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	<title>Voyager 1 &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<title>Voyager 1 &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Um den Betrieb von Voyager 1 aufrecht zu erhalten muß ein Instrument deaktiviert werden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Apr 2026 05:57:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dem Raumschiff mit nuklearelektrischer Stromversorgung geht die Energie aus. Am 17. April sendeten Ingenieure des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Südkalifornien Kommandos, um ein Instrument an Bord von Voyager 1 abzuschalten, das als „Low-energy Charged Particles Experiment“ (LECP) bezeichnet wird. Das Abschalten des LECP gilt als die beste Möglichkeit, den ersten interstellaren Erkundungssatelliten [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Dem Raumschiff mit nuklearelektrischer Stromversorgung geht die Energie aus. Am 17. April sendeten Ingenieure des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Südkalifornien Kommandos, um ein Instrument an Bord von Voyager 1 abzuschalten, das als „Low-energy Charged Particles Experiment“ (LECP) bezeichnet wird. Das Abschalten des LECP gilt als die beste Möglichkeit, den ersten interstellaren Erkundungssatelliten der Menschheit weiterfliegen zu lassen. Eine Pressemitteilung der National Aeronautics and Space Administration NASA.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://science.nasa.gov/blogs/voyager/2026/04/17/nasa-shuts-off-instrument-on-voyager-1-to-keep-spacecraft-operating/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">NASA Science Editorial Team</a>, 17. April 2026</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/1_Voyager_artist_concept.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Die Missionsingenieure am Jet Propulsion Laboratory der NASA in Südkalifornien haben am 17. April 2026 das Experiment zur Erforschung niederenergetischer geladener Teilchen an Bord von Voyager 1 abgeschaltet. Bildnachweis: NASA/JPL-Caltech" data-rl_caption="" title="Die Missionsingenieure am Jet Propulsion Laboratory der NASA in Südkalifornien haben am 17. April 2026 das Experiment zur Erforschung niederenergetischer geladener Teilchen an Bord von Voyager 1 abgeschaltet. Bildnachweis: NASA/JPL-Caltech" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="700" height="394" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/1_Voyager_artist_concept-700x394-1.jpg" alt="" class="wp-image-152172" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/1_Voyager_artist_concept-700x394-1.jpg 700w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/1_Voyager_artist_concept-700x394-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 700px) 100vw, 700px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Die Missionsingenieure am Jet Propulsion Laboratory der NASA in Südkalifornien haben am 17. April 2026 das Experiment zur Erforschung niederenergetischer geladener Teilchen an Bord von Voyager 1 abgeschaltet.<br><mark>Bildnachweis: NASA/JPL-Caltech</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das LECP ist seit dem Start von <a href="https://science.nasa.gov/mission/voyager/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Voyager 1</a> im Jahr 1977 – also seit fast 49 Jahren – nahezu ununterbrochen in Betrieb. Es misst niederenergetische geladene Teilchen, darunter Ionen, Elektronen und kosmische Strahlung, die aus unserem Sonnensystem und unserer Galaxie stammen. Das Instrument hat wichtige Daten über die Struktur des interstellaren Mediums geliefert und dabei Druckfronten und Regionen mit unterschiedlicher Teilchendichte im Weltraum jenseits unserer Heliosphäre erfasst. Die beiden Voyager-Sonden sind die einzigen Raumfahrzeuge, die weit genug von der Erde entfernt sind, um diese Informationen zu liefern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie Voyager 2 ist auch Voyager 1 auf einen <a href="https://science.nasa.gov/planetary-science/programs/radioisotope-power-systems/power-radioisotope-thermoelectric-generators/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Radioisotopengenerator</a> angewiesen, ein Gerät, das die Wärme aus zerfallendem Plutonium in Elektrizität umwandelt. Beide Sonden verlieren jährlich etwa 4 Watt an Leistung. Nach fast einem halben Jahrhundert im Weltraum sind die Leistungsreserven hauchdünn geworden, sodass das Team Energie sparen muss, indem es Heizungen und Instrumente abschaltet und gleichzeitig sicherstellt, dass die Raumfahrzeuge nicht so kalt werden, dass ihre Treibstoffleitungen einfrieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während eines routinemäßigen, geplanten Rollmanövers am 27. Februar sank die Leistungsaufnahme von Voyager 1 unerwartet. Den Missionsingenieuren war bewusst, dass jeder weitere Leistungsabfall das Unterspannungs-Fehlerschutzsystem des Raumfahrzeugs auslösen könnte, das zum Schutz der Sonde Komponenten eigenständig abschalten würde, was eine Wiederherstellung durch das Flugteam erfordern würde – ein langwieriger Prozess, der eigene Risiken birgt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Voyager-Team musste zuerst handeln.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">„Auch wenn niemand gerne ein wissenschaftliches Instrument abschaltet, ist dies die beste verfügbare Option“, sagte Kareem Badaruddin, Voyager-Missionsleiter am JPL. „Voyager 1 verfügt noch über zwei funktionierende wissenschaftliche Instrumente – eines, das Plasmawellen abhört, und eines, das Magnetfelder misst. Sie arbeiten nach wie vor hervorragend und senden Daten aus einem Bereich des Weltraums zurück, den noch kein anderes von Menschen gebautes Raumfahrzeug jemals erkundet hat. Das Team konzentriert sich weiterhin darauf, beide Voyager-Sonden so lange wie möglich am Laufen zu halten.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein weitreichender Plan</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entscheidung, welches Instrument als nächstes abgeschaltet werden sollte, fiel nicht spontan. Vor Jahren setzten sich die Wissenschafts- und Technikteams von Voyager zusammen und einigten sich auf die Reihenfolge, in der sie Teile des Raumfahrzeugs abschalten würden, während sie sicherstellten, dass die Mission ihre einzigartigen wissenschaftlichen Untersuchungen fortsetzen kann. Von den 10 identischen Instrumentensätzen, die jedes Raumfahrzeug mitführt, wurden bisher <a href="https://science.nasa.gov/mission/voyager/where-are-voyager-1-and-voyager-2-now/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">sieben</a> abgeschaltet. Für Voyager 1 stand das LECP als Nächstes auf dieser Liste. Das Team schaltete das LECP auf Voyager 2 im März 2025 ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da Voyager 1 mehr als 25 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt ist, wird es etwa 23 Stunden dauern, bis die Befehlssequenz zum Abschalten des Instruments das Raumschiff erreicht, und der Abschaltvorgang selbst wird etwa drei Stunden und 15 Minuten dauern. Ein Teil des LECP – ein kleiner Motor, der den Sensor kreisförmig dreht, um in alle Richtungen zu scannen – bleibt eingeschaltet. Er verbraucht nur wenig Strom (0,5 Watt), und wenn er weiterläuft, hat das Team die besten Chancen, das Instrument eines Tages wieder einschalten zu können, falls zusätzliche Energie zur Verfügung steht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was kommt als Nächstes</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ingenieure sind zuversichtlich, dass die Abschaltung des LECP der Voyager 1 etwa ein Jahr Atempause verschaffen wird. Sie nutzen diese Zeit, um eine ehrgeizigere Energiesparmaßnahme für beide Voyager-Sonden fertigzustellen, die sie „Big Bang“ nennen und die darauf abzielt, den Betrieb der Voyager-Sonden weiter zu verlängern. Die Idee besteht darin, eine Gruppe von stromversorgten Geräten auf einmal auszuwechseln – daher der Spitzname –, einige Komponenten abzuschalten und durch stromsparendere Alternativen zu ersetzen, um das Raumschiff warm genug zu halten, damit es weiterhin wissenschaftliche Daten sammeln kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Team wird den „Big Bang“ zunächst bei Voyager 2 umsetzen, da diese etwas mehr Leistungsreserven hat und näher an der Erde ist, was sie zum sichereren Testobjekt macht. Die Tests sind für Mai und Juni 2026 geplant. Wenn sie gut verlaufen, wird das Team frühestens im Juli versuchen, dieselbe Lösung bei Voyager 1 anzuwenden. Wenn dies funktioniert, besteht sogar die Chance, dass das LECP von Voyager 1 wieder eingeschaltet werden kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4090.msg586485#msg586485" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Voyager / Pioneer 10 + 11</a></li>
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			</item>
		<item>
		<title>Seit den 70er Jahren immer noch in Schwung: Die Voyager-Mission der NASA setzt ihre Erkundung fort</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/seit-den-70er-jahren-immer-noch-in-schwung-die-voyager-mission-der-nasa-setzt-ihre-erkundung-fort/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Nov 2024 15:42:31 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Voyager-Mission der NASA startete in den 1970er Jahren. Heute schreibt sie Geschichte, indem sie neue wissenschaftliche Erkenntnisse liefert. Aber warum haben zwei Raumsonden aus den 70er Jahren nicht nur überlebt, sondern sind weiter draußen im Weltraum unterwegs als jede andere Raumsonde zuvor? Eine Pressemitteilung der NASA. Quelle: NASA, JPL, ISRO, 4. November 2024. Pasadena, [&#8230;]</p>
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]]></description>
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<h4 class="wp-block-heading">Die Voyager-Mission der NASA startete in den 1970er Jahren. Heute schreibt sie Geschichte, indem sie neue wissenschaftliche Erkenntnisse liefert. Aber warum haben zwei Raumsonden aus den 70er Jahren nicht nur überlebt, sondern sind weiter draußen im Weltraum unterwegs als jede andere Raumsonde zuvor? Eine Pressemitteilung der NASA.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: NASA, JPL, ISRO, 4. November 2024.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/11/pia21736.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Dieses Archivfoto zeigt Ingenieure bei der Arbeit an der NASA-Raumsonde Voyager 2 am 23. März 1977. (Bild: NASA/JPL-Caltech)" data-rl_caption="" title="Dieses Archivfoto zeigt Ingenieure bei der Arbeit an der NASA-Raumsonde Voyager 2 am 23. März 1977. (Bild: NASA/JPL-Caltech)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/11/pia21736_402x320.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Dieses Archivfoto zeigt Ingenieure bei der Arbeit an der NASA-Raumsonde Voyager 2 am 23. März 1977.<br>(Bild: NASA/JPL-Caltech))</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Pasadena, 4, November 2024 &#8211; <strong>Ein wenig Hintergrund zur Mission</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Voyager ist eine NASA-Mission, die aus zwei verschiedenen Raumsonden besteht, Voyager 1 und 2, die am 5. September 1977 bzw. am 20. August 1977 ins All starteten. In den Jahrzehnten nach dem Start unternahmen die beiden Sonden eine große Tour durch unser Sonnensystem und untersuchten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun &#8211; einer der ersten Versuche der NASA, die Geheimnisse des Universums zu erforschen. Diese beiden Sonden wurden später die ersten Raumfahrzeuge, die im interstellaren Raum operierten &#8211; dem Raum außerhalb der Heliosphäre, der Blase aus Sonnenwind und Magnetfeldern, die von der Sonne ausgeht. Voyager 1 war die erste, die 2012 in den interstellaren Raum eindrang, gefolgt von Voyager 2 im Jahr 2018.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute fliegt Voyager nicht nur weiter, weil sie es kann, sondern auch, weil sie noch immer an der Erforschung des interstellaren Raums, der Heliosphäre und der Wechselwirkung zwischen beiden arbeiten kann. &#8222;Wir würden die Voyager- Mission nicht weiterführen, wenn sie keine wissenschaftlichen Daten liefern würde&#8220;, sagt Suzanne Dodd, die derzeitige Projektleiterin der Mission und Direktorin des Interplanetarischen Netzwerks am Jet Propulsion Laboratory der NASA.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/11/pia17035.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Wenn die beiden Voyager-Sonden der NASA in die Tiefen des Weltraums fliegen, haben sie eine kleine amerikanische Flagge und eine Goldene Schallplatte mit Bildern und Tönen dabei - Erinnerungsstücke an unseren Heimatplaneten. Dieses Bild zeigt John Casani, Voyager-Projektleiter im Jahr 1977, mit einer kleinen Dacron-Flagge, die vor dem Start der Voyager-Sonden vor 36 Jahren gefaltet und in die Thermodecken eingenäht wurde. Unter ihm liegen die Goldene Schallplatte (links) und ihr Einband (rechts). Im Hintergrund ist Voyager 2 zu sehen, bevor sie sich auf den Weg zur Startrampe macht. Das Bild wurde am 4. August 1977 in Cape Canaveral, Florida, aufgenommen. (Bild: NASA/JPL-Caltech)" data-rl_caption="" title="Wenn die beiden Voyager-Sonden der NASA in die Tiefen des Weltraums fliegen, haben sie eine kleine amerikanische Flagge und eine Goldene Schallplatte mit Bildern und Tönen dabei - Erinnerungsstücke an unseren Heimatplaneten. Dieses Bild zeigt John Casani, Voyager-Projektleiter im Jahr 1977, mit einer kleinen Dacron-Flagge, die vor dem Start der Voyager-Sonden vor 36 Jahren gefaltet und in die Thermodecken eingenäht wurde. Unter ihm liegen die Goldene Schallplatte (links) und ihr Einband (rechts). Im Hintergrund ist Voyager 2 zu sehen, bevor sie sich auf den Weg zur Startrampe macht. Das Bild wurde am 4. August 1977 in Cape Canaveral, Florida, aufgenommen. (Bild: NASA/JPL-Caltech)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/11/pia17035320x400.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Wenn die beiden Voyager-Sonden der NASA in die Tiefen des Weltraums fliegen, haben sie eine kleine amerikanische Flagge und eine Goldene Schallplatte mit Bildern und Tönen dabei &#8211; Erinnerungsstücke an unseren Heimatplaneten. Dieses Bild zeigt John Casani, Voyager-Projektleiter im Jahr 1977, mit einer kleinen Dacron-Flagge, die vor dem Start der Voyager-Sonden vor 36 Jahren gefaltet und in die Thermodecken eingenäht wurde. Unter ihm liegen die Goldene Schallplatte (links) und ihr Einband (rechts). Im Hintergrund ist Voyager 2 zu sehen, bevor sie sich auf den Weg zur Startrampe macht. Das Bild wurde am 4. August 1977 in Cape Canaveral, Florida, aufgenommen.<br>(Bild: NASA/JPL-Caltech)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Doch nach Milliarden von Kilometern und Jahrzehnten bahnbrechender wissenschaftlicher Erforschung war diese wegweisende interstellare Reise nicht ohne Prüfungen. Was ist also das Erfolgsgeheimnis der Voyager?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurz gesagt: Vorbereitung und Kreativität.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wir haben sie so konzipiert, dass sie nicht versagen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut John Casani, Voyager-Projektleiter von 1975 bis zum Start 1977, „haben wir sie nicht für eine Lebensdauer von 30 oder 40 Jahren entwickelt, sondern um nicht zu versagen“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein wichtiger Faktor für die Langlebigkeit der Mission ist die Redundanz. Die Komponenten von Voyager wurden nicht nur mit Sorgfalt entwickelt, sondern auch in zweifacher Ausführung gebaut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Dodd wurde bei der Konstruktion von Voyager „fast alles redundant ausgelegt. Zwei Raumfahrzeuge zu haben &#8211; das ist Redundanz“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir haben sie nicht entworfen, um 30 oder 40 Jahre zu überleben, sondern um nicht zu versagen“.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>John Casani Voyager-Projektleiter, 1975-1977</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine hochmoderne Energiequelle</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beiden Voyager-Raumsonden verdanken ihre Langlebigkeit auch ihrer zuverlässigen Energiequelle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jede Sonde ist mit drei thermoelektrischen Radioisotopen-Generatoren ausgestattet. Diese nuklearen „Batterien“ wurden ursprünglich vom US-Energieministerium im Rahmen des Programms „Atoms for Peace“ (Atome für den Frieden) entwickelt, das von Präsident Eisenhower im Jahr 1955 erlassen wurde. Im Vergleich zu anderen damaligen Energieoptionen &#8211; wie der Solarenergie, die nicht die Kapazität hatte, um über den Mars hinaus zu funktionieren &#8211; haben diese Generatoren es der Voyager ermöglicht, viel weiter ins All vorzudringen.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/11/voyager-rtg-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Jede der Voyager-Sonden der NASA ist mit drei thermoelektrischen Radioisotopengeneratoren (RTGs) ausgestattet, darunter der hier abgebildete im Kennedy Space Center der NASA in Florida. Die RTGs versorgen die Raumsonde mit Strom, indem sie die beim Zerfall von Plutonium-238 entstehende Wärme in Elektrizität umwandeln. Die 1977 gestartete Voyager-Mission wird für die NASA vom Jet Propulsion Laboratory, einer Abteilung des Caltech in Pasadena, Kalifornien, geleitet. (Bild: NASA/JPL-Caltech)" data-rl_caption="" title="Jede der Voyager-Sonden der NASA ist mit drei thermoelektrischen Radioisotopengeneratoren (RTGs) ausgestattet, darunter der hier abgebildete im Kennedy Space Center der NASA in Florida. Die RTGs versorgen die Raumsonde mit Strom, indem sie die beim Zerfall von Plutonium-238 entstehende Wärme in Elektrizität umwandeln. Die 1977 gestartete Voyager-Mission wird für die NASA vom Jet Propulsion Laboratory, einer Abteilung des Caltech in Pasadena, Kalifornien, geleitet. (Bild: NASA/JPL-Caltech)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/11/voyager-rtg_320x406.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Jede der Voyager-Sonden der NASA ist mit drei thermoelektrischen Radioisotopengeneratoren (RTGs) ausgestattet, darunter der hier abgebildete im Kennedy Space Center der NASA in Florida. Die RTGs versorgen die Raumsonde mit Strom, indem sie die beim Zerfall von Plutonium-238 entstehende Wärme in Elektrizität umwandeln. Die 1977 gestartete Voyager-Mission wird für die NASA vom Jet Propulsion Laboratory, einer Abteilung des Caltech in Pasadena, Kalifornien, geleitet.<br>(Bild: NASA/JPL-Caltech)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Stromgeneratoren der Voyager bringen die Mission weiter als je zuvor, aber sie erzeugen auch jedes Jahr weniger Strom, so dass <a href="https://science.nasa.gov/blogs/voyager/2024/10/01/nasa-turns-off-science-instrument-to-save-voyager-2-power/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">die Instrumente</a> mit der Zeit <a href="https://science.nasa.gov/blogs/voyager/2024/10/01/nasa-turns-off-science-instrument-to-save-voyager-2-power/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">abgeschaltet werden müssen</a>, um Energie zu sparen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kreative Lösungen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als eine Mission, die an den äußersten Rändern der Heliosphäre und darüber hinaus operiert hat, musste Voyager eine ganze Reihe von Herausforderungen bewältigen. Da die Sonde nun im interstellaren Raum mit Software und Hardware aus den 1970er Jahren arbeitet, erfordern die Probleme der Voyager kreative Lösungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ehemaliges Missionspersonal, das in den ersten Tagen an Voyager gearbeitet hat, ist sogar aus dem Ruhestand zurückgekehrt, um mit dem neuen Missionspersonal zusammenzuarbeiten und nicht nur große Probleme zu lösen, sondern auch wichtiges Missions-Know-how an die nächste Generation von Wissenschaftlern und Ingenieuren weiterzugeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Aus meiner Sicht als Projektleiter ist es wirklich sehr aufregend zu sehen, wie sich junge Ingenieure für die Arbeit an Voyager begeistern. Sie nehmen die Herausforderungen einer alten Mission an und arbeiten Seite an Seite mit einigen der Experten, den Leuten, die das Raumschiff gebaut haben&#8220;, sagte Dodd. „Sie wollen voneinander lernen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade in den letzten Jahren hat das Voyager-Projekt die Kreativität des Missionsteams mit einer Reihe von komplexen Problemen auf die Probe gestellt. <a href="https://www.jpl.nasa.gov/news/voyager-1-team-accomplishes-tricky-thruster-swap/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Kürzlich</a> verstopfte eine Treibstoffleitung in den Triebwerken von Voyager 1, die die Ausrichtung und Richtung des Raumschiffs steuern. Die Triebwerke ermöglichen es der Sonde, ihre Antennen auszurichten, und sind entscheidend für die Aufrechterhaltung der Kommunikation mit der Erde. Durch sorgfältige Koordination gelang es dem Missionsteam, das Raumfahrzeug per Fernsteuerung auf einen anderen Satz von Triebwerken umzuschalten.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/11/e1-pia26275-voyager-copy-16-width-1320.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="Nachdem sie zum ersten Mal seit fünf Monaten Daten über den Zustand von Voyager 1 erhalten haben, feiern Mitglieder des Voyager-Flugteams am 20. April 2024 in einem Konferenzraum des Jet Propulsion Laboratory der NASA. (Bild: NASA/JPL-Caltech)" data-rl_caption="" title="Nachdem sie zum ersten Mal seit fünf Monaten Daten über den Zustand von Voyager 1 erhalten haben, feiern Mitglieder des Voyager-Flugteams am 20. April 2024 in einem Konferenzraum des Jet Propulsion Laboratory der NASA. (Bild: NASA/JPL-Caltech)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/11/e1-pia26275-voyager-copy-16_569x320.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Nachdem sie zum ersten Mal seit fünf Monaten Daten über den Zustand von Voyager 1 erhalten haben, feiern Mitglieder des Voyager-Flugteams am 20. April 2024 in einem Konferenzraum des Jet Propulsion Laboratory der NASA.<br>(Bild: NASA/JPL-Caltech)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Art von Reparaturen sind besonders schwierig, da ein Funksignal etwa 22 ½ Stunden braucht, um Voyager 1 von der Erde aus zu erreichen, und weitere 22 ½ Stunden, um zurückzukehren. Signale von und zu Voyager 2 benötigen jeweils etwa 19 Stunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die interstellare Zukunft der Voyager-Sonden</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser kurze Blick hinter den Vorhang beleuchtet die Geschichte der Voyager und ihre Erfolgsgeheimnisse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Voyager-Sonden könnten noch bis in die späten 2020er Jahre in Betrieb sein. Im Laufe der Zeit wird die Fortsetzung des Betriebs immer schwieriger, da die Leistung der Mission jedes Jahr um 4 Watt abnimmt und die beiden Raumsonden mit abnehmender Leistung abkühlen werden. Außerdem könnten unerwartete Anomalien mit zunehmendem Alter die Funktionalität und Langlebigkeit der Mission beeinträchtigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Fortschreiten der Mission baut das Voyager-Team sein Vermächtnis kreativer Problemlösung und Zusammenarbeit weiter aus, während die beiden interstellaren Reisenden unser Verständnis des riesigen und geheimnisvollen Kosmos, in dem wir leben, weiter vertiefen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Übersetzung: DeepL.com / Stefan Goth</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
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		<item>
		<title>AstroGeo Podcast: Vulkan-Wunderwelt &#8211; wieso brodelt Jupiters Mond Io?</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/astrogeo-podcast-vulkan-wunderwelt-jupiter-mond-io/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Karl Urban]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Jun 2024 06:58:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[AstroGeo Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 9. März 1979 entdeckt die Astronomin Linda Morabito-Kelly auf dem Jupitermond Io einen Vulkanausbruch. Seither gilt der Trabant als vulkanisch aktivste Welt des Planetensystems, die bis heute viele Fragen offen lässt.</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Am 9. März 1979 entdeckt die Astronomin Linda Morabito-Kelly auf dem Jupitermond Io einen Vulkanausbruch. Seither gilt der Trabant als vulkanisch aktivste Welt des Planetensystems, die bis heute viele Fragen offen lässt.</h4>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/06/jupiter-mond-io-vulkan-ausbruch_rn.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Ein halber Mond Io mit gelber Oberfläche, pockennarbigen grauen und bläulichen Bereichen. Gegen den schwarzen Weltraum zeichnet sich eine helle Eruptionswolke ab, die nach oben aufsteigt. Die meisten Berge auf Io sind Vulkane - und Eruptionen haben Raumsonden dort schon häufiger live beobachten können. Das Bild stammt von der NASA-Sonde Galileo. (Quelle: NASA/JPL/DLR)." data-rl_caption="" title="Ein halber Mond Io mit gelber Oberfläche, pockennarbigen grauen und bläulichen Bereichen. Gegen den schwarzen Weltraum zeichnet sich eine helle Eruptionswolke ab, die nach oben aufsteigt. Die meisten Berge auf Io sind Vulkane - und Eruptionen haben Raumsonden dort schon häufiger live beobachten können. Das Bild stammt von der NASA-Sonde Galileo. (Quelle: NASA/JPL/DLR)." data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="460" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/06/jupiter-mond-io-vulkan-ausbruch_rn.jpg" alt="Ein halber Mond Io mit gelber Oberfläche, pockennarbigen grauen und bläulichen Bereichen. Gegen den schwarzen Weltraum zeichnet sich eine helle Eruptionswolke ab, die nach oben aufsteigt." class="wp-image-141110" style="width:317px;height:auto" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/06/jupiter-mond-io-vulkan-ausbruch_rn.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/06/jupiter-mond-io-vulkan-ausbruch_rn-300x230.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die meisten Berge auf Io sind Vulkane &#8211; und Eruptionen haben Raumsonden dort schon häufiger live beobachten können. Das Bild stammt von der NASA-Sonde Galileo. (Quelle: NASA/JPL/DLR).</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Am 9. März 1979 blickte die Astronomin Linda Morabito-Kelly auf eine Aufnahme der Raumsonde Voyager 1 und traute ihren Augen nicht. Erst vier Tage zuvor war die NASA-Mission auf ihrer großen Tour durchs Planetensystem am Jupiter und seinen Monden vorbeigeflogen und hatte dabei nicht nur den Gasriesen, sondern auch seine Monde fotografiert. Als Voyager ein paar letzte Bilder aus der Ferne machte, erschien nun über dem Mond Io eine gewaltige schirmförmige Wolke.<br>Der Vulkanausbruch auf Io gilt bis heute als eine der überraschendsten Entdeckungen der Raumfahrtgeschichte. Sie hat gezeigt, dass der jupiternächste Mond keine lange erkaltete und verkraterte Welt ist, wie etwa der Mond der Erde. Io ist stattdessen eine Vulkan-Wunderwelt: Auf seiner Oberfläche brodeln über 250 Vulkane. Es gibt mehrere Lavaseen, von denen der größe 180 Kilometer misst. Und Aschewolken können schon mal ein Drittel seines Durchmesser überspannen.<br>Karl erzählt in dieser Podcastfolge, was seit 1979 über Io in Erfahrung gebracht wurde &#8211; und warum das für Planetenforscherinnen und -forscher heute immer interessanter wird: Denn die vulkanische Aktivität auf Io kann auch etwas über ferne Exoplaneten verraten und genauso über die frühe und vulkanisch aktive Geschichte der Erde und anderer unserer planetaren Nachbarn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im AstroGeo Podcast erzählen sich die Wissenschaftsjournalisten Franziska Konitzer und Karl Urban regelmäßig eine Geschichte, die ihnen entweder die Steine unseres kosmischen Vorgartens eingeflüstert – oder die sie in den Tiefen und Untiefen des Universums aufgestöbert haben. Der Podcast ist auch auf <a href="https://podcasts.apple.com/us/podcast/astrogeo-geschichten-aus-astronomie-und-geologie/id525300156" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">iTunes</a> oder <a href="https://open.spotify.com/show/0a0X8ogJx046skJBbow9AC" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Spotify</a> zu finden.</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Frühere Ausgaben des AstroGeo Podcast <a href="https://astrogeo.de" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">gibt es auf astrogeo.de</a>. AstroGeo ist ein Podcast der Riffreporter eG. Er ist frei verfügbar und entsteht durch die finanzielle Unterstützung seiner Hörerinnen und Hörer. Das geht mit einem monatlichen Abonnement oder einer Spende. Diese und <a href="https://astrogeo.de/unterstuetze-uns/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">jede andere Form der finanziellen Unterstützung</a> hilft dabei, dass der Podcast weiter werbefrei bleibt.</p>



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			</item>
		<item>
		<title>Voyager 1 kann seine Mission fortsetzen.</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/voyager-1-kann-seine-mission-fortsetzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Geuking]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Apr 2024 21:27:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Extrasolar]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
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		<category><![CDATA[FDS]]></category>
		<category><![CDATA[Flugcomputer]]></category>
		<category><![CDATA[Interstellar]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonde]]></category>
		<category><![CDATA[Voyager 1]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=138758</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im November 2023 meldet die NASA plötzlich Probleme mit der Voyager 1 Raumsonde. Sie sendete keine lesbaren Daten mehr. Ist das nun das Ende der wissenschaftlichen Mission? Inzwischen fand ein Team von NASA – Spezialisten nach einer mehrmonatigen Suche die Ursache des Problems und auch eine Lösung. Autor: Thomas Geuking Quelle: NASA. Eine Zeit lang [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Im November 2023 meldet die NASA plötzlich Probleme mit der Voyager 1 Raumsonde. Sie sendete keine lesbaren Daten mehr. Ist das nun das Ende der wissenschaftlichen Mission? Inzwischen fand ein Team von NASA – Spezialisten nach einer mehrmonatigen Suche die Ursache des Problems und auch eine Lösung.</p>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph"> Autor: Thomas Geuking Quelle: NASA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Zeit lang sah es so aus, als wäre die aktive wissenschaftliche Reise der Raumsonde Voyager 1 zu Ende. Die am 05. September 1977 gestartete Sonde ist mit Ihrer Schwestersonde das am weitesten entfernte von Menschen erbaute Objekt. Sie befindet sich mittlerweile im interstellaren Raum. In etwas über 17.000 Tagen im All hat sie bis zum heutigen Tag ca. 24,42 Milliarden Kilometer zurückgelegt. Ein Funksignal von der Erde benötigt heute 22,5 Stunden bis zur Raumsonde.<br>Noch immer sendet die Raumsonde wissenschaftlich Daten zur Erde, zumindest bis Mitte November 2023. Plötzlich sendete die Raumsonde scheinbar keine lesbaren Daten mehr, sondern in einer Art Dauerschleife immer denselben Datensatz.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/05/pia17049-16-Voyager-1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Voyager 1 im All - Illustration. (Bild: NASA)" data-rl_caption="" title="Voyager 1 im All - Illustration. (Bild: NASA)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="350" height="197" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/05/pia17049-16-Voyager-1-small.jpg" alt="" class="wp-image-7108" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/05/pia17049-16-Voyager-1-small.jpg 350w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/05/pia17049-16-Voyager-1-small-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 350px) 100vw, 350px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Voyager 1 im All &#8211; Illustration. (Bild: NASA)</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized"><img decoding="async" width="306" height="465" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Instrumentenstatus.png" alt="" class="wp-image-138768" style="width:358px;height:auto" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Instrumentenstatus.png 306w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Instrumentenstatus-197x300.png 197w" sizes="(max-width: 306px) 100vw, 306px" /><figcaption class="wp-element-caption">Status der Instrumente der Voyager Sonden 04/2024 (Quelle: NASA)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einer ausführlichen Analyse konnte die Ursache zunächst auf das FDS (Flight Data System) der Sonde eingegrenzt werden. Es handelt sich dabei um einen der drei Bordcomputer der Raumsonde. Das FDS kommunizierte nicht ordnungsgemäß mit einem der Subsysteme der Sonde, der sogenannten Telemetrie-Modulationseinheit (TMU). Infolgedessen werden keine wissenschaftlichen oder technischen Daten zur Erde zurückgesendet. Das FDS soll unter anderem Daten von den wissenschaftlichen Instrumenten sowie technische Daten über den Zustand und Status des Raumfahrzeugs sammeln. Anschließend werden diese Informationen zu einem einzigen Datenpaket zusammengefasst, das von der TMU zur Erde zurückgesendet wird. Nun begann die TMU, ein sich wiederholendes Muster aus Einsen und Nullen zu übertragen, als ob sie „stecken geblieben“ wäre. Nachdem ein Neustart des FDS keinen Erfolg brachte, mußten oft Jahrzehnte alte Unterlagen zur Fehleranalyse herangezogen werden. Die Spezialisten brauchten Zeit um zu verstehen, wie sich neue Befehle auf den Betrieb der Raumsonde auswirken, um unbeabsichtigte Probleme zu vermeiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie sendeten am 01. März 2024 ein Signal an die Raumsonde, das die FDS dazu veranlassen sollte, ein vollständiges Speicherabbild zu senden. Dies konnte am 03. März dann auch tatsächlich empfangen und von einem Ingenieur des Deep Space Network der Agentur, das die Funkantennen betreibt, die sowohl mit Voyager als auch mit anderen Raumfahrzeugen kommunizieren, entschlüsselt werden.<br>Das Speicherabbild war der Schlüssel zur Lösung des Problems!<br>Man stellte fest, dass 3 Prozent des Speichers des FDS beschädigt sind. Es handelt sich wahrscheinlich um einen einzelnen Chip, der entweder durch energiereiche Teilchen aus dem Weltraum, oder einfach durch die lange Betriebsdauer beschädigt worden ist. Dies führte zum Verlust eines Teils des Softwarecodes des FDS-Computers.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Verlust dieses Codes machte die wissenschaftlichen und technischen Daten unbrauchbar. Da der Chip nicht repariert werden kann, beschloss das Team, den betroffenen Code an einer anderen Stelle im FDS-Speicher abzulegen. Aber kein einzelner Speicherort ist groß genug, um den gesamten Codeabschnitt aufzunehmen. Deshalb entwickelte man eine Lösung, den betroffenen Code in Abschnitte zu unterteilen und diese Abschnitte an verschiedenen Stellen im FDS zu speichern. Damit dieser Plan funktioniert, müssen diese Codeabschnitte angepasst werden, um sicherzustellen, dass sie alle weiterhin als Ganzes funktionieren. Alle Verweise auf den Speicherort dieses Codes in anderen Teilen des FDS-Speichers müssen ebenfalls aktualisiert werden. Am 18. April sendete das Team ein erstes Softwareupdate an die Voyager Sonde. Als das Team im Missions-Kontrollzentrum am 20. April nach 45 Stunden eine Rückmeldung von der Raumsonde bekam, wussten sie, dass die Modifikation funktionierte. Zum ersten Mal seit fünf Monaten konnten sie den Zustand und den Status der Raumsonde überprüfen. Nach einem weiteren Update wird die Sonde dann wieder wissenschaftliche Daten zur Erde senden können. Die wissenschaftliche Mission kann weiter gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie lange die Sonde insgesamt noch betrieben werden kann, hängt im Wesentlichen von den Radionuklidbatterien sowie der Abnutzung der thermoelektrischen Elemente ab. Pro Jahr sinkt die elektrische Leistung um etwa 4 Watt. Durch die Abschaltung einzelner Instrumente konnte die Lebensdauer der Sonde bisher immer wieder verlängert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Raumfahrer.Net wird weiter berichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4090.msg561173#msg561173" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Voyager / Pioneer 10 + 11</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/voyager-1-kann-seine-mission-fortsetzen/" data-wpel-link="internal">Voyager 1 kann seine Mission fortsetzen.</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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		<item>
		<title>Der Vulkan Loki Patera auf dem Jupitermond Io</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/der-vulkan-loki-patera-auf-dem-jupitermond-io/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 May 2015 17:31:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[JUICE]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Galileo]]></category>
		<category><![CDATA[Io]]></category>
		<category><![CDATA[Jupiter]]></category>
		<category><![CDATA[LBT]]></category>
		<category><![CDATA[Voyager 1]]></category>
		<category><![CDATA[Voyager 2]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=41499</guid>

					<description><![CDATA[<p>Einem internationalen Astronomenteam, dem auch Wissenschaftler der Max-Planck-Institute für Radioastronomie in Bonn und für Astronomie in Heidelberg angehören, ist es erstmals gelungen, den auf dem Jupitermond Io befindlichen Vulkan Loki Patera von der Erde aus in einer hohen Auflösung abzubilden und zu untersuchen. Hierfür nutzten die Wissenschaftler das Large Binocular Telescope auf dem Mount Graham [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/der-vulkan-loki-patera-auf-dem-jupitermond-io/" data-wpel-link="internal">Der Vulkan Loki Patera auf dem Jupitermond Io</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Einem internationalen Astronomenteam, dem auch Wissenschaftler der Max-Planck-Institute für Radioastronomie in Bonn und für Astronomie in Heidelberg angehören, ist es erstmals gelungen, den auf dem Jupitermond Io befindlichen Vulkan Loki Patera von der Erde aus in einer hohen Auflösung abzubilden und zu untersuchen. Hierfür nutzten die Wissenschaftler das Large Binocular Telescope auf dem Mount Graham im US-Bundesstaat Arizona.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: Max-Planck-Institut für Radioastronomie, Large Binocular Telescope Observatory.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09052015193108_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09052015193108_small_1.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech" width="260"/></a><figcaption>
Auf dieser am 28. Juni 1997 von der Raumsonde Galileo angefertigten Aufnahme sind zwei vulkanische Eruptionen auf dem Jupitermond Io erkennbar. Die links am Horizont sichtbare Eruption geht von dem Vulkan Pillan Patera aus und erreicht eine Höhe von 140 Kilometern über der Mondoberfläche. Die zweite Eruption (vergrößert dargestellt auf dem unteren Bildausschnitt) erstreckt sich bis in eine Höhe von etwa 75 Kilometern und geht von dem Vulkan 
<a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Prometheus_(Vulkan)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Prometheus Patera</a>
 aus. Aus einer Entfernung von etwa 600.000 Kilometern erreichte das Kamerasystem der Raumsonde eine Auflösung von etwa sechs Kilometern. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Io, der innerste und drittgrößte der vier bereits im Januar 1610 entdeckten <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Galileische_Monde" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Galileischen Monde</a> des Planeten Jupiter, ist mit einem Durchmesser von 3.643,2 Kilometern nur wenig größer als der 3.476 Kilometer durchmessende Mond der Erde und stellt trotzdem das mit Abstand geologisch aktivste Objekt im gesamten bisher bekannten Sonnensystem dar. Erste Detailaufnahmen von der Io-Oberfläche fertigten im Jahr 1979 die beiden Raumsonden <i>Voyager 1</i> und <i>Voyager 2</i> an. Der Großteil des Wissens über den Mond Io stammt jedoch von dem Orbiter <i>Galileo</i>, welcher das Jupitersystem im Jahr 1995 erreichte und der in den folgenden acht Jahren unter anderem auch mehrere dichte Vorbeiflüge an Io absolvierte. 
<br>
<strong>Die Oberfläche des Jupitermondes Io</strong>
<br>
Die überwiegend mit Ablagerungen von Schwefel und Schwefeldioxid bedeckte Oberfläche von Io ist sehr eben und weist in der Regel Höhenunterschiede von lediglich etwa einem Kilometer auf. Vereinzelt erheben sich dort allerdings auch bis zu neun Kilometer hohe Berge, welche vermutlich <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tektonik" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">tektonischen</a> Ursprungs sind. Die markantesten Oberflächenstrukturen bilden jedoch mehrere hundert <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Caldera_(Krater)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Calderen</a>, welche über Durchmesser von bis zu mehr als 200 Kilometern verfügen. Im Rahmen der dort erfolgenden vulkanischen Eruptionen wird Material mit Geschwindigkeiten von etwa einem Kilometer pro Sekunde ausgestoßen, welches aufgrund der geringen Schwerkraft des Mondes eine Höhe von mehr als 300 Kilometern erreichen kann. Letztendlich fällt das Material jedoch wieder zurück auf die Oberfläche und bildet dort mehrere Kilometer mächtige Ablagerungen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Vulkanismus_auf_dem_Jupitermond_Io" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Vulkanismus auf Io</a> wurde bereits im Jahr 1979 mittels der Aufnahmen der Raumsonde <i>Voyager 1</i> nachgewiesen, was seinerzeit für großes Aufsehen sorgte, da dies zugleich der erste direkt erfolgte Nachweis eines in der Gegenwart stattfindenden aktiven Vulkanismus auf einem fremden Himmelskörper war. Das Auftreten dieser Eruptionen variiert allerdings sehr stark. Bereits über einen Zeitraum von nur vier Monaten, welcher zwischen der Ankunft der beiden <i>Voyager</i>-Sonden verging, konnte festgestellt werden, dass Eruptionen in bestimmten Bereichen der Oberfläche zum Erliegen gekommen waren, während sich im gleichen Zeitraum an anderen Stellen neue Ausbruchstellen öffneten. Die Ablagerungen rund um die Calderen hatten sich in diesem Zeitraum bereits ebenfalls deutlich verändert. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09052015193108_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09052015193108_small_2.jpg" alt="LBT Research Team" width="260"/></a><figcaption>
Eine interferometrische Aufnahme des Jupitermonds Io, erstellt mit dem LBT am 24. Dezember 2013 (links) im Vergleich zu einer auf der Grundlage von Aufnahmen von verschiedenen Weltraummissionen der NASA (Voyager 1,  Voyager 2 und Galileo) erstellten Grafik. Der Lavasee des Vulkans Loki ist auf dem LBT-Bild in dunkelroten Farben zu erkennen. Die restlichen Kreise markieren die Positionen von weiteren Vulkanen auf der Oberfläche von Io. 
<br>
(Bild: LBT Research Team)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Durch den Vergleich mit den rund 20 Jahre später angefertigten Aufnahmen der Raumsonde <i>Galileo</i> ist erkennbar, dass diese permanent erfolgenden Vulkanausbrüche die Oberfläche von Io durch Ablagerungen von ausgeworfenem Material ständig verändern. Io weist dadurch bedingt die jüngste Oberfläche im gesamten Sonnensystem auf. Ihr Alter wird von den Planetologen auf lediglich etwa 10 Millionen Jahre geschätzt. Daher sind auf der Oberfläche dieses Mondes auch kaum <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Impaktkrater" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Impaktkrater</a> zu erkennen, da diese durch die fortlaufenden planetologischen Prozesse innerhalb kurzer Zeit &#8218;eingeebnet&#8216; werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Vulkan Loki Patera</strong>
<br>
Der größte der Vulkane auf dem Mond Io wurde &#8211; benannt nach dem nordischen Gott des Feuers &#8211; mit dem Namen <a class="a" href="https://planetarynames.wr.usgs.gov/Feature/3459" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Loki Patera</a> belegt. Hierbei handelt es sich um eine flache vulkanische Vertiefung, in welcher die dichte Lavakruste, die sich auf der Oberfläche eines ausgedehnten Lavasees bildet, in regelmäßigen Abständen in diesem See versinkt. Dies führt zu einem regelmäßig zu beobachtenden Anstieg der Wärmestrahlung aus dieser Region. Mit einem Durchmesser von rund 226 Kilometern erschien dieser Vulkan bisher aber als eine viel zu kleine Struktur, um aus einer Entfernung von mindestens 600 Millionen Kilometern &#8211; dies entspricht dem Minimalabstand zwischen dem Jupiter und unserem Heimatplaneten &#8211; Details mittels von im optischen oder im infraroten Licht arbeitenden Beobachtungsinstrumenten von der Erde aus abzubilden. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09052015193108_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09052015193108_small_3.jpg" alt="Large Binocular Telescope Observatory" width="260"/></a><figcaption>
Ene mit der LMIRcam des LBTO angefertigte und unbearbeitete RAW-Aufnahme des Mondes Io. Deutlich hebt sich hier der Vulkan Loki Patera von seiner Umgebung ab. Die &#8217;senkrechten Linien&#8216; zeigen weitere, allerdings deutlich schwächer aktive vulkanische Regionen. Erst durch entsprechende Bildbearbeitungen werden auch hier Details sichtbar. 
<br>
(Bild: Large Binocular Telescope Observatory)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits am 24. Dezember 2013 ist es jedoch einem internationalen Team von Astronomen, dem auch mehrere Mitarbeiter der Max-Planck-Institute für Radioastronomie (MPIfR) und für Astronomie (MPIA) in Bonn und Heidelberg angehörten, gelungen, den Vulkan Loki von der Erde aus mit einer sehr hoher räumlichen Auflösung im Detail sichtbar zu machen und dabei im nahen Infrarotbereich des Lichtspektrums auch einen gerade erfolgenden Ausbruch des Vulkans zu dokumentieren. Auf den entsprechenden Aufnahmen des Jupitermondes erscheint Loki Patera als ein auffälliger heller Fleck. Diese Färbung wird durch das Entweichen einer intensiven Wärmestrahlung hervorgerufen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Large Binocular Telescope</strong>
<br>
Für ihre Studie nutzten die daran beteiligten Astronomen das <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Large_Binocular_Telescope" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Large Binocular Telescope</a> (abgekürzt &#8222;LBT&#8220;) auf dem Mount Graham im US-Bundesstaat Arizona. Dieses Teleskop wird im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Forschungseinrichtungen aus den USA, Italien und Deutschland betrieben. Das LBT besteht aus zwei Hauptspiegeln mit einer Öffnung von jeweils 8,4 Metern, welche in einem Abstand von sechs Metern zueinander auf einer gemeinsamen Montierung befestigt sind. Kombiniert erreichen die beiden Optiken die gleiche Lichtsammelleistung wie ein einzelnes Teleskop mit einem Spiegeldurchmesser von 11,8 Metern. Das von den beiden Einzelspiegeln aufgefangene Licht kann interferometrisch überlagert werden, wodurch eine sehr hohe Auflösung erreicht wird, welche der optische Auflösung eines 22,8-Meter-Spiegels entspricht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir überlagern das von den zwei sehr großen Einzelspiegeln empfangene Licht in kohärenter Weise derart, dass die Spiegel zu einem virtuellen Riesenteleskop verbunden werden&#8220;, so Albert Conrad von der University of Arizona, der Erstautor der entsprechenden Veröffentlichung und am <i>Large Binocular Telescope Observatory</i> (abgekürzt <i>LBTO</i>) tätiger Wissenschaftler. &#8222;Auf diese Weise konnten wir zum ersten Mal die unterschiedlichen Helligkeiten im Bereich des Kratersees von Loki vermessen, welche von verschiedenen Regionen ausgehen.&#8220; </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09052015193108_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09052015193108_small_4.jpg" alt="Large Binocular Telescope Observatory" width="260"/></a><figcaption>
Durch die interferometrischen Beobachtungen des LBTO ergeben sich Ansichten des Jupitermondes Io, welche eine zuvor unerreichte Detailgenauigkeit aufweisen. 
<br>
(Bild: Large Binocular Telescope Observatory)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Für Phil Hinz, dem Leiter des <i>Large Binocular Telescope Interferometer</i>-Projekts (abgekürzt <i>LBTI</i>) vom Steward-Observatorium der University of Arizona, ist dieses Resultat das Ergebnis einer fast 15 Jahre andauernden Entwicklungsarbeit. Der Astronom betont zudem, dass die Beobachtung von Io nur eine der einzigartigen Möglichkeiten des <i>LBTI</i> darstellt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir haben das <i>LBTI</i> entwickelt, um Aufnahmen mit einer extrem hohen Auflösung zu erhalten, aber auch dafür, um Staub und sehr lichtschwache Planeten um nahe gelegene Sterne zu entdecken. Auch die kürzlich erfolgten Beobachtungen der Sterne Eta Corvus und HR 8799 [<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/direkt-abgebildet-vier-exoplaneten-auf-einen-streich/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>] sind großartige Beispiele für das Potential, das in diesem System steckt.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Angefertigt wurden die Io-Aufnahmen mit einem Instrument names LMIRcam. Hierbei handelt es sich um eine im Infrarotbereich von drei bis fünf Mikrometern Wellenlänge arbeitende Kamera, welche im Rahmen einer Doktorarbeit von Jarron Leisenring an der University of Virginia entwickelt wurde. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Diese Beobachtungen stellen für mich und das ganze Team einen Meilenstein dar. Mit der interferometrischen Kombination der Spiegel haben wir jetzt den entscheidenden Schritt unternommen, um das volle Potential des LBT auszuschöpfen und eine Fülle von neuen wissenschaftlichen Möglichkeiten anzusteuern&#8220;, so Dr. Leisenring, der mittlerweile als Instrumentwissenschaftler für die Infrarotkamera NIRCam für das zukünftige <i>James-Webb-Weltraumteleskop</i> am Steward-Observatorium tätig ist. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09052015193108_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09052015193108_small_5.jpg" alt="Large Binocular Telescope Observatory, NASA" width="260"/></a><figcaption>
Eine Interferometeraufnahme des LBT von dem Lavasee des Vulkans Loki Patera (orange) wurde hier mit einer entsprechenden Nahaufnahme von einer der Voyager-Raumsonden überlagert (grau). Durch eine ausfühliche Auswertung der LBT-Daten konnten die Astronomen selbst feinste Details des hierbei dokumentierten Ausbruchs des Vulkans herausfiltern. Die Wärmestrahlung geht demzufolge von zwei Bereichen in der Caldera des Vulkans aus. Diese Struktur erscheint auf der im sichtbaren Lichtbereich angefertigten Aufnahme der Raumsonde als dunkles, hufeisenförmiges Gebilde. Bei diesem Material handelt es sich um erstarrte, silikathaltige Lava. Die heißen und somit hell erscheinenden Flecken befinden sich im südlichen Bereich der Caldera. Der hellere Fleck dürfte eine Region darstellen, wo aktuell frische, heiße Lava zu Tage tritt. Der dunklere Fleck zeigt dagegen wohl einen Bereich, wo sich bereits abkühlende Lava befindet. 
<br>
(Bild: Large Binocular Telescope Observatory, NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Um eine Aufnahme mit höchster Auflösung zu erzielen musste jedoch zunächst eine große Zahl von LMIRcam-Rohbildern verarbeitet werden. &#8222;Die aufgenommenen Rohbilder sind von Interferenzmustern überzogen und haben dadurch eine nur begrenzte Bildschärfe&#8220;, so Professor Gerd Weigelt vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn. &#8222;Mit modernen interferometrischen Bildrekonstruktionsmethoden, sogenannten <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dekonvolution" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Entfaltungsmethoden</a>, ist es uns jedoch möglich, eine wirklich spektakuläre Bildauflösung zu erreichen.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Es ist sehr wichtig, unterschiedlichen Bildverarbeitungsmethoden zu entwickeln und anzuwenden, damit auch feinste Bilddetails mit hoher Zuverlässigkeit rekonstruiert werden können&#8220;, ergänzt Mario Bertero, Professor für Informationswissenschaften an der Universität von Genua in Italien. Dabei gelang es den an der Untersuchung des Jupitermondes beteiligten Wissenschaftler Daten zu gewinnen, durch deren Auswertung sich auch neue Einblicke in den auf Io aktiven Vulkanismus ergeben könnten. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Neue Erkenntnisse</strong>
<br>
&#8222;Während wir vorher bereits über die Jahre hinweg immer wieder ein helles Aufblitzen von Loki sahen, zeigen diese phantastischen Aufnahmen des <i>LBTI</i> jetzt erstmals, dass dieses Aufleuchten jeweils gleichzeitig in unterschiedlichen Regionen auftritt&#8220;, so Imke de Pater, Professorin an der University of California in Berkeley/USA. &#8222;Dies ist ein starkes Indiz darauf, dass es sich bei der abgebildeten hufeisenförmigen Struktur &#8211; wie schon bereits in der Vergangenheit angenommen wurde &#8211; höchstwahrscheinlich um einen aktiven Lavasee mit einem variablen Aussehen handelt.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem Vulkan Loki sind auf den mit dem LBT erstellten Aufnahmen von Io noch 15 weitere, allerdings deutlich schwächere Ausbruchsstellen erkennbar. Zwei dieser beobachteten Eruptionszonen waren den Wissenschaftlern zuvor unbekannt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Zwei der vulkanischen Strukturen auf Io treten an neuen aktiven Plätzen auf&#8220;, erklärt die Doktorandin Katherine de Kleer von der University of California. &#8222;Sie befinden sich in einem Gebiet namens <a class="a" href="https://planetarynames.wr.usgs.gov/Feature/1265" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Colchis Regio</a>, wo erst wenige Monate zuvor eine enorme Eruption stattgefunden hat. Bei diesen jetzt neu entdeckten Strukturen könnte es sich durchaus um die Nachwehen dieser Eruption handeln. Die hohe Genauigkeit des <i>LBTI</i> ermöglicht es uns, die Restaktivität in dieser Region in verschiedenen Bereichen getrennt darzustellen. Hierbei könnte es sich um Lavaflüsse handeln.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Die Untersuchung dieser sehr dynamischen vulkanischen Aktivität auf Io, welche die Oberfläche ständig verändert, gibt uns auch Hinweise auf den Aufbau und die innere Struktur dieses Mondes&#8220;, so Chick Woodward von der University of Minnesota, ein weiterer der an dieser Studie beteiligten Wissenschaftler. &#8222;Hierdurch bereiten wir auch den Weg für zukünftige NASA-Missionen wie den <a class="a" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Io_Volcano_Observer" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external"><i>Io Volcano Observer</i></a>.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die elliptische Umlaufbahn von Io um seinen Planeten, welcher in einem Abstand von durchschnittlich lediglich 421.800 Kilometern um den Jupiter verläuft, wirken extrem starke Gezeitenkräfte auf Io ein. Dabei wird das Innere des Mondes regelrecht &#8218;durchgeknetet&#8216;. Diese extrem starke Gezeitenkräfte sind mit dem Quetschen einer reifen Orange vergleichbar, wobei der Fruchtsaft durch Risse in der Schale herausgedrückt wird. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09052015193108_small_6.gif" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09052015193108_small_6.gif" alt="Large Binocular Telescope Observatory" width="260"/></a><figcaption> Die in diesem Bericht geschilderten Untersuchungen des Mondes Io erfolgten bereits am 24. Dezember 2013. Aber auch in der Folgezeit beobachtete das beteiligte Team diesen Jupitermond regelmäßig, um die gewonnenen Beobachtungsdaten zu überprüfen und zu ergänzen. Die hier gezeigte Videosequenz wurde dabei erst am 7. März 2015 angefertigt und zeigt, wie der im Hintergrund befindliche Mond Io von dem sich im Vordergrund bewegenden Mond Europa bedeckt wird. Der helle Fleck auf der linken Seite des Mondes Io zeigt den Vulkan Loki Patera. Bei dem &#8218;Fleck&#8216; am rechten Rand von Io handelt es sich dagegen um den Vulkan  <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pele_Patera" target="_blank" data-wpel-link="external">Pele Patera</a> . Der bedeckende Mond Europa erscheint in diese Sequenz extrem dunkel, was dadurch bedingt ist, dass dessen Oberfläche von einer dichten Schicht aus nur minimal wärmerereflektierenden Wassereis bedeckt ist. Ein allgemeiner Hinweis: Die Beobachtung von derartigen gegenseitigen Bedeckungen wird nicht nur von professionell tätigen Astronomen verfolgt, sondern ist zudem auch ein beliebtes Beobachtungsziel für Amateurastronomen.   <br> (Bild: Large Binocular Telescope Observatory) </figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Christian Veillet, der Direktor des <i>LBTO</i> ist von den Aufnahmen begeistert und richtet seinen Blick zugleich in die Zukunft, wo den Astronomen in einigen Jahren noch größere und leistungsfähigere Teleskope zur Verfügung stehen werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Das einzigartige binokulare Design des LBT zeigt jetzt seine Fähigkeit zur Auflösung von Strukturen, die ansonsten nur ein Einzelteleskop der 23-Meter-Klasse erreichen könnte. Die jetzt veröffentlichten spektakulären Resultate des Jupitermondes Io sind eine Anerkennung für viele Mitarbeiter, die an das LBT-Konzept geglaubt und viele Jahre harter Arbeit in seine Realisierung investiert haben. Obwohl es noch eine Menge Arbeit bedeutet, die Kombination der beiden Optiken zu einem interferometrisch arbeitenden Teleskop noch weiter zu perfektionieren, können wir jetzt bereits feststellen, dass das Large Binocular Telescope einen Wegbereiter für die nächste Generation von Riesenteleskopen darstellt, die erst in frühestens einem Jahrzehnt ihren Betrieb aufnehmen werden.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die hier kurz vorgestellten Ergebnisse der Untersuchung des Vulkans Loki Patera auf dem Jupitermond Io wurden von Albert Conrad et al. am 30. April 2015 unter dem Titel &#8222;Spatially Resolved M-band Emission from Io&#8217;s Lok Patera-Fizeau Imaging at the 22.8 m LBT&#8220; in der Fachzeitschrift <i>The Astronomical Journal</i> publiziert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Derartige erdgebundene Beobachtungen stellen neben Beobachtungen durch die in Erdnähe befindlichen Weltraumteleskope bis auf weiteres die einzige Möglichkeit dar, den Jupitermond Io eingehender zu untersuchen. Zwar wird bereits am 4. Juli 2016 die von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebene Raumsonde <i>Juno</i> in eine Umlaufbahn um den größten Planeten unseres Sonnensystems eintreten. Diese ist jedoch mit keinem leistungsstarken Kamerasystem ausgestattet und wird sich im Rahmen der geplanten einjährigen Untersuchung des Jupiters in erster Linie auf dessen inneren Aufbau sowie auf die Atmosphäre und das Magnetfeld konzentrieren. Untersuchungen der Jupitermonde werden dabei nicht erfolgen. Und auch die von der europäischen Weltraumagentur ESA mit einem derzeitigen Startdatum im Juni 2022 geplante Jupitersonde <i>JUICE</i> wird nach dem Erreichen ihrer Umlaufbahn um den Gasriesen im Januar 2030 in den folgenden 3,5 Jahren den Mond Io nach dem derzeitigen Planungsstand wohl leider eher &#8217;stiefmütterlich&#8216; behandeln. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/vulkane-auf-jupitermond-io-neu-kartiert/" data-wpel-link="internal">Vulkane auf Io neu kartiert</a> (10. Juni 2012)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/dreifache-sonnenfinsternis-auf-jupiter/" data-wpel-link="internal">Dreifache Sonnenfinsternis auf Jupiter</a> (6. November 2004)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/achtung-io-staub/" data-wpel-link="internal">Achtung! Io Staub</a> (16. September 2004)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/jupiter-mond-io-ist-heisser-als-man-dachte/" data-wpel-link="internal">Jupitermond Io ist heißer als man dachte</a> (12. Juni 2004)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/gigantischer-vulkanausbruch-auf-jupitermond-io/" data-wpel-link="internal">Gigantischer Vulkanausbruch auf Jupitermond Io</a> (19. November 2002)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=677.60" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Jupitermonde</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fachartikel von Albert Conrad et al.:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://iopscience.iop.org/article/10.1088/0004-6256/149/5/175/pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Spatially Resolved M-band Emission from Io&#8217;s Lok Patera-Fizeau Imaging at the 22.8 m LBT</a> (Volltext, engl.)</li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Voyager 1 nähert sich dem Rand des Sonnensystems</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/voyager-1-naehert-sich-dem-rand-des-sonnensystems/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Dec 2010 11:28:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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		<category><![CDATA[Voyager 1]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit ihrem Start am 5. September 1977 hat Voyager 1 mittlerweile 17,4 Milliarden Kilometer zurückgelegt. Die US-Raumsonde nähert sich 33 Jahre nach ihrem Start dem Rand unseres Sonnensystems. Nie zuvor ist ein von Menschen erbautes Objekt so weit geflogen. Ein Beitrag von Hans J. Kemm. Quelle: universetoday.com. Vertont von Peter Rittinger. Nasa-Forscher berichteten am 13. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Seit ihrem Start am 5. September 1977 hat Voyager 1 mittlerweile 17,4 Milliarden Kilometer zurückgelegt. Die US-Raumsonde nähert sich 33 Jahre nach ihrem Start dem Rand unseres Sonnensystems. Nie zuvor ist ein von Menschen erbautes Objekt so weit geflogen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Hans J. Kemm. Quelle: universetoday.com. Vertont von Peter Rittinger.</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2010-12-20-38117.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nasa-Forscher berichteten am 13. Dezember 2010 auf der Jahrestagung der Amerikanischen Geophysikalischen Union (AGU) in San Francisco, dass die Raumsonde Voyager 1 als erstes von Menschen gebautes Objekt in eine andere Zone des Weltraums vorgedrungen ist und sie nähert sich jetzt der Grenze des Sonnensystems. 
<br>
Im Juni 2010 erhielt die Nasa erstmals Signale von Voyager 1, aus denen die Wissenschaftler ableiten konnten, dass im Umfeld der Sonde Windstille herrscht. Partikel, die auf die Sonde trafen, hatten dieselbe Geschwindigkeit wie der Flugkörper selbst. In diesem Bereich der Sonnenumhüllung, Heliosheath, weht der interstellare Wind aus Teilchen anderer Sterne stärker als der Sonnenwind, der abgelenkt und schließlich gestoppt wird. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14122010122833_small_1.jpg" alt="NASA" width="373" height="251"/><figcaption>
Wege der Voyager-Raumsonden (Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">In vier Jahren wird Voyager 1 die Heliopause, die Grenze des Sonnensystems, erreichen. An der Heliopause beginnt der interstellare Raum, wo sich die Partikel der Sonne so stark mit den Partikeln anderer Sterne vermischen, dass sie nicht mehr erkennbar sind. Die Raumsonde bewegt sich mit 61.150 Stundenkilometern auf die Heliopause zu. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Weil die Energieversorgung der Instrumente von Voyager 1 nur noch sehr gering ist, haben die NASA-Forscher mit der Zeit die meisten Geräte an Bord abgeschaltet. Wenn Kontaktbedarf besteht, werden die dafür notwendigen Geräte aktiviert, was aber nur selten geschieht. Langsam, aber sicher müssen auch die Instrumente, die der Grundversorgung dienen, abgeschaltet werden. Die Wissenschaftler hoffen aber, dass sie noch mindestens 15 Jahre Kontakt zur Sonde halten können, bevor sie dann in den Weiten des Weltraums verschwindet. </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Voyager 1 auf Rekordjagd</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/voyager-1-auf-rekordjagd/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Aug 2006 03:04:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Entfernung]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Normalbetrieb]]></category>
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		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Voyager]]></category>
		<category><![CDATA[Voyager 1]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die scheinbar unverwüstliche NASA-Raumsonde Voyager 1 entfernt sich mit etwa 17 Kilometern pro Sekunde aus unserem Sonnensystem und ist jetzt einhundert Astronomische Einheiten entfernt. Ein Beitrag von Eric Honstrass. Quelle: NASA. Das am weitesten entfernte, von Menschenhand geschaffene und immer noch funktionsfähige Objekt im All ist sie schon seit längerer Zeit. Anfang 1998 löste Voyager [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/voyager-1-auf-rekordjagd/" data-wpel-link="internal">Voyager 1 auf Rekordjagd</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die scheinbar unverwüstliche NASA-Raumsonde Voyager 1 entfernt sich mit etwa 17 Kilometern pro Sekunde aus unserem Sonnensystem und ist jetzt einhundert Astronomische Einheiten entfernt.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Eric Honstrass</a>. Quelle: NASA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das am weitesten entfernte, von Menschenhand geschaffene und immer noch funktionsfähige Objekt im All ist sie schon seit längerer Zeit. Anfang 1998 löste <i>Voyager 1</i> die mittlerweile inaktive Sonde <i>Pioneer 10</i> ab. Nun hat <i>Voyager 1</i> seit ihrem Start vor knapp 29 Jahren eine Entfernung von einhundert Astronomischen Einheiten erreicht. Somit ist die Sonde hundert mal so weit von der Sonne weg, wie unser Heimatplanet – mit anderen Worten etwa 15 Milliarden Kilometer.  
</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17082006050416_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17082006050416_small_1.jpg" alt="NASA/JPL" width="260"/></a><figcaption>
künstlerische Darstellung der Voyager Sonden auf ihrem Weg in den interstellaren Raum. 
<br>
(Bild: NASA/JPL)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Während die Schwestersonde <i>Voyager 2</i> nach Jupiter und Saturn auch noch Uranus (1986) und Neptun (1989) die bisher einzigen Besuche abstattete, untersuchte <i>Voyager 1</i> ausschließlich die inneren beiden Gasriesen, verließ 1980 nach einem Vorbeiflug am Saturnmond Titan die Ebene der Planetenbahnen und eilt seitdem der Grenze des Sonnensystems entgegen und durch sie hindurch. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der frühere Direktor des Jet Propulsion Laboratory (JPL) und jetzige Projektwissenschaftler Dr. Ed Stone meint, das Voyager-Team hätte schon immer orakelt, dass die Sonde und deren Energie so lange bestehen würden. Nur konnte sich das Team nie sicher sein, ob die Sonde nicht vorher verschleißen oder anderweitig hätte zerstört werden können. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Allgemein rechnet man aber nun damit, dass der Kontakt zum entferntesten menschlichen Außenposten noch etwa bis zum Jahre 2020 aufrecht erhalten werden kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus der Entfernung betrachtet, in der sich <i>Voyager 1</i> und <i>Voyager 2</i> befinden, erscheint die Sonne nur noch als heller Lichtpunkt. An Energiegewinnung aus Solarpanelen ist hier natürlich nicht mehr zu denken. Die Zwillingssonden werden von Radioisotopengeneratoren versorgt, die wahrscheinlich etwa im Jahre 2020 nicht mehr ausreichend Energie wird liefern können, um kritische Systeme zu versorgen. Die Raumsonde durchfliegt gegenwärtig die Heliosheath genannte Zone des Weltraums, in der der Einfluss der Sonne zusehends schwindet. Die Heliopause und der interstellare Raum sollen laut NASA ab 2015 erreicht werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Im interstellaren Raum gibt es Material aus früheren nahen Sternenexplosionen“, erklärt Dr. Stone. „<i>Voyager 1</i>wird das erste von Menschenhand hergestellte Objekt sein, das dorthin vordringt.“  <br>Dass die beiden Sonden so lange funktionieren, liegt einerseits am robusten Design und andererseits an dem mittlerweile auf zehn Mann geschrumpften Flugteam. „Aber es sind diese zehn Personen, die diese Sonden am Leben erhalten“, erläutert der Voyager-Projekt-Manager Ed Massey vom JPL.  </p>
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		<title>Voyager 1 nähert sich der Grenze des Sonnensystems</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/voyager-1-naehert-sich-der-grenze-des-sonnensystems/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 May 2005 20:23:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Magnetometer]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnenwind]]></category>
		<category><![CDATA[Voyager]]></category>
		<category><![CDATA[Voyager 1]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die amerikanische Sonde Voyager 1 steht kurz vor dem Eintritt in den interstellaren Raum Ein Beitrag von Matthias Pfeiffer. Quelle: Spaceflight Now. Nach fast 30 Jahren hat Voyager 1 die Schwelle zum interstellaren Raum erreicht. Sie ist eine riesige, turbulente Ausdehnung eingetreten, in der der Einfluss der Sonne verschwindet und der Sonnenwind mit Gas zwischen [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Die amerikanische Sonde Voyager 1 steht kurz vor dem Eintritt in den interstellaren Raum</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Matthias Pfeiffer. Quelle: Spaceflight Now.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach fast 30 Jahren hat <i>Voyager 1 </i> die Schwelle zum interstellaren Raum erreicht. Sie ist eine riesige, turbulente Ausdehnung eingetreten, in der der Einfluss der Sonne verschwindet und der Sonnenwind mit Gas zwischen den Sternen zusammenstößt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">„<i>Voyager 1</i> hat die letzte Runde auf dem Weg zum interstellaren Raum angetreten.“ So Dr. Edward Stone vom <i>California Institute of Technology</i> in Pasadena, wo die Sonde gebaut und immer noch betreut wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im November 2003 meldetet das <i>Voyager 1</i> Team bereits, dass die Sonde eine ungewöhnliche Region unseres Sonnensystems erreicht hat. Man vermutete damals, dass die neu erreichte Grenze die so genannte <i>Termination Shock</i> Region (übersetzt würde das soviel wie „Abschluss Stoß“ bedeuten)  sei. Die Experten wurden sich damals aber nicht einig, ob <i>Voyager 1</i> nun die Grenze erreicht hätte oder nur sehr nahe dran sei. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24052005222344_small_1.jpg" alt="None" width="474" height="320"/><figcaption>
Voyager 1 hat den Termination Shock durchquert und steht damit an der Grenze unseres Sonnensystems (Bild:NASA/Walt Feimer )
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der <i>Termination Shock</i> tritt dort auf, wo der Sonnenwind, der einen dünnen Strom elektrisch geladener Teilchen darstellt, auf das Gas zwischen den Sternen trifft und abgebremst wird. Der Sonnenwind wird dabei so abrupt verzögert, dass er sich verdichtet und gleichzeitig heißer wird. Das <i>Voyager 1</i> Team ist nun zu der Meinung gekommen, dass die Sonde diese Grenze durchbrochen hat und die <i>Heliosheath</i> erreicht hat. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lage des <i>Termination Shock</i> festzustellen war nicht einfach, da man die genauen Eigenschaften des interstellaren Raumes nicht genau kennt. Zusätzlich ist der <i>Termination Shock</i> ständig in Bewegung, kann sich ausdehnen oder zusammenziehen, je nach Aktivität der Sonne. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der überzeugendste Beweis, dass <i>Voyager 1</i> dennoch den <i>Termination Shock</i> überquert hat, ist eine Messung, die einen plötzlichen Anstieg des Magnetfeldes des Sonnenwindes zeigt, während gleichzeitig seine Geschwindigkeit abfällt. Der Anstieg des Magnetfeldes wird durch das Abbremsen des Sonnenwindes verursacht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau dieser Effekt wurde im Dezember 2004 von <i>Voyagers</i> Magentometern gemessen. Die magnetische Feldstärke des Sonnenwindes sprang plötzlich um den Faktor 2,5 nach oben und bleibt seither konstant auf dem hohen Niveau. Zusätzlich dazu sind auch eine erhöhte Anzahl von Ionen mit sehr hoher Geschwindigkeit und Geräusche von Ausbrüchen von Plasmawellen beobachtet worden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst Experten sind von den Messungen der Sonde überrascht und müssen zugeben, dass der <i>Termination Shock</i> sehr viel komplizierter ist, als man bisher dachte.  </p>
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		<title>Voyager 1 erwartet Schockwelle</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/voyager-1-erwartet-schockwelle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Jul 2004 13:51:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[JPL]]></category>
		<category><![CDATA[Sonneneruption]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensturm]]></category>
		<category><![CDATA[Strahlung]]></category>
		<category><![CDATA[Voyager]]></category>
		<category><![CDATA[Voyager 1]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am äußersten Rand unseres Sonnensystems überholt eine solare Schockwelle die Raumsonde Voyager 1. Ein Beitrag von Markus Arens. Quelle: Universe Today. Wenn Voyager 1 Signale an die NASA sendet, was sie praktisch jeden Tag tut, gibt es normalerweise nicht viel zu berichten. Die Raumsonde ist etwa 14,5 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt, am Rand [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Am äußersten Rand unseres Sonnensystems überholt eine solare Schockwelle die Raumsonde <a href="https://science.nasa.gov/mission/voyager/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Voyager 1</a>.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Markus Arens. Quelle: Universe Today.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn <i>Voyager 1</i> Signale an die NASA sendet, was sie praktisch jeden Tag tut, gibt es normalerweise nicht viel zu berichten. Die Raumsonde ist etwa 14,5 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt, am Rand unseres Sonnensystems. Dort ist es ruhig, dunkel und ereignislos.  Siehe auch:<a class="gruen" href="https://www.raumfahrer.net/voyager-1-ein-kosmischer-grenzgaenger/" data-wpel-link="internal">Voyager 1 &#8211; ein kosmischer Grenzgänger</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine solare Druckwelle nähert sich dem Raumfahrtzeug, und &#8222;könnte jeden Moment eintreffen&#8220;, sagte Ed Stone, Projektwissenschaftler für die Voyager Mission am <i>Jet Propulsion Laboratory</i> (JPL).</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20072004155101_small_1.jpg" alt="None" width="360" height="277"/><figcaption>
Voyager 1 Quelle: NASA
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Erinnern Sie sich an die Sonnenstürme im Oktober und November 2003? Gigantische Sonnenflecken, einige der stärksten Sonneneruptionen seit Beginn der Aufzeichnungen, durch Explosionen hervorgerufene, Milliarden Tonnen Gas enthaltene Wolken, genannt <em>&#8222;Coronal Mass ejections&#8220;</em> (CMEs) wurden durch das Sonnensystem getrieben. Als die CMEs die Erde erreichten entstanden Nordlichter bis nach Süddeutschland und unser Planet erhielt einen neuen Strahlungsgürtel der über Wochen Bestand hatte. Fast ein Jahr später erzählt man immer noch darüber. Nun, der Sturm ist noch nicht vorbei. Die Wolken die die Sonne ausgespuckt hat sind durch das Sonnensystem gewandert und überholen nun die <em>Voyager 1</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere Raumfahrtzeuge wurden bereits getroffen.<br>Am 28. Oktober 2003, fegte ein CME an der Mars Odyssey vorbei in den Mars Orbit. Intensive Strahlung machte eines der Instrumente des Raumfahrzeuges unbrauchbar, ironischerweise das <em>&#8222;Martian Radiation Environment Experiment&#8220;</em> (MARIE), das für die Erforschung von Sonnenstürmen und Raumstrahlung gebaut war. In den Wochen die folgten, trafen CMEs <em>Ulysses</em> in der Nähe des Jupiters und <em>Cassini</em> auf ihrem Weg zum Saturn. Keines der Raumfahrtzeuge wurde beschädigt. Im April traf die Schockwelle endlich auf die <em>Voyager 2.</em><em>Voyager 1</em> und <em>2</em> sind die am weitesten entfernten Raumfahrtzeuge im Sonnensystem. Sie verließen die Erde Ende der siebziger Jahre, besuchten Jupiter und Saturn (<em>Voyager 2</em> erreichte noch Saturn und Neptun) und machten sich daran das Sonnensystem zu verlassen. Bald werden sie den Rand der &#8222;Heliosphäre&#8220; erreichen einer gewaltigen magnetischen Blase die alle neun Planeten beinhaltet. Außerhalb der Blase liegt der interstellare Raum. Innerhalb ist die Voyager immer noch in Reichweite von Sonnenstürmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schockwelle traf die <em>Voyager 2</em> mit einer Geschwindigkeit von 600 km pro Sekunde. Zum Vergleich, als die CMEs die Sonne verließen hatten sie eine Geschwindigkeit von 1500 bis 2000 Kilometern pro Sekunde, &#8222;es hat also eine deutliche Verlangsamung gegeben,&#8220; bemerkt Stone. Der physikalische Druck war leicht, weniger als die Berührung einer Feder – das Raumfahrtzeug geriet nicht ins Schlingern, ebenso wie die Strahlung keine Probleme bereitete. Der Sturm hat sich mit der Zeit über ein so großes Volumen verteilt, das &#8222;kein Schaden angerichtet wurde&#8220;, sagte Stone.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich verlief die Begegnung gut. Voyager 2 maß (indirekt) die Geschwindigkeit der Welle, ebenso wie seine Zusammensetzung, Temperatur und Magnetismus. Diese Daten sind unschätzbar, sagte Stone. Kombiniert mit den Messungen von <em>Mars Odyssey, Ulysses, Cassini</em> und weiteren Raumfahrtzeugen zeigen Sie wie weit CMEs reichen und wie sie sich zerstreuen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als einziges Raumfahrtzeug bleibt nur <em>Voyager 1</em> übrig. Basierend auf der Geschwindigkeit mit der die Welle Voyager 2 getroffen hat, &#8222;erwarteten wir das Zusammentreffen am 26. Juni,&#8220; sagte Stone. &#8222;Wir warten immer noch.&#8220; Es ist möglich das die uneinheitliche Welle <em>Voyager 1</em> einfach verfehlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber sie kann nicht den Rand der Heliosphäre verfehlen. Wenn die Schockwelle dorthin kommt, sollte die <em>Voyager 1</em> die Funkstörung empfangen und zur Erde senden können. Aber das ist noch nicht alles: Der Ausbruch wird den Rand der Heliosphäre um etwa 600 Millionen Kilometer nach außen schieben. Stone glaubt das sich die Ausdehnung langsam wieder zurückbilden wird. Über Monate wird die magnetische Blase der Sonne sich langsam wieder verkleinern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Stone und seine Kollegen ist es eine aufregende Zeit. Nicht ganz so ereignislos alles in allem.</p>
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		<title>Voyager 1 &#8211; ein kosmischer Grenzgänger</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/voyager-1-ein-kosmischer-grenzgaenger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Nov 2003 16:41:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Tiefraummission]]></category>
		<category><![CDATA[Voyager]]></category>
		<category><![CDATA[Voyager 1]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Einige Anzeichen sprechen dafür, dass die amerikanische Raumsonde Voyager 1 als erstes menschengemachtes Objekt mittlerweile den Grenzbereich unseres Sonnensystems erreicht hat. Ein Beitrag von Michael Stein. Quelle: NASA/JPL. Mit einer gewissen Berechtigung lässt sich sagen, dass sämtliche Planeten unseres Sonnensystems keineswegs im &#8222;leeren&#8220; Weltall, sondern in der Atmosphäre unserer Sonne ihre Bahnen ziehen. Diese zunächst [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Einige Anzeichen sprechen dafür, dass die amerikanische Raumsonde <i>Voyager 1</i> als erstes menschengemachtes Objekt mittlerweile den Grenzbereich unseres Sonnensystems erreicht hat.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Michael Stein</a>. Quelle: NASA/JPL.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08112003174140_small_1.jpg" alt="" width="260"/><figcaption>
Grafische Darstellung der aktuellen Position der beiden 
<i>Voyager</i>
-Sonden.
<br>
(Grafik: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einer gewissen Berechtigung lässt sich sagen, dass sämtliche Planeten unseres Sonnensystems keineswegs im &#8222;leeren&#8220; Weltall, sondern in der Atmosphäre unserer Sonne ihre Bahnen ziehen. Diese zunächst vielleicht eigentümlich klingende Aussage basiert auf der absoluten Dominanz des von der Sonne ausgehenden, permanenten Stroms geladener Partikel, der unter dem Namen &#8222;Sonnenwind&#8220; bekannt ist. In unseren Breiten &#8211; und, wie erwähnt, bis weit über die Pluto-Bahn hinaus &#8211; spielt das extrem dünne Gas, das den interstellaren Raum zwischen den Sternensystemen ausfüllt, keine Rolle, da es vollständig vom Sonnenwind verdrängt wird. Erst in vielen Milliarden Kilometern Entfernung von der Sonne gewinnt das interstellare Gas die Oberhand, und dort draußen, am Ende des Einflußbereichs unserer Sonne, kann man die äußerste Grenze unseres Sonnensystems ziehen.
<br>
Die vor 26 Jahren gestartete Jupiter-Sonde <a href="https://science.nasa.gov/mission/voyager/" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external"><i>Voyager&nbsp;1</i></a> hat nun nach Ansicht einiger Wissenschaftler den Beginn der Übergangszone vom Sonnensystem zum interstellaren Raum erreicht. Die Übergangszone beginnt mit dem so genannten <i>Termination Shock</i>, einer Region, in der sich die Geschwindigkeit des Sonnenwindes abrupt von mehr als 1,2&nbsp;Millionen Stundenkilometer auf weniger als 160.000&nbsp;Stundenkilometer reduziert. Diese turbulente Zone, in der Strahlen hochenergetischer Partikel erzeugt werden, definiert sich durch die Wechselwirkung des Sonnenwindes mit dem interstellaren Gas. Obwohl die Entfernung der Raumsonde von der Sonne bekannt ist &#8211; sie liegt zur Zeit bei rund 13,5&nbsp;Milliarden Kilometer &#8211; kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob <i>Voyager&nbsp;1</i> den <i>Termination Shock</i> schon erreicht hat: Einerseits schwankt die Entfernung dieser Zone von der Sonne mit den ständig wechselnden Intensitäten des Sonnenwindes, und andererseits sind den Wissenschaftlern die Bedingungen im interstellaren Raum nicht bekannt, was aber für eine genaue Abschätzung der Entfernung notwendig wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von August 2002 bis Februar 2003 lieferten die Messgeräte zur Erfassung elektrisch geladener Partikel ungewöhnliche Werte, was einige Wissenschaftler als Indikator für das Erreichen des <i>Termination Shock</i> ansahen. Unglücklicherweise funktioniert das Gerät zur Messung der Geschwindigkeit des Sonnenwindes an Bord von <i>Voyager&nbsp;1</i> nicht mehr, ansonsten wäre diese derzeit noch umstrittene Frage schnell beantwortet. Während also die gemessene Anzahl hochenergetischer Partikel das Erreichen des <i>Termination Shock</i> nahe legt zeigen die Messwerte des Magnetometers an Bord der Raumsonde keinerlei Besonderheiten an: Grund genug für andere Wissenschaftler zu bestreiten, dass <i>Voyager&nbsp;1</i> nunmehr den Beginn der Grenzregion unseres Sonnensystems erreicht habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch also ist nicht wirklich klar, ob sich diese am weitesten von der Erde entfernte Raumsonde bereits in der Übergangsregion zum interstellaren Raum bewegt. Doch wenn die <a href="https://www.raumfahrer.net/radioisotopengeneratoren/" data-wpel-link="internal">Radioisotop-Generatoren</a> zur Stromerzeugung wie vorgesehen wirklich noch bis etwa 2020 Energie liefern, um Daten messen und zur Erde senden zu können, dann werden wir wohl noch anhand des spärlichen Datenstroms von <i>Voyager 1</i> mitverfolgen können, wenn dieser 1977 gestartete irdische Botschafter endgültig unser heimisches Planetensystem verlässt.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/voyager-1-ein-kosmischer-grenzgaenger/" data-wpel-link="internal">Voyager 1 &#8211; ein kosmischer Grenzgänger</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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