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	<title>Sauerstoff &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Sauerstoff &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>AstroGeo Podcast: Finden Aliens das Leben auf der Erde?</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/astrogeo-podcast-ein-blick-ins-alien-teleskop-gibt-es-leben-auf-der-erde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Karl Urban]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 May 2026 07:29:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astrobiologie/Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Suche nach außerirdischem Leben ist schön und gut, aber heute geht’s um die Suche nach irdischem Leben – um die Erde als Exoplanet. Könnten Aliens irgendwo im All herausfinden, ob es Leben auf der Erde gibt?</p>
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<h4 class="wp-block-heading"><br>Die Suche nach außerirdischem Leben ist schön und gut, aber heute geht’s um die Suche nach irdischem Leben – um die Erde als Exoplanet. Könnten Aliens irgendwo im All herausfinden, ob es Leben auf der Erde gibt?</h4>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/05/ag137_rn.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Das Foto zeigt die Erde, aufgenommen aus dem Weltraum. Erkennbar sind Kontinente, Wolken und der Ozean." data-rl_caption="" title="Das Foto zeigt die Erde, aufgenommen aus dem Weltraum. Erkennbar sind Kontinente, Wolken und der Ozean." data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="600" height="460" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/05/ag137_rn.jpg" alt="Das Foto zeigt die Erde, aufgenommen aus dem Weltraum. Erkennbar sind Kontinente, Wolken und der Ozean." class="wp-image-152563" style="width:402px;height:auto" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/05/ag137_rn.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/05/ag137_rn-300x230.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Dieses Foto der Astronautinnen und Astronauten der Artemis II-Mission ist eine Nahaufnahme der Erde – und da wird schnell klar, dass auf unserem Planeten so Einiges los ist. Aber wie könnten Aliens in ungleich größerer Entfernung herausfinden, ob es Leben auf der Erde gibt? (Bild: NASA)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Bislang wissen wir nur von einem Planeten in unserer Galaxie sicher, dass es dort Leben gibt: unsere eigene Erde, die seit Milliarden von Jahren von den unterschiedlichsten Lebewesen bewohnt wird. Von Einzellern, die Kohlenstoff statt Sauerstoff atmen, über Pflanzen die sich nicht vom Fleck rühren können bis hin zu neugierigen Menschen ist so Einiges dabei. Auf unserem Planeten wimmelt es geradezu vor Leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob das auf anderen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems auch so ist, wissen wir nicht. Was wir auch nicht wissen: Wie könnte Leben dort überhaupt aussehen? Ähnlich wie auf der Erde, mit Einzellern, Pflanzen und Zweibeinern? Dann ist die grundlegende Frage, wie irdische Forscherinnen und Forscher nach etwas suchen können, von dem sie noch nicht einmal wissen, wie es aussieht und welche Spuren es hinterlässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was wäre, wenn sich genau diese Frage in diesem Moment ein solches außerirdisches Lebewesen auch stellen sollte? Mal angenommen, es gäbe sie, die Aliens – nicht unendlich weit weg, sondern irgendwo ums kosmische Eck in unserer Milchstraße. Vielleicht sind sie genauso neugierig wie wir. Vielleicht blicken auch sie in ihren Nachthimmel, stellen astronomische Beobachtungen an und finden tatsächlich einen Gesteinsplaneten, der als dritter Planet einen nicht besonders großen Stern umkreist – unsere Erde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser Folge des AstroGeo-Podcasts dreht Franzi den Spieß bei der Suche nach außerirdischem Leben um: Wie könnten außerirdische Lebensformen herausfinden, dass die Erde ein bewohnter Planet ist? Zunächst müssten sie den Planeten überhaupt finden. Das irdische Leben hat seine Spuren hinterlassen, es gibt Biosignaturen und sogar Technosignaturen, die auf intelligentes Leben und einen gewissen technologischen Entwicklungsstand schließen lassen. Was also könnten Aliens überhaupt beobachten, um die folgende Frage zu beantworten: Gibt es Leben auf der Erde?</p>



<iframe title="AstroGeo Podcast: Ein Blick ins Alien-Teleskop - gibt es Leben auf der Erde?" height="200" width="100%" style="margin-bottom:0" src="https://astrogeo.de/wp-content/plugins/podlove-web-player/web-player/share.html?config=https%3A%2F%2Fastrogeo.de%2Fwp-json%2Fpodlove-web-player%2Fshortcode%2Fconfig%2Fdefault%2Ftheme%2Fraumfahrernet&#038;episode=https%3A%2F%2Fastrogeo.de%2Fwp-json%2Fpodlove-web-player%2Fshortcode%2Fpublisher%2F4213" frameborder="0" scrolling="no" tabindex="0"></iframe>



<p class="wp-block-paragraph">Im AstroGeo Podcast erzählen sich die Wissenschaftsjournalisten Franziska Konitzer und Karl Urban regelmäßig eine Geschichte, die ihnen entweder die Steine unseres kosmischen Vorgartens eingeflüstert – oder die sie in den Tiefen und Untiefen des Universums aufgestöbert haben. Der Podcast ist auch auf <a href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/astrogeo-geschichten-aus-astronomie-und-geologie/id525300156" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Apple Podcasts</a> oder <a href="https://open.spotify.com/show/0a0X8ogJx046skJBbow9AC" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Spotify</a> zu finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=628.msg580770#msg580770" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal"></a><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=19493.msg588130#msg588130" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">AstroGeo Podcast</a></li>



<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=13385.msg588131#msg588131" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Außerirdisches Leben</a></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<item>
		<title>ZARM: Effizientere Sauerstoffproduktion im All dank Magnetismus</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/zarm-effizientere-sauerstoffproduktion-im-all-dank-magnetismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Aug 2025 17:40:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Physikalische Grundlagenforschung]]></category>
		<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
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		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Durchbruch für Lebenserhaltungssysteme im Weltraum – einfach, weil Wasser magnetisch ist. Eine Pressemitteilung des ZARM. Quelle: ZARM. 18. August 2025. 18. August 2025 &#8211; Seit Beginn der astronautischen Raumfahrt in den 1960er Jahren gibt es eine Herausforderung, für die es bis heute keine einfache Lösung gibt: die zuverlässige und effiziente Herstellung von Sauerstoff im [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Ein Durchbruch für Lebenserhaltungssysteme im Weltraum – einfach, weil Wasser magnetisch ist. Eine Pressemitteilung des ZARM.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: ZARM. 18. August 2025.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Oemer-Akay_experiment-setup_ZARM-Universitaet-Bremen_5184x3456.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Ömer Akay war für die Durchführung der Experimente im Bremer Fallturm des ZARM zuständig, Copyright: ZARM, Universität Bremen" data-rl_caption="" title="Ömer Akay war für die Durchführung der Experimente im Bremer Fallturm des ZARM zuständig, Copyright: ZARM, Universität Bremen" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Oemer-Akay_experiment-setup_ZARM-Universitaet-Bremen_450x300.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Ömer Akay war für die Durchführung der Experimente im Bremer Fallturm des ZARM zuständig, Copyright: ZARM, Universität Bremen</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">18. August 2025 &#8211; Seit Beginn der astronautischen Raumfahrt in den 1960er Jahren gibt es eine Herausforderung, für die es bis heute keine einfache Lösung gibt: die zuverlässige und effiziente Herstellung von Sauerstoff im Weltraum. Auf der Internationalen Raumstation (ISS) übernehmen diese Aufgabe derzeit schwere, wartungs- und energieintensive Systeme – keine ideale Lösung für Langzeitmissionen zum Mond oder Mars. In einer heute in Nature Chemistry veröffentlichten Studie stellt ein internationales Forschungsteam des Zentrums für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen, der „University of Warwick“ und des „Georgia Institute of Technology“ eine bemerkenswert einfache und elegante Alternative vor. Durch den Einsatz von Magnetismus soll die zukünftige Sauerstoffproduktion leichter und nachhaltiger gestalten werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sauerstoffgewinnung im All geschieht meist durch Wasserelektrolyse. Dabei wird Wasser mithilfe von elektrischer Spannung in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. In der Schwerelosigkeit haften die entstehenden Gasblasen jedoch an den Elektroden oder bleiben in der Flüssigkeit „gefangen“ – im Gegensatz zur Erde, wo sie einfach aufsteigen und aus der Flüssigkeit entweichen. Das erschwert die Trennung von Gas und Flüssigkeit erheblich und macht den Prozess deutlich energieintensiver. Um Gase und Flüssigkeit zu trennen, werden auf der ISS derzeit komplexe Systeme aus Zentrifugen mit vielen Bauteilen eingesetzt. Diese Systeme sind jedoch schwer, wartungsaufwendig und verbrauchen viel Energie. Alles das macht sie für künftige Langzeitmissionen ungeeignet, bei denen jedes Kilogramm Equipment beim Start entscheidend ist und jedes Watt Strom im Weltall zählt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Lösung: Magnetismus.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das internationale Forschungsteam konnte zeigen, dass Magnetfelder die Gasblasen in Schwerelosigkeit gezielt von den Elektroden weglenken und somit die Trennung von Gas und Flüssigkeit deutlich vereinfachen können. Mithilfe von handelsüblichen Dauermagneten entwickelten die Forschenden ein passives System, das die Blasen automatisch zu bestimmten Sammelpunkten leitet – ganz ohne bewegliche Teile oder zusätzlichen Energiebedarf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei kamen zwei sich ergänzende Ansätze zum Einsatz: Einer nutzt die natürliche Reaktion von Wasser auf Magnetfelder in Schwerelosigkeit, um Gasblasen zu lenken. Der andere erzeugt durch die Wechselwirkung von Magnetfeldern und den bei der Elektrolyse entstehenden elektrischen Strömen eine Drehbewegung in der Flüssigkeit. Diese sorgt dafür, dass sich Gas und Flüssigkeit voneinander trennen, ähnlich, wie bei den mechanischen Zentrifugen auf der ISS, jedoch unter Verwendung magnetischer Kräfte anstelle mechanischer Rotation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die heute veröffentlichten Ergebnisse basieren auf vier Jahren gemeinsamer Forschungsarbeit. Álvaro Romero-Calvo vom Georgia Institute of Technology entwickelte bereits 2022 die Grundidee und führte erste Berechnungen und Simulationen durch. Anschließend arbeitete er an der Weiterentwicklung eines Systems, das Wasser mithilfe magnetischer Effekte in Wasserstoff und Sauerstoff aufspaltet. Um die Theorie experimentell zu belegen, entwickelten Katharina Brinkert (bis 2024 University of Warwick, jetzt ZARM) und ihr Team spezielle elektro- und photoelektrochemische Versuchsaufbauten für den Einsatz in der Schwerelosigkeit. „Wir konnten zeigen, dass es für die Trennung von Wasserstoff und Sauerstoff keine Zentrifugen oder mechanische Bauteile braucht – nicht einmal zusätzliche Energie. Das System funktioniert vollkommen passiv und ist sehr wartungsarm“, erklärt Brinkert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ömer Akay war für die Durchführung der Experimente im Bremer Fallturm des ZARM zuständig und trug die Ergebnisse für die Veröffentlichung zusammen: „Unsere Elektrolysezellen ermöglichen die Sauerstoff- und Wasserstoffproduktion aus Wasser in Schwerelosigkeit mit einer Effizienz, die der auf der Erde sehr nahe kommt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erfolgreiche Tests in Mikrogravitation</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Experimente bestätigten, dass magnetische Kräfte die Ablösung und Bewegung der Gasblasen deutlich verbessern und die Effizienz der Elektrolysezellen um bis zu 240 Prozent steigern können. Damit wird ein langjähriges ingenieurtechnisches Problem der Raumfahrt gelöst – und der Weg für leichtere, robustere und nachhaltigere Systeme zur Lebenserhaltung im All geebnet. Als nächster Schritt soll das System auf Höhenforschungsraketen weiter getestet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Projekt wird vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und der US-Raumfahrtbehörde NASA gefördert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weitere Informationen</strong>:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Link zur Veröffentlichung: </strong><a href="https://www.nature.com/articles/s41557-025-01890-0" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41557-025-01890-0</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wissenschaftlicher Kontakt:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Katharina Brinkert (Co-Direktorin des ZARM und Leiterin des Forschungsteams „Photoelektrokatalyse”)<br><em>katharina.brinkert(at)zarm.uni-bremen.de</em><br>Ömer Akay<br><em>oemer.akay(at)zarm.uni-bremen.de</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=8586.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal"></a><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=8586.msg577881#msg577881" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Fallturm Bremen (ZARM)</a></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>JUICE: Blick auf den blauen Planeten</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/juice-blick-auf-den-blauen-planeten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Sep 2024 12:04:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erde]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hinweise auf Leben, Ozonloch und magnetischer Schutzschild: Beim Erdvorbeiflug lernte die Raumsonde unsere Heimat aus ungewohnter Perspektive kennen. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung. Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung 10. September 2024. 10. September 2024 &#8211; Etwa vier Wochen nach dem erfolgreichen Doppelvorbeiflug der ESA-Raumsonde Jupiter Icy Moons Explorer (JUICE) an Mond und Erde haben die [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Hinweise auf Leben, Ozonloch und magnetischer Schutzschild: Beim Erdvorbeiflug lernte die Raumsonde unsere Heimat aus ungewohnter Perspektive kennen. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung 10. September 2024.</p>



<p class="wp-block-paragraph">10. September 2024 &#8211; Etwa vier Wochen nach dem erfolgreichen Doppelvorbeiflug der <a href="https://www.raumfahrer.net/tag/esa/" data-wpel-link="internal">ESA</a>-Raumsonde Jupiter Icy Moons Explorer (<a href="https://www.raumfahrer.net/tag/juice/" data-wpel-link="internal">JUICE</a>) an Mond und Erde haben die wissenschaftlich-technischen Teams des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (<a href="https://www.raumfahrer.net/tag/mps/" data-wpel-link="internal">MPS</a>) in Göttingen erste Messdaten ihrer beiden Instrumente an Bord ausgewertet. Die Daten verraten nicht nur, dass sowohl das Submillimetre Wave Instrument (SWI) als auch der Jovian Electron and Ion Sensor (JEI) des Particle Environment Package (PEP) wie erwartet funktionieren. Die Ergebnisse laden zudem zu einer Art kosmischem Kontrollexperiment ein: Was könnte eine außerirdische Raumsonde, ausgestattet wie JUICE und ohne Vorwissen über die Erde und ihre Bewohner, über unseren Planeten in Erfahrung bringen? Könnte sie die Struktur der Magnetosphäre, unseres magnetischen Schutzschildes, erkennen? Und würde sie die Erde für bewohnt halten?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Blick auf die Erde aus dem Weltall ist etwas Besonderes – ganz gleich, ob er durch die Augen von Astronauten oder durch die Messinstrumente einer unbemannten Raumsonde erfolgt. Entsprechende Aufnahmen, wie etwa die erste Farbaufnahme der gesamten Weltkugel durch die Mannschaft der Apollo 8-Mission im Jahre 1968 oder die Pale Blue Dot-Fotografie der Raumsonde Voyager 1 vor 34 Jahren, haben einen geradezu ikonischen Status erreicht. Gelegenheit zu einem ebensolchen Perspektivwechsel bot vor etwa vier Wochen der Vorbeiflug der ESA-Raumsonde JUICE an Mond und Erde.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><img decoding="async" width="1024" height="658" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/StrahlungwelcheMolekueleausErdatmosphaereinsAllemitESAJUICESWI-1024x658.gif" alt="Beim Erdvorbeiflug hat das JUICE-Instrument SWI die Strahlung, welche die Moleküle aus der Erdatmosphäre ins All emittieren, in verschiedenen Frequenzbändern gemessen. Bei den hier dargestellten Messungen blickte SWI auf den Rand der Erdkugel (linke Abbildung). Der blaue Kreis zeigt Größe und Lage des „Blickfeldes“ von SWI. Rechts dargestellt sind die Frequenzbereiche von 556,4 Gigahertz bis 557,6 Gigahertz (rechts oben) und von 1113,0 Gigahertz bis 1114 Gigahertz (rechts unten). Darin zeigen sich typische Signale von Wasserdampf und Ozon. (Bild: ESA/JUICE/SWI)" class="wp-image-144312" style="object-fit:cover" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/StrahlungwelcheMolekueleausErdatmosphaereinsAllemitESAJUICESWI-1024x658.gif 1024w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/StrahlungwelcheMolekueleausErdatmosphaereinsAllemitESAJUICESWI-300x193.gif 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/StrahlungwelcheMolekueleausErdatmosphaereinsAllemitESAJUICESWI-768x494.gif 768w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/StrahlungwelcheMolekueleausErdatmosphaereinsAllemitESAJUICESWI-600x386.gif 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Beim Erdvorbeiflug hat das JUICE-Instrument SWI die Strahlung, welche die Moleküle aus der Erdatmosphäre ins All emittieren, in verschiedenen Frequenzbändern gemessen. Bei den hier dargestellten Messungen blickte SWI auf den Rand der Erdkugel (linke Abbildung). Der blaue Kreis zeigt Größe und Lage des „Blickfeldes“ von SWI. Rechts dargestellt sind die Frequenzbereiche von 556,4 Gigahertz bis 557,6 Gigahertz (rechts oben) und von 1113,0 Gigahertz bis 1114 Gigahertz (rechts unten). Darin zeigen sich typische Signale von Wasserdampf und Ozon. (Bild: ESA/JUICE/SWI)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Um auf ihrer acht Jahre währenden Reise zum Jupiter Fluggeschwindigkeit und -richtung anzupassen, war JUICE zunächst am 19. August 2024 in einem Abstand von 750 Kilometern am Mond, danach am 20. August 2024 in einem Abstand von 6840 Kilometern an der Erde vorbeigeflogen. Auch die wissenschaftlichen Messinstrumente, die unter Leitung des MPS entwickelt und gebaut wurden, waren beim Doppel-Vorbeiflug eingeschaltet. Während SWI Zusammensetzung, Temperatur und Dynamik von Atmosphären untersucht, bestimmt PEP-JEI Energie und Verteilung geladener Teilchen in der Umgebung von Planeten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein heißer Kandidat für die Existenz von Leben</strong><br>Beim Erdvorbeiflug „horchte“ SWI nach den Signalen von mehr als hundert Molekülen in der Erdatmosphäre. Das Instrument suchte beispielsweise nach Wasserdampf, nach den als Grundbausteine für Leben geltenden Elementen Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff, Phosphor und Schwefel sowie nach Methan und anderen Molekülen, die als Stoffwechselprodukte auf Leben hinweisen. „Bisher haben wir nur einen kleinen Teil der Messdaten ausgewertet“, fasst MPS-Wissenschaftler Dr. Paul Hartogh, der das SWI-Team leitet, den aktuellen Stand zusammen. „Es spricht aber schon jetzt einiges dafür, dass die Erde ein heißer Kandidat für die Existenz von Leben ist“, fügt er schmunzelnd hinzu. Er erwartet, dass das SWI-Team zu einem ähnlichen Ergebnis kommen wird wie der Astronom Carl Sagan, der berühmte Vorreiter der Suche nach außerirdischem Leben. 1993 hatte der Forscher Messergebnisse des Erdvorbeiflugs der Raumsonde Galileo analysiert und darin deutliche Hinweise auf lebensfreundliche Umweltbedingungen und sogar Leben gefunden.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><img decoding="async" width="1024" height="658" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/schmalerBereichSuedpolbisNordpolESAJUICESWI-1024x658.gif" alt="Bei diesen Messungen schaute SWI senkrecht auf die Erde und scannte einen schmalen Bereich vom Südpol (hier oben dargestellt!) bis zum Nordpol (linke Abbildung). Der blaue Kreis zeigt Größe und Lage des „Blickfeldes“ von SWI. Rechts dargestellt sind die Frequenzbereiche von 566,2 Gigahertz bis 567,2 Gigahertz (rechts oben) und von 1120,4 Gigahertz bis 1121,4 Gigahertz (rechts unten). Darin zeigen sich typische Signale von Ozon und verschiedenen Isotopen von molekularem Sauerstoff.(Bild: ESA/JUICE/SWI)" class="wp-image-144310" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/schmalerBereichSuedpolbisNordpolESAJUICESWI-1024x658.gif 1024w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/schmalerBereichSuedpolbisNordpolESAJUICESWI-300x193.gif 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/schmalerBereichSuedpolbisNordpolESAJUICESWI-768x494.gif 768w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/schmalerBereichSuedpolbisNordpolESAJUICESWI-600x386.gif 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bei diesen Messungen schaute SWI senkrecht auf die Erde und scannte einen schmalen Bereich vom Südpol (hier oben dargestellt!) bis zum Nordpol (linke Abbildung). Der blaue Kreis zeigt Größe und Lage des „Blickfeldes“ von SWI. Rechts dargestellt sind die Frequenzbereiche von 566,2 Gigahertz bis 567,2 Gigahertz (rechts oben) und von 1120,4 Gigahertz bis 1121,4 Gigahertz (rechts unten). Darin zeigen sich typische Signale von Ozon und verschiedenen Isotopen von molekularem Sauerstoff.(Bild: ESA/JUICE/SWI)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Anders als frühere Weltrauminstrumente setzt SWI auf eine neue Technologie. Das Heterodyn Spektrometer überlagert das empfangene Signal mit einer Referenzwelle und verschiebt es so in den Bereich klassischer Radiowellen. „SWI ist ein Pionier-Instrument, das so noch nie im tiefen Weltraum zum Einsatz gekommen ist“, so Hartogh. Entscheidend für die Leistungsfähigkeit des Instruments ist die sehr hohe spektrale Auflösung. So lassen sich auch Signale sehr seltener Spurengase in der Atmosphäre selbst aus großer Entfernung aufspüren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Erdvorbeiflug gelangen dem Team auf diese Weise erstmals spektroskopische Messungen der Erdatmosphäre in einem Wellenlängenbereich um 1200 Gigahertz. Darin finden sich beispielsweise typische Signale von Ozon und Sauerstoff. „Unsere Messungen aus der Südpolregion zeigen eine vergleichsweise geringe Konzentration von Ozon“, beschreibt Hartogh. Zudem konnte das Team erstmals Windgeschwindigkeiten in der Erdatmosphäre durchgängig im Höhenbereich von der Stratosphäre bis hin zur Thermosphäre bestimmen. Dies umfasst die gesamte Region von etwa 15 Kilometern Höhe bis hin zu über 100 Kilometern Höhe, der Grenze zum Weltraum.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Flug durch Magnetopause</strong><br>Auch für das Göttinger Instrument PEP-JEI war der Heimatbesuch eine wichtige Bewährungsprobe. Das Instrument misst die Energie der Ionen und Elektronen, welche die Raumsonde vor Ort umgeben. Im Jupitersystem soll es unter anderem mehr über die Struktur und Dynamik der gewaltigen Jupiter-Magnetosphäre in Erfahrung bringen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/MessungengeladeneTeilcheninMagnetosphaeredurchPEPJEIESAJUICEPEP.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Messungen der geladenen Teilchen in der Magnetosphäre durch den Sensor PEP-JEI lassen vier Durchgänge durch die Magnetopause der Erde (links) und einen Durchgang durch die Bugstoßwelle (rechts) erkennen. Die Abbildungen zeigen geladene Teilchen verschiedener Energie (y-Achse) an verschiedenen Stellen der Flugbahn von Juice (x-Achse). Die Konzentration bzw. Intensität der Teilchen ist durch die Farbskala dargestellt. Rot steht dabei für hohe Intensitäten, Blau für niedrige. (Bild: ESA/JUICE/PEP)" data-rl_caption="" title="Messungen der geladenen Teilchen in der Magnetosphäre durch den Sensor PEP-JEI lassen vier Durchgänge durch die Magnetopause der Erde (links) und einen Durchgang durch die Bugstoßwelle (rechts) erkennen. Die Abbildungen zeigen geladene Teilchen verschiedener Energie (y-Achse) an verschiedenen Stellen der Flugbahn von Juice (x-Achse). Die Konzentration bzw. Intensität der Teilchen ist durch die Farbskala dargestellt. Rot steht dabei für hohe Intensitäten, Blau für niedrige. (Bild: ESA/JUICE/PEP)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="203" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/MessungengeladeneTeilcheninMagnetosphaeredurchPEPJEIESAJUICEPEP60.jpg" alt="Messungen der geladenen Teilchen in der Magnetosphäre durch den Sensor PEP-JEI lassen vier Durchgänge durch die Magnetopause der Erde (links) und einen Durchgang durch die Bugstoßwelle (rechts) erkennen. Die Abbildungen zeigen geladene Teilchen verschiedener Energie (y-Achse) an verschiedenen Stellen der Flugbahn von Juice (x-Achse). Die Konzentration bzw. Intensität der Teilchen ist durch die Farbskala dargestellt. Rot steht dabei für hohe Intensitäten, Blau für niedrige. (Bild: ESA/JUICE/PEP)" class="wp-image-144309" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/MessungengeladeneTeilcheninMagnetosphaeredurchPEPJEIESAJUICEPEP60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/MessungengeladeneTeilcheninMagnetosphaeredurchPEPJEIESAJUICEPEP60-300x102.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Messungen der geladenen Teilchen in der Magnetosphäre durch den Sensor PEP-JEI lassen vier Durchgänge durch die Magnetopause der Erde (links) und einen Durchgang durch die Bugstoßwelle (rechts) erkennen. Die Abbildungen zeigen geladene Teilchen verschiedener Energie (y-Achse) an verschiedenen Stellen der Flugbahn von Juice (x-Achse). Die Konzentration bzw. Intensität der Teilchen ist durch die Farbskala dargestellt. Rot steht dabei für hohe Intensitäten, Blau für niedrige. (Bild: ESA/JUICE/PEP)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Während der vier Zeitfenster, in denen das Instrument während des Manövers eingeschaltet war, durchflog JUICE offenbar verschiedene Bereiche der Erdmagnetosphäre. Dies lässt sich anhand der Messdaten erkennen. So durchquerte die Raumsonde mindestens viermal die Magnetopause, die Grenzfläche zwischen der Erdmagnetosphäre und dem Sonnenwind, und passierte am 21. August 2024 die Bugstoßwelle. An der Bugstoßwelle wird der Sonnenwind, der die Erde mit Überschallgeschwindigkeit umströmt, auf Unterschallgeschwindigkeit abgebremst. Die Daten zeigen zunächst Teilchen aus dem Einflussbereich der Erdmagnetosphäre, dann abrupt Protonen und Helium-Ionen des Sonnenwindes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem drang JUICE während des Vorbeiflugs in den innersten Bereich der Magnetosphäre vor. Die so genannte Plasmasphäre schmiegt sich torusförmig um die Erde und reicht bis mindestens 25500 Kilometer ins All. Das vergleichsweise kühle Plasma, das dort vorherrscht, besteht aus Elektronen, Protonen sowie Helium- und Sauerstoff-Ionen. „Die Zusammensetzung der Plasmasphäre ist bisher nur selten gemessen worden“, so MPS-Wissenschaftler und PEP-Teammitglied Dr. Markus Fränz. „Die aktuellen Beobachtungen von PEP-JEI lassen sich am besten mit einem sehr hohen Anteil von Sauerstoff-Ionen erklären“, fügt er hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Beim Erdvorbeiflug ist es uns mit nur wenigen Messungen gelungen, Grundzüge der Magnetosphärenstruktur der Erde aufzudecken. Damit wissen wir nun, dass unser Instrument gut vorbereitet ist für Messungen am Jupiter“, so MPS-Wissenschaftler Dr. Norbert Krupp aus dem PEP-Team. Im Jupitersystem wird JUICE deutlich länger verweilen und den Planeten auf vielen verschiedenen Umlaufbahnen umrunden. Die aktuellen Messdaten stimmen die Mitglieder des PEP-JEI-Teams deshalb hoffnungsfroh, dass so ein vollständiges Bild der Plasmaumgebung des Gasriesen entstehen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10996.msg565967#msg565967" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">JUICE (JUpiter ICy moons Explorer) auf Ariane 5 ECA</a></li>
</ul>
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		<item>
		<title>Prestigeträchtiger ERC-Starting Grant für Astrobiologe Cyprien Verseux</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/prestigetraechtiger-erc-starting-grant-fuer-astrobiologe-cyprien-verseux/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Sep 2024 20:32:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astrobiologie/Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Biomasse]]></category>
		<category><![CDATA[Cyanobakterien]]></category>
		<category><![CDATA[Cyprien Verseux]]></category>
		<category><![CDATA[ERC]]></category>
		<category><![CDATA[Humans on Mars]]></category>
		<category><![CDATA[MarCyano]]></category>
		<category><![CDATA[Marsflug]]></category>
		<category><![CDATA[Sauerstoff]]></category>
		<category><![CDATA[Universität Bremen]]></category>
		<category><![CDATA[ZARM]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Bremer Astrobiologe Cyprien Verseux vom Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen hat jetzt den prestigeträchtigen Starting Grant des European Research Council (ERC) zugesprochen bekommen. Damit kann er ein hochaktuelles Forschungsprojekt fünf Jahre vorantreiben. Es wird in diesem Zeitraum mit 1,56 Millionen Euro gefördert. Eine Pressemitteilung der Universität Bremen. Quelle: Universität [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Der Bremer Astrobiologe Cyprien Verseux vom Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen hat jetzt den prestigeträchtigen Starting Grant des European Research Council (ERC) zugesprochen bekommen. Damit kann er ein hochaktuelles Forschungsprojekt fünf Jahre vorantreiben. Es wird in diesem Zeitraum mit 1,56 Millionen Euro gefördert. Eine Pressemitteilung der Universität Bremen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Universität Bremen Lucie-Patrizia Arndt 5. September 2024.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/CyprienVerseuxTiagoRamalhoPatrickPollmeierUniBremen2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="ERC Starting Grant-Gewinner Dr. Cyprien Verseux (links) und Doktorand Tiago Ramalho arbeiten an Atmos (Atmosphere Tester for Mars-bound Organic Systems). (Bild: Patrick Pollmeier / Universität Bremen)" data-rl_caption="" title="ERC Starting Grant-Gewinner Dr. Cyprien Verseux (links) und Doktorand Tiago Ramalho arbeiten an Atmos (Atmosphere Tester for Mars-bound Organic Systems). (Bild: Patrick Pollmeier / Universität Bremen)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/CyprienVerseuxTiagoRamalhoPatrickPollmeierUniBremen26.jpg" alt="ERC Starting Grant-Gewinner Dr. Cyprien Verseux (links) und Doktorand Tiago Ramalho arbeiten an Atmos (Atmosphere Tester for Mars-bound Organic Systems). (Bild: Patrick Pollmeier / Universität Bremen)" class="wp-image-144263"/></a><figcaption class="wp-element-caption">ERC Starting Grant-Gewinner Dr. Cyprien Verseux (links) und Doktorand Tiago Ramalho arbeiten an Atmos (Atmosphere Tester for Mars-bound Organic Systems). (Bild: Patrick Pollmeier / Universität Bremen)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">5. September 2024 &#8211; Verseux untersucht in seinem Projekt, wie <a href="https://www.raumfahrer.net/tag/cyanobakterien/" data-wpel-link="internal">Cyanobakterien</a> genutzt werden können, um Langzeit-Marsmissionen nachhaltig zu gestalten, indem sie die Crew dauerhaft mit lebensnotwendigen Verbrauchsgütern versorgen. Denn selbst, wenn wir Menschen uns auf das absolut Notwendige beschränken, brauchen wir doch einiges zum Überleben – Sauerstoff und Nahrung zum Beispiel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Halten wir uns an entlegenen Orten auf der Erde auf, dann bringen wir ausreichend Vorräte mit; im Weltraum werden die Astronaut:innen an Bord der Internationale Raumstation ISS regelmäßig mit Hilfe von Frachtkapseln versorgt. Doch wenn wir zum Mars wollen, sind weder große Vorräte noch ein kontinuierlicher Nachschub möglich. Der Transportweg ist zu riskant und die Kosten zu hoch. Die Lösung liegt somit darin, aus vor Ort vorhandenen Rohstoffen lebensnotwenige Verbrauchsgüter herzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dr. Cyprien Verseux hat bereits nachgewiesen, dass manche Cyanobakterien in der Lage sind, aus den natürlichen Ressourcen des Mars Sauerstoff und Biomasse zu produzieren. Erste Forschungsergebnisse erzielte er im Laboratory of Applied Space Microbiology (LASM), welches er am Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation der Universität Bremen leitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die große Frage ist nun: Wie kann dies auf effiziente Art und Weise gelingen? Dazu ist ein besseres Verständnis davon notwendig, wie Cyanobakterien auf zellulärer und molekularer Ebene die Mars-Ressourcen verstoffwechseln. Unter anderem soll dies durch Laborexperimente mit einer eigens entwickelten Apparatur untersucht werden, in der wenig mehr als die Rohstoffe aus dem Marsboden und der Marsatmosphäre verwendet werden. Zusätzlich zur Laborarbeit sollen mathematische Modelle entwickelt werden, die die Wachstumsraten, Produktivität und Effizienz der Bakterienkulturen vorhersagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Starting Grant des European Research Council eröffnet Cyprien Verseux und seinem Forschungsteam neue Möglichkeiten – insbesondere durch die Einrichtung von zwei Promotionsstellen. „Mit unserem Projekt ,MarCyano‘ möchten wir zwei Ziele erreichen. Zum einen wollen wir grundlegende Erkenntnisse darüber erhalten, wie die Cyanobakterien auf Umgebungsbedingungen reagieren, die für sie ,fremd‘ sind, wenn sie beispielsweise einer Atmosphäre ausgesetzt sind, die auf der Erde nicht existiert. Zum anderen sollen Lösungen entwickelt werden, die dazu beitragen, die Erkundung des Mars durch den Menschen nachhaltig zu gestalten&#8220;, erklärt der Wissenschaftler.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verseux und sein Team befassen sich jedoch nicht nur mit Nachhaltigkeitskonzepten bei Langzeit-Marsmissionen. Ihre Erkenntnisse und entwickelten Systeme werden sie auch in neue Denkansätze und Technologien übersetzen, die einem nachhaltigeren Umgang mit natürlich vorhandenen, aber zunehmend knapper werdenden Ressourcen auf der Erde dienen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verseux ist Mitglied der Initiative „<a href="https://www.raumfahrer.net/humans-on-mars-wege-zu-einer-nachhaltigen-besiedlung/" data-wpel-link="internal">Humans on Mars</a>“ und am Antrag für das Exzellencluster „Die Marsperspektive: Ressourcenknappheit als Grundlage eines Paradigmas der Nachhaltigkeit“ der Universität Bremen beteiligt. Seine Expertise fließt in das interdisziplinäre wissenschaftliche Team ein, dessen Forschung nun dazu beitragen könnte, der Universität Bremen erneut den Exzellenzstatus zu sichern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über Cyprien Verseux:</strong><br>Der französische Biologe Dr. Cyprien Verseux forscht seit 2019 am Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation der Universität Bremen. Dort baute er das „Laboratory of Applied Space Microbiology“ (LASM) auf, dessen Leiter er heute ist. Zuvor promovierte er mit dem Schwerpunkt Astrobiologie an der Universität Rom II, Italien, und am NASA Ames Research Center in Kalifornien, USA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er selbst verfügt über eigene Erfahrungen mit Explorationsmissionen in abgelegenen Gebieten: 2018 leitete er die französisch-italienische Concordia-Forschungsstation in der Antarktis. Dort verbrachte er ein Jahr, einschließlich der Wintermonate, in denen die Temperaturen auf bis zu minus 80 °C sinken können und monatelange Dunkelheit herrscht. 2015 nahm er am Marssimulationsprojekt HI-SEAS der NASA teil und lebte zusammen mit fünf Wissenschaftler:innen für ein Jahr isoliert in einer „Marsstation“ an den kargen Hängen des Mauna Kea Vulkans auf Hawaii, USA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine wissenschaftliche Leistung wurde 2019 bereits mit einem Forschungsstipendium der renommierten Alexander von Humboldt-Stiftung ausgezeichnet</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=19511.msg565963#msg565963" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Ehrungen</a></li>
</ul>
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		<title>DHBW-Studenten an Projekt der ESA Academy zu Einflüssen der Schwerlosigkeit auf kognitive Fähigkeiten beteiligt</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/dhbw-studenten-an-projekt-der-esa-academy-zu-einfluessen-der-schwerlosigkeit-auf-kognitive-faehigkeiten-beteiligt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Sep 2024 18:55:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[A310 ZERO-G]]></category>
		<category><![CDATA[DHBW]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Hypoxie]]></category>
		<category><![CDATA[NeurO2flight]]></category>
		<category><![CDATA[Parabelflüge]]></category>
		<category><![CDATA[Sauerstoff]]></category>
		<category><![CDATA[Schwerelosigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die beiden Studenten des Studiengangs Maschinenbau der DHBW Lörrach, Sebastian Schmidt vom Dualen Partner Sedus Stoll AG und Tim Dieterle von Wiha Werkzeuge GmbH, beteiligen sich, im Rahmen eines Projektes der ESA Academy (European Space Agency), an einem gemeinsamen Forschungsvorhaben der Deutschen Sporthochschule Köln, der Universität Innsbruck, des Jožef Stefan Institutes (Slowenien) und der DHBW [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die beiden Studenten des Studiengangs Maschinenbau der DHBW Lörrach, Sebastian Schmidt vom Dualen Partner Sedus Stoll AG und Tim Dieterle von Wiha Werkzeuge GmbH, beteiligen sich, im Rahmen eines Projektes der ESA Academy (European Space Agency), an einem gemeinsamen Forschungsvorhaben der Deutschen Sporthochschule Köln, der Universität Innsbruck, des Jožef Stefan Institutes (Slowenien) und der DHBW Lörrach. Eine Pressemitteilung der DHBW.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: DHBW 5. September 2024.</p>



<p class="wp-block-paragraph">5. September 2024 &#8211; Das Forschungsprojekt unter Beteiligung der DHBW Lörrach und in Lörrach betreut von Studiengangsleiter Prof. Dr. Daniel Stehle, nennt sich „NeurO2flight“. NeurO2flight untersucht die Auswirkungen von Hypoxie &#8211; also der Minderversorgung des Gehirns mit Sauerstoff &#8211; und Schwerelosigkeit auf den zerebralen Blutfluss, die neurokognitive Leistung und die zugrunde liegenden neurophysiologischen Mechanismen. Bisherige Forschungsarbeiten bezogen sich entweder auf die Schwerelosigkeit oder auf einen hypoxischen Zustand, jedoch ist die Kombination der beiden Stressoren noch unbekannt. Das Team möchte herausfinden, ob Besatzungsmitglieder unter diesen Bedingungen eine optimale Leistung aufrechterhalten können, was für die nächste Generation von Raumfahrzeugen und Weltraumbesiedelungen von Bedeutung ist.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/TeamNeurO2flightNeurO2flightESA.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Das Team von NeurO2flight, mit den Lörracher Studenten Sebastian Schmidt und Tim Dieterle. (Bild: NeurO2flight / ESA)" data-rl_caption="" title="Das Team von NeurO2flight, mit den Lörracher Studenten Sebastian Schmidt und Tim Dieterle. (Bild: NeurO2flight / ESA)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="343" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/TeamNeurO2flightNeurO2flightESA60.jpg" alt="Das Team von NeurO2flight, mit den Lörracher Studenten Sebastian Schmidt und Tim Dieterle. (Bild: NeurO2flight / ESA)" class="wp-image-144221" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/TeamNeurO2flightNeurO2flightESA60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/TeamNeurO2flightNeurO2flightESA60-300x172.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Das Team von NeurO2flight, mit den Lörracher Studenten Sebastian Schmidt und Tim Dieterle. (Bild: NeurO2flight / ESA)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Maschinenbaustudenten der DHBW Lörrach sind im Team für die Auslegung und Konstruktion der Versuchsträger zuständig, die sie Anfang November in Parabelflügen einsetzen. In Bordeaux werden an drei Flugtagen jeweils 31 Parabeln mit einem Airbus A310 geflogen. Jede Parabel beinhaltet ca. 22 Sekunden Schwerelosigkeit, in denen die Untersuchungen stattfinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wesentliche Meilensteine im Aufbau und bei Funktionstests der Versuchsträger wurden bereits erfolgreich abgeschlossen, so dass das Team für einen erfolgreichen Projektabschluss in Bordeaux bereit ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir werden zum Jahresende weiter über das Forschungsprojekt berichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über das „ESA Academy Experiments Programme“</strong><br>Das Programm der Akademie der Europäischen Raumfahrtbehörde (European Space Agency – ESA) bietet Hochschulen die Möglichkeit, Experimente zu entwerfen und zu entwickeln, die im Zusammenhang mit der Schwerkraft und dem Weltraum stehen. Dem Call for Paper der ESA Academy zu Beginn des Jahres folgten zahlreiche Bewerbungen von Universitäten aus ganz Europa. Die Teams, die in die engere Wahl kamen, wurden eingeladen, ihr Projekt vor einem Gremium von Experten der ESA und ihrer Programmpartner vorzustellen und sich den Fragen des Gremiums zu den wissenschaftlichen, technischen und Managementaspekten ihrer Vorschläge zu stellen. Ausgewählt wurden sieben Teams, die an diesem Zyklus des Experimentierprogramms teilnehmen &#8211; darunter auch das Team NeurO2flight mit Studenten der DHBW Lörrach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weiter Informationen zur ESA Academy und den Forschungsprojekten findet man unter <a href="https://www.esa.int/Education/ESA_Academy_Experiments_programme" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.esa.int/Education/ESA_Academy_Experiments_programme</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=14665.msg565900#msg565900" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Bemannte Raumfahrt und Gesundheit</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/dhbw-studenten-an-projekt-der-esa-academy-zu-einfluessen-der-schwerlosigkeit-auf-kognitive-faehigkeiten-beteiligt/" data-wpel-link="internal">DHBW-Studenten an Projekt der ESA Academy zu Einflüssen der Schwerlosigkeit auf kognitive Fähigkeiten beteiligt</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>ZARM: Erhöhte Brandgefahr bei astronautischen Raumfahrtmissionen</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/zarm-erhoehte-brandgefahr-bei-astronautischen-raumfahrtmissionen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jul 2024 12:26:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumstationen]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Brandgefahr]]></category>
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		<category><![CDATA[Feuer]]></category>
		<category><![CDATA[Marsflug]]></category>
		<category><![CDATA[Sauerstoff]]></category>
		<category><![CDATA[ZARM]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=142660</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein Forschungsteam des Zentrums für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen hat in einer aktuellen Studie die Brandgefahr auf Raumfahrzeugen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass sich Brände bei geplanten Explorationsmissionen, wie beispielsweise einem Flug zum Mars, deutlich schneller ausbreiten könnten als auf der internationalen Raumstation ISS. Eine Pressemitteilung des ZARM. Quelle: ZARM 16. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Ein Forschungsteam des Zentrums für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen hat in einer aktuellen Studie die Brandgefahr auf Raumfahrzeugen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass sich Brände bei geplanten Explorationsmissionen, wie beispielsweise einem Flug zum Mars, deutlich schneller ausbreiten könnten als auf der internationalen Raumstation ISS. Eine Pressemitteilung des ZARM.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: ZARM 16. Juli 2024.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/07/FeueraufRaumfahrtzeugKIgeneriertviaZARM.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="KI-generiertes Bild zeigt ein Feuer auf einem Raumfahrzeug. (Quelle: ZARM)" data-rl_caption="" title="KI-generiertes Bild zeigt ein Feuer auf einem Raumfahrzeug. (Quelle: ZARM)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/07/FeueraufRaumfahrtzeugKIgeneriertviaZARM60.jpg" alt="KI-generiertes Bild zeigt ein Feuer auf einem Raumfahrzeug. (Quelle: ZARM)" class="wp-image-142665" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/07/FeueraufRaumfahrtzeugKIgeneriertviaZARM60.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/07/FeueraufRaumfahrtzeugKIgeneriertviaZARM60-150x150.jpg 150w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/07/FeueraufRaumfahrtzeugKIgeneriertviaZARM60-100x100.jpg 100w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/07/FeueraufRaumfahrtzeugKIgeneriertviaZARM60-120x120.jpg 120w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">KI-generiertes Bild zeigt ein Feuer auf einem Raumfahrzeug. (Quelle: ZARM)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">16. Juli 2024 &#8211; „Ein Brand an Bord eines Raumfahrzeugs ist eines der gefährlichsten Szenarien in der Raumfahrt&#8220;, erklärt Dr. Florian Meyer, Leiter der Forschungsgruppe „Verbrennungstechnologie&#8220; am <a href="https://www.raumfahrer.net/tag/zarm/" data-wpel-link="internal">ZARM</a>. „Es gibt kaum Möglichkeiten, sich in Sicherheit zu bringen oder von Bord zu fliehen. Daher ist es entscheidend, das Verhalten von Bränden unter diesen speziellen Bedingungen zu verstehen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits seit <a href="https://www.raumfahrer.net/cygnus-oa-5-feuriger-start-feuriges-ende/" data-wpel-link="internal">2016</a> führt das ZARM-Forschungsteam Experimente zur Ausbreitung von Bränden in der Schwerelosigkeit durch. Die Umgebungsbedingungen entsprechen in etwa denen auf der ISS – mit einem Sauerstoffanteil in der Atemluft und einem Umgebungsdruck ähnlich wie auf der Erde, sowie einer erzwungenen Luftzirkulation. Diese früheren Experimente haben gezeigt, dass sich Flammen in der Schwerelosigkeit völlig anders verhalten als auf der Erde. Ein Feuer brennt mit kleinerer Flamme und breitet sich langsamer aus, wodurch es lange Zeit unbemerkt bleiben kann. Es brennt allerdings heißer und kann dadurch auch Materialien entzünden, die auf der Erde prinzipiell nicht brennbar sind. Zudem können aufgrund von unvollständiger Verbrennung mehr giftige Gase entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sauerstoff und Luftströmung als Brandbeschleuniger</strong><br>Für zukünftige Raumfahrtmissionen plant man derzeit mit veränderten atmosphärischen Rahmenbedingungen. Die Crew soll einem niedrigeren Druck ausgesetzt werden. Dies bietet zwei entscheidende Vorteile: Die Astronaut:innen können sich schneller auf einen Außeneinsatz vorbereiten und das Raumfahrzeug kann leichter, also mit weniger Masse gebaut werden, was Treibstoff spart. Der Nachteil: Bei niedrigerem Druck benötigt die Crew einen höheren Sauerstoffanteil in der Atemluft – und das kann im Brandfall gefährliche Auswirkungen haben. Dass auch die Geschwindigkeit der Luftströmung einen starken Einfluss auf die Ausbreitung von Feuer hat, kennen wir aus verschiedensten Alltagssituationen, vom Anzünden der Grillkohle bis zur Bekämpfung von Waldbränden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die aktuelle Experimentreihe, die der Studie zugrunde liegt, wurde unter Schwerelosigkeitsbedingungen im Fallturm Bremen durchgeführt. Florian Meyer und sein Team haben die Flammenausbreitung nach dem Anzünden von Plexiglasfolien beobachtet und untersucht, wie das Feuer reagiert, wenn man jeweils einen der drei Aspekte Luftdruck, Sauerstoffanteil und Strömungsgeschwindigkeit stufenweise verändert. Die Ergebnisse der Experimentreihe sind eindeutig: Obwohl der niedrigere Druck abmildernd wirkt, überwiegen die brandbeschleunigenden Effekte des erhöhten Sauerstoffgehalts der Luft. Eine Anhebung des Sauerstoffanteils von 21 Prozent (wie auf der ISS) auf die geplanten 35 Prozent bei zukünftigen Raumfahrtmissionen führt dazu, dass sich ein Feuer dreimal schneller ausbreitet. Das bedeutet einen enormen Anstieg des Brandrisikos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Florian Meyer betont: „Unsere Ergebnisse zeigen kritische Faktoren auf, die bei der Entwicklung von Brandschutzprotokollen für astronautische Raumfahrtmissionen berücksichtigt werden müssen. Wenn wir verstehen, wie sich Flammen unter verschiedenen atmosphärischen Bedingungen ausbreiten, können wir das Brandrisiko mindern und die Sicherheit der Astronaut verbessern.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Publikation:</strong><br><a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1540748924001664" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1540748924001664</a></p>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=20260.msg564026#msg564026" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Brandschutz und Brandereignisse in der Raumfahrt</a></li>
</ul>
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		<title>Raumsonde BepiColombo lüftet den Schleier der Venus</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/raumsonde-bepicolombo-lueftet-den-schleier-der-venus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Apr 2024 21:16:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
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		<category><![CDATA[Venus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unser Nachbarplanet verliert Sauerstoff und Kohlenstoff in den Weltraum. Eine Presseinformation der TU Braunschweig gemeinsam mit dem Institut für Weltraumforschung (IWF) Graz. Quelle: TU Braunschweig 24. April 2024. 24. April 2024 &#8211; Ein internationales Forscher*innen-Team unter der Leitung des französischen Laboratory of Plasma Physics (LPP/CNRS) beschreibt in der Fachzeitschrift „Nature Astronomy“ neue Erkenntnisse über die [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Unser Nachbarplanet verliert Sauerstoff und Kohlenstoff in den Weltraum. Eine Presseinformation der TU Braunschweig gemeinsam mit dem Institut für Weltraumforschung (IWF) Graz.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: TU Braunschweig 24. April 2024.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/BepiColomboVenusflybyESAATGmedialab.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Künstlerische Darstellung des Vorbeiflugs von BepiColombo an der Venus am 10. August 2021. (Bild: ESA/ATG medialab)" data-rl_caption="" title="Künstlerische Darstellung des Vorbeiflugs von BepiColombo an der Venus am 10. August 2021. (Bild: ESA/ATG medialab)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/BepiColomboVenusflybyESAATGmedialab26.jpg" alt="Künstlerische Darstellung des Vorbeiflugs von BepiColombo an der Venus am 10. August 2021. (Bild: ESA/ATG medialab)" class="wp-image-138788"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Künstlerische Darstellung des Vorbeiflugs von BepiColombo an der Venus am 10. August 2021. (Bild: ESA/ATG medialab)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">24. April 2024 &#8211; Ein internationales Forscher*innen-Team unter der Leitung des französischen Laboratory of Plasma Physics (LPP/CNRS) beschreibt in der Fachzeitschrift „Nature Astronomy“ neue Erkenntnisse über die Atmosphäre der Venus. Mit Hilfe von Beobachtungen der Raumsonde BepiColombo, an der auch das Institut für Geophysik und Extraterrestrische Physik (IGEP) sowie das Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze (IDA) der TU Braunschweig beteiligt sind, konnten in der magnetischen Umgebung des Planeten erstmals Kohlenstoff- und Sauerstoffionen nachgewiesen werden. Die Ergebnisse sind jetzt in Nature Astronomy erschienen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Geheimnisvoller Planet Venus</strong><br>Unser Nachbarplanet Venus besitzt im Gegensatz zur Erde kein eigenes Magnetfeld. Daher wechselwirkt der von der Sonne ausgehende Teilchenstrom, auch Sonnenwind genannt, direkt mit der oberen Venus-Atmosphäre und entreißt dieser dabei geladene Teilchen, die so in den Weltraum entweichen können. Frühere Messungen von Raumsonden wie Venus Express hatten bereits gezeigt, dass diese Ionen hauptsächlich aus Sauerstoff und Wasserstoff bestehen. Die Massenauflösung der damals verwendeten Instrumente reichte jedoch nicht aus, um zwischen Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff zu unterscheiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Merkursonde BepiColombo fliegt an Venus vorbei</strong><br>Auf ihrem Weg zum Merkur braucht die Raumsonde <a href="https://www.raumfahrer.net/tag/bepicolombo/" data-wpel-link="internal">BepiColombo</a> Vorbeiflüge an Erde, Venus und Merkur selbst sowie ein elektrisches Antriebssystem, um gegen die gewaltige Anziehungskraft der Sonne letztendlich in die Merkurumlaufbahn einschwenken zu können. Am 10. August 2021 flog die Raumsonde zum zweiten und letzten Mal an der Venus vorbei.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GrafikbepicolombovFlybyESABepiColomboMTM.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Die Raumsonde BepiColombo flog im August 2021 bei der Venus vorbei. (Bild: ESA/BepiColombo/MTM)" data-rl_caption="" title="Die Raumsonde BepiColombo flog im August 2021 bei der Venus vorbei. (Bild: ESA/BepiColombo/MTM)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="338" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GrafikbepicolombovFlybyESABepiColomboMTM60.jpg" alt="Die Raumsonde BepiColombo flog im August 2021 bei der Venus vorbei. (Bild: ESA/BepiColombo/MTM)" class="wp-image-138790" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GrafikbepicolombovFlybyESABepiColomboMTM60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GrafikbepicolombovFlybyESABepiColomboMTM60-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Raumsonde BepiColombo flog im August 2021 bei der Venus vorbei. (Bild: ESA/BepiColombo/MTM)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Bei dieser Gelegenheit näherte sich BepiColombo auf 552 Kilometer an die Oberfläche des Planeten an. Viele der Instrumente an Bord waren während des Vorbeiflugs aktiv und sammelten einzigartige Daten aus der Umgebung der Venus. Unter anderem entdeckte das Ionenmassenspektrometer (MSA) des IDA einen Strom von niederenergetischen Kohlenstoff- und Sauerstoffionen. „Die Magnetfeldmessungen ergänzen diese Partikelmessungen wunderbar und zeigen, dass diese Teilchen tatsächlich aus der Venusmagnetosphäre herausfließen“, freut sich Koautor Daniel Heyner, Mitglied in der IGEP-Magnetometergruppe. Das IGEP hat die Magnetfeldsensoren in Braunschweig gebaut und ist für deren Betrieb einschließlich der Datenverarbeitung zuständig.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/VenusplanetwithnomagneticshelterESACCarreau.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Die Venus ist ein Planet ohne eigenes Magnetfeld und ist daher, anders als die Erde, dem Sonnenwind schutzlos ausgeliefert. (Bild: ESA – C. Carreau)" data-rl_caption="" title="Die Venus ist ein Planet ohne eigenes Magnetfeld und ist daher, anders als die Erde, dem Sonnenwind schutzlos ausgeliefert. (Bild: ESA – C. Carreau)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/VenusplanetwithnomagneticshelterESACCarreau26.jpg" alt="Die Venus ist ein Planet ohne eigenes Magnetfeld und ist daher, anders als die Erde, dem Sonnenwind schutzlos ausgeliefert. (Bild: ESA – C. Carreau)" class="wp-image-138792"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Venus ist ein Planet ohne eigenes Magnetfeld und ist daher, anders als die Erde, dem Sonnenwind schutzlos ausgeliefert. (Bild: ESA – C. Carreau)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Manche Wissenschaftler*innen gehen davon aus, dass die Venus vor 700 Millionen Jahren noch flüssiges Wasser auf der Oberfläche hatte. Durch einen katastrophalen Treibhauseffekt hätte sich die Oberfläche aber so aufgeheizt, dass sämtliches Wasser verdunstet und aus der Atmosphäre entwichen sei. Heutzutage besteht die Venusatmosphäre zu etwa 97 % aus Kohlenstoffdioxid. Die Entdeckung des Kohlenstoff-Teilchenstroms durch die Raumsonde BepiColombo liefert wichtige Informationen über die Zusammensetzung und die Dynamik der Magnetosphäre der Venus und könnte dazu beitragen, auch die bisherige und zukünftige Entwicklung ihrer Atmosphäre zu erklären. Die vom Planeten entweichenden Elektronen erzeugen ein elektrisches Feld, das vermutlich die Kohlenstoff- und Sauerstoffionen mitreißt und aus der Venusatmosphäre schleudert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das IGEP an Bord von BepiColombo</strong><br>Die Doppelraumsonde BepiColombo ist eine Kooperation zwischen der Europäischen Weltraumorganisation ESA und der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA. Das IGEP ist an den Magnetfeldmessgeräten auf beiden Raumsonden – Mio (Magnetosphärischer Orbiter) und MPO (Planetarer Orbiter) beteiligt. Finanziert wurden die IGEP-Beiträge von der Deutsche Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft-und Raumfahrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es ist schön, dass die jahrelange und intensive Arbeit an unseren Magnetometern bereits erste Früchte trägt, bevor BepiColombo überhaupt am Ziel angekommen ist. Gemeinsam mit den Wissenschaftler*innen am Institut bin ich schon sehr gespannt, was die Instrumente über die Magnetosphäre des Planeten Merkur und sein Inneres herausfinden werden“, so Daniel Heyner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wissenschaftler auf der ganzen Welt freuen sich über diese Messungen von BepiColombo während des Venusvorbeiflugs. Die neuen Daten ermöglichen weitergehende Forschungen über die Entwicklung von Planetenatmosphären, Magnetosphären und ihre Wechselwirkung mit dem Sonnenwind“, zeigt sich Professor Ferdinand Plaschke, Leiter der Arbeitsgruppe am IGEP, erfreut.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warum ist Weltraumforschung wichtig</strong><br>BepiColombo ist die erste europäische Mission zum Merkur, die in Kooperation mit der Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) unter der Leitung der Europäischen Weltraumorganisation ESA durchgeführt wird. Die Doppelraumsonde wurde am 20. Oktober 2018 gestartet und befindet sich auf einer siebenjährigen Reise zum kleinsten und am wenigsten erforschten terrestrischen Planeten in unserem Sonnensystem. Wenn sie Ende 2025 beim Merkur ankommt, werden die Hightech-Instrumente an Bord trotz Temperaturen von über 350 °C mindestens ein Jahr lang hochgenaue Daten sammeln, auf die man auf der Erde schon sehnlich wartet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Merkur ist der einzige Planet im Sonnensystem, der wie die Erde eine feste Oberfläche hat und mit dem flüssigen Kern in seinem Inneren ein Magnetfeld erzeugt. Dieses Magnetfeld und seine Beeinflussung durch den Sonnenwind wird mit den Messgeräten der beiden BepiColombo-Satelliten präzise vermessen, um so den inneren Aufbau des Merkurs zu untersuchen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit dem Erdkern zu erforschen und dadurch die innere Struktur unseres Heimatplaneten Erde besser zu verstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Originalpublikation</strong><br>Hadid et al.: BepiColombo observations of cold oxygen and carbon ions in the flank of the induced magnetosphere of Venus, Nature Astronomy, doi: 10.1038/s41550-024-02247-2, 2024.<br><a href="https://www.nature.com/articles/s41550-024-02247-2" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41550-024-02247-2</a><br>pdf: <a href="https://www.nature.com/articles/s41550-024-02247-2.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41550-024-02247-2.pdf</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4112.msg561140#msg561140" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">BepiColombo auf Ariane 5 ECA</a></li>



<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=743.msg561141#msg561141" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Venus</a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Das Herzstück von Weltraummissionen: Antrieb</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/das-herzstueck-von-weltraummissionen-antrieb/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Apr 2024 18:26:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Antriebskonzept]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Fluiddynamik]]></category>
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		<category><![CDATA[Treibstoff]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserstand]]></category>
		<category><![CDATA[ZARM]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=139802</guid>

					<description><![CDATA[<p>Erfolgreiche Handhabung kryogener Treibstoffe als Wegbereiter für die künftige Erforschung des Weltraums. Eine Pressemitteilung des Zentrums für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen. Quelle: ZARM 17. April 2024. 17. April 2024 &#8211; Mehr als ein halbes Jahrhundert nach den ersten Schritten der Menschheit auf dem Mond treten wir in eine neue Phase von [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Erfolgreiche Handhabung kryogener Treibstoffe als Wegbereiter für die künftige Erforschung des Weltraums. Eine Pressemitteilung des Zentrums für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: ZARM 17. April 2024.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/FantasiebildTankstelleimWeltraumgeniertvonKIviaZARM.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Fantasiebild einer Tankstelle im Weltraum - geniert von einer KI. (Bildquelle: ZARM)" data-rl_caption="" title="Fantasiebild einer Tankstelle im Weltraum - geniert von einer KI. (Bildquelle: ZARM)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="338" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/FantasiebildTankstelleimWeltraumgeniertvonKIviaZARM60.jpg" alt="Fantasiebild einer Tankstelle im Weltraum - geniert von einer KI. (Bildquelle: ZARM)" class="wp-image-139801" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/FantasiebildTankstelleimWeltraumgeniertvonKIviaZARM60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/FantasiebildTankstelleimWeltraumgeniertvonKIviaZARM60-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Fantasiebild einer Tankstelle im Weltraum &#8211; geniert von einer KI. (Bildquelle: ZARM)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">17. April 2024 &#8211; Mehr als ein halbes Jahrhundert nach den ersten Schritten der Menschheit auf dem Mond treten wir in eine neue Phase von Weltraummissionen ein, einschließlich der Rückkehr zum Mond und der Reise zum Mars. Um dies zu erreichen, ist ein Umdenken bei den Antriebssystemen erforderlich. Unter Beteiligung des ZARM ist ein Übersichtsartikel in der Fachzeitschrift Nature Portfolio Journals „Microgravity“ erschienen, in der kryogene Flüssigkeiten, insbesondere flüssiger Wasserstoff und Methan in Verbindung mit flüssigem Sauerstoff, als die effektivsten und vielversprechendsten Treibstoffe für diese Raumfahrtmissionen angesehen werden. Bisher machen die Treibstoffe noch den größten Teil der Transportmasse eines Raumfahrzeugs aus, sodass die Neubetankung im Weltraum von entscheidender Bedeutung ist, um die Reichweite von Weltraummissionen zu verlängern. Die Arbeit ist das Ergebnis der Zusammenarbeit von Forschenden in einem Topical Team der Europäischen Weltraumagentur (ESA) und widmet sich den physikalischen Grundlagen der Handhabung von Treibstoffen. Sie wird als Basis für zukünftige Untersuchungen und Experimente dienen, wie z.B. einem Experiment mit flüssigem Wasserstoff auf einer Forschungsrakete.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die kryogene Herausforderung</strong><br>Kryogene Treibstoffe wie Methan oder Wasserstoff werden bei extrem niedrigen Temperaturen flüssig. Die überaus komplizierte Handhabung dieser Medien im Weltraum stellt eine erhebliche wissenschaftliche und technologische Hürde dar. Der Artikel befasst sich mit den wesentlichen Voraussetzungen für die Handhabung kryogener Treibstoffe, einschließlich Konditionierung, Lagerung, Kontrolle und Transfer. Die Arbeit zielt außerdem darauf ab, Lücken in unserem physikalischen Verständnis aufzuzeigen, die geschlossen werden müssen, um zukünftige Explorationsmissionen zu ermöglichen. Zur Lösung dieser Aufgabe ist interdisziplinäre Forschung auf den Gebieten der Thermodynamik, Fluiddynamik und Strukturmechanik erforderlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sprungbrett in den Weltraum</strong><br>Für die Verlängerung der Reichweite und Dauer von Weltraummissionen ist die Betankung von Raumfahrzeugen außerhalb unserer Umlaufbahn essentiell. ZARM Direktor Marc Avila ist Co-Autor des Artikels und unterstreicht die Relevanz von Tankstellen im Weltall: „Die Möglichkeit Raumfahrzeuge aufzutanken, nachdem sie das Schwerfeld der Erde überwunden haben und auf der Strecke bereits den größten Teil ihres Treibstoffes verbraucht haben, ist eine notwendige Voraussetzung, <a href="https://www.raumfahrer.net/tag/marsflug/" data-wpel-link="internal">um den Mars zu erreichen</a>. Um aber tatsächlich eine Weltraumtankstelle in die Realität umzusetzen, brauchen wir Strategien, die wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt vereinen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Artikel in Microgravity:</strong><br><a href="https://www.nature.com/articles/s41526-024-00377-5" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">www.nature.com/articles/s41526-024-00377-5</a><br>pdf: <a href="https://www.nature.com/articles/s41526-024-00377-5.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41526-024-00377-5.pdf</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=8586.msg561645#msg561645" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Fallturm Bremen (ZARM)</a></li>
</ul>
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		<title>Erstmals stellare Winde von drei sonnenähnlichen Sternen erfasst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Apr 2024 11:52:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Astrophysiker*innen konnten den Masseverlust von Sternen über ihre Sternenwinde quantifizieren. Eine Pressemitteilung der Universität Wien. Quelle: Universität Wien 12. April 2024. 12. April 2024 &#8211; Ein internationales Forscher*innenteam unter der Leitung der Astrophysikerin Kristina Kislyakova von der Universität Wien war erstmals in der Lage, die stellaren Winde dreier sonnenähnlicher Sterne direkt nachzuweisen: Indem die Röntgen-Emission [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Astrophysiker*innen konnten den Masseverlust von Sternen über ihre Sternenwinde quantifizieren. Eine Pressemitteilung der Universität Wien.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Universität Wien 12. April 2024.</p>



<p class="wp-block-paragraph">12. April 2024 &#8211; Ein internationales Forscher*innenteam unter der Leitung der Astrophysikerin Kristina Kislyakova von der Universität Wien war erstmals in der Lage, die stellaren Winde dreier sonnenähnlicher Sterne direkt nachzuweisen: Indem die Röntgen-Emission der Astrosphären dieser Sterne aufgezeichnet wurde, konnte ihr Masseverlust über die Sternwinde bestimmt werden. Auf den untersuchten Sternen weht demnach ein 10- bis 66-fach stärkerer Sternenwind als in unserem Sonnensystem. Die Studie wurde aktuell in Nature Astronomy veröffentlicht.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/202403xx_Kislyakova_Abb1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Infrarotbild der Schockwelle (roter Bogen), die von dem massereichen Riesenstern Zeta Ophiuchi in einer interstellaren Staubwolke erzeugt wird. Die schwachen Winde von sonnenähnlichen Hauptreihensternen sind viel schwieriger zu beobachten Bild: NASA/JPL-Caltech; NASA and The Hubble Heritage Team (STScI/AURA); Acknowledgment: C. R. O&#039;Dell, Vanderbilt University" data-rl_caption="" title="Infrarotbild der Schockwelle (roter Bogen), die von dem massereichen Riesenstern Zeta Ophiuchi in einer interstellaren Staubwolke erzeugt wird. Die schwachen Winde von sonnenähnlichen Hauptreihensternen sind viel schwieriger zu beobachten Bild: NASA/JPL-Caltech; NASA and The Hubble Heritage Team (STScI/AURA); Acknowledgment: C. R. O&#039;Dell, Vanderbilt University" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="500" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/202403xx_Kislyakova_Abb1_60.jpg" alt="Infrarotbild der Schockwelle (roter Bogen), die von dem massereichen Riesenstern Zeta Ophiuchi in einer interstellaren Staubwolke erzeugt wird. Die schwachen Winde von sonnenähnlichen Hauptreihensternen sind viel schwieriger zu beobachten C: NASA/JPL-Caltech; NASA and The Hubble Heritage Team (STScI/AURA); Acknowledgment: C. R. O'Dell, Vanderbilt University" class="wp-image-138140" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/202403xx_Kislyakova_Abb1_60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/202403xx_Kislyakova_Abb1_60-300x250.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Infrarotbild der Schockwelle (roter Bogen), die von dem massereichen Riesenstern Zeta Ophiuchi in einer interstellaren Staubwolke erzeugt wird. Die schwachen Winde von sonnenähnlichen Hauptreihensternen sind viel schwieriger zu beobachten C: NASA/JPL-Caltech; NASA and The Hubble Heritage Team (STScI/AURA); Acknowledgment: C. R. O&#8217;Dell, Vanderbilt University</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">So wie die Heliosphäre unser Sonnensystem umgibt, werden andere Sterne durch eine Astrosphäre umgeben &#8211; vorstellbar als eine Art sehr heiße Plasmablase, die von stellaren Winden in das interstellare Medium, einen Raum voll Gas und Staub, geblasen wird. Diese Sternenwinde treiben viele Prozesse an, die zentral für das Verständnis der stellaren und planetaren Entwicklung in diesen Sternensystemen sind, beispielsweise die Verdampfung der Atmosphären von Planeten und den damit verbundenen Masseverlust. Pro Jahr gesehen ist dieser Masseverlust von Planetenatmosphären zwar winzig, über lange geologische Zeiträume sind diese Verluste jedoch mitentscheidend dafür, ob sich ein Planet zu einer bewohnbaren Welt oder zu einem luftleeren Felsen entwickelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bisher gab es jedoch für die Existenz dieser Sternenwinde bei sonnenähnlichen Sternen (so genannten Hauptreihensternen, also quasi Sternen in der Blüte ihres Lebens) nur indirekte Hinweise. Einem internationalen Forschungsteam unter der Leitung von Kristina Kislyakova, Senior Scientist am Institut für Astrophysik der Universität Wien, gelang es nun erstmals, die stellaren Winde dreier sonnenähnlicher Sterne direkt nachzuweisen und den von ihnen verursachen Masseverlust des Sterns zu messen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dafür nutzte das Team die Röntgen-Emission: Stellare Winde bestehen hauptsächlich aus Protonen und Elektronen, enthalten aber auch eine kleine Menge schwererer, hochgeladener Ionen (z. B. Sauerstoff, Kohlenstoff). Diese Ionen senden Röntgenstrahlen aus, indem sie Elektronen aus dem neutralen interstellaren Medium um den Stern herum fangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Durchbruch der Gruppe streicht auch Koautor Manuel Güdel, Leiter der Forschungsgruppe „Stern- und Planetenentstehung“ am Institut für Astrophysik der Universität Wien hervor: &#8222;Seit drei Jahrzehnten bemühten sich weltweit viele Gruppen, Winde um sonnenähnliche Sterne nachzuweisen und ihre Stärke zu messen, doch bisher gab es nur indirekte Hinweise auf die Existenz solcher Winde, die auf ihren sekundären Effekten auf den Stern oder seine Umgebung beruhten.&#8220; Seine Forschungsgruppe habe zuvor versucht, die Radio-Emission der Winde zu erfassen, konnte aber nur obere Grenzwerte für die Windstärke angeben, nicht jedoch die Winde selbst nachweisen. &#8222;Unsere neuen röntgenbasierten Ergebnisse ebnen nun den Weg, diese Winde direkt zu finden und sogar abzubilden und ihre Wechselwirkungen mit den umliegenden Planeten zu untersuchen&#8220;, so Güdel.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/202403xx_Kislyakova_Abb2_2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="XMM-Newton-Röntgenbild des Sterns 70 Ophiuchi (links) und der Röntgenemission des den Stern umgebenden Gebietes (&quot;annulus&quot;), dargestellt in einem Spektrum über die Energie der Röntgenphotonen (rechts). Der größte Teil der Emission besteht aus Röntgenphotonen, die vom Stern selbst stammen, aber innerhalb des Beobachtungsteleskops und über die Kamera gestreut werden (angenähert durch das mit der blauen Linie gezeigte Modell), aber es gibt einen bedeutenden Beitrag um die Sauerstoff-K-alpha-Linie bei einer Energie von 0,56 keV, der von der ausgedehnten Astrosphäre und nicht vom Stern stammt (dieser Beitrag ist im roten Modell enthalten) C: Kislyakova et al. Nature Astronomy, 10.1038/s41550-024-02222-x, 2024" data-rl_caption="" title="XMM-Newton-Röntgenbild des Sterns 70 Ophiuchi (links) und der Röntgenemission des den Stern umgebenden Gebietes (&quot;annulus&quot;), dargestellt in einem Spektrum über die Energie der Röntgenphotonen (rechts). Der größte Teil der Emission besteht aus Röntgenphotonen, die vom Stern selbst stammen, aber innerhalb des Beobachtungsteleskops und über die Kamera gestreut werden (angenähert durch das mit der blauen Linie gezeigte Modell), aber es gibt einen bedeutenden Beitrag um die Sauerstoff-K-alpha-Linie bei einer Energie von 0,56 keV, der von der ausgedehnten Astrosphäre und nicht vom Stern stammt (dieser Beitrag ist im roten Modell enthalten) C: Kislyakova et al. Nature Astronomy, 10.1038/s41550-024-02222-x, 2024" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="330" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/202403xx_Kislyakova_Abb2_60.jpg" alt="XMM-Newton-Röntgenbild des Sterns 70 Ophiuchi (links) und der Röntgenemission des den Stern umgebenden Gebietes (&quot;annulus&quot;), dargestellt in einem Spektrum über die Energie der Röntgenphotonen (rechts). Der größte Teil der Emission besteht aus Röntgenphotonen, die vom Stern selbst stammen, aber innerhalb des Beobachtungsteleskops und über die Kamera gestreut werden (angenähert durch das mit der blauen Linie gezeigte Modell), aber es gibt einen bedeutenden Beitrag um die Sauerstoff-K-alpha-Linie bei einer Energie von 0,56 keV, der von der ausgedehnten Astrosphäre und nicht vom Stern stammt (dieser Beitrag ist im roten Modell enthalten) C: Kislyakova et al. Nature Astronomy, 10.1038/s41550-024-02222-x, 2024" class="wp-image-138143" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/202403xx_Kislyakova_Abb2_60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/202403xx_Kislyakova_Abb2_60-300x165.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">XMM-Newton-Röntgenbild des Sterns 70 Ophiuchi (links) und der Röntgenemission des den Stern umgebenden Gebietes (&#8222;annulus&#8220;), dargestellt in einem Spektrum über die Energie der Röntgenphotonen (rechts). Der größte Teil der Emission besteht aus Röntgenphotonen, die vom Stern selbst stammen, aber innerhalb des Beobachtungsteleskops und über die Kamera gestreut werden (angenähert durch das mit der blauen Linie gezeigte Modell), aber es gibt einen bedeutenden Beitrag um die Sauerstoff-K-alpha-Linie bei einer Energie von 0,56 keV, der von der ausgedehnten Astrosphäre und nicht vom Stern stammt (dieser Beitrag ist im roten Modell enthalten) C: Kislyakova et al. Nature Astronomy, 10.1038/s41550-024-02222-x, 2024</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Röntgenemission von Astrosphären entdeckt</strong><br>Dem Team gelang es mithilfe von Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop <a href="https://www.raumfahrer.net/?s=XMM" data-wpel-link="internal">XMM-Newton</a>, diese Röntgenemission der Astrosphären sonnenähnlicher Sterne erstmals direkt nachzuweisen und von den Röntgenemissionen der Sterne selbst zu trennen. Dadurch konnten zum ersten Mal stellare Winde direkt aufgezeichnet werden und die Massenverlustrate der Sterne über ihre Sternwinde berechnet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die Analyse der spektralen Fingerabdrücke (so genannter Spektrallinien) der Sauerstoff-Ionen bestimmten die Forscher*innen die Sauerstoffmenge und letztlich die Gesamtmasse des von den Sternen ausgestoßenen Sternwindes. Dabei zeigte sich, dass die stellaren Winde bei den untersuchten Sternen (70 Ophiuchi, epsilon Eridani und 61 Cygni) deutlich stärker wehen: Die Massenverlustrate wird im Fall des Sterns 70 Ophiuchi auf das 66,5±11,1-fache, im Fall der Sterne epsilon Eridani und 61 Cygni auf das 15,6±4,4 bzw. 9,6±4,1-fache der Massenverlustrate unserer Sonne geschätzt. Ursache für die stärkeren Winde könnte die stärkere magnetische Aktivität dieser Sterne erklärt sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sonnensystem als natürliches Labor</strong><br>&#8222;Innerhalb unseres Sonnensystems wurde die Emission des Ladungsaustausch bereits bei Planeten, Kometen und in der Heliosphäre beobachtet – hier haben wir also quasi ein natürliches Labor, um die Zusammensetzung des Sonnenwinds zu untersuchen&#8220;, erklärt die Hauptautorin der aktuell im Journal Nature Astronomy publizierten Studie, Kristina Kislyakova. Die Beobachtung dieser Emission von weit entfernten Sternen sei aber natürlich aufgrund der Schwäche des Signals ungleich schwieriger: &#8222;Außerdem ist es aufgrund der Entfernung zu den Sternen sehr kompliziert, das von der Astrosphäre ausgesendete Signal von der tatsächlichen Röntgenemission des Sterns selbst zu trennen, auch weil ein Teil dieser Emissionen aufgrund instrumenteller Effekte über das Sichtfeld des Teleskops ,gestreut‘ wird. Wir haben einen neuen Algorithmus entwickelt, der die Röntgen-Emissionen des Sterns von denen der Astrosphäre trennt. Zudem konnten wir Signale für den Ladungsaustausch identifizieren, die von Sauerstoff-Ionen aus dem Sternwind und dem umgebenden neutralen interstellaren Medium von drei Hauptreihensternen stammen.&#8220; Die geschätzten Massenverlustraten können künftig als Maßstab für Sternwindmodelle dienen und erweitern die bisherigen begrenzten Beobachtungsdaten für die Winde von sonnenähnlichen Sternen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Originalpublikation in Nature Astronomy:</strong><br>K.G. Kislyakova, M. Güdel, D. Koutroumpa, J.A. Carter, C.M. Lisse, S. Boro Saikia: X-ray detection of astrospheres around three main-sequence stars and their mass-loss rates. 2024.<br>DOI : 10.1038/s41550-024-02222-x<br><a href="https://www.nature.com/articles/s41550-024-02227-6" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41550-024-02227-6</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=6938.msg560759#msg560759" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Sternentwicklung</a></li>
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		<title>eROSITA sieht heißes Gas rund um die Milchstraße &#8211; viel näher als erwartet</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/erosita-sieht-heisses-gas-rund-um-die-milchstrasse-viel-naeher-als-erwartet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Dec 2023 17:47:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Himmelskarte des eROSITA-Teleskops enthüllt Röntgenstrahlung von Millionen Grad heißem Plasma in und um die Milchstraße. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) sehen in der Struktur des Gases zwei große Komponenten: eine scheibenförmige Verteilung ähnlich der stellaren Scheibe, eingebettet in einen größeren kugelförmigen Halo. Eine Pressemitteilung des MPE. Quelle: MPE 14. Dezember 2023. 14. Dezember [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Himmelskarte des eROSITA-Teleskops enthüllt Röntgenstrahlung von Millionen Grad heißem Plasma in und um die Milchstraße. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) sehen in der Struktur des Gases zwei große Komponenten: eine scheibenförmige Verteilung ähnlich der stellaren Scheibe, eingebettet in einen größeren kugelförmigen Halo. Eine Pressemitteilung des MPE.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: MPE 14. Dezember 2023.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/westlichegalaktischeHemisphaereeROSITAJSandersMPEeROSITA.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Dieses Bild zeigt die gesamte westliche galaktische Hemisphäre, die mit dem eROSITA-Teleskop im weichen Röntgenlicht beobachtet wurde. Es zeigt insbesondere die Emission von stark ionisiertem Sauerstoff und gibt damit Aufschluss über die Verteilung des heißen Gases rund um die Milchstraße. (Bild: J. Sanders, MPE/eROSITA)" data-rl_caption="" title="Dieses Bild zeigt die gesamte westliche galaktische Hemisphäre, die mit dem eROSITA-Teleskop im weichen Röntgenlicht beobachtet wurde. Es zeigt insbesondere die Emission von stark ionisiertem Sauerstoff und gibt damit Aufschluss über die Verteilung des heißen Gases rund um die Milchstraße. (Bild: J. Sanders, MPE/eROSITA)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="298" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/westlichegalaktischeHemisphaereeROSITAJSandersMPEeROSITA26.jpg" alt="Dieses Bild zeigt die gesamte westliche galaktische Hemisphäre, die mit dem eROSITA-Teleskop im weichen Röntgenlicht beobachtet wurde. Es zeigt insbesondere die Emission von stark ionisiertem Sauerstoff und gibt damit Aufschluss über die Verteilung des heißen Gases rund um die Milchstraße. (Bild: J. Sanders, MPE/eROSITA)" class="wp-image-134781"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Dieses Bild zeigt die gesamte westliche galaktische Hemisphäre, die mit dem eROSITA-Teleskop im weichen Röntgenlicht beobachtet wurde. Es zeigt insbesondere die Emission von stark ionisiertem Sauerstoff und gibt damit Aufschluss über die Verteilung des heißen Gases rund um die Milchstraße. (Bild: J. Sanders, MPE/eROSITA)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">14. Dezember 2023 &#8211; Eine neue Himmelskarte des eROSITA-Teleskops zeigt Röntgenstrahlen, die von Millionen Grad heißem Plasma in und um die Milchstraße emittiert werden. Bei der Analyse dieser Daten stellte das Team am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik fest, dass das sehr heiße, ionisierte Gas eine Verteilung ähnlich der stellaren Scheibe aufweist, möglicherweise eingebettet in einen viel größeren kugelförmigen Halo. Damit wissen die Forschenden nun mehr über Form und Größe eines großen Teils des zirkumgalaktischen Mediums der Milchstraße, das ein großes Gasreservoir für die zukünftige Sternentstehung darstellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sterne entstehen aus Gas in einem endlosen Prozess, der sich sowohl aus ursprünglicher kosmischer Materie als auch von recyceltem Gas früherer Sterngenerationen speist. In Spiralgalaxien wie der Milchstraße gibt es jedoch einfach zu viele Sterne und nicht genug sichtbares Gas, um das derzeitige Niveau der Sternentstehung über lange Zeit aufrechtzuerhalten. Daher gehen die Astronomen davon aus, dass ein großes Gasreservoir über die gesamte Galaxie existiert, dessen Größe möglicherweise zehnmal so groß ist wie der Durchmesser der Sternscheibe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Details über Form, Größe und Menge an Materie in diesem so genannten zirkumgalaktischen Medium sind jedoch noch umstritten &#8211; sie sind durch Beobachtungen nur schlecht zu erfassen. Klar ist, dass das Gas im zirkumgalaktischen Medium bisher weder mit optischen noch mit IR- oder Radioteleskopen nachgewiesen werden konnte. Daher muss das meiste Gas im zirkumgalaktischen Medium sehr heiß sein (etwa eine Million Grad) und eine sehr geringe Dichte aufweisen (weniger als 1000 Teilchen pro Kubikmeter). Aufgrund dieser hohen Temperaturen müsste das Gas Röntgenstrahlung aussenden, die aber wegen der geringen Dichte sehr schwach sein muss &#8211; schwächer als das, was bisher beobachtet werden konnte. Ein deutliches Merkmal, das die Existenz eines solch dünnen, heißen Gases bestätigt, sind Emissionslinien hochionisierter Sauerstoffatome (zum Beispiel die O VIII-Atomlinie), die im Röntgenlicht zu beobachten sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das eROSITA-Teleskop, das vollständig am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) gebaut wurde, hat nun zum ersten Mal den Himmel nach weicher Röntgenstrahlung abgesucht. Die daraus resultierende Karte der gesamten westlichen galaktischen Hemisphäre wurde am MPE erstellt und überprüft. &#8222;Die Karte zeigt nicht nur, dass um uns herum überall heißes Gas existiert, sondern liefert auch genügend Details, um seine Struktur viel genauer zu erforschen als je zuvor&#8220;, sagt Xueying Zheng vom MPE, deren Arbeit die Grundlage für die Analyse der Verteilung des heißen Plasmas bildet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir sehen die O VIII-Emission aus allen Richtungen des weichen Röntgenhimmels&#8220;, unterstreicht Nicola Locatelli, der die eROSITA-Datenanalyse am MPE leitete. &#8222;Dies bestätigt die diffuse Beschaffenheit des heißen Gases, und wir können jetzt sogar untersuchen, wie es sich um uns herum verteilt.&#8220;</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RekonstruktionderVerteilungdesheissenGaseMPE.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Diese Bilder zeigen eine Rekonstruktion der Verteilung des heißen Gases rund um die Milchstraße. Das linke Bild zeigt die Sicht von oben, das rechte eine Ansicht von der Seite. Man kann deutlich zwischen einer großen, kugelförmigen Komponente in großen Entfernungen und einer nahen Komponente, die der stellaren Scheibe ähnelt, unterscheiden. (Die Skala der Achsen ist in kpc angegeben.) (Grafik: MPE)" data-rl_caption="" title="Diese Bilder zeigen eine Rekonstruktion der Verteilung des heißen Gases rund um die Milchstraße. Das linke Bild zeigt die Sicht von oben, das rechte eine Ansicht von der Seite. Man kann deutlich zwischen einer großen, kugelförmigen Komponente in großen Entfernungen und einer nahen Komponente, die der stellaren Scheibe ähnelt, unterscheiden. (Die Skala der Achsen ist in kpc angegeben.) (Grafik: MPE)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="266" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RekonstruktionderVerteilungdesheissenGaseMPE60.jpg" alt="Diese Bilder zeigen eine Rekonstruktion der Verteilung des heißen Gases rund um die Milchstraße. Das linke Bild zeigt die Sicht von oben, das rechte eine Ansicht von der Seite. Man kann deutlich zwischen einer großen, kugelförmigen Komponente in großen Entfernungen und einer nahen Komponente, die der stellaren Scheibe ähnelt, unterscheiden. (Die Skala der Achsen ist in kpc angegeben.) (Grafik: MPE)" class="wp-image-134777" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RekonstruktionderVerteilungdesheissenGaseMPE60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RekonstruktionderVerteilungdesheissenGaseMPE60-300x133.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Diese Bilder zeigen eine Rekonstruktion der Verteilung des heißen Gases rund um die Milchstraße. Das linke Bild zeigt die Sicht von oben, das rechte eine Ansicht von der Seite. Man kann deutlich zwischen einer großen, kugelförmigen Komponente in großen Entfernungen und einer nahen Komponente, die der stellaren Scheibe ähnelt, unterscheiden. (Die Skala der Achsen ist in kpc angegeben.) (Grafik: MPE)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das Team am MPE fand insbesondere heraus, dass die Geometrie des Gases durch zwei Komponenten beschrieben werden kann: einen sehr großen, mehr oder weniger kugelförmigen Halo und eine nähere Komponente, die der stellaren Scheibe ähnelt. Der heiße Halo ist etwa viermal so groß (bis zu ~100 Kiloparsec) wie die optische Größe der Milchstraße, und die nahe Komponente reicht bis zur Größe der sogenannten &#8222;dicken Scheibe&#8220; (etwa 7 kpc mit einer Höhe von 1 kpc). Aufgrund seines enormen Volumens umfasst der heiße Halo den größten Teil der Masse &#8211; aber die nähere scheibenförmige Komponente erzeugt die meisten der von eROSITA beobachteten Photonen, sie ist etwa zehnmal heller als der Halo.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Prinzip lässt sich die hohe Temperatur des Gases durch die Energie erklären, die durch Supernova-Explosionen aus der Scheibe der Milchstraße in das zirkumgalaktische Medium injiziert wird. In einem alternativen Szenario wird Rohmaterial aus noch weiter entfernten Regionen, dem so genannten intergalaktischen Medium, zugeführt. Dieses wird während des Einfalls erhitzt und bildet so den sphärischen Halo.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ScheibenartigeStrukturMPE.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Wie das Bild oben, mit den Hauptkomponenten beschriftet: eine Scheiben-artige Strukture für das heiße Gas im Zentrum und eine größere Komponente, die sich in den galaktischen Halo erstreckt. Die Größe der „Thick Disk“ der Sterne ist als Referenz ebenfalls eingezeichnet. (Grafik: MPE)" data-rl_caption="" title="Wie das Bild oben, mit den Hauptkomponenten beschriftet: eine Scheiben-artige Strukture für das heiße Gas im Zentrum und eine größere Komponente, die sich in den galaktischen Halo erstreckt. Die Größe der „Thick Disk“ der Sterne ist als Referenz ebenfalls eingezeichnet. (Grafik: MPE)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="241" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ScheibenartigeStrukturMPE26.jpg" alt="Wie das Bild oben, mit den Hauptkomponenten beschriftet: eine Scheiben-artige Strukture für das heiße Gas im Zentrum und eine größere Komponente, die sich in den galaktischen Halo erstreckt. Die Größe der „Thick Disk“ der Sterne ist als Referenz ebenfalls eingezeichnet. (Grafik: MPE)" class="wp-image-134779"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Wie das Bild oben, mit den Hauptkomponenten beschriftet: eine Scheiben-artige Struktur für das heiße Gas im Zentrum und eine größere Komponente, die sich in den galaktischen Halo erstreckt. Die Größe der „Thick Disk“ der Sterne ist als Referenz ebenfalls eingezeichnet. (Grafik: MPE)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ein wichtiger Aspekt dieser neuen Studie ist die Entfernung, in der der größte Teil der Strahlung beobachtet wird, nämlich einige Kiloparsec von der Sonne entfernt. Diese relative Nähe spricht für das Szenario der Supernova-Explosionen als Ursprung des heißen Gases. Dies bestätigt auch Theorien zur Galaxienentwicklung, wonach das Gas in der Sternscheibe selbst recycelt wird. In Kürze werden hochmoderne Röntgenspektrographen in der Lage sein, die Radialgeschwindigkeit dieses Gases zu bestimmen. Sie können so die Kartierung der Gesamtgeometrie des heißen Gases ergänzen und die Modelle für die Entstehung und Entwicklung von Galaxien weiter verfeinern. Das MPE wird dank des künftigen Athena-Instruments weiterhin eine entscheidende Rolle bei der Lösung dieser Aufgabe spielen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Originalveröffentlichungen:</strong><br>Broadband maps of eROSITA and their comparison with theROSAT survey<br>Xueying Zheng, Gabriele Ponti, Michael Freyberg, Jeremy Sanders, Nicola Locatelli, Andrea Merloni, Andy Strong, Manami Sasaki, Johan Comparat, Werner Becker, Juergen Kerp, Chandreyee Maitra, Teng Liu, Peter Predehl, Konstantina Anastasopoulou, Georg Lamer<br>A&amp;A, accepted<br>doi.org/10.1051/0004-6361/202346576<br><a href="https://www.aanda.org/component/article?access=doi&amp;doi=10.1051/0004-6361/202346576" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.aanda.org/component/article?access=doi&amp;doi=10.1051/0004-6361/202346576</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Locatelli, N. ; Ponti, G. ; Zheng, X. ; Merloni, A. ; Becker, W. ; Comparat, J. ; Dennerl, K. ; Freyberg, M. J. ; Sasaki, M. ; Yeung, M. C. H.<br>The warm-hot circumgalactic medium of the Milky Way as seen by eROSITA<br>A&amp;A, accepted<br>dx.doi.org/10.48550/arXiv.2310.10715<br><a href="https://arxiv.org/abs/2310.10715" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://arxiv.org/abs/2310.10715</a><br>pdf: <a href="https://arxiv.org/pdf/2310.10715" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://arxiv.org/pdf/2310.10715</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3932.msg556972#msg556972" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Röntgenteleskope ART-XC und eRosita auf Spektr-RG (SRG)</a></li>
</ul>
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		<title>Grünes Leuchten in der Marsnacht</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/gruenes-leuchten-in-der-marsnacht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Nov 2023 19:14:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ExoMars]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Atmosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Kohlendioxid]]></category>
		<category><![CDATA[Marsatmosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Nachtleuchten]]></category>
		<category><![CDATA[NOMAD]]></category>
		<category><![CDATA[Sauerstoff]]></category>
		<category><![CDATA[TGO]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn zukünftige Astronauten die Polarregionen des Mars erkunden, werden sie ein grünes Leuchten am Nachthimmel sehen. Zum ersten Mal hat die ESA-Mission ExoMars Trace Gas Orbiter (TGO) ein sichtbares Nachtleuchten in der Marsatmosphäre entdeckt.Eine Pressemitteilung der europäischen Weltraumagentur (ESA). Quelle: ESA, Science &#38; Exploration; 10. November 2023. Bei klarem Himmel könnte das Leuchten hell genug [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Wenn zukünftige Astronauten die Polarregionen des Mars erkunden, werden sie ein grünes Leuchten am Nachthimmel sehen. Zum ersten Mal hat die ESA-Mission ExoMars <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Human_and_Robotic_Exploration/Exploration/ExoMars/Trace_Gas_Orbiter_instruments" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Trace Gas Orbiter</a> (TGO) ein sichtbares Nachtleuchten in der Marsatmosphäre entdeckt.<br>Eine Pressemitteilung der europäischen Weltraumagentur (ESA).</h4>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph" style="font-size:12px">Quelle: <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Human_and_Robotic_Exploration/A_green_glow_in_the_martian_night" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ESA, Science &amp; Exploration</a>; 10. November 2023.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei klarem Himmel könnte das Leuchten hell genug sein, um von Menschen gesehen zu werden und um Rovern in dunklen Nächten die Navigation zu ermöglichen. Nachtleuchten wird auch auf der Erde beobachtet. Auf dem Mars wurde es zwar erwartet, aber bis jetzt noch nie im sichtbaren Licht beobachtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Den Weg erhellen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das atmosphärische Nachtleuchten entsteht, wenn sich zwei Sauerstoffatome zu einem Sauerstoffmolekül verbinden, etwa 50 km über der Planetenoberfläche.<br>Die Sauerstoffatome haben eine lange Reise hinter sich: Sie bilden sich auf der Tagseite des Mars, wenn Kohlendioxidmoleküle durch den Energieeintrag des Sonnenlichts gespalten werden. Wenn die Sauerstoffatome auf die Nachtseite wandern und nicht mehr von der Sonne angeregt werden, gruppieren sie sich neu und senden in geringerer Höhe Licht aus.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Production_of_oxygen_nightglow_on_Mars_pillars.gif" alt=""/><figcaption class="wp-element-caption"><em>Erzeugung des Nachtlichts mittels Sauerstoff auf dem Mars.<br>Diese <a href="https://sci.esa.int/web/mars-express/-/50200-production-of-oxygen-nightglow-on-mars" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Animation</a> zeigt den Prozess, von dem man annimmt, dass er für das nächtliche Leuchten des Mars verantwortlich ist. Wenn sie der ultravioletten Sonnenstrahlung oberhalb einer Höhe von 70 km ausgesetzt sind, werden Kohlendioxidmoleküle &#8211; der Hauptbestandteil der Marsatmosphäre &#8211; in Kohlenmonoxid- und Sauerstoffatome gespalten. Diese Sauerstoffatome (als rote Kugeln dargestellt) werden von einer gigantischen Hadley-Zelle transportiert, die einen aufsteigenden Zweig über dem Sommerpol des Tages und einen absteigenden Zweig über dem Winterpol auf der Nachthalbkugel aufweist. Im absteigenden Ast der Hadley-Zelle rekombinieren die Sauerstoffatome in einer Höhe von 30-50 km zu molekularem Sauerstoff und geben dabei Infrarotstrahlung ab. Das OMEGA-Instrument auf Mars Express entdeckte 2012 Infrarotstrahlung auf der Nachtseite des Mars, oberhalb der Polarregionen. Im Jahr 2023 wurde festgestellt, dass die in dieser Animation gezeigte Rekombination von Sauerstoffmolekülen auch Emissionen im sichtbaren Wellenlängenbereich erzeugt, die vom NOMAD-Instrument auf dem ExoMars Trace Gas Orbiter nachgewiesen wurden. Weitere Einzelheiten finden Sie in dem in <a href="https://www.nature.com/articles/s41550-023-02104-8" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Nature Astronomy</a> veröffentlichten Artikel.</em><br><em><strong>Copyright: ESA</strong></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Diese Emission ist auf die Rekombination von Sauerstoffatomen zurückzuführen, die in der Sommeratmosphäre entstehen und von den Winden in hohe Winterbreiten transportiert werden, in Höhen von 40 bis 60 km in der Marsatmosphäre&#8220;, erklärt Lauriane Soret, Forscherin am <a href="https://www.lpap.uliege.be/cms/c_5012681/en/lpap" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Labor für Atmosphären- und Planetenphysik</a> der Universität Lüttich in Belgien und Teil des Teams, das die Entdeckung in <a href="https://www.nature.com/articles/s41550-023-02104-8" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Nature Astronomy</a> veröffentlichte.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Airglow_observed_from_the_International_Space_Station_pillars.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Glühen in der Erdatmosphäre, beobachtet von der Internationalen Raumstation. Das Glühen entsteht in der Erdatmosphäre durch die Wechselwirkung von Sonnenlicht mit Atomen und Molekülen in der Atmosphäre. Auf diesem Bild, das von Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) im Jahr 2011 aufgenommen wurde, ist ein grünes Band aus Sauerstoffglühen über der Erdkrümmung zu sehen. Auf der Erdoberfläche sind Teile Nordafrikas zu sehen, wobei die Abendlichter entlang des Nils und seines Deltas leuchten. Vollständiger Artikel: ExoMars entdeckt einzigartiges grünes Glühen auf dem Roten Planeten. Copyright: NASA" data-rl_caption="" title="Glühen in der Erdatmosphäre, beobachtet von der Internationalen Raumstation. Das Glühen entsteht in der Erdatmosphäre durch die Wechselwirkung von Sonnenlicht mit Atomen und Molekülen in der Atmosphäre. Auf diesem Bild, das von Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) im Jahr 2011 aufgenommen wurde, ist ein grünes Band aus Sauerstoffglühen über der Erdkrümmung zu sehen. Auf der Erdoberfläche sind Teile Nordafrikas zu sehen, wobei die Abendlichter entlang des Nils und seines Deltas leuchten. Vollständiger Artikel: ExoMars entdeckt einzigartiges grünes Glühen auf dem Roten Planeten. Copyright: NASA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Airglow_observed_from_the_International_Space_Station_pillars_400x225.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Glühen in der Erdatmosphäre, beobachtet von der Internationalen Raumstation.</em><br><em>Das Glühen entsteht in der Erdatmosphäre durch die Wechselwirkung von Sonnenlicht mit Atomen und Molekülen in der Atmosphäre. Auf diesem Bild, das von Astronauten an Bord der <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Human_and_Robotic_Exploration/Research/International_Space_Station" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Internationalen Raumstation</a> (ISS) im Jahr 2011 aufgenommen wurde, ist ein grünes Band aus Sauerstoffglühen über der Erdkrümmung zu sehen. Auf der Erdoberfläche sind Teile Nordafrikas zu sehen, wobei die Abendlichter entlang des Nils und seines Deltas leuchten.</em><br><em>Vollständiger Artikel: <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Human_and_Robotic_Exploration/Exploration/ExoMars/ExoMars_spots_unique_green_glow_at_the_Red_Planet" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ExoMars entdeckt einzigartiges grünes Glühen auf dem Roten Planeten</a></em>.<br><em><strong>Copyright: NASA</strong></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das Licht des nächtlichen Leuchtens könnte hell genug sein, um den Weg in die Zukunft zu erhellen &#8211; so hell wie Mondscheinwolken auf der Erde.<br>&#8222;Diese Beobachtungen sind unerwartet und interessant für zukünftige Reisen zum Roten Planeten&#8220;, sagt Jean-Claude Gérard, Hauptautor der neuen Studie und Planetenforscher an der Universität Lüttich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der grün leuchtenden Straße folgen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das internationale Wissenschaftlerteam war von einer <a href="https://sci.esa.int/web/mars-express/-/50198-a-glow-in-the-martian-night-throws-light-on-atmospheric-circulation" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">früheren Entdeckung</a> durch <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Mars_Express_overview" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Mars Express</a> fasziniert, das vor einem Jahrzehnt das Nachtleuchten im Infrarotbereich beobachtet hatte. Der Trace Gas Orbiter entdeckte daraufhin im Jahr 2020 <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Human_and_Robotic_Exploration/Exploration/ExoMars/ExoMars_spots_unique_green_glow_at_the_Red_Planet" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">grün leuchtende Sauerstoffatome</a> hoch über der Tagseite des Mars &#8211; das erste Mal, dass diese Lichtemission um einen anderen Planeten als der Erde beobachtet wurde.<br>Diese Atome wandern zur Nachtseite und rekombinieren dann in geringerer Höhe, was zu dem sichtbaren Nachtleuchten führt, das in der heute veröffentlichten Studie entdeckt wurde.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ExoMars_Trace_Gas_orbiter_spots_daylight_green_oxygen_at_Mars_pillars.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Künstlerische Darstellung des ExoMars Trace Gas Orbiters, der auf dem Mars tageslichtgrünen Sauerstoff aufspürt. Diese Emission, die auf der Tagseite des Mars entdeckt wurde, ähnelt dem nächtlichen Leuchten, das vom Weltraum aus in der Erdatmosphäre zu sehen ist. Vollständiger Artikel: ExoMars entdeckt einzigartiges grünes Glühen auf dem Roten Planeten. Copyright: ESA" data-rl_caption="" title="Künstlerische Darstellung des ExoMars Trace Gas Orbiters, der auf dem Mars tageslichtgrünen Sauerstoff aufspürt. Diese Emission, die auf der Tagseite des Mars entdeckt wurde, ähnelt dem nächtlichen Leuchten, das vom Weltraum aus in der Erdatmosphäre zu sehen ist. Vollständiger Artikel: ExoMars entdeckt einzigartiges grünes Glühen auf dem Roten Planeten. Copyright: ESA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ExoMars_Trace_Gas_orbiter_spots_daylight_green_oxygen_at_Mars_pillars_400x225.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Künstlerische Darstellung des <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Human_and_Robotic_Exploration/Exploration/ExoMars" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ExoMars</a> <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Human_and_Robotic_Exploration/Exploration/ExoMars/Trace_Gas_Orbiter_instruments" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Trace Gas Orbiters</a>, der auf dem Mars tageslichtgrünen Sauerstoff aufspürt.<br>Diese Emission, die auf der Tagseite des Mars entdeckt wurde, ähnelt dem nächtlichen Leuchten, das vom Weltraum aus in der Erdatmosphäre zu sehen ist.<br>Vollständiger Artikel: <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Human_and_Robotic_Exploration/Exploration/ExoMars/ExoMars_spots_unique_green_glow_at_the_Red_Planet" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ExoMars entdeckt einzigartiges grünes Glühen auf dem Roten Planeten.</a><br><strong>Copyright: ESA</strong></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">TGO umkreist den Roten Planeten in einer Höhe von 400 km und konnte die Nachtseite des Mars mit dem ultraviolett-sichtbaren Kanal seines <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Human_and_Robotic_Exploration/Exploration/ExoMars/Trace_Gas_Orbiter_instruments" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">NOMAD-Instruments</a> beobachten. Das Instrument deckt einen Spektralbereich vom nahen Ultraviolett bis zum roten Licht ab und war auf den Rand des Roten Planeten ausgerichtet, um die obere Atmosphäre besser beobachten zu können.<br>Das NOMAD-Experiment wird vom Königlich-Belgischen Institut für Weltraum-Aeronomie geleitet, das unter anderem mit Teams aus Spanien (IAA-CSIC), Italien (INAF-IAPS) und dem Vereinigten Königreich (Open University) zusammenarbeitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wissenschaftlicher Wert</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das nächtliche Glühen dient als Indikator für atmosphärische Prozesse. Es kann eine Fülle von Informationen über die Zusammensetzung und Dynamik eines schwer zu messenden Bereichs der Atmosphäre sowie über die Sauerstoffdichte liefern. Außerdem kann es Aufschluss darüber geben, wie die Energie sowohl durch das Sonnenlicht als auch durch den Sonnenwind &#8211; den Strom geladener Teilchen, der von unserem Stern ausgeht &#8211; deponiert wird.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Milky_Way_and_Earth_s_airglow_from_the_Space_Station_pillars.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Die Milchstraße und das Leuchten der Erde von der Raumstation aus. Schnappschuss aus dem Weltraum von der Milchstraße und der Erde, jenseits der Internationalen Raumstation. Die Milchstraße erstreckt sich in dieser Szene, die auch ein schwaches grünes Leuchten in der Luft aufzeichnet, unter der Kurve des Erdabschnitts. Die zentrale Ausbuchtung der Galaxie erscheint mit Sternenfeldern, die von dunklen Gräben aus verdunkelndem interstellarem Staub durchzogen sind. Das Bild wurde 2015 vom NASA-Astronauten Scott Kelly während seiner einjährigen Mission im All aufgenommen. Copyright: NASA" data-rl_caption="" title="Die Milchstraße und das Leuchten der Erde von der Raumstation aus. Schnappschuss aus dem Weltraum von der Milchstraße und der Erde, jenseits der Internationalen Raumstation. Die Milchstraße erstreckt sich in dieser Szene, die auch ein schwaches grünes Leuchten in der Luft aufzeichnet, unter der Kurve des Erdabschnitts. Die zentrale Ausbuchtung der Galaxie erscheint mit Sternenfeldern, die von dunklen Gräben aus verdunkelndem interstellarem Staub durchzogen sind. Das Bild wurde 2015 vom NASA-Astronauten Scott Kelly während seiner einjährigen Mission im All aufgenommen. Copyright: NASA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Milky_Way_and_Earth_s_airglow_from_the_Space_Station_pillars_400x225.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Die Milchstraße und das Leuchten der Erde von der Raumstation aus.<br>Schnappschuss aus dem Weltraum von der Milchstraße und der Erde, jenseits der Internationalen Raumstation. Die Milchstraße erstreckt sich in dieser Szene, die auch ein schwaches grünes Leuchten in der Luft aufzeichnet, unter der Kurve des Erdabschnitts. Die zentrale Ausbuchtung der Galaxie erscheint mit Sternenfeldern, die von dunklen Gräben aus verdunkelndem interstellarem Staub durchzogen sind. Das Bild wurde 2015 vom NASA-Astronauten Scott Kelly während seiner einjährigen Mission im All aufgenommen.<br><strong>Copyright: NASA</strong></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das Verständnis der Eigenschaften der Marsatmosphäre ist nicht nur wissenschaftlich interessant, sondern auch entscheidend für Missionen zur Oberfläche des Roten Planeten. Die atmosphärische Dichte wirkt sich beispielsweise direkt auf den Luftwiderstand von Satelliten in der Umlaufbahn und auf die Fallschirme aus, mit denen Sonden auf die Marsoberfläche gebracht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nachtglühen versus Polarlicht</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachtleuchten wird auch auf der Erde beobachtet, ist aber nicht mit Polarlichtern zu verwechseln. Polarlichter sind nur eine Möglichkeit, die Atmosphäre eines Planeten zum Leuchten zu bringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Polarlichter entstehen <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Mars_Express/Mars_Express_discovers_aurorae_on_Mars" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">auf dem Mars</a> wie auf der Erde, wenn energiereiche Elektronen von der Sonne auf die obere Atmosphäre treffen. Sie variieren über Raum und Zeit, während das Nachtleuchten homogener ist. Sowohl das Nachtleuchten als auch die Polarlichter können ein breites Farbspektrum aufweisen, je nachdem, welche atmosphärischen Gase in den verschiedenen Höhenlagen am häufigsten vorkommen.</p>



<figure class="wp-block-video"><video controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/1604_021_AR_EN.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption"><em>Ein Zeitraffervideo von Tim Peake, Astronaut der Europäischen Weltraumorganisation, aufgenommen während seiner sechsmonatigen Principia-Mission auf der Internationalen Raumstation.<br>Die Internationale Raumstation bewegt sich mit 28 800 km/h, was bedeutet, dass sie nur 90 Minuten braucht, um die Erde vollständig zu umrunden. Bei jeder Umrundung bewegt sich die Station etwa 2200 km nach Westen im Vergleich zu den 90 Minuten davor.<br>Die Astronauten verwenden normale Digitalkameras, um in ihrer Freizeit Fotos zu machen. Wenn sie die Kamera so einstellen, dass sie alle paar Sekunden ein Bild aufnimmt und die Bilder dann schnell wiedergibt, entsteht dieser Zeitraffereffekt.<br>Der britische Astronaut kommentierte diesen Zeitraffer: <a href="https://www.facebook.com/ISS/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Internationale Raumstation</a>: Blick auf einen &#8222;Polarlichtaufgang&#8220; &#8211; sehen Sie die beiden Satelliten am Ende? Das Zeitraffervideo wurde aus Bildern erstellt, die im Abstand von einer Sekunde aufgenommen und 25 Mal schneller abgespielt wurden.<br>Mehr über die Principia-Mission: <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Human_and_Robotic_Exploration/Principia" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.esa.int/Science_Exploration/Human_and_Robotic_Exploration/Principia</a><br></em><strong><em>Copyright: ESA</em></strong></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das grüne Nachtlicht auf unserem Planeten ist recht schwach und lässt sich daher am besten aus der Perspektive &#8222;von oben&#8220; betrachten &#8211; so wie auf <a href="https://svs.gsfc.nasa.gov/12963" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">vielen spektakulären Bildern</a>, die Astronauten von der Internationalen Raumstation aus aufgenommen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=8764.msg555845#msg555845" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">ExoMars Trace Gas Orbiter + Lander Schiaparelli auf Proton-M/Briz-M </a></li>



<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=694.msg555846#msg555846" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Mars</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		<enclosure url="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/1604_021_AR_EN.mp4" length="2334571" type="video/mp4" />

			</item>
		<item>
		<title>SOFIA: Sauerstoff in der Venus-Atmosphäre</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/sofia-sauerstoff-in-der-venus-atmosphaere/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Nov 2023 22:58:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
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		<category><![CDATA[Venus]]></category>
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		<category><![CDATA[SOFIA]]></category>
		<category><![CDATA[Universität Stuttgart]]></category>
		<category><![CDATA[Universität zu Köln]]></category>
		<category><![CDATA[upGREAT]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=133325</guid>

					<description><![CDATA[<p>SOFIA weist erstmals direkt atomaren Sauerstoff in der Venus-Atmosphäre nach. Eine Information der Universität Stuttgart, Deutsches SOFIA Institut. Quelle: Universität Stuttgart 7. November 2023. 7. November 2023 &#8211; Unser Sonnensystem hat zwei bemerkenswert ähnliche Planeten: die Erde und die Venus. Sie sind wahrscheinlich gleich alt, vergleichbar groß und vermutlich aus den gleichen Materialien entstanden. Aber [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">SOFIA weist erstmals direkt atomaren Sauerstoff in der Venus-Atmosphäre nach. Eine Information der Universität Stuttgart, Deutsches SOFIA Institut.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Universität Stuttgart 7. November 2023.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/VenusHuebersetalJPL.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Absorptionsspektrum von atomarem Sauerstoff bei 4,74 Terahertz (schwarze Linie) vor dem Hintergrund der Venus. (Foto: Hübers et al., DOI number: 10.1038/s41467-023-42389-x , 7. November 2023. Hintergrundbild: https://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA23791)" data-rl_caption="" title="Absorptionsspektrum von atomarem Sauerstoff bei 4,74 Terahertz (schwarze Linie) vor dem Hintergrund der Venus. (Foto: Hübers et al., DOI number: 10.1038/s41467-023-42389-x , 7. November 2023. Hintergrundbild: https://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA23791)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/VenusHuebersetalJPL26.jpg" alt="Absorptionsspektrum von atomarem Sauerstoff bei 4,74 Terahertz (schwarze Linie) vor dem Hintergrund der Venus. (Foto: Hübers et al., DOI number: 10.1038/s41467-023-42389-x , 7. November 2023. Hintergrundbild: https://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA23791)" class="wp-image-133331" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/VenusHuebersetalJPL26.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/VenusHuebersetalJPL26-150x150.jpg 150w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/VenusHuebersetalJPL26-100x100.jpg 100w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/VenusHuebersetalJPL26-120x120.jpg 120w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Absorptionsspektrum von atomarem Sauerstoff bei 4,74 Terahertz (schwarze Linie) vor dem Hintergrund der Venus. (Foto: Hübers et al., DOI number: 10.1038/s41467-023-42389-x , 7. November 2023. Hintergrundbild: https://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA23791)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">7. November 2023 &#8211; Unser Sonnensystem hat zwei bemerkenswert ähnliche Planeten: die Erde und die Venus. Sie sind wahrscheinlich gleich alt, vergleichbar groß und vermutlich aus den gleichen Materialien entstanden. Aber es gibt auch große Unterschiede zwischen beiden Himmelskörpern. Während die Erde einen blauen Himmel, Ozeane mit flüssigem Wasser voller Leben und eine sauerstoffreiche Atmosphäre hat, ist die Venus umgeben von einer dichten Wolkendecke aus Kohlendioxid, Stickstoff und verschiedenen Spurengasen. Ein Team um Heinz-Wilhelm Hübers, Direktor des DLR-Instituts für Optische Sensorsysteme in Berlin konnte nun erstmals direkt die Konzentration des atomaren Sauerstoffs sowohl auf der Tag- als auch auf der Nachtseite der Venusatmosphäre messen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ergebnisse wurden am 7. November 2023 in der Zeitschrift nature veröffentlicht und basieren auf Beobachtungen der fliegenden Sternwarte SOFIA, ein Gemeinschaftsprojekt der deutschen und der amerikanischen Raumfahrtagentur DLR und NASA. Das Deutsche SOFIA Institut (DSI) der Universität Stuttgart koordiniert die SOFIA-Aktivitäten auf deutscher Seite.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Atmosphäre der Venus herrschen zwei starke Strömungen vor: Unterhalb von etwa 70 Kilometern gibt es Winde, die in Hurrikanstärke entgegen der Rotationsrichtung der Venus wehen, jedoch strömen oberhalb von 120 Kilometern starke Winde in Rotationsrichtung. Zwischen diesen beiden entgegengesetzten atmosphärischen Strömungen befindet sich eine Schicht von atomarem Sauerstoff. Dieser entsteht durch die UV-Strahlung der Sonne, die das Kohlendioxid und Kohlenmonoxid der Venusatmosphäre in atomaren Sauerstoff und weitere Produkte zerlegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Direktes Messverfahren weist atomaren Sauerstoff nach</strong><br>Bislang konnten Wissenschaftler &amp; Wissenschaftlerinnen atomaren Sauerstoff nur indirekt nachweisen – basierend auf Messungen anderer Moleküle in Kombination mit photochemischen Modellen. Forschende vom DLR-Institut für Optische Sensorsysteme, dem Max-Planck-Institut für Radioastronomie und der Universität zu Köln ist es im November 2021 erstmals gelungen, die äußerst reaktiven Sauerstoffatome in der Atmosphäre der Venus direkt nachzuweisen. Die Messungen wurden mit dem Terahertz-Spektrometer upGREAT (German Receiver for Astronomy at Terahertz Frequencies) an Bord von SOFIA durchgeführt. „Sie waren besonders herausfordernd, da die Venus nur an drei Tagen für jeweils circa 20 Minuten mit SOFIA beobachtet werden konnte und zudem nur wenig über dem Horizont stand. Dank der überragenden Messempfindlichkeit von upGREAT und der einzigartigen Fähigkeiten von SOFIA gelang es, eine Karte der Sauerstoffverteilung auf der Venus zu erstellen“, sagt Heinz-Wilhelm Hübers, Erstautor der nature-Veröffentlichung.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/sofiaoversierraNASACarlaThomas.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Im November 2021 ist es erstmals gelungen, die äußerst reaktiven Sauerstoffatome in der Atmosphäre der Venus direkt nachzuweisen. Die Messungen wurden mit dem upGREAT-Spektrometer auf SOFIA, dem Stratosphärenobservatorium für Infrarotastronomie, durchgeführt. (Foto: NASA/Carla Thomas)" data-rl_caption="" title="Im November 2021 ist es erstmals gelungen, die äußerst reaktiven Sauerstoffatome in der Atmosphäre der Venus direkt nachzuweisen. Die Messungen wurden mit dem upGREAT-Spektrometer auf SOFIA, dem Stratosphärenobservatorium für Infrarotastronomie, durchgeführt. (Foto: NASA/Carla Thomas)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/sofiaoversierraNASACarlaThomas26.jpg" alt="Im November 2021 ist es erstmals gelungen, die äußerst reaktiven Sauerstoffatome in der Atmosphäre der Venus direkt nachzuweisen. Die Messungen wurden mit dem upGREAT-Spektrometer auf SOFIA, dem Stratosphärenobservatorium für Infrarotastronomie, durchgeführt. (Foto: NASA/Carla Thomas)" class="wp-image-133329"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Im November 2021 ist es erstmals gelungen, die äußerst reaktiven Sauerstoffatome in der Atmosphäre der Venus direkt nachzuweisen. Die Messungen wurden mit dem upGREAT-Spektrometer auf SOFIA, dem Stratosphärenobservatorium für Infrarotastronomie, durchgeführt. (Foto: NASA/Carla Thomas)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ergebnisse der Messungen</strong><br>Die Emission der Venus wurde in einem schmalen Frequenzbereich um 4,74 Terahertz (THz) gemessen, was einer Wellenlänge von 63,2 Mikrometern entspricht. Der atomare Sauerstoff in der Venus-Atmosphäre absorbiert diese Strahlung. Das ist vergleichbar mit den Fraunhoferlinien im Sonnenspektrum, die einen Hinweis auf die in der Sonnenatmosphäre befindlichen Atome geben. So entsteht im Terahertzspektrum der Venus eine Absorptionslinie, die charakteristisch für den atomaren Sauerstoff ist. Die Stärke und Form des Absorptionssignals ist ein Maß für die Menge des atomaren Sauerstoffs und für seine Temperatur. „Wir konnten damit zeigen, dass der Sauerstoff auf der Tagseite der Venus gebildet wird und seine Konzentration mit abnehmender Sonneneinstrahlung ebenfalls abnimmt. Auf der Nachtseite deutet eine lokale Konzentrationserhöhung auf eine Anreicherung des atomaren Sauerstoffs in Folge von Windströmungen hin“, erklärt Hübers.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus der Temperatur des atomaren Sauerstoffs von etwa -120 Grad Celsius auf der Tagseite bis -160 Grad Celsius auf der Nachtseite lässt sich ableiten, dass er vorwiegend in einer Höhenschicht um 100 Kilometer vorkommt. Seine Konzentration ist damit rund 10-mal geringer als in der Atmosphäre der Erde. „Die Messung dieser deutlichen Unterschiede zur Erde können zukünftig zu einem besseren Verständnis beitragen, warum sich die Erde und ihr Schwesterplanet Venus so unterschiedlich entwickelt haben“, erläutert Bernhard Schulz, SOFIA Science Mission Deputy Direktor der Universität Stuttgart.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Originalveröffentlichung:</strong><br>Direct detection of atomic oxygen on the dayside and nightside of Venus¸ nature, 7. November 2023, Volume 14, page 1-7; DOI number: 10.1038/s41467-023-42389-x<br><a href="https://www.nature.com/articles/s41467-023-42389-x" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41467-023-42389-x</a><br>pdf: <a href="https://www.nature.com/articles/s41467-023-42389-x.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41467-023-42389-x.pdf</a></p>



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		<title>MPIA: Hat der Gesteins-Exoplanet TRAPPIST-1 c eine Atmosphäre?</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mpia-hat-der-gesteins-exoplanet-trappist-1-c-eine-atmosphaere/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Jun 2023 21:43:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>JWST-Beobachtungen belegen, dass TRAPPIST-1 c keine zweite Venus ist. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Astronomie. Quelle: Max-Planck-Institut für Astronomie 19. Juni 2023. 19. Juni 2023 &#8211; Eine vom MPIA geleitete Forschungsgruppe suchte mit dem James-Webb-Weltraumteleskop nach einer Atmosphäre des Gesteinsplaneten TRAPPIST-1 c. Obwohl der Planet fast die gleiche Größe und Einstrahlung wie die Venus hat, [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading" id="jwstbeobachtungen-belegen-dass-trappist1-c-keine-zweite-venus-ist-eine-pressemitteilung-des-maxplanckinstituts-fur-astronomie--81a51f94-3b27-43d2-93d8-59d39911bafe">JWST-Beobachtungen belegen, dass TRAPPIST-1 c keine zweite Venus ist. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Astronomie.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Planck-Institut für Astronomie 19. Juni 2023.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mpiapmtrappist1czieba2023teaser2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Diese künstlerische Darstellung zeigt das Planetensystem TRAPPIST-1 mit einem sehr kühlen roten Zwergstern in seinem Zentrum. Sieben Planeten von der Größe der Erde umkreisen ihn. Auf jedem dieser Planeten könnte es flüssiges Wasser geben. Planeten, die weiter vom Stern entfernt sind, weisen wahrscheinlich größere Mengen an Eis auf, insbesondere auf der dem Stern abgewandten Seite. Die Größen und Entfernungen sind nicht maßstabsgetreu. (Herkunftsnachweis: NASA/JPL-Caltech/R. Hurt (IPAC))" data-rl_caption="" title="Diese künstlerische Darstellung zeigt das Planetensystem TRAPPIST-1 mit einem sehr kühlen roten Zwergstern in seinem Zentrum. Sieben Planeten von der Größe der Erde umkreisen ihn. Auf jedem dieser Planeten könnte es flüssiges Wasser geben. Planeten, die weiter vom Stern entfernt sind, weisen wahrscheinlich größere Mengen an Eis auf, insbesondere auf der dem Stern abgewandten Seite. Die Größen und Entfernungen sind nicht maßstabsgetreu. (Herkunftsnachweis: NASA/JPL-Caltech/R. Hurt (IPAC))" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mpiapmtrappist1czieba2023teaser26.jpg" alt="Diese künstlerische Darstellung zeigt das Planetensystem TRAPPIST-1 mit einem sehr kühlen roten Zwergstern in seinem Zentrum. Sieben Planeten von der Größe der Erde umkreisen ihn. Auf jedem dieser Planeten könnte es flüssiges Wasser geben. Planeten, die weiter vom Stern entfernt sind, weisen wahrscheinlich größere Mengen an Eis auf, insbesondere auf der dem Stern abgewandten Seite. Die Größen und Entfernungen sind nicht maßstabsgetreu. (Herkunftsnachweis: NASA/JPL-Caltech/R. Hurt (IPAC))" class="wp-image-128091"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Diese künstlerische Darstellung zeigt das Planetensystem TRAPPIST-1 mit einem sehr kühlen roten Zwergstern in seinem Zentrum. Sieben Planeten von der Größe der Erde umkreisen ihn. Auf jedem dieser Planeten könnte es flüssiges Wasser geben. Planeten, die weiter vom Stern entfernt sind, weisen wahrscheinlich größere Mengen an Eis auf, insbesondere auf der dem Stern abgewandten Seite. Die Größen und Entfernungen sind nicht maßstabsgetreu. (Herkunftsnachweis: NASA/JPL-Caltech/R. Hurt (IPAC))</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">19. Juni 2023 &#8211; Eine vom MPIA geleitete Forschungsgruppe suchte mit dem James-Webb-Weltraumteleskop nach einer Atmosphäre des Gesteinsplaneten TRAPPIST-1 c. Obwohl der Planet fast die gleiche Größe und Einstrahlung wie die Venus hat, erweist sich seine Atmosphäre als höchst verschieden. Aus der Analyse der vom Planeten abgestrahlten Wärme schließen die Forschenden, dass er allenfalls eine dünne Atmosphäre mit minimalem Kohlendioxidgehalt aufweist. Die Messungen stimmen jedoch auch mit blankem Gestein ohne eine nennenswerte Atmosphäre überein. Diese Studie trägt zum Verständnis bei, wie Gesteinsplaneten bei massearmen Sternen den starken Sternwinden und intensiver UV-Strahlung standhalten können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das nahegelegene Planetensystem TRAPPIST-1 ist derzeit der beste Kandidat, um die Atmosphären von erdähnlichen Gesteinsplaneten zu untersuchen, die einen roten Zwergstern umkreisen“, sagt Sebastian Zieba, Student am Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) in Heidelberg, Deutschland. Er ist der Erstautor des Forschungsartikels mit den Ergebnissen zu TRAPPIST-1 c, der in der Zeitschrift Nature erscheint. TRAPPIST-1 ist etwa 40 Lichtjahre entfernt und beherbergt sieben erdgroße Gesteinsplaneten, von denen sich bis zu drei in der lebensfreundlichen Zone befinden. Das bedeutet, dass die Strahlung des Zentralsterns genug Wärme erzeugt, um Wasser in flüssiger Form zu ermöglichen. TRAPPIST-1 c, den das Team mit dem Weltraumteleskop James Webb (JWST) beobachtet hat, gehört allerdings nicht zu diesen Planeten. Stattdessen vermuteten Astronomen, dass es sich um einen Zwilling der Venus handelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Massearme Sterne können Planetenatmosphären zerstören</strong><br>Obwohl sie auf der Oberfläche vergleichsweise kühl sind, weisen viele dieser Sterne über einen längeren Zeitraum hinweg starke Sternwinde und intensive UV-Strahlung auf, die die Atmosphären ihrer Planeten beschädigen und abtragen können. „Wir wollten herausfinden, ob TRAPPIST-1 c diesem Schicksal entgangen ist und eine substantielle Atmosphäre bewahrt haben könnte und vielleicht sogar dem Planeten Venus im Sonnensystem ähnlich ist“, erklärt Zieba. Zumindest sollte die Anziehungskraft an der Oberfläche, die 10 % höher ist als die der Erde, zum Erhalt seiner Atmosphäre beitragen. Wie bei der Venus entsprechen Durchmesser und Masse von TRAPPIST-1 c fast den Werten der Erde. Die Einstrahlung, die der Planet von seinem Zentralstern erfährt, ist fast identisch mit der der Venus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Aufgabe, die Atmosphären von erdgroßen Gesteinsplaneten zu erforschen, ist jedoch selbst für das JWST eine Herausforderung. Daher kombinierte das Team seine Beobachtungen mit Modellberechnungen, um den wahrscheinlichsten Bereich der atmosphärischen Eigenschaften zu ermitteln, der mit den Daten vereinbar ist. Die Ausdehnung, der Druck und die Zusammensetzung einer Atmosphäre bestimmen die Temperatur eines Planeten in Abhängigkeit von dem Licht, das er von seinem Stern empfängt. Umgekehrt bestimmt die Temperatur, wie viel Infrarotlicht der Planet aussendet. Auf diese Weise geben Infrarotmessungen in Kombination mit Modellrechnungen Aufschluss über die Atmosphäre und ihre Zusammensetzung.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mpiapmtrappist1czieba2023fig22k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Detaillierte Messwerte der physikalischen Eigenschaften der sieben Gesteinsplaneten von TRAPPIST-1 und der vier terrestrischen Planeten in unserem Sonnensystem helfen den Wissenschaftlern, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den beiden Planetenfamilien zu finden. (Herkunftsnachweis: NASA/JPL)" data-rl_caption="" title="Detaillierte Messwerte der physikalischen Eigenschaften der sieben Gesteinsplaneten von TRAPPIST-1 und der vier terrestrischen Planeten in unserem Sonnensystem helfen den Wissenschaftlern, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den beiden Planetenfamilien zu finden. (Herkunftsnachweis: NASA/JPL)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mpiapmtrappist1czieba2023fig226.jpg" alt="Detaillierte Messwerte der physikalischen Eigenschaften der sieben Gesteinsplaneten von TRAPPIST-1 und der vier terrestrischen Planeten in unserem Sonnensystem helfen den Wissenschaftlern, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den beiden Planetenfamilien zu finden. (Herkunftsnachweis: NASA/JPL)" class="wp-image-128095"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Detaillierte Messwerte der physikalischen Eigenschaften der sieben Gesteinsplaneten von TRAPPIST-1 und der vier terrestrischen Planeten in unserem Sonnensystem helfen den Wissenschaftlern, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den beiden Planetenfamilien zu finden. (Herkunftsnachweis: NASA/JPL) </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>TRAPPIST-1 c ist nicht mit der Venus vergleichbar</strong><br>„Wir können eine dicke und Venus-ähnliche Atmosphäre definitiv ausschließen“, sagt Laura Kreidberg, die leitende Wissenschaftlerin des JWST-Beobachtungsprogramms, Mitautorin und Direktorin am MPIA ist. Sie leitet die Abteilung für Atmosphärenphysik von Exoplaneten (APEx). Entgegen den Erwartungen der Astronomen und Astronominnen erreichen die Temperaturen „nur“ 110 Grad Celsius (380 Kelvin) und sind damit bis zu 390 Grad niedriger als auf der Venus. Das Infrarotlicht, das TRAPPIST-1 c aussendet, passt daher nicht zu einer Venusatmosphäre, die reich an Kohlendioxid ist und einen starken Treibhauseffekt verursacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich sind die Daten unvereinbar mit jeder Art von dicker Atmosphäre, die reich an Kohlendioxid ist und einen Luftdruck aufweist, der mehr als zehnmal so hoch ist wie auf der Erde. Während die Ergebnisse zu TRAPPIST-1 b vom Anfang des Jahres zeigen, dass er dem Merkur ähnlich ist und keine Atmosphäre besitzt, lehrt uns TRAPPIST-1 c, dass dieses Planetensystem kein Abbild des Sonnensystems ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>TRAPPIST-1 c hat möglicherweise eine dünne Atmosphäre</strong><br>Besitzt TRAPPIST-1 c zumindest eine dünne Gashülle? Um dieser Frage nachzugehen, berechneten die Wissenschaftler die statistische Wahrscheinlichkeit einer Reihe von atmosphärischen Kenngrößen, die mit den Beobachtungen übereinstimmen. Das Atmosphärenmodell umfasste eine Reihe von Oberflächendrücken und Mischungen aus einer von Sauerstoff (O<sub>2</sub>) dominierten Atmosphäre mit unterschiedlichen Spuren von Kohlendioxid (CO<sub>2</sub>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir gehen davon aus, dass heiße Gesteinsplaneten, die massearme Sterne umkreisen, einen hohen Anteil an Sauerstoff und etwas Kohlendioxid aufweisen“, erklärt Zieba. Planeten wie TRAPPIST-1 c sollten schon früh eine Atmosphäre besitzen, die Kohlendioxid und Wasserdampf enthält. Mit der Zeit spaltet die Sternstrahlung das Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff auf. Während der leicht flüchtige Wasserstoff allmählich in den freien Raum entweicht, bleiben die schwereren Sauerstoffmoleküle zurück, was zu einer sauerstoffreichen Atmosphäre mit Spuren von Kohlendioxid führt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie sich für TRAPPIST-1 c herausstellt, ist eine breite Palette von Sauerstoff-Kohlendioxid-Gemischen und einem Luftdruck zwischen 1 % und 100 % des Werts auf Meeresspiegelhöhe auf der Erde möglich. Dieses Ergebnis gibt Anlass zur Hoffnung, dass TRAPPIST-1 c und andere ausreichend schwere Gesteinsplaneten um kühle, massearme Sterne eine Atmosphäre über einen beträchtlichen Teil der Lebenszeit des Sterns aufrechterhalten können. Der Stern TRAPPIST-1 ist mindestens so alt wie die Sonne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch müssen diese Ergebnisse mit zusätzlichen Daten überprüft werden. „Die Beobachtung dünner Atmosphären von Gesteinsplaneten bringt JWST an seine Grenzen“, räumt Kreidberg ein. Die gemessenen Signale sind schwach, und viele Eigenschaften sind noch unbekannt, was die Bewertung der Messungen unsicher macht. Im Fall von TRAPPIST-1 c sind die Atmosphärenmodelle nicht die einzigen, die mit den Daten übereinstimmen. Stattdessen erklärt blankes Gestein mit einer verwitterten Oberfläche die Beobachtungen ebenso gut.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mpiapmtrappist1czieba2023transitde12.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Dieses Bild veranschaulicht, wie ein Stern die Tagseite eines in gebundener Rotation umlaufenden Planeten beleuchtet und erwärmt. Ähnlich wie wir die Venus im Sonnensystem sehen, zeigt ein solcher Planet während eines Umlaufs unterschiedliche Anteile seiner Tag- und Nachtseite, die Phasen, an. Die Tagseite ist die Hemisphäre, die kurz vor und nach der zweiten Verfinsterung durch den Zentralstern sichtbar ist. (Herkunftsnachweis: ESA, CC BY-SA 3.0 IGO)" data-rl_caption="" title="Dieses Bild veranschaulicht, wie ein Stern die Tagseite eines in gebundener Rotation umlaufenden Planeten beleuchtet und erwärmt. Ähnlich wie wir die Venus im Sonnensystem sehen, zeigt ein solcher Planet während eines Umlaufs unterschiedliche Anteile seiner Tag- und Nachtseite, die Phasen, an. Die Tagseite ist die Hemisphäre, die kurz vor und nach der zweiten Verfinsterung durch den Zentralstern sichtbar ist. (Herkunftsnachweis: ESA, CC BY-SA 3.0 IGO)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mpiapmtrappist1czieba2023transitde26.jpg" alt="Dieses Bild veranschaulicht, wie ein Stern die Tagseite eines in gebundener Rotation umlaufenden Planeten beleuchtet und erwärmt. Ähnlich wie wir die Venus im Sonnensystem sehen, zeigt ein solcher Planet während eines Umlaufs unterschiedliche Anteile seiner Tag- und Nachtseite, die Phasen, an. Die Tagseite ist die Hemisphäre, die kurz vor und nach der zweiten Verfinsterung durch den Zentralstern sichtbar ist. (Herkunftsnachweis: ESA, CC BY-SA 3.0 IGO)" class="wp-image-128093"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Dieses Bild veranschaulicht, wie ein Stern die Tagseite eines in gebundener Rotation umlaufenden Planeten beleuchtet und erwärmt. Ähnlich wie wir die Venus im Sonnensystem sehen, zeigt ein solcher Planet während eines Umlaufs unterschiedliche Anteile seiner Tag- und Nachtseite, die Phasen, an. Die Tagseite ist die Hemisphäre, die kurz vor und nach der zweiten Verfinsterung durch den Zentralstern sichtbar ist. (Herkunftsnachweis: ESA, CC BY-SA 3.0 IGO) </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Beobachtungen sind selbst für JWST eine Herausforderung</strong><br>JWST ist zweifellos das leistungsstärkste Weltraumobservatorium aller Zeiten. Dennoch ist es schwierig, die Wärmesignatur eines mäßig warmen und kleinen Gesteinsplaneten mit Hinweisen auf eine umgebenden Atmosphäre zu erfassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">TRAPPIST-1 c weist seinem Zentralstern immer dieselbe Seite zu, was zu zwei unterschiedlichen Halbkugeln mit konstantem Tag und ewiger Nacht führt. Seine Rotation ist an seine Bahn um den Stern gebunden. Daher dauern sowohl ein Tag als auch ein Jahr auf TRAPPIST-1 c etwa 2,42 Erdtage. Darüber hinaus ist seine Umlaufbahn so ausgerichtet, dass er aus unserer Perspektive immer wieder vor seinem Stern vorbeizieht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einer weiteren halben Umdrehung verdeckt der Stern TRAPPIST-1 den Planeten vollständig und verbirgt ihn für etwa eine halbe Stunde vor unseren Teleskopen. Doch kurz vor und nach der Bedeckung weist der Planet den Astronomen seine voll erleuchtete und heiße Tagesseite zu. Auf dieses Signal hatte es das Team abgesehen. Natürlich ist jeder Hinweis auf eine dünne Atmosphäre darin winzig.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die nächsten Schritte</strong><br>Weitere JWST-Beobachtungen sind erforderlich, um zwischen einem bloßen Gesteinsplaneten und einer dünnen Atmosphäre zu unterscheiden. So könnten Signaturen dabei helfen, die entstehen, wenn der Planet uns seine Nachtseite zuwendet. Dann prägt der schmale Atmosphärenkranz um den Planetenkörper dem durchscheinenden Sternlicht Signale auf, die Aufschluss über die Zusammensetzung geben können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine andere Möglichkeit wäre eine ähnliche Beobachtung mit dem Extremely Large Telescope (ELT), ein 39-Meter-Teleskop in der chilenischen Atacama-Wüste, das noch in diesem Jahrzehnt in Betrieb genommen werden soll. Es handelt sich dabei um die neueste und größte Ergänzung des Teleskoparsenals der Europäischen Südsternwarte (ESO). Die überragende Empfindlichkeit des ELT könnte für den entscheidenden Hinweis sorgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sollten Astronomen eine Atmosphäre um TRAPPIST-1 c bestätigen, wäre das ein ermutigendes Zeichen dafür, dass Atmosphären den extremen Einfluss roter Zwergsterne doch überstehen können.</p>



<figure class="wp-block-video"><video height="1080" style="aspect-ratio: 1920 / 1080;" width="1920" controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mpiapmtrappist1czieba2023ani.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption"><em>Die Animation veranschaulicht die Beobachtung von TRAPPIST-1 c. Sie beginnt mit einer Aufsicht auf das Planetensystem von TRAPPIST-1 und dreht sich dann in die Perspektive, wie sie von der Erde aus zu sehen ist. Wir sehen die primäre und sekundäre Verfinsterung, wenn der Planet vor dem Stern vorbeizieht bzw. hinter ihm verschwindet. Schließlich wird mit fortschreitender Zeit auch der Einfluss der beleuchteten Tagseite vor und nach der Bedeckung durch den Stern deutlich. Die Helligkeitsverschiebung während und außerhalb der Finsternis spiegelt die vom Planeten und seiner möglichen Atmosphäre erzeugte Infrarotstrahlung wider. (Herkunftsnachweis: Thomas Müller (HdA/MPIA), Sebastian Zieba (MPIA))</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hintergrundinformationen</strong><br>Der Forschungsartikel „No thick carbon dioxide atmosphere on the rocky exoplanet TRAPPIST-1 c“ von Sebastian Zieba et al. ist zur Veröffentlichung in Nature am 19. Juni 2023 um 17:00 Uhr (MESZ), 11:00 Uhr (US Eastern Time) vorgesehen. Die Sperrfrist endet zu diesem Zeitpunkt. Eine Kopie des akzeptierten Artikels ist hier erhältlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die DOI-Nummer lautet 10.1038/s41586-023-06232-z. Sobald der Artikel online veröffentlicht ist, wird er unter der folgenden URL verfügbar sein: <a href="https://www.nature.com/articles/s41586-023-06232-z" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41586-023-06232-z</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das an der Studie beteiligte MPIA-Forschungsteam besteht aus Sebastian Zieba (ebenfalls Observatorium Leiden, Niederlande), Laura Kreidberg und Lorena Acuña (ebenfalls Universität Aix-Marseille, Frankreich).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Astronomen und Astronominnen beobachteten TRAPPIST-1 c im Rahmen des JWST General Observer (GO) Programms 2304, Hot Take on a Cool World: Does TRAPPIST-1c Have an Atmosphere? (PI: Laura Kreidberg).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das James Webb Space Telescope (JWST) ist das weltweit führende Observatorium zur Erforschung des Weltraums. JWST ist ein internationales Programm unter der Leitung der NASA und ihrer Partner ESA (Europäische Weltraumorganisation) und CSA (Kanadische Weltraumorganisation).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Mid-InfraRed Instrument (<a href="https://www.raumfahrer.net/?s=MIRI" data-wpel-link="internal">MIRI</a>) des JWST, das von einem europäischen Konsortium von Forschungseinrichtungen gebaut wurde, ist ein wissenschaftliches Mehrzweckinstrument für Infrarot-Wellenlängen zwischen fünf und 28 Mikrometern. Es kombiniert eine Bildkamera mit einem Spektrographen. Mit der Unterstützung von industriellen Partnern lieferte das MPIA die Mechanismen aller Elemente zur Ansteuerung des Wellenlängenbereichs, wie z.B. Filter- und Gitterräder, und leitete das elektrische Design von MIRI.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die folgenden Forschungsinstitute sind an dieser Studie beteiligt:</strong><br>Max-Planck-Institut für Astronomie, Heidelberg, Deutschland; Leiden Observatory, Universität Leiden, Niederlande; Université Paris-Saclay, Université Paris-Cité, CEA, CNRS, AIM, Frankreich; Universität Lüttich, Belgien; Universität Texas in Austin, USA; Stanford University, USA; Boston University, USA; Peking University, Beijing, Volksrepublik China; Aix-Marseille Université, CNRS, CNES, Institut Origines, LAM, Marseille, Frankreich; University of Washington, USA; NASA Nexus for Exoplanet System Science, University of Washington, Seattle, USA; Arizona State University, Tempe, USA; Jet Propulsion Laboratory, California Institute of Technology, Pasadena, USA; Division of Geological and Planetary Sciences, California Institute of Technology, Pasadena, USA; Laboratoire d&#8217;astrophysique de Bordeaux, Université Bordeaux, CNRS, Pessac, Frankreich; Observatoire astronomique de l&#8217;Université de Genève, Versoix, Schweiz; Centre Vie dans l&#8217;Univers, Université de Genève, Genf, Schweiz; NASA Goddard Space Flight Center, Greenbelt, USA</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=483.msg550522#msg550522" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Exoplaneten</a></li>
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			</item>
		<item>
		<title>MPIfR: Sauerstoff in der Hochatmosphäre der Erde</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mpifr-sauerstoff-in-der-hochatmosphaere-der-erde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Feb 2023 21:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Erster Nachweis des Isotops 18O des atomaren Sauerstoffs in der Mesosphäre und unteren Thermosphäre der Erde. Eine Pressemeldung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie, Bonn. Quelle: Max-Planck-Institut für Radioastronomie 2. Februar 2023. 2. Februar 2023 &#8211; In einer Untersuchung der Zusammensetzung der oberen Atmosphäre der Erde wurde ein erhöhtes Vorkommen des Sauerstoff-18-Isotops (18O) nachgewiesen – eine Art [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Erster Nachweis des Isotops <sup>18</sup>O des atomaren Sauerstoffs in der Mesosphäre und unteren Thermosphäre der Erde. Eine Pressemeldung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie, Bonn.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Planck-Institut für Radioastronomie 2. Februar 2023.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/HWiesemeyerSGuisardNIESYTODesignRSimmonNASA2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Beobachtungen mit SOFIA in 13 bis 14 km Höhe zeigen die Säulendichten der Sauerstofflinien von 16O und dem schwereren Isotop 18O, die in der oberen Mesosphäre und der unteren Thermosphäre in Absorption gegen den Mond nachgewiesen werden konnten. (Kompilation: H. Wiesemeyer Atmosphärenfoto (NASA), SOFIA (S. Guisard &amp; NIESYTO-Design), Atomkernmodelle (R. Simmon, NASA))" data-rl_caption="" title="Beobachtungen mit SOFIA in 13 bis 14 km Höhe zeigen die Säulendichten der Sauerstofflinien von 16O und dem schwereren Isotop 18O, die in der oberen Mesosphäre und der unteren Thermosphäre in Absorption gegen den Mond nachgewiesen werden konnten. (Kompilation: H. Wiesemeyer Atmosphärenfoto (NASA), SOFIA (S. Guisard &amp; NIESYTO-Design), Atomkernmodelle (R. Simmon, NASA))" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/HWiesemeyerSGuisardNIESYTODesignRSimmonNASA26.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Beobachtungen mit SOFIA in 13 bis 14 km Höhe zeigen die Säulendichten der Sauerstofflinien von <sup>16</sup>O und dem schwereren Isotop <sup>18</sup>O, die in der oberen Mesosphäre und der unteren Thermosphäre in Absorption gegen den Mond nachgewiesen werden konnten. (Kompilation: H. Wiesemeyer Atmosphärenfoto (NASA), SOFIA (S. Guisard &amp; NIESYTO-Design), Atomkernmodelle (R. Simmon, NASA))</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">2. Februar 2023 &#8211; In einer Untersuchung der Zusammensetzung der oberen Atmosphäre der Erde wurde ein erhöhtes Vorkommen des Sauerstoff-18-Isotops (<sup>18</sup>O) nachgewiesen – eine Art von Sauerstoff, dessen Atome 10 Neutronen anstelle der acht Neutronen enthalten, die in Sauerstoff-16 (<sup>16</sup>O), dem häufigsten Isotop des Elements, vorkommen. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass der Sauerstoff in der unteren Erdatmosphäre aufgrund biologischer Prozesse einen höheren Anteil an <sup>18</sup>O aufweist als die Sauerstoffatome im Ozean. Inwieweit dieser Effekt in der oberen Atmosphäre fortbesteht, die einer stärkeren Störung durch die UV-Strahlung der Sonne und den Sonnenwind ausgesetzt ist, blieb bisher ein Rätsel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einem neuen Experiment haben Helmut Wiesemeyer vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn und seine Kollegen zum ersten Mal den <sup>18</sup>O-Anteil in der oberen Mesosphäre und unteren Thermosphäre gemessen. Sie nutzten dazu den GREAT-Empfänger an Bord der fliegenden Sternwarte SOFIA und konnten feststellen, dass der <sup>18</sup>O-Anteil in der oberen Atmosphäre dem der unteren Atmosphäre sehr ähnlich ist. Ein besseres Verständnis, inwieweit biologische Effekte die Erdatmosphäre durchdringen, könnte den Forschern eines Tages helfen, ihre Suche nach möglichen Anzeichen von Leben auf anderen Planeten zu verfeinern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ergebnisse werden in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Physical Review Research“ präsentiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wo verläuft die Grenze zwischen der Erdatmosphäre und dem Weltraum? Eine scheinbar einfache Frage, auf die es jedoch keine eindeutige Antwort gibt. In der Luft- und Raumfahrt wird auf die so genannte Kármán-Linie verwiesen, die bei einer Höhe von 100 km über dem Meeresspiegel verläuft. Es handelt sich dabei um eine Höhe, in der der hydrodynamische Auftrieb definitiv aufhört, oder in der Satelliten aufgrund der Reibung mit der Luft in der oberen Atmosphäre noch keine stabile Umlaufbahn um die Erde einnehmen können. Andererseits wurde erst kürzlich ein magnetosphärischer Wind entdeckt, der von der Ionosphäre der Erde bis zum Mond vordringt und die Isotopenzusammensetzung des Mondbodens, der dem Sonnenwind ausgesetzt ist, kontaminiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser terrestrische Fingerabdruck könnte als einzigartig im Sonnensystem gelten, da er möglicherweise eine Signatur der biologischen Aktivität auf der Erde trägt. In der Tat gibt es in der unteren Atmosphäre im Verhältnis zum leichteren und häufigeren Isotop <sup>16</sup>O mehr schweren Sauerstoff (<sup>18</sup>O) als im Meerwasser. Diese Ungleichheit ist als Dole-Effekt bekannt und lässt sich folgendermaßen verstehen: Sauerstoff entsteht als Abfallprodukt der Photosynthese und übernimmt seine Isotopenzusammensetzung von derjenigen des beteiligten Wassers, während die Atmung bevorzugt die leichtere Version des Sauerstoffs zerstört. Durch eine effiziente vertikale Durchmischung wird diese gut untersuchte Biosignatur bis in die Stratosphäre getragen. Eine weitere Durchmischung der Luft in die noch höheren Atmosphärenschichten (Mesosphäre und Thermosphäre) wurde bereits vor einem Jahrzehnt nachgewiesen. Die Thermosphäre ist der Ausgangspunkt für den Wind von Sauerstoffionen, die in die Plasmaschicht der Erde eindringen, doch ist ihre isotopische Sauerstoffzusammensetzung noch unbekannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Bei unserem Versuch, die Isotopenzusammensetzung von Sauerstoff in der Mesosphäre und unteren Thermosphäre der Erde aus der Ferne zu messen, nutzen wir einen relativistischen Effekt, durch den sich der elektronische Grundzustand von atomarem Sauerstoff in drei Feinstrukturniveaus aufspaltet“, sagt Helmut Wiesemeyer vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR), der Erstautor der Veröffentlichung. „Strahlungsübergänge von einem Quantenzustand in einen anderen erzeugen infrarote Spektrallinien. Sie werden weiter aufgespalten, wenn man dem Kern ein oder zwei Neutronen hinzufügt: Der Schwerpunkt des Atoms verschiebt sich, was zu einer leichten Veränderung der charakteristischen Frequenzen der Feinstrukturlinien führt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Spektrallinien, die in der Mesosphäre und unteren Thermosphäre der Erde entstehen, erscheinen in starker Absorption gegen helle Infrarotquellen im Hintergrund und liefern daher wertvolle Fingerabdrücke der Chemie in diesen Regionen der Atmosphäre. „Zum ersten Mal konnten wir die spektroskopische Signatur der Isotopenverschiebung in Spektrallinien von atomarem Sauerstoff in der Natur identifizieren, in einer Umgebung, die weit von erdgebundenen Laboren entfernt ist. Es ist zu hoch für Ballons und zu niedrig für Satelliten in der Erdumlaufbahn. Das erschwert Untersuchungen an Ort und Stelle ganz erheblich“, erklärt Rolf Güsten, ebenfalls vom MPIfR, bis 2018 der Hauptverantwortliche für das GREAT-Instrument, das an Bord von SOFIA den Nachweis ermöglichte. „Unsere Beobachtungen erlauben es jedoch, die Spektrallinie von <sup>18</sup>O im Terahertz-Bereich in Absorption gegen den Mond zu identifizieren.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hier schließt sich der Kreis: Die Stärke der Spektrallinie von schwerem Sauaerstoff im Vergleich zu derjenigen des Hauptisotops <sup>16</sup>O ermöglicht es uns, die relative Häufigkeit beider Spezies aus der Ferne zu messen“, ergänzt Jürgen Stutzki von der Universität Köln, der im Oktober 2018 die Leitung des GREAT-Projekts übernommen hat. „Aus den Messungen des Stratosphärenobservatoriums leiten wir Werte ab, die für die untere Atmosphäre typisch sind, aber nicht für den Sonnenwind, der dort dominiert, wo das interplanetare Magnetfeld dasjenige der Erde ablöst.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch eine endgültige Entscheidung steht noch aus: mit der Empfindlichkeit der publizierten Messungen kann noch nicht entschieden werden, ob das biogene Isotopenverhältnis des molekularen Sauerstoffs in der Troposphäre oder das Isotopenverhältnis des stratosphärischen Ozons aufgespürt wird. Um eine höhere Empfindlichkeit zu erreichen, sind weitere Messungen erforderlich. Ein lohnendes Unterfangen, auch deshalb, weil der Ursprung des Isotopenverhältnisses von Ozon noch nicht vollständig geklärt ist. Man nimmt an, dass es durch eine Klasse schneller chemischer Reaktionen entsteht, die Isotope zwischen ihren Partnern austauschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir zeigen, dass diese Reaktionen in der Mesosphäre und der unteren Thermosphäre mit inelastischen Kollisionen konkurrieren, die Quantenzustände anregen, ohne die elektrische Ladung oder chemische Bindungen zu verändern. Dieser Wettbewerb führt dazu, dass die Grundzustände von <sup>18</sup>O anders besetzt werden als diejenigen von <sup>16</sup>O, die sich in einem thermodynamischen Gleichgewicht befinden“, sagt Heinz-Wilhelm Hübers vom DLR-Institut für Optische Sensorsysteme in Berlin. „Die relativen Stärken der gemessenen Spektrallinien sind entscheidend für den Nachweis dieses Ungleichgewichts. Zusammen mit empirischen Daten der Sauerstoffkonzentration in der Hochatmosphäre kann unsere Bestimmung der Isotopenfraktionierung korrigiert werden. Unsere Beobachtungen mit dem Ballonexperiment OSAS-B gehen in diese Richtung.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf den ersten Blick scheint die Notwendigkeit einer solchen Korrektur die Analyse unnötig kompliziert zu machen. Auf den zweiten Blick bietet sie jedoch ein Instrument zur näheren Untersuchung der schnellen Isotopenaustauschreaktionen zwischen atomarem und molekularem Sauerstoff, die der Bildung von Ozon vorangehen. Dazu ist ein weiterer Stoff als Katalysator erforderlich, der in der Stratosphäre reichlich vorhanden ist, aber in größeren Höhen immer seltener wird. Nicht zuletzt implizieren von der Quantentheorie vorgegebene Auswahlregeln eine starke Temperaturabhängigkeit der Stoßanregung, die mit dem Austausch von Isotopen konkurriert. Dieser Effekt könnte letztlich zur Untermauerung empirische Modelle der oberen Atmosphäre genutzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Zur Zeit sind wir noch nicht so weit. Um zu einem endgültigen Ergebnis zu kommen, sind noch weitere Experimente am Infrarothimmel erforderlich, die auf den erfolgreichen Beobachtungsprogrammen von SOFIA aufbauen“, schließt Helmut Wiesemeyer.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SOFIASuedhalbkugelSommer2022FlorianBehrensDSI2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Flugzeugobservatorium SOFIA beim Einsatz auf der Südhalbkugel der Erde im Sommer 2022. Die Beobachtungen von 18O wurden mit dem vom MPIfR und der Universität Köln gebauten GREAT-Empfänger an Bord von SOFIA durchgeführt. (Bild: Florian Behrens/DSI Stuttgart)" data-rl_caption="" title="Flugzeugobservatorium SOFIA beim Einsatz auf der Südhalbkugel der Erde im Sommer 2022. Die Beobachtungen von 18O wurden mit dem vom MPIfR und der Universität Köln gebauten GREAT-Empfänger an Bord von SOFIA durchgeführt. (Bild: Florian Behrens/DSI Stuttgart)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SOFIASuedhalbkugelSommer2022FlorianBehrensDSI60.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Flugzeugobservatorium SOFIA beim Einsatz auf der Südhalbkugel der Erde im Sommer 2022. Die Beobachtungen von <sup>18</sup>O wurden mit dem vom MPIfR und der Universität Köln gebauten GREAT-Empfänger an Bord von SOFIA durchgeführt. (Bild: Florian Behrens/DSI Stuttgart)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hintergrundinformation</strong>:<br><strong>SOFIA</strong>: Die fliegende Sternwarte SOFIA war ein Flugzeug vom Typ Boeing 747SP, das für den Transport eines Teleskops mit einem Durchmesser von 2,7 m umgebaut wurde. Es war ein gemeinsames Projekt der „National Aeronautics and Space Administration“ (NASA) in den USA und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Das „Ames Research Center“ der NASA im kalifornischen Silicon Valley leitete das SOFIA-Programm, die Wissenschaft und den Missionsbetrieb in Zusammenarbeit mit der „Universities Space Research Association“ (USRA) mit Hauptsitz in Columbia, Maryland, und dem Deutschen SOFIA-Institut (DSI) an der Universität Stuttgart. Das Flugzeug wurde vom Hangar 703 des „Armstrong Flight Research Center“ der NASA in Palmdale, Kalifornien, gewartet und betrieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>GREAT</strong>: Der „German Receiver for Astronomy at Terahertz Frequencies“ (Deutscher Empfänger für Astronomie bei Terahertz-Frequenzen) ist ein hochauflösendes Spektrometer für astronomische Beobachtungen im fernen Infrarotbereich von 0,06 bis 0,60 mm Wellenlänge. Dieser Bereich des elektromagnetischen Spektrums ist aufgrund der Absorption in der Erdatmosphäre für bodengebundene Observatorien im Allgemeinen nicht zugänglich. Der modulare Aufbau des Instruments ermöglicht es, neue technologische Entwicklungen auch kurzfristig zu integrieren. GREAT wurde von 2011 bis 2022 an Bord von SOFIA betrieben. GREAT wurde vom Max-Planck-Instituts für Radioastronomie und dem I. Physikalischen Instituts der Universität zu Köln entwickelt, in Zusammenarbeit mit dem DLR-Institut für Optische Sensorsysteme in Berlin. Die Entwicklung von GREAT wurde von den beteiligten Instituten, vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Sonderforschungsbereichs 956 finanziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Autorenteam umfasst Helmut Wiesemeyer, Rolf Güsten, Rebeca Aladro, Bernd Klein, Heinz-Wilhelm Hübers, Heiko Richter, Urs U. Graf, Matthias Justen, Yoko Okada und Jürgen Stutzki. Die ersten vier Autoren sind Mitarbeiter des MPIfR.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Originalveröffentlichung</strong><br>First detection of the atomic <sup>18</sup>O isotope in the mesosphere and lower thermosphere of Earth<br>Helmut Wiesemeyer et al., in: Physical Review Research 5, 013072, 1. Februar 2023<br><a href="https://journals.aps.org/prresearch/abstract/10.1103/PhysRevResearch.5.013072" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://journals.aps.org/prresearch/abstract/10.1103/PhysRevResearch.5.013072</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Tracking Isotopes in the Upper Atmosphere<br>Matteo Rini, in: Physics 16, s19, 1. Februar 2023 (Kommentar zu Wiesemeyer et al.)<br><a href="https://physics.aps.org/articles/v16/s19" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://physics.aps.org/articles/v16/s19</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=1149.msg544311#msg544311" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Stratosphären-Observatorium SOFIA</a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Sedimentgestein „Chert“ zeichnet Abkühlung der Erde über Milliarden-Jahre auf</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/sedimentgestein-chert-zeichnet-abkuehlung-der-erde-ueber-milliarden-jahre-auf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Dec 2022 19:22:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Forschungsteam analysiert Sauerstoff-Isotope in 550 Millionen Jahre alten Proben. Eine Presseinformation der Universität Göttingen. Quelle: Universität Göttingen 19. Dezember 2022. 19. Dezember 2022 &#8211; Vor Millionen von Jahren waren die Ozeane auf der Erde wohl doch nicht heiß, wie oft angenommen, sondern eher gemäßigt bis warm. Zu diesem Schluss kommt ein Forschungsteam der Universität Göttingen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Forschungsteam analysiert Sauerstoff-Isotope in 550 Millionen Jahre alten Proben. Eine Presseinformation der Universität Göttingen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Universität Göttingen 19. Dezember 2022.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/a187192d1f20221219124412.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Die Wissenschaftler analysierten rund 550 Millionen Jahre alte chemische Sedimentgesteine, sogenannte Cherts, die sich aus Meerwasser und Resten von Siliciumdioxid-abscheidenden Organismen bilden. (Foto: Michael Tatzel)" data-rl_caption="" title="Die Wissenschaftler analysierten rund 550 Millionen Jahre alte chemische Sedimentgesteine, sogenannte Cherts, die sich aus Meerwasser und Resten von Siliciumdioxid-abscheidenden Organismen bilden. (Foto: Michael Tatzel)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/a187192d1f2022121912441226.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Wissenschaftler analysierten rund 550 Millionen Jahre alte chemische Sedimentgesteine, sogenannte Cherts, die sich aus Meerwasser und Resten von Siliciumdioxid-abscheidenden Organismen bilden. (Foto: Michael Tatzel)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">19. Dezember 2022 &#8211; Vor Millionen von Jahren waren die Ozeane auf der Erde wohl doch nicht heiß, wie oft angenommen, sondern eher gemäßigt bis warm. Zu diesem Schluss kommt ein Forschungsteam der Universität Göttingen und des Geoforschungszentrums Potsdam. Die Wissenschaftler analysierten rund 550 Millionen Jahre alte chemische Sedimentgesteine, sogenannte Cherts, die sich aus Meerwasser und Resten von Siliciumdioxid-abscheidenden Organismen bilden. Anhand dieser „Zeitkapseln“ zeigte das Team, dass die Sauerstoff-Isotopenverhältnisse durch das Erkalten der festen Erde bestimmt werden und weniger von den Temperaturen des Meerwassers abhängen. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift PNAS erschienen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie kann es sein, dass Archaische Cherts – zwischen 3,85 und 2,5 Milliarden Jahre alt – am leichten Sauerstoffisotop (<sup>16</sup>O) stark angereichert sind? Welche Informationen zeichnen diese wertvollen Zeitkapseln über die Geschichte unserer Erde überhaupt auf? Um diesem Jahrzehnte-alten Rätsel der Geowissenschaften nachzugehen, untersuchte das Forschungsteam Gesteinsproben aus Südost-China, die dokumentieren, dass nach der Ablagerung von Sedimentschlamm die amorphen Vorstufen von Chert in hunderten Metern Tiefe unter der Erdoberfläche nochmals umkristallisieren und dabei die Temperaturen in der Tiefe aufgezeichnet werden. Diese Erkenntnis brachte das Team auf die Idee, dass Sauerstoff-Isotopenverhältnisse vom Wärmefluss aus dem Erdinneren abhängen könnten – ein ganz neuer Blickwinkel auf das alte Rätsel.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/bf44e1dec4e20221219124604.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Der berechnete Effekt des Wärmeflusses für Sauerstoffisotope in Cherts bedeutet, dass die leichten Archaischen Cherts für ein gemäßigtes bis warmes Klima auf der frühen Erde sprechen – heiße Archaische Ozeane scheinen sehr unwahrscheinlich. (Grafik: Michael Tatzel)" data-rl_caption="" title="Der berechnete Effekt des Wärmeflusses für Sauerstoffisotope in Cherts bedeutet, dass die leichten Archaischen Cherts für ein gemäßigtes bis warmes Klima auf der frühen Erde sprechen – heiße Archaische Ozeane scheinen sehr unwahrscheinlich. (Grafik: Michael Tatzel)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/bf44e1dec4e2022121912460426.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Der berechnete Effekt des Wärmeflusses für Sauerstoffisotope in Cherts bedeutet, dass die leichten Archaischen Cherts für ein gemäßigtes bis warmes Klima auf der frühen Erde sprechen – heiße Archaische Ozeane scheinen sehr unwahrscheinlich. (Grafik: Michael Tatzel)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Unsere Berechnungen zeigen, dass bei höherem Wärmefluss die Isotopenverhältnisse kleiner werden, weil die Rekristallisation dann bei höheren Temperaturen stattfindet“, sagt Juniorprofessor Dr. Michael Tatzel vom Geowissenschaftlichen Zentrum der Universität Göttingen. Gleichzeitig wird Meerwasser unter diesen Bedingungen an <sup>16</sup>O angereichert. Das Rätsel um isotopisch leichte Archaische Cherts löst sich somit durch den etwa doppelt so hohen Wärmefluss auf der frühen Erde. „Cherts sind offenbar keine guten Archive für Meerwassertemperaturen in der Vergangenheit. Unsere Erkenntnisse bedeuten, dass wir Sauerstoffisotope in Cherts ganz neu denken müssen“, so Tatzel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Co-autor Patrick Frings vom GFZ Potsdam fügt hinzu: „Ich denke, diese Arbeit wird in den kommenden Jahren die Tür zu einigen aufregenden neuen Entwicklungen öffnen, denn unsere Erkenntnis über den Wärmefluss-Effekt ermöglicht akkurate Rekonstruktionen von Meerwassertemperaturen in tiefer geologischer Zeit. Darüber hinaus werden wir die thermische Struktur und tektonische Geschichte alter Sedimentbecken entschlüsseln können.“ Der berechnete Effekt des Wärmeflusses für Sauerstoffisotope in Cherts bedeutet auch, dass die leichten Archaischen Cherts für ein gemäßigtes bis warmes Klima auf der frühen Erde sprechen – heiße Archaische Ozeane scheinen sehr unwahrscheinlich. Diese Schlussfolgerung ist zentral für das Verständnis über die Entwicklung von Leben auf der jungen Erde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Originalveröffentlichung:</strong><br>Michael Tatzel et al.: Chert oxygen isotope ratios are driven by Earth’s thermal evolution. PNAS 2022. <a href="https://www.pnas.org/doi/abs/10.1073/pnas.2213076119" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.pnas.org/doi/abs/10.1073/pnas.2213076119</a>.</p>



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