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	<title>EPSC &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>EPSC &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Größe, Form und Masse von Tschurjumow-Gerasimenko</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/groesse-form-und-masse-von-tschurjumow-gerasimenko/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Sep 2014 15:30:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Auswertung der Daten der Raumsonde Rosetta ermöglicht erste Aussagen bezüglich der Größe, des Volumens und der Masse des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko. Diese Daten sind wichtig für die Planung der weiteren Aktivitäten. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: EPSC 2014. Am 2. März 2004 begann für die von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Kometensonde Rosetta eine [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/groesse-form-und-masse-von-tschurjumow-gerasimenko/" data-wpel-link="internal">Größe, Form und Masse von Tschurjumow-Gerasimenko</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
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<h4 class="wp-block-heading">Die Auswertung der Daten der Raumsonde Rosetta ermöglicht erste Aussagen bezüglich der Größe, des Volumens und der Masse des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko. Diese Daten sind wichtig für die Planung der weiteren Aktivitäten.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: EPSC 2014.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/10092014173025_big_1.gif" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/10092014173025_small_1.gif" alt="ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA" width="260"/></a><figcaption>
Dieses Modell zeigt die Form und Gestalt des Kometen 67P. Deutlich erkennbar ist, dass dieser aus einem größeren &#8218;Körper&#8216; und einem kleinerem &#8218;Kopf&#8217;besteht, die durch einen &#8218;Hals&#8216; miteinander verbunden sind. 
<br>
(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 2. März 2004 begann für die von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Kometensonde <i>Rosetta</i> eine mehr als 10 Jahre dauernde Reise zu dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko (der Einfachheit halber ab hier als &#8222;67P&#8220; abgekürzt). Während des Fluges zu dem Zielkometen hat <i>Rosetta</i> dreimal die Erde und einmal den Mars passiert und dabei im Rahmen dieser <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Swing-by" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Swing-by-Manöver</a> &#8218;Schwung&#8216; für die weitere Reise genommen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem wurden bei zwei nahen Vorbeiflügen, welche am 5. September 2008 und am 10. Juli 2010 erfolgten, die beiden Asteroiden (2867) Steins und (21) Lutetia mit verschiedenen Instrumenten näher untersucht. Am 8. Juni 2011 wurde die Raumsonde schließlich in einen rund 31 Monate andauernden, energiesparenden Tiefschlafmodus versetzt, welcher bis zum 20. Januar 2014 andauerte (<a href="https://www.raumfahrer.net/rosetta-sendet-live-aus-dem-esoc/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete live</a>). In den folgernden Monaten näherte sich <i>Rosetta</i> dem Ziel der Reise weiter an. Der Komet wurde schließlich am 6. August 2014 erreicht (<a href="https://www.raumfahrer.net/rosetta-hallo-komet/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber bereits in den Jahren zuvor war der Komet 67P ein Objekt, welches von diversen Observatorien und Weltraumteleskopen intensiv studiert wurde. Die an diesen Kampagnen beteiligten Astronomen kamen dabei unter anderem zu dem Ergebnis, dass der Kern des Kometen leicht in die Länge gezogen ist und sehr wahrscheinlich einen Durchmesser von etwa 5 x 3 Kilometern aufweist. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Prognose erweist sich als nicht zutreffend</strong>
<br>
Im Juli 2014 musste diese Ansicht jedoch revidiert werden. Aufgrund der immer weiter abnehmenden Distanz zwischen <i>Rosetta</i> und 67P erreichten die Aufnahmen der <a class="a" href="https://www.mps.mpg.de/rosetta/osiris" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">OSIRIS-Kamera</a> &#8211; der vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen entwickelten und betriebenen Hauptkamera an Bord der Raumsonde &#8211; eine immer höhere Auflösung. Auf den Aufnahme, welche von der OSIRIS-Kamera am 4. Juli angefertigt wurden, war deutlich zu erkennen, dass der Komet nicht nur über eine leicht unregelmäßige Form verfügt, sondern vielmehr eine &#8218;kartoffelähnliche&#8216; Gestalt aufweist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nochmals deutlich besser aufgelöste Aufnahmen vom 11. Juli erweckten den Eindruck, dass 67P scheinbar sogar aus zwei einzelnen Objekten besteht. Ein &#8218;Kopfstück&#8216; ist dabei durch einen &#8218;Hals&#8216; mit einem &#8218;Hauptkörper&#8216; verbunden. Diese faszinierende Form machte es den beteiligten Wissenschaftlern relativ einfach, die Rotationsachse des Kometen zu bestimmen und so dessen <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rotationsperiode" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Rotationsperiode</a> zu ermitteln. Für eine vollständige Drehung um seine Rotationsachse benötigt 67P demzufolge ziemlich genau 12,4053 Stunden. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/10092014173025_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/10092014173025_small_2.jpg" alt="ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA" width="260"/></a><figcaption>
Diese Sequenz aus neun Einzelbildern zeigt, dass 67P 
<br>
(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die extrem unregelmäßige Form des Kometenkerns macht es jedoch ungleich schwerer, aus den gewonnenen Daten die exakten Abmessungen des Kometen sowie das daraus resultierende Volumen zu ermitteln. Kompliziert werden diese Bestimmungen durch verschiedene Oberflächenformationen, welche dem Kern von 67P eine sehr unebene Oberfläche verleihen. Ein direkt an der Spitze des &#8218;Kopfes&#8216; befindliches Bassin verfügt zum Beispiel über eine Tiefe von etwa 250 Metern. Diverse kleinere Bassins erreichen typischerweise Tiefen von etwa 30 Metern. Größere Depressionen sind dagegen sogar bis zu 300 Meter tief. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwecks der Ermittlung von Durchmesser, Masse und Volumen von 67P wurde zunächst aus einer Vielzahl von OSIRIS-Aufnahmen ein möglichst naturgetreues 3D-Modell des Kometenkerns erstellt. Anschließend wurden an diesem Modell &#8218;Körper&#8216; und &#8218;Kopf&#8216; getrennt untersucht und &#8218;vermessen&#8216;. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Abmessungen des Kometen 67P</strong>
<br>
Der &#8218;Körper&#8216; von 67P verfügt laut diesen Analysen über die ungefähren Abmessungen von 4,1 x 3,6 x 1,7 Kilometern. Hieraus berechneten die Wissenschaftler ein Volumen von etwa 13 Kubikkilometern. Der deutlich kleinere &#8218;Kopf&#8216; misst in etwa 2,6 x 2,4 x 1,6 Kilometer, woraus sich ein Volumen von rund 5,7 Kubikkilometern ergibt. Zusätzlich zu diesen beiden Werten muss noch das Volumen des &#8218;Halses&#8216; berücksichtigt werden, welches mit einem Wert von rund zwei Kubikkilometern veranschlagt wurde. Das Volumen des gesamten Kometenkerns, so das zur Zeit allerdings nur vorläufige Ergebnis dieser Studie, liegt demzufolge bei rund 21 Kubikkilometern mit einem Unsicherheitsfaktor von plus/minus drei Kubikkilometern. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Masse und Dichte&#8230;</strong>
<br>
Außerdem konnten auch erste Aussagen über die Masse des Kometen getätigt werden, welche jedoch ebenfalls noch überprüft und mit aktuelleren Beobachtungen und Messdaten ergänzt werden müssen. Die Gesamtmasse von 67P liegt demzufolge bei einem Wert von 10,2 Milliarden Tonnen, wobei der Unsicherheitsfaktor derzeit noch bei plus/minus 0,7 Milliarden Tonnen liegt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Anhand der Angaben über Masse und Volumen konnte auch die mittlere Dichte des Kometen auf einen Wert von 0,43 Gramm pro Kubikzentimeter berechnet werden. Dieser Wert deutet darauf hin, dass der Kern des Kometen in seiner Gesamtheit sehr porös sein muss. Derzeit werden dabei verschiedene Modelle bezüglich des inneren Aufbaus des Kometen sowie der Mengenanteile und der Verteilung von Wassereis, Gestein und Staub diskutiert. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Gravitationsfeld&#8230;</strong>
<br>
Auch die Vermessung des Gravitationsfeldes des Kometen, welche durch das RSI-Experiment (kurz für &#8222;Radio Science Investigation&#8220;) erfolgt, befindet sich noch in einem ersten Stadium. Bei dem RSI handelt es sich um ein Radiowellenexperiment, welches für die Bestimmung des kometaren Gravitationsfeldes das Telekommunikationssystem von <i>Rosetta</i> nutzt. Während des Fluges um den Kometen wird die Raumsonde durch die von 67P ausgehenden gravitativen Einflüsse zwar minimal, aber doch nachweisbar von der vorgesehenen Flugbahn abgelenkt. Diese &#8218;Störung&#8216; liefert den Wissenschaftlern letztendlich Erkenntnisse über das Gravitationsfeld des Kometen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/10092014173025_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/10092014173025_small_3.jpg" alt="ESA, Rosetta, NavCam" width="260"/></a><figcaption>
Diese Mosaikaufnahme besteht aus vier Einzelaufnahmen, welche die 
<a class="a" href="https://sci.esa.int/web/rosetta/-/54523-cometwatch-navcam-images" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Navigationskamera</a>
 der Raumsonde Rosetta am 7. September 2014 aus einer Entfernung von etwa 51 Kilometern zur Kometenoberfläche aufgenommen hat. 
<br>
(Bild: ESA, Rosetta, NavCam)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Abweichung macht sich durch eine geringfügig veränderte Laufzeit sowie durch minimale Änderungen der Phasenfrequenz, Amplitude und Polarisation eines Radio-Trägersignals bemerkbar, welches <i>Rosetta</i> während einer RSI-Messkampagne konstant zur Erde aussendet, bemerkbar. Hierzu sendet <i>Rosetta</i> im Bereich des <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/S-Band#Mikrowellenbereich" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">S-Bandes</a> und des X-Bandes mit einem Oszillator eine hochstabile Trägerwelle in Richtung Erde aus. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die relative Bewegung zwischen der Raumsonde und den Bodenstationen des <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/ESTRACK" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">ESTRACK</a> der ESA, welche dieses Trägersignal empfangen, entsteht ein <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Doppler-Effekt" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Doppler-Effekt</a>. Durch die Auswertung dieser Daten lässt sich nicht nur die Gesamtmasse des Kometen und die sich daraus ergebende mittlere Dichte näher bestimmen. Vielmehr können hierdurch auch Aussagen über den inneren Aufbau von 67P getätigt werden. Speziell erhoffen sich die beteiligten Wissenschaftler durch das RSS-Experiment weitere Erkenntnisse über Heterogenitäten und Massekonzentrationen im Kern des Kometen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings hat <i>Rosetta</i> den Kometen 97P während der letzten Wochen auf einer Flugbahn umkreist, welche in Höhen zwischen etwa 100 und 50 Kilometern über der Kometenoberfläche verlief. Diese noch relativ große Entfernung und die &#8218;geringe&#8216; Masse des Kometen waren dafür verantwortlich, dass die Raumsonde bisher nur minimal von der Gravitation des Kometen beeinflusst wurde. Trotzdem hat das RSI-Team bereits Messungen durchgeführt, welche insgesamt 80 Stunden andauerten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Daten reichen allerdings noch nicht aus, um das Schwerkraftfeld von 67P exakt zu bestimmen. Je weiter sich <i>Rosetta</i> jedoch in den kommenden Wochen der Oberfläche von 67P nähert, desto deutlicher wird sich die Gravitation des Kometen auf die Flugbahn der Raumsonde bemerkbar machen und desto genauer werden die Modelle des Gravitationsfeldes von 67P ausfallen. Erst vor wenigen Stunden hat <i>Rosetta</i> zum Beispiel ein weiteres Flugmanöver durchgeführt, mit dem ein Orbit erreicht wurde, welcher in einer Entfernung von jetzt nur noch 29 Kilometern zu dem Kometen verläuft. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>&#8230;und dessen Bedeutung</strong>
<br>
Eine möglichst genaue Kenntnis des Gravitationsfeldes von 67P ist unter anderem nötig, um die Landung des von <i>Rosetta</i> mitgeführte Kometenlander <i>Philae</i> zu planen. Dieser soll am 11. November 2014 von <i>Rosetta</i> abgetrennt werden und etwa fünf bis sieben Stunden später möglichst punktgenau sein noch festzulegendes Landegebiet auf der Kometenoberfläche erreichen. Zwecks der Festlegung des Zeitpunktes der Abtrennung muss jedoch bekannt sein, wie stark die Gravitation des Kometen die anschließende Flugbahn von <i>Philae</i> beeinflussen wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und auch für den weiteren Verlauf der <i>Rosetta</i>-Mission ist eine möglichst genaue Kenntnis der gravitativen Kräfte notwendig, welche in Zukunft auf die Raumsonde einwirken werden. In Zukunft, so die aktuellen Planungen, soll sich <i>Rosetta</i> der Oberfläche des Kometen bis auf eine Entfernung von nur noch etwa zehn Kilometern nähern. Zu welchen Zeitpunkten wird es dann erforderlich sein, die Flugbahn der Raumsonde durch kurze Aktivierungen der Triebwerke zu korrigieren? Sollten hierbei komplexere Kurskorrekturmanöver nötig sein, so bedarf es einer längeren Vorbereitungszeit, um diese Manöver zu planen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber auch für die wissenschaftliche Untersuchung des Kometen sind exakte Kenntnisse über dessen Gravitationsfeld entscheidend. Nicht nur die Gravitation des Kometen wird in Zukunft die Flugbahn von <i>Rosetta</i> verändern. Ein weiterer Faktor ist hierbei der &#8218;Gasdruck&#8216;, welcher durch die von dem Kometen entweichenden Gase entsteht, und der ebenfalls auf die Raumsonde einwirken wird. Durch eine genaue Kenntnis der Gravitationskräfte kann letztendlich berechnet werden, wie stark dieser auf <i>Rosetta</i> einwirkende Druck ausfällt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die hier nur kurz angerissenen Forschungsergebnisse wurden an den letzten beiden Tagen auf dem <a href="https://www.raumfahrer.net/der-epsc-kongress-2014-in-cascais-portugal/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">European Planetary Science Congress</a>, einer gegenwärtig in der Nähe von Lissabon stattfindenden Fachtagung der Planetenforscher, vorgestellt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?board=34.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mission Rosetta</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=667.285" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Kometen</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Seiten bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/rosetta/" data-wpel-link="internal">Rosetta-Sonderseite</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/rosetta/" data-wpel-link="internal">Rosetta-Newsarchiv</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/tag/kometen/" data-wpel-link="internal">Kometen-Newsarchiv</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>EPSC 2014:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://meetingorganizer.copernicus.org/EPSC2014/oral_program/17007" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Rosetta Special Session</a> (engl.)</li><li><a class="a" href="https://meetingorganizer.copernicus.org/EPSC2014/oral_program/16798" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Comets: Getting Ready for the Rosetta Mission (Oral Program)</a> (engl.)</li><li><a class="a" href="https://meetingorganizer.copernicus.org/EPSC2014/poster_program/16798" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Comets: Getting Ready for the Rosetta Mission (Poster Program)</a> (engl.)</li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/groesse-form-und-masse-von-tschurjumow-gerasimenko/" data-wpel-link="internal">Größe, Form und Masse von Tschurjumow-Gerasimenko</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rosettas Komet: Die Oberflächenkartierung beginnt</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/rosettas-komet-die-oberflaechenkartierung-beginnt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Sep 2014 12:27:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Rosetta]]></category>
		<category><![CDATA[67P]]></category>
		<category><![CDATA[EPSC]]></category>
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		<category><![CDATA[Osiris-Kamera]]></category>
		<category><![CDATA[Tschurjumow-Gerasimenko]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 6. August 2014 erreichte die Raumsonde Rosetta den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko. Seitdem sind die beteiligten Wissenschaftler unter anderem damit beschäftigt, dessen Oberfläche zu kartieren und zu charakterisieren. Erste Resultate wurden am gestrigen Tag auf einer Fachkonferenz vorgestellt. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: EPSC 2014, Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. Nach einem mehr als zehn Jahre andauernden [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/rosettas-komet-die-oberflaechenkartierung-beginnt/" data-wpel-link="internal">Rosettas Komet: Die Oberflächenkartierung beginnt</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am 6. August 2014 erreichte die Raumsonde Rosetta den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko. Seitdem sind die beteiligten Wissenschaftler unter anderem damit beschäftigt, dessen Oberfläche zu kartieren und zu charakterisieren. Erste Resultate wurden am gestrigen Tag auf einer Fachkonferenz vorgestellt.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: EPSC 2014, Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09092014142743_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09092014142743_small_1.jpg" alt="ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA" width="260"/></a><figcaption>
Verschiedene Regionen auf der Oberfläche des Kometen 67P, welche unterschiedliche morphologische Strukturen aufweisen, wurden in dieser Karte durch verschiedene Farben hervorgehoben. Diese Karte soll dabei helfen, die Geologie des Kometen in Zukunft besser zu verstehen. Der größere Teilkörper des Kometen befindet sich in dieser Ansicht im Bildvordergrund, der kleinere Teilkörper, der &#8218;Kopf&#8216;, dagegen im Hintergrund. 
<br>
(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einem mehr als zehn Jahre andauernden Flug durch unser Sonnensystem, bei dem eine Distanz von rund 6,4 Milliarden Kilometern zurückgelegt wurde, erreichte die von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Raumsonde <i>Rosetta</i> am 6. August 2014 das Ziel ihrer Reise &#8211; den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko (der Einfachheit halber ab hier als &#8222;67P&#8220; abgekürzt). Seitdem sind die an der <i>Rosetta</i>-Mission beteiligten Wissenschaftler damit beschäftigt, den Kometen mit den <a class="a" href="https://web.archive.org/web/20230329214450/https://www.dlr.de/pf/desktopdefault.aspx/tabid-1371/1868_read-3287/" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">elf Instrumenten</a> an Bord der Raumsonde genauer zu untersuchen und zu charakterisieren. Neben den verschiedenen Messinstrumenten wird hierfür die <a class="a" href="https://www.mps.mpg.de/rosetta/osiris" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">OSIRIS-Kamera</a> &#8211; die vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen entwickelte und betriebene Hauptkamera an Bord von <i>Rosetta</i> &#8211; eingesetzt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die hochaufgelösten Aufnahmen dieser Kamera zeigen eine einzigartige und ausgesprochen vielfältige Kometenoberfläche. In einigen der bisher angefertigten Aufnahmen wird die Oberfläche von 67P mit einer Auflösung von 75 Zentimetern pro Pixel wiedergegeben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Noch nie zuvor haben wir die Oberfläche eines Kometen in solchen Einzelheiten gesehen&#8220;, so Dr. Holger Sierks vom MPS), der Leiter des OSIRIS-Teams. &#8222;Dies ist ein historischer Moment. Wir verfügen nun zum ersten Mal über eine Auflösung, die es uns ermöglicht, einen Kometen zu kartieren.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf den bisher angefertigten und ausgewerteten OSIRIS-Aufnahmen zeigt sich, dass der Komet 67P über eine stark variierende Oberfläche verfügt, welche größtenteils von einem rauen Gelände dominiert wird, auf dem sich eine Vielzahl von teilweise sehr stark geneigten Berghängen, scharfkantige Klippen, Vertiefungen, kraterähnliche Strukturen, parallel verlaufenden Rillen und Gräben sowie Gesteinsbrocken und Felsblöcke befinden. In einer bestimmten Region wurde dabei auf einer Fläche von etwa einem Quadratkilometer mehr als 300 Felsblöcke gezählt, welche über einen Durchmesser von teilweise deutlich mehr als drei Metern verfügen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09092014142743_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09092014142743_small_2.jpg" alt="ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA" width="260"/></a><figcaption>
Auf der Oberfläche von 67P befinden sich eine Vielzahl an scharfkantigen Klippen, Bergrücken, Tälern und Felsblöcken. Diese Aufnahme der OSIRIS-Kamera wurde am 5. September 2014 aus einer Entfernung von 62 Kilometern zu der Oberfläche des Kometen 67P angefertigt und erreicht eine Auflösung von 1,1 Metern pro Pixel. In der linken Bildhälfte ist ein Teil des &#8218;Körpers&#8216; zu erkennen, in der rechten Hälfte ein Teilbereich des hinteren &#8218;Kopfes&#8216;. 
<br>
(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die an der <i>Rosetta</i>-Mission beteiligten Wissenschaftler haben die Oberfläche jetzt in mehrere Regionen aufgeteilt, welche sich durch die jeweiligen dort erkennbaren morphologischen Eigenschaften definieren. Einige dieser Gebiete scheinen eine eher &#8218;ruhige&#8216; Vergangenheit durchlebt zu haben. Andere Regionen erwecken dagegen den Eindruck, als ob sie durch die kometare Aktivität von 67P geformt wurden. Die bisher angefertigten OSIRIS-Aufnahmen der Koma des Kometen deuten darauf hin, dass der Staub, den 67P gegenwärtig freisetzt, von diesen speziell in der &#8218;Hals&#8216;-Region des Kometen befindlichen Bereichen ausgeht. 
<br>
&#8222;Diese erste Karte ist natürlich nur der Anfang unserer Bemühungen&#8220;, so Dr. Holger Sierks. &#8222;Zu diesem Zeitpunkt versteht eigentlich noch niemand, wie die morphologischen Unterschiede, die wir sehen, entstanden sind.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in den kommenden Monaten sollen weitere hochaufgelöste Fotos angefertigt werden, auf denen die Wissenschaftler nach Veränderungen auf der Kometenoberfläche suchen werden. Zeitweise wird sich <i>Rosetta</i> der Kometenoberfläche hierzu auf eine Entfernung von zehn Kilometern annähern. Eventuell wird im Januar 2015 sogar für kurze Zeit eine Überflughöhe von lediglich acht Kilometern eingenommen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar erwarten die Kometen-Forscher nicht, dass sich die Gebietsgrenzen der identifizierten einzelnen, sich morphologisch unterscheidenden Regionen auf der aktuellen Karte durch noch zu gewinnende Erkenntnisse dramatisch verschieben werden. Jedoch können selbst kleinste Oberflächenveränderungen dabei helfen zu erklären, wie diese faszinierende Welt beschaffen und aufgebaut ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die hier kurz angerissenen Forschungsergebnisse wurden am gestrigen Tag auf dem <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/der-epsc-kongress-2014-in-cascais-portugal/" target="_blank" data-wpel-link="internal">European Planetar</a>https://www.raumfahrer.net/news/astronomie/07092014210242.shtml</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/der-epsc-kongress-2014-in-cascais-portugal/" target="_blank" data-wpel-link="internal"> Science Congress</a>, einer gegenwärtig in der Nähe von Lissabon stattfindenden Fachtagung der Planetenforscher, vorgestellt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?board=34.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mission Rosetta</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=667.285" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Kometen</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Seiten bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/rosetta/" data-wpel-link="internal">Rosetta-Sonderseite</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/rosetta/" data-wpel-link="internal">Rosetta-Newsarchiv</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/tag/kometen/" data-wpel-link="internal">Kometen-Newsarchiv</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>EPSC 2014:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://meetingorganizer.copernicus.org/EPSC2014/oral_program/17007" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Rosetta Special Session</a> (engl.)</li><li><a class="a" href="https://meetingorganizer.copernicus.org/EPSC2014/oral_program/16798" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Comets: Getting Ready for the Rosetta Mission (Oral Program)</a> (engl.)</li><li><a class="a" href="https://meetingorganizer.copernicus.org/EPSC2014/poster_program/16798" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Comets: Getting Ready for the Rosetta Mission (Poster Program)</a> (engl.)</li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/rosettas-komet-die-oberflaechenkartierung-beginnt/" data-wpel-link="internal">Rosettas Komet: Die Oberflächenkartierung beginnt</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der EPSC-Kongress 2013 in London</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/der-epsc-kongress-2013-in-london/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Sep 2013 12:16:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[JUICE]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Dawn]]></category>
		<category><![CDATA[EPSC]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Exoplaneten]]></category>
		<category><![CDATA[Japan]]></category>
		<category><![CDATA[Kongress]]></category>
		<category><![CDATA[London]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Planetenforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vom 8. bis zum 13. September 2013 findet in London die mittlerweile achte European Planetary Science Conference statt. Es werden bis zu 800 Teilnehmer aus der weltweiten Wissenschaftsgemeinde der Planetenforscher erwartet, welche im Rahmen dieses internationalen Kongresses unter anderem den Vorträgen führender Projektwissenschaftler der ESA, der NASA und verschiedener in die planetare Forschung involvierter Institute [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/der-epsc-kongress-2013-in-london/" data-wpel-link="internal">Der EPSC-Kongress 2013 in London</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Vom 8. bis zum 13. September 2013 findet in London die mittlerweile achte European Planetary Science Conference statt. Es werden bis zu 800 Teilnehmer aus der weltweiten Wissenschaftsgemeinde der Planetenforscher erwartet, welche im Rahmen dieses internationalen Kongresses unter anderem den Vorträgen führender Projektwissenschaftler der ESA, der NASA und verschiedener in die planetare Forschung involvierter Institute und Universitäten folgen werden.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: Europlanet, EPSC 2013.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09092013141625_small_1.jpg" alt="Europlanet" width="550" height="69"/><figcaption>
Europlanet: Ein europäisches Forschungsnetzwerk zur Förderung und Weiterentwicklung der planetaren Forschung in Europa. 
<br>
(Bild: Europlanet)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Diverse Raumsonden und Rover, welche mit hochauflösenden Kamerasystemen, hochmodernen Messinstrumenten, immer intelligenteren Sensoren und leistungsfähigeren Computersystemen und Softwareprogrammen ausgerüstet sind, dringen gegenwärtig immer tiefer in die Weiten unseres Sonnensystems vor. Sowohl verschiedene Weltraumteleskope wie zum Beispiel das <i>Hubble Space Telescope</i> oder das <i>Spitzer-Teleskop</i> als auch erdgestützte Groß-Teleskope liefern zudem ständig neue Fotoaufnahmen und Daten über die Planeten, Monde, Kometen und Asteroiden unseres heimatlichen Sonnensystems und erfassen mit ihren innovativen Aufnahmetechniken mittlerweile auch bereits die Exoplaneten, welche fremde und oftmals viele hunderte von Lichtjahren entfernt gelegene Sterne umkreisen. Mittlerweile vergeht dabei keine Woche mehr, in welcher nicht neue Forschungsdaten, atemberaubende Bilder und sensationelle Erkenntnisse aus dem weiten Forschungsfeld der Planetologie veröffentlicht werden, welche sowohl die in die Planetenforschung involvierten Experten als auch die interessierte Öffentlichkeit begeistern. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09092013141625_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09092013141625_small_2.jpg" alt="EPSC" width="260"/></a><figcaption>
Das Poster zum diesjährigen EPSC-Kongress. 
<br>
(Bild: EPSC)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Aus diesen neu gewonnenen Daten, aber auch aus teilweise bereits mehrere Jahrzehnte alten Messergebnissen, leiten die Wissenschaftler weitere Erkenntnisse über die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte unseres Planetensystems und des Universums sowie über die physikalischen, chemischen und geologischen Eigenschaften der einzelnen planetaren Objekte ab. Gleichzeitig ergeben sich dabei aber mit jeder erhaltenen Antwort fast automatisch auch immer wieder neue Fragestellungen, welche durch weitere Forschungen und durch zukünftige Raummissionen beantwortet werden sollen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Vom 8. bis zum 13. September 2013 wird sich die weltweite Wissenschaftsgemeinde der Planetenforscher im Rahmen des diesjährigen &#8222;European Planetary Science Congress&#8220; (EPSC) neben der Präsentation weiterer neuer Forschungsergebnisse genau solchen neu aufgetretenen Fragen widmen und dabei nach Wegen suchen, um diese im Rahmen zukünftiger Forschungsprojekte und Weltraummissionen zu beantworten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch den mittlerweile seit dem Herbst 2006 regelmäßig stattfindenden EPSC-Kongress ergibt sich die Gelegenheit, Fachkräfte aus den verschiedensten Bereichen der Planetenforschung &#8211; Wissenschaftler, Techniker und Ingenieure der einzelnen gegenwärtig aktiven und für die Zukunft geplanten interplanetaren Missionen, Fachleute für bodengebundene astronomische Beobachtungen und überwiegend in den verschiedensten theoretischen Arbeitsbereichen tätige Forscher &#8211; an einem Ort zu einem gegenseitigen Wissens- und Gedankenaustausch zusammenzuführen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der EPSC-Kongress ist der größte regelmäßig in Europa stattfindende Kongress der Planetenforscher. Für den EPSC-Kongress 2013, welcher in diesem Jahr auf dem Gelände des <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/University_College_London" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">University College London</a> stattfindet, haben sich rund 800 Teilnehmer aus Europa und den USA, aber zum Beispiel auch aus Russland und Japan angekündigt. Die von Montag bis Freitag stattfindende Fachtagung setzt sich aus 75 verschiedenen Sessions und verschiedenen, auf spezielle Themen ausgerichtete Splinter-Meetings und Workshops zusammen, welche ein umfassendes Themenspektrum abdecken. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09092013141625_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09092013141625_small_3.jpg" alt="Raumfahrer.net" width="260"/></a><figcaption>
Willkommen beim European Planetary Science Congress, welcher in diesem Jahr in London stattfindet. 
<br>
(Bild: Raumfahrer.net)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die darin enthaltenen fast 1.100 Beiträge, welche in Form kurzer mündlicher Vorträge oder im Rahmen einer Posterpräsentation dargebracht werden, reichen vom Themenbereich der Gasplaneten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun, deren Ringsystemen, Atmosphären und Monden über die sogenannten terrestrischen (erdähnlichen) Planeten Merkur, Venus und Mars und über unseren Erdmond bis hin zu den kleinsten Objekten unseres Sonnensystems, den Asteroiden, Kometen und Meteoren. Besondere Höhepunkte dürften dabei die Präsentationen der jüngsten Forschungsergebnisse der Raumsonde <i>DAWN</i>, welche sich bis Anfang September 2012 in einem Orbit um den Asteroiden Vesta befand, und des immer noch aktiven Merkurorbiters <i>Messenger</i> sein. Und auch von der neuesten Rovermission der NASA, von dem Marsrover <i>Curiosity</i>, sollen weitere Ergebnisse präsentiert werden.  <br>Aber auch neueste Erkenntnisse aus dem Themenbereich der Exoplanetenforschung, aktuelle Forschungsergebnisse aus der Astrobiologie und diverse Feldforschungsstudien sollen vorgestellt und dabei im Rahmen der jeweiligen Vorträge kurz diskutiert werden. Ebenso werden auch die technischen Aspekte zukünftiger Raum-Missionen bei dem Kongress nicht außer Acht gelassen. Neben den technischen Erfahrungen der aktuellen Missionen wird im Rahmen mehrerer Workshops auch ein Austausch über zukünftige Raummissionen stattfinden. So werden die Wissenschaftler und Ingenieure zum Beispiel über die Zielsetzungen künftiger Missionen oder die technischen Möglichkeiten von Orbitern, Landern und Rovern bei der Erforschung fremder Planeten und Monde und die mit der Planung und Durchführung solcher Missionen verbundenen Probleme diskutieren. Neben der <i>ExoMars</i>-Mission der ESA, welche aus einem 2016 zu startenden Marsorbiter und einem Rover &#8211; voraussichtlicher Starttermin ist das Jahr 2018 &#8211; besteht, wird hierbei auch die zukünftige Jupitermission <i>JUICE</i> im Detail erörtert, welche im Juni 2022 zum größten Planeten innerhalb unseres Sonnensystems aufbrechen soll. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09092013141625_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09092013141625_small_4.jpg" alt="Raumfahrer.net" width="260"/></a><figcaption>
Der diesjährige EPSC-Kongress wurde vor wenigen Stunden offiziell eröffnet. 
<br>
(Bild: Raumfahrer.net)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Gespräche und Diskussionen der Beteiligten in einer möglichst entspannten Atmosphäre zu ermöglichen, wurde für den diesjährigen Kongress &#8211; wie auch bereits in den Vorjahren &#8211; erneut ein vielfältiger Mix aus teilweise parallel stattfindenden Vorträgen, Workshops, Splinter-Meetings, Panels und Posterpräsentationen als Veranstaltungsform gewählt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sie sind gerade in London? Schauen Sie vorbei!</strong> <br>Ein spezieller Themenkomplex wird sich dabei erneut der Zusammenarbeit der professionellen Wissenschaftler mit der internationalen Gemeinde der Amateurastronomen und &#8222;Hobbyplanetologen&#8220; widmen. Diese Zusammenarbeit erwies sich in den vergangenen Jahren bereits als sehr erfolgreich und erstreckte sich dabei speziell auf die Beobachtung der Planeten Jupiter und Saturn, wo Amateurastronomen wertvolle Bilder über Kometen- und Asteroidenimpakte (Jupiter) oder das aktuelle Wettergeschehen (Saturn) liefern konnten, welche aufgrund der begrenzten Beobachtungszeiten in diesem Umfang nicht mit professionellen Instrumenten hätten angefertigt werden können. Aber auch bei der gezielten und regelmäßig erfolgenden Beobachtung des Mondes, der Venus, von Kometen oder von Meteoren und der Bestimmung von deren Fallraten sind Amateurastronomen gefragt und werden aktiv in aktuelle Beobachtungsprogramme der Wissenschaftler eingebunden. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09092013141625_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09092013141625_small_5.jpg" alt="Raumfahrer.net" width="260"/></a><figcaption>
Zwischen den einzelnen Sessions ergeben sich für die Kongressteilnehmer immer wieder Gelegenheiten für angeregte Gespräche. 
<br>
(Bild: Raumfahrer.net)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Zusammenarbeit geht Hand in Hand mit einem weiteren erklärten Ziel des Kongresses. Durch die Arbeit der Wissenschaftler soll unter anderem auch das sogenannte &#8222;Public Outreach&#8220;, die Verbreitung der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und die gleichzeitig erfolgende Einbindung der interessierten Öffentlichkeit in die damit verbundenen Arbeiten der beteiligten Wissenschaftler der verschiedenen europäischen Forschungsinstitute verbessert werden. Durch eine innovative Öffentlichkeitsarbeit, so das Ziel, sollen die Aktivitäten der Planetenforscher bei den Bürgern, bei der Industrie und nicht zuletzt auch bei den für die Vergabe der benötigten Finanzmitteln verantwortlichen politischen Entscheidungsträgern mehr Beachtung finden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das &#8222;Festival der Planeten&#8220; in London</strong> <br>Um deren Interesse an der Erforschung des Weltalls noch weiter voranzutreiben findet parallel zu dem EPSC ein von verschiedenen Partnerorganisationen des diesjährigen Kongresses (UCL, Bloomsbury Theatre, British Interplanetary Society, Baker Street Irregular Astronomers, Royal Observatory Greenwich, Natural History Museum, Royal Astronomical Society) organisiertes &#8222;Festival der Planeten&#8220; statt. Diese Veranstaltungen beinhalten unter anderem künstlerische Darbietungen, mehrere Filmvorführungen, eine &#8222;Star Party&#8220; und öffentliche Fachvorträge. Sollten Sie sich gegenwärtig gerade in London aufhalten, so schauen Sie doch einfach einmal vorbei und teilen Ihr Interesse an Astronomie und Raumfahrt mit anderen Menschen! Nähere Details zu den diversen Veranstaltungen finden Sie auf einer <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://web.archive.org/web/20130822074151/http://www.europlanet-eu.org/epsc2013/outreach-activities" target="_blank" data-wpel-link="external">entsprechenden Internetseite</a>. Aber auch ein direkter Besuch des Kongresses und eine Teilnahme an den diversen Vorträgen ist <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://www.epsc2013.eu/registration.html" target="_blank" data-wpel-link="external">für Interessierte</a> möglich. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der European Planetary Science Congress 2014 findet im nächsten Jahr vom 7. bis zum 12. September am &#8222;Estoril Congress Center&#8220; in der Nähe von Lissabon/Portugal statt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Website:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.epsc2013.eu/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">EPSC-Kongress 2013</a> (engl.)</li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/der-epsc-kongress-2013-in-london/" data-wpel-link="internal">Der EPSC-Kongress 2013 in London</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der EPSC-Kongress 2012 in Madrid</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/der-epsc-kongress-2012-in-madrid/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Sep 2012 15:24:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[EPSC]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Europlanet]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=35088</guid>

					<description><![CDATA[<p>Vom 23. bis 28. September 2012 lädt das europäische Forschungsnetzwerk Europlanet die weltweite Wissenschaftsgemeinde der Planetenforscher nach Madrid ein. Es werden bis zu 700 Teilnehmer erwartet, welche sich im Rahmen dieses internationalen Kongresses unter anderem auf die Vorträge führender Projektwissenschaftler der ESA, der NASA und verschiedener in die planetare Forschung involvierter Institute und Universitäten freuen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/der-epsc-kongress-2012-in-madrid/" data-wpel-link="internal">Der EPSC-Kongress 2012 in Madrid</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Vom 23. bis 28. September 2012 lädt das europäische Forschungsnetzwerk Europlanet die weltweite Wissenschaftsgemeinde der Planetenforscher nach Madrid ein. Es werden bis zu 700 Teilnehmer erwartet, welche sich im Rahmen dieses internationalen Kongresses unter anderem auf die Vorträge führender Projektwissenschaftler der ESA, der NASA und verschiedener in die planetare Forschung involvierter Institute und Universitäten freuen dürfen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: Europlanet, EPSC 2012.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24092012172438_small_1.jpg" alt="Europlanet" width="744" height="93"/><figcaption>
Europlanet: Ein europäisches Forschungsnetzwerk zur Förderung und Weiterentwicklung der planetaren Forschung in Europa. 
<br>
(Bild: Europlanet)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Immer mehr Raumsonden und Rover, welche mit hochauflösenden Kamerasystemen, hochmodernen Messinstrumenten, immer intelligenteren Sensoren und leistungsfähigeren Computersystemen und Softwareprogrammen ausgerüstet sind, dringen gegenwärtig immer tiefer in die Weiten unseres Sonnensystems vor. Sowohl verschiedene Weltraumteleskope wie zum Beispiel das <i>Hubble Space Telescope</i>, das <i>Spitzer-Teleskop</i> oder die Exoplaneten-Sucher <i>Kepler</i> und <i>CoRoT</i> als auch erdgestützte Groß-Teleskope liefern ständig neue Bilder und Daten über die Planeten, Monde, Kometen und Asteroiden unseres Heimatsystems und erfassen mit ihren innovativen Aufnahmetechniken mittlerweile auch bereits die Exoplaneten, welche fremde und oftmals viele hunderte von Lichtjahren entfernt gelegene Sterne umkreisen. Mittlerweile vergeht dabei keine Woche mehr, in welcher nicht neue Forschungsdaten, atemberaubende Bilder und sensationelle Erkenntnisse aus dem weiten Forschungsfeld der Planetologie veröffentlicht werden, welche sowohl die in die Planetenforschung involvierten Experten als auch die interessierte Öffentlichkeit begeistern. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24092012172438_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24092012172438_small_2.jpg" alt="Europlanet" width="347" height="553"/></a><figcaption>
Das Poster zum EPSC-Kongress 2012. 
<br>
(Bild: Europlanet)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Aus den gewonnenen Daten leiten die Wissenschaftler neue Erkenntnisse über die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte unseres Planetensystems und des Universums sowie über die physikalischen, chemischen und geologischen Eigenschaften der einzelnen planetaren Objekte ab. Gleichzeitig ergeben sich dabei aber mit jeder erhaltenen Antwort auch fast automatisch immer wieder neue Fragestellungen, welche durch weitere Forschungen und zukünftige Raummissionen beantwortet werden sollen. Vom 23. bis zum 28. September 2012 wird sich die weltweite Wissenschaftsgemeinde der Planetenforscher im Rahmen des diesjährigen &#8222;European Planetary Science Congress&#8220; (EPSC) neben der Präsentation weiterer neuer Forschungsergebnisse genau solchen neu aufgetretenen Fragen widmen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch den von dem europäischen Forschungsnetzwerk &#8222;Europlanet&#8220; organisierten Kongress ergibt sich die Gelegenheit, Fachkräfte aus den verschiedensten Bereichen der Planetenforschung &#8211; Wissenschaftler, Techniker und Ingenieure der einzelnen gegenwärtig aktiven und für die Zukunft geplanten interplanetaren Missionen, Fachleute für bodengebundene astronomische Beobachtungen und überwiegend in den verschiedensten theoretischen Arbeitsbereichen tätige Forscher &#8211; an einem Ort zu einem gegenseitigen Wissens- und Gedankenaustausch zusammenzuführen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dem am 1. Januar 2005 gegründete Forschungsnetzwerk &#8222;Europlanet&#8220; gehören gegenwärtig  27 Forschungseinrichtungen und -gesellschaften an, welche aus 16 Ländern, 13 davon sind Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, stammen. Aus Deutschland sind derzeit das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Max-Planck-Gesellschaft, das Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg, das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau, die Technischen Universität in Berlin sowie das Institut für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart vertreten. Weitere 70 Institute, welche zum Beispiel auch in den USA, Japan oder Brasilien ansässig sind, werden als assoziierte Partner geführt. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24092012172438_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24092012172438_small_3.jpg" alt="Raumfahrer.net (R.-M. Richter)" width="403" height="268"/></a><figcaption>
Willkommen zum EPSC 2012 in Madrid. 
<br>
(Bild: Raumfahrer.net (R.-M. Richter))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die wichtigste Aufgabe von Europlanet besteht dabei darin, eine bisher einzigartige Forschungsinfrastruktur für die europäische Planetenforschung zu schaffen, welche Wissenschaftlern und Studenten Zugang zu hochmodernen Labor- und Feldforschungseinrichtungen sowie zu Modell- und Simulationsanlagen ermöglicht. Dabei, so die Zielsetzung, soll die Arbeit der europäischen Planetenwissenschaftler noch besser als bisher koordinieren und vernetzt werden. Neben der Abstimmung der einzelnen Aktivitäten sollen dabei Studien, Laborexperimente, Simulationen und Synergien zwischen den verschiedenen Forschungsansätzen erläutert und diskutiert werden. Durch diesen Erfahrungsaustausch soll eine bessere nationale und internationale Vernetzung der an den unterschiedlichen Aktivitäten und Forschungsprojekten beteiligten Wissenschaftler erreicht werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Des weiteren sollen durch die Aktivitäten von Europlanet bessere Möglichkeiten zur Datenauswertung bereitgestellt werden. Darunter fällt auch die Auswertung der Daten von Raumfahrtmissionen und erdgestützter Teleskope. Das dabei angestrebte Ziel ist es, aus den Forschungsaktivitäten der europäischen Raumfahrtmissionen und Bodenstationen einen optimalen wissenschaftlichen Nutzen zu ziehen. Aufbauend auf den Synergien von Diensten und gemeinsamen Forschungs- und Netzwerkaktivitäten bietet das Forschungsnetzwerk somit die idealen wissenschaftlichen und technischen Voraussetzungen für die Auswertung von Daten aus aktuellen und früheren Planetenerkundungsmissionen und bereitet zugleich die nächste Generation von planetaren Forschungsmissionen vor. Auf diese Weise trägt Europlanet aktiv dazu bei, die Rolle Europas bei der Erforschung von Planeten und der Durchführung der dafür erforderlichen Raumfahrtmissionen zu stärken. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der EPSC ist der größte regelmäßig in Europa stattfindende Kongress der Planetenforscher. Für den EPSC-Kongress 2012, welcher in diesem Jahr auf dem Gelände des Messe- und Kongresszentrums IFEMA-Feria de Madrid in Spanien abgehalten wird, haben sich rund 700 Teilnehmer aus Europa und den USA, aber zum Beispiel auch aus Russland oder Japan angekündigt. Die von Montag bis Freitag stattfindende Tagung setzt sich aus über 50 verschiedenen Sessions sowie 16 verschiedenen, auf spezielle Themen ausgerichtete Splinter-Meetings und Wokshops zusammen, welche ein umfassendes Themenspektrum abdecken. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24092012172438_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24092012172438_small_4.jpg" alt="Raumfahrer.net (R.-M. Richter)" width="378" height="252"/></a><figcaption>
Zwischen den einzelnen Sessions ergeben sich vielfältige Gelegenheiten für Gespräche. 
<br>
(Bild: Raumfahrer.net (R.-M. Richter))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die darin enthaltenen fast 1.000 Beiträge, welche in Form kurzer mündlicher Vorträge oder im Rahmen einer Posterpräsentation dargebracht werden, reichen vom Themenbereich der Gasplaneten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun, deren Ringsystemen, Atmosphären und Monden über die sogenannten terrestrischen (erdähnlichen) Planeten Merkur, Venus und Mars und über unseren Erdmond bis hin zu den kleinsten Objekten unseres Sonnensystems, den Asteroiden, Kometen und Meteoren. Besondere Höhepunkte dürften die Präsentationen der jüngsten Forschungsergebnisse der Raumsonden <i>DAWN</i>, welche sich bis vor wenigen Wochen in einem Orbit um den Asteroiden Vesta befand, und des Merkurorbiters <i>Messenger</i> sein. Und auch von der neuesten Rovermission der NASA, von dem Marsrover <i>Curiosity</i>, werden bereits erste Ergebnisse erwartet.  <br>Aber auch neueste Erkenntnisse aus dem Themenbereich der Exoplanetenforschung, Forschungsergebnisse aus der Astrobiologie und diverse Feldforschungsstudien sollen vorgestellt und dabei im Rahmen der jeweiligen Vorträge kurz diskutiert werden. Ebenso werden die technischen Aspekte zukünftiger Raum-Missionen bei dem Kongress nicht außer Acht gelassen. Neben den technischen Erfahrungen der aktuellen Missionen wird im Rahmen mehrerer Workshops auch ein Austausch über zukünftige Raummissionen stattfinden. So werden die Wissenschaftler und Ingenieure zum Beispiel über die Zielsetzungen künftiger Missionen oder die technischen Möglichkeiten von Orbitern, Landern und Rovern bei der Erforschung fremder Planeten und Monde und die mit der Planung und Durchführung solcher Missionen verbundenen Probleme diskutieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Gespräche und Diskussionen der Beteiligten in einer möglichst entspannten Atmosphäre zu ermöglichen, wurde für den diesjährigen Kongress &#8211; wie auch bereits in den Vorjahren &#8211; erneut ein vielfältiger Mix aus teilweise parallel stattfindenden Vorträgen, Workshops, Splinter-Meetings, Panels und Posterpräsentationen als Veranstaltungsform gewählt. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24092012172438_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24092012172438_small_5.jpg" alt="Raumfahrer.net (R.-M. Richter)" width="360" height="240"/></a><figcaption>
Nicht nur die Räume, in denen die Vorträge gehalten werden, sondern auch der Vorraum des Kongressbereiches ist gut gefüllt. 
<br>
(Bild: Raumfahrer.net (R.-M. Richter))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ein spezieller Themenkomplex wird sich dabei erneut der Zusammenarbeit der professionellen Wissenschaftler mit der internationalen Gemeinde der Amateurastronomen und &#8222;Hobbyplanetologen&#8220; widmen. Diese Zusammenarbeit erwies sich in den vergangenen Jahren bereits als sehr erfolgreich und erstreckte sich dabei speziell auf die Beobachtung der Planeten Jupiter und Saturn, wo Amateurastronomen wertvolle Bilder über Kometen- und Asteroidenimpakte (Jupiter) oder das aktuelle Wettergeschehen (Saturn) liefern konnten, welche aufgrund der begrenzten Beobachtungszeiten in diesem Umfang nicht mit professionellen Instrumenten hätten angefertigt werden können. Aber auch bei der gezielten und regelmäßig erfolgenden Beobachtung des Mondes oder von Meteoren und der Bestimmung von deren Fallraten sind Amateurastronomen gefragt und werden aktiv in aktuelle Beobachtungsprogramme der Wissenschaftler eingebunden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Zusammenarbeit geht Hand in Hand mit einem weiteren erklärten Ziel von Europlanet. Durch die Arbeit des Forschungsnetzwerkes soll unter anderem auch das sogenannte &#8222;Public Outreach&#8220;, die Verbreitung der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und die gleichzeitig erfolgende Einbindung der interessierten Öffentlichkeit in die damit verbundenen Arbeiten der beteiligten Wissenschaftler der europäischen Forschungsinstitute verbessert werden. Durch eine innovative Öffentlichkeitsarbeit, so das Ziel, sollen die Aktivitäten der Planetenforscher bei den Bürgern, bei der Industrie und nicht zuletzt auch bei den für die Vergabe der benötigten Finanzmitteln verantwortlichen politischen Entscheidungsträgern mehr Beachtung finden. Entsprechend dieser Zielsetzung wird mittlerweile jährlich ein Preis für &#8222;Excellence in Public Engagement with Planetary Science&#8220; an Einzelpersonen, Gruppen oder Institute vergeben, welche sich im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit besonders engagiert haben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der European Planetary Science Congress 2013 findet im nächsten Jahr vom 8. bis zum 13. September am University College in London statt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Website:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.epsc2012.eu/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">EPSC-Kongress 2012</a> (engl.)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/der-epsc-kongress-2012-in-madrid/" data-wpel-link="internal">Der EPSC-Kongress 2012 in Madrid</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wasserdampfüberschuss in der Marsatmosphäre</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/wasserdampfueberschuss-in-der-marsatmosphaere/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Oct 2011 21:24:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[ExoMars]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Mars Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Atmosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[EPSC]]></category>
		<category><![CDATA[Mars Express]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserdampf]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkreislauf]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=34472</guid>

					<description><![CDATA[<p>Eine Analyse der von der Raumsonde Mars Express gesammelten Daten hat ergeben, dass die obere Atmosphäre des Mars mit Wasserdampf übersättigt ist. Über diese für das Verständnis des dortigen Wasserkreislaufes wichtige Entdeckung wurde heute auf dem derzeit in Frankreich stattfindenden EPSC-DPS Joint Meeting 2011 berichtet. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: EPSC-DPS 2011, ESA, Science. [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Eine Analyse der von der Raumsonde Mars Express gesammelten Daten hat ergeben, dass die obere Atmosphäre des Mars mit Wasserdampf übersättigt ist. Über diese für das Verständnis des dortigen Wasserkreislaufes wichtige Entdeckung wurde heute auf dem derzeit in Frankreich stattfindenden EPSC-DPS Joint Meeting 2011 berichtet.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter.</a> Quelle: EPSC-DPS 2011, ESA, Science.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05102011232438_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05102011232438_small_1.jpg" alt="NASA, Hubble Heritage Team (STScI/AURA)" width="296" height="294"/></a><figcaption>
Diese Aufnahme des Hubble Space Teleskops vom 26. Juni 2001 zeigt den Mars in einer Entfernung von rund 43 Millionen Kilometern. Im Bereich der nördlichen Polarkappe und über Teilen der südlichen Hemisphäre sind teilweise dichte Wolken aus Wassereiskristallen in der Marsatmosphäre erkennbar. 
<br>
(Bild: NASA, Hubble Heritage Team (STScI/AURA))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Seitdem im Jahr 1963 erstmals Spuren von Wasserdampf in der Atmosphäre unseres äußeren Nachbarplaneten nachgewiesen werden konnten, war dessen nähere Untersuchung immer eines der Ziele der in den letzten Jahrzehnten zum Mars entsandten Forschungsmissionen. Dabei zeigte sich, dass der Wasserkreislauf des Mars von der im Wechsel erfolgenden Sublimation und Resublimation von Wassereis angetrieben wird, welches an den beiden Marspolen abgelagert ist. Allerdings waren die meisten der bisherigen Marssonden darauf ausgelegt, die Oberfläche unseres Nachbarplaneten zu erforschen. Die von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Raumsonde <i>Mars Express</i> hat dagegen gleich drei Instrumente an Bord, welche sich zur Beobachtung der Marsatmosphäre eignen. Mit diesen Instrumenten &#8211; es handelt sich um die Spektrometer <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://www.dlr.de/de/forschung-und-transfer/projekte-und-missionen/mars-express" target="_blank" data-wpel-link="external">OMEGA, SPICAM und PFS</a> &#8211; konnten bisher über einen Zeitraum von mehr als sieben Jahren Daten gesammelt werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">SPICAM kann bei seinem Messungen die Absorptionslinien von verschiedenen in der Marsatmosphäre vertretenen Gasen im UV- und im Infrarotbereich erfassen. Im sogenannten Okkultationsmodus kann dabei auch deren vertikale Verteilung ermittelt werden. Ein Okkultationsmodus ist dann möglich, wenn der Mars von der Raumsonde aus gesehen dicht an der Sonne vorbeizieht. Bei so einer Okkultation passiert das Sonnenlicht bevor es die Instrumentenöffnung erreicht die Marsatmosphäre. Dabei werden je nach den darin enthaltenen Gasen bestimmte Wellenlängen des Lichtes absorbiert. Durch die Analyse der im Okkultationsmodus empfangenen Lichtspektren können somit vertikale Atmosphärenprofile erstellt werden. Auf diese Weise sind Aussagen über die in der Atmosphäre befindlichen Gase und deren jeweiligen Mengenanteile in unterschiedlichen Höhen möglich.<br><br>Dabei zeigte sich, dass die vertikale Verteilung des Wasserdampfes während des Frühlings und Sommers auf der nördlichen Hemisphäre deutlich von den zuvor erstellten theoretischen Modellen abweicht. Laut der SPICAM-Messungen ist die Marsatmosphäre in Höhen zwischen 25 und 50 Kilometern stark mit Wasserdampf übersättigt. Sie enthält in diesen Höhen mehr als zehnmal so viel Wasserdampf, wie sie eigentlich unter den dort vorherrschenden Bedingungen aufnehmen kann.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/11/WasserZylkusMars.jpg" alt="" class="wp-image-53636" width="410" height="293" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/11/WasserZylkusMars.jpg 410w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/11/WasserZylkusMars-300x214.jpg 300w" sizes="(max-width: 410px) 100vw, 410px" /><figcaption>Während des Frühlings und Sommers werden die zum Großteil aus Wassereis bestehenden Polarkappen von der Sonne erwärmt und das Eis sublimiert schrittweise zu Wasserdampf. Diese Wasserdampfmoleküle werden durch atmosphärische Strömungen in höhere Schichten befördert. Hier lagern sie sich an Aerosolen ab und kondensieren zu Wolken. Durch zu wenig Aerosole erfolgt eine Übersättigung mit Wasserdampf, welcher dann durch Sonnenstrahlung aufgespalten wird. Die freigesetzten Atome von Wasserstoff und Sauerstoff entweichen in das Weltall und der Mars verliert erneut etwas mehr Wasser.
(Bild: ESA, AOES Medialab)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie kommt es zu dieser Übersättigung?</strong><br><br>Wasserdampf ist ein sehr dynamisches Spurengas, dessen Anteil in der Marsatmosphäre bei durchschnittlich lediglich etwa 210 ppm liegt. Die Marsatmosphäre enthält somit etwa 10.000-mal weniger Wasserdampf als die Erdatmosphäre. Trotz dieser geringen Menge ist der Wasserdampf einer der Atmosphärenbestandteile, welcher auf dem Mars den größten jahreszeitlich bedingten Schwankungen unterliegt. Während des Frühlings und Sommers auf der nördlichen Hemisphäre wird aufgrund der dabei auftretenden Temperaturveränderungen und des durch eine Sublimation der nordpolaren Wassereisvorräte ausgelösten Anstieges des Luftdrucks eine globale Luftzirkulation in Gang gesetzt. Diese hat zur Folge, dass in den äquatorialen Breiten Luft in die Höhe steigt und dabei auch den darin enthaltenen Wasserdampf in die Höhe befördert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter irdischen Bedingungen kondensiert Wasserdampf an den in der Luft schwebenden Staubpartikeln oder Aerosolen. Sobald die Lufttemperaturen und der Druck einen gewissen Wert unterschreiten bilden sich zudem Wassereiskristalle und der Anteil des Wasserdampfes nimmt dabei schnell ab. Gleiches sollte auch in der dünnen Marsatmosphäre geschehen. Als ein Indiz hierfür wurden bisher immer die Wolkengürtel aus Wassereiskristallen angesehen, welche sich speziell in den äquatorialen Breiten des Mars ausdehnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb waren die Wissenschaftler davon ausgegangen, dass der Wasserdampfgehalt in der Marsatmosphäre durch diesen Kondensationsprozess begrenzt und dabei zudem stark temperaturabhängig ist. Je kälter die Atmosphäre des Mars in einer bestimmten Höhe ist, desto weniger Wasserdampf sollte sich dort konzentrieren. Die Auswertungen der SPICAM-Daten zeigen jetzt jedoch, dass der Kondensationsprozess in Höhen zwischen 25 und 50 Kilometern offensichtlich nicht effizient genug ist, um den Wasserdampf in dem erwarteten Umfang zu binden. Vielmehr ist die dortige Atmosphäre mit Wasserdampf übersättigt.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/11/atmosphaerenverlust_mars_big.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/11/atmosphaerenverlust_mars_petit.jpg" alt="" class="wp-image-53641" width="299" height="225"/></a><figcaption>Da der Mars im Gegensatz zur Erde über kein nennenswertes Magnetfeld verfügt kann die von der Sonne ausgehende Strahlung &#8211; der Sonnenwind &#8211; tief in die Marsatmosphäre vordringen. Die Sonnenwindionen können dabei die in der Atmosphäre enthaltenen Moleküle in ihre atomaren Bestandteile aufspalten. Diese Aufspaltung beschleunigt das Entweichen in den Weltraum.
(Bild: ASPERA-Kooperation)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Als Ursache hierfür kommt nach Ansicht der Marsforscher zum Beispiel ein Mangel an Aerosolen in diesen Höhen in Frage, welche den Dampf an sich binden können. Ein weiterer Grund könnte der in diesen Höhen herrschende geringe Luftdruck der Marsatmosphäre sein, welcher den Kondensationsprozess und die Bildung von Eiskristallen behindert. Auf jeden Fall hat die Wasserdampfübersättigung nach Meinung der Wissenschaftler grundlegende Auswirkungen auf die Mechanismen, welche den Wasserkreislauf und das Wettergeschehen in der Atmosphäre unseres Nachbarplaneten kontrollieren. So wurde der äquatoriale Gürtel aus Wassereiswolken bisher immer als eine Art Barriere angesehen, welche den Austausch von Wasser zwischen der nördlichen und der südlichen Planetenhemisphäre effizient unterbindet und so auch über einen prägenden Einfluss auf das globale Klima verfügt. Aufgrund der in einem unzureichenden Umfang erfolgenden Kondensation und der dadurch bedingten Übersättigung der Hochatmosphäre mit Wasserdampf verfügt dieser Gürtel aber anscheinend über eine geringere Bedeutung als bislang angenommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem ergibt sich noch ein weiterer möglicher Effekt. Da sich aufgrund der Übersättigung wesentlich mehr Wasserdampf in der Hochatmosphäre des Mars befindet als bisher erwartet, ist es möglich, dass eventuell deutlich mehr Wasser in den Weltraum entweicht als bisher angenommen. Die in der oberen Atmosphäre befindlichen Wassermoleküle würden dabei zuerst durch die einfallende Sonnenstrahlung in ihre einzelnen Bestandteile &#8211; zwei Wasserstoffatome und ein Sauerstoffatom &#8211; aufgespalten werden. Diese einzelnen Atome würden sich anschließend aufgrund ihres gegenüber den Wassermolekülen geringeren Gewichtes deutlich schneller in das den Mars umgebende Weltall verflüchtigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die hier kurz vorgestellten Ergebnisse der Analysen von L. Maltagliati et al. wurden bereits am 30. September 2011 in der Fachzeitschrift Science publiziert und heute auf dem <a href="https://www.raumfahrer.net/der-epsc-dps-kongress-2011-in-nantes/" data-wpel-link="internal">EPSC-DPS Joint Meeting 2011</a>, einem gerade in Nantes/Frankreich stattfindenden Wissenschaftskongress, präsentiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=694.510" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Mars</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4079.225" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mars Express</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>EPSC-DPS Joint Meeting 2011:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://meetingorganizer.copernicus.org/EPSC-DPS2011/EPSC-DPS2011-1127.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Observation of water vapor and supersaturation&#8230;</a>&nbsp;(engl.)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Science:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.science.org/doi/10.1126/science.1207957" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Abstract des Fachartikels</a>&nbsp;(engl.)</li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/wasserdampfueberschuss-in-der-marsatmosphaere/" data-wpel-link="internal">Wasserdampfüberschuss in der Marsatmosphäre</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der EPSC-DPS-Kongress 2011 in Nantes</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/der-epsc-dps-kongress-2011-in-nantes/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Oct 2011 07:04:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[EPSC]]></category>
		<category><![CDATA[Europlanet]]></category>
		<category><![CDATA[Mehrplanetensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Planetenforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumteleskop]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=34480</guid>

					<description><![CDATA[<p>Vom 2. bis 7. Oktober 2011 laden das europäische Forschungsnetzwerk Europlanet und die Division for Planetary Sciences der American Astronomical Society die weltweite Wissenschaftsgemeinde der Planetenforscher nach Nantes ein. Es werden über 1.200 Teilnehmer erwartet, welche sich im Rahmen eines internationalen Kongresses unter anderem auf die Vorträge führender Projektwissenschaftler von ESA, NASA und weiteren Institutionen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/der-epsc-dps-kongress-2011-in-nantes/" data-wpel-link="internal">Der EPSC-DPS-Kongress 2011 in Nantes</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Vom 2. bis 7. Oktober 2011 laden das europäische Forschungsnetzwerk Europlanet und die Division for Planetary Sciences der American Astronomical Society die weltweite Wissenschaftsgemeinde der Planetenforscher nach Nantes ein. Es werden über 1.200 Teilnehmer erwartet, welche sich im Rahmen eines internationalen Kongresses unter anderem auf die Vorträge führender Projektwissenschaftler von ESA, NASA und weiteren Institutionen freuen dürfen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: Europlanet, EPSC-DPS 2011.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102011090452_small_1.jpg" alt="Europlanet" width="749" height="94"/><figcaption>
Europlanet: Ein europäisches Forschungsnetzwerk zur Förderung und Weiterentwicklung der planetaren Forschung in Europa. 
<br>
(Bild: Europlanet)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Immer mehr Raumsonden, welche mit hochauflösenden Kamerasystemen, hochmodernen Messinstrumenten, immer intelligenteren Sensoren und leistungsfähigeren Computersystemen und Softwareprogrammen ausgerüstet sind, dringen immer tiefer in die Weiten unseres Sonnensystems vor. Sowohl Weltraumteleskope wie zum Beispiel das <i>Hubble Space Telescope</i>, das <i>Spitzer-Teleskop</i>, <i>Kepler</i> oder <i>CoRoT</i> als auch erdgestützte Teleskope liefern ständig neue Bilder und Daten über die Planeten, Monde, Kometen und Asteroiden unseres Heimatsystems und erfassen mit ihren innovativen Aufnahmetechniken inzwischen auch bereits die Exoplaneten, welche fremde und oftmals viele hunderte von Lichtjahren entfernt gelegene Sterne umkreisen. Mittlerweile vergeht so keine Woche mehr, in welcher nicht neue Daten, atemberaubende Bilder und sensationelle Erkenntnisse aus dem weiten Forschungsfeld der Planetologie veröffentlicht werden, welche sowohl die interessierte Öffentlichkeit als auch die Fachwelt begeistern. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102011090452_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102011090452_small_2.jpg" alt="Europlanet, DPS" width="344" height="516"/></a><figcaption>
Das Poster zum EPSC-DPS-Kongress 2011. 
<br>
(Bild: Europlanet, DPS)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Aus den gewonnenen Daten leiten die Wissenschaftler neue Erkenntnisse über die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte unseres Planetensystems und des Universums sowie über die physikalischen, chemischen und geologischen Eigenschaften der einzelnen planetaren Objekte ab. Gleichzeitig ergeben sich dabei aber mit jeder erhaltenen Antwort auch fast automatisch immer wieder neue Fragestellungen, welche durch weitere Forschungen und zukünftige Raummissionen beantwortet werden sollen. Vom 2. bis 7. Oktober 2011 wird sich die weltweite Wissenschaftsgemeinde der Planetenforscher im Rahmen des  &#8222;EPSC-DPS Joint Meeting 2011&#8220; neben der Präsentation weiterer neuer Forschungsergebnisse genau solchen neu aufgetretenen Fragen widmen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der jährlich stattfindende &#8222;European Planetary Science Congress&#8220; (EPSC) wird von dem europäische Forschungsnetzwerk &#8222;Europlanet&#8220; in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit der Division for Planetary Sciences (DPS) der American Astronomical Society veranstaltet. Neben den aus den USA stammenden Mitgliedern sind auch viele Wissenschaftler aus anderen Ländern in der DPS organisiert. Deshalb veranstaltet die DPS ihre jährlichen Treffen alle vier Jahre außerhalb der USA. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch den gemeinsamen Kongress ergibt sich die Gelegenheit, Fachkräfte aus den verschiedensten Bereichen der Planetenforschung &#8211; Wissenschaftler, Techniker und Ingenieure der einzelnen gegenwärtig aktiven und für die Zukunft geplanten interplanetaren Missionen, Fachleute für bodengebundene astronomische Beobachtungen und überwiegend in den verschiedensten theoretischen Arbeitsbereichen tätige Forscher &#8211; an einem Ort zu einem gegenseitigen Wissens- und Gedankenaustausch zusammenzuführen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das am 1. Januar 2005 gegründete europäische Forschungsnetzwerk &#8222;Europlanet&#8220; wird über das Rahmenprogramm der Europäischen Kommission mitfinanziert. Es soll, so die Zielsetzung, die Arbeit der europäischen Planetenwissenschaftler koordinieren und vernetzen. Neben der Abstimmung der einzelnen Aktivitäten sollen dabei Studien, Laborexperimente, Simulationen und Synergien zwischen den verschiedenen Forschungsansätzen erläutert und diskutiert werden. Durch diesen Erfahrungsaustausch soll eine bessere nationale und internationale Vernetzung der an den unterschiedlichen Aktivitäten beteiligten Wissenschaftler erreicht werden. Europlanet unterstützt diese Vernetzung unter anderem durch die Organisation von Konferenzen und durch die Vermittlung von Zugangsmöglichkeiten zu Labors und Feldforschungsprojekten. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102011090452_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102011090452_small_3.jpg" alt="Raumfahrer.net (R.-M. Richter)" width="281" height="187"/></a><figcaption>
Der Eingang zum Kongresszentrum in Nantes. 
<br>
(Bild: Raumfahrer.net (R.-M. Richter))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Europlanet gehören gegenwärtig über 100 Forschungsinstitutionen und -gesellschaften an, welche 157 verschiedene Institute aus 16 Ländern repräsentieren. Aus Deutschland sind derzeit das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Max-Planck-Gesellschaft, das Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg, das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau, die Universitäten Köln, Mainz, Potsdam, Stuttgart, Würzburg und Münster sowie die Technischen Universitäten in Berlin und München vertreten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der EPSC ist der größte europäische Kongress der Planetenforscher. Für den EPSC-DPS-Kongress 2011, welcher in diesem Jahr im Kongresszentrum der Stadt Nantes in Frankreich abgehalten wird, haben sich über 1.000 Teilnehmer aus Europa und den USA, aber zum Beispiel auch aus Russland oder Japan angekündigt. Die von Montag bis Freitag stattfindende Tagung setzt sich aus über 100 verschiedenen Sessions und 32 speziellen Splinter-Meetings und Wokshops zusammen, welche ein umfassendes Themenspektrum beinhalten. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102011090452_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102011090452_small_4.jpg" alt="Raumfahrer.net (R.-M. Richter)" width="296" height="197"/></a><figcaption>
Willkommen beim EPSC-DPS Joint Meeting 2011. 
<br>
(Bild: Raumfahrer.net (R.-M. Richter))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die darin enthaltenen Beiträge, welche in Form kurzer mündlicher Vorträge oder im Rahmen einer Posterpräsentation dargebracht werden, reichen vom Thema Gasplaneten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun und deren Monden über die sogenannten terrestrischen (erdähnlichen) Planeten Merkur, Venus und Mars und über unseren Erdmond bis hin zu den kleinsten Objekten unseres Sonnensystems, den Asteroiden, Kometen und Meteoren. Besondere Höhepunkte dürften die Präsentationen der jüngsten Forschungsergebnisse der Raumsonden <i>DAWN</i> und <i>Messenger</i> sein, welche zur Zeit den Asteroiden Vesta beziehungsweise den innersten Planeten unseres Sonnensystems, den Merkur, umkreisen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber auch neueste Erkenntnisse aus dem Themenbereich der Exoplanetenforschung und Forschungsergebnisse aus der Astrobiologie sollen vorgestellt und dabei im Rahmen der jeweiligen Vorträge kurz diskutiert werden. Ebenso werden die technischen Aspekte zukünftiger Raum-Missionen bei dem Kongress nicht außer Acht gelassen. Neben den technischen Erfahrungen der aktuellen Missionen wird im Rahmen mehrerer Workshops auch ein Austausch über zukünftige Raummissionen stattfinden. So werden die Wissenschaftler zum Beispiel über die Zielsetzungen künftiger Missionen oder die technischen Möglichkeiten von Orbitern, Landern und Rovern bei der Erforschung fremder Planeten und Monde und die mit der Planung und Durchführung solcher Missionen verbundenen Probleme diskutieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Gespräche und Diskussionen der Beteiligten in einer möglichst entspannten Atmosphäre zu ermöglichen, wurde für den diesjährigen Kongress &#8211; wie auch bereits in den Vorjahren &#8211; erneut ein vielfältiger Mix aus teilweise parallel stattfindenden Vorträgen, Workshops, Splinter-Meetings, Panels und Posterpräsentationen als Veranstaltungsform gewählt. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102011090452_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03102011090452_small_5.jpg" alt="Raumfahrer.net (R.-M. Richter)" width="402" height="267"/></a><figcaption>
Obwohl das Vortragsprogramm erst am Montag Vormittag beginnt waren bereits am Sonntag Nachmittag viele Kongressteilnehmer beim sogenannten &#8222;Icebreaker-Empfang&#8220; vertreten. 
<br>
(Bild: Raumfahrer.net (R.-M. Richter))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ein spezieller Themenkomplex wird sich dabei erneut der Zusammenarbeit der professionellen Wissenschaftler mit der internationalen Gemeinde der Amateurastronomen und &#8222;Hobbyplanetologen&#8220; widmen. Diese Zusammenarbeit erwies sich in den vergangenen Jahren bereits als sehr erfolgreich und erstreckte sich dabei speziell auf die Beobachtung der Planeten Jupiter und Saturn, wo Amateurastronomen wertvolle Bilder über Kometen- und Asteroidenimpakte (Jupiter) oder das aktuelle Wettergeschehen (Saturn) liefern konnten, welche aufgrund der begrenzten Beobachtungszeiten in diesem Umfang nicht mit professionellen Instrumenten hätten angefertigt werden können. Aber auch bei der gezielten Beobachtung des Mondes oder von Meteoren und der Bestimmung von deren Fallraten sind Amateurastronomen gefragt und werden in aktuelle Beobachtungsprogramme der Wissenschaftler eingebunden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Zusammenarbeit geht Hand in Hand mit einem weiteren erklärten Ziel von Europlanet. Durch die Arbeit des Forschungsnetzwerkes soll unter anderem auch das sogenannte &#8222;Public Outreach&#8220;, die Verbreitung der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und die gleichzeitig erfolgende Einbindung der interessierten Öffentlichkeit in die damit verbundenen Arbeiten der beteiligten Wissenschaftler der europäischen Forschungsinstitute verbessert werden. Durch eine innovative Öffentlichkeitsarbeit, so das Ziel, sollen die Aktivitäten der Planetenforscher bei den Bürgern, bei der Industrie und nicht zuletzt auch bei den für die Vergabe der benötigten Finanzmitteln verantwortlichen politischen Entscheidungsträgern mehr Beachtung finden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Entsprechend dieser Zielsetzung wird mittlerweile jährlich ein Preis für &#8222;Excellence in Public Engagement with Planetary Science&#8220; an Einzelpersonen, Gruppen oder Institute vergeben, welche sich im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit besonders engagiert haben. Mehr dazu in einer späteren Meldung auf der Portalseite von Raumfahrer.net. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Website:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://meetings.copernicus.org/epsc-dps2011/home.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">EPSC-DPS Joint Meeting 2011</a> (engl.)</li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/der-epsc-dps-kongress-2011-in-nantes/" data-wpel-link="internal">Der EPSC-DPS-Kongress 2011 in Nantes</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Entstand Phobos durch einen Impakt auf dem Mars?</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/entstand-phobos-durch-einen-impakt-auf-dem-mars/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Sep 2010 08:20:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Asaph Hall]]></category>
		<category><![CDATA[Asteroiden]]></category>
		<category><![CDATA[EPSC]]></category>
		<category><![CDATA[Phobos]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=33492</guid>

					<description><![CDATA[<p>Durch neue Analysen der von verschiedenen Marssonden gewonnenen Daten verdichten sich die Hinweise darauf, dass der Marsmond Phobos das Resultat eines gigantischen Asteroideneinschlags auf der Marsoberfläche ist. Entsprechende Forschungsarbeiten wurden auf einem gerade in Rom stattfindenden Wissenschaftskongress vorgestellt. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: EPSC 2010. In der Nacht vom 11. auf den 12. August [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Durch neue Analysen der von verschiedenen Marssonden gewonnenen Daten verdichten sich die Hinweise darauf, dass der Marsmond Phobos das Resultat eines gigantischen Asteroideneinschlags auf der Marsoberfläche ist. Entsprechende Forschungsarbeiten wurden auf einem gerade in Rom stattfindenden Wissenschaftskongress vorgestellt.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: EPSC 2010.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/23092010102012_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/23092010102012_small_1.jpg" alt="NASA, JPL, University of Arizona" width="364" height="355"/></a><figcaption>
Ein Foto des Marsmondes Phobos, erstellt von der HiRISE-Kamera an Bord des 
<i>Mars Reconnaissance Orbiter</i>
. Am linken Rand dieser Falschfarbenaufnahme ist der Stickney-Krater zu erkennen, welcher mit einem Durchmesser von etwa 10 Kilometern den größten Krater auf diesem Mond bildet. 
<br>
(Bild: NASA, JPL, University of Arizona)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">In der Nacht vom 11. auf den 12. August 1877 entdeckte der amerikanische Astronom Asaph Hall im Rahmen einer gezielten Beobachtungskampagne zwei kleine, unscheinbare Punkte, welche unseren äußeren Nachbarplaneten auf sehr engen Bahnen umlaufen. Bis in die Gegenwart war die Herkunft der beiden Marsmonde Phobos und Deimos eines der großen ungelösten Rätsel in der Entwicklungsgeschichte des inneren Sonnensystems. Die Wissenschaftler favorisierten dabei gleich drei Theorien. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die in der Öffentlichkeit wohl bekannteste These besagt, dass es sich bei den beiden Objekten um zwei ehemalige Asteroiden aus dem Asteroidenhauptgürtel handelt, welcher zwischen den Umlaufbahnen von Mars und Jupiter angesiedelt ist. Hierfür spricht unter anderem die Tatsache, dass beide Monde anscheinend eine gewisse Ähnlichkeit mit bestimmten dort vorkommenden Asteroiden-Typen aufweisen. Andere Meinungen gehen von einer Entstehung in unmittelbarer Nähe des Mars aus, wobei sich die beiden Monde aus einer Akkretionsscheibe gebildet haben sollen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das hierfür benötigte Material könnte entweder bei der Bildung des Mars nicht &#8222;verbraucht&#8220; worden sein und somit unmittelbar aus der Frühzeit unseres Sonnensystems stammen oder aber durch die Zerstörung eines vorher in einer Umlaufbahn um den Mars befindlichen Objektes geliefert worden sein. Die dritte Theorie sieht dagegen als auslösenden Faktor für die Bildung der beiden Objekte einen gigantischen Asteroideneinschlag auf der Oberfläche des Mars. &#8222;Das Verständnis der Zusammensetzung der beiden Monde ist der Schlüssel, um ihre Entstehung erklären zu können&#8220;, so Dr. Marco Giuranna vom Instituto di Fiscia dello Spazio Interplanetario in Rom/Italien. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die am vergangenen Montag auf dem gerade in Rom stattfindenden European Planetary and Science Congress (EPSC 2010) im Rahmen von insgesamt 12 Vorträgen vorgestellten Forschungsarbeiten verschiedener internationaler Wissenschaftlergruppen könnten jetzt dazu beitragen, genau dieses Verständnis zumindest für den inneren und größeren der beiden Monde zu verbessern. Die Resultate der einzelnen Arbeiten führen nach Meinung der beteiligten Wissenschaftler zu dem Schluss, dass sich Phobos einstmals infolge eines gewaltigen Impaktereignisses gebildet hat. Demzufolge, so Jean Pierre Bibring vom französischen Institut für Astrophysik, hätte in der Vergangenheit ein gewaltiger Asteroid oder Protoplanet den noch vergleichsweise jungen Mars getroffen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Wucht des Einschlags wurde Material von der Planetenoberfläche weggeschleudert und formte in der unmittelbaren Umgebung des Mars eine Akkretionsscheibe, welche sich sowohl aus dem Material des Impaktors als auch aus Teilen der oberen Marskruste zusammensetzte. Aus dieser Scheibe bildete sich anschließend im Rahmen eines für die Planetenentstehung normalen Prozesses der heutige Marsmond Phobos. Die verschiedenen Computermodelle der Wisschenschaftlergruppen zeigen, dass sich durch dieses Entstehungsszenario die jetzt gewonnenen Daten bezüglich der mineralogischen Zusammensetzung, der Dichte, Masse und Umlaufbahn von Phobos am besten erklären lassen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/23092010102012_big_2.gif" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/23092010102012_small_2.gif" alt="ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="734" height="363"/></a><figcaption>
Eine Animation der beiden Marsmonde Phobos und Deimos. Die zugrundeliegenden Aufnahmen der HRSC-Kamera am Bord des Marsorbiters 
<i>Mars Express</i>
 wurden am 5. November 2009 ab 08:14 Uhr MEZ über einen Zeitraum von etwa 90 Sekunden angefertigt. Insgesamt wurden 120 Einzelaufnahmen für diese Animation verwendet. Norden befindet sich rechts im Bild. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Vorangegangene Untersuchungen im sichtbaren und Nahinfrarotbereich deuteten auf das Vorhandensein von kohlenstoffreichem Material auf der Oberfläche des Mondes hin. Diese Oberflächenzusammensetzung wird normalerweise mit einer bestimmten Klasse primitiver Asteroiden im zentralen und äußeren Bereich des Hauptgürtels, den sogenannten <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Asteroid#Die_Zusammensetzung_von_Asteroiden" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">C-Typ-Asteroiden</a> assoziiert. Dies war bisher das Hauptargument für die Theorie des &#8222;eingefangenen Asteroiden&#8220;. Thermale Infrarotuntersuchungen, welche mit dem Planetary Fourier Spectrometer (PFS) an Bord der von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebenen Marssonde <i>Mars Express</i> durchgeführt wurden, konnten das Vorhandensein dieses Materials jedoch nicht bestätigen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen kam das die Daten auswertende Wissenschaftlerteam um Dr. Giuranna zu dem Ergebnis, dass die angefertigten Spektralmessungen darauf hinweisen, dass die Mondoberfläche von sogenannten <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schichtsilikate" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Phyllosilikaten</a> dominiert wird, welche auch auf der Oberfläche des Mars vorhanden sind. &#8222;Wir konnten hier zum ersten Mal Phyllosilikate auf der Oberfläche von Phobos, speziell in einem Gebiet nordöstlich des Stickney-Kraters, nachweisen&#8220;, so Dr. Giuranna. &#8222;Dies ist insofern von besonderem Interesse, da sich diese Art von Mineralen nur bei einer erfolgenden Interaktion von silikatischem Gestein mit flüssigem Wasser bildet. Diese Wechselwirkung muss dabei nach unseren Erkenntnissen noch vor der Entstehung von Phobos stattgefunden haben.&#8220; Des Weiteren hat das Team in einigen der aufgezeichneten Spektren Anzeichen für das Vorhandensein von Feldspat gefunden. Laut Dr. Giuranna weisen keine der bisher untersuchten Chondrite &#8211; auf der Erde gefundene Meteoriten, welche ihren Urspruch auf den C-Klasse-Asteroiden haben &#8211; eine vergleichbare Zusammensetzung auf. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/23092010102012_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/23092010102012_small_3.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="462" height="240"/></a><figcaption>
Die beiden Monde Phobos (rechts im Bild) und Deimos wurden am 5. November 2009 gemeinsam auf einem Bild von dem Marsorbiter 
<i>Mars Express</i>
 abgebildet. Links die Originalaufnahme, rechts die nachbearbeitete Bildversion. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">In die gleiche Kerbe schlägt auch ein Team um Pierre Vernazza, welches sich ausführlich mit der Analyse von Meteoriten befasst hat. Bei mehreren der auf der Erde aufgefundenen Meteoriten gehen die Wissenschaftler aufgrund der Zusammensetzung davon aus, dass sie ursprünglich von Phobos stammen könnten. Eines dieser Objekte, der Meteorit &#8222;Taggish Lake&#8220; wurde jetzt genauer untersucht. Dabei zeigte sich, dass sich dessen Spektrum zwar mit einigen Oberflächenspektren von Phobos deckt, der Meteorit jedoch mit einem Wert von 1,62 Gramm pro Kubikzentimeter eine deutlich geringere Dichte aufweist und somit aller Wahrscheinlichkeit nach nicht von Phobos stammen kann. &#8222;Sollte es sich bei Phobos wirklich um einen eingefangenen Asteroiden handeln, so sind uns bisher noch keine Meteorite mit einer entsprechenden Zusammensetzung bekannt&#8220;, so Pierre Vernazza. Dies wiederum wäre ein Indiz dafür, dass es sich bei Phobos nicht um einen ehemaligen Asteroiden handelt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenfalls mit der Zusammensetzung der Mondoberfläche beschäftigte sich das Team um Ernesto Palomba, welcher auch am Instituto di Fiscia dello Spazio Interplanetario tätig ist. Hierfür wurden die Daten des Thermal Emission Spectrometer (MGS-TES) an Bord des mittlerweile nicht mehr aktiven Marsorbiters <i>Mars Global Surveyor</i> unter Zuhilfenahme neuer Algorithmen erneut ausgewertet. Die auf diese Weise gewonnenen Ergebnisse geben deutliche Hinweise darauf, dass sich die Oberfläche von Phobos aus einer Mischung aus Phyllosilikanten, Olivinen und Pyroxenen zusammensetzt. Dies ist eine Komposition, welche sich definitiv nicht mit der Zusammensetzung der Asteroiden der Typen &#8222;C&#8220; und &#8222;D&#8220; deckt. Vielmehr weist das Material eine ähnliche Zusammensetzung wie einige Bereiche des Nili Fossae auf, welches sich auf dem Mars an der dortigen Grenze zwischen der nördlichen Tiefebene und dem südlichen Hochland befindet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterstützt wird die These durch neue Messungen der Dichte des Marsmondes, welche das &#8222;Radio Science Experiment&#8220;-Team um Dr. Martin Pätzold vom Rheinischen Institut für Umweltforschung an der Universität Köln durchgeführt hat. Bei mehreren dichten Vorbeiflügen an dem Marsmond erlebte die Marssonde <i>Mars Express</i> durch die Gravitationskraft des Mondes bedingte minimalste Bahnabweichungen, welche sich durch die Veränderung eines von der Sonde ausgestrahlten Radiosignals bemerkbar machten. Durch die Stärke des dabei entstehenden Dopplereffektes konnten die Wissenschaftler die von Phobos ausgehende Gravitationsbeschleunigung und damit auch Masse und Dichte des Mondes neu bestimmen. Der dabei ermittelte Wert von lediglich 1,86 plus/minus 0,02 Gramm pro Kubikzentimeter ist deutlich geringer als die Dichte der auf der Erde gefundenen Meteoriten, welche mit verschiedenen Asteroiden in Verbindung gebracht werden. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/23092010102012_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/23092010102012_small_4.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="382" height="356"/></a><figcaption>
Auf dieser Aufnahme sind die beiden für die Landung der Mission 
<i>Phobos-Grunt</i>
 vorgeschlagenen Landeplätze zu erkennen. Die Sonde 
<i>Mars Express</i>
 fertigte das Bild am 7. April 2010 im Rahmen eines nahen Phobos-Vorbeifluges an. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Aus diesem Wert ergibt sich, dass Phobos in seinem Inneren über eine sehr schwammartige Struktur verfügt, welche sich zu etwa 25 bis 45 Prozent aus Hohlräumen zusammensetzt&#8220;, so Dr. Rosenblatt vom Royal Observatory in Belgien. &#8222;Eine hohe Porösität des Mondinneren unterstützt allerdings die Theorie einer Bildung im Marsorbit.&#8220; Demzufolge hätten sich zuerst größere Trümmerstücke zu einem losen Verbund zusammengeschlossen. Kleinere Trümmer hätten die dabei entstehenden Lücken anschließend nicht mehr komplett ausfüllen können. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Resultate der einzelnen Arbeiten führen nach Meinung der beteiligten Wissenschaftler zu dem Schluss, dass sich Phobos einstmals infolge eines gewaltigen Impaktereignisses gebildet hat. Demzufolge, so Jean Pierre Bibring vom französischen Institut für Astrophysik, hätte in der Vergangenheit ein gewaltiger Asteroid oder Protoplanet den noch jungen Mars getroffen. Durch die Wucht des Einschlags wurde Material von der Planetenoberfläche weggeschleudert und formte in der unmittelbaren Umgebung des Mars eine Akkretionsscheibe, welche sich sowohl aus dem Material der Impaktors als auch aus Teilen der oberen Marskruste zusammensetzte. Aus dieser Scheibe bildete sich anschließend im Rahmen eines für die Planetenentstehung normalen Prozesses der heutige Marsmond Phobos. Die verschiedenen Computermodelle der Wisschenschaftlergruppen zeigen, dass sich durch diesen Entstehungsprozess die jetzt gewonnenen Daten am besten erklären lassen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die vortragenden Wissenschaftler haben im Rahmen ihrer Erläuterungen aber auch darauf hingewiesen, dass ihre Ergebnisse nur vorläufiger Natur sind und durch weitere Messungen, neue Computermodelle oder ausführliche vergleichende Laboranalysen untermauert oder ergänzt werden müssen. Große Erwartungen werden in diesem Zusammenhang auch auf die zukünftige russische Marsmission <i>Phobos-Grunt</i> gerichtet. Diese soll im Oktober/November 2011 zum Phobos aufbrechen, dort landen und eine Bodenprobe entnehmen. Diese Probe von etwa 200 Gramm Phobosmaterial soll dann im Rahmen einer sogenannten &#8222;Sample Return&#8220;-Mission zur Erde befördert werden, im Jahr 2014 in Kasachstan landen und anschließend in einem Labor untersucht werden. Die Wissenschaftler hoffen, dass auf diese Weise die Entstehung des größeren Marsmondes endgültig geklärt werden kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=884.75 " target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Marsmonde Phobos und Deimos</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/entstand-phobos-durch-einen-impakt-auf-dem-mars/" data-wpel-link="internal">Entstand Phobos durch einen Impakt auf dem Mars?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>EPSC 2010: Auszeichnungen für Öffentlichkeitsarbeit</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/epsc-2010-auszeichnungen-fuer-oeffentlichkeitsarbeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Sep 2010 11:00:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Mars Express]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[EPSC]]></category>
		<category><![CDATA[Polarlichter]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumwetter]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftler]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=33497</guid>

					<description><![CDATA[<p>Seit dem 19. September findet in Rom der diesjährige European Planetary and Science Congress (EPSC 2010) statt. Neben der Diskussion der neuesten Erkenntnisse bezüglich der Entstehung und Entwicklung unseres Planetensystems innerhalb der Wissenschaftsgemeinde legt das für die Organisation dieses Kongresses verantwortliche europäische Forschungsnetzwerk Europlanet auch ein besonderes Augenmerk auf die Verbreitung dieser Erkenntnisse in der [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/epsc-2010-auszeichnungen-fuer-oeffentlichkeitsarbeit/" data-wpel-link="internal">EPSC 2010: Auszeichnungen für Öffentlichkeitsarbeit</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Seit dem 19. September findet in Rom der diesjährige European Planetary and Science Congress (EPSC 2010) statt. Neben der Diskussion der neuesten Erkenntnisse bezüglich der Entstehung und Entwicklung unseres Planetensystems innerhalb der Wissenschaftsgemeinde legt das für die Organisation dieses Kongresses verantwortliche europäische Forschungsnetzwerk Europlanet auch ein besonderes Augenmerk auf die Verbreitung dieser Erkenntnisse in der Öffentlichkeit.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: Europlanet, EPSC 2010.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20092010130011_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20092010130011_small_1.jpg" alt="Jonathan Berry, National Science Foundation" width="260"/></a><figcaption>
Polarlichter können nicht nur rund um den irdischen Nordpol beobachtet werden. Diese Aufnahme stammt von der Amundson-Scott-Südpolstation der National Science Foundation. 
<br>
(Bild: Jonathan Berry, National Science Foundation)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Eines der erklärten Ziele von &#8222;Europlanet&#8220; ist die allgemeinen Verbesserung der Kommunikation zwischen der Wissenschaftsgemeinde und der Öffentlichkeit. Neben der Vermittlung von allgemeinem Wissen in Bezug auf die Entwicklung unseres Sonnensystems wird dabei ein besonderes Augenmerk auf das sogenannte &#8222;Public Outreach&#8220;, die Öffentlichkeitsarbeit und die Verbreitung der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse bei einer gleichzeitigen Einbindung der interessierten Öffentlichkeit in die damit verbundenen Arbeiten der beteiligten Forscher, gelegt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen dieser Zielsetzung werden deshalb jährlich Wissenschaftler der verschiedenen europäischen Institute mit einem Preis für &#8222;Excellence in Public Communication in Planetary Science&#8220; ausgezeichnet, welche sich in dieser Beziehung besonders engagiert haben. Dieser Preis soll herausragende Leistungen im Bereich der Kommunikation mit der breiten Öffentlichkeit würdigen, welche von einer Einzelperson, einer Gruppe oder von einem Institut erbracht wurden und die dabei innovative Verfahren und Vorgehensweisen entwickelt haben, um deren jeweilige wissenschaftliche Arbeit der allgemeinen Öffentlichkeit zu vermitteln und zugänglich zu machen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit erfordert allerdings Phantasie, Enthusiasmus und harte Arbeit, welche über einen langen Zeitraum erbracht werden muss. Um eine entsprechende Anerkennung für diese Tätigkeit zu zeigen und um die Arbeit mit einem finanziellen Beitrag, das Preisgeld beläuft sich auf 4.000 Euro, zu unterstützen, wurde der diesjährige Preis an Dr. Jean Lilensten vom Laboratoire de Planétologie de Grenoble in Frankreich vergeben. Dr. Lilensten ist neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit seit mehr als 10 Jahren damit beschäftigt, die Faszination von planetaren <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Polarlicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Auroras</a> an Schüler und Erwachsene in ganz Europa zu vermitteln. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Polarlichter sind wunderschön anzuschauende Effekte, welche beim Auftreffen von geladenen Teilchen des Sonnenwindes auf die Erdatmosphäre entstehen und dabei speziell in den Polargebieten der Erde zu beobachten sind. Neben der damit verbundenen Ästhetik geben sie uns durch ihr Auftreten wichtige Informationen über das <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Weltraumwetter" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Weltraumwetter</a>, welches zum Beispiel einen nicht zu vernachlässigenden Einfluss auf die Funktionalität der Satelliten im Erdorbit hat. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20092010130011_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20092010130011_small_2.jpg" alt="Guillaume Gronoff" width="260"/></a><figcaption>
Das von Dr. Jean Lilensten vom Laboratoire de Planétologie de Grenoble entworfene Planeterrella-Experiment in Aktion. 
<br>
(Bild: Guillaume Gronoff)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Um die bei der Entstehung der Polarlichter auftretenden Effekte und die zugrunde liegenden physikalischen Gesetzmäßigkeiten zu demonstrieren, benutzt Dr. Lilensten ein sogenanntes &#8222;Planeterrella&#8220;. Diesem liegt ein als Terrella bekanntes Experiment zugrunde, welches im Zeitraum zwischen 1896 und 1917 von dem norwegischen Physiker Kristian Birkeland entworfen wurde. Im Prinzip werden dabei Elektronen auf eine in einem Vakuum befindliche magnetisierte Kugel geschossen, wobei der Effekt der Polarlichter erzeugt wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Jahrhundert später benutzt Dr. Lilensten das gleiche Prinzip. Mit der mobilen Version seines &#8222;Planeterrella&#8220;-Experiments können dabei neben der Entstehung der irdischen Polarlichter auch die erfolgenden Interaktionen zwischen der Sonne und den Planeten und Monden unseres Sonnensystems, unter anderem Uranus und Neptun mit ihren geneigten Achsen, die Wechselwirkung zwischen Jupiter und Ganymed, stellare Ringe und Jets, aber auch die Interaktion zwischen einem <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Exoplanet" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Exoplaneten</a> und seinem Zentralstern, simuliert werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das von Dr. Lilensten verwendete transportable Planeterrella kann sowohl für wissenschaftliche Arbeiten als auch zu Demonstrationszwecken bei öffentlichen Veranstaltungen verwendet werden. Dr. Lilensten hat im Anschluss an die Entwicklung seiner Apparatur Kollegen und Studenten seines Instituts in der Anwendung des Planeterrella ausgebildet. Am Laboratoire de Planétologie in Grenoble finden gegenwärtig etwa alle zwei Wochen entsprechende öffentliche Vorführungen statt. Zudem wurde das Experiment in der Vergangenheit auf diversen Veranstaltungen in Europa präsentiert und auch mehrmals in verschiedenen Fernsehsendungen vorgestellt. Zwei Observatorien in Toulouse und Paris verwenden mittlerweile dauerhaft eigene Apparaturen. Weitere Entwicklungen sind gegenwärtig in Zusammenarbeit mit Dr. Lilensten in der Schweiz, in Italien und in Großbritannien in Arbeit. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dr. Lilensten äußerte sich zu der Preisverleihung folgendermaßen: &#8222;Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung, welche ich hier erhalten habe. Ich bin mir sicher, dass diese wichtige Anerkennung auch als eine Auszeichnung für mein Labor und all die Freunde und Kollegen angesehen wird, welche mich bei diesen Outreach-Aktivitäten unterstützt haben.&#8220; </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20092010130011_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20092010130011_small_3.jpg" alt="ESA" width="260"/></a><figcaption>
In dieser Aufnahme der VMC-Kamera wird die Abtrennung des Landers Beagle 2 von der Raumsonde Mars Express dokumentiert. 
<br>
(Bild: ESA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Eine lobende Erwähnung ging zudem in diesem Jahr an Thomas Ormston und das Flight Control Team der von der ESA betriebenen Marssonde <i>Mars Express</i>. Diese Sonde, welche unseren äußeren Nachbarplaneten mittlerweile seit dem Dezember 2003 umrundet, ist der Öffentlichkeit in erster Linie durch die Bilder der <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/weitere-finanzmittel-fuer-die-marsforschung-bewilligt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">High Resolution Stereo Camera</a> (HRSC) bekannt, welche den Mars in hoher Auflösung kartografiert und dabei unter anderem Stereoaufnahmen von dessen Oberfläche anfertigt. Entsprechende Meldungen zu den aus diesen Aufnahmen resultierenden Veröffentlichungen finden Sie auf unserer <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/tag/mars-express/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Sonderseite zu dieser Raummission</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Weniger bekannt ist dagegen die zweite Kamera von <i>Mars Express</i>. Die Visual Montoring Camera (VMC) an Bord des Mars-Orbiters stellt keines der wissenschaftlichen Instrumente der Sonde dar. Der ursprüngliche Zweck dieser nur mit einer geringen Auflösung arbeitenden Kamera bestand lediglich darin, Bilder der Abkopplung des Mars-Landers <i>Beagle 2</i> zu erstellen und die Separation fotografisch zu dokumentieren. Nach der Abtrennung des Landers im Dezember 2003 wurde das Instrument, entsprechend dieser Zielvorgabe, plangemäß deaktiviert. Eine weitere Nutzung der Kamera war laut dem Missionsprofil von <i>Mars Express</i> ab diesem Zeitpunkt nicht mehr vorgesehen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2008 haben Thomas Ormston und das für die Steuerung der Sonde zuständige <i>Mars Express</i> Flight Control Team des ESOC-Kontrollzentrums in Darmstadt die Kamera jedoch erneut aktiviert. Eigentlich, so die damalige Überlegung des Teams, könnte die nach wie vor noch voll funktionsfähige Kamera doch in Zukunft dazu genutzt werden, um weitere Aufnahmen des Mars zu erstellen. Immerhin ist diese Kamera das einzige Instrument an Bord von <i>Mars Express</i>, welches unseren Nachbarplaneten im Ganzen abbilden kann. Alle anderen Instrumente der Raumsonde können aufgrund ihrer hohen Auflösungen nur Teilbereiche der Oberfläche wiedergeben. Das Ziel dieser erneuten Inbetriebnahme bestand laut den Überlegungen des Flight Control Teams allerdings nicht darin, die VMC-Kamera als ein vollwertiges wissenschaftliches Instrument zu nutzen. Vielmehr, so die Idee, sollte sie ab jetzt als eine Art &#8222;WebCam&#8220; eingesetzt werden und der interessierten Öffentlichkeit bei dieser Gelegenheit unbearbeitete &#8222;Roh-Bilder&#8220; vom Mars liefern. Gleichzeitig sollte so ein Einblick in die Arbeit und Vorgehensweise des Flight Control Teams ermöglicht werden.  <br>Die von der VMC-Kamera aufgenommenen Bilder werden seitdem nach der Übermittlung an das Kontrollzentrum in Darmstadt automatisch und ohne weitere Aufbereitung oder Nachbearbeitung in &#8222;Echtzeit&#8220; in einen extra dafür eingerichteten WebCam-Blog überspielt. Abhängig von der zur Verfügung stehenden Daten-Download-Kapazität von <i>Mars Express</i> sind die Bilder der VMC-Kamera dort unter besonders günstigen Umständen innerhalb von Stunden nach dem Aufnahmezeitpunkt abrufbar. Von dort aus können interessierte Nutzer diese Bilder dann direkt auf ihre privaten Computer herunterladen, anschließend nach Belieben bearbeiten und die jeweiligen eigenen Interpretationen der Ansichten des Mars an die ESA zurücksenden. Die qualitativ besten Rücksendungen werden anschließend von der ESA in einer <a class="a" rel="noopener noreferrer" href="	https://web.archive.org/web/20120909064756/http://webservices.esa.int/blog/album/6/359" target="_blank" data-wpel-link="internal">eigenen Bildergalerie</a> veröffentlicht. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20092010130011_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20092010130011_small_4.jpg" alt="ESA" width="260"/></a><figcaption>
Diese Aufnahme des Mars erstellte die VMC-Kamera am 26. August 2010. Die Entfernung zur Planetenoberfläche betrug zum Aufnahmezeitpunkt etwa 10.045 Kilometer. 
<br>
(Bild: ESA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die von der VMC-Kamera übermittelten und unbehandelten Rohdaten sehen dabei im Vergleich zu den allgemein bekannten Aufnahmen der HRSC-Kamera auf den ersten Blick tatsächlich wenig spektakulär aus. Immerhin verfügt die Kamera, entsprechend ihrem ursprünglichen Zweck, nur über eine geringe Auflösung mit einer fest eingestellten Brennweite. Dieser Umstand hinderte viele Internet-Nutzer jedoch nicht daran, sich unmittelbar nach dem Einsatz der VMC-Kamera als WebCam und der darauf folgenden Bereitstellung der Mars-Fotos im Internet auf die jetzt verfügbaren Daten zu stürzen. Keine 24 Stunden nach der ersten Bildveröffentlichung hatten zwei User unabhängig voneinander Softwareprogramme entwickelt und in Internetforen online gestellt, mit deren Hilfe die ursprünglichen Schwarz-Weiß-Fotos der Kamera in Farbaufnahmen umgewandelt werden konnten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere Nutzer der Bilder wandelten diese in der Folge in Mosaik-Aufnahmen und Videos um, welche anschließend vereinzelt sogar als Ausgangsdaten für weiterführende professionelle wissenschaftliche Studien genutzt wurden. Als ein Beispiel sei hier die Arbeit von Mike Malaska, einem &#8222;Amateur-Planetologen&#8220; aus den USA, genannt. Mike Malaska hat die von der VMC-Kamera aufgenommenen Bilder einer Wolkenformation über dem Marsvulkan Arsia Mons mit einer Software nachbearbeitet. Anschließend hat er diese Bilder ausgewertet und die erkennbaren Wolken schließlich als die Ergebnisse von <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Leewellen" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Leewellen</a> interpretiert. Die gesamte Vorgehensweise seiner Arbeit hat er zusammen mit einer fundierten Quellenangabe in einem Artikel zusammengefasst und anschließend der ESA zur Verfügung gestellt. Der Artikel wurde darauf hin an mehrere an der Mission beteiligte Wissenschaftler verschickt, um deren Kommentare einzuholen. Und diese fielen durchweg <a class="a" href="https://web.archive.org/web/20130623175105/http://webservices.esa.int/blog/post/6/784" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">sehr positiv</a> aus. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Douglas Ellison, der Gründer des Internetforums &#8222;Unmanned Spaceflight&#8220;, welcher das Team der VMC-Kamera für den &#8222;Excellence in Public Communication in Planetary Science&#8220;-Preis vorschlug, begründete die Nominierung folgendermaßen: &#8222;Es existiert ein in der Öffentlichkeit weit verbreiteter Bekanntheitsgrad von einzelnen Raummissionen wie <i>Cassini</i> und der <i>Mars Exploration Rover</i>, welche diesen Bekanntheitsgrad dadurch steigern und aufrecht erhalten, indem sie jedes einzelne gewonnene Bild schnellstmöglich über das Internet verbreiten. Dies ist eine Vorgehensweise, welche sich in den Institutionen des ESA noch nicht verbreitet hat. Aber zumindestens ein Team hat über den &#8222;Tellerrand&#8220; geschaut und schlägt eine Brücke über die Kluft, welche zwischen der Öffentlichkeit und den direkt an einer Weltraummission Beteiligten herrscht, indem man die Öffentlichkeit &#8222;an Bord&#8220; vom Mars Express gehen und den Mars aus einer ungewöhnlichen Pespektive betrachten lässt.&#8220;  <br>Joe Mansfield, einer der Unterstützer der Nominierung: &#8222;Im Gegensatz zu der bisher üblichen Vorgehensweise, wobei die Daten nach ihrer Aquisition über Monate und Jahre nur gelegentlich freigegeben werden, hat sich das VMC-Experiment zu einem Live-Erlebnis entwickelt. Was mich noch mehr erfreut ist, dass das Team permanent ein Feedback von der Öffentlichkeit gesucht und dann auch darauf reagiert hat.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Jury des für die Preisverleihung zuständigen &#8222;Europlanet Outreach Steering Committee&#8220; (OSC) äußerte sich zu der erfolgreichen Öffentlichkeitsarbeit von Thomas Ormston und dem Flight Control Team folgendermaßen: &#8222;Die Mitglieder der Jury vertreten, basierend auf den Erfahrungen der amerikanischen Weltraumbehörde NASA, die Meinung, dass die Veröffentlichung der im Rahmen einer Weltraummission gewonnenen Daten zu einem frühestmöglichen Zeitpunkt eine sehr wirkungsvolle Methode zur Einbeziehung der Öffentlichkeit in die jeweilige Mission darstellt. Eine entsprechende Vorgehensweise sollte auch von der ESA übernommen werden. Das OSC betrachtet daher die Vorgehensweise Ihres Teams, die VMC-Kamera als eine Art &#8222;Live&#8220;-Fenster zum Mars zu nutzen, als eine dringend benötigte Initiative. Das OSC hofft, dass die diesjährige lobende Erwähnung Ihrer Arbeit die ESA und andere Raumfahrtagenturen darin ermutigen wird, diesem Beispiel stärker als bisher zu folgen, die frühzeitige Veröffentlichung von Bildmaterial und Rohdaten in Zukunft als eine Möglichkeit der Öffentlichkeitsarbeit zu nutzen und diese Möglichkeit auch bereits bei der Planung der Missionen zu erwägen!&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4079.msg92059#msg92059 " target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mars Express</a> (VMC-Kamera) </li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>VMC-Seite der ESA:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://blogs.esa.int/vmc/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">VMC</a> (engl.) </li><li><a class="a" href="https://web.archive.org/web/20130603005548/http://webservices.esa.int/blog/post/6/487" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Technische Details zur Bildbearbeitung</a> (engl.) </li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Arbeit von Mike Malaska:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mike_malaska_mars_cloud_analysis.pdf" data-wpel-link="internal">Arsia Mons Cloud Observed by MEX-VMC Instrument</a> (engl.) </li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/epsc-2010-auszeichnungen-fuer-oeffentlichkeitsarbeit/" data-wpel-link="internal">EPSC 2010: Auszeichnungen für Öffentlichkeitsarbeit</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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