_A-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-11" data-magnific_type="image" data-rl_title="Jon A. McBride Bild: NASA" data-rl_caption="" title="Jon A. McBride Bild: NASA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="328" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/McBride_Jon_A-260x328-px.jpg" alt="Jon A. McBride Bild: NASA" class="wp-image-145324" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/McBride_Jon_A-260x328-px.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/McBride_Jon_A-260x328-px-238x300.jpg 238w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Jon A. McBride  
Bild: NASA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Danach wurde eine Videoaufzeichnung einer Grußbotschaft der Expedition 71 eingeblendet. Das Video vom 21. September 2024 wurde geleitet von Barry E. Wilmore und die Raumfahrer Michael R. Barratt, Sunita L. Williams, Donald R. Pettit, Matthew S. Dominick und Tracy Caldwell Dyson wurden beim Essen bzw. bei der Vorbereitung des Undocking beobachtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Worte zur Eröffnung des Kongresses gab es von Dietmar Pilz, dem Leiter des ESA-ESTEC, und Meindert Stolk, dem stellvertretenden Abgeordneten des Provinzialrates der Provinz Südholland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend präsentierte Harm van de Wetering, Direktor des niederländischen Raumfahrtbüros, „Die Zukunft der Raumfahrt in den Niederlanden gestalten“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei wurden drei kurze Vorträge von Raumfahrtwissenschaftlern vorgetragen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Daniela Huppenkothen (SRON): Die Grenzen der Wissenschaft durch Anwendung von KI auf Daten von Weltraumteleskopen verschieben;</li>



<li>Jakko de Jong (Spheer.ai): Überwachung von Natur, Landwirtschaft und Wasser mit Hilfe von maschinellem Lernen und Satellitendaten von Sentinels;</li>



<li>Eleonie van Schreven (TNO): Tango, der Nachfolger von Tropomi, ermittelt Quellen von Treibhausgasen mithilfe intelligenter niederländischer Weltraumtechnologie.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Vorstellung einer Briefmarkenserie durch die niederländische Post wurden die anwesenden Raumfahrer zum traditionellem Gruppenbild gebeten.</p>





<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=20337.msg568268#msg568268" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">ASE-Kongresse</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>XXXV. ASE Planetary Congress in Noordwijk: Interview mit Jerry Ross</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/xxxv-ase-planetary-congress-in-noordwijk-interview-mit-jerry-ross/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Oct 2024 19:50:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Besatzungen]]></category>
		<category><![CDATA[Flüge zur ISS]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Spaceshuttle]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[ASE]]></category>
		<category><![CDATA[Jerry Ross]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=144997</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im Rahmen des XXXV. ASE Planetary Congress hatten Kirsten Müller und Ingo Muntenaar die Gelegenheit ein Interview mit NASA-Astronaut Jerry Ross zu führen. Autor: Kirsten Müller und Ingo Muntenaar, Quelle: ASE, NASA, Jerry Ross. 12. Oktober 2024. Manchmal ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. So zumindest haben die beiden Berichterstatter Kirsten Müller und Ingo Muntenaar [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Im Rahmen des XXXV. ASE Planetary Congress hatten Kirsten Müller und Ingo Muntenaar die Gelegenheit ein Interview mit NASA-Astronaut Jerry Ross zu führen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Autor: Kirsten Müller und Ingo Muntenaar, Quelle: ASE, NASA, Jerry Ross. 12. Oktober 2024.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. So zumindest haben die beiden Berichterstatter Kirsten Müller und Ingo Muntenaar von Raumfahrer.net agiert, als sie im Rahmen des XXXV. ASE Planetary Congress in Noordwijk versucht haben, den Raumfahrer Jerry L. Ross um ein Interview zu bitten. Als in der Anfrage das Adjektiv „harmless” (harmlos) auftauchte, war Jerry Ross gleich Feuer und Flamme. Wir dürften ihn im Laufe des ASE-Kongresses gerne für ein paar Fragen ansprechen.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/ROSS_T0400466-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Jerry Ross (Quelle: NASA)" data-rl_caption="" title="Jerry Ross (Quelle: NASA)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/ROSS_T0400466-scaled_320x348.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Jerry Ross, Astronaut mit sieben Raumflügen<br>(Quelle: NASA)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zuerst aber mal ein paar Hintergrundinformationen zu der Astronautenlegende Jerry Ross.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jerry Ross wurde 1948 im U.S. Bundesstaat Indiana geboren. Er hat seinen Bachelor- und Masterabschluss im Fach Maschinenbau 1970 bzw. 1972 an der Purdue-Universität erlangt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach trat er den aktiven Dienst in der U.S. Luftwaffe an. Ross wurde der Staustrahltriebwerksabteilung des Air Force Aero-Propulsion Laboratory auf der Wright-Patterson Air Force Base in Ohio zugeteilt, um computergestützte Konstruktionsstudien zu Staustrahlantriebssystemen durchzuführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend wurde er Projektingenieur für die Erprobung eines Überschall-Staustrahlflugkörpers und danach Projektleiter für die vorläufige Konfigurationsentwicklung des strategischen Flugkörpers ASALM.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab Juni 1974 wurde er für ein Jahr zum Laborleiter der Staustrahltriebwerksabteilung bestellt. 1976 schloss er den Kurs für Flugversuchsingenieure an der USAF-Testpilotenschule ab und wurde anschließend des 6510th Test Wing auf der Edwards Air Force Base in Kalifornien zugeteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dort war er Projektingenieur und bewertete die Flugeigenschaften der auf dem Tankflugzeug KC-135 basierende Modifikation des RC-135S Aufklärungsflugzeuges. Im Anschluss daran war er als leitender B-1-Flugtestingenieur verantwortlich für die Stabilitäts- und Kontrolltests sowie die Flugsteuerungssysteme des B-1A-Flugzeugs. In dieser Funktion war er zusätzlich für die Ausbildung und Beaufsichtigung aller B-1-Flugversuchsingenieure der Air Force zuständig</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Februar 1979 wurde Ross in die Abteilung für Nutzlastoperationen im Lyndon B. Johnson Space Center als Nutzlastoffizier/Flugkontrolleur versetzt. In dieser Position war er für die flugbetriebliche Integration von militärischen Nutzlasten in das Space Shuttle verantwortlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Mai 1980 wurde Jerry Ross als Astronaut in der 9. NASA-Auswahlgruppe aufgenommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seinen ersten Raumflug absolvierte Jerry Ross als Missionsspezialist der Mission STS-61B an Bord des Space Shuttle Atlantis vom 26. November 1985 bis zum 3. Dezember 1985. Neben dem Aussetzen zweier Nachrichtensatelliten war die Erprobung neuer Technologien zum Aufbau großer Strukturen in der Nutzlastbucht wesentlicher Bestandteil dieser Mission. Jerry Ross und Woody Spring absolvierten dazu zwei Weltraumspaziergänge von insgesamt 12 Stunden und 13 Minuten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der zweite Flug an Bord des Space Shuttle Atlantis war die Mission STS-27 im Auftrag des U.S. Verteidigungsministeriums vom 2. Dezember bis zum 7. Dezember 1988.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Raumflug Nr. 3 hat Jerry Ross vom 5 April bis zum 11. April 1991 an Bord des Space Shuttle Atlantis / STS-37 absolviert. Priorität hatte dort das Aussetzen des Gamma Ray Observatory. Ross führte gemeinsam mit Jay Apt abermals 2 Weltraumspaziergänge mit einer Gesamtdauer von 13 Stunden und 7 Minuten durch. Schwerpunkte dieser beiden EVAs war ein unplanmäßiger Raumspaziergang, um das Ausfahren der High-Gain-Antenne des GRO manuell zu unterstützen. Der zweite Raumspaziergang war fest eingeplant und dort wurden u.a. Techniken erprobt, die das Verschieben von großen Strukturen im Weltraum ermöglichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der vierte Raumflug mit der Designation STS-55 war die von Deutschland verantwortete Spacelab-Mission D-2 auf dem Space Shuttle Columbia. Jerry Ross war hier der Payload Commander. Die Mission lief im Zeitraum 26. April 1993 bis zum 6. Mai  1993.</p>



<p class="wp-block-paragraph">STS-74 war der fünfte Raumflug von Jerry Ross. Dieser fand an Bord des Space Shuttle Atlantis vom 12. November – 20. November 1995 statt. Während dieser Mission dockte das Space Shuttle an die Mir-Station an. Nutzlast war das Mir Docking-Modul, welches fest an die Mir-Station angekoppelt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mission STS-88 / Endeavour war der erste U.S. Flug, welcher Bauteile für die Internationale Raumstation in den Weltraum brachte. Der Flug fand vom 4. Dezember – 16. Dezember 1998 statt und das Knotenmodul Unity wurde mit dem Remote Manipulator System aus der Nutzlastbucht an das russische Modul Zarya angedockt. Auch hier absolvierte Jerry Ross mit seinem Partner James Newman 3 Weltraumspaziergänge mit einer Gesamtdauer von 21 Stunden und 22 Minuten, um Kabel zwischen Unity und Zarya zu ziehen, sowie Ausrüstungsgegenstände vorläufig an dem Unity-Modul zu verankern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seinen letzten Raumflug absolvierte Jerry Ross an Bord des Space Shuttle Atlantis vom 8. April – 19. April 2002. Mit der Mission STS-110 / ISS-13-8A wurden das Bauteil ITS (Integrated Truss Segment) S0 und der Mobile Transporter (MT) in den Weltraum gebracht und an die Internationale Raumstation montiert. Gemeinsam mit Lee Morin absolvierte Jerry Ross 2 der 4 EVAs. Die Dauer der Weltraumausstiege von Ross auf dieser Mission beliefen sich auf 14 Stunden und 7 Minuten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bilanz der Astronautentätigkeiten von Jerry Ross in nackten Zahlen sieht folgendermaßen aus. Sieben Space Shuttle Flüge, davon 5 mit dem Orbiter Atlantis und jeweils eine Mission mit Columbia und Endeavour. Die Missionsdauer seiner Flüge addiert sich auf 58 Tage und 51 Minuten. Dabei verbrachte er bei seinen 9 Weltraumspaziergängen insgesamt 57 Stunden und 55 Minuten im freien Weltraum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jerry Ross hat als aktiver NASA Astronaut sämtliche Space Shuttle Flüge von der ersten Mission STS-1 (gestartet am 12. April 1981) bis zum letzten Shuttle Flug STS-135 (gelandet am 21. Juli 2011) in Support-Funktionen unterschiedlichster Art begleitet.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Z-J-Ross-gross-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Jerry Ross beim ESTEC Open Day 2024 (Bild: Kirsten Müller)" data-rl_caption="" title="Jerry Ross beim ESTEC Open Day 2024 (Bild: Kirsten Müller)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Z-J-Ross-klein_320x347.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">US-Astronaut Jerry Ross beim ESTEC Open Day 2024 (Quelle: Kirsten Müller)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nachfolgend das Interview, welches wir am 1. Oktober 2024 mit Jerry Ross (im Interview mit J.R. abgekürzt) im Rahmen des XXXV ASE Planetary Congresses in Noordwijk, Niederlande haben führen dürfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Raumfahrer.net (R.N.): Hatten Sie einen Masterplan für Ihr Leben? Wann haben Sie angefangen, Astronaut werden zu wollen? Oder war das Ganze eher ein Zufall: “Mal sehen, was die Zukunft bringt, ich versuche es einfach mal”. Wann haben Sie sich für eine Karriere als Astronaut entschieden?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jerry Ross: Als ich im 4. Schuljahr war, wurden die ersten Satelliten gestartet. Ich habe mich für ein Universitätsstudium im Bereich Ingenieurwissenschaften in meinem Heimatstaat Indiana entschieden. Ich wollte unbedingt in dem U.S. Raumfahrtprogramm mitarbeiten. Zu dem Zeitpunkt gab es noch keine Astronauten. Viele träumten davon in den Weltraum zu fliegen, aber es gab die Berufsbezeichnung Astronaut noch nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Später flogen dann die ersten Menschen in den Weltraum und dann irgendwann flogen die ersten Menschen zum Mond. Daraufhin veränderte sich mein Berufsziel und ich wollte Astronaut werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich ging an die Testpilotenschule und wurde zum Flugtestingenieur ausgebildet. Das alles waren Dinge, von denen ich hoffte, das sie mich dazu besonders qualifizierten, eines Tages ein Astronautenkandidat zu werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Sie sind insgesamt sieben Space Shuttle-Missionen geflogen. Die erste war STS-61B und ich habe noch ganz genau die Fernsehbilder vor Augen, wie Sie gemeinsam mit Woody Spring in den Weltraum ausgestiegen sind, um die Struktur EASE / ACCESS zu montieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">J.R.: &#8230;und dann haben Sie auch mein breites Grinsen während meines Weltraumausstiegs gesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Dann sind Sie die Mission STS-27 geflogen. Das war eine DoD-Mission (Mission im Auftrag des amerikanische Verteidigungsministeriums). Dazu kommen wir aber später nochmals zurück. Wie hat sich das Training nach der Mission STS-51L (Challenger- Unglück am 28. Januar 1986) verändert?</p>



<p class="wp-block-paragraph">J.R.: Wir haben nach STS-51L Druckanzüge getragen. Diese haben uns das Leben nicht einfacher gemacht. Bei Start und Landung waren diese Anzüge sehr unbequem. Ansonsten ist eigentlich alles beim Alten geblieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Nach der STS-51L Mission wurden viele Modifikationen am Orbiter durchgeführt. Hatten diese einen Einfluss auf Ihr Training?</p>



<p class="wp-block-paragraph">J.R.: Ein kleines bisschen. Wir mussten lernen, wie wir mit dem Druckanzug umzugehen haben. Wie verhält sich dieser Anzug beim Start und wie bei der Landung. Wir mussten auch lernen wie wir bei einem Notfall mit dem Rettungssystem aus dem Orbiter entlang der Teleskopstange (Escape Pole) herausgleiten konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Waren Sie der Meinung, dass diese Rettungsmöglichkeit mit ausziehbarer Stange funktioniert hätte?</p>



<p class="wp-block-paragraph">J.R.: Wir haben das in Flugzeugen mit Test-Dummies ausprobiert und es hat funktioniert. Und ich glaube das dieses System von einem Fallschirmspringer getestet wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Kommen wir nochmal auf Ihre Mission STS-27 zurück. Dieses war eine Mission für das Verteidigungsministerium. Wenn Sie mir jetzt Informationen über diesen Geheimauftrag geben, müssten Sie mich anschliessend töten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">J.R.: Keine Angst, ich würde Sie nicht töten. Sie sind ein netter Kerl. Daher würde ich Sie am Leben lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Sie mussten sich also für diese Mission entsprechend vorbereiten. Diese Informationen bzw. Dokumentationen waren streng geheim und unterlagen somit hohen Sicherheitsauflagen. Durften Sie die Dokumente nur in einem SCIF &#8211; Sensitive Compartmented Information Facility anschauen? (Anmerkung der Redaktion: Als Sensitive Compartmented Information Facility (SCIF) wird von den Sicherheitsbehörden der Vereinigten Staaten jeder Bereich bezeichnet, in dem Quellen, Vorgehensweisen und Sensitive Compartmented Information (SCI, „sensible, abgeteilte Informationen“) gelagert, verwendet und erörtert werden.)</p>



<p class="wp-block-paragraph">J.R.: Wir hatten Vorgehensweisen, die Flugdaten, Checklisten, etc. verschlossen in Safes aufzubewahren. Und wir hatten Bereiche, in denen wir vertrauliche Gespräche zu sensitiven Informationen führen konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Ich habe in Ihrem Buch (Anmerkung der Redaktion: „Spacewalker“ von Jerry Ross) gelesen, dass Sie nach dem Flug vom Verteidigungsministerium Auszeichnungen erhalten haben. Sie durften Auszeichnungen nur an diesem Ort betrachten und konnten sie nicht mitnehmen. War das eine Anekdote?</p>



<p class="wp-block-paragraph">J.R.: Man hat unserer Crew diese Auszeichnungen verliehen. Es wurden Photos gemacht und anschliessend wurden sowohl diese Photos als auch die Auszeichnungen in einem Tresor verschlossen. Man sagte uns, dass wir jederzeit vorbeikommen könnten um uns die Auszeichnungen anzuschauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Ist das nicht verrückt?</p>



<p class="wp-block-paragraph">J.R.: Und ob es das ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Sie sind fünfmal mit Atlantis geflogen und jeweils einmal mit Columbia und Endeavour. Gab es zwischen diesen Orbitern Unterschiede?</p>



<p class="wp-block-paragraph">J.R.: Es gab fast keine Unterschiede. Columbia sah ein bisschen anders aus. Aber Atlantis und Endeavour waren fast identisch. Columbia war der erste Orbiter und auch schwerer als die anderen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Columbia ist aber doch hauptsächlich für Spacelab-Flüge eingesetzt worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">J.R.: So haben wir sie letztendlich genutzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Sie sind niemals für eine Langzeitmission nominiert worden. War das für Sie niemals eine Option? Sind Sie niemals gefragt worden, oder wollten Sie von sich aus nicht?</p>



<p class="wp-block-paragraph">J.R.: Ich bin mal gefragt worden ob ich an einer Langzeitmission an Bord der russischen Raumstation Mir teilnehmen möchte. Aber ich habe das Angebot abgelehnt. Letztendlich habe ich in meiner ganzen Laufbahn darauf hingearbeitet, mit meiner Erfahrung durch meine Weltraumspaziergänge, die Internationale Raumstation mit aufzubauen. Irgendwann waren wir an einem kritischen Punkt angelangt und ich wollte den Bau der Internationalen Raumstation nicht durch einen für mich möglichen Mir-Langzeitflug verzögern oder gefährden. An dieser Stelle möchte ich nicht angeben, aber ehrlich gesagt denke ich, das ich mit meiner Arbeit geholfen habe, die Internationale Raumstation zu retten. Wir haben Sachen herausgefunden, die noch vor dem Start korrigiert werden mussten. Hätten wir diese Fehler nicht gefunden, wäre die Raumstation möglicherweise niemals zu Ende gebaut worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Ich kann mich daran erinnern, dass Sie während der STS-37 Mission bei Ihrem Weltraumspaziergang den Prototypen des CETA-Cart getestet haben, Bei STS-61B haben Sie die EASE/ACCESS-Struktur gebaut und bei anderen EVAs wichtige Werkzeuge zum Bau der Raumstation ausgetestet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">J.R.: Und ich habe der NASA vorgeschlagen wesentlich mehr EVAs für zukünftige Shuttle-Flüge einzuplanen, damit wir genügend qualifiziertes Personal für Weltraumspaziergänge ausbilden können. Möglichst viele Astronauten sollten diese Expertise durch Aussenbordeinsätze aufbauen. Sobald diese Astronauten diese Fähigkeiten im Weltraum demonstriert hatten, konnten sie ihre Erfahrungen an weiteres Personal weitergeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Eine letzte Frage noch. Welches war Ihrer Meinung nach Ihr wichtigster Flug, und an welchen Flug haben Sie die schönsten Erinnerungen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">J.R.: Wenn ich mir einen Flug heraussuchen soll, dann würde ich die Mission STS-88 nehmen. Mit diesem Flug haben wir den Aufbau der Internationalen Raumstation eingeleitet. Wenn diese Mission fehlgeschlagen wäre, dann hätte es keine ISS gegeben. STS-88 war also ein sehr kritischer Flug für unsere langfristige Raumfahrtplanung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Welchen Flug ich am meisten geliebt habe? Alle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Also, wenn mir ein Flug angeboten worden wäre, dann hätte ich auch jeden Flug genommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">J.R.: Menschen fragen mich immer wieder, welchen meiner sieben Flüge ich am schönsten fand. Das ist dann immer wie die Frage an eine Mutter, welches ihrer sieben Kinder sie am meisten liebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wenn ich unbedingt eine Mission benennen müsste, dann würde ich die erste Mission nehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war mein erster Flug, ich habe zum ersten Mal die Schönheit der Erde aus dem Weltraum gesehen und ich habe zwei Aussenbordeinsätze gemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Wir bedanken uns recht herzlich für das Interview und hoffen, das es sich wirklich so harmlos angefühlt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=20337.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">ASE-Kongresse</a></li>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>ASE-Kongress Toulouse 2017 – Teil 3</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/ase-kongress-toulouse-2017-teil-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Sep 2018 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[ASE]]></category>
		<category><![CDATA[ASE 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Toulouse]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=77612</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der zweite Tag des Association of Space Explorers Planetary Congress startete am 17. Oktober 2018 wiederum im Raumfahrtmuseum Cité de l‘espace. Gastgeber des ersten Veranstaltungsblocks am Morgen waren der JAXA-Astronaut Soichi Noguchi (STS-114; Soyuz-TMA 17 / ISS-22 / ISS-23) und der ehemalige russische Kosmonaut Aleksandr P. Aleksandrov (Sojus-T 9; Sojus-TM 3 / Mir-2). Während Soichi [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/ase-kongress-toulouse-2017-teil-3/" data-wpel-link="internal">ASE-Kongress Toulouse 2017 – Teil 3</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Der zweite Tag des Association of Space Explorers Planetary Congress startete am 17. Oktober 2018 wiederum im Raumfahrtmuseum Cité de l‘espace.</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Gastgeber des ersten Veranstaltungsblocks am Morgen waren der JAXA-Astronaut Soichi Noguchi (STS-114; Soyuz-TMA 17 / ISS-22 / ISS-23) und der ehemalige russische Kosmonaut Aleksandr P. Aleksandrov (Sojus-T 9; Sojus-TM 3 / Mir-2). Während Soichi Noguchi im ersten Teil des Veranstaltungsblocks „Latest Breaking News from Space“ den Schwerpunkt auf amerikanische, japanische und französische Raumfahrt legte, hat Aleksandr Aleksandrov im zweiten Teil der neuesten Nachrichten aus dem Weltall mit den Referenten russische Raumfahrtaspekte diskutiert.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IMG_5736-800.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="150" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/IMG_5736-260.jpg" alt="" class="wp-image-78348"/></a><figcaption>Expedition-48-Crew<br>(Bild: Kirsten Müller)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Traditionell startet der zweite Tag mit einem Flugbericht einer vor kurzem zur Erde zurückgekehrten Raumflugbesatzung. In diesem Fall gaben Weltraumneulinge Astronautin Dr. Kate Rubins (NASA) und Astronaut Takuya Onishi (JAXA) einen Überblick über ihren Raumflug im Rahmen von Expedition 48 / Expedition 49. Die Expedition 48 begann am 7. Juli 2016 mit dem Start des Raumschiffes Sojus-MS vom Raumfahrtzentrum Baikonur. Neben den Flugingenieuren Onishi und Rubins war der Sojus-Kommandant Anatoli A. Ivanishin (Sojus-TMA 22 / ISS-29 / ISS-30) an Bord. Statt eines sechsstündigen Anfluges erfolgte dieses Mal ein Soloflug des Raumschiffs von zwei Tagen, da es sich bei Sojus-MS um das erste Raumschiff eines modifizierten Sojus-Modells handelte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Andocken an die Internationale Raumstation erfolgte am 9. Juli 2016. Dort warteten bereits Expedition-48-Kommandant Jeffrey N. Williams (STS-101; Sojus-TMA 8 / ISS-13; Sojus-TMA 16 / ISS-21 / ISS-22; Sojus-TMA 20M / ISS-47 / ISS-48), sowie die beiden russischen Bordingenieure Aleksei N. Ovchinin (Sojus-TMA 20M / ISS-47 / ISS-48) und Oleg I. Skripochka (Sojus-TMA 01M / ISS-25 / ISS-26; Sojus-TMA 20M / ISS-47 / ISS-48) auf die neuen Gäste. Zu den ersten Experimenten, welche die Expedition-48-Besatzung gemeinsam durchführte, gehörte das Spheres Experiment der NASA. Weltweit können Schulklassen an diesem Experiment teilnehmen, in dem sie über das Bodenkontrollzentrum Steuerkommandos an die Raumstation schicken. Dr. Rubins führte die erste DNA Sequenzierung durch. Über diesen Aspekt ihrer Forschungstätigkeit hat sie am Nachmittag noch eine ausführliche Vorlesung gehalten.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IMG_5738-800.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/IMG_5738-260.jpg" alt="" class="wp-image-78350"/></a><figcaption>Expedition-49-Crew<br>(Bild: Kirsten Müller)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Aleksei Ovchinin und Jeffrey Williams führten gemeinsame Experimente zur Flüssigkeitsverschiebung im Körper mit Hilfe der russischen Chibis Unterdruckhose durch. Takuya Onishi baute die externe Experimentplattform der privaten Raumfahrtfirma SpaceX zusammen. Über die japanische Luftschleuse wurde diese Experimenteinheit in den Weltraum entlassen und dort an den JEM-RMS (Japanese Experiment Module-Remote Manipulator System) / japanischer Roboterarm) übergeben. Auf die gleiche Weise werden Cubesats durch die Luftschleuse mit dem J-SSOD (JEM Small Satellite Orbital Deployer) gestartet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Transportraumschiff Dragon CRS-9, welches am 20. Juli 2016 an die ISS andockte, wurde unter anderem die Nutzlast IDA-2 (International Docking Adapter) transportiert. An IDA-2 sollen in Zukunft kommerzielle bemannte Raumschiffe im Rahmen des NASA Commercial Crew Program andocken. Ein Highlight von Expedition 48 waren die Außenbordaktivitäten von Williams und Rubins am 19. August 2016. Die beiden Raumfahrer haben den IDA-1 Docking Adapter an PMA-2 (Pressurized Mating Adapter 2) montiert. Tage später wurde IDA-2 aus dem offenen Nutzlastraum von CRS-9 durch den Roboterarm Canadarm2 entnommen und ebenfalls an PMA-2 montiert. Eine zweite Außenbordaktivität von beiden Astronauten fand am 1. September 2016 statt. Die Rückkehr von Sojus-TMA 20M und seiner Crew fand am 7. September 2016 in der kasachischen Steppe statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann begann offiziell die Expedition 49 mit Anatoli Ivanishin als ISS Kommandant. Am 19. Oktober startete die Mission Sojus-MS 02 mit den Raumfahrern Sergei N. Ryzikhov (Sojus-MS 02 / ISS-49 / ISS-50), Andrei I. Borisenko (Sojus-TMA 21 / ISS-27 / ISS-28; Sojus-MS 02 / ISS-49 / ISS-50) und Robert S. Kimbrough (STS-126; Sojus-MS 02 / ISS-49 / ISS-50). Das Andocken an die Raumstation erfolgte am 21. Oktober 2016. Nach einer gemeinsamen Flugdauer von 10 Tagen begann das Ablegemanöver von Sojus-MS am 30. Oktober 2016 und einer anschließenden Landung in der Region von Dzheskasgan in Kasachstan. Mit diesen Sequenzen endete der offizielle Filmbeitrag von der Expedition 48 / 49.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IMG_5737-1500.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="390" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/IMG_5737-260.jpg" alt="" class="wp-image-78352" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/IMG_5737-260.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/IMG_5737-260-200x300.jpg 200w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption>Takuya Onishi<br>(Bild: Kirsten Müller)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss referierten Onishi und Rubins über die ISS als Labor für internationale Zusammenarbeit. Onishi beschrieb das Programm Kibo-ABC (Asian Beneficial Collaboration) als ein Programm, um die wissenschaftliche Zusammenarbeit in der Asien-Pazifik-Region zu stärken. Eines dieser Experimente nennt sich Try Zero-G. Hierbei handelt es sich um eine internationale pädagogische Veranstaltung. Das Ziel von Try Zero-G liegt darin, Kinder zu motivieren und zu ermutigen, sich für Wissenschaft zu interessieren. Ein JAXA-Astronaut führt wissenschaftliche Experimente durch, die von asiatischen Studenten vorgeschlagen wurden. 2016 wurden in einem Wissenschaftswettbewerb fünf aus 120 Experimenten ausgewählt, um sie auf der ISS durchzuführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 14. September 2016 führte Onishi diese Experimente bei einer Liveübertragung in das japanische Kontrollzentrum durch. Die Gewinner des Wettbewerbes aus Indonesien, Singapur und Thailand wurden dazu in das Kibo Kontrollzentrum im Tsukuba Space Center in Japan eingeladen. Im Rahmen dieser Liveübertragung fanden Medienveranstaltungen in den Heimatländern der Studenten statt. In einem dieser Experimente ging es um die Durchmischung von gefärbtem Wasser und Silikonöl in der Mikrogravitationsumgebung. Eigenschaften wie Viskosität, Kapillareffekte und die Oberflächenspannung von Flüssigkeiten konnten sichtbar gemacht werden. In dem Experiment „The Flying Paperplane“ wurden bei einem Papierflugzeug die Anstellwinkel der Kontrollflächen geändert und am fliegenden Objekt gezeigt, wie sich die Aerodynamik und damit das Flugverhalten des Papierflugzeugs verändert. Dieses Experiment machte Onishi sehr viel Spass, da sein beruflicher Hintergrund der eines zivilen Passagierflugzeugführers ist.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IMG_5740-1500.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="390" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/IMG_5740-260.jpg" alt="" class="wp-image-78354" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/IMG_5740-260.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/IMG_5740-260-200x300.jpg 200w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption>Kathleen Rubins<br>(Bild: Kirsten Müller)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend sprach Dr. Rubins über Wissenschaft in extremen Umgebungen und brachte einige Beispiele für die Forschungsmöglichkeiten an Bord der Raumstation. Jahrzehntelang wurde Wissenschaft in Weltraumlabors in großen Modulen betrieben. Experimente werden mittlerweile modularisiert und miniaturisiert, um sie unter Weltraumbedingungen zu realisieren. Die ISS ist ein Forschungslabor, in dem &#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8230; Untersuchungen fundamentaler Unterschiede physikalisch-biologischer Prozesse in der Mikrogravitation zu solchen Prozessen unter Schwerkrafteinfluss durchgeführt werden;</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8230; einzigartige Eigenschaften von Flüssigkeiten in biologischen Experimenten untersucht werden;</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8230; untersucht wird, wie sich Nukleinsäuren, Zellen, Gewebe, Tiere und der menschliche Körper in der Schwerelosigkeit verändern;</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8230; Technologien entwickelt werden, in der die Echtzeit-Ergebnisse von Experimenten bestimmt werden können;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Beispiel führte Dr. Rubins die Tiefkühleinheit MELFI (Minus Eighty-Degree Laboratory Freezer for ISS / Minus Achtzig-Grad Labor Tiefkühler für die ISS) an. In dieser Einrichtung können bei –90 °C Proben tiefgefroren werden, um sie anschließend in einer Rückkehrkapsel zur Erde zurückzuführen. Die Proben werden dann im erdgebundenen Labor analysiert und dann mit bereits durchgeführten Analysen des Probenmaterials im Raumlabor verglichen. Daraus kann man ableiten, wie zukünftige Forschung betrieben werden kann, wenn man immer weiter bemannt in den Weltraum vordringt und eben nicht mehr die Möglichkeit hat Probenmaterial zur Erde zurückzuschicken. Die Blut- Urin- , Speichel- und Zellproben, die momentan noch für die Rückführung zur Erde zentrifugiert und danach tiefgefroren werden, können künftig direkt in Echtzeit vor Ort ausgewertet werden. Probenrückführung wird sich auf ein Minimum einpendeln und nur noch Datenströme mit gewonnenen Auswertungen übermittelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 16 Jahren entwickeln sich Mikrobenkulturen auf den Innenflächen der Raumstation. Wissenschaftler stellen sich die Frage, wie sich diese Mikrobenumgebung entwickelt hat und in welcher Wechselwirkung sie zu den Bewohnern der Raumstation steht: Wie ändern sich die Mikrobenkulturen bei der Neuankunft von Fracht und neuen Besatzungen? Komplexe Analysen von 1000 Wischproben können mittlerweile innerhalb kurzer Zeit durchgeführt werden um die mikrobielle Population zu verstehen. Dr. Rubins verwies dann auf eine weitere Präsentation in der Nachmittagsveranstaltung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lebenswissenschaftliche Experimente werden u.a. in der MSG (Microgravity Science Glovebox / Handschuhkasten) realisiert. Das Öffnen der Körper von Nagetieren findet mittlerweile auch in der MSG statt, seitdem diese mit entsprechenden Geräten und Werkzeugen nachgerüstet wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Forschung an Tieren wird durch das Rodent Habitat (Nagetier-Habitat) unterstützt. Säugetiere können unter dem Einfluss der Schwerelosigkeit für 30, 60 oder 90 Tage untersucht werden. Hier finden Untersuchungen zum Immunsystem, Änderung des Sehvermögens, Rückbildung von Muskeln etc. statt. Sowohl die NASA als auch JAXA verfügen über solche Habitat-Module.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abschließend gewährte Dr. Rubins schon einmal einen kurzen Ausblick auf Experimente zur DNA-Sequenzierung (Anmerkung der Redaktion: Hier verweisen wir auf eine ausführlichere Berichterstattung innerhalb der Nachmittagsvorlesung von Dr. Rubins).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss an die Präsentation zu Expedition 48/49 gab Patrice Bennarroche, Mitarbeiter von CNES, einen Überblick über CADMOS, ein Raumfahrtzentrum, welches im Raum Toulouse angesiedelt ist. CADMOS ist eines von neun existierenden Nutzerunterstützungszentren (USOC / User Support Operations Center) der ESA. In einem Nutzerunterstützungszentrum befindet sich ein Kontrollraum, der die Operationen an Bord der Raumstation überwacht. Des weiteren werden in Labors Raumfahrtexperimente für den Betrieb auf der Raumstation entwickelt, durchgeführt, überwacht und die Experimentdaten archiviert bzw. den Experimentatoren diese Daten in Echtzeit oder zeitnah zur Verfügung gestellt. Im Rahmen der Mission Proxima vom französischen ESA-Astronauten Thomas Pesquet (Sojus-MS 03 / Expedition 50 / Expedition 51) hat CADMOS sieben Experimente selbst entwickelt und vorbereitet sowie 21 der 55 Experimente der Proxima Mission überwacht. Diese Experimente unter Federführung von CADMOS hat Patrice Bennarroche im Einzelnen vorgestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>AQUAPAD</strong>: Wasser auf der ISS wird zu 80% aus Schweiß, Urin und anderen Rückständen aus dem Abwasser recycelt. Mit einem Gerät werden kleine Mengen Wasser injiziert, in einer 3D-Petrischale sichtbar gemacht und fotografiert. Mit Hilfe einer Tablet-PC-Anwendung wird das Vorhandensein von Bakterien berechnet und damit Wassertrinkbarkeitstests auf der ISS beschleunigt und verbessert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>MATISS</strong>: Bei diesem Experiment sollen innovative Oberflächenmaterialien gefunden werden, die ein Anhaften von Biofilmen aus Bakterien verhindert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>ECHO</strong>: ECHO-Untersuchungen testen ein leistungsfähigeres und benutzerfreundliches Ultraschallsystem, welches von einem Teleoperateur aus dem CADMOS kontrolliert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>PERSPECTIVES</strong>: Dieses neurowissenschaftliche Experiment untersucht die Veränderungen der kognitiven Fähigkeiten von Astronauten bei der Anpassung an die Mikrogravitationsumgebung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>EVERYWEAR</strong>: Bisher wurde dem Astronauten über eine ständige Unterstützung durch die Missionskontrolle eine Vielzahl von Aufgaben abgenommen. Eine Rundumüberwachung wird bei interplanetaren Missionen nicht mehr durchgängig möglich sein. Dem Astronauten wird mit der Anwendung EVERYWEAR ein computergestützter persönlicher Assistent mitgegeben, der den Weg zu einer größtmöglichen Autonomie ebnet. Bei EVERYWEAR handelt es sich um ein Anwendungsprogramm für ein Tablet, das eine Schnittstelle für eine Vielzahl von gesundheitsbezogenen Aufgaben bietet. Mit der Applikation wird über das Fotografieren von Barcodes der gegessenen Lebensmittelrationen eine Ernährungsbewertung geliefert. Tragbare Sensoren können mithilfe der Anwendung EVERYWEAR Elektrokardiogramme des Astronauten aufnehmen und über das Aufzeichnen der Hauttemperatur das Schlafmuster im Weltraum überwachen. Mit EVERYWEAR wird auch das Experiment AQUAPAD unterstützt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>FLUIDICS</strong>: Dieses Technologieexperiment untersucht die Flüssigkeitsverdrängung in einer Kugel. Hierbei werden wichtige Erkenntnisse zu Wellenströmungsphänomenen an Oberflächen von Flüssigkeiten erwartet. Weitere Untersuchungen zielen auf das Schwappverhalten (fluid sloshing) von Flüssigkeiten in Treibstofftanks ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>EXO-ISS</strong>: Im Rahmen der Mission Proxima haben CADMOS und die CNES Abteilung für Jugendbildung mehrere Schülerexperimente entwickelt, um den Einfluss der Schwerelosigkeit zu verstehen. Ein Experiment befasst sich mit dem Keimungsverhalten von Linsen-, Radieschen- und Senfsamen. In einem weiteren Experiment wird das Wachstum von Kristallen betrachtet. Ausgewählte Schulen haben Experimentkits erhalten und führen diese Experimente parallel zu Thomas Pesquet an Bord der Raumstation durch. Die Ergebnisse von Boden- und Weltraumexperiment werden verglichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen Überblick über den Mars Rover Curiosity und die Mission Mars 2020 gab Muriel Deleuze, Projektleiterin Mars 2020 von CNES.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da Wasser ein Schlüsselelement für das Entstehen von Leben ist, wurde mit den ersten Missionen zum Planeten Mars der Fragestellung nachgegangen, ob es Indizien für das Vorhandensein von Wasser gibt, oder ob jemals Wasser auf dem Mars vorhanden war. Mit dem Mars Rover Curiosity will man erkunden, ob mikrobiologische Lebensformen auf dem Mars generell existieren konnten. Die zukünftigen Missionen ExoMars und Mars 2020 sollen dann tatsächlich Leben auf dem Mars aufspüren bzw. der Frage nachgehen, ob es Lebensformen auf dem Mars gab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entwicklungs-, Bau- und Testphase vom Curiosity Rover und der Raumsonde begann 2005 und dauerte bis 2011. An Bord der Raumsonde mit einem Gewicht von 3900 kg war der Mars Rover mit einer Masse von 900 kg integriert. Gestartet wurde die interplanetare Raummission von Cape Canaveral LC-41 (Launch Complex / Starttisch) am 26. November 2011 mit einer Atlas V Rakete. Nach dem Einschuss in eine Mars-Transferbahn erreichte die Raumsonde Ende Juli 2012 den Mars. Die Raumsonde wurde in einem stabilen Marsorbit geparkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 6. August 2012 begann dann das als EDL (Entry, Descent &amp; Landing – Eintritt, Abstieg &amp; Landung) bezeichnete Manöver, um Curiosity auf der Marsoberfläche aufzusetzen. Nachdem der Eintritt in die Marsatmosphäre gelungen war, wurde die Kapsel von einem Bremsfallschirm stabilisiert. Danach wurde in tieferen Atmosphärenschichten der ablative Hitzeschutzschild abgesprengt. Anstelle einer Airbag-Landung hat man ein neuartiges Abstiegssystem ausprobiert. Das Abstiegssystem wurde ca. 20m über der Marsoberfläche mithilfe von paarweise entgegen der Flugbahn angeordneten Brems- und Manövriertriebwerke in einen stabilen Schwebeflug überführt. Über eine Skycrane genannte Kranstruktur wurde der Mars Rover über Seilsysteme auf der Marsoberfläche abgesetzt. Durch diese Technik konnten die Anforderungen an die Erschütterungsresistenz des Roversystems erheblich verringert werden. Nach erfolgreichem Bodenkontakt von Curiosity im Landegebiet des Gale Kraters wurde das Seilsystem zum Skycrane gekappt und anschliessend mit den Manövertriebwerken kontrolliert aus der Abstiegszone transportiert. Danach zerschellte der Skycrane in einem ausreichenden Sicherheitsabstand zur Landezone von Curiosity auf der Marsoberfläche. Nach einer Überprüfungsphase sämtlicher Instrumente konnte dann am 22. August das wissenschaftliche Programm gestartet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An Bord vom Curiosity Rover befinden sich 10 wissenschaftliche Instrumente, die im Vortrag kurz vorgestellt wurden:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>ChemCam</strong>&nbsp;(Chemistry Camera) ist eine kooperative Entwicklung zwischen dem Los Alamos National Laboratory und CNES. ChemCam kombiniert einen leistungsstarken Laser, einen optischen Spektrometer und eine Kamera. Der Laser kann auf Marsgestein fokussiert abgeschossen werden. Verdampfendes Gas und Plasma wird durch das Spektrometer analysiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit&nbsp;<strong>MastCam</strong>&nbsp;(MastCamera) werden die Oberflächenstrukturen und Atmosphärenschichten im sichtbaren und nahem infrarotem Spektrum durch zwei hochauflösende Kameras untersucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Roboterarm von Curiosity befinden sich zwei sogenannte Kontaktinstrumente. Das&nbsp;<strong>APXS</strong>&nbsp;(Alpha Particle X-ray Spectrometer / Alphapartikel Röntgenspektrometer) befindet sich am Kopf des Roboterarms und benötigt einen nahen Kontakt zu Strukturen, die erkundigt werden sollen. Ausgesendete Röntgenstrahlung kann die geologische Umgebung des Rovers erkunden. Ebenfalls am Kopf des Roboterarms befindet sich&nbsp;<strong>MAHLI</strong>&nbsp;(Mars Lens Hand Imager). Dies ist eine ebenfalls hochauflösende Kamera, die als eine Art Mikroskop kleine Strukturen im sichtbaren Wellenbereich untersucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die&nbsp;<strong>SAM</strong>-(Sample Analysis of Mars)-Einheit ist das größte wissenschaftliche Instrument innerhalb des Rovers. Über SAM können sowohl Bodenproben, die mit dem Roboterarm genommen wurden, als auch Atmospährengase analysiert werden. Hierbei liegt der Fokus auf der Identifizierung und Analyse von organischen Verbindungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Instrument&nbsp;<strong>CheMin</strong>&nbsp;(Chemistry &amp; Mineralogy) ist ein weiteres Spektrometer, welches ebenfalls Bodenproben analysiert und biologische Signaturen ermitteln soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die weitern vier Instrumente beobachten Umweltbedingungen in der Marsatmosphäre und auf der Marsoberfläche.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>REMS</strong>&nbsp;(Rover Environmental Monitoring Station) macht meteorologische Beobachtungen. Dazu zählen u.a. Luft- und Bodentemperatur, Luftdruck, relative Luftfeuchtigkeit und die Windgeschwindigkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das&nbsp;<strong>RAD</strong>&nbsp;(Radiation Assessment Detector) Instrument misst die kosmische Strahlung auf der Marsoberfläche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit&nbsp;<strong>DAN</strong>&nbsp;(Dyamic Albedo of Neutrons) wird die Marsoberfläche bis zu einer Tiefe von 1 m mit Neutronen beschossen. Die Messung des energetischen Profils der zurückgestreuten Teilchen dient zum Auffinden von Wasserstoff im Boden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die hochauflösende Kamera&nbsp;<strong>MARDI</strong>&nbsp;(Mars Descent Imager) macht Bilder vom letzten Teil der Abstiegsphase ab einer Flughöhe von unter 4 km. Damit konnte der Landeort bestimmt und die Umgebung mit einer hohen Genauigkeit vermessen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den fünf Jahren, in denen Curiosity auf der Marsoberfläche operiert, hat er eine Wegstrecke von 18 km zurückgelegt. Dabei sind mit dem Bohrer, der ebenfalls Teil des Roboterarms ist, 15 Löcher in Gestein gebohrt worden. Insgesamt wurden von den hochauflösenden Kameras 200.000 Bilder aufgenommen. Mit ChemCam sind 500.000 Laserschüsse auf Gesteinsformationen zur Analyse mit dem optischen Spektrometer abgeschossen worden. Obwohl der Gale Krater und seine nähere Umgebung ständigem klimatischem Wechsel unterworfen war, war er für Millionen Jahre bewohnbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den kommenden Jahren werden weitere unbemannte Missionen zum Mars gestartet werden. Dazu zählen die Insight 2018 Mission der NASA und die beiden Missionen Mars 2020 der NASA sowie die ESA Mission ExoMars, mit einem voraussichtlichem Startdatum ebenfalls im Jahr 2020. Die langfristige Erkundigung des Mars sieht eine Probenrückführung zur Erde vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Mars 2020 Mission sollen Probenentnahmeorte aufgesucht werden, bei denen die Wahrscheinlichkeit hoch ist, das eventuelle Spuren von ehemaligem Leben noch erhalten sind. Diese Mission soll Oberflächenmaterial von geologischer Vielfalt suchen und diese für eine mögliche Rückkehr zur Erde auf der Marsoberfläche präparieren und konservieren. Zur Vorbereitung der bemannten Erkundung des Mars soll als Technologiedemonstration ein System zur Umwandlung von Kohlendioxid in Sauerstoff auf der Mars 2020 Mission mitfliegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle bisherigen unbemannten Marsmissionen halten den Traum aufrecht, um eines Tages den Mars bemannt zu erkunden und zu besiedeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im nächsten Vortrag referierte Ayami Kojima, Mitarbeiterin von UNOOSA, über den freien Zugang zum Weltraum. Die UNOOSA (United Nations Office for Outer Space Affairs – Büro der Vereinten Nationen für Weltraumfragen) befindet sich seit 1993 in der UNO-City in Wien. Der Aufgabenschwerpunkt liegt in der Förderung der internationalen Zusammenarbeit bei der Nutzung des Weltraums zur Erreichung von Entwicklungszielen. Hierbei hilft UNOOSA die Vorteile der Nutzung des Weltraums für die gesamte Menschheit zu fördern, indem sie Raumfahrtaktivitäten solcher Nationen unterstützt, die bisher keinen Bezug zur Nutzung des Weltraums hatten. Dabei spielt UNOOSA eine führende Rolle bei der Förderung der friedlichen Nutzung des Weltraums. UNOOSA ist die wichtigste UN-Agentur für Weltraumfragen und erleichtert die Koordinierung von UN-Aktivitäten, die Weltraumtechnologie einsetzen, um das Leben auf der ganzen Welt zu verbessern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu UNOOSA gehören die beiden Sektionen UNCOPUOS und die Sektion für Raumfahrtanwendungen. UNCOPUOS (United Nations Commitee on the Peaceful Uses of Outer Space – UN-Ausschuss für die friedliche Nutzung des Weltraums) unterhält den wissenschaftlich-technischen Unterausschuss und den Rechtsunterausschuss. Die Sektion für Raumfahrtanwendungen befasst sich u.a. mit weltumspannenden Navigationssatelliten, den klimatischen Veränderungen, Katastrophenmanagement und Weltgesundheit. Ein Bestandteil des Programms für Weltraumanwendungen ist die Initiative für bemannte Weltraumtechnologie (HSTI &#8211; Human Space Technology Initiative). HSTI wurde 2010 vom ehemaligen JAXA Astronauten Takao Doi (STS-87; STS-123) initiiert. Ziele von HSTI sind die internationale Kooperation in der bemannten Raumfahrt und Aktivitäten bei der Erforschung des Weltraums. Weitere Schwerpunkte von HSTI sind die Förderung der Vorteile der Nutzung der Weltraumtechnologie und ihrer Anwendungen in den Mitgliedstaaten, sowie der Aufbau von Kapazitäten von Lehre und Wissenschaft für die Mikrogravitationsforschung bei Mitgliedsstaaten, die bisher keine Raumfahrtaktivitäten verfolgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">HSTI wendet sich an Hochschulen, Universitäten, Forschungszentren, Raumfahrtagenturen, Regierungen und zwischenstaatliche Organisationen. Um Mikrogravitationsforschung zu vermitteln, wurden Dozentenleitfäden erstellt und verteilt. Im Zeitraum 2013 bis 2016 wurde das ZGIP (Zero-Gravity Instrument Project) durchgeführt. Klinostaten wurden an weltweit ausgewählte Schulen und Institute verteilt. Ein Klinostat ist ein Apparat, bei dem das Versuchsobjekt (z. B Pflanzen) langsam um eine Achse rotiert. Klinostaten werden dazu benutzt, um die Wirkung der Schwerelosigkeit zu simulieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2013 gibt es die DropTES (Drop Tower Experiment Series). Dabei handelt es sich um ein Stipendienprogramm in Zusammenarbeit von UNOOSA, ZARM (Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation – Center of Applied Space Technology and Microgravity) und DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt – German Aerospace Center), in dem Studenten Mikrogravitationswissenschaft lernen und studieren können, indem sie Experimente in einem Fallturm durchführen. Der Bremer Fallturm in Deutschland ist ein bodengestütztes Labor mit einem Fallrohr von 146 Metern Höhe, mit dem kurze Mikrogravitationsexperimente in verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen wie Fluidphysik, Verbrennung, Thermodynamik, Materialwissenschaften und Biotechnologie durchgeführt werden können. Bisher haben Stipendiaten aus Jordanien, Bolivien, Costa Rica und Polen Experimente im Fallturm durchgeführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der freie Zugang zum Weltraum wird durch Mitflugmöglichkeiten von Experimenten gewährleistet. In Zusammenarbeit von UNOOSA und der japanischen Raumfahrtagentur JAXA wird ein kostenloser Start eines KiboCUBE pro Jahr ermöglicht. Die Größe vom KiboCUBE entspricht der Designspezifikation von Cubesats (10cm x 10cm x 10cm).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als erster Partner für einen kostenlosen Start eines KiboCube wurde die Universität von Nairobi, Kenia ausgewählt. Die nächste Wahl für den kommenden Start entfiel auf die Universidad del Valle de Guatemala, Guatemala. Der Transport des Kleinsatelliten zur Internationalen Raumstation erfolgt über das japanische HTV. KiboCUBE wird von dem J-SSOD (JEM Small Satellite Orbital Deployer) durch die Luftschleuse des japanischen Kibo-Moduls in die Weltraumumgebung freigegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Möglichkeit für einen freien Zugang zum Weltraum soll über den als Lifting Body entworfenen Raumgleiter Dreamchaser der Firma Sierra Nevada Corporation erfolgen. Für das Jahr 2022 ist ein zweiwöchiger Testflug geplant. Wissenschafts- und Technologieexperimente können mit Dreamchaser in den erdnahem Orbit gebracht werden. Dreamchaser-Flüge können entweder unbemannt oder bemannt erfolgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Zeit wird an einem Kooperationsprojekt zwischen UNOOSA und der chinesischen Raumfahrtagentur CMSA (China Manned Space Agency) verhandelt. Mitfluggelegenheiten zur zukünftigen chinesischen Raumstation sind in Planung.</p>
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		<title>ASE-Kongress Toulouse 2017 – Teil 1</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/ase-kongress-toulouse-2017-teil-1/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Aug 2018 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[ASE]]></category>
		<category><![CDATA[ASE 2017]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unter dem Motto “Space is my Future” wurde vom 16. bis 20. Oktober 2017 in Toulouse der 30. Kongress der Association of Space Explorers (ASE) veranstaltet. 98 Personen, die mindestens einen Orbit um die Erde gemacht haben, trafen sich wie jedes Jahr zum Austausch untereinander und um ihre Erfahrungen mit der interessierten Öffentlichkeit zu teilen. [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Unter dem Motto “Space is my Future” wurde vom 16. bis 20. Oktober 2017 in Toulouse der 30. Kongress der Association of Space Explorers (ASE) veranstaltet. 98 Personen, die mindestens einen Orbit um die Erde gemacht haben, trafen sich wie jedes Jahr zum Austausch untereinander und um ihre Erfahrungen mit der interessierten Öffentlichkeit zu teilen. Publikum konnte mit Voranmeldung teilnehmen.</h4>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IMG_5656-416k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="163" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/IMG_5656-4260.jpg" alt="" class="wp-image-78334"/></a><figcaption>Teilnehmer und Organisatoren des ASE 2017<br>(Bild: Kirsten Müller)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Veranstaltungen fanden 2017 in der permanenten Raumfahrtausstellung Cité de l&#8217;Espace statt. Außerdem hatte Airbus die Raumfahrer einen Tag eingeladen. Letztere Vorträge waren jedoch nicht für jedermann zugänglich. Auch beim Einlass in die Cité de l&#8217;Espace merkte man, dass Frankreich wegen der Angst vor Terrorismus extra vorsichtig ist; jedes Mal wurden die Taschen durchsucht und man bekam wie am Flughafen eine Leibesvisitation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Vorfeld des Kongresses war zu einer großen öffentlichen Veranstaltung eingeladen, um das 20. Jubiläum der Cité de l&#8217;Espace zu feiern. Diese Veranstaltung hatte insgesamt rund 18.000 Besucher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Eröffnungsveranstaltung des Kongresses begann mit Willkommensworten des Direktors der Cité de l&#8217;Espace, Jean Baptiste Desbois. Gastgeber und Mitorganisator Michel Tognini (Sojus-TM 15 / Sojus-TM 14, STS-93) sagte daraufhin einiges Allgemeines zur ASE und erwähnte unter anderem, dass diese Organisation auch mit der Raumstation verbunden sei und helfen kann, einen Menschen zum Mond oder zum Mars zu bringen. ASE-Präsidentin Bonnie J. Dunbar (STS-61A, STS-32, STS-50, STS-71, STS-89) berichtete sogar, die Aktivitäten der Organisation mit etwa 400 Mitgliedern aus 37 Ländern hätten Einfluss auf alle Menschen der Erde. Zum Beispiel ist 2014 der Westfälische Friedenspreis an die ISS gegangen, hat die ASE im Jahr 2015 ein Memorandum mit der STEM for Space Foundation unterschrieben und 2016 zu einigen Stipendien beigesteuert, zum Beispiel für die AstroSat Challenge für High Schools, für die André und Helen Kuipers-Stiftung und für Haifa in Israel. Auch Gastgeber Frankreich wurde von Dunbar gewürdigt: Ihre eigene Inspiration für die Raumfahrt bekam sie von den Büchern des französischen Autors Jules Verne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einer Schweigeminute wurde den sechs seit dem letzten ASE Kongress verstorbenen ASE-Mitgliedern Eugene A. Cernan (Gemini 9A, Apollo 10, Apolllo 17), John H. Glenn (Mercury 6, STS-95), Viktor V. Gorbatko (Sojus 7, Sojus 24, Sojus 37 / Sojus 36), Georgi M. Grechko (Sojus 17, Sojus 26 / Sojus 27, Sojus-T 14 / Sojus-T 13), Piers J. Sellers (STS-112, STS-121, STS-132) und Igor P. Volk (Sojus T-12) gedacht. Einen musikalischen Beitrag gab es daraufhin von Laurent Bernadac mit seiner “3DVarius”, einer im 3D-Druck hergestellten Violine.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jean-Luc Moudenc, Bürgermeister von Toulouse und Präsident der Cite de l&#8217;Espace erwähnte, dass der französische ESA-Astronaut Thomas Pesquet (Sojus-MS 03 / Expedition 50 / Expedition 51) in Toulouse studiert hatte. Außerdem finde dieser Kongress das erste Mal seit 1985 wieder in Frankreich statt und habe von allen bisherigen Kongressen die höchste Teilnehmerzahl. Der Kongress im Jahr 1985 war der erste ASE-Kongress überhaupt. Auch gab es wieder eine Inflight Message von der gerade im Weltraum befindlichen ISS-Besatzung: Die Expedition-53-Mitglieder Randolph J. Bresnik, Sergei N. Ryazanski, Paolo Nespoli, Mark T. Vande Hei, Joseph M. Acaba und Aleksandr A. Misurkin richteten eine Grußbotschaft an alle Teilnehmer und Besucher des Kongresses.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Grußworten von CNES-Präsident Jean-Yves Le Gall, von ESA-Generaldirektor Johann-Dietrich Wörner und von Airbus-Vizepräsident Nicolas Chamussy ist Abenteurer Bertrand Piccard zu Wort gekommen. Er war 1999 in knapp 20 Tagen mit dem Ballon Breitling Orbiter 3 und 2015-2016 in knapp eineinhalb Jahren mit dem Solarflugzeug Solar Impulse um die Erde geflogen. Mit diesen Expeditionen sieht er sich zwar eher als “langsamen Orbiter”, doch auch er hat die Schönheit und die Zerbrechlichkeit der Erde und der Natur gesehen und sieht es als seine Pflicht und seine Verantwortung, jedem – der Wissenschaft, der Politik und der gesamten Bevölkerung – von dieser Schönheit zu erzählen und zu ihrem Erhalt beizutragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende der Eröffnungsveranstaltung wurde die Schülerin Marwa Guermon geehrt, die das einprägsame Motto „Space is my future“ für den diesjährigen Kongress formuliert hatte. Traditionsgemäß werden das Motto und der Patch für jeden Kongress durch Schülerwettbewerbe bestimmt.</p>
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		<title>ASE-Kongress Toulouse 2017 – Teil 2</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/ase-kongress-toulouse-2017-teil-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Aug 2018 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[ASE]]></category>
		<category><![CDATA[ASE 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Toulouse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Durch die Nachmittagsveranstaltung am 16. Oktober 2017 führte Lionel Suchet, Vize-Generaldirektor der französischen Raumfahrtagentur CNES, der eingangs einige Eckpunkte der französischen Raumfahrtgeschichte nannte, so den Baikonur-Besuch von Charles de Gaulle 1966 und den Raumflug von Jean-Loup Chrétien (Sojus-T 6, Sojus-TM 7 / Sojus-TM 6, STS-86), der bei seiner Mission 1982 der erste Franzose und der [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Durch die Nachmittagsveranstaltung am 16. Oktober 2017 führte Lionel Suchet, Vize-Generaldirektor der französischen Raumfahrtagentur CNES, der eingangs einige Eckpunkte der französischen Raumfahrtgeschichte nannte, so den Baikonur-Besuch von Charles de Gaulle 1966 und den Raumflug von Jean-Loup Chrétien (Sojus-T 6, Sojus-TM 7 / Sojus-TM 6, STS-86), der bei seiner Mission 1982 der erste Franzose und der erste Westeuropäer im All war.</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Erster Redner der Nachmittagsveranstaltung war Psychiater und Abenteuer Bertrand Piccard, der am Vormittag schon einige Worte gesagt hatte. In seinem Vortrag zeigte er jetzt einen ausführlicheren Film über seinen Flug mit dem Solarflugzeug Solar Impulse. Zusammen mit dem Ingenieur und Unternehmer André Borschberg war er am 9. März 2015 in Abu Dhabi gestartet und nur mit Solarantrieb bis zum Juli 2015 nonstop über Oman, die Arabische See, Indien, Myanmar, China, Japan und den Pazifik nach Hawaii geflogen. Im April 2016 haben sie in Hawaii ihre Reise fortgesetzt und sind über Kalifornien, New York, den Atlantik, Spanien und Ägypten wieder nach Abu Dhabi geflogen, wo sie am 20. Juli 2016 gelandet sind. Man sagt, das Flugzeug sei nicht gebaut worden, um Passagiere zu transportieren, sondern um eine Nachricht zu verbreiten: Die Welt kann ihre CO2-Emissionen um 50% reduzieren, indem sie verschmutzende Anlagen durch saubere Technologien ersetzt, wie Solar Impulse sie benutzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Sohn eines Ingenieurs von Grumman Aerospace hatte Bertrand Piccard einige Jahre seiner Kindheit am Cape Canaveral während des Apollo-Programms verbracht und war durch die Leute, die dort am Raumfahrtprogramm arbeiteten, inspiriert worden, selbst später auch Reisen zu machen, die vorher niemand gemacht hatte. Seine Nonstop-Reise mit einem Ballon um die Erde würde ihn zwar nach den Kriterien für eine Mitgliedschaft bei der ASE qualifizieren, jedoch war diese Reise nicht echt sauber, weil sie dabei Propantreibstoff brauchten. Seine weiteren Visionen für ein sauberes Verkehrsmittel gingen dann in Richtung zu einem Solarflugzeug. Allerdings wurden seine Ideen von den meisten Leuten für nicht durchführbar gehalten, bis eine Schweizer Werft ihm half, das Flugzeug leicht genug für seine Zwecke zu bauen. Es hat ihn sehr beeindruckt, dass die Sonnenenergie fast lautlos die Propeller des Flugzeuges antreiben konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Piccards letztendliche Botschaft ist, dass man nicht immer nur in eine Richtung denken soll, sondern in alle Richtungen. Auch sei es die Verantwortung eines jeden Politikers, einer jeden berühmten Person, eines jeden, der in Gegenwart der Medien ein Mikrofon festhält oder zu Staatshäuptern spricht, die Wahrheit über die heutige Situation der Erde zu verbreiten. Wir seien an einem wichtigen Moment des Überlebens, momentan sei die Situation der Umweltverschmutzung, der Erschöpfung natürlicher Ressourcen und des Klimawandels noch schlechter als die meisten Leute glauben. Aber nur Probleme anzukreiden sei nicht genug, damit deprimiere man die Leute nur, man müsse mit Lösungen kommen. Diese gebe es heute schon, und um hierin weiter zu forschen hat Piccard die Solar Impulse Foundation gegründet, eine weltweite Allianz für wirksame Lösungen. In dieser Allianz bringt er Start-ups, Institute, Universitäten und andere interessierte Betriebe zusammen, die ein schon existierendes Produkt, Programm oder einen Prozess für saubere Technologie gefunden haben, um die Umwelt auf eine profitable Art und Weise zu schützen. Das muss laut Piccard dann aber wirklich profitabel sein und viele Arbeitsplätze generieren. Er plant, den Regierungen im Jahre 2019 1.000 profitable Konzepte zu präsentieren, auf denen sie ihre weiteren politischen Pläne aufbauen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die anschließende Podiumsdiskussion leitete Lionel Suchet ein mit den Worten, die kommenden drei Sprecher hätten die Themenbereiche LEO (Low Earth Orbit; niedriger Erdorbit), Mond und Mars.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IMG_5667-42k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="390" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/IMG_5667-4260.jpg" alt="" class="wp-image-78342" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/IMG_5667-4260.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/IMG_5667-4260-200x300.jpg 200w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption>Thomas Pesquet<br>(Bild: Kirsten Müller)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der zehnte französische Astronaut Thomas Pesquet präsentierte danach Pläne für Reisen vom niedrigen Erdorbit (LEO) zum Mond und weiter. Zuerst informierte er das Publikum darüber, was momentan auf der Internationalen Raumstation (ISS) passiert: Es werden wissenschaftliche Experimente durchgeführt; die Raumstation ist ein Laboratorium, in dem die Mikrogravitation helfen kann, Dinge zu erkunden, die man auf der Erde nicht erkunden kann. Oft werde er gefragt, wieso man denn bei der Arbeit auf der ISS von Erkundung rede, sie bewege sich ja lediglich um die Erde herum. Geographisch könne er dem zustimmen, aber er bereite damit zukünftige Erkundungen entfernterer Ziele vor. Zusammen mit Peggy Whitson hat er unter anderem Experimente zur Gesundheit der Astronauten, zum Beispiel zum Verlust der Sehfähigkeit gemacht. Auch machte er Experimente mit Robotern, um die Möglichkeiten der Zusammenarbeit von Mensch und Roboter zu testen. So könne man die Ergebnisse der ISS-Forschung für zukünftige Zwecke nutzen. Ebenfalls zeigte er neue Technologien, wie das aufblasbare Stationsmodul BEAM (Bigelow Expandable Activity Module), das man an die ISS andocken und später auch bei Reisen zum Mond und zum Mars mitnehmen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch werde von der ISS aus nicht nur auf die Erde, sondern auch in den Weltraum geschaut. Pesquet gab einen kurzen Blick auf die Mondmissionen in der Vergangenheit. Die Mondmissionen der USA und der UdSSR waren größtenteils politisch motiviert, hätten aber eine gute wissenschaftliche Ausbeute gehabt. Man habe da nicht nur eine Flagge gepflanzt, sondern auch Proben für die Forschung mitnehmen können. In den 90er Jahren und zu Beginn unseres Jahrtausends waren die Mondreisen eher wissenschaftlich und technologisch motiviert, politisch betraten neue Spieler die Weltbühne wie zum Beispiel China, Japan, Indien oder Europa.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab 2010 waren es wieder nur zwei Länder, die Missionen zum Mond flogen: China und die USA. Die Missionen waren auch hier hauptsächlich wissenschaftlich motiviert, mit einem gewissen Wettbewerb zwischen diesen beiden Ländern, der die Forschung vorantreibt. Für das nächste Jahrzehnt ist geplant, dass die Wissenschaft immer noch großgeschrieben wird und dass man sich politisch gesehen im Wettlauf zwischen den USA und China die Rolle der ESA und anderer Parteien etwas genauer anschauen und vielleicht über eine Zusammenarbeit nachdenken solle. Auch solle man mal nach wirtschaftlich motivierten privaten Initiativen schauen. Technologisch gesehen sei das geeignete Raumfahrzeug &#8211; Orion – schon vorhanden, auch gibt es schon Landefahrzeuge und Rover, und auch Astronauten seien für die Erkundung des Mondes bereit; Freiwillige würden sich für dieses Abenteuer immer finden. Aber die treibende Kraft sei am Ende die Wirtschaft. Auch will man eines Tages den Mars erreichen. Ebenfalls ging Pesquet kurz auf die Moon Village – Idee der ESA ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sylvestre Maurice, Astrophysiker und Planetenwissenschaftler beim IRAP (Forschungsinstitut für Astrophysik und Planetologie) in Toulouse, einer Zusammenarbeit der CRES, der Universität Toulouse und des CNES, nahm das Publikum mit auf den Mars.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bisher hat es insgesamt 48 Missionen zum Mars gegeben, außerdem 95 Missionen zum Mond, 43 Missionen zur Venus, 10 zu anderen großen Planeten und deren Monden und 6 Missionen zu kleinen Himmelskörpern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute ist der Mars eine eher unwirtliche Umgebung, allerdings hat es dort vor 3 bis 4 Milliarden Jahren flüssiges Wasser in Flüssen von 300 bis 400 Kilometern Länge, intensive geologische Aktivitäten und eine dicke Atmosphäre gegeben. Die Wissenschaftler fragen sich bis heute, ob der Mars damals bewohnbar war, ob es dort Leben gegeben hat und wie das Klima damals war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die wichtigsten Ziele der Marsforschung sind: Herausfinden, ob es jemals Leben auf dem Planeten gegeben hat; dies hofft man herauszufinden anhand der eventuellen Bewohnbarkeit, dem Vergleich mit Leben auf der Erde heute, der Suche nach Spuren Lebens auf dem Mars, und durch Forschung über den Kohlenstoffkreislauf und präbiotische Chemie. Ebenfalls ist es wichtig, die Geschichte und die Prozesse des damaligen und heutigen Klimas auf dem Mars und die damaligen orbitalen Konfigurationen zu kennen. Auch auf die Entwicklung der Marsoberfläche und das Innere des Mars im geologischen Sinn hofft man Hinweise zu bekommen, dies durch Bestimmung der Zusammensetzung und Struktur des Planeten, seiner Dynamik und Entwicklung, und der geologischen Prozesse auf der Marskruste und im Marsinneren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die robotische Exploration des Mars wird immer komplexer. Bis heute hat es noch kein Mars Sample Return gegeben. 21 Missionen sind fehlgeschlagen, 6 Missionen sind am Mars vorbei geflogen, bei 16 Missionen war ein Raumfahrzeug im Marsorbit und 6 Missionen sind auf dem Mars gelandet, wobei 4 einen Rover dabei hatten. Momentan umkreisen sechs Orbiter den Mars: drei von der NASA, zwei von der ESA und einer aus Indien; außerdem gibt es auf der Marsoberfläche zwei funktionsfähige Rover, Opportunity und Curiosity. 2020 hofft man drei Lander auf dem Mars zu haben, jeweils einen europäischen, einen amerikanischen und einen chinesischen; und Orbiter aus Indien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und China.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mars-Rover Curiosity hat auf dem Planeten Proben genommen, in denen flüssiges Wasser, Kohlenstoff, Stickstoff, Phosphor, Schwefel und Wasser mit einem neutralen pH-Wert gefunden wurden. Aus diesen Ergebnissen schließen die Forscher, dass der Mars einmal eine bewohnbare Welt gewesen sein muss. In den ersten eineinhalb Milliarden Jahren ihrer Entstehungsgeschichten hat es sowohl auf der Erde als auch auf dem Mars erst eine heiße Oberfläche und dann flüssiges Wasser gegeben; während sich dann aber auf der Erde Bakterien, Einzeller und dann komplexeres Leben entwickelten, wurde die Marsoberfläche kalt und trocken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch von den Saturnmonden Titan und Enceladus und von den Jupitermonden Ganymed und Europa denkt man, dass sie eventuell früher bewohnbar gewesen sein könnten. 2020 plant man, weiter nach Leben auf dem Mars zu suchen, und als nächsten Schritt sieht man die Landung von Menschen auf dem Mars.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss hielt Francois Forget, Wissenschaftler am CNRS, seinen Vortrag über die Erforschung von Exoplaneten aus dem Weltraum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das CNRS (Centre National de la Recherche Scientifique / Nationales Zentrum für wissenschaftliche Forschung) ist dem Forschungsministerium unterstellt und widmet sich der Grundlagenforschung. Hauptforschungsgebiet von Francois Forget sind Exoplaneten. Nur über minimalste Helligkeitsunterschiede lässt sich ein Exoplanet detektieren, wenn dieser kurzfristig seinen Stern bedeckt. Bei einem Transit, bei dem der Planet von der Erde aus gesehen vor dem Stern vorbeizieht, verringert sich die Helligkeit nur um wenige Prozent. Diese Abdunklung ist bei einer gezielten Beobachtung gut zu messen. Finden diese charakteristischen Abdunklungen periodisch statt, so kann man von einem Planeten in dem Sternsystem ausgehen. Mit den Weltraumteleskopen Corot (CNES) und Kepler (NASA) versuchen Wissenschaftler extrasolare Planeten über die Transitmethode zu entdecken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis zum 16. Oktober 2017 haben Wissenschaftler mit diesen Beobachtungsmethoden 3672 Exoplaneten in 2752 planetaren Systemen gefunden. Durch die Transitmethode können Rückschlüsse auf die Umlaufbahnen, die Massen und die Körperradieni von Exoplaneten gezogen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit sind weitere Missionen in Planung, mit denen Exoplaneten weiter erforscht werden sollen. Dazu zählen die Missionen CHEOPS, TESS, PLATO und das JWST. CHEOPS (Characterizing ExOPlanets Satellite) ist ein Weltraumteleskop der ESA, welches Ende 2018 in einen sonnensynchronen Orbit geschossen werden soll. Das Weltraumteleskop TESS (Transiting Exoplanet Survey Satellite) der NASA wird Mitte 2018 in einen Orbit zwischen Erde und Mond eingeschossen. Die ESA Sonde PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars) soll 2026 im Lagrange-Punkt 2 positioniert werden. Alle 3 Teleskope sollen mittels Transitmethode die Datenmenge von bereits bekannten Exoplaneten verbessern sowie neue Exoplaneten mittels Transitmethoden aufspüren. Das JWST (James Webb Space Telescope), welches 2020 ebenfalls in dem Lagrange-Punkt 2 positioniert werden soll, wird konkrete Planetensysteme untersuchen, um Exoplaneten mit der Möglichkeit für Leben zu lokalisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch bisherige Beobachtungen hat man eine Vielfalt von Exoplaneten und Planetensystemen gefunden. Es gibt Planeten um multiple Sonnensysteme, Planetensysteme ohne Zentralgestirn, sehr kompakte Planetensysteme, Planetensysteme mit hoher Exzentrizität (langgestreckte Ellipsenbahn). Die wichtigste Fragestellung dreht sich um die Bewohnbarkeit von Exoplaneten. Exoplaneten sind als habitabel anzusehen, wenn sie flüssiges Oberflächenwasser aufweisen. Ein Exoplanet befindet sich in der habitablen Zone, wenn er einen bestimmten Abstand zum Zentralgestirn hat. Das Vorhandensein einer Planetenatmosphäre reguliert Druckverhältnisse und die Oberflächentemperatur. Flüssiges Wasser wird durch eine Planetenatmosphäre auf der Oberfläche gebunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Rolle von Astronauten in der Exoplanetenforschung hob er auf diesem Astronautenkongress hervor. Er sieht zwar vorläufig nicht voraus, dass Menschen zu Exoplaneten fliegen werden, kann sich aber wohl vorstellen, dass Astronauten bei Außenbordeinsätzen Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten an Weltraumteleskopen vornehmen oder helfen, größere Weltraumteleskope zu bauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusammengefasst hat man bei der Suche nach Exoplaneten bisher feststellen können, dass eine Vielzahl von Sonnensystemen erdähnliche Exoplaneten beherbergen. Als nächstes ist die Fragestellung zu klären, welche Eigenschaften die Umgebung des Exoplaneten aufweist. Ist die Erde einzigartig oder lässt sich auch in der Atmosphäre von anderen Planeten Biosignatur feststellen? Dabei handelt es sich um Spuren von Gasen oder bestimmten Molekülen, die zeigen, dass es auf dem Planeten auch Leben geben könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einer anschließenden Talkrunde stellte Künstler und Novellenautor Yannick Monget kurz mit einer Präsentation und einem Film das Symbiom-Kommittee (www.symbiom.org ) vor. Diese unpolitische Non-profit-Organisation setzt sich mit ihrem ethischen Engagement und ihrer Expertise für die Förderung von Frieden und Respekt für die Umwelt ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Biologe Gilles Boeuf, Professor an der Pierre und Marie-Curie-Universität (UPMC) Paris und ehemaliger Direktor des Pariser Naturhistorischen Museums, referierte anschließend über Biodiversität auf der Erde und die Rolle des Menschen hierin. Er verglich einige Ökosysteme miteinander: so hat ein Korallenriff 5.000 bis 6.000 Arten pro Quadratkilometer, das sind ein Drittel aller Arten, die im Ozean leben, und ein Regenwald 50.000 Arten pro Quadratkilometer, das sind mehr als die Hälfte aller bekannten Arten auf der Erde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Mai 1846 kam ein Meteoritenregen auf Toulouse nieder. Einer der Steine ist jetzt im Museum in Paris und ist datiert worden auf ein Alter von rund 4,56 Milliarden Jahren, als die Erde entstanden ist. Das Leben entstand rund 700 Millionen Jahre später im Ozean, dieser hat sich 100 Millionen Jahre lang nicht geändert. Das Wasser kam damals durch Milliarden von Chondriten auf die Erde. Interessanterweise hat das menschliche Blut fast genau die gleiche Ionenzusammensetzung wie der Ozean. Auch ist Wasser überlebenswichtig und besteht ein Menschenbaby zu 75% aus Wasser. In einem Tropfen Ozeanwasser wiederum leben etwa 100.000 Bakterien und Viren, und die kann der Mensch versehentlich beim Baden verschlucken, ohne davon Gesundheitsschäden davonzutragen. Auch im Bett eines Menschen befinden sich Millionen von Bakterien, nur weil er darin geschlafen hat. So ist der Mensch umgeben von Biodiversität. Auch im Boden leben Millionen von Mikroorganismen. Als letztes Ökosystem nannte Boeuf das Verdauungssystem eines neugeborenen Babys. Sobald bei der Geburt die Fruchtblase bricht, dringen Bakterien vom Körper der Mutter in das Baby ein, und die Darmflora des Babys braucht zwei Jahre, um ins Gleichgewicht zu kommen. Auch die Neigung zu Diabetes und Fettleibigkeit werden mit dieser Darmflora in Verbindung gebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende kann man sich im Falle einer ökologischen Krise über sieben Fragen Gedanken machen: landwirtschaftliche Produktivität, Trinkwassermangel, Gefährdung der Fischerei, die fortschreitende Entwaldung, das Verschwinden der Biodiversität, weite Verbreitung von giftigen Produkten und fortschreitender Klimawandel. All dieses könne man nicht aufhalten, man könne jedoch wohl versuchen, es zu verlangsamen. Man macht sich jetzt darüber Sorgen, ob das sechste massenhafte Aussterben in der Erdgeschichte vielleicht schon angefangen habe. Um das herauszufinden, spielt die Raumfahrt eine wichtige Rolle. Mit Satelliten möchte man genau das Steigen des Meeresspiegels im Auge behalten und die Risikogebiete für den Klimawandel herausfinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss hielt Pascal Lecomte, Chefklimaforscher der ESA, einen Vortrag über den Klimawandel auf der Erde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Astronauten haben mit ihrem Blick auf die Erde festgestellt, dass die Erde ein isoliertes System ist. In einem Vergleich eines Raumschiffes mit der Erde zeigt Pascal Lecomte, dass die Astronauten bei einem Raumschiff die Temperatur, den Druck und die Luftfeuchtigkeit anhand einer Kontrolltafel ablesen können. Klimatologen können den Zustand der Erde ebenfalls anhand von etlichen Parametern ablesen und analysieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kontrolltafel der Klimatologen nennt sich GCOS (Global Climate Observing System – weltweite Einrichtung zur Klimabeobachtung). Mit GCOS wird der natürliche und menschengemachte Klimawandel erfasst, die Ursachen zugeordnet und Schäden durch Klimawandel und seiner Variabilität bewertet. Mit diesen erfassten Größen lassen sich Klimamodelle erstellen und Vorhersagen auf den weiteren Klimawandel treffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">55 verschiedene Variablen werden zur Datenerfassung hinzugezogen. Etwas mehr als die Hälfte dieser Variablen können vom Erdorbit aus beobachtet werden. Das ESA Programm Climate Change Initiative sammelt Daten, die den Klimazustand der Erde sehr gut darstellen lassen. Dazu gehören die Entwicklung der Meereshöhe, die Meeresoberflächentemperatur, die Ozeanfarben, die Landbedeckung, die Entwicklung von Meereseis, die Entwicklung von Landeisflächen, die Gletscherentwicklung, Bodenfeuchtigkeit, Ausdehnung von Waldbränden, Ozongehalt, Menge und Zusammensetzung der Treibhausgase, Wolkenbildung und Wolkenbedeckung und die Menge und Zusammensetzung von Aerosolen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anhand dieser Datensammlung konnten Klimatologen herausfinden, dass sich das Erdklima ändert. Es gibt mehr Hitzewellen, mehr Starkregenereignisse, die Durchschnittstemperatur hat sich in den letzten 50 Jahren um 2 Grad erhöht. Dies wirkt sich auf die Erdbevölkerung und die Natur aus. Es gibt mehr Überflutungen, mehr Todesfälle durch Hitzeperioden, mehr Waldbrände, mehr Dürreperioden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aufzeichnungen der Meeresspiegelhöhe und Auswertung der Daten zeigten, dass sich dieser seit 1903 bis 2017 im Durchschnitt um 3,3 Millimeter pro Jahr erhöht hat. Allerdings hat man erst kürzlich festgestellt, dass sich der Meeresspiegel nicht überall gleichmäßig erhöht. Es gibt Gebiete, in denen der Meeresspiegel stärker ansteigt als anderswo. Das hängt unter anderem mit dem Salzgehalt des Meerwassers zusammen. Salzhaltiges Wasser ist dichter und damit schwerer und sinkt daher schneller in die Tiefsee ab. Dadurch kommt es zu einer Verlangsamung des Golfstromes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt erhöht sich die Meerwassertemperatur. Gleichzeitig erhöht sich die Wassermenge, da die Poleismenge schmilzt. Beides führt zum Ansteigen des Meeresspiegels.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 16. September 2010 gab es die drei Wirbelstürme Karl, Igor und Julia. Alle drei bewegten sich auf den Golf von Mexiko zu. Eingeordnet wurden die drei Wirbelstürme in der Kategorie 3 bis 4. Die Wirbelstürme Katia, Irma und José, die am 7. September 2017 im Atlantik durch Wettersatelliten registriert wurden, wurden in der Kategorie 4 bis 5 klassifiziert. Dabei ist Irma der stärkste jemals registrierte Wirbelsturm. Das korrespondiert mit den Vorhersagen der Klimatologen. Nicht die Anzahl der Wirbelstürme wird sich erhöhen, wohl aber die Intensität. Dieses wird durch das Steigen der Meerestemperatur und dadurch der Luftfeuchtigkeit begünstigt. Beides ist der Treibstoff für einen Wirbelsturm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die starken Waldbrände im September 2017 in Kalifornien werden durch den Klimawandel begünstigt. Zunehmende Dürreperioden in Kalifornien, aber auch u.a in Australien führen zu verheerenden Waldbränden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit diesen Eindrücken und Vorhersagen schloss Paul Lecomte seinen kurzen Abriss über den Klimawandel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Schluss zeigte Thomas Pesquet wieder einige Bilder der Erde aus dem Weltraum, auf denen man besonders gut die Einflüsse des Menschen auf die Erde sehen kann und die Veränderungen, die die menschliche Aktivität mit sich bringen. Auch betonte er noch einmal die Zerbrechlichkeit unseres Planeten.</p>
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		<title>26. ASE Kongress in Köln &#8211; Fünfter Tag</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/26-ase-kongress-in-koeln-fuenfter-tag/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jul 2013 20:31:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[ASE]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Unter dem Motto „Citizens of Space – Stewards of Earth“ fand vom 1. bis zum 5. Juli 2013 in Köln und Umgebung der diesjährige Kongress der Association of Space Explorers (ASE) statt. Über achtzig Astro-, Kosmo- und Taikonauten aus siebzehn Ländern trafen sich, um sich über verschiedene Raumfahrtthemen auszutauschen. Am letzten Tag ging es vor allem um die Eröffnung des :envihab.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/redakteure/" data-wpel-link="internal">Kirsten Müller</a>. Quelle: RN.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>5. Juli 2013 – Eröffnung :envihab Köln Porz </strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29072013223107_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29072013223107_small_1.jpg" alt="Kirsten Müller" width="300" height="200"/></a><figcaption>
Eröffnung des :envihab 
<br>
(Bild: Kirsten Müller)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz fertig ist es noch nicht, zum Toilettengang musste man sich draußen auf die provisorische Toilette begeben, aber im Rahmen des ASE-Kongresses wurde am 5. Juli in Köln-Porz auf dem DLR-Gelände das Forschungszentrum :envihab eröffnet. Hier soll in Zukunft die Rehabilitation der ESA-Astronauten nach ihren Langzeitmissionen stattfinden. Momentan passiert dies noch in Houston / USA. Auch soll bei :envihab normale medizinische Forschung betrieben werden, die für das irdische Leben und für die Alltagswissenschaften wichtig ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Hierzu hat :envihab verschiedene Forschungseinrichtungen. Mit einer vierarmigen Kurzarmzentrifuge kann Forschung über Knochenabbau betrieben werden. Die Zentrifuge hat unter anderem einen Arm mit Fahrradergometer. Man kann mit der Zentrifuge beispielsweise Forschung über Knochen- und Muskelschwund sowie über Herz-Kreislauf-Erkrankungen betreiben. Es haben schon einige Reha-Kliniken geäußert, diese Zentrifuge auch für ihre Patienten einsetzen zu wollen. Dieses wolle aber :envihab noch nicht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch hat :envihab eine PET-MRT-Anlage. MRT-Anlagen sind allgemein aus Krankenhäusern bekannt. Die Anlage bei :envihab hat zusätzlich einen Apparat für Positronen-Emissions-Tomographie, mit dem man in 3D sehen kann, welche Gehirngegend in wiefern aktiv ist. Im Gegensatz zu Krankenhäusern, wo die Apparatur sich weiter entfernt befindet von den Patienten, steht die Anlage bei :envihab direkt neben den Probanden. Auch kann man mit dem PET-MRT den Salzgehalt im menschlichen Körper bestimmen. Reinhold Ewald hatte nach seiner Mir-Mission in seinem Körper auffällig viel Salz gespeichert. Auch speichern ältere Leute sowie Menschen mit hohem Blutdruck mehr Salz oder weniger Wasser. Herkömmlicherweise wurde dies durch osmotische Effekte erklärt, es wird aber nun davon ausgegangen, dass die Salzspeicherfähigkeit des menschlichen Körpers durch das Immunsystem reguliert wird. Hier tut sich ein neues Forschungsgebiet auf. In Zukunft werden die MRT-Untersuchungen bei den europäischen Astronauten nach ihren Langzeitmissionen direkt in Köln durchgeführt werden. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29072013223107_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29072013223107_small_2.jpg" alt="Kirsten Müller" width="300" height="200"/></a><figcaption>
Kurzarmzentrifuge des :envihab 
<br>
(Bild: Kirsten Müller)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das Schlaflabor im :envihab hat zwölf Betten, in denen die Probanden mit den Füßen in einem Winkel von 6° nach oben liegen. Man kann hier die Probanden völlig von der Außenwelt abschotten, das Lichtspektrum beeinflussen sowie das Tageslicht völlig ausschließen. Das ist wichtig, um die Wirkung von beispielsweise Schichtarbeit auf den menschlichen Körper zu erforschen. Auch lässt sich der Gehalt von Kohlenstoffdioxid und Sauerstoff vergleichbar mit der ISS einstellen. Im Schlaflabor sollen zwei- bis dreimonatige Bettruhestudien durchgeführt werden, bei denen die Probanden weder sitzen noch aufstehen sollen. Auch Duschen und „Toilettengänge“ sollen im Liegen passieren. Das Schlaflabor soll als irdisches Referenzlabor benutzt werden, weil nicht alles an Astronauten getestet werden kann und darf, und dies auch zu teuer wäre. Da die NASA auf der Erde noch kein Referenzlabor hat, möchte die DLR hierfür mit der NASA zusammenarbeiten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch lässt sich mit dem Schlaflabor die Psyche der Probanden testen. Zum Beispiel kann man den Effekt von blauem Licht, wie es von Fernsehern und Computern ausgestrahlt wird, auf den Menschen untersuchen. Blaues Licht unterdrückt die Melatoninbildung im Körper, deshalb kann man oftmals nicht direkt einschlafen, nachdem man am Computer gesessen hat. Von außen Blut von schlafenden Probanden abnehmen lässt sich im Schlaflabor auch. Ebenfalls kann man dort das Geräuschniveau der ISS simulieren. Auf der Raumstation ist man 24 Stunden am Tag einem gewissen Geräuschpegel ausgesetzt, und es hat Raumfahrer gegeben, die mit Lärmschäden von der Raumstation Mir zurückgekehrt sind. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29072013223107_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29072013223107_small_3.jpg" alt="Kirsten Müller" width="300" height="200"/></a><figcaption>
Kopplungstraining 
<br>
(Bild: Kirsten Müller)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ein anderes Experiment ist das Kopplungstraining. Hierbei testen Psychologen, ob während der Langzeitstudien die Fähigkeit der Probanden zu normalen Raumfahrtaktivitäten &#8211; wie Andocken und das Bedienen des Roboterarms – gleich bleibt oder abnimmt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Disziplin, die eigentlich nicht zum :envihab gehört, hat sich auch vorgestellt: die Luftfahrtmedizin, die in einem anderen Gebäude in Köln-Porz arbeitet. Diese hat Module für PilotInnen und FlugbegleiterInnen, um sie auf Flugtauglichkeit zu untersuchen. Die ESA-Astronauten des EAC unterziehen sich ebenfalls einmal im Jahr diesen Tauglichkeitsuntersuchungen. Auch ist es die Rolle der Luftfahrtmediziner, beratend bei Experimenten mitzuhelfen, die medizinisches Wissen erforden, sowie die Astronauten bei Tauchbecken-Simulationen zu unterstützen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Astrobiologie stellte sich ebenfalls vor. Sie erforscht den Einfluss kosmischer Strahlung auf biologische Systeme. Man erhofft sich Antworten auf Fragen zum Leben im All und zum Strahlungsklima auf eventuell astrobiologisch relevanten Planeten. Ebenso wird die Psychologie des Aufenthaltes in isolierten Gegenden, wie der Antarktis, untersucht, und die mikrobiologische Kontamination auf der ISS und in der antarktischen Forschungsstation Concordia. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wird Herz-Kreislaufforschung betrieben. Das geschieht durch Experimente zur Sauerstoffreduzierung und zum Muskel- und Knochenabbau. Für letzteres drehte man den Probanden Schrauben in die Knochen und ließ sie anschließend Übungen machen. Auch arbeitet man mit einem Unterdruckgerät, mit dem das Blut in die Beine gesaugt und anschließend geschaut wird, wie es sich wieder über den Körper verteilt. Ebenfalls wird über Höhenphysiologie geforscht und über Flug- und Bahnlärm sowie Ermüdungseffekte bei Piloten. Im Baro-Komplex wird der Luftdruck abgesenkt und die Leistungsfähigkeit des Menschen unter diesen Bedingungen untersucht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf Raumfahrtforschung für die Umwelt wird ebenfalls eingegangen, so lassen sich Energieversorgungs- und Müllentsorgungssysteme für die bemannte Raumfahrt längerfristig auch für irdische Zwecke einsetzen. Bei :envihab lassen sich zum Beispiel länger dauernde Flüssigkeitsexperimente zu diesen Themen durchführen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29072013223107_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29072013223107_small_4.jpg" alt="Kirsten Müller" width="300" height="200"/></a><figcaption>
Alle deutschen Raumfahrer 
<br>
(Bild: Kirsten Müller)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der Presseführung folgte die offizielle Eröffnungszeremonie, bei der nicht nur ein großer Teil der ASE-Kongressteilnehmer anwesend war, sondern vor allem alle zehn lebenden deutschen Raumfahrer: von Sigmund Jähn, der 1978 als damaliger DDR-Bürger die Erde umkreiste, bis zum ESA-Astronauten Alexander Gerst, dessen ISS-Langzeitaufenthalt für 2014 geplant ist. So wurde das :envihab dann mit einem Druck auf den Knopf, der die Zentrifuge zum ersten Mal betätigt, offiziell eröffnet. </p>
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			</item>
		<item>
		<title>26. ASE Kongress in Köln &#8211; Vierter Tag</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/26-ase-kongress-in-koeln-vierter-tag/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Jul 2013 09:19:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[ASE]]></category>
		<category><![CDATA[Astronauten]]></category>
		<category><![CDATA[Bonn]]></category>
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		<category><![CDATA[Kosmonaut]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrer]]></category>
		<category><![CDATA[Taikonauten]]></category>
		<category><![CDATA[Treffen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=36851</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am 4. Juli war der Vormittag des ASE-Kongresses der Erdbeobachtung gewidmet. Am Nachmittag gab es dann ein Vortragsprogramm zur kommerziellen Raumfahrt. Ein Beitrag von Kirsten Müller. Quelle: RN. Unter dem Motto „Citizens of Space – Stewards of Earth“ fand 1. bis zum 5. Juli 2013 in Köln und Umgebung der diesjährige Kongress der Association of [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am 4. Juli war der Vormittag des ASE-Kongresses der Erdbeobachtung gewidmet. Am Nachmittag gab es dann ein Vortragsprogramm zur kommerziellen Raumfahrt.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/redakteure/" data-wpel-link="internal">Kirsten Mülle</a>r. Quelle: RN.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27072013111934_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27072013111934_small_1.jpg" alt="Kirsten Müller" width="300" height="200"/></a><figcaption>
Ulrich Walter 
<br>
(Bild: Kirsten Müller)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Unter dem Motto „Citizens of Space – Stewards of Earth“ fand 1. bis zum 5. Juli 2013 in Köln und Umgebung der diesjährige Kongress der Association of Space Explorers (ASE) statt. Über achtzig Astro-, Kosmo- und Taikonauten aus siebzehn Ländern trafen sich, um sich über verschiedene Raumfahrtthemen auszutauschen. Prominenteste Anwesende waren der Russe Alexej Leonow, der 1965 mit Wosschod 2 den ersten Ausstieg aus einem Raumschiff unternommen hatte, sowie Apollo-9-Astronaut Rusty Schweickart, außerdem viele russische Kosmonauten aus den Saljut und Mir-Programmen, amerikanische Veteranen aus dem Space-Shuttle-Zeitalter, internationale europäische und asiatische ehemalige Raumfahrer, aktive amerikanische und russische ISS-Astro- und Kosmonauten sowie die beiden chinesischen Raumfahrer (Taikonauten) Yang Liwei und Liu Boming. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Organisiert hatte den Kongress dieses Jahr der deutsche Mir-Raumfahrer Reinhold Ewald. Die ASE ist eine 1985 gegründete Non-profit-Vereinigung all jener, die jemals im Weltraum waren, und hat jetzt 375 Mitglieder aus 35 Ländern. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Veranstaltungen des Kongresses fanden an verschiedenen Orten statt: Köln, Aachen, Bonn, Porz-Wahnheide. Teils waren sie öffentlich, teilweise waren es technische halböffentliche Sitzungen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>4. Juli 2013 – Bonner Wasserwerk </strong>
<br>
Am Donnerstag, dem 4. Juli, fanden in Zusammenarbeit mit der UN die technischen Sitzungen im Bonner Wasserwerk statt, einem ehemaligen Plenarsaal des Deutschen Bundestages. Themen am Vormittag waren dann auch Weltraum, Nachhaltigkeit und Umwelt. Mark Doherty von der ESA beschrieb die verschiedenen europäischen Projekte der Erdbeobachtung aus dem Weltraum für den Umweltschutz, wie zum Beispiel ERS-1 zur Messung der globalen Temperatur der Erdoberfläche, Envisat zur Beobachtung der Luftqualität durch NO<sub>2</sub>-Messungen, SMOS zur Erfassung der globalen Bodenfeuchtigkeit und Proba-V zur Überwachung der globalen Vegetation. Dr. Juan Carlos Villagrán de León, Chef von UNOOSA / UN Spider in Bonn, stellte daraufhin die Arbeit des UN Office for Outer Space Affairs (UNOOSA) vor, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, internationale Zusammenarbeit in der friedlichen Nutzung und Erforschung des Weltraums zu fördern, um Entwicklungen zum Guten für die Menschheit zu ermöglichen. 
<br>
Kosmonaut Viktor Sawinych kommentierte die Präsentationen mit der Bemerkung, dass die ersten verwertbaren Informationen zur Klimaänderung eigentlich erst durch die bemannte Raumfahrt gekommen sei. Mit Satelliten lasse sich wohl das eine oder andere im Auge behalten, aber Astronauten und Kosmonauten, die heute in den Weltraum gehen, bekämen genaue Anweisungen, wie sie Umweltdaten zu messen haben.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Teilnehmer am Pressegespräch in der Mittagspause waren Dr. Juan Carlos Villagrán de León, Dr. Jakob Rhyner (UN Bonn), Dr. Gerd Gruppe (DLR), Astronaut Gerhard Thiele (STS-99; jetzt ESTEC, Noordwijk, Niederlande), Dr. Robert Backhaus (DLR) und Prof. Ulrich Walter (STS-55; jetzt TU München, Garching). Hauptthema war ebenfalls das UN-Spider-Programm, und dessen Bezug zur bemannten Raumfahrt. Hauptanliegen des Programms ist es, die verschiedenen möglichen Anwendungen, die aus der Raumfahrt für den Katastrophenschutz zu verwenden sind, zu koordinieren. Größtenteils findet Katastrophenschutz aus dem All mit Satelliten statt. Die bemannte Raumfahrt könne dadurch helfen, dass Astronauten neue Systeme erst mal erproben könnten. Dies sei preiswerter, als unbemannte Probeflüge. Wo Menschen besser geeignet seien, solle man Menschen einsetzen, und wo Roboter besser hin passen, solle man Roboter einsetzen. Das erste digitale Höhenmodell ist auf einer bemannten Mission erstellt worden: STS-99, an der Gerhard Thiele teilgenommen hatte. Für nachhaltige Entwicklung brauche man ein Systemverständnis der Erde und um dieses an die Öffentlichkeit zu bringen, seien Astronauten die geeigneten Botschafter, so Dr. Backhaus. Allerdings, so betonte Prof. Ulrich Walter, seien die Raumfahrer Botschafter für die Öffentlichkeit und ließen sich nicht vor den Karren der Industrie spannen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27072013111934_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27072013111934_small_2.jpg" alt="Kirsten Müller" width="240" height="360"/></a><figcaption>
Pamela Melroy 
<br>
(Bild: Kirsten Müller)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Gefragt, ob es möglich sei, die Daten der verschiedenen Satelliten irgendwo zu zentralisieren, gab man an, das sei eine Wunschvorstellung. Es gibt verschiedene Satellitenbetreiber – staatliche, öffentlich-private sowie kommerzielle – die auch jeweils ihren eigenen Datenempfang und ihre eigene Datenarchivierung für ihre Satellitenmissionen haben. UN Spider könne zwar informieren, was wann wo verfügbar und zugänglich ist, jedoch wollen alle verschiedenen Parteien und Institute mit ihren Daten Geld machen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Sammelstelle für Satellitendaten fungiere das DFD (Deutsche Fernerkundungsdatenzentrum) in Oberpfaffenhofen, so Gerd Gruppe, allerdings sammeln die privaten Unternehmen ihre Daten selbst aus kommerziellen Interessen. Auch gäbe es das Programm Kopernikus (früher GMES) der Europäischen Union, das Umweltdaten von Satelliten und Messstationen an Land, auf See und in der Luft zusammenträgt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Nachmittag war der kommerziellen Raumfahrt in Europa und in den USA gewidmet. Die Sicht der europäischen Industrie zur bemannten Raumfahrt nach der ISS beschrieb dann Bart Reijnen, Direktor der Astrium-Niederlassung Bremen, der in seinem Vortrag neue Konzepte der kommerziellen bemannten Raumfahrt – auch in Kombination mit Robotern und unbemannten Fahrzeugen – vorstellte.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Astronautin Pamela Melroy berichtete über kommerzielle US-Projekte, bei denen NASA-Astronauten mitarbeiten, wie zum Beispiel Dragon und Falcon der Firma SpaceX mit Garrett Reisman, Boeing CST-100 mit Chris Ferguson, Sierra Nevada Dream Chaser mit Jim Voss, Steve Lindsey und Lee Archambault sowie suborbitale Projekte wie Spaceship 2 und XCOR mit Rick Searfoss. Searfoss selbst berichtete daraufhin über das suborbitale Flugzeug Lynx. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27072013111934_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27072013111934_small_3.jpg" alt="Kirsten Müller" width="240" height="360"/></a><figcaption>
Jim Voss 
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(Bild: Kirsten Müller)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Jim Voss hielt einen Vortrag über das Projekt Dream Chaser, bei dem viel übernommen wurde von anderen Systemen wie dem Space Shuttle, SpaceShip One, Orion und der ISS. Es wird erwartet, dass der Dream Chaser 2017 mit einer Besatzung von vier Personen in den Orbit fliegen wird. Insgesamt soll das Raumschiff 7 Leute aufnehmen können. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die NASA-finanzierte Organisation CASIS wurde von Bonnie Dunbar vorgestellt. Zuerst  erzählte sie dem Publikum aber, sie sei am Tag vorher in Konstanz bei einer Schulklasse gewesen, die noch nie etwas von der ISS gehört habe. CASIS hat sich zum Ziel gesetzt, die industriellen Parteien von den Vorzügen der ISS für die Nation zu überzeugen sowie die wissenschaftliche und die Öffentlichkeitsarbeit dazu zu unterstützen. Als Beispiele wurden einige Forschungsbereiche genannt, wie Mikrogravitationsforschung, Biologie, Physik, Materialwissenschaften und Erdbeobachtung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Beendet wurde die Sitzung mit einem kurzen Schülerkonzert, und die Raumfahrer ließen den Tag mit einer Rheinfahrt ausklingen. </p>
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			</item>
		<item>
		<title>26. ASE-Kongress &#8211; Zweiter (und dritter) Tag</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/26-ase-kongress-zweiter-und-dritter-tag/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Jul 2013 16:37:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Aachen]]></category>
		<category><![CDATA[Alexej Leonow]]></category>
		<category><![CDATA[ASE]]></category>
		<category><![CDATA[Astronauten]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmonaut]]></category>
		<category><![CDATA[Luca Parmitano]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrer]]></category>
		<category><![CDATA[Taikonauten]]></category>
		<category><![CDATA[Treffen]]></category>
		<category><![CDATA[Ulf Merbold]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 2. Juli fanden die ASE-Veranstaltungen in Aachen statt. Am 3. Juli nahmen Raumfahrer an verschiedenen Veranstaltungen über das ganze Bundesgebiet verteilt, teil. Ein Beitrag von Kirsten Müller. Quelle: RN. Die geschlossene Veranstaltung am Vormittag bei der RWTH Aachen fing mit einer Präsentation von Soichi Noguchi (Japan) und Sergej Wolkow (RUS) über die Geschichte der [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Am 2. Juli fanden die ASE-Veranstaltungen in Aachen statt. Am 3. Juli nahmen Raumfahrer an verschiedenen Veranstaltungen über das ganze Bundesgebiet verteilt, teil.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/redakteure/" data-wpel-link="internal">Kirsten Müller</a>. Quelle: RN.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20072013183717_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20072013183717_small_1.jpg" alt="Kirsten Müller" width="260"/></a><figcaption>
Anton Schkaplerow spricht zu seinem letzten Raumflug. 
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(Bild: Kirsten Müller)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die geschlossene Veranstaltung am Vormittag bei der RWTH Aachen fing mit einer Präsentation von Soichi Noguchi (Japan) und Sergej Wolkow (RUS) über die Geschichte der Raumfahrt und des ASE an. Danach hielt der japanische Astronaut Akihiko Hoshide einen Vortrag über seine ISS-Mission 32/33. Der Höhepunkt selbiger war für ihn das Aussetzen des kleinen japanischen Satelliten Kibo. Anton Schkaplerow berichtete vom Training für seine Mission und von der Missionsplanung, untermalt mit russischsprachigen Powerpoint-sheets. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Höhepunkt der Veranstaltung war eine Präsentation der gesamten ISS-33/34-Crew: Oleg Nowizki, Jewgeni Tarelkin und Kevin Ford. Jewgeni Tarelkin benannte dabei, dass in den Jahren 2014 und 2015 auch geplant ist, ein SpaceX-Raumschiff an der ISS andocken zu lassen. Im Anschluss daran präsentierte Jean Francois Clervoy (ESA / Frankreich) über die Beiträge der ESA zur ISS und über die Zukunftsvisionen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">An einer anschließenden Pressekonferenz nahmen unter anderem Hans Schlegel, ehemaliger Physikstudent an der RWTH Aachen, und Reinhold Ewald, ehemaliger RWTH-Aachen–Dozent, teil. Schlegel erzählte von seiner Mitarbeit bei der Entwicklung des AMS (Alpha-Magnet-Spektrometer), bei der die RWTH Aachen auch einen Anteil gehabt hatte und das in Aachen gebaut worden war. Das wissenschaftliche Denken, das er im Weltraum angewandt habe, habe er bei der RWTH gelernt. Ewald erzählt mittlerweile bei Präsentationen nicht mehr so viele Fakten, weil die seinem Publikum durch soziale Medien mittlerweile sowieso bekannt sind. Viel lieber berichtet er von seinen Erfahrungen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachmittags fand auf dem Katschhof in Aachen eine halböffentliche Veranstaltung statt. Dem Publikum als besonders prominente Raumfahrer wurden vorgestellt: Rusty Schweickart (Apollo 9), Alexei Leonow (1. Ausstieg in den freien Weltraum), Reinhold Ewald (MIR 1997) und Sheikh Muszaphar Shukor, der neben seiner Tätigkeit als Arzt und als Astronaut auch als Model gearbeitet hatte. Jetzt sei er aber mehr ein „role model“, Vorbild, für die Jugend. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20072013183717_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20072013183717_small_2.jpg" alt="Kirsten Müller" width="260"/></a><figcaption>
Shukor, Ewald, Leonow und Schweickardt auf der Bühne 
<br>
(Bild: Kirsten Müller)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Professor Dr. Stefan Schael von der RWTH Aachen erzählte dann vom AMS (Alpha Magnetic Spectrometer), das in Aachen gebaut worden war und mit STS 134, der letzten Endeavour-Mission, zur ISS gebracht worden war. Dieser Teilchendetektor ist das größte Experiment auf der ISS. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Attila Wohlbrandt (DLR) demonstrierte das Konzept Science Slam, mit dem man einem allgemeinen Publikum erklären kann, was die Wissenschaft eigentlich macht; dies anhand einer einfachen Demonstration der Schwerkraft und einiger Erklärungen zur Bildung von Dendriten. Diesem Vortrag folgte eine Präsentation über Weltraumschrott und über das Rexus-Programm für Studenten. Dieses beinhaltet, dass kleine Satelliten ein Segel dabei haben, das sie am Ende ihrer Mission entfalten, damit ihr Eintritt und das Verglühen in der Erdatmosphäre schneller gehen. Anschließend wurde nochmals eine Botschaft von Luca Parmitano aus der ISS übertragen, und alle anwesenden 85 Raumfahrer betraten die Bühne. Einige Fragen wurden gestellt, unter anderem, was denn die Familien der Raumfahrer von deren Beruf halten. Ulf Merbold antwortete über seine Weltraummissionen: „Das war das einzige Mal, dass meine Frau genau wusste, wo ich bin!“ </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Mittwoch, dem 3. Juli, war „Ausschwärmtag“. Die Raumfahrer nahmen über ganz Deutschland verstreut an über 30 verschiedenen, teilweise internen und teilweise öffentlichen Veranstaltungen teil. </p>
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		<title>26. ASE-Kongress Köln &#8211; Erster Tag</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/26-ase-kongress-koeln-erster-tag/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Jul 2013 06:54:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Alexej Leonow]]></category>
		<category><![CDATA[ASE]]></category>
		<category><![CDATA[Astronauten]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
		<category><![CDATA[Köln]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmonaut]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrer]]></category>
		<category><![CDATA[Taikonauten]]></category>
		<category><![CDATA[Treffen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unter dem Motto „Citizens of Space – Stewards of Earth“ fand 1. bis zum 5. Juli 2013 in Köln und Umgebung der diesjährige Kongress der Association of Space Explorers (ASE) statt. Über achtzig Astro-, Kosmo- und Taikonauten aus siebzehn Ländern trafen sich, um sich über verschiedene Raumfahrtthemen auszutauschen. Ein Beitrag von Kirsten Müller. Quelle: RN. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/26-ase-kongress-koeln-erster-tag/" data-wpel-link="internal">26. ASE-Kongress Köln &#8211; Erster Tag</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Unter dem Motto „Citizens of Space – Stewards of Earth“ fand 1. bis zum 5. Juli 2013 in Köln und Umgebung der diesjährige Kongress der Association of Space Explorers (ASE) statt. Über achtzig Astro-, Kosmo- und Taikonauten aus siebzehn Ländern trafen sich, um sich über verschiedene Raumfahrtthemen auszutauschen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/redakteure/" data-wpel-link="internal">Kirsten Müller</a>. Quelle: RN.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Prominenteste Anwesende waren der Russe Alexej Leonow, der 1965 mit Wosschod 2 den ersten Ausstieg aus einem Raumschiff unternommen hatte, sowie Apollo-9-Astronaut Rusty Schweickart, außerdem viele russische Kosmonauten aus den Saljut- und MIR-Programmen, US-amerikanische Veteranen aus dem Space-Shuttle-Zeitalter, internationale europäische und asiatische ehemalige Raumfahrer, aktive US-amerikanische und russische ISS-Astro- und Kosmonauten sowie die beiden chinesischen Raumfahrer (Taikonauten) Yang Liwei und Liu Boming. Organisiert hatte den Kongress dieses Jahr der deutsche MIR-Astronaut Reinhold Ewald. Die ASE ist eine 1985 gegründete Non-profit-Vereinigung all jener, die jemals im Weltraum waren, und hat jetzt 375 Mitglieder aus 35 Ländern.  <br>Die Veranstaltungen des Kongresses fanden an verschiedenen Orten statt: Köln, Aachen, Bonn, Porz-Wahnheide. Teils waren sie öffentlich, teilweise waren es technische halböffentliche Sitzungen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>1. Juli – Universität Köln</strong> <br>Bei der Eröffnungsveranstaltung am 1. Juli in der Universität Köln bekam Dr. Heinz Riesenhuber, Bundesforschungsminister während der Regierungszeit von Bundeskanzler Helmut Kohl, den Crystal Helmet Award dafür überreicht, dass er durch seine Arbeit die Raumfahrt nach Europa geholt hat. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/19072013085426_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/19072013085426_small_1.jpg" alt="Kirsten Müller" width="260"/></a><figcaption>
Das Präsidium am ersten Kongresstag 
<br>
(Bild: Kirsten Müller)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">In einer anschließenden Pressekonferenz wurde von verschiedenen Aktivitäten der ASE erzählt; so werden unter anderem Stipendien für junge Leute vergeben und Community-Tage veranstaltet. Auch sind einige Astronauten aktiv in den social media; so gibt es welche, die auf Twitter und Flickr über ihr Training berichten und man kann dem DLR-Tweetup folgen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch hat sich nach dem Kalten Krieg das Verhältnis der Astro- und Kosmonauten zueinander geändert. Im Prinzip gibt es zwar verschiedene Namen: Astronauten, Kosmonauten und Taikonauten, aber alle trainieren sie für den gleichen Job. Eigentlich gibt es jetzt 3 Gruppen von Raumfahrern: eine, die nur Englisch spricht, eine die nur Russisch spricht und eine, die nach dem Kalten Krieg das Astronautentraining gemacht hat und beide Sprachen spricht. Damit verstehen sie sich jetzt besser und besser. Aktiven NASA-Astronauten ist es seit 1998 erlaubt, an den ASE-Kongressen teilzunehmen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die bemannte Raumfahrt in der Zukunft, 2030, wird von den Anwesenden verschieden gesehen: Dumitru Prunariu, ASE-Gründungsmitglied aus Rumänien, sieht vor sich, dass es dann jede Menge kommerzielle Raumfahrt und vielleicht sogar ein Hotel im Weltraum geben wird, während Kosmonaut Viktor Sawinych das eher skeptisch sieht. Er glaubt nicht, dass ein Mensch jetzt zum Mars fliegen kann, weil die Medizin trotz der technischen Fortschritte die Auswirkungen der kosmischen Strahlung noch nicht im Griff hat. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Karol Bobko sieht in 10 Jahren wohl das Orion-Programm vor sich, wo Europa das Service-Modul beisteuern möchte. Auch wird dann das US-amerikanische Space Launch System zur Verfügung stehen, eine neue Großrakete. Vor allem denkt er, dass die Raumfahrt &#8211; auch auf der ISS – mehr und mehr kommerziell werden wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachmittags fand die ISS-Themensitzung statt. Nach einer kurzen Vorstellung einiger signifikanter Kongressteilnehmer durch den ehemaligen ESA-Wissenschaftler und IAF-Präsidenten Dr. Berndt Feuerbacher hielt Dr. Rupert Gerzer vom DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin einen Vortrag über die Fähigkeit des menschlichen Körpers, Salz zu speichern, die Effekte der Schwerelosigkeit auf diese Fähigkeit und die Signifikanz hiervon für das Leben auf der Erde. Auch wurde auf die anstehende Eröffnung des Envihab-Institutes am darauffolgenden Freitag hingewiesen. Dort soll eine Verbindung gelegt werden zwischen Weltraum- und irdischer Medizin. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Stephan Hobe erzählte über die Relevanz von Weltraumrecht für Astronauten, und Prof. Dr. Stephan Schlemmer vom 1. Physikalischen Institut der Universität Köln stellte einige Hypothesen in den Raum, ob das Leben auf der Erde eigentlich aus dem Weltraum komme. Dies tat er anhand der Tatsache, dass das Herschel-Observatorium im All komplexe Moleküle gefunden habe, wie zum Beispiel Methanol, polyaromatische Kohlenwasserstoffe, Kohlenmon- und -dioxid, Silikate und Quinon. Auch sind im All Wasser und schweres Wasser angetroffen worden. Anschließend referierte Prof. Dr. Jürgen Stutzki (ESA), Principle Investigator des FT-IR-Instrumentes im Herschel-Observatorium, über Astronomie in der Luft- und Raumfahrt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Kevin Ford, Kommandant der vor kurzem aus dem Weltraum zurückgekehrten ISS-34-Besatzung, hielt danach einen Vortrag über seine Mission und ging hierbei vor allem auf die an Bord geflogenen Experimente aus den Bereichen Humanmedizin, Materialwissenschaften, Biologie, Geowissenschaften und Technologie ein. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/19072013085426_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/19072013085426_small_2.jpg" alt="Kirsten Müller" width="260"/></a><figcaption>
Hans Schlegel referierte über seine beiden Raumflüge. 
<br>
(Bild: Kirsten Müller)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Für die anschließende Frage-Antwort-Sitzung war es möglich, im Vorfeld Fragen per Twitter einzuschicken. Unter anderem wurde gefragt, ob man später auch, wenn man durch privaten Weltraumtourismus ins All gekommen sei, zum ASE zugelassen würde. Antwort auf diese Frage war eigentlich die Anwesenheit des ASE-Mitglieds Anousheh Ansari auf dem Kongress. Ein weiterer Fragesteller schlug vor, mehr Politiker in den Weltraum zu schicken, weil ein Weltraumaufenthalt vielleicht deren Weltbild verändern könne. Hierauf wurde der ehemalige US-Senator Jake Garn vorgestellt, der zur Zeit seines Raumfluges tatsächlich Politiker war. Dieser betonte aber, er sei 25 Jahre lang Pilot gewesen, bevor er in die Politik ging und habe mehr Stunden Flugerfahrung gehabt als so mancher aktive US-Astronaut. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Zukunft der ISS wünschte man sich, dass diese bis 2025 erhalten bleibt. Kevin Ford gab an, sie sei in guter Verfassung und die Wissenschaftler sollten für die Zukunft mit weiteren neuen Vorschlägen kommen, sie zu nutzen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Schluss kam ein Vortrag des deutschen Raumfahrers Hans Schlegel (STS 55 und STS 122), jetzt Chef der ESA-Astronautenausbildung in Houston. Mit Flugerfahrung sowohl auf einem Spacelab-Flug als auch bei der Mission, die den europäischen ISS-Beitrag Columbus in den Weltraum brachte, konnte er beide Systeme gut miteinander vergleichen. Columbus und Spacelab sind sich ziemlich ähnlich, mit dem Unterschied aber, dass Spacelab in das Space Shuttle integriert werden musste und Columbus an die ISS. Größtenteils zeigte Schlegel während seines Vortrages Impressionen der Columbus-Mission STS 122, und schloss ab mit der Erkenntnis, es gebe auf der Welt 7 Milliarden Raumfahrer und eigentlich sei jeder Mensch ein Astronaut. </p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>ASE-Kongress in Edinburgh</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/ase-kongress-in-edinburgh/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Sep 2007 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[50 Years in Space – Launching into the Future]]></category>
		<category><![CDATA[ASE]]></category>
		<category><![CDATA[Astronauten]]></category>
		<category><![CDATA[Edinburgh]]></category>
		<category><![CDATA[Kongress]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmonaut]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=54112</guid>

					<description><![CDATA[<p>Vom 17. bis zum 21. September 2007 fand im schottischen Edinburgh der 20. Kongress der Association of Space Explorers (ASE) statt. Raumfahrer.net war dabei. Ein Beitrag von&#160;Kirsten Müller. Der ASE wurde 1985 als Non-profit-Vereinigung all jener, die jemals im Weltraum waren, gegründet, und trifft sich seither fast jedes Jahr an einem anderen Ort. Insgesamt sind [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/ase-kongress-in-edinburgh/" data-wpel-link="internal">ASE-Kongress in Edinburgh</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Vom 17. bis zum 21. September 2007 fand im schottischen Edinburgh der 20. Kongress der Association of Space Explorers (ASE) statt. Raumfahrer.net war dabei.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von&nbsp;<a href="https://www.raumfahrer.net/redakteure/" data-wpel-link="internal">Kirsten Müller</a>.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/11/ase_edinburgh-1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="(Bild: ASE)" data-rl_caption="" title="(Bild: ASE)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/11/ase_edinburgh.jpg" alt=""/></a><figcaption>(Bild: ASE)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der ASE wurde 1985 als Non-profit-Vereinigung all jener, die jemals im Weltraum waren, gegründet, und trifft sich seither fast jedes Jahr an einem anderen Ort. Insgesamt sind etwa 300 Astro- und Kosmonauten aus 30 Ländern Mitglied. 75 davon aus 15 Ländern nahmen am diesjährigen Kongress in Edinburgh teil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Flugerfahrung der anwesenden Astronauten und Kosmonauten umspannte Apollo (Walter Cunningham, Rusty Schweickart, Vance Brand), Woschod (Alexei Leonov) bis zur ISS (Yuri Usachyov, James Voss, Pavel Vinogradov) und zu aktuellen Shuttle-Flügen (Nicholas Patrick, STS-116). Vorwiegend waren von amerikanischer Seite ehemalige Astronauten aus der frühen Shuttle-Ära anwesend, während die russischen und internationalen Kosmonauten grösstenteils an Salyut- und MIR-Flügen teilgenommen hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>17. September</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit seinem Motto „50 Years in Space – Launching into the Future” umfasste der Kongress sowohl die bisherigen Ereignisse in der Raumfahrt als auch die zukünftig geplanten Aktivitäten. Am ersten Tag wurden zwei technische Vorträge gehalten: eine Präsentation von Georgi Grechko (Soyuz 17, Soyuz 26, Soyuz T-14) über die verschiedenen Typen russischer Raketen, die schliesslich zu Sputnik führten, und ein Vortrag von US-Astronaut Carl Walz (STS-51, STS-65, STS-79, STS-108, ISS-4) über das Human Research Program der NASA. Dieses Programm hat sich zum Ziel gesetzt, die Risiken für Astronauten während Raumflügen zu erforschen und zu reduzieren. Teilnehmer sind die NASA-Zentren Ames Research Center in Moffett Field, Kalifornien, Johnson Space Center in Houston, Texas, Glenn Research Center in Cleveland, Ohio, Langley Research Center in Hampton, Virginia, Kennedy Space Center in Florida sowie das NASA-Hauptquartier in Washington, bei Langzeitmissionen unterstützt durch Zvedzny Gorodok („Sternenstädtchen“) in Russland und Baikonur in Kasachstan. Es werden unter anderem die Einflüsse kosmischer Strahlung auf die Astronauten und die physische und psychische Gesundheit während längeren Weltruamaufenthalten erforscht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>18. September</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Aktivitäten des Kongresses beschränkten sich nicht nur auf Edinburgh. Am 18. September wurden bei einer Veranstaltung in der Strathclyde-Universität in Glasgow die internationalen Raumfahrtprogramme präsentiert. Der kanadische CSA-Astronaut Chris Hadfield (STS-74, STS-100) beschrieb den momentanen Status der Internationalen Raumstation. Innerhalb der kommenden neun Monate werden bei der ISS verschiedene neue Laboratorien angebaut. Die NASA plant, 2010 das Shuttle-Programm zu beenden. Der geplante Nachfolger ist das Constellation-Programm (Raumfahrer.net&nbsp;<a href="https://www.raumfahrer.net/constellation-missionen/" data-wpel-link="internal">berichtete</a>), mit dem man sowohl die ISS anfliegen als auch längerfristig Mond- und Marsmissionen durchführen kann. Die Russen sind unterdessen dabei, die Soyuz-Kapsel weiter zu modifizieren. Das erste neue Modell, 701, soll 2008 zum ersten Mal gestartet werden. Im Frühjahr 2009 wird die ISS wahrscheinlich so viel Elektrizität produzieren, dass ihre Besetzung von drei auf sechs Personen erhöht werden kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die japanische JAXA-Astronautin Chiaki Mukai (STS-65, STS-95) hielt anschliessend einen Vortrag über die japanischen Beiträge zur ISS. Japan möchte die ISS nutzen für wissenschaftliche Experimente und als Mittel, die Jugend für Wissenschaft zu interessieren. Es steuert zur Raumstation das Japanese Experiment Module (JEM) / KIBO und das HTV (H II Transfer Vehicle) bei. Ausserdem trainiert es momentan acht JAXA-Astronauten sowie Bodenpersonal. Das Training dieser Astronauten findet in Houston, Star City sowie im japanischen Trainingszentrum Tsukuba statt. Als nächste japanische Astronauten werden Takao Doi an STS-123 und Akihiko Hoshide an STS-124 teilnehmen. Der erste Japaner, der an einer ISS-Langzeitmission teilnehmen wird, ist Koichi Wakata, geplantes Mitglied der Besatzung von Expedition 18.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wird drei Shuttle-Flüge kosten, das KIBO-Module bei der ISS anzubauen. Das H II Transfer Vehicle ist ein unbemannter Frachttransporter, der voraussichtlich mit einer japanischen Trägerrakete von einem Startplatz in Japan gestartet wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Reinhold Ewald (ESA) (Soyuz TM-25) beschrieb die europäischen Aktivitäten auf der ISS. Während Thomas Reiters Astrolab-Mission hat der Austausch der Expedition 13-Besatzung gegen die Expedition 14-Besatzung stattgefunden. Für Expedition 14 war, wie Ewald erzählte, Reiter der Erfahrenere, den sie immer fragen konnten, wie alles funktioniert. Der nächste Raumflug mit europäischer Beteiligung wird Ende Oktober 2007 die Mission STS-120 mit Paolo Nespoli sein, bei der das in Italien gebaute Modul Node 2 zur ISS gebracht und dort angebaut wird. Danach wird bei STS-122 im Dezember das Columbus-Modul an die ISS installiert werden. An Bord werden der deutsche ESA-Astronaut Hans Schlegel sowie der Franzose Leopold Eyharts sein, der den Amerikaner Daniel Tani als Langzeitastronauten ersetzen wird. Eyharts’ Mission, der zweite Langzeitaufenthalt eines Europäers auf der ISS, wird den Namen E1 haben, als erste Mission nach der Installation von Columbus. Betreut wird Columbus vom Columbus Control Center in Oberpfaffenhofen, Deutschland. Als weiteren europäischen ISS-Beitrag erwähnte Ewald das ATV (Automatic Transfer Vehicle). Ausserdem zeigte er am Ende der Veranstaltung eine 3D-Führung von Thomas Reiter durch die ISS.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Chris Hadfield aus Kanada hielt danach eine Präsentation über die kanadische Weltraumagentur CSA, welche 635 Mitarbeiter beschäftigt und ihren Hauptsitz in Montreal hat. Alle kanadischen Astronauten bisher haben an Space Shuttle-Flügen teilgenommen. Im kommenden Jahr wird es eine neue Selektionsrunde für kanadische Astronauten geben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abgeschlossen wurde der Tag durch eine Podiumsdiskussion mit Jeffrey Hoffman (STS-51D, STS-35, STS-46, STS-61, STS-75), Oleg Atkov (Soyuz T-10), Jan Davis (STS-47, STS-60, STS-85), Chris Hadfield und Nicholas Patrick (STS-116) und einer Abordnung der Universität Strathclyde, in der sie Fragen von Studenten aus dem Publikum und von Live-Internetübertragungen stellten. Es wurden unter anderem künstliche Intelligenz, Nuklearantrieb für Raketen, kosmische Strahlung sowie Leben ausserhalb der Erde angesprochen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>19. September</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Tagsüber besuchten die 75 Raumfahrer Schulen in ganz Schottland, um den Schülern ihre Weltraumergebnisse näherzubringen. Abends fand in Edinburgh eine Reihe öffentlicher Vorträge über die Veränderungen des Planeten Erde, wie man sie innerhalb der letzten Jahrzehnte vom Weltraum aus beobachten konnte, statt. Kosmonaut Viktor Savinykh ((Soyuz T-4, Soyuz T-13, Soyuz TM-5) betonte zuallererst, wie viele Raumfahrtereignisse sich 2007 jähren: vor 150 Jahren wurde Konstantin Tsiolkovski geboren, der vielen als Vater der Raketenwissenschaft gilt, vor 100 Jahren war die Geburt des sowjetischen Chefkonstrukteurs Sergej Korolev und vor 50 Jahren hatte der Start des ersten Erdsatelliten Sputnik 1 stattgefunden. Hauptthema von Savinykhs Vortrag war jedoch die Zunahme natürlicher und anthropogener Naturkatastrophen in den letzten 30 Jahren. So sind zum Beispiel innerhalb der letzten 20 Jahre 20% aller Korallenriffe verschwunden. Aus dem Weltraum lassen sich über die Jahre hinaus Veränderungen an den Landschaften beobachten. So wurden Satellitenbilder von einigen Hurricans und von der Tsunami-Katastrophe 2004 gezeigt. Auch die Austrocknung des Aralsees zwischen 1975 und 2007 wurde anhand einer Fotoreihe eindrucksvoll illustriert, ebenso wie die Ausbrüche des Ätna 2002 und des Karymsky-Vulkans in Kamtschatka, Sibirien. Fortgesetzt wurde dieses Thema von US-Astronaut Jay Apt (STS-37, STS-47, STS-59, STS-79). Unter anderem zeigte er Weltraumbilder von der Verringerung des Waldes in Madagaskar, vom Smog in Norditalien, der – nach Los Angeles – der zweitstärkste Smog der Welt ist, von den Waldbränden im Amazonasgebiet und von zwei Asteroideneinschlägen in Kanada. Anschliessend zeigte Kosmonaut Sergey Avdeev (Soyuz TM-15, Soyuz TM-22, Soyuz TM-29) einen Film von der MIR-Raumstation, wo die Veränderungen an Meeresküsten beobachtet wurden. Abgeschlossen wurde der Abend mit einer Frage- und Antwortrunde mit den drei Raumfahrern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>20. September</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Programm am 20. September fand in der Universität in Edinburgh statt, war öffentlich zugänglich und beschäftigte sich mit der Zukunft der verschiedenen Weltraumprogramme. Pavel Vinogradov (Soyuz TM-26, Soyuz TMA-8, ISS-13) stellte die vorläufigen Ausbaupläne für die ISS vor. Zwischen Mai 2008 und Januar 2009 ist geplant, mit 3 Leuten an Bord zu arbeiten. Vom April bis zum November 2009 wird die Raumstation genug „Wohnraum“ bekommen, um ab dann eine Bewohnung durch 6 Personen zu ermöglichen. Die Anzahl der möglichen Andockstellen wird dann von 3 auf 4 erhöht sein. Auch findet heutzutage 1 Stunde am Tag lang Kommunikation zwischen der Raumstation und der Erde statt. Es ist geplant, dies in Zukunft 24 h täglich zu ermöglichen. Auch soll ein neues Training stattfinden, so dass Mannschaftsmitglieder für unterschiedliche Aufgaben trainiert werden können. Jim Voss (STS-44, STS-53, STS-69, STS-101, STS-102, ISS-2) beschäftigte sich anschliessend mit Sinn und Zweck von Kommerzialisierung der Raumfahrt. Dies wurde erstmalig 2004 im „Vision for Space Exploration“- Programm und später 2005 im NASA Authorization Act festgelegt, ausserdem haben die folgenden Märkte hierfür Bedarf angemeldet: NASA- Crew- und Frachttransporte, die amerikanische nationale Sicherheit, Weltraumtourismus und industrielle Anwendungen. Vor allem die Frachttransporte sind ein wichtiger Punkt, wird doch dort nach einem Ersatz für den Shuttle gesucht, der über das ATV, das HTV und das russische Progress-Fahrzeug hinausgeht. Es ist bereits ein Budget von 500 Millionen US-Dollar bereitgestellt worden für das Programm COTS zur Demonstration kommerzieller Weltraumtransportmöglichkeiten. Zwanzig Betriebe haben 21 Vorschläge für dieses Programm eingereicht. Die beiden, die durch COTS bezuschusst werden, sind Rocketplane Kistler / X-Prize Foundation in Oklahoma City und Space Exploration Technologies (SpaceX) in Kalifornien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">US-Astronaut Dave Leestma (STS-41G, STS-28, STS-45) stellte danach das Constellation-Programm dem Publikum vor, das neben den anderen Raumfahrern vorwiegend aus Studierenden und Professoren der Universität sowie allgemein Interessierten bestand. Anders als Apollo kann Constellation überall auf dem Mond landen. Als möglicher Standort für eine bemannte Mondstation wird der Südpol des Mondes ins Auge gefasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschliessend hielt Reinhold Ewald einen Vortrag über die Zukunftspläne der ESA, wobei er sich diesmal auf die unbemannten Aktivitäten konzentrierte. Unter anderem passierten Cassini-Huygens, Gaia, Bepi Colombo und das James Webb Space Telescope die Revue, Auch wurde kurz auf die zukünftig geplanten Programme LISA Pathfinder, Herschel und Planck eingegangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die darauf folgende Diskussions- und Frage-Antwortrunde schnitt unter anderem das Thema der wiederverwendbaren Raumtransporter an. Pavel Vinogradov wusste zu berichten, dass die Russen zwar keine Erfahrung mit der Wiederverwendung der Soyuz-Kapsel haben, jedoch manchmal Teile der Steuerungseinrichtungen und der Geräte, mit denen die Gesundheit der Kosmonauten überwacht wird, mehrmals benutzen. Eine Wiederverwendung der gesamten Soyuz-Kapsel ist nie in Erwägung gezogen worden, wegen der hohen Instandhaltungskosten. Bei 10-15 Starts im Jahr wäre das rentabel, jedoch nicht bei 3-4 Starts jährlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der zweite Teil der Vortragsreihe beinhaltete Vorträge zu den Themen Crewsicherheit, Pflanzen züchten im Weltraum sowie Erde und Umwelt aus der Weltraumperspektive. Professor Jose Torero vom Institut für Brandsicherheit der Universität Edinburgh zeigte die Unterschiede zwischen Brandsicherheit in einem Gebäude auf der Erde und in der Internationalen Raumstation auf. Auf der Erde lässt sich Brandsicherheit durch Alarmanlagen, Notausgänge, Termoprotektion, Sprinkleranlagen und schliesslich durch die Feuerwehr gewährleisten, während man im Falle eines Feuers auf einer Raumstation keine Hilfe bekommt und nicht weiss, wohin man fliehen kann. Probleme sind hier, dass sich der Rauch nicht schnell bemerken lässt, weil es ja im Weltraum keine Gewichtsunterschiede zwischen den verschiedenen Luftschichten gibt. Auch wirken Feuerlöschmittel, die das Feuer ersticken, wie Wasser oder Kohlendioxid, im Weltraum nicht. Reinhold Ewald berichtete kurz über die Erfahrungen, die er bei dem Feuer während seines MIR-Aufenthaltes machte. Im Training werden den Astronauten folgende Massnahmen im Falle eines Feuers beigebracht: bei kleinen Feuern ist alle Elektrizität auszuschalten, bei grösseren sind die Feuerlöscher zu betätigen. Atmen ist genauso wichtig wie das Feuer in den Griff zu kriegen, deshalb sollen erst die Feuerschutzmasken angelegt. Mittlerweile hätte Ewald es eigentlich lieber, nach seinen wissenschaftlichen Experimenten gefragt zu werden, statt immer nur nach dem Feuer. Auch Talgat Musabaev (Soyuz TM-19, Soyuz TM-27, Soyuz TM-32) und Georgi Grechko haben Erfahrungen mit Feuern im Weltraum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für zukünftige längere Weltraummissionen ist auch das Züchten von Pflanzen von Bedeutung: als Nahrungsquelle, zur Aufnahme von Kohlendioxid, zur Produktion von Sauerstoff und zum Recycling von Wasser. Wie Professor Mike Dixon von der Universität Guelph erwähnte, werden alle Pflanzen an Bord zukünftiger Raummissionen genetisch modifiziert sein, dies wegen der Zusammensetzung der Atmosphäre in den zukünftigen Raumschiffen. In Experimenten auf der Erde wurde auf jeden Fall nachgewiesen, dass Paprikapflanzen für vernünftiges Wachstum Atmosphärendruck brauchen. Die Biofiltration von Innenluft durch Pflanzen wird auch schon in grossen Bürogebäuden auf der Erde angewandt. Yuri Gidzenko (Soyuz TM-22, Soyuz TM-31, ISS-1, Soyuz TM-34) als Respondent des ASE, berichtete daraufhin von Experimenten, die im Weltraum mit Weizenkeimlingen durchgeführt worden sind, wobei die Schwerkraft der variable Parameter war. Es wurde festgestellt, dass der Weizen sich unter Weltraumbedingungen ganz normal entwickelt und die Schwerelosigkeit nicht sein Wachstum beeinträchtigt. Auf der ISS werden Wachstumsexperimente im Gewächshaus LADA durchgeführt. Der polnische Kosmonaut Miroslaw Hermaszewski (Soyuz-30) erwähnte in der anschliessenden Fragestunde, dass er während seiner Salyut-Mission Pilze in Richtung Licht hat wachsen sehen, und fragte Gidzenko nach dem Verhalten von dessen Weizen – dieser wuchs auch in Richtung Licht und seine Wurzeln in Richtung der Nahrungsquelle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Klimaveränderungen warten wieder Thema von zwei Vorträgen. Dr. Andrew Shepherd von der Universität Edinburgh erzählte, dass die Eiskappe der Antarktis sich innerhalb der letzten zwei Monate verkleinert hat. US-Astronaut Mario Runco (STS-44, STS-54, STS-77) zeigte anhand des berühmten vollständigen Bildes der Erde, das im Dezember 1968 von der Apollo 8-Besatzung gemacht wurde, einige klimatische Besonderheiten auf: So sind dort beispielsweise über der Antarktis keine Wolken abgebildet, weil es dort so kalt ist. Auch wird auf dem afrikanischen Kontinent eine wolkenlose Sahara und Kalahari-Wüste gezeigt. Dazwischen befindet sich ein grüner Gürtel. Der Tschadsee, in der südlichen Sahara, lag früher mal in diesem Grüngürtel. Auch erwähnte Runco wieder die Verringerung der Oberfläche des Aralsees; war diese 1992 48.500 km², so betrug sie 1998 27 187 km².</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>21. September</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vorträge am letzten Kongresstag waren den Risiken eventueller Asteroiden gewidmet. US-Astronaut Rusty Schweickart (Apollo 9) berichtete erst über die zwei Möglichkeiten, einen Asteroiden von seiner Bahn abzulenken: durch einen kinetischen Anprall, der den Asteroiden aus seiner Bahn wegschubst, oder durch einen Körper, der den Asteroiden durch seine Schwerkraft aus der Bahn herausholt. Szenarien von Explosionen der Asteroiden, wie sie der amerikanische Spielfilm „Armageddon“ zeigt, werden bei diesen Forschungen allerdings nicht in Betracht gezogen, vielmehr veschäftigt man sich lieber mit real machbaren Lösungen. Dorin Prunariu (Soyuz-40) aus Rumänien und Tom Jones (STS-59, STS-68, STS-80, STS-98) stellten dazu das ASE-NEO (Near Earth Object)-Komitee vor, dem sechs ASE-Mitglieder angehörten. Elf ASE-Mitglieder haben an Veranstaltungen teilgenommen, um finanzielle Hilfe für bisher vier Workshops zu bekommen, die sich mit dem Thema Asteroiden auseinandersetzen. Das ASE-NEO-Komitee agiert unabhängig von irgendwelchen staatlichen Agenturen. Sein Motto ist, „aus einer Gefahr eine Möglichkeit zu machen“. Die geschätzte Wahrscheinlichkeit eines ernstzunehmenden Asteroideneinschlags auf der Erde ist allerdings einmal alle 600 bis 800 Jahre, daher lässt sich von einer grossen „Gefahr“ eigentlich gar nicht reden. Auf die Frage eines russischen ASE-Teilnehmers, wieso man hierüber nicht mehr PR mache und mehr mit den Medien zusammenarbeite, um Forschungsgelder reinzubekommen, antwortete das Komitee, dies sei ein Thema für ernsthaftes Nachdenken und Mitdenken und nicht für allzu grosse Panikmache in der Öffentlichkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt war der ASE-Kongress eine einzigartige Gelegenheit, viele Raumfahrer aus verschiedenen Nationen und Raumfahrtprogrammen hautnah auf einmal zu erleben. Auch das behandelte Thememspektrum war sehr breit. Bei den öffentlichen Veranstaltungen zeigten sie sich dem Publikum sehr zugänglich und waren auch mal für kleine Gespräche zwischendurch zu haben. Wann ein solcher Kongress wieder hier in Europa veranstaltet wird, ist noch nicht bekannt, im nächsten Jahr findet er jedenfalls in Seattle, Washington, USA statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"> <strong>Verwandte Webseiten:</strong>&nbsp;<a rel="noreferrer noopener follow" target="_blank" href="https://www.space-explorers.org/" data-wpel-link="external">Homepage der ASE</a> </p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Neue Generation intelligenter Raumfahrzeuge</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Jun 2004 09:15:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[ASE]]></category>
		<category><![CDATA[Fotos]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine neuartige Software soll in Raumfahrzeugen eingesetzt werden um den Wissenschaftlern enorm bei der Datenauswertung zu helfen. Ein Beitrag von Andreas Tramposch. Quelle: SpaceflightNow. Es gibt nichts Schlimmeres als einen Satelliten, der keine Entscheidungen treffen kann. Statt die gesammelten Daten zu sortieren, spuckt er einfach alles gesammelte aus und überhäuft die Wissenschaftler mit rießigen Mengen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Eine neuartige Software soll in Raumfahrzeugen eingesetzt werden um den Wissenschaftlern enorm bei der Datenauswertung zu helfen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Andreas Tramposch. Quelle: SpaceflightNow.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt nichts Schlimmeres als einen Satelliten, der keine Entscheidungen treffen kann. Statt die gesammelten Daten zu sortieren, spuckt er einfach alles gesammelte aus und überhäuft die Wissenschaftler mit rießigen Mengen von Informationen. Es ist ähnlich einer Zeitung ohne Schlagzeilen und Rubriken in der die Meldungen endlos aneinander gereiht sind.  Forscher der Univesität in Arizona und dem <i>Jet Propulsion Laboratory</i> (JPL) arbeiten daran dieses Problem zu lösen. Sie sind dabei eine neuartige Software zu entwickeln, die bestimmte Muster wieder erkennen soll. Diese intelligente Software kann in allen Raumfahrzeugen wie Orbitsatelliten, Erkundungssatelliten oder Rover verwendet werden.    </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27062004111514_small_1.jpg" alt="None" width="287" height="707"/><figcaption>
Die Software erkennt eine Abweichung der gespeicherten Bilder und meldet vulkanische Aktivitäten am Gipfel des Mt Erebus in der Antarktis. 
<i>(Quelle: SpaceflightNow)</i>
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Wissenschaftler entwickeln gerade diese Software speziell für den NASA Satelliten <i>EO-1</i>. <i>EO-1</i> soll dann in der Lage sein die gesammelten Daten zu sortieren und die interessantesten Daten zuerst zu übermitteln und die restlichen Daten für eine spätere Übermittlung zurückzuhalten.  Obwohl das Projekt, <i>Autonomous Sciencecraft Experiment</i> (ASE) noch immer in der Testphase ist, hat es bereits eine Überflutung des australischen Diamantina Flusses entdeckt.  &#8222;Wir haben einige Aufnahmen von Satelliten dazu verwendet unsere Software im Labor zu testen,&#8220; sagte Felipe Ip, Student der <i>Hydrogen und Water Resource</i> (HWR) Abteilung. &#8222;Wir hatten keine Ahnung, dass der Diamantina River überflutet war, aber als wir die Fotos durch unsere Software jagten, erzählte es uns: <i>&#8222;Hey, wir haben hier eine Überschwemmung&#8220;</i>. Wir waren erfreut, denn genau für das wurde die Software entwickelt.&#8220;  Während Felipe Ip unter der Führung von HWR Forscher James Dohn und Viktor Baker, die Überflutungs-Erkennung für den Satelliten <i>EO-1</i> entwickelt, entwickeln andere Teammitglieder ähnliche Software um vulkanische Aktivitäten oder Änderungen in Eisplatten zu entdecken.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Software der Überflutungs-Erkennung vergleicht Satellitenfotos mit gespeicherten Bildern. Falls der Fluss nicht überflutet ist und die Fotos ähnlich den der gespeicherten sind, bleibt der Satellit ruhig. Aber falls der  Computer des Satelliten signifikante Veränderungen erkennt, macht er mehr Fotos und benachrichtigt die Wissenschaftler auf der Erde.  Der nächste Schritt der Testphase wird im Juli eingeleitet, wenn die Software der Überflutungs-Erkennung an Bord von <i>EO-1</i> beinahe in einem automatischen Modus laufen wird.  Während das kurzzeitige Ziel sich darauf konzentriert, Ereignisse wie Vulkanausbrüche, Überschwemmungen oder Änderungen der Eisplatten auf der Erde aufzuzeichnen, soll die ASE Software in Zukunft auch den Wissenschaftlern helfen ähnliche Ereignisse im ganzen Sonnensystem aufzuzeichnen.  Das können Aktivitäten am Mars sein, um Wasserquellen zu entdecken oder auf dem Mond Io des Planeten Jupiters Vulkanausbrüche zu beobachten. Auch um Veränderungen des Saturnringes oder Kometenschweifen zu erforschen wird diese Software angewendet werden.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Durch die Verwendung der Software, verpassen wir nicht kurzzeitige Ereignisse wie Vulkanausbrüche oder Stürme,&#8220; sagte Ip. &#8222;Statt mich durch Tausende Fotos durchzuarbeiten, kann ich nachts beruhigt schlafen gehen, da ich weiß, dass ein kluger Satellit die Arbeit für mich erledigt.&#8220;   </p>
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