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	<title>Sputnik 1 &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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		<title>Sputnik</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Grundlage der Trägerrakete für die sowjetischen Sputnik-Satelliten war die ballistische Interkontinentalrakete (ICBM) R-7, intern auch „Semjorka“ (die Siebente) genannt, welche ab 1954 im Versuchskonstruktionsbüro OKB-1 entwickelt wurde. Ein Beitrag von Uwe Rätsch und Daniel Maurat. Geschichte Zum Transport der ab Mitte der 1950er Jahren verfügbaren thermonuklearen Sprengköpfe über interkontinentale Entfernungen wurde im OKB-1 im Jahre [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Grundlage der Trägerrakete für die sowjetischen <em>Sputnik</em>-Satelliten war die ballistische Interkontinentalrakete (ICBM) <em>R-7</em>, intern auch „Semjorka“ (die Siebente) genannt, welche ab 1954 im Versuchskonstruktionsbüro OKB-1 entwickelt wurde.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Uwe Rätsch und Daniel Maurat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Geschichte</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/sputnik_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/sputnik_1.jpg" alt=""/></a><figcaption>Der historische Start einer <em>R-7 Sputnik</em>-Rakete am 4. Oktober 1957 mit dem ersten Erdsatelliten <em>Sputnik 1</em> an Bord<br>(Bild: Roskosmos)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Transport der ab Mitte der 1950er Jahren verfügbaren thermonuklearen Sprengköpfe über interkontinentale Entfernungen wurde im OKB-1 im Jahre 1954 mit der Entwicklung einer leistungsstarken Interkontinentalrakete begonnen. Die Typenbezeichnung der Rakete lautete R-7 (Erzeugnis 8K71), die Flugerprobung begann im Mai 1957.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgrund der für damalige Verhältnisse gewaltigen Größe der Rakete eignete sie sich auch für den Transport von Raumflugkörpern in eine Erdumlaufbahn. Insbesondere Chefkonstrukteur Sergej Koroljow hegte insgeheim schon seit längerer Zeit den Traum, mit seinen Raketen Satelliten ins All zu befördern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der R-7 war dafür nun endlich das erforderliche Transportmittel verfügbar. Nun musste nur noch die sowjetische Führung für das Vorhaben begeistert werden, insbesondere der Generalsekretär der KPdSU, Nikita Chruschtschow. Bei einem Besuch des OKB-1 am 27. Februar 1956 sprach Koroljow Chruschtschow auf die Möglichkeit an, mit der R-7 einem künstlichen Erdsatelliten in den Weltraum zu befördern, mit dem Hinweis, dass man damit einen würdigen sowjetischen Beitrag für das Internationale Geophysikalische Jahr leisten könne. „Wenn es der Hauptaufgabe nicht schadet, so tun sie es“ war Chruschtschows Antwort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu diesem Zeitpunkt arbeitete das OKB-1 schon geraume Zeit an der Entwicklung eines Erdsatelliten, der zunächst nur als Objekt D bezeichnet wurde. Mit dem erfolgten staatlichen Segen war es nun möglich, sich mit ganzer Kraft dieser Aufgabe zu widmen. Dabei stieß man allerdings auf enorme Schwierigkeiten und bald war klar, dass Objekt D im geplanten Startjahr 1957 nicht fertig werden würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da Koroljow aufgrund der Verzögerungen mit Objekt D befürchtete, dass die Amerikaner ihm beim Start des ersten Erdsatelliten zuvorkommen könnten, ordnete er den Bau zweier Exemplare eines einfachen Erdsatelliten an. Er wurde PS-1 (PS = Prostjeschij Sputnik = einfachster Erdsatellit) genannt und war als Kugel von 58 Zentimetern Durchmesser konzipiert. Mit vier langen Stabantennen, die das Äußere des Satelliten komplettierten, hatte man ein äußerst symbolträchtiges Erscheinungsbild geschaffen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/sputnik_sat.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/sputnik_sat.jpg" alt="" width="310" height="233"/></a><figcaption>Die bekannteste Nutzlast der Rakete: der erste Erdsatellit <em>Sputnik 1</em><br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei R-7-Raketen wurden dem Erprobungsprogramm für Interkontinentalraketen (ICBMs) entnommen und an die Erfordernisse zum Start eines Erdsatelliten angepasst. Mit der ersten Rakete (Erzeugnis 8K71PS Nr. M1-1) wurde am 4. Oktober 1957 der weltweit erste Erdsatellit Sputnik 1 auf einer erdnahen Umlaufbahn abgesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Koroljows Raumfahrtpläne stießen bei der Sowjetführung zunächst kaum auf Interesse. Die internationale Reaktion auf den Sputnik-Start kam für die Führungsriege deshalb völlig überraschend. Nun erst erkannte man, welch enormes politisches Kapital man mit den Raumfahrterfolgen erzielen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Chruschtschow fragte bei Koroljow an, ob man zu den Jubiläumsfeierlichkeiten des 40. Jahrestages der Oktoberrevolution nicht eine weitere kosmische Erstleistung hinbekommen könnte. Er dachte dabei an den Flug eines Lebewesens, dabei vor allem an einen Hund. Allerdings war das Oktoberjubiläum bereits vier Wochen nach dem ersten Sputnik-Start. Die Zeit für die Vorbereitung und Durchführung der Mission war also denkbar knapp, doch Koroljow sagte zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für das Vorhaben verwendete man im OKB-1 das Reserveexemplar der Trägerrakete des ersten Sputniks. Ebenfalls existierte ein Reserveexemplar von Sputnik 1, das man nun mit einer Hundekabine aus dem Höhenraketenprogramm kombinierte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Sputnik 2 genannte Erdsatellit mit der Hündin Laika gelangte am 3. November 1957 mit der zweiten Rakete des Typs 8K71PS (Nr. M1-2) erfolgreich auf seine Umlaufbahn. Der Satellit blieb auch im Orbit mit dem Mittelblock der Trägerrakete verbunden. Eine Rückkehr des Satelliten war nicht vorgesehen. Aufgrund der kurzen Zeitspanne, die vom Beschluss bis zum Start des ersten Biosatelliten zur Verfügung stand, war es unmöglich, für die Hundekabine ein wirksames Temperaturregelungssystem zu konstruieren. Die Temperatur in der Kabine erreichte deshalb recht schnell kritische Werte und Laika starb bereits nach kurzer Zeit an Überhitzung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der ursprünglichen Planung sollte der als Objekt D bezeichnete größere Forschungssatellit als erster starten, doch nun war er erst als dritter im Reigen der Erdsatelliten an der Reihe. Für seinen Start hatte man eine Spezialversion der Semjorka mit der Codebezeichnung 8A91 entwickelt. Sowohl von der Trägerrakete als auch vom Satellit wurden zwei Exemplare hergestellt. Der erste Start der Rakete 8A91 (Nr. B1-2) mit Objekt D am 27. April 1958 war jedoch ein Fehlschlag, da die Rakete 88 Sekunden nach dem Abheben unverhofft explodierte. Daraufhin kamen am 15. Mai 1958 die Reserveexemplare von Satellit und Rakete (Nr. B1-1) zum Einsatz. Diesmal klappe alles wie am Schnürchen. Objekt D erreichte die geplante Umlaufbahn und wurde der Öffentlichkeit als Sputnik 3 präsentiert. Mir diesem Start endeten die Raumfahrteinsätze der R-7 in zweistufiger Konfiguration.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Technik</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die R-7 wurde im OKB-1 als Zweistufenrakete konzipiert, wobei um einen zentralen Mittelblock (der ersten Stufe) vier konische Seitenblöcke als zweite Stufe angeordnet waren. Sowohl der zentrale Block A als auch die vier Seitenblöcke B, W, G ,D wurden auf der Startrampe gleichzeitig gezündet und sorgten für den nötigen Startschub.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Leerbrennen der Seitenblöcke wurden diese abgetrennt. Anschließend lief nur noch Block A weiter und besorgte den weiteren Aufstieg von Rakete und Nutzlast. Dieses Prinzip nennt man Parallelstufung. Es wird bis in die Gegenwart bei allen Trägerraketen der R-7-Reihe angewendet. Sowohl die 8K71PS als auch die 8A91 besaßen noch keine Oberstufe. Sie bestanden nur aus den fünf Raketenblöcken, über die bereits die R-7 ICBM verfügte. Erst bei den folgenden R-7-Trägerraketenmodellen wurden zusätzliche Oberstufen eingeführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erste Stufe</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die erste Stufe (Block A) war keulenförmig, hatte maximal 2,95 m Durchmesser und mit Nutzlastspitze eine Gesamtlänge von 29,17 m (8K71PS) bzw. 30,21 m (8A91). Als Triebwerk wurde ein RD-108 verwendet, dass über vier Brennkammern und vier Steuerdüsen verfügte. Der Startschub belief sich auf 718 kN (Version 8D75PS eingesetzt in der 8K71PS) bzw. 627 kN (Version 8D77 eingesetzt in der 8A91). Als Treibstoff wurde die Kombination Kerosin/Flüssigsauerstoff (LOX) verwendet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zweite Stufe</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die vier Seitenblöcke B, W, G, D der zweiten Stufe waren je 19,8 m lang und hatten einen Basisdurchmesser von 2,68 m. In jedem Seitenblock war ein Triebwerk des Typs RD-107 (Version 8D74PS bzw. 8D76) verbaut, das jeweils über vier Brennkammer und zwei Steuerdüsen verfügte. Jedes RD-107 erzeugte 794 kN Startschub, der im Vakuum schließlich auf 971 kN anwuchs. Wie schon bei der Erststufe kam ebenfalls die Treibstoffkombination Kerosin/Flüssigsauerstoff zum Einsatz.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Technische Daten des Gesamtpakets</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/techdatgesamtpaket500.jpg" alt=""/></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Auswirkungen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <em>R-7</em> stieß das Tor in den Weltraum auf und markierte den Startschuss für ein zwölfjähriges Rennen in den Weltraum und später zum Mond. Sie wurde schnell zum Arbeitspferd der Sowjets und ihre Abkömmlinge fliegen auch heute noch in den Weltraum. Ihre Nutzlasten hatten auch einen großen Einfluss, denn sie ebneten den Weg für die heutige Satelliten, die heutzutage nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken sind, so etwa Kommunikationssatelliten, Satelliten für das GPS oder Wettersatelliten, die die Vorhersage des Wetters unterstützen. All diese Satelliten basieren auf die Art von Satelliten, die die <em>Sputniks</em> widerspiegelten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Quellenverzeichnis (Auswahl)</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8211; R-7 „Semjorka“ &#8211; Russlands kosmisches Arbeitspferd, Stefan Wotzlaw, RID 2000<br>&#8211; Das Raketentypenbuch, Eugen Reichl, Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2007<br>&#8211; Norbert Brügge (Website zu R-7 Modellen)<br>&#8211; Gunther´s Space Page (Website zu R-7 Sputnik)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Artikel:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/sputnik-technische-daten/" data-wpel-link="internal">Technische Daten</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/sputnik-startliste/" data-wpel-link="internal">Startliste</a></li><li><a href="/raketen-index-russland/" data-wpel-link="internal">R-7</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/luna-wostok/" data-wpel-link="internal">Wostok</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/sojus/" data-wpel-link="internal">Sojus</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/sojus-2/" data-wpel-link="internal">Sojus 2</a></li></ul>
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		<title>50 Jahre Raumfahrt</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/50-jahre-raumfahrt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Oct 2007 10:09:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 4. Oktober 1957 begann mit dem Start des legendären sowjetischen Einfach-Satelliten Sputnik 1 das Zeitalter der Raumfahrt. Wir haben die 50 wichtigsten Ereignisse seither zusammengestellt. Ein Beitrag von Axel Orth, Maria Steinrück und Martin Ollrom. Quelle: Raumfahrer.net. &#8222;Sputnik, der Begleiter. Seinen Namen hatte er von Konstantin Ziolkowski schon 1895 bekommen. Gut sechzig Jahre später [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Am 4. Oktober 1957 begann mit dem Start des legendären sowjetischen Einfach-Satelliten Sputnik 1 das Zeitalter der Raumfahrt. Wir haben die 50 wichtigsten Ereignisse seither zusammengestellt.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Axel Orth, Maria Steinrück und Martin Ollrom. Quelle: Raumfahrer.net.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Sputnikasmnasa.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Sputnikasmnasa260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Sputnik 1 Mockup. (Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><i>&#8222;Sputnik, der Begleiter. Seinen Namen hatte er von Konstantin Ziolkowski schon 1895 bekommen. Gut sechzig Jahre später fliegt er wirklich: groß wie ein Hundekorb, keine 100 Kilo schwer und nach 1.400 Erdumläufen ist er schon wieder vom Himmel gefallen. Trotzdem: Er wird für alle Zeiten das Symbol für den Schritt des Menschen in den Orbit bleiben&#8220;</i> (Lutz Growalt über Sputnik 1). <br>Anlässlich des Starts von Sputnik 1 vor 50 Jahren haben wir die wichtigsten Ereignisse seit seinem Start in einem Artikel zusammen gestellt. <br>Mehr zu Sputnik 1 können Sie <a href="https://www.raumfahrer.net/sputnik-1-mit-80-kilo-um-die-welt/" data-wpel-link="internal">hier</a> nachlesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Ereignisse aus den Anfängen der Raumfahrt sind heute legendär und bekannt, aber vieles, das in den 1970er- bis 1990er Jahren passiert ist, ist heute schon weitgehend vergessen. Erinnern Sie sich, oder staunen Sie, wie sich in dem halben Jahrhundert seit dem Start von <em>Sputnik 1</em> die Raumfahrt entwickelt hat:</p>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td>1957</td><td>Am 4. Oktober startet eine <a href="https://www.raumfahrer.net/sputnik/" data-wpel-link="internal">R-7 Rakete</a> vom sowjetischen Weltraumbahnhof Baikonur ins All. An Bord trägt sie <a href="https://www.raumfahrer.net/sputnik-1-mit-80-kilo-um-die-welt/" data-wpel-link="internal">Sputnik 1</a>, eine Metallkugel mit 58 cm Durchmesser, an der vier Antennen befestigt sind. Nach wenigen Minuten erreicht sie eine Erdumlaufbahn, der erste künstliche Satellit ist im All. Sputnik 1 bleibt 57 Tage im All, bevor er in der Erdatmosphäre verglüht</td></tr></tbody></table></figure>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td>1958</td><td>Im Februar startet der ersten amerikanische Satellit, Explorer 1. Mit seinen wissenschaftlichen Instrumenten wurde der Van-Allen-Strahlungsgürtel um die Erde entdeckt.</td></tr><tr><td>1959</td><td>Die sowjetische Mondsonde Lunik 3 sendet die ersten Bilder von der Rückseite des Mondes zur Erde.</td></tr><tr><td>1960</td><td>Im August startet Sputnik 5 mit zwei Hunden, Belka und Strelka, an Bord. Nach 18 Erdumkreisungen gelingt eine sanfte Landung, erstmals kehrten Lebewesen wohlbehalten aus dem Weltraum zurück.</td></tr><tr><td>1961</td><td>Am 12. April startet der Kosmonaut Juri Gagarin mit dem Raumschiff <a href="https://www.raumfahrer.net/projekt-wostok-update-2017-durch-uwe-raetsch/" data-wpel-link="internal">Wostok 1</a> in den Weltraum und umkreist als erster Mensch einmal die Erde.</td></tr><tr><td>1962</td><td>Nach zwei suborbitalen bemannten Raumflügen schafft auch die NASA den Schritt in den Erdorbit: Am 20. Februar startet <a href="https://www.raumfahrer.net/mercury-programm/" data-wpel-link="internal">Mercury-Atlas 6</a> mit John Glenn. Sein Raumschiff umkreist dreimal die Erde.</td></tr><tr><td>1963</td><td>Walentina Tereschkova fliegt mit Wostok 6 im Juni als erste Frau ins All.</td></tr><tr><td>1964</td><td>Im Juli schlägt die amerikanische Raumsonde Ranger 7 gezielt auf dem Mond ein. In den Minuten vor dem Aufschlag sendet sie 4.300 Bilder.</td></tr><tr><td>1965</td><td>Während der Mission <a href="https://www.raumfahrer.net/wosschod-3kd-3kv-das-comeback-der-sowjets/" data-wpel-link="internal">Woschod 2</a> führt der Kosmonaut Alexei Leonow im März den ersten Weltraumausstieg durch.</td></tr><tr><td>1966</td><td>Bei der Mission <a href="https://www.raumfahrer.net/das-gemini-programm/" data-wpel-link="internal">Gemini 8</a> docken die Astronauten Neil Armstrong und David Scott im März erstmals an ein anderes Raumschiff, eine Agena-Oberstufe, an. Jedoch verklemmt sich eine Düse des Lageregelungssystems an der Gemini-Kapsel, die Kapsel beginnt daher gefährlich schnell zu rotieren. Der Raumflug wird abgebrochen und die Astronauten können sicher notlanden.</td></tr><tr><td>1967</td><td>Am 27. Februar bricht während eines Tests des Apollo-Raumschiffes an der Startrampe ein Feuer aus, die Crew von <a href="https://www.raumfahrer.net/apollo-1-as-204/" data-wpel-link="internal">Apollo 1</a>, Virgil Grissom, Edward White und Roger Chaffee, kommt dabei ums Leben.</td></tr><tr><td>1968</td><td>Im Dezember schießt eine Saturn V Apollo 8 zum Mond. In ihrer Kommandokapsel umkreisen Frank Borman, Bill Anders und Jim Lovell zehnmal den Erdtrabanten und sehen als erste Menschen die Rückseite des Mondes mit ihren eigenen Augen.</td></tr><tr><td>1969</td><td>Am 20. Juli <a href="https://www.raumfahrer.net/apollo-11/" data-wpel-link="internal">landen</a> Neil Armstrong und Edwin (Buzz) Aldrin mit der Mondfähre Eagle im Meer der Ruhe auf dem Mond, während der Pilot der Kommandokapsel Columbia, Michael Collins, in einer Mondumlaufbahn bleibt. Neil Armstrong betritt als erster Mensch einen fremden Himmelskörper.</td></tr></tbody></table></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/62043main_Footprint_on_moon.jpg" alt=""/><figcaption>Apollo 11: Fußabdruck im Mondstaub (Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td>1970</td><td>Im April explodiert zwei Tage nach dem Start ein Sauerstofftank des Servicemoduls von <a href="https://www.raumfahrer.net/apollo-13/" data-wpel-link="internal">Apollo 13</a>. Mit viel Anstrengung, Improvisation und Glück gelingt es dem Team des Missionskontrollzentrums, die Astronauten Jim Lovell, Fred Haise und Jack Swigert zur Erde zurückzubringen.</td></tr></tbody></table></figure>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td>1971</td><td>Im April wird die erste Raumstation <a href="https://www.raumfahrer.net/saljut-der-weg-zur-russischen-raumstation/" data-wpel-link="internal">Saljut 1</a> ins All gebracht. Die Raumstation soll mit der Crew von Sojus 10 besetzt werden, es gibt jedoch ein Problem beim Andocken und die Mission wird abgebrochen. Die Besatzung von Sojus 11 hält sich schließlich im Juni 3 Wochen lang auf der Raumstation auf. Bei der Landung ist jedoch ein Ventil undicht, die Luft entweicht aus dem Raumschiff und die Kosmonauten Georgi Dobrowolski, Wiktor Pazajew und Wladislaw Wolkow kommen ums Leben.</td></tr><tr><td>1972</td><td>Im Dezember 1972 landen Eugene Cernan und Harrison (Jack) Schmitt, der erste Wissenschaftsastronaut, auf dem Mond. Apollo 17 ist die sechste und bisher letzte bemannte Mondlandung.</td></tr><tr><td>1973</td><td><a href="https://www.raumfahrer.net/goodbye-pioneer-10-ein-nachruf/" data-wpel-link="internal">Pioneer 10</a> fliegt als erste Raumsonde am Gasriesen Jupiter vorbei. Sie befindet sich auf einem Kurs, der sie aus unserem Sonnensystem herausführt und in Richtung Aldebaran, einem Stern im Sternbild Stier, bringt. Diesen Stern wird die Sonde in 2 Millionen Jahren erreichen.</td></tr><tr><td>1974</td><td>Die Sonnensonde Helios 1 startet im Dezember. Sie ist in Deutschland gebaut worden und ist somit die erste Raumsonde, die nicht aus der UdSSR oder den USA stammt. Helios 1 liefert noch 12 Jahre, bis 1986, Daten über die Sonne.</td></tr><tr><td>1975</td><td>Mit dem <a href="https://www.raumfahrer.net/apollo-sojus-test-projekt/" data-wpel-link="internal">Apollo-Sojus-Test-Projekt</a> arbeiten erstmals die USA und die UdSSR bei einer Weltraummission zusammen: Im Juli docken ein amerikanisches Apollo-Raumschiff und eine russische Sojus-Kapsel aneinander und die Astronauten Thomas Stafford, Vance Brand und Donald (Deke) Slayton sowie die Kosmonauten Alexei Leonow und Waleri Kubassow besuchen einander gegenseitig in ihren Raumschiffen.</td></tr><tr><td>1976</td><td>Die amerikanischen Marssonden Viking 1 und 2 erreichen den Mars. Beide Lander landen erfolgreich und untersuchen mehrere Jahre lang die Marsoberfläche.</td></tr><tr><td>1977</td><td>Die US-Raumsonde Voyager 2 startet im August. Sie und ihre zwei Wochen später startende Zwillingssonde Voyager 1 besuchen im Laufe der nächsten Jahre Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun und zeigen, dass die Monde dieser Gasriesen keineswegs alle aussehen wie unser Mond, sondern jeder eine ganz eigene Welt für sich ist.</td></tr><tr><td>1978</td><td>Mit Sojus 31 fliegt der erste deutsche Raumfahrer, Sigmund Jähn, im August ins All. Die Reise geht zur Raumstation Saljut 6, wo Jähn in den nächsten Tagen zahlreiche Experimente durchführt. Bei der Rückkehr im November mit Sojus 29 überschlägt sich die Kapsel mehrfach, da sich der Landefallschirm nicht wie vorgesehen gelöst hat. Jähn erleidet dabei bleibende Wirbelsäulenschäden.</td></tr><tr><td>1979</td><td>Die US-Sonde Pioneer 11 fliegt im September am Saturn vorbei und überträgt die ersten Bilder des Ringplaneten aus der Nähe.</td></tr></tbody></table></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/saturn-ring-pioneer.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Eines der ersten Bilder vom Saturn, aufgenommen von Pioneer 11. (Bild: NASA)" data-rl_caption="" title="Eines der ersten Bilder vom Saturn, aufgenommen von Pioneer 11. (Bild: NASA)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/saturn-ring-pioneer_260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Eines der ersten Bilder vom Saturn, aufgenommen von Pioneer 11. (Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td>1980</td><td>Der zweite Start einer europäischen Ariane-Rakete misslingt im Mai, nachdem der Erstflug gelungen war. Die Rakete muss vorzeitig gesprengt werden. Nur wenige Monate zuvor war die Firma Arianespace von europäischen Raumfahrtfirmen gemeinsam gegründet worden.</td></tr><tr><td>1981</td><td>Im April beginnt mit dem Flug der <a href="https://www.raumfahrer.net/columbia-ov-102/" data-wpel-link="internal">Columbia</a> (Mission STS-1) die amerikanische Space-Shuttle-Ära. Bei dieser Premiere sind vorsichtshalber nur zwei Astronauten an Bord: John Young und Robert Crippen. Aus den geplanten 5 Jahren Entwicklungs- und Bauzeit waren am Ende fast 10 Jahre geworden; die NASA bezeichnet die Shuttles gerne als die &#8222;komplizierteste Maschine, die je gebaut wurde&#8220;.</td></tr><tr><td>1982</td><td>An Bord der neuen sowjetischen Raumstation <a href="https://www.raumfahrer.net/saljut-der-weg-zur-russischen-raumstation/" data-wpel-link="internal">Saljut 7</a> stellen Anatoli Beresowoi und Walentin Lebedew mit 211 Tagen, also sieben Monaten Aufenthalt einen neuen Langzeitrekord auf.</td></tr><tr><td>1983</td><td>Im Juni ist mit Sally Ride erstmals eine Frau an Bord eines Space-Shuttles im Orbit. Sie ist Mitglied der Crew bei der Challenger-Mission STS-7, die vor allem Kommunikationssatelliten im All aussetzt.</td></tr><tr><td>1984</td><td>Unter breiter Beteiligung anderer europäischer Staaten aus Ost und West starten im Dezember die beiden sowjetischen Raumsonden Vega-1 und Vega-2 zur Venus. Sie setzen Landesonden und zum ersten und einzigen Mal auch zwei Ballons aus, die jeweils 2-3 Tage lang in der Atmosphäre der Venus treiben, bevor sie sich nicht mehr melden. Außerdem fliegen die beiden Sonden auch noch am Kometen Halley vorbei.</td></tr><tr><td>1985</td><td>Anfang Juli startet die ESA-Raumsonde Giotto mit einer Ariane-1 zum Kometen Halley. Beim Vorbeiflug im darauffolgenden Jahr wird sie erstmalig Bilder eines Kometenkerns aus nächster Nähe liefern.</td></tr><tr><td>1986</td><td>Im Januar explodiert der Space-Shuttle <a href="https://www.raumfahrer.net/challenger-ov-099/" data-wpel-link="internal">Challenger</a> kurz nach dem Start zur Mission STS-51-L. Alle sieben Astronauten kommen um´s Leben. Als mittelbare Ursache des Unglücks stellt sich Schlendrian aufgrund von Erfolgsdruck bei der NASA heraus &#8211; im Laufe der Jahre hatte sich gezeigt, dass die anfänglichen Vorstellungen von 10 Mio. Dollar pro Shuttle-Start bei weitem nicht einzuhalten waren.</td></tr><tr><td>1987</td><td>Im Dezember fliegen Wladimir Titow und Mussa Manarow zur sowjetischen Raumstation <a href="https://www.raumfahrer.net/raumstation-mir/" data-wpel-link="internal">Mir</a>. Als sie im nächsten Dezember zur Erde zurückkehren, sind sie die ersten Menschen, die über ein Jahr im Weltraum ausgehalten haben.</td></tr></tbody></table></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/9704176orig_0-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Mir und Atlantis (Bild: NASA)" data-rl_caption="" title="Mir und Atlantis (Bild: NASA)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/9704176orig_0_260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Mir und Atlantis (Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td>1988</td><td>Im Juli starten die beiden sowjetischen Raumsonden Fobos-1 und Fobos-2 zum Mars und speziell zu dessen Mond Phobos, den sie erkunden sollen. Fobos-1 geht noch im selben Jahr verloren. Fobos-2 schafft es im nächsten Jahr gerade noch, einige Fotos und Daten zur Erde zu übertragen, bevor auch sie verloren geht.</td></tr><tr><td>1989</td><td>Die US-Raumsonde Magellan startet im Mai zur Venus. In Zeiten niedriger NASA-Budgets (Präsident Reagan war mehr am SDI-Projekt interessiert) ist sie mit nur einem Instrument ausgestattet, einem SAR-Radarsystem, das bis 1992 allerdings riesige Datenmengen zur Erde sendet, indem es 98% der Venusoberfläche kartiert.</td></tr><tr><td>1990</td><td>Das <a href="https://www.raumfahrer.net/category/hubble/" data-wpel-link="internal">Hubble-Weltraumteleskop</a>, das erste seiner Art, wird im April von der Discovery mit der Mission STS-31 in eine Erdumlaufbahn gebracht. Hubble erweist sich als großer Durchbruch in der Sternenbeobachtung und ist bis heute in Betrieb. 2009 soll es eine letzte Wartung durch ein Space-Shuttle erhalten und dann noch bis 2013 in Betrieb bleiben.</td></tr><tr><td>1991</td><td>Der erste Österreicher im All, Franz Viehböck, fliegt im Oktober zur sowjetischen Raumstation Mir. 7 Tage lang führt er das umfangreiche österreichische Forschungsprogramm AUSTROMIR durch.</td></tr><tr><td>1992</td><td>Die erste US-Marssonde seit langer Zeit, Mars Observer, startet im September zum Roten Planeten. Im Jahr darauf geht sie allerdings kurz vor der Ankunft beim Mars aus bis heute ungeklärter Ursache verloren.</td></tr><tr><td>1993</td><td>Das Space Shuttle Endeavour startet zum Hubble-Weltraumteleskop, an dem die Crew die erste Wartungsmission STS-63 durchführt. Bei dieser Mission wird u.a. das Gerät COSTAR installiert, das einen Fertigungsfehler im Hauptspiegel des Teleskops ausgleicht.</td></tr><tr><td>1994</td><td>Die Raumsonde <a href="https://www.raumfahrer.net/goodbye-galileo/" data-wpel-link="internal">Galileo</a> beobachtet den Einschlag des Kometen Shoemaker-Levy 9 auf den Planeten Jupiter und sendet, obwohl sie noch über 200 Millionen Kilometer von dem Gasriesen entfernt ist, spektakuläre Bilder. Von der Erde war dieser Einschlag nicht zu beobachten, weil er auf der anderen Seite des Planeten stattfand.</td></tr><tr><td>1995</td><td>Das Sonnenobservatorium SOHO, ein amerikanisch-europäisches Gemeinschaftsprojekt, startet im Dezember ins All und entwickelt sich nach turbulenten Anfangsjahren zu einem weiteren erfolgreichen &#8222;Dauerbrenner&#8220; der Raumfahrtgeschichte.</td></tr><tr><td>1996</td><td>Die Nasa traut sich wieder zum Mars, indem sie im Dezember die <a href="https://www.raumfahrer.net/mars-pathfinder-die-generalprobe/" data-wpel-link="internal">Mars Pathfinder-Sonde</a> startet &#8211; und wird reich belohnt: Die wissenschaftlich zwar wenig anspruchsvolle, aber durch ihre faszinierenden Bilder, die erstmals im Internet veröffentlicht werden, und den kleinen Rover Sojourner hoch populäre Mission bringt der US-Raumfahrtbehörde öffentliche Aufmerksamkeit und Sympathie wie lange nicht mehr.</td></tr><tr><td>1997</td><td>Die Raumsonde <a href="https://www.raumfahrer.net/category/cassini/" data-wpel-link="internal">Cassini-Huygens</a> startet im Oktober auf einer Titan IVB in Richtung Saturn, den sie allerdings erst nach mehreren Vorbeiflügen an anderen Planeten erreichen wird.</td></tr><tr><td>1998</td><td>Sarja, das erste Modul der <a href="https://www.raumfahrer.net/category/iss/" data-wpel-link="internal">Internationalen Raumstation (ISS)</a>, wird mit einer Proton-Rakete ins All befördert.</td></tr><tr><td>1999</td><td>Die Raumsonde <a href="https://www.raumfahrer.net/die-stardust-mission/" data-wpel-link="internal">Stardust</a>, die den Kometen Wild 2 untersuchen und Partikelproben aus dessen Schweif zur Erde bringen soll, startet auf einer Delta II.</td></tr><tr><td>2000</td><td>Die erste Langzeitbesatzung der ISS, <a href="https://www.raumfahrer.net/expedition-1/" data-wpel-link="internal">Expedition 1</a>, beginnt ihre Mission. Die Crew besteht aus William Shepherd, Juri Gidsenko und Sergei Krikaljow.</td></tr><tr><td>2001</td><td>Der Millionär <a href="https://www.raumfahrer.net/visiting-crews-vcs/#da982a2e0e74" data-wpel-link="internal">Dennis Tito</a> besucht im April als erster <a href="https://www.raumfahrer.net/weltraumtourismus/" data-wpel-link="internal">Weltraumtourist</a> die ISS.</td></tr><tr><td>2002</td><td>Die ESA startet den Erdbeobachtungssatelliten <a href="https://www.raumfahrer.net/category/raumfahrt/satelliten/envisat/" data-wpel-link="internal">Envisat</a>, der ständig neue Bilder und Umweltdaten liefert.</td></tr><tr><td>2003</td><td>Im Februar 2003 bricht die US-Raumfähre <a href="https://www.raumfahrer.net/category/columbia/" data-wpel-link="internal">Columbia</a> beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre in einer Höhe von 60 Kilometern und bei einer Geschwindigkeit von zirka 20.000 km/h auseinander. Alle sieben Astronauten sterben. Die Columbia ist die zweite Raumfähre nach der Challenger die während einer Mission verloren geht. Die Unglücksursache war mit großer Wahrscheinlichkeit ein durch den Schaumstoff des externen Tanks beschädigter Hitzeschild.</td></tr><tr><td>2004</td><td>In den ersten beiden Monaten des Jahres 2004 landen zwei Sonden auf dem Mars, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen: die <a href="https://www.raumfahrer.net/category/spirit/" data-wpel-link="internal">Mars Exploration Rover</a> Spirit und Opportunity. Zum ersten Mal in der Geschichte der Raumfahrt hat die Menschheit zwei Rover gleichzeitig auf einen anderen Planeten im Einsatz. Die Rover überschreiten ihre geplante Betriebsdauer um ein Vielfaches und sind im Jahr 2007 nach wie vor aktiv.</td></tr></tbody></table></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/pia05117-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="Spirits Landeplattform (Bild: NASA/JPL)" data-rl_caption="" title="Spirits Landeplattform (Bild: NASA/JPL)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/pia05117_index.jpg" alt=""/></a><figcaption>Spirits Landeplattform (Bild: NASA/JPL)</figcaption></figure></div>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td>2005</td><td>Im Januar 2005 landet die europäische Sonde <a href="https://www.raumfahrer.net/huygens-der-missionsablauf/" data-wpel-link="internal">Huygens</a> auf dem Saturnmond Titan und wird damit zur ersten Sonde, die auf einen Himmelskörper im äußeren Sonnensystem landet. Huygens liefert faszinierende Bilder von der Titanoberfläche und funktioniert länger als geplant.</td></tr><tr><td>2006</td><td><a href="https://www.raumfahrer.net/new-horizons-der-erste-zum-letzten/" data-wpel-link="internal">New Horizons</a> startet mit einer Atlas V. Die Raumsonde ist Richtung Pluto unterwegs &#8211; dessen (schon lange umstrittener) Planetenstatus von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) just ein halbes Jahr nach dem Start aberkannt wird. Auf dem Weg zu dem jetzt als Zwergplaneten bezeichneten Pluto fliegt sie ein Jahr nach dem Start am Jupiter vorbei.</td></tr><tr><td>2007</td><td>Im September startet die Raumsonde Dawn. Sie soll den Asteroiden Vesta und den Zwergplaneten Ceres besuchen und die erste Raumsonde sein, die in eine Umlaufbahn um zwei Asteroiden eintritt.</td></tr></tbody></table></figure>
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		<title>1700ster Soyuz-Start</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/1700ster-soyuz-start/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Sep 2005 13:08:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Baikonur]]></category>
		<category><![CDATA[Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Raumstation]]></category>
		<category><![CDATA[Sputnik 1]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Letzten Freitag feierte die russische Weltraumbehörde mit dem 1700sten Soyuz-Start ein Jubiläum der beinahe 50 jährigen Geschichte der Soyuz-Rakete. Ein Beitrag von Andreas Tramposch. Quelle: Spaceflight Now. Um 9:50 Uhr Greenwich Zeit startete letzten Freitag wieder einmal eine Soyuz-Rakete vom Baikonur Cosmodrome in Kasachstan. In weniger als zehn Minuten erreichte die Soyuz-Rakete die Erdumlaufbahn, in [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Letzten Freitag feierte die russische Weltraumbehörde mit dem 1700sten Soyuz-Start ein Jubiläum der beinahe 50 jährigen Geschichte der Soyuz-Rakete.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Andreas Tramposch. Quelle: Spaceflight Now.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/04092005150831_small_1.jpg" alt="None" width="323" height="492"/><figcaption>
Eine Syouz-Rakte vor dem Start auf der Startrampe am Baikonur Cosmodrome. (Credit:NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Um 9:50 Uhr Greenwich Zeit startete letzten Freitag wieder einmal eine <i>Soyuz</i>-Rakete vom Baikonur Cosmodrome in Kasachstan. In weniger als zehn Minuten erreichte die <i>Soyuz</i>-Rakete die Erdumlaufbahn, in der ein russischer Spionagesatellit ausgesetzt wurde. Dies war bereits die 34. erfolgreiche Weltraummission der russischen Weltraumbehörde in diesem Jahr und der siebente Einsatz einer <i>Soyuz</i>-Rakete.  Dieser Flug markierte zusätzlich mit dem 1700sten Flug einer <i>Soyuz</i>-Rakete ein glorreiches Jubiläum einer beinahe 50 jährigen Geschichte der <i>Soyuz</i>-Rakete. In Zeiten des kalten Krieges fungierte die <i>Soyuz</i>-Rakete als Nuklearrakete, die sich darauf in zahllose Varianten für bemannte Raumflüge, internationale Forschungsmissionen sowie Militärausführungen aufgeteilt hatte. So war es eine <i>Soyuz</i>-Rakete die am 4. Oktober 1957 den ersten Satelliten Sputnik aussetzte. Es war auch eine <i>Soyuz</i>-Rakete, die ein Monat später mit der Hündin Laika das erste Lebewesen und am 12. April 1961 mit Yuri Gagarin den ersten Menschen ins All beförderte.  Wie alle russischen Militärmissionen, wurde auch diese nach der offiziellen Nummernvergabe mit <i>Kosmos 2415</i> benannt. Nach ersten Angaben soll die dreistufige Trägerrakete die Nutzlast an der vorhergesehen Position ohne Komplikationen im All ausgesetzt haben. Obwohl diese militärische Mission als geheim eingestuft ist, glauben Experten und Industrieinsider, dass <i>Kosmos 2415</i> ein Teil einer Familie von Aufklärungssatelliten ist, die hochauflösende Fotos machen kann.    Der nächste Start einer <i>Soyuz</i>-Rakete lässt nicht lange auf sich warten. Am 8. September startet das Versorgungsschiff <i>Progress M-54</i> vom Baikonur Cosmodrome zur Internationalen Raumstation <i>ISS</i>. Nur sieben Stunden nach dem Start der <i>Progress M-54</i> soll der nächste Start einer <i>Soyuz</i>-Rakete mit einem kanadischen Kommunikationssatelliten an Bord ebenfalls am Baikonur Cosmodrome stattfinden.    </p>
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		<title>Sputnik 1 &#8211; mit 80 Kilo um die Welt</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/sputnik-1-mit-80-kilo-um-die-welt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Jun 2002 18:23:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Baikonur]]></category>
		<category><![CDATA[Koroljow]]></category>
		<category><![CDATA[R-7]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sputnik 1]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sputnik, der Begleiter. Seinen Namen hatte er von Konstantin Ziolkowski schon 1895 bekommen. Gut sechzig Jahre später fliegt er wirklich: groß wie ein Hundekorb, keine 100&#160;Kilo schwer und nach 1.400&#160;Erdumläufen ist er schon wieder vom Himmel gefallen. Trotzdem: Er wird für alle Zeiten das Symbol für den Schritt des Menschen in den Orbit bleiben. Hier [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading"><em>Sputnik</em>, der Begleiter. Seinen Namen hatte er von Konstantin Ziolkowski schon 1895 bekommen. Gut sechzig Jahre später fliegt er wirklich: groß wie ein Hundekorb, keine 100&nbsp;Kilo schwer und nach 1.400&nbsp;Erdumläufen ist er schon wieder vom Himmel gefallen. Trotzdem: Er wird für alle Zeiten das Symbol für den Schritt des Menschen in den Orbit bleiben. Hier ist seine Geschichte.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Lutz Growalt.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Sputnikasmnasa.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Sputnikasmnasa260.jpg" alt="Sputnik 1 Mockup. (Bild: NASA)"/></a><figcaption>Sputnik 1 Mockup. (Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Eigentlich war <em>Sputnik 1</em> nur die Notlösung – ursprünglich hatten die Russen vorgehabt, als sowjetischen Beitrag zum &#8222;Internationalen Geophysikalischen Jahr&#8220; 1957/58 einen großen Satelliten von anderthalb Tonnen – ausgerüstet mit einem kompletten wissenschaftlichen Instrumentenpark – in den Orbit zu bringen. Die Rakete dafür hatten sie: eine umgebaute Interkontinentalrakete <em>R-7</em>, ausgelegt für eine Nutzlast von fünf Tonnen und den Transport der ersten sowjetischen Wasserstoffbombe. Das geplante Satellitenprojekt hatte sich dann aber als dermaßen kompliziert herausgestellt, dass der Satellit wahrscheinlich erst nach Ablauf des Geophysikalischen Jahres fertig geworden wäre.<br><br>Man sattelt also um: klein, technisch simpel und schnell zu entwickeln soll er sein, der russische Beitrag zum Geophysikerjahr. Dafür besteht die Aussicht, den &#8211; im Grunde technisch überlegenen -Amerikanern, hoffnungslos in Prioritätsstreitereien, einander zuwiderlaufende Interessen und Budgetauseinandersetzungen verstrickt, ein Schnippchen zu schlagen.<br><br>Also gibt es wenig Aufregendes in Sputniks Innerem: ein Temperaturmesser für die Innen-, einer für die Außentemperatur, eine Radioanlage für zwei Frequenzen, zwei Batterien &#8211; das war&#8217;s. Die innere Kugel ist mit Stickstoff unter Überdruck gefüllt. Die Hülle des Ganzen, 58&nbsp;cm im Durchmesser, ist nicht viel mehr als zwei ausgestanzte und gepreßte Aluminiumbleche von zwei Millimeter Stärke, zwei Halbkugeln die Sputnik sein typisch kugeliges Aussehen geben.<br><br>Diese Kugelform, so geht die Sage, verdankt <em>Sputnik 1</em> – trotz anderslautender offizieller Begründungen – im Grunde dem ästhetischen Empfinden seines Ziehvaters, des großen Sergeij Koroljow. Die ersten Sputnik-Entwürfe zeigten überwiegend Kegelformen. Koroljow jedoch war von vorneherein der Ansicht, daß die Kugel das Symbol der Vollkommenheit sei – gerade gut genug für &#8222;seinen&#8220; Sputnik.<br><br>Immerhin verbindet man mit dem simplen Innenleben ein einfaches wissenschaftliches Experiment: Hagelt es Steine über der Erdatmosphäre? Das Verfahren ist denkbar einfach. Die Daten über die Innentemperatur Sputniks werden mit dem Telemetriesignal zur Erde übertragen. Träfe ein Mikrometeorit den Sputnik, käme es zu einem Druckabfall im Inneren der gasgefüllten Kugel. Der Druckverlust ließe die Temperatur des Stickstoffs schlagartig abfallen, was wiederum an den Temperaturwerten direkt ablesbar wäre. Also ist Sputnik eine wissenschaftliche Satellitenmission, die ein richtiges Experiment trägt: einen &#8222;Mikrometeoritendetektor&#8220;.<br><br>Natürlich ist die wissenschaftliche Seite im Grunde völlig nebensächlich &#8211; trotz Geophysikerjahr. Koroljow, kreativer Kopf der sowjetischen Raketenentwicklung, und sein Team sehen die Chance, als Erste in den Orbit zu kommen – und natürlich nutzen sie sie.<br><br>Sie leisten Verblüffendes: Die Zeit drängt und die Entwicklung des ganzen <em>Sputnik</em> dauert nur vier Wochen. Koroljow verhält sich während der Entwicklung seines <em>Sputnik</em> wie ein werdender Vater: Augenzeugen erinnern sich, daß er den &#8222;Kleinen&#8220; umhegt, das Glattpolieren persönlich überwacht und es dem heranreifenden Satelliten insgesamt an nichts mangeln läßt. Gleichzeitig &#8211; auch hier ganz werdender Vater &#8211; bringt er den Sorgen und Nöten seines &#8222;großen Babys&#8220;, der mächtigen <em>R-7</em>, die ebenfalls mit erheblichen Schwierigkeiten kämpft, in dieser Zeit nur wenig Interesse entgegen.<br><br>Dabei sind es gerade diese Schwierigkeiten mit der <em>R-7</em>, die das ganze Projekt gefährden. Koroljow hatte mit seinen Oberen – eher an Interkontinentalraketen als an Satelliten interessiert –&nbsp;einen <em>Deal</em> gemacht: Wenn er zwei erfolgreiche Flüge seiner <em>R-7</em> als Interkontinentalrakete vorweisen kann, darf er seinen Satelliten schießen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/sputnik1mockupnasa2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/sputnik1mockupnasa260.jpg" alt="Sputnik 1 Mockup. (Bild: NASA)"/></a><figcaption>Sputnik 1 Mockup. (Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entwicklungsarbeiten für den &#8222;Kleinen&#8220; gehen bereits ihrem Ende entgegen, als endlich –&nbsp;nach drei schmerzlichen Fehlschlägen –&nbsp;der erste erfolgreiche Start mit der <em>R-7</em> im späten August&nbsp;1957 gelingt. Auch er zweite Flug, zwei Wochen später, ist erfolgreich. Damit ist der Weg frei für <em>Sputnik&nbsp;1</em>, dessen Entwicklung mittlerweile abgeschlossen ist.<br><br>Um den Starttermin hatte es in den letzten Tagen des September&nbsp;1957 noch Aufregung gegeben: Koroljow hatte als Starttermin ursprünglich auf den 6.&nbsp;Oktober 1957 festgelegt. Nun hatte sich aber herausgestellt, daß amerikanische Wissenschaftler für diesen Tag die Veröffentlichung eines Papiers unter dem vielsagenden Titel &#8222;Satellit über dem Planeten&#8220; angekündigt hatten. Koroljow argwöhnte nun, dass die Amerikaner an diesem Tag den Versuch eines Satellitenstarts wagen könnten, dessen Vorbereitungen im Geheimen abgelaufen waren –&nbsp;in letzter Minute entschließt er sich, den geplanten Sputnik-Start um zwei Tage vorzuziehen, um nicht Gefahr zu laufen, dass die Amerikaner ihm in letzter Minute die Butter vom Brot nehmen.<br><br>Nachdem Sputnik schließlich zum letzten Mal überprüft und unter seiner Haube an der Spitze der <em>R-7</em> sicher verstaut ist, dämmert der 3.&nbsp;Oktober 1957 herauf: Rollout. Kurz zuvor hatte es noch Hektik gegeben: eine der Bordbatterien Sputniks war defekt und mußte ausgetauscht werden. Rakete und Sputnik verlassen auf einem Eisenbahnwaggon langsam die Montagehalle auf dem Weg zum Startplatz. Das Entwicklungsteam, allen voran Sergeij Koroljow, geht bedächtig schweigend die anderthalb Kilometer vom Hangar bis zur Rampe. Am frühen Morgen des 4.&nbsp;Oktober beginnt die Betankung der Rakete. Koroljow ist an allen Stellen zugleich, kontrolliert, vergewissert sich, dass alles glattläuft.<br><br>Am Abend dieses 4.&nbsp;Oktober ist die Startanlage am Kosmodrom Baikonur in grelles Schweinwerferlicht getaucht. Im Blockhaus –&nbsp;dem Startbunker direkt an der Startrampe –&nbsp;finden die letzten Systemüberprüfungen statt. Alle sind nervös –&nbsp;auch Koroljew –&nbsp;während die lange eingeübten Prozeduren ausgeführt werden.<br><br>Um exakt 22:28,34&nbsp;Uhr Moskauer Zeit am 4.&nbsp;Oktober 1957 zünden die 24&nbsp;Triebwerke der <em>R-7</em> und die mächtige Rakete steigt auf einer Säule aus Feuer und Rauch in den wolkenbedeckten Nachthimmel über der Steppe von Kasachstan.<br><br>Die <em>R-7</em> hatte zwar glatt abgehoben –&nbsp;doch während des Flugs stellen sich Probleme ein. Nach 16&nbsp;Sekunden Flugzeit fällt der Kontrollmechanismus, der für die gleichmäßige Leerung der Kraftstofftanks sorgen soll, aus. Dadurch liegt der Treibstoffverbrauch zu hoch. Gegen Ende der Brennphase fällt zudem eine der Kraftstoffpumpen aus, wodurch die Triebwerke eine Sekunde zu früh abschalten –&nbsp;Sputniks Orbit liegt, wie sich später herausstellt, 80&nbsp;Kilometer niedriger als geplant.<br><br>Dennoch: exakt 324,5&nbsp;Sekunden nach dem Start werden Rakete und Satellit voneinander getrennt – <em>Sputnik 1</em> ist im Orbit angekommen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/nsput1explodednasa.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/nsput1explodednasa260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Innenaufbau von Sputnik 1 &#8211; Modell (Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Männer im Blockhaus wissen davon zunächst nichts: Die Rakete verschwindet aus dem Funkbereich der Startkontrolle. Weltweit verteilte Radiostationen für permanenten Funkkontakt gibt es noch nicht –&nbsp;die lokale Empfangsstation ist in einem Lieferwagen untergebracht, der 800&nbsp;Meter von der Startrampe entfernt parkt, dazu sind einige Beobachtungsposten in verschiedenen Teilen des Landes eingerichtet worden.<br><br>Das Gespann verschwindet hinter dem Horizont. Funkstille. Der kleine Raum im Blockhaus ist überfüllt. Jede Unterhaltung erstirbt. Eine Handvoll Menschen in einem winzigen Raum, allesamt Pioniere, atemlose Spannung, während alle auf die erlösende Nachricht warten. Dann, endlich, nach sechs endlosen Minuten kommt die Nachricht, daß die Beobachtungsstation in Kamtschatka das Signal aufgenommen hat. Jubel bricht los –&nbsp;doch Koroljow hält die Feiernden zurück: &#8222;Wartet mit der Feier. Die Leute in der Station könnten sich irren. Warten wir ab bis die Signale von unserer eigenen Station empfangen werden, nachdem der Satellit um die Erde geflogen ist.&#8220;<br><br>Nach langen Minuten gespannter Still ertönt auch in der Empfangsstation vor Ort das Pieppieppiep von <em>Sputnik 1</em>. Es wird in den folgenden Stunden auf zahllosen Amateurfunkempfängern in aller Welt fiepsen: Sputnik ist da! Viele &#8211; Raketeningenieure, nüchterne Männer, die gewohnt sind mit Zahlenkolonnen und Reißbrett zu hantieren &#8211; haben Tränen in den Augen, als sie endlich das Piepsen ihres &#8222;Kleinen&#8220; in der Umlaufbahn hören.<br><br>Völlig anders die Reaktion bei den Mächtigen in Moskau: Wer annimmt, Chruschtschow habe nach Erhalt der Nachricht vom erfolgreichen Sputnik auf dem Tisch getanzt, der irrt. Nikita Chruschtschow, Schreckgespenst der &#8222;freien Welt&#8220; und immer darauf bedacht, den Amerikanern ein Progpaganda-Bein zu stellen, hat die Erfolgsmeldung &#8222;beinahe apathisch&#8220; aufgenommen: &#8222;&#8230;schon wieder so ein Raketenstart von Koroljow&#8220;. Chruschtschow selbst erinnert sich später, seine Raketenexperten telefonisch beglückwünscht zu haben und danach in aller Ruhe zu Bett gegangen zu sein.<br><br>Erst am 6.&nbsp;Oktober, als die Nachricht von Sputnik sich wie ein Steppenbrand durch die Gazetten der Welt gefressen hatte, erkennt Chruschtschow das propagandistische Potential des Coups, den Koroljow und seine Mannschaft gelandet haben. Die PRAWDA, Speerspitze der russischen Propaganda –&nbsp;die zuvor nur verhalten-technokratisch über <em>Sputnik 1</em> berichtet hatte – jubelt auf der ersten Seite: &#8222;Der Welt erster künstlicher Satellit in der Sowjetunion gebaut&#8220; und veröffentlicht zahlreiche Glückwunschadressen aus aller &#8211; vornehmlich der westlichen &#8211; Welt.<br><br>Natürlich greift auch Chruschtschow zu: Sputnik gibt ihm reichlich Gelegenheit, seine Gegenspieler auf der anderen Seite der Welt in überschwenglichen Reden zu ärgern. Die PRAWDA titelt am 8.&nbsp;Oktober mit: &#8222;Russen haben den Wettlauf gewonnen!&#8220;<br><br>Die amerikanischen Offiziellen reagierten &#8211; ganz im Gegensatz zur öffentlichen Meinung &#8211; verhalten auf den Start Sputniks: Keine Spur von Panik oder einem &#8222;Pearl Harbour&#8220; der Amerikaner. Eisenhower, der die Nachricht von Sputnik beim Golfspielen entgegennahm, sagt später, dass der Start des Sputnik ihn &#8222;kein Jota&#8220; berührt habe. Mitglieder des Stabs im Weißen Haus bezeichneten Sputnik als &#8222;dummes Flitterzeugs&#8220; und als &#8222;hübschen wissenschaftlichen Trick&#8220; –&nbsp;ein amerikanischer Admiral sprach in einem Interview gar von einem &#8222;dummen Klumpen Metall, den jeder starten könnte&#8220;.<br><br>Ganz anders die öffentliche Meinung der westlichen Welt, vorneweg die amerikanischen Zeitungen. Hier zündet Sputnik. Die Wogen gehen hoch. Das zumal die Amerikaner &#8211; von den Verzögerungen des <em>Vanguard</em>-Programms gebeutelt &#8211; außerstande scheinen, Sputnik etwas entgegenzusetzen.<br><br>Und hier liegt wohl die bleibende Bedeutung von Sputnik: Die Amerikaner, mit riesigen technologischen Ressourcen und fähigen Leuten, sehen sich, unter dem Druck ihrer eigenen öffentlichen Meinung, gezwungen das zu tun, was sie vom rein technisch-wissenschaftlichen Standpunkt schon in den frühen 50er Jahren hätten tun können: eine Strategie formulieren, Prioritäten setzen, klare Strukturen schaffen, in die Hände spucken und anfangen.<br><br>Vom heutigen Standpunkt aus sehen wir die Dinge nüchterner: Mit Sputnik begann die Weltraumfahrt. Das steht in jedem Schülerlexikon. Mit Sputnik begann aber auch die Reihe jener seltsam anmutenden Raumfahrt-Insellösungen die ihre Existenz realpolitischem Profitstreben verdanken: <em>Sputnik</em>, das <em>Apollo</em>-Programm und wahrscheinlich demnächst die Internationale Raumstation <em>ISS</em>. Jedes für sich eine technologische Glanztat &#8211; und ein zivilisatorischer Fortschritt.<br><br>Doch wenn als sie dann fertig sind, unsere &#8222;modernen Weltwunder&#8220;, stehen wir eine Weile staunend drumherum – und wenden uns dann anderen Dingen zu, statt auf einer konsequenten Weiterverfolgung des eingeschlagenen Wegs zu bestehen.<br><br>Was bleibt, sind Renommee-Projekte, eine Fassade ohne Haus dahinter – in diesem Sinne war Sputnik erst gestern, und wir haben wir uns seither nicht entscheidend von der Stelle bewegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Quellen:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8211; &#8222;Korolev, Sputnik, and The International Geophysical Year&#8220; Asif A. Siddiqi<br>&#8211; &#8222;Vanguard &#8211; A History&#8220;, Mc Laughlin Green, C., und Lomask, M., NASA-SP 4202, Washington D.C., 1970<br>&#8211; &#8222;Korolev&#8217;s Triple Play: Sputniks 1, 2, and 3,&#8220; aus: James J. Harford, Korolev: &#8222;How One Man Masterminded the Soviet Drive to Beat America to the Moon&#8220; (John Wiley: New York, 1997).<br>&#8211; &#8222;Sputnik and the Origins of the Space Age&#8220;, Roger D. Launius<br>&#8211; New York Times, Artikel vom 5. &#8211; 10.Oktober 1958<br>&#8211; &#8222;Encyclopedia Aeronautica&#8220;, Mark Wade, astronautix.com<br>&#8211; Spacecraft Information &#8222;Sputnik 1&#8220;, JSC/NSSDC</p>
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