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	<title>Fermi &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Fermi &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Schwarzes Loch verschlingt Stern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Dec 2025 16:54:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>NASA-Missionen entdecken rekordverdächtige Explosion. Eine Pressemitteilung der National Aeronautics and Space Administration NASA. Quelle: NASA / Science, 9. Dezember 2025 Astronomen haben eine Flut von Daten aus NASA-Satelliten und anderen Einrichtungen ausgewertet, um herauszufinden, was für einen außergewöhnlichen kosmischen Ausbruch verantwortlich war, der am 2. Juli entdeckt wurde.Bei dem Ereignis handelte es sich um einen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">NASA-Missionen entdecken rekordverdächtige Explosion. <br>Eine Pressemitteilung der National Aeronautics and Space Administration NASA. </h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://science.nasa.gov/science-research/black-hole-eats-star/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">NASA / Science</a>, 9. Dezember 2025 </p>



<p class="wp-block-paragraph">Astronomen haben eine Flut von Daten aus NASA-Satelliten und anderen Einrichtungen ausgewertet, um herauszufinden, was für einen außergewöhnlichen kosmischen Ausbruch verantwortlich war, der am 2. Juli entdeckt wurde.<br>Bei dem Ereignis handelte es sich um einen GRB (Gammastrahlenausbruch), die stärkste Klasse kosmischer Explosionen. Während die meisten GRBs nur eine Minute dauern, hielt dieser mehrere Tage an.<br>Die Forscher diskutieren eifrig über ihre Ergebnisse und sind sich einig, dass dieses beispiellose Ereignis wahrscheinlich eine neue Art von Sternexplosion ankündigt. Wissenschaftler sagen, die beste Erklärung für den Ausbruch sei, dass ein Schwarzes Loch einen Stern verschlungen habe, aber sie sind sich uneinig darüber, wie genau dies geschehen ist. Zu den spannenden Möglichkeiten gehören ein Schwarzes Loch mit einer Masse, die einige tausend Mal so groß ist wie die der Sonne, das einen Stern zerfetzt, der ihm zu nahe gekommen ist, oder ein viel kleineres Schwarzes Loch, das mit seinem stellaren Begleiter verschmilzt und diesen verschlingt.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Black Hole Eats Star: Merger Animation" width="1200" height="675" src="https://www.youtube.com/embed/KAP7xmpcQik?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div><figcaption class="wp-element-caption"><em>Ungewöhnlich lange Gammastrahlenausbrüche erfordern exotischere Ursprünge als typische GRBs. Diese Animation veranschaulicht eine vorgeschlagene Erklärung für GRB 250702B – die Verschmelzung eines stellaren Schwarzen Lochs mit seinem stellaren Begleiter. Während das Schwarze Loch seine letzten Umlaufbahnen absolviert, zieht es große Mengen Gas aus dem Stern an. An einem bestimmten Punkt dieses Prozesses beginnt das System, hell im Röntgenlicht zu leuchten. Wenn das Schwarze Loch dann in den Hauptkörper des Sterns eindringt, verschlingt es rasch Sternmaterie, schleudert Gammastrahlenjets (magenta) nach außen und bringt den Stern zur Explosion.<br><mark>Credit: NASA/LSU/Brian Monroe</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Die erste Welle von Gammastrahlen dauerte mindestens 7 Stunden, fast doppelt so lange wie der bisher längste beobachtete GRB, und wir haben weitere ungewöhnliche Eigenschaften festgestellt“, sagte Eliza Neights von der <a href="https://www.gwu.edu/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">George Washington University</a> in Washington und dem <a href="https://www.nasa.gov/goddard/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Goddard Space Flight Center</a> der NASA in Greenbelt, Maryland. „Dies ist zweifellos ein Ausbruch, wie wir ihn in den letzten 50 Jahren noch nie gesehen haben.“<br>Neights und andere Astronomen stellten ihre Ergebnisse im Oktober auf der Tagung der High Energy Astrophysics Division der <a href="https://aas.org/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">American Astronomical Society</a> in St. Louis, Missouri, vor. Eine Reihe von Artikeln zu diesem Ereignis wurde bereits veröffentlicht oder zur Veröffentlichung angenommen, weitere sind in Vorbereitung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Außergewöhnlicher Ausbruch</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">GRBs werden durchschnittlich etwa einmal pro Tag entdeckt und können ohne Vorwarnung überall am Himmel auftreten. Es handelt sich um sehr weit entfernte Ereignisse, wobei das nächstgelegene bekannte Beispiel mehr als 100 Millionen Lichtjahre entfernt stattfand.<br>Die Rekorddauer des Ausbruchs im Juli, der den Namen GRB 250702B erhielt, macht ihn zu einem einzigartigen Ereignis. Von den rund 15.000 GRBs, die <a href="https://www.nasa.gov/universe/nasa-looks-back-at-50-years-of-gamma-ray-burst-science/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">seit der ersten Entdeckung des Phänomens</a> im Jahr 1973 beobachtet wurden, ist keiner so lang, und nur ein halbes Dutzend kommt ihm auch nur annähernd nahe. Da Gelegenheiten zur Untersuchung solcher Ereignisse so selten sind und sie neue Wege zur Entstehung von GRBs aufzeigen könnten, sind Astronomen von dem Ausbruch im Juli besonders begeistert.<br>Die meisten Ausbrüche dauern zwischen wenigen Millisekunden und einigen Minuten und entstehen bekanntermaßen auf zwei Arten: entweder durch die Verschmelzung zweier neutronischer Sterne von der Größe einer Stadt oder durch den Kollaps eines massereichen Sterns, sobald dessen Kern keinen Brennstoff mehr hat. Bei beiden Entstehungsarten entsteht ein neues Schwarzes Loch. Ein Teil der Materie, die in Richtung des Schwarzen Lochs fällt, wird in enge Teilchenstrahlen kanalisiert, die mit nahezu Lichtgeschwindigkeit austreten und dabei Gammastrahlen erzeugen. Aber keine dieser Arten von Ausbrüchen kann ohne Weiteres Jets erzeugen, die tagelang feuern können, weshalb 250702B ein einzigartiges Rätsel darstellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Beobachtung des Lichts</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gamma-ray Burst Monitor des <a href="https://science.nasa.gov/mission/fermi/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Fermi-Gammastrahlen-Weltraumteleskops</a> der NASA entdeckte den Ausbruch und löste im Laufe von drei Stunden mehrere Male aus. Er wurde auch vom Burst Alert Telescope des <a href="https://science.nasa.gov/mission/swift/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Neil Gehrels Swift Observatory</a> der NASA, dem russischen Konus-Instrument der Wind-Mission der NASA, dem Gamma-Ray and Neutron Spectrometer auf Psyche – einem Raumschiff der NASA, das derzeit auf dem Weg zum Asteroiden 16 Psyche ist – und dem japanischen Monitor of All-sky X-ray Image Instrument auf der Internationalen Raumstation entdeckt.</p>



<figure class="wp-block-video"><video controls src="https://assets.science.nasa.gov/content/dam/science/missions/glast/news/2025/GRB_250702B_TimeScale_Final_1080.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption"><em>Diese kurze Animation vergleicht die Helligkeit und Dauer eines typischen Gammastrahlenausbruchs (gelb) mit denen des Ausbruchs vom 2. Juli (magenta). Ein typischer Ausbruch, der durch den Kollaps eines massereichen Sterns verursacht wird, dauert weniger als eine Minute, aber die Aktivität von GRB 250702B hielt mehr als 7 Stunden an, was ihn zum längsten bisher beobachteten GRB macht.<br><mark>Credit: Goddard Space Flight Center der NASA</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Ausbruch dauerte so lange, dass kein Hochenergiemonitor im Weltraum in der Lage war, ihn vollständig zu beobachten“, sagte Eric Burns, Astrophysiker an der <a href="https://lsu.edu/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Louisiana State University</a> in Baton Rouge und Mitglied des Teams von Neights, das das Gammastrahlenglühen des Ausbruchs untersucht. „Nur durch die kombinierte Leistung der Instrumente mehrerer Raumfahrzeuge konnten wir dieses Ereignis verstehen.“<br>Das Weitwinkel-Röntgenteleskop der chinesischen Einstein-Sonde hat den Ausbruch ebenfalls in Röntgenstrahlen erfasst und gezeigt, dass bereits am Vortag ein Signal vorhanden war. Die erste genaue Lokalisierung erfolgte am frühen Morgen des 3. Juli, als das Röntgenteleskop von Swift den Ausbruch im Sternbild Scutum in der Nähe der dichten, staubigen Ebene unserer Milchstraße abbildete. Angesichts dieses Ortes und der Röntgenstrahlendetektion am Vortag fragten sich die Astronomen, ob es sich bei diesem Ereignis um eine andere Art von Ausbruch aus unserer eigenen Galaxie handeln könnte.</p>



<figure class="wp-block-video"><video controls src="https://assets.science.nasa.gov/content/dam/science/missions/glast/news/2025/GRB_250702B_Localization_Final_1080.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption"><em>Diese Visualisierung veranschaulicht den Prozess der Lokalisierung des Ausbruchs vom 2. Juli und seiner Heimatgalaxie. Mehrere Einrichtungen im Weltraum und auf der Erde, die Licht über das gesamte Spektrum hinweg sammeln, führten die Astronomen zur Quelle.<br><mark>Credit:Goddard Space Flight Center der NASA und A. Mellinger, CMU</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Bilder von einigen der größten Teleskope der Welt, darunter die Teleskope der Keck- und Gemini-Observatorien auf Hawaii und das Very Large Telescope (VLT) der <a href="https://www.eso.org/public/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Europäischen Südsternwarte</a> in Chile, deuteten darauf hin, dass sich an dieser Stelle eine Galaxie befand, sodass sich die Astronomen an das <a href="https://science.nasa.gov/mission/hubble/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Hubble-Weltraumteleskop</a> der NASA wandten, um ein klareres Bild zu erhalten.<br>„Es handelt sich definitiv um eine Galaxie, was beweist, dass es sich um eine weit entfernte und gewaltige Explosion handelte, aber sie sieht seltsam aus“, sagte Andrew Levan, Professor für Astrophysik an der <a href="https://www.ru.nl/en" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Radboud-Universität</a> in den Niederlanden, der die VLT- und Hubble-Studie leitete. „Die Hubble-Daten könnten entweder zwei verschmelzende Galaxien zeigen oder eine Galaxie mit einem dunklen Staubband, das den Kern in zwei Teile teilt.“<br>Neuere Bilder, die mit dem NIRcam-Instrument des <a href="https://science.nasa.gov/mission/webb/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">James-Webb-Weltraumteleskop</a>s der NASA aufgenommen wurden, stützen Levans Interpretation nachdrücklich. „Die Auflösung von Webb ist unglaublich. Wir können so deutlich sehen, dass der Ausbruch durch diese Staubbahn hindurchleuchtete, die sich über die Galaxie erstreckt“, sagte Huei Sears, Postdoktorand an der <a href="https://www.rutgers.edu/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Rutgers University</a> in New Jersey, der die NIRcam-Beobachtungen leitete. „Es ist fantastisch, den GRB-Wirt so detailliert zu sehen.“<br>Ende August nutzte ein Team unter der Leitung von Benjamin Gompertz von der <a href="https://www.birmingham.ac.uk/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Universität Birmingham</a> in Großbritannien das NIRSpec-Instrument von Webb und das VLT, um die Entfernung der Galaxie und andere Eigenschaften zu bestimmen. „Der Ausbruch war bemerkenswert stark und entfaltete eine Energie, die der von tausend Sonnen entspricht, die 10 Milliarden Jahre lang leuchten“, sagte Gompertz. „Erstaunlicherweise ist die Galaxie so weit entfernt, dass das Licht dieser Explosion vor etwa 8 Milliarden Jahren zu seiner Reise begann, lange bevor sich unsere Sonne und unser Sonnensystem überhaupt zu bilden begannen.“</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/4-Gemini_DECam_collage.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Das Bild links zeigt das Sternenfeld um die Wirtsgalaxie von GRB 250702B. Das Bild basiert auf Beobachtungen des Gemini-Nord-Teleskops auf Hawaii und der Dark Energy Camera, die am Víctor M. Blanco 4-Meter-Teleskop des Cerro Tololo Inter-American Observatory in Chile angebracht ist. Rechts: Eine Nahaufnahme der Wirtsgalaxie, aufgenommen mit dem Gemini-Nord-Teleskop. Dieses Bild, das sich über 9,5 Bogensekunden erstreckt, ist das Ergebnis von über zwei Stunden Beobachtung, doch die Wirtsgalaxie ist aufgrund der großen Menge an Staub, die sie umgibt, kaum zu erkennen. Die optischen und nahinfraroten DECam-Daten wurden am 3. Juli erfasst, während die nahinfraroten Gemini-Nord-Beobachtungen am 20. Juli durchgeführt wurden. Credit: International Gemini Observatory/CTIO/NOIRLab/DOE/NSF/AURA. Bildbearbeitung: M. Zamani &amp; D. de Martin (NSF NOIRLab)" data-rl_caption="" title="Das Bild links zeigt das Sternenfeld um die Wirtsgalaxie von GRB 250702B. Das Bild basiert auf Beobachtungen des Gemini-Nord-Teleskops auf Hawaii und der Dark Energy Camera, die am Víctor M. Blanco 4-Meter-Teleskop des Cerro Tololo Inter-American Observatory in Chile angebracht ist. Rechts: Eine Nahaufnahme der Wirtsgalaxie, aufgenommen mit dem Gemini-Nord-Teleskop. Dieses Bild, das sich über 9,5 Bogensekunden erstreckt, ist das Ergebnis von über zwei Stunden Beobachtung, doch die Wirtsgalaxie ist aufgrund der großen Menge an Staub, die sie umgibt, kaum zu erkennen. Die optischen und nahinfraroten DECam-Daten wurden am 3. Juli erfasst, während die nahinfraroten Gemini-Nord-Beobachtungen am 20. Juli durchgeführt wurden. Credit: International Gemini Observatory/CTIO/NOIRLab/DOE/NSF/AURA. Bildbearbeitung: M. Zamani &amp; D. de Martin (NSF NOIRLab)" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="400" height="202" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/4-Gemini_DECam_collage-400x202-1.jpg" alt="" class="wp-image-149581" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/4-Gemini_DECam_collage-400x202-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/4-Gemini_DECam_collage-400x202-1-300x152.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Das Bild links zeigt das Sternenfeld um die Wirtsgalaxie von GRB 250702B. Das Bild basiert auf Beobachtungen des Gemini-Nord-Teleskops auf Hawaii und der Dark Energy Camera, die am Víctor M. Blanco 4-Meter-Teleskop des Cerro Tololo Inter-American Observatory in Chile angebracht ist. Rechts: Eine Nahaufnahme der Wirtsgalaxie, aufgenommen mit dem Gemini-Nord-Teleskop. Dieses Bild, das sich über 9,5 Bogensekunden erstreckt, ist das Ergebnis von über zwei Stunden Beobachtung, doch die Wirtsgalaxie ist aufgrund der großen Menge an Staub, die sie umgibt, kaum zu erkennen. Die optischen und nahinfraroten DECam-Daten wurden am 3. Juli erfasst, während die nahinfraroten Gemini-Nord-Beobachtungen am 20. Juli durchgeführt wurden.<br><mark>Credit: International Gemini Observatory/CTIO/NOIRLab/DOE/NSF/AURA. Bildbearbeitung: M. Zamani &amp; D. de Martin (NSF NOIRLab)</mark></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Eine umfassende Untersuchung des Röntgenlichts nach dem Hauptburst stützte sich auf Beobachtungen von Swift, dem <a href="https://science.nasa.gov/mission/chandra/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Chandra-Röntgenobservatorium</a> der NASA und der <a href="https://science.nasa.gov/mission/nustar/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">NuSTAR</a>-Mission (Nuclear Spectroscopic Telescope Array) der Behörde. Die Daten von Swift und NuSTAR zeigten schnelle Flares, die bis zu zwei Tage nach der Entdeckung des Bursts auftraten.<br>„Die fortgesetzte Akkretion von Materie durch das Schwarze Loch trieb einen Ausfluss an, der diese Flares erzeugte, aber der Prozess dauerte viel länger, als es in Standard-GRB-Modellen möglich ist“, sagte Studienleiter Brendan O&#8217;Connor, McWilliams-Postdoktorand an der <a href="https://www.cmu.edu/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Carnegie Mellon University</a> in Pittsburgh. „Die späten Röntgenflares zeigen uns, dass die Energiequelle der Explosion nicht abgeschaltet werden konnte, was bedeutet, dass das Schwarze Loch nach der ersten Eruption noch mindestens einige Tage lang weiter angetrieben wurde.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Widersprüchliche Beweise</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Daten von Fermi und Swift deuten auf einen typischen, wenn auch ungewöhnlich langen GRB hin. Spektroskopische Beobachtungen mit Webb ergaben keine Supernova-Explosion, die normalerweise auf einen GRB nach einem Sternkollaps folgt, obwohl diese möglicherweise durch Staub und Entfernung verdeckt wurde. Einstein Probe registrierte einen Tag vor dem Ausbruch Röntgenstrahlen, während NuSTAR bis zu zwei Tage danach Röntgenflares verfolgte, was beides für GRBs untypisch ist.<br>Darüber hinaus zeigt eine detaillierte Studie unter der Leitung von Jonathan Carney, einem Doktoranden an der <a href="https://www.unc.edu/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">University of North Carolina in Chapel Hill</a>, dass sich die Wirtsgalaxie stark von den typischerweise kleinen Galaxien unterscheidet, in denen die meisten GRBs nach einem Sternenkollaps auftreten. „Diese Galaxie ist überraschend groß und hat mehr als doppelt so viel Masse wie unsere eigene Galaxie“, sagte er.<br>In beiden der am häufigsten diskutierten Szenarien wird das Schwarze Loch den Stern innerhalb von etwa einem Tag verschlungen haben.<br>Das erste Szenario geht von einem Schwarzen Loch mittlerer Masse aus, das einige Tausend Sonnenmassen und einen Ereignishorizont – den Punkt, an dem es kein Zurück mehr gibt – hat, der um ein Vielfaches größer ist als die Erde. Ein Stern wandert zu nahe heran, wird durch die Gravitationskräfte entlang seiner Umlaufbahn gedehnt und schnell vom Schwarzen Loch verschlungen. Dies beschreibt, was Astronomen als <a href="https://www.nasa.gov/universe/nasas-tess-mission-spots-its-1st-star-shredding-black-hole/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Gezeitenzerreißungsereignis</a> bezeichnen, das jedoch durch ein selten beobachtetes „mittelschweres” Schwarzes Loch verursacht wird, dessen Masse viel größer ist als die von Sternen, die durch einen Sternenkollaps entstanden sind, und viel kleiner als die von Giganten, die sich im Zentrum großer Galaxien befinden.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/5-Webb_GRB250702B_pullout.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Am 5. Oktober lieferte das James-Webb-Weltraumteleskop der NASA Astronomen den bisher klarsten Blick auf die Heimatgalaxie von GRB 250702B, die so weit entfernt ist, dass ihr Licht etwa 8 Milliarden Jahre braucht, um uns zu erreichen. Sie erscheint in einem Sternenfeld in der dicht gepackten zentralen Ebene unserer eigenen Milchstraße. In der vergrößerten Einblendung zeigen Markierungen die Position des Ausbruchs nahe der Oberkante der dunklen Staubbahn der Galaxie an. Dieser Standort schließt die Möglichkeit aus, dass der Ausbruch mit dem supermassiven Schwarzen Loch im Kern der Galaxie in Verbindung stand. Das gesamte Infrarotbild hat einen Durchmesser von etwa 2,1 Bogenminuten. Credit: NASA, ESA, CSA, H. Sears (Rutgers). Bildbearbeitung: A. Pagan (STScI)" data-rl_caption="" title="Am 5. Oktober lieferte das James-Webb-Weltraumteleskop der NASA Astronomen den bisher klarsten Blick auf die Heimatgalaxie von GRB 250702B, die so weit entfernt ist, dass ihr Licht etwa 8 Milliarden Jahre braucht, um uns zu erreichen. Sie erscheint in einem Sternenfeld in der dicht gepackten zentralen Ebene unserer eigenen Milchstraße. In der vergrößerten Einblendung zeigen Markierungen die Position des Ausbruchs nahe der Oberkante der dunklen Staubbahn der Galaxie an. Dieser Standort schließt die Möglichkeit aus, dass der Ausbruch mit dem supermassiven Schwarzen Loch im Kern der Galaxie in Verbindung stand. Das gesamte Infrarotbild hat einen Durchmesser von etwa 2,1 Bogenminuten. Credit: NASA, ESA, CSA, H. Sears (Rutgers). Bildbearbeitung: A. Pagan (STScI)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="400" height="225" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/5-Webb_GRB250702B_pullout-400x225-1.jpg" alt="" class="wp-image-149584" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/5-Webb_GRB250702B_pullout-400x225-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/5-Webb_GRB250702B_pullout-400x225-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Am 5. Oktober lieferte das James-Webb-Weltraumteleskop der NASA Astronomen den bisher klarsten Blick auf die Heimatgalaxie von GRB 250702B, die so weit entfernt ist, dass ihr Licht etwa 8 Milliarden Jahre braucht, um uns zu erreichen. Sie erscheint in einem Sternenfeld in der dicht gepackten zentralen Ebene unserer eigenen Milchstraße. In der vergrößerten Einblendung zeigen Markierungen die Position des Ausbruchs nahe der Oberkante der dunklen Staubbahn der Galaxie an. Dieser Standort schließt die Möglichkeit aus, dass der Ausbruch mit dem supermassiven Schwarzen Loch im Kern der Galaxie in Verbindung stand. Das gesamte Infrarotbild hat einen Durchmesser von etwa 2,1 Bogenminuten.<br><mark>Credit: NASA, ESA, CSA, H. Sears (Rutgers). Bildbearbeitung: A. Pagan (STScI)</mark></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gammastrahlenteam bevorzugt ein anderes Szenario, denn wenn dieser Ausbruch wie andere ist, muss die Masse des Schwarzen Lochs eher der unserer Sonne ähneln. Ihr Modell sieht ein Schwarzes Loch vor, das etwa dreimal so massereich ist wie die Sonne – mit einem Ereignishorizont von nur 18 Kilometern Durchmesser –, das einen Begleitstern umkreist und mit ihm verschmilzt. Der Stern hat eine ähnliche Masse wie das Schwarze Loch, ist aber viel kleiner als die Sonne. Das liegt daran, dass seine Wasserstoffatmosphäre größtenteils abgetragen wurde, bis auf seinen dichten Heliumkern, wodurch ein Objekt entstanden ist, das Astronomen als Heliumstern bezeichnen.<br>In beiden Fällen fließt Materie aus dem Stern zunächst zum Schwarzen Loch und sammelt sich in einer riesigen Scheibe, von der aus das Gas schließlich in das Schwarze Loch stürzt. An einem bestimmten Punkt dieses Prozesses beginnt das System, hell im Röntgenlicht zu leuchten. Dann, während das Schwarze Loch die Materie des Sterns schnell verschlingt, schießen Gammastrahlen nach außen.<br>Bemerkenswert ist, dass das Modell der Heliumsternverschmelzung eine einzigartige Vorhersage trifft. Sobald das Schwarze Loch vollständig in den Hauptkörper des Sterns eingetaucht ist und ihn von innen auffrisst, explodiert die freigesetzte Energie den Stern und treibt eine Supernova an.<br>Leider ereignete sich diese Explosion hinter enormen Staubmengen, sodass selbst die Leistungsfähigkeit des Webb-Teleskops nicht ausreichte, um die erwartete Supernova zu sehen. Während eindeutige Beweise für die Erklärung der Ereignisse vom 2. Juli noch auf zukünftige Ereignisse warten müssen, hat 250702B bereits neue Erkenntnisse über die längsten GRBs geliefert, was zum großen Teil der ständigen kosmischen Überwachung durch die Observatorien und Instrumente der NASA im Rahmen der Bemühungen der Behörde zur Erforschung und zum Verständnis des Universums zu verdanken ist.<br>Die von Neights verfasste Arbeit über Gammastrahlen wurde von den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society (<a href="https://academic.oup.com/mnras/advance-article/doi/10.1093/mnras/staf2019/8323170" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Preprint</a>) angenommen. Die Arbeit von Gompertz über NIRSpec (<a href="https://arxiv.org/abs/2509.22778" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Preprint</a>) wurde bei The Astrophysical Journal Letters eingereicht, das am 26. November die Arbeit von Carney, am 14. November die Arbeit von O&#8217;Connor über Röntgenstrahlen und im August die <a href="https://iopscience.iop.org/article/10.3847/2041-8213/adf8e1" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Arbeit von Levan</a> veröffentlicht hat.<br>Die Fermi-Mission ist eine Partnerschaft im Bereich der Astrophysik und Teilchenphysik, die von der NASA Goddard geleitet und in Zusammenarbeit mit dem US-Energieministerium entwickelt wurde, mit wichtigen Beiträgen von akademischen Einrichtungen und Partnern in Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Schweden und den Vereinigten Staaten. Die Swift-Mission wird von Goddard in Zusammenarbeit mit der <a href="https://www.psu.edu/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Penn State University</a>, dem <a href="https://www.lanl.gov/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Los Alamos National Laboratory</a> in New Mexico, Northrop Grumman Space Systems in Dulles, Virginia, und Partnern wie der <a href="https://le.ac.uk/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">University of Leicester</a> und dem <a href="https://www.ucl.ac.uk/mathematical-physical-sciences/mssl" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Mullard Space Science Laboratory</a> im Vereinigten Königreich, dem <a href="https://brera.inaf.it/en/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Brera-Observatorium</a> in Italien und der <a href="https://www.asi.it/en/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">italienischen Weltraumagentur ASI</a> geleitet.<br>Hubble ist ein Projekt der internationalen Zusammenarbeit zwischen der NASA und der ESA und wird von Goddard geleitet. Webb, das weltweit führende Weltraumobservatorium, ist eine gemeinsame Mission der NASA, der ESA und der <a href="https://www.asc-csa.gc.ca/eng/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">kanadischen Weltraumagentur</a>.<br>NuSTAR wird von <a href="https://www.caltech.edu/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Caltech</a> geleitet und vom <a href="https://www.jpl.nasa.gov/missions/psyche/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Jet Propulsion Laboratory</a> der NASA in Südkalifornien verwaltet. Das Missionskontrollzentrum befindet sich an der <a href="https://www.berkeley.edu/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">University of California in Berkeley</a>. NuSTAR wurde in Zusammenarbeit mit der <a href="https://www.dtu.dk/english/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Dänischen Technischen Universität</a> und der Italienischen Weltraumagentur entwickelt.<br>Das <a href="https://www.nasa.gov/marshall/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Marshall Space Flight Center</a> der NASA in Huntsville, Alabama, verwaltet das Chandra-Programm. Das <a href="https://cxc.harvard.edu/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Chandra X-ray Center</a> des Smithsonian Astrophysical Observatory steuert die wissenschaftlichen Operationen von Cambridge, Massachusetts, aus und die Flugoperationen von Burlington, Massachusetts, aus.</p>



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		<title>MPIfR: OJ 287 auf der Waage und das Projekt MOMO</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mpifr-oj-287-auf-der-waage-und-das-projekt-momo/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Feb 2023 16:08:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der dichtest getaktete und längste Blick auf das Paar Schwarzer Löcher im Zentrum der Galaxie OJ 287 von Radio- bis zu Hochenergiefrequenzen. Eine Pressemeldung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie, Bonn. Quelle: Max-Planck-Institut für Radioastronomie 23. Februar 2023. 23. Februar 2023 &#8211; Eine internationale Forschungsgruppe unter der Leitung von Stefanie Komossa vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading advgb-dyn-0573c930">Der dichtest getaktete und längste Blick auf das Paar Schwarzer Löcher im Zentrum der Galaxie OJ 287 von Radio- bis zu Hochenergiefrequenzen. Eine Pressemeldung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie, Bonn.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Planck-Institut für Radioastronomie 23. Februar 2023.</p>



<p class="wp-block-paragraph">23. Februar 2023 &#8211; Eine internationale Forschungsgruppe unter der Leitung von Stefanie Komossa vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn präsentiert wichtige neue Ergebnisse zur Galaxie OJ 287, die auf den bisher dichtest getakteten und längsten Beobachtungen vom Radio- bis zum Hochenergiefrequenzbereich basieren. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler waren in der Lage, entscheidende Tests von Modellvorhersagen durchzuführen, die ein Paar Schwarzer Löcher im Zentrum dieser Galaxie beschreiben. Dazu wurden verschiedene Beobachtungsinstrumente wie das Radioteleskop Effelsberg und das Neil-Gehrels-Swift-Observatorium eingesetzt. Zum ersten Mal wurde eine unabhängige Bestimmung der Masse des Schwarzen Lochs durchgeführt und der Anteil der Materie in der umgebenden Akkretionsscheibe konnte abgeschätzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Resultate zeigen, dass ein außergewöhnlich großes Schwarzes Loch von mehr als 10 Milliarden Sonnenmassen nicht mehr erforderlich ist. Stattdessen sprechen die Ergebnisse für Modelle mit einer kleineren Masse des primären Schwarzen Lochs in der Größenordnung von 100 Millionen Sonnenmassen. Mehrere bisher nicht gelöste Rätsel, darunter das scheinbare Ausbleiben des letzten großen Strahlungsausbruchs von OJ 287 (der jetzt identifiziert wurde) und der viel diskutierte Emissionsmechanismus während der Hauptausbrüche, können auf diese Weise geklärt werden. Zusätzlich konnten Ergebnisse zur Blazar-Physik gewonnen werden, die Prozesse in der Nähe der Startregion des Jets aufzeigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Ergebnisse sind von großer Bedeutung für die theoretische Modellierung von engen Paaren supermassereicher Schwarzen Löcher und ihrer Entwicklung, für das Verständnis des Zusammenspiels von Akkretion und der Entstehung von Jets Schwarzer Löcher, für künftige Pulsar-Timing-Messungen und den Nachweis von Gravitationswellen aus diesem System mit weltraumgestützten Observatorien sowie für eine direkte räumliche Auflösung dieses Systems mit dem Event-Horizon-Teleskop oder dem künftigen SKA-Observatorium.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Präsentation der Ergebnisse erfolgt in zwei aktuellen Veröffentlichungen in den Fachzeitschriften „MNRAS Letters“ und „The Astrophysical Journal“.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/OJ287SKomossaetalNASAJPLCaltech2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Das linke Teilbild zeigt OJ 287 und seine Umgebung im Ultraviolett, aufgenommen mit dem Swift-Teleskop. Dies ist als Kombination aus 560 Einzelbelichtungen eines der tiefsten jemals aufgenommenen UV-Bilder von diesem Teil des Himmels. Die hellste Quelle im Feld ist OJ 287. Die Umgebung des Schwarzen Lochs selbst kann auf dem UV-Bild nicht aufgelöst werden. Das rechte Teilbild zeigt eine künstlerische Darstellung des Zentrums von OJ 287, einschließlich Akkretionsscheibe, Jet und einem zweiten Schwarzen Loch, das das primäre Schwarze Loch umkreist. Die Masse des primären Schwarzen Lochs wurde zu 100 Millionen Sonnenmassen bestimmt. (Bild: S. Komossa et al.; NASA/JPL-Caltech)" data-rl_caption="" title="Das linke Teilbild zeigt OJ 287 und seine Umgebung im Ultraviolett, aufgenommen mit dem Swift-Teleskop. Dies ist als Kombination aus 560 Einzelbelichtungen eines der tiefsten jemals aufgenommenen UV-Bilder von diesem Teil des Himmels. Die hellste Quelle im Feld ist OJ 287. Die Umgebung des Schwarzen Lochs selbst kann auf dem UV-Bild nicht aufgelöst werden. Das rechte Teilbild zeigt eine künstlerische Darstellung des Zentrums von OJ 287, einschließlich Akkretionsscheibe, Jet und einem zweiten Schwarzen Loch, das das primäre Schwarze Loch umkreist. Die Masse des primären Schwarzen Lochs wurde zu 100 Millionen Sonnenmassen bestimmt. (Bild: S. Komossa et al.; NASA/JPL-Caltech)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/OJ287SKomossaetalNASAJPLCaltech60.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Das linke Teilbild zeigt OJ 287 und seine Umgebung im Ultraviolett, aufgenommen mit dem Swift-Teleskop. Dies ist als Kombination aus 560 Einzelbelichtungen eines der tiefsten jemals aufgenommenen UV-Bilder von diesem Teil des Himmels. Die hellste Quelle im Feld ist OJ 287. Die Umgebung des Schwarzen Lochs selbst kann auf dem UV-Bild nicht aufgelöst werden. Das rechte Teilbild zeigt eine künstlerische Darstellung des Zentrums von OJ 287, einschließlich Akkretionsscheibe, Jet und einem zweiten Schwarzen Loch, das das primäre Schwarze Loch umkreist. Die Masse des primären Schwarzen Lochs wurde zu 100 Millionen Sonnenmassen bestimmt. (Bild: S. Komossa et al.; NASA/JPL-Caltech)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Blazare sind Galaxien mit starken, langlebigen Jets aus relativistischen Teilchen, die in unmittelbarer Nähe ihres zentralen supermassereichen Schwarzen Lochs ausgestoßen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn zwei Galaxien kollidieren und miteinander verschmelzen, entstehen supermassereiche binäre Schwarze Löcher. Solche Binärsysteme sind von großem Interesse, da sie eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Galaxien und dem Wachstum von Schwarzen Löchern spielen. Außerdem sind miteinander verschmelzende Binärsysteme die stärksten Quellen von Gravitationswellen im Universum. Die künftige Satellitenmission LISA („Laser Interferometer Space Antenna“) der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) zielt auf den direkten Nachweis solcher Wellen ab. Die Suche nach Systemen binärer Schwarzer Löcher ist derzeit in vollem Gange.</p>



<p class="wp-block-paragraph">OJ 287 ist ein heller Blazar in Richtung des Sternbilds Krebs in einer Entfernung von ca. 5 Milliarden Lichtjahren. Er ist einer der besten Kandidaten für ein kompaktes binäres supermassereiches Schwarzes Loch. Das Markenzeichen von OJ 287 sind außergewöhnliche Strahlungsausbrüche, die sich alle 11 bis 12 Jahre wiederholen. Einige dieser Ausbrüche sind so intensiv, dass OJ 287 vorübergehend zum hellsten Blazar am Himmel wird. Die sich wiederholenden Ausbrüche sind so bemerkenswert, dass in der Literatur eine Reihe verschiedener Binärmodelle zur Erklärung dieser Ausbrüche vorgeschlagen wurden. Da ein zweites Schwarzes Loch im System das massereichere Schwarze Loch umkreist, stört es entweder den Jet oder die Akkretionsscheibe des massereicheren Schwarzen Lochs und ruft auf diese Weise eine periodische Modulation der Helligkeit von OJ 287 hervor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bislang gab es jedoch keine direkte, unabhängige Bestimmung der Masse des primären Schwarzen Lochs, und keines der Modelle konnte in systematischen Beobachtungskampagnen kritisch geprüft werden, da diese Kampagnen über keine breitbandige Abdeckung der Strahlung in vielen verschiedenen Frequenzen verfügten. Zum ersten Mal wurden nun zahlreiche Sätze von gleichzeitigen Röntgen-, UV- und Radiobeobachtungen sowie optischer und Gammastrahlenbänder genutzt. Ermöglicht wurden die neuen Erkenntnisse durch das MOMO-Projekt („Multiwavelength Observations and Modelling of OJ 287“), das eine der dichtesten und am längsten andauernden Mehrfrequenz-Beobachtungskampagnen aller Blazare, die auch Röntgenstrahlung einbeziehen, darstellt, außerdem die dichteste jemals für OJ 287 durchgeführte Beobachtungskampagne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„OJ 287 ist ein exzellentes Labor, um die physikalischen Bedingungen zu untersuchen, die in einer der extremsten astrophysikalischen Umgebungen herrschen: Scheiben und Jets von Materie in unmittelbarer Nähe von einem oder zwei supermassereichen Schwarzen Löchern“, sagt Stefanie Komossa vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR), die Erstautorin der beiden hier vorgestellten Studien. „Deswegen haben wir das Projekt MOMO initiiert. Es bedient sich dicht getakteter Beobachtungen von OJ 287 bei mehr als 14 Frequenzen vom Radio- bis zum Hochenergiebereich, die sich über Jahre erstrecken, sowie spezieller Nachbeobachtungen von mehreren boden- und weltraumgestützten Observatorien aus, wenn der Blazar in außergewöhnlichen Zuständen gefunden wird.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Tausende von Datensätzen wurden bereits aufgenommen und ausgewertet. Das macht OJ 287 zu einem der am besten überwachten Blazare im UV-Röntgen-Radio-Bereich“, fügt Ko-Autor Alex Kraus vom MPIfR hinzu. „Das Radioteleskop Effelsberg und die Weltraummission Swift spielen eine zentrale Rolle in dem Projekt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Radioteleskop Effelsberg liefert Informationen über ein breites Spektrum von Radiofrequenzen, während das Neil-Gehrels-Swift-Observatorium genutzt wird, um gleichzeitig UV-, optische und Röntgendaten zu erhalten. Hochenergetische Gammastrahlendaten vom Fermi-Observatorium sowie Radiodaten vom Submillimeter Array (SMA) auf dem Maunakea/Hawaii wurden ebenfalls benutzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Regel dominiert der Jet die elektromagnetische Strahlung von OJ 287. Der Jet ist so hell, dass er die Strahlung der Akkretionsscheibe (die Strahlung der Materie, die in das Schwarze Loch fällt) überstrahlt, so dass es schwierig bis unmöglich ist, die Emission der Akkretionsscheibe zu beobachten. Das ist so, als würde man direkt in einen Autoscheinwerfer schauen. Aufgrund der großen Anzahl von MOMO-Beobachtungen, die das Licht von OJ 287 in einem dichten Rhythmus abdeckten (fast jeden zweiten Tag eine neue Beobachtung mit Swift), wurden jedoch &#8222;Deep Fades&#8220; entdeckt. Dabei handelt es sich um Zeiten, in denen die Jet-Emission stark abklingt. Dadurch wird es den Forschern möglich, die Emission aus der Akkretionsscheibe einzugrenzen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Materiescheibe, die das Schwarze Loch umgibt, mindestens um einen Faktor 10 schwächer ist als bisher angenommen, mit einer geschätzten Leuchtkraft von nicht mehr als 2 x 10<sup>46</sup> erg/s, was etwa dem 5-Billionenfachen der Leuchtkraft unserer Sonne (5 x 10<sup>12</sup> Lʘ) entspricht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum ersten Mal wurde die Masse des primären Schwarzen Lochs von OJ 287 aus der Bewegung der an das Schwarze Loch gebundenen gasförmigen Materie abgeleitet. Die Masse beträgt das Hundertmillionenfache der Masse unserer Sonne. „Dieses Ergebnis ist sehr wichtig, denn die Masse ist ein Schlüsselparameter in den Modellen, die die Entwicklung eines solchen Binärsystems untersuchen: Wie weit sind die Schwarzen Löcher voneinander entfernt, wie schnell werden sie verschmelzen, wie stark ist ihr Gravitationswellensignal“, kommentiert Dirk Grupe von der Northern Kentucky University (USA), ein Mitautor beider Studien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die neuen Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine außergewöhnlich große Masse für das Schwarze Loch von OJ 287, die 10 Milliarden Sonnenmassen übersteigt, nicht mehr erforderlich ist, ebenso wenig wie eine besonders leuchtkräftige Materiescheibe um das Schwarzen Loch“, fügt Thomas Krichbaum vom MPIfR hinzu, ein Mitautor des ApJ-Artikels. Die Ergebnisse sprechen eher für ein Binär-Modell mit geringerer Masse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Studie löst auch zwei seit langem diskutierte Rätsel: das scheinbare Fehlen des letzten der hellen Ausbrüche, für die OJ 287 berühmt ist, und den Emissionsmechanismus hinter den Ausbrüchen. Die MOMO-Beobachtungen ermöglichen es, den Zeitpunkt des letzten Ausbruchs genau festzulegen. Er ereignete sich nicht im Oktober 2022, wie es das Modell mit riesiger Schwarz-Loch-Masse vorhergesagt hatte, sondern in den Jahren 2016-2017, die von MOMO umfassend erfasst wurden. Darüber hinaus zeigen Radiobeobachtungen mit dem 100-Meter-Teleskop in Effelsberg, dass diese Ausbrüche nicht-thermischer Natur sind. Das bedeutet, dass Jet-Prozesse die Energiequelle der Ausbrüche sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die MOMO-Ergebnisse haben Auswirkungen auf gegenwärtige und künftige Suchstrategien nach weiteren Binärsystemen dieser Art mit Hilfe großer Observatorien wie dem Event-Horizon-Teleskop und in Zukunft dem SKA-Observatorium. Sie könnten in Zukunft den direkten Radionachweis und die räumliche Auflösung der beiden Schwarzen Löcher in OJ 287 und ähnlichen Systemen sowie den Nachweis von Gravitationswellen von diesen Systemen ermöglichen. OJ 287 wird aufgrund der abgeleiteten Masse des primären Schwarzen Lochs von 100 Millionen Sonnenmassen nicht mehr als Zielquelle für Pulsar-Timing-Arrays dienen, wird aber (während des Verschmelzens) in der Reichweite zukünftiger weltraumgestützter Observatorien liegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Unsere Ergebnisse sind von großer Bedeutung für die theoretische Modellierung von binären supermassereichen Schwarzen Löchern und ihrer Entwicklung, für das Verständnis der Physik der Akkretion und des Materieauswurfs in der Nähe von supermassereichen Schwarzen Löchern und für die elektromagnetische Identifizierung von Binärsystemen im Allgemeinen“, schließt Stefanie Komossa.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/TeleskopeNASAFermiSwiftSatellitenNJunkesEffelsbergJWeintroubSMA2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Die für die Beobachtungen eingesetzten Teleskope umfassen zwei Radioteleskope, das 100-m-Radioteleskop Effelsberg in Deutschland und das Submillimeter-Array auf Hawaii, sowie zwei Satellitenobservatorien: Fermi im Gammastrahlenbereich und das Neil-Gehrels-Swift-Observatorium im optischen, UV- und Röntgenbereich. (Bild: NASA (Fermi &amp; Swift Satellitenbilder), N. Junkes (Effelsberg), J. Weintroub (SMA).)" data-rl_caption="" title="Die für die Beobachtungen eingesetzten Teleskope umfassen zwei Radioteleskope, das 100-m-Radioteleskop Effelsberg in Deutschland und das Submillimeter-Array auf Hawaii, sowie zwei Satellitenobservatorien: Fermi im Gammastrahlenbereich und das Neil-Gehrels-Swift-Observatorium im optischen, UV- und Röntgenbereich. (Bild: NASA (Fermi &amp; Swift Satellitenbilder), N. Junkes (Effelsberg), J. Weintroub (SMA).)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/TeleskopeNASAFermiSwiftSatellitenNJunkesEffelsbergJWeintroubSMA60.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Die für die Beobachtungen eingesetzten Teleskope umfassen zwei Radioteleskope, das 100-m-Radioteleskop Effelsberg in Deutschland und das Submillimeter-Array auf Hawaii, sowie zwei Satellitenobservatorien: Fermi im Gammastrahlenbereich und das Neil-Gehrels-Swift-Observatorium im optischen, UV- und Röntgenbereich. (Bild: NASA (Fermi &amp; Swift Satellitenbilder), N. Junkes (Effelsberg), J. Weintroub (SMA).)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hintergrundinformation:</strong><br>MOMO („Multiwavelength Observations and Modelling of OJ 287“): Das Projekt hat zum Ziel, die Physik von Scheibe und Jet im Blazar OJ 287 zu verstehen, Modelle für binäre Schwarze Löcher zu testen und den Status und die Entwicklung von kompakten Binärsystemen zu verstehen. Es wurde 2015 begonnen und umfasst mehrjährige Beobachtungen der Galaxie OJ 287 mit hoher Taktrate in einem sehr breiten Frequenzspektrum vom Radio- bis zum Hochenergiebereich. Die Beobachtungen werden mit einer hohen Taktrate (bis zu einmal pro Tag) durchgeführt. MOMO deckt alle Aktivitätszustände von OJ 287 ab. Bei außergewöhnlichen Zuständen von OJ 287 werden Folgebeobachtungen mit zusätzlichen boden- und weltraumgestützten Teleskopen durchgeführt, einschließlich empfindlicher Spektroskopie im optischen und Röntgenbereich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Radio-Observatorium Effelsberg befindet sich in einem Tal in der Eifel bei Bad Münstereifel-Effelsberg, etwa 40 km südwestlich von Bonn. Es wird vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn betrieben. Das 100-m-Radioteleskop ist eines der größten voll beweglichen Radioteleskope der Erde. Es ermöglicht Messungen in einem breiten Spektrum von Radiofrequenzen zwischen 300 MHz und 90 GHz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Neil-Gehrels-Swift-Observatorium ist ein weltraumbasiertes Multi-Wellenlängen-Observatorium zur Erforschung von Gammastrahlenausbrüchen und einer Vielzahl anderer astrophysikalischer Objekte mit stark veränderlicher Strahlung. Der Satellit Swift hat drei Teleskope an Bord, die Messungen im optischen, UV-, Röntgen- und Gammastrahlenbereich durchführen. Swift ist Teil des NASA-Programms Medium Explorer (MIDEX) und wurde 2004 in eine erdnahe Umlaufbahn gebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Forschungsteam umfasst S. Komossa, D. Grupe, A. Kraus, M.A. Gurwell, Z. Haiman, F.K. Liu, A. Tchekhovskoy, L.C. Gallo, M. Berton, R. Blandford, J.L. Gómez, und A.G. Gonzalez (MNRAS Letter), sowie S. Komossa, A. Kraus, D. Grupe, A.G. Gonzalez, M.A. Gurwell, L.C. Gallo, F.K. Liu, I. Myserlis, T.P. Krichbaum, S. Laine, U. Bach, J.L. Gómez, M.L. Parker, S. Yao, und M. Berton (ApJ Paper). Stefanie Komossa, Alex Kraus, Thomas Krichbaum, Uwe Bach und Su Yao sind Mitarbeiter des MPIfR.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Originalveröffentlichungen:</strong><br><a href="https://academic.oup.com/mnrasl/article/522/1/L84/7044769?login=false" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Absence of the predicted 2022 October outburst of OJ 287 and implications for binary SMBH scenarios</a><br>S. Komossa et al., in: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society Letters, 23. Februar 2023. DOI: 10.1093/mnrasl/slad016</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://arxiv.org/abs/2302.11486" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Multifrequency radio variability of the blazar OJ 287 from 2015–2022, absence of predicted 2021 precursor-flare activity, and a new binary interpretation of the 2016/2017 outburst</a><br>S. Komossa et al., in: Astrophysical Journal, 23. Februar 2023. DOI: 10.3847/1538-4357/acaf71 (Preprint via astro-ph: <a href="https://arxiv.org/abs/2302.11486" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://arxiv.org/abs/2302.11486</a>)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=536.msg545167#msg545167" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Aktive Galaktische Kerne &#8211; Quasare &#8211; supermassive Schwarze Löcher</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Neun neue und exotische Geschöpfe für den Pulsar-Zoo</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/neun-neue-und-exotische-geschoepfe-fuer-den-pulsar-zoo/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Jan 2023 21:06:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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		<category><![CDATA[Fermi]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Neue Entdeckungen des Projekts „Transients and Pulsars with MeerKAT“. Eine Pressemeldung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie, Bonn. Quelle: Max-Planck-Institut für Radioastronomie 25. Januar 2023. 25. Janaur 2023 &#8211; Neun Millisekunden-Pulsare, die meisten in seltenen und teils ungewöhnlichen Doppelsystemen: Das sind die ersten Ergebnisse einer gezielten Durchmusterung mit dem südafrikanischen Teleskop-Array MeerKAT. Ein internationales Team mit maßgeblicher [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/neun-neue-und-exotische-geschoepfe-fuer-den-pulsar-zoo/" data-wpel-link="internal">Neun neue und exotische Geschöpfe für den Pulsar-Zoo</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Neue Entdeckungen des Projekts „Transients and Pulsars with MeerKAT“. Eine Pressemeldung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie, Bonn.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Planck-Institut für Radioastronomie 25. Januar 2023.</p>



<p class="wp-block-paragraph">25. Janaur 2023 &#8211; Neun Millisekunden-Pulsare, die meisten in seltenen und teils ungewöhnlichen Doppelsystemen: Das sind die ersten Ergebnisse einer gezielten Durchmusterung mit dem südafrikanischen Teleskop-Array MeerKAT. Ein internationales Team mit maßgeblicher Beteiligung von Forschenden des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut, AEI) und des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR) wählte 79 unidentifizierte pulsar-ähnliche Quellen aus Beobachtungen des Fermi Gamma-ray Space Telescope der NASA aus und beobachtete sie mit MeerKAT im Radiobereich. Die Kombination dieser bewährten Methode mit einem Teleskop-Array der nächsten Generation hat deutliche Vorteile gegenüber früheren Durchmusterungen. Das Team entdeckte neun schnell rotierende Neutronensterne, die meisten mit ungewöhnlichen Eigenschaften. Bei zwei dieser Objekte wurden Pulsationen der Gammastrahlung, optische Gegenstücke und bei einem weiteren System Röntgenstrahlung entdeckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Team vom AEI suchte auch nach kontinuierlichen Gravitationswellen von einem der Neutronensterne. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung von gezielten Suchen nach Radiopulsaren in unidentifizierten Gammastrahlenquellen. Diese dürften für weitere Erkenntnisse sorgen: Die Forschenden sind sicher, dass sich bei künftigen Beobachtungen noch mehrere Millisekunden-Pulsare entdecken lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ergebnisse werden heute in der Fachzeitschrift „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society“ (MNRAS) veröffentlicht.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mpifr25012023NASADOEFermiLATCollab2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Dieses Bild zeigt den gesamten Himmel, wie ihn das Fermi Large Area Telescope sieht. Das auffälligste Merkmal ist das helle, diffuse Leuchten in der Mitte der Karte, das aus der Milchstraßenebene stammt. Viele der sternähnlichen Objekte oberhalb und unterhalb der Milchstraßenebene sind weit entfernte Galaxien, bzw. ihre extrem massereichen schwarzen Löcher. Viele der hellen Quellen entlang der Ebene sind Pulsare. Bei mehr als 2000 Quellen ist unbekannt, zu welcher Klasse sie gehören. (Bild: NASA/DOE/Fermi LAT Collaboration)" data-rl_caption="" title="Dieses Bild zeigt den gesamten Himmel, wie ihn das Fermi Large Area Telescope sieht. Das auffälligste Merkmal ist das helle, diffuse Leuchten in der Mitte der Karte, das aus der Milchstraßenebene stammt. Viele der sternähnlichen Objekte oberhalb und unterhalb der Milchstraßenebene sind weit entfernte Galaxien, bzw. ihre extrem massereichen schwarzen Löcher. Viele der hellen Quellen entlang der Ebene sind Pulsare. Bei mehr als 2000 Quellen ist unbekannt, zu welcher Klasse sie gehören. (Bild: NASA/DOE/Fermi LAT Collaboration)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mpifr25012023NASADOEFermiLATCollab60.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Dieses Bild zeigt den gesamten Himmel, wie ihn das Fermi Large Area Telescope sieht. Das auffälligste Merkmal ist das helle, diffuse Leuchten in der Mitte der Karte, das aus der Milchstraßenebene stammt. Viele der sternähnlichen Objekte oberhalb und unterhalb der Milchstraßenebene sind weit entfernte Galaxien, bzw. ihre extrem massereichen schwarzen Löcher. Viele der hellen Quellen entlang der Ebene sind Pulsare. Bei mehr als 2000 Quellen ist unbekannt, zu welcher Klasse sie gehören. (Bild: NASA/DOE/Fermi LAT Collaboration)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Für unsere TRAPUM-Durchmusterung haben wir mit MeerKAT, einem relativ neuen und äußerst empfindlichen Radioteleskop, zusammen mit einer speziellen Analysesoftware eine Auswahl vielversprechender pulsar-ähnlicher Quellen beobachtet“, sagt Colin Clark, Gruppenleiter am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut; AEI) in Hannover und Erstautor der Studie. „Die Belohnung für unsere Mühen ist etwas, auf das wir stolz sein können: Wir haben neun neue Millisekunden-Pulsare entdeckt, von denen einige recht ungewöhnlich sind.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Team verwendete einen bewährten Ansatz, um neue Millisekunden-Pulsare zu entdecken: Der Katalog des Fermi Large Area Telescope verzeichnet Gammastrahlenquellen, die das Fermi Gamma-ray Space Telescope der NASA in acht Jahren Beobachtungszeit entdeckte. Dieser Katalog enthält Informationen über die Himmelspositionen der Quellen, die Energieverteilung ihrer Gammastrahlung und die zeitlichen Veränderungen ihrer Gammastrahlenhelligkeit. „Wir haben mit Methoden des maschinellen Lernens für alle Quellen im Fermi-Katalog, die nicht mit bekannten Himmelsobjekten assoziiert sind, die Wahrscheinlichkeit bestimmt, dass sie Pulsare sind“, erklärt Clark. „So identifizierten wir die pulsar-ähnlichsten Quellen im Fermi-Katalog. Danach reduzierten wir unsere Liste auf diejenigen Quellen, die mit unserer Durchmusterung am ehesten nachweisbar sein würden. Wir haben dann 79 Quellen mit MeerKAT beobachtet.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>MeerKAT bietet eine noch nie dagewesene Empfindlichkeit am Südhimmel</strong><br>MeerKAT ist eine Anordnung von 64 Parabolantennen mit einem effektiven Durchmesser von je 13,5 Meter in der Karoo in Südafrika. MeerKAT bietet eine noch nie dagewesene Empfindlichkeit für Himmelsobjekte in der südlichen Hemisphäre. Es ist in der Lage, Quellen zu entdecken, die etwa fünfmal schwächer sind als diejenigen, die das zweitempfindlichste Teleskop der Südhemisphäre beobachten kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das „TRansients and Pulsars using MeerKAT Large Survey Project“ (TRAPUM) nutzt diese Empfindlichkeit, um nach neuen Pulsaren in den Teilen des Himmels zu suchen, in denen sie am wahrscheinlichsten zu finden sind: Kugelsternhaufen, nahe Galaxien, Supernovaüberreste und – wie in dieser Untersuchung – unidentifizierte Gammastrahlenquellen. Dies erforderte die Entwicklung spezieller Computerhardware, die die Daten der MeerKAT-Antennen zu einem virtuellen großen Radioteleskop kombiniert, das fast 500 nahe beieinander liegende Himmelspositionen gleichzeitig beobachten kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei dieser TRAPUM-Durchmusterung von Fermi-Quellen wird die zusätzliche Empfindlichkeit von MeerKAT dazu genutzt, um die Beobachtungszeit auf nur 10 Minuten zu verkürzen. Das ist wesentlich kürzer als die stundenlangen Beobachtungen, die zuvor erforderlich waren, um Pulsare in diesen Quellen zu finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurze Beobachtungen haben viele Vorteile: In begrenzter Beobachtungszeit lassen sich mehr Quellen erfassen. Sie können wiederholt beobachtet werden, was die Chance erhöht, einen neuen Radiopulsar zu entdecken, da sie bei der ersten Beobachtung nicht immer sichtbar sind. Die TRAPUM-Pulsardurchmusterung umfasste zwei Beobachtungen pro Quelle. Die Analyse kurzer Beobachtungen ist rechnerisch weniger anspruchsvoll als die von längeren. Zudem kann die Bahnbewegung in Doppelsternsystemen die Entdeckung von Radiopulsaren erschweren. Während einer kurzen Beobachtungszeit ist die Bewegung des Pulsars nahezu konstant, so dass der nachteilige Effekt einer sich ändernden Bahnbewegung verringert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich zur hohen Empfindlichkeit bietet das MeerKAT-Array einen weiteren Vorteil gegenüber Radioteleskopen mit einer einzigen Parabolantenne. MeerKAT kann die Himmelsposition neuer Quellen mit sehr hoher Präzision bestimmen, weil die Einzelantennen bis zu 8 Kilometer voneinander entfernt sind. Das ermöglicht schnelle Folgeuntersuchungen bei anderen Wellenlängen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Neun neue Millisekunden-Pulsare</strong><br>Die Suche nach Pulsaren in den großen Datenmengen, die während der TRAPUM-Beobachtungen entstehen, erfordert viel Rechenleistung und eine schnelle Verarbeitung, um Speicherplatz für weitere Beobachtungen freizugeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir haben speziell entwickelte Datenanalyse-Methoden verwendet, die auf 120 Grafikprozessoren (GPUs) in einem speziellen Computer-Cluster laufen, um unsere MeerKAT-Beobachtungen zu sichten. Wir haben schnell neun Kandidaten für Millisekunden-Pulsare gefunden, die wir alle durch zusätzliche MeerKAT-Beobachtungen bestätigen konnten“, sagt Ewan Barr, Gruppenleiter am Max-Planck-Institut für Radioastronomie und TRAPUM-Projektwissenschaftler. „Es ist großartig, dass wir diese Bestätigungsbeobachtungen auch dazu nutzen konnten, die Himmelspositionen zu verfeinern, da MeerKAT in der Lage ist, viele nahe beieinander liegende Himmelspositionen gleichzeitig zu beobachten. Das ist von unschätzbarem Wert für Folgeuntersuchungen bei verschiedenen Wellenlängen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein enges Doppelsternsystem aus einem Pulsar und einem Weißen Zwerg</strong><br>Eine der Entdeckungen, PSR J1526-2744, wurde anschließend genau untersucht. Nach der Entdeckung dieses Radiopulsars in einem Doppelsternsystem spürten die Forschenden auch die Gammastrahlenpulsationen des Neutronensterns auf. Mit Hilfe aller verfügbaren Fermi-Daten konnten sie die Bahnbewegung genau untersuchen und die Eigenschaften des Doppelsternsystems bestimmen. Höchstwahrscheinlich umkreist der Neutronenstern das gemeinsame Massenzentrum mit einem leichten Weißen Zwerg in etwas weniger als fünf Stunden. Dies wäre die zweitkürzeste bekannte Umlaufzeit eines solchen Doppelsystems.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Team suchte auch nach kontinuierlichen Gravitationswellen von PSR J1526-2744. Wäre der Neutronenstern verformt, so würde er Gravitationswellen mit der doppelten Rotationsfrequenz aussenden. Die Forschenden nutzten alle öffentlich verfügbaren Advanced-LIGO-Daten aus den Beobachtungsläufen O1, O2 und O3. Da sie die Bewegung des Pulsars im Doppelsternsystem aufgrund der Gammastrahlenbeobachtungen genau kannten, erreichte das Forscherteam die höchstmögliche Empfindlichkeit für die Suche nach Gravitationswellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gravitationswellen</strong><br>Auch wenn sie von PSR J1526-2744 keine kontinuierlichen Gravitationswellen beobachteten, konnten sie messen, wie weit der Neutronenstern von der perfekten Achsensymmetrie abweicht. „Wir wissen jetzt, dass PSR J1526-2744 tatsächlich sehr symmetrisch ist. Wir haben gezeigt, dass der Äquator des Neutronensterns nicht viel mehr als der Durchmesser eines menschlichen Haares von einem perfekten Kreis abweichen kann,“ sagt Anjana Ashok, Doktorandin in der permanenten unabhängigen Max-Planck-Forschungsgruppe „Kontinuierliche Gravitationswellen“ am AEI Hannover. Sie leitete die Suche nach Gravitationswellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei weitere Pulsare, PSR J1036-4353 und PSR J1803-6707, sind typische „Redback“-Pulsarsysteme, die aus Neutronensternen mit Begleitsternen von mindestens einem Viertel der Masse unserer Sonne bestehen. Diese Pulsare verdampfen und zerstören ihre Begleiter im Laufe der Zeit, ähnlich den namensgebenden australischen Rotrückenspinnen, deren Weibchen die Männchen nach der Paarung auffressen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der schnellen und präzisen Bestimmung der Pulsarpositionen mit den einzigartigen Fähigkeiten von MeerKAT wurden die Pulsarbegleiter im Sternkatalog der Astrometrie-Mission Gaia identifiziert und im optischen Spektrum mit der ULTRACAM-Kamera am New Technology Telescope der ESO untersucht. Darüber hinaus fand man Röntgenstrahlung von PSR J1803-6707 in Daten der ersten eROSITA-Gesamtdurchmusterung. Die Röntgenstrahlung stammt wahrscheinlich von dem energiereichen Pulsarwind, der auf das vom Begleiter verdampfte Material trifft. Sie ist typisch für Redback-Systeme.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Pulsare, die sich im Katalog verstecken</strong><br>Es ist schwierig, die Anzahl der noch unentdeckten Pulsare abzuschätzen, die sich hinter nicht identifizierten pulsar-ähnlichen Fermi-Quellen verstecken. Dennoch sind die Fachleute sicher, dass zukünftige Beobachtungen noch mehrere Millisekunden-Pulsare aufspüren können. In der Zielliste gibt es weitere Kandidaten, die sehr wahrscheinlich Pulsare sind. Allerdings zeigten sie auch in mehreren Durchmusterungen bisher keine pulsierenden Radiowellen oder Gammastrahlen. Neue Teleskope, Analysemethoden und wiederholte Beobachtungsversuche könnten eines Tages beweisen, dass sie Pulsare sind. Mit weiterhin zunehmender Beobachtungszeit von Fermi wird der Quellenkatalog wachsen und weitere pulsar-ähnliche Quellen werden auftauchen und zu potenziellen Zielen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Unsere Ergebnisse, die nur die ersten der TRAPUM-Durchmusterung von Fermi-Quellen sind, zeigen bereits das große Potenzial von MeerKAT. Mit MeerKAT und einer speziellen Software sind wir nicht nur in der Lage, neue Millisekunden-Pulsare zu entdecken, sondern auch schnell und präzise zu lokalisieren“, sagt Clark. „Die MeerKAT-Beobachtungen sind eine große Hilfe bei der Nachverfolgung bei mehreren Wellenlängen, bei der Suche in Katalogen und bei zukünftigen Beobachtungen – mit anderen Worten: sie machen Millisekunden-Pulsare zu einem Geschenk, das immer weiter beschenkt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hintergrundinformation</strong><br>Das vom „South African Radio Astronomy Observatory“ (SARAO) betriebene MeerKAT-Teleskop ist das größte Radioteleskop der südlichen Hemisphäre und eines von zwei Vorläuferinstrumenten für das SKA-Observatorium mit Sitz in Südafrika. Das in der Karoo-Wüste gelegene Radioteleskop-Netzwerk wird demnächst durch eine zusätzliche Anzahl von Parabolantennen zu &#8222;MeerKAT+&#8220; erweitert. Dieses wird später schrittweise in das SKAO-Teleskopnetzwerk für eine mittleren Frequenzbereich integriert, dessen Bau bereits begonnen hat und bis 2028 andauern wird. Die ersten wissenschaftlichen Beobachtungen von MeerKAT+ könnten bereits 2023 beginnen, während der Testphasen des Teleskops.</p>



<p class="wp-block-paragraph">TRAPUM („TRAnsients and PUlsars with MeerKAT“) ist eines der sogenannten „Large Survey Proposals“, die mit MeerKAT durchgeführt werden. Es handelt sich um eine internationale Zusammenarbeit unter der Leitung der Universität Manchester und des MPIfR, an der auch Einrichtungen wie INAF in Italien, das National Radio Astronomy Observatory (NRAO) in den USA und das „South African Radio Astronomy Observatory“ (SARAO) beteiligt sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Originalveröffentlichung</strong><br>The TRAPUM L-band survey for pulsars in Fermi-LAT gamma-ray sources<br>Colin Clark et al., Monthly Notices of the Royal Astronomical Society (MNRAS), Volume 519, Issue 4, March 2023, Pages 5590–5606, DOI: 10.1093/mnras/stac3742<br><a href="https://academic.oup.com/mnras/article/519/4/5590/6973222?login=false" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://academic.oup.com/mnras/article/519/4/5590/6973222</a></p>



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<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=648.msg544048#msg544048" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Neutronensterne, Pulsare, Magnetare</a></li>
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		<title>Gammablitz aus der kosmischen Nachbarschaft</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/gammablitz-aus-der-kosmischen-nachbarschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Jun 2021 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Außergewöhnliche Beobachtung stellt Theorie der stärksten Explosionen im Universum infrage. Eine Pressemeldung des Deutschen Elektronen-Synchrotrons DESY &#8211; ein Forschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft. Quelle: DESY. Die hellsten Explosionen des Universums sind möglicherweise stärkere Teilchenbeschleuniger als gedacht: Das zeigt eine außergewöhnlich detaillierte Beobachtung eines solchen kosmischen Gammastrahlungsblitzes. Mit den Spezialteleskopen des H.E.S.S.-Observatoriums in Namibia hat ein internationales Forschungsteam [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Außergewöhnliche Beobachtung stellt Theorie der stärksten Explosionen im Universum infrage. Eine Pressemeldung des Deutschen Elektronen-Synchrotrons DESY &#8211; ein Forschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: DESY.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/DESYGRBstill1DESYSciComLab2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Künstlerische Darstellung des relativistischen Materie-Jets eines Gammablitzes (GRB), der aus dem kollabierenden Stern herausschießt und energiereiche Gammastrahlung erzeugt. (Bild: DESY, Science Communication Lab)" data-rl_caption="" title="Künstlerische Darstellung des relativistischen Materie-Jets eines Gammablitzes (GRB), der aus dem kollabierenden Stern herausschießt und energiereiche Gammastrahlung erzeugt. (Bild: DESY, Science Communication Lab)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/DESYGRBstill1DESYSciComLab26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Künstlerische Darstellung des relativistischen Materie-Jets eines Gammablitzes (GRB), der aus dem kollabierenden Stern herausschießt und energiereiche Gammastrahlung erzeugt.<br>(Bild: DESY, Science Communication Lab)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die hellsten Explosionen des Universums sind möglicherweise stärkere Teilchenbeschleuniger als gedacht: Das zeigt eine außergewöhnlich detaillierte Beobachtung eines solchen kosmischen Gammastrahlungsblitzes. Mit den Spezialteleskopen des H.E.S.S.-Observatoriums in Namibia hat ein internationales Forschungsteam die bislang energiereichste Strahlung von einem Gammablitz registriert und das längste Nachleuchten im Bereich der Gammastrahlung verfolgt. Die Auswertung der Daten legt nahe, dass Röntgen- und Gammastrahlung dieser gewaltigen Sternexplosionen dieselbe Ursache haben und nicht wie bislang angenommen durch getrennte Prozesse entstehen, wie das Team im Fachblatt „Science“ berichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Gammablitze sind helle Ausbrüche von Röntgen- und Gammastrahlung am Himmel, die von Quellen außerhalb unserer eigenen Galaxie stammen“, erläutert DESY-Forscherin Sylvia Zhu, eine der Autorinnen der Studie. „Sie sind die größten Explosionen im Universum und stehen im Zusammenhang mit dem Kollaps eines schnell rotierenden, massereichen Sterns zu einem Schwarzen Loch.” Ein Teil der dabei freigesetzten Gravitationsenergie treibt eine extrem schnelle, ultrarelativistische Schockwelle an. Darin werden subatomare Teilchen wie Elektronen beschleunigt, die wiederum Gammastrahlung erzeugen können. Gammablitze (Gamma Ray Bursts, GRB) teilen sich in zwei Phasen: eine kurze und chaotische Ausbruchsphase, die einige Dutzend Sekunden dauert, und ein langes, langsam verblassendes Nachglühen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 29. August 2019 registrierten die beiden Satelliten „Fermi“ und „Swift“ der US-Raumfahrtbehörde NASA einen Gammablitz im südlichen Sternbild Eridanus. Das Ereignis wurde nach dem Datum als GRB 190829A katalogisiert. Mit einer Entfernung von rund einer Milliarde Lichtjahren stellte es sich als einer der nächsten Gammablitze heraus, die bislang beobachtet worden sind. Zum Vergleich: Der typische Gammablitz ist rund 20 Milliarden Lichtjahre entfernt. „Wir haben diesen Gammablitz wirklich von der ersten Reihe aus gesehen“, sagt DESY-Forscher Andrew Taylor, Ko-Autor der Studie. Das Team registrierte das Nachleuchten, sobald es in das Gesichtsfeld der H.E.S.S.-Teleskope kam. „Wir konnten das Nachglühen für mehrere Tage und bei bislang beispiellosen Energien verfolgen“, berichtet Taylor.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/DESYGRBstill3DESYSciComLab2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Der NASA-Satellit „Swift“ im Erdorbit registrierte Röntgenstrahlung von dem Gammablitz. Energiereiche Gamma-Photonen erzeugten in der Erdatmosphäre sogenannte Luftschauer, die mit den H.E.S.S.-Teleskopen vom Erdboden aus aufgezeichnet werden konnten. (Bild: DESY, Science Communication Lab)" data-rl_caption="" title="Der NASA-Satellit „Swift“ im Erdorbit registrierte Röntgenstrahlung von dem Gammablitz. Energiereiche Gamma-Photonen erzeugten in der Erdatmosphäre sogenannte Luftschauer, die mit den H.E.S.S.-Teleskopen vom Erdboden aus aufgezeichnet werden konnten. (Bild: DESY, Science Communication Lab)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/DESYGRBstill3DESYSciComLab26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Der NASA-Satellit „Swift“ im Erdorbit registrierte Röntgenstrahlung von dem Gammablitz. Energiereiche Gamma-Photonen erzeugten in der Erdatmosphäre sogenannte Luftschauer, die mit den H.E.S.S.-Teleskopen vom Erdboden aus aufgezeichnet werden konnten.<br>(Bild: DESY, Science Communication Lab)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die vergleichsweise geringe Distanz des Gammablitzes ermöglichte detaillierte Messungen des Hochenergie-Spektrums seines Nachglühens, also der “Farb-” beziehungsweise Energieverteilung der Röntgen- und Gammaphotonen. „Wir konnten das Spektrum von GRB 190829A bis zu einer Energie von 3,3 Tera-Elektronenvolt vermessen, das ist rund eine Billion Mal energiereicher als sichtbares Licht“, sagt Ko-Autorin Edna Ruiz-Velasco vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg. „Das macht diesen Gammablitz so außergewöhnlich – er hat sich in unserer direkten kosmischen Nachbarschaft ereignet, so dass seine sehr energiereichen Photonen nicht durch Kollisionen mit Hintergrundlicht absorbiert worden sind, wie es über längere Distanzen im Kosmos geschieht.“ Bei sehr hohen Energien wird das Universum durch diesen Prozess über große Entfernungen zunehmend undurchsichtig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">H.E.S.S. verfolgte das Nachglühen des Gammablitzes bis zum dritten Tag nach der ursprünglichen Explosion. „Unsere Beobachtungen enthüllen eine verblüffende Ähnlichkeit der Röntgenkomponente und der sehr energiereichen Gammastrahlung im Nachleuchten“, berichtet Zhu. Das ist überraschend, denn die allgemein akzeptierte Theorie geht davon aus, dass diese beiden Strahlungskomponenten durch unterschiedliche Mechanismen produziert werden müssen: Die Röntgenstrahlung stammt demnach von stark beschleunigten Elektronen, die von den starken Magnetfeldern im Umfeld der Explosion abgelenkt werden. Über diesen „Synchrotron-Prozess“ produzieren auch irdische Teilchenbeschleuniger intensive Röntgenstrahlung für wissenschaftliche Untersuchungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Produktion sehr energiereicher Gammastrahlung kommt der Synchrotron-Prozess nach gängigen Theorien jedoch zunächst nicht infrage. Schuld ist eine sogenannte Burn-off-Grenze, die durch das Verhältnis von Beschleunigung und Abkühlung der Teilchen in einem Beschleuniger bestimmt wird. Für die Produktion von Gammastrahlung sind Elektronen mit Energien deutlich oberhalb der Burn-Off-Grenze erforderlich, die selbst die stärksten Explosionen im Weltall eigentlich nicht produzieren können. Stattdessen geht die Theorie davon aus, dass die schnellen Elektronen mit den bereits energiereichen Synchrotron-Photonen zusammenstoßen und sie dabei auf Gamma-Energien anheben. Dieser komplizierte Prozess heißt Synchrotron-Self-Compton (SSC).</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/DESYGRBstill2DESYSciComLab15.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/DESYGRBstill2DESYSciComLab26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Künstlerische Darstellung der energiereichen Gamma-Photonen vom Gammablitz (oben rechts), die in der Erdatmosphäre Luftschauer auslösen, welche wiederum mit den H.E.S.S.-Teleskopen aufgezeichnet wurden.<br>(Bild: DESY, Science Communication Lab)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beobachtungen des Nachleuchtens von GRB 190829A zeigen jedoch, dass beide Komponenten – also Röntgen- und Gammastrahlung – synchron verblasst sind. Außerdem passt das Gammastrahlen-Spektrum gut zu einer Verlängerung des Röntgenspektrums. Zusammengenommen sind diese Eigenschaften ein starkes Indiz dafür, dass beide Strahlungskomponenten vom selben Prozess erzeugt worden sind. „So bemerkenswert ähnliche spektrale und zeitliche Eigenschaften der Röntgen- und der sehr energiereichen Gammastrahlung zu beobachten, würden wir bei getrennten Ursprüngen dieser Strahlungskomponenten nicht erwarten“, erläutert Ko-Autor Dmitry Khangulyan von der Rikkyo-Universität in Tokio. Dies stellt den SSC-Prozess als Ursprung der Gammastrahlung infrage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob die Theorie der Gammablitze geändert werden muss, lässt sich nur durch weitere Beobachtungen der sehr energiereichen Komponente ihres Nachglühens klären. GRB 190829A ist allerdings erst der vierte Gammablitz, der sich bei diesen hohen Energien nachweisen ließ. Die zuvor entdeckten Gammablitze stammten jedoch aus sehr viel größerer Entfernung, und ihr Nachglühen ließ sich jeweils nur für wenige Stunden und nicht bei Energien oberhalb von einem Tera-Elektronenvolt (TeV) beobachten. „Die Instrumente der nächsten Generation wie das Cherenkov Telescope Array, das derzeit in den chilenischen Anden und auf der Kanareninsel La Palma aufgebaut wird, haben jedoch vielversprechende Aussichten, solche Gammablitze regelmäßig zu verfolgen“, sagt H.E.S.S.-Sprecher Stefan Wagner von der Landessternwarte Heidelberg. „Angesichts der allgemeinen Häufigkeit von Gammablitzen im Kosmos dürften uns solche regelmäßigen Nachweise im sehr energiereichen Band sehr helfen, die Physik dieser kolossalen kosmischen Explosionen besser zu verstehen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu dieser Arbeit haben mehr als 230 Forscherinnen und Forscher der H.E.S.S.-Kooperation von 41 Instituten aus 15 Ländern (Namibia, Südafrika, Armenien, Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, Irland, Österreich, Niederlande, Polen, Schweden, Japan, China und Australien) beigetragen. H.E.S.S. ist ein System von fünf sogenannten abbildenden Cherenkov-Teleskopen für die Untersuchung kosmischer Gammastrahlung. Der Name steht für High-Energy Stereoscopic System (Stereoskopisches System zur Beobachtung hochenergetischer Strahlung) und zollt auch dem Entdecker der Kosmischen Strahlung Ehre, Victor Franz Hess, der 1936 für seine Leistung den Physik-Nobelpreis bekam. H.E.S.S. steht in Namibia in der Gamsberg-Region, die für ihre exzellenten Beobachtungsbedingungen bekannt ist. Vier der fünf H.E.S.S.-Teleskope gingen 2003/2003 in Betrieb, das fünfte, deutlich größere Teleskop arbeitet seit Juli 2012. Es hat nicht nur die Empfindlichkeit der Anlage deutlich erhöhnt, sondern auch den beobachtbaren Energiebereich ausgeweitet. 2015/2016 wurden die Kameras der ersten vier H.E.S.S.-Teleskope erneuert und auf den Stand der Technik gebracht, wobei bereits der NECTAr-Chip zum Einsatz kam, der für das Observatorium der nächsten Generation, das Cherenkov Telescope Array CTA, entwickelt worden ist. 2019 wurde dann die Kamera im großen fünften Teleskop mit einer CTA Prototyp-Kamera ausgestattet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Originalveröffentlichung:</strong><br>Revealing x-ray and gamma ray temporal and spectral similarities in the GRB 190829A afterglow; H.E.S.S. collaboration; „Science“, 2021; DOI: 10.1126/science.abe8560</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Animation:</strong><br><a href="https://images.raumfahrer.net/videos/GRB190829AAnimColnorm800x480.mp4" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Strahlung von GRB erreicht die Erde</a><br>In einer fernen Galaxie kollabiert ein massereicher, sterbender Stern, es entsteht ein Neutronenstern oder ein Schwarzes Loch. Dabei formen sich zwei senkrechte relativistische Plasmastrahlen, die die Sternenhülle durchbrechen. Der Stern explodiert schließlich in einer Supernova. Die Plasmastrahlen (Jets) pflügen durch das umgebende Gas und sammeln Elektronen auf. Diese Elektronen werden durch Magnetfelder im Jet abgelenkt und an der Schockwelle beschleunigt. Bei jeder Ablenkung senden die schnellen Elektronen dann Lichtteilchen im Bereich der Röntgen- und Gammastrahlung aus. Dieses Licht heißt Synchrotronstrahlung und ist durch relativistische Effekte in Richtung des Plasmastrahls gebündelt. Blickt man genau von vorne in den Jet, wird das Ereignis als Gammablitz (Gamma Ray Burst) sichtbar.<br>Rund 900 Millionen Jahre später erreicht die Strahlung dieses Gamma Ray Bursts die Erde und wird von Satelliten und Teleskopen als GRB 190829A registriert. Energiereiche Lichtteilchen (Photonen) erzeugen Teilchenschauer beim Eintritt in die Atmosphäre Diese Teilchenschauer senden für einige Nanosekunden sogenanntes Tscherenkow-Licht aus, das von Teleskopen wie H.E.S.S. gemessen werden kann. H.E.S.S. konnte das Nachglühen von GRB 190829A auf diese Weise über drei Nächte und in zuvor unerreichtem Detailreichtum verfolgen.<br>(Animation: DESY, Science Communication Lab (&#8222;Swift&#8220;-Modell nach NASA Model Database))</p>



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		<title>Naher Gammastrahlenblitz lässt Modelle wanken</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/naher-gammastrahlenblitz-laesst-modelle-wanken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Jun 2021 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Fermi]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmologie]]></category>
		<category><![CDATA[Teleskope]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
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		<category><![CDATA[GRB]]></category>
		<category><![CDATA[GRB 190829A]]></category>
		<category><![CDATA[HESS]]></category>
		<category><![CDATA[Universität Innsbruck]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit den H.E.S.S.-Teleskopen in Namibia konnten Wissenschaftler &#8211; darunter Astrophysiker der Universität Innsbruck &#8211; das bislang längste Nachglühen eines Gammastrahlenblitzes in relativ geringer Entfernung von der Erde verfolgen. Eine Medieninformation der Universität Innsbruck. Quelle: Universität Innsbruck. Diese Blitze begleiten die Geburt stellarer schwarzer Löcher und gehen mit enormen kosmischen Explosionswellen einher. Dabei entsteht Strahlung, die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Mit den H.E.S.S.-Teleskopen in Namibia konnten Wissenschaftler &#8211; darunter Astrophysiker der Universität Innsbruck &#8211; das bislang längste Nachglühen eines Gammastrahlenblitzes in relativ geringer Entfernung von der Erde verfolgen. Eine Medieninformation der Universität Innsbruck.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Universität Innsbruck.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GammastrahlenausbruchICCRUTokyoNahoWakabayashi2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Gammastrahlenausbruch - Künstlerische Darstellung eines Gammastrahlenausbruchs mit Jet. (Bild: ICCR UTokyo/Naho Wakabayashi)" data-rl_caption="" title="Gammastrahlenausbruch - Künstlerische Darstellung eines Gammastrahlenausbruchs mit Jet. (Bild: ICCR UTokyo/Naho Wakabayashi)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GammastrahlenausbruchICCRUTokyoNahoWakabayashi26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Gammastrahlenausbruch &#8211; Künstlerische Darstellung eines Gammastrahlenausbruchs mit Jet.<br>(Bild: ICCR UTokyo/Naho Wakabayashi)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Blitze begleiten die Geburt stellarer schwarzer Löcher und gehen mit enormen kosmischen Explosionswellen einher. Dabei entsteht Strahlung, die das Billionenfache von Photonen des sichtbaren Lichts erreichen kann. Diese nun in der Fachzeitschrift Science veröffentlichen Beobachtungen stellen die bisherige Theorie zur Entstehung dieser hochenergetischen Strahlung in Frage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Gammastrahlenausbruch ist ein heller, nur wenige Sekunden andauernder Blitz hochenergetischer Röntgen- und Gammastrahlung. Er entsteht beim Kollaps eines rotierenden massiven Sternes. Ein Teil der dabei freiwerdenden gravitativen Energie nährt die Produktion einer ultrarelativistischen Explosionswelle. Ihre Existenz lässt sich durch ein länger andauerndes Nachglühen vom Gamma- bis in den Radiowellenbereich beobachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 29. August 2019 erkannten die Fermi- und Neil-Gehrels-Swift-Observatorien einen Gammastrahlenausbruch in nur einer Milliarde Lichtjahren Entfernung im Sternbild Eridanus. Er erhielt den Katalogeintrag GRB 190829A. „Typischerweise sind Gammastrahlenausbrüche sehr viel weiter entfernt. Bei GRB 190829A sitzen wir in der ersten Reihe“, freut sich Prof. Olaf Reimer vom Institut für Astro- und Teilchenphysik der Universität Innsbruck, wo er die H.E.S.S.-Arbeitsgruppe leitet. Sobald das Sternbild Eridanus am Nachthimmel beobachtbar wurde, richteten sich die H.E.S.S.-Cherenkov-Teleskope in Namibia auf diese Explosion und konnten es mehrere Tage lang beobachten. „Wir empfingen Photonen bis zu 3,3 Tera-Elektronenvolt, also etwa das Billionenfache optischer Photonen, bisher unerreicht für einen Gammastrahlenausbruch“, staunt Dr. Markus Holler, Senior Scientist in der Innsbrucker H.E.S.S.-Gruppe. Da der Gammastrahlenausbruch auf astronomischen Skalen praktisch vor unserer Haustür stattfand, konnten diese Photonen quasi ungehindert zur Erde reisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nachglühen beobachtet</strong><br>Die Nähe des Gammastrahlenausbruchs erlaubte eine bisher unerreichte Detailstudie der Energieverteilung (“Spektrum”) der die Erde erreichenden Photonen und ergab etwas Erstaunliches: eine deutliche Ähnlichkeit des Nachglühens im Röntgenbereich und Gammastrahlenbereich. Etablierte Theorien gehen jedoch davon aus, dass die beiden Emissionskomponenten durch separate Mechanismen erzeugt werden. Während die Röntgenkomponente von ultrarelativistischen Elektronen abgestrahlt werden, die in den Magnetfeldern in der Umgebung des Gammastrahlenausbruchs abgelenkt werden, sollte die Gammastrahlung durch die Streuung dieser „Synchrotronphotonen“ an diesen Elektronen einen Energiegewinn bis in den Gammastrahlenbereich erhalten, genannt der „Synchrotron-Selbst-Compton Prozess“. Die Beobachtungen von GRB 190829A ergaben nun aber, dass das Nachglühen im Röntgen- und Gammastrahlenbereich synchron erfolgte.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GammaTeleskopHESSHESSCollaCMedina2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Das Gammastrahlen-Teleskop H.E.S.S. in Namibia. (Bild: H.E.S.S. Collaboration, Clementina Medina)" data-rl_caption="" title="Das Gammastrahlen-Teleskop H.E.S.S. in Namibia. (Bild: H.E.S.S. Collaboration, Clementina Medina)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GammaTeleskopHESSHESSCollaCMedina26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Das Gammastrahlen-Teleskop H.E.S.S. in Namibia.<br>(Bild: H.E.S.S. Collaboration, Clementina Medina)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr noch, das Gammastrahlenspektrum liegt auf der Extrapolationslinie des Röntgenspektrums. „Dies ist ein starker Hinweis, dass die Gammastrahlen durch denselben Mechanismus erzeugt worden sind, wie die Röntgenstrahlung,“ erklärt Theoretikerin Assoz.-Prof. Anita Reimer aus der H.E.S.S.-Arbeitsgruppe an der Universität Innsbruck. Dies stellt in Frage, dass die hochenergetischen Photonen durch den Synchrotron-Selbst-Compton-Mechanismus erzeugt werden. Andererseits existiert eine maximale Energiegrenze, die relativistische Elektronen durch Beschleunigung in magnetisierten Umgebungen erreichen können. Die Produktion der beobachteten Tera-Elektronenvolt-Photonen durch den Synchrotronprozess benötigt Elektronen, die dieses „burn-off“-Limit verletzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weitere Beobachtungen nötig</strong><br>Die vorliegenden Beobachtungen des H.E.S.S.-Teams haben weitreichende Konsequenzen für das theoretisches Verständnis dieser gewaltigen Explosionen im Universum, und es sind weitere Studien von Gammastrahlenausbrüchen bei sehr hohen Energien nötig. GRB 190829A ist erst der vierte Gammastrahlenausbruch, der durch Cherenkov-Teleskope detektiert worden ist. „Mit verbesserten Instrumenten, wie dem in Bau befindlichen Cherenkov-Telescope-Array (CTA), und ausgeklügelten Beobachtungsstrategien wird die Rate der GRB-Detektionen steigen und damit das Potential, dieses Superlativ einer kosmischen Explosionen besser zu verstehen“, vermutet Prof. Olaf Reimer, der die österreichische Beteiligung an der Vorbereitung und dem Bau des neuen Höchstenergie-Gammastrahlenobservatoriums CTA koordiniert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die H.E.S.S.-Teleskope sind nach dem Entdecker der kosmischen Strahlung und Nobelpreisträger Victor Franz Hess benannt, der von 1931 bis 1937 als Professor an der Universität Innsbruck tätig war. Sie messen Gammastrahlen, die etwa 1.000 Milliarden Mal energiereicher sind als sichtbares Licht. Jedes dieser Gamma-Quanten erzeugt beim Auftreffen auf die Erdatmosphäre unter anderem eine Vielzahl an geladenen Teilchen, welche wiederum über den Cherenkov-Effekt (eine Art optisches Analogon zum Überschallknall) sichtbares Licht emittieren. Die H.E.S.S.-Teleskope werden seit 2002 von einer internationalen Kollaboration in Namibia betrieben. Seit 2009 ist auch Österreich Mitglied dieses Forschungskonsortiums.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Publikation:</strong><br>Revealing x-ray and gamma-ray temporal and spectral similarities in the GRB 190829A afterglow. H.E.S.S. collaboration. Science 2021 DOI: <a href="https://www.science.org/doi/10.1126/science.abe8560" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">10.1126/science.abe8560</a></p>



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<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=1065.msg512262#msg512262" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">H.E.S.S. Teleskope</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=468.msg468185#msg468185" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Gamma Ray Bursts (GRBs)</a></li></ul>
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		<title>Fermi entging Weltraumschrott, PEGASO evtl. nicht</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/fermi-entging-weltraumschrott-pegaso-evtl-nicht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 May 2013 20:10:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fermi]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Satelliten]]></category>
		<category><![CDATA[Teleskope]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraummüll]]></category>
		<category><![CDATA[Ausweichmanöver]]></category>
		<category><![CDATA[CARA]]></category>
		<category><![CDATA[GSFC]]></category>
		<category><![CDATA[Kollision]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumteleskop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das US-amerikanische Gammastrahlen-Teleskop Fermi konnte im April 2013 dank eigener Triebwerke einer gefährlich nahen Begegnung mit Weltraumschrott aus dem Weg gehen, dem Nanosatelliten PEGASO aus Ecuador war das am 22. Mai 2013 nach Angaben seines Betreibers nicht vergönnt. Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: EXA, NASA. Am 30. April 2013 gab die US-amerikanische Luft- und [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Das US-amerikanische Gammastrahlen-Teleskop Fermi konnte im April 2013 dank eigener Triebwerke einer gefährlich nahen Begegnung mit Weltraumschrott aus dem Weg gehen, dem Nanosatelliten PEGASO aus Ecuador war das am 22. Mai 2013 nach Angaben seines Betreibers nicht vergönnt.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/redakteure/" data-wpel-link="internal">Thomas Weyrauch</a>. Quelle: EXA, NASA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/259580mainglastnasa.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/259580mainglastnasa26.jpg" alt="NASA" width="300" height="169"/></a><figcaption>
Fermi über der Erde &#8211; Illustration 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 30. April 2013 gab die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtagentur (NASA) bekannt, dass es notwendig geworden war, das 2008 gestartete Gammastrahlen-Teleskop Fermi im Weltraum auf Abstand zu einem Stück Weltraumschrott zu bringen, welches die Bahn des Teleskops kreuzte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Fermi-Projektwissenschaftlerin Julie McEnery erhielt am 29. März 2013 eine routinemäßige E-Mail, die einen Hinweis auf eine möglicherweise gefährliche Begegnung zwischen dem US-amerikanischen Raumfahrzeug und dem ausgedienten sowjetischen Satelliten Kosmos 1805 enthielt. Kosmos 1805 kreist seit dem Start auf einer Zyklon-3-Rakete am 10. Dezember 1986 um die Erde. Der mit der NORAD-Nr. 17.191 und als COSPAR-Objekt 1986-097A katalogisierte Satellit vom Typ Tselina-D hatte die Aufgabe, Radiosignale verschiedener Einrichtungen, Anlagen und Einheiten abzufangen, er diente also der militärischen Funkaufklärung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Arbeitsgruppe am Goddard-Raumflugzentrum (GSFC) in Greenbelt im US-amerikanischen Bundesstaat Maryland betreibt einen automatisierten Dienst, der Begegnungen von Raumfahrzeugen im Weltraum vorausberechnet und entsprechende Risikoabschätzungen liefert. Die Daten des CARA für Conjunction Assessment Risk Analysis genannten Dienstes wiesen Ende März darauf hin, dass es in Wochenabstand zu einer ungewöhnlich nahen Begegnung zwischen Fermi und Kosmos 1805 kommen würde.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/30052013221020_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/30052013221020_small_2.jpg" alt="NASA GSFC" width="300" height="203"/></a><figcaption>
sowjetischer Satellit zur Funkaufklärung &#8211; Illustration 
<br>
(Bild: NASA GSFC)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne vorherige Bahnänderung eines der Raumflugkörper könnten sie sich am 4. April 2013 auf vorausberechnete rund 213 Meter annähern &#8211; ein Abstand, der wegen der Unsicherheiten in den Berechnungen berechtigten Anlass zur Sorge bot. Eric Stoneking vom GSFC vergleicht die Ermittlung des voraussichtlich Vorbeiflugabstands mit dem Versuch, Regen an einem konkreten Ort zu einer ganz bestimmten Zeit in Wochenabstand exakt vorherzusagen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die relative Geschwindigkeit bei der direkten Begegnung der beiden Objekte würde rund 43.450 km/h betragen. Kollidierte Fermi mit seiner Startmasse von rund 4,3 Tonnen direkt mit dem auf rund 1,4 Tonnen taxierten Kosmos 1.805, würde eine Energie frei, wie bei einer Explosion von 2,5 Tonnen hochwirksamen Sprengstoffs. Unmittelbare Folge: Vollständige Zerstörung beider Erdtrabanten. Nachteilige Folgenerscheinung: Neue Trümmerwolken, die wiederum andere um die Erde kreisende Objekt bedrohen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Was war zu tun? Der ausgediente Sowjetsatellit würde seine Bahn nicht ändern, also lag es am aktiven Raumfahrzeug Fermi, seinen Orbit so anzupassen, dass ein ausreichender Sicherheitsabstand erreicht wird. Julie McEnery informierte deshalb die Fermi-Arbeitsgruppe für Flugdynamik. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor zwei vorangegangenen Begegnungen zwischen Fermi und Kosmos 1805 war man sich jeweils sicher, dass sie mit ausreichendem Abstand erfolgen würden. Nun aber mussten die Flugdynamiker ein Ausweichmanöver planen. An Bord von Fermi gibt es Triebwerke, deren Vorhandensein sich aus dem Willen erklärt, dass Fermi niemals eine Bedrohung für andere Raumfahrzuge darstellen darf, und deshalb zum Einsatz kommen sollen, um Fermi nach Beendigung der wissenschaftlichen Aufgaben gezielt in die Erdatmosphäre wieder eintreten zu lassen und den Satelliten dadurch zu zerstören. Diese Triebwerke waren der Schlüssel für ein erfolgreiches Ausweichmanöver. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die CARA-Arbeitsgruppe und Experten eines Raumflugzentrums auf der Luftwaffenbasis Vandenberg (Joint Space Operations Center, JSpOC) berechneten, wie groß der Impuls sein müsste, um für Fermi sichere Verhältnisse zu schaffen, und gleichzeitig zu gewährleisten, dass das Weltraumteleskop auf seiner neuen Bahn nicht sofort einem anderen Objekt zu nahe kommen würde. Außerdem wurden geeignete Zeitpunkte für das Manöver und vielleicht erforderliche zusätzliche Triebwerkszündungen festgelegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da das Antriebssystem zum Deorbiting eigentlich nicht im Verlauf der wissenschaftlichen Mission von Fermi benutzt werden sollte, war man angesichts der Tatsache, dass nun brennbare Flüssigkeiten durch vorher nie benützte Rohrleitungen strömen sollten, einigermaßen nervös, berichtete McEnery. Doch es ging alles gut. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 3. April 2013 stellte Fermi vor der Triebwerkszündung die Himmelbeobachtung ein. Die beiden Solarzellenausleger, die für eine Spannweite von rund 15 Metern sorgen, wurden in geeignete Parkpositionen gefahren und die Hochgewinnantenne eingeklappt. Das Antriebssystem an Bord arbeitete dann seiner Konstruktion entsprechend. Sämtliche Schubdüsen des Systems gaben einen eine Sekunde dauernden Schubstoß ab, was ausreichte, um die voraussichtliche Vorbeiflugdistanz auf rund 9,6 Kilometer anzuheben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenig später nahm Fermi den Beobachtungsbetrieb wieder auf. Die Begegnung mit dem alten sowjetischen Satelliten, der nicht mit Einrichtungen zu seiner Entsorgung ausgestattet worden war, war überstanden. Für künftig notwendige Ausweichmanöver von Fermi ist man bei der NASA jetzt besser gewappnet als jemals zuvor. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/30052013221020_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/30052013221020_small_3.jpg" alt="NASA" width="300" height="214"/></a><figcaption>
Zyklon-3-Rakete beim Start 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Betreiber des Nanosatelliten NEE-01 PEGASO hatten keine Möglichkeit, seine Bahn nach einem Hinweis des JSpOC auf eine mögliche Kollision aktiv zu beeinflussen. Der Satellit der zivilen Ecuadorianischen Raumfahrtagentur (EXA) mit einer Masse von nur etwas über 1,2 Kilogramm war erst am 26. April 2013 auf einer chinesischen Trägerrakete des Typs Langer Marsch 2D in den Weltraum gelangt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der kosmische Winzling mit einer würfelförmigen, von Solarzellen bedeckten Grundstruktur (Kantenlänge rund 10 Zentimeter) und zwei kleinen Auslegern mit Solarzellen (Spannweite rund 76 Zentimeter) hatte am 16. Mai 2013 ein erstes Live-Video mit Ton zur Erde gesendet. Am 22. Mai 2013 begegnete der Satellit nach Angaben der EXA einer ausgebrannten, ramponierten Raketenstufe einer sowjetischen, 1985 gestarteten Zyklon-3-Rakete, die mutmaßlich von allerlei Partikeln begleitet werde, und unnütz um die Erde kreist. Die Stufe ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 15.890 und als COSPAR-Objekt 1985-058B, und diente dem Transport von Kosmos 1666, wie Kosmos 1805 ein militärischer Funkaufklärer. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/30052013221020_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/30052013221020_small_4.jpg" alt="EXA" width="300" height="225"/></a><figcaption>
NEE-01 PEGASO 
<br>
(Bild: EXA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl es nach Angaben des US-amerikanischen Kommandos für Weltraumüberwachung keine unmittelbare Kollision zwischen der Raketenstufe und PEGASO gab, hat der Satellit laut EXA seine korrekte Fluglage eingebüßt. Die EXA bestätigte gegenüber Raumfahrer.net am 28. März 2013 wildes Taumeln des Satelliten und gestörte Systeme an Bord. Einen Zusammenstoß mit mindestens einem der die Raketenstufe begleitenden Weltraumschrott-Teilen nimmt die EXA an. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In ihrem Webauftritt berichtete die EXA am 23. März 2013, dass es nicht möglich sei, Daten vom Satelliten zu empfangen und Kommandos an ihn abzusetzen. Der Transceiver an Bord von PEGASO arbeite, Daten von PEGASO könnten aber der wegen des Taumelns nicht ausgerichteten Antenne des Satelliten am Boden nicht dekodiert werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die EXA hofft dennoch, den unter anderem mit einer hochauflösenden Videokamera und einem Fernsehsender ausgestatteten Satelliten nach dem unterstellten direkten Debris-Treffer wieder unter Kontrolle zu bekommen, erläuterte ein Mitarbeiter der EXA Raumfahrer.net. </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Neu endeckte Gammastrahlenjets im Milchstraßenzentrum</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/neu-endeckte-gammastrahlenjets-im-milchstrassenzentrum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Jun 2012 08:49:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Extrasolar]]></category>
		<category><![CDATA[Fermi]]></category>
		<category><![CDATA[Teleskope]]></category>
		<category><![CDATA[Gammastrahlung]]></category>
		<category><![CDATA[Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics]]></category>
		<category><![CDATA[Milchstraße]]></category>
		<category><![CDATA[supermassives schwarzes Loch]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumteleskop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Astronomen vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge (USA) haben mit Daten des US-Weltraumteleskops Fermi zwei Jets nachweisen können, die vom Zentrum der Milchstraße ausgehen und offenbar weit in den Raum hinaus wirken. Ein Beitrag von Gertrud Felber und Günther Glatzel. Quelle: Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics. Diese schwachen Jets werden als geisterhaft bezeichnet und sind [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Astronomen vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge (USA) haben mit Daten des US-Weltraumteleskops Fermi zwei Jets nachweisen können, die vom Zentrum der Milchstraße ausgehen und offenbar weit in den Raum hinaus wirken.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Gertrud Felber und <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Günther Glatzel</a>. Quelle: Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02062012104956_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02062012104956_small_1.jpg" alt="David A. Aguilar, Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics" width="311" height="233"/></a><figcaption>
Die künstlerische Darstellung zeigt einen Blick auf die Kante der Milchstraße. Gammastrahlen-Jets (rosa) erstrecken sich 27.000 Lichtjahre oberhalb und unterhalb der galaktischen Ebene und sind zur Senkrechten um 15 Grad geneigt. Bisher bekannte Gammastrahlen-Blasen werden in violett dargestellt. 
<br>
(Bild: David A. Aguilar, Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Diese schwachen Jets werden als geisterhaft bezeichnet und sind eine Nachwirkung von Ereignissen die Jahrmillionen zurückliegen. Sie untermauern Argumente für einen aktiven galaktischen Kern in der relativ jüngeren Vergangenheit der Milchstraße. Die beiden Strahlen, oder Jets, erstrecken sich vom galaktischen Zentrum aus bis in eine Entfernung von 27.000 Lichtjahren oberhalb und unterhalb der galaktischen Ebene. Sie sind die ersten derartigen Gamma-Ray-Jets die jemals gefunden wurden, und die einzigen, die nahe genug sind, um mit Fermi erkannt zu werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neu entdeckten Strahlen sind Strukturen innerhalb der mysteriösen Gammastrahlen-Blasen, die Fermi im Jahr 2010 erkannt hatte. Diese Blasen dehnen sich auch etwa 27.000 Lichtjahre vom Zentrum der Milchstraße aus, allerdings genau senkrecht zur galaktischen Ebene. Die Gammastrahlen-Jets sind dagegen in einem Winkel von 15 Grad gegen diese Senkrechte geneigt. Dies könnte mit einer Neigung der Akkretionsscheibe um das Supermassive Schwarze Loch (SSL) im Zentrum unserer Galaxie zusammenhängen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beiden Strukturen sind unterschiedlich geformt. Die Jets wurden produziert und verstärkt, wenn Plasma aus dem galaktischen Zentrum spritzte. Sie werden von einem Korkenzieher-ähnliches Magnetfeld eng fokussiert. Die Gammastrahlen-Blasen hingegen wurden wahrscheinlich von einem &#8222;Wind&#8220; aus heißer Materie, der von der Akkretionsscheibe ausgeht, also aus der Umgebung des Supermassiven Schwarzen Loches gespeist. Deshalb sind sie viel breiter als die schmalen Strahlen. Beide aber legen nahe, dass unser galaktisches Zentrum in der Vergangenheit sehr viel aktiver als heute war. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sowohl Jets als auch Blasen werden von inverser Compton-Streuung im Gammastrahlungsbereich illuminiert und dadurch für Fermi sichtbar. Bei diesem Prozess treffen schnelle Elektronen, die sich fast mit Lichtgeschwindigkeit bewegen, auf energiearme Strahlung wie Radiowellen oder infrarotes Licht. Dabei übernehmen die Strahlungs-Photonen Energie von den Elektronen und werden dadurch zu Gamma-Quanten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entdeckung lässt allerdings offen, wann das SSL zuletzt aktiv war. Douglas Finkbeiner, Co-Autor unter Meng Su, sagte dazu: &#8222;Diese Jets flackerten wahrscheinlich immer wieder auf, wenn das Schwarze Loch Materie portionsweise aufnahm&#8220;. Für eine erneute aktive Phase des Kerns unserer Galaxie wäre seiner Meinung nach Material von etwa 10.000 Sonnenmassen erforderlich. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics (CfA) ist ein gemeinsames Projekt von Smithsonian Astrophysical Observatory und Harvard College Observatory mit Hauptsitz in Cambridge (Massachussetts, USA). Die Wissenschaftler arbeiten auf unterschiedlichen Gebieten der Astronomie und erforschen Ursprung, Entwicklung und das Schicksal des Universums (<a class="a" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Ultimate_fate_of_the_universe" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ultimate fate of the universe</a>). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gammastrahlenteleskop Fermi (ehemals GLAST für Gamma-ray Large Area Space Telescope) wurde am 11. Juni 2008 gestartet und verfügt über zwei Hauptinstrumente zur großflächigen Erfassung kosmischer Gammastrahlung sowie zur Detektion kurzzeitiger Gammastrahlenausbrüche (Gamma Ray Bursts). Am Teleskop beteiligt sind Organisationen aus den USA, aus Frankreich, Deutschland, Italien, Japan und Schweden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=624.msg225656#msg225656" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Sagittarius A &#8211; Milchstraßenzentrum</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Mysteriöse Dunkle Materie</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mysterioese-dunkle-materie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Nov 2010 05:11:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Extrasolar]]></category>
		<category><![CDATA[Fermi]]></category>
		<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmologie]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Dunkle Materie]]></category>
		<category><![CDATA[Gammaastronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Milchstraße]]></category>
		<category><![CDATA[supermassives schwarzes Loch]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumteleskop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Fermi-Weitwinkel-Gammastrahlen-Weltraum-Teleskop misst Gammastrahlung aus dem galaktischen Zentrum der Milchstraße. Der Zerfall Dunkler Materie ist die wahrscheinlichste Erklärung dafür. Ein Beitrag von Hans J. Kemm. Quelle: space.com/raumfahrer.net. Vertont von Peter Rittinger. Wissenschaftler vom Fermi National Accelerator Laboratory und von der New York University haben aus den frei zugänglichen Daten des Fermi-Teleskopes die Gammastrahlung aus dem [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Das Fermi-Weitwinkel-Gammastrahlen-Weltraum-Teleskop misst Gammastrahlung aus dem galaktischen Zentrum der Milchstraße. Der Zerfall Dunkler Materie ist die wahrscheinlichste Erklärung dafür.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Hans J. Kemm. Quelle: space.com/raumfahrer.net. Vertont von Peter Rittinger.</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2010-11-13-67523.mp3"></audio></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/nasa-chandra-milchstrassenzentrum01-300.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/nasa-chandra-milchstrassenzentrum01-260.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Das Zentrum der Milchstraße im Röntgenstrahlungsbereich, aufgenommen von Chandra. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Wissenschaftler vom Fermi National Accelerator Laboratory und von der New York University haben aus den frei zugänglichen Daten des Fermi-Teleskopes die Gammastrahlung aus dem galaktischen Zentrum unserer Milchstraße genauer untersucht. Eine offizielle Auswertung der Daten durch das Fermi-Team steht noch aus. Dieser zentrale Punkt wird auch als Massenzentrum unserer Milchstraße bezeichnet. Es liegt im Sternbild Schütze, wo auch das sichtbare Band der Milchstraße am dichtesten erscheint. Das galaktische Zentrum enthält das nächste uns bekannte supermassereiche Schwarze Loch und zeigt andere ungewöhnliche astrophysikalische Phänomene. Denn exakt in diesem Bereich ist die Dichte der Dunklen Materie am höchsten und somit auch die Zerfallsrate der Teilchen der Dunklen Materie. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Erste Hinweise auf Gammastrahlung durch den Zerfall dieser seltsamen Materie hatte bereits das Spektrometer SPI im Weltraumteleskop Integral geliefert. Die damals festgestellte Strahlung wurde aber falsch interpretiert und dann nicht weiter untersucht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage, warum man explizit dort solch eine intensiver Strahlung vorfindet erklären die Experten jetzt damit, dass dies dem Zerfall von Teilchen mit einer Masse im Bereich von 7,3 bis 9,2 GeV (Gigaelektronenvolt) zuzurechnen ist. Diese Strahlungskomponente, die sich nicht auf herkömmliche Weise erklären lässt, zeigt sich im innersten Bereich, etwa 570 Lichtjahren um den Mittelpunkt der Milchstraße. Und dies bedeutet für die Experten, dass es sich hierbei zweifelsfrei um den Zerfall von Teilchen der mysteriösen Dunklen Materie handelt. Die Masse der zerfallenden Partikel schätzen die Wissenschaftler auf etwa das Achtfache der Protonenmasse. Dieser Wert liegt im Bereich sogenannter WIMPs. Befürworter der Dunklen-Materie-Theorie zählen diese schwach wechselwirkenden massereichen Teilchen zu den wichtigsten Kandidaten um das kosmologische Problem der Anteile von Materie im Weltraum zu lösen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Somit wäre auch der Beweis erbracht, dass es die bisher noch nicht nachgewiesene Materieart doch gibt. Diese hypothetische Form von Materie, die zu wenig sichtbares Licht oder andere elektromagnetische Strahlung aussendet oder reflektiert, um direkt beobachtbar zu sein, wird ja nicht von allen Wissenschaftlern anerkannt. Für sie ist die Zusammensetzung der Dunklen Materie nicht schlüssig und deshalb nicht existent. Und der Gelehrtenstreit hört somit nicht auf, denn jede Partei reklamiert für sich den Alleinerklärungsanspruch. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/integrals-missionsziele/" data-wpel-link="internal">Integrals Missionsziele</a></li><li><a class="a" href="https://www.space.com/9405-dark-matter-finally-time.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external"> Has Dark Matter Finally Been Seen? </a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Fermi und die Pulsare</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/fermi-und-die-pulsare/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Weyrauch]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Jul 2009 11:06:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Fermi]]></category>
		<category><![CDATA[Teleskope]]></category>
		<category><![CDATA[Gammastrahlung]]></category>
		<category><![CDATA[GLAST]]></category>
		<category><![CDATA[Pulsar]]></category>
		<category><![CDATA[Rotation]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumteleskop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die US-amerikanische Weltraumbehörde NASA berichtete am 2. Juli 2009 von der Veröffentlichung zweier Studien in der &#8222;Science Express&#8220;-Ausgabe vom 2. Juli 2009, die sich mit der Analyse der Gammastrahlung von 24 Pulsaren beschäftigen. Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: NASA. Das Gammastrahlen-Weltraumteleskop Fermi hatte seit seinem Start am 11. Juni 2008 als GLAST (Gamma-ray Large [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die US-amerikanische Weltraumbehörde NASA berichtete am 2. Juli 2009 von der Veröffentlichung zweier Studien in der &#8222;Science Express&#8220;-Ausgabe vom 2. Juli 2009, die sich mit der Analyse der Gammastrahlung von 24 Pulsaren beschäftigen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: NASA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/04072009130655_small_1.jpg" alt="NASA" width="404" height="227"/><figcaption>
Fermi im All &#8211; künstlerische Darstellung 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gammastrahlen-Weltraumteleskop Fermi hatte seit seinem Start am 11. Juni 2008 als GLAST (Gamma-ray Large Area Space Telescope) 16 der bei der Analyse berücksichtigten Pulsare entdeckt. Fermi ist das erste Raumfahrzeug, das in der Lage ist, Pulsare allein anhand ihrer Gammastrahlenemission auszumachen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die von Fermi gefundenen Pulsare wurden im Rahmen einer ausgedehnten Suche nach periodischen Fluktuationen von Gammastrahlung entdeckt, Daten aus fünf Beobachtungsmonaten wurden unter Zuhilfenahme von neuartigen Computerberechnungsmethoden ausgewertet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor dem Start von Fermi hatte man noch geglaubt, das Weltraumteleskop werde im Laufe seiner Mission etwa eine Handvoll neue Pulsare finden, nun wurden schon in den ersten fünf Monaten 16 neue Pulsare entdeckt, was alle ursprünglichen Erwartungen übertrifft. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/04072009130655_small_2.jpg" alt="NASA" width="408" height="229"/><figcaption>
Der Pulsar Vela &#8211; Darstellung nach Daten von Fermi 
<br>
(Bild: NASA/DOE/Fermi LAT Collaboration)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Pulsar ist der übriggebliebene Kern eines explodierten Sternes, rotiert sehr schnell und weist ein sehr starkes Magnetfeld auf. Die meisten der bisher entdeckten rund 1.800 Pulsare wurden aufgrund ihrer periodischen Aussendung von Radionstrahlung entdeckt, die, wie man, glaubt, aus dem Bereich der magnetischen Pole der Pulsare kommt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Während die von einem Pulsar ausgesandte Gammastrahlung rund 10 Prozent oder mehr der abgestrahlten Gesamtenergie ausmacht, stellt die Radiostrahlung nur einige wenige Millionenstel der abgestrahlten Gesamtenergie dar. Eine Radioteleskop auf der Erde kann einen Pulsar anhand seiner Radiowellenemission nur dann ausmachen, wenn der stark gebündelte Strahl gerade über die Erde streicht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Pulsar Vela (PSR B0833-45 bzw. PSR J0835-4510) mit etwa 11 Umdrehungen pro Sekunde ist die stärkste Quelle von Gammastrahlung am Himmel. Trotzdem erreicht nur ein sehr geringer Anteil dieser Strahlung die Erde und ihre Satelliten. Fermis Large Area Telescope (LAT) sieht nur etwa alle zwei Minuten ein einzelnes Gamma-Photon von Vela. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Etwa alle tausend Rotationen von Vela erreicht also ein Gamma-Photon das LAT. Von den im Rahmen der Studien untersuchten Pulsaren sind die Schwächsten solche, von denen nur zwei Gamma-Photonen am Tag empfangen werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Fermi konnte aufklären, dass auch Pulsare mit Rotationsperioden im Bereich von Millisekunden Gammastrahlung aussenden können. Man geht nun davon aus, dass bei normalen Pulsaren und Millisekundenpulsaren trotz aller Unterschiede der gleiche Zusammenhang für die Abgabe der Gammastrahlung verantwortlich ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Strahlungsabgabe eines Pulsars führt zu einer allmählichen Reduzierung der Rotationsgeschwindigkeit, was letztlich zum Verlust des für einen Pulsar charakteristischen Abstrahlverhaltens führt. Im Radiowellenbereich bereits beobachtete Pulsare, die durch Materiezugewinn durch von einem nahen zweiten Objekt abgezogenes Material wieder ausreichende Rotationsgeschwindigkeit erreichten, waren auch für Fermi im Gammastrahlenbereich sichtbar. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon Astronomie:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=1185.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Weltraumteleskop Fermi (ehemals GLAST)</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Fermi: Erste Zwischenbilanz</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/fermi-erste-zwischenbilanz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Mar 2009 17:55:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Fermi]]></category>
		<category><![CDATA[Teleskope]]></category>
		<category><![CDATA[Galaxien]]></category>
		<category><![CDATA[Gammastrahlenteleskop]]></category>
		<category><![CDATA[GLAST]]></category>
		<category><![CDATA[Kugelsternhaufen]]></category>
		<category><![CDATA[Neutronenstern]]></category>
		<category><![CDATA[Pulsar]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarzes Loch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gestern wurden Beobachtungsdaten des Large Area Telescope an Bord des internationalen Gammastrahlenteleskopsatelliten Fermi (ehemals GLAST) aus dem Zeitraum vom 4. August bis zum 30. Oktober 2008 veröffentlicht. Katalog und Karte enthalten 205 außergewöhnliche Strahlungsquellen im untersuchten Wellenlängenbereich. Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: NASA. &#8222;Fermi hat uns einen tieferen und schärferen Blick auf den Gamma-Himmel [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/fermi-erste-zwischenbilanz/" data-wpel-link="internal">Fermi: Erste Zwischenbilanz</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Gestern wurden Beobachtungsdaten des Large Area Telescope an Bord des internationalen Gammastrahlenteleskopsatelliten Fermi (ehemals GLAST) aus dem Zeitraum vom 4. August bis zum 30. Oktober 2008 veröffentlicht. Katalog und Karte enthalten 205 außergewöhnliche Strahlungsquellen im untersuchten Wellenlängenbereich.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: NASA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Fermi hat uns einen tieferen und schärferen Blick auf den Gamma-Himmel ermöglicht als jede vorhergehende Weltraum-Mission&#8220;, sagte Peter Michaelson, leitender Wissenschaftler an der Stanford University (USA) für das Large Area Telescope (LAT) genannte Hauptinstument an Bord des Satelliten. &#8222;Wir haben Ausbrüche von Supermassiven Schwarzen Löchern in verschiedenen Galaxien beobachtet und sahen Pulsare, binäre Systeme mit großen Massen und sogar einen Kugelsternhaufen in unserer Galaxis.&#8220; Ein Katalog mit den 205 hellsten Beobachtungsobjekten des LAT wurde soeben an The Astrophysical Journal gesandt. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/12032009185558_small_1.jpg" alt="NASA/DOE/Fermi LAT Collaboration" width="555" height="331"/><figcaption>
Diese komplette Karte der Gammastrahlenquellen am Himmel wurde aus Daten des Large Area Telescope an Bord des Satelliten Fermi über einen Zeitraum von 87 Tagen erstellt. 
<br>
(Bild: NASA/DOE/Fermi LAT Collaboration)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">LAT erfasst im Überblicksmodus, in dem es bisher die meiste Zeit gearbeitet hat, den gesamten Himmel innerhalb von nur 3 Stunden. Dadurch lassen sich auch schnell veränderliche Gammastrahlungsquellen feststellen und identifizieren. Zu den herausragenden beobachteten Objekten gehören in unserer Galaxis neben unserer Sonne der Doppelstern LSI+61 303, der aus einem massiven Stern und einem superdichten Neutronenstern besteht, der Pulsar PSR J1836+5925 und der Kugelsternhaufen NGC 104 im Sternbild Tukan (47 Tucanae), der von uns einen Abstand von 15.000 Lichtjahre hat. In den Tiefen des Weltalls gehören die Radiogalaxie NGC 1275, die aktiven Galaxien 3C 454.3 und PKS 1502+106, beide mehr als 6 Milliarden Lichtjahre von uns entfernt, und der Quasar PKS 0727-115 zu den bevorzugten Untersuchungsobjekten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Fermi wurde als Satellit GLAST (Gamma-ray Large Area Space Telescope) am 11. Juni 2008 von Cape Canaveral aus gestartet. Die wissenschaftliche Ausrüstung besteht zum einen aus dem Large Area Telescope, das ca. 16% der Himmelskugel mit einem &#8222;Blick&#8220; erfassen kann. Das Aufnahmespektrum umfasst Gammastrahlung im Energiebereich von 30 MeV bis 300 GeV. Strahlungsquellen können mit einer Genauigkeit von einem Sechzigstel Grad festgestellt werden. Zum zweiten befindet sich der Gamma Burst Monitor (GBM) an Bord, der speziell für die Identifizierung von Gammastrahlenausbrüchen konstruiert wurde. Sechzig Tage nach dem erfolgreichen Start bekam der Satellit zu Ehren des Physikers Enrico Fermi seinen offiziellen Namen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die wissenschaftlichen Ziele der Mission liegen auf den Gebieten Dunkle Materie, Schwarze Löcher, neue Dimensionen, spezielle Relativitätstheorie, Neutronensterne, Gamma Ray Bursts und neuartigen Wechselwirkungen zwischen energiereichen Photonen. Am internationalen Projekt GLAST sind Institute in den USA, in Frankreich, Deutschland, Italien, Japan und Schweden beteiligt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lesen Sie dazu unseren ausführlichen Artikel anlässlich des Starts:</p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/glast-erfolgreich-gestartet/" data-wpel-link="internal">GLAST &#8211; Erfolgreich gestartet</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=468.msg89488#msg89488" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Thread zu Gamma Ray Bursts</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/fermi-erste-zwischenbilanz/" data-wpel-link="internal">Fermi: Erste Zwischenbilanz</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Fermi beobachtet stärksten Gammastrahlenausbruch</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/fermi-beobachtet-staerksten-gammastrahlenausbruch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Weyrauch]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Feb 2009 08:46:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Fermi]]></category>
		<category><![CDATA[Teleskope]]></category>
		<category><![CDATA[ESO]]></category>
		<category><![CDATA[Explosion]]></category>
		<category><![CDATA[GBM]]></category>
		<category><![CDATA[GLAST]]></category>
		<category><![CDATA[GRB 080916C]]></category>
		<category><![CDATA[LAT]]></category>
		<category><![CDATA[Max-Planck-Institut]]></category>
		<category><![CDATA[Supernovae]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumteleskop]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=32093</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Gammastrahlen-Weltraumteleskop Fermi hat den stärksten jemals erfassten Gammastrahlenausbruch (GRB) beobachten können, berichtete die US-amerikanische Weltraumbehörde NASA am 19. Februar 2009. Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: NASA. Beide Instrumente von Fermi, das Large Area Telescope (LAT) und der Gamma-ray Burst Monitor (GBM) zeichneten simultan am 16. September 2008 ab 1:13 Uhr MEZ Daten des [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/fermi-beobachtet-staerksten-gammastrahlenausbruch/" data-wpel-link="internal">Fermi beobachtet stärksten Gammastrahlenausbruch</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Das Gammastrahlen-Weltraumteleskop Fermi hat den stärksten jemals erfassten Gammastrahlenausbruch (GRB) beobachten können, berichtete die US-amerikanische Weltraumbehörde NASA am 19. Februar 2009.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: NASA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Instrumente von Fermi, das Large Area Telescope (LAT) und der Gamma-ray Burst Monitor (GBM) zeichneten simultan am 16. September 2008 ab 1:13 Uhr MEZ Daten des Gammastrahlenausbruchs auf, die von einer Explosion im Sternbild Carina (Schiffskiel) ausgingen. Der Energiegehalt der ausgesendeten Gammastrahlung bewegte sich bei Aufzeichnungsbeginn zwischen dem dreitausendfachen und dem fünfmilliardenfachen (von unter einhundert bis über eine Milliarde Elektronenvolt) des Energiegehalts von sichtbarem Licht (zwischen zwei und drei Elektronenvolt pro Photon). Der Ausbruch wurde mit der Bezeichnung GRB 080916C katalogisiert.
<br>
Etwa 32 Stunden nach dem Ausbruch begann eine Gruppe unter Leitung von Jochen Greiner vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching, das Nachglühen der Explosion zu untersuchen. In sieben verschiedenen Wellenlängenbereichen wurde das fragliche Himmelsgebiet mit GROND, dem &#8222;Gamma Ray Burst Optical/Near-Infrared Detector&#8220; des 2,2-Meter-Teleskops der Europäischen Südsternwarte in Chile beobachtet. Anhand des Rot-Tons konnte eine Abschätzung erfolgen, wie weit der Ort des Geschehens von der Erde entfernt war: Man geht von einer Entfernung von 12,2 Milliarden Lichtjahren aus. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21022009094645_small_1.jpg" alt="NASA" width="371" height="368"/><figcaption>
GRB 080916C Nachglühen vom Satelliten Swift aus gesehen 
<br>
(Bild: NASA/Swift/Stefan Immler)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgrund der Entfernungsdaten wurde errechnet, dass die Explosion die Kraft von neuntausend gewöhnlichen Supernovae erreichte, sofern von einer gleichmäßigen Energieabstahlung der Explosion in alle Richtungen ausgegangen wird. Auch auf die Geschwindigkeit der von der Explosion weggeschleuerten Teilchen hat man geschlossen. Das die Gammastrahlung emittierende Gas aus der Explosion muss eine Geschwindigkeit von 99,9999 Prozent der Lichtgeschwindigkeit erreicht haben, glaubt man.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch nicht erklären kann man eine rund 4,5 Sekunden lange Verzögerung zwischen dem Zeitpunkt der höchsten und dem der geringsten Energieabstrahlung. Einen ähnlich großen Zeitabstand hatte man bisher nur bei einem anderen Ausbruch beobachtet. Es könnte sein, dass die unterschiedlich energiereichen Strahlungen aus unterschiedlichen Regionen der Explosion kommen. Die Zeitverzögerung zu erklären wird vielleicht möglich, wenn Fermi zahlreiche weitere Ausbrüche beobachtet hat und die entsprechenden Daten miteinander verglichen und in Beziehung gesetzt werden können. Dafür wird das am 11. Juni 2008 gestartete Teleskop im Rahmen seiner geplanten Mindestbetriebsdauer von fünf Jahren noch hinreichend Zeit haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon Astronomie</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=1185.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Forschungsergebnisse von Fermi</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon Unbemannte Raumfahrt</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=1185.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">FERMI alias GLAST</a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Gammapulsare zahlreicher als erwartet</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/gammapulsare-zahlreicher-als-erwartet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Weyrauch]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Jan 2009 10:45:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Fermi]]></category>
		<category><![CDATA[Gammaastronomie]]></category>
		<category><![CDATA[LAT]]></category>
		<category><![CDATA[Pulsar]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumteleskop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit seinem Start am 11. Juni 2008 hat das Gammastrahlen-Teleskop Fermi Strahlung von über 30 Pulsaren aufgefangen. Eine der bisher größten Überraschungen war, wie häufig die Aktivität von Pulsaren im Bereich der Gammastrahlung ist. Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: NASA. In den bisher vier Monaten des wissenschaftlichen Einsatzes von Fermi mit seinem Hauptinstrument, dem [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Seit seinem Start am 11. Juni 2008 hat das Gammastrahlen-Teleskop Fermi Strahlung von über 30 Pulsaren aufgefangen. Eine der bisher größten Überraschungen war, wie häufig die Aktivität von Pulsaren im Bereich der  Gammastrahlung ist.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: NASA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/300646main1500.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/300646mainbb.jpg" alt=""/></a><figcaption>
Der von Fermi durchmusterte Himmel 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">In den bisher vier Monaten des wissenschaftlichen Einsatzes von Fermi mit seinem Hauptinstrument, dem Large Area Teleskop (LAT), wurden 12 bisher unbekannte Pulsare entdeckt, die ausschließlich auf Grund ihrer Gammastrahlenaussendung gesehen wurden, meldete die US-amerikanische Weltraumbehörde am 6. Januar 2009. Außerdem konnte Fermi Gammastrahlung von 18 weiteren Pulsaren auffangen, die man bisher nur im Radiowellenbereich beobachtet hatte. Gammasstrahlung von 6 bereits als im Gammastrahlenbereich aktiv erkannten Pulsaren, die schon vom Weltraumteleskop Compton der NASA beobachtet wurden, wurde ebenfalls empfangen. <br> Eine Darstellung des Himmels, so wie er von Fermi bisher durchmustert wurde, zeigt die Positionen verschiedenartiger Pulsare:      </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 13 orange dargestellten Pulsare wurden bei einer Suche ohne besondere Vorgaben gefunden. Die 7 magentafarben eingezeichneten Pulsare sind Millisekundenpulsare, die bisher im Bereich der Radiostrahlung beobachtet wurden, die 11 hellblau markierten sind junge Radiopulsare, und die 6 grün gekennzeichneten solche, die das Compton-Teleskop mit dem Instrument EGRET (Energetic Gamma Ray Experiment Telescope) beobachten konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Geladene Teilchen werden vom wirbelnden Magentfeld eines Pulsars fast auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt, dabei entsteht die Gammastrahlung, vermutet man. Dieser Prozess läuft abhängig von der Umdrehungsgeschwindigkeit des Pulsars in mehreren hundert Kilometern über seiner Oberfläche, etwa im Abstand des zehn- bis zwanzigfachen seines Durchmessers, ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von allen durch Fermi bisher beobachteten Pulsaren drehen sich 7 so schnell um sich selbst, dass sie zur ungewöhnlichen Klasse der Millisekundenpulsare gezählt werden. In einer Sekunde drehen sich diese mehrere hundert Mal um sich selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die im Radiowellenbereich empfangene Strahlung von Pulsaren hält man mittlerweile hinsichtlich der Strahlungsleistung von Pulsaren nur für die Spitze des Eisbergs. Die eigentlich leistungsmäßig maßgebliche Strahlung der Pulsare vermutet man nun im Bereich der Gammastrahlung. Um zu verstehen, was innerhalb und in der Umgebung von Pulsaren abläuft, ist eine Beobachtung im Gammastrahlenbereich angezeigt, so wie sie jetzt von Fermi durchgeführt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die breiter gefächerten Gammastrahlenimpulse und die unerwartet große Anzahl von strahlenden Objekten auch in Regionen, aus denen man keine Radiostrahlung empfängt, legen nahe, dass die Plusare die Gammastrahlung in einem deutlich breiteren Abstrahlwinkel (etwa 60 Grad) aussenden, als sie es im Fall der Radiostrahlung tun (etwa 10 Grad). </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/PulsarsWithGammarayBeltsNASA.gif" alt=""/><figcaption>Gamma- und Radiostrahlung werden in unterschiedliche Richtungen gesendet<br>(Video: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">In der Animation ist die Radiostrahlung grün dargestellt, der Bereich der Gammastrahlungsentstehung violett, die Magnetfeldlinien um den Pulsar blau. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nimmt man an, man sei ein Beobachter auf der Erde und blickt in Richtung Pulsar, so wird klar, dass es durchaus möglich ist, dass man zwar die die Erde immer wieder streifende Gammastrahlung wird messen, aber die möglicherweise abgestrahlten Radiowellen auf der Erde nicht wird auffangen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus der Feststellung, dass die Spitzen der Radio- und der Gammastrahlung bei Pulsaren, von welchen man beide Strahlungsarten empfängt, nicht regelmäßig aufeinander folgen, schließt man, dass unterschiedliche Prozesse an unterschiedlichen Orten für die jeweilige Strahlung verantwortlich sein sollten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Millisekundenpulsare in der jetzt gefundenen Anzahl zu entdecken, stellt einen entscheidenden Durchbruch dar. Diese Art von Pulsaren war bisher nur anhand ihrer Radiowellen- und Röntgenstrahlaussendung und durch vom mittlerweile abgeschalteten Compton-Teleskop empfangener Gammastrahlung gefunden worden. Die Millisekundenpulsare haben ihre hohe Umdrehungsgeschwindigkeit erst nach ihrer Entstehung aufgebaut, indem sie Gas von einem Begleitstern, mit dem sie einen Doppelstern bilden bzw. bildeten, abziehen, vermutet man. Alleinstehende Pulsare verlangsamen ihre Rotation allmählich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldung:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/fermi-findet-besonderen-pulsar/" data-wpel-link="internal">Fermi findet besonderen Pulsar</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=648.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Neutronensterne, Pulsare, Magnetare</a></li></ul>
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		<item>
		<title>Fermi findet besonderen Pulsar</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/fermi-findet-besonderen-pulsar/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Weyrauch]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Oct 2008 21:37:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Extrasolar]]></category>
		<category><![CDATA[Fermi]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Sterne]]></category>
		<category><![CDATA[Gammaastronomie]]></category>
		<category><![CDATA[GLAST]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Pulsar]]></category>
		<category><![CDATA[SNR]]></category>
		<category><![CDATA[Sternentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumteleskop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das am 11. Juni 2008 gestartete Gammastrahlen-Teleskop der NASA namens Fermi hat innerhalb der Überreste einer Supernova in einer Entfernung von über 4.600 Lichtjahren den ersten Pulsar entdeckt, der Richtung Erde ausschließlich Gammastrahlung aussendet. Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: NASA. Pulsare sind sich sehr schnell drehende Neutronensterne, die entstehen, wenn sehr massereiche Sterne nach [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Das am 11. Juni 2008 gestartete Gammastrahlen-Teleskop der NASA namens Fermi hat innerhalb der Überreste einer Supernova in einer Entfernung von über 4.600 Lichtjahren den ersten Pulsar entdeckt, der Richtung Erde ausschließlich Gammastrahlung aussendet.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: NASA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17102008233739_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17102008233739_small_2.jpg" alt="NASA/S. Pineault, DRAO" width="260"/></a><figcaption>
CTA 1 mit Pulsar 
<br>
(Bild: NASA/S. Pineault, DRAO)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Pulsare sind sich sehr schnell drehende Neutronensterne, die entstehen, wenn sehr massereiche Sterne nach wenigen Millionen Jahren in einer Supernova explodieren. Materieteilchen in der Nähe solcher Objekte bewegen sich entlang der Magnetfeldlinien und sorgen anschließend für eine gerichtete Aussendung von Strahlung. Durch die Drehung ergibt sich das leuchtturmartige Blinken. Bei den meisten Pulsaren wurden bisher mehrere Umdrehungen pro Sekunde festgestellt. Die Bezeichnung Pulsar resultiert aus dieser besonderen Art, wie die Strahlungsabgabe die Erde bzw. Beobachtungssatelliten wie Fermi im Erdorbit erreicht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bisher haben Astronomen fast 1.800 Pulsare katalogisiert. Das Alter der Mehrzahl dieser Objekte wird auf etwa eine Million Jahre geschätzt. Die meisten der Pulsare wurden auf Grund ihrer Radiowellenabstrahlung aufgefunden. Einige Pulsare strahlen Energie jedoch auch in anderen Formen ab, so z. B. als sichtbares Licht oder als Röntgenstrahlung. Die Abstrahlung von Energie führt zu einer langsamen Herabsetzung der Umdrehungsgeschwindigkeit eines Pulsares.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den Überresten der Supernova (SNR = supernova remnant) CTA 1 im Sternbild Cepheus (dt. Kepheus) wurde von Fermi nun ein Pulsar gefunden, der nur auf Grund seiner Gammastrahlenaussendung detektiert werden konnte. Möglicherweise strahlt dieser Pulsar auch auf anderen Wellenlängen. Der entsprechende Strahl ist vielleicht stärker gerichtet und zielt nicht direkt in Richtung Erde, so dass irdische Messinstrumente bzw. solche auf Erdsatellitenbahnen ihn niemals feststellen können.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17102008233739_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17102008233739_small_1.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Fermi im All &#8211; künstlerische Darstellung 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Strahlung des Gamma-Pulsares erreicht uns alle 316,86 Millisekunden, also etwas öfter als jede drittel Sekunde. Die Zeit für eine Umdrehung des von Fermi entdeckten Pulsares dürfte alle 87.000 Jahre um etwa eine Sekunde zunehmen. Der wahrscheinlich vor etwa 10.000 Jahren entstandene, also vergleichsweise junge Pulsar, strahlt 1.000-mal mehr Energie ab als unsere Sonne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fermi tastet alle drei Stunden den gesamten Himmel ab. An Bord des Satelliten sind zwei zentrale Instrumente, das Large Area Telescope (LAT), welches die Strahlung des Gamma-Pulsares empfing, und der GLAST Burst Monitor (GBM), der vom Deutschen Max-Planck-Institut entwickelt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fermis Mission ist es, nach der für das bloße Auge unsichtbaren Gammastrahlung aus Quellen wie vergangenen Sternen, schwarzen Löchern und der sogenannten dunklen Materie zu suchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=1185.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Fermi</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Weblinks</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Neutronenstern" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Wikipedia: Neutronenstern</a></li><li><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pulsar" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Wikipedia: Pulsar</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>GLAST &#8211; Name bekannt gegeben: FERMI</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/glast-name-bekannt-gegeben-fermi/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Aug 2008 05:39:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fermi]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Teleskope]]></category>
		<category><![CDATA[Gammastrahlenteleskop]]></category>
		<category><![CDATA[GLAST]]></category>
		<category><![CDATA[Pulsar]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarzes Loch]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumteleskop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach dem erfolgreichen Beginn der Arbeit für das Gamma-ray Large Area Telescope (GLAST) hat die NASA am 26. August den neuen Namen des Satelliten bekannt gegeben: Fermi Gamma-ray Space Telescope. Ein Beitrag von Daniel Schiller. Quelle: NASA. Der Name FERMI wurde zur Ehrung Enrico Fermis (1901 &#8211; 1954) gewählt, einem Pionier in der Erforschung hochenergetischer [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Nach dem erfolgreichen Beginn der Arbeit für das <i>Gamma-ray Large Area Telescope (GLAST)</i> hat die NASA am 26. August den neuen Namen des Satelliten bekannt gegeben: <i>Fermi Gamma-ray Space Telescope</i>.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Daniel Schiller. Quelle: NASA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27082008073959_small_1.jpg" alt="NASA/Sonoma State University/Aurore Simonnet" width="336" height="266"/><figcaption>
Das Logo für das Fermi Gamma-ray Space Telescope 
<br>
(Bild: NASA/Sonoma State University/Aurore Simonnet)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der Name <i>FERMI</i> wurde zur Ehrung Enrico Fermis (1901 &#8211; 1954) gewählt, einem Pionier in der Erforschung hochenergetischer Prozesse. In seiner Arbeit stellte er als Erster Theorien darüber auf, welche Prozesse kosmische Partikel auf hohe Geschwindigkeiten beschleunigen können. Damit legte er die Grundlage für das Verständnis der Phänomene, welche <i>FERMI</i> beobachten soll, z. B. Vorgänge in der Nähe schwarzer Löcher, Pulsare, Gammastrahlenausbrüche.</p>



<p>In den letzten beiden Monaten wurden die Instrumente des Satelliten aktiviert, überprüft und kalibriert. Aus den Beobachtungen dieser Phase wurden bereits umfangreiche großräumige Daten gewonnen. Der gesamte Himmel konnte innerhalb von 95 Stunden durch das LAT- Instrument (Large Area Telescope) erfasst werden, eine Leistung, welche mit dem</p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Compton Gamma-ray Observatory</i> mehrere Jahre an Beobachtungen benötigte. Das GBM-Instrument (Gamma Burst Monitor) hat bereits 31 Quellen von plötzlichen Gammastrahlenausbrüchen aufgespürt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>ältere Meldungen</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/glast-erfolgreich-gestartet/" title="GLAST - Erfolgreich gestartet" data-wpel-link="internal">GLAST &#8211; Erfolgreich gestartet (Beschreibung der Instrumente und Ziele)</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/glast-name-bekannt-gegeben-fermi/" data-wpel-link="internal">GLAST &#8211; Name bekannt gegeben: FERMI</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Satellit für die vierte Dimension</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/satellit-fuer-die-vierte-dimension/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Jun 2006 20:37:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fermi]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Teleskope]]></category>
		<category><![CDATA[Gammastrahlenteleskop]]></category>
		<category><![CDATA[GRB]]></category>
		<category><![CDATA[Relativitätstheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarzes Loch]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumteleskop]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=30332</guid>

					<description><![CDATA[<p>Eine exotische Theorie, die eine vierte Raumdimension postuliert und so verschiedenste Gesetze der Physik vereinigen soll könnte mit einem Satelliten getestet werden, der schon 2007 starten kann. Ein Beitrag von Ingo Froeschmann. Quelle: New Scientist. Theorien dieser Art sind sehr schwer zu verifizieren. Eine neue Studie gibt jedoch Anlass zur Vermutung, dass diese versteckten Dimension [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/satellit-fuer-die-vierte-dimension/" data-wpel-link="internal">Satellit für die vierte Dimension</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Eine exotische Theorie, die eine vierte Raumdimension postuliert und so verschiedenste Gesetze der Physik vereinigen soll könnte mit einem Satelliten getestet werden, der schon 2007 starten kann.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von<a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal"> Ingo Froeschmann</a>. Quelle: New Scientist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Theorien dieser Art sind sehr schwer zu verifizieren. Eine neue Studie gibt jedoch Anlass zur Vermutung, dass diese versteckten Dimension Tausende von kleinen Schwarzen Löchern in unserem Sonnensystem entstehen lassen. Die Theorie könnte innerhalb weniger Jahre in der Umlaufbahn des Pluto getestet werden. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06062006223706_small_1.jpg" alt="Dana Berry" width="400" height="541"/><figcaption>
Künstlerische Darstellung eines Gammastrahlenausbruchs 
<br>
(Bild: Dana Berry)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Schwarze Löcher verschiedener Größe, so eine Theorie, sind durch das Zusammenballen von Elementarteilchen innerhalb der ersten Sekunde nach dem Urknall entstanden. Nach Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie sollten die kleinsten dieser Schwarzen Löcher bereits durch den Prozess der Hawking Strahlung verdampft sein. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einigen alternativen Theorien, welche die Gravitation mit der Quantenmechanik (z. B. der String-Theorie) zu vereinigen suchen, könnten Schwarze Löcher immer noch existieren. Der Grund sind Theorien, die zusätzliche räumliche Dimensionen vorschlagen, in denen sich die Gravitationskraft anders verhält. Die Allgemeine Relativitätstheorie postuliert drei räumliche Dimensionen und die Zeit. </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Diese zusätzliche räumliche Dimension verändert die Geschwindigkeit, mit der ein Schwarzes Loch strahlt, die Verdampfung verlangsamt sich also deutlich“, sagt Charles Keeton, ein Physiker an der Rutgers University in New Jersey. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Keeton und sein Kollege Arlie Petters von der Duke University in North Carolina haben die Anzahl der noch existierenden Schwarzen Löcher errechnet und wie sie gefunden werden könnten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Theorie die sie verwenden, sie nennt sich „Randall-Sundrum braneworld model“, geht davon aus, dass unser 3D-Universum in einem größeren Universum mit einer weiteren Dimension existiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Berechnungen basieren auf Schwarzen Löchern, von denen jedes nur die Masse eines kleinen Asteroiden besitzt. Angenommen diese Objekte besitzen ein Prozent der Masse der benachbarten Dunklen Materie – deren Existenz nur durch Gravitationswirkung auf normale Materie erkannt werden kann – dann könnten mehrere Tausend Schwarze Löcher in unserem Sonnensystem existieren. Und nicht nur das: „Die nächstgelegenen sollten sich innerhalb der Umlaufbahn des Pluto befinden“, sagt Keeton. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forscher glauben, dass diese Schwarzen Löcher bald entdeckt werden. Ihre Anziehungskraft sollte das Licht in ihrer Nähe krümmen, so dass Licht das eine Seite des Schwarzen Lochs passiert länger unterwegs ist als das Licht auf der anderen Seite des Schwarzen Lochs. Dieser Zeitunterschied ist extrem klein, so dass die einzige Chance es zu messen in Lichtwellen besteht, deren Periode (die Zeit, in der das Licht eine Wellenlänge zurücklegt) kleiner ist als die durch das Schwarze Loch verursachte Verzögerung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Licht der flüchtigen Gammastrahlenausbrüche (gamma ray burst, GRB) hat genau die richtige Periode für diesen Test. Die GRBs enthalten energiereiche Gammastrahlung, die wahrscheinlich durch den Tod oder den Zusammenstoß von sehr schweren Sternen erzeugt wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Licht, das auf verschiedenen Wegen das Schwarze Loch passiert, wird anschließend wieder zusammengeführt und zeigt ein Interferenzmuster. „Die Krümmung des Lichts durch das Schwarze Loch bringt das Energiespektrum durcheinander, so dass in einigen Bereichen viele Photonen auftreten und in anderen sehr wenige“, sagt Keeton. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zur Zeit betriebenen Teleskope können die Theorie nicht testen, da sie die dafür notwendigen hochenergetischen Gammastrahlen nicht beobachten können. Der NASA-Satellit GLAST (Gamma-ray Large Area Space Telescope), dessen Start für August 2007 geplant ist, kann die Gammastrahlung jedoch beobachten. „Sollten wir das erwartete Signal sehen, dann wäre die nahe liegende Erklärung die Existenz winziger Schwarzer Löcher“, sagt Keeton. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forscher müssten anschließend die Daten analysieren, um die Masse der Schwarzen Löcher zu ermitteln. „Ist diese unterhalb einer bestimmten Grenze, dann können wir daraus schließen, dass es Schwarze Löcher innerhalb der allgemeinen Relativität nicht geben kann, da sie inzwischen verdampft sind“, sagt Keeton. </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir glauben, dass wir eine genaue Vorhersage für eine astronomische Messung machen können, die dann eine Untersuchung der vierten Dimension ermöglichen würde.“  
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