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	<title>Venus &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Venus &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<item>
		<title>Doch kein Berliner Start-up mit Ionen-Antrieb</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/start-up_ionenantrieb-doch_nicht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Weise]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Apr 2026 04:56:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
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		<category><![CDATA[Venus]]></category>
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		<category><![CDATA[Ulrich Köhler]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zum Beitrag vom 01.04.2026: … April, April! Quelle: Recherche Doch keine interplanetaren Flüge mit Ionentriebwerken aus Adlershof …. . Es war nur geträumt …! Ja, es ist heute nicht mehr so einfach, sich etwas auszudenken. Lustige Geschichtchen über Mondlander und Flugpläne werden von der Wirklichkeit so schnell eingeholt, bevor man sie zu Papier gebracht hat. [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zum Beitrag vom 01.04.2026: … April, April!</strong></p>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Recherche</p>





<p class="wp-block-paragraph">Doch keine interplanetaren Flüge mit Ionentriebwerken aus Adlershof …. . Es war nur geträumt …!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, es ist heute nicht mehr so einfach, sich etwas auszudenken. Lustige Geschichtchen über Mondlander und Flugpläne werden von der Wirklichkeit so schnell eingeholt, bevor man sie zu Papier gebracht hat. Also greift man in die berühmte Mottenkiste und erzählt einen uralte, (fast) wahre Geschichte. Nur ist diese eben etwas durcheinander. Sortieren wir einmal:</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><img decoding="async" width="260" height="88" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/03/roterkreis-1.png" alt="" class="wp-image-151504"/><figcaption class="wp-element-caption">Logo Gruppe Roter Kreis</figcaption></figure>



<div class="wp-block-group is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-7387b849 wp-block-group-is-layout-flex">
<p class="wp-block-paragraph">„Roter Kreis“ ist kein Start-up sondern war eine Arbeitsgruppe im DEFA-Studio für Spielfilme in Potsdam-Babelsberg. Es war eine Form, die es so im DDR-Filmbetrieb gab.</p>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Den ehemaligen Flugplatz Johannisthal gab es tatsächlich auf dem heutigen Campus Adlershof, wo sich jetzt DLR und BESSY II befinden. Allerdings ist der genannte Berliner Raketenflugplatz, eröffnet 1930, in Berlin-Tegel, wo u.a. Nebel, Ley und Winkler tätig waren. Dort fanden auch der genannte erste erfolgreiche Brennversuch eines Raketenmotors mit flüssigen Brennstoffen ohne Explosionen(!) satt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zeitung Kurier (DER KURIER) war eine in West-Berlin erschienene Tageszeitung. Sie ist nicht zu verwechseln mit der heutigen Tageszeitung Berliner Kurier.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/03/Testobjekt_gross.png" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/03/Testobjekt_klein.png" alt="" class="wp-image-151289"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Bild aus DER KURIER vom 01.05.1959</figcaption></figure>



<div class="wp-block-group is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-7387b849 wp-block-group-is-layout-flex">
<p class="wp-block-paragraph">DER KURIER war ein Kind des Kalten Krieges. In seiner Ausgabe vom 01.05.1959 war folgendes auf der Titelseite mit besagtem Foto zu lesen: <em>„FEHLSTART IN DER ZONE! [Gemeint ist im verächtlich machenden Jargon die DDR]. In der Nacht vom 27. zum 28. April sollte die erste in der Sowjetzone gebaute Rakete gestartet werden. Der Versuch wurde jedoch ohne Angaben von Gründen abgeblasen. Unter größten Schwierigkeiten entstand diese Aufnahme.“</em></p>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ost-Berliner Tageszeitung Junge Welt konterte genüsslich ebenfalls im Propaganda-Deutsch der damaligen Zeit am 07.05.1959: „Wir wollen unseren Lesern nicht die großartige und einmalige Entdeckung des Westberliner „Kurier“ vorenthalten, der „unter größten Schwierigkeiten“ fotografierte …. . Das ist eine ganz gewöhnliche Attrappe für den utopischen DEFA-Farbfilm „Der schweigende Stern“ und steht völlig unbewacht auf dem Flugplatzgelände in Berlin-Johannisthal.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurioser Weise war diese unbedeutende Zeitungsente dem Magazin DER SPIEGEL in seiner Ausgabe vom 23.06.1959 unter dem Titel „Die Ost-Venusier“ auch einen Erwähnung wert. In dem Artikel wurde dann aber auch gleich eine Brücke zum eigentlichen Film „Der Schweigende Stern“ geschlagen, in dem es um einen Flug zur Venus geht. Der Film wurde übrigens auch in der alten Bundesrepublik, leicht gekürzt, unter dem etwas irreführenden Titel „Raumschiff Venus antwortet nicht“ gezeigt.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/03/Kurier1959_gross-1.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/03/Kurier1959klein.png" alt="" class="wp-image-151480"/></a><figcaption class="wp-element-caption">ZLB-Lesegerät <br>Bild: Andreas Weise</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Und was war mit dem Corpus Delicti? Wir haben im Archiv des Filmmuseums Potsdam nachgefragt. Dort befindet sich im Bestand, ein großes (H x B x T: 159 x 108,5 x 97 cm) und ein kleines (53 x 34 x 37 cm) Modell des Venus-Film-Raumschiffes „Kosmokrator“. Es ist davon auszugehen, das bei den Dreharbeiten in Johannisthal das größere Modell (1,59 Meter Höhe) verwendet wurde. Durch geschickte Schnitttechnik erscheint dieses Modell im Film natürlich größer. Das Geschick von Tricktechniker Ernst Kunstmann ließ die Rakete in der Szene riesig erscheinen. Und sie besitzt im Film … einen Ionenantrieb. Und das 1959!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie das Bild entstanden ist, bleibt ein Rätsel. Man könnte meinen, es wäre aus dem Film direkt herauskopiert worden. Dieser war aber noch nicht fertig abgedreht. Und wie man daraus dann eine derartig infantile Geschichte auf die Titelseite gebracht hat, ist heute unbegreiflich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was bleibt ist eine Zeitungsente.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dank an die Zentral- und Landesbibliothek Berlin für die Unterstützung bei der Suche nach den entsprechenden Textstellen in KURIER und Junge Welt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dank Frau Belger vom Filmmuseum Potsdam / Sammlungen, Institut der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dank auch an Ulrich Köhler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin-Adlershof, der ohne die Cover-Story zu kennen ehrlich auf alle Fragen geantwortet hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=13527.225ionen" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planetenerforschung: Konzepte und zukünftige Missionen</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Berliner Start-up entwickelt Ionen-Antrieb</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/start-up_ionenantrieb/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2026 22:03:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Venus]]></category>
		<category><![CDATA[DLR]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Ionenantrieb]]></category>
		<category><![CDATA[Start-Up]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrich Köhler]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Interplanetare Raumfahrt soll kostengünstiger werden. Quelle: Recherche Es scheint auf dem Anwendungssektor der Raumfahrt zu brummen. Viel versprechend sind dabei Kleinträger wie Spectrum von Isar Aerospace oder die Rakete von Rocket Factory Augsburg (RFA). Diese sind aber bislang hauptsächlich für den erdnahen Orbit konzipiert. Das Berliner Start-up „Roter Kreis“ will entgegen dem allgemeinen Mainstream weiter [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Interplanetare Raumfahrt soll kostengünstiger werden.</strong></p>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Recherche</p>





<figure class="wp-block-image alignright size-full is-resized"><img decoding="async" width="300" height="131" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/03/Ionenantrieb_NASA2.png" alt="" class="wp-image-151298" style="aspect-ratio:2.28976704141656;width:385px;height:auto"/><figcaption class="wp-element-caption">Schema Ionenantrieb<br>Bild: NASA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Es scheint auf dem Anwendungssektor der Raumfahrt zu brummen. Viel versprechend sind dabei Kleinträger wie Spectrum von Isar Aerospace oder die Rakete von Rocket Factory Augsburg (RFA). Diese sind aber bislang hauptsächlich für den erdnahen Orbit konzipiert. Das Berliner Start-up „Roter Kreis“ will  entgegen dem allgemeinen Mainstream weiter hinaus, und zwar interplanetar. Gemunkelt wird von der Venus. Um den Nachteil chemischer Antriebe bei derartigen langen Wegstrecken auszugleichen, bastelt man auf dem ehemaligen Flugplatz Berlin-Johannisthal an einem Flugkörper mit Ionenantrieb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Raumfahrer.net setzte sich übrigens schon vor über 20 Jahren mit dieser innovativen Antriebsform auseinander. Dazu unserer damaliger Beitrag: <a href="https://www.raumfahrer.net/der-ionenantrieb/" data-wpel-link="internal">https://www.raumfahrer.net/der-ionenantrieb/</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ort Johannisthal konnte nicht besser gewählt sein: Schließlich gab es vor fast genau 95 Jahren hier den ersten erfolgreichen Brennversuch eines Raketenmotors mit flüssigen Brennstoffen ohne Explosionen(!). Auch befindet sich hier in unmittelbarer Nähe der Berliner Standort des DLR und das Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie mit seiner Synchrotronlichtquelle BESSY II. Die besten Voraussetzungen, will man meinen.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/03/Testobjekt_gross.png" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/03/Testobjekt_klein.png" alt="" class="wp-image-151289"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Bild: Zeitung Kurier</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Berliner Tageszeitung Kurier veröffentlichte ein, zugegeben, etwas grobkörniges Foto des ersten Versuchsmodells mit dem Hinweis, dass ein erster Probelauf für den 27. oder 28.04. geplant sei. Welche finanziellen Unterstützer dahinterstehen, war bei Redaktionsschluss noch nicht eindeutig zu erkennen. Der Spruch „Ohne Moos nix los!“ ist allgemeingültig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber gab es in Berlin nicht schon einmal ein Start-up, das versprach kostengünstig auf dem Mond zu landen? Und über Jahre hinweg wurde dieser Traum in den Medien aufrechterhalte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum also nicht auch auf diesem Gebiet?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um diese neue Entwicklung etwas genauer einzuordnen, sprach Raumfahrer.net (RN) mit Ulrich Köhler (U.K.) vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin Adlershof und fragten nach seiner Meinung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>RN: Die aktuelle Raumfahrt beschäftigt sich hauptsächlich mit „irdischen“ Problemen. Fernerkundung, Kommunikation, Nutzlasttransport u.s.w.. Viele Start-ups drängen hier auf den Markt, um eine kosteneffizientere Preisgestaltung zu ermöglichen. Sogar der Mond ist im Blickfeld solcher Dienstleister. Fällt dabei der interplanetare Raum „hinten runter“?</em></p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/03/Ulrich_Koehler_Ionen-1.png" alt="" class="wp-image-151303"/><figcaption class="wp-element-caption">Ulrich Köhler / DLR <br>Bild: Andreas Weise</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>U.K.: In der Aufzählung für die Raumfahrt, die sich „irdischen“ Themen annimmt, fehlt das Thema Sicherheit und Militär. Die Startups versuchen, korrekt, kosteneffizienter zu sein als institutionelle Anbieter wie NASA, ESA, JAXA usw. Das tun sie, weil sie mit ihrem Geschäftsmodell Geld verdienen möchten. Und wenn aus der Sicht der institutionellen Anbieter Raumfahrt mit diesen Startups (bei SpaceX kann allerdings längst nicht mehr von einem Startup gesprochen werden, auch nicht bei Blue Origin) günstiger ist als mit den eigenen Modellen und genauso zuverlässig – dann werden sie im Erdorbit und auch mit Flügen zum Mond Erfolg haben und ergo Geld verdienen, ihr Modell weiterentwickeln und versuchen, weiter und mehr Geld zu verdienen. Sollten sie sich von Deep-Space-Missionen versprechen, mit ihren Entwicklungen ebenfalls gutes Geld verdienen zu können, dann werden sie ihre Dienste anbieten und ggf. ausgewählt werden (NASA CLPS!) Wenn sie nicht zuverlässig liefern können, werden sie wieder vom Markt verschwinden oder besser und noch günstiger werden müssen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>RN: Wird es in naher Zukunft möglich sein, interplanetare Forschung an private Dienstleister zu vergeben?</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>U.K.: Denkbar ist es auf jeden Fall. Ob sie es in der erforderlichen Qualität und Zuverlässigkeit anbieten und dabei auch günstiger sein können als die institutionellen Anbieter mit ihrer enormen Erfahrung, bleibt abzuwarten.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>RN: Und welche Ziele könnten das sein? Der Mars ist ja für die privaten Player (Musk und Co.) bereits ein ausgemachtes Ziel. Sollten sich weitere Akteure nicht auf andere, in unserer Nachbarschaft befindliche Ziele konzentrieren? Zum Beispiel die Venus? Frei nach Kennedys Mond-Rede: „… nicht, weil es leicht ist, sondern weil es schwer ist. …&#8220;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>U.K.: Das lässt sich gegenwärtig m.E. nicht seriös beantworten. Angebot und Nachfrage… Die Venus dürfte jedenfalls mittelfristig kein Ziel für die astronautische Raumfahrt sein. Und die nächsten drei robotischen Missionen sind gegenwärtig für die 30er-Jahre in Entwicklung. Also kein gutes Geschäftsmodell, meiner Ansicht nach.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>RN: Welche Bedeutung kommt hierbei nicht-chemischen Antrieben, zum Beispiel Ionentriebwerken, zu. Es gab ja bereits einige vielversprechende Einsätze für geostationäre Umlaufbahnen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>U.K.: Ionenantriebe haben ihre Zuverlässigkeit und in mancher Hinsicht technische Überlegenheit längst jenseits des Erdorbits unter Beweis gestellt (SMART-1, Dawn). Für den LEO habe ich nicht das Wissen, diese Frage in der erforderlichen Tiefe beantworten zu können. Für robotische Deep-Space-Missionen wird der Ionenantrieb mit Sicherheit immer einer Kosten-Nutzen-Missionsdauer-Manövrierbarkeit-Abwägung im Vergleich zum chemischen Antrieb standhalten müssen, und entsprechen wird das Missionsmanagement mit den Betreibern der wiss. Nutzlasten entscheiden.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>RN: Vielen Dank.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">(Das Interview führte Andreas Weise per Mail am 09.-10.03.26)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir resümieren: Ionenantrieb ja, interplanetare Flüge mit Fragezeichen und Ziel Venus eher unwahrscheinlich. Bleibt trotzdem den Akteuren alles Gute zu wünschen. Damit hier nicht nur geträumt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=13527.225ionen" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planetenerforschung: Konzepte und zukünftige Missionen</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Astrophilie: Die Venus zwischen Feuer und Wolken</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/astrophilie-die-venus-zwischen-feuer-und-wolken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anna-Janina Stöhr]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Dec 2025 18:22:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Astrophilie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Venus]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtungsobjekt]]></category>
		<category><![CDATA[Planet]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=149755</guid>

					<description><![CDATA[<p>Astrophilie beschreibt die besondere Faszination für den Nachthimmel und die Objekte des Universums. In dieser Serie werfen wir einen Blick auf kosmische Phänomene, die durch ihre Form, Struktur oder Symbolik die Romantik des Weltraums hervorheben. Im Fokus des dritten Teils der Serie: Die Venus, der Planet der Liebe. Beitrag von Anna-Janina Stöhr, Quellen: NASA, Brittanica, [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Astrophilie beschreibt die besondere Faszination für den Nachthimmel und die Objekte des Universums. In dieser Serie werfen wir einen Blick auf kosmische Phänomene, die durch ihre Form, Struktur oder Symbolik die Romantik des Weltraums hervorheben. Im Fokus des dritten Teils der Serie: <a href="https://www.raumfahrer.net/lexikon-planet-venus/" data-wpel-link="internal">Die Venus, der Planet der Liebe.</a></h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Beitrag von Anna-Janina Stöhr, Quellen: NASA, Brittanica, International Astronomical Union, Frontiers 18. Dezember 2025.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Venus: Wo Liebe und Schönheit im Kosmos aufeinandertreffen</strong></p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/50517022233_e62f371f4a_o.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Credit: Kevin Gill. Aufgenommene Bilder der Venus, die von Akatsuki am 24. August und 4. September 2016 gemacht wurden. Verarbeitet mit Infrarot- und Ultraviolettfiltern (IR1, IR2, UV1 [283 nm, 365 nm])." data-rl_caption="" title="Credit: Kevin Gill. Aufgenommene Bilder der Venus, die von Akatsuki am 24. August und 4. September 2016 gemacht wurden. Verarbeitet mit Infrarot- und Ultraviolettfiltern (IR1, IR2, UV1 [283 nm, 365 nm])." data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/50517022233_e62f371f4a_o1.jpg" alt="" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Aufgenommene Bilder der Venus, die von Akatsuki am 24. August und 4. September 2016 gemacht wurden. Verarbeitet mit Infrarot- und Ultraviolettfiltern (IR1, IR2, UV1 [283 nm, 365 nm]).<br>Credit: <a href="https://www.flickr.com/photos/53460575@N03/50517022233/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Kevin Gill</a>. </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Menschen wissen, dass der zweite Planet unseres Sonnensystems nach der römischen Göttin der Liebe benannt ist. Doch warum haben unsere Vorfahren ausgerechnet dieses Objekt als Verkörperung der Liebe gewählt? Besonders mit den neuzeitlichen Theorien, dass Venus ein vulkanisch aktiver Höllenplanet mit giftigen Schwefelsäurewolken sein könnte, wirkt er nicht allzu lieblich. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die romantische Verbindung beruht wohl nicht auf wissenschaftlichen Fakten, sondern eher auf dem Anblick des Planeten selbst. Venus ist das dritthellste Objekt an unserem Himmel nach Sonne und Mond. Als „Morgenstern“ und „Abendstern“ ist sie das erste sichtbare und letzte verschwindende Licht des Himmels – eingehüllt in die rot-rosa Farbtöne von Dämmerung und Sonnenaufgang.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine besondere Namensgebung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ursprünglich war der Planet Venus der Stern der babylonischen Göttin Ishtar, bevor ihre Rolle auf die griechische Aphrodite übertragen wurde. Die römische Venus übernahm die Geschichten und Attribute der Aphrodite, darunter Liebe, Schönheit und weibliche Anziehungskraft. Durch diese mythologische Entwicklung erhielt auch der Planet seinen Namen: Was zunächst der Morgen- und Abendstern der Ishtar war, wurde zu „Venus“, einem Himmelskörper, dessen Leuchten seit der Antike mit Liebe, Schönheit und der Präsenz der Göttin am Himmel verbunden wird<sup data-fn="737a972f-1dce-4265-a317-3c69a997c062" class="fn"><a id="737a972f-1dce-4265-a317-3c69a997c062-link" href="#737a972f-1dce-4265-a317-3c69a997c062">1</a></sup>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Venus ist der einzige Planet, der nach einer weiblichen Gottheit benannt wurde. Zudem hatte die International Astronomical Union (IAU) beschlossen, ein weibliches Namensschema für die Oberflächenmerkmale der Venus einzuführen. Das sollte dazu beitragen, die Leistungen von Frauen in Wissenschaft, Kultur und Geschichte sichtbar zu machen<sup data-fn="48ddbf5a-b024-4d18-81f9-92a9db27beef" class="fn"><a id="48ddbf5a-b024-4d18-81f9-92a9db27beef-link" href="#48ddbf5a-b024-4d18-81f9-92a9db27beef">2</a></sup>.<br>Auch einige Deutsche befinden sich unter den Namensgebern der großen Krater auf der Venus, unter anderem: Dorothea Christiane Erxleben († 1762, erste promovierte deutsche Ärztin), Anne Frank († 1945), Regina Josepha von Siebold († 1849, Geburtshelferin, erste deutsche Trägerin der Ehrendoktorwürde), Maria Gertrude Goeppert-Mayer († 1972, Physikerin, Nobelpreis für das Schalenmodell des Atomkerns), Clara Josephine Schumann († 1896 Pianistin &amp; Komponistin) und Käthe Kollwitz († 1945 Grafikerin, Malerin und Bildhauerin)<sup data-fn="e06b6c7a-31c0-4926-bd77-570c54241b35" class="fn"><a id="e06b6c7a-31c0-4926-bd77-570c54241b35-link" href="#e06b6c7a-31c0-4926-bd77-570c54241b35">3</a></sup>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein Paradies aus tödlichen Säurewolken und sengender Hitze</strong></p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/37985431085_e298509f5d_o.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Credit: NASA/JPL (PIA00106). Die Venus-Oberfläche - hier eine perspektivische Ansicht, berechnet auf Basis von Daten aus der Umlaufbahn der Magellan-Sonde. Zu sehen ist der etwa 5000 Meter hohe Vulkan Maat Mons." data-rl_caption="" title="Credit: NASA/JPL (PIA00106). Die Venus-Oberfläche - hier eine perspektivische Ansicht, berechnet auf Basis von Daten aus der Umlaufbahn der Magellan-Sonde. Zu sehen ist der etwa 5000 Meter hohe Vulkan Maat Mons." data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/37985431085_e298509f5d_o1.jpg" alt="" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Venus-Oberfläche &#8211; hier eine perspektivische Ansicht, berechnet auf Basis von Daten aus der Umlaufbahn der Magellan-Sonde. Zu sehen ist der etwa 5000 Meter hohe Vulkan Maat Mons, von <a href="https://www.flickr.com/photos/143220073@N04/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">DLR_next</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">CC BY-NC-SA 2.0</a><br>Credit: <a href="https://www.flickr.com/photos/143220073@N04/37985431085" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">NASA/JPL (PIA00106).</a></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Lange Zeit rätselte die Menschheit, welch schönes Wunderland oder gar blühendes Dschungelparadies wohl auf dem Erdnachbarn zu finden ist. Mit den Fortschritten der Astronomie wurde im 20. Jahrhundert jedoch offenbart, welch lebensfeindliches Terrain sich hinter dem leuchtenden Juwel verbirgt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Venus birgt einige interessanten Eigenschaften:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Ein Tag auf der Venus dauert länger als ein Venusjahr. Die Rotation dauert 243,025 Erdtage, der Umlauf um die Sonne 224,7 Erdtage.</li>



<li>Als einziger Planet in unserem Sonnensystem rotiert die Venus im Uhrzeigersinn. Dadurch geht dort die Sonne im Westen auf und im Osten unter, also gegensätzlich wie bei uns auf der Erde. Theorien zufolge könnte der Planet von einem großen Objekt getroffen worden sein und dadurch die Rotation geändert haben.</li>



<li>Die oberen Wolkenbänder rasen mit bis zu 360 km/h, wodurch die Atmosphäre die Oberfläche in etwa 4–5 Erdtagen umkreist<sup data-fn="df77be15-4d05-4023-91de-f830604ca877" class="fn"><a id="df77be15-4d05-4023-91de-f830604ca877-link" href="#df77be15-4d05-4023-91de-f830604ca877">4</a></sup>.</li>



<li>Die Venuswolken bestehen hauptsächlich aus Schwefelsäuretröpfchen, aber kürzlich wurden Spuren von Phosphin (PH₃) in den Wolken entdeckt, was auf potenzielle unbekannte chemische Prozesse oder sogar biochemische Prozesse hindeuten könnte – ohne dass Leben bewiesen ist<sup data-fn="107407b3-acfe-4471-beb7-fc6b85311854" class="fn"><a id="107407b3-acfe-4471-beb7-fc6b85311854-link" href="#107407b3-acfe-4471-beb7-fc6b85311854">5</a></sup>.</li>



<li>Der Oberflächendruck ist ~92 bar, die Temperatur: ~465 °C konstant. Somit ist die Venus der heißeste Planet in unserem Sonnensystem<sup data-fn="c98ae11e-def4-4677-b8aa-febd38bcb186" class="fn"><a href="#c98ae11e-def4-4677-b8aa-febd38bcb186" id="c98ae11e-def4-4677-b8aa-febd38bcb186-link">6</a></sup>. </li>



<li>Die Venus ist vermutlich so heiß aufgrund eines galoppierenden Treibhauseffekts. Das ist ein selbstverstärkender Prozess, bei dem steigende Temperaturen immer mehr Wasser verdampfen lassen, der zusätzliche Wasserdampf als starkes Treibhausgas wirkt und dadurch eine unaufhaltsame weitere Erwärmung auslöst. Laut dieser Theorie hatte die frühe Venus einen großen Ozean, was auch die kleinen Mengen an Wasserdampf in der Atmosphäre der Venus heute erklären würde<sup data-fn="fbca81e2-f887-4ef7-a71c-739220c8f1c3" class="fn"><a id="fbca81e2-f887-4ef7-a71c-739220c8f1c3-link" href="#fbca81e2-f887-4ef7-a71c-739220c8f1c3">7</a></sup>.</li>



<li>Es gibt starke Hinweise darauf, dass der Planet geologisch aktiv ist und auch heute noch vulkanische Prozesse stattfinden könnten, da sich vulkanische Oberflächenstrukturen im Laufe weniger Monate verändert haben und heiße Stellen sowie mögliche frische Lavaströme beobachtet wurden.</li>



<li>Besonders sind auch die &#8222;Pancake-Dome-Vulkane“ oder auch Pfannkuchenkuppeln – flache, tellerartige Vulkanformen, die 10 bis 100 Mal breiter sind als ähnliche Vulkane auf der Erde und vermutlich durch extrem zähflüssige Lava entstanden sind, die sich nicht hoch auftürmen konnte wie bei irdischen Vulkanen<sup data-fn="a5d7f9b5-8dd6-431a-981f-b3400e1efc85" class="fn"><a href="#a5d7f9b5-8dd6-431a-981f-b3400e1efc85" id="a5d7f9b5-8dd6-431a-981f-b3400e1efc85-link">8</a></sup>.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Den Liebesplaneten selbst beobachten</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/42826517552_f79f403ff1_o1.png" alt="" /><figcaption class="wp-element-caption">Aufnahme vom Juni 2018.<br>Credit: <a href="https://www.flickr.com/photos/26208889@N05/42826517552" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">tonynetone</a>. </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Wer die Venus noch nie bewusst beobachtet hat: Es lohnt sich! Sie ist so hell, dass man sie gelegentlich sogar am Tag sehen kann. Dadurch, dass alle sie einfach so sehen können, gibt es keine einzelne Person, der die Entdeckung zugeschrieben wird; die erste dokumentierte Beobachtung durch ein Teleskop machte wahrscheinlich Galileo Galilei um 1610<sup data-fn="d1d264db-a3fe-4eae-bc3b-e56f988147fe" class="fn"><a id="d1d264db-a3fe-4eae-bc3b-e56f988147fe-link" href="#d1d264db-a3fe-4eae-bc3b-e56f988147fe">9</a></sup>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am einfachsten ist die Beobachtung jedoch, wenn sie in der Nähe des Mondes steht oder kurz vor Sonnenaufgang. Je nach Jahreszeit und Position ist sie etwa ein bis drei Stunden vor Sonnenaufgang sichtbar. Es genügt also, rund 30 Minuten vorher nach draußen zu gehen. Die Venus erscheint dann als hellstes Objekt am Himmel nach dem Mond.<br>Sie lässt sich leichter verfolgen, richtet man seinen Blick anfangs auf einen Fixpunkt wie ein Gebäude oder einen Baum. Venus steht immer in der Nähe der Sonne. Durch ihre Umlaufbahn ist die Venus jedoch nicht das ganze Jahr über sichtbar. Am einfachsten findet man sie sonst mithilfe einer App.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Reise zum Liebesplaneten wird als nächstes Teil 4 der Serie die Geschichte der Sternenliebenden Altair und Wega erzählen.</p>



<div class="wp-block-group is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained"><div class="wp-block-group__inner-container">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Liebe zum Universum</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer sich für Himmelsobjekte begeistert oder auch einfach gerne in den Nachthimmel schaut, trägt oft eine besondere Form der Faszination in sich. Vielleicht schwingt sogar etwas <strong>Astrophilie </strong>mit, also die Liebe zu Sternen und dem Weltall im Allgemeinen. Der Begriff setzt sich aus dem altgriechischen ἄστρον (ástron, “Stern”) und dem Suffix „-philia“ (Liebe) zusammen. Wer genau ihn prägte, ist unklar. Laut <a href="https://www.oed.com/dictionary/astrophile_n?tl=true" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Oxford English Dictionary</a> tauchte er erstmals 1631 in einem Text des britischen Astrologen John Booker auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese kleine Definition bildet den Kern unserer Reihe: die Neugier und Anziehungskraft, die Menschen seit jeher mit dem Universum verbinden.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>, <a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=20772.msg582212#msg582212" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Astrophilie: Über die Romantik des Weltraums </a></li>
</ul>


<ol class="wp-block-footnotes"><li id="737a972f-1dce-4265-a317-3c69a997c062"> https://www.britannica.com/topic/Venus-goddess <a href="#737a972f-1dce-4265-a317-3c69a997c062-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 1 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="48ddbf5a-b024-4d18-81f9-92a9db27beef"> https://pubs.usgs.gov/of/1994/0235/report.pdf <a href="#48ddbf5a-b024-4d18-81f9-92a9db27beef-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 2 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="e06b6c7a-31c0-4926-bd77-570c54241b35"> https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_craters_on_Venus <a href="#e06b6c7a-31c0-4926-bd77-570c54241b35-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 3 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="df77be15-4d05-4023-91de-f830604ca877"> https://solarsystem.nasa.gov/planets/venus/overview/ <a href="#df77be15-4d05-4023-91de-f830604ca877-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 4 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="107407b3-acfe-4471-beb7-fc6b85311854"> https://www.researchgate.net/publication/379747499_Source_of_phosphine_on_Venus-An_unsolved_problem/fulltext/6617f71d66ba7e2359becd86/Source-of-phosphine-on-Venus-An-unsolved-problem.pdf <a href="#107407b3-acfe-4471-beb7-fc6b85311854-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 5 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="c98ae11e-def4-4677-b8aa-febd38bcb186"> https://solarsystem.nasa.gov/planets/venus/overview/ <a href="#c98ae11e-def4-4677-b8aa-febd38bcb186-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 6 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="fbca81e2-f887-4ef7-a71c-739220c8f1c3">https://www.fr.de/wissen/treibhauseffekts-venus-erde-erwaermung-klimawandel-wandel-triste-hoelle-effekte-galoppierenden-92739566.html <a href="#fbca81e2-f887-4ef7-a71c-739220c8f1c3-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 7 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="a5d7f9b5-8dd6-431a-981f-b3400e1efc85">https://www.lpi.usra.edu/resources/stereo_atlas/HTDOCS/VPAN.HTM <a href="#a5d7f9b5-8dd6-431a-981f-b3400e1efc85-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 8 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="d1d264db-a3fe-4eae-bc3b-e56f988147fe">https://coolcosmos.ipac.caltech.edu/ask/40-Who-discovered-Venus-? <a href="#d1d264db-a3fe-4eae-bc3b-e56f988147fe-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 9 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li></ol>


<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Venus &#8211; der &#8222;vergessene&#8220; Planet?</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/die-venus-der-vergessene-planet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mirko Buggel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Apr 2025 20:29:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[EnVision]]></category>
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		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Venus]]></category>
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		<category><![CDATA[VERITAS]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=147200</guid>

					<description><![CDATA[<p>Sie leuchtet eindrucksvoll am Morgen- oder Abendhimmel – die Venus. Seit alters her faszinierte sie die Menschen. Im frühen antiken Griechenland nannte man die Venus Phosphoros (so viel wie „Lichtbringer“). Erst die späteren Hellenen bezogen diesen Planeten auf die Liebesgöttin Aphrodite, die römische Venus. Im Sanskrit wird die Venus als Shukrah „Reiner Klang“ und im [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Sie leuchtet eindrucksvoll am Morgen- oder Abendhimmel – die Venus. Seit alters her faszinierte sie die Menschen. Im frühen antiken Griechenland nannte man die Venus Phosphoros (so viel wie „Lichtbringer“). Erst die späteren Hellenen bezogen diesen Planeten auf die Liebesgöttin Aphrodite, die römische Venus. Im Sanskrit wird die Venus als Shukrah „Reiner Klang“ und im Chinesischen als Jinxing – Metallstern bezeichnet</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Mirko Buggel. Quelle: Scinexx, Nature, MPG, DLR, OHB, Wikipedia.16.04.2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">16. April 2025 &#8211; Dominiert werden aktuelle Nachrichten zur Sonnensystem- bzw. Planetenforschung insbesondere vom äußeren Nachbarplaneten Mars, aber auch von den Jupiter- und Saturnmonden und neuerdings wieder vom Mond.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was aber ist mit dem uns nächsten Planeten, der oft als „Zwillingsschwester“ der Erde bezeichneten Venus? Der erste Science-Fiction-Roman des polnischen Schriftstellers Stanisław Lem (1921 – 2006) von 1951 Astronauci handelt von der Venus, wurde unter dem Titel „Planet des Todes“ ins Deutsche übersetzt und als „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Der_schweigende_Stern" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Der schweigende Stern</a>“ (DDR) und „Raumschiff Venus antwortet nicht“ (BRD) 1960 auf deutsche Kinoleinwände gebracht. Mit der Beschreibung der Venus lagen Lem und die Filmemacher gar nicht mal so falsch – aus menschlicher Sicht unbewohnbar im Sinne von LAKI (Life as we know it – Leben wie wir es kennen).</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/04/Venus-TwoSides.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Radarkarte der Venus von verschiedenen Seiten aus gesehen. Die einzelnen Originale wurden von der Raumsonde Magellan aufgenommen und sind von der NASA freigegeben und damit PD - habe sie zusätzlich grafisch aufgewertet. Die verwendeten Farben entsprechen keinen realen Farben der Venuskruste. Bild: NASA" data-rl_caption="" title="Radarkarte der Venus von verschiedenen Seiten aus gesehen. Die einzelnen Originale wurden von der Raumsonde Magellan aufgenommen und sind von der NASA freigegeben und damit PD - habe sie zusätzlich grafisch aufgewertet. Die verwendeten Farben entsprechen keinen realen Farben der Venuskruste. Bild: NASA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/04/Venus-TwoSides_720x360.jpg" alt="Astronaut arbeitet auf der Mondoberfläche - künstlerische Darstellung. (Grafik: NASA)"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Radarkarte der Venus von verschiedenen Seiten aus gesehen. Die einzelnen Originale wurden von der Raumsonde Magellan aufgenommen und sind von der NASA freigegeben und damit PD &#8211; habe sie zusätzlich grafisch aufgewertet. Die verwendeten Farben entsprechen keinen realen Farben der Venuskruste.<br>Bild: NASA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Venus und Erde – Zwillinge?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Größe und allgemeiner Aufbau der Venus sind tatsächlich der Erde sehr ähnlich. Die Venus hat mit 12.103,6 km fast den gleichen Durchmesser wie die Erde und auch eine ähnliche mittlere Dichte. Aber &#8211; stellen wir uns Folgendes vor: Die Venus hätte eine mehr oder weniger durchsichtige Atmosphäre, mit einem Druck, der den der Erde nur wenig überschreitet. Stellen wir uns zudem vor, eine Raumfahrerin, ein Raumfahrer steht auf der Venus. Morgendämmerung. Im Westen! Denn die Rotation der Venus ist im Gegensatz zum sonst fast ausschließlich vorherrschenden Drehsinn der Eigendrehung der Planeten und der meisten Monde im Sonnensystem rückläufig (retrograd). Das heißt, dass die Venus von ihrem Nordpol aus gesehen im Uhrzeigersinn rotiert. Die Sonne geht auf, natürlich viel riesiger als auf der Erde, denn die Venus ist durchschnittlich 108 Mio. km von der Sonne entfernt, das sind ca. 72 % der Entfernung Erde-Sonne. Und er dauert, der Sonnenaufgang, die Dämmerung. Denn für eine Rotationsperiode benötigt die Venus 243 Erdentage, während die siderische Umlaufzeit um die Sonne nur 224 Erdentage dauert. Aufgrund dieser im Vergleich zur Erde langsamen Eigenrotation könnte ein fiktiver Besucher einen Spaziergang unternehmen – immer mit der Sonne im Zenit. Aber das ist Zukunftsmusik. Es ist derzeit nicht absehbar, dass jemals Menschen einen Fuß auf diesen Planeten setzen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oberfläche und Atmosphäre beider Planeten unterscheiden sich doch stark. Der Mars präsentierte seine Oberfläche schon Jahrzehnte, Jahrhunderte zuvor dem Auge des Betrachters mit immer besseren optischen Hilfsmitteln. Bei der Venus? Fehlanzeige. Eine dichte Wolkendecke verhindert jeden Blick auf die Oberfläche. Das änderte sich in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bereits seit den Wenera- und Wega-Missionen der Sowjetunion (1960er bis 1980er Jahre), den Mariner- und Pioneer-Venus-Missionen (1960er und 1970er Jahre) und der Magellan-Radarkartierungsmission der NASA (1990-1994) sind die Bedingungen auf der Venus bekannt. Deren Atmosphäre besteht hauptsächlich aus Kohlendioxid. Stickstoff macht 3,5&nbsp;% aus, Schwefeldioxid, Argon und Wasser kommen in Spuren vor. Die Venusatmosphäre hat rund 90mal so viel Masse wie die Lufthülle der Erde und bewirkt am mittleren Bodenniveau einen Druck von 92&nbsp;bar. Das kommt einem Druck in etwa 910&nbsp;m Meerestiefe gleich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einer nicht unumstrittenen Theorie nach muss allein die geringere Entfernung zur Sonne nicht zu dem Treibhauseffekt geführt haben. So könnte ein vulkanisches Ereignis vor 715 Mio. Jahren zu dem schnellen Treibhauseffekt geführt haben, ähnlich wie der sibirische Trapp auf der Erde vor 250 Mio. Jahren. Möglicherweise hatte der Vulkanismus auf der Venus ein derart globales Ausmaß, dass die dadurch ausgelöste Klimaveränderung zum heutigen Zustand führte. Da es keine Plattentektonik wie auf der Erde gibt, kann innere Wärme nur durch Vulkanausbrüche freigegeben werden. Darauf weist die nur etwa 500 Mio. Jahre alte Venusoberfläche hin &#8211; im Gegensatz zu der drei oder an manchen Stellen sogar mehr als vier Milliarden Jahre alten kontinentalen Erdkruste.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/04/Venus_dome_3D.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="A portion of the eastern edge of Alpha Regio is displayed in this three-dimensional perspective view of the surface of Venus. The viewpoint is located at approximately 30 degrees south latitude, 11.8 degrees east longitude at an elevation of 2.4 kilometers (3.8 miles). The view is to the northeast at the center of an area containing seven circular dome-like hills. The average diameter of the hills is 25 kilometers (15 miles) with maximum heights of 750 meters (2,475 feet). Three of the hills are visible in the center of the image. Fractures on the surrounding plains are both older and younger than the domes. The hills may be the result of viscous or thick eruptions of lava coming from a vent on the relatively level ground, allowing the lava to flow in an even lateral pattern. The concentric and radial fracture patterns on their surfaces suggests that a chilled outer layer formed, then further intrusion in the interior stretched the surface. An alternative interpretation is that domes are the result of shallow intrusions of molten lava, causing the surface to rise. If they are intrusive, then magma withdrawal near the end of the eruptions produced the fractures. The bright margins possibly indicate the presence of rock debris or talus at the slopes of the domes. Resolution of the Magellan data is about 120 meters (400 feet). Magellan&#039;s synthetic aperture radar is combined with radar altimetry to develop a three-dimensional map of the surface. A perspective view is then generated from the map. Simulated color and a process called radar-clinometry are used to enhance small-scale structures. The simulated hues are based on color images recorded by the Soviet Venera 13 and 14 spacecraft. The image was produced by the JPL Multimission Image Processing Laboratory by Eric De Jong, Jeff Hall, Myche McAuley, and Randy Kirk of the United States Geological Survey, and is a single frame from the movie released at the May 29, 1991 Magellan news conference." data-rl_caption="" title="A portion of the eastern edge of Alpha Regio is displayed in this three-dimensional perspective view of the surface of Venus. The viewpoint is located at approximately 30 degrees south latitude, 11.8 degrees east longitude at an elevation of 2.4 kilometers (3.8 miles). The view is to the northeast at the center of an area containing seven circular dome-like hills. The average diameter of the hills is 25 kilometers (15 miles) with maximum heights of 750 meters (2,475 feet). Three of the hills are visible in the center of the image. Fractures on the surrounding plains are both older and younger than the domes. The hills may be the result of viscous or thick eruptions of lava coming from a vent on the relatively level ground, allowing the lava to flow in an even lateral pattern. The concentric and radial fracture patterns on their surfaces suggests that a chilled outer layer formed, then further intrusion in the interior stretched the surface. An alternative interpretation is that domes are the result of shallow intrusions of molten lava, causing the surface to rise. If they are intrusive, then magma withdrawal near the end of the eruptions produced the fractures. The bright margins possibly indicate the presence of rock debris or talus at the slopes of the domes. Resolution of the Magellan data is about 120 meters (400 feet). Magellan&#039;s synthetic aperture radar is combined with radar altimetry to develop a three-dimensional map of the surface. A perspective view is then generated from the map. Simulated color and a process called radar-clinometry are used to enhance small-scale structures. The simulated hues are based on color images recorded by the Soviet Venera 13 and 14 spacecraft. The image was produced by the JPL Multimission Image Processing Laboratory by Eric De Jong, Jeff Hall, Myche McAuley, and Randy Kirk of the United States Geological Survey, and is a single frame from the movie released at the May 29, 1991 Magellan news conference." data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/04/Venus_dome_3D_450x360.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Venus Dome 3D<br>Bild: NASA, JPL Multimission Image Processing Laboratory, U.S Geological Survey</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Leben auf der Venus?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">2020 elektrisierte eine Meldung die Wissenschaftswelt und die interessierte Öffentlichkeit: Ein internationales Team von Astronomen entdeckte in den Wolken der Venus das seltene Molekül des Stoffes Phosphin und sprach die Vermutung aus, dass das ein Hinweis auf Leben sein könnte. Auf der Erde wird Phosphin nur industriell erzeugt oder von Mikroben in sauerstofffreier Umgebung. Der Artikel in nature astronomy resümierte: “Keiner der bekannten Prozesse kann für die Menge des Phosphins verantwortlich sein, welches in der Venusatmosphäre gefunden wurde.“ Allzu euphorische Höhenflüge dämpfte Studienleiter Dr. Dave Clements vom Imperial College London sachlich-trocken: „Das Phosphin ist dort. Wie es dahin kam, ist eine andere Frage.“ <em>(1)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese These zu Leben in den Venus-Wolken ist in der Wissenschaft umstritten. Als potenziell lebensfreundlich galten bislang Höhen zwischen 40 und 70 Kilometern über der Venusoberfläche, weil dort die Temperaturen zwischen 130 und minus 40 Grad Celsius liegen. „Die relative Feuchtigkeit in dieser Zone variiert zwar, bleibt aber durchgängig unter 0,4 Prozent“, <a href="https://www.scinexx.de/news/kosmos/venuswolken-zu-trocken-fuer-leben/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">berichtet das Team</a>. Damit liegt die Wasseraktivität mit 0,004 rund hundertfach unter dem Grenzwert für aktives Leben. Selbst feine Tröpfchen in den Venuswolken wären wegen ihres hohen Säuregehalts wahrscheinlich nicht lebensfreundlicher, so Forschende.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie dem auch sei. Es scheint, dass seit der ersten Entdeckung von Phosphin das wissenschaftliche Interesse an der Venus wieder zugenommen hat. In den kommenden Jahren sind mehrere Missionen zum Nachbarplaneten geplant.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Neue Venus-Missionen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Robotische Missionen bilden aufgrund der Bedingungen zwar eine große technische Herausforderung. Doch mehr als 20 Missionen, einschließlich Vorbeiflügen, Orbiter, Abstiegssonden in der Atmosphäre, Ballons und Landesonden untersuchten bereits die Venus. Die Sonde der ESA/JAXA-Mission <a href="https://sci.esa.int/web/bepicolombo" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">BepiColombo </a>zum Merkur näherte sich bei zwei Fly-by-Manövern (2020 und 2021) der Venus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die von der Oberfläche ausgehende Strahlung wird fast komplett von der dichten Atmosphäre absorbiert. Nur im Radio &#8211; und im Mikrowellenbereich ist die Atmosphäre völlig transparent – und im nahen Infrarot (engl. near infrared). Dabei handelt es sich um elektromagnetische Strahlung mit Wellenlängen von ca. 0,7 Mikrometern bis ca. 3 Mikrometern.<em> (2)</em> Diese &#8222;Fenster&#8220; sind eine einzigartige Möglichkeit, die Venusoberfläche zu untersuchen, da diese mit einer Temperatur von fast 500°C heiß genug ist, um einen erheblichen Wärmefluss im nahen Infrarot zu erzeugen. Dieser gelangt als Strahlung in den Weltraum und kann auf der der Sonne zugewandten Seite des Planeten gemessen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ESA-Mission Venus Express (2005-2014) konzentrierte sich auf die Atmosphäre des Planeten, machte aber auch bedeutende Entdeckungen, die auf mögliche vulkanische Hotspots auf der Oberfläche des Planeten hinwiesen. Die Erforschung der Atmosphäre wurde mit der Akatsuki-Mission der japanischen Weltraumorganisation JAXA fortgesetzt, die immer noch aktiv die atmosphärischen Bewegungen und das Wetter auf der Venus verfolgt. Die NASA plant, in den 2030er-Jahren ebenfalls mit zwei Missionen zur Venus zu reisen, dem Orbiter <a href="https://www.jpl.nasa.gov/missions/veritas/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">VERITAS </a>und der Atmosphären- und Landesonde <a href="https://science.nasa.gov/mission/davinci/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">DaVinci</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2024 hat die Europäischen Weltraumorganisation ESA die Mission <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/We_re_heading_for_Venus_ESA_approves_Envision" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">EnVision </a>offiziell in ihr Wissenschaftsprogramm aufgenommen. Die Sonde soll ab 2031 untersuchen, warum es zu den heute so großen Unterschieden zwischen Venus und Erde gekommen ist. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) wird für den Orbiter ein Instrument entwickeln, mit dem die Mineralogie der Gesteine auf der Venus kartiert werden kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">EnVision soll aus der Umlaufbahn den gesamten Planeten untersuchen, die Oberfläche, das Innere und die Atmosphäre &#8211; mit noch nie dagewesener Genauigkeit. Dazu wird EnVision mehrere wissenschaftliche Instrumente mitführen. So wird es die erste Mission sein, die mit einem Radargerät direkt unter die Oberfläche der Venus blicken wird. Ein zweites Radarinstrument, VenSAR, soll die Oberfläche mit einer Auflösung von bis zu 10 Metern kartieren und Eigenschaften wie die Oberflächenbeschaffenheit bestimmen. Drei verschiedene Spektrometer sollen die Beschaffenheit der Oberfläche und der Atmosphäre untersuchen ebenso wie ein Radiowissenschaftsexperiment. Für die Untersuchung der Atmosphäre wird die dreiteilige Spektrometer-Suite VenSpec entwickelt mit VenSpec-U zur Untersuchung der Hochatmosphäre, VenSpec-H für Messungen in der bodennahen Atmosphäre und VenSpec-M zur Messung der Wärmeabstrahlung und spektralen Eigenschaften der Oberfläche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Meilenstein für EnVision wurde am 28. Januar 2025 erreicht, als die ESA einen Auftrag an Thales Alenia Space (TAS) zum Bau des EnVision-Raumschiffs vergab und eine neue<a href="https://www.cosmos.esa.int/web/envision/#" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external"> EnVision-Minisite</a> für die breite Öffentlichkeit vorstellte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">EnVision ist als eine von der ESA geleitete Mission in Partnerschaft mit der NASA vorgesehen. Die NASA soll voraussichtlich das VenSAR-Instrument (Synthetic Aperture Radar) beitragen sowie Unterstützung in der Kommunikation zwischen Erde und EnVision mit den großen Antennen des Deep Space Network leisten. Die anderen Experimente werden von ESA-Mitgliedsstaaten beigesteuert.<br>Schon 2023 gab die NASA allerdings bekannt, dass alle Mittel für ihre VERITAS-Mission bis auf Weiteres gekürzt und der Start nicht früher als 2031 erfolgen soll. VERITAS und EnVision würden annähernd gleichzeitig starten. Da die US-amerikanische Sonde aber schneller am Ziel ist, könnte sie die geplante Vorarbeit für die Europäer wohl noch aufnehmen. Ob sich die NASA noch als verlässlicher Partner erweist, hängt allerdings leider nicht von den beteiligten Fachleuten ab…</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ungeachtet aller Unwägbarkeiten bleibt das Fazit: Ein von der Forschung vergessener Planet ist die Venus ganz und gar nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>(1) Imperial College London <a href="https://www.imperial.ac.uk/news/204073/astronomers-find-hints-life-venus/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.imperial.ac.uk/news/204073/astronomers-find-hints-life-venus/</a></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>(2) Lexikon der Fernerkundung <a href="https://www.fe-lexikon.info/lexikon/nahes-infrarot" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.fe-lexikon.info/lexikon/nahes-infrarot</a></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Quellen:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Sterne und Weltraum. Heft 3, 2024.</li>



<li><a href="https://www.ohb.de/magazin/destination-venus-teil-3-war-die-venus-in-der-vergangenheit-ein-zwilling-der-erde-1" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.ohb.de/magazin/destination-venus-teil-3-war-die-venus-in-der-vergangenheit-ein-zwilling-der-erde-1</a></li>



<li><a href="https://www.nature.com/articles/s41550-020-1174-4" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41550-020-1174-4</a></li>



<li><a href="https://www.scinexx.de/news/kosmos/venuswolken-zu-trocken-fuer-leben/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.scinexx.de/news/kosmos/venuswolken-zu-trocken-fuer-leben/</a></li>



<li><a href="https://www.nature.com/articles/s41550-021-01391-3" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Nature Astronomy, 2021</a></li>



<li><a href="https://www.mps.mpg.de/planetenforschung/venus-oberflaeche" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.mps.mpg.de/planetenforschung/venus-oberflaeche</a></li>



<li><a href="https://www.dlr.de/de/aktuelles/nachrichten/2024/europa-begibt-sich-auf-den-weg-zur-venus" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.dlr.de/de/aktuelles/nachrichten/2024/europa-begibt-sich-auf-den-weg-zur-venus</a></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Links</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="	https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Envision/Envision_factsheet" data-wpel-link="internal">EnVision-Factsheet der ESA (engl.)</a></li>



<li><a href="	https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/We_re_heading_for_Venus_ESA_approves_Envision" data-wpel-link="internal">ESA-Artikel zu EnVision</a></li>



<li><a href="https://science.nasa.gov/mission/veritas/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">https://science.nasa.gov/mission/veritas/</a></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4903.msg573443#msg573443" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal"></a><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=743.msg571730#msg571730" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal"></a><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=743.msg574161#msg574161" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Venus</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/die-venus-der-vergessene-planet/" data-wpel-link="internal">Die Venus &#8211; der &#8222;vergessene&#8220; Planet?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Raumsonde BepiColombo lüftet den Schleier der Venus</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/raumsonde-bepicolombo-lueftet-den-schleier-der-venus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Apr 2024 21:16:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Venus]]></category>
		<category><![CDATA[BepiColombo]]></category>
		<category><![CDATA[CNRS]]></category>
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		<category><![CDATA[IGEP]]></category>
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		<category><![CDATA[JAXA]]></category>
		<category><![CDATA[Kohlenstoff]]></category>
		<category><![CDATA[MSA]]></category>
		<category><![CDATA[Sauerstoff]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unser Nachbarplanet verliert Sauerstoff und Kohlenstoff in den Weltraum. Eine Presseinformation der TU Braunschweig gemeinsam mit dem Institut für Weltraumforschung (IWF) Graz. Quelle: TU Braunschweig 24. April 2024. 24. April 2024 &#8211; Ein internationales Forscher*innen-Team unter der Leitung des französischen Laboratory of Plasma Physics (LPP/CNRS) beschreibt in der Fachzeitschrift „Nature Astronomy“ neue Erkenntnisse über die [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/raumsonde-bepicolombo-lueftet-den-schleier-der-venus/" data-wpel-link="internal">Raumsonde BepiColombo lüftet den Schleier der Venus</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Unser Nachbarplanet verliert Sauerstoff und Kohlenstoff in den Weltraum. Eine Presseinformation der TU Braunschweig gemeinsam mit dem Institut für Weltraumforschung (IWF) Graz.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: TU Braunschweig 24. April 2024.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/BepiColomboVenusflybyESAATGmedialab.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Künstlerische Darstellung des Vorbeiflugs von BepiColombo an der Venus am 10. August 2021. (Bild: ESA/ATG medialab)" data-rl_caption="" title="Künstlerische Darstellung des Vorbeiflugs von BepiColombo an der Venus am 10. August 2021. (Bild: ESA/ATG medialab)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/BepiColomboVenusflybyESAATGmedialab26.jpg" alt="Künstlerische Darstellung des Vorbeiflugs von BepiColombo an der Venus am 10. August 2021. (Bild: ESA/ATG medialab)" class="wp-image-138788"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Künstlerische Darstellung des Vorbeiflugs von BepiColombo an der Venus am 10. August 2021. (Bild: ESA/ATG medialab)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">24. April 2024 &#8211; Ein internationales Forscher*innen-Team unter der Leitung des französischen Laboratory of Plasma Physics (LPP/CNRS) beschreibt in der Fachzeitschrift „Nature Astronomy“ neue Erkenntnisse über die Atmosphäre der Venus. Mit Hilfe von Beobachtungen der Raumsonde BepiColombo, an der auch das Institut für Geophysik und Extraterrestrische Physik (IGEP) sowie das Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze (IDA) der TU Braunschweig beteiligt sind, konnten in der magnetischen Umgebung des Planeten erstmals Kohlenstoff- und Sauerstoffionen nachgewiesen werden. Die Ergebnisse sind jetzt in Nature Astronomy erschienen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Geheimnisvoller Planet Venus</strong><br>Unser Nachbarplanet Venus besitzt im Gegensatz zur Erde kein eigenes Magnetfeld. Daher wechselwirkt der von der Sonne ausgehende Teilchenstrom, auch Sonnenwind genannt, direkt mit der oberen Venus-Atmosphäre und entreißt dieser dabei geladene Teilchen, die so in den Weltraum entweichen können. Frühere Messungen von Raumsonden wie Venus Express hatten bereits gezeigt, dass diese Ionen hauptsächlich aus Sauerstoff und Wasserstoff bestehen. Die Massenauflösung der damals verwendeten Instrumente reichte jedoch nicht aus, um zwischen Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff zu unterscheiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Merkursonde BepiColombo fliegt an Venus vorbei</strong><br>Auf ihrem Weg zum Merkur braucht die Raumsonde <a href="https://www.raumfahrer.net/tag/bepicolombo/" data-wpel-link="internal">BepiColombo</a> Vorbeiflüge an Erde, Venus und Merkur selbst sowie ein elektrisches Antriebssystem, um gegen die gewaltige Anziehungskraft der Sonne letztendlich in die Merkurumlaufbahn einschwenken zu können. Am 10. August 2021 flog die Raumsonde zum zweiten und letzten Mal an der Venus vorbei.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GrafikbepicolombovFlybyESABepiColomboMTM.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Die Raumsonde BepiColombo flog im August 2021 bei der Venus vorbei. (Bild: ESA/BepiColombo/MTM)" data-rl_caption="" title="Die Raumsonde BepiColombo flog im August 2021 bei der Venus vorbei. (Bild: ESA/BepiColombo/MTM)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="338" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GrafikbepicolombovFlybyESABepiColomboMTM60.jpg" alt="Die Raumsonde BepiColombo flog im August 2021 bei der Venus vorbei. (Bild: ESA/BepiColombo/MTM)" class="wp-image-138790" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GrafikbepicolombovFlybyESABepiColomboMTM60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GrafikbepicolombovFlybyESABepiColomboMTM60-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Raumsonde BepiColombo flog im August 2021 bei der Venus vorbei. (Bild: ESA/BepiColombo/MTM)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Bei dieser Gelegenheit näherte sich BepiColombo auf 552 Kilometer an die Oberfläche des Planeten an. Viele der Instrumente an Bord waren während des Vorbeiflugs aktiv und sammelten einzigartige Daten aus der Umgebung der Venus. Unter anderem entdeckte das Ionenmassenspektrometer (MSA) des IDA einen Strom von niederenergetischen Kohlenstoff- und Sauerstoffionen. „Die Magnetfeldmessungen ergänzen diese Partikelmessungen wunderbar und zeigen, dass diese Teilchen tatsächlich aus der Venusmagnetosphäre herausfließen“, freut sich Koautor Daniel Heyner, Mitglied in der IGEP-Magnetometergruppe. Das IGEP hat die Magnetfeldsensoren in Braunschweig gebaut und ist für deren Betrieb einschließlich der Datenverarbeitung zuständig.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/VenusplanetwithnomagneticshelterESACCarreau.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Die Venus ist ein Planet ohne eigenes Magnetfeld und ist daher, anders als die Erde, dem Sonnenwind schutzlos ausgeliefert. (Bild: ESA – C. Carreau)" data-rl_caption="" title="Die Venus ist ein Planet ohne eigenes Magnetfeld und ist daher, anders als die Erde, dem Sonnenwind schutzlos ausgeliefert. (Bild: ESA – C. Carreau)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/VenusplanetwithnomagneticshelterESACCarreau26.jpg" alt="Die Venus ist ein Planet ohne eigenes Magnetfeld und ist daher, anders als die Erde, dem Sonnenwind schutzlos ausgeliefert. (Bild: ESA – C. Carreau)" class="wp-image-138792"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Venus ist ein Planet ohne eigenes Magnetfeld und ist daher, anders als die Erde, dem Sonnenwind schutzlos ausgeliefert. (Bild: ESA – C. Carreau)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Manche Wissenschaftler*innen gehen davon aus, dass die Venus vor 700 Millionen Jahren noch flüssiges Wasser auf der Oberfläche hatte. Durch einen katastrophalen Treibhauseffekt hätte sich die Oberfläche aber so aufgeheizt, dass sämtliches Wasser verdunstet und aus der Atmosphäre entwichen sei. Heutzutage besteht die Venusatmosphäre zu etwa 97 % aus Kohlenstoffdioxid. Die Entdeckung des Kohlenstoff-Teilchenstroms durch die Raumsonde BepiColombo liefert wichtige Informationen über die Zusammensetzung und die Dynamik der Magnetosphäre der Venus und könnte dazu beitragen, auch die bisherige und zukünftige Entwicklung ihrer Atmosphäre zu erklären. Die vom Planeten entweichenden Elektronen erzeugen ein elektrisches Feld, das vermutlich die Kohlenstoff- und Sauerstoffionen mitreißt und aus der Venusatmosphäre schleudert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das IGEP an Bord von BepiColombo</strong><br>Die Doppelraumsonde BepiColombo ist eine Kooperation zwischen der Europäischen Weltraumorganisation ESA und der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA. Das IGEP ist an den Magnetfeldmessgeräten auf beiden Raumsonden – Mio (Magnetosphärischer Orbiter) und MPO (Planetarer Orbiter) beteiligt. Finanziert wurden die IGEP-Beiträge von der Deutsche Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft-und Raumfahrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es ist schön, dass die jahrelange und intensive Arbeit an unseren Magnetometern bereits erste Früchte trägt, bevor BepiColombo überhaupt am Ziel angekommen ist. Gemeinsam mit den Wissenschaftler*innen am Institut bin ich schon sehr gespannt, was die Instrumente über die Magnetosphäre des Planeten Merkur und sein Inneres herausfinden werden“, so Daniel Heyner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wissenschaftler auf der ganzen Welt freuen sich über diese Messungen von BepiColombo während des Venusvorbeiflugs. Die neuen Daten ermöglichen weitergehende Forschungen über die Entwicklung von Planetenatmosphären, Magnetosphären und ihre Wechselwirkung mit dem Sonnenwind“, zeigt sich Professor Ferdinand Plaschke, Leiter der Arbeitsgruppe am IGEP, erfreut.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warum ist Weltraumforschung wichtig</strong><br>BepiColombo ist die erste europäische Mission zum Merkur, die in Kooperation mit der Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) unter der Leitung der Europäischen Weltraumorganisation ESA durchgeführt wird. Die Doppelraumsonde wurde am 20. Oktober 2018 gestartet und befindet sich auf einer siebenjährigen Reise zum kleinsten und am wenigsten erforschten terrestrischen Planeten in unserem Sonnensystem. Wenn sie Ende 2025 beim Merkur ankommt, werden die Hightech-Instrumente an Bord trotz Temperaturen von über 350 °C mindestens ein Jahr lang hochgenaue Daten sammeln, auf die man auf der Erde schon sehnlich wartet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Merkur ist der einzige Planet im Sonnensystem, der wie die Erde eine feste Oberfläche hat und mit dem flüssigen Kern in seinem Inneren ein Magnetfeld erzeugt. Dieses Magnetfeld und seine Beeinflussung durch den Sonnenwind wird mit den Messgeräten der beiden BepiColombo-Satelliten präzise vermessen, um so den inneren Aufbau des Merkurs zu untersuchen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit dem Erdkern zu erforschen und dadurch die innere Struktur unseres Heimatplaneten Erde besser zu verstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Originalpublikation</strong><br>Hadid et al.: BepiColombo observations of cold oxygen and carbon ions in the flank of the induced magnetosphere of Venus, Nature Astronomy, doi: 10.1038/s41550-024-02247-2, 2024.<br><a href="https://www.nature.com/articles/s41550-024-02247-2" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41550-024-02247-2</a><br>pdf: <a href="https://www.nature.com/articles/s41550-024-02247-2.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41550-024-02247-2.pdf</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



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<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=743.msg561141#msg561141" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Venus</a></li>
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		<title>Venus: Kohlenstoff-Ionen im Vorbeiflug</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/venus-kohlenstoff-ionen-im-vorbeiflug/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Apr 2024 10:48:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aus der Venus-Atmosphäre entweichen Kohlenstoff-Ionen ins All. Neue Messungen von BepiColombo bestätigen damit einen lang gehegten Verdacht. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung. Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung 12. April 2024. 12. April 2024 &#8211; Im Vorbeiflug an der Venus hat die europäisch-japanische Doppelraumsonde Bepi Colombo erstmals Kohlenstoff-Ionen gefunden, die aus der Atmosphäre des Planeten ins [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Aus der Venus-Atmosphäre entweichen Kohlenstoff-Ionen ins All. Neue Messungen von BepiColombo bestätigen damit einen lang gehegten Verdacht. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung 12. April 2024.</p>



<p class="wp-block-paragraph">12. April 2024 &#8211; Im Vorbeiflug an der Venus hat die europäisch-japanische Doppelraumsonde <a href="https://www.raumfahrer.net/tag/bepicolombo/" data-wpel-link="internal">Bepi Colombo</a> erstmals Kohlenstoff-Ionen gefunden, die aus der Atmosphäre des Planeten ins All entweichen. Davon berichtet eine Forschergruppe unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen heute in der Fachzeitschrift Nature Astronomy. Um auf dem Weg zum Merkur abzubremsen, hatte Bepi Colombo am 10. August 2021 zum zweiten Mal die Venus passiert. Ausgestattet mit Messinstrumenten, die denen früherer Venus-Reisenden überlegen sind, durchflog die Raumsonde dabei eine bisher unerforschte Region auf der Nachtseite des Planeten. Untersuchungen der Ionenverteilung helfen zu verstehen, welche Prozesse die Atmosphäre unseres Nachbarplaneten geformt haben und warum sie sich stark von der Gashülle der Erde unterscheidet. Ideengeber für die neuen Messungen war ein seltenes kosmisches Ereignis, das sich vor 25 Jahren ereignete – und einen Hauch der Venus bis zur Erde brachte.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/VenuspalnetareIonenNatureAstrHadidetalLPPCNRSESAMPS.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="(Grafik: Nature Astronomy, Hadid et al.; LPP, CNRS; Venus: ESA/MPS)" data-rl_caption="" title="(Grafik: Nature Astronomy, Hadid et al.; LPP, CNRS; Venus: ESA/MPS)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="315" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/VenuspalnetareIonenNatureAstrHadidetalLPPCNRSESAMPS60.jpg" alt="(Grafik: Nature Astronomy, Hadid et al.; LPP, CNRS; Venus: ESA/MPS)" class="wp-image-138128" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/VenuspalnetareIonenNatureAstrHadidetalLPPCNRSESAMPS60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/VenuspalnetareIonenNatureAstrHadidetalLPPCNRSESAMPS60-300x158.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Grafik: Nature Astronomy, Hadid et al.; LPP, CNRS; Venus: ESA/MPS</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Eigentlich sollte das Messinstrument MPPE (Mercury Plasma Particle Experiment) den Venus-Vorbeiflug von BepiColombo am 10. August 2021 „verschlafen“. Um auf dem Weg zum Zielplaneten Merkur Flugrichtung und -geschwindigkeit anzupassen, führte die Flugroute der Raumsonde zum zweiten Mal nah an der Venus vorbei. Den wissenschaftlich-technischen Teams der einzelnen Messinstrumente an Bord bieten Stippvisiten dieser Art nicht nur die Gelegenheit, ihr Instrument unter echten Weltraumbedingungen zu testen. Oft enthalten die Messdaten auch wertvolle wissenschaftliche Erkenntnisse. Für MPPE war jedoch nicht mit optimalen Messbedingungen zu rechnen. Während der Anreise zum Merkur fliegen beide Teilsonden von BepiColombo „aufeinandergestapelt“ durchs All; in dieser Konfiguration schränken einige Hardwarekomponenten die Sicht von MPPE ein. Das Instrument sollte ausgeschaltet bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Forscher des MPPE-Teams drangen dennoch darauf, während des Vorbeiflugs die Verteilung geladener und ungeladener Teilchen in der Umgebung des Planeten so gut es geht zu bestimmen. „Seit mehr als zwei Jahrzehnten treiben uns Messungen der Raumsonde SOHO um“, begründet dies MPS-Wissenschaftler Dr. Markus Fränz, einer der Koautoren der neuen Studie. 1996 entdeckte SOHO in der Nähe der Erde Kohlenstoff-Ionen von der Venus. Damals lag die Erde genau im Sonnenwindschatten der Venus. Unter diesen seltenen Bedingungen konnten Ionen aus der sonnenabgewandten Umgebung der Venus weit ins All vordringen und sogar die Erde erreichen. Vor Ort an der Venus war der Nachweis von Kohlenstoff-Ionen in größerer Entfernung vom Planeten bisher nicht geglückt. „Dem wollten wir unbedingt nachgehen“, so Fränz weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kein Wasser, schwaches Magnetfeld</strong><br>Die Forschenden interessiert besonders, warum Venus und Erde seit ihrer Entstehung so unterschiedliche Entwicklungswege eingeschlagen haben und heute völlig verschiedene Bedingungen bieten. Während unser Heimatplanet eine lebensfreundliche Welt mit viel Wasser und sauerstoffreicher Atmosphäre wurde, hat die Venus ihr einstiges Wasser weitestgehend verloren. Der hohe Anteil an Kohlenstoffdioxid in ihrer Lufthülle begünstigt zudem einen extremen Treibhauseffekt und erzeugt so hohe Oberflächentemperaturen von im Schnitt mehr als 450 Grad Celsius. „Die Prozesse, die sich noch heute in der Ionosphäre der Venus abspielen, liefern wichtige Hinweise darauf, wie sich der Planet entwickelt hat“, so MPS-Wissenschaftler und Koautor Dr. Norbert Krupp.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anders als die Erde erzeugt die Venus in ihrem Innern nicht selbst ein Magnetfeld, das Teilchen aus der Atmosphäre an den Planeten bindet. Die geladenen Teilchen des Sonnenwindes, des stetigen Teilchenstroms von der Sonne, induzieren lediglich ein schwaches Magnetfeld. Leichte oder schnelle Teilchen können deshalb den Einflussbereich des Planeten mühelos verlassen. Schwere Ionen und Moleküle hingegen wie etwa Kohlenstoff-Ionen müssten – wie auch auf der Erde oder dem Mars &#8211; eigentlich gebunden bleiben. Oder nicht?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Höhere Auflösung als Vorgänger</strong><br>Beim Vorbeiflug ist es nun erstmals gelungen, die SOHO-Messungen von 1996 in unmittelbarer Nähe zur Venus zu bestätigen. „Offenbar erhalten Kohlenstoff-Ionen in der Venus-Magnetosphäre genug Energie, um ins All zu entweichen“, fasst MPS-Wissenschaftler und Koautor Dr. Harald Krüger zusammen. Das zeigen Messungen der MPPE-Sensoren Mass Spectrum Analyzer (MSA) und Mercury Ion Analyzer (MIA), die Mitglieder des MPPE-Teams unter Leitung des Pariser Observatoriums heute in der Fachzeitschrift Nature Astronomy veröffentlichen. Vergleichbare Untersuchungen älterer Venus-Sonden wie etwa Venus Express waren nicht in der Lage gewesen, Kohlenstoff-Ionen von anderen Ionen und Molekülen mit ähnlichen Massen verlässlich zu unterscheiden. Erst die Instrumente von BepiColombo boten dafür jetzt die notwendige Massenauflösung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„In der Atmosphäre der Venus ist offenbar eine komplexe Atmosphären-Chemie am Werk, die sich von der von Erde und Mars grundlegend unterscheidet“, so Fränz. Neben den Kohlenstoff-Ionen fanden die Forscher*innen zudem etwa dreimal so viele entweichende Sauerstoff-Ionen. Der Überschuss an Sauerstoff-Ionen deutet auf Wasser-Moleküle oder -Ionen als mögliche Quelle hin.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Flugroute durch unerforschtes Gebiet</strong><br>Beim Vorbeiflug näherte sich BepiColombo der Venus von der Nachtseite. Dort ist die Venus-Magnetosphäre typischerweise schweifförmig langgezogen und ragt weit ins All hinaus. Die aktuellen Messungen gelangen in einem Abstand von etwa 36.000 Kilometern vom Planeten. Diese Region hatte zuvor noch keine andere Weltraummission durchquert: Die Flugbahnen der ESA-Raumsonde Venus Express, die den Planeten ab 2006 etwa acht Jahre lang umrundete, führten auf der Nachtseite des Planeten näher an der Oberfläche vorbei; der in den späten 70er Jahren gestartete Pioneer Venus Orbiter der NASA hielt hingegen einen größeren Abstand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Erkenntnisse zu den chemischen Reaktionen, die sich in der Atmosphäre der Venus abspielen, erhoffen sich die Wissenschaftler*innen von künftigen Venus-Besuchern. Auf ihrem sehr langgestreckten Orbit um die Sonne wird die ESA-Raumsonde Solar Orbiter den Planeten in den nächsten Jahren mehrfach passieren; voraussichtlich in den 30er Jahren startet zudem die ESA-Venus-Mission EnVision ins All.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>MPS-Beteiligungen</strong><br>Das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung ist an insgesamt vier Instrumenten der Mission BepiColombo beteiligt. Zum Instrumentenpaket MPPE (Mercury Plasma Particle Experiment) haben Wissenschaftler*innen und Ingenieur*innen des Instituts Komponenten des Sensors MSA (Mass Spectrum Analyzer) entwickelt und gebaut. Zudem war und ist das Institut an Venus-Missionen beteiligt. Zu der ESA-Raumsonde Venus Express hatte das Institut das Messinstrument ASPERA-4 (Analyser of Space Plasmas and Energetic Atoms) beigesteuert. Für die künftige ESA-Mission EnVision zur Venus entwickelt das MPS Komponenten des Spektrometers VenSpec.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Originalveröffentlichung</strong><br>L.Z. Hadid, D. Delcourt, Y. Saito, M. Fränz et al.:<br>BepiColombo observations of cold oxygen and carbon ions in the flank of the induced magnetosphere of Venus<br>Nature Astronomy, 12. April 2024<br>dx.doi.org/10.1038/s41550-024-02247-2<br><a href="https://www.nature.com/articles/s41550-024-02247-2" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41550-024-02247-2</a><br>pdf: <a href="https://www.nature.com/articles/s41550-024-02247-2.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41550-024-02247-2.pdf</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=743.msg560758#msg560758" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Venus</a></li>
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		<title>Wir nehmen Kurs auf die Venus: ESA bewilligt EnVision</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/wir-nehmen-kurs-auf-die-venus-esa-bewilligt-envision/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jan 2024 18:21:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[EnVision]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Venus]]></category>
		<category><![CDATA[Ariane 6]]></category>
		<category><![CDATA[Cosmic Vision]]></category>
		<category><![CDATA[erdähnlicher Planet]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonde]]></category>
		<category><![CDATA[Synthetic Apertur Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Voirin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die nächste ESA-Mission zur Venus wurde heute vom Ausschuss für das Wissenschaftsprogramm der Agentur offiziell &#8222;verabschiedet&#8220;. EnVision wird die Venus von ihrem inneren Kern bis zu ihrer äußeren Atmosphäre untersuchen und wichtige neue Erkenntnisse über die Geschichte, die geologische Aktivität und das Klima des Planeten liefern. Eine Pressemitteilung der European Space Agency (ESA). Quelle: ESA [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die nächste ESA-Mission zur Venus wurde heute vom Ausschuss für das Wissenschaftsprogramm der Agentur offiziell &#8222;verabschiedet&#8220;. EnVision wird die Venus von ihrem inneren Kern bis zu ihrer äußeren Atmosphäre untersuchen und wichtige neue Erkenntnisse über die Geschichte, die geologische Aktivität und das Klima des Planeten liefern. Eine Pressemitteilung der European Space Agency (ESA).</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph" style="font-size:13px">Quelle:<a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Human_and_Robotic_Exploration/muninn/Watch_live_Marcus_Wandt_docks_to_the_Space_Station" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external"> </a><a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/We_re_heading_for_Venus_ESA_approves_Envision" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ESA Science &amp; Exploration</a>, 25. Januar 2024</p>



<figure class="wp-block-image alignfull size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EnVision_pillars.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="EnVision: Künstlerische Darstellung der EnVision-Mission der ESA auf der Venus. Copyright: ESA/VR2Planets/Damia Bouic" data-rl_caption="" title="EnVision: Künstlerische Darstellung der EnVision-Mission der ESA auf der Venus. Copyright: ESA/VR2Planets/Damia Bouic" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="800" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EnVision_pillars_800x260.jpg" alt="" class="wp-image-136310" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EnVision_pillars_800x260.jpg 800w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EnVision_pillars_800x260-300x98.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EnVision_pillars_800x260-768x250.jpg 768w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EnVision_pillars_800x260-600x195.jpg 600w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><strong>EnVision:</strong> Künstlerische Darstellung der EnVision-Mission der ESA auf der Venus. <strong>Copyright: ESA/VR2Planets/Damia Bouic</strong></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Annahme bedeutet, dass die Studienphase abgeschlossen ist und die ESA sich zur Durchführung der Mission verpflichtet. Nach der Auswahl des europäischen industriellen Auftragnehmers im Laufe dieses Jahres werden die Arbeiten zur Fertigstellung des Designs und zum Bau des Raumfahrzeugs bald beginnen. EnVision soll im Jahr 2031 mit einer Ariane-6-Rakete gestartet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Seit der <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Envision/ESA_selects_revolutionary_Venus_mission_Envision" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Auswahl der Mission</a> im Jahr 2021 sind wir von allgemeinen wissenschaftlichen Zielen zu einem konkreten Missionsplan übergegangen&#8220;, sagt Thomas Voirin, Leiter der EnVision-Studie der ESA. &#8222;Wir freuen uns sehr, den nächsten Schritt zu machen. EnVision wird Antworten auf seit langem offene Fragen zur Venus geben, dem wohl am wenigsten verstandenen terrestrischen Planeten des Sonnensystems.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Venus ist der nächste Nachbar der Erde &#8211; viel näher als der Mars &#8211; und unserem Heimatplaneten in Masse und Größe sehr ähnlich. Anders als die Erde ist sie jedoch kein angenehmer Ort für einen Besuch. Von allen Gesteinskörpern des Sonnensystems hat sie die dichteste Atmosphäre und ist vollständig von dicken Wolkenschichten bedeckt, die hauptsächlich aus Schwefelsäure bestehen. Die Oberfläche der Venus ist im Durchschnitt 464 °C heiß, und der Luftdruck ist 92-mal höher als auf der Erdoberfläche. Das wirft die Frage auf: Wie und wann ist der Zwilling der Erde so unwirtlich geworden?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wissenschaft mit EnVision</strong></p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EnVision_science_what_will_the_mission_observe_pillars.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="EnVision’s Wissenschaft: Was wird die Mission beobachten? EnVision soll im Jahr 2031 starten und die Venus von ihrem inneren Kern bis zu ihrer oberen Atmosphäre beobachten, um die Geschichte, die Aktivität und das Klima des Planeten zu erforschen. Dieser ganzheitliche Ansatz zur Erforschung der Venus ist etwas Besonderes. EnVision wird die Oberfläche, das Innere und die Atmosphäre des Planeten mit unerreichter Genauigkeit untersuchen und es uns ermöglichen, zu verstehen, wie sie funktionieren und miteinander interagieren. Die Mission wird sich mit wichtigen Fragen zu unserem nächsten Nachbarn im Weltraum befassen, darunter: Wie haben sich die Oberfläche und das Innere der Venus im Laufe der Zeit entwickelt? Wie geologisch und tektonisch aktiv ist die Venus heute? Und wie aktiv war sie in den letzten Milliarden Jahren? Wie werden die Atmosphäre und das Klima der Venus durch geologische Prozesse geformt? Hatte die Venus jemals Ozeane? Und könnten in den ältesten Gesteinen, die auf der Venusoberfläche gefunden wurden, Hinweise auf früheres Wasser enthalten sein? Wie verliert die Venus Wärme? Die Ergebnisse von EnVision werden dazu beitragen, grundlegende Fragen über die Entwicklung der terrestrischen Planeten in unserem eigenen Sonnensystem und darüber hinaus zu beantworten. Copyright: ESA (CC BY-SA 3.0 IGO)" data-rl_caption="" title="EnVision’s Wissenschaft: Was wird die Mission beobachten? EnVision soll im Jahr 2031 starten und die Venus von ihrem inneren Kern bis zu ihrer oberen Atmosphäre beobachten, um die Geschichte, die Aktivität und das Klima des Planeten zu erforschen. Dieser ganzheitliche Ansatz zur Erforschung der Venus ist etwas Besonderes. EnVision wird die Oberfläche, das Innere und die Atmosphäre des Planeten mit unerreichter Genauigkeit untersuchen und es uns ermöglichen, zu verstehen, wie sie funktionieren und miteinander interagieren. Die Mission wird sich mit wichtigen Fragen zu unserem nächsten Nachbarn im Weltraum befassen, darunter: Wie haben sich die Oberfläche und das Innere der Venus im Laufe der Zeit entwickelt? Wie geologisch und tektonisch aktiv ist die Venus heute? Und wie aktiv war sie in den letzten Milliarden Jahren? Wie werden die Atmosphäre und das Klima der Venus durch geologische Prozesse geformt? Hatte die Venus jemals Ozeane? Und könnten in den ältesten Gesteinen, die auf der Venusoberfläche gefunden wurden, Hinweise auf früheres Wasser enthalten sein? Wie verliert die Venus Wärme? Die Ergebnisse von EnVision werden dazu beitragen, grundlegende Fragen über die Entwicklung der terrestrischen Planeten in unserem eigenen Sonnensystem und darüber hinaus zu beantworten. Copyright: ESA (CC BY-SA 3.0 IGO)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="338" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EnVision_science_what_will_the_mission_observe_pillars_600x338.jpg" alt="" class="wp-image-136312" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EnVision_science_what_will_the_mission_observe_pillars_600x338.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EnVision_science_what_will_the_mission_observe_pillars_600x338-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><strong>EnVision&#8217;s Wissenschaft:</strong> Was wird die Mission beobachten? EnVision soll im Jahr 2031 starten und die Venus von ihrem inneren Kern bis zu ihrer oberen Atmosphäre beobachten, um die Geschichte, die Aktivität und das Klima des Planeten zu erforschen. Dieser ganzheitliche Ansatz zur Erforschung der Venus ist etwas Besonderes. EnVision wird die Oberfläche, das Innere und die Atmosphäre des Planeten mit unerreichter Genauigkeit untersuchen und es uns ermöglichen, zu verstehen, wie sie funktionieren und miteinander interagieren. Die Mission wird sich mit wichtigen Fragen zu unserem nächsten Nachbarn im Weltraum befassen, darunter: Wie haben sich die Oberfläche und das Innere der Venus im Laufe der Zeit entwickelt? Wie geologisch und tektonisch aktiv ist die Venus heute? Und wie aktiv war sie in den letzten Milliarden Jahren? Wie werden die Atmosphäre und das Klima der Venus durch geologische Prozesse geformt? Hatte die Venus jemals Ozeane? Und könnten in den ältesten Gesteinen, die auf der Venusoberfläche gefunden wurden, Hinweise auf früheres Wasser enthalten sein? Wie verliert die Venus Wärme? Die Ergebnisse von EnVision werden dazu beitragen, grundlegende Fragen über die Entwicklung der terrestrischen Planeten in unserem eigenen Sonnensystem und darüber hinaus zu beantworten. <strong>Copyright: ESA (CC BY-SA 3.0 IGO)</strong></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Messungen von EnVision werden dazu beitragen, wichtige Rätsel unseres heißen Nachbarn zu entschlüsseln. So wird EnVision beispielsweise aufdecken, wie Vulkane, Plattentektonik und Asteroideneinschläge die Venusoberfläche geformt haben und wie geologisch aktiv der Planet heute ist. Die Mission wird auch das Innere des Planeten untersuchen und Daten über die Struktur und Dicke des Venuskerns, -mantels und der Kruste sammeln. Schließlich wird sie das Wetter und das Klima auf der Venus untersuchen, einschließlich der Frage, wie diese durch die geologische Aktivität auf dem Boden beeinflusst werden.</p>



<p class="has-text-align-left wp-block-paragraph"><a href="https://www.raumfahrer.net/envision-factsheet/" data-wpel-link="internal"><strong>Erfahren sie mehr über EnVision</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Das Besondere an EnVision ist der Ansatz der Mission, den gesamten Planeten als System zu untersuchen. Sie wird die Oberfläche, das Innere und die Atmosphäre der Venus mit noch nie dagewesener Genauigkeit untersuchen und es uns ermöglichen zu verstehen, wie sie funktionieren und miteinander interagieren. EnVision wird zum Beispiel mehrere Messverfahren einsetzen, um nach Signaturen von aktivem Vulkanismus an der Oberfläche und in der Atmosphäre zu suchen&#8220;, erklärt Anne Grete Straume-Lindner, die Projektwissenschaftlerin der Mission.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um diese ganzheitliche Untersuchung zu ermöglichen, wird EnVision ein umfangreiches wissenschaftliches Instrumentarium mitführen. Es wird die erste Mission sein, die mit ihrem Radargerät direkt unter der Venusoberfläche sucht. Ein zweites Radarinstrument, VenSAR, wird die Oberfläche mit einer Auflösung von bis zu 10 Metern kartieren und Eigenschaften wie die Oberflächentextur bestimmen. Drei verschiedene Spektrometer werden die Beschaffenheit der Oberfläche und der Atmosphäre untersuchen. Und ein Radiowissenschaftsexperiment wird mithilfe von Radiowellen die innere Struktur des Planeten und die Eigenschaften der Atmosphäre untersuchen.</p>



<figure class="wp-block-video"><video height="432" style="aspect-ratio: 768 / 432;" width="768" controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/2106_019_AR_EN.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption"><em><strong>EnVision untersucht die Venus:</strong> Dieses Video beschreibt den Einsatz der EnVision-Instrumente VenSAR und SRS sowie einige grundlegende Funktionen des Raumfahrzeugs. VenSAR ist ein Synthetic Aperture Radar und wird die Oberfläche der Venus mit einer Reihe von Methoden kartieren, darunter Bildgebung mit einer räumlichen Auflösung von 10 m bis 30 m, Altimetrie, Polarimetrie und Radiometrie. Das Subsurface Sounding Radar (SRS) wird in den obersten Kilometer des Untergrunds eindringen und nach unterirdischen Schichten und vergrabenen Grenzen suchen. Drei Spektrometer (VenSpec-U, VenSpec-H und VenSpec-M), die im ultravioletten und infraroten Bereich arbeiten, werden Spurengase kartieren, einschließlich der Suche nach vulkanischen Gasfahnen über und unter den Wolken, und die Zusammensetzung der Oberfläche kartieren. Im Rahmen einer Gravitations- und Radiowissenschaftsuntersuchung wird das Schwerefeld des Planeten mit Hilfe von Radioverfolgung kartiert, um die innere Struktur zu bestimmen, und es werden atmosphärische Eigenschaften durch Radiobedeckung gemessen. <strong>Copyright: ESA / Paris Observatory / VR2Planets / Damia Bouic</strong></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Starkes Erbe und fruchtbare Zusammenarbeit</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">EnVision wird sich der ESA-Wissenschaftsflotte von <a href="https://www.esa.int/ESA_Multimedia/Images/2019/02/ESA_s_science_fleet_of_Solar_System_explorers" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Sonnensystemforschern</a> anschließen. Diese Missionen befassen sich mit zwei wichtigen wissenschaftlichen Themen der <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/ESA_s_Cosmic_Vision" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Cosmic Vision 2015-2025</a> der ESA, nämlich: Was sind die Bedingungen für die Bildung von Planeten und die Entstehung von Leben? und Wie funktioniert das Sonnensystem?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wird die zweite europäische Mission zur Venus sein. Die ESA-Mission <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Venus_Express" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Venus Express</a> (2005-2014) konzentrierte sich auf die Atmosphäre des Planeten, machte aber auch dramatische Entdeckungen, die auf mögliche <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Venus_Express/Hot_lava_flows_discovered_on_Venus" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">vulkanische Hotspots</a> auf der Oberfläche des Planeten hinwiesen. (Lesen Sie <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Venus_Express/Venus_Express_science_highlights" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">hier</a> mehr über die wissenschaftlichen Höhepunkte von Venus Express.) Die Erforschung der Atmosphäre wurde mit der <a href="https://akatsuki.isas.jaxa.jp/en/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Akatsuki-Mission</a> der JAXA fortgesetzt, die immer noch aktiv atmosphärische Bewegungen und das Wetter auf der Venus verfolgt.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EnVision_targets_on_Venus_s_surface_pillars.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="EnVision-Ziele auf der Oberfläche der Venus: Die EnVision-Mission der ESA wird die Oberfläche der Venus mit einer Reihe von wissenschaftlichen Instrumenten untersuchen, um zu verstehen, warum unser nächster Nachbar im Weltraum so anders ist. Unter ihrer dichten Wolkendecke hat die geheimnisvolle Venus eine faszinierende Oberfläche, die mit Vulkanen, Kratern, Gräben und Verwerfungen, Hochländern, Tiefland und Lavafeldern bedeckt ist. Diese Landschaften wurden auf Bildern der Magellan-Mission der NASA sichtbar. EnVision wird einen großen Teil davon sehr viel detaillierter abbilden, um Fragen zur Entwicklung der Planetenoberfläche zu beantworten – zum Beispiel, wie aktiv der Planet heute ist, welche Arten von Gestein und Staub gefunden werden können und wie alt die Oberfläche ist. Um sicherzustellen, dass die Sonde Daten über die interessantesten Teile der Venusoberfläche sammelt, werden die Beobachtungen von EnVision von Wissenschaftlern, darunter auch Planetengeologen, sorgfältig geplant. Das VenSAR-Radarinstrument der Raumsonde wird als erstes Teile der Oberfläche mit einer Auflösung von bis zu 10 m kartieren und es den Wissenschaftlern sogar ermöglichen, die Oberflächeneigenschaften und -beschaffenheit zu untersuchen. Copyright: ESA (CC BY-SA 3.0 IGO)" data-rl_caption="" title="EnVision-Ziele auf der Oberfläche der Venus: Die EnVision-Mission der ESA wird die Oberfläche der Venus mit einer Reihe von wissenschaftlichen Instrumenten untersuchen, um zu verstehen, warum unser nächster Nachbar im Weltraum so anders ist. Unter ihrer dichten Wolkendecke hat die geheimnisvolle Venus eine faszinierende Oberfläche, die mit Vulkanen, Kratern, Gräben und Verwerfungen, Hochländern, Tiefland und Lavafeldern bedeckt ist. Diese Landschaften wurden auf Bildern der Magellan-Mission der NASA sichtbar. EnVision wird einen großen Teil davon sehr viel detaillierter abbilden, um Fragen zur Entwicklung der Planetenoberfläche zu beantworten – zum Beispiel, wie aktiv der Planet heute ist, welche Arten von Gestein und Staub gefunden werden können und wie alt die Oberfläche ist. Um sicherzustellen, dass die Sonde Daten über die interessantesten Teile der Venusoberfläche sammelt, werden die Beobachtungen von EnVision von Wissenschaftlern, darunter auch Planetengeologen, sorgfältig geplant. Das VenSAR-Radarinstrument der Raumsonde wird als erstes Teile der Oberfläche mit einer Auflösung von bis zu 10 m kartieren und es den Wissenschaftlern sogar ermöglichen, die Oberflächeneigenschaften und -beschaffenheit zu untersuchen. Copyright: ESA (CC BY-SA 3.0 IGO)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="338" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EnVision_targets_on_Venus_s_surface_pillars_600x338.jpg" alt="" class="wp-image-136315" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EnVision_targets_on_Venus_s_surface_pillars_600x338.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EnVision_targets_on_Venus_s_surface_pillars_600x338-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><strong>EnVision-Ziele auf der Oberfläche der Venus</strong>: Die<a href="https://www.raumfahrer.net/envision-factsheet/" data-wpel-link="internal"> EnVision-Mission der ESA</a> wird die Oberfläche der Venus mit einer Reihe von wissenschaftlichen Instrumenten untersuchen, um zu verstehen, warum unser nächster Nachbar im Weltraum so anders ist.<br>Unter ihrer dichten Wolkendecke hat die geheimnisvolle Venus eine faszinierende Oberfläche, die mit Vulkanen, Kratern, Gräben und Verwerfungen, Hochländern, Tiefland und Lavafeldern bedeckt ist. Diese Landschaften wurden auf Bildern der Magellan-Mission der NASA sichtbar. EnVision wird einen großen Teil davon sehr viel detaillierter abbilden, um Fragen zur Entwicklung der Planetenoberfläche zu beantworten &#8211; zum Beispiel, wie aktiv der Planet heute ist, welche Arten von Gestein und Staub gefunden werden können und wie alt die Oberfläche ist.<br>Um sicherzustellen, dass die Sonde Daten über die interessantesten Teile der Venusoberfläche sammelt, werden die Beobachtungen von EnVision von Wissenschaftlern, darunter auch Planetengeologen, sorgfältig geplant. Das VenSAR-Radarinstrument der Raumsonde wird als erstes Teile der Oberfläche mit einer Auflösung von bis zu 10 m kartieren und es den Wissenschaftlern sogar ermöglichen, die Oberflächeneigenschaften und -beschaffenheit zu untersuchen.<br><strong>Copyright: ESA (<a href="https://www.esa.int/ESA_Multimedia/Terms_and_conditions_of_use_of_images_and_videos_available_on_the_esa_website" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">CC BY-SA 3.0 IGO</a>)</strong></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Vor längerer Zeit zeichneten die <a href="https://science.nasa.gov/mission/mariner-program/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Mariner</a>&#8211; und <a href="https://www.nasa.gov/centers-and-facilities/ames/40-years-ago-pioneers-encounter-venus/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Pioneer</a>-Venus-Missionen der NASA (1960er und 1970er Jahre), die <a href="https://web.archive.org/web/20250508202610/https://nssdc.gsfc.nasa.gov/planetary/Venera.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Venera</a>&#8211; und <a href="https://web.archive.org/web/20250731071113/https://nssdc.gsfc.nasa.gov/nmc/spacecraft/display.action?id=1984-125A" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Vega</a>-Missionen der Sowjetunion (1960er bis 1980er Jahre) und die <a href="https://science.nasa.gov/mission/magellan/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Magellan</a>-Radarkartierungsmission der NASA (1990-1994) das Bild einer trockenen Welt mit Landschaften, die von Vulkanen und intensiver geologischer Aktivität geprägt sind. Sie entdeckten weite, von Lavaströmen gezeichnete Ebenen, die von Hochebenen und Bergen begrenzt wurden. Das VenSAR-Instrument von EnVision, das voraussichtlich von der NASA beigesteuert wird, wird die Venusoberfläche mit einer viel höheren Auflösung als Magellan kartieren und Oberflächenmerkmale erkennen, die mehr als zehnmal kleiner sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Envision/Past_missions_to_Venus" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Lesen Sie mehr über frühere Missionen zur Venus</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Mal wird EnVision auf seiner Reise zur Venus nicht allein sein. In Erwartung einer fruchtbaren Zusammenarbeit hat die NASA im Rahmen ihres Discovery-Programms auch <a href="https://www.nasa.gov/news-release/nasa-selects-2-missions-to-study-lost-habitable-world-of-venus/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">zwei neue Missionen zur Venus</a> ausgewählt: DAVINCI (Deep Atmosphere Venus Investigation of Noble gases, Chemistry, and Imaging) und VERITAS (Venus Emissivity, Radio Science, InSAR, Topography, and Spectroscopy). Zusammen werden EnVision, DAVINCI und VERITAS die bisher umfassendste Untersuchung der Venus ermöglichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">EnVision ist eine von der ESA geleitete Mission in Partnerschaft mit der NASA. Die NASA wird voraussichtlich das VenSAR-Instrument (Synthetic Aperture Radar) sowie die Unterstützung des Deep Space Network bereitstellen. Die anderen Nutzlastinstrumente werden von den ESA-Mitgliedsstaaten beigesteuert, wobei ASI, DLR, BelSPO und CNES jeweils die Beschaffung des Subsurface Sounding Radar (SRS) und der Spektrometer VenSpec-M, VenSpec-H und VenSpec-U leiten. Das Radiowissenschaftsexperiment wird von Frankreich geleitet und von Deutschland unterstützt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=18853.msg558279#msg558279" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">EnVision : ESAs Venus-Mission (M5) auf Ariane 62</a></li>
</ul>
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		<title>EnVision factsheet</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/envision-factsheet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jan 2024 18:21:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[EnVision]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Venus]]></category>
		<category><![CDATA[Cosmic Vision]]></category>
		<category><![CDATA[erdähnlicher Planet]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Überblick über die Mission von EnVision.Eine Pressemitteilung der European Space Agency (ESA). Quelle: ESA Science &#38; Exploration, 25. Januar 2024. Aufgabe: Verstehen, warum der nächste Nachbar der Erde, die Venus, so anders ist. Partnerschaft: EnVision ist eine von der ESA geleitete Mission in Partnerschaft mit der NASA, wobei die NASA das Synthetic Aperture Radar (VenSAR) [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading" id="uberblick-uber-die-mission-von-envision-eine-pressemitteilung-der-european-space-agency-esa--e1fb772e-bfe1-45d0-98b5-df32e9050d49">Überblick über die Mission von EnVision.<br>Eine Pressemitteilung der European Space Agency (ESA).</h4>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph" style="font-size:13px">Quelle:<a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Human_and_Robotic_Exploration/muninn/Watch_live_Marcus_Wandt_docks_to_the_Space_Station" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external"> </a><a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Envision/Envision_factsheet" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ESA Science &amp; Exploration</a>, 25. Januar 2024.</p>



<figure class="wp-block-image alignfull size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EnVision_Understanding_why_Earth_s_closest_neighbour_is_so_different_pillars.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Venus und Erde, ungleiche Geschwister. Die Venus hat fast die gleiche Größe und Masse wie die Erde, doch der Planet hat eine ganz andere Entwicklung genommen. Sie ist heute von einer Atmosphäre umgeben, die etwa 90-mal mehr Masse hat, als die Erdatmosphäre. Dichte Wolken aus Schwefelsäure verhindern eine Beobachtung in den Wellenlängen des sichtbaren Lichts. Mit Radar – bei der künstlerischen Darstellung der Venus rechts als farbkodierte, aus Daten der NASA-Sonde Magellan berechnete Radarkarte dargestellt – und in einigen Wellenlängen des infraroten Spektrums lässt sich die Venusatmosphäre jedoch untersuchen. Das ist die Aufgabe der Venusmission EnVision der Europäischen Weltraumorganisation ESA, die 2031 starten und mit ihren Messungen dazu beitragen soll, die Ursachen für die unterschiedliche Entwicklung beider Planeten herauszufinden. Bild: NASA/JAXA/ISAS/DARTS/VR2planets/Damia Bouic" data-rl_caption="" title="Venus und Erde, ungleiche Geschwister. Die Venus hat fast die gleiche Größe und Masse wie die Erde, doch der Planet hat eine ganz andere Entwicklung genommen. Sie ist heute von einer Atmosphäre umgeben, die etwa 90-mal mehr Masse hat, als die Erdatmosphäre. Dichte Wolken aus Schwefelsäure verhindern eine Beobachtung in den Wellenlängen des sichtbaren Lichts. Mit Radar – bei der künstlerischen Darstellung der Venus rechts als farbkodierte, aus Daten der NASA-Sonde Magellan berechnete Radarkarte dargestellt – und in einigen Wellenlängen des infraroten Spektrums lässt sich die Venusatmosphäre jedoch untersuchen. Das ist die Aufgabe der Venusmission EnVision der Europäischen Weltraumorganisation ESA, die 2031 starten und mit ihren Messungen dazu beitragen soll, die Ursachen für die unterschiedliche Entwicklung beider Planeten herauszufinden. Bild: NASA/JAXA/ISAS/DARTS/VR2planets/Damia Bouic" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="800" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EnVision_Understanding_why_Earth_s_closest_neighbour_is_so_different_pillars_800x260.jpg" alt="" class="wp-image-136304" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EnVision_Understanding_why_Earth_s_closest_neighbour_is_so_different_pillars_800x260.jpg 800w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EnVision_Understanding_why_Earth_s_closest_neighbour_is_so_different_pillars_800x260-300x98.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EnVision_Understanding_why_Earth_s_closest_neighbour_is_so_different_pillars_800x260-768x250.jpg 768w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EnVision_Understanding_why_Earth_s_closest_neighbour_is_so_different_pillars_800x260-600x195.jpg 600w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><strong>EnVision</strong>: Verstehen, warum der nächste Nachbar der Erde so anders ist. Das Bild ist das Titelbild des Bewertungsstudienberichts (Yellow Book) für die Mission. <strong>Copyright: NASA / JAXA / ISAS / DARTS / Damia Bouic / VR2Planets</strong></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aufgabe:</strong> Verstehen, warum der nächste Nachbar der Erde, die Venus, so anders ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Partnerschaft:</strong> EnVision ist eine von der ESA geleitete Mission in Partnerschaft mit der NASA, wobei die NASA das Synthetic Aperture Radar (VenSAR) und das Deep Space Network für kritische Phasen der Mission bereitstellt (weitere Informationen zu den europäischen Beiträgen zu EnVision siehe unten)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warum die Venus?</strong> Die Venus ist der erdähnlichste der terrestrischen Planeten der Sonne, was ihre Größe, Zusammensetzung und Entfernung von der Sonne betrifft. Doch zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Geschichte der Planeten begannen beide, sich sehr unterschiedlich zu entwickeln. Die Venus ist heute viel zu heiß, um flüssiges Wasser an ihrer Oberfläche zu beherbergen, aber sie könnte über Milliarden von Jahren ein eher erdähnliches Klima gehabt haben, bevor sie einen unkontrollierbaren Treibhauseffekt entwickelte. Daher ist die Venus ein natürliches Laboratorium, um zu untersuchen, wie sich die Bewohnbarkeit &#8211; oder das Fehlen derselben &#8211; im Sonnensystem entwickelt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zielsetzungen:</strong> EnVision wird die erste Mission sein, die die Venus von ihrem inneren Kern bis zu ihrer oberen Atmosphäre erforscht und die Wechselwirkung zwischen ihren verschiedenen Hüllen &#8211; Atmosphäre, Oberfläche/Unterfläche und Inneres &#8211; charakterisiert. Ziel ist es, einen ganzheitlichen Blick auf die Venus zu werfen und die Geschichte, die Aktivität und das Klima des Planeten zu untersuchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die EnVision-Mission wird sich mit einer Reihe von Schlüsselfragen zu unserem Nachbarn befassen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Wie haben sich die Oberfläche und das Innere der Venus entwickelt?</li>



<li>Wie aktiv ist die Venus heute geologisch und tektonisch, und wie aktiv war sie in den letzten Milliarden Jahren?</li>



<li>Wie werden die Atmosphäre und das Klima der Venus durch geologische Prozesse geformt?</li>



<li>Gab es auf der Venus Ozeane &#8211; und könnten sich in den ältesten Gesteinen der Venusoberfläche Hinweise auf vergangenes Wasser finden?</li>



<li>Wie verliert die Venus Wärme, und wann und warum hat der Treibhauseffekt auf dem Planeten begonnen?</li>
</ul>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Venus_Express_pillars.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="338" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Venus_Express_pillars_600x338.jpg" alt="" class="wp-image-136306" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Venus_Express_pillars_600x338.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Venus_Express_pillars_600x338-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Venus Express:</strong> Dies ist eine künstlerische Darstellung von Venus Express in der Umlaufbahn der Venus. <strong>Copyright: ESA</strong></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vorläufer:</strong> Die Mission baut auf dem Erfolg von Missionen wie <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Venus_Express" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Venus Express</a> der ESA (2005-2014), dem sowjetischen Venera-Programm (1961-1984), der Pioneer-Venus-Mission der NASA (1978-1992) und dem Magellan Orbiter der NASA (1989-1994) auf. Zusammenfassungen dieser Missionen und ihrer wissenschaftlichen Ergebnisse finden Sie unter &#8218;<a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Envision/Past_missions_to_Venus" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Frühere Venusmissionen</a>&#8218;. Das Projekt wird auch die Ergebnisse der Akatsuki-Mission der JAXA nutzen, die 2015 in eine Umlaufbahn um die Venus eintrat. EnVision wird in Synergie mit den bevorstehenden <a href="https://www.nasa.gov/news-release/nasa-selects-2-missions-to-study-lost-habitable-world-of-venus/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">NASA-Missionen VERITAS</a> (Venus Emissivity, Radio Science, InSAR, Topography, and Spectroscopy) und DAVINCI+ (Deep Atmosphere Venus Investigation of Noble gases, Chemistry, and Imaging) arbeiten, um die bisher umfassendste Untersuchung der Venus zu ermöglichen</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Abmessungen:</strong> EnVision wird ein grob rechteckiger, dreiachsenstabilisierter Satellit sein, der beim Start 2,5 Tonnen wiegt und in verstautem Zustand ca. 2 m x 2 m x 3 m misst, mit zwei ausfahrbaren Solarzellen</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Instrumente:</strong> Die wissenschaftliche Nutzlast von EnVision besteht aus VenSAR, einem Dualpolarisations-S-Band-Radar, das auch als Mikrowellenradiometer und Höhenmesser arbeitet und die Venusoberfläche kartieren wird, drei optischen Spektrometern (VenSpec-M, VenSpec-U und VenSpec-H) zur Beobachtung der Venusoberfläche und -atmosphäre sowie dem Subsurface Radar Sounder (SRS), einem Hochfrequenz (HF)-Sondierungsradar zur Untersuchung des obersten Kilometers des Untergrunds. Ergänzt werden diese Systeme durch eine funkwissenschaftliche Untersuchung, bei der das Telemetriesystem TT&amp;C (Telemetry Tracking and Command) des Raumfahrzeugs genutzt wird, um das Schwerefeld des Planeten zu kartieren und seine innere Struktur einzugrenzen sowie die Zusammensetzung und Struktur der Venusatmosphäre zu messen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Auswahl:</strong> Die Mission wurde vom Ausschuss für das Wissenschaftsprogramm der ESA am 10. Juni 2021 als fünfte Mission der mittleren Klasse im Rahmen des Plans <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/ESA_s_Cosmic_Vision" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Cosmic Vision der ESA</a> ausgewählt. Sie wurde am <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/We_re_heading_for_Venus_ESA_approves_Envision" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">25. Januar 2024 angenommen</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Start:</strong> Der Start von EnVision ist für die frühen 2030er Jahre geplant. Die Mission soll vom Weltraumbahnhof der ESA in <a href="https://www.esa.int/Applications/Observing_the_Earth/Copernicus/Earth_from_Space_Kourou_French_Guiana" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Kourou, Französisch-Guayana</a>, mit einer <a href="https://www.esa.int/Enabling_Support/Space_Transportation/Launch_vehicles" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Ariane 62</a> starten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Reise und Umlaufbahn:</strong> EnVision wird die Venus nach einer 15-monatigen Reise erreichen. Nach der Ankunft wird die Sonde 15 Monate lang die Venusatmosphäre durchfliegen, um allmählich ihre wissenschaftliche Umlaufbahn zu erreichen, eine niedrige, quasi polare Venusumlaufbahn mit einer variablen Höhe zwischen 220 und 540 km und einer Umlaufzeit von etwa 94 Minuten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lebenszeit:</strong> Nominale wissenschaftliche Gesamtdauer von sechs Venus-Sternzeittagen (vier Erdjahre)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Beiträge der ESA-Mitgliedsstaaten:</strong> ASI, DLR, BelSPO und CNES werden jeweils die Beschaffung der Instrumente SRS, VenSpec-M, VenSpec-H und VenSpec-U leiten. Das radiowissenschaftliche Experiment wird von Instituten in Frankreich und Deutschland geleitet. Start und Betrieb werden durch das ESA Mission Operations Centre (MOC) im ESOC (Darmstadt) und das Science Operations Centre (SOC) im ESAC (Madrid) unterstützt, wobei der Instrumentenbetrieb und die operativen Schnittstellen auf die Instrumententeams verteilt sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fakten zur EnVision-Mission</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">EnVision wird Beobachtungen im ultravioletten, sichtbaren und infraroten Bereich sowie im Mikrowellen- und Hochfrequenzradiobereich kombinieren, um geologische und atmosphärische Prozesse in verschiedenen Maßstäben zu untersuchen, vom Kern bis zur oberen Atmosphäre der Venus.</p>



<figure class="wp-block-video"><video height="432" style="aspect-ratio: 768 / 432;" width="768" controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/2106_018_AR_EN.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption"><em><strong>EnVision:</strong> EnVision ist die nächste Mission der ESA zur Venus, die Anfang der 2030er Jahre starten soll. Es wird die erste Mission sein, die das Venussystem vom Kern bis zu den Wolken untersucht, um nach Anzeichen für vulkanische und andere geologische Aktivitäten zu suchen und herauszufinden, wie sich der erdähnlichste Planet im Sonnensystem so anders entwickelt hat als unser eigener. <strong>Copyright: ESA / Paris Observatory / VR2Planets / Damia Bouic</strong></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sonde wird die offenen Fragen weiterverfolgen, die durch frühere Missionen zum Planeten aufgeworfen wurden, darunter die <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Venus_Express/Venus_Express_science_highlights" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ESA-Sonde Venus Express</a>, die sich auf die Erforschung der Atmosphäre konzentrierte, aber auch eine rätselhafte Planetenoberfläche mit Anzeichen geologischer Aktivität zeigte. Weitere Fragen betreffen das Klima und die Geschichte des Wassers auf der Venus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jüngste Forschungsergebnisse deuten stark darauf hin, dass die Entwicklung der Atmosphäre und des Inneren der Venus miteinander gekoppelt sind, was die Notwendigkeit unterstreicht, die Atmosphäre, die Oberfläche und das Innere der Venus als ein System zu untersuchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Beitrag der NASA zu EnVision, VenSAR, baut auf jahrzehntelanger Erfahrung mit planetarischen Radargeräten auf, die auf die 1989 zur Venus gestartete NASA/JPL Magellan-Radarmission zurückgeht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">EnVision ist die erste Mission zur Venus mit einem Sondierungsradar (SRS), das die Eigenschaften des Planeten direkt messen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus wird das VenSAR-Radar das erste Instrument sein, das Teile des Planeten mit einer sehr feinen Auflösung von 10 Metern abbildet und polarimetrische Aufnahmen macht, um unser Wissen über die Venusoberfläche zu erweitern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=18853.msg558279#msg558279" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">EnVision : ESAs Venus-Mission (M5) auf Ariane 62</a></li>
</ul>
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		<title>Meilensteine zur Erforschung des Weltraums</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Jan 2024 18:45:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wissenschaftsmissionen LISA und EnVision nehmen weitere Hürde. Am 25. Januar 2024 wurden die Missionen LISA (Laser Interferometer Space Antenna) und EnVision im Wissenschaftsprogramm der Europäischen Weltraumorganisation ESA zur Umsetzung freigegeben. Die Deutsche Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist finanziell maßgeblich an LISA und an EnVision mit einem substanziellen Zuschuss beteiligt. Das [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Wissenschaftsmissionen LISA und EnVision nehmen weitere Hürde. Am 25. Januar 2024 wurden die Missionen LISA (Laser Interferometer Space Antenna) und EnVision im Wissenschaftsprogramm der Europäischen Weltraumorganisation ESA zur Umsetzung freigegeben. Die Deutsche Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist finanziell maßgeblich an LISA und an EnVision mit einem substanziellen Zuschuss beteiligt. Das DLR-Institut für Optische Sensorsysteme hat eine Multispektralkamera für EnVision entwickelt und gebaut. Die wissenschaftliche Leitung der Spektrometer-Suite liegt beim DLR-Institut für Planetenforschung. Eine Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: DLR 25. Januar 2024.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/LISA.jpeg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="LISA – Schwingungen der Raumzeit aufspüren. Das Observatorium LISA soll nach der Inbetriebnahme im All ab Ende 2035 niederfrequente Gravitationswellen aus dem Weltraum nachweisen und die Natur ihrer Quellen mit großer Genauigkeit bestimmen. Gravitationswellen als Schwingungen der Raumzeit werden durch schnelle zeitliche Änderungen in der räumlichen Verteilung sehr großer Massen wie zum Beispiel bei der Verschmelzung zweier stellarer oder auch super-massiver Schwarzer Löcher hervorgerufen. Die winzigen Amplituden einer Gravitationswelle lassen sich nur durch eine höchst empfindliche Laserinterferometrie nachweisen. Bei LISA wird dieses Laserinterferometer durch drei baugleiche Sonden aufgespannt, die ein nahezu gleichseitiges Dreieck mit rund 2,5 Millionen Kilometer Seitenlänge bilden. Damit wird LISA das bei weitem größte je von Menschen gebaute Observatorium sein. (Bild: NASA/JPL-Caltech / NASA / ESA / CXC / STScl / GSFCSVS / S.Barke (CC BY 4.0))" data-rl_caption="" title="LISA – Schwingungen der Raumzeit aufspüren. Das Observatorium LISA soll nach der Inbetriebnahme im All ab Ende 2035 niederfrequente Gravitationswellen aus dem Weltraum nachweisen und die Natur ihrer Quellen mit großer Genauigkeit bestimmen. Gravitationswellen als Schwingungen der Raumzeit werden durch schnelle zeitliche Änderungen in der räumlichen Verteilung sehr großer Massen wie zum Beispiel bei der Verschmelzung zweier stellarer oder auch super-massiver Schwarzer Löcher hervorgerufen. Die winzigen Amplituden einer Gravitationswelle lassen sich nur durch eine höchst empfindliche Laserinterferometrie nachweisen. Bei LISA wird dieses Laserinterferometer durch drei baugleiche Sonden aufgespannt, die ein nahezu gleichseitiges Dreieck mit rund 2,5 Millionen Kilometer Seitenlänge bilden. Damit wird LISA das bei weitem größte je von Menschen gebaute Observatorium sein. (Bild: NASA/JPL-Caltech / NASA / ESA / CXC / STScl / GSFCSVS / S.Barke (CC BY 4.0))" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/LISA_480x260.jpeg" alt="ESA-Astronaut Marcus Wandt vor dem Start zur ISS An Bord einer Dragon-Kapsel soll der schwedische Astronaut der europäischen Weltraumorganisation ESA am 17. Januar 2023 vom Raumfahrtbahnhof Cape Canaveral zu seiner Mission „Muninn“ (deutsch: Rabe) aufbrechen. (Bild: DLR)"/></a><figcaption class="wp-element-caption">LISA – Schwingungen der Raumzeit aufspüren. Das Observatorium LISA soll nach der Inbetriebnahme im All ab Ende 2035 niederfrequente Gravitationswellen aus dem Weltraum nachweisen und die Natur ihrer Quellen mit großer Genauigkeit bestimmen. Gravitationswellen als Schwingungen der Raumzeit werden durch schnelle zeitliche Änderungen in der räumlichen Verteilung sehr großer Massen wie zum Beispiel bei der Verschmelzung zweier stellarer oder auch super-massiver Schwarzer Löcher hervorgerufen. Die winzigen Amplituden einer Gravitationswelle lassen sich nur durch eine höchst empfindliche Laserinterferometrie nachweisen. Bei LISA wird dieses Laserinterferometer durch drei baugleiche Sonden aufgespannt, die ein nahezu gleichseitiges Dreieck mit rund 2,5 Millionen Kilometer Seitenlänge bilden. Damit wird LISA das bei weitem größte je von Menschen gebaute Observatorium sein. (Bild: NASA/JPL-Caltech / NASA / ESA / CXC / STScl / GSFCSVS / S.Barke (CC BY 4.0))</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Am 25. Januar 2024 haben die große Flaggschiffmission LISA (Laser Interferometer Space Antenna) und die M-Klasse-Mission <a href="https://www.dlr.de/de/aktuelles/nachrichten/2024/europa-begibt-sich-auf-den-weg-zur-venus" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">EnVision</a> im Wissenschaftsprogramm der Europäischen Weltraumorganisation ESA eine weitere, wichtige Hürde genommen. Das LISA-Observatorium zum Aufspüren von sogenannten Gravitationswellen wurde nun zusammen mit der EnVision-Mission zur Erkundung der Venus durch das Science Programme Committee (SPC) der ESA in einer „Mission Adoption“ formal in die Umsetzungsphase überführt. Damit können nun das detaillierte Design, der Bau und später die umfangreichen Tests von Sonden, Nutzlast und Bodeninfrastruktur in vollem Umfang begonnen werden. Die <a href="https://www.dlr.de/de/das-dlr/deutsche-raumfahrtagentur" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Deutsche Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)</a> ist der größte Beitragszahler im Wissenschaftsprogramm der ESA und dadurch finanziell maßgeblich an der LISA-Mission und in Teilen an EnVision beteiligt. Dadurch werden wichtige Teile dieser beiden europäischen Raumfahrtgroßprojekte in Deutschland umgesetzt. Bei <a href="https://www.dlr.de/de/aktuelles/nachrichten/2024/europa-begibt-sich-auf-den-weg-zur-venus" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">EnVision</a> ist das <a href="https://www.dlr.de/de/das-dlr/standorte-und-bueros/berlin" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">DLR in Berlin</a> maßgeblich an einem Hauptinstrument beteiligt. Die Leitung und Koordination der gesamten sogenannten VenSpec Suite liegt beim <a href="https://www.dlr.de/de/wr" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">DLR-Institut für Planetenforschung</a>. Das <a href="https://www.dlr.de/de/wr" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">DLR-Institut für Weltraumforschung (ehemals DLR-Institut für Optische Sensorsysteme)</a> hat die Multispektralkamera zur Suche nach aktiven Vulkanen und zur Kartierung der Mineralogie entwickelt und gebaut</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>LISA – Schwingungen der Raumzeit aufspüren</strong><br>Bereits 2017 wurde LISA als eine der drei großen Flaggschiff-Missionen im Wissenschaftsprogramm der ESA ausgewählt. Seitdem haben intensive Arbeiten zum technischen Konzept und dessen Umsetzung stattgefunden. Auch die bereits seit den 1990er Jahren laufende wissenschaftliche Vorbereitung einschließlich der äußerst komplexen Datenverarbeitung und -analyse wurde seitdem in einem weltweiten Konsortium von mehr als 1500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern intensiv fortgesetzt. Die ESA, wie auch die beteiligten nationalen Institutionen aus verschiedenen europäischen Ländern sowie der NASA in den USA und deren industrielle Auftragnehmer werden nun ihre jeweiligen Teams deutlich aufstocken, um die noch notwendigen, umfangreichen Entwicklungsarbeiten bis zum geplanten Start der Mission Mitte 2035 anzugehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">LISA soll nach der Inbetriebnahme im All ab Ende 2035 niederfrequente Gravitationswellen aus dem Weltraum nachweisen und die Natur ihrer Quellen mit großer Genauigkeit bestimmen. Gravitationswellen als Schwingungen der Raumzeit werden durch schnelle zeitliche Änderungen in der räumlichen Verteilung sehr großer Massen wie zum Beispiel bei der Verschmelzung zweier stellarer oder auch supermassiver Schwarzer Löcher hervorgerufen. Die winzigen Amplituden einer Gravitationswelle lassen sich nur durch eine höchst empfindliche Laserinterferometrie nachweisen. Bei LISA wird dieses Laserinterferometer durch drei baugleiche Sonden aufgespannt, die ein nahezu gleichseitiges Dreieck mit rund 2,5 Millionen Kilometer Seitenlänge bilden. Damit wird LISA das bei weitem größte je von Menschen gebaute Observatorium sein.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EnVision_Venus.jpeg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Heißer, von dichten Wolken verhüllter Planet. Die Venus ist der innere Nachbarplanet der Erde. Sie umkreist die Sonne in etwas mehr als 100 Millionen Kilometer Entfernung. Der Planet hat eine dichte Atmosphäre aus Kohlenstoffdioxid, die an der Oberfläche einen mehr als 90fachen Druck als auf der Erde erzeugt, was auf der Erde etwa dem Wasserdruck in 900 Meter Meerestiefe entspricht. In Höhen zwischen etwa 30 und 60 Kilometern existieren Dunst- und Wolkenschichten aus Schwefelsäure, die einen direkten Blick auf die Oberfläche des Planeten unmöglich machen. Die Untersuchung von Zusammensetzung und Dynamik der Venusatmosphäre ist ein Schwerpunkt der ESA-Mission EnVision (künstlerische Darstellung, Bild: ESA/VR2Planets/Damia Bouic)" data-rl_caption="" title="Heißer, von dichten Wolken verhüllter Planet. Die Venus ist der innere Nachbarplanet der Erde. Sie umkreist die Sonne in etwas mehr als 100 Millionen Kilometer Entfernung. Der Planet hat eine dichte Atmosphäre aus Kohlenstoffdioxid, die an der Oberfläche einen mehr als 90fachen Druck als auf der Erde erzeugt, was auf der Erde etwa dem Wasserdruck in 900 Meter Meerestiefe entspricht. In Höhen zwischen etwa 30 und 60 Kilometern existieren Dunst- und Wolkenschichten aus Schwefelsäure, die einen direkten Blick auf die Oberfläche des Planeten unmöglich machen. Die Untersuchung von Zusammensetzung und Dynamik der Venusatmosphäre ist ein Schwerpunkt der ESA-Mission EnVision (künstlerische Darstellung, Bild: ESA/VR2Planets/Damia Bouic)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EnVision_Venus_462x260.jpeg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Heißer, von dichten Wolken verhüllter Planet. Die Venus ist der innere Nachbarplanet der Erde. Sie umkreist die Sonne in etwas mehr als 100 Millionen Kilometer Entfernung. Der Planet hat eine dichte Atmosphäre aus Kohlenstoffdioxid, die an der Oberfläche einen mehr als 90fachen Druck als auf der Erde erzeugt, was auf der Erde etwa dem Wasserdruck in 900 Meter Meerestiefe entspricht. In Höhen zwischen etwa 30 und 60 Kilometern existieren Dunst- und Wolkenschichten aus Schwefelsäure, die einen direkten Blick auf die Oberfläche des Planeten unmöglich machen. Die Untersuchung von Zusammensetzung und Dynamik der Venusatmosphäre ist ein Schwerpunkt der ESA-Mission EnVision (künstlerische Darstellung, Bild: ESA/VR2Planets/Damia Bouic)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>LISA – größtes Observatorium wird mit maßgeblichem deutschen Anteil entwickelt und gebaut</strong><br>LISA wird im Wissenschaftsprogramm der ESA unter Beteiligung der NASA und mit Beistellungen zur Nutzlast aus mehr als zehn europäischen Ländern unter anderem in Deutschland entwickelt und gebaut. Der industrielle Hauptauftragnehmer der ESA für die Gesamtmission wird im Januar 2025 aus einem deutschen beziehungsweise einem deutsch-italienischen Industriekonsortium ausgewählt: Airbus in Friedrichshafen und OHB in Bremen und Oberpfaffenhofen zusammen mit Thales-Alenia in Italien. Ein wissenschaftliches Konsortium ist maßgeblich an der Entwicklung von LISA beteiligt und baut zudem die Datenverarbeitung und -archivierung der Mission auf. Dabei kommt dem deutschen Beitrag zur Mission eine entscheidende und missionskritische Bedeutung zu. Dieser umfangreiche Beitrag zu LISA besteht wesentlich aus der führenden Rolle des<a href="https://www.aei.mpg.de/lisa-de" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external"> Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik / Albert-Einstein-Institut (AEI)</a> in Hannover bei der Entwicklung des interferometrischen Nachweissystems (IDS – Interferometric Detection System), dessen Komponenten von verschiedenen Partnern in Europa bereitgestellt werden.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EnVision_Understanding_why_Earth_s_closest_neighbour_is_so_different_pillars.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Venus und Erde, ungleiche Geschwister. Die Venus hat fast die gleiche Größe und Masse wie die Erde, doch der Planet hat eine ganz andere Entwicklung genommen. Sie ist heute von einer Atmosphäre umgeben, die etwa 90-mal mehr Masse hat, als die Erdatmosphäre. Dichte Wolken aus Schwefelsäure verhindern eine Beobachtung in den Wellenlängen des sichtbaren Lichts. Mit Radar – bei der künstlerischen Darstellung der Venus rechts als farbkodierte, aus Daten der NASA-Sonde Magellan berechnete Radarkarte dargestellt – und in einigen Wellenlängen des infraroten Spektrums lässt sich die Venusatmosphäre jedoch untersuchen. Das ist die Aufgabe der Venusmission EnVision der Europäischen Weltraumorganisation ESA, die 2031 starten und mit ihren Messungen dazu beitragen soll, die Ursachen für die unterschiedliche Entwicklung beider Planeten herauszufinden. Bild: NASA/JAXA/ISAS/DARTS/VR2planets/Damia Bouic" data-rl_caption="" title="Venus und Erde, ungleiche Geschwister. Die Venus hat fast die gleiche Größe und Masse wie die Erde, doch der Planet hat eine ganz andere Entwicklung genommen. Sie ist heute von einer Atmosphäre umgeben, die etwa 90-mal mehr Masse hat, als die Erdatmosphäre. Dichte Wolken aus Schwefelsäure verhindern eine Beobachtung in den Wellenlängen des sichtbaren Lichts. Mit Radar – bei der künstlerischen Darstellung der Venus rechts als farbkodierte, aus Daten der NASA-Sonde Magellan berechnete Radarkarte dargestellt – und in einigen Wellenlängen des infraroten Spektrums lässt sich die Venusatmosphäre jedoch untersuchen. Das ist die Aufgabe der Venusmission EnVision der Europäischen Weltraumorganisation ESA, die 2031 starten und mit ihren Messungen dazu beitragen soll, die Ursachen für die unterschiedliche Entwicklung beider Planeten herauszufinden. Bild: NASA/JAXA/ISAS/DARTS/VR2planets/Damia Bouic" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EnVision_Venus_Erde_475x260.jpeg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Venus und Erde, ungleiche Geschwister. Die Venus hat fast die gleiche Größe und Masse wie die Erde, doch der Planet hat eine ganz andere Entwicklung genommen. Sie ist heute von einer Atmosphäre umgeben, die etwa 90-mal mehr Masse hat, als die Erdatmosphäre. Dichte Wolken aus Schwefelsäure verhindern eine Beobachtung in den Wellenlängen des sichtbaren Lichts. Mit Radar – bei der künstlerischen Darstellung der Venus rechts als farbkodierte, aus Daten der NASA-Sonde Magellan berechnete Radarkarte dargestellt – und in einigen Wellenlängen des infraroten Spektrums lässt sich die Venusatmosphäre jedoch untersuchen. Das ist die Aufgabe der Venusmission EnVision der Europäischen Weltraumorganisation ESA, die 2031 starten und mit ihren Messungen dazu beitragen soll, die Ursachen für die unterschiedliche Entwicklung beider Planeten herauszufinden. Bild: NASA/JAXA/ISAS/DARTS/VR2planets/Damia Bouic</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das vom AEI entwickelte Herzstück des IDS ist neben dem optischen System, das vom Partner aus Großbritannien geliefert werden soll, das zentrale Phasenmeter der Mission. Dabei besteht eine enge Kooperation mit der Dänischen Technischen Universität (DTU) in Kopenhagen. Außerdem wird das Institut in Hannover in Zusammenarbeit mit niederländischen Partnern einen kritischen Mechanismus für die Nutzlast liefern. Das AEI unterstützt zudem die Mission und die ESA bei vielen Fragestellungen zum Systemdesign, wobei deren umfangreiche Erfahrungen aus der Entwicklung und dem Betrieb des <a href="https://www.dlr.de/de/ar/themen-missionen/weltraumforschung/erkundung-des-weltraums/entstehung-des-universums/lisa-pathfinder" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Technologiedemonstrators LISA Pathfinder</a> einfließen. Mit dieser Vorläufermission wurden von 2015 bis 2017 die entscheidenden Messprinzipien für LISA sehr erfolgreich im All erprobt. Zusammen mit der deutschen Raumfahrtindustrie hat das Albert-Einstein-Institut auch bei dieser Mission eine führende Rolle gespielt. Die gesamte Beteiligung des AEI an LISA, das auch die wissenschaftliche Leitung (Principal Investigator) der Gravitationswellenmission stellt, wird maßgeblich durch Zuwendungen der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) unterstützt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>EnVision – eine vielfältige Mission zu unserem Nachbarplaneten Venus</strong><br>EnVision wurde im Juni 2021 als fünfte M-Mission im sogenannten Cosmic Vision Programm der ESA ausgewählt und wurde nun ebenfalls zur Umsetzung freigegeben. Im Laufe des Jahres 2024 wird sie dazu einen industriellen Auftragnehmer in Europa auswählen, so dass die Arbeiten zur Fertigstellung des Designs und zum Bau des Raumfahrzeugs bald beginnen können. EnVision soll im Jahr 2031 mit einer Ariane-6-Rakete starten. Die Mission wird die Venus von ihrem inneren Kern bis zur äußeren Atmosphäre untersuchen und wichtige neue Erkenntnisse über die Entwicklung, die geologische Aktivität und das Klima des Planeten liefern. Dadurch soll EnVision die vielen, seit langem offenen Fragen zur Venus beantworten, insbesondere, wie und wann der Zwilling der Erde so unwirtlich geworden ist. Das DLR in Berlin wird dabei helfen, diese Fragen zu beantworten, denn sowohl das DLR-Institut für Planetenforschung als auch das DLR-Institut für Optische Sensorsysteme sind dabei maßgeblich an einem der vier großen Instrumente der Mission beteiligt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3365.msg558275#msg558275" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">DLR</a></li>



<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=1132.msg558144#msg558144" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">LISA/NGO &#8211; New Gravitational wave Observatory</a></li>



<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=18853.msg558177#msg558177" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">EnVision : ESAs Venus-Mission (M5) auf Ariane 62</a></li>
</ul>
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		<title>Finanzierung von Zukunftstechnologien: NASA benennt innovative Konzeptstudien 2024</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/finanzierung-von-zukunftstechnologien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Jan 2024 08:37:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astrobiologie/Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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		<category><![CDATA[NIAC]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die NASA hat die Preisträger der Phase I des Programms 2024 ausgewählt, um Ideen zu finanzieren, die zum Nutzen aller innovativ sein und künftige Missionen der Behörde verändern könnten. Die 13 ausgewählten Konzepte, die von Vorschlägen zur Erforschung der niedrigen Erdumlaufbahn bis hin zu den Sternen reichen, stammen von Unternehmen und Institutionen aus den gesamten [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Die NASA hat die Preisträger der Phase I des Programms 2024 ausgewählt, um Ideen zu finanzieren, die zum Nutzen aller innovativ sein und künftige Missionen der Behörde verändern könnten. Die 13 ausgewählten Konzepte, die von Vorschlägen zur Erforschung der niedrigen Erdumlaufbahn bis hin zu den Sternen reichen, stammen von Unternehmen und Institutionen aus den gesamten Vereinigten Staaten. Eine Pressemitteilung der NASA.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quellen:<em> </em>NASA</p>



<p class="wp-block-paragraph">4. Januar 2024 &#8211; Das NIAC-Programm (NASA Innovative Advanced Concepts) fördert bahnbrechende Ideen durch die Finanzierung von Konzeptstudien für Technologien im Frühstadium, die später in Betracht gezogen und möglicherweise vermarktet werden sollen. Insgesamt werden Zuschüsse in Höhe von maximal 175.000 $ für die Untersuchung von Technologien vergeben, die die Weltraummissionen von morgen ermöglichen könnten.</p>



<figure class="wp-block-image alignfull size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/image001.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Eine Collage von Illustrationen, die die neuartigen Konzepte der Preisträger der NIAC-Phase I für 2024 hervorheben. Credit: im Uhrzeigersinn, von oben rechts: Steven Benner, Beijia Zhang, Matthew McQuinn, Alvaro Romero-Calvo, Thomas M. Eubanks, Kenneth Carpenter, James Bickford, Alvaro Romero-Calvo, Peter Cabauy, Geoffrey Landis, Lynn Rothschild und Ge-Cheng Zha. (Bild: NASA)" data-rl_caption="" title="Eine Collage von Illustrationen, die die neuartigen Konzepte der Preisträger der NIAC-Phase I für 2024 hervorheben. Credit: im Uhrzeigersinn, von oben rechts: Steven Benner, Beijia Zhang, Matthew McQuinn, Alvaro Romero-Calvo, Thomas M. Eubanks, Kenneth Carpenter, James Bickford, Alvaro Romero-Calvo, Peter Cabauy, Geoffrey Landis, Lynn Rothschild und Ge-Cheng Zha. (Bild: NASA)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/niac-ph-i-selections-web-graphic-banner-k.reilly-final.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Eine Collage von Illustrationen, die die neuartigen Konzepte der Preisträger der NIAC-Phase I für 2024 hervorheben.<br>Credit: im Uhrzeigersinn, von oben rechts: Steven Benner, Beijia Zhang, Matthew McQuinn, Alvaro Romero-Calvo, Thomas M. Eubanks, Kenneth Carpenter, James Bickford, Alvaro Romero-Calvo, Peter Cabauy, Geoffrey Landis, Lynn Rothschild und Ge-Cheng Zha.<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Die waghalsigen Missionen, die die NASA zum Wohle der Menschheit unternimmt, beginnen alle mit einer Idee, und das NIAC ist für die Inspiration vieler dieser Ideen verantwortlich&#8220;, sagte der stellvertretende NASA-Administrator Jim Free. &#8222;Der Ingenuity-Hubschrauber, der auf dem Mars fliegt, und die Instrumente auf den MarCO-CubeSats für den Deep Space gehen auf das NIAC zurück, was beweist, dass es einen Weg von der kreativen Idee zum Erfolg der Mission gibt. Und auch wenn nicht alle diese Konzepte fliegen werden, können die NASA und ihre Partner weltweit von neuen Ansätzen lernen und möglicherweise Technologien nutzen, die durch NIAC entwickelt wurden.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die diesjährige Klasse wird sich mit der Rückführung von Proben von der Venusoberfläche, dem Flug eines Starrflüglers auf dem Mars, einem Schwarm von Sonden, die den interstellaren Raum durchqueren, und mehr befassen. Alle NIAC-Studien befinden sich in einem frühen Stadium der konzeptionellen Entwicklung und gelten nicht als offizielle NASA-Missionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ge-Cheng Zha, Coflow Jet LLC in Florida, schlug vor, das erste elektrische Senkrechtstarter- und Landefahrzeug mit festem Flügel auf dem Mars zu fliegen. Das Fahrzeug mit dem Spitznamen &#8222;MAGGIE&#8220; könnte die Möglichkeiten der Menschheit zur Erforschung und wissenschaftlichen Nutzung des Roten Planeten erweitern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Thomas Eubanks, Space Initiatives Inc. in Florida, glaubt, dass ein Schwarm winziger Raumfahrzeuge noch in diesem Jahrhundert zu Proxima Centauri reisen und mit Hilfe eines neuartigen Laser-Segelschiffs und Laserkommunikation Daten über den nächsten interstellaren Nachbarn der Sonne zurücksenden könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Geoff Landis vom Glenn Research Center der NASA in Cleveland schlug ein Raumfahrzeug vor, das nicht nur in der rauen Umgebung der Venus überleben, sondern mit Hilfe von Innovationen in der Hochtemperaturtechnologie und Solarflugzeugen auch eine Probe von der Oberfläche zurückbringen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Die Vielfalt der diesjährigen Phase-I-Projekte &#8211; von Quantensensoren, die die Erdatmosphäre beobachten, bis hin zu einem koordinierten Schwarm von Raumfahrzeugen, die vom nächsten Stern aus kommunizieren &#8211; ist ein Beweis für die wirklich innovative Gemeinschaft, die durch NIAC erreicht wird&#8220;, sagte Mike LaPointe, NIAC-Programmleiter am NASA-Hauptsitz in Washington. &#8222;Die NIAC-Auszeichnungen unterstreichen das Engagement der NASA, die Grenzen des Möglichen weiter zu verschieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Hilfe ihrer NIAC-Stipendien werden die als Fellows bezeichneten Forscher die grundlegenden Voraussetzungen ihrer Konzepte untersuchen, einen Fahrplan für die notwendige Technologieentwicklung aufstellen, potenzielle Herausforderungen ermitteln und nach Möglichkeiten suchen, diese Konzepte in die Praxis umzusetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den oben genannten Projekten wurden für die NIAC-Phase-I-Stipendien 2024 noch folgende Projekte ausgewählt:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Steven Benner, Foundation for Applied Molecular Evolution, Florida: Erweiterung von groß angelegten Wassergewinnungsoperationen auf dem Mars zum Screening auf eingeschlepptes und fremdes Leben</li>



<li>James Bickford, Charles Stark Draper Laboratory, Massachusetts: Dünnschicht-Isotopen-Kernkraftwerk-Rakete</li>



<li>Peter Cabauy, City Labs, Inc., Florida: Autonome Tritium-mikrobetriebene Sensoren</li>



<li>Kenneth Carpenter, Goddard Space Flight Center der NASA, Greenbelt, Maryland: Ein optisches Long-Baselin-Interferometer für den Mond: Artemis unterstützter Stellar Imager</li>



<li>Matthew McQuinn,University of Washington, Seattle: VLBI im Maßstab des Sonnensystems zur drastischen Verbesserung der kosmologischen Entfernungsmessungen</li>



<li>Aaswath Pattabhi Raman, University of California, Los Angeles: Elektrolumineszenzgekühlte Zero-Boil-Off-Treibstoffdepots für die Erforschung des Mars mit Besatzung</li>



<li>Alvaro Romeo-Calvo, Georgia Tech Research Corporation, Atlanta: Magnetohydrodynamischer Antrieb für die Wasserstoff- und Sauerstoffproduktion beim Marstransfer</li>



<li>Lynn Rothschild, Ames Research Center der NASA, Silicon Valley, Kalifornien: Entgiftung des Mars: Die biokatalytische Eliminierung der allgegenwärtigen Perchlorate</li>



<li>Ryan Sprenger, Fauna Bio Inc., Kalifornien: Ein revolutionärer Ansatz für die interplanetare Raumfahrt: Studium des Torpor bei Tieren für die Weltraumgesundheit des Menschen</li>



<li>Beijia Zhang, MIT&#8217;s Lincoln Lab, Massachusetts: LIFA: Leichte faserbasierte Antenne für die Radiometrie von Kleinsatelliten</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Das Space Technology Mission Directorate der NASA finanziert das NIAC-Programm, da es für die Entwicklung der neuen Querschnittstechnologien und -fähigkeiten der Agentur zur Erfüllung ihrer aktuellen und zukünftigen Missionen verantwortlich ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um mehr über NIAC zu erfahren, folgen Sie dem Link: <a href="https://www.nasa.gov/stmd-the-nasa-innovative-advanced-concepts-niac/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nasa.gov/stmd-the-nasa-innovative-advanced-concepts-niac/</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Übersetzung DeepL.com / Stefan Goth</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=5891.msg557533#msg557533" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">NIAC &#8211; NASA Institut für fortschrittliche Konzepte</a></li>
</ul>
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		<title>„Simon Marius 1573 – 1624“ &#8211; Jubiläumsjahr des Hofastronomen startet 2024</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/simon-marius-1573-1624-jubilaeumsjahr-des-hofastronomen-startet-2024/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Dec 2023 17:28:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Jupiter]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Venus]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Ansbach]]></category>
		<category><![CDATA[SiMaG]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Marius]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im kommenden Jahr hat der fränkische Hofastronom Simon Marius 400. Todestag und die Simon Marius Gesellschaft hat das Jubiläum „Simon Marius 1573 – 1624“ ausgerufen. Eine Pressemitteilung der Simon Marius Gesellschaft (SiMaG) e.V.. Quelle: SiMaG e.V.. 24. Dezember 2023. 24. Dezember 2023 &#8211; Sternwarten und Planetarien, Vereine und Institutionen beteiligen sich mit Vorträgen, Ausstellungen, Projekten [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Im kommenden Jahr hat der fränkische Hofastronom Simon Marius 400. Todestag und die Simon Marius Gesellschaft hat das Jubiläum „Simon Marius 1573 – 1624“ ausgerufen. Eine Pressemitteilung der Simon Marius Gesellschaft (SiMaG) e.V..</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: SiMaG e.V.. 24. Dezember 2023.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Marius-Schloss-Tafel_Stadtarchiv-Ansbach-2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Am Ansbacher Schloss verweist seit 1924 eine Wandtafel darauf, dass Marius der Legende nach seine ersten Jupitermondbeobachtungen vom Schlossturm aus gemacht habe. Es heißt: „Simon Marius entdeckte am 29. Dez. 1609 vom Schlossturm aus die Trabanten des Jupiter“. Der 29. Dezember 1609 entspricht im gregorianischen Kalender dem 8. Januar 1610. (Bild: Stadtarchiv Ansbach)" data-rl_caption="" title="Am Ansbacher Schloss verweist seit 1924 eine Wandtafel darauf, dass Marius der Legende nach seine ersten Jupitermondbeobachtungen vom Schlossturm aus gemacht habe. Es heißt: „Simon Marius entdeckte am 29. Dez. 1609 vom Schlossturm aus die Trabanten des Jupiter“. Der 29. Dezember 1609 entspricht im gregorianischen Kalender dem 8. Januar 1610. (Bild: Stadtarchiv Ansbach)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="386" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Marius-Schloss-Tafel_Stadtarchiv-Ansbach-26.jpg" alt="Am Ansbacher Schloss verweist seit 1924 eine Wandtafel darauf, dass Marius der Legende nach seine ersten Jupitermondbeobachtungen vom Schlossturm aus gemacht habe. Es heißt: „Simon Marius entdeckte am 29. Dez. 1609 vom Schlossturm aus die Trabanten des Jupiter“. Der 29. Dezember 1609 entspricht im gregorianischen Kalender dem 8. Januar 1610. (Bild: Stadtarchiv Ansbach)" class="wp-image-135343" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Marius-Schloss-Tafel_Stadtarchiv-Ansbach-26.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Marius-Schloss-Tafel_Stadtarchiv-Ansbach-26-202x300.jpg 202w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Am Ansbacher Schloss verweist seit 1924 eine Wandtafel darauf, dass Marius der Legende nach seine ersten Jupitermondbeobachtungen vom Schlossturm aus gemacht habe. Es heißt: „Simon Marius entdeckte am 29. Dez. 1609 vom Schlossturm aus die Trabanten des Jupiter“. Der 29. Dezember 1609 entspricht im gregorianischen Kalender dem  8. Januar 1610. (Bild: Stadtarchiv Ansbach)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">24. Dezember 2023 &#8211; Sternwarten und Planetarien, Vereine und Institutionen beteiligen sich mit <a href="https://www.simon-marius.net/index.php?lang=de&amp;menu=7&amp;sort=2" data-type="link" data-id="https://www.simon-marius.net/index.php?lang=de&amp;menu=7&amp;sort=2" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Vorträgen, Ausstellungen, Projekten und Publikationen</a>.<br>Nach Auftaktveranstaltungen in den „Marius-Städten“ Nürnberg, Ansbach und Gunzenhausen wird eine Tagung den „Kampf um das heliozentrische System“ diskutieren, zwei Vortragsreihen und Führungen stellen Marius und seine Zeit vor und eine Simon-Marius-Pop-up-Sternwarte lädt zu Beobachtungen ein. Originale präsentieren Ausstellungen der Bayerischen Staatsbibliothek und vom Markgrafenmuseum Ansbach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Supernovaüberrest und eine Straße sollen nach Marius benannt werden und im Marius-Portal wird ein neues Menü „Briefe und Bildnisse“ freigeschaltet, dessen Kern die Wiedergabe aller erhaltenen Briefe vorsieht. Das Hauptwerk „Mundus Iovialis“ wird als Buch neu aufgelegt, in Form keramischer Tafeln tief im ältesten Salzbergwerk der Welt eingelagert und über eine Funkanlage ins Weltall ausgestrahlt. Nach gut vier Stunden wird das Signal unser Sonnensystem bereits verlassen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die generative MariusKI wird Fragen zu Simon Marius beantworten und das Kurztheater „Simon auf der Couch“ bearbeitet die vielfältigen Kränkungen und Niederlagen, die der fränkische Astronom zeitlebens und darüber hinaus hinnehmen musste. Marius’ Frau Felicitas sorgt dafür, dass der Mann endlich professionelle Hilfe erhält und schleppt ihn zu einer Therapeutin unserer Zeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Simon Marius steht zwischen dem geozentrischen Weltbild mit der Erde im Zentrum und dem heliozentrischen System, bei dem die Planeten die Sonne umkreisen. Er entdeckte unabhängig von Galileo Galilei im Januar 1610 die vier großen Monde des Jupiters, die belegen, dass sich nicht alle Himmelskörper um die Erde drehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Jubiläum wird unterstützt von: Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg, Stadt Nürnberg, Vereinigte Sparkassen Gunzenhausen, Sparkassenstiftung Ansbach, Eva-und-Kurt-Schneider-Stiftung, Bezirk Mittelfranken, Metropolregion Nürnberg, Astronomische Gesellschaft in der Metropolregion Nürnberg und Kost-Pocher’sche Stiftung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hintergrund</strong><br>Simon Marius (1573 – 1624) war markgräflicher Hofastronom in Ansbach (Mittelfranken) und entdeckte unabhängig von Galileo Galilei Jupitermonde und Venusphasen – wichtige Argumente für das heliozentrische Weltsystem, das 1610 noch nicht beweisbar war. Da ihn Galilei – wie man heute weiß – zu Unrecht des Plagiats bezichtigte, wurde der Franke von der Wissenschaftsgeschichte weitgehend vergessen. Die Simon Marius Gesellschaft pflegt das wissenschaftliche Erbe, regt die Forschung mit Vorträgen und Publikationen an und betreibt das Marius-Portal <a href="https://www.simon-marius.net/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">www.simon-marius.net</a>, das alle Werke von Marius, die Sekundärliteratur, Berichterstattung, Interneteinträge und Veranstaltungen verzeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=12290.msg557387#msg557387" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Simon Marius</a></li>
</ul>
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		<title>SOFIA: Sauerstoff in der Venus-Atmosphäre</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/sofia-sauerstoff-in-der-venus-atmosphaere/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Nov 2023 22:58:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Venus]]></category>
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		<category><![CDATA[MPIfR]]></category>
		<category><![CDATA[Sauerstoff]]></category>
		<category><![CDATA[SOFIA]]></category>
		<category><![CDATA[Universität Stuttgart]]></category>
		<category><![CDATA[Universität zu Köln]]></category>
		<category><![CDATA[upGREAT]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>SOFIA weist erstmals direkt atomaren Sauerstoff in der Venus-Atmosphäre nach. Eine Information der Universität Stuttgart, Deutsches SOFIA Institut. Quelle: Universität Stuttgart 7. November 2023. 7. November 2023 &#8211; Unser Sonnensystem hat zwei bemerkenswert ähnliche Planeten: die Erde und die Venus. Sie sind wahrscheinlich gleich alt, vergleichbar groß und vermutlich aus den gleichen Materialien entstanden. Aber [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">SOFIA weist erstmals direkt atomaren Sauerstoff in der Venus-Atmosphäre nach. Eine Information der Universität Stuttgart, Deutsches SOFIA Institut.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Universität Stuttgart 7. November 2023.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/VenusHuebersetalJPL.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Absorptionsspektrum von atomarem Sauerstoff bei 4,74 Terahertz (schwarze Linie) vor dem Hintergrund der Venus. (Foto: Hübers et al., DOI number: 10.1038/s41467-023-42389-x , 7. November 2023. Hintergrundbild: https://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA23791)" data-rl_caption="" title="Absorptionsspektrum von atomarem Sauerstoff bei 4,74 Terahertz (schwarze Linie) vor dem Hintergrund der Venus. (Foto: Hübers et al., DOI number: 10.1038/s41467-023-42389-x , 7. November 2023. Hintergrundbild: https://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA23791)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/VenusHuebersetalJPL26.jpg" alt="Absorptionsspektrum von atomarem Sauerstoff bei 4,74 Terahertz (schwarze Linie) vor dem Hintergrund der Venus. (Foto: Hübers et al., DOI number: 10.1038/s41467-023-42389-x , 7. November 2023. Hintergrundbild: https://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA23791)" class="wp-image-133331" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/VenusHuebersetalJPL26.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/VenusHuebersetalJPL26-150x150.jpg 150w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/VenusHuebersetalJPL26-100x100.jpg 100w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/VenusHuebersetalJPL26-120x120.jpg 120w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Absorptionsspektrum von atomarem Sauerstoff bei 4,74 Terahertz (schwarze Linie) vor dem Hintergrund der Venus. (Foto: Hübers et al., DOI number: 10.1038/s41467-023-42389-x , 7. November 2023. Hintergrundbild: https://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA23791)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">7. November 2023 &#8211; Unser Sonnensystem hat zwei bemerkenswert ähnliche Planeten: die Erde und die Venus. Sie sind wahrscheinlich gleich alt, vergleichbar groß und vermutlich aus den gleichen Materialien entstanden. Aber es gibt auch große Unterschiede zwischen beiden Himmelskörpern. Während die Erde einen blauen Himmel, Ozeane mit flüssigem Wasser voller Leben und eine sauerstoffreiche Atmosphäre hat, ist die Venus umgeben von einer dichten Wolkendecke aus Kohlendioxid, Stickstoff und verschiedenen Spurengasen. Ein Team um Heinz-Wilhelm Hübers, Direktor des DLR-Instituts für Optische Sensorsysteme in Berlin konnte nun erstmals direkt die Konzentration des atomaren Sauerstoffs sowohl auf der Tag- als auch auf der Nachtseite der Venusatmosphäre messen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ergebnisse wurden am 7. November 2023 in der Zeitschrift nature veröffentlicht und basieren auf Beobachtungen der fliegenden Sternwarte SOFIA, ein Gemeinschaftsprojekt der deutschen und der amerikanischen Raumfahrtagentur DLR und NASA. Das Deutsche SOFIA Institut (DSI) der Universität Stuttgart koordiniert die SOFIA-Aktivitäten auf deutscher Seite.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Atmosphäre der Venus herrschen zwei starke Strömungen vor: Unterhalb von etwa 70 Kilometern gibt es Winde, die in Hurrikanstärke entgegen der Rotationsrichtung der Venus wehen, jedoch strömen oberhalb von 120 Kilometern starke Winde in Rotationsrichtung. Zwischen diesen beiden entgegengesetzten atmosphärischen Strömungen befindet sich eine Schicht von atomarem Sauerstoff. Dieser entsteht durch die UV-Strahlung der Sonne, die das Kohlendioxid und Kohlenmonoxid der Venusatmosphäre in atomaren Sauerstoff und weitere Produkte zerlegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Direktes Messverfahren weist atomaren Sauerstoff nach</strong><br>Bislang konnten Wissenschaftler &amp; Wissenschaftlerinnen atomaren Sauerstoff nur indirekt nachweisen – basierend auf Messungen anderer Moleküle in Kombination mit photochemischen Modellen. Forschende vom DLR-Institut für Optische Sensorsysteme, dem Max-Planck-Institut für Radioastronomie und der Universität zu Köln ist es im November 2021 erstmals gelungen, die äußerst reaktiven Sauerstoffatome in der Atmosphäre der Venus direkt nachzuweisen. Die Messungen wurden mit dem Terahertz-Spektrometer upGREAT (German Receiver for Astronomy at Terahertz Frequencies) an Bord von SOFIA durchgeführt. „Sie waren besonders herausfordernd, da die Venus nur an drei Tagen für jeweils circa 20 Minuten mit SOFIA beobachtet werden konnte und zudem nur wenig über dem Horizont stand. Dank der überragenden Messempfindlichkeit von upGREAT und der einzigartigen Fähigkeiten von SOFIA gelang es, eine Karte der Sauerstoffverteilung auf der Venus zu erstellen“, sagt Heinz-Wilhelm Hübers, Erstautor der nature-Veröffentlichung.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/sofiaoversierraNASACarlaThomas.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Im November 2021 ist es erstmals gelungen, die äußerst reaktiven Sauerstoffatome in der Atmosphäre der Venus direkt nachzuweisen. Die Messungen wurden mit dem upGREAT-Spektrometer auf SOFIA, dem Stratosphärenobservatorium für Infrarotastronomie, durchgeführt. (Foto: NASA/Carla Thomas)" data-rl_caption="" title="Im November 2021 ist es erstmals gelungen, die äußerst reaktiven Sauerstoffatome in der Atmosphäre der Venus direkt nachzuweisen. Die Messungen wurden mit dem upGREAT-Spektrometer auf SOFIA, dem Stratosphärenobservatorium für Infrarotastronomie, durchgeführt. (Foto: NASA/Carla Thomas)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/sofiaoversierraNASACarlaThomas26.jpg" alt="Im November 2021 ist es erstmals gelungen, die äußerst reaktiven Sauerstoffatome in der Atmosphäre der Venus direkt nachzuweisen. Die Messungen wurden mit dem upGREAT-Spektrometer auf SOFIA, dem Stratosphärenobservatorium für Infrarotastronomie, durchgeführt. (Foto: NASA/Carla Thomas)" class="wp-image-133329"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Im November 2021 ist es erstmals gelungen, die äußerst reaktiven Sauerstoffatome in der Atmosphäre der Venus direkt nachzuweisen. Die Messungen wurden mit dem upGREAT-Spektrometer auf SOFIA, dem Stratosphärenobservatorium für Infrarotastronomie, durchgeführt. (Foto: NASA/Carla Thomas)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ergebnisse der Messungen</strong><br>Die Emission der Venus wurde in einem schmalen Frequenzbereich um 4,74 Terahertz (THz) gemessen, was einer Wellenlänge von 63,2 Mikrometern entspricht. Der atomare Sauerstoff in der Venus-Atmosphäre absorbiert diese Strahlung. Das ist vergleichbar mit den Fraunhoferlinien im Sonnenspektrum, die einen Hinweis auf die in der Sonnenatmosphäre befindlichen Atome geben. So entsteht im Terahertzspektrum der Venus eine Absorptionslinie, die charakteristisch für den atomaren Sauerstoff ist. Die Stärke und Form des Absorptionssignals ist ein Maß für die Menge des atomaren Sauerstoffs und für seine Temperatur. „Wir konnten damit zeigen, dass der Sauerstoff auf der Tagseite der Venus gebildet wird und seine Konzentration mit abnehmender Sonneneinstrahlung ebenfalls abnimmt. Auf der Nachtseite deutet eine lokale Konzentrationserhöhung auf eine Anreicherung des atomaren Sauerstoffs in Folge von Windströmungen hin“, erklärt Hübers.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus der Temperatur des atomaren Sauerstoffs von etwa -120 Grad Celsius auf der Tagseite bis -160 Grad Celsius auf der Nachtseite lässt sich ableiten, dass er vorwiegend in einer Höhenschicht um 100 Kilometer vorkommt. Seine Konzentration ist damit rund 10-mal geringer als in der Atmosphäre der Erde. „Die Messung dieser deutlichen Unterschiede zur Erde können zukünftig zu einem besseren Verständnis beitragen, warum sich die Erde und ihr Schwesterplanet Venus so unterschiedlich entwickelt haben“, erläutert Bernhard Schulz, SOFIA Science Mission Deputy Direktor der Universität Stuttgart.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Originalveröffentlichung:</strong><br>Direct detection of atomic oxygen on the dayside and nightside of Venus¸ nature, 7. November 2023, Volume 14, page 1-7; DOI number: 10.1038/s41467-023-42389-x<br><a href="https://www.nature.com/articles/s41467-023-42389-x" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41467-023-42389-x</a><br>pdf: <a href="https://www.nature.com/articles/s41467-023-42389-x.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41467-023-42389-x.pdf</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=1149.msg555593#msg555593" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Stratosphären-Observatorium SOFIA</a></li>



<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=743.msg555596#msg555596" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Venus</a></li>
</ul>
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		<title>Vulkaninsel Island ist Testumgebung für NASA-Mission VERITAS zur Venus</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/vulkaninsel-island-ist-testumgebung-fuer-nasa-mission-veritas-zur-venus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Aug 2023 21:55:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Venus]]></category>
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		<category><![CDATA[VERITAS]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=129842</guid>

					<description><![CDATA[<p>Weshalb haben sich Erde und Venus, zwei Planeten, die in Bezug auf Größe und Masse sehr ähnlich sind, über 4,5 Milliarden Jahre so unterschiedlich entwickelt? Diesen und weiteren Fragen will die NASA-Mission VERITAS auf den Grund gehen. Das DLR ist dabei ein wichtiger Partner. Eine Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Quelle: [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Weshalb haben sich Erde und Venus, zwei Planeten, die in Bezug auf Größe und Masse sehr ähnlich sind, über 4,5 Milliarden Jahre so unterschiedlich entwickelt? Diesen und weiteren Fragen will die NASA-Mission VERITAS auf den Grund gehen. Das DLR ist dabei ein wichtiger Partner. Eine Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: DLR 10. August 2023.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/FeldkampagneVorbereitungfuerVERITASDLR2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Feldkampagne im vulkanischen Island zur Vorbereitung für die Venus-Mission VERITAS Das Zentrum Islands ist eine einzigartige Vulkanlandschaft fast ohne Vegetation und ähnelt damit den Planetenoberflächen von Mond, Mars oder Venus. Deshalb wurde sie zum Ziel einer gemeinsamen Exkursion des Jet Propulsion Laboratory der NASA, des DLR und internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. In Vorbereitung auf die bevorstehende NASA-Mission VERITAS zur Venus misst die Expedition die physikalischen und morphologischen Eigenschaften verschiedener Arten von Vulkanlandschaften. Dr. Solmaz Adeli (rechts) und Dr. Stephen Garland (links) vom DLR-Institut für Planetenforschung untersuchen den jungen Lavastrom Holuhraun, der erst 2014 entstanden ist, mit der Infrarotkamera V-EMulator, einem Prototyp für den VEM (Venus Emissivity Mapper), den das DLR für VERITAS entwickelt. (Bild: DLR)" data-rl_caption="" title="Feldkampagne im vulkanischen Island zur Vorbereitung für die Venus-Mission VERITAS Das Zentrum Islands ist eine einzigartige Vulkanlandschaft fast ohne Vegetation und ähnelt damit den Planetenoberflächen von Mond, Mars oder Venus. Deshalb wurde sie zum Ziel einer gemeinsamen Exkursion des Jet Propulsion Laboratory der NASA, des DLR und internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. In Vorbereitung auf die bevorstehende NASA-Mission VERITAS zur Venus misst die Expedition die physikalischen und morphologischen Eigenschaften verschiedener Arten von Vulkanlandschaften. Dr. Solmaz Adeli (rechts) und Dr. Stephen Garland (links) vom DLR-Institut für Planetenforschung untersuchen den jungen Lavastrom Holuhraun, der erst 2014 entstanden ist, mit der Infrarotkamera V-EMulator, einem Prototyp für den VEM (Venus Emissivity Mapper), den das DLR für VERITAS entwickelt. (Bild: DLR)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/FeldkampagneVorbereitungfuerVERITASDLR26.jpg" alt="Feldkampagne im vulkanischen Island zur Vorbereitung für die Venus-Mission VERITAS Das Zentrum Islands ist eine einzigartige Vulkanlandschaft fast ohne Vegetation und ähnelt damit den Planetenoberflächen von Mond, Mars oder Venus. Deshalb wurde sie zum Ziel einer gemeinsamen Exkursion des Jet Propulsion Laboratory der NASA, des DLR und internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. In Vorbereitung auf die bevorstehende NASA-Mission VERITAS zur Venus misst die Expedition die physikalischen und morphologischen Eigenschaften verschiedener Arten von Vulkanlandschaften. Dr. Solmaz Adeli (rechts) und Dr. Stephen Garland (links) vom DLR-Institut für Planetenforschung untersuchen den jungen Lavastrom Holuhraun, der erst 2014 entstanden ist, mit der Infrarotkamera V-EMulator, einem Prototyp für den VEM (Venus Emissivity Mapper), den das DLR für VERITAS entwickelt. (Bild: DLR)" class="wp-image-129847"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Feldkampagne im vulkanischen Island zur Vorbereitung für die Venus-Mission VERITAS. Das Zentrum Islands ist eine einzigartige Vulkanlandschaft fast ohne Vegetation und ähnelt damit den Planetenoberflächen von Mond, Mars oder Venus. Deshalb wurde sie zum Ziel einer gemeinsamen Exkursion des Jet Propulsion Laboratory der NASA, des DLR und internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. In Vorbereitung auf die bevorstehende NASA-Mission VERITAS zur Venus misst die Expedition die physikalischen und morphologischen Eigenschaften verschiedener Arten von Vulkanlandschaften. Dr. Solmaz Adeli (rechts) und Dr. Stephen Garland (links) vom DLR-Institut für Planetenforschung untersuchen den jungen Lavastrom Holuhraun, der erst 2014 entstanden ist, mit der Infrarotkamera V-EMulator, einem Prototyp für den VEM (Venus Emissivity Mapper), den das DLR für VERITAS entwickelt. (Bild: DLR) </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">10. August 2023 &#8211; VERITAS ist eine NASA-Mission, die den Planeten Venus umkreisen wird und dabei Daten aus Infrarotspektroskopie, Radarbildern, Topografie und Interferometrie sammeln soll. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist dabei ein wichtiger Partner. Derzeit findet als Vorbereitung für die Venusmission, die für das nächste Jahrzehnt geplant ist, in Island eine Feldkampagne statt. Dort kommt der hochentwickelte flugzeuggestützte F-SAR-Radarsensor des DLR zum Einsatz, um solche Arten von Lavaströmen zu untersuchen und zu charakterisieren, die auch auf der Venus zu erwarten sind. Gleichzeitig setzen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DLR am Boden einen Prototypen des Venus Emissivity Mapper (VEM) ein, um die spektralen Eigenschaften im nahen Infrarot zu erfassen. Die Feldkampagne in Island ist eine gemeinsame Expedition des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der amerikanischen Weltraumbehörde NASA, des DLR und eines internationalen Wissenschaftsteams. VERITAS steht für „Venus Emissivity, Radio science, InSAR, Topography, And Spectroscopy“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das vulkanische Island ist eine hervorragende Testumgebung für wissenschaftliche Experimente, die zur Vorbereitung zukünftiger Missionen zum Erdnachbarn Venus durchgeführt werden sollen. „Die Charakterisierung und Messung von Ausmaß und Art der vulkanischen und tektonischen Vorgänge auf der Venus sind der Schlüssel zum Verständnis der Evolution von festen Planetenoberflächen und Gesteinsplaneten im Allgemeinen”, sagt Dr. Sue Smrekar, Principal Investigator des JPL für VERITAS. Es war die Magellan-Mission der NASA in den 1990er Jahren, die einen ersten detaillierten „Blick“ auf eine Venusoberfläche ermöglichte, die von Wolken aus Schwefelsäure eingehüllt war.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RadarreflexionimXBandmitFSARDLR.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Radarreflexion im X-Band, erfasst mit der F-SAR-Sensor des DLR Das Bild zeigt die Radarreflexion im X-Band (3 Zentimeter Wellenlänge), die vom F-SAR-Sensor des DLR über dem Gebiet des am 10. Juli 2023 ausgebrochenen und zu Beginn der Kampagne noch aktiven Litli-Hrútur-Vulkans aufgenommen wurde (oben). Die topografische Höhenänderung, abgeleitet aus interferometrischen F-SAR-Messungen, überlagert mit der X-Band-Reflexion sieht man auf dem unteren Bild. Die dargestellte Höhenänderung der Geländeoberfläche ist auf die vulkanische Aktivität seit Beginn der Ausbrüche im März 2021 zurückzuführen. Die Höhenveränderung entspricht mehreren Dutzend Metern. (Bild: DLR)" data-rl_caption="" title="Radarreflexion im X-Band, erfasst mit der F-SAR-Sensor des DLR Das Bild zeigt die Radarreflexion im X-Band (3 Zentimeter Wellenlänge), die vom F-SAR-Sensor des DLR über dem Gebiet des am 10. Juli 2023 ausgebrochenen und zu Beginn der Kampagne noch aktiven Litli-Hrútur-Vulkans aufgenommen wurde (oben). Die topografische Höhenänderung, abgeleitet aus interferometrischen F-SAR-Messungen, überlagert mit der X-Band-Reflexion sieht man auf dem unteren Bild. Die dargestellte Höhenänderung der Geländeoberfläche ist auf die vulkanische Aktivität seit Beginn der Ausbrüche im März 2021 zurückzuführen. Die Höhenveränderung entspricht mehreren Dutzend Metern. (Bild: DLR)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RadarreflexionimXBandmitFSARDLR26.jpg" alt="Radarreflexion im X-Band, erfasst mit der F-SAR-Sensor des DLR Das Bild zeigt die Radarreflexion im X-Band (3 Zentimeter Wellenlänge), die vom F-SAR-Sensor des DLR über dem Gebiet des am 10. Juli 2023 ausgebrochenen und zu Beginn der Kampagne noch aktiven Litli-Hrútur-Vulkans aufgenommen wurde (oben). Die topografische Höhenänderung, abgeleitet aus interferometrischen F-SAR-Messungen, überlagert mit der X-Band-Reflexion sieht man auf dem unteren Bild. Die dargestellte Höhenänderung der Geländeoberfläche ist auf die vulkanische Aktivität seit Beginn der Ausbrüche im März 2021 zurückzuführen. Die Höhenveränderung entspricht mehreren Dutzend Metern. (Bild: DLR)" class="wp-image-129853"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Radarreflexion im X-Band, erfasst mit der F-SAR-Sensor des DLR. Das Bild zeigt die Radarreflexion im X-Band (3 Zentimeter Wellenlänge), die vom F-SAR-Sensor des DLR über dem Gebiet des am 10. Juli 2023 ausgebrochenen und zu Beginn der Kampagne noch aktiven Litli-Hrútur-Vulkans aufgenommen wurde (oben). Die topografische Höhenänderung, abgeleitet aus interferometrischen F-SAR-Messungen, überlagert mit der X-Band-Reflexion sieht man auf dem unteren Bild. Die dargestellte Höhenänderung der Geländeoberfläche ist auf die vulkanische Aktivität seit Beginn der Ausbrüche im März 2021 zurückzuführen. Die Höhenveränderung entspricht mehreren Dutzend Metern. (Bild: DLR)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die globalen topographischen Karten auf der Basis von Radarmessungen der Magellan-Mission enthüllten damals einen Planeten, dessen Oberfläche während der letzten 500 Millionen Jahre durch Vulkantätigkeit fast vollständig neu gestaltet wurde. Nach Magellan standen noch viele Fragen im Raum. Und aus der Auswertung der Magellan-Daten ergaben sich weitere Fragen: Weshalb haben Erde und Venus, die in Bezug auf Größe und Masse fast gleich sind, in ihrer 4,5 Milliarden Jahre dauernden Entwicklung völlig unterschiedliche Wege eingeschlagen? Was hat sich während der vier Milliarden Jahre vor der letzten globalen Neugestaltung der Oberfläche zugetragen? Und gibt es letztlich noch aktive Vulkane? Diese Fragen sind die Motivation für neue Missionen zur weiteren Erforschung der Venus in den 2030er Jahren – und schon heute für die missionsvorbereitenden Aktivitäten auf Island.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Radar – ein Weg, die Oberfläche der Venus in hoher Auflösung zu sehen </strong><br>Das DLR-Institut für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme setzt in Island sein F-SAR-Radarsystem ein, um Radarbilder vom Flugzeug aus aufzunehmen und Daten zu gewinnen, die jenen ähneln, die bei späteren Radarmissionen zur Venus (etwa VERITAS der NASA oder EnVision der Europäischen Raumfahrtagentur ESA) erwartet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daten des Radarsystems F-SAR des DLR werden verwendet, um Oberflächeneigenschaften der Lavaströme abzuschätzen und Algorithmen sowie Methoden zu testen, die für die Erfüllung der Mission VERITAS erforderlich sind. „Unser Forschungsflugzeug vom Typ Dornier 228-212, das in einer Höhe von 6.000 Metern über dem Boden operiert, nimmt Radardaten auf mehreren Frequenzbändern gleichzeitig auf, ähnlich denen, die bei VERITAS sowie EnVision auf der Venus zur Anwendung kommen werden und auch bei Magellan in den 1990ern verwendet wurden”, erklärt Ralf Horn vom Institut für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme im DLR.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RadarbilddesFSARimSBandVulkanLitliHruturDLR2k.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Radarbild des F-SAR-Sensors des DLR im S-Band (9 Zentimeter Wellenlänge) über dem Gebiet des kürzlich ausgebrochenen Vulkans Litli-Hrútur Die Farben entsprechen den unterschiedlichen Polarisationen der Radarwellen und stehen im Zusammenhang mit den physikalischen Eigenschaften der abgebildeten Oberflächen. Insbesondere die hellgrünen Bereiche entsprechen den Lavaströmen, die nach 2021 entstanden sind. Das Bild zeigt eine kleine Teilmenge der aufgezeichneten Daten und deckt ein Gebiet von etwa 12 Kilometer Länge und 4 Kilometer Breite ab. (Bild: DLR)" data-rl_caption="" title="Radarbild des F-SAR-Sensors des DLR im S-Band (9 Zentimeter Wellenlänge) über dem Gebiet des kürzlich ausgebrochenen Vulkans Litli-Hrútur Die Farben entsprechen den unterschiedlichen Polarisationen der Radarwellen und stehen im Zusammenhang mit den physikalischen Eigenschaften der abgebildeten Oberflächen. Insbesondere die hellgrünen Bereiche entsprechen den Lavaströmen, die nach 2021 entstanden sind. Das Bild zeigt eine kleine Teilmenge der aufgezeichneten Daten und deckt ein Gebiet von etwa 12 Kilometer Länge und 4 Kilometer Breite ab. (Bild: DLR)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RadarbilddesFSARimSBandVulkanLitliHruturDLR26.jpg" alt="Radarbild des F-SAR-Sensors des DLR im S-Band (9 Zentimeter Wellenlänge) über dem Gebiet des kürzlich ausgebrochenen Vulkans Litli-Hrútur Die Farben entsprechen den unterschiedlichen Polarisationen der Radarwellen und stehen im Zusammenhang mit den physikalischen Eigenschaften der abgebildeten Oberflächen. Insbesondere die hellgrünen Bereiche entsprechen den Lavaströmen, die nach 2021 entstanden sind. Das Bild zeigt eine kleine Teilmenge der aufgezeichneten Daten und deckt ein Gebiet von etwa 12 Kilometer Länge und 4 Kilometer Breite ab. (Bild: DLR)" class="wp-image-129851"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Radarbild des F-SAR-Sensors des DLR im S-Band (9 Zentimeter Wellenlänge) über dem Gebiet des kürzlich ausgebrochenen Vulkans Litli-Hrútur. Die Farben entsprechen den unterschiedlichen Polarisationen der Radarwellen und stehen im Zusammenhang mit den physikalischen Eigenschaften der abgebildeten Oberflächen. Insbesondere die hellgrünen Bereiche entsprechen den Lavaströmen, die nach 2021 entstanden sind. Das Bild zeigt eine kleine Teilmenge der aufgezeichneten Daten und deckt ein Gebiet von etwa 12 Kilometer Länge und 4 Kilometer Breite ab. (Bild: DLR)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus führen die VERITAS-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf Island Bodenmessungen durch und sammeln Gesteinsproben von verschiedenen Arten erstarrter Lava für Laboranalysen. Diese werden später dazu dienen, die Radardaten der Venusmissionen besser interpretieren zu können. Die Daten werden in zwei Messgebieten erhoben, sowohl aus der Luft also auch auf dem Boden. Das erste Messgebiet liegt auf der Halbinsel Reykjanes, auf der sich auch der zuletzt aktive Vulkan Litli-Hrútur befindet. Das zweite Messgebiet liegt im Holuhraun-Gebiet in der Nähe des Vulkans Askja, wo eine Fläche, die noch größer ist als die Insel Sylt mit knapp 100 Quadratkilometern. Holuhraun ist 2014/15 durch einen außerordentlich langen und massereichen Vulkanausbruch entstanden. „Die Flexibilität des DLR-Radarsystems F-SAR zur Erfassung interferometrischer und polarimetrischer Daten wird für die Entwicklung von Algorithmen zur Untersuchung des Planeten Venus von unschätzbarem Wert sein”, betont Dr. Scott Hensley von JPL, Project Scientist für VERITAS und Instrument Project Scientist für EnVision.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Venus Emissivity Mapper (VEM) </strong><br>Dr. Solmaz Adeli vom DLR-Institut für Planetenforschung leitet das Team, das während der Island-Kampagne vulkanische Oberflächen spektroskopisch untersucht. „Das wird für uns bei der Charakterisierung der mineralogischen Zusammensetzung und des Ursprungs der wichtigen geologischen Terrains auf der Planetenoberfläche der Venus eine enorme Hilfe sein, wenn der Venus Emissivity Mapper (VEM) während der Missionsphase ‚echte‘ Venusdaten aus dem Orbit liefert”, sagt sie. VEM ist eine vom DLR für die Missionen VERITAS der NASA und EnVision der ESA bereitgestellte Spektralkamera, die im nahen Infrarot aufzeichnet. Es ist das erste Instrument, das speziell zum Kartieren der Gesteinsarten und der Mineralogie an der Oberfläche der Venus von der Umlaufbahn aus entwickelt wurde. „Die globale Kartierung der Mineralogie der Venus und die Entschlüsselung ihrer vulkanischen Geschichte und der Veränderung des Planeten über die Zeit ist eines der Hauptziele der Missionen VERITAS und EnVision”, erklärt Adeli weiter.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IslandausdemWeltraumCCBYSA30IGO.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="Ansicht von Island aus dem Weltraum Eine seltene, wolkenfreie Ansicht von Island aus dem Weltraum, aufgenommen vom ESA-Satelliten Copernicus Sentinel-3 am 14. August 2020 (man beachte die teilweise schneebedeckten Höhen in diesem Sommermonat im nördlichen Teil der Insel). Es zeigt die beiden Gebiete, die im August 2023 bei VERITAS aus der Luft und vom Boden aus untersucht werden. Der Holuhraun-Lavastrom wurde bei der Eruption 2014 östlich und südöstlich des bekannten Vulkans Askja abgelagert und bedeckt eine Fläche von 100 Quadratkilometern. Nach einer Woche Feldmessungen, begleitet von gleichzeitigen Radaraufzeichnungen aus der Luft, kehrt die Expedition auf die Halbinsel Reykjanes zurück, wo sie den Ausbruch des Vulkans Litli-Hrútur untersucht, der am 10. Juli 2023 begann. (Bild: ESA CC BY-SA 3.0 IGO)" data-rl_caption="" title="Ansicht von Island aus dem Weltraum Eine seltene, wolkenfreie Ansicht von Island aus dem Weltraum, aufgenommen vom ESA-Satelliten Copernicus Sentinel-3 am 14. August 2020 (man beachte die teilweise schneebedeckten Höhen in diesem Sommermonat im nördlichen Teil der Insel). Es zeigt die beiden Gebiete, die im August 2023 bei VERITAS aus der Luft und vom Boden aus untersucht werden. Der Holuhraun-Lavastrom wurde bei der Eruption 2014 östlich und südöstlich des bekannten Vulkans Askja abgelagert und bedeckt eine Fläche von 100 Quadratkilometern. Nach einer Woche Feldmessungen, begleitet von gleichzeitigen Radaraufzeichnungen aus der Luft, kehrt die Expedition auf die Halbinsel Reykjanes zurück, wo sie den Ausbruch des Vulkans Litli-Hrútur untersucht, der am 10. Juli 2023 begann. (Bild: ESA CC BY-SA 3.0 IGO)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IslandausdemWeltraumCCBYSA30IGO26.jpg" alt="Ansicht von Island aus dem Weltraum Eine seltene, wolkenfreie Ansicht von Island aus dem Weltraum, aufgenommen vom ESA-Satelliten Copernicus Sentinel-3 am 14. August 2020 (man beachte die teilweise schneebedeckten Höhen in diesem Sommermonat im nördlichen Teil der Insel). Es zeigt die beiden Gebiete, die im August 2023 bei VERITAS aus der Luft und vom Boden aus untersucht werden. Der Holuhraun-Lavastrom wurde bei der Eruption 2014 östlich und südöstlich des bekannten Vulkans Askja abgelagert und bedeckt eine Fläche von 100 Quadratkilometern. Nach einer Woche Feldmessungen, begleitet von gleichzeitigen Radaraufzeichnungen aus der Luft, kehrt die Expedition auf die Halbinsel Reykjanes zurück, wo sie den Ausbruch des Vulkans Litli-Hrútur untersucht, der am 10. Juli 2023 begann. (Bild: ESA CC BY-SA 3.0 IGO)" class="wp-image-129849" style="width:345px;height:182px" width="345" height="182"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Ansicht von Island aus dem Weltraum
Eine seltene, wolkenfreie Ansicht von Island aus dem Weltraum, aufgenommen vom ESA-Satelliten Copernicus Sentinel-3 am 14. August 2020 (man beachte die teilweise schneebedeckten Höhen in diesem Sommermonat im nördlichen Teil der Insel). Es zeigt die beiden Gebiete, die im August 2023 bei VERITAS aus der Luft und vom Boden aus untersucht werden. Der Holuhraun-Lavastrom wurde bei der Eruption 2014 östlich und südöstlich des bekannten Vulkans Askja abgelagert und bedeckt eine Fläche von 100 Quadratkilometern. Nach einer Woche Feldmessungen, begleitet von gleichzeitigen Radaraufzeichnungen aus der Luft, kehrt die Expedition auf die Halbinsel Reykjanes zurück, wo sie den Ausbruch des Vulkans Litli-Hrútur untersucht, der am 10. Juli 2023 begann. (Bild: ESA CC BY-SA 3.0 IGO)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Team verwendet den V-EMulator, einen Prototypen der Nahinfrarot-Multispektralkamera VEM, die an Bord von VERITAS mitfliegen wird. Es werden Lavaströme klassifiziert, die von sehr frischem Gelände bis hin zu Gebieten reichen, die im Lauf der Geschichte verändert wurden. „Sehr frisch“ bedeutet für die Forschenden auf Island, dass sie heiße, geschmolzene Lava messen können, Lava, die zwischen dem 10. Juli und Anfang August dieses Jahres aus dem Vulkan Litli-Hrútur ausströmte und momentan abkühlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Team wird auch Proben erstarrter Lava sammeln, die in das Planetary Spectroscopy Laboratory (PSL) am DLR-Standort Berlin gebracht werden. Dort wird bei Temperaturen wie auf der Venus in einer Simulationskammer ihr Emissionsgrad in unterschiedlichen Wellenlängen analysiert werden. Die spektralen Eigenschaften eines Gesteins bei „normalen“, also auf der Erde vorherrschenden Temperaturen unterscheiden sich von den Werten bei hohen Temperaturen wie auf der Venus. Um die Daten entsprechend interpretieren zu können, ist wichtig, dass man genau versteht, was gemessen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da es sehr wahrscheinlich ist, dass noch aktive Vulkane auf der Venus existieren, nutzt eine andere Gruppe im VERITAS-Team die bei der Feldkampagne gewonnenen Daten, um die angenommene vulkanische Aktivität auf dem Erdnachbarn besser zu verstehen. „Wir untersuchen das Infrarotsignal aktiver Ausbrüche und suchen nach neuen Lavaströmen”, sagt Nils Müller, Gastwissenschaftler der Freien Universität Berlin am DLR-Institut für Planetenforschung. Die Dyngjusandur-Wüste (eine kalte Sandwüste) und zwei durch Erdspalten ausgetretene Lavaströme – Holuhraun und Thorvaldshraun – sind hervorragende Analogien auf Island, um die Studien vorzubereiten. Diese jüngsten Lavaströme sind groß genug, um auch dann nachweisbar zu sein, wenn sie auf der Venus auftreten würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zweiwöchige Feldkampagne in Island, die mit Unterstützung der Universität von Island und der Europlanet-Gesellschaft durchgeführt wird, begann am 31. Juli 2023. Das erste untersuchte Gelände ist das abgelegene Vulkangebiet Holuhraun in der Nähe des berühmten Vulkans Askja, der an den größten Gletscher Europas angrenzt, den Vatnajökull. Eingehend untersucht werden mehrere ausgewählte Standorte, die vorab mit Daten der deutschen Radarsatelliten TerraSAR-X und TanDEM-X charakterisiert wurden. Gegenwärtig begibt sich das Team auf die Halbinsel Reykjanes, um den jungen Laven des Litli-Hrútur-Vulkans so nahe wie möglich zu kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>BepiColombos Begegnung mit der Venus</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/bepicolombos-begegnung-mit-der-venus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Aug 2021 14:58:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Kameras an Bord der europäisch-japanischen Mission BepiColombo haben am 10. August 2021 bei dem Vorbeiflug der Raumsonde an der Venus diese beeindruckende Sequenz von 89 Bildern aufgenommen. Eine Information der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Quelle: ESA. 12. August 2021 &#8211; Das Bildmaterial stammt von allen drei Monitoring-Kameras (MCAM) an Bord des Merkur-Transfermoduls, die schwarz-weiße Aufnahmen [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die Kameras an Bord der europäisch-japanischen Mission BepiColombo haben am 10. August 2021 bei dem Vorbeiflug der Raumsonde an der Venus diese beeindruckende Sequenz von 89 Bildern aufgenommen. Eine Information der Europäischen Weltraumorganisation (ESA).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: ESA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/orig2108027ARENESABCMTMCCBYSA30IGOsnip.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/orig2108027ARENESABCMTMCCBYSA30IGOsnip26.jpg" alt=""/></a><figcaption>BepiColombos Begegnung mit der Venus. (Bild: ESA/BepiColombo/MTM, CC BY-SA 3.0 IGO)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">12. August 2021 &#8211; Das Bildmaterial stammt von allen drei Monitoring-Kameras (MCAM) an Bord des Merkur-Transfermoduls, die schwarz-weiße Aufnahmen mit einer Auflösung von 1024 x 1024 Pixeln liefern. Während der sogenannten Flybys ist es nicht möglich, mit der High Resolution Imaging Camera zu arbeiten. Die Bilder wurden leicht bearbeitet, um den Kontrast zu erhöhen und den vollen Dynamikbereich zu nutzen. In den Ecken einiger Bilder ist eine leichte optische Vignettierung zu erkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das erste Bild stammt von MCAM 1 und wurde um 13:41:02 UTC aufgenommen, also kurz vor der Annäherung. Die Raumsonde befand sich noch auf der Nachtseite des Planeten, aber die Tagseite ist gerade noch zu erkennen. Auch ein Teil des Sonnensystems der Raumsonde ist zu sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das zweite Bild wurde von MCAM 2 um 13:51:56 UTC aufgenommen, zwei Sekunden nach der geringsten Entfernung. Da die Venusoberfläche nur 552 km entfernt war, füllt der Planet das gesamte Bildfeld aus. Die Kamera ist nicht in der Lage, Details der Venusatmosphäre abzubilden. Auf dem Bild sind zudem die Medium-Gain-Antenne und der Magnetometerausleger des Mercury Planetary Orbiters zu sehen.</p>



<figure class="wp-block-video aligncenter"><video controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/orig2108027ARENESABCMTMCCBYSA30IGO.mp4"></video><figcaption>BepiColombos Begegnung mit der Venus. (Video: ESA/BepiColombo/MTM, CC BY-SA 3.0 IGO; Music: Anna Phoebe, additional soundscapes by Mark McCaughrean, CC BY-SA 3.0 IGO)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Rest der Sequenz stammt von MCAM 3, während die Sonde auf die Venus gerichtet war und sich dann allmählich aus dem Blickfeld zurückzieht. Sie deckt den Zeitraum von 13:53:56 UTC am 10. August bis 12:21:26 UTC am 11. August ab. Die High-Gain-Antenne des Mercury-Planetary Orbiters ist ebenfalls bei ihrer Ausrichtung auf die Erde zu sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die musikalische Untermalung der Zusammenstellung wurde von Anna Phoebe speziell für diesen Anlass komponiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bilder wurden während des letzten von zwei Venusvorbeiflügen und des dritten von insgesamt neun Vorbeiflügen aufgenommen. Bei den Vorbeiflügen handelt es sich um Schwerkraftunterstützungsmanöver, die notwendig sind, um die Raumsonde auf Kurs zum Merkur zu bringen. Während seiner siebenjährigen Reise zum kleinsten und innersten Planeten des Sonnensystems macht BepiColombo einen kurzen Vorbeiflug an der Erde, zwei Vorbeiflüge an der Venus und sechs Vorbeiflüge am Merkur, um sich der Merkur-Umlaufbahn zu nähern. Der erste Vorbeiflug am Merkur wird am 1. und 2. Oktober 2021 bei einer Entfernung von nur 200 km stattfinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">BepiColombo, das aus dem Mercury Planetary Orbiter der ESA und dem Mercury Magnetospheric Orbiter der Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) besteht, soll 2025 seine Zielbahn um den kleinsten und innersten Planeten des Sonnensystems erreichen. Die Raumsonden werden sich trennen und in ihre jeweiligen Umlaufbahnen einschwenken, bevor sie Anfang bei 2026 ihre wissenschaftliche Mission beginnen.</p>



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<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/auf-grosser-tour-durchs-sonnensystem/" data-wpel-link="internal">Auf großer Tour durchs Sonnensystem</a> (11. August 2021)</li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/blick-in-die-venus-atmosphaere-aus-naechster-naehe/" data-wpel-link="internal">Blick in die Venus-Atmosphäre aus nächster Nähe</a> (9. August 2021)</li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/zweimal-venus-im-vorbeiflug/" data-wpel-link="internal">Zweimal Venus im Vorbeiflug</a> (2. August 2021)</li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/heisse-winde-auf-der-venus/" data-wpel-link="internal">Heiße Winde auf der Venus</a> (7. Dezember 2020)</li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/bepicolombo-auf-weg-zum-merkur-venus-passiert/" data-wpel-link="internal">BepiColombo: Auf Weg zum Merkur Venus passiert</a> (15. Oktober 2020)</li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/bepicolombo-daten-zur-venus-erwartet/" data-wpel-link="internal">BepiColombo: Daten zur Venus erwartet</a> (14. Oktober 2020)</li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/bepicolombo-test-an-der-dichten-venus-gashuelle/" data-wpel-link="internal">BepiColombo: Test an der dichten Venus-Gashülle</a> (14. Oktober 2020)</li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/bepicolombo-holt-schwung-an-der-venus/" data-wpel-link="internal">BepiColombo holt Schwung an der Venus</a> (13. Oktober 2020)</li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/esa-letzte-schnappschuesse-der-erde/" data-wpel-link="internal">ESA: Letzte Schnappschüsse der Erde</a> (10. April 2020)</li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/die-lange-reise-von-bepicolombo-zum-merkur/" data-wpel-link="internal">Die lange Reise von BepiColombo zum Merkur</a> (1. November 2018)</li></ul>



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<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4112.msg517164#msg517164" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">BepiColombo auf Ariane 5 ECA</a></li></ul>
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		<title>Auf großer Tour durchs Sonnensystem</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/auf-grosser-tour-durchs-sonnensystem/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Aug 2021 15:25:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Magnetometer der TU Braunschweig im erneuten Venusvorbeiflug. Eine Presseinformation der TU Braunschweig. Quelle: TU Braunschweig. 11. August 2021 &#8211; Am 10. August 2021 machte die europäisch-japanische BepiColombo-Mission auf ihrem Weg zum Merkur einen Zwischenstopp an der Venus. Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität Braunschweig sind an dieser Mission mit Magnetometern beteiligt. Mit den Sensoren wurden bei dem [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading"><span data-mce-type="bookmark" id="mce_1_start" data-mce-style="overflow:hidden;line-height:0px" style="overflow:hidden;line-height:0px"></span>Magnetometer der TU Braunschweig im erneuten Venusvorbeiflug. Eine Presseinformation der  TU Braunschweig.<span data-mce-type="bookmark" id="mce_1_end" data-mce-style="overflow:hidden;line-height:0px" style="overflow:hidden;line-height:0px"></span></h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: TU Braunschweig.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/BCatVenusfinalESAATGmedialab.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/BCatVenusfinalESAATGmedialab26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Künstlerische Darstellung der Raumsonde BepiColombo in Reisekonfiguration vor der Venus. Auf seiner mehr als 7 Jahre langen Reise zum innersten Planeten wird BepiColombo einmal an der Erde, zweimal an der Venus und sechsmal an Merkur vorbeifliegen, bevor es in eine Umlaufbahn um Merkur eintritt. (Bild: ESA/ATG medialab)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">11. August 2021 &#8211; Am 10. August 2021 machte die europäisch-japanische BepiColombo-Mission auf ihrem Weg zum Merkur einen Zwischenstopp an der Venus. Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität Braunschweig sind an dieser Mission mit Magnetometern beteiligt. Mit den Sensoren wurden bei dem Vorbeiflug die Wechselwirkung des Sonnenwindes mit der Venus vermessen. Mit Spannung erwarten die Forscherinnen am <a href="https://www.tu-braunschweig.de/igep" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik (IGEP)</a> die neuen Daten der BepiColombo-Mission vom Vorbeiflug an der Venus. Während der Flugphase bis zum Merkur sind die beiden wissenschaftlichen BepiColombo-Satelliten mit dem sogenannten Transfermodul verbunden und trennen sich erst nach Ankunft. Auf beiden Satelliten sind Magnetometer des IGEP verbaut. Die Magnetometer auf den Satelliten haben seit dem Raketenstart 2018 nun schon 280 Millionen Kilometer im Sonnensystem auf recht komplizierten Bahnen zurückgelegt. Das eigentliche Ziel ist aber der Merkur. Doch bevor die Mission dort im Jahr 2025 ankommen wird, werden diverse Planeten gezielt angesteuert, um sich mit möglichst wenig Treibstoff im Sonnensystem auf den Zielplaneten katapultieren zu lassen. Am 10. August war erneut die Venus Ziel eines dieser Manöver. Dabei näherte sich BepiColombo auf nur rund 550 Kilometer der Venusoberfläche an. Das Manöver musste haargenau geplant werden, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Die Nähe zum Planeten wirkt sich auch auf die Temperatur des Satelliten aus. So strahlt die Sonne von der einen und die Venus von der anderen Seite. Eine Situation wie im Backofen mit Ober- und Unterhitze, das die Elektronik aushalten muss. Während dieses Vorbeiflugs haben die Braunschweigerinnen ihr Instrument an Bord des BepiColombo-Satelliten aktiviert und die Wechselwirkung des Sonnenwindes mit der Venus vermessen. Dieser Vorbeiflug ist etwas Einmaliges, da am Tag zuvor schon eine andere Mission (SolarOrbiter) die Venus passiert hat, und man dann die Messdaten von unabhängigen Missionen miteinander vergleichen kann. Die Forscherinnen des IGEP sind auch an diesen Magnetometern beteiligt.<br>Nach der Venus wird die Mission für ein weiteres Etappenziel vorbereitet. Bereits am 2. Oktober dieses Jahres wird die Sonde am Merkur vorbeifliegen. Der Vorbeiflug ermöglicht erstmalig die Vermessung des Magnetfeldes der südlichen Hemisphäre des Merkurs. Leider nur ein kurzes Rendezvous. Es werden noch fünf weitere dieser Vorbeiflüge folgen, bevor die Satelliten die richtige Geschwindigkeit für das Einschwenken in den Orbit haben und die Forscher*innen am IGEP ab 2025 den Merkur weiter erforschen können.<br>Die Gesamtleitung der BepiColombo-Mission liegt bei der Europäischen Weltraumorganisation ESA, die auch für Entwicklung und Bau des Mercury Planetary Orbiter zuständig war. Der Mercury Magnetospheric Orbiter wurde von der japanischen Raumfahrtagentur JAXA beigesteuert. Dieser zweite Satellit ist ebenfalls mit Magnetometern ausgestattet, bei denen das IGEP mit japanischen Instituten kooperiert. Der deutsche Beitrag zu BepiColombo wird vom DLR-Raumfahrtmanagement mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) und Mitteln der TU Braunschweig finanziert.</p>



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<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4112.msg517164#msg517164" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">BepiColombo auf Ariane 5 ECA</a></li></ul>
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