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	<title>Kirsten Müller &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Kirsten Müller &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Asteroid Day Luxemburg 2025: Interview mit Dumitru Dorin Prunariu</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/asteroid-day-luxemburg-2025-interview-mit-dumitru-dorin-prunariu/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Sep 2025 20:44:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Rahmen der Hauptveranstaltung des Asteroid Day in Luxemburg hatte Raumfahrer.net am 28. Juni 2025 die Gelegenheit, Interviews mit den vier teilnehmenden Raumfahrern zu führen. Einer davon war der rumänische Raumfahrer Dumitru Dorin Prunariu. Autoren: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Veranstaltungsbesuch. Dumitru Dorin Prunariu wurde am 27. September 1952 in Brasov, Rumänien geboren. 1971 [&#8230;]</p>
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]]></description>
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<h4 class="wp-block-heading">Im Rahmen der Hauptveranstaltung des Asteroid Day in Luxemburg hatte Raumfahrer.net am 28. Juni 2025 die Gelegenheit, Interviews mit den vier teilnehmenden Raumfahrern zu führen. Einer davon war der rumänische Raumfahrer Dumitru Dorin Prunariu.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph"> Autoren: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Veranstaltungsbesuch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dumitru Dorin Prunariu wurde am 27. September 1952 in Brasov, Rumänien geboren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1971 machte er seinen Abschluss an der Physik- und Mathematik-Oberschule in Brasov und studierte anschließend Luft- und Raumfahrttechnik an der Polytechnischen Universität Bukarest, an der er 1976 auch seinen Abschluss in Luftfahrttechnik erzielte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1977 schrieb er sich an der Offiziersschule der rumänischen Luftwaffe ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er wurde 1978 im Rahmen des Interkosmos-Programms für die Weltraumflugausbildung ausgewählt. Während der dreijährigen Vorbereitung erzielte er die besten Noten, danach wurde er für einen gemeinsamen Raumflug mit dem ukrainischen Kosmonauten Leonid Popov ausgewählt. Der Raumflug an Bord von Soyuz 40 und dem Weltraumlabor Salyut 6 fand vom 14. Mai bis zum 22. Mai 1981 statt. Die Gesamtflugdauer dieses neunten Fluges innerhalb des Interkosmos-Programms betrug 7 Tage, 20 Stunden, 41 Minuten.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Prunariu-Autogrammstunde.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Dorin Prunariu während der Autogrammstunde Foto: Kirsten Müller" data-rl_caption="" title="Dorin Prunariu während der Autogrammstunde Foto: Kirsten Müller" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="260" height="347" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Prunariu-Autogrammstunde-klein.jpg" alt="Dorin Prunariu während der Autogrammstunde Foto: Kirsten Müller" class="wp-image-148269" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Prunariu-Autogrammstunde-klein.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Prunariu-Autogrammstunde-klein-225x300.jpg 225w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Dorin Prunariu während der Autogrammstunde
Foto: Kirsten Müller </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">2007 schied Prunariu mit dem militärischen Rang eines Generalmajors vollständig aus der Luftwaffe aus und setzte seine berufliche Tätigkeit als Beamter fort, wurde Ende 2015 allerdings noch zum Generalleutnant (a. D.) befördert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Zeitraum 1990 bis 2008 war Prunariu in verschiedenen Positionen tätig: stellvertretender Verkehrsminister und Leiter der rumänischen Zivilluftfahrtbehörde (1990 bis Mitte 1992), Co-Leiter des Weltbankprojekts zur Umstrukturierung des rumänischen Hochschul- und Forschungssystems (1992 bis 1993), Vizepräsident des Internationalen Instituts für Risiko-, Sicherheits- und Kommunikationsmanagement (EURISC) in Bukarest (seit 1995), Präsident der rumänischen Weltraumagentur (1998 bis 2004), außerordentlicher Professor für Geopolitik an der Fakultät für Internationale Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaften der Akademie für Wirtschaftswissenschaften in Bukarest, Rumänien (seit 2000), außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter Rumäniens in der Russischen Föderation (Mai 2004 bis 2006), Vorsitzender des Wissenschafts- und Technik-Unterausschusses der UN-COPUOS (Februar 2004 bis Februar 2006), Vorsitzender der UN-COPUOS (Juni 2010 bis Juni 2012) sowie Direktor des rumänischen Büros für Wissenschaft und Technologie bei der Europäischen Kommission (ROST) in Brüssel (2006 bis 2008).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit arbeitet Prunariu für die rumänische Weltraumagentur als Experte innerhalb der rumänischen Vereinigung für Weltraumtechnologie und -industrie – ROMSPACE.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2014 wurde Prunariu für eine Amtszeit von drei Jahren zum stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses für internationale Beziehungen der ESA gewählt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Prunariu ist 1985 eines der Gründungsmitglieder der Vereinigung der Raumfahrer (ASE &#8211; Association of Space Explorers). Von 1993 bis 2004 war er ständiger Vertreter der ASE bei den Sitzungen des Ausschusses der Vereinten Nationen für die friedliche Nutzung des Weltraums (UNCOPUOS &#8211; United Nations Committee on the Peaceful Uses of Outer Space).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 1996 ist Prunariu Mitglied des Exekutivkomitees der ASE für jeweils zwei Amtszeiten von drei Jahren. Seit 2005 ist Prunariu Mitglied des NEO-Komitees (NEO – Near-Earth Objects / erdnahe Objekte) der ASE, nimmt an mehreren wichtigen Aktivitäten zu diesem Thema teil und organisierte 2007 in Rumänien einen der vier internationalen Workshops des Internationalen Gremiums der ASE zur Minderung der Bedrohung durch Asteroiden. Prunariu war die wichtigste Schnittstelle bei der Förderung des Berichts des ASE International Panel „Asteroid Threats: A Call For Global Response” auf der Ebene der UNCOPUOS als Arbeitsdokument für die Fachgremien dieses UN-Ausschusses.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2016, auf der 53. Sitzung der UNCOPUOS, schlug Prunariu im Namen der Association of Space Explorers vor, dass die UN-Generalversammlung den Internationalen Tag der Asteroiden (Asteroid Day) ausruft. Jedes Jahr solle auf internationaler Ebene der Jahrestag des Tunguska-Einschlags über Sibirien, Russische Föderation, am 30. Juni 1908 begangen und die Öffentlichkeit für die Gefahr von Asteroideneinschlägen sensibilisiert werden. Der Vorschlag wurde von der UN-Generalversammlung auf ihrer 71. Sitzung im Oktober 2016 angenommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mitbegründer des Asteroid Day ernannten Prunariu für seine großartigen Verdienste und seinen Beitrag zum Schutz der Erde vor Asteroideneinschlägen zum ersten offiziellen Botschafter des Asteroid Day.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oktober 2010 wurde Prunariu auf dem XXIII. Kongress der ASE zum Präsidenten des neu gegründeten Zweigs der Vereinigung, ASE Europe, gewählt und hatte dieses Amt sechs Jahre lang inne. Auf dem XXIV. Kongress der ASE im September 2011 wurde Prunariu für eine Amtszeit von drei Jahren zum Präsidenten der ASE International gewählt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen des Asteroid Day 2025 in Luxemburg trafen Kirsten Müller und Ingo Muntenaar den rumänischen Kosmonauten Dumitru Dorin Prunariu zu einem Gespräch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong> Hatten Sie einen Masterplan in Ihrem Leben? Wann entstand der Wunsch, Astronaut zu werden? Oder war das Ganze eher Zufall? Einfach nach dem Motto: &#8222;Mal sehen was die Zukunft bringt. Ich probiere es einfach mal.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dumitru Dorin Prunariu:</strong> Ein Masterplan in meinem Leben? Eigentlich war mein Masterplan, Luft- und Raumfahrtingenieur zu werden. Und das bin ich auch geworden. Das Weltraumprogramm kam erst danach.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong> Interkosmos.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dumitru Dorin Prunariu:</strong> Interkosmos. Ja. Als ich Ingenieur wurde, wusste ich nichts über Interkosmos. Ich trat dem Programm bei und wurde der erste rumänische Kosmonaut.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong> Nach der derzeitigen Planung soll die Internationale Raumstation im Jahr 2030 aufgegeben werden. Wie werden die astronautischen Missionen nach dem Ende des ISS-Programms aussehen? Denken Sie, dass es weiterhin kombinierte Missionen mit russischen und europäischen Astronauten geben wird?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dumitru Dorin Prunariu:</strong> Es wird einige große amerikanische Unternehmen geben, die ihre eigenen Raumstationen bauen werden. Und solange die NASA eine Vereinbarung mit SpaceX hat, um Astronauten ins All zu schicken, werden sie Vereinbarungen mit den privaten Stationen treffen, um den Raum und die Zeit zu nutzen. Sie werden sie mieten. Das ist also die einzige Zukunft, die ich derzeit für die Weltraumforschung sehe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich hat China seine eigene Raumstation. Sie ist zu 100 Prozent staatlich. Russland kann seine eigene Raumstation bauen, vielleicht unter Verwendung einiger Module der Internationalen Raumstation. Aber ich sehe in Zukunft kein Projekt wie die Internationale Raumstation.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net: </strong>Keine gemeinsame Arbeit?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dumitru Dorin Prunariu:</strong> Nun, es wird einige gemeinsame Arbeiten geben, aber nicht alle Nationen werden zusammenarbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt einige Verbündete, darunter Westeuropa, Kanada und Japan. Sie könnten einige Module beisteuern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber soweit ich weiß, ist die Axiom-Raumstation derzeit die am weitesten entwickelte Stufe 1. Sie ist unabhängig und in privater Hand. Sie wird ins All geschickt und kann von jedem genutzt werden, der dafür bezahlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich denke, für eine Regierung ist es einfacher und kostengünstiger, Platz und Zeit an Bord einer privaten Raumstation zu mieten, als eine eigene zu bauen und zu warten und so weiter und so fort.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net: </strong>Wir haben Ihren Vortrag auf dem ASE Planetary Congress in Wien gehört. Dort haben Sie eine beeindruckende Präsentation über eine Asteroiden-Einschlagmission zum Doppelasteroidensystem Didymos und Dimorphos gehalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie sind auch der ASE-Vertreter bei den Vereinten Nationen für Asteroidenaufklärung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dumitru Dorin Prunariu:</strong> Von Zeit zu Zeit. Wenn die Association of Space Explorers jemanden dort braucht. Nachdem wir 1993 dem Büro der Vereinten Nationen für Weltraumfragen (UNOOSA – United Nations Office of Outer Space Affairs) beigetreten waren, war es eigentlich mein Beitrag, 2022 das Büro für Weltraumfragen und die Association of Space Explorers zusammenzubringen&#8230;. Entschuldigung, 1992 und 1993 wurde die Vereinigung Beobachtermitglied bei UNCOPUOS, und dann war ich mehrere Jahre in Folge der Vertreter der Association of Space Explorers.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong> Sie haben also die planetare Verteidigung als Ziel der UNO umgesetzt?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dumitru Dorin Prunariu:</strong> Ja, ich war tatsächlich von Anfang an Teil der Arbeitsgruppe der Association of Space Explorers zu erdnahen Objekten. Sie wurde 2005 von Rusty Schweickart gegründet. Er brachte einige Kollegen, Astronauten &#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong> B612?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>(*Anmerkung der Redaktion: Das Asteroid Institute ist ein Programm der B612 Foundation. Es bringt Wissenschaftler, Forscher und Ingenieure zusammen, um Werkzeuge und Technologien zu entwickeln, mit denen sich unser Sonnensystem verstehen und kartografieren lässt und mit denen man durch das Sonnensystem navigieren kann. Im Mittelpunkt der Mission steht die Open-Source-Astrodynamik-Plattform Asteroid Discovery Analysis and Mapping (ADAM), die eine maßstabsgetreue Analyse von Daten beweglicher Objekte für die Entdeckung, Charakterisierung und Aufprallüberwachung kleiner Körper ermöglicht.)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dumitru Dorin Prunariu:</strong> Ja, er arbeitete seit langer Zeit in der Stiftung B612 und verfügte über ein breites Wissen über Asteroiden und darüber, was wir tun müssen. Und er versuchte auch, die Association of Space Explorers zu mobilisieren. Die Association of Space Explorers ist ein beobachtendes Mitglied der UNCOPUOS. B612 ist es nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um eine Idee auf UN-Ebene zu fördern, müssen wir einer NGO (Non-Governmental Organization – Nichtregierungsorganisation) angehören, die bereits mit der UN verbunden ist. Und das war die Association of Space Explorers. Also haben wir 2005 einen Ausschuss gegründet. Wir haben vier internationale Workshops organisiert, einer davon fand in Rumänien statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann haben wir 2009 der UN einen Bericht vorgelegt, den unsere Vereinigung zusammen mit einer Gruppe von Fachleuten aus aller Welt verfasst hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bedrohung durch Asteroiden erforderte eine globale Reaktion. Es war ein Bericht, der der UNO vorgelegt wurde, und die UNO hat ihn berücksichtigt und bereits ein Aktionsteam organisiert, um sich mit sehr konkreten Vorschlägen im Zusammenhang mit Asteroiden zu befassen, und für die Debatten eine Arbeitsgruppe zu Asteroiden eingerichtet, die ihre eigenen Beiträge einbringen sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unser Bericht trug maßgeblich dazu bei, die Ideen und die Organisation voranzubringen, was schließlich zur Gründung von zwei internationalen Organisationen führte: dem International Asteroid Warning Network (IAWN &#8211; Internationales Asteroidenwarnnetzwerk) und der Space Planning Mission Advisory Group (SMPAG – Beratergremium für die Planung von Weltraummissionen).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie wurden in die Association of Space Explorers aufgenommen. Sie wurden als ausführender Teil aufgenommen, um Maßnahmen zu ergreifen und zu handeln. Die Vereinten Nationen sind eine etwas weichere Organisation und organisieren diese Institution als Beratungsgremien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie beraten, sie bringen Informationen ein, und die Entscheidungsträger entscheiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann haben wir 2016 einige Programme ins Leben gerufen, um in Asteroidenprogramme zu investieren und die Ablenkung von Asteroiden zu erforschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir waren der Meinung, dass die Bevölkerung nicht ausreichend informiert ist, und beschlossen daher, zusätzlich zu den beiden bereits von der UNO eingerichteten Organisationen einen Asteroidentag einzuführen, einen internationalen Tag, an dem alle Menschen aufgeklärt und darüber informiert werden, was ein Asteroid ist, welche Asteroiden gefährlich sind, was wir tun können, was die geplanten Missionen bezwecken und so weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich habe im Namen der Association of Space Explorers den Asteroid Day bei den Vereinten Nationen vorgeschlagen. Er wurde im Dezember 2016 von der Generalversammlung als Asteroid Day genehmigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und jetzt feiern wir den Asteroid Day als internationalen Tag.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net: </strong>Wir haben wahrscheinlich an fünf der zehn Asteroid Days hier in Luxemburg teilgenommen. Es ist immer fantastisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kommen wir nun zur letzten Frage. Was sind Ihre Visionen für eine Asteroidenabwehr?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dumitru Dorin Prunariu: </strong>Wissen Sie, wir stehen noch ganz am Anfang. Die Probleme mit Asteroiden werden noch die nächsten Jahrtausende betreffen, nicht nur unsere Kinder. Wir lernen viel über Asteroiden. Wir wissen heute viel mehr als noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Wir organisieren die ersten Ablenkungsmissionen – derzeit DART und HERA. Wir untersuchen, was passiert ist. Wir versuchen, die Mechanismen der Ablenkung eines Asteroiden besser zu verstehen. Es gibt mehrere Arten von Missionen, aber wir müssen entscheiden, welche davon wirklich effizient sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und natürlich in ferner Zukunft, ich sage ferner Zukunft, nicht in naher Zukunft, ein Raumschiff zu bauen, das zu einem Asteroiden fliegen kann, und jede Möglichkeit zu nutzen, um ihn abzulenken. Oder den Asteroiden anzustoßen. Oder eine Explosion auf der Oberfläche eines Asteroiden zu verursachen, um ihn anzustoßen. Nicht um den Asteroiden zu zerstören. Es geht nicht darum, einen Asteroiden zu zerstören. Es geht darum, ihn anzustoßen. Wir untersuchen die Möglichkeit einer Ablenkung. Aber es ist noch ein langer Weg bis zur ersten echten Verteidigung des Planeten gegen einen echten Asteroiden.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Prunariu-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Dorin Prunariu (Mitte) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (rechts) Foto: Kirsten Müller" data-rl_caption="" title="Dorin Prunariu (Mitte) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (rechts) Foto: Kirsten Müller" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="347" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Prunariu-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025-klein.jpg" alt="Dorin Prunariu (Mitte) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (rechts) Foto: Kirsten Müller" class="wp-image-148271" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Prunariu-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025-klein.jpg 347w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Prunariu-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025-klein-300x225.jpg 300w" sizes="(max-width: 347px) 100vw, 347px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Dorin Prunariu (Mitte) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (rechts) 
Foto: Kirsten Müller</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong> Ich habe einige Vorträge über künstliche Intelligenz gehört. Letztes Jahr hatten wir am Asteroidentag einige Vorträge darüber, wie man Asteroiden mithilfe von künstlicher Intelligenz findet und wie man ihre Dichte bestimmt. Woraus bestehen Asteroiden? Sind sie aus Stein oder ähnlichem, also sind sie harte Körper oder bestehen sie aus Staub oder porösem Material?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dumitru Dorin Prunariu:</strong> Wissen Sie, Sie benötigen Daten. Selbst wenn Sie künstliche Intelligenz einsetzen, benötigen Sie Daten über den Asteroiden. Künstliche Intelligenz könnte alle Ihnen vorliegenden Informationen durchsehen und Ihnen die wahrscheinlichste Antwort geben. Aber Sie können KI nicht bitten, einen Asteroiden zu finden und zu fragen, um was es sich dabei handelt. Das ist nicht möglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong> Aber das kann eine Art Klassifizierung sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dumitru Dorin Prunariu:</strong> Es könnte ein Werkzeug sein. Es könnte ein sehr wichtiges Werkzeug sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die B612-Stiftung hat in den Vereinigten Staaten das Asteroid Institute gegründet, der Leiter ist der amerikanische Astronaut Ed Lu. Sie haben ein spezielles Programm entwickelt, um den Himmel nach Asteroiden zu kartografieren – das ADAM-Programm. Es ist ein sehr interessantes Programm, mit dem sie vorab sehen können, wo neue Asteroiden zu finden sind, sodass sich die Astronomen viel direkter und besser darauf konzentrieren und die Asteroiden viel besser entdecken können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong> Das war die letzte Frage. Sie haben sehr interessante Antworten gegeben, und wir müssen nun in den kommenden Tagen daran arbeiten, einen Bericht darüber zu erstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielen Dank für das Gespräch. Zum Abschluss hätten wir gerne noch ein gemeinsames Photo. Ist das möglich?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=16280.msg578912#msg578912" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Asteroid Day</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Asteroid Day Luxemburg 2025: Interview mit Paolo Nespoli</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/asteroid-day-luxemburg-2025-interview-mit-paolo-nespoli/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Sep 2025 20:29:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Besatzungen]]></category>
		<category><![CDATA[Flüge zur ISS]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
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		<category><![CDATA[Paolo Nespoli]]></category>
		<category><![CDATA[Sojus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Rahmen der Hauptveranstaltung des Asteroid Day in Luxemburg hatte Raumfahrer.net am 28. Juni 2025 die Gelegenheit, Interviews mit den vier teilnehmenden Raumfahrern zu führen. Einer davon war der italienische Raumfahrer Paolo Nespoli. Autoren: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Veranstaltungsbesuch. Paolo Nespoli wurde am 6. April 1957 in Mailand, Italien geboren. 1988 erhielt er [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Im Rahmen der Hauptveranstaltung des Asteroid Day in Luxemburg hatte Raumfahrer.net am 28. Juni 2025 die Gelegenheit, Interviews mit den vier teilnehmenden Raumfahrern zu führen. Einer davon war der italienische Raumfahrer Paolo Nespoli.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph"> Autoren: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Veranstaltungsbesuch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Paolo Nespoli wurde am 6. April 1957 in Mailand, Italien geboren. 1988 erhielt er einen Bachelor of Science in Luft- und Raumfahrttechnik von der Polytechnic University of New York und 1989 einen Master of Science in Luft- und Raumfahrttechnik von derselben Institution.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1989 kehrte er nach Italien zurück und arbeitete als Konstrukteur bei Proel Tecnologie in Florenz. Dort führte er mechanische Analysen durch und unterstützte die Qualifizierung der Flugeinheiten der Elektronenkanonenbaugruppe, welche als Experiment auf dem Tethered Satellite System (TSS) implementiert war. Der TSS war ein experimenteller seilgefesselter Satellit, der als Beitrag der italiensichen Raumfahrtbehörde ASI (Agenzia Spaziale Italiana &#8211; ASI) an Bord der Space Shuttle Flüge STS-46 (31.07. bis 08.08.1992) und STS-75 (22.02. bis 09.03.1996) flog.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nespoli-Autogrammstunde.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Paolo Nespoli während der Autogrammstunde beim Asteroid Day Foto: Kirsten Müller" data-rl_caption="" title="Paolo Nespoli während der Autogrammstunde beim Asteroid Day Foto: Kirsten Müller" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="347" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nespoli-Autogrammstunde-klein.jpg" alt="Paolo Nespoli während der Autogrammstunde beim Asteroid Day Foto: Kirsten Müller" class="wp-image-148261" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nespoli-Autogrammstunde-klein.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nespoli-Autogrammstunde-klein-225x300.jpg 225w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Paolo Nespoli während der Autogrammstunde beim Asteroid Day <br>Foto: Kirsten Müller</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">1991 trat er in die Abteilung Astronautentraining im Europäisches Astronautenzentrum auf dem Gelände des DLR in Köln-Porz ein. Dort war er als Ingenieur für das Astronautentraining zuständig. Er war an der Vorbereitung und Durchführung der europäischen Astronauten-Grundausbildung beteiligt. Er verantwortete auch die Astronautentrainingsdatenbank. Dieses Softwaresystem wird für die Vorbereitung und Verwaltung des Astronautentrainings eingesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen des EUROMIR-Projekts wurde Paolo Nespoli 1995 zum ESTEC nach Noordwijk, Niederlande abgeordnet. Dort führte er das Team, welches den auf der russischen Raumstation Mir verwendeten Payload and Crew Support Computer vorbereitete, integrierte und unterstützte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1996 wurde Paolo Nespoli zum Johnson Space Center der NASA in Houston, Texas, versetzt. Dort arbeitete er in der Spaceflight Training Division. Diese ist an der Vorbereitung des Trainings für die Boden- und In-Orbit-Besatzung der Internationalen Raumstation beteiligt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im August 1998 wurde Paolo Nespoli durch die italienische Raumfahrtagentur zur Europäischen Raumfahrtagentur ESA entsandt. Dort wurde er dann Mitglied des Europäischen Astronautenkorps.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seinen ersten Raumflug absolvierte Paolo Nespoli als Missionsspezialist vom 23.10. bis 07.11.2007 an Bord des Space Shuttle Discovery im Rahmen der Mission STS-120 / ISS 10A. Hauptnutzlast war das U.S. Modul Harmony (Node 2), welches permanent an die Internationale Raumstation installiert wurde. Die Flugdauer dieser Mission betrug 15 Tage, 2 Stunden und 23 Minuten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Dezember 2008 wurde Nespoli der Expedition 26/27 zugeteilt, einer Langzeitmission zur ISS. Die Expedition 26 startete am 16. Dezember 2010 vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan mit dem russischen Raumschiff Sojus TMA-20, in dem Nespoli als Flugingenieur 1 fungierte. Die Expedition 26/27 kehrte am 24. Mai 2011 in der Nähe von Dzheskasgan, Kasachstan, zur Erde zurück. Die Flugdauer dieser Mission betrug 159 Tage, 7 Stunden und 17 Minuten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juli 2015 wurde Paolo Nespoli im Rahmen der Expeditionen 52 und 53 zur Internationalen Raumstation mit seinem dritten Raumflug beauftragt. Die Mission war Teil eines Tauschabkommens zwischen der NASA und der italienischen Weltraumagentur ASI, an dem auch ESA-Astronauten beteiligt waren. Die Besatzung startete vom Kosmodrom Baikonur an Bord des Raumschiffs Sojus 51S. Nespoli wurde von dem NASA-Astronauten Randy Bresnik und dem russischen Kosmonauten Sergey Ryazanskiy begleitet. Während der Mission führte die Besatzung über 300 wissenschaftliche Experimente und Untersuchungen durch, arbeitete mit vier verschiedenen Raumfahrzeugen zusammen und unternahm vier Weltraumspaziergänge (drei USOS und einen russischen). Die Expedition 52/53 dauerte 138 Tage, 16 Stunden und 56 Minuten. Nespoli war Flugingenieur an Bord der Sojus MS-05 (auch als ISS AF-51S bezeichnet) sowie Flugingenieur der Internationalen Raumstation für die Expedition 52/53.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während seiner drei Raumflüge hat Paolo Nespoli insgesamt 313 Tage, 2 Stunden und 36 Minuten im Weltraum verbracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen des Asteroid Day 2025 in Luxemburg trafen Kirsten Müller und Ingo Muntenaar den ESA-Astronauten Paolo Nespoli zu einem Gespräch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net: </strong>Hatten Sie einen Masterplan in Ihrem Leben? Wann entstand der Wunsch, Astronaut zu werden? Oder war das Ganze eher Zufall? Einfach nach dem Motto: Mal sehen was die Zukunft bringt. Ich probiere es einfach mal.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Paolo Nespoli:</strong> Das Leben ist seltsam, und wenn man ein Kind ist, denkt man sich Geschichten oder Ideen aus. Und diese hängen meist mit der Wahrnehmung oder der Umgebung zusammen. Natürlich möchte man jemanden nachahmen, der erfolgreich ist oder interessante Dinge tut. Als ich aufwuchs, gab es den Wettkampf um die erste Mondlandung zwischen Amerikanern und Russen. Das waren seinerzeit Helden. Alle Kinder wollten zu dem Zeitpunkt Astronauten werden. Ich natürlich auch. Irgendwann ist mir dann klar geworden, dass es ein langer Weg zwischen dem Sagen und dem wirklichen Tun ist. Ich hab den Traum erst einmal beiseite geschoben, bis ich später mehr Möglichkeiten hatte. Sagen wir es einfach mal so, ich habe den Traum beiseite geschoben, bis ich reifer wurde. Und dann habe ich mir irgendwann gedacht, dass es doch möglich sei. Es war nicht so einfach. Ganz im Gegenteil, es war sogar sehr kompliziert. Und es dauerte mehrere Jahre. In der Zeit habe ich mir einige Anforderungen für den Job erarbeitet. Nein, einfach war es nicht. Es hat nicht beim ersten Mal, und auch nicht beim zweiten Mal geklappt. Bei der dritten Bewerbung hat es dann geklappt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nein, ich bin nicht zufällig Astronaut geworden. Ich denke auch nicht, dass es einfach war. Aber es ist nun einmal passiert. Fazit ist, dass man einen Traum haben muss. Träume können Realität werden, andernfalls wäre es kein Traum. Du musst nur daran glauben, dass Du das schaffen kannst. Wenn Du es nicht schaffst, dann musst Du entscheiden, ob Du an Deinem Traum festhältst oder ob Du den Traum auf Eis legst. Und dann versuchst Du halt was anderes. Ja, ich habe es versucht. Es hat nicht geklappt, aber ich habe nicht aufgegeben. Und am Ende hat es sich ausgezahlt. Was ist der Unterschied zwischen jemandem, der in seiner Arbeit ehrlich ist, und jemandem, der zu hartnäckig, zu stur und zu unfähig ist, zu verstehen, dass diese Sache nicht funktionieren wird? Es ist ein sehr schwieriger Weg.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net: </strong>Sie haben insgesamt drei Raumflüge absolviert. Der erste Flug war als Besatzungsmitglied der Space Shuttle Mission STS-120. Die beiden weiteren waren Langzeitmissionen als Besatzungsmitglieder von Expedition 26/27 und Expedition 52/53. Welcher dieser 3 Flüge war der wichtigste und welcher hat am meisten Spaß bereitet?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Paolo Nespoli:</strong> Jede dieser Missionen hatte ihre eigene Besonderheit. Der erste Flug war mit dem Space Shuttle. Somit war es nur eine Kurzzeitmission. Es war die Krönung eines Traums. Es gab viel Inhalt, aber auch viel Arbeit. Und viele Möglichkeiten, etwas zu vermasseln. Und ich war froh, dass alles geklappt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den Langzeitmissionen hatte ich wirklich das Gefühl, dass ich den Job eines Astronauten machte, weil man so lange dort ist und Experimente durchführt. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass ich zum weiteren Wissen der Menschheit beigetragen habe. Ich kann mich wirklich nicht entscheiden, welche Mission die beste war. Alle waren die besten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net: </strong>Welche dieser Missionen hat am meisten Spaß gemacht?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Paolo Nespoli:</strong> Ich habe versucht, bei jeder einzelnen Spaß zu haben. Natürlich ist die Shuttle-Mission eine sehr konzentrierte Angelegenheit. Sie haben versucht, so viel wie möglich in die Mission zu packen. Man hat das Gefühl, fast keine Luft mehr zu bekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem hatten wir als Crew Spaß. Wir haben uns gegenseitig Streiche gespielt. Wir haben viele Dinge unternommen, die die Mission leichter, ja sogar lustig gemacht haben. Aber es war eine harte Arbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net: </strong>Was sind die Hauptunterschiede zwischen der Ausbildung zum Missionsspezialisten für das Space Shuttle und der Ausbildung zum Flugingenieur für die Sojus? Oder was haben sie gemeinsam?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Paolo Nespoli:</strong> Sie alle haben gemeinsam, dass sie Sie darauf vorbereiten, ein Raumfahrzeug zu steuern, das fliegt und Sie ins All bringt. Daher müssen Sie lernen, wie das Fahrzeug funktioniert, und Sie müssen wissen, wie Sie das Fahrzeug steuern können, falls das System eine Fehlfunktion hat. Sie müssen eine Menge Dinge tun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Shuttle ist ein komplizierteres System als die Sojus. Letztendlich sind sie aber mehr oder weniger gleich. Das Shuttle ist etwas technologischer. Es ist etwas komfortabler. Die Sojus ist spartanischer, härter. Aber letztendlich war es mit beiden Fahrzeugen in Ordnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net: </strong>Was halten Sie derzeit von der ISS und der Partnerschaft mit Russland im Bereich der bemannten Raumfahrt? Wird es in Zukunft gemeinsame bemannte Missionen geben? Wird es gemeinsame Wissenschaftsprogramme im Weltraum geben?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Paolo Nespoli:</strong> Ich weiß es nicht. Ich kann diese Frage nicht beantworten, weil ich kein Politiker bin. Ich kann nur sagen, dass man im Weltraum seine Flagge auf der Kleidung trägt. Man kommt aus einem bestimmten Land. Ich komme aus Italien und bin Teil der Europäischen Weltraumorganisation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber eigentlich würde ich sagen, dass man sich im Weltraum vor allem als Teil einer Crew fühlt. Als Teil der Menschheit, die außerhalb des Planeten etwas zu tun hat. Die Nationalität spielt keine große Rolle. Vielleicht beim Fotografieren: „Oh, schau mal, da ist Italien.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie sind weniger mit den Vereinigten Staaten oder Russland verbunden. Ich denke, wenn wir in Zukunft das Sonnensystem erforschen und vielleicht nach anderen Planeten suchen wollen, müssen wir das gemeinsam tun. Es wäre also schade, wenn wir unsere Ressourcen und Fähigkeiten nicht bündeln würden und stattdessen weiterhin als einzelne Nationen vorgehen würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir verpassen die Chance, gemeinsam voranzukommen. Aber Sie wissen ja, Politik ist Politik, und darauf habe ich keinen Einfluss.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net: </strong>Das ist genau die Frage. Wie beeinflusst die Politik diese Dinge?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Paolo Nespoli:</strong> Ich bin Ingenieur. Ich bin kein Politiker, ich bin kein Philosoph. Es fällt mir schwer, diese Fragen zu beantworten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin der Meinung, wir sollten zusammenarbeiten. Aber ich verstehe, dass die Dinge aus politischer Sicht anders aussehen. Ich kann anderer Meinung sein, aber wer bin ich schon?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wünsche mir, dass die Politiker, oder wer auch immer dafür verantwortlich ist, einen größeren Blickwinkel haben und uns nicht als kleine Einheiten betrachten, sondern als ein Team, das tatsächlich versucht, etwas zu finden, das für alle von Vorteil ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net: </strong>Wir haben gerade mitbekommen, dass das NASA-Budget um ein Drittel gekürzt werden soll. Was geschieht mit dem Artemis-Programm? Was geschieht mit dem Space Launch System? Was mit der Orion Kapsel und was mit der Station im Mondorbit namens Gateway?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Paolo Nespoli:</strong> Diese Frage ist ja noch wesentlich komplizierter. Wir sprechen hier über Politik, wir sprechen über Geld, wir sprechen über Kooperationen. Ich weiß es einfach nicht. Diese Frage kann ich beim besten Willen nicht beantworten. Ich habe keine aktuellen Informationen oder Daten, um diese Frage zu beantworten. Ich weiß, dass wir jetzt merkwürdige, schwierige Zeiten haben. Anders, schwierig, merkwürdig, wie auch immer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Allgemeinen war ich kein Fan der Artemis-Mission. Nicht, weil ich nicht an die Mission glaube, sondern weil ich denke, dass man, wenn man über eine bestimmte Summe Geld verfügt und diese für eine Weltraummission einsetzen möchte, zum Mars fliegen sollte und nicht beim Mond Halt machen sollte.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nespoli-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Paolo Nespoli / ESA (Mitte) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (rechts) Foto: Dumitru Prunariu / Kirsten Müller" data-rl_caption="" title="Paolo Nespoli / ESA (Mitte) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (rechts) Foto: Dumitru Prunariu / Kirsten Müller" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="347" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nespoli-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025-klein.jpg" alt="Paolo Nespoli / ESA (Mitte) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (rechts) Foto: Dumitru Prunariu / Kirsten Müller" class="wp-image-148263" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nespoli-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025-klein.jpg 347w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nespoli-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025-klein-300x225.jpg 300w" sizes="(max-width: 347px) 100vw, 347px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Paolo Nespoli / ESA (Mitte) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (rechts)

Foto: Dumitru Prunariu / Kirsten Müller</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn man beim Mond Halt macht, nimmt man alle Ressourcen mit, die man dringend benötigt. Es ist eine komplizierte Situation. Eine Reise zum Mars würde wahrscheinlich ein 15-jähriges Projekt erfordern, was irgendwie im Widerspruch zu unserem politischen Umfeld und der Funktionsweise unserer Gesellschaft steht. Als Politiker macht man nichts, was 15 Jahre dauert, und vielleicht nimmt man Geld aus dem Bildungsbereich oder den Krankenhäusern weg, es ist schwierig, so etwas durchzusetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte nicht in der Haut der Politiker stecken, die darüber entscheiden müssen. Bisher haben sie beschlossen, den Mars beiseite zu lassen. Ich glaube, sie haben sich für den Mond entschieden, weil sie erkannt haben, dass der Mars zu kompliziert ist. Aber das ist eine andere Geschichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net: </strong>Sprechen wir über das Hier und Jetzt. Wir befinden uns beim Asteroid Day in Luxemburg. Der 30. Juni dieses Jahres erinnert an den Asteroideneinschlag im Jahr 1908 in der Region Tunguska im heutigen Krasnojarsker Gebiet. Der Asteroid Day soll das Bewusstsein für die Gefahr eines Asteroiden- oder Kometeneinschlags in die Erdatmosphäre schärfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was sind Ihre Visionen für die Asteroidenabwehr?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Paolo Nespoli:</strong> Bislang sind wir in Schwierigkeiten, denn wenn wir entdecken würden, dass etwas auf uns zukommt, glaube ich nicht, dass wir in der Lage wären, etwas dagegen zu unternehmen. Wir haben es nach und nach versucht. Es gab die DART-Mission, die gezeigt hat, dass wir etwas tun können, aber es ist kompliziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein großer Asteroid, der auf die Erde zukommt, wäre ein Problem. Aber wissen Sie, die Menschheit hat sich noch nie von Problemen einschüchtern lassen. Jedes Mal, wenn wir ein Problem hatten und eine Lösung finden mussten, haben wir sie gefunden. Selbst am Anfang schien es unmöglich. Deshalb denke ich, dass dieser Asteroid Day eine gute Gelegenheit ist, um das Thema wichtig zu machen und den Menschen klar zu machen: Okay, im Moment kommt kein Asteroid auf uns zu, aber es könnte passieren. Und wenn wir entdecken, dass ein Asteroid auf uns zukommt, was können wir dann tun? Nichts. Heute nichts. Wir sollten besser mit der Planung beginnen. Laut Statistik könnte einer auf uns zukommen, aber wir hoffen, dass das nicht passiert. Und wir hoffen, dass das noch lange nicht passiert. Aber wenn es passiert, sollten wir bereit sein. Es ist nicht unvermeidlich, dass wir nicht bereit sind und akzeptieren, dass wir einfach verschwinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das könnte ein großer Asteroid mit uns anstellen. Stimmt&#8217;s, Dorin? <em>(Anmerkung der Redaktion: der rumänische Kosmonaut D</em><em>umitru Dorin Prunariu saß während des Interviews mit uns am Tisch)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net: </strong>Letztes Jahr haben wir Julie Payette am Asteroid Day interviewt. Und sie sagte, dass Dinosaurier nicht intelligent genug waren, aber wir sind intelligent genug, um Asteroiden zu finden, bevor sie uns finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dumitru Dorin Prunariu:</strong> Wir finden sie, und dann?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Paolo Nespoli: </strong>Es gibt mehrere Schritte. Bislang haben wir noch keinen großen Asteroiden gefunden, der auf die Erde treffen könnte. Aber wenn wir einen finden würden, hätten wir jetzt ein Problem. Aber schon allein das Finden ist ein Schritt. Wenn man ein Problem nicht sieht, kann man es auch nicht lösen. Man löst ein Problem Schritt für Schritt. Und wenn man einen findet, kann man einen Satelliten oder etwas Ähnliches mit Hilfe der Orbitalmechanik in seine Nähe schicken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Missionen hier <em>(Anmerkung der Redaktion: HERA und DART)</em> sind keine einfachen Dinge. Man wacht nicht morgens auf, wirft etwas ins All und macht das einfach so. Es sind komplizierte Missionen. Es gibt eine Menge Dinge, die wir lernen müssen. Wenn wir etwas lernen müssen, wenn wir etwas tun, dann ist es beim nächsten Mal natürlich einfacher. Am Anfang ist es sehr schwer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das gilt für alles. Heute ist es für uns einfach, ein Glas herzustellen <em>(nimmt dabei ein Glas in die Hand)</em>, aber als man damit begann, war es nicht so einfach. Die Herstellung eines Mobiltelefons <em>(nimmt dabei ein Mobiltelefon in die Hand)</em> oder eines Kugelschreibers ist kompliziert. Heute ist es für uns einfach, weil wir wissen, wie es geht. Das müssen wir erreichen, um dieses mögliche Problem lösen zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net: </strong>O.K. Das waren unsere Fragen. Vielen Dank. Jetzt bleibt nur noch eine Sache. Wir würden gerne mit Ihnen zusammen ein Photo machen. Und ich weiß auch schon, wer das Photo machen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dumitru Dorin Prunariu:</strong> Lacht. <em>(Anmerkung der Redaktion: Wir übergeben Prunariu das Mobiltelefon.)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=16280.msg578455#msg578455" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Asteroid Day</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Asteroid Day Luxemburg 2025: Interview mit Christer Fuglesang</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/asteroid-day-luxemburg-2025-interview-mit-christer-fuglesang/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 Aug 2025 13:42:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Exploration]]></category>
		<category><![CDATA[Flüge zur ISS]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
		<category><![CDATA[Mir]]></category>
		<category><![CDATA[Module]]></category>
		<category><![CDATA[Mondlandung]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumstationen]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Spaceshuttle]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Asteroid Day]]></category>
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		<category><![CDATA[Christer Fuglesang]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[STS]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=148313</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im Rahmen der Hauptveranstaltung des Asteroid Day in Luxemburg hatte Raumfahrer.net am 28. Juni 2025 die Gelegenheit, Interviews mit den vier teilnehmenden Raumfahrern zu führen. Einer davon war der schwedische Raumfahrer Christer Fuglesang. Autoren: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Veranstaltungsbesuch. Christer Fuglesang ist ein europäischer Astronaut schwedischer Abstammung. Er wurde am 18. März 1957 [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Im Rahmen der Hauptveranstaltung des Asteroid Day in Luxemburg hatte Raumfahrer.net am 28. Juni 2025 die Gelegenheit, Interviews mit den vier teilnehmenden Raumfahrern zu führen. Einer davon war der schwedische Raumfahrer Christer Fuglesang.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph"> Autoren: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Veranstaltungsbesuch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Christer Fuglesang ist ein europäischer Astronaut schwedischer Abstammung. Er wurde am 18. März 1957 in Stockholm, Schweden, geboren. 1981 erwarb er einen Master of Science in Ingenieurphysik an der Königlichen Technischen Hochschule (KTH) in Stockholm. 1987 promovierte er in experimenteller Teilchenphysik an der Universität von Stockholm, und 1991 wurde er an dieser Universität Dozent für Teilchenphysik. 2006 wurde er zum außerordentlichen Professor an der Königlichen Technischen Hochschule ernannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits als angehender Doktorand forschte Fuglesang am Europäischen Forschungszentrum für Teilchenphysik (CERN) am UA5-Experiment über Proton-Antiproton-Kollisionen. 1988 nach seiner Promotion bekam er dort eine Festanstellung und arbeitete am CPLEAR-Experiment, das sich mit K-Mesonen beschäftigt. Nach einem Jahr wurde er Gruppenleiter am Teilchenidentifikations-Subdetektor. Im November 1990 erhielt Fuglesang eine Stelle am Manne-Siegbahn-Institut für Physik in Stockholm, blieb aber noch ein weiteres Jahr am CERN, wo er an dem neuen Projekt Large Hadron Collider (LHC) arbeitete.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Fuglesang-Autogrammstunde.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Christer Fuglesang während der Autogrammstunde Foto: Kirsten Müller" data-rl_caption="" title="Christer Fuglesang während der Autogrammstunde Foto: Kirsten Müller" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="347" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Fuglesang-Autogrammstunde-klein.jpg" alt="Christer Fuglesang während der Autogrammstunde Bild: Kirsten Müller" class="wp-image-148258" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Fuglesang-Autogrammstunde-klein.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Fuglesang-Autogrammstunde-klein-225x300.jpg 225w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Christer Fuglesang beim Asteroid Day während der Autogrammstunde<br>Foto: Kirsten Müller</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Christer Fuglesang bewarb sich für eine ausgeschriebene Stelle bei der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) als Astronaut. Er wurde im Mai 1992 für das Astronautenkorps der ESA mit Sitz im Europäischen Astronautenzentrum (EAC) in Köln, Deutschland, ausgewählt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im August 1996 trat Christer Fuglesang in die Klasse der Missionsspezialisten im Johnson Space Center der NASA in Houston, USA, ein. Im April 1998 qualifizierte er sich für den Einsatz als Missionsspezialist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Christer Fuglesang verbrachte auf seinen beiden Raumflügen insgesamt 26 Tage, 17 Stunden und 37 Minuten im Weltraum, davon 31 Stunden und 54 Minuten bei fünf Weltraumausstiegen außerhalb druckbeaufschlagter Module.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine erste Space Shuttle Mission STS-116 erfolgte vom 9. bis 22. Dezember 2006. Während dieser Mission wurde von der Besatzung das P5-Gitterstrukturelement zur Raumstation befördert. In den nachfolgenden Tagen wurde das P5-Modul bei mehreren Außenbordeinsätzen in den Gitterstrukturelementverbund integriert. Die Missionszeit betrug 12 Tage, 20 Stunden und 45 Minuten. Bei drei Weltraumausstiegen verbrachte Fuglesang 18 Stunden und 14 Minuten im freien Weltraum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der zweite Raumflug von Christer Fuglesang STS-128 fand vom 29. August bis zum 2. September 2009 statt. Fuglesang konnte auf diesem Flug weitere 13 Tage, 20 Stunden und 53 Minuten auf seinem Flugkonto verbuchen, davon zwei weitere Weltraumspaziergänge mit einer Gesamtdauer von 13 Stunden und 40 Minuten. Dieser Flug war ein Logistikflug, bei dem das MPLM (Multi-Purpose Logistics Module) Leonardo zur Nutzlast gehörte. Es wurden Experimente und Flughardware zur Internationalen Raumstation (ISS) gebracht, um diese für eine sechsköpfige Besatzung auszurüsten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Christer Fuglesang beendete im Jahr 2017 seine aktive Karriere als Astronaut bei der ESA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen des Asteroid Day 2025 in Luxemburg trafen Kirsten Müller und Ingo Muntenaar den ESA-Astronauten Christer Fuglesang zu einem Gespräch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net: </strong>Hatten Sie einen Masterplan in Ihrem Leben? Wann entstand der Wunsch, Astronaut zu werden? Oder war das Ganze eher Zufall? Einfach nach dem Motto: &#8222;Mal sehen was die Zukunft bringt. Ich probiere es einfach mal.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christer Fuglesang: </strong>Ich habe niemals studiert, um einmal Astronaut zu werden. Ich war immer an Mathematik und Physik interessiert. Mein größeres Interesse galt allerdings der Physik. Ich habe einen Doktorgrad in Physik erlangt. Dann habe ich eine Forschungsstelle bei CERN (Europäische Organisation für Kernforschung) außerhalb von Genf angeboten bekommen. Eines Tages habe ich dann in einer Tageszeitung eine Anzeige der ESA gelesen. Es wurden Astronauten für zukünftige Raumflüge mit europäischen Astronauten gesucht. Dann habe ich erst einmal überlegt. Sollte ich es wirklich mal in den Weltraum schaffen dann müsste ich jetzt aktiv werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net</strong><strong>:</strong> Sie haben sich nur ein einziges Mal beworben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christer Fuglesang:</strong> Ja. Der Bewerbungsprozess hat sich über 2 Jahre hingezogen. Im Mai 1992 waren wir dann nur noch 6 Bewerber. Also wurden wir dann als 2. Bewerbergruppe zu ESA-Astronauten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net</strong><strong>:</strong> Sie waren das Ersatzcrewmitglied für Thomas Reiter auf seinem Sojus TM-22 / Euromir 95-Flug. Was sind die Hauptunterschiede zwischen der Ausbildung zum Missionsspezialisten für das Space Shuttle und der Ausbildung zum Flugingenieur für die Sojus? Oder was haben sie gemeinsam?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christer Fuglesang:</strong> Gemeinsamkeiten sind Checklisten. Wir haben immer nach Checklisten gearbeitet. Aber im russischen Programm musste man mehr über die einzelnen Bordsysteme wissen. Wir mussten sehr viel mehr über die einzelnen Systeme lernen. Ich habe natürlich nicht nur für einen Soyuzflug trainiert sondern auch für einen Langzeitaufenthalt auf der Raumstation Mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mir-Station hatte nicht solche Kontaktzeiten zu Bodenstationen, wie es heute die ISS hat. Die Kontaktzeiten zur Bodenstationen waren bei der Mir-Station wesentlich kürzer. Daher musste man sämtliche Systeme viel besser kennen, weil man längere Zeit autark arbeiten musste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Space Shuttle wurde man beinahe rund um die Uhr durch Bodenstationen überwacht. Die Space Shuttle Missionen waren sehr kompakte Missionen. Die Bordzeit wurde sehr effizient genutzt. Sämtliche Arbeiten mussten während der Flugzeit abgearbeitet werden. Aber wir haben gelernt, unsere Arbeiten hauptsächlich nach Checklisten abzuarbeiten. Das war bei Situationen der Fall, in denen wir vom Erwartbaren abgewichen sind, also unplanmäßige Situationen während des Fluges.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net</strong><strong>:</strong> Lassen Sie uns mal über ihre erste Space Shuttle Mission STS-116 sprechen. Sie wurden für diese Mission als EVA-Teammitglied ausgebildet. Von den 5 Raumspaziergängen haben Sie insgesamt 3 absolviert. Der vierte Raumspaziergang war ein unplanmäßiger Ausstieg. Den haben Sie gemeinsam mit Robert Curbeam absolviert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie haben Sie diesen unplanmäßigen EVA geplant? Oder haben Sie solche unerwarteten Ereignisse im großen Schwimmbecken im Johnson Space Center in Houston trainiert (NBL – Neutral Buoyancy Tank / Schwimmbecken als Teil der Sonny Carter Training Facility)?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>(Anmerkung der Redaktion: Bei EVA 3 setzten die Astronauten Robert Curbeam und Sunita Williams als „Zusatzaufgabe“ zur EVA auch die Arbeit am Einfahren eines klemmenden Solarzellenauslegers fort. Weitere sechs Abschnitte des P6 (Solarzellenausleger an der Backbordseite) konnten vollständig eingefahren werden. Am Ende des EVA 3 waren somit noch 11 Abschnitte übrig, die manuelle Hilfe zum vollständigen Einfahren des Solarzellenauslegers benötigten. Diese Arbeiten wurden bei dem unplanmäßigen Weltraumspaziergang am 18. Dezember 2006 von Robert Curbeam und Christer Fuglesang durchgeführt.)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christer Fuglesang:</strong> Natürlich haben wir im NBL außergewöhnliche Szenarien trainiert für den Fall, dass etwas schiefgeht. Aber für diese besondere Reparaturmaßnahme hatten wir keinen Plan. Als wir diesen Weltraumausstieg gestartet hatten, wusste noch niemand genau, wo der Fehler lag. Wir hatten einige improvisierte Werkzeuge dabei. Uns hatte die Bodenstation Anweisungen gegeben, wie wir diese selbstgebauten Werkzeuge bauen sollten. In der Kabine hatten wir dann einige Teile mit Tape zusammengebaut und damit sollten wir dann bei unserem Raumspaziergang an den klemmenden Solarzellenfeldern herummanipulieren in der Hoffnung, diese bewegen und lösen zu können. Dabei mussten wir sehr vorsichtig mit diesen Solarzellen sein. Bei voller Sonneneinstrahlung haben diese Solarzellen 60 Volt Gleichstrom produziert und man konnte diese Stromerzeugung nicht abschalten. Wir mussten also sämtliche metallischen Teile an unseren Raumanzügen isolieren, um nicht Gefahr zu laufen, dass wenn wir doch versehentlich die Solarzellenausleger berühren, es zu einem Stromschlag kommt. Also ja, es war schon ein sehr interessanter Weltraumspaziergang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun, wir waren nur 2 Personen, die an diesem Unternehmen direkt beteiligt waren. An Bord des Space Shuttle und der Internationalen Raumstation waren 8 Personen, von der Bodenkontrollstation haben ebenfalls hunderte Leute zugeschaut. Gemeinsam haben wir an dem Problem gearbeitet und konnten es lösen. Ja, wir konnten am Ende den kompletten Solarzellenausleger einfahren. Für mich war es der interessanteste Weltraumspaziergang.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>(Anmerkung der Redaktion zum Flug STS-128: Als Sie etwa 20 Minuten nach dem Start von STS-128 über Deutschland flogen, sah ich das Space Shuttle und den externen Tank nebeneinander fliegen. Das war in der Morgendämmerung des 29. August 2009, und für mich war es ein großartiger Anblick. Es war das erste Mal, dass ich eine Raumfähre so kurz nach dem Start gesehen habe.)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net</strong><strong>: </strong>Warum haben Sie nie einen Langzeitflug auf der ISS gemacht?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christer Fuglesang: </strong>Ganz einfach. Schweden hat nicht genug Geld bezahlt. Es hat nichts damit zu tun, dass ich keinen Langzeitflug hätte machen wollen. Es ging auch nicht darum, dass ich nicht kompetent genug wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach meinem ersten Flug hatte ich den damaligen DG (Generaldirektor der ESA) Jean-Jacques Dordain (Direktor von Juli 2003 bis Juni 2015) getroffen. Er sagte mir, dass ich mit meinem ersten Raumflug eine sehr gute Arbeit geleistet hatte. Er sagte mir auch, dass es für mich einen weiteren Space Shuttle Flug in der Zukunft gäbe. Und das wäre es dann für mich gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und auch wenn er dass nicht gesagt hätte, hätte ich mir denken können, dass es das gewesen ist. Ich war da bereits lange genug bei der ESA. Wenn Dein Land genug für bemannte Raumfahrt bezahlt, steigen Deine Chancen für weitere Flüge.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net</strong><strong>:</strong> Wir wollen jetzt einfach mal die politischen Fragen auslassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christer Fuglesang: </strong>Nein, nein, die sind schon sehr wichtig.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net</strong><strong>:</strong> Gut, es ist Ihre Zeit, die wir hier beanspruchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was wir momentan sehen ist, dass die NASA ihr Budget sehr stark kürzen wird. Am 2. Mai 2025 veröffentlichte die Trump-Regierung ihren Haushaltsvorschlag für das Jahr 2026 für die NASA, der die Einstellung der Programme Orion und SLS nach Artemis III vorsieht. Was aus den weiteren Flügen im Rahmen des Artemis-Programms wird, weiß zur Zeit keiner. Die Besatzungsgröße bei den Crew Dragon Flügen wird möglicherweise auf nur noch einen NASA Astronauten reduziert werden. Die Besatzung würde bei drei verbliebenen Crew-Mitgliedern vermutlich aus einem NASA-Astronauten, einem russischen Raumfahrer und einem internationalen Besatzungsmitglied zusammengesetzt werden <em>(Anmerkung der Redaktion: Ansicht von Raumfahrer.net)</em>. Ein weiterer NASA-Astronaut wird dann zukünftig bei einer Crewgröße von 3 Personen entweder gar nicht erst nominiert werden oder auf einen kommenden Flug umgebucht werden. Es würde abgesehen von den bereits im Flugplan stehenden Orion-Flügen keine weiteren Orion-Raumfahrzeuge mehr gebaut werden. Genauso sieht es bei der Trägerrakete SLS (Space Launch System) aus. Die in Entwicklung befindliche Mondstation LOP-G (Lunar Orbital Platform-Gateway) steht durch die Haushaltskürzungen wohl ebenfalls vor dem Aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie wird die Einstellung sämtlicher Aktivitäten Europa, Kanada und Japan beeinflussen? Was können diese Staaten tun, wenn die Vereinigten Staaten nicht mehr am Mondexplorationsprogramm teilnehmen?</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Fuglesang-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Christer Fuglesang / ESA (Mitte) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (rechts) Foto: Kirsten Müller" data-rl_caption="" title="Christer Fuglesang / ESA (Mitte) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (rechts) Foto: Kirsten Müller" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="347" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Fuglesang-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025-klein.jpg" alt="Christer Fuglesang / ESA (Mitte) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (rechts) Foto: Kirsten Müller" class="wp-image-148260" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Fuglesang-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025-klein.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Fuglesang-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025-klein-225x300.jpg 225w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Christer Fuglesang / ESA (Mitte) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (rechts) 
Foto: Kirsten Müller</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christer Fuglesang: </strong>Stellen wir uns einfach mal vor, dass Europa genauso viel bezahlt, wie es die USA nach den Budgetkürzungen macht. Wir (Anmerkung der Redaktion: Europa), können eine Menge machen. Wir sollten uns nicht darüber beschweren, dass die NASA ihr Raumfahrtbudget kürzt. Es ist dann immer noch einiges höher als unser Budget. Es ist auch nicht so, dass die NASA das Raumfahrtbudget kürzt. Trump möchte das. Und der U.S. Kongress wird die entsprechenden Beschlüsse dazu fassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Budgetkürzungen so drastisch ausfallen, wie Trump es vorgeschlagen hat. Es wird bestimmt Kürzungen geben. Aber es werden hauptsächlich Kürzungen im Wissenschaftsprogramm stattfinden. Bei der Erkundung des Weltraums sollen nicht so drastische Kürzungen durchgeführt werden. Trump schlägt vor, dass Gelder, die für die Mondexploration vorgesehen waren, für die Marsexploration ausgegeben werden. Er möchte, dass man schneller zum Mars kommt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er möchte auch, dass man das Space Lauch System einstellt. Das ist übrigens auch meine Meinung. SLS ist nicht nachhaltig und darüber hinaus sehr teuer. Bevor Trump zurück ins Amt kam, war meine Meinung die, dass SLS drei mal fliegen würde. Danach hätte ich mir vorstellen können, dass man Starship oder möglicherweise die New Glenn Rakete einsetzen würde. Es wird möglicherweise eine Verzögerung im Artemis-Programm geben. Ich glaube aber nicht, dass das Programm nach dem Artemis-III Flug gestoppt wird. Die orbitale Mondstation Gateway wird möglicherweise nicht gebaut werden. Ich war sowieso nicht von Gateway überzeugt. Natürlich ist es gut, wenn wir Infrastruktur im Weltraum, und auch um den Mond, aufbauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn man sich auf die Monderkundung konzentrieren möchte, Erkundung der Mondoberfläche und eine Station auf der Mondoberfläche, ist es dann preiswerter, wenn man eine orbitale Mondstation baut (Gateway), oder ist es preiswerter, wenn man den Mond direkt anfliegt? Ich bin nicht traurig, wenn Gateway nicht kommt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Europa ist es sehr traurig. Da haben wir in die Orion-Kapsel investiert. Und möglicherweise gibt es da nur noch 2 weitere Flüge. Wir bauen auch zur Zeit Module für Gateway. Wir können unsere Zukunft doch selbst gestalten. Wir können das fehlende Geld doch selber einbringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net</strong><strong>:</strong> Sprechen wir über das Hier und Jetzt. Wir befinden uns beim Asteroid Day in Luxemburg. Der 30. Juni dieses Jahres erinnert an den Asteroideneinschlag im Jahr 1908 in der Region Tunguska im heutigen Krasnojarsker Gebiet. Der Asteroid Day soll das Bewusstsein für die Gefahr eines Asteroiden- oder Kometeneinschlags in die Erdatmosphäre schärfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was sind Ihre Visionen für die Asteroidenabwehr?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christer Fuglesang:</strong> Ich finde das, was wir gerade machen, sehr gut. Wir verbessern uns gerade bei den Beobachtungsmethoden. Und parallel dazu können wir neue Methoden entwickeln. Wenn wir etwas auf uns zukommen sehen, können wir Maßnahmen ergreifen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die HERA- (als Teil der Asteroid Impact and Deflection Assessment Zusammenarbeit) und die DART- (Double Asteroid Redirection Test) Missionen sind die ersten Missionen, bei denen wir so etwas austesten. Zukünftig sollten wir uns weiter in Richtung Techniken zum Ablenken von Asteroiden aus ihrer Bahn konzentrieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net</strong><strong>:</strong> Vielen Dank für das Gespräch. Zum Abschluss hätten wir gerne noch ein gemeinsames Photo. Ist das möglich?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=16280.msg578295#msg578295" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Asteroid Day</a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Asteroid Day Luxemburg 2025: Interview mit Claude Nicollier</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/asteroid-day-luxemburg-2025-interview-mit-claude-nicollier/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 30 Aug 2025 10:33:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Columbia]]></category>
		<category><![CDATA[Hubble]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Spaceshuttle]]></category>
		<category><![CDATA[Asteroid Day]]></category>
		<category><![CDATA[Astronaut]]></category>
		<category><![CDATA[Claude Nicollier]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Rahmen der Hauptveranstaltung des Asteroid Day in Luxemburg hatte Raumfahrer.net am 28. Juni 2025 die Gelegenheit, Interviews mit den vier teilnehmenden Raumfahrern zu führen. Einer davon war der Schweizer Raumfahrer Claude Nicollier. Autoren: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Veranstaltungsbesuch. Claude Nicollier wurde am 2. September 1944 in Vewey in der Schweiz geboren und [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Im Rahmen der Hauptveranstaltung des Asteroid Day in Luxemburg hatte Raumfahrer.net am 28. Juni 2025 die Gelegenheit, Interviews mit den vier teilnehmenden Raumfahrern zu führen. Einer davon war der Schweizer Raumfahrer Claude Nicollier.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph"> Autoren: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Veranstaltungsbesuch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Claude Nicollier wurde am 2. September 1944 in Vewey in der Schweiz geboren und ist bis heute der einzige Schweizer mit Weltraumerfahrung. Von 1966 bis Ostern 1969 war er Milizpilot bei der Schweizer Luftwaffe mit insgesamt 5600 Flugstunden, wovon 4000 in Strahlflugzeugen. Auch absolvierte er ein Physikstudium an der Universität Lausanne, das er 1970 abschloss. Als Wissenschaftler arbeitete er dann an den Instituten für Astronomie der Universitäten Lausanne und Genf. Einen Postdiplom-Abschluss der Universität Genf in Astrophysik erhielt er 1975. Parallel zu seinen Forschungsaktivitäten wurde er an der Schweizer Luftfahrtschule zum Linienpiloten ausgebildet und wurde 1974 DC-9-Pilot bei Swissair. Ende 1976 begann er in der Abteilung Weltraumwissenschaften der ESA in Noordwijk, Niederlande, bei verschiedenen Programmen über Infrarotastronomie zu forschen. Im Juli 1978 wurde er von der ESA als einer der ersten drei europäischen Astronauten ausgewählt. Als Teil der Kooperation zwischen ESA und NASA fing er im Mai 1980 in der Astronautengruppe 9 der NASA das Training zum NASA-Missionsspezialisten an. Dieses schloss er vollständig ab und wurde somit als erster Nicht-US-Amerikaner Vollzeitastronaut der NASA.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nicollier-Autogrammstunde.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Claude Nicollier während der Autogrammstunde Foto: Kirsten Müller" data-rl_caption="" title="Claude Nicollier während der Autogrammstunde Foto: Kirsten Müller" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="347" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nicollier-Autogrammstunde-klein.jpg" alt="Claude Nicollier während der Autogrammstunde Bild: Kirsten Müller" class="wp-image-148265" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nicollier-Autogrammstunde-klein.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nicollier-Autogrammstunde-klein-225x300.jpg 225w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Claude Nicollier während der Autogrammstunde zum Asteroid Day<br>Bild: Kirsten Müller </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Bei vier Raumflügen in Space Shuttles hat Nicollier 42 Tage, 12 Stunden und 5 Minuten im Weltraum verbracht. Bei seinem ersten Flug, STS-46 vom 31. Juli bis zum 8. August 1992 mit Atlantis, hat die Besatzung den unbemannten ESA-Satelliten EURECA mit 15 Experimenten sowie das Tethered Satellite System (TSS-1), ein Gemeinschaftsprojekt der NASA mit der italienischen Weltraumagentur ISA, ausgesetzt. Mit diesem Technologiedemonstrator eines seilgefesselten Satelliten sollten die Messungen zur Generierung von Elektrizität als auch Möglichkeiten zur Anhebung der Umlaufbahn von seilgefesselten Flugkörper-Systemen getestet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sein zweiter Flug, STS-61 vom 2. bis zum 13. Dezember 1993 mit Endeavour, war der erste Reparaturflug für das Hubble-Weltraumteleskop. Während dieses Fluges wurden eine neue Kamera und ein Paket zur optischen Korrektur im Hubble Weltraumteleskop eingebaut. Dabei wurde ein Fehler von 2 Mikrometern im Hauptspiegel des Teleskopes, welcher einen Durchmesser von 2,40 m hatte, korrigiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vom 22. Februar bis zum 9. März 1996 war er Besatzungsmitglied der Raumfähre Columbia auf der Mission STS-75. In Nachfolge von STS-46 sollte bei diesem Flug das TSS-1-System nochmals als TSS-1R (Anmerkung der Redaktion: R = Reflight) geflogen werden, um Messungen in der Ionosphäre durchzuführen; beim Ausfahren des Seils zwischen beiden Raumflugkörpern brach dieses allerdings. Dabei wurde TSS zum Totalverlust und es konnten nur kurzzeitig vor dem Seilbruch Messungen durchgeführt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine vierte und letzte Mission, STS-103 mit der Discovery vom 20. bis 28. Dezember 1999, war die dritte Hubble-Reparaturmission. Während dieses Fluges nahm er an einem achtstündigen Aussenbordeinsatz teil. Dieses war der erste Aussenbordeinsatz eines ESA-Astronauten in der Nutzlastbucht eines Space Shuttle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von 2000 bis 2007 arbeitete er für das NASA-Astronautenbüro in der Abteilung für Aussenbordeinsätze. 2004 nahm er einen Lehrauftrag an der École polytechnique fédérale de Lausanne an, wo er 2007, als er die ESA verlassen hatte, eine volle Professur übernahm.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Frage von Raumfahrer.net an Claude Nicollier: </strong>Sie waren einer der ersten ESA-Astronauten, zusammen mit Uf Merbold und Wubbo Ockels. Hatten Sie einen Masterplan in Ihrem Leben? Wann entstand bei Ihnen der Wunsch, Astronaut zu werden?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Claude Nicollier:</strong> Ich bin jetzt 80 Jahre alt. Bei Apollo 11 war ich 25 Jahre. Sie wissen, astronautische Raumfahrt fing 1961 an, als ich ein Teenager war. Für mich war es ein Ziel, Astronom zu werden, weil ich Wissenschaft, ganz besonders Astronomie, mag. Ich hatte auch großes Interesse an der Luftfahrt. So wurde ich Astronom und parallel Pilot bei der Schweizer Luftwaffe. Das war für mich eine schöne Kombination meiner Interessen. Die Idee, Astronaut zu werden, kam relativ spät. Apollo 11 war sehr inspirierend für mich, aber lange war die Raumfahrt ja nur ein Wettbewerb zwischen den USA und der Sowjetunion. Erst als 1975, nach dem Ende des Apollo-Programms, zum Beginn des Shuttle-Programms auch die europäische und die kanadische Raumfahrtagentur zur Zusammenarbeit eingeladen wurden, dachte ich: Wow, da würde ich gerne mitmachen. Von da an wurde es ein Ziel. Auch wenn ich mich als Astronom und Pilot fühlte, sah ich dies als eine Möglichkeit. Dann war Ende 1978 die Selektion zu Ende, die etwa ein Jahr dauerte, und es klappte. Ich war natürlich sehr motiviert und irgendwie war ich auch schon vorbereitet. All die Zeit dachte ich: es gibt die Möglichkeit, Astronaut zu werden, also wollte ich körperlich fit bleiben und viel über die Disziplin Astrophysik lernen, weil Wissenschaft eine gute Möglichkeit für Europa war, an der Raumfahrt teilzunehmen. Wir haben Spacelab beigetragen, ein Laboratorium, das an Bord des Shuttle mitgenommen werden konnte. Auf die Selektion habe ich mich bei meiner Arbeit in der Universität vorbereitet, und es hat geklappt. Zwei Jahre später sind Wubbo Ockels und ich dann nach Houston geschickt worden, Ulf Merbold nicht. Wir haben dort das Training für den Space Shuttle absolviert. Noch zwei Jahre später, 1982, wurde dann beschlossen, dass Wubbo und Ulf als Wissenschaftsastronauten für die ESA arbeiten sollten und ich weiter für den Shuttle das Training für Missionsspezialisten absolvieren würde. Ich war also der erste Nicht-Amerikaner, der das Training für den Shuttle bekam. Nach dem Challenger-Unglück 1986 gab es drei Jahre lang keine Shuttle-Flüge. Mein erster Flug, als erster nicht-amerikanischer Missionsspezialist, war dann 1992, vierzehn Jahre, nachdem ich ausgewählt worden war. Diese erste Mission lief sehr gut, danach hatte ich im gleichen Jahrzehnt noch drei Flüge, einschließlich des ersten Fluges zum Hubble Space Teleskop, der eine wundervolle Mission war. So kann man sagen, dass es ein Kindheitstraum war, Astronaut zu werden, wenn auch zuerst ein unmöglicher Traum, der erst möglich wurde, als ich ein junger Erwachsener war.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong> Sie erwähnen Ihre Flugfähigkeiten. Haben diese Ihnen bei Ihrer Astronautenlaufbahn geholfen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Claude Nicollier:</strong> Ja, Pilot zu sein bei der Luftwaffe, oder grundsätzlich alle Arten von Pilotenerfahrung auf hohem Niveau, ist hilfreich dafür, als Astronaut ausgewählt zu werden. Man muss lernen, eine ziemlich komplexe Maschine in einer gefährlichen Umgebung zu beherrschen. Das ist etwas, das in die Richtung von Fähigkeiten kommt, die für den Beruf des Astronauten nötig sind. Kampfpilot in der Schweizer Luftwaffe zu sein, war ein wichtiger Schritt in meiner Ausbildung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.n</strong><strong>et:</strong> Sie haben vier Space Shuttle Flüge gemacht. Alle vier Flüge waren Spacelab-Flüge, bei denen nicht das druckbeaufschlagte Modul, sondern nur jeweils eine Spacelab-Palette in der Nutzlastbucht integriert war. Zwei dieser Flüge waren Missionen, in denen der Tethered Satellite ausgesetzt wurde, zwei waren Wartungsmissionen des Hubble Space Telescope. Welcher dieser vier Flüge war für Sie am wichtigsten, und welcher hat Ihnen am meisten Spaß gemacht?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Claude Nicollier:</strong> Ich würde sagen, sie haben alle Spaß gemacht. Jede Mission macht Spaß. Für mich als Astronomen war aber Hubble sehr bedeutend. Ich war schon Astronom, war dann Astronaut geworden, und bin dann bei Hubble gewesen, um es zu reparieren. Das waren zwei Missionen, und es waren tolle Missionen. Die bedeutendste Mission war für mich die Hubble-Reparaturmission STS-61 im Dezember 1993. Die Bedeutung dieser Mission war sehr wichtig: Hubble wieder in Ordnung zu bringen, damit es wieder ein produktives Instrument sein würde, was es eine Zeitlang nicht war. Also würde ich sagen: meine erste Mission wegen ihrer Bedeutung und der hohen Verantwortung, das war sehr befriedigend, dann mein letzter Flug STS-103, bei der Außenbordeinsätze stattgefunden haben, war auch sehr wichtig. Die beiden Hubble-Flüge würde ich also an erster Stelle erwähnen, dann meinen ersten, weil man dabei die Umgebung des Weltraums entdeckt, das ist eigentlich die „Feuertaufe“. Der für mich am wenigsten interessante Flug war eigentlich STS-75 im Jahre 1996. Das war eigentlich eine Wiederholung des Tethered Satellite Fluges, den wir vorher schon gemacht hatten. Er war zwar erfolgreicher gewesen als STS-46, aber die Hubble-Missionen haben dennoch Spaß gemacht und sind auch bedeutungsvoll gewesen. Die Idee eine Technologiemission mit einem seilgefesselten Satelliten zu fliegen, wurde vorher leider nicht weiterverfolgt. Hier sollte der Satellit nicht als Generator genutzt werden, um elektrische Energie zu produzieren, sondern quasi als Elektromotor, um die Umlaufbahn anzuheben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong> Ja, das haben wir in der Universität auch gelernt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Claude Nicollier: </strong>Das System konnte Elektrizität produzieren, und konnte sie in einem Elektromotor einsetzen, um die Umlaufbahn wieder anzuheben. Vielleicht wird es irgendwann in der Zukunft wieder aufgegriffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong> Als wir dieses Interview vorbereitet haben, ist uns aufgefallen, dass Sie vier Flüge in vier verschiedenen Orbitern geflogen sind: Atlantis, Endeavour, Columbia und Discovery. Welcher dieser vier Orbiter war der perfekteste für Sie?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Claude Nicollier: </strong>Das war wirklich nicht relevant. Sie unterschieden sich fast nicht, darum kann ich das auch nicht beantworten. Columbia hatte viele Instrumente, weil es die erste Raumfähre war, aber ansonsten haben sie sich kaum unterschieden. Ich würde also keinen bestimmten von ihnen auswählen.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nicollier-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Claude Nicollier (rechts) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (Mitte) Foto: Kirsten Müller" data-rl_caption="" title="Claude Nicollier (rechts) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (Mitte) Foto: Kirsten Müller" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="347" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nicollier-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025-klein.jpg" alt="Claude Nicollier (rechts) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (Mitte)" class="wp-image-148267" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nicollier-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025-klein.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nicollier-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025-klein-225x300.jpg 225w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Claude Nicollier (rechts) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (Mitte) <br>Bild: Kirsten Müller</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong> Lassen Sie uns über das Hier und Jetzt sprechen. Wir sind beim Asteroid Day. Dieser erinnert an den Asteroideneinschlag im Jahr 1908 in der Region Tunguska im heutigen Gebiet Krasnojarsk. Wie sehen Ihre Vorstellungen für eine Asteroidenabwehr aus?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Claude Nicollier:</strong> Wir hatten heute morgen eine Präsentation und ich wusste von der DART-Mission und der HERA-Mission, und ich denke, das ist ein guter Anfang. Ab einem gewissen Punkt müssen wir genug Informationen gesammelt haben über die gefährlichsten Asteroiden von zwanzig und mehr Metern Größe. Der Asteroid von Tscheljabinsk hatte weniger als 20 Meter Durchmesser, das war also nicht dramatisch. Wir müssen aber ein viel besseres Bild von den charakteristischen Flugbahnen der Asteroiden von mehr als 100 m Größe bekommen. Ich weiß, dass es über 900 Asteroiden mit einem Durchmesser von einem Kilometer oder mehr gibt, aber 95% aller Asteroiden sind kleiner. Je kleiner sie sind, desto weniger wissen wir von ihnen. Ich habe nicht alle Zahlen im Kopf. Wir müssen ein wesentlich besseres Gesamtbild bekommen und wir müssen an Ideen zur Ablenkung von Asteroiden arbeiten. HERA war schon ein guter Start, und die Idee durch einen Impuls die Flugbahn zu ändern ist wesentlich besser als beispielsweise eine nukleare Explosion. Es gibt auch die Idee mit einem neben dem Asteroiden herfliegenden Raumschiff und die somit auf beide Körper gegenseitig ausgeübte Gravitationskraft, die Asteroidenbahn abzulenken. Aber ich finde, dass DART eine sehr erfolgreiche Mission war.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net: </strong>Und beim Einschlag verändert sich die Flugbahn ein kleines bisschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><strong>Claude Nicollier:</strong> </strong>Wenn Sie das früh genug machen, kriegen Sie genug Ergebnisse. Ich meine, man benötigt eine gute Früherkennung. Dann müssen Sie den Flug früh genug starten, um sicher zu sein, dass der Impuls zu einer großen Ablenkung des Asteroiden führt. Ich denke, es ist gut, jedes Jahr Asteroid Day zu haben, so dass das Bewusstsein für das Problem erhöht wird, sowohl für die Erkennung als auch für die Abwehr. So würde ich es zusammenfassen. &#8211; Jetzt habe ich keine Zeit mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong> Wissen Sie was? Jetzt haben wir keine Fragen mehr. Eine Bitte noch: Ist es möglich ein gemeinsames Photo zu machen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=16280.msg578261#msg578261" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Asteroid Day</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/asteroid-day-luxemburg-2025-interview-mit-claude-nicollier/" data-wpel-link="internal">Asteroid Day Luxemburg 2025: Interview mit Claude Nicollier</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>XXXV. ASE Planetary Congress Noordwijk – ISS und Updates der Raumfahrtbehörden</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/xxxv-ase-planetary-congress-noordwijk-iss-und-updates-der-raumfahrtbehoerden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Feb 2025 18:55:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Besatzungen]]></category>
		<category><![CDATA[Flüge zur ISS]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vom 29. September bis zum 6. Oktober 2024 fand unter dem Motto „Generation Space – Shaping the future together“ der XXXV. ASE Planetary Congress in den Niederlanden statt. Themen in der zweiten technischen Vortragsreihe waren die Internationale Raumstation und Updates der Raumfahrtbehörden. Autoren: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Kongressbesuch. Die technischen Vorträge am zweiten [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading"><br><br><br><strong>Vom 29. September bis zum 6. Oktober 2024 fand unter dem Motto „Generation Space – Shaping the future together“ der XXXV. ASE Planetary Congress in den Niederlanden statt. Themen in der zweiten technischen Vortragsreihe waren die Internationale Raumstation und Updates der Raumfahrtbehörden.</strong></h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Autoren: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Kongressbesuch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die technischen Vorträge am zweiten Kongresstag wurden ebenfalls im ESTEC, unter dem Vorsitz des ehemaligen ESA-Astronauten Pedro Duque (STS-95; Soyuz TMA-3), gehalten.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>ESA</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Matthias Maurer gab ein Update zu den ESA-Aktivitäten. Am 22. April 2024 haben die sechs neuesten ESA-Astronautinnen und -Astronauten Sophie Adenot, Rosemary Coogan, Pablo Alvarez Fernández, Raphaël Liègeois und Marco Sieber ihre Astronautenzertifikate erhalten. Sophie Adenot wird ihren ersten Raumflug 2026 machen, Raphaël Liègeois nach ihr. Es gab zwei Raumflüge von ESA-Astronauten: der Däne Andreas Mogensen war mit seiner Huginn-Mission Teil der ISS-Expeditionen 70 und 71 und wurde auf der ISS von der Privatmission Axiom-3 mit dem schwedischen ESA-Reserveastronauten Markus Wandt besucht. Für 2024 und 2025 sind ansonsten keine Langzeitmissionen mehr von europäischen Astronauten geplant.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/ESA_astronaut_class_of_2022_graduation_ceremony-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="ESA-Astronautenklasse 2022 beim Abschluss ihrer Grundausbildung am 22. April 2024 Bild: ESA" data-rl_caption="" title="ESA-Astronautenklasse 2022 beim Abschluss ihrer Grundausbildung am 22. April 2024 Bild: ESA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="462" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/ESA_astronaut_class_of_2022_graduation_ceremony-260-px.jpg" alt="ESA-Astronautenklasse 2022 beim Abschluss ihrer Grundausbildung am 22. April 2024 Bild: ESA" class="wp-image-146835" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/ESA_astronaut_class_of_2022_graduation_ceremony-260-px.jpg 462w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/ESA_astronaut_class_of_2022_graduation_ceremony-260-px-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 462px) 100vw, 462px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">ESA-Astronautenklasse 2022 beim Abschluss ihrer Grundausbildung am 22. April 2024 
Bild: ESA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Rücktransport von Fracht aus dem LEO (Low Earth Orbit, niedrigen Erdorbit) sind im Mai 2024 zwei Verträge, mit TEX und mit TAS-1, unterzeichnet worden. Einer davon wird kommendes Jahr verlängert. Auch wurde das European Service Module ESM-3 am KSC abgeliefert und man ist dabei, ESM-4 bis ESM-6 zu integrieren. Für das Mondlandeelement (LDE, Lunar Descent Element) Argonaut, das Teil von Artemis werden soll, wurde TAS-1 als primärer Vertragspartner ausgewählt. Im Oktober wird die Auswahl eines Triebwerkes erwartet. Für das ExoMars / Rosalind Franklin-Projekt ist zwischen der ESA und der NASA ein Memorandum of Understanding unterschrieben worden. Auch fand am 9. Juli 2024 der Erstflug einer Ariane-6 statt. Recht ausführlich ging Maurer auf LUNA, die Anlage zur analogen Mondsimulation auf dem DLR-Gelände in Köln-Porz, ein. Diese stand vor einem Jahr noch nicht und wurde am 25. September 2024 eröffnet. Im Innenbereich wurde mit künstlichem Regolith die Mondoberfläche nachempfunden. Die Anlage verfügt über einen Sonnensimulator, ein System zur Reduzierung von Schwerkraft, unterstützende Kontroll- und Laboreinrichtungen, Raumanzüge zur Simulation und regenerative Energiesysteme und ermöglicht auch die Simulation mit Rovern und Robotern, außerdem wird dort am Projekt EDEN-LUNA zur Entwicklung von Pflanzenzucht zur Ernährung in geschlossenen Systemen gearbeitet. Es wird auch eng mit der benachbarten :envihab-Anlage des DLR für Raumfahrtmedizin zusammengearbeitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>JAXA</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der japanische Raumfahrer Koichi Wakata (5 Raumflüge: STS-72; STS-92; STS-119 / ISS-18 / ISS-19 / ISS-20 / STS-127; Soyuz TMA-11M / ISS-38 / ISS-39; SpaceX Crew-5 / ISS-68) hat ein Update über die japanische Raumfahrtorganisation JAXA gegeben. Wakata erwähnte gleich zu Beginn seines Vortrags, dass er nicht als Repräsentant von JAXA spricht, sondern mangels JAXA-Vertreter beim ASE-Kongress lediglich die von JAXA vorbereiteten Folien vorträgt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Koichi Wakata ist am 31. März 2024 aus dem japanischen Astronautenkorps ausgetreten und hat sich der privaten Raumfahrtfirma Axiom Space angeschlossen. Diese Firma repräsentiert er im asiatisch-pazifischen Raum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die von Wakata vorgestellte Organisationsstruktur des JAXA Management Boards sieht zwei altbekannte japanische Raumfahrer. Dr. Chiaki Mukai (2 Raumflüge: STS-65; STS-95) hält die Position der Beraterin des JAXA-Generaldirektors. Akihiko Hoshide (3 Raumflüge: STS-124; Soyuz TMA-05M / ISS-32 / ISS-33; SpaeX Crew-2 / ISS-65 / ISS-66) kam am 9. November 2021 von seinem Langzeitflug zurück und hat im Management Board die Position des stellvertretenden Programm Managers übernommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Status der weiteren aktiven japanischen Raumfahrer sieht wie folgt aus:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Satoshi Furukawa (2 Raumflüge: Soyuz TMA-02M / ISS-28 / ISS-29; SpaceX Crew-7 / ISS-69 / ISS-70) befindet sich nach der Landung von SpaceX Crew-7 und somit der Beendigung seines Langzeitaufenthalts auf der ISS am 12. März 2024 in der Regenerationsphase.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kimiya Yui (1 Raumflug: Soyuz TMA-17M / ISS-44 / ISS-45) befindet sich gerade im Training für eine Langzeitmission auf der Internationalen Raumstation und ist als Missionsspezialist für den ersten kommerziellen Flug des Boeing CST-100 Starliner nominiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Takuya Onishi (1 Raumflug: Soyuz MS / ISS-48 / ISS-49) hat im September an der ESA-Analogmission PANGAEA ((Planetary Analogue Geological and Astrobiological Exercise for Astronauts). Der PANGAEA-Ausbildungskurs soll den Astronauten die grundlegenden Kenntnisse und praktischen Fähigkeiten im Bereich Feldgeologie und Astrobiologie vermitteln, die sie benötigen, um bei künftigen Planetenerkundungsmissionen zum Mond und zum Mars als Wissenschaftler im Einsatz zu sein. Mittlerweile ist er als Missionspezialist für die im Februar angesetzte Mission SpaceX Crew-10 eingeteilt worden. Daher befindet er sich derzeit im Training für eine Langzeitmission.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Norishige Kanai (1 Raumflug: Soyuz MS-07 / ISS-54 / ISS-55) befindet sich ebenfalls im Training und wartet auf die Nominierung zu seinem nächsten Raumflug. Zur Zeit unterstützt er u. a. ausländische Studenten beim Kibo-Nutzungsprogramm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem Januar 2024 unterstützt Akihiko Hoshide das JAXA-Büro in Houston als Senior Manager. Gleichzeitig ist er die Verbindungsperson der JAXA zum Astronautenbüro der NASA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beiden am 28. Februar 2023 ausgewählten neuen japanischen Astronauten Ayu Yoneda und Makoto Suwa befinden sich weiterhin im Basistraining. Im April 2024 haben sie die ESA-Einrichtungen besucht und an einer Parabelflugkampagne der ESA teilgenommen. Als nächstes werden sie die NASA-Einrichtungen kennenlernen und u. a. Trainings im Bereich Robotik erhalten. Nach derzeitiger Planung (Stand 1. Oktober 2024) wird erwartet, dass die beiden Nachwuchsraumfahrer im November 2024 ihr Basistraining abschließen. Danach folgt die Zertifizierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Planungen für die neuen Mondmissionen im Artemis-Programm schreiten voran. Als eines der drei ersten Experimente ist das LDA (Lunar Dielectric Analyzer) für Artemis-III ausgewählt worden. Dieses Experiment wird federführend durch die University of Tokyo betreut und von JAXA unterstützt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">NASA und das japanische Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT &#8211; Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology) haben am 9. April 2024 ein Abkommen zur Förderung der nachhaltigen Erforschung des Mondes durch den Menschen unterzeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Japan wird einen druckbeaufschlagten Rover für die Erkundung des Mondes mit Besatzung entwerfen, entwickeln und betreiben. Dabei kann dieser Rover astronautisch oder robotisch betrieben werden. Die NASA wird für den Start und die Landung des Rovers zum Mond sorgen und japanischen Astronauten zwei Gelegenheiten bieten, die Mondoberfläche zu betreten.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/NATHANREINDS-ASE2024-01102024-LR-5-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Koichi Wakata stellt japanischen Mondrover vor Bild: Nathan Reinds" data-rl_caption="" title="Koichi Wakata stellt japanischen Mondrover vor Bild: Nathan Reinds" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="390" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/NATHANREINDS-ASE2024-01102024-LR-5-260-px.jpg" alt="Koichi Wakata stellt japanischen Mondrover vor Bild: Nathan Reinds" class="wp-image-146838" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/NATHANREINDS-ASE2024-01102024-LR-5-260-px.jpg 390w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/NATHANREINDS-ASE2024-01102024-LR-5-260-px-300x200.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/NATHANREINDS-ASE2024-01102024-LR-5-260-px-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 390px) 100vw, 390px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Koichi Wakata stellt japanischen Mondrover vor<br>Bild: Nathan Reinds</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Auskunft von Koichi Wakata soll der Rover von Toyota Motor Corporation entwickelt und gebaut werden. Zur Zeit macht man sich Gedanken, ob dieses Vehikel ein Sichtfenster bekommt, oder aber mittels Kameras die Außenansicht auf Monitoren innerhalb der Kabine darstellt. Strukturingenieure halten die Möglichkeit von Sichtfenstern innerhalb eines druckbeaufschlagten Systems, welches auch Schläge durch Bodenunebenheiten aufnehmen muss, für einen Albtraum. Astronauten dagegen bevorzugen aber genau solche Fenster, weil sie dann genau sehen können, wohin sie fahren. Gleichzeitig haben sie die Umgebung ohne gravierende Sichtfeldeinschränkung im Blick.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Zwischenruf „Die Qualität und Lebensdauer der japanischen Autos muss aber stimmen“ aus dem Publikum wurde der Vortrag von Koichi Wakata beendet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>NASA</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der nächste Statusreport wurde von Mike Fincke (3 Flüge: Soyuz TMA-4 / ISS-09; Soyuz TMA-13 / ISS-18; STS-134) als Repräsentant der NASA gegeben. Als langjähriges Mitglied des NASA-Astronautenkorps hat er natürlich einen sehr tiefen Einblick in seine Organisation. Das Motto des Astronautenkorps lautet: „We train and fly for the benefit of humankind and provide crew perspective and leadership for all aspects of human space exploration“, was übersetzt werden kann mit: „Wir trainieren und fliegen zum Wohle der Menschheit und bieten aus der Astronautenperspektive die Sichtweise und die Führungsqualitäten für alle Aspekte der menschlichen Erforschung des Weltraums.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach gab er eine sehr ausführliche Übersicht über die Zusammensetzung des Astronautenkorps. Im Jahr 2000 hatte das Korps eine maximale Größe von beinahe 150 Astronauten. Diese ist auf momentan 48 Raumfahrer zusammengeschrumpft. Damit hat die NASA die kleinste Kadergröße seit fast 20 Jahren durchschritten. Dabei muss sich der Astronautenkader folgenden Herausforderungen stellen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Zielvorgaben der NASA für Weltraumflüge erreichen</li>



<li>Wartung der Internationalen Raumstation und Entwicklung / Ermöglichung des Stationsbetriebs in der niedrigen Erdumlaufbahn</li>



<li>Durchführung von astronautischen Raumfahrtmissionen mit unterschiedlichen Raumfahrzeugen</li>



<li>Unterstützung bei der Konzeption und Entwicklung anderer Fahrzeuge und Systeme für Artemis-Missionen</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei liegen die Prioritäten bei folgenden Hauptaktivitäten:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Raumflugbetrieb</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Unterstützung aktueller und künftiger Weltraummissionen</li>



<li>Unterstützung der Ausbildung von Raumflugbesatzungen</li>



<li>Erlangung technischer Fertigkeiten</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Technische Arbeiten:</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Führung und / oder technische Unterstützung des Astronautenbüros</li>



<li>Erstellen / Überprüfen der Bürorichtlinien</li>



<li>Vertretung des Astronautenbüros in JSC- oder NASA-Gremien/Ausschüssen</li>



<li>qualitativ hochwertige Public Relations-Unterstützung für Pflichtveranstaltungen und Veranstaltungen mit hoher Priorität</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit:</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>sicherer T-38 Flugbetrieb zum Erreichen der Flugstundenziele</li>



<li>Erhaltung / Verbesserung der technischen Fähigkeiten für Flug- und Unterstützungssimulationen</li>



<li>Aufrechterhaltung der körperlichen Fitness</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>sonstige Unterstützung:</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Zeit für berufliche Weiterentwicklung und Aufrechterhaltung der Gesundheit</li>



<li>Sicherstellung der Erledigung aller Verwaltungsaufgaben</li>



<li>Bieten hochwertiger PR-Unterstützung</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Die NASA-Astronautenklasse 23 „The Flies“, die am 06.12.2021 ausgewählt wurde, hat ihre Grundausbildung am 5. März 2024 abgeschlossen. Zu den 10 neuen Astronauten (Nicole S. Ayers, Marcos G. Berrios, Christina M. Birch, Deniz M. Burnham, Luke D. Delaney, André M. B. Douglas, Jack S. Hathaway, Anil S. Menon, Christopher L. Williams, Jessica O. Wittner) gesellen sich noch zwei Raumfahrer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (Nora Al Matrooshi, Mohammad Al Mulla), die ebenfalls ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben und nun auf ihre Flugnominierung warten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Astronaut Josh Cassada (1 Raumflug: SpaceX Crew-5 / ISS-68) hat nach nur einem Raumflug seine Astronautentätigkeit zum 1. Oktober 2024 bei der NASA beendet.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1616-NASA-astronaut-corps-2024-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Aktive Astronautinnen und Astronauten der NASA Anfang Oktober 2024 Bild: Kirsten Müller" data-rl_caption="" title="Aktive Astronautinnen und Astronauten der NASA Anfang Oktober 2024 Bild: Kirsten Müller" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="390" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1616-NASA-astronaut-corps-2024-260-px.jpg" alt="Aktive Astronautinnen und Astronauten der NASA Anfang Oktober 2024 Bild: Kirsten Müller" class="wp-image-146836" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1616-NASA-astronaut-corps-2024-260-px.jpg 390w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1616-NASA-astronaut-corps-2024-260-px-300x200.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1616-NASA-astronaut-corps-2024-260-px-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 390px) 100vw, 390px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Aktive Astronautinnen und Astronauten der NASA Anfang Oktober 2024 
Bild: Kirsten Müller</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Damit ergibt sich die oben bereits erwähnte Größe des NASA-Astronautenkaders. Von diesen Raumfahrern sind zur Zeit 45 Raumfahrer als aktiv gelistet. 11 Astronauten haben Führungspositionen im Astronautenbüro, wobei das Astronautenbüro derzeit von Joseph M. Acaba (3 Raumflüge: STS-119; Soyuz TMA-04M / ISS-31 / ISS-32; Soyuz MS-06 / ISS-53 / ISS-54) geleitet wird. Unterstützt wird er in der Leitungsfunktion durch Shannon Walker (2 Raumflüge: Soyuz TMA-19 / ISS-24 / SS-25; SpaceX Crew-1 / ISS-64 / ISS-65). Weitere Assistenz gibt es in den Bereichen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>International Space Station (Assistenz: Stephen G. Bowen)</li>



<li>EVA / Robotic + NextEMU (Assistenz: Nicole V. A. Mann)</li>



<li>kommerzielle Besatzungen (Assistenz: Robert T. Hines, Jr.)</li>



<li>Artemis:</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Orion / Space Launch System / Exploration Ground Systems (Assistenz: Randolph J. Bresnik)</li>



<li>Human Landing System (Assistenz Raja Chari)</li>



<li>Gateway (Assistenz: Stanley G. Love)</li>



<li>Extravehicular Activity (EVA) and Human Surface Mobility (HSM) Program EHP (Assistenz: Kayla S. Barron)</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Das Astronautenbüro ist in die folgenden Sparten aufgeteilt:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>zugewiesene Besatzungen (Abteilungsleiterin: Jessica A. Watkins; Stellvertreter: Francisco C. Rubio)</li>



<li>Crew-Betrieb (Abteilungsleiter: James M. Kelly; Stellvertreter: Joe F. Edwards)</li>



<li>Missionsunterstützung Besatzungen (Abteilungsleiterin: M. Behnken; Stellvertreterin: Kathleen H. Rubins)</li>



<li>3D Druck-Labor (Abteilungsleiter: Lee M. Morin; Stellvertreter: Stanley G. Love)</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit (Stand 1. Oktober 2024) befinden sich sechs NASA-Astronauten im Weltraum. Drei Raumfahrer befinden sich in der mindestens sechsmonatigen Regenerationsphase nach ihrem jeweiligen Langzeitflug. Zwei Astronauten sind derzeit nicht in Houston ansässig, sondern haben andere Tätigkeiten (z. B. Lehrtätigkeiten) außerhalb des Astronautenbüros übernommen. 20 NASA-Astronauten bereiten sich gerade auf ihren Raumflug als Stammbesatzung oder Ersatzbesatzung vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Zyklus vom Astronautentraining bis zum Raumflug erfolgt nach dem folgenden zeitlichen Ablauf: Das ASCAN (Astronaut Candidate) Training dauert 2 Jahre und beinhaltet Grundkenntnisse in den Bereichen Wissenschaften, Einführung in ISS Systeme, T-38 Flugbetrieb, Umgang mit robotischen Systemen, Erlernen russischer Sprachkenntnisse, Überlebenstraining an Land und auf See). Nach dem Basistraining werden die Astronaut:innen ihre Kenntnisse in den Gebieten ISS Systeme, EVA, robotische Systeme, T-38 Flugbetrieb, russische Sprachkenntnisse und Leitungsfunktionen im Management weiter vertiefen. Daneben werden sie unterstützende Tätigkeiten im Raumflugbetrieb wahrnehmen. Diese Wartezeit vor der Nominierung zu einem Raumflug, auch als „Pre-Assignment Training“ bekannt, kann zwischen einem bis sieben Jahre dauern. Ist die Person erst einmal als Besatzungsmitglied einer Raumflugmission zugewiesen, folgt das in der Regel auf 2 Jahre angesetzte missionsspezifische Training. Nach der Langzeitmission, die im Normalfall ein halbes Jahr dauert, schließt sich das Regenerationsprogramm an. Danach nimmt die Person wieder unterstützende Aufgaben in einer NASA-Abteilung war, ehe sie wieder einer Raumflugmission zugeordnet wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Aufgabenvielfalt verlangt dem kleinen Astronautenkader sehr viel ab. Eine Frage einer ehemaligen Astronautin, ob man denn bereits das Regierungsprogramm wahrgenommen hätte, wonach ehemalige Regierungsbeamte (Anmerkung der Redaktion: NASA ist eine Regierungsorganisation) für ihren ehemaligen Arbeitgeber ohne Einhaltung ausufernder bürokratischer Prozesse, ein weiteres Jahr tätig werden können, wurde positiv aufgenommen. Es bleibt abzuwarten, ob die NASA von dieser Möglichkeit Gebrauch machen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Horizont zeichnet sich dann doch wieder etwas Entspannung für den Zeitraum nach dem Sommer 2027 ab. Dann wird eine neue Astronautenklasse ihre Grundausbildung abgeschlossen haben. Die nächste Astronautengruppe, die in 2025 ihre Ausbildung starten wird, beginnt in den nächsten Tagen die erste Interviewrunde beim Johnson Space Center. In einer weiteren Interviewrunde, die voraussichtlich Anfang 2025 stattfinden wird, werden aus den anfänglich mehr als 8000 Bewerbern die möglichen 10 Astronautenkandidat:innen herausgefiltert worden sein, die die NASA-Astronautengruppe 24 bilden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Explorationsprogramm sieht folgende Schritte vor:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Commercial Lunar Payload Services: kleine Nutzlasten werden auf die Mondoberfäche gebracht</li>



<li>Artemis I: Space Launch System / Orion Testflug ohne Besatzung</li>



<li>Artemis II: astronautische Mission in die Mondumlaufbahn mit dem Space Launch System / Orion</li>



<li>Gateway: Power Propulsion Element (PPE) und Habitation and Logistics Outpost (HALO) werden gestartet</li>



<li>Human Landing System (HLS) wird in die Mondumlaufbahn gebracht</li>



<li>Artemis III: erste astronautische Mission zur Mondoberfläche</li>



<li>Das Lunar Terrain Vehicle (LTV) wird zur Mondoberfläche gebracht</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Artemis II Crew besteht aus den folgenden Besatzunsmitgliedern:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Reid Wiseman (NASA / Kommandant)</li>



<li>Victor Glover (NASA Pilot)</li>



<li>Christina Hammock Koch (NASA / Missionsspezialistin)</li>



<li>Jeremy Hansen (CSA / Missionsspezialist)</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Die Artemis II Mission wurde im September 2023, beim vorherigen ASE Planetary Congress in Bursa / Türkei, von Victor Glover bereits für 2024 angekündigt, allerdings haben technische Probleme zu einer Startverschiebung auf September 2025 geführt. Artemis III, also eine erste astronautische Mondlandung ist nunmehr für September 2026 angesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Grund für diese Verzögerungen sind technische Probleme mit dem Batteriesystem und dem Thermalkontrollsystem von Orion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim letzten Orion-Testflug sind außerdem sicherheitsrelevante Probleme aufgetaucht, die letztendlich zu einer Missionsverschiebung beigetragen haben. Zum einen wird der Verlust von verkohltem Material aus dem Hitzeschild der Orion-Kapsel beim Wiedereintritt untersucht. Der Abtrag vom Hitzeschild ist höher als vorherberechnet. Momentan wird diskutiert, ob man diesen erhöhten Abtrag vom Thermalschutz toleriert, oder ob es für Artemis II angepasst wird. Dieses gilt aber nicht als das Hauptkriterium für die Startverschiebung. Der Hauptverzögerungsgrund besteht in den Ausfällen von Ventilen im Lebenserhaltungssystem des Raumfahrzeugs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Untersuchungen finden bei der Trägerrakete statt. Dort hat sich in der Startphase Isolierschaum der Trägerrakete SLS gelöst. Ein ähnlicher Vorfall hatte im 1. Februar 2003 zum tragischen Verlust der Besatzung der Raumfähre Columbia und des Orbiters beim Wiedereintritt geführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Punkt, der untersucht wird, ist das Fluchtseilbahn-Rettungssystem an der Startrampe, bei dem das Bremssystem nicht richtig funktioniert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Den Neuigkeiten aus dem Astronautenbüro folgte dann die Berichterstattung über die ISS-Nutzung der NASA seit dem letzten ASE Planetary Congress.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab dem 20. Januar 2024 besuchte die Axiom-Crew Ax-3 (M. Lopez-Alegria, W. Villadei, A. Gezeravci, H. M. Wandt) für ungefähr 16 Tage die Internationale Raumstation. Damit erweiterte sich die Raumstationsbesatzung für die Expedition 70, die zu diesem Zeitpunkt aus den Crews Soyuz MS-24 (O. Kononenko, N. Chub, L. O’Hara) und SpaceX Crew-7 (J. Moghbeli, A. Mogensen, S. Furukawa, K. Borisov) bestand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anfang September 2024 bestand die Expedition 71 aus den Crews Soyuz MS-24 (O. Kononenko, N. Chub, T. Caldwell-Dyson), SpaceX Crew-8 (M. Dominick, M. Barratt, J. Epps, A. Grebyonkin) und der Boeing CFT-1 Crew (B. Wilmore, S, Williams). Die CFT-1 Crew gehörte ab dem 6. September 2024 offiziell zu Expedition 71. An diesem Tag dockte ihre Raumkapsel Boeing CST-100 Starliner unbemannt von der Internationalen Raumstation ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 11. September 2024 startete Soyuz MS-26 zur Internationalen Raumstation. An Bord waren die Raumfahrer Aleksei Ovchinin, Ivan Wagner und Donald Pettit. Diese lösten die Soyuz MS-24 Crew ab, welche mit dem Raumfahrzeug Soyuz MS-25 am 23. September 2024 zur Erde zurückkehrte. An Bord waren die Kosmonauten Oleg Kononenko, Nikolai Chub und Tracy Caldwell-Dyson. Das Abdocken von Soyuz MS-25 war gleichzeitig der Beginn der Expedition 72. Mit der Landung konnte Oleg Kononenko ein einmaliges Jubiläum feiern. Auf seinen fünf Langzeitexpeditionen verbrachte er 1110 Tage und 4 Stunden im Weltall. Dieser Weltrekord wird so schnell nicht eingeholt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sunita Williams und Barry Wilmore wurden am 29. September 2024 offiziell Crewmitglieder von SpaceX Crew-9, nachdem dieses Raumfahrzeug an der ISS angedockt hatte. Die Besatzung dieser Mission bestand ursprünglich aus Kommandant Zena M. Cardman, Pilot Tyler N. Hague und den Missionsspezialisten Stephanie D. Wilson und Aleksandr V. Gorbunov. Diese ursprüngliche Crew wurde später durch die Entscheidung des NASA-Chefastronauten Joe Acaba auf zwei Raumfahrer dezimiert. Letztendlich startete SpaceX Crew-9 mit dem Kommandanten Tyler N. Hague und dem Roscosmos Missionspezialisten Aleksandr V. Gorbunov. Die zwei leer bleibenden Sitze in der SpaceX-Raumkapsel werden durch Sunita Williams und Barry Wilmore belegt werden. Stephanie Wilson und Zena Cardman werden nun einer späteren Raumflugbesatzung zugeordnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>(Anmerkung der Redaktion: Nach einer Übergabe der Crew-Verantwortlichkeiten sollte die SpaceX Crew-8 am 8. Oktober 2024 im Golf von Mexiko landen. Schlechte Wetterbedingungen und der Durchzug des Hurrikan Milton führten dann zu einer mehr als 2-wöchigen Verzögerung, so dass die Landung von SpaceX Crew-8 erst am Freitag, den 25. Oktober 2024 stattfinden konnte.)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit besteht nach mehreren Crew-Wechseln die Besatzung von Expedition 72 nunmehr aus der ISS Kommandantin Sunita Williams und den Flugingenieuren Barry Wilmore, Aleksei Ovchinin, Ivan Wagner, Donald Pettit, Tyler Hague und Aleksandr Gorbunov.</p>



<p class="wp-block-paragraph">SpaceX Crew-10, bestehend aus den Crewmitgliedern Kommandantin Anne McClain, Pilotin Nichole Ayers, sowie den Missionsspezialisten Takuya Onishi und Kirill Peskov, bereiten sich auf ihren Start zur ISS vor. Dieser wird im Februar 2025 stattfinden. Für Kirill Peskov und Nichole Ayers wird es der erste Raumflug sein. Nichole Ayers ist damit gleichzeitig die erste Astronautin aus der NASA-Auswahlgruppe 23, die in den Weltraum startet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Frühjahr 2025 wird Axiom Space ihre vierte private Mission zur Internationalen Raumstation starten. Auf diesen Flug bereiten sich die frühere NASA-Astronautin Peggy Whitson, der Pilot Shubanshu Shukla (Indien) sowie die Missionsspezialisten Slawosz Uznanski (Polen) und Tibor Kapu (Ungarn) vor. Slawosz Uznanski gehört zu den ESA-Reserveastronauten, die im November 2022 von der ESA ausgewählt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Voraussichtlich im September 2025 soll dann der erste kommerzielle Starliner Flug zur ISS starten. Als Besatzung wurden ausgewählt: Kommandant Scott D. Tingle, Pilot Mike Fincke, der kanadische Missionsspezialist Joshua Kutryk. Der vierte Missionsspezialist ist möglicherweise der japanische Astronaut Kimiya Yui.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend gab es noch einzelne Fragen aus dem Auditorium. Die wichtigsten zwei Fragen sollen hier wiedergegeben werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frage von Cady Coleman (3 Flüge: STS-73; STS-93; Soyuz TMA-20 / ISS-26 / ISS-27): &#8222;Es gibt in der US-Regierung ein Programm, wonach ehemalige Regierungsbeamte bis zu 6 Monate an ihrem alten Arbeitsplatz aushelfen können. Im Hinblick auf die derzeitige stressige Situation im Astronautenbüro wäre das doch eine gute Sache. Macht die NASA so etwas?&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Antwort von Mike Fincke: &#8222;Möchtest Du zurückkommen? Wir nehmen Dich gerne zurück. Aber allen Ernstes. Das ist wirklich ein guter Vorschlag. Ich werde das mal im Astronautenbüro vorbringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als wir damals mit der Internationalen Raumstation anfingen, hatten wir auch viel zu tun. Was haben wir gemacht? Wir haben dann einfach die große Gruppe von 44 Raumfahrern eingestellt<em> (Anmerkung der Redaktion: NASA-Klasse 16, genannt „The Sardines“, ausgewählt am 1. Mai 1996).</em> Unsere technischen Einsätze in den Abteilungen dauerten sehr lange bevor wir dann zu unseren ersten Raumflügen nominiert wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also diesen exzellenten Vorschlag werde ich mitnehmen. So könnten wir unsere Astronauten im Astronautenbüro entlasten und könnten auch noch von den Erfahrungen partizipieren.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frage von Carl „Elvis“ Walz (4 Flüge: STS-51; STS-65; STS-79; STS-108 / ISS-04 / STS-111): &#8222;Wie sieht der momentane Status der Internationalen Raumstation aus? Ich habe gehört, das es ein Leck gibt und sehr viel Sauerstoff in den freien Weltraum austritt. Und was wird gerade unternommen, um die Situation zu lösen?&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Antwort von Mike Fincke: &#8222;Das ist tatsächlich gerade unser größtes Problem. Vor einigen Jahren haben wir im russischen Teil der Raumstation mehrere Risse in der Aluminiumhaut der Raumstation entdeckt. Sie befinden sich im Übergang vom Servicemodul zur hinteren Schleuse, an der Progress- und Soyuz-Raumschiffe andocken. Die Risse hat man immer wieder mit Flicken und einer Art Epoxydharz verschließen wollen. <em>(Anmerkung der Redaktion: Mike Fincke konnte nicht weiter auf die Art der Reparaturmethode eingehen, da es im russischen Teil der Raumstation und somit in russischer Verantwortung liegt.)</em> Leider ist die Leckrate von Sauerstoff mittlerweile so groß, dass wir die Luke zur Schleuse verschließen <em>(Anmerkung der Redaktion: Der Verlust an Sauerstoff hat im Frühjahr 2024 bei 3.7 lbs./day = 1.68 kg/Tag gelegen)</em>. Damit verhindern wir, dass Sauerstoff aus den anderen Modulen austreten kann. Deshalb können wir natürlich den hinteren Andockstutzen so nicht mehr nutzen. Die verbliebenen drei Andockstutzen werden dafür jetzt mehr durch russische Zubringerraumschiffe frequentiert. Zur Zeit wissen wir nicht, warum die Risse entstanden sind, daher konnten wir natürlich auch bisher keine dauerhafte Lösung erarbeiten. Nun, die Raumstation wird zwar erst 2030 aufgegeben und zum Absturz gebracht. Aber wir haben nun erst 2024 und es zeigen sich jetzt schon Abnutzungserscheinungen, die uns das Leben wirklich schwer machen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Update der NASA wurden die Kongressteilnehmer in die Kaffeepause entlassen. Hinterher ging Mike Fincke in einem separaten Vortrag auf das Starliner-Programm und die Zusammenarbeit zwischen NASA und Boeing ein. Dieses tat er so ausführlich, dass wir in einem separaten Artikel davon berichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>CSA</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der kanadische Astronaut David Saint-Jacques (Sojus MS-11 / ISS-58 / 59) gab danach ein Update zu den kanadischen Raumfahrtaktivitäten. Mehrere kanadische Raumfahrende werden in den nächsten Jahren an Raumflügen teilnehmen. Starliner 1 &#8211; Capcom Joshua Kutryk soll im August 2025 mit USCV 10 (CAN-4, dem vierten kanadischen Langzeitflug) zur Internationalen Raumstation starten. Momentan ist der Flug mit dem CST-100 / Starliner geplant. Jeremy Hansen und seine Back-up-Kollegin Jennifer Sidey-Gibbons trainieren zur Zeit für einen Flug mit Artemis II. Dieser Flug war für September 2025 geplant, wurde aber dann auf 2026 verschoben. Derzeit sind noch zwei weitere Raumflüge in einer ersten Planungsphase. Ein noch nicht benannter kanadischer Raumfahrer soll 2030 mit dem Flug USCV 20 (CAN-5) zur Raumstation fliegen. Eine weitere Fluggelegenheit ergibt sich vielleicht für das Jahr 2033, dann ergäbe sich möglicherweise eine Option für einen noch nicht näher bezeichneten Flug zur geplanten Mondorbitalstation Gateway.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch erinnerte David Saint-Jacques in seinem Vortrag an ein Flugjubiläum, welches sich am 5. Oktober 2024 zum 40. Mal jährte: Am 05. Oktober 1984 startete das Space Shuttle Challenger zur Mission STS-41G. Dieser Flug dauerte etwas mehr als acht Tage. An Bord war Marc Garneau, der als Nutzlastspezialist eingesetzt war. Dieser wurde damit der erste kanadische Staatsbürger, der in den Weltraum geflogen ist.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1664-Jubilaeum-CSA-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="40. Jahrestag des Starts von Marc Garneau als erstem Kanadier in den Weltraum Bild: Kirsten Müller" data-rl_caption="" title="40. Jahrestag des Starts von Marc Garneau als erstem Kanadier in den Weltraum Bild: Kirsten Müller" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="390" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1664-Jubilaeum-CSA-260-px.jpg" alt="40. Jahrestag des Starts von Marc Garneau als erstem Kanadier in den Weltraum Bild: Kirsten Müller" class="wp-image-146837" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1664-Jubilaeum-CSA-260-px.jpg 390w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1664-Jubilaeum-CSA-260-px-300x200.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1664-Jubilaeum-CSA-260-px-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 390px) 100vw, 390px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">40. Jahrestag des Starts von Marc Garneau als erstem Kanadier in den Weltraum <br>Bild: Kirsten Müller</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der ISS gibt es für Biowissenschaften drei kanadische Einrichtungen: den Bio-Monitor, den Mobil-O-Graphen und den Bio-Analyzer. Kanada betreibt dort Forschung auf elf Gebieten der Weltraummedizin. Auch wird Kanada die ISS bis 2030 unterstützen mit dem Betreiben des Canadarm2 / Dextre, das sind ewa 2,3 % der ISS-Zusammenarbeit. Canadarm2 wird mehr und mehr vom Boden aus gesteuert und im August 2024 fing er mit NG21 sein 50. frei fliegendes Objekt seit der Installation im Jahr 2009 ein. Für die Zeit nach dem Ende der ISS plant Kanada, sich ab 2029 mit Canadarm-3 an Gateway zu beteiligen. Dieser wird etwas kleiner sein als Canadarm2, wird für Einsätze ohne Crewbeteiligung unabhängiger operieren und soll Außenbordeinsätze unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Artemis-II wird Jeremy Hansen der erste Nicht-US-Bürger sein, der die Erdumlaufbahn verlassen und zum Mond fliegen wird. Kanada wird sich auch um 2033 herum an einem Mondfahrzeug beteiligen. Dieses wird man gebrauchen können für logistische Zwecke, für den Transport von Lasten und für Bauarbeiten. Außerdem wird an Programmen zur medizinischen Versorgung und zur Lebensmittelproduktion im tiefen Weltraum gearbeitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Ende der Präsentation wurde die folgende Frage gestellt: Da der Canadarm ja eine Kamera ersetzt habe, die vor 25 Jahren entworfen worden war: war dieses ein Gedanke von vor 25 Jahren oder von danach? Saint-Jacques antwortete, dass man erst vor relativ kurzer Zeit auf die Idee gekommen ist, dass der Canadarm manche Verrichtungen auch automatisch tun könne. Ursprünglich wurde größtenteils nur an Bedienung durch Menschen gedacht. Mittlerweile denkt man auch über Software für automatische Bedienung nach. Die zweite Frage galt den kanadischen Beiträgen im Bereich der medizinischen Versorgung der Raumfahrenden. Dieses Gebiet liegt Saint-Jacques als Mediziner besonders am Herzen. Man selektiere zuerst mal besonders gesunde Leute, jedoch müsse im Hinblick auf Langzeitmissionen die medizinische Versorgung verbessert werden. Ähnlich sei das in Kanada selbst in ländlichen Gegenden auch. Man müsse also darüber noch weiter forschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit diesem Vortrag wurde der technische Teil des zweiten Tages abgeschlossen. Nachmittags fand für die Teilnehmenden des Kongresses ein Rahmenprogramm in Amsterdam in Form eines Konzertes, eines Empfangs beim niederländischen König und eines Abendessens statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=20337.msg571959#msg571959" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">ASE-Kongresse</a></li>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>XXXV. ASE Planetary Congress Noordwijk – Das Starliner-Programm und die Zusammenarbeit zwischen NASA und Boeing</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/xxxv-ase-planetary-congress-noordwijk-das-starliner-programm-und-die-zusammenarbeit-zwischen-nasa-und-boeing/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Feb 2025 14:47:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Besatzungen]]></category>
		<category><![CDATA[Flüge zur ISS]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
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		<category><![CDATA[Starliner]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vom 29. September bis zum 6. Oktober 2024 fand unter dem Motto „Generation Space – Shaping the future together“ der XXXV. ASE Planetary Congress in den Niederlanden statt. In einem sehr ausführlichen Vortrag in der zweiten technischen Vortragsreihe ging Mike Fincke auf das Starliner-Programm und die Zusammenarbeit zwischen NASA und Boeing ein. Autoren: Ingo Muntenaar [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading"><br><br><br><strong>Vom 29. September bis zum 6. Oktober 2024 fand unter dem Motto „Generation Space – Shaping the future together“ der XXXV. ASE Planetary Congress in den Niederlanden statt. In einem sehr ausführlichen Vortrag in der zweiten technischen Vortragsreihe ging Mike Fincke auf das Starliner-Programm und die Zusammenarbeit zwischen NASA und Boeing ein.</strong></h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Autoren: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Kongressbesuch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Update zum Starliner wurde mit den Schlagzeilen aus Nachrichtenmagazinen eingeleitet. „Stuck in Space“ mit den Konterfeis von Sunita Williams und Barry Wilmore oder die Umbenennung von Starliner in „Stuckliner“ waren nur einige der Überschriften, die eingeblendet wurden. Allerdings haben Videos, die während des Kongresses eingeblendet wurden, gezeigt, dass Sunita Williams und Barry Wilmore nicht im Weltraum gestrandet sind.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1638-Schlagzeilen-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Mike Fincke zeigt Schlagzeilen zu Starliner Bild: Kirsten Müller" data-rl_caption="" title="Mike Fincke zeigt Schlagzeilen zu Starliner Bild: Kirsten Müller" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="390" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1638-Schlagzeilen-260-px.jpg" alt="Mike Fincke zeigt Schlagzeilen zu Starliner Bild: Kirsten Müller" class="wp-image-146854" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1638-Schlagzeilen-260-px.jpg 390w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1638-Schlagzeilen-260-px-300x200.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1638-Schlagzeilen-260-px-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 390px) 100vw, 390px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Mike Fincke zeigt Schlagzeilen zu Starliner 
Bild: Kirsten Müller</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Mike Fincke hat es die NASA gleichzeitig mit drei verschiedenen, brandneuen Raumkapseln zu tun, SpaceX Crew Dragon, Boeing CST-100 Starliner und Orion, wobei schon die Handhabung mit einem einzigen Raumfahrzeug eine Herausforderung bedeutet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend gibt Mike Fincke einen Überblick über das kommerzielle, bemannte Raumfahrtprogramm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor 10 Jahren, 2014, kurz nach dem XXVII ASE Planetary Congress in China wurden weitreichende Entscheidungen für das Commercial Crew Programm angekündigt. Dabei ist man davon ausgegangen, dass der Wettbewerb zwischen drei Teilnehmern (Boeing, SpaceX, Sierra Nevada) entschieden würde, und man sich auf einen Lieferanten für das zukünftige Raumfahrzeug einigen würde. Aber entgegen dieser Annahme wurden zwei Unternehmen für das zukünftige bemannte Weltraumprogramm ausgewählt. Nur Sierra Nevada (mittlerweile Sierra Space) ist aus diesem Wettbewerb ausgeschieden. Mittlerweile hat Sierra Space sein unbemanntes Raumtransportsystem Dream Chaser vorgestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vereinigten Staaten wollten das Wachstum eines kommerziellen Raumfahrtsektors im erdnahen Weltraum fördern und erleichtern. Dabei sollten die USA eine Führungsrolle bei der Schaffung neuer Märkte einnehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Raumfahrtbehörde NASA sollte von einem Teil der technischen Arbeit entlastet werden. Diese sollte von kommerziellen Partnern übernommen werden. Drei Schlüsselthemen, die einige der Veränderungen unterstreichen, hat die NASA im Hinblick auf den kommerziellen Raumfahrtsektor bereits in Angriff genommen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die Rolle des Privatsektors als Partner und nicht als Auftragnehmer. Als Beispiel nannte Mike Fincke das Space Shuttle. Dieses Raumtransportsystem gehörte den Vereinigten Staaten. Beim SpaceX-System ist das nicht mehr der Fall. Die Dragon-Kapseln sind im Besitz von SpaceX. Der Starliner gehört Boeing.</li>



<li>Die NASA kauft Dienstleistungen von diesen Raumfahrtfirmen und nicht mehr die Hardware.</li>



<li>Private Firmen können ihren Einfallsreichtum schneller in Innovationen umsetzen.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Die Anforderungen, die die NASA für das kommerzielle Crew-Programm an die industriellen Partner gestellt hatte, sahen folgende Randbedingungen vor:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Lieferung und Rückkehr von vier Besatzungsmitgliedern und ihrer Ausrüstung zur Internationalen Raumstation</li>



<li>Sicherstellung der Rückkehr der Besatzung im Falle eines Notfalls</li>



<li>Im Falle eines Notfalls als 24-stündiger sicherer Hafen dienen</li>



<li>210 Tage lang an die Internationale Raumstation angedockt bleiben können</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dem kommerziellen Crew-Programm wurden zwei Partner ausgewählt, Boeing und SpaceX. Boeing war der NASA bereits als vertrauensvoller Lieferant bekannt, da sie maßgeblich am Bau der Internationalen Raumstation beteiligt waren. SpaceX war die große Unbekannte. Sie bekamen gewissermaßen eine „Wildcard“. Die NASA wusste nicht was mit diesem Vertragspartner auf sie zukam. SpaceX hätte mit seinem Lösungsansatz sehr erfolgreich oder auch komplett erfolglos sein können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">SpaceX war mit seiner Crew Dragon, die mit der Falcon 9 Rakete gestartet wurde, bisher sehr erfolgreich. Folgende Missionen sind erfolgreich durchgeführt worden:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>SpX DM-1: 2. März 2019 – 8. März 2019 (keine Besatzung) </li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>SpX DM-2: 30. Mai 2020 – 1. August 2020 (Hurley, Behnken)</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>SpaceX Crew-1: 16. November 2020 – 2. Mai 2021 (Hopkins, Glover, Noguchi, Walker) </li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>SpaceX Crew-2: 23. April 2021 – 9. November 2021 (Kimbrough, McArthur, Hoshide, Pesquet)</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>SpaceX Crew-3: 11. November 2021 – 6. Mai 2022 (Chari, Marshburn, Maurer, Barron)</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>SpaceX Crew-4: 27. April 2022 – 14. Oktober 2022 (Lindgren, Hines, Cristoforetti, Watkins)</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><em>(Anmerkung der Redaktion: Über die weiteren Flüge hatte Mike Fincke bereits in seinem ersten Teil berichtet)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Beginn der operationellen Flüge hat SpaceX sein Vertragsvolumen sogar übererfüllt. War SpaceX anfangs davon ausgegangen, dass sie einen Crew Dragon-Flug pro Jahr zur Internationalen Raumstation durchführen mussten, so belief sich diese Anzahl nunmehr auf zwei Flüge. Der eine Flug pro Jahr, den Boeing vertragsgemäß mit dem CST-100 / Starliner absolvieren sollte, konnte nicht erfüllt werden. SpaceX hat diese Lücke im Flugplan gefüllt und weitere Ressourcen dafür aufgebaut. Allerdings würde SpaceX gerne Erfolge beim Boeing-Team sehen. Die hohe Arbeitsbelastung macht der SpaceX-Belegschaft zu schaffen. Sie würden gerne turnusmäßig auf einen Crew Dragon-Flug pro Jahr zurückkehren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Boeing sieht die Situation allerdings etwas anders aus. Die Raumkapsel CST-100 / Starliner wird durch die Trägerrakete ULA / Atlas V N22 in den Weltraum gebracht. Da von der Atlas V allerdings nur noch 6 oder 7 flugbereite Raketen vorhanden sind, soll die Atlas V durch die ULA / Vulcan ersetzt werden.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1646-erste-geplante-CFT1-Crew-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Geplante CFT-1-Besatzung: Christopher Ferguson und Nicole Mann mit Ersatzmann Mike Fincke Bild: NASA" data-rl_caption="" title="Geplante CFT-1-Besatzung: Christopher Ferguson und Nicole Mann mit Ersatzmann Mike Fincke Bild: NASA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="390" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1646-erste-geplante-CFT1-Crew-260-px.jpg" alt="Geplante CFT-1-Besatzung: Christopher Ferguson und Nicole Mann mit Ersatzmann Mike Fincke Bild: NASA" class="wp-image-146856" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1646-erste-geplante-CFT1-Crew-260-px.jpg 390w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1646-erste-geplante-CFT1-Crew-260-px-300x200.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1646-erste-geplante-CFT1-Crew-260-px-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 390px) 100vw, 390px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Geplante CFT-1-Besatzung: Christopher Ferguson und Nicole Mann mit Ersatzmann Mike Fincke 
Bild: NASA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Zeitplan für die Flugtests sah einen unbemannten OFT (Orbital Flight Test) vor. Dieser fand vom 19. bis zum 22. Dezember 2019 statt. Dieser Flug sollte an die Internationale Raumstation andocken, allerdings wurde dieser Versuch abgebrochen. Ein weiterer unbemannter Flug mit der Bezeichnung OFT-2 fand vom 19. bis zum 21. Mai 2022 statt. Dieses Mal war die Kopplung mit der Internationalen Raumstation erfolgreich. 2021 sollte dann der erste bemannte Testflug (CFT – Crewed Flight Test) zur ISS stattfinden. Als Crew für diesen Testflug wurden Christopher Ferguson, Nicole Mann und Eric Boe benannt <em>(Anmerkung der Redaktion: Letzterer wurde aus gesundheitlichen Gründen durch Mike Fincke ersetzt)</em>. Der Testflug zur Internationalen Raumstation sollte eine Flugdauer von sechs Monaten haben. Nach diesem Flug war ab Mitte 2022 der Beginn der operationellen Phase (CTS-1 – Crew Transportation System) mit einer vierköpfigen Besatzung geplant. Als Crewmitglieder wurden unter anderem Josh Cassada, Sunita Williams und Jeanette Epps genannt <em>(Anmerkung der Redaktion: Suni Williams befindet sich zur Zeit auf der ISS; Jeanette Epps ist mit SpaceX Crew-8 zur Raumstation geflogen)</em>. Für den CFT wurden die Besatzungen weiter durchgetauscht und letztendlich fiel die Wahl auf Sunita Williams und Barry Wilmore mit dem Ersatz-Crewmitglied Mike Fincke. Mike Fincke ist dann als Pilot für die CTS-1 Mission benannt worden. Als weitere Besatzungsmitglieder für diesen Flug sind Scott Tingle als Kommandant, sowie der kanadische Astronaut Joshua Kutryk und der japanische Astronaut Kimiya Yui als Missionsspezialisten nominiert.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1637-CTS-1-Crew-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Geplante CTS-Besatzung: Scott Tingle, Mike Fincke, Joshua Kutryk Bild: NASA" data-rl_caption="" title="Geplante CTS-Besatzung: Scott Tingle, Mike Fincke, Joshua Kutryk Bild: NASA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="390" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1637-CTS-1-Crew-260-px.jpg" alt="Geplante CTS-Besatzung: Scott Tingle, Mike Fincke, Joshua Kutryk Bild: NASA" class="wp-image-146852" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1637-CTS-1-Crew-260-px.jpg 390w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1637-CTS-1-Crew-260-px-300x200.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1637-CTS-1-Crew-260-px-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 390px) 100vw, 390px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Geplante CTS-Besatzung: Scott Tingle, Mike Fincke, Joshua Kutryk Bild: NASA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erster Testflug OFT-1</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 20. Dezember 2019 um 11:36 Uhr GMT startete die Atlas-V mit ihrer Nutzlast zum Testflug OFT-1. Das Hauptproblem trat beim Einschuss in die Erdumlaufbahn auf. Die Raumkapsel hatte eine falsche Zeiteinstellung der Missionsuhr von der Atlas V-Borduhr übernommen. Der Fehler resultierte aus einer falschen Zuweisung des Softwarecodes, was wiederum zu einem Fehler beim Einschuss in die Erdumlaufbahn (Orbital Insertion Burn) führte. Ein weiteres Softwareproblem hätte zum Totalverlust der Flughardware führen können. Das Servicemodul hätte beim Wiedereintritt mit dem Besatzungsmodul kollidieren können, wenn nicht mitten in der Mission Software-Updates übertragen worden wären. Die Landung erfolgte am 22. Dezember 2019, 12:58 Uhr GMT am vorgesehenen Landeplatz White Sands Missile Range, New Mexico.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Fehleranalyse des Fluges OFT-1 forderte die NASA den Hersteller Boeing auf, 80 Softwarekorrekturen vorzunehmen, wobei der Schwerpunkt auf End-to-End-Tests und Codeüberprüfung lag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war für die NASA der erste Hinweis, dass Boeing keine integrierten End-to-End Tests durchgeführt hatte. Dabei wird überprüft, ob jede Komponente innerhalb des gesamten Systems in realen Szenarien korrekt funktioniert, um sicherzustellen, dass sich die Software / Hardware aus Sicht des Benutzers wie vorgesehen verhält. Da Boeing als Lieferant von Hardware für die Raumstation solche Tests wohl durchgeführt hatte, war die NASA davon ausgegangen, dass Boeing das nun wiederum getan habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit den entsprechenden Korrekturen hätte im August 2021 der OFT-2 Testflug stattfinden sollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erster Startversuch OFT-2 am 4. August 2021</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im August 2021 stand die Atlas V mit der Nutzlast OFT-2 bereits auf der Startrampe als 2 Tage vor dem Start heftige Regenschauer über Florida hereinbrachen. Am Starttag wurden noch etliche Pre-Flight Checks an den Treibstoffventilen der Triebwerke vorgenommen. Die Ventile haben bei diesen Kontrollen nicht angesprochen. Es stellte sich heraus, dass Feuchtigkeit in die Treibstoffventile des Antriebssystems eingetreten waren. Die hypergolen Treibstoffe (Stickstofftetroxid – N<sub>2</sub>O<sub>4</sub> und Monomethylhydrazin – N<sub>2</sub>H<sub>3</sub>(CH<sub>3</sub>) ) haben in Verbindung mit Wasser zu Korrosion in den Ventilen geführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ingenieure konstruierten die Ventile neu, um die Abdichtung zu verbessern und somit zukünftig Feuchtigkeitsschäden auszuschließen. Anhand neuer Testprotokolle konnten die Ventile zertifiziert werden. Dies führte zu weiteren Startverzögerungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zweiter Startversuch OFT-2 am 19. Mai 2022</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 19. Mai 2022 um 22:54 Uhr GMT startete die Atlas-V Rakete. Der Flug der Atlas-V verlief reibungslos und OFT-2 konnte planmäßig in der Erdumlaufbahn abgetrennt werden. Beim Zünden der OMACS-Triebwerke (Orbital Maneuvering) des CST-100 wurde ein Paket mit zwei Orbitaltriebwerken vom bordseitigen Flugkontrollsystem des OFT-2 Servicemoduls abgeschaltet. Mit den zehn verbliebenen Orbitaltriebwerken und den kleineren Lageregelungstriebwerken konnte der Flug fortgesetzt werden und die weiteren Bahnmanöver konnten problemlos durchgeführt werden. CST-100 dockte am 21. Mai 2022 an die ISS an. Die Starliner-Luke wurde am gleichen Tag um 16:04 Uhr GMT geöffnet. Nach 4 Tagen und 18 Stunden gemeinsamen Flug wurde CST-100 / Starliner von der Raumstation abgekoppelt und trat einige Stunden später in die Erdatmosphäre ein. Die Landung erfolgte am 25. Mai um 22:49 Uhr GMT am vorgesehenen Landeplatz White Sands Missile Range, New Mexico. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach diesem erfolgreichen Testflug ging man nunmehr davon aus, dass der bemannte Starliner Flug CFT-1 stattfinden könnte. Mit OFT-2 hatte Boeing die Einsatzbereitschaft bewiesen und die NASA ging nun davon aus, dass es in Kürze zu einem halbjährigen Wechsel des Zubringerraumschiffes für die Besatzungen zwischen SpaceX und Boeing kommen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weg zum CFT (Crew Flight Test):</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Testflug im Juni 2023 war nicht mehr zu halten. Bei der Endkontrolle im Frühjahr 2023 wurden erneut Probleme aufgedeckt. Elektrische Leitungen waren mit brennbarem Klebeband umwickelt. An den Stellen, an denen das Klebeband nicht entfernt werden konnte, wurde das Klebeband mit einer nichtbrennbaren Schutzschicht versehen. Diese Arbeiten waren bis zum Herbst 2023 abgeschlossen. Allerdings wurden im Frühjahr auch Probleme mit den Fallschirmgurten registriert. Einige Fallschirmschlingen entsprachen nicht den aktuellsten Sicherheitsstandards und das Fallschirmsystem war damit nicht ordnungsgemäß getestet worden. Ein überarbeitetes Fallschirmsystem wurde angefertigt und musste dann für eine Flugzertifizierung getestet werden. Der Abwurftest mit einem überarbeitetem Fallschirmsystem fand erfolgreich in Yuma im Bundesstaat Arizona statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl das Ende des Raumstationsprogramms, welches für 2030 terminiert ist, immer näher rückt, will die Raumfahrtbehörde NASA immer noch zwei konkurrierende bemannte Fahrzeuge als Zubringerraumschiffe für die Internationale Raumstation haben. Ziel ist es, jedes Jahr einen bemannten Flug mit Boeing und SpaceX durchzuführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Starttermin CFT-1:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Start für den bemannten Testflug CFT-1 war für den 6. Mai 2024 terminiert. Frühere Termine waren durch den Zubringerverkehr bemannter und unbemannter Raumschiffe nicht möglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 25. April 2024 flogen die beiden designierten Crewmitglieder Barry E. Wilmore und Sunita L. Williams von der Ellington Air Base, Houston mit ihren T-38 nach Florida, um sich dort umgehend in die Quarantäne zu begeben.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1649-CFT-Crewmitglieder-Sunita-Williams-und-Butch-Wilmore-mit-Ersatzmann-Fincke-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="CFT Crewmitglieder Sunita Williams und Butch Wilmore mit Ersatzmann Mike Fincke Bild: Boeing / NASA" data-rl_caption="" title="CFT Crewmitglieder Sunita Williams und Butch Wilmore mit Ersatzmann Mike Fincke Bild: Boeing / NASA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="390" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1649-CFT-Crewmitglieder-Sunita-Williams-und-Butch-Wilmore-mit-Ersatzmann-Fincke-260-px.jpg" alt="CFT Crewmitglieder Sunita Williams und Butch Wilmore mit Ersatzmann Mike Fincke Bild: Boeing / NASA" class="wp-image-146858" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1649-CFT-Crewmitglieder-Sunita-Williams-und-Butch-Wilmore-mit-Ersatzmann-Fincke-260-px.jpg 390w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1649-CFT-Crewmitglieder-Sunita-Williams-und-Butch-Wilmore-mit-Ersatzmann-Fincke-260-px-300x200.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/IMG_1649-CFT-Crewmitglieder-Sunita-Williams-und-Butch-Wilmore-mit-Ersatzmann-Fincke-260-px-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 390px) 100vw, 390px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">CFT Crewmitglieder Sunita Williams und Butch Wilmore mit Ersatzmann Mike Fincke
Bild: Boeing / NASA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Am 6. Mai 2024 saßen Butch Wilmore und Suni Williams bereits angeschnallt in ihren Konturensitzen und warteten auf das Zünden der Haupttriebwerke. Zwei Minuten vor dem Start wurde dieser Versuch allerdings abgebrochen. Diesmal lag es nicht am CST-100 / Starliner, sondern die sonst als sehr zuverlässig geltende Atlas-V hatte ein Problem in der Centaur-Oberstufe. Ein Überdruckventil am Sauerstofftank war defekt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Austausch des defekten Überdruckventils wurde ein erneuter Startversuch am 1. Juni 2024 unternommen. Dieses Mal sorgte ein Software-Fehler im Computer des Startsequenzers zum Stoppen des Countdowns. Außerdem wurde ein Heliumleck in einem der 28 Lageregelungstriebwerke im Starliner detektiert. Dieses Leck war aber nicht ausschlaggebend für den Startabbruch. Nach etlichen Meetings wurde auf eine Reparatur des Lageregelungstriebwerks verzichtet. Die Ausgasungsrate war zu gering und hätte den Flug nicht gefährdet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 5. Juni 2024 um 14:52:15 Uhr GMT erhob sich Atlas-V mit seiner Nutzlast von der Startrampe SLC-41 zum ersten bemannten Flug. Beim Anflug auf die Raumstation wurden die ersten Ausfälle von Lageregelungstriebwerken bemerkt, aber dadurch, dass genügend redundante Systeme vorhanden waren, wurden die Annäherungsmanöver an die Raumstation fortgeführt. Am 6. Juni 2024 um 17:34 Uhr GMT erfolgte das Andocken, und nach den obligatorischen Leckchecks zwischen Starliner und dem Andockmodul wurden die Luken zwischen Starliner und der ISS geöffnet. Die Leckrate und der Ausfall einiger Lageregelungstriebwerke wurden im Missionskontrollzentrum massiv diskutiert. Gleichzeitig wurden beim Hersteller Bodentests von baugleichen Triebwerken durchgeführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Butch Wilmore und Suni Williams wurden währenddessen voll in die Bordaktivitäten der Expedition 71 integriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die NASA entschloss sich dazu, den Rückflug vom Starliner ohne Besatzung durchzuführen. Auf dem Rückweg zur Erde sollten weitere Triebwerktests durchgeführt werden um eine bessere Datenlage zu gewinnen, ohne die vorherigen Besatzungsmitglieder in Gefahr zu bringen. Barry „Butch“ Wilmore und Sunita „Suni“ Williams blieben an Bord der Raumstation zurück. Sunita Williams hält nun das Kommando für Expedition 72.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Abdocken von Starliner erfolgte am 6. September 2024 um 22:04 Uhr GMT. Die Bremstriebwerke vom Starliner wurden um 03:17 Uhr GMT gezündet. Planmäßig wurde das Servicemodul abgetrennt. Der weitere Abstieg in der Atmosphäre wurde durch die Fallschirme abgebremst und die Landung von Starliner erfolgte, abgebremst durch die Airbags, am 7. September 2024 um 04:01 Uhr GMT auf dem Testgelände der White Sands Missile Range in New Mexico.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Rückweg von der ISS zur Erde wurden keine weiteren Probleme mit den Lageregelungstriebwerken registriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fehleranalyse der Lageregelungstriebwerke</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den In-orbit Operationen wurden die Lageregelungstriebwerke mit kleinen Schubstößen gefeuert. Dabei überhitzte sich nicht nur dieses Triebwerk, sondern auch die anderen Lageregelungstriebwerke, die unter der Gehäuseabdeckung zusammengefasst waren. Die Wärme konnte nicht schnell genug abgeführt werden. Lange Triebwerkstöße führen dazu, dass der unterkühlte Treibstoff, der durch die Zuleitungen zugeführt wird, ebenfalls einen Kühleffekt auf die weiteren Triebwerkpakete in dem entsprechenden Gehäuse haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Falsche Annahmen beim Erstellen des thermischen Modells führten zu diesem gravierenden Konstruktionsfehler. Die Vielzahl der Triebwerkszündungen beim Anflug auf die Raumstation dienen natürlich bei einem Testflug der Überprüfung, ob die theoretischen Annahmen der Flugsteuerung mit den realen Flugbewegungen übereinstimmen. In diesem Fall führten diese Triebwerkpulse jedoch zu einer thermischen Belastung und zu einer Ausdehnung der Ventile. Teflondichtungen in den Ventilen dehnten sich in der Hochtemperaturumgebung aus, wodurch der Oxidationsmittelfluss eingeschränkt wurde. Dieses wiederum führte zur Verringerung der Effizienz der Triebwerke.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Hinflug des Starliner hat eins von 28 Triebwerken gar nicht funktioniert, und mehrere dieser Triebwerke haben nur eingeschränkt gearbeitet. Während der Dockingphase an die Raumstation gab es immer wieder technische Meetings, in denen die Leistungen der Triebwerke erörtert wurden. Auch stellte sich die Frage, ob sich nach dem Ablegen des Starliner von der Raumstation die Situation mit den Triebwerken noch verschlechtern würde. Weitere Triebwerktests an Testständen haben zu einem tiefergehenden Verständnis über die Triebwerkprobleme geführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abschließende Diskussionen führten dazu, dass die Triebwerksprobleme Auswirkungen auf die weiteren Zubringerflüge mit CST-100 / Starliner zur Internationalen Raumstation haben werden. So werden operationelle Flüge erst nach Behebung der Designfehler beginnen. Für Barry Wilmore und Sunita Williams bedeuteten die fehlerhaften Lageregelungstriebwerke einen Verbleib auf der Raumstation und die Rückkehr mit einer Crew Dragon zu einem späteren Zeitpunkt im März 2025 <em>(Anmerkung der Redaktion: Bei der Präsentation wurde noch der Februar 2025 als Rückkehrtermin mit Crew Dragon genannt)</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Flugplanung bedeutete das, dass Zena Cardman und Stephanie Wilson nicht Teil der Besatzung von SpaceX Crew-9 sein würden. Diese beiden Sitze werden beim Abkoppeln von der Raumstation durch Barry Wilmore und Sunita Wilson belegt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Boeing bedeutet der Testflug vom Starliner nur ein Teilerfolg. Für eine zukünftige Einsatzbereitschaft vom Starliner muss Boeing weitere Thermal- und Funktionstests an den Lageregelungstriebwerken absolvieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die weiteren Fragen, die sich nach dem Testflug stellen sind folgende:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ist Starliner nach diesem ersten Testflug voll einsatzbereit? Möglicherweise nicht mit den Daten, die man aus diesem Flug gewonnen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Welche Tests fehlen noch? Mit welchen thermischen Modellen will man zukünftig arbeiten?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie werden zukünftig die Lageregelungstriebwerke benutzt werden dürfen, ohne dass man die Triebwerke überhitzt?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wird CST-100 / Starliner überhaupt die Einsatzreife erhalten, um die halbjährlichen Rotationsphasen gemeinsam mit der Crew Dragon zu schaffen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was kann man aus den Fehlern lernen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Integrierte Tests: </strong>Zukünftige Raumfahrzeuge sollten integrierten Systemtests über einen kompletten Missionszyklus vom Start bis zur Landung unterzogen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dadurch kann man die Fehler vom Starliner OFT-1 – Flug vermeiden. Im Gegensatz zu SpaceX hat Boeing eben die Hardware nicht gut genug getestet. Boeing kauft Hardware von unterschiedlichen Lieferanten. Diese Hardware hat ein Readiness Review durchlaufen. Die Funktionalität eines Bauteils muss der Lieferant gegenüber seinem Kunden nachweisen. Damit ist das Bauteil zertifiziert. Nach dem Zusammenbau der einzelnen Komponenten bei Boeing hat es keinen integrierten Test der Baugruppe mehr gegeben, da jedes einzelne Bauteil seine Zertifizierung durch die Tests beim Kunden ja erhalten hat. Daher musste nach der Logik von Boeing auch die Baugruppe funktionieren, denn jedes einzelne Bauteil wurde durch Tests abgenommen. Wenn z.B. ein integrierter Test der Lageregelungsdüsen inklusive Gehäuse stattgefunden hätte, wären die Thermalprobleme während des Fluges in diesen Baugruppen niemals aufgetreten bzw. wären vorher aufgefallen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Überprüfung der Software: </strong>Umfassende Software-Audits, einschließlich End-to-End-Simulationen, müssen Standard sein, um Software-Probleme wie bei OFT-1 zu vermeiden, die beinahe zu einem katastrophalen Ausfall geführt hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Simulation der Software innerhalb einem integrierten Systemtest hat nicht stattgefunden. Um die Probleme anschließend zu beseitigen, wurden vier Jahre und zwei unbemannte OFT’s (Orbital Flight Test) benötigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Antrieb und Ventilkonstruktion: </strong>Eine ordnungsgemäße Isolierung und Feuchtigkeitskontrolle in Antriebssystemen sollte Vorrang haben, um Korrosionsprobleme bei Ventilen zu vermeiden, wie sie bei OFT-2 auftraten und zu Verzögerungen führten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Zusammenführen und Verbrennen von hypergolen Treibstoffen in den Lageregelungstriebwerken bereitet sehr große Probleme. Man hatte gehofft, dass man genug Wissen dafür aus den Lageregelungstriebwerken aus dem Space Shuttle Programm gewonnen hätte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wärmemanagement: </strong>Eine fortschrittliche Echtzeit-Wärmeüberwachung und verbesserte Methoden zur Wärmeableitung sind entscheidend, um Überhitzungsprobleme zu vermeiden, die zu Fehlfunktionen der Starliner-Triebwerke führten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entscheidungsfindung, ob Sunita Williams und Barry Wilmore den Rückflug im Starliner antreten sollen, hat beinahe 4 Wochen gedauert. Es gab keine genauen Wärmemodelle für die Lageregelungstriebwerke während der Wiedereintrittsphase der Boeing Raumkapsel. Wenn man eine bessere Sensorik und frühzeitig bessere Tests vor dem Raumflug gemacht hätte, hätte es Thermalmodelle gegeben, die die Situation im Weltraum besser eingeschätzt hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss an die Präsentation wurden viele Fragen aus dem Auditorium gestellt. Von diesen bezogen sich etliche auf die Flughardware, die Mike Fincke nicht ausreichend beantworten konnte, weil noch weitere Tests, beispielslweise der Lageregelungstriebwerke, ausstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Frage von Reinhold Ewald (Soyuz TM 25 / Soyuz TM-24) bezog sich auf die Besatzungsstärke der Internationalen Raumstation und die Anzahl der Sitze für die Rückkehrkapsel. Er wunderte sich, warum diese Ausgeglichenheit im Herbst 2024 nicht mehr eingehalten wurde. Starliner ist zur Erde zurückgekehrt, ohne dass es ausreichend Sitze in den Rückkehrkapseln gab. Ewald stellte die Frage, ob es eine Risikobewertung gab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Starliner an die Internationale Raumstation andockte, waren die Probleme mit den Lageregelungstriebwerken noch nicht so groß. Diese Problematik verstärkte sich erst nach dem Andocken. Zu diesem Zeitpunkt gab es auch ausreichend Sitze in den Rückkehrkapseln. <em>(Anmerkung der Redaktion: Anzahl der Sitze in den angedockten Raumfahrzeugen: 2 Plätze im Boeing Starliner für Sunita Williams und Barry Wilmore; 4 Plätze auf SpaceX Crew-8 für Matthew Dominick, Michael Barratt, Jeanette Epps und Aleksandr Grebyonkin; 3 Plätze auf Soyuz MS-25 für Oleg Kononenko, Nikolai Chub und Tracy Caldwell Dyson)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem Starliner am 6. September 2024 abgelegt hatte, hätte es bei einer Evakuierung der Raumstation keine Rückflugmöglichkeit für Williams und Wilmore mehr gegeben. Sie wären buchstäblich auf der „sinkenden Titanic“ verblieben, da es kein Rettungsboot mehr gab. Für diesen Fall gab es eine Absprache zwischen NASA und SpaceX. „Seatliner“ für Williams und Wilmore wurden in dem Bodenbereich des SpaceX-Raumfahrzeugs so integriert, dass beide Raumfahrer so sicher und verletzungsfrei wie möglich mit der vierköpfigen Stammbesatzung von Crew-8 zur Erde hätten zurückkehren können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Zeitraum zwischen dem Abkoppeln von Starliner und dem Andocken von SpaceX Crew-9 am 29. September 2024 gab es dann tatsächlich ein höheres Risiko für den Fall einer Evakuierung und einem Abdocken der Raumfahrzeuge.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=20337.msg572180#msg572180" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">ASE-Kongresse</a></li>
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			</item>
		<item>
		<title>XXXV ASE Planetary Congress Noordwijk – Niederländische Beiträge zur Raumfahrt</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/xxxv-ase-planetary-congress-noordwijk-niederlaendische-beitraege-zur-raumfahrt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Feb 2025 18:21:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Flüge zur ISS]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
		<category><![CDATA[Module]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vom 29. September bis zum 6. Oktober 2024 fand unter dem Motto „Generation Space – Shaping the future together“ der XXXV. ASE Planetary Congress in den Niederlanden statt. In der ersten technischen Vortragsreihe wurden niederländische Beiträge zur astronautischen Raumfahrt vorgestellt. Autor: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Kongressbesuch. Die erste Reihe fachlicher Vorträge im ESA-Technologiezentrum [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Vom 29. September bis zum 6. Oktober 2024 fand unter dem Motto „Generation Space – Shaping the future together“ der XXXV. ASE Planetary Congress in den Niederlanden statt. In der ersten technischen Vortragsreihe wurden niederländische Beiträge zur astronautischen Raumfahrt vorgestellt.</strong></h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Autor: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Kongressbesuch.</p>



<p class="has-text-align-left wp-block-paragraph">Die erste Reihe fachlicher Vorträge im ESA-Technologiezentrum ESTEC am Montag, dem 30. September 2024 nachmittags befasste sich mit verschiedenen niederländischen Beiträgen zur astronautischen Raumfahrt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Europäischer Roboterarm (ERA)</strong></p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/ERA_on_the_Space_Station_article-Quelle-ESA.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Position von ERA an der Internationalen Raumstation ISS Bild: ESA" data-rl_caption="" title="Position von ERA an der Internationalen Raumstation ISS Bild: ESA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/ERA_on_the_Space_Station_article-Quelle-ESA-260-px.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Position von ERA an der Internationalen Raumstation ISS<br>Bild: ESA</figcaption></figure>



<p class="has-text-align-left wp-block-paragraph">Philippe Schoonejans (ESA) berichtete über den europäischen Roboterarm ERA, dessen Entwicklung bis ins Jahr 1986 zurückreicht. Zuerst als niederländisches Programm mit dem Namen Hermes Robot Arm / HERA konzipiert, wurde es später ein ESA-Programm für die ISS und umbenannt in ERA. 1995 wurde die Zusammenarbeit mit Fokker Space (später Airbus NL) vertraglich vereinbart. Zwischen 1995 und 2004 war man sich nicht einig, ob man den Arm mit einer Proton-Rakete oder einem Shuttle in den Weltraum bringen würde. Damals sollte er an das ISS-Modul SSP angehängt werden, diese Pläne sind jedoch gestrichen worden. 2005 entschied man sich dann dafür, den ERA an das Nauka-Multipurpose Laboratory Module (MPLM) der ISS anzuhängen. Dazu wurde ERA 2008 nach Russland gebracht. Der Start des MPLM verzögerte sich zwischen 2008 und 2021 immer wieder, zuerst wegen Geldmangel, dann wegen Metallstaub in den MLM-Brennstofftanks, vertraglichen Uneinigkeiten in Russland zwischen Energia und Khrunichev und Covid-19. Die Zeit konnte genutzt werden für einige bauliche Verbesserungen und Software-Updates. 2021 gelangte der Arm endlich in den Weltraum, und seit 2023 ist er operationell. Seitdem wurde er unter anderem am 19. April 2023 beim Umsetzen des Nauka-Wärmetauschers und am 4. Mai 2023 beim Umsetzen der Nauka-Luftschleuse vom MRM1 Rassvett-Modul an das Nauka/MLM eingesetzt. Selbstverständlich wurde auch erwähnt, welche Raumfahrenden in der Entwicklung von ERA mitgewirkt haben und welche davon bei diesem Kongress anwesend sind. Lehren, die man aus ERA für zukünftige Raumfahrtprojekte ziehen kann, sind unter anderem, dass Operationen länger dauern können als erwartet und dass alle robotischen Arbeiten, die ohne Außenbordeinsatz möglich sind, vor einem Außenbordeinsatz ausgeführt sein sollten. Auch sind für die Software des Bodensegmentes konstante Updates nötig wegen Cybersecurity-Maßnahmen und Alterung der Hardware. Während der Covid-19-Pandemie lernte man außerdem, dass es möglich ist, Raumfahrtprojekte am Laufen zu halten, auch wenn die Teams nicht alle im gleichen Kontrollraum sitzen, sondern geographisch getrennt sind und online zusammenarbeiten. Während dem Aufbau und dem Betrieb ist die Anwesenheit von Menschen für mögliche Außenbordeinsätze ein Vorteil &#8211; was für den Einsatz auf dem Mars momentan eher nachteilig ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Solarpaneele aus Leiden</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für das Orion European Serice Module (ESM) des Artemis-Programms hat das Airbus-Team in Leiden die Solarsegel entwickelt und gebaut. Hierzu berichtete Rob van Hassel, Produktmanager Solarsegel bei Airbus. Airbus Leiden hatte auch schon die Solarsegel zum Europa Clipper beigesteuert, der im Oktober 2024 gestartet werden und 2030 den Planeten Jupiter erreichen soll. Ebenfalls sind die Solarsegel des Automated Transfer Vehicle (ATV) von Airbus.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Schwarmroboter ZEBRO</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur robotischen Fortbewegung auf der Mondoberfläche selbst arbeitet eine Arbeitsgruppe der Technischen Universität Delft unter der Leitung von Chris Verhoeven an kleinen Schwarmrobotern mit dem Namen ZEBRO (ZEsBenigeRObot, “sechsbeiniger Roboter”), die sich ähnlich wie Insekten auf sechs halbrunden Beinen bewegen. Dies hat vor allem bei Höhenunterschieden große Vorteile gegenüber der Fortbewegung auf Rädern. Die Roboter bewegen sich selbständig, ohne von jemandem bedient zu werden. Das Projekt hat das ehrgeizige Ziel, den ersten niederländischen und europäischen Rover zu entwickeln, der auf dem Mond läuft.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/Lunar-Zebro-KM.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Chris Verhoeven erklärt Schwarmroboter ZeBRO Bild: Kirsten Müller" data-rl_caption="" title="Chris Verhoeven erklärt Schwarmroboter ZeBRO Bild: Kirsten Müller" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/02/Lunar-Zebro-KM-260-px.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Chris Verhoeven erklärt Schwarmroboter ZeBRO<br>Bild: Kirsten Müller</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weltraumrecht</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch gab es einen Vortrag von Dimitra Stefoudi von der Universität Leiden über Weltraumrecht im allgemeinen, rechtliche Aspekte bei der Mondforschung und -nutzung im besonderen und die konkrete Relevanz von Weltraumrecht für Raumfahrende. Sollte ein Staat Informationen haben, dass seine Astronauten während eines Raumfluges einen Unfall oder ähnliche Probleme haben oder eine Notlandung gemacht haben, dann soll er zuerst die Autoritäten des Staates informieren, von welchem die Raumfahrenden gestartet sind. Wenn dieses der gleiche Staat ist, in dem die Notlandung geschehen ist, und wenn dieser Staat die Möglichkeiten hat, die Raumfahrenden nach der Landung zu assistieren und zu versorgen, dann hat der Staat das auch unverzüglich zu tun, und für die Rückkehr der Raumfahrenden in ihren Heimatstaat zu sorgen. Sollten Raumfahrende in staatenlosem Gebiet landen oder wassern, soll auch jeder Staat, der dazu in der Lage ist, sie versorgen und wieder zurückführen. All diese Prinzipien und Regeln gelten für die Sicherheit der Raumfahrenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Architektur unter Extrembedingungen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Layla van Ellen von der TU Delft gab eine Präsentation über architektonische Möglichkeiten unter Extrembedingungen wie auf dem Mars. Herausforderungen dabei sind der Transport der Baumaterialen zum Mars und das Nutzen lokaler Ressourcen, schädliche kosmische Strahlung und starke Temperaturunterschiede sowie Meteoriten und perchlorathaltiger Staub. Selbst beschäftigt sich Van Ellen schwerpunktmäßig mit Ideen zur Nutzung lokaler Ressourcen, wie Regolith, aus dem der Marsboden besteht, und Eis unter dem Marsboden. Mit Mycelium, dem Wurzelmaterial von Pilzen, lässt sich außerdem kosmische Strahlung abfangen. Es lässt sich als Bindematerial zwischen Sand und Regolith einsetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ernährung auf dem Mond</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Über Ernährung auf dem Mond forscht ein Team der Universität Wageningen unter der Leitung von Wieger Warmelink. Ihnen ist es gelungen, eine bisher noch sehr kleine Kartoffel in einem Boden von simuliertem Mars-Regolith zu züchten. Es laufen weitere Forschungen auf diesem Gebiet.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></h4>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=20337.msg571655#msg571655" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">ASE-Kongresse</a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>XXXV. ASE Planetary Congress Noordwijk – Eröffnungszeremonie</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/xxxv-ase-planetary-congress-noordwijk-eroeffnungszeremonie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Nov 2024 13:21:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vom 29. September bis zum 6. Oktober 2024 fand unter dem Motto „Generation Space – Shaping the future together“ der XXXV ASE Planetary Congress in den Niederlanden statt. Der Kongress begann mit der Eröffnungszeremonie. Autoren: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Kongressbesuch. 18. Oktober 2024. Zum zweiten Mal in der Geschichte der Association of Space [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading"><br>Vom 29. September bis zum 6. Oktober 2024 fand unter dem Motto „Generation Space – Shaping the future together“ der XXXV ASE Planetary Congress in den Niederlanden statt. Der Kongress begann mit der Eröffnungszeremonie.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Autoren: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Kongressbesuch. 18. Oktober 2024.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum zweiten Mal in der Geschichte der Association of Space Explorers hat der Jahreskongress in den Niederlanden stattgefunden. 1990 hatte der erste niederländische Astronaut Wubbo Ockels (1. Raumflug: STS-61A) unter dem Motto „Space brings people together“ die Mitglieder der Raumfahrervereinigung zum VI ASE Planetary Congress nach Groningen gerufen.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Gruppenbild-ASE-Conrad-Sperhake-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Gruppenbild der Teilnehmenden des XXXV. ASE Planetary Congress in Noordwijk Bild: Conrad Sperhake" data-rl_caption="" title="Gruppenbild der Teilnehmenden des XXXV. ASE Planetary Congress in Noordwijk Bild: Conrad Sperhake" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="640" height="480" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Gruppenbild-ASE-Conrad-Sperhake-640x480-px.jpg" alt="Gruppenbild der Teilnehmenden des XXXV. ASE Planetary Congress in Noordwijk Bild: Conrad Sperhake" class="wp-image-145365" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Gruppenbild-ASE-Conrad-Sperhake-640x480-px.jpg 640w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Gruppenbild-ASE-Conrad-Sperhake-640x480-px-300x225.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Gruppenbild-ASE-Conrad-Sperhake-640x480-px-600x450.jpg 600w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Gruppenbild der Teilnehmenden des XXXV. ASE Planetary Congress in Noordwijk 
Bild: Conrad Sperhake</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Gastgeber und Organisator des diesjährigen Kongresses war André Kuipers (Soyuz TMA-4; Soyuz TMA-03M / ISS-30 / ISS-31), anlässlich des 20. Jahrestages seiner ersten Weltraummission. Über 70 seiner Kolleginnen und Kollegen, aus Brasilien, China, Kanada, Israel, Japan, den USA und verschiedenen europäischen Ländern, sind der Einladung gefolgt. Nicht nur kamen sie aus vielen Ländern, auch mit den meisten astronautischen Raumflugsystemen hatten die Anwesenden Erfahrung. Einige der Anwesenden hatten Langzeitmissionen auf der Internationalen Raumstation ISS absolviert, und zwar die US-Raumfahrenden John Phillips, Cady Coleman, Mike Fossum, Andrew Feustel, Susan Helms, James Voss, Scott Kelly, Michael Lopez-Alegria und Christopher Cassidy sowie als internationale Raumfahrer der Japaner Koichi Wakata, der Niederländer André Kuipers, der Italiener Paolo Nespoli und die beiden Deutschen Matthias Maurer und Thomas Reiter. Rusty Schweickart (USA) war mit Apollo 9 zum Mond geflogen, die meisten der Raumfahrenden aus den USA, Japan und Europa waren mit dem Space Shuttle im Weltraum gewesen, mehrere auch mit der russischen Sojus oder mit dem chinesischen Shenzhou-Raumfahrzeug. Mit der SpaceX Crew Dragon aus den USA sind einige Anwesende entweder NASA-Missionen oder kommerzielle Missionen geflogen. Erfahrung mit drei Raumfahrzeugen &#8211; Sojus, Space Shuttle und SpaceX Crew Dragon &#8211; haben von den Anwesenden nur Michael Lopez-Alegria und Koichi Wakata. Abwesend waren, das erste Mal überhaupt bei einem ASE-Kongress, die Kosmonauten aus Russland. Sie waren zum Kongress herzlich eingeladen, bekamen jedoch von den Niederlanden wegen der momentanen geopolitischen Situation keine Visa zur Einreise. Die Eröffnungszeremonie fand diesmal im Erasmus-Gebäude auf dem Gelände des europäischen Technologiezentrums ESTEC in Noordwijk statt, ebenso die fachlichen Vorträge. Einige andere Veranstaltungen, wie einen Empfang mit dem niederländischen Königspaar und die Schlusszeremonie, gab es in Amsterdam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einleitenden Worten vom Gastgeber André Kuipers, gab dieser das Mikrofon an den Vorsitzenden der Asscoiation of Space Explorers Reinhold Ewald (Soyuz TM-25) weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In seiner Rede erinnerte Reinhold Ewald an die Raumfahrer, die seit dem letzten Raumfahrerkongress (XXXIV ASE Planetary Congress vom 25. bis zum 29. September 2023) gestorben sind und bat um einige Momente der Stille.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Raumfahrer sind in diesem Zeitraum verstorben:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Thomas K. Mattingly (geboren: 17.03.1936; gestorben: 31.10.2023)</p>



<figure class="wp-block-image size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Mattingly_Thomas_K-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Thomas K. Mattingly Bild: NASA" data-rl_caption="" title="Thomas K. Mattingly Bild: NASA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="324" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Mattingly_Thomas_K-260x324-px.jpg" alt="Thomas K. Mattingly Bild: NASA" class="wp-image-145322" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Mattingly_Thomas_K-260x324-px.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Mattingly_Thomas_K-260x324-px-241x300.jpg 241w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Thomas K. Mattingly 
Bild: NASA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Frank F. Borman (geboren: 14.03.1928; gestorben: 07.11.2023)</p>



<figure class="wp-block-image size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Borman_Frank_F-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Frank F. Borman Bild: NASA" data-rl_caption="" title="Frank F. Borman Bild: NASA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="325" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Borman_Frank_F-260x325-px.jpg" alt="Frank F. Borman Bild: NASA" class="wp-image-145314" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Borman_Frank_F-260x325-px.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Borman_Frank_F-260x325-px-240x300.jpg 240w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Frank F. Borman 
Bild: NASA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Mary L. Cleave (geboren: 05.02.1947; gestorben: 27.11.2023)</p>



<figure class="wp-block-image size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Cleave_Mary_L-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="Mary L. Cleave Bild: NASA" data-rl_caption="" title="Mary L. Cleave Bild: NASA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="328" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Cleave_Mary_L-260x325-px.jpg" alt="Mary L. Cleave Bild: NASA" class="wp-image-145316" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Cleave_Mary_L-260x325-px.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Cleave_Mary_L-260x325-px-238x300.jpg 238w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Mary L. Cleave 
Bild: NASA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Richard H. Truly (geboren: 12.11.1937; gestorben: 27.02.2024)</p>



<figure class="wp-block-image size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Truly_Richard_H-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="Richard H. Truly Bild: NASA" data-rl_caption="" title="Richard H. Truly Bild: NASA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="325" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Truly_Richard_H-260x325-px.jpg" alt="Richard H. Truly Bild: NASA" class="wp-image-145328" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Truly_Richard_H-260x325-px.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Truly_Richard_H-260x325-px-240x300.jpg 240w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Richard H. Truly
Bild: NASA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Thomas P. Stafford (geboren: 17.09.1930; gestorben: 18.03.2024)</p>



<figure class="wp-block-image size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Stafford_Thomas_P-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="Thomas P. Stafford Bild: NASA" data-rl_caption="" title="Thomas P. Stafford Bild: NASA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="325" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Stafford_Thomas_P-260x325-px.jpg" alt="Thomas P. Stafford Bild: NASA" class="wp-image-145326" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Stafford_Thomas_P-260x325-px.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Stafford_Thomas_P-260x325-px-240x300.jpg 240w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Thomas P. Stafford 
Bild: NASA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Vladimir V. Aksyonov (geboren: 01.02.1935; gestorben: 09.04.2024)</p>



<figure class="wp-block-image size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Aksyonov_Vladimir_V.jpg" data-rel="lightbox-image-6" data-magnific_type="image" data-rl_title="Vladimir V. Aksyonov Bild: Roskosmos" data-rl_caption="" title="Vladimir V. Aksyonov Bild: Roskosmos" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="240" height="357" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Aksyonov_Vladimir_V-260x387-px-e1729278521798.jpg" alt="Vladimir V. Aksyonov Bild: Roskosmos" class="wp-image-145367"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Vladimir V. Aksyonov Bild: Roskosmos</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">William A. Anders (geboren: 17.10.1933; gestorben: 07.06.2024)</p>



<figure class="wp-block-image size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Anders_William_A-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-7" data-magnific_type="image" data-rl_title="William A. Anders Bild: NASA" data-rl_caption="" title="William A. Anders Bild: NASA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="325" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Anders_William_A-260x325-px.jpg" alt="William A. Anders Bild: NASA" class="wp-image-145312" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Anders_William_A-260x325-px.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Anders_William_A-260x325-px-240x300.jpg 240w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">William A. Anders 
Bild: NASA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Mohammed A. Faris (geboren: 26.05.1951; gestorben: 19.04.2024)</p>



<figure class="wp-block-image size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Faris_Mohammed_A.jpg" data-rel="lightbox-image-8" data-magnific_type="image" data-rl_title="Mohammed A. Faris Bild: Roskosmos" data-rl_caption="" title="Mohammed A. Faris Bild: Roskosmos" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="287" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Faris_Mohammed_A-260x285-px.jpg" alt="Mohammed A. Faris Bild: Roskosmos" class="wp-image-145320"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Mohammed A. Faris
Bild: Roskosmos</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Vyacheslav D. Zudov (geboren: 08.01.1942 ; gestorben: 12.06.2024)</p>



<figure class="wp-block-image size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Zudov_Vyacheslav_D.jpg" data-rel="lightbox-image-9" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="375" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Zudov_Vyacheslav_D-260x375-px.jpg" alt="Vyacheslav D. Zudov Bild: Roskosmos" class="wp-image-145330" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Zudov_Vyacheslav_D-260x375-px.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Zudov_Vyacheslav_D-260x375-px-208x300.jpg 208w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Vyacheslav D. Zudov
Bild: Roskosmos</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Joe H. Engle (geboren: 26.08.1932; gestorben: 10.07.2024)</p>



<figure class="wp-block-image size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Engle_Joe_H.jpg" data-rel="lightbox-image-10" data-magnific_type="image" data-rl_title="Joe H. Engle Bild: NASA" data-rl_caption="" title="Joe H. Engle Bild: NASA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="325" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Engle_Joe_H-260x325-px.jpg" alt="Joe H. Engle Bild: NASA" class="wp-image-145318" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Engle_Joe_H-260x325-px.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Engle_Joe_H-260x325-px-240x300.jpg 240w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Joe H. Engle
Bild: NASA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Jon A. McBride (geboren: 14.08.1943; gestorben: 07.08.2024)</p>



<figure class="wp-block-image size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/McBride_Jon_A-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-11" data-magnific_type="image" data-rl_title="Jon A. McBride Bild: NASA" data-rl_caption="" title="Jon A. McBride Bild: NASA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="328" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/McBride_Jon_A-260x328-px.jpg" alt="Jon A. McBride Bild: NASA" class="wp-image-145324" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/McBride_Jon_A-260x328-px.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/McBride_Jon_A-260x328-px-238x300.jpg 238w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Jon A. McBride  
Bild: NASA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Danach wurde eine Videoaufzeichnung einer Grußbotschaft der Expedition 71 eingeblendet. Das Video vom 21. September 2024 wurde geleitet von Barry E. Wilmore und die Raumfahrer Michael R. Barratt, Sunita L. Williams, Donald R. Pettit, Matthew S. Dominick und Tracy Caldwell Dyson wurden beim Essen bzw. bei der Vorbereitung des Undocking beobachtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Worte zur Eröffnung des Kongresses gab es von Dietmar Pilz, dem Leiter des ESA-ESTEC, und Meindert Stolk, dem stellvertretenden Abgeordneten des Provinzialrates der Provinz Südholland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend präsentierte Harm van de Wetering, Direktor des niederländischen Raumfahrtbüros, „Die Zukunft der Raumfahrt in den Niederlanden gestalten“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei wurden drei kurze Vorträge von Raumfahrtwissenschaftlern vorgetragen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Daniela Huppenkothen (SRON): Die Grenzen der Wissenschaft durch Anwendung von KI auf Daten von Weltraumteleskopen verschieben;</li>



<li>Jakko de Jong (Spheer.ai): Überwachung von Natur, Landwirtschaft und Wasser mit Hilfe von maschinellem Lernen und Satellitendaten von Sentinels;</li>



<li>Eleonie van Schreven (TNO): Tango, der Nachfolger von Tropomi, ermittelt Quellen von Treibhausgasen mithilfe intelligenter niederländischer Weltraumtechnologie.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Vorstellung einer Briefmarkenserie durch die niederländische Post wurden die anwesenden Raumfahrer zum traditionellem Gruppenbild gebeten.</p>





<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=20337.msg568268#msg568268" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">ASE-Kongresse</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>XXXV. ASE Planetary Congress in Noordwijk: Interview mit Jerry Ross</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/xxxv-ase-planetary-congress-in-noordwijk-interview-mit-jerry-ross/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Oct 2024 19:50:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Besatzungen]]></category>
		<category><![CDATA[Flüge zur ISS]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Spaceshuttle]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[ASE]]></category>
		<category><![CDATA[Jerry Ross]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=144997</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im Rahmen des XXXV. ASE Planetary Congress hatten Kirsten Müller und Ingo Muntenaar die Gelegenheit ein Interview mit NASA-Astronaut Jerry Ross zu führen. Autor: Kirsten Müller und Ingo Muntenaar, Quelle: ASE, NASA, Jerry Ross. 12. Oktober 2024. Manchmal ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. So zumindest haben die beiden Berichterstatter Kirsten Müller und Ingo Muntenaar [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Im Rahmen des XXXV. ASE Planetary Congress hatten Kirsten Müller und Ingo Muntenaar die Gelegenheit ein Interview mit NASA-Astronaut Jerry Ross zu führen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Autor: Kirsten Müller und Ingo Muntenaar, Quelle: ASE, NASA, Jerry Ross. 12. Oktober 2024.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. So zumindest haben die beiden Berichterstatter Kirsten Müller und Ingo Muntenaar von Raumfahrer.net agiert, als sie im Rahmen des XXXV. ASE Planetary Congress in Noordwijk versucht haben, den Raumfahrer Jerry L. Ross um ein Interview zu bitten. Als in der Anfrage das Adjektiv „harmless” (harmlos) auftauchte, war Jerry Ross gleich Feuer und Flamme. Wir dürften ihn im Laufe des ASE-Kongresses gerne für ein paar Fragen ansprechen.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/ROSS_T0400466-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Jerry Ross (Quelle: NASA)" data-rl_caption="" title="Jerry Ross (Quelle: NASA)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/ROSS_T0400466-scaled_320x348.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Jerry Ross, Astronaut mit sieben Raumflügen<br>(Quelle: NASA)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zuerst aber mal ein paar Hintergrundinformationen zu der Astronautenlegende Jerry Ross.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jerry Ross wurde 1948 im U.S. Bundesstaat Indiana geboren. Er hat seinen Bachelor- und Masterabschluss im Fach Maschinenbau 1970 bzw. 1972 an der Purdue-Universität erlangt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach trat er den aktiven Dienst in der U.S. Luftwaffe an. Ross wurde der Staustrahltriebwerksabteilung des Air Force Aero-Propulsion Laboratory auf der Wright-Patterson Air Force Base in Ohio zugeteilt, um computergestützte Konstruktionsstudien zu Staustrahlantriebssystemen durchzuführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend wurde er Projektingenieur für die Erprobung eines Überschall-Staustrahlflugkörpers und danach Projektleiter für die vorläufige Konfigurationsentwicklung des strategischen Flugkörpers ASALM.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab Juni 1974 wurde er für ein Jahr zum Laborleiter der Staustrahltriebwerksabteilung bestellt. 1976 schloss er den Kurs für Flugversuchsingenieure an der USAF-Testpilotenschule ab und wurde anschließend des 6510th Test Wing auf der Edwards Air Force Base in Kalifornien zugeteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dort war er Projektingenieur und bewertete die Flugeigenschaften der auf dem Tankflugzeug KC-135 basierende Modifikation des RC-135S Aufklärungsflugzeuges. Im Anschluss daran war er als leitender B-1-Flugtestingenieur verantwortlich für die Stabilitäts- und Kontrolltests sowie die Flugsteuerungssysteme des B-1A-Flugzeugs. In dieser Funktion war er zusätzlich für die Ausbildung und Beaufsichtigung aller B-1-Flugversuchsingenieure der Air Force zuständig</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Februar 1979 wurde Ross in die Abteilung für Nutzlastoperationen im Lyndon B. Johnson Space Center als Nutzlastoffizier/Flugkontrolleur versetzt. In dieser Position war er für die flugbetriebliche Integration von militärischen Nutzlasten in das Space Shuttle verantwortlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Mai 1980 wurde Jerry Ross als Astronaut in der 9. NASA-Auswahlgruppe aufgenommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seinen ersten Raumflug absolvierte Jerry Ross als Missionsspezialist der Mission STS-61B an Bord des Space Shuttle Atlantis vom 26. November 1985 bis zum 3. Dezember 1985. Neben dem Aussetzen zweier Nachrichtensatelliten war die Erprobung neuer Technologien zum Aufbau großer Strukturen in der Nutzlastbucht wesentlicher Bestandteil dieser Mission. Jerry Ross und Woody Spring absolvierten dazu zwei Weltraumspaziergänge von insgesamt 12 Stunden und 13 Minuten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der zweite Flug an Bord des Space Shuttle Atlantis war die Mission STS-27 im Auftrag des U.S. Verteidigungsministeriums vom 2. Dezember bis zum 7. Dezember 1988.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Raumflug Nr. 3 hat Jerry Ross vom 5 April bis zum 11. April 1991 an Bord des Space Shuttle Atlantis / STS-37 absolviert. Priorität hatte dort das Aussetzen des Gamma Ray Observatory. Ross führte gemeinsam mit Jay Apt abermals 2 Weltraumspaziergänge mit einer Gesamtdauer von 13 Stunden und 7 Minuten durch. Schwerpunkte dieser beiden EVAs war ein unplanmäßiger Raumspaziergang, um das Ausfahren der High-Gain-Antenne des GRO manuell zu unterstützen. Der zweite Raumspaziergang war fest eingeplant und dort wurden u.a. Techniken erprobt, die das Verschieben von großen Strukturen im Weltraum ermöglichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der vierte Raumflug mit der Designation STS-55 war die von Deutschland verantwortete Spacelab-Mission D-2 auf dem Space Shuttle Columbia. Jerry Ross war hier der Payload Commander. Die Mission lief im Zeitraum 26. April 1993 bis zum 6. Mai  1993.</p>



<p class="wp-block-paragraph">STS-74 war der fünfte Raumflug von Jerry Ross. Dieser fand an Bord des Space Shuttle Atlantis vom 12. November – 20. November 1995 statt. Während dieser Mission dockte das Space Shuttle an die Mir-Station an. Nutzlast war das Mir Docking-Modul, welches fest an die Mir-Station angekoppelt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mission STS-88 / Endeavour war der erste U.S. Flug, welcher Bauteile für die Internationale Raumstation in den Weltraum brachte. Der Flug fand vom 4. Dezember – 16. Dezember 1998 statt und das Knotenmodul Unity wurde mit dem Remote Manipulator System aus der Nutzlastbucht an das russische Modul Zarya angedockt. Auch hier absolvierte Jerry Ross mit seinem Partner James Newman 3 Weltraumspaziergänge mit einer Gesamtdauer von 21 Stunden und 22 Minuten, um Kabel zwischen Unity und Zarya zu ziehen, sowie Ausrüstungsgegenstände vorläufig an dem Unity-Modul zu verankern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seinen letzten Raumflug absolvierte Jerry Ross an Bord des Space Shuttle Atlantis vom 8. April – 19. April 2002. Mit der Mission STS-110 / ISS-13-8A wurden das Bauteil ITS (Integrated Truss Segment) S0 und der Mobile Transporter (MT) in den Weltraum gebracht und an die Internationale Raumstation montiert. Gemeinsam mit Lee Morin absolvierte Jerry Ross 2 der 4 EVAs. Die Dauer der Weltraumausstiege von Ross auf dieser Mission beliefen sich auf 14 Stunden und 7 Minuten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bilanz der Astronautentätigkeiten von Jerry Ross in nackten Zahlen sieht folgendermaßen aus. Sieben Space Shuttle Flüge, davon 5 mit dem Orbiter Atlantis und jeweils eine Mission mit Columbia und Endeavour. Die Missionsdauer seiner Flüge addiert sich auf 58 Tage und 51 Minuten. Dabei verbrachte er bei seinen 9 Weltraumspaziergängen insgesamt 57 Stunden und 55 Minuten im freien Weltraum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jerry Ross hat als aktiver NASA Astronaut sämtliche Space Shuttle Flüge von der ersten Mission STS-1 (gestartet am 12. April 1981) bis zum letzten Shuttle Flug STS-135 (gelandet am 21. Juli 2011) in Support-Funktionen unterschiedlichster Art begleitet.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Z-J-Ross-gross-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Jerry Ross beim ESTEC Open Day 2024 (Bild: Kirsten Müller)" data-rl_caption="" title="Jerry Ross beim ESTEC Open Day 2024 (Bild: Kirsten Müller)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/10/Z-J-Ross-klein_320x347.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">US-Astronaut Jerry Ross beim ESTEC Open Day 2024 (Quelle: Kirsten Müller)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nachfolgend das Interview, welches wir am 1. Oktober 2024 mit Jerry Ross (im Interview mit J.R. abgekürzt) im Rahmen des XXXV ASE Planetary Congresses in Noordwijk, Niederlande haben führen dürfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Raumfahrer.net (R.N.): Hatten Sie einen Masterplan für Ihr Leben? Wann haben Sie angefangen, Astronaut werden zu wollen? Oder war das Ganze eher ein Zufall: “Mal sehen, was die Zukunft bringt, ich versuche es einfach mal”. Wann haben Sie sich für eine Karriere als Astronaut entschieden?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jerry Ross: Als ich im 4. Schuljahr war, wurden die ersten Satelliten gestartet. Ich habe mich für ein Universitätsstudium im Bereich Ingenieurwissenschaften in meinem Heimatstaat Indiana entschieden. Ich wollte unbedingt in dem U.S. Raumfahrtprogramm mitarbeiten. Zu dem Zeitpunkt gab es noch keine Astronauten. Viele träumten davon in den Weltraum zu fliegen, aber es gab die Berufsbezeichnung Astronaut noch nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Später flogen dann die ersten Menschen in den Weltraum und dann irgendwann flogen die ersten Menschen zum Mond. Daraufhin veränderte sich mein Berufsziel und ich wollte Astronaut werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich ging an die Testpilotenschule und wurde zum Flugtestingenieur ausgebildet. Das alles waren Dinge, von denen ich hoffte, das sie mich dazu besonders qualifizierten, eines Tages ein Astronautenkandidat zu werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Sie sind insgesamt sieben Space Shuttle-Missionen geflogen. Die erste war STS-61B und ich habe noch ganz genau die Fernsehbilder vor Augen, wie Sie gemeinsam mit Woody Spring in den Weltraum ausgestiegen sind, um die Struktur EASE / ACCESS zu montieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">J.R.: &#8230;und dann haben Sie auch mein breites Grinsen während meines Weltraumausstiegs gesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Dann sind Sie die Mission STS-27 geflogen. Das war eine DoD-Mission (Mission im Auftrag des amerikanische Verteidigungsministeriums). Dazu kommen wir aber später nochmals zurück. Wie hat sich das Training nach der Mission STS-51L (Challenger- Unglück am 28. Januar 1986) verändert?</p>



<p class="wp-block-paragraph">J.R.: Wir haben nach STS-51L Druckanzüge getragen. Diese haben uns das Leben nicht einfacher gemacht. Bei Start und Landung waren diese Anzüge sehr unbequem. Ansonsten ist eigentlich alles beim Alten geblieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Nach der STS-51L Mission wurden viele Modifikationen am Orbiter durchgeführt. Hatten diese einen Einfluss auf Ihr Training?</p>



<p class="wp-block-paragraph">J.R.: Ein kleines bisschen. Wir mussten lernen, wie wir mit dem Druckanzug umzugehen haben. Wie verhält sich dieser Anzug beim Start und wie bei der Landung. Wir mussten auch lernen wie wir bei einem Notfall mit dem Rettungssystem aus dem Orbiter entlang der Teleskopstange (Escape Pole) herausgleiten konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Waren Sie der Meinung, dass diese Rettungsmöglichkeit mit ausziehbarer Stange funktioniert hätte?</p>



<p class="wp-block-paragraph">J.R.: Wir haben das in Flugzeugen mit Test-Dummies ausprobiert und es hat funktioniert. Und ich glaube das dieses System von einem Fallschirmspringer getestet wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Kommen wir nochmal auf Ihre Mission STS-27 zurück. Dieses war eine Mission für das Verteidigungsministerium. Wenn Sie mir jetzt Informationen über diesen Geheimauftrag geben, müssten Sie mich anschliessend töten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">J.R.: Keine Angst, ich würde Sie nicht töten. Sie sind ein netter Kerl. Daher würde ich Sie am Leben lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Sie mussten sich also für diese Mission entsprechend vorbereiten. Diese Informationen bzw. Dokumentationen waren streng geheim und unterlagen somit hohen Sicherheitsauflagen. Durften Sie die Dokumente nur in einem SCIF &#8211; Sensitive Compartmented Information Facility anschauen? (Anmerkung der Redaktion: Als Sensitive Compartmented Information Facility (SCIF) wird von den Sicherheitsbehörden der Vereinigten Staaten jeder Bereich bezeichnet, in dem Quellen, Vorgehensweisen und Sensitive Compartmented Information (SCI, „sensible, abgeteilte Informationen“) gelagert, verwendet und erörtert werden.)</p>



<p class="wp-block-paragraph">J.R.: Wir hatten Vorgehensweisen, die Flugdaten, Checklisten, etc. verschlossen in Safes aufzubewahren. Und wir hatten Bereiche, in denen wir vertrauliche Gespräche zu sensitiven Informationen führen konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Ich habe in Ihrem Buch (Anmerkung der Redaktion: „Spacewalker“ von Jerry Ross) gelesen, dass Sie nach dem Flug vom Verteidigungsministerium Auszeichnungen erhalten haben. Sie durften Auszeichnungen nur an diesem Ort betrachten und konnten sie nicht mitnehmen. War das eine Anekdote?</p>



<p class="wp-block-paragraph">J.R.: Man hat unserer Crew diese Auszeichnungen verliehen. Es wurden Photos gemacht und anschliessend wurden sowohl diese Photos als auch die Auszeichnungen in einem Tresor verschlossen. Man sagte uns, dass wir jederzeit vorbeikommen könnten um uns die Auszeichnungen anzuschauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Ist das nicht verrückt?</p>



<p class="wp-block-paragraph">J.R.: Und ob es das ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Sie sind fünfmal mit Atlantis geflogen und jeweils einmal mit Columbia und Endeavour. Gab es zwischen diesen Orbitern Unterschiede?</p>



<p class="wp-block-paragraph">J.R.: Es gab fast keine Unterschiede. Columbia sah ein bisschen anders aus. Aber Atlantis und Endeavour waren fast identisch. Columbia war der erste Orbiter und auch schwerer als die anderen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Columbia ist aber doch hauptsächlich für Spacelab-Flüge eingesetzt worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">J.R.: So haben wir sie letztendlich genutzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Sie sind niemals für eine Langzeitmission nominiert worden. War das für Sie niemals eine Option? Sind Sie niemals gefragt worden, oder wollten Sie von sich aus nicht?</p>



<p class="wp-block-paragraph">J.R.: Ich bin mal gefragt worden ob ich an einer Langzeitmission an Bord der russischen Raumstation Mir teilnehmen möchte. Aber ich habe das Angebot abgelehnt. Letztendlich habe ich in meiner ganzen Laufbahn darauf hingearbeitet, mit meiner Erfahrung durch meine Weltraumspaziergänge, die Internationale Raumstation mit aufzubauen. Irgendwann waren wir an einem kritischen Punkt angelangt und ich wollte den Bau der Internationalen Raumstation nicht durch einen für mich möglichen Mir-Langzeitflug verzögern oder gefährden. An dieser Stelle möchte ich nicht angeben, aber ehrlich gesagt denke ich, das ich mit meiner Arbeit geholfen habe, die Internationale Raumstation zu retten. Wir haben Sachen herausgefunden, die noch vor dem Start korrigiert werden mussten. Hätten wir diese Fehler nicht gefunden, wäre die Raumstation möglicherweise niemals zu Ende gebaut worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Ich kann mich daran erinnern, dass Sie während der STS-37 Mission bei Ihrem Weltraumspaziergang den Prototypen des CETA-Cart getestet haben, Bei STS-61B haben Sie die EASE/ACCESS-Struktur gebaut und bei anderen EVAs wichtige Werkzeuge zum Bau der Raumstation ausgetestet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">J.R.: Und ich habe der NASA vorgeschlagen wesentlich mehr EVAs für zukünftige Shuttle-Flüge einzuplanen, damit wir genügend qualifiziertes Personal für Weltraumspaziergänge ausbilden können. Möglichst viele Astronauten sollten diese Expertise durch Aussenbordeinsätze aufbauen. Sobald diese Astronauten diese Fähigkeiten im Weltraum demonstriert hatten, konnten sie ihre Erfahrungen an weiteres Personal weitergeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Eine letzte Frage noch. Welches war Ihrer Meinung nach Ihr wichtigster Flug, und an welchen Flug haben Sie die schönsten Erinnerungen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">J.R.: Wenn ich mir einen Flug heraussuchen soll, dann würde ich die Mission STS-88 nehmen. Mit diesem Flug haben wir den Aufbau der Internationalen Raumstation eingeleitet. Wenn diese Mission fehlgeschlagen wäre, dann hätte es keine ISS gegeben. STS-88 war also ein sehr kritischer Flug für unsere langfristige Raumfahrtplanung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Welchen Flug ich am meisten geliebt habe? Alle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Also, wenn mir ein Flug angeboten worden wäre, dann hätte ich auch jeden Flug genommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">J.R.: Menschen fragen mich immer wieder, welchen meiner sieben Flüge ich am schönsten fand. Das ist dann immer wie die Frage an eine Mutter, welches ihrer sieben Kinder sie am meisten liebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wenn ich unbedingt eine Mission benennen müsste, dann würde ich die erste Mission nehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war mein erster Flug, ich habe zum ersten Mal die Schönheit der Erde aus dem Weltraum gesehen und ich habe zwei Aussenbordeinsätze gemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">R.N.: Wir bedanken uns recht herzlich für das Interview und hoffen, das es sich wirklich so harmlos angefühlt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=20337.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">ASE-Kongresse</a></li>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Asteroid Day 2024: RN trifft Julie Payette und Mark Polansky</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/asteroid-day-2024-rn-trifft-julie-payette-und-mark-polansky/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jul 2024 14:23:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Besatzungen]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
		<category><![CDATA[Raumstationen]]></category>
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		<category><![CDATA[Asteroid Day 2024]]></category>
		<category><![CDATA[Astronaut]]></category>
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		<category><![CDATA[Astronautin]]></category>
		<category><![CDATA[Julie Payette]]></category>
		<category><![CDATA[Mark Polansky]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Rahmen der Hauptveranstaltung des Asteroid Day in Luxemburg hatte Raumfahrer.net am 29. Juni 2024 die Gelegenheit ein Interview mit den Raumfahrern Julie Payette und Mark Polansky zu führen. Ein Beitrag von Kirsten Müller und Ingo Muntenaar. Julie Payette wurde am 20. Oktober 1963 in Montreal, Quebec geboren und ist kanadische Staatsbürgerin. Sie studierte an [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Im Rahmen der Hauptveranstaltung des Asteroid Day in Luxemburg hatte Raumfahrer.net am 29. Juni 2024 die Gelegenheit ein Interview mit den Raumfahrern Julie Payette und Mark Polansky zu führen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Kirsten Müller und Ingo Muntenaar.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/07/JuliePayetteMarkPolanskyIngoKirstenLuxemburg1k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="v.l.: Kirsten Müller, Julie Payette, Mark Polansky, Ingo Muntenaar." data-rl_caption="" title="v.l.: Kirsten Müller, Julie Payette, Mark Polansky, Ingo Muntenaar." data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="347" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/07/JuliePayetteMarkPolanskyIngoKirstenLuxemburg26.jpg" alt="v.l.: Kirsten Müller, Julie Payette, Mark Polansky, Ingo Muntenaar." class="wp-image-142420" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/07/JuliePayetteMarkPolanskyIngoKirstenLuxemburg26.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/07/JuliePayetteMarkPolanskyIngoKirstenLuxemburg26-225x300.jpg 225w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">v.l.: Kirsten Müller, Julie Payette, Mark Polansky, Ingo Muntenaar. (Bild: Raumfahrer.net)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Julie Payette wurde am 20. Oktober 1963 in Montreal, Quebec geboren und ist kanadische Staatsbürgerin. Sie studierte an der McGill University in Montreal und erhielt dort 1986 einen Bachelor of Engineering mit Auszeichnung und 1990 einen Master of Applied Science in Technischer Informatik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie bewarb sich bei der kanadischen Raumfahrtagentur als Astronautin und wurde am 9. Juni 1992 zusammen mit Chris Hadfield, Michael McKay und Dafydd Williams ausgewählt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Vorbereitung ihrer Astronautenausbildung erwarb sie ihre Berufspilotenlizenz und danach ihre Musterberechtigung zum Fliegen des Militärjet CT-114 Tutor, sowie die militärische Instrumentenflugberechtigung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab August 1996 begann sie im Johnson Space Center in Houston ihre Ausbildung zur Missionsspezialistin, die sie im April 1998 abschloss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als achter kanadischer Staatsbürger absolvierte sie als Missionsspezialistin ihren ersten Raumflug vom 27. Mai bis 6. Juni 1996 an Bord der Raumfähre Discovery im Rahmen der Mission STS-96.</p>



<p class="wp-block-paragraph">STS-96 war eine Logistik- und Versorgungsmission zur Internationalen Raumstation. Diese Mission mit der Designation <a href="https://www.raumfahrer.net/ssaf-2a-1/" data-wpel-link="internal">ISS-02-2A.1</a> brachte sowohl logistische Ausrüstung als auch den Integrated Cargo Carrier (<a href="https://www.raumfahrer.net/integrated-cargo-carrier-icc/" data-wpel-link="internal">ICC</a>) mit dem russischen Frachtkran STRELA zur ISS, welcher an der Außenseite des russischen Stationssegments montiert wurde. Auch wurden ca. 2 Tonnen Versorgungsgüter zur Raumstation transferiert. Zum Zeitpunkt des Fluges STS-96 bestand die Internationale Raumstation aus den Modulen Unity und dem Servicemodul <a href="https://www.raumfahrer.net/sarja/" data-wpel-link="internal">Zarya</a> und diese Mission diente u.a. der Vorbereitung des Einzugs der dreiköpfigen Besatzung Expedition 1.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre zweite Mission an Bord der Raumfähre Endeavour absolvierte Julie Payette im Rahmen der Mission STS-127. Sie war ebenfalls als Missionsspezialistin eingesetzt und flog vom 15. &#8211; 31. Juli 2009. Hauptziel von STS-127 (ISS-2J/A JEM EF, JEM ELM-ES) war die Lieferung und Installation des dritten und letzten Teils der Japanese Exposed Facility (JEM EF) an <a href="https://www.raumfahrer.net/kibo/" data-wpel-link="internal">Kibo</a> und des Kibo Japanese Experiment Logistics Module &#8211; Exposed Section (JEM ELM-ES).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt absolvierte Julie Payette zwei Raumflüge als Missionsspezialistin mit einer Fluggesamtdauer von 25 Tagen und 12 Stunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Julie Payette verließ die kanadische Raumfahrtagentur im Mai 2013.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach ihrer Astronautenkarriere war Julie Payette in verschiedensten Aufsichtsräten und Beiräten tätig. Vom 2. Oktober 2017 bis zum 21. Januar 2021 diente Julie Payette als Generalgouverneurin von Kanada und hielt formaltheoretisch die Stellung des Oberbefehlshabers der Kanadischen Streitkräfte im Namen des Königs von Kanada.</p>



<p class="wp-block-paragraph">STS-127 war ebenfalls der letzte Raumflug von Mark Polansky.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mark Polansky wurde am 2. Juni 1956 im Bundesstaat New Jersey geboren. 1978 machte Polansky seine Bachelor- und Masterabschlüsse in Luft- und Raumfahrttechnik an der Purdue University.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Januar 1980 erwarb er auf der Vance Air Force Base (AFB), Oklahoma, die Pilotenlizenz. Danach war Polansky von 1980 bis 1983 der Langley AFB, Virginia, zugeteilt, wo er die F-15 flog. 1983 wechselte Polansky zur F-5E und diente als Aggressor-Pilot, wo er taktische Flugzeugbesatzungen zur Bekämpfung feindlicher Flugzeugtaktiken ausbildete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1986 absolvierte er die USAF Test Pilot School auf der Edwards AFB in Kalifornien. Nach seiner erfolgreichen Ausbildung zum Testpiloten wurde er der Eglin AFB in Florida zugewiesen, wo er Waffen- und Systemtests an den Flugzeugen F-15, F-15E und A-10 durchführte. 1992 verließ Polansky den aktiven Militärdienst, um eine Karriere bei der NASA einzuschlagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im gleichen Jahr wurde er von der NASA als Raumfahrtingenieur und Forschungspilot unter Vertrag genommen. Dort war er der Abteilung Flugzeugbetrieb im Johnson Space Center in Texas zugeteilt. Eine seiner Aufgaben war die Unterrichtung von Landetechniken der Astronautenpiloten auf dem Shuttle Training Aircraft sowie die Unterrichtung von Astronautenpiloten und Missionsspezialisten auf dem Trainingsflugzeug T-38.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im April 1996 wurde Polansky als Astronautenanwärter der NASA ausgewählt und begann im August 1996 mit seiner Astronautenausbildung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Abschluss seiner Ausbildung durchlief Mark Polansky weitere Stationen im Unterstützungsteam am Kennedy Space Center bei Space Shuttle-Starts und -Landungen, Leiter der CAPCOM-Abteilung (April 2002 bis Dezember 2002), leitender Astronautenausbilder (April 2003 bis Januar 2004) und Leiter der Abteilungen Return to Flight und Orbiter Repair. Polansky war außerdem Betriebsdirektor des NASA Verbindungsbüros im Gagarin Cosmonaut Training Center in Star City, Russland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seinen ersten Raumflug absolvierte Polansky als Pilot auf der Mission STS-98 des Space Shuttle Atlantis vom 7. bis 20. Februar 2001. Hauptziel des Fluges mit der Designation ISS-06-5A war der Transport und die Installation vom U.S. Labor &#8222;<a href="https://www.raumfahrer.net/destiny/" data-wpel-link="internal">Destiny</a>&#8220; an die Internationale Raumstation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den ersten Flug als Kommandant absolvierte Mark Polansky dann auf der Mission STS-116. Das Space Shuttle Discovery flog mit der Designation <a href="https://www.raumfahrer.net/ssaf-12a-1/" data-wpel-link="internal">ISS-20-12A.1</a> vom 10. bis 22. Dezember 2006 zur ISS. Hauptaufgabe dieser Mission war der Transport und die Installation des ITS P5, eines Teils der integrierten Gitterstruktur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der Mission STS-127 war Mark Polansky erneut der Kommandant der Mission. Eines seiner Besatzungsmitglieder war Julie Payette.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt hat Mark Polansky bei seinen drei Raumflügen 41 Tage und fast 11 Stunden im Weltraum verbracht. Am 30.06.2012 ist er aus dem Astronautenkader der NASA ausgeschieden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net (RN):</strong> STS-127 war Ihr letzter Raumflug. Wussten Sie zu diesem Zeitpunkt bereits, dass dies Ihr letzter Raumflug sein würde und dass Sie möglicherweise nicht zur Raumstation zurückkehren würden?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mark Polansky (M.P.):</strong> Ich hatte bereits lange vor dem Start von STS-127 beschlossen, dass dieses mein letzter Raumflug sein würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Julie Payette (J.P.):</strong> Ich wusste es auch so gut wie sicher. Für kanadische Staatsbürger gab es nur sehr wenige Fluggelegenheiten. Nach meiner Berufung zu STS-127 gab es noch drei weitere kanadische Raumflugkandidaten, die noch nicht geflogen waren und es war an der Zeit, dass diese auch ihren ersten Raumflug bekommen würden. Wir haben jetzt einen kanadischen Raumfluganwärter, der nächstes Jahr mit <a href="https://www.raumfahrer.net/tag/artemis-2/" data-wpel-link="internal">Artemis-II</a> fliegen wird. Er wartet bereits seit 15 Jahren auf seinen ersten Raumflug.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RN:</strong> Sie sprechen da gerade Jeremy Hansen an.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>J.P.:</strong> Daran können Sie erkennen, dass es wichtig ist, andere Kandidaten in die Pflicht zu nehmen. Ich hatte andere Optionen für meinen weiteren Werdegang und bin nach Kanada zurückgekehrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RN:</strong> Kommen wir mal auf den Beginn ihrer akademischen Ausbildung zurück, oder vielleicht sogar Ihre Kindergartenzeit. Wann haben Sie für sich beschlossen eine Astronautenkarriere einzuschlagen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>M.P.:</strong> Ich bin in den 1960er Jahren aufgewachsen. Ich habe mich in der Zeit sehr stark mit den Anfängen der bemannten Raumfahrt und dem Wettrennen zum Mond zwischen den USA und der Sowjetunion befasst. Als ich 13 Jahre alt war, sind wir auf dem Mond gelandet. Als Kind hatte ich immer schon den Wunsch verspürt Astronaut zu werden. Allerdings wollen viele Kinder Astronaut, Doktor, Profisportler, …</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>J.P.:</strong> …Rockstars…</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>M.P.:</strong> … werden. Als ich schliesslich auf die Universität ging, wurde es ernster mit dem Berufswunsch. In meinem ersten Jahr auf der Universität habe ich Gene Cernan, den letzten Menschen, der den Mond betreten hat, getroffen. Das Treffen fand in einem recht intimen Rahmen statt. Und dieses Treffen hat mich zum Nachdenken gebracht. Dieses Treffen hat mich dann in die Position gebracht, um die richtigen Schritte in Richtung Astronautenkarriere einzuschlagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RN:</strong> Für einen kanadischen Staatsbürger war es dann wohl noch einiges schwerer. Als Sie Frau Payette ihren Universitätsabschluss erlangten, gab es nur einen kanadischen Astronauten. Marc Garneau flog vom 5. bis 13. Oktober 1984 in den Weltraum. Und es gab auch nicht viele kanadische Staatsbürger, in deren Fußstapfen Sie treten konnten. Roberta Bondar flog erst 1992.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>J.P.:</strong> Aber es ist eine Anmaßung, dass man sich von einer Person inspirieren lässt, die aus demselben Land kommt, so aussieht wie man selbst oder demselben Geschlecht angehört. Es gibt tatsächlich weltweit Menschen, die sich von den Apollo-Missionen inspirieren ließen, die zum Mond flogen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wurde Anfang der 1960er Jahre geboren und ich habe die Apollo-Missionen gesehen. Bei der ersten Mondlandung muss ich wohl geschlafen haben. Das sagte mir meine Mutter. Ich war einfach zu klein. Apollo 16 und Apollo 17 habe ich dann in der Schule mitverfolgt. Und es spielte keine Rolle, dass sie nicht wie ich waren oder nicht aus demselben Land kamen. Sie sprachen nicht einmal die gleiche Sprache, die ich verstand. Als ich zehn war, habe ich nicht wirklich Englisch gesprochen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber es war sehr inspirierend, und ich wollte Astronaut werden, weil ich gesehen habe, wie die Apollo-Astronauten auf dem Mond gelandet sind und dann auf dem Mond spazieren gingen und den Lunar Rover fuhren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Später, als Marc Garneau in den Weltraum flog, war ich schon an der Universität und hatte schon einige Entscheidungen getroffen, denn das ist es, was wir den jungen Leuten raten: Lege gute Eier in deinen Korb. Wenn Sie Rennfahrer werden wollen, müssen Sie vielleicht etwas anderes tun, als wenn Sie Arzt oder Feuerwehrmann oder etwas anderes werden wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wurde Ingenieur, weil ich Astronaut werden wollte. Auch wenn es so etwas wie kanadische Astronauten nicht gab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber dann ist es passiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RN:</strong> Das heißt Sie wollten auch keine Langzeitmission auf der Internationalen Raumstation absolvieren?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>J.P.:</strong> Doch, doch. Aber wie ich gerade bereits erwähnt hatte, hat Kanada nur sehr wenig Flugmöglichkeiten. Zum Zeitpunkt als ich meine zweite Mission flog, haben 3 weitere kanadische Astronauten auf ihren ersten Flug gewartet. Ich hätte sehr gerne eine Langzeitmission geflogen, aber auch so war ich sehr privilegiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RN:</strong> Für Sie Herr Polansky war eine Langzeitmission auf der Internationalen Raumstation keine Option? Es gab ja doch mehrere Astronauten, wie z.B. Frank Culbertson, Ken Bowersox, Scott Kelly, Ron Garan, Kevin Ford, die als Piloten das Space Shuttle geflogen haben, und danach als Flugingenieur eine Langzeitmission absolviert haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>M.P.:</strong> Nein, es war immer eine Option. Du musstest nur aktiv deine Präferenzen gegenüber dem NASA Management äußern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber die Zeiten haben sich geändert und die Dinge haben sich weiterentwickelt. In der Anfangsphase des Baus der Raumstation gab es nicht so viele Piloten, die Langzeitmissionen geflogen sind, weil wir die Piloten brauchten, um das Space Shuttle zu fliegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und es waren dann hauptsächlich die Piloten, die zum Ende ihrer aktiven Astronautenkarriere einen Langzeitaufenthalt auf der ISS durchgeführt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Laufe der Zeit gab es immer weniger Shuttle-Flüge und das Büro hat sich verändert. Damals gab es eine bestimmte Aufteilung. Man musste so viele Piloten haben, dass man sie als Pilot-Astronauten einstellte. Heute ist das nicht mehr der Fall. Jetzt ist es eher ein homogenes Büro, in dem jeder größtenteils die gleiche Art von Aufgabe an Bord der ISS sucht. Das ändert sich gerade ein wenig wegen Artemis und dem, was dort passiert. Es kommt einfach auf den Bedarf des Büros an.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RN:</strong> Sie haben 3 Flüge absolviert, einen als Pilot, zwei als Kommandant (an M.P. gerichtet) und Sie haben an zwei Flügen als Missionsspezialist (an J.P. gerichtet) teilgenommen. Welcher Ihrer Flüge war der wichtigste und welcher hatte den größten Spaßfaktor?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>M.P.:</strong> Meine Antwort wird immer die gleiche sein. Da könnten Sie mir die Frage stellen welches von meinen Kindern ich am meisten liebe. Und ich habe kein Lieblingskind. Jede Mission war unterschiedlich, die Werkzeuge, die wir verwendet haben, waren unterschiedlich und unser Auftrag war auch immer unterschiedlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der erste Flug – nichts ist so besonders wie das erste Mal im Weltraum. Der letzte Flug war speziell weil ich da wusste, das es mein letzter Flug ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>J.P.:</strong> … und es war eine großartige Mission …</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>M.P.:</strong> Es waren alles großartige Missionen. Die zweite Mission war meine erste, in der ich der Kommandant war. Und das war schon was Besonderes. Und du hast keinen Spaß, wenn du fragst, was davon am meisten Spaß gemacht hat. Wenn du im Weltraum bist und keinen Spaß hast, dann stimmt etwas nicht mit dir.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>J.P.:</strong> Ich war sehr privilegiert. Mein erster Flug fand ganz am Anfang des Aufbaus der Internationalen Raumstation statt. Wir waren erst die zweite Crew, die dort ankam und die erste Crew, die manuell an die Raumstation andockte. Es gab nur diese beiden Module (Anmerkung der Redaktion: Unity und Zarya) und die Station war unbesetzt. Zehn Jahre später fliege ich meine nächste Mission ganz am Ende der Konstruktionsphase. Welch ein Privileg, diese Ära miterlebt zu haben. Und natürlich arbeitet man zwischen den Flügen am Boden. Man unterstützt die Missionen der anderen Kollegen am Boden. Ich habe viele Jahre in der Missionskontrolle gearbeitet und war immer noch sehr stark an den Missionen anderer beteiligt. Ich denke, es war ein großes Privileg, genau zu dieser Zeit dort zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich denke, ich hatte das große Privileg, beim Bau dieser außergewöhnlichen Plattform und des Orbitallabors ISS dabei gewesen zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RN:</strong> Lassen Sie uns über das Hier und Jetzt sprechen. Wir sind beim<a href="https://www.raumfahrer.net/tag/asteroid-day/" data-wpel-link="internal"> Asteroid Day</a> in Luxemburg. Dieser 30. Juni erinnert an den Asteroideneinschlag im Jahr 1908 in der Region Tunguska im heutigen Gebiet Krasnojarsk. Der Asteroidentag soll das Bewusstsein für die Gefahr des Einschlags eines Asteroiden oder Kometen in die Erdatmosphäre schärfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie sehen Ihre Vorstellungen für eine Asteroidenabwehr aus?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>J.P.:</strong> Ich weiß jetzt gerade nicht genau, ob Sie auch gestern den Programmpunkt des Asteroid Day Programms miterlebt haben (Anmerkung der Redaktion: Ja, haben wir) als erwähnt wurde, dass wir in unserer Entwicklung als raumfahrtbetreibende Welt an einem Punkt angelangt sind, an dem wir nie wieder ein Ereignis wie den Asteroideneinschlag vor 56 Millionen Jahren erleben werden, der die Dinosaurier aussterben ließ. Es wird nie wieder ein Massenaussterben aufgrund eines Asteroideneinschlags geben, weil wir in der Lage sind, sie kommen zu sehen und uns darauf vorzubereiten. Es ist wichtig, über die planetarische Verteidigung zu sprechen. Aber wenn es tatsächlich zu einer Annäherung zwischen einem Asteroiden und unserem Planeten kommt, werden wir das schon Jahre, wenn nicht Jahrzehnte vorher wissen. Wenn wir dieses Ding kommen sehen, werden wir einen Plan haben, um sicherzustellen, dass es uns nicht schadet. Und das alles nur, weil wir Raumfahrt betreiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>M.P.:</strong> Ich denke einfach, dass wir im Laufe der Zeit so viel gelernt haben, und es ist eine Tatsache, dass wir Veranstaltungen wie diese und viele andere auf der ganzen Welt haben, dass wir Menschen haben, die ihr Leben und ihre Karriere der Planetenverteidigung, der Asteroidenerkennung und der Kollisionsvermeidung widmen, dass wir Missionen wie <a href="https://www.raumfahrer.net/tag/dart/" data-wpel-link="internal">DART</a> hatten, die bewiesen haben, dass wir Dinge tun können, die nicht nur theoretisch sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn man sich also ansieht, wie weit wir gekommen sind und wie wir immer mehr lernen und unsere Technologien weiterentwickeln, bin ich sehr optimistisch, was die Zukunft angeht, und Veranstaltungen wie diese tragen wirklich dazu bei, dies der gesamten Weltbevölkerung zu vermitteln.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RN:</strong> Wir bedanken uns bei Ihnen, dass Sie sich die Zeit für uns genommen und uns für ein Interview zur Verfügung gestanden haben.</p>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=16280.msg563618#msg563618" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Asteroid Day</a></li>
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		<title>Asteroid Day 2022: Das Large Synoptic Survey Telescope (LSST)</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/asteroid-day-2022-das-large-synoptic-survey-telescope-lsst/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Sep 2022 16:07:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Beim technischen Briefing des Asteroid Day 2022 gab Mario Juric, Professor für Astronomie an der University of Washington und Direktor des dortigen DiRAC (Institute for Data-intensive Astrophysics and Cosmology) einen Ausblick auf das Large Synoptic Survey Telescope (LSST). Ein Beitrag von Kirsten Müller und Ingo Muntenaar. Das Large Synoptic Survey Telescope ist ein seit 2011 [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Beim technischen Briefing des Asteroid Day 2022 gab Mario Juric, Professor für Astronomie an der University of Washington und Direktor des dortigen DiRAC (Institute for Data-intensive Astrophysics and Cosmology) einen Ausblick auf das Large Synoptic Survey Telescope (LSST).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Kirsten Müller und Ingo Muntenaar.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IMG_0043_KM_1k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Mario Juric (Bild: Kirsten Müller)" data-rl_caption="" title="Mario Juric (Bild: Kirsten Müller)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IMG_0043_KM_26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Mario Juric (Bild: Kirsten Müller)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das Large Synoptic Survey Telescope ist ein seit 2011 im Bau befindliches Spiegelteleskop, das auf dem 2682 Meter hohen El-Peñón-Gipfel des Cerro Pachón im nördlichen Chile errichtet wird. Mit einem Bildwinkel mit einem Durchmesser von 3,5° wird es in der Lage sein, den Himmel komplett in drei Nächten zu fotografieren. Erstmals wird 2023 Licht durch den Strahlengang des Teleskops fallen und das LSST wird Mitte 2024 seine volle Operationsbereitschaft erreichen..</p>



<p class="wp-block-paragraph">Betrieben wird das LSST von der LSST Corporation, einer US-amerikanischen Non-Profit-Organisation mit Sitz in Tucson, Arizona. Die Gelder zum Bau und Betrieb werden von verschiedenen US-amerikanischen Institutionen und Universitäten bereitgestellt. Zu Ehren der 2016 verstorbenen US-amerikanischen Astronomin Vera Rubin wurde das LSST in NSF Vera C. Rubin Observatory umbenannt. Dabei steht das Kürzel NSF für einen der Geldgeber, und zwar die National Science Foundation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das LSST besteht aus drei Spiegeln mit einem Primärspiegel von 8,4 m Durchmesser. Sekundär- und Tertiärspiegel mit jeweils Spiegeldurchmessern von 5,0 m respektive 3,4 m sind in das Teleskop integriert. Aufgenommen wird der Sichtbereich in unterschiedlichen Spektren mit einer Digitalkamera mit 3,2-Milliarden Pixel, in die je nach Spektralbereich verschiedene Farbfilter eingesetzt werden. Diese Digitalkamera mit einem Gewicht von ungefähr 2,8 t wird automatisch den Himmel aufnehmen und dabei eine Datenmenge von bis zu 30 Terabyte pro Nacht verarbeiten. Jährlich fallen so Datenmengen von 6000 Terabyte an. Aufnahmen von Lichtobjekten bis zu 24 mag sind möglich. Nach einer geplanten Betriebszeit von 10 Jahren fallen so 60 Petabyte an Daten an. Dabei werden bei 30 Billionen Observationen 40 Milliarden Himmelsobjekte kartographiert. Diese Datenmenge kann nur vollautomatisiert aufgenommen, verarbeitet und analysiert werden. Dabei wird die erwartete Bewegung jedes einzelnen Lichtobjekts vorausbestimmt und mit späteren Aufnahmen verglichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Durchmusterung des Himmels mit dem LSST will man die größte Erhebung von bekannten Objekten im Sonnensystem in der Geschichte erreichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bisher sind ungefähr 25,500 erdnahe kosmische Kleinkörper (NEO &#8211; Near-Earth Objects) bekannt. Diese Zahl will man durch das LSST auf 100.000 erhöhen. Bei den bisherigen bekannten Objekten im Asteroidengürtel (MBA – Main Belt Asteroid) liegt die Anzahl bei ca. 1.000.000. In der Gruppe der Jupiter-Trojaner sind bisher ungefähr 10.000 bekannt. Geschätzt wird, das sich diese Zahl auf 280.000 erhöht. Die Gruppe der Transneptunischen Objekte (TNO – Trans Neptunian Objects) wird sich von ungefähr 4.000 auf 40.000 erhöhen. Bei den Kometen wird sich die Zahl von 4.000 bekannten Objekten auf 10.000 Objekte mehr als verdoppeln. Bisher haben Wissenschaftler zwei interstellare Objekte auf ihrem Weg durch unser Sonnensystem entdeckt. Mit dem LSST erhofft man sich die Anzahl auf über 10 zu erhöhen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dieser automatisierten Kartographierung werden natürlich auch die Bahnparameter errechnet werden können. So wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, der Erde gefährliche Objekte frühzeitig zu entdecken und Gegenmaßnahmen einzuleiten. Überdies ist geplant, mit Google eine sich ständig aktualisierende Sternkarte jedermann zugänglich zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=16280.msg537652#msg537652" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Asteroid Day</a></li></ul>
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		<title>Asteroid Day 2022: Technical Briefing</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/asteroid-day-2022-technical-briefing/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Sep 2022 10:31:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Erde]]></category>
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		<category><![CDATA[OSIRIS-Rex]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In diesem Jahr fanden die Hauptveranstaltungen zum Asteroid Day in Luxemburg zwischen dem 28. Juni und dem 2. Juli 2022 statt. Dabei gab es Veranstaltungen für das interessierte Publikum, mehrere Schulbesuche, das Technical Briefing, die Live Sendung in den RTL-Studios und das jährliche Gala Dinner. Ein Beitrag von Kirsten Müller und Ingo Muntenaar. Bei den [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">In diesem Jahr fanden die Hauptveranstaltungen zum Asteroid Day in Luxemburg zwischen dem 28. Juni und dem 2. Juli 2022 statt. Dabei gab es Veranstaltungen für das interessierte Publikum, mehrere Schulbesuche, das Technical Briefing, die Live Sendung in den RTL-Studios und das jährliche Gala Dinner.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Kirsten Müller und Ingo Muntenaar.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IMG_0034_KM-2-2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Dr. Patrick Michel (Bild: Kirsten Müller)" data-rl_caption="" title="Dr. Patrick Michel (Bild: Kirsten Müller)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IMG_0034_KM-2-26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Dr. Patrick Michel (Bild: Kirsten Müller)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den Veranstaltungen haben Wissenschaftler, Raumfahrer und Gründungsmitglieder des Asteroid Day über die Wichtigkeit der Erforschung von Asteroiden insbesondere durch Raumfahrtmissionen aufgeklärt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An dieser Stelle möchten wir nicht die Speisekarte zum Gala Dinner wiedergeben, ebenso wenig den Ablauf des Live Events zum Asteroid Day im RTL Studio. Möglicherweise verrät der Bartender des SOFITEL Luxembourg Le Grand Ducal die Zusammensetzung des diesjährigen Cocktails zum Asteroid Day Gala Dinner. Sicher ist auf jeden Fall, dass sich die Aufzeichnung der Live Sendung zum Asteroid Day 2022 im Internet weiterhin abrufen lässt, und zwar unter folgendem Link: <a href="https://www.youtube.com/channel/UCG8uh6dJkvSDfv3GiWwuooA?cbrd=1&amp;ucbcb=1" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.youtube.com/channel/UCG8uh6dJkvSDfv3GiWwuooA</a> .</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier finden sich auch weitere Aufzeichnungen zum Asteroid Day.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher werden wir uns auf eine Zusammenfassung des Technical Briefing vom 29. Juni 2022 im Arendt House beschränken, ohne die Wichtigkeit der anderen Veranstaltungen als vernachlässigbar zu unterschlagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Technical Briefing wurde von Danica Remy moderiert. Im Technical Briefing gab es Präsentationen von Dr. Patrick Michel, Hannah Goldberg, Sabina Raducan und Mario Juric.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IMG_0019_KM-2-2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Astronautenpanel - v.l.n.r.: Dorin Prunariu, Michel Tognini, Ron Garan und Ed Lu. (Bild: Kirsten Müller)" data-rl_caption="" title="Astronautenpanel - v.l.n.r.: Dorin Prunariu, Michel Tognini, Ron Garan und Ed Lu. (Bild: Kirsten Müller)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IMG_0019_KM-2-26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Astronautenpanel &#8211; v.l.n.r.: Dorin Prunariu, Michel Tognini, Ron Garan und Ed Lu. (Bild: Kirsten Müller)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Begleitet wurden diese Präsentationen durch die Raumfahrer Ed Lu (STS-84, STS-106, Sojus-TMA 2/ISS-7), Ron Garan (STS-124, Sojus-TMA 21/ISS-27/ISS-28), Michel Tognini (Sojus-TM 15, STS-93) und Dorin Prunariu (Sojus 40), die, genau wie das Publikum entsprechende Fragen stellten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Patrick Michel ist Planetenforscher, Forscher am CNRS (Centre National de la Recherche Scientifique), Leiter des Planetologen Teams des Lagrange Observatory of the Cote d‘Azur Observatory in Nizza und Präsident der NEO WG (Working Group) der IAU (International Astronomical Union). Zur Zeit ist er Projektleiter bei der ESA Hera Mission und Co-Investigator bei OSIRIS-REx und der Hayabusa-2 Mission.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hannah Goldberg ist eine Systemingenieurin, die sich auf das Design von Raumfahrtsystemen kleiner Raumflugkörper und die Entwicklung und den Test von Instrumenten spezialisiert hat. Zur Zeit arbeitet sie als Nutzlastsystemingenieurin bei der ESA und ist für die Hera Mission zuständig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sabina Raducan ist zur Zeit eine Postdoctoral Researcher an der Universität Bern. Sie befasst sich mit numerischen Simulationen von Einschlägen in Asteroiden. Zur Zeit ist sie Mitglied in den Arbeitsgruppen der NASA DART Mission als auch der ESA Hera Mission. Die Hauptaufgabe von Sabina Raducan liegt in der Auswertung und Interpretation der DART Mission.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Prof. Mario Juric werden wir in einem weiteren Teil unserer Serie zum Asteroid Day 2022 vorstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warum werden Asteroiden überhaupt erforscht? Die drei wichtigsten Gründe sind folgende:</strong></p>



<ol class="wp-block-list"><li>Wissenschaft: Asteroiden und Kometen geben beste Rückschlüsse auf die Entstehung und Geschichte unseres Sonnensystems.</li><li>Abwehr vor einem Asteroideneinschlag auf der Erdoberfläche</li><li>Ressourcen: Asteroiden bieten eine reiche Vielfalt an Mineralien, Gasen und Wasser, die zur Bereitstellung von Rohstoffen, Energie und Lebensmitteln genutzt werden könnten, um das menschliche Leben zu erhalten und die Erforschung des Weltraums zu ermöglichen.</li></ol>



<p class="wp-block-paragraph">Daher wird das Wissen über Asteroiden benötigt und die <a href="https://www.raumfahrer.net/esa-industrie-beginnt-arbeit-an-hera/" data-wpel-link="internal">Hera-Mission der ESA</a> wird diese Fragen beantworten können. Fest steht bereits jetzt, dass nur photographische Aufnahmen von Asteroiden keinen Aufschluss über die mechanischen Eigenschaften und Reaktionen auf mechanische Impulse geben können. Nicht berühren, nur anschauen ist hier nicht die Lösung (der Fragen). Der Asteroid muss aus nächster Nähe erforscht und auch penetriert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Asteroidenmissionen haben in den letzten Jahren stattgefunden. Das Technical Briefing gab hier einen kurzen Überblick.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Hayabusa2partsJAXA600.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Hauptbestandteile und Instrumentenausstattung von Hayabusa 2. (Grafiken: JAXA)" data-rl_caption="" title="Hauptbestandteile und Instrumentenausstattung von Hayabusa 2. (Grafiken: JAXA)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Hayabusa2partsJAXA260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Hauptbestandteile und Instrumentenausstattung von Hayabusa 2. (Grafiken: JAXA)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Mission Hayabusa-2</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Raumsonde zur Erforschung von Asteroiden wurde am <a href="https://www.raumfahrer.net/asteroidenmission-hayabusa-2-ist-gestartet/" data-wpel-link="internal">3. Dezember 2014</a> mit einer H-IIA Rakete vom japanischen Raketenstartplatz Tanegashima durch die japanische Raumfahrtagentur JAXA gestartet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ziel der Asteroidensonde Hayabusa-2 (Hayabusa Follow-on Asteroid Sample Return Missions) war der Asteroid (162173) Ryugu. Am 27. Juni 2018 schwenkte Hayabusa-2 in eine Umlaufbahn ca. 20 km über der Asteroidenoberfläche von Ryugu ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An Bord der Raumsonde waren insgesamt 4 kleine Rover, die aufgrund der geringen Gravitation sich nicht durch Räder fortbewegen sollten, sondern mit Schwungmassen, die die Lander auf der Asteroidenoberfläche zwischen 10 bis 70 m weit springen lassen konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rover-1A und Rover-1B waren in einem gemeinsamen Lander untergebracht. Dieser Lander war mit Stereokameras, Weitwinkelkameras und Thermometern ausgestattet. Rover-2 war zusätzlich mit LEDs im optischen und UV-Lichtbereich ausgestattet. Damit konnten umherschwebende Partikel ausgeleuchtet und detektiert werden. Der vierte Rover namens MASCOT (Mobile Asteroid Surface Scout) hatte ein Nutzlastpaket bestehend aus Infrarotspektrometer, Magnetometer, Weitwinkelkamera und Radiometer an Bord.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Absetzen der Asteroidenlander wurden die Daten über die Hayabusa-2 als Relaisstation an die Satellitenbodenstation in Weilheim weitergeleitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Landecontainer mit den beiden Einheiten Rover-1A und Rover-1B setzte am 22. September 2018 auf der Oberfläche von Ryugu und hat als Vorhut mögliche Landestellen für MASCOT ausgekundschaftet. Am 3. Oktober 2018 erfolgte dann die <a href="https://www.raumfahrer.net/ryugu-ein-fragiler-kosmischer-schutthaufen/" data-wpel-link="internal">Landung von MASCOT</a>, welcher dann ungefähr 17 Stunden Informationen von der Asteroidenoberfläche sendete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rover-2 zerschellte auf Ryugu, nachdem Hayabusa-2 nach dem Aussetzen die Kontrolle über den Landecontainer verloren hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem interessantesten Teil der Mission, nämlich der Entnahme von Bodenproben wurde am 21. Februar 2019 begonnen. Die Umlaufbahn von Hayabusa-2 wurde so verringert, dass ein Trichter die Oberfläche von Ryugu berührte. Dabei wurde nicht wie bei OSIRIS-REx Stickstoff unter hohem Druck ausgestoßen, sondern ein Projektil aus 5 g Tantal mit einer definierten Geschwindigkeit von 300 m/s auf die Oberfläche abgeschossen. Herausgesprengtes Material wurde von dem Trichter der Raumsonde eingesammelt. Diese Probe bestand allerdings hauptsächlich aus Oberflächenmaterial.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um tieferes und damit weniger verwittertes Probenmaterial zu erhalten, musste ein größerer künstlicher Krater geschaffen werden. Daher wurde am 5. April 2019 ein weiteres Projektil vom Raumflugkörper abgeschossen. Dieses Projektil mit der Bezeichnung SCI (Small Carry-on Impactor) bestand aus 2,5 kg Kupfer, welcher mit einer Hohlladung von 4,5 kg Plastiksprengstoff aus einer Bahnhöhe von 500 m auf die Oberfläche von Ryugu beschleunigt wurde. Nach der Zündung des Projektils wurde die DCAM3 Kamera ausgesetzt, welche den Einschlag des Projektils beobachtete. Um nicht von ausgeworfenem Asteroidenmateral getroffen zu werden, befand sich Hayabusa-2 zu dem Zeitpunkts des Einschlags bereits auf der Asteroidenrückseite.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis zum 11. Juli 2019 wurde die Umlaufbahn von Hayabusa-2 erneut abgesenkt, so dass ein Greifer aus tieferen Schichten des 2 m großen Einschlagkraters freigelegtes Material entnehmen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei diesen Untersuchungen mit dem Greifer konnte bereits festgestellt werden, dass es sich in Oberflächennähe des Asteroiden um kohäsionsloses Material handelt. Das feinkörnige Lockergestein hat keinen Zusammenhalt untereinander. Die Haftfestigkeit der Partikel untereinander ist sehr niedrig. Dieses wurde auch durch den durch das Projektil verursachten großen Einschlagkrater bestätigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mitte November 2019 verließ Hayabusa-2 die Asteroidenumlaufbahn ohne die ausgesetzten Lander und Rover. Diese blieben auf der Oberfläche von Ryugu zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hayabusa-2 trat seinen Rückweg zur Erde an, um dort in einem Swing-by-Manöver am 5. Dezember 2020 aus der Bahn katapultiert und beschleunigt zu werden. Damit begann eine erweiterte Mission, die Hayabusa-2 bis zum Jahr 2031 zum Vorbeiflug an zwei weiteren Asteroiden führen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rückkehrkapsel mit dem Probenmaterial vom Ryugu wurde kurz vor dem Swing-by von Hayabusa-2 abgesprengt und trat in die Erdatmosphäre ein. Am Fallschirm landete die Kapsel in der Woomera Test Range in Australien. Zur weiteren Analyse der Proben wurde die Kapsel ins Extraterrestrial Sample Curation Center der JAXA gebracht.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/OSIRISRExdiagramWikipNASA.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="Hauptbestandteile und Instrumentenausstattung von OSIRIS-REx: A Rückkehrkapsel, B TAGSAM, C Sondenkörper, D Solarmodule, E Parabolantenne; f Triebwerke, g Sternsensoren, h Antenne, j Antenne, k Heliumtank; 1 Lidar, 2 OLA, 3 OCAMS, 4 OTES, 5 OVIRS. (Grafik: NASA via Wikipedia)" data-rl_caption="" title="Hauptbestandteile und Instrumentenausstattung von OSIRIS-REx: A Rückkehrkapsel, B TAGSAM, C Sondenkörper, D Solarmodule, E Parabolantenne; f Triebwerke, g Sternsensoren, h Antenne, j Antenne, k Heliumtank; 1 Lidar, 2 OLA, 3 OCAMS, 4 OTES, 5 OVIRS. (Grafik: NASA via Wikipedia)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/OSIRISRExdiagramWikipNASA26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Hauptbestandteile und Instrumentenausstattung von OSIRIS-REx: A Rückkehrkapsel, B TAGSAM, C Sondenkörper, D Solarmodule, E Parabolantenne; f Triebwerke, g Sternsensoren, h Antenne, j Antenne, k Heliumtank; 1 Lidar, 2 OLA, 3 OCAMS, 4 OTES, 5 OVIRS. (Grafik: NASA via Wikipedia)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Mission Osiris-REx</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten Jahren wurden mehrere Raumsonden gestartet, die als Hauptziel die Erforschung von Asteroiden haben.<br>Die Raumsonde OSIRIS-REx (Origins Spectral Interpretation Resource Identification Security – Regolith Explorer) ist eine Raumsonde der NASA. Sie wurde am 8. September 2016 mit einer Atlas-V vom LC-41 in Cape Canaveral gestartet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hauptaufgabe der Raumsonde OSIRIS-REx ist die Erforschung des Asteroiden Bennu, einem erdnahen Asteroiden mit einem Durchmesser von 494 m.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Erforschung des Asteroiden stehen OSIRIS-REx fünf unterschiedliche Instrumente zur Verfügung:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die OCAMS (OSIRIS-REx Camera Suite) ist ein aus mehreren hochauflösenden Kameras bestehendes System, welches Bilder der Asteroidenoberfläche aufnimmt und auch hochauflösende Bilder möglicher Probenentnahmestellen aufgenommen hat. Die Probenentnahme wurde von OCAMS aufgezeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">OLA (OSIRIS-REx Laser Altimeter) lieferte Daten mit einem LIDAR, welches Laserimpulse auf die Oberfläche von Bennu gesendet hat. Durch die Zeitdifferenzen von gesendeten und reflektiertem Lichtstrahl konnte die Entfernung zwischen Raumsonde und Asteroid bestimmt werden. Damit konnten hochauflösende topografische Daten über Bennu bereitgestellt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">OTES hat über ein Wärmeemissionsspektrometer Daten über die mineralische Zusammensetzung, die durchschnittliche Partikelgröße und die Temperaturverteilung der Oberfläche ermittelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">OVIRS (OSIRIS-REx Visible and Infrared Spectrometer) sammelt und analysiert sichtbares und infrarotes Licht und liefert damit Spektralkarten über mineralisches und organisches Material an der Oberfläche von Bennu. Diese Untersuchungen werden durch das Studentenexperiment REXIS (Regolith X-ray Imaging Spectrometer) untersützt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ende Dezember 2018 trat OSIRIS-REx in einen Orbit um den Astroiden Bennu ein und begann mit der Kartografierung der Asteroidenoberfläche. Über mehrere Monate hinweg wurde die Umlaufbahn um Bennu von anfänglich 1,75 km auf eine Oberflächenentfernung von 375 m zum Asteroiden verringert. Nach einer Überprüfung des TAGSAM (Touch-And-Go Sample Acquisition Mechanism) genannten Roboterarms wurde das eigentliche Missionsziel durchgeführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Umlaufbahn von OSIRIS-REx wurde weiter abgesenkt, so dass der Probenentnahmekopf am Ende des Roboterarms die Asteroidenoberfläche berühren konnte. Dabei sollte der Probenentnahmekopf bis auf 50 cm Tiefe in die Oberfläche von Bennu eindringen. Durch zusätzlichen Ausstoss von Stickstoff wurde weiteres Probenmaterial von der Oberfläche aufgewirbelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt sollten so 60 g Regolith-Gestein und mehrere Kubikzentimeter an Oberflächenstaub eingesammelt werden. Die Umlaufbahn von OSIRIS-REx wurde wieder angehoben und die Probenentnahmestelle ausführlich über die hochauflösenden Kameras beobachtet. Dabei stellte sich heraus, dass TAGSAM mehr als die gewünschten 60 g Regolith einsammelte. Eine nochmalige Probenentnahme war demnach nicht mehr erforderlich. Auffallend war allerdings, dass der Probenentnahmekopf beim Berühren der Asteroidenoberfläche auf keinen Widerstand stieß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Asteroidenmaterial, welches in der Probenentnahmeeinheit war, wurde mitsamt des Probenentnahmekopfes in eine Probenrückkehrkapsel namens SRC (OSIRIS-REx Sample Return Capsule) eingeführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 10. März 2021 wurden die Triebwerke von OSIRIS-REx gezündet und es verließ die Umlaufbahn um Bennu. Auf dem Rückweg an der Erde vorbei wird die Probenrückkehrkapsel ausgestoẞen, und dringt in die Erdatmosphäre ein, wo sie dann am 24. September 2023 auf der Utah Test and Training Range landen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">OSIRIS-REx wird seine Mission unter dem Namen OSIRIS-APEX (OSIRIS APophis EXplorer) fortsetzen und den Asteroiden Apophis 2029 erreichen, um ihn dann auf einer 18 monatigen Mission zu untersuchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=16280.msg536890#msg536890" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Asteroid Day</a></li></ul>
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		<title>Asteroid Day 2022: Warum das Ganze?</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/asteroid-day-2022-warum-das-ganze/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Sep 2022 10:30:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Erde]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was haben der 30. Juni 1908 und der 15. Februar 2013 gemeinsam? Über Entstehung und Organisation des Asteroid Day. Ein Beitrag von Kirsten Müller und Ingo Muntenaar. Sowohl am 30. Juni 1908 als auch am 15. Februar 2013 haben Ereignisse stattgefunden, die das Leben auf der Erde hätten weitgehend vernichten können, so wie es bereits [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Was haben der 30. Juni 1908 und der 15. Februar 2013 gemeinsam? Über Entstehung und Organisation des Asteroid Day.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Kirsten Müller und Ingo Muntenaar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sowohl am 30. Juni 1908 als auch am 15. Februar 2013 haben Ereignisse stattgefunden, die das Leben auf der Erde hätten weitgehend vernichten können, so wie es bereits mehrere Male durch Einschläge von kosmischen Brocken auf die Erdoberfläche geschehen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An beiden Tagen sind Meteoroide in die Erdatmosphäre eingedrungen und haben schwere lokale Verwüstungen hervorgerufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 30. Juni 1908 kam es über Tunguska, Sibirien, zu einer gewaltigen Detonation. Ein Kometenkern mit einem errechneten Durchmesser von 40 m ist damals in einer Höhe von 10 km explodiert und die resultierende Druckwelle hat Hunderte Quadratkilometer Waldbestand wie Streichhölzer umgeknickt. Diese Explosion hatte eine Sprengkraft, die geschätzten zwölf Megatonnen TNT gleichkommt. Während hier vermutlich keine Menschen zu Schaden kamen, verlief der <a href="https://www.raumfahrer.net/orbit-des-ural-meteoriten-berechnet/" data-wpel-link="internal">Eintritt eines Meteors in der Nähe der russischen Stadt Tscheljabinsk</a> am 15. Februar 2013 gegen 4:20 Uhr MEZ nicht so glimpflich. In einer Höhe von ungefähr 20 km explodierte ein Meteoroid mit einem Durchmesser von ca. 17 m und einem Gewicht von 7000 Tonnen. Die durch die Explosion ausgelöste Druckwelle erreichte die russische Stadt ca. 1,5 Minuten später und brachte Glasfronten und Fenster zum Zerbersten. Durch umherfliegende Glassplitter wurden Tausende Menschen verletzt. Die bei der Explosion freigesetzte Kraft entsprach einem TNT-Äquivalent von ca. 500 Kilotonnen. Das entspricht der dreißigfachen Menge der Atombombe, die am 6. August 1945 über Hiroshima abgeworfen wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenfalls am 15. Februar 2013, allerdings in den Abendstunden, passierte ein Asteroid mit einem Durchmesser von 45m die Erde. Der minimalen Abstand zur Erdoberfläche lag bei ca. 28000 Kilometern. Im Gegensatz zum Einschlag, der in den frühen Morgenstunden des 15. Februar 2013 vollkommen unerwartet passierte, wurde der <a href="https://www.raumfahrer.net/der-asteroid-2012-da14-naehert-sich-der-erde/" data-wpel-link="internal">Asteroid 2012 DA14</a> bereits ein Jahr vorher durch eine Durchmusterung des Himmels durch die ESA entdeckt und die Bahndaten exakt vermessen. Eine Kollision kann für die nächsten Jahrzehnte ausgeschlossen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von einem fiktiven Asteroideneinschlag in London und den Reaktionen der Menschen handelt der Film „51 Degrees North“, der im Frühjahr 2014 von dem Regisseur Grigorij Richters und dem Queen-Gitarristen und Astrophysiker Brian May produziert wurde. Im September 2014 wurde der Film beim Starmus-Festival aufgeführt, einer Veranstaltung mit einer Kombination aus Wissenschaft, Kunst und Musik, bei der Astronauten, Kosmonauten, Nobelpreisträger und andere prominente Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur, Kunst und Musik auftreten. Aus dieser künstlerischen Zusammenarbeit gründeten Richters und May den Asteroid Day.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Organisation Asteroid Day wurde im Oktober 2014 von Richters und May, dem Astronauten Rusty Schweickart (Apollo 9) und der Präsidentin der <a href="https://b612foundation.org/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Stiftung B612</a>, Danica Remy, ins Leben gerufen und offiziell am 3. Dezember 2014 gegründet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hauptziele der Organisation Asteroid Day sind:</strong></p>



<ol class="wp-block-list"><li>Anwendung von verfügbaren Technologien durch Regierungen und philanthropische Organisationen, um erdnahe Asteroiden zu entdecken, die den Menschen schaden könnten.</li><li>Eine Verhundertfachung der Entdeckungsrate von Asteroiden und eine Mehrung der unter Beobachtung gestellten Asteroiden. Es sollen 100.000 Entdeckungen pro Jahr innerhalb der nächsten 10 Jahre erreicht werden.</li><li>Globale Übernahme des Asteroid Days am 30. Juni jedes Jahres, um das Bewusstsein um die Gefahr durch Asteroiden und die Möglichkeiten des Schutzes zu stärken.</li></ol>



<p class="wp-block-paragraph">In der Unterorganisation UNOOSA (United Nations Office for Outer Space Affairs) der Vereinten Nationen wurde eine Arbeitsgruppe namens Action Team on Near Earth Objects eingerichtet. Diese Arbeitsgruppe befasst sich mit der Datenauswertung von Suchprogrammen, die erdnahe Objekte erfassen. Gleichzeitig gibt diese Arbeitsgruppe weltweite Warnungen vor Asteroideneinschlägen und entwickelt Strategien, um die Erde vor der Gefahr eines Asteroideneinschlags zu schützen. Der Repräsentant und Sprecher der Organisation Asteroid Day in der UNOOSA-Arbeitsgruppe ist der rumänische Kosmonaut Dumitru Dorin Prunariu (Sojus 40).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Generalversammlung der UNO hat im Dezember 2016 den 30. Juni offiziell zum International Asteroid Day deklariert. Dieses Datum ist nicht zufällig gewählt, sondern erinnert an den oben bereits erwähnten Eintritt des Kometenkerns in die tiefen Schichten der Erdatmosphäre, der am 30. Juni 1908 zu den verheerenden Verwüstungen in Tunguska, Sibirien, geführt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem International Asteroid Day erhofft man sich, dass das öffentliche Bewusstsein und Interesse für die Erforschung von Asteroiden gestärkt wird. Durch den Asteroid Day will man eine steigende Unterstützung in der Öffentlichkeit für kooperative, globale Maßnahmen zur Vermeidung von Asteroideneinschlägen auf der Erde erzielen. Gleichzeitig wirbt der Asteroid Day für eine Erhöhung der Unterstützung für ein stark erhöhtes Tempo bei der frühzeitigen NEO-Erkennung und für eine internationale NEO-Demonstrationsmission.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2015 wird der Asteroid Day weltweit mit publikumswirksamen Veranstaltungen durchgeführt. Die Hauptveranstaltung ist dabei in Luxemburg. Dabei wird am 30. Juni immer ein Live-Programm mit dem Titel „AD Live“ ausgestrahlt. In dem mehrstündigen Fernsehprogramm kommen internationale Experten zu Wort und diskutieren über Asteroidenmissionen und Abwehrmechanismen vor Asteroideneinschlägen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2016 findet im Rahmenprogramm in Luxemburg ebenfalls ein Technical Briefing zum Asteroid Day statt. Dabei werden die neuesten Forschungsergebnisse durch Wissenschaftler vorgestellt. Begleitet wird diese Veranstaltung durch ein Astronautenforum.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=16280.msg536889#msg536889" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Asteroid Day</a></li></ul>
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		<title>Asteroid Day 2022: Raumfahrer.net trifft Ron Garan</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/asteroid-day-2022-raumfahrer-net-trifft-ron-garan/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Jul 2022 18:18:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Flüge zur ISS]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumstationen]]></category>
		<category><![CDATA[Spaceshuttle]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Aquanaut]]></category>
		<category><![CDATA[Asteroid Day]]></category>
		<category><![CDATA[Asteroid Day 2022]]></category>
		<category><![CDATA[Astronaut]]></category>
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		<category><![CDATA[Fragile Oasis]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[NEEMO 9]]></category>
		<category><![CDATA[NOAA]]></category>
		<category><![CDATA[Ron Garan]]></category>
		<category><![CDATA[Sojus-TMA 21]]></category>
		<category><![CDATA[STS-124]]></category>
		<category><![CDATA[Telemedizin]]></category>
		<category><![CDATA[USAID]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 29. Juni 2022 konnte Raumfahrer.net (RN) im Rahmen des Asteroid Day 2022, am Rande des Asteroid Day Technical Briefings, dem US-Astronauten Colonel Ron Garan (STS-124, Sojus-TMA 21 / Expedition 27 / Expedition 28) einige Fragen stellen. Ein Beitrag von Kirsten Müller und Ingo Muntenaar. Ronald Garan wurde am 30. Oktober 1961 in Yonkers, U.S. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am 29. Juni 2022 konnte Raumfahrer.net (RN) im Rahmen des Asteroid Day 2022, am Rande des Asteroid Day Technical Briefings, dem US-Astronauten Colonel Ron Garan (STS-124, Sojus-TMA 21 / Expedition 27 / Expedition 28) einige Fragen stellen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Kirsten Müller und Ingo Muntenaar.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RonGaran2KM2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Ron Garan. (Bild: Kirsten Müller)" data-rl_caption="" title="Ron Garan. (Bild: Kirsten Müller)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RonGaran2KM26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Ron Garan. (Bild: Kirsten Müller)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ronald Garan wurde am 30. Oktober 1961 in Yonkers, U.S. Bundesstaat New York geboren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach seinem Schulabschluss erzielte er 1994 einen Master in Luftfahrt an der Embry-Riddle Aeronautical University. 1996 hat er noch einen weiteren Masterabschluss in Luft- und Raumfahrttechnik an der University of Florida gemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Besuch der Pilotengrundausbildung auf der Vance Air Force Base in Oklahoma erwarb er 1985 seinen Pilotenschein. Danach absolvierte er seine weitere fliegerische Ausbildung auf der Luke Air Force Base in Arizona zum Flugzeugführer einer F-16. Als erfahrener F-16 Pilot diente Garan dann im Zeitraum 1986 bis 1988 im 496. taktischen Jagdgeschwader auf dem Luftwaffenstützpunkt Hahn in der Bundesrepublik Deutschland. Von August 1990 bis März 1991 war er zur Unterstützung der Operationen Desert Shield/Desert Storm in Südwestasien im Einsatz, wo er Kampfeinsätze in der F-16 flog. 1991 wurde Garan an die USAF Weapons School versetzt, wo er als Ausbilderpilot, verantwortlicher Luftfahrzeugführer und stellvertretender operativer Diensthabender der F-16 Weapons School diente.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 1994 wurde er als Entwicklungstestpilot und leitender F-16-Pilot der 39. Flugerprobungsstaffel, Eglin Air Force Base, Florida, zugewiesen. Nach dem Besuch der Testpilotenschule der Marine auf der Patuxent River Naval Air Station, Maryland, von Januar bis Dezember 1997, leistete er dann wieder Dienst bei der 39. Flugerprobungsstaffel, Eglin Air Force Base als Direktor der gemeinsamen Erprobungsstelle für Boden-Luft-Raketensysteme. Er hat über 5.000 Flugstunden in mehr als 30 verschiedenen Flugzeugen absolviert. Während seiner Zeit als Einsatzoffizier der 40. Flugerprobungsstaffel wurde er im Juli 2000 für das Astronautenprogramm der NASA als Pilot ausgewählt und begann im August 2000 seine Astronautenausbildung. Garan schied am 1. Juni 2009 aus der US-Luftwaffe aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im April 2006 nahm er als Aquanaut an der gemeinsamen NASA-NOAA-Mission NEEMO 9 (NASA Extreme Environment Mission Operations) teil, einer Forschungsmission in Aquarius, dem einzigen Unterwasserforschungslabor der Welt. Während dieser 18-tägigen Mission entwickelte die sechsköpfige Besatzung von NEEMO 9 Verfahren zur Erforschung der Mondoberfläche und telemedizinische Technologieanwendungen zur Unterstützung zukünftiger Verfahren für die Erforschung des Weltraums.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Garan arbeitete in der Open Government Initiative der NASA, die sich um die Entwicklung innovativer Kooperationen innerhalb der Regierung, der Industrie und mit Bürgern auf der ganzen Welt bemüht. Zuletzt wechselte er von der NASA zur United States Agency for International Development (USAID), um bei der Implementierung modernster Technologien zur Lösung von Problemen in den Entwicklungsländern zu helfen. Bei der USAID initiierte er das Unity Node Program, ein Gemeinschaftsprojekt, das es humanitären Organisationen auf der ganzen Welt ermöglicht, auf gemeinsame Ziele hinzuarbeiten. Garan verließ die Behörde im September 2013, um diese Arbeit als Privatperson fortzusetzen, internationale Raumfahrtprogramme durch die Initiative Fragile Oasis weiter zu fördern und mehrere sozialunternehmerische Projekte zu starten, die zur Lösung der Herausforderungen unseres Planeten beitragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.raumfahrer.net/sts-124-statusreports/#e462d67624d8" data-wpel-link="internal">Als Missionsspezialist absolvierte Ron Garan seinen ersten Weltraumeinsatz während des Space Shuttle-Fluges STS-124.</a> Discovery startete am 31. Mai 2008 zum 26. Shuttle-Flug zur Internationalen Raumstation. Nach einer Flugzeit von 13 Tagen, 18 Stunden und 13 Minuten endete die Mission auf der Landebahn am Kennedy Space Center in Florida. Ein Missionsziel war der Tausch eines Besatzungsmitgliedes der Internationalen Raumstation. Gregory Chamitoff als Bordingenieur der Expedition 17 flog mit STS-124 zur ISS und hat Garrett Reisman als Bordingenieur der ISS Expedition 16 abgelöst. Dieser flog als Besatzungsmitglied von STS-124 zur Erde zurück. Als Hauptnutzlast waren in der Nutzlastbucht von Discovery weitere Teile des japanischen Kibo-Moduls (Japanese Experiment Module – Pressurized Module, JEM PM) und der japanische Roboterarm (JEM RMS) verankert. Während dreier Außenbordeinsätze bereiteten Michael Fossum und Ron Garan die neuen Module für das Andocken an der ISS vor und führten Wartungsarbeiten am Drehgelenkmotor einer Solarzellenfläche durch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seinen zweiten Raumflug absolvierte Ron Garan als Besatzungsmitglied der Expedition <a href="https://www.raumfahrer.net/expedition-27/" data-wpel-link="internal">27</a>/<a href="https://www.raumfahrer.net/expedition-28/" data-wpel-link="internal">28</a>. <a href="https://www.raumfahrer.net/sojus-tma-21-gagarin-fliegt-zur-iss/" data-wpel-link="internal">Mit Sojus-TMA 21 startete er</a> als zweiter Bordingenieur am 4. April 2011 von der gleichen Startrampe in Baikonur, von der Juri Gagarin fast 50 Jahre zuvor gestartet war. <a href="https://www.raumfahrer.net/iss-besatzung-absolviert-aussenbordeinsatz/" data-wpel-link="internal">Als Mitglied der Expedition 28 unternahmen Garan und Fossum den letzten Weltraumspaziergang vom angedockten Space Shuttle Atlantis während der Mission STS-135.</a> Ron Garan war es, der die Luke zum Space Shuttle zum letzten Mal schloss. Danach koppelte Atlantis ab, um die letzte Mission eines Space Shuttle abzuschließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mission von Sojus-TMA 21 endete am 15. September 2011 in der kasachischen Steppe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Garan hat als NASA Astronaut 18 Tage auf dem Grund des Ozeans verbracht. Und im Laufe von 2.842 Umkreisungen unseres Planeten hat er 71.075.867 Meilen zurückgelegt, wobei er mehr als 178 Tage im Weltraum verbrachte, davon 27 Stunden und 3 Minuten bei vier Weltraumspaziergängen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Autor hat Ron Garan bisher drei Bücher veröffentlicht. Das erste Buch „The Orbital Perspective: An astronaut‘s view“ erschien 2015. Die beiden anderen Bücher, „Floating in darkness“ und das Kinderbuch „Railroad to the Moon“, erschienen 2021.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was fragt man einen Astronauten? „Wie geht man im Weltraum auf die Toilette“? Diese Frage hätten wir stellen können, konnten es uns dann aber doch verkneifen. Wir haben uns allerdings für eine andere Aufwärmfrage entschieden. Das Gespräch fand bis auf eine Ausnahme auf Englisch statt. Wir geben dieses Gespräch in der deutschen Übersetzung wieder.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RonGaran1KM2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Ron Garan. (Bild: Kirsten Müller)" data-rl_caption="" title="Ron Garan. (Bild: Kirsten Müller)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RonGaran1KM26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Ron Garan. (Bild: Kirsten Müller)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net (RN)</strong>: Wann haben Sie sich entschieden, Astronaut zu werden?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ron Garan</strong>: Am 20. Juli 1969. Das war der Tag, an dem der erste Mensch seinen Fuß auf die Oberfläche des Mondes setzte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RN</strong>: Dann können wir Ihnen die exakte Uhrzeit zu diesem Ereignis nennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ron Garan</strong>: Ich war zu dem Zeitpunkt sieben Jahre alt und habe die Mondlandung am Fernseher verfolgt. Und es gibt noch ein weiteres Ereignis, welches für mich mit dem 20. Juli zusammenhängt. Ich erhielt genau am 20. Juli 2000 den Telefonanruf der NASA, in dem man mich einlud am Johnson Space Center in Houston meine Astronautenausbildung bei der NASA zu beginnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RN</strong>: Sie haben ihre Pilotenausbildung gemacht und sind dann als F-16 Pilot zum Luftwaffenstützpunkt nach Hahn versetzt worden. Eigentlich könnten wir das Gespräch nun auch auf deutsch weiterführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ron Garan</strong>: Stimmt, ich war einige Jahre in Deutschland stationiert. Mein Deutsch reicht aber nur, um mich in einer Gaststätte zu verständigen. (Anmerkung: Diesen Gesprächsanteil haben wir in deutscher Sprache gesprochen)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RN</strong>: Sie sind als Pilot für das Space Shuttle ausgewählt worden. Sie haben sämtliche Space Shuttle Systeme gelernt und die dazugehörigen Prozeduren. Dann haben Sie unzählige Trainingsflüge und Anflüge mit dem Shuttle Training Aircraft (Anmerkung der Redaktion: eine modifizierte Grumman Gulfstream II, die die Flugeigenschaften des Space Shuttle im Unterschallbereich simuliert) auf der Shuttle Landing Facility des Kennedy Space Center und am White Sands Space Harbor durchgeführt. Dazu kamen noch hunderte Stunden im Simulator, um Aufstiegsszenarien zu erlernen. Sie sind aber niemals als Pilot für eine Space Shuttle Mission nominiert worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ron Garan</strong>: Das stimmt. Ich war auf meinem ersten Flug STS-124 als Missionsspezialist nominiert worden. Meine Reise zu dieser Nominierung hatte bereits eineinhalb Jahre früher begonnen. Kent Rominger, der damalige Chefastronaut, hatte an alle diejenigen aus meiner Astronautenklasse, die als Space Shuttle Pilot ausgewählt wurden, eine Nachricht geschickt. Darin fragte er, ob wir uns vorstellen könnten, unseren ersten Raumflug nicht als Pilot, sondern als Missionsspezialist durchzuführen. Ich habe geantwortet, dass ich absolut glücklich wäre, wenn man mich für einen Raumflug nominieren würde. Es wäre mir vollkommen egal, in welcher Position. Es muss die richtige Antwort gewesen sein. Einen Monat später wurde ich für meinen ersten Raumflug als Missionsspezialist ausgewählt. Für den Flug STS-124 war meine Position seitlich versetzt hinter dem Kommandanten Mark Kelly und dem Piloten Ken Ham. So konnte ich meine Erfahrung in Start und Landung mit einbringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RN</strong>: Als Pilot wären Sie sehr wahrscheinlich nie in den Genuss gekommen auf dieser Mission drei Weltraumausstiege durchzuführen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ron Garan</strong>: Nun, ich glaube ich hatte in meiner Ausbildung zumindest ein Basistraining im Neutral Buoyancy Tank. Aber genau weiß ich es nicht mehr. Das ist schon zu lange her. Das Training für Außenbordaktvitäten gehört nicht zur Ausbildung für Piloten. Für die tatsächliche Mission hatte ich dann wohl ausgiebiges Training für Außenbordeinsätze.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RN</strong>: Als Missionsspezialist waren Sie für diesen Flug doch ein bisschen überqualifiziert, oder?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ron Garan</strong>: Ich hätte jederzeit als Pilot übernehmen können, wenn dem Kommandanten oder dem Piloten etwas passiert wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RN</strong>: Vor Ihrer Auswahl zum Astronauten waren Sie F-16 Pilot. Ihr Kommandant des Fluges Sojus-TMA 21, Alexander Samokutjajew, war früher Luftwaffenpilot bei den russischen Streitkräften und hat die Suchoi SU-24 geflogen. Er war stellvertretender Staffelkommandant. Im kalten Krieg hätten Sie auf verschiedenen Seiten möglicherweise gegeneinander gekämpft. War das jemals ein Thema in Ihrer Ausbildung in Russland?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ron Garan</strong>: Das war es nicht. Aber in der Tat war es ein merkwürdiges Gefühl, als ich am Starttag vor unserer Rakete in Baikonur stand. Ein ehemaliger F-16 Pilot, der gerade im früher hochgeheimen Baikonur steht, gleich eine russische Rakete besteigt und mit zwei russischen Kollegen zur Raumstation fliegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RN</strong>: Wie ist denn der Kontakt zwischen Ihnen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ron Garan</strong>: Sehr gut. Wir haben uns gut verstanden. Ich wollte damals die russische Kultur erleben. &#8211; Ach so, Sie meinen jetzt. Nun, wir haben momentan keinen Kontakt. Gespräche sind gerade sehr schwierig. Die Zusammenarbeit mit den Russen an der ISS geht aber weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RN</strong>: Sie schreiben in Ihrem Buch über die orbitale Sichtweise (Anmerkung: siehe Buchtitel „The orbital perspective“). Wie sieht Ihre Vision für eine Asteroidenabwehrmission aus?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ron Garan</strong>: Während unseres dritten Weltraumspaziergangs bei STS-124 hatten wir die Aufgabe, einen leeren Stickstofftank gegen einen gefüllten Stickstofftank zu tauschen. Das Gewicht des Tanks stellte nicht das Problem dar. Es war eher die Größe des Tanks. Die Aufgabe bestand daher darin, den voluminösen Tank von einem Punkt der Raumstation zu einem anderen zu bewegen, ohne andere externe Ausrüstung zu beschädigen. Dies machten wir dann mit dem Canadarm2. Karen (Nyberg) und Aki (Hoshide) bedienten den Roboterarm der ISS, während ich meine Schuhe in der Fußhalterung am Ende des Roboterarms eingerastet hatte. Mit beiden Händen hielt ich den sperrigen Tank und dann wurde ich in einem „Windshield Wiper“ (Anmerkung der Redaktion: Scheibenwischer) genannten Flugmanöver in einem hohen Bogen von einem Ende der Raumstation zum anderen Ende gehoben. Im Scheitelpunkt des Bogens war ich ca. 30 m über der Raumstation. Dieses Flugmanöver fand im Erdschatten statt. Es war ein bisschen unheimlich, über die Lichter der Raumstation in die Dunkelheit aufzusteigen. Ich löste eine Hand von dem Griff des leeren Tanks und knipste meine Helmlichter aus. Nachdem sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, konnte ich eine unglaubliche Aussicht genießen. Ich sah die Milchstraße. Ich konnte in die Unendlichkeit schauen. Nachdem ich den leeren Tank auf der anderen Seite des Bogens an Mike (Fossum) übergeben hatte und gegen den vollen Tank getauscht hatte, führten wir den „Windshield Wiper“ in die entgegengesetzte Richtung aus. Nur diesmal fand das Flugmanöver auf der Tagseite unserer Umlaufbahn statt. Im Scheitelpunkt des Bogens angekommen, sah ich die Raumstation 30 m unter mir, vor dem Hintergrund unseres blauen Planeten, der sich 240 Meilen (ca. 440 km) darunter befand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wunderte mich einfach nur, wie es sein konnte, dass viele Nationen, von denen einige nicht die besten Freunde waren, einen Weg gefunden haben, ihre Differenzen beiseite zu legen und so etwas Erstaunliches wie die ISS erreicht haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich dort oben auf unseren Planeten herunterschaute, habe ich mich gefragt, wie die Welt aussehen würde, und mit wie vielen Problemen wir weniger konfrontiert wären, wenn wir bei unseren Interaktionen auf der Erde das gleiche Maß an Kooperation und Zusammenarbeit erreichen könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher ist die Initiative „<a href="https://asteroidday.org/about/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Asteroid Day</a>“ ein wunderbares Beispiel dafür, wie Menschen aus allen Regionen der Welt mit ihren unterschiedlichen Stärken und Erfahrungen ihr Wissen zusammen bringen, um unseren Planeten vor der kosmischen Bedrohung zu beschützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RN</strong>: Vielen Dank, Colonel Garan, für das interessante Gespräch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=16280.msg535357#msg535357" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Asteroid Day</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>ASE-Kongress Toulouse 2017 – Teil 3</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/ase-kongress-toulouse-2017-teil-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Sep 2018 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[ASE]]></category>
		<category><![CDATA[ASE 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Toulouse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der zweite Tag des Association of Space Explorers Planetary Congress startete am 17. Oktober 2018 wiederum im Raumfahrtmuseum Cité de l‘espace. Gastgeber des ersten Veranstaltungsblocks am Morgen waren der JAXA-Astronaut Soichi Noguchi (STS-114; Soyuz-TMA 17 / ISS-22 / ISS-23) und der ehemalige russische Kosmonaut Aleksandr P. Aleksandrov (Sojus-T 9; Sojus-TM 3 / Mir-2). Während Soichi [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Der zweite Tag des Association of Space Explorers Planetary Congress startete am 17. Oktober 2018 wiederum im Raumfahrtmuseum Cité de l‘espace.</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Gastgeber des ersten Veranstaltungsblocks am Morgen waren der JAXA-Astronaut Soichi Noguchi (STS-114; Soyuz-TMA 17 / ISS-22 / ISS-23) und der ehemalige russische Kosmonaut Aleksandr P. Aleksandrov (Sojus-T 9; Sojus-TM 3 / Mir-2). Während Soichi Noguchi im ersten Teil des Veranstaltungsblocks „Latest Breaking News from Space“ den Schwerpunkt auf amerikanische, japanische und französische Raumfahrt legte, hat Aleksandr Aleksandrov im zweiten Teil der neuesten Nachrichten aus dem Weltall mit den Referenten russische Raumfahrtaspekte diskutiert.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IMG_5736-800.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="150" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/IMG_5736-260.jpg" alt="" class="wp-image-78348"/></a><figcaption>Expedition-48-Crew<br>(Bild: Kirsten Müller)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Traditionell startet der zweite Tag mit einem Flugbericht einer vor kurzem zur Erde zurückgekehrten Raumflugbesatzung. In diesem Fall gaben Weltraumneulinge Astronautin Dr. Kate Rubins (NASA) und Astronaut Takuya Onishi (JAXA) einen Überblick über ihren Raumflug im Rahmen von Expedition 48 / Expedition 49. Die Expedition 48 begann am 7. Juli 2016 mit dem Start des Raumschiffes Sojus-MS vom Raumfahrtzentrum Baikonur. Neben den Flugingenieuren Onishi und Rubins war der Sojus-Kommandant Anatoli A. Ivanishin (Sojus-TMA 22 / ISS-29 / ISS-30) an Bord. Statt eines sechsstündigen Anfluges erfolgte dieses Mal ein Soloflug des Raumschiffs von zwei Tagen, da es sich bei Sojus-MS um das erste Raumschiff eines modifizierten Sojus-Modells handelte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Andocken an die Internationale Raumstation erfolgte am 9. Juli 2016. Dort warteten bereits Expedition-48-Kommandant Jeffrey N. Williams (STS-101; Sojus-TMA 8 / ISS-13; Sojus-TMA 16 / ISS-21 / ISS-22; Sojus-TMA 20M / ISS-47 / ISS-48), sowie die beiden russischen Bordingenieure Aleksei N. Ovchinin (Sojus-TMA 20M / ISS-47 / ISS-48) und Oleg I. Skripochka (Sojus-TMA 01M / ISS-25 / ISS-26; Sojus-TMA 20M / ISS-47 / ISS-48) auf die neuen Gäste. Zu den ersten Experimenten, welche die Expedition-48-Besatzung gemeinsam durchführte, gehörte das Spheres Experiment der NASA. Weltweit können Schulklassen an diesem Experiment teilnehmen, in dem sie über das Bodenkontrollzentrum Steuerkommandos an die Raumstation schicken. Dr. Rubins führte die erste DNA Sequenzierung durch. Über diesen Aspekt ihrer Forschungstätigkeit hat sie am Nachmittag noch eine ausführliche Vorlesung gehalten.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IMG_5738-800.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/IMG_5738-260.jpg" alt="" class="wp-image-78350"/></a><figcaption>Expedition-49-Crew<br>(Bild: Kirsten Müller)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Aleksei Ovchinin und Jeffrey Williams führten gemeinsame Experimente zur Flüssigkeitsverschiebung im Körper mit Hilfe der russischen Chibis Unterdruckhose durch. Takuya Onishi baute die externe Experimentplattform der privaten Raumfahrtfirma SpaceX zusammen. Über die japanische Luftschleuse wurde diese Experimenteinheit in den Weltraum entlassen und dort an den JEM-RMS (Japanese Experiment Module-Remote Manipulator System) / japanischer Roboterarm) übergeben. Auf die gleiche Weise werden Cubesats durch die Luftschleuse mit dem J-SSOD (JEM Small Satellite Orbital Deployer) gestartet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Transportraumschiff Dragon CRS-9, welches am 20. Juli 2016 an die ISS andockte, wurde unter anderem die Nutzlast IDA-2 (International Docking Adapter) transportiert. An IDA-2 sollen in Zukunft kommerzielle bemannte Raumschiffe im Rahmen des NASA Commercial Crew Program andocken. Ein Highlight von Expedition 48 waren die Außenbordaktivitäten von Williams und Rubins am 19. August 2016. Die beiden Raumfahrer haben den IDA-1 Docking Adapter an PMA-2 (Pressurized Mating Adapter 2) montiert. Tage später wurde IDA-2 aus dem offenen Nutzlastraum von CRS-9 durch den Roboterarm Canadarm2 entnommen und ebenfalls an PMA-2 montiert. Eine zweite Außenbordaktivität von beiden Astronauten fand am 1. September 2016 statt. Die Rückkehr von Sojus-TMA 20M und seiner Crew fand am 7. September 2016 in der kasachischen Steppe statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann begann offiziell die Expedition 49 mit Anatoli Ivanishin als ISS Kommandant. Am 19. Oktober startete die Mission Sojus-MS 02 mit den Raumfahrern Sergei N. Ryzikhov (Sojus-MS 02 / ISS-49 / ISS-50), Andrei I. Borisenko (Sojus-TMA 21 / ISS-27 / ISS-28; Sojus-MS 02 / ISS-49 / ISS-50) und Robert S. Kimbrough (STS-126; Sojus-MS 02 / ISS-49 / ISS-50). Das Andocken an die Raumstation erfolgte am 21. Oktober 2016. Nach einer gemeinsamen Flugdauer von 10 Tagen begann das Ablegemanöver von Sojus-MS am 30. Oktober 2016 und einer anschließenden Landung in der Region von Dzheskasgan in Kasachstan. Mit diesen Sequenzen endete der offizielle Filmbeitrag von der Expedition 48 / 49.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IMG_5737-1500.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="390" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/IMG_5737-260.jpg" alt="" class="wp-image-78352" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/IMG_5737-260.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/IMG_5737-260-200x300.jpg 200w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption>Takuya Onishi<br>(Bild: Kirsten Müller)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss referierten Onishi und Rubins über die ISS als Labor für internationale Zusammenarbeit. Onishi beschrieb das Programm Kibo-ABC (Asian Beneficial Collaboration) als ein Programm, um die wissenschaftliche Zusammenarbeit in der Asien-Pazifik-Region zu stärken. Eines dieser Experimente nennt sich Try Zero-G. Hierbei handelt es sich um eine internationale pädagogische Veranstaltung. Das Ziel von Try Zero-G liegt darin, Kinder zu motivieren und zu ermutigen, sich für Wissenschaft zu interessieren. Ein JAXA-Astronaut führt wissenschaftliche Experimente durch, die von asiatischen Studenten vorgeschlagen wurden. 2016 wurden in einem Wissenschaftswettbewerb fünf aus 120 Experimenten ausgewählt, um sie auf der ISS durchzuführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 14. September 2016 führte Onishi diese Experimente bei einer Liveübertragung in das japanische Kontrollzentrum durch. Die Gewinner des Wettbewerbes aus Indonesien, Singapur und Thailand wurden dazu in das Kibo Kontrollzentrum im Tsukuba Space Center in Japan eingeladen. Im Rahmen dieser Liveübertragung fanden Medienveranstaltungen in den Heimatländern der Studenten statt. In einem dieser Experimente ging es um die Durchmischung von gefärbtem Wasser und Silikonöl in der Mikrogravitationsumgebung. Eigenschaften wie Viskosität, Kapillareffekte und die Oberflächenspannung von Flüssigkeiten konnten sichtbar gemacht werden. In dem Experiment „The Flying Paperplane“ wurden bei einem Papierflugzeug die Anstellwinkel der Kontrollflächen geändert und am fliegenden Objekt gezeigt, wie sich die Aerodynamik und damit das Flugverhalten des Papierflugzeugs verändert. Dieses Experiment machte Onishi sehr viel Spass, da sein beruflicher Hintergrund der eines zivilen Passagierflugzeugführers ist.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IMG_5740-1500.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="390" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/IMG_5740-260.jpg" alt="" class="wp-image-78354" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/IMG_5740-260.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/IMG_5740-260-200x300.jpg 200w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption>Kathleen Rubins<br>(Bild: Kirsten Müller)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend sprach Dr. Rubins über Wissenschaft in extremen Umgebungen und brachte einige Beispiele für die Forschungsmöglichkeiten an Bord der Raumstation. Jahrzehntelang wurde Wissenschaft in Weltraumlabors in großen Modulen betrieben. Experimente werden mittlerweile modularisiert und miniaturisiert, um sie unter Weltraumbedingungen zu realisieren. Die ISS ist ein Forschungslabor, in dem &#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8230; Untersuchungen fundamentaler Unterschiede physikalisch-biologischer Prozesse in der Mikrogravitation zu solchen Prozessen unter Schwerkrafteinfluss durchgeführt werden;</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8230; einzigartige Eigenschaften von Flüssigkeiten in biologischen Experimenten untersucht werden;</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8230; untersucht wird, wie sich Nukleinsäuren, Zellen, Gewebe, Tiere und der menschliche Körper in der Schwerelosigkeit verändern;</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8230; Technologien entwickelt werden, in der die Echtzeit-Ergebnisse von Experimenten bestimmt werden können;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Beispiel führte Dr. Rubins die Tiefkühleinheit MELFI (Minus Eighty-Degree Laboratory Freezer for ISS / Minus Achtzig-Grad Labor Tiefkühler für die ISS) an. In dieser Einrichtung können bei –90 °C Proben tiefgefroren werden, um sie anschließend in einer Rückkehrkapsel zur Erde zurückzuführen. Die Proben werden dann im erdgebundenen Labor analysiert und dann mit bereits durchgeführten Analysen des Probenmaterials im Raumlabor verglichen. Daraus kann man ableiten, wie zukünftige Forschung betrieben werden kann, wenn man immer weiter bemannt in den Weltraum vordringt und eben nicht mehr die Möglichkeit hat Probenmaterial zur Erde zurückzuschicken. Die Blut- Urin- , Speichel- und Zellproben, die momentan noch für die Rückführung zur Erde zentrifugiert und danach tiefgefroren werden, können künftig direkt in Echtzeit vor Ort ausgewertet werden. Probenrückführung wird sich auf ein Minimum einpendeln und nur noch Datenströme mit gewonnenen Auswertungen übermittelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 16 Jahren entwickeln sich Mikrobenkulturen auf den Innenflächen der Raumstation. Wissenschaftler stellen sich die Frage, wie sich diese Mikrobenumgebung entwickelt hat und in welcher Wechselwirkung sie zu den Bewohnern der Raumstation steht: Wie ändern sich die Mikrobenkulturen bei der Neuankunft von Fracht und neuen Besatzungen? Komplexe Analysen von 1000 Wischproben können mittlerweile innerhalb kurzer Zeit durchgeführt werden um die mikrobielle Population zu verstehen. Dr. Rubins verwies dann auf eine weitere Präsentation in der Nachmittagsveranstaltung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lebenswissenschaftliche Experimente werden u.a. in der MSG (Microgravity Science Glovebox / Handschuhkasten) realisiert. Das Öffnen der Körper von Nagetieren findet mittlerweile auch in der MSG statt, seitdem diese mit entsprechenden Geräten und Werkzeugen nachgerüstet wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Forschung an Tieren wird durch das Rodent Habitat (Nagetier-Habitat) unterstützt. Säugetiere können unter dem Einfluss der Schwerelosigkeit für 30, 60 oder 90 Tage untersucht werden. Hier finden Untersuchungen zum Immunsystem, Änderung des Sehvermögens, Rückbildung von Muskeln etc. statt. Sowohl die NASA als auch JAXA verfügen über solche Habitat-Module.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abschließend gewährte Dr. Rubins schon einmal einen kurzen Ausblick auf Experimente zur DNA-Sequenzierung (Anmerkung der Redaktion: Hier verweisen wir auf eine ausführlichere Berichterstattung innerhalb der Nachmittagsvorlesung von Dr. Rubins).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss an die Präsentation zu Expedition 48/49 gab Patrice Bennarroche, Mitarbeiter von CNES, einen Überblick über CADMOS, ein Raumfahrtzentrum, welches im Raum Toulouse angesiedelt ist. CADMOS ist eines von neun existierenden Nutzerunterstützungszentren (USOC / User Support Operations Center) der ESA. In einem Nutzerunterstützungszentrum befindet sich ein Kontrollraum, der die Operationen an Bord der Raumstation überwacht. Des weiteren werden in Labors Raumfahrtexperimente für den Betrieb auf der Raumstation entwickelt, durchgeführt, überwacht und die Experimentdaten archiviert bzw. den Experimentatoren diese Daten in Echtzeit oder zeitnah zur Verfügung gestellt. Im Rahmen der Mission Proxima vom französischen ESA-Astronauten Thomas Pesquet (Sojus-MS 03 / Expedition 50 / Expedition 51) hat CADMOS sieben Experimente selbst entwickelt und vorbereitet sowie 21 der 55 Experimente der Proxima Mission überwacht. Diese Experimente unter Federführung von CADMOS hat Patrice Bennarroche im Einzelnen vorgestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>AQUAPAD</strong>: Wasser auf der ISS wird zu 80% aus Schweiß, Urin und anderen Rückständen aus dem Abwasser recycelt. Mit einem Gerät werden kleine Mengen Wasser injiziert, in einer 3D-Petrischale sichtbar gemacht und fotografiert. Mit Hilfe einer Tablet-PC-Anwendung wird das Vorhandensein von Bakterien berechnet und damit Wassertrinkbarkeitstests auf der ISS beschleunigt und verbessert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>MATISS</strong>: Bei diesem Experiment sollen innovative Oberflächenmaterialien gefunden werden, die ein Anhaften von Biofilmen aus Bakterien verhindert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>ECHO</strong>: ECHO-Untersuchungen testen ein leistungsfähigeres und benutzerfreundliches Ultraschallsystem, welches von einem Teleoperateur aus dem CADMOS kontrolliert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>PERSPECTIVES</strong>: Dieses neurowissenschaftliche Experiment untersucht die Veränderungen der kognitiven Fähigkeiten von Astronauten bei der Anpassung an die Mikrogravitationsumgebung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>EVERYWEAR</strong>: Bisher wurde dem Astronauten über eine ständige Unterstützung durch die Missionskontrolle eine Vielzahl von Aufgaben abgenommen. Eine Rundumüberwachung wird bei interplanetaren Missionen nicht mehr durchgängig möglich sein. Dem Astronauten wird mit der Anwendung EVERYWEAR ein computergestützter persönlicher Assistent mitgegeben, der den Weg zu einer größtmöglichen Autonomie ebnet. Bei EVERYWEAR handelt es sich um ein Anwendungsprogramm für ein Tablet, das eine Schnittstelle für eine Vielzahl von gesundheitsbezogenen Aufgaben bietet. Mit der Applikation wird über das Fotografieren von Barcodes der gegessenen Lebensmittelrationen eine Ernährungsbewertung geliefert. Tragbare Sensoren können mithilfe der Anwendung EVERYWEAR Elektrokardiogramme des Astronauten aufnehmen und über das Aufzeichnen der Hauttemperatur das Schlafmuster im Weltraum überwachen. Mit EVERYWEAR wird auch das Experiment AQUAPAD unterstützt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>FLUIDICS</strong>: Dieses Technologieexperiment untersucht die Flüssigkeitsverdrängung in einer Kugel. Hierbei werden wichtige Erkenntnisse zu Wellenströmungsphänomenen an Oberflächen von Flüssigkeiten erwartet. Weitere Untersuchungen zielen auf das Schwappverhalten (fluid sloshing) von Flüssigkeiten in Treibstofftanks ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>EXO-ISS</strong>: Im Rahmen der Mission Proxima haben CADMOS und die CNES Abteilung für Jugendbildung mehrere Schülerexperimente entwickelt, um den Einfluss der Schwerelosigkeit zu verstehen. Ein Experiment befasst sich mit dem Keimungsverhalten von Linsen-, Radieschen- und Senfsamen. In einem weiteren Experiment wird das Wachstum von Kristallen betrachtet. Ausgewählte Schulen haben Experimentkits erhalten und führen diese Experimente parallel zu Thomas Pesquet an Bord der Raumstation durch. Die Ergebnisse von Boden- und Weltraumexperiment werden verglichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen Überblick über den Mars Rover Curiosity und die Mission Mars 2020 gab Muriel Deleuze, Projektleiterin Mars 2020 von CNES.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da Wasser ein Schlüsselelement für das Entstehen von Leben ist, wurde mit den ersten Missionen zum Planeten Mars der Fragestellung nachgegangen, ob es Indizien für das Vorhandensein von Wasser gibt, oder ob jemals Wasser auf dem Mars vorhanden war. Mit dem Mars Rover Curiosity will man erkunden, ob mikrobiologische Lebensformen auf dem Mars generell existieren konnten. Die zukünftigen Missionen ExoMars und Mars 2020 sollen dann tatsächlich Leben auf dem Mars aufspüren bzw. der Frage nachgehen, ob es Lebensformen auf dem Mars gab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entwicklungs-, Bau- und Testphase vom Curiosity Rover und der Raumsonde begann 2005 und dauerte bis 2011. An Bord der Raumsonde mit einem Gewicht von 3900 kg war der Mars Rover mit einer Masse von 900 kg integriert. Gestartet wurde die interplanetare Raummission von Cape Canaveral LC-41 (Launch Complex / Starttisch) am 26. November 2011 mit einer Atlas V Rakete. Nach dem Einschuss in eine Mars-Transferbahn erreichte die Raumsonde Ende Juli 2012 den Mars. Die Raumsonde wurde in einem stabilen Marsorbit geparkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 6. August 2012 begann dann das als EDL (Entry, Descent &amp; Landing – Eintritt, Abstieg &amp; Landung) bezeichnete Manöver, um Curiosity auf der Marsoberfläche aufzusetzen. Nachdem der Eintritt in die Marsatmosphäre gelungen war, wurde die Kapsel von einem Bremsfallschirm stabilisiert. Danach wurde in tieferen Atmosphärenschichten der ablative Hitzeschutzschild abgesprengt. Anstelle einer Airbag-Landung hat man ein neuartiges Abstiegssystem ausprobiert. Das Abstiegssystem wurde ca. 20m über der Marsoberfläche mithilfe von paarweise entgegen der Flugbahn angeordneten Brems- und Manövriertriebwerke in einen stabilen Schwebeflug überführt. Über eine Skycrane genannte Kranstruktur wurde der Mars Rover über Seilsysteme auf der Marsoberfläche abgesetzt. Durch diese Technik konnten die Anforderungen an die Erschütterungsresistenz des Roversystems erheblich verringert werden. Nach erfolgreichem Bodenkontakt von Curiosity im Landegebiet des Gale Kraters wurde das Seilsystem zum Skycrane gekappt und anschliessend mit den Manövertriebwerken kontrolliert aus der Abstiegszone transportiert. Danach zerschellte der Skycrane in einem ausreichenden Sicherheitsabstand zur Landezone von Curiosity auf der Marsoberfläche. Nach einer Überprüfungsphase sämtlicher Instrumente konnte dann am 22. August das wissenschaftliche Programm gestartet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An Bord vom Curiosity Rover befinden sich 10 wissenschaftliche Instrumente, die im Vortrag kurz vorgestellt wurden:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>ChemCam</strong>&nbsp;(Chemistry Camera) ist eine kooperative Entwicklung zwischen dem Los Alamos National Laboratory und CNES. ChemCam kombiniert einen leistungsstarken Laser, einen optischen Spektrometer und eine Kamera. Der Laser kann auf Marsgestein fokussiert abgeschossen werden. Verdampfendes Gas und Plasma wird durch das Spektrometer analysiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit&nbsp;<strong>MastCam</strong>&nbsp;(MastCamera) werden die Oberflächenstrukturen und Atmosphärenschichten im sichtbaren und nahem infrarotem Spektrum durch zwei hochauflösende Kameras untersucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Roboterarm von Curiosity befinden sich zwei sogenannte Kontaktinstrumente. Das&nbsp;<strong>APXS</strong>&nbsp;(Alpha Particle X-ray Spectrometer / Alphapartikel Röntgenspektrometer) befindet sich am Kopf des Roboterarms und benötigt einen nahen Kontakt zu Strukturen, die erkundigt werden sollen. Ausgesendete Röntgenstrahlung kann die geologische Umgebung des Rovers erkunden. Ebenfalls am Kopf des Roboterarms befindet sich&nbsp;<strong>MAHLI</strong>&nbsp;(Mars Lens Hand Imager). Dies ist eine ebenfalls hochauflösende Kamera, die als eine Art Mikroskop kleine Strukturen im sichtbaren Wellenbereich untersucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die&nbsp;<strong>SAM</strong>-(Sample Analysis of Mars)-Einheit ist das größte wissenschaftliche Instrument innerhalb des Rovers. Über SAM können sowohl Bodenproben, die mit dem Roboterarm genommen wurden, als auch Atmospährengase analysiert werden. Hierbei liegt der Fokus auf der Identifizierung und Analyse von organischen Verbindungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Instrument&nbsp;<strong>CheMin</strong>&nbsp;(Chemistry &amp; Mineralogy) ist ein weiteres Spektrometer, welches ebenfalls Bodenproben analysiert und biologische Signaturen ermitteln soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die weitern vier Instrumente beobachten Umweltbedingungen in der Marsatmosphäre und auf der Marsoberfläche.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>REMS</strong>&nbsp;(Rover Environmental Monitoring Station) macht meteorologische Beobachtungen. Dazu zählen u.a. Luft- und Bodentemperatur, Luftdruck, relative Luftfeuchtigkeit und die Windgeschwindigkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das&nbsp;<strong>RAD</strong>&nbsp;(Radiation Assessment Detector) Instrument misst die kosmische Strahlung auf der Marsoberfläche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit&nbsp;<strong>DAN</strong>&nbsp;(Dyamic Albedo of Neutrons) wird die Marsoberfläche bis zu einer Tiefe von 1 m mit Neutronen beschossen. Die Messung des energetischen Profils der zurückgestreuten Teilchen dient zum Auffinden von Wasserstoff im Boden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die hochauflösende Kamera&nbsp;<strong>MARDI</strong>&nbsp;(Mars Descent Imager) macht Bilder vom letzten Teil der Abstiegsphase ab einer Flughöhe von unter 4 km. Damit konnte der Landeort bestimmt und die Umgebung mit einer hohen Genauigkeit vermessen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den fünf Jahren, in denen Curiosity auf der Marsoberfläche operiert, hat er eine Wegstrecke von 18 km zurückgelegt. Dabei sind mit dem Bohrer, der ebenfalls Teil des Roboterarms ist, 15 Löcher in Gestein gebohrt worden. Insgesamt wurden von den hochauflösenden Kameras 200.000 Bilder aufgenommen. Mit ChemCam sind 500.000 Laserschüsse auf Gesteinsformationen zur Analyse mit dem optischen Spektrometer abgeschossen worden. Obwohl der Gale Krater und seine nähere Umgebung ständigem klimatischem Wechsel unterworfen war, war er für Millionen Jahre bewohnbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den kommenden Jahren werden weitere unbemannte Missionen zum Mars gestartet werden. Dazu zählen die Insight 2018 Mission der NASA und die beiden Missionen Mars 2020 der NASA sowie die ESA Mission ExoMars, mit einem voraussichtlichem Startdatum ebenfalls im Jahr 2020. Die langfristige Erkundigung des Mars sieht eine Probenrückführung zur Erde vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Mars 2020 Mission sollen Probenentnahmeorte aufgesucht werden, bei denen die Wahrscheinlichkeit hoch ist, das eventuelle Spuren von ehemaligem Leben noch erhalten sind. Diese Mission soll Oberflächenmaterial von geologischer Vielfalt suchen und diese für eine mögliche Rückkehr zur Erde auf der Marsoberfläche präparieren und konservieren. Zur Vorbereitung der bemannten Erkundung des Mars soll als Technologiedemonstration ein System zur Umwandlung von Kohlendioxid in Sauerstoff auf der Mars 2020 Mission mitfliegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle bisherigen unbemannten Marsmissionen halten den Traum aufrecht, um eines Tages den Mars bemannt zu erkunden und zu besiedeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im nächsten Vortrag referierte Ayami Kojima, Mitarbeiterin von UNOOSA, über den freien Zugang zum Weltraum. Die UNOOSA (United Nations Office for Outer Space Affairs – Büro der Vereinten Nationen für Weltraumfragen) befindet sich seit 1993 in der UNO-City in Wien. Der Aufgabenschwerpunkt liegt in der Förderung der internationalen Zusammenarbeit bei der Nutzung des Weltraums zur Erreichung von Entwicklungszielen. Hierbei hilft UNOOSA die Vorteile der Nutzung des Weltraums für die gesamte Menschheit zu fördern, indem sie Raumfahrtaktivitäten solcher Nationen unterstützt, die bisher keinen Bezug zur Nutzung des Weltraums hatten. Dabei spielt UNOOSA eine führende Rolle bei der Förderung der friedlichen Nutzung des Weltraums. UNOOSA ist die wichtigste UN-Agentur für Weltraumfragen und erleichtert die Koordinierung von UN-Aktivitäten, die Weltraumtechnologie einsetzen, um das Leben auf der ganzen Welt zu verbessern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu UNOOSA gehören die beiden Sektionen UNCOPUOS und die Sektion für Raumfahrtanwendungen. UNCOPUOS (United Nations Commitee on the Peaceful Uses of Outer Space – UN-Ausschuss für die friedliche Nutzung des Weltraums) unterhält den wissenschaftlich-technischen Unterausschuss und den Rechtsunterausschuss. Die Sektion für Raumfahrtanwendungen befasst sich u.a. mit weltumspannenden Navigationssatelliten, den klimatischen Veränderungen, Katastrophenmanagement und Weltgesundheit. Ein Bestandteil des Programms für Weltraumanwendungen ist die Initiative für bemannte Weltraumtechnologie (HSTI &#8211; Human Space Technology Initiative). HSTI wurde 2010 vom ehemaligen JAXA Astronauten Takao Doi (STS-87; STS-123) initiiert. Ziele von HSTI sind die internationale Kooperation in der bemannten Raumfahrt und Aktivitäten bei der Erforschung des Weltraums. Weitere Schwerpunkte von HSTI sind die Förderung der Vorteile der Nutzung der Weltraumtechnologie und ihrer Anwendungen in den Mitgliedstaaten, sowie der Aufbau von Kapazitäten von Lehre und Wissenschaft für die Mikrogravitationsforschung bei Mitgliedsstaaten, die bisher keine Raumfahrtaktivitäten verfolgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">HSTI wendet sich an Hochschulen, Universitäten, Forschungszentren, Raumfahrtagenturen, Regierungen und zwischenstaatliche Organisationen. Um Mikrogravitationsforschung zu vermitteln, wurden Dozentenleitfäden erstellt und verteilt. Im Zeitraum 2013 bis 2016 wurde das ZGIP (Zero-Gravity Instrument Project) durchgeführt. Klinostaten wurden an weltweit ausgewählte Schulen und Institute verteilt. Ein Klinostat ist ein Apparat, bei dem das Versuchsobjekt (z. B Pflanzen) langsam um eine Achse rotiert. Klinostaten werden dazu benutzt, um die Wirkung der Schwerelosigkeit zu simulieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2013 gibt es die DropTES (Drop Tower Experiment Series). Dabei handelt es sich um ein Stipendienprogramm in Zusammenarbeit von UNOOSA, ZARM (Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation – Center of Applied Space Technology and Microgravity) und DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt – German Aerospace Center), in dem Studenten Mikrogravitationswissenschaft lernen und studieren können, indem sie Experimente in einem Fallturm durchführen. Der Bremer Fallturm in Deutschland ist ein bodengestütztes Labor mit einem Fallrohr von 146 Metern Höhe, mit dem kurze Mikrogravitationsexperimente in verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen wie Fluidphysik, Verbrennung, Thermodynamik, Materialwissenschaften und Biotechnologie durchgeführt werden können. Bisher haben Stipendiaten aus Jordanien, Bolivien, Costa Rica und Polen Experimente im Fallturm durchgeführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der freie Zugang zum Weltraum wird durch Mitflugmöglichkeiten von Experimenten gewährleistet. In Zusammenarbeit von UNOOSA und der japanischen Raumfahrtagentur JAXA wird ein kostenloser Start eines KiboCUBE pro Jahr ermöglicht. Die Größe vom KiboCUBE entspricht der Designspezifikation von Cubesats (10cm x 10cm x 10cm).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als erster Partner für einen kostenlosen Start eines KiboCube wurde die Universität von Nairobi, Kenia ausgewählt. Die nächste Wahl für den kommenden Start entfiel auf die Universidad del Valle de Guatemala, Guatemala. Der Transport des Kleinsatelliten zur Internationalen Raumstation erfolgt über das japanische HTV. KiboCUBE wird von dem J-SSOD (JEM Small Satellite Orbital Deployer) durch die Luftschleuse des japanischen Kibo-Moduls in die Weltraumumgebung freigegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Möglichkeit für einen freien Zugang zum Weltraum soll über den als Lifting Body entworfenen Raumgleiter Dreamchaser der Firma Sierra Nevada Corporation erfolgen. Für das Jahr 2022 ist ein zweiwöchiger Testflug geplant. Wissenschafts- und Technologieexperimente können mit Dreamchaser in den erdnahem Orbit gebracht werden. Dreamchaser-Flüge können entweder unbemannt oder bemannt erfolgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Zeit wird an einem Kooperationsprojekt zwischen UNOOSA und der chinesischen Raumfahrtagentur CMSA (China Manned Space Agency) verhandelt. Mitfluggelegenheiten zur zukünftigen chinesischen Raumstation sind in Planung.</p>
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