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	<title>Training &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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		<title>Forscherin der FAU untersucht Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf Skelett</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/forscherin-der-fau-untersucht-auswirkungen-der-schwerelosigkeit-auf-skelett/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Jul 2022 09:11:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astrobiologie/Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Lange Aufenthalte im Weltall schädigen die Knochenstruktur zum Teil irreparabel und lassen Teile des Skeletts um bis zu zehn Jahre vorzeitig altern. Das hat eine Sportwissenschaftlerin der FAU gemeinsam mit Forschenden aus Deutschland, Kanada und den USA nachgewiesen. Eine Information der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) 21. Juli 2022. 21. Juli 2022 &#8211; [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Lange Aufenthalte im Weltall schädigen die Knochenstruktur zum Teil irreparabel und lassen Teile des Skeletts um bis zu zehn Jahre vorzeitig altern. Das hat eine Sportwissenschaftlerin der FAU gemeinsam mit Forschenden aus Deutschland, Kanada und den USA nachgewiesen. Eine Information der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) 21. Juli 2022.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SkelettFurFurWikipCCBYSA30.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Menschliches Skelett (Frontansicht). (Grafik: FurFur Wikipedia CC BY-SA 3.0)" data-rl_caption="" title="Menschliches Skelett (Frontansicht). (Grafik: FurFur Wikipedia CC BY-SA 3.0)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SkelettFurFurWikipCCBYSA3026.jpg" alt=""/></a><figcaption>Menschliches Skelett (Frontansicht). (Grafik: FurFur Wikipedia CC BY-SA 3.0)</figcaption></figure>



<p>21. Juli 2022 &#8211; Angepasste Trainingsprogramme in Verbindung mit medikamentöser Unterstützung könnten Astronautinnen und Astronauten auf künftigen Missionen besser schützen. Ihre Erkenntnisse, die auch für die Behandlung rheumatologischer Erkrankungen im klinischen Alltag genutzt werden sollen, haben die Forschenden im renommierten Wissenschaftsjournal Nature Scientific Reports veröffentlicht.</p>



<p>Fliegt der Mensch eines Tages zum Mars? Eine solche Mission wird seit Jahrzehnten diskutiert – und sie ist nicht nur abhängig von den technischen Voraussetzungen. „Wenn Menschen drei Jahre ununterbrochen im Weltall unterwegs sind, müssen wir auch die gesundheitlichen Belastungen im Blick haben“, sagt Dr. Anna-Maria Liphardt. „Das gilt bereits für heutige Flüge, bei denen Astronautinnen und Astronauten meist nicht länger als sechs Monate der Schwerelosigkeit ausgesetzt sind.“</p>



<p><strong>Nach Flug: Knochen bis zu zehn Jahre gealtert</strong><br>Liphardt ist Sportwissenschaftlerin, hat am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und an der Deutschen Sporthochschule Köln promoviert und erforscht am Universitätsklinikum Erlangen die Auswirkungen rheumatisch-entzündlicher Erkrankungen auf unser Skelett. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland, Kanada und den USA hat sie in einer Langzeitstudie untersucht, wie sich die Knochenstruktur im Weltall verändert und wie sie sich auf der Erde wieder erholt. 14 Männer und drei Frauen wurden vor ihrem Start ins Weltall sowie sechs und zwölf Monate nach ihrer Rückkehr gecheckt: die Knochendichte und Stärke von Tibea und Radius, also des Schienbeins und der Speiche, wurden ebenso bestimmt wie die trabekuläre Mikrostruktur im Knocheninneren. Anhand von Biomarkern in Blut und Urin wurde außerdem der Knochenumsatz gemessen.</p>



<p>Die Ergebnisse sind besorgniserregend: Selbst zwölf Monate nach dem Flug hatten sich neun von 17 Astronauten nicht vollständig erholt und zeigten eine um bis zu zwei Prozent reduzierte Knochenstärke und -mineraldichte. „Das klingt nicht spektakulär, aber es entspricht einem altersbedingten Knochenverlust von mindestens einem Jahrzehnt“, erklärt Anna-Maria Liphardt. „Die Konsequenz ist, dass die Betroffenen mit deutlich früher beginnender Osteoporose und Anfälligkeit für Brüche rechnen müssen.“ Im Unterschied zur Alterung auf der Erde ist bei den Astronautinnen und Astronauten weniger die Knochenhülle, sondern vielmehr die innere Knochenstruktur betroffen. Einige der untersuchten Probandinnen und Probanden wiesen bereits irreparable Schädigungen der stäbchenförmigen Trabekel auf. Liphardt: „Wir konnten zeigen, dass die Regeneration umso schwieriger ist, je länger die Astronautinnen und Astronauten im Weltall waren.“</p>



<p><strong>Training und Medikation müssen angepasst werden</strong><br>Größere Regenerationsprobleme hatten auch jene Personen, bei denen vor dem Flug ein höherer Knochenumsatz festgestellt wurde. „Knochenumsatz bedeutet, dass Zellen abgebaut und wieder neu gebildet werden“, erklärt Liphardt. „Menschen mit höherer körperlicher Aktivität haben einen höheren Knochenumsatz – die Schwierigkeit besteht darin, diese Aktivität während der Weltraummission aufrecht zu erhalten.“ Zwar gebe es auf der ISS verschiedene Angebote für sportliche Betätigung, vom Laufband über das Fahrradergometer bis hin zu Kraftübungen wie dem Kreuzheben. Entscheidend sei jedoch, das Trainingsprogramm während des Fluges besser an die individuellen Bedürfnisse anzupassen. Liphardt: „Es ist eine besondere Herausforderung, neue Geräte zu entwickeln, die in der Schwerelosigkeit funktionieren und wenig Platz beanspruchen.“</p>



<p>Profitieren könnten Astronautinnen und Astronauten auch von Medikamenten, wenn sie zusätzlich zur Bewegung während des Fluges eingenommen werden. Dazu zählen beispielsweise Bisphosphonate, die bereits erfolgreich zur Behandlung und Vorbeugung von Osteoporose zum Einsatz kommen, weil sie den Knochenabbau hemmen. „Bisphosphonate werden von der NASA bereits eingesetzt, allerdings weiß man noch zu wenig darüber, wie sie in der Mikrogravitation genau wirken“, erklärt Liphardt. „Wir empfehlen, die Kombination aus medikamentöser Therapie und körperlichem Training weiter systematisch zu untersuchen.“</p>



<p><strong>Erkenntnisse für medizinischen Alltag</strong><br>Mit ihrer Studie liefern die Forschenden nicht nur Erkenntnisse für künftige Weltraummissionen. Muskel- und Knochenschwund infolge von Bewegungsmangel sind auch ein zentrales Problem bei chronischen Erkrankungen auf der Erde. „In der Rheumatologie ist nicht immer klar, welche Schäden durch die Entzündung und welche durch Immobilität verursacht werden“, sagt Liphardt. „Unsere Studie könnte deshalb auch den Grundstein für neue oder angepasste Therapien legen.“</p>



<p>Hilfreich wird dabei auch die neue Generation hochauflösender peripherer quantitativer Computertomographen (HR-pQCT) sein, die bei der Astronautenstudie zum Einsatz kam. Die Geräte sind in der Lage, die innere Knochenstruktur in hoher Auflösung direkt abzubilden. „Bei älteren Geräten wurde ein Algorithmus verwendet, um einzelne Parameter der Mikrostruktur aus dem erzeugten Bildmaterial zu berechnen“, erklärt Liphardt. „Dabei kam es zu ungenauen Ergebnissen, vor allem bei trabekulären Knochenveränderungen.“ Seit einigen Monaten verfügt nun auch die Medizinische Klinik 3 des Universitätsklinikum Erlangen über ein solches HR-pQCT-Gerät der neuesten Generation – profitieren werden davon jedoch keine Astronauten, sondern Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems.</p>



<p><strong>Publikation</strong><br>Leigh Gabel, Anna-Maria Liphardt, Paul A. Hulme, Martina Heer, Sara R. Zwart, Jean D. Sibonga, Scott M. Smith &amp; Steven K. Boyd: Incomplete recovery of bone strength and trabecular microarchitecture at the distal tibia 1 year after return from long duration spaceflight.<br><a href="https://www.nature.com/articles/s41598-022-13461-1" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41598-022-13461-1</a><br>pdf: <a href="https://www.nature.com/articles/s41598-022-13461-1.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41598-022-13461-1.pdf</a></p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=14665.msg535206#msg535206" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Bemannte Raumfahrt und Gesundheit</a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Arbeitsstress im All</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/arbeitsstress-im-all/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 17:38:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Tagesplan der Langzeitbesatzung 30 findet man in jeder Woche, für jedes Besatzungsmitglied eine detailliert geplante Arbeitsanweisung, welche von der ISS-Crew absolviert werden muss. Lediglich in den Abendstunden, an Feiertagen und am Wochenende gibt es etwas Freizeit, um sich zu erholen. In den letzten beiden Wochen stand ein besonders anspruchsvolles Programm auf dem Plan. (Newsbild: [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Im Tagesplan der Langzeitbesatzung 30 findet man in jeder Woche, für jedes Besatzungsmitglied eine detailliert geplante Arbeitsanweisung, welche von der ISS-Crew absolviert werden muss. Lediglich in den Abendstunden, an Feiertagen und am Wochenende gibt es etwas Freizeit, um sich zu erholen. In den letzten beiden Wochen stand ein besonders anspruchsvolles Programm auf dem Plan. (Newsbild: Oleg Kononjenko mit einem Blitzlicht im Swesda-Modul.)</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von Ralf Möllenbeck. Quelle: NASA, Raumfahrer.net, Roskosmos. Vertont von Peter Rittinger.</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2012-01-23-82156.mp3"></audio></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20012012183858_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20012012183858_small_1.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Anatoli Iwanischin beim Training am Fahrradergometer CEVIS in Destiny 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p>Die vorangegangene Woche startete mit einem freien Tag, die Besatzung hatte anlässlich des russischen Weihnachtsfestes am 7. Januar ein verlängertes Wochenende. Trotzdem musste sie auch in dieser Zeit ihr tägliches zweistündiges Trainingsprogramm mit den fünf in der Station vorhandenen Übungsgeräten absolvieren. Dieses ist nötig, um dem Muskelabbau durch die fehlende Gravitation während einer Langzeitmission entgegenzuwirken. Die Übungseinheiten auf dem Universal-Trainingsgerät ARED (Advanced Resistive Exercise Device) wurden diesmal aufgezeichnet und zur Bewertung an die Fachleute am Boden gesendet. Die russischen Besatzungsmitglieder arbeiteten an einer weiteren TV-Aufzeichnung für das Fernsehprojekt Nauka 2.0 (Wissenschaft 2.0, sprich: na-ú-ka) und sendeten sie zur Bodenstation. Diesmal lag der Schwerpunkt im Bereich Raummedizin, speziell auf die russische Ausrüstung ausgerichtet. André Kuipers hatte einen besonderen TV-Event, er sprach per Video-Verbindung mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte und einigen Studenten von der Technischen Universität in Delft. </p>



<p>Im weiteren Wochenverlauf erhielt Donald Pettit von der Bodenstation die Aufgabe, einen im letzten Jahr montierten SPDA-Schalter (Secondary Power Distribution Assembly) zu entfernen. Dieser wäre nötig gewesen, wenn es in Bezug auf ein Startverbot für die Sojus-Raketen im letzten Jahr zu einem unbemannten Betrieb der ISS gekommen wäre. Ebenso führte er die jährliche Wartung der Sanitär- und Hygieneeinheit WHC (Waste &amp; Hygiene Compartment) im Tranquility-Knoten aus. Die Arbeiten umfassten das Tauschen von Rohrleitungen und hydraulischen Komponenten. Oleg Kononjenko entfernte zu dieser Zeit eine Speichereinheit des BITS2-12-Telemetriesystems von Sojus-TMA 03M und ersetzte sie durch ein neues Bauteil. Später reinigte und spülte er die Lufttankeinheit 2 von Progress-M 13M mit Stickstoff, vorbereitend auf dessen Abkopplung am 23. Januar. André Kuipers arbeitet im Columbus-Labormodul an dem Experiment FOAM (Schaum-Stabilität), welches durch Studenten am Boden begleitet wird. Das Projekt zielt auf die Erforschung von wässrigem und nicht-wässrigem Schaum in der Schwerelosigkeit. Das Verhalten von Schaum im All und auf der Erde ist sehr verschieden, weil der Prozess der Drainage im Raum fehlt. Es wurden hierzu Fotos und Videos angefertigt. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20012012183858_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20012012183858_small_2.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Dan Burbank bereitet die MSG für SODI-Colloid vor  
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p>Kommandant Dan Burbank unterstütze die Bodenmannschaft bei der automatisierten Durchführung des SODI-Colloid-Experiments im Columbus-Labormodul. Hier half er bei der Einrichtung einer neuen Forschungsreihe in der MSG (Microgravity Science Glovebox). SODI-Colloid ist Teil der dreifachen ESA-Experiment-Reihe, die die Bewegung von kolloiden Partikeln in Flüssigkeiten, Diffusionsmessungen in Erdölreservoiren und der Studie von Wachstum und Eigenschaften von fortgeschrittenen photonischen Materialien innerhalb gallertartigen Lösungen erforscht. Weiterhin führte die ISS Besatzung zum Ende der vorangegangen Woche verschiedenste Arbeiten durch. So reinigten sie die Kühlleitungen der US-Raumanzüge, arbeiteten weiter am WHC, führten Ultraschallmessungen am eigenen Körper durch, sprachen über NASA-TV mit Stephanie Abrams vom Weather Channel in Atlanta und luden die Satelliten-Telefone in den Sojus-Raumschiffen auf. Am Freitag den 13. Januar musste die ISS eine ungeplante Bahnanhebung zur Kollisionsvermeidung mit Weltraumschrott ausführen (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/13-ausweichmanoever-erfolgt-am-13-januar/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>).</p>



<p>Zu Beginn dieser Woche, der Woche 9 für die Langzeitbesatzung 30, bereiteten Dan Burbank und Donald Pettit eine weitere Versuchsreihe mit SPHERES im Kibo-Labormodul vor. Dabei geht es um eine Studie mit drei kopfgroßen Experimental-Satelliten, um Techniken zu erproben, die zur Verbesserung bei automatischen Anlegemanövern, Satellitenreparaturen, dem Zusammenbau von Raumfahrzeugen und Notfallreparaturen geeignet sind. Diesmal wurden die Satelliten jedoch so konfiguriert, dass sie von Studenten des Massachusetts Institute of Technology im Rahmen eines Wettbewerbes am nächsten Montag ferngesteuert werden können. In Vorbereitung auf die kommenden An- und Abflüge russischer Frachtraumschiffe, testeten Anton Schkaplerow und Oleg Kononjenko das TORU-Kontrollsystem, welches eine manuelle Steuerung im Notfall ermöglicht. Etwas später machten sie sich mit den Tätigkeiten vertraut, welche nötig werden, um den Mikrosatellit Tschibis-M durch Progress-M 13M nach der Abkopplung auszusetzen. Dies bedingt ein Ablegen mit geöffneter Luke, welche befestigt werden muss. Zusätzlich muss eine Steckerverbindung zum Auslösen der Ausstoßvorrichtung in einer Flughöhe von rund 500 Kilometern hergestellt werden. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20012012183858_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20012012183858_small_3.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
André Kuipers in Cupola bei der Erdbeobachtung 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p>In dieser Woche hatte die ISS-Besatzung erneut die Gelegenheit zur Erdbeobachtung. So wurden zum Beispiel Fotos und Filme von Vientiane der Hauptstadt von Laos, dem Lake Eyre in Südaustralien und Panama City aufgenommen. Zur Mitte der Woche wurde die turnusmäßige Feuerlöschübung in Zusammenarbeit mit allen Bodenstationen durchgeführt. Diese Übung muss jede Besatzung immer wieder trainieren, um im Falle eines Brandes oder einer Rauchentwicklung schnell reagieren zu können. Ein Feuer, entstehender Rauch oder das Freiwerden von schädlichen Gasen gehört in der Raumstation mit zu den gefährlichsten Szenarien, die im schlimmsten Fall eine Evakuierung der Station erfordern würden. Donald Pettit hatte später die Aufgabe, den Merlin-1-Gefrierschrank wieder in Betrieb zunehmen. Dafür installierte er zwei Antikondensationsbeutel in dem Schrank und lagerte dann Nahrungsmittel und Getränke von Merlin 2 nach Merlin 1 um. Der nun leere Gefrierschrank Merlin 2 wurde einem 24stündigem Trocknungsprozess unterzogen. </p>



<p>Am gestrigen Tag fanden einige vom Boden gesteuerte Robotik-Aktivitäten an der Außenseite der ISS statt. Vorbereitend auf die geplanten Arbeiten mit dem Stationsmanipulator Canadarm2, gemeinsam mit der kanadischen „Roboterhand“ Dextre, wurde der Mobile Transporter auf der Gitterstruktur zur Backbord-Arbeitsseite gefahren. Anschließend wurden einige Experimente mit der Bezeichnung STP-H3 (Space Test Program-Houston 3) am P3-Gitterelement, welche während der Space-Shuttle-Mission STS 134 installiert wurden, mit Dextre überprüft. Nach erfolgreichem Abschluss der Arbeiten ist Dextre an dem Mobilen Befestigungssystem MBS installiert worden, der Stationsarm befindet sich wieder an der Halterung des Harmony-Knotens. Anton Schkaplerow und Oleg Kononjenko installierten den 40 Kilogramm schweren Mikrosatelliten Tschibis-M in seiner Ausstoßvorrichtung im offenen Luk von Progress-M 13M. Im Anschluss daran wurde die innere Luke des Kopplungs- und Schleusenmoduls Pirs geschlossen und den entsprechenden Dichtigkeitsprüfungen unterzogen. Der Raumfrachter ist nun bereit zum Abkoppeln. </p>



<p>Mittlere Bahnhöhe der ISS am 18.01.2012: 391,2 km bei einem Höhenverlust von rund 57 Metern in den letzten 24 Stunden </p>



<p><strong>Zukünftige Ereignisse: </strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li>23. Januar, Progress-M 13M verlässt die ISS</li><li>28. Januar, Progress-M 14M erreicht die ISS</li><li>14. Februar, 30. russischer Außeneinsatz (Kononenko, Schkaplerow)</li></ul>



<p><strong>Verwandte Meldungen:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/die-iss-im-neuen-jahr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Die ISS im neuen Jahr</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/13-ausweichmanoever-erfolgt-am-13-januar/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">13. Ausweichmanöver erfolgt am 13. Januar</a></li></ul>



<p><strong>Raumcon:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10209.msg212531#msg212531" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">**ISS** Expedition 30 seit dem 10. Januar</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/arbeitsstress-im-all/" data-wpel-link="internal">Arbeitsstress im All</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Shenzhou 9: 2 Taikonautinnen in der engeren Auswahl</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/shenzhou-9-2-taikonautinnen-in-der-engeren-auswahl/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Nov 2011 20:50:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumstationen]]></category>
		<category><![CDATA[Raumstation]]></category>
		<category><![CDATA[Taikonautin]]></category>
		<category><![CDATA[Training]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Rahmen einer Presseverlautbarung bezüglich des weiteren Zeitplans der Mission Shenzhou 8 gab das China Manned Space Engineering Office bekannt, dass zwei Taikonautinnen in der engere Auswahl für die Besatzung von Shenzhou 9 sind. Ein Beitrag von Daniel Maurat. Quelle: SpaceFlightNow.com, Xinhua. Dies meldete eine Reihe chinesischer Medien, unter anderem die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Demnach [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Im Rahmen einer Presseverlautbarung bezüglich des weiteren Zeitplans der Mission <i>Shenzhou 8</i> gab das <i>China Manned Space Engineering Office</i> bekannt, dass zwei Taikonautinnen in der engere Auswahl für die Besatzung von <i>Shenzhou 9</i> sind.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von Daniel Maurat. Quelle: SpaceFlightNow.com, Xinhua.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/07112011215031_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/07112011215031_small_1.jpg" alt="Chinese Manned Space Engineering Office" width="260"/></a><figcaption>
<i>Tiangong 1</i>
 und ein 
<i>Shenzhou</i>
-Raumschiff bei der Kopplung &#8211; Illustration 
<br>
(Bild: Chinese Manned Space Engineering Office)
</figcaption></figure></div>



<p>Dies meldete eine Reihe chinesischer Medien, unter anderem die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Demnach trainieren laut einer Pressesprecherin des <i>China Manned Space Engineering Office</i> (<i>CMSE</i>) insgesamt neun Frauen für eine bemannte Mission zur Raumstation <i>Tiangong 1</i>. Dies beinhaltet vor allem das manuelle Koppeln von <i>Shenzhou</i>-Raumschiff und <i>Tiangong</i>-Raumstation. Die zwei Frauen in der engeren Auswahl für <i>Shenzhou 9</i> sollen beide um die 30 Jahre alt und verheiratet sowie Frachtpilotinnen in der Volksbefreiungsarmee sein. Namen wurden aber bisher nicht genannt. Diese werden höchstwahrscheinlich erst kurz vor dem Start bekanntgegeben. </p>



<p>Darüber hinaus verlautbarte das <i>CMSE</i> einen groben Zeitplan für den weiteren Verlauf der <i>Shenzhou 8</i>-Mission. So soll um dem 14. November das Raumschiff von <i>Tiangong 1</i> abkoppeln, um dann wieder mit der Station anzukoppeln. Dabei soll das Laserentfernungssystem des Raumschiffes im Tageslicht getestet werden. Nach diesem Manöver wird <i>Shenzhou 8</i> entgültig abkoppeln und voraussichtlich am 17. November auf der Erde landen. </p>



<p><strong>Raumcon:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10317" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Shenzhou 8</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3485.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Chinas bemannte Raumfahrt</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10410.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Kooperation mit China im Raumfahrtbereich?</a></li></ul>



<p><strong>Verwandte Webseiten</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://web.archive.org/web/20241206064214/https://spaceflightnow.com/china/shenzhou8/111106female/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Meldung bei SpaceFlightNow.com</a></li><li>Blog der Universität Hohenheim zum Thema SIMBOX und Shenzou 8</li></ul>



<p>Weitere Bilder finden  Sie in unserer <strong><a class="a" href="https://media.raumfahrer.net/index.php?/category/565" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mediengalerie</a></strong></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/shenzhou-9-2-taikonautinnen-in-der-engeren-auswahl/" data-wpel-link="internal">Shenzhou 9: 2 Taikonautinnen in der engeren Auswahl</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie überwinde ich 38 Jahre Schwerkraft?</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/wie-ueberwinde-ich-38-jahre-schwerkraft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Nov 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Flugzeug]]></category>
		<category><![CDATA[Medizincheck]]></category>
		<category><![CDATA[Parabelflüge]]></category>
		<category><![CDATA[Schwerelosigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Training]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=75252</guid>

					<description><![CDATA[<p>In diesem Bericht erzählt Andreas P. Bergweiler exklusiv für Raumfahrer.net von seinen Erlebnissen auf einem Parabelflug während eines Kosmonauten-Trainings in Russland. Autor: Raumfahrer.net Redaktion. Wenn Sie weitere Informationen zu Andreas Bergweiler und seinem Weg zur ISS lesen möchten: Auf der Internet-Seite space-affairs.com können Sie sein Tagebuch über das Sea Survival Training for Cosmonauts lesen. Text: [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/wie-ueberwinde-ich-38-jahre-schwerkraft/" data-wpel-link="internal">Wie überwinde ich 38 Jahre Schwerkraft?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">In diesem Bericht erzählt Andreas P. Bergweiler exklusiv für Raumfahrer.net von seinen Erlebnissen auf einem Parabelflug während eines Kosmonauten-Trainings in Russland.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Autor: <a href="https://www.raumfahrer.net/redaktion/" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net Redaktion</a>.</p>



<p>Wenn Sie weitere Informationen zu Andreas Bergweiler und seinem Weg zur ISS lesen möchten: Auf der Internet-Seite <a href="https://www.space-affairs.com/de" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">space-affairs.com</a> können Sie sein Tagebuch über das <em>Sea Survival Training for Cosmonauts</em> lesen.</p>



<p><em>Text: © Andreas P. Bergweiler (<a href="https://space-affairs.com/de" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Space-odyssey.com</a>)</em></p>



<p>Nach fast zwei Jahren &#8222;Abstinenz&#8220; vom Kosmonautentraining beginne ich mit meiner Reise erneut am 03.09.2003 indem ich mit der Lufthansa wieder nach Moskau fliege.</p>



<p>Als ich im Flugzeug sitze, habe ich die Gedanken im Kopf, die ich damals am 12.09.2001 hatte, als ich zu meinem ersten Abenteuer aufbrach, dem &#8222;Sea Survival Training for Cosmonauts&#8220;.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/zerog5.jpg" alt=""/><figcaption>(Bild: © Andreas P. Bergweiler)</figcaption></figure></div>



<p>Damals war es die erste Reise in Richtung Moskau, mittlerweile ist es die dritte. Anfang Juni diesen Jahres war ich auch über Pfingsten in Moskau, um einige vorbereitende Dinge zu klären für den Parabelflug und ich habe einige Gespräche mit Igor Rudyaev, dem <em>Foreign Economic Deputy</em> von Star City führen können. Im Laufe der Zeit ist Igor ein sehr guter Freund geworden, den ich sehr gern mag. Im Juli 2002 war er auf einem Kurzbesuch in Deutschland und besuchte mich in Waldesch, und dieser Besuch hat unsere Freundschaft vertiefen können, als er während einer Geburtstagsfeier meine gesamte Familie kennen lernte. Wir saßen bis halb sechs Uhr morgens auf der Terasse und fachsimpelten. Wie ich diesen Abend überstehen konnte, weiß ich heute nicht mehr, hatte er doch nachmittags bei seiner Ankunft eine gute Flasche russischen Wodkas als Gastgeschenk mitgebracht, die wir in zwei Stunden leerten. Normalerweise wollte abends er wieder zu seinem Hotel in Frankfurt fahren, jedoch war das auch gesundheitlichen Gründen nicht möglich.</p>



<p>Am Abend des 03.09. bekommt die Gruppe, mit der ich auf den Parabelflug gehe, einen kurzen medizinischen Check-Up und die mitgebrachten medizinischen Atteste werden durch den Medical-Service überprüft. Für einen Parabelflug sollte man sich in einem normalen körperlichen Gesundheitszustand befinden. Bluthochdruck und erhöhter Pulsschlag sind nicht lebensbedrohlich wenn sie nicht einen Wert von 160/100 RR übersteigen, höher sollten sie jedoch nicht sein. Auch ist erforderlich, dass eine gründliche ärtzliche Voruntersuchung in Deutschland erfolgt ist, wo auch psychische Erkrankungen ausgeschlossen werden, wie z.B. Schizophrenie und Klaustrophobie. Stellen Sie sich einmal vor, wenn sie es in einem Fahrstuhl schon nicht aushalten, wie Sie sich an Bord einer <em>Ilyushin</em> fühlen, die keine Fenster hat und sie wissen nicht genau, wo Sie sich befinden!</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/zerog3.jpg" alt=""/><figcaption>(Bild: © Andreas P. Bergweiler)</figcaption></figure></div>



<p>Nach dem medizinischen Check bekommen wir eine Einweisung, was ein Parabelflug bedeutet. Eine Videopräsentation zeigt eindrucksvolle Bilder von vorangegangenen Parabelflügen. Ich staune, als ich ein sehr bekanntes Gesicht aus der Formel-1 auf dem Bildschirm sehe, David Coulthard dreht sich in der <em>Ilyushin</em> um seine eigene Achse, einige Einstellungen später wird gezeigt, wie er in seinem Silberpfeil sitzt und dieser während der Parabel in Schwerelosigkeit versucht, sich selbstständig zu machen, wäre er nicht mit Seilen so arretiert, dass er nicht bis an die Decke schweben kann!</p>



<p>Bilder des Kosmonautentrainings werden gezeigt, und einige Mitglieder der Gruppe sitzen dort in der Runde im dunklen Raum mit offenem Mund. Winter-Training, <em>Water-Survival Training</em>, <em>Desert-Training</em>, <em>Jet-Training</em> und <em>Mission Training</em>. Die russische Raumfahrt hat sich im Laufe der letzten Jahre an die neuen internationalen Gepflogenheiten der Kosmonautik angepasst: inhaltlich wird noch das selbe Training vollzogen wie in den 70er Jahren, wenn auch mit modernerer Technik. Jedoch befinden sich mittlerweile internationale Astronauten in Star City, die die zukünftigen Besatzungen der Internationalen Raumstation bilden oder auch auf zukünftigen Shuttle-Missionen Module andocken werden.</p>



<p>Nach der Videopräsentation stellt sich der Leiter des Parabelflugteams vor, sein Name ist Boris. Er ist der Chefinstruktor, und er erläutert in knappen Worten, welche Sicherheitsbedingungen vor, während und nach dem Flug eingehalten werden müssen. Ein anderer Instruktor erklärt das Verhalten während der Schwerelosigkeit und ich fühle mich sofort wieder zurückversetzt in mein Training in Sochi. Wenn man solch einen Weg beschreitet, wie ich ihn versuche zu gehen, muss man lernen, seinen Kopf frei zu bekommen und die &#8222;Angst&#8220; zu unterdrücken. Man muss sich gehen lassen können, denn die Instruktoren verlangen viel von einem. Man muss wissen, warum man nach rechts gehen muss, wenn sie sagen: &#8222;Geh nach rechts!&#8220;. Eine gute Teambereitschaft ist schon mal eine angenehme Ausgangssituation, wenn man sich anschickt, zu den Sternen aufzubrechen!</p>



<p>Der Chefmediziner des Parabelflugtrainings betritt den Raum und erklärt ungefähr eine Viertelstunde lang die medizinischen Auswirkungen des Parabelflugs. Als sehr unangenehm wird von den meisten Teilnehmern der Steigflug empfunden: wenn die Maschine sich auf einer Flughöhe von 6.000 Meter befindet und sie mit ihrem Steigflug beginnt: im 45 Grad Winkel steigt sie mit Vollgas in Richtung 10.000 Meter Marke. Durch die Beschleunigung wird an Bord alles zweimal schwerer! Wiegen sie z.B. am Boden 80 Kilogramm, so wiegen Sie während des Steigfluges 160 KG!</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/zerog2.jpg" alt=""/><figcaption>(Bild: © Andreas P. Bergweiler)</figcaption></figure></div>



<p>Ich kann mir dieses Gefühl schwer vorstellen an diesem Abend. Sicherlich kenne ich diese Gefühle vom Achterbahnfahren wie viele andere auch, nur ist es eben nicht so wie auf der Achterbahn. Während sich bei der Achterbahn sämtliche Effekte nur innerhalb von wenigen Sekunden abspielen, dauert der Steigflug mehrere Minuten.</p>



<p>Ich bin müde und blicke auf die Uhr. Ein sehr langer Tag neigt sich seinem Ende entgegen. Alle sind müde und wollen nur noch ins Bett. Der Arzt sagt, dass es besser ist, nicht mehr als 8 Stunden Schlaf vor einem Parabelflug zu haben und nicht weniger als 6 Stunden. Ich blicke auf meine Uhr und sehe, das ich gerade noch 7 Stunden schaffen könnte, wenn ich mich anstrenge.</p>



<p>Eine Stunde später liege ich im Hotelzimmer auf dem Bett und in meinem Kopf befinden sich sehr viele Gedanken über Kosmonauten und Training. Einerseits bin ich müde, andererseits bin ich total aufgekratzt in Erwartung des Parabelfluges am nächsten Morgen. Irgendwann gegen ein Uhr morgens schlafe ich ein, und ich träume vom Fliegen &#8230;</p>



<p><strong>04.09.2003 &#8211; What goes up, must come down!</strong><br>Gegen sieben Uhr rappelt mein Handy und ich nehme eine lange warme Dusche. Das Wetter in Russland sieht ganz gut aus, als ich aus dem Fenster blicke. Kein Wölkchen ist am Himmel zu sehen und es sieht so aus, als würde es ein hervorragender Tag werden. Nach der Dusche lege ich meinen Flightdress an, einen selbstbesorgten Original US-Navy-Fighter Overall, ein seltenes Stück Stoff in Deutschland. Er ist feuerresistent, jedoch sehr angenehm zu tragen. Es ist die Sommerausführung, im Winter würde ich mir in ihm wohl den Hintern abfrieren. Nachdem ich meine persönlichen Dinge geregelt habe, treffe ich mich mit der Gruppe und ein Bus bringt uns zur Einfahrt von Star City, wo schon die Crew der <em>Ilyushin 76 MDK</em> auf uns wartet. Von weitem erkenne ich schon Igor, es freut mich, dass er da ist.</p>



<p>Nach einer kurzen Begrüßung ziehen die ersten &#8222;Wölkchen&#8220; am Himmel auf und ich beginne zu &#8222;beten&#8220;, dass das Wetter halten soll. Denn es wäre fatal, wenn der Parabelflug wegen einem Wetterproblem nicht statt finden könnte. Nebenbei bemerkt gibt es nur drei Möglichkeiten, dass ein Parabelflug nicht starten kann: entweder technische Defekte am Flugzeug, Wetterprobleme oder gesundheitliche Probleme. Ich erfahre an diesem Morgen, dass es in der 35-jährigen Geschichte der russischen Raumfahrt nur sehr selten vorgekommen ist, dass ein Parabelflug nicht gestartet oder abgebrochen worden ist.</p>



<p>Nach einem kurzen Smalltalk mit Boris und Igor sitze ich im Bus, der uns zum nahegelegenen militärischen Flugplatz bringt. Nach einer kurzen Einlasskontrolle bewegt sich der Bus über das Flugfeld und ich bemerke sehr viele Flugzeuge, die auf den Rollfeldern stehen: <em>Antonov´s AH 124</em>, <em>Ilyushin 86</em>, mehrere Turbopropflugzeuge. Nach fünf Minuten weiterer Fahrt hält der Bus an und wir steigen aus. Vor uns, die <em>Ilyusin 76 MDK</em>. Sie ist ein Spezialflugzeug und eignet sich sowohl für Parabelflüge mit &#8222;lebenden Objekten&#8220; als auch für Laborflüge, in denen das Verhalten von Flüssigkeiten oder Kristallen oder anderen Materialien überprüft werden kann.<br>Ich betrachte mir die Maschine. Sie sieht sehr gut in Schuss aus. Von der russischen Technik ist der Westen nicht immer begeistert, einige russische Maschinen sind in Europa erst gar nicht zugelassen, entweder aus Lautstärkegründen, aus Emissionsgründen oder aus technischen Gründen.<br>Ich gehe um die Maschine herum, mache einige Fotos und betrachte mir das Fahrwerk. Das Profil sieht recht gut aus, denke ich, dann bekommen wir die Anweisung, uns ins Innere des Flugzeugs zu begeben.</p>



<p>Als ich in die Maschine komme, bin ich überrascht, so groß sieht sie von außen gar nicht aus. Ein ungefähr 20 bis 30 Meter langer Innenraum zeigt sich, ca. fünf Meter breit, vier Meter hoch. Er ist gut ausgepolstert am Boden und der Decke, direkt hinter dem Eingang befindet sich das Kommandopult der Instruktoren. Hier werden medizinische Daten erfasst und die Bewegungen und Übungen koordiniert.<br>Ich sehe einen russischen Offizier mit der berühmten großen Schirmmütze. Irgendwie kommt mir der Offizier bekannt vor, dann erkenne ich ihn: Es war mein &#8222;Chefarzt&#8220; während des Überlebenstrainings in Sochi. Ich begrüße ihn, er erkennt mich und wir geben uns die Hand. Leider habe ich seinen Namen vergessen, später erfahre ich, das er auch Juri heißt! Ich kenne mittlerweile soviele Juris, dass ich sie manchmal gar nicht auseinanderhalten kann.</p>



<p>Wieder heißt es: kurzer medizinischer Check. Blutdruck und Puls werden gemessen und der Arzt fragt nach meinem Wohlbefinden. Mein Blutdruck ist an diesem Morgen mehr als in Ordnung und ich fühle mich sehr gut. Nachdem der Routinecheck vollzogen ist, schaue ich mir die Maschine etwas genauer an. Die <em>Ilyushin</em> ist ein Transportflugzeug, ich erkenne den Hubkran, auf dem 2.800 Kilogramm steht. Ich gehe in Richtung Cockpit, komme aber nicht weit, weil ich von einem Besatzungsmitglied nicht durchgelassen werde. Okay, denke ich, ich bin an Bord eines Militärflugzeugs und habe dafür Verständnis.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/zerog6.jpg" alt=""/><figcaption>(Bild: © Andreas P. Bergweiler)</figcaption></figure></div>



<p>Dann beginnt wieder die Sicherheitsbelehrung und man legt uns Fallschirme an! Fallschirme werden Sie fragen? Habe ich mich zunächst auch gefragt, aber es ist aus Sicherheitsgründen erforderlich, während der Startphase Fallschirme zu tragen. Die Instruktoren zeigen sich geduldig, für jede Körpergröße gibt es einen speziellen Fallschirm. Ich bin bisher einmal in meinem Leben Tandem gesprungen, ein einmaliges Erlebnis und fühle mich in diese Zeit zurückversetzt. Nur war damals jemand dabei, der wusste, was zu tun ist.</p>



<p>Nach einer halben Stunde Belehrung und Einweisung in die Sicherheitsmaßnahmen an Bord sitzen wir alle auf dem Boden. Bei der ersten Parabel wird empohlen, sich an einer Stange festzuhalten, um den Körper genügend Zeit zu lassen, sich in seiner Umgebung zurecht zu finden. Einige aus der Gruppe denken wohl nicht daran, was ich schon an den Gesichtern erkennen kann. Da ich weiß, warum Instruktoren sagen, man solle sich festhalten, denke ich nicht weiter darüber nach und tue es ganz einfach!</p>



<p>Nach 20 Minuten startet der Pilot die vier Düsentriebwerke, es wird laut an Bord und man kann sich nur mit Schreien verständigen. Ich bemerke eine innere Aufregung. Nichts Nervöses, ich bin gespannt auf das Gefühl der Schwerelosigkeit und kann es kaum erwarten. Neben mir sitzen Johan und Steven, zwei Jungs aus Schweden. Zu den beiden komme ich noch ausführlich.</p>



<p>Die Maschine scheint ewig über das Rollfeld zu fahren und man bekommt nicht richtig mit, dass man sich auf einmal in die Luft erhebt. Die Maschine ist binnen Minuten auf ihrem vorgeschriebenen Kurs. Da sie keine Fenster im Innenraum besitzt, ist eine Orientierung nicht richtig möglich. Ich besitze ein ausgezeichnetes Orientierungsvermögen und bemerke die Flugbewegungen der <em>Ilyushin</em>. 20 Minuten benötigt sie zum Steigen und irgendwann bemerke ich, dass wir unsere Flughöhe erreicht haben. Das Warten beginnt.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/zerog9.jpg" alt=""/><figcaption>(Bild: © Andreas P. Bergweiler)</figcaption></figure></div>



<p>Boris lächelt und macht seine Scherze. Ich vergaß noch etwas zu erwähnen: Ein guter Bekannter sendete mir vor meiner Reise nach Russland original Kotztüten der British-Airways mit der Aufforderung, sie nach der Benutzung vorne bei den Piloten abzugeben, schließlich sind diese auch Schuld an einem &#8222;etwaigen&#8220; Desaster, wenn man seinen Mageninhalt begutachten kann! Die Instruktoren tragen &#8222;Mülltüten&#8220; bei sich. Gottseidank sind diese nicht durchsichtig, denke ich und Boris macht seine Scherze. Er meint, das Entgeld zur Benutzung eines &#8222;Kotzbeutels&#8220; beträgt fünf Dollar! Geschäftiges Völkchen, diese Russen!</p>



<p>Während meiner Überlegungen bemerke ich urplötzlich, dass ich schwerer werde und meine Beine kaum bewegen kann. Die Gruppe verfällt in Aufregung und jeder hat bemerkt, dass die Maschine sich anschickt, die erste Parabel im 45 Grad Steigwinkel zu nehmen. Urplötzlich springt Boris in die Höhe und greift an die vier Meter hoch gelegene Decke des Flugzeuges. Ich sehe dies und denke: Das ist es, die Schwerelosigkeit beginnt. Ich drücke mich mit den Füssen von dem weichgepolsterten Boden ab, aber falle schnell wieder auf den Boden! Nichts mit Schwerelosigkeit und bemerke, das Boris sich schon lange wieder auf dem Boden der Tatsachen befindet! Verwunderung macht sich breit, habe ich die Schwerelosigkeit verschlafen? Erst später erfahre ich: Professionelle und ausgebildete Piloten, die Parabeln fliegen dürfen, können kurz vor der Schwerelosigkeit einen Zustand von 0,6 G bewirken.</p>



<p>Noch in Gedanken werde ich von einer Sekunde auf die andere von der Schwerelosigkeit überrascht: Ich bemerke, wie sich die Schwerelosigkeit vom Heck des Flugzeuges aus ausbreitet, ich sitze ungefähr in der Mitte. Meine Füße vor mir bewegen sich urplötzlich in Richtung Decke. Festhalten, denke ich, nur nicht loslassen und mein Verstand siegt! Ich drehe mich auf den Kopf, die Füße stehen an der Decke. Ich sehe meine schwedischen Kollegen, wie sie sich um die eigene senkrechte Achse drehen wie in einem Karusell und ein Instruktor führt behutsam Ihre Hände zurück zur Haltestange. Mein Geist bekommt nicht richtig mit, dass ich nach 38 Jahren zum ersten Mal schwerelos bin! Ich sehe die Welt mit anderen Augen und fühle mich sehr gut. Es ist, als würde mein Geist meinen Körper verlassen und mich selber bei dem Zustand der Schwerelosigkeit beobachten können. Ein nun fast nicht zu beschreibendes Gefühl (Boris meint später in einer ruhigen Sekunde zu mir: &#8222;Zero-G is better than Sex!&#8220;) bemächtigt sich meiner, es ist fast ein metaphysisches Erlebnis. Tausende von Gedanken schießen mir durch den Kopf, ich denke komischerweise an Schwarze Löcher und deren Übergänge der Materie, &#8222;Event Horizon&#8220; genannt. Wie ich darauf komme, weiß ich nicht mehr. Ich bewege mich wieder nach unten, dann wieder nach oben, immer die Stange festhaltend. Was um mich herum passiert, bekomme ich nur wie in einem Traum mit: ich sehe etwas, aber ich weiß nicht was.</p>



<p>Genauso schnell wie die Schwerelosigkeit begonnen hat, endet sie wieder. Im Flugzeug befindet sich eine Lampe, die anzeigt, wenn die Schwerelosigkeit dem Ende zugeht und dann sollte man sich schleunigst wieder in Richtung &#8222;Boden&#8220; des Flugzeugs bewegen, auch wenn man zunächst nicht weiß, wo der Boden in Wirklichkeit ist.<br>Die erste Parabel geht zu Ende und die Beschleunigungskräfte wachsen wieder auf 2 G an, was aber durch meinen Geist nicht mehr so wahrgenommen wird wie beim Aufstieg der <em>Ilyushin</em> in die Parabel.</p>



<p>Das Ganze wird zehnmal wiederholt, ich schwebe durch die <em>Ilyushin</em> wie ein Vogel. Freifliegend, um die eigene Achse drehend, an der Decke des Flugezeuges (mit Unterstützung eines Instruktors wohlgemerkt) entlangrollend. Ich gewöhne mich an die Schwerelosigkeit. Mir wird weder schlecht, noch bin ich euphorisch! Während der Parabeln manifestiert sich der Gedanke in mir, wie es ist, über einen längeren Zeitraum schwerelos zu sein. Ich bin auf einem Flug in mein inneres Ich und gehöre nun zu den Menschen auf der Welt, die seit 1961- sei es durch Parabelflüge oder durch Flüge in den Weltraum, den Verlust der Schwere auf diese Art erleben durften und ich bin stolz auf mich selber. Hätte man mich vor drei Jahren gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte, hätte ich gesagt: Niemals. Wie soll ich nur so ein Ziel erreichen?</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/zerog1.jpg" alt=""/><figcaption>(Bild: © Andreas P. Bergweiler)</figcaption></figure></div>



<p>Und nun habe ich die Schwerelosigkeit erlebt. Ein schwer zu beschreibendes Gefühl. Man muss es selbst erlebt haben, um es nur annähernd beschreiben zu können. Oder versuchen Sie mal, die Gefühle beim Sex zu beschreiben, wenn ich Boris zitieren darf!</p>



<p>Nach 1,5 Stunden kehren wir zum Militärflughafen zurück und landen sicher auf dem Rollfeld. Der ganze Flug geht wie in Minutenschnelle vorbei. Die Schwerelosigkeit dauert bei jeder Parabel nur ca. 25 bis 27 Sekunden. Hört sich nicht viel an, aber machen Sie mal folgenden Versuch. Blicken Sie auf Ihre Uhr und prüfen einmal selber nach, wie lange 27 Sekunden andauern können, eine halbe Ewigkeit für Sie, Millisekunden für mich in der Schwerelosigkeit!</p>



<p>Als ich aus dem Flugzeug steige und wieder &#8222;festen&#8220; Boden unter mir spüre, möchte ich am liebsten sofort wieder einsteigen und das Ganze nochmal erleben. Aber ich denke, es wird ein nächstes Mal geben! Unvorstellbar. Mir gehen Gedanken durch den Kopf: Vor sieben Jahren baute ich meine erste eigene Homepage im Internet, die sich der Themen Raumfahrt und Astronomie angenommen hatte, weil es in der Zeit keine guten deutschsprachigen Homepages zu den Themen gab. Und 4 Jahre später durfte ich mit amerikanischen und russischen Raumfahrern trainieren, was es heißt, eine <em>Sojus</em> nach einer Notlandung zu verlassen und im Meer zu überleben. Sechs Jahre später laufe ich an der Decke einer <em>Ilyushin</em> entlang! Mein Weg manifestiert sich im Kopf: Ich muss in den Weltraum. Muss dieses in meinem Leben zu meiner Erfahrung machen! Meine Seele besteht darauf! Und ich werde diese Erfahrung mit allen teilen!</p>
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		<title>Taikonautengruppe 3</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/taikonautengruppe-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Aug 2003 10:03:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumschiff]]></category>
		<category><![CDATA[Shenzhou]]></category>
		<category><![CDATA[Training]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit der Rückkehr der beiden 1997 in Russland ausgebildeten Taikonauten ist der Aufbau einer größeren Gruppe von Aspiranten für einen bemannten Flug in der Shenzhou-Kapsel in vollem Gange. Ein Beitrag von Felix Korsch Unter der Leitung von Su Shuangning wurden hierfür zwölf Personen ausgewählt, allesamt Piloten. Hinzu kommen noch die beiden Taikonauten der zweiten Auswahlgruppe [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/China.png" alt=""/></figure>



<h4 class="wp-block-heading">Seit der Rückkehr der beiden 1997 in Russland ausgebildeten Taikonauten ist der Aufbau einer größeren Gruppe von Aspiranten für einen bemannten Flug in der <em>Shenzhou</em>-Kapsel in vollem Gange.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von Felix Korsch</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/taikonauts6.jpg" alt="" width="222" height="278"/><figcaption>Unbekannter Raumfahrer beim Einpassen in einen Konturensitz des Shenzhou-Raumschiffes.<br>(Bild: Xinhua)</figcaption></figure></div>



<p>Unter der Leitung von Su Shuangning wurden hierfür zwölf Personen ausgewählt, allesamt Piloten. Hinzu kommen noch die beiden Taikonauten der zweiten Auswahlgruppe von 96/97. Offiziell zählt China nun diese Gruppe als &#8222;erstes Taikonautenteam&#8220;.</p>



<p>Im Westen entstand in Fachmedien wieder und wieder Verwirrung um die genaue Anzahl von Mitgliedern in dieser Gruppe: so veröffentlichte die Hong Konger Tageszeitung Sing Tao Daily am 2. Januar 2003 im Rahmen des vierten <em>Shenzhou</em>-Testfluges ein Bild eines Taikonauten im Training, der als Chen Long ausgegeben wurde. Ein solcher war bisher jedoch nicht bekannt. Laut jener Zeitung soll Chen Long der erste Chinese sein, der mit <em>Shenzhou 5</em> ins All aufbrechen soll. Heute glaubt man, dass Chen Long einfach eine Falschübersetzung oder Verschleierung des Namens Li Qinglong ist &#8211; jener ist als &#8222;Cheftaikonaut&#8220; zumindest prädestinierter Anwärter auf einen Raumflug.</p>



<p>Die dritte Taikonautengruppe, die 1999 ihr Training offiziell aufnahm, obwohl sie sich bereits 1997 konstituierte, besteht demnach aus 14 Mitgliedern. Die verbreitete Zahlenangabe 15 ist (siehe oben) falsch und wohl zu vorderst zurückzuführen auf die mangelhafte chinesische Informationspolitik. Im Einzelnen handelt es sich bei den Taikonauten um:</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/taikonauts7.jpg" alt="" width="245" height="279"/><figcaption>Der oft geübte Gang zum Raumschiff. Vor jedem Shenzhou-Testflug nahmen Taikonauten im Raumschiff platz und machten sich mit der Hardware vertraut<br>(Bild: Xinhua)</figcaption></figure></div>



<ul class="wp-block-list"><li>Chen Quan, männlich, Pilot, im Training seit 1999</li><li>Deng Qingming, männlich, Pilot, im Training seit 1999</li><li>Fei Junlong, männlich, Pilot, im Training seit 1999</li><li>Jing Haipen, männlich, Pilot, im Training seit 1999</li><li>Liu Buoming, männlich, Pilot, im Training seit 1999</li><li>Liu Wang, männlich, Pilot, im Training seit 1999</li><li>Nie Haishen, männlich, Pilot, im Training seit 1999</li><li>Pan Zhanchun, männlich, Pilot, im Training seit 1999</li><li>Yang Liwei, männlich, Pilot, im Training seit 1999</li><li>Zhai Zhigang, männlich, Pilot, im Training seit 1999</li><li>Zhang Xiaoguan, männlich, Pilot, im Training seit 1999</li><li>Zhao Chuandong, männlich, Pilot, im Training seit 1999</li><li>Li Qinglong, männlich, Offizier der chinesischen Luftwaffe, ausgewählt am 19. November 1996, derzeit im aktiven Training</li><li>Wu Jie, männlich, Offizier der chinesischen Luftwaffe, ausgewählt am 19. November 1996, derzeit im aktiven Training</li></ul>



<p></p>



<p>Laut chinesischen Quellen werden Details zu den Einzelpersonen im Vorfeld ihrer zugeteilten Missionen bekannt gegeben. Allein die Anzahl der Aspiranten spricht davon, dass ein umfangreiches Flugprogramm geplant ist. Die Taikonauten erfahren ihr Training von Montag bis Freitag auf einem eigenen, abgeschirmten Gelände, bezeichnet &#8222;Astronautics City&#8220;. Dieses befindet sich innerhalb der westlichen Vorstadtgebiete der Hauptstadt Beijing und umfasst eine Fläche von mindestens 15 Quadratkilometern. Alle Taikonauten entsprechen den folgenden Parametern:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Kampfpiloten der Luftwaffe</li><li>mehr als 1000 Stunden Flugerfahrung</li><li>&#8222;saubere&#8220; Parteikarriere</li><li>im Durchschnitt um 30 Jahre alt</li><li>1,70 Meter Körperhöhe</li><li>65 Kilogramm Körpermasse</li></ul>
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