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	<title>CEV &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>CEV &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<item>
		<title>Neue Namen für eine neue Raketengeneration</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/neue-namen-fuer-eine-neue-raketengeneration/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Jul 2006 19:04:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raketen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jeder kennt wohl die ehrgeizigen Pläne der NASA. Zum Beispiel den Shuttle-Nachfolger? Nicht? Vor kurzem wurden die Namen der Startsysteme bekannt gegeben, die zukünftige Raumfahrtfahrzeuge in den Weltraum befördern sollen. Bühne frei für die Startsysteme Ares I und Ares V. Ein Beitrag von Martin Ollrom. Quelle: NASA. Die NASA hat letzten Freitag die neuen Namen [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Jeder kennt wohl die ehrgeizigen Pläne der NASA. Zum Beispiel den Shuttle-Nachfolger? Nicht? Vor kurzem wurden die Namen der Startsysteme bekannt gegeben, die zukünftige Raumfahrtfahrzeuge in den Weltraum befördern sollen. Bühne frei für die Startsysteme Ares I und Ares V.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Martin Ollrom</a>. Quelle: NASA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die NASA hat letzten Freitag die neuen Namen für die Startsysteme der nächsten Generation bekannt gegeben. Mit Hilfe dieser Startsysteme und dem <i>Crew Exploration Vehicle (CEV)</i> soll die Menschheit wieder einen Schritt auf den Mond setzen und den Mondflug zur Routine werden lassen. Später soll auch der Mars als Ziel ins Auge gefasst werden – vielleicht noch andere Ziele im Sonnensystem? Das Startsystem, welches das CEV ins All transportieren soll, wird Ares I genannt. Das Startsystem für schwerere Nutzlasten wird nun als Ares V bekannt werden. „Es ist absolut angebracht, dass wir diese Startsysteme Ares nennen, denn Ares ist ein Pseudonym für Mars – unser erklärtes Ziel“, sagt Scott Horowitz, Mitarbeiter in der NASA Exploration System Mission Direction in Washington. „Wir finden die alten Nummerbezeichnungen sehr gut und begrüßen somit die große Zukunft des NASA Exploration Programs und die damit verbundenen Missionen.“ </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06072006210414_small_1.jpg" alt="NASA" width="407" height="347"/><figcaption>
Ein CEV, gestartet von Ares I, nähert sich der ISS. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Aber warum gerade I und V? Die Antwort auf diese Frage ist auch leicht zu geben und liegt in der Vergangenheit, genauer gesagt in der Apollo-Zeit. Die I und V soll an die erfolgreichen Apollo-Startsysteme erinnern. Damals arbeitete man mit Saturn-I und Saturn-V-Raketen, und sie waren die ersten amerikanischen Startraketen, die explizit für die bemannte Raumfahrt konzipiert waren. Doch wird das CEV seinen Namen behalten? Derzeit ja, auf Dauer wohl nicht. Die NASA wird dem CEV, dem offiziellen Shuttle-Nachfolger, erst später den richtigen Namen verpassen. Das CEV wird von der Ares I in den Weltraum getragen. Deren erste Stufe ist nicht neu entwickelt, sondern eine Verbesserung und Ableitung der jetzigen Shuttle-Feststoffbooster, fünf Segmente hoch statt wie beim Shuttle vier, und wesentlich verbessertem Lagekontrollsystem. In der zweiten Raketenstufe wird ein Antrieb namens J-2X (basierend auf flüssigem Wasser- und Sauerstoff), der seinerseits eine Weiterentwicklung des legendären J-2 Triebwerks von <i>Saturns</i> zweiter Raketenstufe, für Geschwindigkeit sorgen. Ares I wird mehr als 24,5 Tonnen in einen niedrigen Erdorbit schießen können. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ares V ist dagegen für Schwerlasten ausgelegt. Diese Rakete wird fünf RS-68-Triebwerke haben, die auf einer größeren Version des externen Shuttle-Tanks montiert sind. Zusätzlich noch einmal fünf „normale“ Raketenantriebe für die erste Raketenstufe. Die weiteren Raketenstufen verwenden denselben J-2X Antrieb wie Ares I, aber durch die größeren und stärkeren Antriebe aus der ersten Raketenstufe kann Ares V viel mehr transportieren. Mit diesem System ist ein Transport von 128 Tonnen Nutzlast in den Weltraum möglich. Dieses System wird verwendet, um mögliche Elemente für eine Mondbasis oder für Mondflüge in den Weltraum zu bringen.    
</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Neues Weltraumrennen hat begonnen</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/neues-weltraumrennen-hat-begonnen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Apr 2006 19:49:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[CEV]]></category>
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		<category><![CDATA[NASA-Budget]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach dem Weltraumrennen zwischen Amerika und Russland, welches Amerika mit der ersten Mondlandung 1969 gewonnen hat, befindet sich Amerika wieder in einem Weltraumrennen &#8211; diesmal mit China. Ein Beitrag von Andreas Tramposch. Quelle: Space.com. Vertont von Julian Schlund. Einige amerikanische Kongressabgeordnete sind der Meinung, dass sich Amerika und China in einem noch uneingestandenen Weltraumrennen befinden [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Nach dem Weltraumrennen zwischen Amerika und Russland, welches Amerika mit der ersten Mondlandung 1969 gewonnen hat, befindet sich Amerika wieder in einem Weltraumrennen &#8211;  diesmal mit China.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Andreas Tramposch</a>. Quelle: Space.com. Vertont von Julian Schlund.</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2006-04-02-75597.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Einige amerikanische Kongressabgeordnete sind der Meinung, dass sich Amerika und China in einem noch uneingestandenen Weltraumrennen befinden und Amerika diesen verlieren wird, wenn das Raumfahrtbudget nicht erhöht wird. Die kommunistische Nation China betreibt und investiert ihr bemanntes Raumfahrtprogramm auf einer militärischen Ebene, besitzt geschätzte 200.000 Angestellte und hat vor kurzem das offizielle Ziel veröffentlicht, im Jahr 2017 einen Astronauten am Mond zu landen. Im Gegensatz zu China ist das amerikanische Raumfahrtprogramm zivil und an ein limitiertes Budget gebunden, es sind weniger als 20.000 Angestellte beschäftigt, und Amerika ist gerade dabei, die Vorherrschaft der bemannten Weltraumerforschung zu verlieren. &#8222;Momentan findet ein Weltraumrennen statt und die amerikanische Bevölkerung ist sich voll im Unklaren darüber,&#8220; sagte der Republikaner Tom DeLay.  <br>Am Donnerstag trafen sich amerikanische Politiker mit dem <i>NASA</i>-Administrator Mike Griffin, um über die Budgetanfrage von der Bush-Administration für das Weltraumprogramm zu diskutieren. Bei diesem Hearing hatte man den Eindruck, dass die Politiker diesmal mehr tun wollten, als nur über dieses Thema zu reden. So wurde Griffin gebeten, innerhalb von 30 Tagen einen Bericht über das chinesische Raumfahrtprogramm und dessen Ziele sowie eine Einschätzung darüber an den Kongress zu schicken. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01042006214943_small_1.jpg" alt="Bildquelle" width="260"/><figcaption>
Mit der Saturn V Trägerrakete besaß Amerika schon eine leistungsfähige Trägerrakete, die wie hier bei der Apollo 11 Mission eine bemannte Mondmission durchführen konnte. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Chinas neues Raumfahrzeug <i>Shenzou</i> ist in der Lage, eine Crew bei einer Mond-Umrundungsmission zu versorgen. Die Trägerrakete <i>Langer Marsch</i> ist aber noch nicht leistungsstark genug, um das Raumfahrzeug dort hinzubringen. Auf der anderen Seite besitzt Amerika weder ein Raumfahrzeug noch eine leistungsstarke Trägerrakete, um einen bemannten Trip zum Mond zu schaffen. Nach der letzten bemannten Mondlandung der Amerikaner im Dezember 1972, führte Amerika mit dem <i>Space Shuttle</i> nur mehr bemannte Missionen im erdnahen Orbit durch. Die <i>NASA</i> hat bereits begonnen, an einem neuen <i>CEV (Crew Exploration Vehicle)</i> zu arbeiten &#8211; dieses wird aber aufgrund von Budgeteinschränkungen nicht vor 2013 funktionsfähig sein. Eine neue Trägerrakete, die das <i>CEV</i> zum Mond bringen soll, wird erst einige Zeit danach einsatzfähig sein. Nach Berechnungen der <i>NASA</i> werden erst im Jahr 2018 das <i>CEV</i> und die neue Trägerrakete bereit für eine bemannte Mission zum Mond sein. Das ist ein Jahr nach dem veröffentlichten Ziel der Chinesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hätte die <i>NASA</i> mehr Geld zur Verfügung, könnte sich das Fertigstellungsdatum nach vorne verschieben. Einige amerikanische Politiker, vorneweg der Republikaner Tom DeLay, werben nun für mehr Geld, denn ihrer Ansicht nach ist der Einsatz zu hoch um sich den Chinesen geschlagen zu geben. &#8222;Wir hatten eine 40 jährige Vorherrschaft im Weltraum und wir geben sie gerade auf,&#8220; sagte DeLay. Die Diskussion über das Weltraumrennen wurde vom Republikaner Mark Kirk gestartet, der im Februar diesen Jahres bei der ersten Delegation einer amerikanischen Regierung Chinas Weltraumeinrichtung besuchte. In seinen Augen haben die zum Teil veralteten Anlagen des amerikanischen Weltraumbahnhofes gegen die hochmodernen Einrichtungen der Chinesen keine Chance.  
</p>
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			</item>
		<item>
		<title>NASA: Bis 2018 zum Mond</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/nasa-bis-2018-zum-mond/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Sep 2005 13:41:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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		<category><![CDATA[Mondlandung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA hat Anfang dieser Woche detaillierte Planungen für die Rückkehr zum Mond und dabei auch gleich den Shuttle-Nachfolger vorgestellt. Ein Beitrag von Michael Stein. Quelle: NASA. Ein wesentliches Element der amerikanischen Mond-Pläne ist eine umfassende Weiterverwendung und -entwicklung erprobter Shuttle-Technologien in Verbindung mit einer Erhöhung der Sicherheitsstandards für die zukünftigen Mondfahrer. Im [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA hat Anfang dieser Woche detaillierte Planungen für die Rückkehr zum Mond und dabei auch gleich den Shuttle-Nachfolger vorgestellt.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Michael Stein. Quelle: NASA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21092005154143_small_1.jpg" alt="" width="511" height="287"/><figcaption>
Eine amerikanische Mondlandung mit dem Mondlander und einem Mondrover.
<br>
(Grafik: NASA/John Frassanito and Associates)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ein wesentliches Element der amerikanischen Mond-Pläne ist eine umfassende Weiterverwendung und -entwicklung erprobter Shuttle-Technologien in Verbindung mit einer Erhöhung der Sicherheitsstandards für die zukünftigen Mondfahrer. Im Gegensatz zu den Mondflügen der 1960er und 1970er Jahre sollen zukünftig nicht nur mehrtägige Aufenthalte auf dem Mond möglich sein, vielmehr ist auch die dauerhafte Etablierung einer Mondbasis als mögliche Option in den neuen Planungen der NASA vorgesehen. Doch die Rückkehr zum Mond soll nicht nur eine intensivere und dauerhaftere Erkundung des Erdtrabanten ermöglichen, denn die dabei gesammelten (Langzeit-)Erfahrungen sollen auch zukünftigen Mars-Missionen zugute kommen.
<br>
<strong>Ein neues Crew-Vehicle</strong>
<br>
Doch wie sehen die Planungen der NASA nun im Einzelnen aus? Im Mittelpunkt steht die bereits wiederholt angekündigte Entwicklung eines neuen <i>Crew  Exploration Vehicles (CEV)</i> als Nachfolger der amerikanischen Raumfähren. Dieses bis zu zehnmal wiederverwendbare Raumfahrzeug kann am einfachsten als vergrößerte und modernisierte <i>Apollo</i>-Kapsel beschrieben werden, wenngleich es einige wichtige konzeptionelle Unterschiede gibt. Das neue Raumschiff soll bis zu sechs Astronauten zur Internationalen Raumstation (ISS) und maximal vier Astronauten zum Mond transportieren können. (Alternativ kann die kegelförmige, an der Basis 5,5&nbsp;Meter durchmessende Kapsel auch als Frachttransporter mit einer Nutzlast von bis zu 25&nbsp;Tonnen genutzt werden.) Im Gegensatz zu den <i>Apollo</i>-Kapseln der 1960er Jahre wird das zylindrische Servicemodul, das zusammen mit dem <i>Crew Vehicle</i> das neue <i>Crew Exploration Vehicle (CEV)</i> bildet, mit zwei Solarpaneelen ausgestattet sein, die das Raumfahrzeug während des Fluges mit Energie versorgen. Am Missionsende wird das Servicemodul von dem <i>Crew Vehicle</i> abgesprengt, danach erfolgt der Wiedereintritt der Kapsel in die Erdatmosphäre. Wie bei den <i>Apollo</i>-Raumschiffen erfolgt die Landung mit Hilfe von drei riesigen Fallschirmen, allerdings wird das <i>Crew Vehicle</i> vorzugsweise auf dem Gebiet der Edwards Air Force Base in Kalifornien niedergehen (wofür es mit Airbags oder Bremsraketen ausgestattet sein wird, die die ansonsten harte Landeprozedur komfortabler gestalten sollen) &#8211; Wasserlandungen sollen bei Bedarf aber auch möglich sein.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21092005154143_small_2.jpg" alt="" width="396" height="337"/><figcaption>
Ein 
<i>CEV</i>
 nähert sich der ISS.
<br>
(Grafik: NASA/John Frassanito and Associates)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Wie schon die <i>Apollo</i>-Kapseln wird auch das neue <i>Crew Vehicle</i> mit Hilfe einer konventionellen Trägerrakete gestartet werden. Um die Sicherheit der Besatzung zu erhöhen wird an der Kapsel beim Start eine Rettungsrakete montiert sein, mit der die Crew im Notfall aus der Gefahrenzone geschossen werden kann, um anschließend mit Hilfe der Landefallschirme in sicherer Entfernung zur Startzone landen zu können. Anders als beim Space Shuttle und auch bei den <i>Apollo</i>-Mondmissionen wird das <i>CEV</i> als alleinige Nutzlast starten &#8211; sowohl eventuelle Fracht wie auch Mondlandefähren werden separat gestartet. Als Trägersystem soll dabei ein Shuttle-Feststoffbooster zum Einsatz kommen, der um eine zweite Raketenstufe erweitert wird. Die zweite Stufe soll dabei mit einem Triebwerk des Typs ausgestattet werden, der momentan in den Raumfähren eingesetzt wird, und mit flüssigem Sauerstoff und flüssigem Wasserstoff angetrieben werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Konzept hat aus Sicht der NASA den großen Vorteil, dass für die Trägerrakete vorhandene und bewährte Komponenten zum Einsatz kommen, was einerseits Entwicklungskosten spart und andererseits eine relativ schnelle Verfügbarkeit ermöglicht: Der Erststart des neuen <i>CEV</i> ist zwei Jahre nach Außerdienststellung der Shuttle-Flotte für das Jahr 2012 geplant und wird die Internationale Raumstation zum Ziel haben. Bis zu sechs Mal im Jahr sollen damit neue Besatzungen wie auch Versorgungsgüter zur ISS gebracht werden, sofern sich bis dahin nicht <a href="https://www.raumfahrer.net/spacex-kuendigt-neue-traegerrakete-an/" data-wpel-link="internal">günstigere private Anbieter</a> für diese Aufgabe finden. Interessanterweise soll das Triebwerk des <i>CEV</i>, das im Weltraum für den Antrieb sorgt, flüssiges Methan als Treibstoff nutzen &#8211; ein Rohstoff, der auch auf dem Mars aus den dort verfügbaren Ressourcen gewonnen werden kann. Diese Entscheidung ist ein klarer Fingerzeig auf das anvisierte Fernziel des nun verkündeten Forschungsprogramms: den Roten Planeten.
<br>
<strong>Stärker als ein Space Shuttle</strong>
<br>
Neben dem Trägersystem für das <i>CEV</i> sehen die Planungen der NASA noch eine deutlich stärkere Trägerrakete für den Transport des Mondlanders wie auch anderer Frachten vor. Auch hierbei steht die Adaption bewährter Technologien aus der Shuttle-Ära im Vordergrund. Der <a href="https://www.raumfahrer.net/nasa-legt-sich-auf-schwerlasttraeger-design-fest/" data-wpel-link="internal">neue Schwerlastträger</a> soll aus einem veränderten externen Shuttle-Tank bestehen, der mit fünf Shuttle-Triebwerken ausgestattet werden soll, unterstützt von zwei verlängerten Shuttle-Feststoffboostern. Diese Kombination aus Feststoff- und Flüssigtreibstoffrakete wird bis zu 125&nbsp;Tonnen Nutzlast in einen Erdorbit transportieren können &#8211; ein Mehrfaches der maximalen Space Shuttle-Nutzlast von knapp 30&nbsp;Tonnen und sogar etwas mehr als die 118&nbsp;Tonnen, die von der gigantischen <i>Saturn&nbsp;V</i>-Trägerrakete in einen niedrigen Erdorbit transportiert werden konnten!
<br>
Obwohl die Schwerlastrakete in erster Linie für den Fracht- und Komponententransport für kommende Mond- und Marsmissionen konzipiert ist kann sie bei Bedarf auch Astronauten ins Weltall bringen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21092005154143_small_3.jpg" alt="" width="384" height="287"/><figcaption>
Die neuen Trägerraketen (rechts) im Vergleich zur 
<i>Saturn V</i>
 und dem Space Shuttle.
<br>
(Grafik: NASA/John Frassanito and Associates)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mond 2018</strong>
<br>
Bei der für 2018 geplanten Rückkehr zum Mond würde der neue Schwerlastträger zunächst den Mondlander und eine Raketenstufe, mit dessen Hilfe die Astronauten die Erdanziehungskraft überwinden können, in eine Erdumlaufbahn transportieren. Anschließend würden die vier &#8222;Mondfahrer&#8220; mit einem zweiten Raketenstart folgen und das <i>CEV</i> im Erdorbit an die dort wartende Raketenstufe und den Mondlander andocken. Danach würde die drei Tage dauernde Reise zum Mond beginnen, wo zunächst in eine Umlaufbahn eingeschwenkt werden soll. Anschließend wechseln alle vier Astronauten in den Mondlander (anders als bei <i>Apollo</i> verbleibt kein Astronaut im Mondorbit) und beginnen ihre vier- bis siebentägige Mission auf dem Erdtrabanten. Der Aufstieg zurück zum unbemannt um den Mond kreisenden <i>CEV</i> erfolgt wie bei den <i>Apollo</i>-Missionen dann mit der Oberstufe des Landers, während die Unterstufe als Startplattform dient &#8211; Bilder, die wir so ähnlich bereits in den 1970er Jahren gesehen haben.
<br>
Nach dem Wechsel in das <i>Crew Vehicle</i> geht es zurück Richtung Erde, wo kurz vor dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre das Servicemodul abgesprengt wird, bis die Kapsel schließlich an drei großen Landefallschirmen hängend über dem amerikanischen Festland niedergeht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Soweit ein bekanntes Szenario. Nach den Vorstellungen der NASA werden mindestens zwei Mondmissionen pro Jahr durchgeführt werden, bis schließlich ein dauerhaft bemannter Außenposten auf dem Mond &#8211; wahrscheinlich in der Nähe des Südpols &#8211; etabliert wäre. Wie auch bei der ISS soll die Besatzung dann im Halbjahresrhythmus gewechselt werden, ein Teil der notwendigen Ressourcen soll jedoch vor Ort gewonnen werden. Am lunaren Südpol könnten Wassereisvorkommen vorhanden sein, die für den Betrieb einer dauerhaften Forschungsstation sehr wertvoll wären, und ebenfalls wichtig ist das permanente Vorhandensein von Sonnenlicht zur Energieerzeugung in dieser Polarregion, da andernfalls die 14&nbsp;Erdentage andauernden Mondnächte zu überbrücken wären.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Endziel Mars</strong>
<br>
Die beim Entwurf, Bau und Betrieb eines lunaren Außenpostens gesammelten Erfahrungen wären für eine später geplante Marsmission von unschätzbarem Wert. Des Weiteren würde der geplante Schwerlastträger in der Lage sein, die für eine Marsmission erforderlichen Komponenten in eine Erdumlaufbahn zu bringen, von wo aus wahrscheinlich auch eine solche Mission starten würde. Die Pläne zur &#8222;Rückeroberung&#8220; des Mondes stellen einen logischen Schritt auf dem Weg zum Mars dar. Nun bleibt in den kommenden Jahren abzuwarten, ob die für dieses Unterfangen erforderlichen finanziellen Mittel tatsächlich zur Verfügung gestellt werden. Der NASA-Administrator Michael Griffin hat auf einer Pressekonferenz am Montag dieser Woche klargestellt, dass die Umsetzungsgeschwindigkeit des vorgestellten Programms von den zur Verfügung stehenden Mitteln abhängt. Und vielleicht wird die Rückkehr zum Mond kein rein amerikanisches Vorhaben werden: nicht zuletzt die Europäer könnten mit ihrer wachsenden Expertise und Erfahrung auf vielen Gebieten der Raumfahrt wertvolle Partner bei diesem ehrgeizigen Vorhaben sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ausführliche Informationen über die &#8222;Mond-Pläne&#8220; der NASA (in englischer Sprache) sind unter <a href="https://web.archive.org/web/20230402014844/https://www.nasa.gov/missions/solarsystem/cev.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">https://www.nasa.gov/missions/solarsystem/cev.html</a> verfügbar, unter anderem auch mehrere hochauflösende Grafiken und ein Video, dass den geplanten Ablauf zukünftiger Mondmissionen zeigt.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/nasa-bis-2018-zum-mond/" data-wpel-link="internal">NASA: Bis 2018 zum Mond</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Griffin gibt erste Pressekonferenz</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/griffin-gibt-erste-pressekonferenz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Apr 2005 05:36:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Columbia]]></category>
		<category><![CDATA[Hubble]]></category>
		<category><![CDATA[Mondlandung]]></category>
		<category><![CDATA[Raketen]]></category>
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		<category><![CDATA[Michael Griffin]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Vision for Space Exploration]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=88737</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der neue NASA-Administrator Michael Griffin hat heute Abend im NASA-Hauptquartier in Washington die erste Pressekonferenz seiner Amtszeit gegeben, nachdem er am vergangenen Donnerstag sein Amt angetreten hatte. Ein Beitrag von Gero Schmidt. Quelle: NASA. 18. April 2005 &#8211; Griffin legte zu Beginn noch einmal kurz seine Hauptziele und Pläne dar: Die Wiederaufnahme der Shuttle-Flüge, eine [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/griffin-gibt-erste-pressekonferenz/" data-wpel-link="internal">Griffin gibt erste Pressekonferenz</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Der neue NASA-Administrator Michael Griffin hat heute Abend im NASA-Hauptquartier in Washington die erste Pressekonferenz seiner Amtszeit gegeben, nachdem er am vergangenen Donnerstag sein Amt angetreten hatte.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Gero Schmidt. Quelle: NASA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/112950maingriffinnasa2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/112950maingriffinnasa26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Michael Griffin (li.) beim Ablegen des Amtseids. (Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">18. April 2005 &#8211; Griffin legte zu Beginn noch einmal kurz seine Hauptziele und Pläne dar: Die Wiederaufnahme der Shuttle-Flüge, eine schnellere Entwicklung des Shuttle-Nachfolgers <em>CEV</em> (<em>Crew Exploration Vehicle)</em>, eine Neubewertung der von seinem Vorgänger Sean O&#8217;Keefe getroffenen Entscheidung, die finale Shuttle-Wartungsmission zum <a href="https://www.raumfahrer.net/category/raumfahrt/teleskope/hubble/" data-wpel-link="internal"><em>Hubble</em>-Weltraumteleskop</a> zu streichen, sowie die Umsetzung der Pläne der Bush-Regierung, wieder Menschen zum Mond zu schicken, als Vorbereitung für bemannte Missionen zum Mars und anderen Zielen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im folgenden ging er während der Fragen-Phase noch näher auf das <em>Hubble</em>-Problem ein: Sobald die erste Shuttle-Mission (seit dem <a href="https://www.raumfahrer.net/?s=sts-107" data-wpel-link="internal"><em>Columbia</em>-Unglück</a> im Februar 2003) erfolgreich abgeschlossen sei, werde man sich intensiv damit befassen und recht bald zu einer Entscheidung hinsichtlich der Wartungsmission kommen. Die Zeit drängt, denn man schätzt, dass in zwei oder drei Jahren das Teleskop in einem Zustand sein wird, der es unmöglich machen würde, es noch zu reparieren.<br><br>Wiederholt wurde er gefragt, ob er auch einen Shuttlestart befürworten würde, wenn noch nicht alle Bedingungen, die das CAIB (<em>Columbia Accident Investigation Board</em>) für eine Wiederaufnahme des Shuttle-Programms gestellt hatte, erfüllt wären, was Griffin bejahte. Er würde sich in erster Linie auf die Meinungen der Techniker und Ingenieure der NASA verlassen. Insbesondere kam er auf die Forderung des CAIB zu sprechen, eine Methode zu entwickeln, die Hitzeschutzkacheln des Shuttles im Orbit zu reparieren (ein Schaden am Hitzeschild der <em>Columbia</em> hatte sie beim Wiedereintritt verglühen lassen): Unter Umständen könne eine solche Reparatur die Situation noch verschlechtern, man wisse einfach noch zu wenig über das Problem. Wenn es sich herausstellen sollte, dass eine Reparatur prinzipiell unmöglich sei, müsse man sich darauf konzentrieren, eine Beschädigung des Hitzeschilds (durch herabfallendes Isoliermaterial vom externen Tank des Shuttles beim Start) von vornherein zu vermeiden und dann abwägen, ob das Risiko noch vertretbar sei. Bei der Erörterung dieses Problems zeigte sich sehr deutlich Griffins technisches Fachwissen.<br><br>Mit Bezug auf eine Beschleunigung des <em>CEV</em>-Programms wiederholte er seine bereits bei der Senatsanhörung gemachte Aussage, dass er es für nicht vertretbar halte, wenn es eine Lücke von fünf Jahren zwischen der Außerdienststellung des Shuttles und der Indienststellung des <em>CEV</em> geben würde. Er schloss nicht aus, dass sich die derzeitigen Pläne der NASA hinsichtlich dieses Projekts noch einmal deutlich ändern könnten, genaueres könne er aber nach drei Tagen in seinem neuen Job hierzu noch nicht sagen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/first_lunar_outpost_800.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/first_lunar_outpost_260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Künstlerische Darstellung einer Mondrakete mit Landefähre. (Bild: First Lunar Outpost-Studie)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Griffin stellte sich ausdrücklich hinter die von der Bush-Regierung initiierte Neuausrichtung des US-Raumfahrtprogramms. Die <em>Vision for Space Exploration</em> sei genau das richtige für die NASA und er würde den Job als NASA-Administrator nicht wollen, wenn es so weiterlaufen sollte wie in den vergangenen 30&nbsp;Jahren. Diese Umstellung sei mit Einschnitten verbunden, die zwar schmerzhaft, jedoch unvermeidbar seien, stellte Griffin klar. Insbesondere die Luftfahrtforschung ist momentan von massiven Kürzungen und Stellenabbau bedroht.<br>Mit Blick auf die langfristige Perspektive merkte Griffin an, dass er bemannte Marsmissionen für &#8222;absolut machbar&#8220; und auch bezahlbar halte; ein solches Unternehmen würde etwa soviel kosten wie das Apollo-Programm, aber mit dem Unterschied, dass die Kosten über einen größeren Zeitraum verteilt würden.<br><br>Michael Griffins erste Pressekonferenz kann als überaus gelungen betrachtet werden. Er gab klare Antworten und versuchte nicht, Fragen auszuweichen. Außerdem sagte er ganz ehrlich, dass er noch nicht zu allen Angelegenheiten Stellung nehmen könne, da er noch nicht entsprechend eingearbeitet sei. Es bleibt zu hoffen, dass der neue NASA-Chef diesen offenen Stil in den kommenden Jahren beibehält.</p>
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		<title>Senatsausschuss erhöht NASA-Budget</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/senatsausschuss-erhoeht-nasa-budget/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Sep 2004 19:24:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Centennial Challenges]]></category>
		<category><![CDATA[CEV]]></category>
		<category><![CDATA[Hubble]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Shuttle]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumteleskop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt neue Hoffnung, dass die von der Bush-Regierung beantragten Mittel für die NASA doch noch zumindest teilweise bewilligt werden. Ein Beitrag von Gero Schmidt. Quelle: spacetoday.net. Der für die NASA zuständige Haushaltsausschuss des Senats hat ein Budget von knapp 16,4 Milliarden Dollar für die Raumfahrtbehörde bewilligt. $800 Millionen davon wurden jedoch erst in letzter [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Es gibt neue Hoffnung, dass die von der Bush-Regierung beantragten Mittel für die NASA doch noch zumindest teilweise bewilligt werden.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Gero Schmidt. Quelle: spacetoday.net.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der für die NASA zuständige Haushaltsausschuss des Senats hat ein Budget von knapp 16,4 Milliarden Dollar für die Raumfahrtbehörde bewilligt. $800 Millionen davon wurden jedoch erst in letzter Minute auf Drängen zweier Senatoren hinzugefügt, und zwar in Form einer sogenannten <i>emergency appropriation</i> (Notfall-Zuteilung). Dieses Vorgehen ist im Kongress umstritten, weil damit eigentlich festgelegte Budget-Obergrenzen umgangen werden können. Die $800 Millionen-Summe setzt sich zusammen aus $500 Millionen für die Wiederaufnahme der Shuttle-Flüge und $300 Millionen für die Entwicklung einer Roboter-Wartungsmission zum Hubble-Weltraumteleskop.   </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das vom Senatsausschuss bewilligte Budget abzüglich dieser <i>emergency appropriation</i> beträgt nur ca. $15,6 Milliarden und liegt damit deutlich unter Bushs Forderung von $16,2 Milliarden. Unter anderem wurde das ISS (<i>International Space Station</i>)-Programm um $120 Millionen gekürzt, begründet wurde dies mit der geringen Auslastung der Station im nächsten Jahr. Bushs neue Raumfahrtinitative musste ebenfalls Federn lassen: Das für 2005 eingeplante Budget für die Entwicklung des CEV (<i>Crew Exploration Vehicle</i>) wurde um $160 Millionen gekürzt, ein Programm zur unbemannten Erforschung des Mondes, das den Weg für bemannte Flüge ebnen soll, verlor $50 Millionen. Auch <i>Centennial Challenges</i>, ein NASA-Programm nach Vorbild des <i>X-Prize</i>-Wettbewerbs, wurde um die Hälfte gekürzt.  
<br>
Dennoch ist der Entwurf des Senatsausschusses immer noch positiv zu bewerten, vergleicht man ihn mit seinem Gegenstück aus dem Repräsentantenhaus. Dort bekam die NASA gerade mal $15,1 Milliarden zugebilligt, das ist weniger als im laufenden Haushaltjahr (2004). Alles, was auch nur entfernt mit Bushs Weltrauminitiative in Zusammenhang steht, wurde hier aus dem NASA-Budget gestrichen oder stark gekürzt. Wenn sich nun also Senat und Repräsentantenhaus auf eine gemeinsame Resolution einigen, kann man nur hoffen, dass man sich dabei an der Gesetzesvorlage des Senats orientiert. Dann bestünde die Möglichkeit, dass das Mondprogramm im nächsten Jahr zumindest auf Sparflamme weiterlaufen kann.</p>
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		<title>Eine neue Mission für die NASA</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/eine-neue-mission-fuer-die-nasa/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Jan 2004 16:12:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[CEV]]></category>
		<category><![CDATA[Exoplaneten]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
		<category><![CDATA[Marslandung]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[O&#039;Keefe]]></category>
		<category><![CDATA[Planung]]></category>
		<category><![CDATA[Raumkapsel]]></category>
		<category><![CDATA[Shuttle]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumteleskop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Präsident Bush hat am 14. Januar die Pläne seiner Regierung für die Zukunft des Raumfahrtprogramms der USA vorgestellt. In einer Grundsatzrede im NASA-Hauptquartier in Washington, vor zahlreichen NASA-Mitarbeitern, derzeitigen und ehemaligen Astronauten sowie einigen Kongressabgeordneten, umriss er das Vorhaben. NASA-Chef Sean O&#8217;Keefe gab im Anschluss eine Pressekonferenz und erörterte Detailfragen Ein Beitrag von Gero Schmidt. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Präsident Bush hat am 14. Januar die Pläne seiner Regierung für die Zukunft des Raumfahrtprogramms der USA vorgestellt. In einer Grundsatzrede im NASA-Hauptquartier in Washington, vor zahlreichen NASA-Mitarbeitern, derzeitigen und ehemaligen Astronauten sowie einigen Kongressabgeordneten, umriss er das Vorhaben. NASA-Chef Sean O&#8217;Keefe gab im Anschluss eine Pressekonferenz und erörterte Detailfragen</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Gero Schmidt</a>. Vertont von Dominik Mayer.</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2005-10-26-96003.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Im Kern geht es bei der neuen Initiative um eine Rückkehr amerikanischer Astronauten zum Mond, als Vorbereitung für Missionen zu noch weiter entfernten Zielen wie dem Mars. Spätestens im Jahr 2020 soll es soweit sein, möglicherweise könnte die Wiederaufnahme bemannter Mondflüge aber bereits 2015 erfolgen. Eine Marsmission wäre frühestens 2030 möglich. Bereits im Jahr 2008 soll die erste einer Reihe von unbemannten Missionen den Mond näher erforschen, diese sollen gewissermaßen als Wegbereiter für die Astronauten dienen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/bush_01.jpg" alt="" class="wp-image-63641" width="300" height="320" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/bush_01.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/bush_01-281x300.jpg 281w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption>Das neue angekündigte Raumschiff soll vergleichbar mit dem Apollo-Kommandoraumschiff sein.
(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein neues Raumschiff</strong><br>Als wichtigsten Schritt zur Verwirklichung dieser Pläne will man ein neues, vielfältig einsetzbares Raumfahrzeug entwickeln, das&nbsp;<em>CEV</em>&nbsp;(=&nbsp;<em>Crew Exploration Vehicle</em>). Es würde die Aufgaben des bislang geplanten&nbsp;<em>OSP</em>&nbsp;(=&nbsp;<em>Orbital Spaceplane</em>) übernehmen, also Astronauten zur&nbsp;ISS (International Space Station)&nbsp;und von dort zurück zur Erde transportieren sowie als Rettungsboot für die Raumstation fungieren. Darüber hinaus würde es aber auch für Missionen jenseits des erdnahen Weltraums, beispielsweise zum Mond, ausgelegt sein. Noch ist nicht klar, wie das&nbsp;<em>CEV</em>&nbsp;aussehen wird, doch wird man bei dessen Entwicklung nicht bei null anfangen, sondern vielmehr auf die bereits geleistete Arbeit für das&nbsp;<em>OSP</em>&nbsp;zurückgreifen: zwei größere Studien von Lockheed Martin und Boeing. Diese beiden Firmen wurden auch bereits angewiesen, bis zum Auslaufen ihrer Verträge im Rahmen des nun eingestellten&nbsp;<em>OSP</em>-Programms, zu untersuchen, inwieweit sich die bisher erarbeiteten Entwürfe für das&nbsp;<em>OSP</em>&nbsp;als Basis für das ehrgeizigere&nbsp;<em>CEV</em>-Programm eignen. Sehr wahrscheinlich wird das&nbsp;<em>CEV</em>&nbsp;Kapselform haben und an der Spitze einer&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Atlas_V" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Atlas 5</a>&nbsp;oder Delta IV-Trägerrakete starten, wie ursprünglich für das&nbsp;<em>OSP</em>&nbsp;geplant.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein erster Prototyp könnte bereits 2008 einen unbemannten orbitalen Test durchführen. Darauf aufbauend soll das Raumfahrzeug schrittweise weiterentwickelt werden; eine für bemannte Flüge im tiefen Weltraum geeignete Version ist für spätestens 2014 geplant.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das&nbsp;<em>CEV</em>&nbsp;würde bei einer Mondlandemission wohl als Orbitalmodul zum Einsatz kommen, es würde also nicht selbst auf dem Mond landen. Ähnlich verhielte es sich bei späteren Missionen zu einem Asteroiden oder zum Mars. Auch hier wäre das&nbsp;<em>CEV</em>&nbsp;nur eins von mehreren Elementen in der Missionsarchitektur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das&nbsp;<em>CEV</em>&nbsp;wird ganz auf den Crewtransport ausgelegt sein. Für die Beförderung schwerer Nutzlasten wird die NASA auf unbemannte Trägerraketen setzen. Für bemannte Missionen zum Mond oder zum Mars wäre aber wahrscheinlich ein Trägersystem mit weitaus größerer Nutzlastkapazität nötig, als es die NASA heute besitzt. Wie dieses Problem angegangen werden soll, ist derzeit noch unklar, es gibt aber in jedem Fall eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Eine immer wieder diskutierte Option ist das&nbsp;<em>Shuttle-C</em>-Konzept. Hierbei würden die bereits vorhandene Shuttle-Infrastruktur, sowie der externe Tank und die Feststoffbooster des Shuttle-Systems, benutzt. Allerdings würde der Orbiter selbst durch einen unbemannten Frachtcontainer ersetzt, der als Antrieb die ebenfalls bereits vorhandenen Shuttle-Haupttriebwerke benutzen würde. Die Nutzlast eines solchen Trägersystems läge mindestens dreimal höher als die des&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Space_Shuttle" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">jetzigen Shuttle-Orbiters</a>, hätte aber den Nachteil, nicht wieder verwendbar zu sein. Weitere Optionen wären&nbsp;<em>Shuttle-Z</em>&nbsp;(eine Weiterentwicklung des&nbsp;<em>Shuttle-C</em>-Konzepts),&nbsp;<em>Magnum</em>&nbsp;(eine NASA-Studie aus den 90er Jahren, hierbei würden ebenfalls Teile der bereits vorhandenen Shuttle-Hardware benutzt) oder die&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Energija" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external"><em>Energia</em></a>&nbsp;(eine in den 80er Jahren entwickelte russische Schwerlastträgerrakete). Die&nbsp;<em>Energia</em>&nbsp;wäre vor allem dann eine Option, wenn es bei der Umsetzung der neuen Ziele für die US-Raumfahrt zu einer internationalen Kooperation käme. Präsident Bush machte in seiner Rede ein entsprechendes Angebot.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine andere Möglichkeit wäre es, das Mond- oder Marsraumschiff im Erdorbit aus mehreren Einzelkomponenten zusammenzubauen, statt alles auf einmal in den Weltraum zu bringen. Dann könnte eventuell auch die Nutzlastkapazität der heute zur Verfügung stehenden Trägersysteme ausreichen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/bush_02.jpg" alt="" class="wp-image-63642" width="320" height="235" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/bush_02.jpg 320w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/bush_02-300x220.jpg 300w" sizes="(max-width: 320px) 100vw, 320px" /><figcaption>Die ISS soll zwar noch bis 2010 mit den Shuttles fertig gestellt, danach aber nur noch durch russische und europäische Raumschiffe versorgt werden.
(Grafik: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aus für das Space Shuttle</strong><br>Einer der wichtigsten Punkte im neuen Raumfahrtprogramm ist die Außerdienststellung der Space Shuttles. Die Raumfähren würden, so sieht es der Plan vor, ab 2010 nicht mehr zur Verfügung stehen, sie werden nur noch für die Fertigstellung der ISS gebraucht. Mit der Einstellung des Shuttle-Programms sollen Geldmittel für das Mondprogramm freigemacht werden. Aus demselben Grund wird sich die NASA im nächsten Jahrzehnt schrittweise aus dem fortdauernden Betrieb der ISS zurückziehen und ihre Forschungsaktivitäten in der verbleibenden Zeit vor allem auf die Lösung der bei Langzeitflügen auftretenden Probleme (Muskelabbau, Strahlenbelastung etc.) konzentrieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie hoch sind die Kosten?</strong><br>Die Finanzierung der neuen Initiative sieht bislang folgendermaßen aus: In den ersten fünf Jahren (2005-2009) sollen $12 Milliarden für entsprechende Aktivitäten ausgegeben werden, das gesamte NASA-Budget für diesen Zeitraum beträgt $86 Milliarden. Eine Milliarde des $12 Milliarden-Budgets soll zusätzlich bewilligt werden, der Rest kommt durch Kürzungen oder Einstellung anderer NASA-Programme zusammen, die nicht viel oder gar nichts zur Verwirklichung der neuen Ziele beitragen. Wo genau der Rotstift angesetzt wird, steht anscheinend noch nicht fest, jedenfalls wollte sich O&#8217;Keefe dazu noch nicht äußern. Geschont werden sollen unbemannte Missionen zur Erforschung von Mond, Mars und Jupiter, sowie Weltraumteleskope für die Suche nach Exoplaneten (Planeten außerhalb unseres eigenen Sonnensystems). Auch&nbsp;<em>Project Prometheus</em>, ein groß angelegtes Forschungsprogramm zur Nutzbarmachung der Kernenergie im Weltraum, soll weiterlaufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Milliarde zusätzlich erscheint wenig, doch wird das derzeitige NASA-Jahresbudget (derzeit etwa $15 Milliarden) im angesprochenen Zeitraum aufgestockt werden. Von 2005 bis 2007 soll es um 5 Prozent pro Jahr steigen und in den beiden darauf folgenden Jahren um jeweils 1 Prozent. Das ergäbe ein Budget von gut $18 Milliarden im Jahr 2009. Danach würde nur noch die Inflationsrate ausgeglichen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich sind $12 Milliarden nur die erste Rate, genaue Schätzungen, was eine Mondlandung und der Aufbau einer permanenten Basis dort insgesamt kosten würden, gibt es derzeit nicht. Nach 2010 werden auf jeden Fall bedeutend größere Beträge zur Verfügung stehen, vor allem bedingt durch die Einstellung des Shuttle-Programms, das derzeit ca. $3,5 Milliarden pro Jahr verschlingt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die NASA neu erfinden</strong><br>Um das neue Programm effizient umsetzen zu können, findet derzeit eine große Umstrukturierung innerhalb der NASA statt. Zahlreiche Bereiche werden neu geordnet, die wichtigste Neuerung ist wohl die Einrichtung einer Art zentraler Verwaltungsstelle im NASA-Hauptquartier, genannt &#8222;Office of Exploration Systems&#8220;, die alle Aktivitäten im Zusammenhang mit der neuen Initiative koordinieren soll. Dazu zählen unter anderem das&nbsp;<em>CEV</em>-Programm und&nbsp;<em>Project Prometheus</em>. Das unbemannte Forschungsprogramm wird hier jedoch nicht eingegliedert werden, wenn auch in Zukunft dafür gesorgt werden soll, dass sich Roboter und bemannte Missionen besser ergänzen. Craig Steidle, ein ehemaliger Navy-Admiral, soll das &#8222;Office of Exploration Systems&#8220; führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem hat der Präsident eine Kommission aus Fachleuten unter Leitung des ehemaligen Air Force-Befehlshabers Pete Aldridge eingesetzt, die genauere Pläne ausarbeiten soll. Der erste Bericht wird in vier Monaten erwartet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nur ein Wahlkampftrick?</strong><br>Alles in allem kann man die Pläne der Bush-Regierung als die wichtigste Neuausrichtung der NASA seit mehr als 30 Jahren ansehen. Sollten sie umgesetzt werden, so wären die Tage des Shuttles gezählt und der Weg frei für bemannte Missionen jenseits des erdnahen Weltraums, zum ersten Mal seit Ende des&nbsp;<em>Apollo</em>-Programms.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Vorfeld der offiziellen Bekanntgabe und in den Tagen unmittelbar danach kam von vielen Seiten Kritik. Viele sehen das neue Weltraumprogramm nur als Wahlkampfhilfe für Präsident Bush an oder mahnen, das Geld lieber zur Reduzierung des US-Haushaltsdefizits bzw. ganz allgemein zur Lösung der Probleme auf der Erde einzusetzen. Hier tun sich leider besonders die demokratischen Präsidentschaftskandidaten hervor, so dass eine Umsetzung der Pläne im Falle eines Wahlsiegs der Demokraten, zum Beispiel durch ihren derzeitigen Favoriten Howard Dean, bestenfalls zweifelhaft wäre.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/bush_03.jpg" alt="" class="wp-image-63643" width="320" height="256" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/bush_03.jpg 320w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/bush_03-300x240.jpg 300w" sizes="(max-width: 320px) 100vw, 320px" /><figcaption>Die neue Herausforderung ist der Mars. Als Fernziel soll im Jahr 2030 die erste bemannte Marsmission stattfinden.
(Bild: ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Behauptungen, ein solches Raumfahrtprogramm ruiniere die Staatfinanzen bzw. sei nur eine Inszenierung für Bushs Wahlkampf, lassen sich nicht belegen. Das NASA-Budget macht weniger als 1 Prozent des Gesamthaushalts der USA aus, und das wird auch in Zukunft so bleiben. Außerdem fördert ein Raumfahrtprogramm die Schaffung von Arbeitsplätzen und erhöht die Absolventenzahlen für technische und naturwissenschaftliche Berufe deutlich,&nbsp;<em>Apollo</em>&nbsp;ist dafür der beste Beweis. Insgesamt würde das Defizit durch ein solches Programm also eher schrumpfen als wachsen, zumal der Großteil der Ausgaben durch das bereits bestehende NASA-Budget gedeckt werden kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was die Lösung der Menschheitsprobleme allgemein angeht, so könnten die relativ bescheidenen Mittel für die Raumfahrt hier auch keine große Veränderung bewirken und es ist zu fragen, ob es nicht Bereiche gibt, die zu kürzen sinnvoller wäre, beispielsweise die Agrarsubventionen (ca. $300 Milliarden/Jahr, weltweit) oder die Militärausgaben (ca. $800 Milliarden/Jahr, weltweit).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur zweiten Behauptung: Dass Bush seine Ankündigung einer neuen großen Weltrauminitiative im Wahlkampf verwerten wird, ist sicherlich richtig. Die Frage ist aber, ob das Projekt hauptsächlich zu diesem Zweck ins Leben gerufen wurde. Wenn man bedenkt, dass bereits im Februar 2003, als direkte Reaktion auf das&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/STS-107" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external"><em>Columbia</em>-Unglück</a>, eine interne Expertengruppe des Weißen Hauses unter Leitung von Vizepräsident Cheney mit der Erörterung möglicher Optionen für das zukünftige Raumfahrtprogramm begann, scheint dies schwer vorstellbar. Wichtiger als etwaige strategische Erwägungen hinsichtlich des Präsidentschaftswahlkampfs erscheint auch der erste bemannte Raumflug der Chinesen im Oktober vergangenen Jahres. Auf den ersten Blick scheint auch die erfolgreiche Landung des Mars-Rovers&nbsp;<a href="https://www.raumfahrer.net/category/spirit/" data-wpel-link="internal"><em>Spirit</em></a>&nbsp;ein wichtiger Faktor gewesen zu sein, doch berichtet die Webseite&nbsp;<a rel="noreferrer noopener follow" href="https://nasawatch.com/" target="_blank" data-wpel-link="external">nasawatch.com</a>, die als erste überhaupt konkrete Informationen zu den Plänen der Bush-Regierung vorweisen konnte, dass die Entscheidung für eine Bekanntgabe der Pläne am 14. Januar bereits vor der&nbsp;<em>Spirit</em>-Landung getroffen worden sei und auch Bestand gehabt hätte, wäre&nbsp;<em>Spirit</em>&nbsp;gescheitert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem scheint eine Menge Arbeit in die Ausarbeitung der Pläne gesteckt worden zu sein, was die Vorstellung von einem &#8222;Schnellschuss&#8220; der Regierung noch unglaubwürdiger macht. Aus diesem Grund bestehen diesmal auch bessere Chancen für eine tatsächliche Umsetzung des Programms, als bei früheren Versuchen. Berüchtigt ist vor allem die gescheiterte &#8222;Space Exploration Initiative&#8220; von Bushs Vater von 1989. Die NASA blieb damals bei der Formulierung der Ziele außen vor und hatte zu dem Zeitpunkt alle Hände voll damit zu tun, den Bau der Raumstation&nbsp;<em>Freedom</em>&nbsp;(die heutige ISS) durch den Kongress bewilligt zu bekommen. Als Reaktion auf die Ankündigung des Präsidenten, das Raumfahrtprogramm stark auszuweiten, produzierte sie den &#8222;90-day-report&#8220;. Hierbei handelte es sich nicht um einen durchdachten Plan, sondern vielmehr um eine Wunschliste aller NASA-Zentren und Forschungsgruppen, die hier ihre große Chance witterten, ihre jeweiligen Lieblingsprojekte endlich zu verwirklichen. Entsprechend waren die geschätzten Kosten: zwischen $450 und 500 Milliarden. Der Kongress und auch Bush Sen. selbst waren verständlicherweise wenig begeistert und so verschwand der groß angekündigte Plan in der Schublade.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/bush_04.jpg" alt="" class="wp-image-63644" width="320" height="320" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/bush_04.jpg 320w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/bush_04-300x300.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/bush_04-150x150.jpg 150w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/bush_04-100x100.jpg 100w" sizes="(max-width: 320px) 100vw, 320px" /><figcaption>Eine bemannte Marsmission kann letztlich nur in einer internationalen Kooperation geschehen: Hier eine Aufnahme der ersten europäischen Marssonde Mars Express vom Roten Planeten.
(Bild: ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein Neuanfang</strong><br>Man hat die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt. Die NASA war diesmal aktiv an der Ausarbeitung der neuen Initiative beteiligt und die Finanzierung scheint realistisch; vor allem hat man endlich begriffen, dass ein Auftrag vom Präsidenten keinen Blankoscheck bedeutet. Hilfreich dürfte auch das gute persönliche Verhältnis zwischen NASA-Chef O&#8217;Keefe und Präsident Bush sowie Vizepräsident Cheney sein. Außerdem war O&#8217;Keefe, bevor er zur NASA kam, stellvertretender Direktor des OMB (= &#8222;Office of Management and Budget&#8220;), also einer jener Bürokraten, über deren Knauserigkeit sich Raumfahrtbefürworter immer gerne aufregen; so kennt er sicherlich die Spielregeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob man mit der Zielsetzung des Plans an sich einverstanden ist, hängt wohl vor allem davon ab, ob man sich eher für eine Rückkehr zum Mond oder eine bemannte Marsmission begeistern kann. Für letztere gibt es scheinbar keinen konkreten Zeitplan, geschweige denn Kostenschätzungen. Robert Zubrins&nbsp;<em>Mars Direct Plan</em>&nbsp;scheint keine Beachtung gefunden zu haben. Allerdings ist wirklich fraglich, ob die NASA von heute es schaffen könnte, wie Zubrin behauptet, innerhalb von nur zehn Jahren Menschen zum Mars zu schicken, und das für $30-40 Milliarden. Immerhin hat die NASA nur sehr begrenzte Erfahrungen mit Ausflügen in den tiefen Weltraum, und viele der Leute, die&nbsp;<em>Apollo</em>&nbsp;damals zu einem Erfolg gemacht haben, leben bereits nicht mehr oder sind im Ruhestand. Man könnte also eine erneute Mondmission schon allein damit rechtfertigen, dass die NASA nach über 30 Jahren im Erdorbit erst wieder die Grundlagen erlernen muss. Letztlich ist eine solche Diskussion, Mond oder Mars, auch müßig; als Raumfahrtbefürworter sollte man schließlich im Grunde beides unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf jeden Fall hat die NASA mit der Bekanntmachung der neuen Initiative wieder eine echte Zukunftsperspektive bekommen und einen klaren Plan für die Zeit nach der ISS.</p>
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