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	<title>Wostok &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Wostok &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Rückblende: Vor 65 Jahren: Juri Gagarin und das Staatsgeheimnis in der Presse</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/gagarin_65_staatsgeheimnis_presse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Weise]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Apr 2026 22:01:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Historischer Kalender]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Heinz Mielke]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Welt]]></category>
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		<category><![CDATA[Wostok 1]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 12. April 1961 führte Juri Gagarin in seinem Raumschiff Wostok-1 den ersten bemannten Weltraumflug durch. Quelle: Recherche, Junge Welt, Beitragsbild ist KI-generiert Der erste Flug in den Weltraum. Diese Heldentat kann auch nach 65 Jahren nicht groß genug eingeschätzt werden. Mit ihr begann die bemannte Raumfahrt. Ein Meilenstein für die gesamte Menschheit. Viel ist [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Am 12. April 1961 führte Juri Gagarin in seinem Raumschiff Wostok-1 den ersten bemannten Weltraumflug durch.</strong></p>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Recherche, Junge Welt, Beitragsbild ist KI-generiert</p>





<p class="wp-block-paragraph">Der erste Flug in den Weltraum. Diese Heldentat kann auch nach 65 Jahren nicht groß genug eingeschätzt werden. Mit ihr begann die bemannte Raumfahrt. Ein Meilenstein für die gesamte Menschheit. Viel ist darüber bereits geschrieben worden, auch bei Raumfahrer.net. <a href="https://www.raumfahrer.net/vor-60-jahren-pojechali-und-los-gings/" data-wpel-link="internal">(Hier geht&#8217;s zum entsprechenden Artikel.)</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir möchten deshalb statt einer erneuten ausführlichen Würdigung der Ereignisses eine kleine, fast unbekannte Episode um dieses bedeutende Datum erzählen. Es geht um ein Staatsgeheimnis in der Presse am Tage danach&#8230;</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/wostok1gross.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Wostok-1-Landekapsel im Werksmuseum Energia, 2008, Bild: Andreas Weise" data-rl_caption="" title="Wostok-1-Landekapsel im Werksmuseum Energia, 2008, Bild: Andreas Weise" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/wostok1klein.png" alt="" class="wp-image-152047"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Wostok-1-Landekapsel im Werksmuseum Energia, 2008, Bild: Andreas Weise</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">1961 war die Hochzeit des Kalten Krieges. Alles war geheim. Speziell die Verantwortlichen in der damaligen Sowjetunion entwickelten geradezu eine Paranoia. Keine Information, und sei sie noch so klein, durfte dem Gegner zugutekommen. Die Veröffentlichungen beschränkten sich auf das absolut minimal Notwendige. So kam es zum Beispiel dazu, das konkrete Angaben über Aussehen und Aufbau des Wostok-Raumschiffes erst 1965 veröffentlicht wurden. Bei der Trägerrakete war es erst 1967. Raumfahrer.net berichtete darüber. <a href="https://www.raumfahrer.net/rueckblende-das-gelueftete-geheimnis-der-wostok-rakete/" data-wpel-link="internal">(Hier geht&#8217;s zum entsprechenden Artikel.)</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Folge war, dass der Mangel an gesicherten Informationen sich in Mutmaßungen und Fehlinterpretationen bis zu Verschwörungstheorien niederschlug.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/02112017000153_big_2.webp" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="WOSTOK-1-Flugprogramm / Bildquelle: NASA" data-rl_caption="" title="WOSTOK-1-Flugprogramm / Bildquelle: NASA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="300" height="327" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/02112017000153_small_2.webp" alt="" class="wp-image-152034" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/02112017000153_small_2.webp 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/02112017000153_small_2-275x300.webp 275w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">WOSTOK-1-Flugprogramm / Bildquelle: NASA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ein großes Geheimnis wurde zum Beispiel um das Landeverfahren der Wostok gemacht. Bekanntlich hatte sich Gagarin in der Endphase der Landung aus seiner Landekapsel katapultiert und war separat am Fallschirm gelandet. Notwendig war das, weil der Landestoß der Landekapsel zu groß gewesen war, so das sich der Kosmonaut ernsthaft verletzen konnte. Bremsraketen gab es dazu noch nicht. Die Verantwortlichen sahen hier aber ein Problem bei der Anerkennung des Weltraumfluges, ging man doch davon aus, dass der Kosmonaut „im Raumschiff“ hätte landen sollen. Folgerichtig berichtete Gagarin auf der Pressekonferenz am 14.04.1961, zwei Tage nach seinem Flug, er wäre „zusammen mit dem Raumschiff“ gelandet. Diese Formulierung stimmte so und ließ den gewünschten Interpretationsspielraum offen. Jeder konnte nun das herauslesen, was er wollte. Behandelt wurde der wahre Sachverhalt wie ein Staatsgeheimnis. Geschadet hat das der Heldentat von Gagarin und deren geschichtlichen Einordnung rückblickend nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verschwiegenheit über dieses Detail der Gagarin-Landung dauerte in der Sowjetunion bis Anfang der 1990er Jahre an. Dann öffneten sich die Archive und die Wahrheit kam ans Licht. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass so manche westdeutsche Boulevard-Zeitung das als Sensation herausbrachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um so verwunderter waren Raumfahrtfans in der DDR, denn dort war das Gagarin-Landeverfahren längst bekannt. Und Schuld daran war: Mielke!</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/mielke-allebuecher.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Bücherauswahl von Heinz Mielke, Sammlung Andreas Weise" data-rl_caption="" title="Bücherauswahl von Heinz Mielke, Sammlung Andreas Weise" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="300" height="230" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/mielke-allebuecher-klein.jpg" alt="" class="wp-image-152051"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Bücherauswahl von Heinz Mielke, Sammlung Andreas Weise</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nein, es ist hier nicht die Rede von Erich Mielke. Gemeint ist der Raumfahrtjournalist und Buchautor Heinz Mielke, der übrigens mit dem berüchtigten Stasi-Chef weder verwandt noch verschwägert war. Heinz Mielke war eine Raumfahrtinstitution in der DDR. Er verfasste viele deutschsprachige Bücher zum Thema. Auch muss er sehr gut vernetzt gewesen sein, wie man heute sagt. In einem seiner Hauptwerke, im Transpress-Lexikon Raumfahrt wurde alles genau beschrieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber kehren wir gedanklich noch einmal zum April 1961, genauer zum 13.04.1961, einen Tag nach Gagarins Weltraumflug, zurück. Die Zeitungswelt in Ost und West ist voll mit Beiträgen zu „der Sensation des Jahrhunderts“. </p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/Junge-Welt-13-04-61-Seite6.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="Artikel &quot;Weltraumverkehr begann&quot; von Heinz Mielke Junge Welt vom 13.04.1961 / Seite 6" data-rl_caption="" title="Artikel &quot;Weltraumverkehr begann&quot; von Heinz Mielke Junge Welt vom 13.04.1961 / Seite 6" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="300" height="425" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/Junge-Welt-13-04-61-Seite6-klein.jpg" alt="" class="wp-image-152044" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/Junge-Welt-13-04-61-Seite6-klein.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/Junge-Welt-13-04-61-Seite6-klein-212x300.jpg 212w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Artikel &#8222;Weltraumverkehr begann&#8220; von Heinz Mielke<br>Junge Welt vom 13.04.1961 / Seite 6</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">So auch die DDR-Tageszeitung Junge Welt. Und dort finden wir auf der letzten Seite die Beschreibung des kompletten Wostok -1-Landeverfahrens, inklusive Katapultierung und Fallschirmlandung von Gagarin! Das was mit großer Mühe in der Sowjetunion fast 30 Jahre verheimlicht wird, steht einen Tag nach dem Ereignis in einer DDR-Zeitung! Der Autor dieses Artikels: Heinz Mielke. Woher wusste das Mielke? Hatte er einen Informanten in sowjetischen Kreisen? Wir wissen es nicht. Es ist zu vermuten, dass Mielke die Korabel-Weltraumflüge im Vorfeld der Wostok analysiert hat. Hier wurden Hunde bei der Landung der Landekapsel in einem Container herauskatapultiert und landeten separat am Fallschirm. Da war es ein Leichtes, gedanklich den Hunde-Container gegen einen Schleudersitz mit einem Menschen auszutauschen. Die Abmessungen passten in etwa.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch warum ist diese Geschichte dann in Vergessenheit geraten? Warum intervenierte die sowjetische Seite nicht? Tja, Nachrichtenverbreitung, so wie heute per Internet, gab es noch nicht. Und die Junge Welt wurde weder in der Sowjetunion noch im westlichen Ausland gelesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was bleibt ist eine kleine geschichtliche Anekdote von einem Staatsgeheimnis, dass am nächsten Tag in einer Zeitung zum nachlesen stand. Und keiner bemerkte das.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Besonderer Dank gilt der Tageszeitung Junge Welt für die freundliche Unterstützung und die Genehmigung, die betreffende Seite der Ausgabe vom 13.04.1961 hier noch einmal zu veröffentlichen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10775.msg586230#msg586230" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Wostok-Programm</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gagarin-Orden für Walentina Tereschkowa</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/gagarin-orden-fuer-walentina-tereschkowa/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gerhard Kowalski]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Jun 2023 14:17:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Auszeichnung]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Walentina Tereschkowa]]></category>
		<category><![CDATA[Wostok]]></category>
		<category><![CDATA[Wostok 6]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=127964</guid>

					<description><![CDATA[<p>Erste Frau im All ausgezeichnet. Ein Beitrag von Gerhard Kowalski. Quelle: TASS, RIA Nowosti. Moskau, 16. Juni 2023 &#8211; Die erste Frau im Weltraum, Walentina Tereschkowa, ist vom russischen Präsidenten Wladimir Putin als Erste mit dem neuen Gagarin-Orden ausgezeichnet worden, melden Moskauer Nachrichtenagenturen am Freitag. Damit würden die herausragenden Verdienste der Heldin der Sowjetunion, Fliegerkosmonautin [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading" id="erste-frau-im-all-ausgezeichnet-ein-beitrag-von-gerhard-kowalski--560fefa3-3072-4378-87c0-ff5cbb601dbd">Erste Frau im All ausgezeichnet. Ein Beitrag von Gerhard Kowalski.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: TASS, RIA Nowosti.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/WalentinaTereschkowa2017kremlinru1k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Walentina Tereschkowa 2017. (Foto: kremlin.ru)" data-rl_caption="" title="Walentina Tereschkowa 2017. (Foto: kremlin.ru)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="390" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/WalentinaTereschkowa2017kremlinru26.jpg" alt="Walentina Tereschkowa 2017. (Foto: kremlin.ru)" class="wp-image-127962" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/WalentinaTereschkowa2017kremlinru26.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/WalentinaTereschkowa2017kremlinru26-200x300.jpg 200w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Walentina Tereschkowa 2017. (Foto: kremlin.ru)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Moskau, 16. Juni 2023 &#8211; Die erste Frau im Weltraum, Walentina Tereschkowa, ist vom russischen Präsidenten Wladimir Putin als Erste mit dem neuen Gagarin-Orden ausgezeichnet worden, melden Moskauer Nachrichtenagenturen am Freitag. Damit würden die herausragenden Verdienste der Heldin der Sowjetunion, Fliegerkosmonautin der UdSSR und Duma-Abgeordneten bei der Erschließung des Weltraums, ihr Mut bei der Durchführung des historischen Fluges vor nunmehr 60 Jahren sowie ihre aktive gesellschaftliche und internationale Arbeit gewürdigt, heißt es in der Begründung der Auszeichnung. Putin hatte den <a href="https://www.raumfahrer.net/russland-gagarin-orden-eine-neue-staatliche-auszeichnung/" data-wpel-link="internal">Orden</a> im Mai für besondere Verdienste um die Raumfahrt gestiftet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Walentina Tereschkowa war am 16. Juni 1963 als erste Frau der Welt mit dem Raumschiff Wostok-6 vom Kosmodrom Baikonur zu ihrer knapp dreitägigen Mission gestartet. Sie ist bis heute die einzige Frau der Welt, die allein in einem Raumschiff die Erde umkreiste.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gerhard Kowalski</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3428.msg550417#msg550417" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Russische Raumfahrt</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/gagarin-orden-fuer-walentina-tereschkowa/" data-wpel-link="internal">Gagarin-Orden für Walentina Tereschkowa</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rückblende: Pjotr Iwanowitsch Dolgow</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/rueckblende-pjotr-iwanowitsch-dolgow/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Weise]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Nov 2017 23:01:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Wostok]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=42201</guid>

					<description><![CDATA[<p>Stratosphärenspringer und Phantomkosmonaut &#8211; Zum 55. TodestagZur Yuris’s Night am 12. April 2017 hielt Andreas Weise einen Vortrag im Wiener Naturhistorischen Museum. Der Vortrag basierte auf dem folgenden Artikel. Ein Beitrag von Andreas Weise. Quelle: Recherche. Prolog &#8230;in uralten vergilbten Zeitungen geblättert&#8230; Lesen in alten Printmedien ist interessant. In vielen alten Zeitschriften und Magazinen, die [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Stratosphärenspringer und Phantomkosmonaut &#8211; Zum 55. Todestag<br>Zur Yuris’s Night am 12. April 2017 hielt Andreas Weise einen Vortrag im Wiener Naturhistorischen Museum. Der Vortrag basierte auf dem folgenden Artikel.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Andreas Weise. Quelle: Recherche.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Prolog<br>                             &#8230;in uralten vergilbten Zeitungen geblättert&#8230;<br><br> </strong>Lesen in alten Printmedien ist interessant. In vielen alten Zeitschriften und Magazinen, die auch schon mal ein halbes Jahrhundert und älter seien dürfen, finden sich Beschreibungen und Hinweise auf Geschichten und Geschichte, die im Abstand der heutigen Zeit zwar fast vergessen, aber wieder ausgegraben immer noch spannend sind.  <br> Der November 1962 war eine sehr bewegte Zeit. Außenpolitisch war die Menschheit gerade knapp an ihrer eigenen Vernichtung vorbei geschrammt, ohne sich dessen wirklich richtig bewusst geworden zu sein. Die sogenannte Kuba-Krise als Fast-Auslöser eines Atomkrieges war erst wenige Tage her. In der alten Bundesrepublik beschäftigte man sich innenpolitisch mit der SPIEGEL-Affäre. Herausgeber Rudolf Augstein saß wegen des Vorwurfs des Landesverrates gerade in Untersuchungshaft. Die Topmeldung zur Raumfahrt in der DDR war am 2. November der Start der sowjetischen Sonde Mars 1. Ein Thema, das in der Ostberliner Presse bereitwillig ausgebreitet wurde, in den Westberliner Zeitungen aber nur kurz Erwähnung fand. Hinter diesem medialen Hintergrund verblüffte es schon ein wenig, dass das Hamburger Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL am 21. November 1962 auf einer der letzten Seiten folgende kleine Notiz brachte: </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i><strong>„GESTORBEN . . .<br></strong>                             . . . PJOTR IWANOWITSCH DOLGOW, 41, sowjetischer Oberst, Konstrukteur der Schleudersitze für die sowjetischen Weltraumschiffe vom Typ „Wostok“ und Weltrekord-Fallschirmspringer; nach einer Meldung der sowjetischen Armeezeitung „Roter Stern“ in „Ausübung seiner Pflichten“.“<br> </i>(zitiert aus DER SPIEGEL, 21.11.1962, Nr.47, Seite 132)  <br>Es muss also etwas Besonderes mit diesem Oberst Dolgow auf sich haben, wenn ein westliches Nachrichtenmagazin diesen Sowjetmenschen bemerkt und für erwähnenswert erachtet. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_small_1.jpg" alt="Wikipedia" width="260"/></a><figcaption>
Pjotor Iwanowitsch Dolgow (21. Februar 1920 &#8211; 1. November 1962)
<br>
(Bild: Wikipedia)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Pjotor Iwanowitsch Dolgow wurde am 21. Februar 1920 im Dorf Bogojawlenski, heute Dolgowo, im Gebiet Pensa geboren. Seine Eltern waren Bauern. Ab 1939 arbeitete er als Kraftfahrer und trat 1940 in die Rote Armee ein. 1942 beendete er die Militärschule. Im zweiten Weltkrieg kämpfte er bei den Luftlandetruppen an den Kampfabschnitten der zweiten und dritten Ukrainischen Front. </p>



<p class="wp-block-paragraph">1947 beendete er seine Ausbildung an der Militärschule der Luftlandetruppen in Rjasan. In den darauf folgendem Jahren wurde er Fallschirmspringer-Ausbilder und Testspringer für Fallschirmsysteme. Er ist Anfang der 60er Jahre einer der wichtigsten  Erprobungsspringer und Testpilot für Fallschirmrettungssysteme. Auf sein Konto gehen 1.409 Sprünge, in der Mehrzahl Test- und Erprobungssprünge, sowie 52 Testkatapultierungen. Er testete Rettungssysteme für 25 verschiedene Typen für Flugzeuge und Hubschrauber. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dolgow erzielte acht weltweite und unionsoffene Rekorde. Darunter sind Sprünge mit unverzögerter Öffnung bei Nacht aus 12.974 Metern Höhe und bei Tag aus 14.835 Metern Höhe. 1957 war Dolgow in der Volksrepublik China beim Aufbau der dortigen Luftstreitkräften tätig. Ihm wird zweimal der Leninorden, zweimal der Rotbannerorden und der Ehrentitel &#8222;Meister des Fallschirmsportes&#8220; verliehen. Ein hoch-dekorierter Mann also. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die sich am geschichtlichen Horizont abzeichnende Raumfahrt wird Dolgow ab 1960 interessant&#8230; </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_small_2.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
WOSTOK-Flugprogamm am Beispiel von Wostok 1 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Im Wostok-Programm&#8230;<br><br></strong>Die praktische Erprobung des Schleudersitzes für die WOSTOK-Raumschiffe fand im Sommer 1960 statt. Das Landeszenario der WOSTOK sah vor, dass in 7.000 Meter Höhe die Luke der WOSTOK-Kapsel aufgesprengt wurde und der Kosmonaut mit dem Schleudersitz wenig später heraus katapultiert wurde. Unbemannte Versuche hatte es bereits Winter 1959/1960 gegeben. Bei Ihnen war aus einem Modell einer WOSTOK-Kapsel der Ausschuss eines Schleudersitzes oder Containers getestet worden. Die Kapsel war zuvor von einem Transportflugzeug des Typs AN-12 auf eine Abwurfhöhe zwischen 8.000 und 10.500 Metern gebracht worden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun sollte die praktische Erprobung des Schleudersitzes für den Kosmonauten erfolgen. Dazu bediente man sich eines Spezialflugzeugs vom Typ IL-28LL (LL steht für летающая лаборатория &#8211; fliegendes Labor.). Diese Spezialversion des Bombenflugzeugs IL-28 konnte Katapultierungen von verschiedenen Schleudersitzvarianten durchführen. So zum Beispiel aus dem verlängerten Heck hinter dem Seitenleitwerk, wie auch aus dem umgebauten Bombenschacht nach unten und nach oben. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_small_3.jpg" alt="Andreas Weise" width="260"/></a><figcaption>
IL28 in Monino bei Moskau 
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(Bild: Andreas Weise)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Test des WOSTOK-Schleudersitzes wurde die Abschusseinrichtung im umgebauten Bombenschacht in der Mitte des Rumpfes, hinter der Pilotenkanzel eingebaut. Der Testspringer war in einem WOSTOK-Schleudersitz in kompletter Konfiguration angeschnallt und mit einem WOSTOK-Raumanzug bekleidet. Der Schleudersitz war senkrecht in den Rumpf eingeschoben. Die Blickrichtung des Testspringers lag in Flugrichtung. Der Ausschuss erfolgte senkrecht nach oben. Sieht man sich Zeichnungen vom Katapultvorgang bei der WOSTOK-Landung an, so fällt auf, dass der Kosmonaut immer mit dem Rücken zur Fallrichtung ausgeschossen wurde. Dementsprechend hätte der Testspringer im Flugzeugtest aber genau anders herum, entgegen der Flugrichtung, sitzen müssen. Solche Katapultierungen könnte es gegeben haben. Es gibt Videoaufnahmen, wo man eine Katapultierung mit dem Rücken zur Flugrichtung „erahnen“ kann. Leider sind die veröffentlichten Aufnahmen zu unscharf. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_small_4.jpg" alt="ZAGI" width="260"/></a><figcaption>
IL28LL 
<br>
(Bild: ZAGI)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Acht Katapultierungen aus einer IL-28LL fanden zwischen Juli und September 1960 statt. Die Testspringer waren Pjotor Dolgow und Nikolai Nikitin. Letzterer konnte die dabei gewonnenen Erfahrungen gleich an die Mitglieder der ersten Kosmonautengruppe weiter geben. Nikitin wurde Fallschirmausbilder für die Kosmonauten der ersten Stunde. Auf vielen Fotos und Videoschnipseln ist Nikitin mit seinen Schützlingen bei der Fallschirmsprung-Ausbildung im Herbst 1960 zu sehen. Tragisch ist, dass ihn nur ein Jahr nach Dolgows Unfall ein ähnliches Schicksal traf. Er verunglückte am 28. Mai 1963 bei einem Fallschirmsprung tödlich. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_small_5.jpg" alt="Andreas Weise" width="260"/></a><figcaption>
Wostok-Schleudersitz, London 2015 
<br>
(Bild: Andreas Weise)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Über Dolgow gibt es keine Informationen, dass er in irgendeiner Form an der Ausbildung der Kosmonautengruppe beteiligt war. Es heißt nur, dass er für die Entwicklung des Schleudersitzes der WOSTOK einen wichtigen Beitrag geleistet hat. Er gilt als einer der Konstrukteure dieses Schleudersitzes. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Welchen Aufgaben sich Dolgow zwischen Herbst 1960 und 1962 gewidmet hat, ist spekulativ. Anzunehmen ist, dass er an der Erprobung von Schleudersitzen und Absprungverfahren aus großen Höhen beteiligt war. Also an Grundlagenforschung, die militärisch geheim war. Daher gibt es auch so gut wie keine Informationen. Im August 1964 erscheint in der DDR-Fliegerzeitschrift AERO-SPORT (heute FLIEGER REVUE) ein mehrseitiger großer Beitrag unter dem Titel „Der Mensch in der Stratosphäre“. In Erzählform wird die Testkatapultierung und der Testsprung aus einem Höhenflugzeug beschrieben. Dabei wird der Eindruck vermittelt, es könne sich um Pjotor Dolgow handeln. Dieser wird auch mehrfach mit Foto erwähnt, auf seinen Unfalltot 1962 wird hingewiesen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Intermezzo<br>Verschwörungen, Mutmaßungen und Falschmeldungen<br><br></strong>Wenn man über Dolgow schreibt, kommt man an einem Punkt nicht vorbei: An den im Internet nicht verstummenden Behauptungen, Dolgow sei einer derjenigen supergeheimen Kosmonauten, die vor Juri Gagarin in den Weltraum geflogen und dabei umgekommen sind. Ein sogenannter „Phantom Cosmonaut“ oder ein „Lost Cosmonaut“. <br> Nach diesen Meldungen soll Pjotor Dolgow am 11. Oktober 1960 einen Orbitalflug versucht haben und dabei ums Leben gekommen sein. Details zu diesem angeblichen Flug sind nicht zu finden. Die Quelle für diese Nachricht ist nicht genau lokalisierbar. Meistens  werden die italienischen Gebrüder Judica-Cordiglia als Ursprung dieser Nachricht angegeben, die zu diesem Zeitpunkt in Turin eine private Funkabhörstation für Satelliten und Raumschiffe betrieben. Natürlich erscheint es hochgradig unlogisch, wenn jemand vor dem 12. April 1961 ums Leben gekommen sein soll, aber anderthalb Jahre später offiziell tödlich verunglückt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Verwechselungen der Person durch die Schreibweise des Namens wie Dolgow, Dolgov, Dolgof oder Dolgoff sollten ausgeschlossen sein. Es ist meist die Rede vom „berühmten Fallschirmspringer“. Man fragt sich natürlich auch, warum es unbedingt der 11. Oktober 1960 gewesen sein muss. Ob es Zusammenhänge mit tatsächlichen Ereignissen gibt, ist fraglich. Durch die strenge Geheimhaltung drang dazu nichts an die Öffentlichkeit. Zu nennen wäre hier zum Beispiel die R-16-Katastrophe am 24. Oktober 1960. Hier explodierte eine Interkontinentalrakete auf dem Starttisch. Es war die vermutlich größte Katastrophe in der Geschichte der Raketentechnik mit über 120 Toten. Erst Jahrzehnte später drangen dazu Informationen an die Öffentlichkeit. Auch gab es Fehlstarts der Wostok-Trägerrakete. So am 28. Juli 1960 (Verlust eines Boosters nach 17 Sekunden Flug) oder am 22. Dezember 1960 (Fehlfunktion der dritten Stufe). Aber all das lässt sich nicht in Einklang mit einem angenommenen Raumflug von Dolgow am 11. Oktober 1960 bringen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_small_6.jpg" alt="NASA" width="260"/><figcaption>
Wostok an der Raketenspitze &#8211; Ausschuss durch die Luke rechts 
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(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem hält sich diese Geschichte hartnäckig im Internet und leider auch in so manchem sogenannten „Sachbuch“. Die Blütezeit für diese Story waren die Endachtziger und frühen neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts, wo gerade ein wenig der Schleier der Geschichte über so manches Geheimnis aus den Archiven der untergehenden Sowjetunion fetzenweise gelüftet wurde. Diese Quellen sprudelten nicht, sie tropften nur. Die wenigen neuen und unvollständigen Erkenntnisse wurden mit Mutmaßungen ergänzt. Mit dem heutigen Stand der Geschichtskenntnis sollte das eigentlich geklärt sein. Leider wird aber auch heute noch auf diese alten Geschichten zurück gegriffen, ohne neu zu recherchieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Weniger bekannt ist folgende Geschichte: 1973 erschien im Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL eine vierteilige Fortsetzungsgeschichte unter dem Titel „Moskaus großer Bluff“. Der Verfasser dieses Beitrages war Leonid Wladimirow, Maschinenbauingenieur und MAI-Absolvent (Staatliches Luftfahrtinstitut Moskau), ehemaliger Mitarbeiter der Wissenschaftszeitung „знание сила“,  ab 1966 in England lebend und Autor des Buches „The Russian space bluff“ (London 1971). Ein Insider, ein Mann vom Fach also. Und er schrieb im SPIEGEL folgendes:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>„Ich selbst weiß nichts von derartigen Katastrophen.“</i> (Gemeint sind missglückte bemannte Flüge vor Gagarin.) <i>„Dagegen ist mir bekannt, daß der Fallschirmspringer Pjotr Dolgow, der sich mit der Erprobung von Schleudersitzen befaßte, tödlich verunglückte. Dolgow sollte das Lande-System für künftige Raumpiloten testen &#8212; unter Bedingungen, die einem echten Raumflug entsprachen. Die Versuchsanordnung: In etwa 10 000 Meter Höhe wird eine hermetisch versiegelte Kapsel aus einem schweren Flugzeug abgeworfen; in ihr befindet sich ein Fallschirmspringer in Raumfahrerkleidung. Nach einem freien Fall von rund 3000 Metern erreicht die Kapsel etwa die gleiche Fallgeschwindigkeit, wie man sie für die Landekapsel eines Raumschiffes bei der Rückkehr zur Erde errechnet hat. In einer Höhe von 7000 Metern sprengen sich die Bolzen der Ausstiegsluke automatisch ab. Eine Sekunde danach setzt sich das Katapultsystem in Betrieb und schleudert den Piloten mit seinem Sitz heraus. Dann öffnet sich ein kleiner Bremsfallschirm, gefolgt von einem größeren, stabilisierenden Schirm; in einer Höhe von etwa vier Kilometern öffnet sich der Hauptfallschirm, gleichzeitig trennt sich der Sitz ab, und der Fallschirmspringer landet auf die übliche Art.“ <br></i>(zitiert aus DER SPIEGEL, 30.07.1973, Nr.31, Seite 78)  
<br>
Wladimirow berichtete im Spiegel außerdem, dass zwei Tests des Katapultsystems vorgenommen worden seien, bevor man Woronin aus Moskau befohlen habe, das Versuchsprogramm zu beschleunigen, um es schon am 1. März und nicht erst im Mai abschließen zu können. Dolgow, der laut Wladimirow bis dahin rund 500 Testsprünge und einige Tests von Schleudersitzsystemen absolviert hatte, sei bei seiner Landung tot und mit geplatztem Raumanzug aufgefunden worden. Korlojow habe laut Wladimirow nach Dolgows Tod eine Vergrößerung des Durchmessers der Ausstiegsluke und eine Verlängerung der Ausschussverzögerung nach Absprengen der Luke auf zwei Sekunden veranlasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abgesehen davon, dass es eine spannende Geschichte ist, kann hier einiges nicht stimmen. Sowohl die Zeitangaben betreffend als auch den Sachverhalt selbst. Hier wurden offenbar viele Dinge miteinander vermengt. Weil damals eben nicht alle Informationen bekannt und vorhanden waren. Und im Abstand der vergangenen Jahre wissen wir jetzt eben mehr.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_big_7.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_small_7.jpg" alt="Zvezda" width="260"/></a><figcaption>
WOSTOK-Katapultsitz 1960 am Arm einer Zentrifuge 
<br>
(Bild: Zvezda)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Dass Dolgow so ein Experiment, hätte er daran teilgenommen, überlebt haben muss, ist logisch &#8211; er verunglückte (erst) 1962 tödlich. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Versuche mit Puppen wurden kurz vor Gagarins Flug unternommen. Das waren bereits orbitale Raumflüge zum Test der Gesamtkonfiguration des Wostok-Raumschiffes. Die Flüge erfolgten am 9. März 1961 mit Korabl 4 und am 25. März 1961 mit Korabl 5. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Versuchsabwürfe von Modellen der Wostok-Kapsel aus Flugzeugen hatte es wirklich gegeben. Allerdings, wie oben beschrieben, schon im Winter 1959/1960. Sie fanden in Sary-Schagan in Kasachstan statt. Die Versuchskapsel wurde aus einem dafür hergerichteten Transportflugzeug vom Typ AN-12 aus 8.000 bis 10.500 Meter Höhe abgeworfen. Dabei wurden Versuchscontainer in der simulierten Landephase herauskatapultiert. Von fünf Versuchen war einer ein Fehlschlag. Beim fünften Versuch sollen sich an Bord Hunde befunden haben. Dass diese Versuche auch mit Menschen durchgeführt wurden, ist eher unwahrscheinlich, da der Wostok-Schleudersitz erst von Juli bis September 1960 erprobt wurde. Daran war Dolgow allerdings tatsächlich beteiligt, wie bereits erwähnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also zurück zu den wirklichen Ereignissen. Gehen wir zum November 1962 … </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_big_8.jpg" data-rel="lightbox-image-6" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_small_8.jpg" alt="Andreas Weise" width="260"/></a><figcaption>
Der Autor vor der Volga-Kapsel 2011 in Monino 
<br>
(Bild: Andreas Weise)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dolgows letzter Sprung – das Volga-Experiment<br> <br></strong>Es ist der 1. November 1962. Ein früher Morgen auf dem Militärischen Flugfeld der Stadt Wolsk, etwa 750 Kilometer südöstlich von Moskau entfernt zwischen Sartow und Samara am Ufer der Wolga. Unweit bei der Stadt Sartow war vor fast anderthalb Jahren Gagarin von seinem Weltraumflug zurück gekehrt. 
<br>
An diesem Morgen ist eine riesige über 100 Meter lange Hülle ausgebreitet. Diese soll sich zu einem gigantischen Heliumballon in 25 Kilometer Höhe aufblasen &#8211; und eine kugelförmige Gondel mit zwei Testfallschirmspringern in diese Höhe tragen. Beide sollen springen. Der eine soll sich bis ca. 1.000 Meter Höhe durchfallen lassen und erst dann seinen Fallschirm öffnen. Der andere soll seinen Fallschirm sofort nach Absprung öffnen. So das Szenario. „Volga“ ist der Name der Gondel für die beiden Fallschirmspringer. Daraus abgeleitet wird dieser Versuch als das „Volga-Experiment“ in die Geschichte der Luftfahrt-Forschung eingehen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Gegen 2:00 Uhr morgens ist die Bestätigung erfolgt, dass die Wetterbedingungen an diesem Tag geeignet sind. Die Fallschirmspringer werden geweckt. Die Startvorbereitungen sind in vollem Gange. Die Gondel selber hat in etwa die Größe einer Landekapsel eines Wostok-Raumschiffes. Genug Platz also für zwei Personen. Sie ist auf einem LKW aufgebaut, der auch als Startplattform dienen soll. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_small_9.jpg" alt="Wikipedia" width="260"/><figcaption>
Jewgeni Nikolajewitsch Andrejew (4. September 1926 &#8211; 9. Februar 2000) 
<br>
(Bild: Wikipedia)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Um 6:00 Uhr Ortszeit holpert ein etwas klapprig wirkender Bus über die Grasnarbe des Flugfeldes. Der Mann, der aussteigt, ist Jewgeni Nikolajewitsch Andrejew, 36 Jahre, Offizier und Fallschirmtestspringer. Er ist bekleidet mit einem normalen Druckanzug in der &#8222;Winterausführung&#8220;, wie er zu diesem Zeitpunkt in den sowjetischen Luftstreitkräften üblich war. Als Druck-Pilotenhelm trägt Andrejew einen Gsh-4. Allerdings fehlt das normalerweise außen angebrachte Sonnenschutzvisier. Dieses würde beim geplanten Sprung aus der Stratosphäre aerodynamisch störend wirken. Trotz des Druckanzuges kann sich Andrejew in der Schutzkleidung recht gut bewegen. Kurz darauf ist auch der zweite Testfallschirmspringer zu sehen. Es ist Pjotr Iwanowitsch Dolgow. Er ist jetzt 42 Jahre alt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fast eine Stunde später: Um 7:04 Uhr steigt Andrejew in die Volga-Gondel ein. Dazu muß er rückwärts durch den Haupteinstieg durch ein weiteres Mannloch steigen, um in seinem Sitz im unteren Teil der Gondel Platz zu nehmen. Hier wird er von helfenden Händen angeschnallt und so für seinen Absprung vorbereitet. Über Ihm schwebt ein Druckdeckel, der, wenn er geschlossen ist, seinen Sitzbereich von der übrigen Gondeleinrichtung hermetisch abtrennt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Dolgow wird für den Einstieg vorbereitet. Sein Druckanzug vom Typ SI-3m wirkt schwerer und plumper als der von Andrejew. Der Glashelm, scherzhaft auch &#8222;Goldfischglashelm&#8220; genannt, sitzt bereits mit der Halterung auf seinen Schultern. Das Helmglas besteht aus Acryl-Kunststoff mit nur einer Schicht. An der Vorderfront des Helmes ist eine Visierscheibe, die noch nach unten geöffnet werden kann. Der ganze Anzug hat große Ähnlichkeit mit einem &#8222;Schweren Schlauchtaucher&#8220; wie aus einem Jules-Verne-Film, blos, dass der Helm nicht aus Kupfer ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dolgow trägt eine helle Pilotenkappe. Normalerweise ist die passende Kappe für diesen Helm schwarz. Der Helm, bzw. der Druckanzug ist modifiziert. Dolgow soll nach einigen Quellen keine Sauerstoffmaske getragen haben. In einzelnen Videoschnipseln zu seinem Start ist aber so etwas wie eine helle Sauerstoffmaske zu erkennen. Der Anzug selber ist mit reinem Sauerstoff gefüllt, der direkt in den Helm eingelassen wird. Damit soll die Beweglichkeit erhöht werden. Mühselig ist die Prozedur des Anlegens der Ausrüstungsteile. Helfer zurren das Gurtzeug seiner Fallschirmausrüstung fest. Dolgow hat selber an der Konstruktion des Spezialfallschirmes mitgewirkt. Um 7:14 stapft er die Leiter zur Einstiegsluke hinauf. Der Einstieg ist mit der vielen Ausrüstung schwer. Dolgow&#8217;s Sitz ist direkt seitlich zur Einstiegsluke. Vor ihm befindet sich die Instrumententafel für die Bedienung der Gondel. Während Andrejew, der 90 Grad versetzt schräg unter ihm sitzt und nur auf den Absprung warten muss, hat Dolgow die Funktion des Piloten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Um 7:44 Uhr erfolgt der Start. Der gigantische Heliumballon steigt auf. Dabei zieht er die Volga-Gondel seitlich vom Transport-LKW weg, so dass dieser beinahe umkippt. Es geht aber gut. Der Aufstieg der Volga-Gondel beginnt. Dabei sieht sie mit ihren spinnenartigen Landebeinen wie ein außerirdisches Raumschiff aus einem Sciencefiction-Film aus. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Über den möglichen Funkverkehr zwischen Volga-Gondel und Bodenstation ist nichts bekannt. Veröffentlicht ist darüber nichts. Trotzdem wird es ihn gegeben haben. An Hand der wenigen Informationen muss sich das folgende Geschehen so, oder so ähnlich abgespielt haben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen zwei und drei Stunden dauert der Aufstieg auf 25 Kilometer Höhe. Hierbei schwanken die Zeitangaben in den Quellen sehr stark. Dann kommt das Signal für Andrejew zum Absprung. Andrejew sitzt eher in einer Wanne als einem Schleudersitz. Das Gefährt hat entfernte Ähnlichkeit mit dem Wostok-Schleudersitz. Die Wanne mit der integrierten Sitzschale wird seitlich in U-Schienenprofilen gehalten und ist schräg nach unten gerichtet eingeschoben. Der Raum selber ist vom übrigen Volumen der Volga-Gondel abgetrennt. Der Auslöser wird betätigt und es erfolgt die Dekomprimierung des Raumes, in dem Andrejew sitzt. Am Boden der Gondel öffnet sich eine Klappe und die Wanne mit der Sitzschale rutscht nach unten hinaus ins Freie, in die eisige luftlose Kälte der Stratosphäre. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Andrejew ist in seinem Sitz festgeschnallt und rutscht mit den Füßen voraus aus der Gondel. Pyrotechnik kommt bei diesem Ausstieg nicht zum Einsatz. Auch ist nicht beschreiben, ob ein Federmechanismus den Sitz heraus treibt. Auch könnte durch eine schlagartige Dekompression mittels aufsprengen des Lukendeckels an der Unterseite die Sitzwanne im Sog mit herausgezogen worden sein. All diese Mechanismen bringen aber die Volga-Gondel ins schwingen – mehr oder weniger. Und das ist natürlich sehr unvorteilhaft für den Piloten Dolgow, der ja noch in seinem Sitz angeschnallt ist.                             </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist eher zu vermuten, dass der Sitz einfach durch die Schwerkraft nach unten ins Freie gefallen ist, nachdem die Dekompression langsam erfolgte. Die einfachste, primitivste technische Lösung kann auch manchmal die beste Lösung sein. Im Augenblick von Andrejews Ausstieg hat die Volga-Gondel die Flughöhe von 25.451 Metern erreicht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Andrejew fällt. Eisige Kälte umfasst ihn, der ja nur einen „normalen“ Druckanzug für Militärflieger trägt. Die Temperatur beträgt bis zu minus 60 Grad Celsius. Trotz der ungehinderten Sonneneinstrahlung an diesem Morgen beschreibt Andrejew später den Himmel als tiefdunkel. Er ist an seine Sitzschale angeschnallt. Nach 270 Sekunden löst er sich vom Sitz und er fällt allein ohne Stabilisierungsschirm.  Andrejew hat keine Kontrolle über seinen Fall in diesem Moment. Er fällt rücklings. Erst ab einer Höhe von ca. 12.000 Meter gelingt es ihm, sich umzudrehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Hände sind trotz der dicken Handschuhe eisig und er kann sie kaum bewegen, um den Fall irgendwie zu steuern. Das Visier seines Helmes ist beschlagen und er kann kaum etwas sehen. Erst in 1.200 Metern, andere Quellen sprechen von 800 Metern, öffnet sich sein Fallschirm automatisch. Nach einer Gesamtfallzeit von 7 Minuten und 30 Sekunden landet er sicher. Während seines freien Falls soll er  kurze Zeit fast 900 km/h erreicht haben. Andrejew ist froh, sicher gelandet zu sein. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_big_10.jpg" data-rel="lightbox-image-7" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_small_10.jpg" alt="USAF" width="260"/></a><figcaption>
Joseph (Joe) Kittinger wird nach der Landung am 16. August 1960 versorgt 
<br>
(Bild: USAF)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Jahre zuvor war der Amerikaner Kittinger aus 31 Kilometern Höhe abgesprungen. Auch er hatte Probleme mit der Koordination seiner Lage im Fallen. Versuche mit Puppen gingen seinem Sprung voraus. Diese Versuche ergaben, dass eine unkontrollierte Trudel- oder Drehbewegung den Springer vielleicht sogar töten könnte. Kittinger löste das Problem durch Nutzung eines kleinen Stabilisierungsschirmes. Andrejew nicht. Dieser sprang ohne solch ein Stabilisierungsmittel. Daher wurde sein Sprung kurioserweise durch die internationale Luftsportvereinigung FAI als Weltrekordsprung geführt und nicht der von Kittinger. Das tut aber der heldenhaften Leistung Kittingers keinen Abbruch. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und Dolgow? Der sitzt nach wie vor in seinem Pilotensitz angeschnallt vor der Instrumententafel. Ist dieser Raum auch schon dekomprimiert? Nach dem Konstruktionsprinzip der Volga eigentlich nicht. Die Kapsel ist jetzt um vieles leichter. Andrejew mit seiner ganzen Höhenschutz-Ausrüstung, Druckanzug und Sauerstoffgerät, Fallschirmequipment und Sitz fehlen. Die Luft in Andrejews Bereich ist entwichen. Der Ballon schnellt nach oben. Gleichzeitig hat der schräge Auswurf der Sitzschale zusammen mit  Andrejew einen seitlichen Kraftimpuls auf die Gondel gegeben, so dass diese unkontrolliert zu schlingern beginnt. In der fast luftleeren Stratosphäre gibt es für diese Schlingerbewegung keine Dämpfung durch eine Atmosphäre, wie beispielsweise in Bodennähe. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dolgows Absprunghöhe soll 28.642 Meter betragen haben. Andere Quellen sprechen von 25.600 Metern. Warum nun dieses Durcheinander in den Werteangaben? Zum einen ist der Sprung von Andrejew als Weltrekordsprung erfasst. Damit steht ein offizieller, international anerkannter Wert. Zum anderen ist Dolgow‘s Sprung nicht offiziell benannt, da der Sprung bekanntlich ein Fehlschlag war. Somit gibt es keine offizielle, sichere internationale Quelle, die genau den Wert definiert hat. Damit ist die Möglichkeit gegeben, dass sich hier Fehler bei der Verbreitung der Informationen in den Berichten fortgeschrieben haben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus verschiedenen Quellen ergibt sich eine Differenz von fast 3 Kilometern in den Angaben zu Dolgows Absprunghöhe. Außerdem werden die Werte manchmal mit Andrejews Sprung „vermischt“. Und wozu benötigt man diese Angaben? Die Aufwärtsgeschwindigkeit der Volga-Gondel zum Absprungpunkt in Kombination mit der möglichen Schlingerbewegung vermittelt einen Eindruck, unter welchen extremen Bedingungen der Pilot Dolgow aus der Gondel springen musste. Ein höchst gefährliches Unterfangen. So oder so. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dolgow bereitet also seinen Absprung vor. Das Szenario sieht vor, dass er sofort den Fallschirm öffnen soll. So ist vermutlich auch die Automatik an seiner Fallschirmausrüstung eingestellt. Es ist von ca. einer halben Stunde Flugzeit bis nach unten auf den Erdboden die Rede. Wenn man sich die Bilder vom Einstieg Dolgows in die Gondel ansieht, erkennt man, wie kompliziert es ist mit den ganzen Ausrüstungsteilen überhaupt durch das unbequeme Einstiegsloch in den Sitz zu gelangen. Nun muss er nach der Dekompression seines Kabinenteiles die Außenluke nach oben öffnen und sich im schweren Druckanzug mit seiner ganzen Überlebensausrüstung irgendwie aus der Golndel befreien. Hinzu kommt der Unterschied zwischen Anzugdruck und Außendruck. Bei einer ruhigen Gondellage ist dieser Vorgang schon eine große Kraftanstrengung. Aber jetzt?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gondel schlingert hin und her. Keine helfende Hand ist da, die eingreifen könnte. Andrejew ist bereits weit weg. Wäre Dolgow in seinem Pilotensitz angeschnallt sitzen geblieben und mit der Volga-Gondel wieder gelandet, vielleicht hätte er überlebt. Doch er versucht auszusteigen. Er ist Soldat und der Befehl ist eindeutig: Führen Sie die Mission durch und Schwierigkeiten sind zu überwinden. Was in manchen pathetischen Reden aus der damaligen Zeit so geschwollen daher kommt, ist hier bitterer Ernst. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_big_11.jpg" data-rel="lightbox-image-8" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_small_11.jpg" alt="Andreas Weise" width="260"/></a><figcaption>
Dorn gegenüber Dolgows Sitz, Vermutliche Unfallursache 
<br>
(Bild: Andreas Weise)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Dolgow versucht den Auftrag zu erfüllen und zu springen. Dabei passiert es. Der große Glashelm, der auf den Schultern sitzt und nicht mit dem Kopf verbunden ist, schlägt im Innern der Kabine irgendwo an einer spitzen Stelle an. Spätere Untersuchungen lassen vermuten, dass der Helm gegen einen spitzen Metalldorn, der eine Lasche eines Kabelbinders fixiert, geprallt ist. Die Stelle ist genau gegenüber dem Pilotensitz. Vielleicht ist Dolgow beim Aufstehen nach vorne übergekippt. Jedenfalls ist der Aufprall so heftig, das ein 9 Millimeter starkes Loch fast in der Mitte des Glashelmes oberhalb der Visiers eingeschlagen wird. Sofort entweicht die Luft aus seinem Helm. Dolgow hat keine Chance. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Irgendwie gelingt es ihm noch aus der Gondel auszusteigen oder besser gesagt, zu fallen. Aber der Fallschirm öffnet sich wie vorgesehen sofort und Dolgow hängt zwischen Stratosphärenhimmel und Erde fest. Ewig lange ist sein Abstieg am Fallschirm nach unten. Und Dolgow ist längst tot. 37 Minuten dauert der Abstieg. In einer Höhe von 8.000 Metern kann ihn die Besatzung eines Hubschraubers sehen. Der Körper hängt leblos in den Seilen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Offiziell war Dolgow nach Einschlagen seines Helmes sofort bewusstlos. Ein schneller Tod also? Andere Quellen führen aber an, das sein Messer gezogen war. Er habe noch versucht, sich nach dem Sprung vom Fallschirm los zu scheiden, um im freien Fall eine rettende Überlebenshöhe zu erreichen um dann den Reservefallschirm zu öffnen. Aber warum hat er sich nicht einfach mittels Schnellverschluss vom Hauptschirm getrennt und die umständliche Messerschneide-Methode gewählt? Oder war das nicht möglich? Vielleicht war der Griff nach dem Messer eine letzte Reflexreaktion. Vielleicht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Autor hat versucht, die mögliche verbleibende Reaktionszeit nachzurechnen. Dabei wurde relativ schnell klar, wie komplex das Thema ist. Sei es der reine physikalische oder der medizinische Sachverhalt. Als er auf der Suche nach Vergleichsdaten auf die bestialischen &#8222;Höhenversuche&#8220; mit Menschen im KZ Dachau in der NS-Zeit gestoßen ist, hat er tiefgreifendere Recherchen abgebrochen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dolgow hatte vermutlich nur Sekunden, bis er das Bewusstsein verlor.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ziele, Mutmaßungen und Fehlinterpretationen zum Volga-Experiment<br><br></strong>Über die detaillierten Zielsetzungen des Volga-Experimentes lässt sich auch heute nach 55 Jahren nicht alles genau sagen. Nach Jahren der Geheimhaltung sind bestimmt noch nicht alle Fakten auf dem Tisch.  
<br>
In manchen Berichten ist die Rede davon, dass Dolgow einen Vorläufer des Raumanzuges „Berkut“ in Vorbereitung des Raumfahrtunternehmens „Woschod 2“ testen sollte. In dem Zusammenhang wird auf die ähnlichen Abmessungen der Volga-Gondel und der Woschod-2-Kapsel, bzw. der Wostok verwiesen.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Geschichte wird manchmal auch Besuchern im Museum der Russischen Luftstreitkräfte in Monino erzählt, wo die Volga-Gondel ausgestellt ist. Allerdings fehlt dazu jeder schriftliche Hinweis vor Ort und … sie ist falsch. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_small_12.jpg" alt="Zvezda" width="260"/><figcaption>
SI-3M-Druckanzug 
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(Bild: Zvezda)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der Druckanzug, den Dolgow trug, war ein modifizierter SI-3M. Dieser Druckanzugtyp lässt sich bis Ende der 50er Jahre zurück verfolgen und wirkt im Jahre 1962 schon etwas antiquiert. Bis zu Leonows berühmten Weltraumspaziergang im Jahre 1965 ist noch ein großer zeitlicher Abstand. Natürlich sind alle eingesetzten Druck- und Raumanzüge vom selben Hersteller Zvezda und die technische Entwicklung baut aufeinander auf. Ein unmittelbarer, direkter Zusammenhang zwischen beiden Unternehmen ist aber nicht zu erkennen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass die Volga-Gondel ähnliche Abmessungen wie die Wostock-Kapsel hat, kann Zufall sein oder Ausdruck einer gewissen Standardisierung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu Andrejew wird behauptet, er sollte bei seinem Sprung eine Variante des Wostok-Schleudersitzes getestet haben. Hierzu ist aber folgendes zu bedenken: Erstens war der Wostok-Schleudersitz bereits seit anderthalb Jahren erfolgreich im Einsatz. Und zweitens ist von „schleudern“ nicht die Rede. Das sitzartige Gebilde rutschte eher aus der Gondel nach unten weg. Andrejew darin sitzend mit den Füßen in Fallrichtung zuerst. Bei Wostok wurde „richtig“ katapultiert mit einer Treibladung und dem Kopf in Flugrichtung. Die eventuelle Gemeinsamkeit besteht nur in der entfernt ähnlichen Bauform. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In eine ganz andere Richtung der möglichen Ziele des Experimentes verweist das russische Magazin &#8222;Популярная механика“ in seiner Februar-Ausgabe 2009. Der Versuch habe mit dem Raumfahrtprogramm nichts zu tun gehabt, schreibt das Blatt. Als Auftraggeber des Experimentes seien die Luftstreitkräfte der UdSSR aufgetreten. Im Verlauf der Tests hätten die Militärs vorgesehen, die Rettungsmöglichkeiten aus sehr hochfliegenden Flugzeugen zu testen. In dem Zusammenhang nennt das Blatt das Flugzeug Jak-25RW. Die Jak-25RW war ein Höhenaufklärer. In die Konstruktion dieses Flugzeuges flossen die Erkenntnisse, die man über das amerikanische Spionageflugzeug U-2 gesammelt hatte, ein. Die Indienststellung dieser letzten überarbeiteten Version der Jak-25RW erfolgte 1963. Die maximale Flughöhe soll 20.500 Meter betragen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter dieser Betrachtung erscheint das Volga-Experiment als logischer Ablauf. Es sollten zwei unterschiedliche Arten von Rettungssystemen parallel getestet und verglichen werden. Zum einen der Sprung Andrejews. Er hatte einen sogenannten normalen Druckanzug an, mit denen die Piloten zur damaligen Zeit standardmäßig ausgerüstet waren. Er ließ sich aus der Stratosphäre durchfallen bis auf unter 1.000 Meter. Dann wurde sein Fallschirm automatisch ausgelöst. Er vollzog sozusagen einen Schnellabstieg aus der Gefahrenzone. Im Gegensatz dazu Dolgow. Dieser hatte einen schweren Druckanzug, ähnlich eines Kosmonauten an. Da sein Fallschirm sich sofort öffnen sollte, hatte er natürlich einen viel langsameren Weg aus dem gefährlichen Bereich der Stratosphäre hinaus. Dazu hatte er auch entsprechend mehr Ausrüstung angelegt. Allein die Sauerstoffversorgung musste den ganzen Abstieg gesichert sein. Man stelle sich vor, welche Variante die Militärs für die Ausrüstung ihrer Piloten bevorzugen würden. Die schwere Ausrüstung für einen langsamen Rettungssprung oder die leichte Ausrüstung für einen schnellen Sprung. Welche Methode praktikabler war, sollte vielleicht genau mit diesem Experiment geklärt werden.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_big_13.jpg" data-rel="lightbox-image-9" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_small_13.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Ablauf einer Rettung mit Gemini-Schleudersitz &#8211; Illustration 
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(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Raumfahrtentwicklung war eine derartige Grundlagenforschung insofern interessant, um herauszufinden, in wie weit man sich aus einem startenden oder landenden Raumschiff mit Hilfe von Schleudersitzen retten konnte. Realisiert wurden solche Rettungssysteme in den USA bei den Gemini-Raumschiffen. Die Astronauten hatten die Möglichkeit, sich in der Startphase aus der Raumschiffskabine mit dem Schleudersitz hinauszukatapultieren. Ähnliche Überlegungen und Entwicklungen flossen in das Space-Shuttle-Programm der Vereinigten Staaten von Amerika und in die Konstruktion der sowjetischen Raumfähre Buran ein. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich muss der Unfall Dolgows Auswirkungen auch auf die Entwicklung und das Design von Helmen für die Luft- und Raumfahrt gehabt haben. Zumal in der ehemaligen Sowjetunion, wo sowieso alle diesbezüglichen Konstruktionsfäden in der Entwicklungsabteilung des Herstellerwerkes Zwezda zusammen liefen und laufen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das &#8222;Goldfischglas-Helm-Design&#8220; wurde nicht weiter verfolgt, obwohl gewisse Vorteile wie eine Rundumsicht auf der Hand lagen. Der Pilot konnte den Kopf innerhalb des Glashelmes drehen. Der Helm selber war aber in seinen Abmessungen sehr groß. Es sollte sich ein Design für Pilotenhelme durchsetzen, bei dem der Helm fest mit dem Kopf verbunden war und somit jede Kopfbewegung mitmachen mußte. Das Helmvisier in der Gesichtsfront war zu öffnen. Dieser Helm der Typenreihe GSh-6 dominierte in den Folgejahren und löste Ende der 60er Jahre den GSh-4-Helm, den Andrejew bei einem Sprung getragen hatte, völlig ab. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_big_14.jpg" data-rel="lightbox-image-10" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_small_14.jpg" alt="Andreas Weise" width="260"/></a><figcaption>
In diesem alten Hanger in Monino steht heute die Volga-Kapsel 
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(Bild: Andreas Weise)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den später eingesetzten Helmen für den EVA-Raumanzug &#8222;Berkut&#8220; für die Woschod-2-Mission gab es viele Ähnlichkeiten zum GSh-6. Sei es der Schließmechanismus zwischen Helm und Raumanzug oder das innen-liegende, von außen per Hebel herunter klappbare Sonnenschutzvisier. Die Amerikaner nutzten mit ihren Apollo-Raumanzügen einen Glashelm ala „Goldfischglas“. Dieser machte beim Start des Raumschiffes auch Sinn, lag er doch ruhig auf dem Sitz und der Astronaut hatte eine gute Rundumsicht auf die Instrumente. Bei den Einsätzen auf dem Mond wurde eine separate Schutzummantelung verwendet, ein Überhelm um das Helmglas herum, damit kein Unglück ähnlich dem von Dolgow passieren konnte. Ob die Amerikaner Details von Dolgows Unfall kannten, ist nicht bekannt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Schlussakord – Das offizielle Ende eines Helden<br><br></strong>Wie nun mit dem Ergebnis des Volga-Experimentes umgehen? Andrejew lebt, aber Dolgow ist tot. Und dieser ist landesweit als berühmter Fallschirmspringer bekannt. Was tun? Einen Sieg oder eine Niederlage verkünden? Oder alles totschweigen? Man entschließt sich vorerst nicht über die großartige Leistung in der Stratosphäre zu berichten. Trotzdem erscheint am 3. November 1962, also relativ zeitnah, die Meldung von Dolgows Tod. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_big_15.jpg" data-rel="lightbox-image-11" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_small_15.jpg" alt="Andreas Weise" width="260"/></a><figcaption>
Notiz in der Kasnaja Swesda vom 4. November 1962 / Staatsarchiv Berlin 
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(Bild: Andreas Weise)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Armeezeitung Krasnaja Zwezda berichtet auf der letzten Seite in einer kurzen Meldung über den „in Ausübung seiner Pflicht ums Leben gekommenen“ Fallschirmspringer Dolgow. Die kurze Meldung enthält knappe Angaben zum Lebenslauf und auch einen Hinweis auf die Beteiligung am Test der Wostok-Schleudersitze. Der Stratosphärensprung wird nicht erwähnt. Diese Meldung greift das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL auf. Hätte DER SPIEGEL noch ein paar Tage länger gewartet und die sowjetische Presse aufmerksam gelesen, dann hätte er den wahren Hintergrund erfahren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Da Dolgow in der sowjetischen Öffentlichkeit und in Fachkreisen bekannt ist, wirft die Meldung der Krasnaja Zwezda natürlich viele bohrende Fragen auf. Man entschließt sich, die Karten teilweise offen zu legen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 14. November 1962 legt die Armeezeitung Krasnaja Zwezda noch einmal nach. In einem fast halbseitigen großen Artikel wird von dem Sprung aus 25 Kilometern Höhe berichtet. Zwei große Bilder sind zu sehen: Von Andrejew und von Dolgow. Am 16. November erscheint ein großer Artikel in der Tageszeitung Isvestia und am 19. November in der Prawda. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Allen Beiträgen sind folgende Dinge gemeinsam. Sie berichten über den erfolgreichen Sprung Andrejews. Über die heroische Leistung des Sprunges aus der Stratosphäre. Und sie berichten darüber, dass Dolgow beim Sprungversuch tödlich verunglückt ist. Über Details des Unfalls wird aber nichts berichtet. Es wären unglückliche Umstände gewesen. Dafür werden Dolgows Verdienste um das Vaterland ausführlich gewürdigt. Ähnlich, wie beim späteren Unfall von Gagarin wird die Tatsache des Unglückes nicht bestritten, die konkreten Ursachen bleiben aber geheim und im Dunkeln. Der Nährboden für Mutmaßungen, Spekulationen, Gerüchte und Legenden ist bereitet&#8230; </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_big_16.jpg" data-rel="lightbox-image-12" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_small_16.jpg" alt="Andreas Weise" width="260"/></a><figcaption>
Notiz in der Iswestija vom 13. Dezember 1962, Verleihung des goldenen Stern. 
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(Bild: Andreas Weise)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 13. Dezember 1962 erscheint in allen wichtigen Zeitungen der Sowjetunion die Meldung: Auf Beschluss des Obersten Sowjets vom 12. Dezember 1962 werden Major Andrejew und Oberst Dolgow mit dem Orden eines Helden der Sowjetunion ausgezeichnet, dem goldenen Stern. Die hohe Auszeichnung bildet den Schlusspunkt unter das Leben des mutigen Fallschirmspringers Dolgow. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dolgow wird auf dem Soldatenfriedhof unweit der Station &#8222;Tschkalowski&#8220; in der Nähe des Sternenstädtchens, östlich von Moskau beigesetzt. Vergessen wird er in seiner Heimat aber nicht. Am 21. März 2012 wird er in der Stadt Prensa, in seiner Heimatgegend, eine Ehrentafel zu seinem Gedenken enthüllt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Epilog &#8211; 50 Jahre danach &#8211; Dolgows Erben<br><br></strong>Das Schicksal hätte keinen besseren Zeitpunkt finden können. Fast genau fünfzig Jahre nach dem tödlichen Sprung von Dolgow ist wieder ein Fallschirmsprung aus der Stratosphäre erfolgt. Am 14. Oktober 2012 haben viele luftfahrt- und sportbegeisterte Menschen in Deutschland gebannt vor dem Fernseher gesessen und den Rekordsprung des Österreichers Felix Baumgartner live miterlebt. Absprunghöhe: 39 Kilometer Höhe! </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_big_17.jpg" data-rel="lightbox-image-13" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02112017000153_small_17.jpg" alt="USAF" width="260"/></a><figcaption>
16. August 1960: Joseph (Joe) Kittinger hat gerade Excelsior III verlassen 
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(Bild: USAF)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Baumgartner hatte für seine sportliche Höchstleistung nicht nur kräftige Sponsoren, allen voran ein Hersteller eines &#8222;Flügel verleihenden&#8220; Energiedrinks. Unterstützung erfuhr Baumgartner auch von einem Veteran und Urgestein der US-Amerikanischen Testpilotenriege. Joseph (Joe) Kittinger sprang am 16. August 1960 aus einer offenen Ballongondel aus einer Höhe von 31.332 Meter. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In den Tagen vor dem Beginn der bemannten Weltraumfahrt dienten Kittingers Stratosphärensprünge der Grundlagenforschung. Man wollte wissen, wie sich die kosmische Strahlung auf den Menschen auswirkt und ob ein Mensch überhaupt in der Lage ist, aus der oberen Stratosphäre mit dem Fallschirm „halbwegs gesund“, oder sagen wir lieber „halbwegs lebend“ zum Erdboden zurück zu kommen. Kittinger bewies: Überleben ist möglich, trotz Riss im Handschuh und starken Schwellungen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und was ist mit Baumgartners Sprung über 50 Jahre danach? Es hat sich viel verändert. Die supermoderne Sprungausrüstung ist mit der von Kittinger, Andrejew und Dolgow nicht im geringsten zu vergleichen. Die Bodenanlagen und Ausrüstungen erinnern an Cap Canavel. Modernste Technik allerorts. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber die Gesetze der Physik sind immer noch die Selben. Auch Baumgartner gerät bei seinem Sprung in das gefährliche trudeln wie Andrejew. Die Gefahrensituation für Baumgartner wird in der folgenden Berichterstattung gerne ausgelassen – in Videoaufzeichnungen des live gezeigten Sprungs fehlen die entsprechenden Sequenzen oft. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Baumgartners Sprung ist in erster Linie eine sportliche Höchstleistung. Hinweise auf  wissenschaftliche und technische Aspekte der Angelegenheit wirken eher wie ein Alibi. Ein österreichischer Karikaturist hat es auf den Punkt gebracht, in dem er Baumgartner in einer Karikatur vor dem Absprung sagen lässt: „Ein großer Schritt für Redbull und für mich, ein kleiner für die Menschheit….“ </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube, man könnte diesen Sprung auch als Verbeugung vor den vielen bekannten und unbekannten Testpiloten und Testingenieuren sehen, die außerhalb des Rampenlichtes nicht nur ihre Gesundheit sondern auch ihr Leben für die Forschung einsetzten. Mögen sie Andrejew, Dolgow, Nikitin oder Kittinger heißen. Oder seien sie für uns, wie so oft, namenlos. Jedenfalls möchte ich das so sehen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ergänzendes Filmaterial <br><br></strong>Als ergänzendes Filmaterial sind folgende Dokumentarfilme zu empfehlen: <br>DVD „Die ersten Raumfahrer – Mit Schallgeschwindigkeit zur Erde“ &#8211; Eine Dokumentation über Kittingers Stratosphären-Sprung. Die DVD ist in Deutschland in Deutsch erhältlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">DVD „Космические лоцманы“ (Kosmische Wegbereiter) in Russisch. Es handelt sich um eine sehr ausführliche Dokumentation über die Tätigkeit der Testingenieure/Testpiloten Gridunow, Ponomarenkow und Manazakanjan im Rahmen des sowjetischen Raumflugprogrammes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lange, bevor die Kosmonauten zu ihren Raumflügen aufbrachen, hatten diese mutigen Männer die Raumanzüge und Ausrüstungsteile selber praxisnah erprobt. Das alles geschah im geheimen ohne den Blick der Öffentlichkeit. Unbekannte Helden, die erst jetzt darüber berichten dürfen.Leider ist die DVD nicht in Deutschland erhältlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zum Schluß: Der Autor in eigener Sache …<br><br></strong>Als ich anfing, mich mit Pjotr Iwanowitsch Dolgow zu beschäftigen, kannte ich nur den Namen und die Behauptung, er wäre vor Gagarin angeblich im Weltraum gewesen. Inzwischen sind Unmengen von Informationen zusammen getragen, die teilweise auch widersprüchlich, unwahrscheinlich, und manchmal schlichtweg falsch sind. Auch herrscht bei den Zahlenangaben in den unterschiedlichen Quellen ein großes Durcheinander. Ich war bemüht, nach bestem Wissen im Rahmen meiner Möglichkeiten hier etwas Ordnung hinein zu bringen. Noch ist nicht alles vollständig erforscht und erzählt.  <br>Ladeburg, im Oktober 2017</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=149.msg405654#msg405654" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Historia</a> </li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rückblende: Das gelüftete Geheimnis der Wostok-Rakete</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/rueckblende-das-gelueftete-geheimnis-der-wostok-rakete/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Weise]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Aug 2017 11:03:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raketen]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Koroljow]]></category>
		<category><![CDATA[Luna]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sputnik]]></category>
		<category><![CDATA[Wostok]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=8781</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im RAUMCON-Forum wird auch über ältere Raumfahrttechnik diskutiert. So zum Beispiel die Wostok-Trägerrakete. Wie sah diese aus? Wie funktionierte sie? Sind die Fotos echt? Und wenn ja, von welchem Flug stammen die? Ein scheinbares Chaos herrscht hier an historischen Informationen. Warum?Diese Rückblende zeigt wie das Geheimnis der Wostok-Rakete vor 50 Jahren im Westen gelüftet wurde. [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Im RAUMCON-Forum wird auch über ältere Raumfahrttechnik diskutiert. So zum Beispiel die Wostok-Trägerrakete. Wie sah diese aus? Wie funktionierte sie? Sind die Fotos echt? Und wenn ja, von welchem Flug stammen die? Ein scheinbares Chaos herrscht hier an historischen Informationen. Warum?<br>Diese Rückblende zeigt wie das Geheimnis der Wostok-Rakete vor 50 Jahren im Westen gelüftet wurde.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Typenbuch der Raumflugkörper, Aero-Sport, Andreas Weise.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In unserer heutigen Informationsgesellschaft, wo jede mutmaßliche Info nur einen Klick entfernt ist, kann man die Geheimniskrämerei in der Hochzeit des Kalten Krieges nicht mehr rational nachvollziehen. Das betrifft speziell die sowjetische Raumfahrt. Da hier alles irgendwie mit dem sowjetischen Militär verwoben war, lag über allem der Schatten der Geheimhaltung. Anders bei den US-amerikanischen Raumfahrtprogrammen. Hier wurde man gerade zu mit Informationen zugeschüttet. Es war eben ein ganz anderer Ansatz in Sachen Öffentlichkeitsarbeit. Und während man die amerikanischen Trägerraketen in der Fachliteratur schon recht genau dargestellt sah, wusste man über die sowjetischen Raketen fast gar nichts. Es oblag den Raumfahrtjournalisten, sich aus den wenigen Informationsschnipseln ein Bild zusammen zu reimen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/wostok-zeichnung.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/wostok-zeichnung_klein.jpg" alt=""/></a><figcaption>Auszug aus „Typenbuch der Raumflugkörper“<br> (links) und realistische Darstellungen von<br> Sputnik-, Luna- und Wostok-Raketen (rechts)<br>(Bild: Herbert Pfaffe und Peter Stache)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">1964 erschien das „Typenbuch der Raumflugkörper“ von Herbert Pfaffe und Peter Stache noch mit einer fiktiven Darstellung der Wostok-Rakete. Im Begleittext war zu lesen:<em> „… ist die mögliche Größe der Trägerrakete des Wostok-Raumschiffes dargestellt, wie sie sich aus einer Nutzmassenrechnung ergibt. Die Form ist willkürlich gewählt.“</em> Auf der Zeichnung ist das Dilemma zu erkennen. Während zu den amerikanischen Atlas- und Redstone-Raketen Informationen über das Äußere vorlagen, tappte man bei der sowjetischen Technik im Dunkeln. Das genaue Aussehen des Wostok-Raumschiffes wurde beispielsweise erst 1965 gelüftet. Aber das ist eine andere Geschichte. Die Grafik aus jenem Buch von 1964 ist hier zum Vergleich kombiniert mit Darstellungen der wirklichen Größe verschiedener R-7-Trägerraketen: Sputnik, Luna und Wostok.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Sommer 1967 war man dann aber von sowjetischer Seite der Meinung, dass eine Präsentation der gagarinschen Wostok-Trägerrakete sinnvoll wäre. Wie gesagt: 1967! Da war auf US-Seite das Gemini-Projekt gerade vorbei und das Apollo-/Saturn-Programm war in der Öffentlichkeit detailliert zu bestaunen. Im sowjetischen Raumfahrtprogramm lief es zu dieser Zeit nicht gerade rund. Das geheime Mondflugprogramm, die Proton-Rakete, die N1 und die neue Sojus waren die aktuellen Sorgenkinder. Die Sowjetunion brauchte also wieder einen Knüller für die Öffentlichkeit, wenngleich der auch schon 7 Jahre alt war (!).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser „Knüller“ stahl dann auch den Amerikanern und West-Europäern die Show auf dem Pariser Aerosalon Le Bourget 1967. Hier wurde erstmals ein 1:1 Modell der Wostok-Trägerrakete der staunenden Öffentlichkeit präsentiert. Die Rakete war in schneeweiß gehalten. Eine Farbgebung die nicht dem Flugmuster entsprach. Aber das war zu diesem Zeitpunkt nebensächlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Fachpresse stürzte sich darauf. Und so erschien im August-Heft der Aero-Sport 1967 folgender Artikel von Herbert Pfaffe.</p>



<figure class="wp-block-gallery columns-3 is-cropped wp-block-gallery-1"><ul class="blocks-gallery-grid"><li class="blocks-gallery-item"><figure><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-308-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="211" height="300" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-308-211x300.jpg" alt="" data-id="8777" data-full-url="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-308-scaled.jpg" data-link="https://www.raumfahrer.net/as-1967-08-seite-308/" class="wp-image-8777" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-308-211x300.jpg 211w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-308-scaled-600x854.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-308-719x1024.jpg 719w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-308-768x1094.jpg 768w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-308-1079x1536.jpg 1079w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-308-1438x2048.jpg 1438w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-308-scaled.jpg 1798w" sizes="(max-width: 211px) 100vw, 211px" /></a><figcaption class="blocks-gallery-item__caption is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">Artikel von Herbert Pfaffe in der Aero-Sport August 1967 (Teil 1)
(Bild: Aero-Sport)</figcaption></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-309-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="211" height="300" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-309-211x300.jpg" alt="" data-id="8775" data-full-url="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-309-scaled.jpg" data-link="https://www.raumfahrer.net/as-1967-08-seite-309/" class="wp-image-8775" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-309-211x300.jpg 211w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-309-scaled-600x854.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-309-719x1024.jpg 719w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-309-768x1094.jpg 768w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-309-1079x1536.jpg 1079w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-309-1438x2048.jpg 1438w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-309-scaled.jpg 1798w" sizes="(max-width: 211px) 100vw, 211px" /></a><figcaption class="blocks-gallery-item__caption">Artikel von Herbert Pfaffe in der Aero-Sport August 1967 (Teil 2)
(Bild: Aero-Sport)</figcaption></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-310-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="211" height="300" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-310-211x300.jpg" alt="" data-id="8773" data-full-url="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-310-scaled.jpg" data-link="https://www.raumfahrer.net/as-1967-08-seite-310/" class="wp-image-8773" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-310-211x300.jpg 211w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-310-scaled-600x854.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-310-719x1024.jpg 719w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-310-768x1094.jpg 768w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-310-1079x1536.jpg 1079w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-310-1438x2048.jpg 1438w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-08-Seite-310-scaled.jpg 1798w" sizes="(max-width: 211px) 100vw, 211px" /></a><figcaption class="blocks-gallery-item__caption">Artikel von Herbert Pfaffe in der Aero-Sport August 1967 (Teil 3)
(Bild: Aero-Sport)
</figcaption></figure></li></ul></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Im Titelbild der Oktober-Ausgabe 1967 der Aero-Sport wurde dann die Stufentrennung der 1. Stufe (Außenblöcke) künstlerisch dargestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die AeroSport wurde übrigens 1970 zur FliegerRevue und ist heute Deutschlands dienstälteste Fachzeitschrift für Luft- und Raumfahrt. Wir danken an dieser Stelle für die freundliche Genehmigung, diesen Artikel hier nach 50 Jahren noch einmal präsentieren zu dürfen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-10-Wostok.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/AS-1967-10-Wostok_klein.jpg" alt=""/></a><figcaption>Titelbild Oktober-Ausgabe 1967<br> der Aero-Sport mit Stufentrennung<br> (Außenblöcke) der Wostokrakete<br>(Bild: Aero-Sport)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Pfaffes Artikel und speziell das Vokabular sind natürlich unter den damaligen historischen Gesichtspunkten zu betrachten. Es war die Zeit der ideologischen Auseinandersetzung der beiden sich gegenüber stehenden Weltsysteme. Der Kalte Krieg war gegenwärtig. Wenn man aber alles politisch, ideologisch Verklärte einmal bei Seite lässt, so findet man doch interessante Details, die Damals neu waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Le Bourget 1967 tauchte eine, vermutlich diese, Wostok-Trägerrakete als Prunkstück auf der Allunionsausstellung WDNCH in Moskau vor dem damaligen Kosmos-Pavilion auf. Der Autor machte 1972 ein Foto davon. Später wurde der Eisenbahn-Transportwagen der Rakete (Original Wostok-Transportwagen) gegen einen anderen Eisenbahn-Transportwagen ausgetauscht. Wann das geschah, ist nicht genau bekannt. (Vielleicht kann ein Leser hier Informationen an den Autor geben.) Dieser „neue“ und jetzt aktuelle Transportwagen ähnelt sehr stark einem umgebauten Sojus-Raketen-Transporter. An der Spitze für die dritte Stufe ist er entsprechend gekürzt.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/Wostok-WDNCH-2017-04-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/Wostok-WDNCH-2017-04_klein.jpg" alt=""/></a><figcaption>Wostok-Rakete der Allunionsausstellung WDNCH<br>in Moskau (Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">2011 wurde die Wostok-Trägerrakete auf der WDNCH zum 50sten Gagarin-Flugjubiläum restauriert. Zuvor war sie über die Jahre in einem bemitleidenswerten Zustand gewesen. Eine Anmerkung zur WDNCH: Derzeit finden dort (Stand Juli 2017) umfangreiche Rekonstruktionsmaßnahmen statt. So wird zum Beispiel der ehemalige Kosmos-Pavillon entkernt und das Dach und die große Kuppel erneuert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres 1:1 Modell der Wostok-Trägerrakete, ebenfalls in weiß gehalten, befindet sich in den Außenanlagen des Raumfahrtmuseums in Kaluga. Dort kann man auch noch einen „echten“ Wostok-Eisenbahn-Transportwagen besichtigen. In Koroljow auf dem Gelände des Sojus-Herstellers Energia, steht auch eine Wostok-Trägerrakete. Die Farbgebung ist hier Dunkelgrau.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Grundlagenartikel zur Luna-/Wostok-Rakete bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/luna-wostok/" data-wpel-link="internal">Luna / Wostok</a> (04.09.2011)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die technischen Daten zur Luna-/Wostok-Rakete bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/luna-wostok-technische-daten/" data-wpel-link="internal">Luna / Wostok &#8211; Technische Daten</a> (04.09.2011)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Startliste der Luna-/Wostok-Rakete bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/luna-wostok-startliste/" data-wpel-link="internal">Luna / Wostok &#8211; Startliste</a> (04.09.2011)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10775.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Wostok-Programm</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=15591.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Trägerraketen der Sowjetunion bzw. Russlands</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/rueckblende-das-gelueftete-geheimnis-der-wostok-rakete/" data-wpel-link="internal">Rückblende: Das gelüftete Geheimnis der Wostok-Rakete</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Cosmonauts: Birth of the Space Age</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/cosmonauts-birth-of-the-space-age/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Weise]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Feb 2016 10:18:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gagarin]]></category>
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		<category><![CDATA[Wostok]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=10312</guid>

					<description><![CDATA[<p>In London ist derzeit eine einmalige Ausstellung zur sowjetischen und russischen Weltraumgeschichte zu sehen. Für Raumfahrer.net war Andreas Weise vor Ort. Erstellt von Andreas Weise. Quelle: Museumsbesuch, Science Museum London. Juwelenschau Warum setzt man sich mitten in der Woche zu nachtschlafender Zeit in ein Flugzeug und fliegt nach London? Nun, zum ersten sind zur Wochenmitte [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">In London ist derzeit eine einmalige Ausstellung zur sowjetischen und russischen Weltraumgeschichte zu sehen. Für Raumfahrer.net war Andreas Weise vor Ort.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Erstellt von <a href="https://www.raumfahrer.net/redakteure/" data-wpel-link="internal">Andreas Weise</a>.   Quelle: Museumsbesuch, Science Museum London.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/UnterstuetzerAW1500.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/UnterstuetzerAW260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Unterstützer der Ausstellung<br>(Bild: Autor)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Juwelenschau<br></strong> Warum setzt man sich mitten in der Woche zu nachtschlafender Zeit in ein Flugzeug und fliegt nach London? Nun, zum ersten sind zur Wochenmitte die Flugpreise am niedrigsten. Und zum zweiten gibt es in London die Kronjuwelen zu bestaunen. Und die sind wirklich sehenswert! Allerdings meine ich nicht die wohl behüteten, im Tower auf den täglichen Touristenansturm wartenden Insignien der Britischen Krone.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In London sind zur Zeit die Kronjuwelen der sowjetischen Raumfahrt ausgestellt. Dem Science Museum London ist es gelungen, bedeutende, wichtige und auch schöne Ausstellungsstücke aus öffentlichen, nicht öffentlichen und privaten Museen Russlands zu vereinigen. Die Vorbereitung dieser Ausstellung hat nicht nur enormes diplomatisches Geschick erfordert, sie erstreckte sich darüber hinaus über mehrere Jahre. Die Liste der Leihgeber und Unterstützer der Ausstellung liest sich wie ein Who-is-who der russischen Raumfahrt. Museen und Ausstellungen, die ein „normalsterblicher Raumfahrtfan“ nicht ohne weiteres betreten kann, gaben Leihstellungen. Stellvertretend sei hier Zvesda, Energia, Lavochkin und das Moskauer Staatliche Luftfahrtinstitut genannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin geneigt hier ein Superlativ zu bemühen. Es wird vermutlich mindestens auf absehbare Zeit, wenn nicht, dann überhaupt nie wieder, solch eine Ausstellung in diesem Umfang außerhalb Russlands geben.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B10scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B10scmu260.jpg" alt=""/></a><figcaption><br></figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sowjetisch-britische Zusammenarbeit<br></strong> Doch warum ausgerechnet London? Warum ausgerechnet bei den Briten? Großbritannien ist ja auf diplomatischer Ebene im Moment nicht gerade der besondere Freund Russlands. Die Liste der Meinungsverschiedenheiten ist lang. Sie könnte mit der Ukraine beginnen und würde mit Syrien nicht aufhören.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um diesen Widerspruch zu verstehen muss man etwas tiefer in die Geschichte der sowjetischen Raumfahrt blicken. Wie wir aus den Memoiren von Boris Tschertok wissen, griff man in den Anfangsjahren der sowjetischen Raumfahrt gerne auf eine unabhängige Beobachtungsquelle zurück: Das <a href="https://www.jb.man.ac.uk/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Jodrell-Bank-Radioobservatorium</a> bei Manchester. Sendefrequenzen von sowjetischen Sonden wurden den dortigen Wissenschaftlern zugespielt. Und diese konnten dann den Flug, z.B. von interplanetaren Raumflugkörpern, neutral bestätigen. Dass die Sowjetunion dazu teilweise selber nicht in der Lage war, das wusste man damals noch nicht. So war das ein etwas sonderbarer, aber intensiver wissenschaftlicher Austausch. Dann kam der 12. April 1961 und mit ihm der erste bemannte Flug in den Kosmos. Auch in Großbritannien waren die Menschen begeistert. Kalter Krieg hin oder her. Die Leistung wurde als das verstanden, was sie war: Der Beginn eines neuen Zeitalters. Und dabei war es (fast) egal, welches Land die Leistung vollbrachte.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B14scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B14scmu260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Sputnik-Satelliten, Mond- und Venus-Sonden<br>(Bilder: Science Museum London)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Begeisterung war so groß, dass eine der größten Gewerkschaften, The Foundry Workers&#8216; Union in Manchester, Gagarin zu einem Besuch einlud. Und dieser kam tatsächlich. Die Sowjetunion sah darin die Chance, den historischen Flug entsprechend international zu würdigen. So fand dieser denkwürdige Besuch fast genau drei Monate nach Gagarins Raumflug statt. Inzwischen war aus der geplanten Visite der englischen Arbeiter, deren Situation schon Karl Marx für die Untermauerung der Kommunistischen Philosophie diente, ein großangelegter Staatsbesuch geworden. Der beinhaltete auch Empfänge bei Premierminister Harold Macmillan und der jungen Queen Elizabeth. Und das sympathische, einfache Auftreten Gagarins bei seinem Besuch wirkt noch heute nach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Wissenschaftskreisen wird es noch heute als großes Zeichen der Verbundenheit angesehen, dass Gagarin gerade nach Großbritannien zuerst gereist ist. Davon zeugen auch die Wertschätzungen zu seinem 50sten Flugjubiläum 2011. Vor dem Gebäude des British Council direkt beim Admiralty Arch in der Nähe des Trafalgar Square wurde eine Gagarin-Plastik im Beisein von Gagarins Tochter aufgestellt. Die Plastik stand genau gegenüber der Statue von Kapitän James Cook. Symbolträchtiger konnte der Standort nicht gewählt werden. Die Skulptur war ein Geschenk der Raumfahrtbehörde Russlands Roskosmos und ist mittlerweile nach Greenwich umgezogen.<br>In diesem Umfeld gelang dem Londoner Science Museum ein Meisterstück.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B18scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B18scmu260.jpg" alt=""/></a><figcaption><br><br></figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Museeum<br></strong> Das Science Museum in London ist ein sehr großes Gebäude. Viele hundert Menschen, oft inklusive mehrerer Schulklassen, sind an einem Werktag hier anwesend. Eigentlich ist das Gebäude immer voll. Der Eintritt ist frei. Dafür sind die Preise an der Garderobe, im Museumsshop und in der Cafeteria nicht gerade günstig. Für Sonderausstellungen werden gesonderte Eintrittspreise verlangt. Speziell für die Raumfahrtausstellung COSMONAUTS werden Eintrittskarten nur für bestimmte Uhrzeiten ausgegeben. So besteht durchaus die Gefahr, dass man am aktuellen Tag keinen Zutritt mehr bekommt. Daher ist ein Kartenkauf vorab über die Homepage des Museums dringendst angeraten. Alle erforderlichen Informationen zu Öffnungszeiten, Adressen und anderes findet man unter <a href="https://www.sciencemuseum.org.uk/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Science Museum</a>.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B15scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B15scmu260.jpg" alt=""/></a></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Ausstellung<br></strong> Erfreulich ist: In allen Räumen ist Museumspersonal anwesend, das auch bereitwillig Auskunft zu einzelnen Objekten gibt. Bemerkenswert ist, dass Spiegel an langen Stangen bereitgehalten werden, damit man an den Großobjekten auch mal „um die Ecke“ schauen kann. Eine nützliche und kreative Lösung!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ausstellung ist in mehrere Sektionen bzw. Themenbereiche gegliedert.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B17scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B17scmu260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Woschod 1 (oberes Bild) und Wostok 6<br>(Bilder: Science Museum London)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sektion 1<br></strong> Zum Anfang, quasi zum aufwärmen, geht es um die Anfänge und Grundlagen der sowjetischen Raumfahrt. Künstlerische Darstellungen aus den 1920er Jahren und Ziolkowskis Vision eines Raumfahrzeuges gehören ebenso dazu, wie persönliche Dinge Koroljows aus seiner Zeit im stalinistischen Straflager. Der aufgezeigte Weg führt bis zum Triebwerk RD-108, das als Modell im Raum zentral präsentiert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sektion 2<br></strong> Hier werden die Anfänge der Weltraumfahrt behandelt. Modelle von Sputnik 1, 2 und 3, sowie von Luna 3 und Venus 7 sind hier zu sehen. Angenehm ist, dass zu jedem Objekt auch Herkunft und Leihgeber genannt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sektion 3<br></strong> „Space Race“ – der Beginn der bemannten Weltraumfahrt. Neben persönlichen Dingen von Gagarin und der Filmkamera aus Titows Wostok-2-Flug, sind hier zwei ganz außergewöhnliche Exponate zu bestaunen: Die originalen Landekapseln von Wostok 6 (Tereschkowa, erste Frau im Weltraum) und Woschod 1 (erstes 3-Mann-Raumschiff). Ich gebe zu, ich habe in mitgebrachten Fotos geblättert, ob es wirklich die „richtigen“ Kapseln sind. Ich konnte beide Kapseln 2008 im Werksmuseum von Energia schon einmal bestaunen. Die Abbrandspuren am Hitzeschild, die bei jeder Kapsel individuell ausgefallen sind, bestätigten für mich die Identität der Kapseln. Dass Russland diese Exponate auf Reisen geschickt hat, ist für mich die eigentliche Sensation. Beide Exponate waren hinter Glas. Im Gegensatz zum Energia-Werksmuseum, wo man unmittelbar an die Kapseln heran kam. Das Energia-Museum ist allerdings auch nicht für die breite Öffentlichkeit gedacht.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B16scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-6" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B16scmu260.jpg" alt=""/></a></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Durch den abgedunkelten Raum der Sektion 3 und die perfekte Ausleuchtung konnte man alle Einzelheiten sehr gut erkennen. Auch waren andernorts benutzte gewölbte Plexiglasabdeckungen über den Einstiegen entfernt worden. Somit war der Einblick ungetrübt. Da die beiden Kapseln direkt nebeneinander standen, war ein direkter Vergleich der Inneneinrichtung möglich. Fazit für mich: Hut ab vor den Männern von Woschod 1! Für diesen Flug war mehr als nur etwas Mut und technisches Selbstvertrauen nötig.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B11scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-7" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B11scmu260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Лунный корабль 3 / Lunniy Korabl 3 (LK-3)<br>(Bilder: Science Museum London)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sektion 3 und Sektion 4<br></strong> Hier geht es um den Mond. Das Prunkstück hierbei ist der LK-3-Lander aus dem geheimen Lunar-Programm. Dessen Existenz wurde erst in den 1990er Jahren bekannt. Das ausgestellte Modell zeigt einen <a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10546.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">LK</a>, wie er einen einzelnen Kosmonauten auf die Mondoberfläche bringen sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ausgestellte Objekt ist restaurativ in einem sehr guten Zustand. Als Eigentümer wird das Moskauer Staatliche Luftfahrtinstitut (MAI) genannt. Sucht man etwas im Internet, findet man Bilder dieses Exponates von Anfang der 1990er Jahre. 2007 stand das Objekt wieder im MAI. Davor war der LK in Eurodisney bei Paris ausgestellt. Auch dazu findet man Bilder im Internet. Zur Präsentation in Eurodisney wurden offenbar einige Bemalungen angebracht, die nicht dem Standard für die Kennzeichnung sowjetischer Raumfahrzeuge entsprechen. Diese sind noch vorhanden. Ich meine hier „Rote Sterne“ ohne die typische weiße Umrandung, Schriftzüge „CCCP“ und Hammer und Sichel“-Logos. Diese sehen eher aus, als ob hier der Mondlander aus dem Roman „Ascent“ von Jed Mercurio nachempfunden wurde. Eine sehr traurige, emotionale, aber genau auf den Mondlander passende Geschichte eines Phantom-Kosmonauten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem Mondlander wurde ein 1:1-Modell von Lunochod 1 von Lavotschkin ausgestellt. Im Gegensatz zum Lander für einen bemannten Besuch des Mondes gelang es der Sowjetunion, zwei Exemplare des <a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=12187.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">unbemannten Mondmobils</a> über Monate hinweg auf der Mondoberfläche einzusetzen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B1scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-8" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B1scmu260.jpg" alt=""/></a><figcaption><br></figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sektion 5 und Sektion 6<br></strong> Hier findet man die Landekapsel von Sojus-TM 14, verschiedene Garderobenteile für Raumfahrer, Sokol- und Orlan-Raumanzüge. Aber auch der MARS-500-Raumanzug war zu besichtigen. Dabei handelt es sich um eine Orlan-Version, die speziell für den Einsatz auf dem Mars entwickelt wurde. Zum Einsatz kam der Anzug beim MARS-500-Experiment, einer 500-Tage-Marsflugsimulation. Fehlen durfte auch nicht die Weltraumtoilette aus der Raumstation MIR. Ganze zwei Kippschalter sind für die Bedienung notwendig. Wer erinnert sich da nicht gerne an das Weltraum-Klo in Standley Kubricks „2001“? Allein die <a href="http://www.visual-memory.co.uk/amk/doc/zg.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Bedienungsanleitung</a> ließ jegliches Bedürfnis ersticken.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B3scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-9" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B3scmu260.jpg" alt=""/></a><figcaption><br></figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Final Room<br></strong> Am Ende der Ausstellung gibt es zum Abschluss ein absolutes Highlight zu bestaunen. Hier liegt in magisches Licht gehüllt eine lebensgroße menschliche Puppe. Ein „Ivan Ivanowitsch“. Dieser Dummy ist 1969 mit Zond 7 (Sonde 7) als Vorbereitung für die sowjetische bemannte Mondumrundung um den Mond geflogen. Da die Amerikaner mit Apollo 8 im Dezember 1968 den Mond sogar mehrfach umkreisten, wurde das sowjetische Vorhaben gestrichen – eine neuerliche Erstleistung war nicht mehr zu erzielen. Im Körper des Dummys befinden sich Sensoren für die Messung der Strahlungsbelastung. Das Gesicht des „Mondfliegers“ ist weltbekannt: Es ähnelt … Juri Gagarin.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B12scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-10" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B12scmu260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Raumanzüge, Landekapsel Sojus-TM 14<br>(Bilder: Science Museum London)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Empfehlung<br></strong> Wer die Möglichkeit hat, die Ausstellung zu besuchen, der sollte das unbedingt tun. Die Ausstellung ist voraussichtlich noch bis zum 13. März 2016 zu besichtigen. Nicht mehr viel Zeit also. Der Museumskatalog ist sehr ausführlich und direkt über das Science Museum zu beziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Danksagung<br></strong> Besonderer Dank gilt Ms. Julia Murray vom Science Museum London für die Bereitstellung von Pressefotos, Informationen und für die wertvollen Hinweise bei der Vorbereitung des Besuchs.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=380.msg353826#msg353826" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrt-Museen und Ausstellungen</a></li></ul>
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		<title>Luna / Wostok &#8211; Technische Daten</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/luna-wostok-technische-daten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Sep 2011 21:52:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raketen]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Luna]]></category>
		<category><![CDATA[Technische Daten]]></category>
		<category><![CDATA[Wostok]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hier die technischen Daten aller Versionen der Luna- / Wostok-Raketen. Ein Beitrag von Daniel Maurat. 8K72 LunaStufen 3Höhe 33,50 m Durchmesser 8,31 m (an der Basis) Startschub 3.991 kN Startmasse 277 t Max. Nutzlast 4.000 kg (LEO); 400 kg (Fluchtbahn) Erster Start 10. Juli 1958 Letzter Start 16. April 1960 Treibstoff RP-1/LOX Triebwerke: 1. Stufe: [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Hier die technischen Daten aller Versionen der <em>Luna- / Wostok</em>-Raketen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Daniel Maurat.</p>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td><strong>8K72 Luna</strong><br><strong>Stufen</strong> <em>3</em><br><strong>Höhe</strong> <em>33,50 m</em> <br><strong>Durchmesser</strong> <em>8,31 m (an der Basis)</em> <br><strong>Startschub</strong> <em>3.991 kN</em> <br><strong>Startmasse</strong> <em>277 t</em> <br><strong>Max. Nutzlast</strong> <em>4.000 kg (LEO); 400 kg (Fluchtbahn)</em> <br><strong>Erster Start</strong> <em>10. Juli 1958</em> <br><strong>Letzter Start</strong> <em>16. April 1960</em> <br><strong>Treibstoff</strong> <em>RP-1/LOX</em> <br><strong>Triebwerke</strong>: <em>1. Stufe: 4x Glushko RD-107-8D74<br>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.: 2. Stufe: 1x Glushko RD-108-8D75<br><em>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.:</em></em> <em>3. Stufe: 1x OKB Kosberg RD-0105</em><br><br><strong>8K72 Wostok</strong><br><strong>Stufen</strong> <em>3</em> <br><strong>Höhe</strong> <em>38,60 m</em> <br><strong>Durchmesser</strong> <em>8,31 m (an der Basis)</em> <br><strong>Startschub</strong> <em>3.997 kN</em> <br><strong>Startmasse</strong> <em>281,4 t</em> <br><strong>Max. Nutzlast</strong> <em>4.550 kg (LEO)</em> <br><strong>Erster Start</strong> <em>15. Mai 1960</em> <br><strong>Letzter Start</strong> <em>1. Dezember 1960</em> <br><strong>Treibstoff</strong> <em>RP-1/LOX</em> <br><strong>Triebwerke</strong>: <em>1. Stufe: 4x Glushko RD-107-8D74<br><em>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.:</em></em> <em>2. Stufe: 1x Glushko RD-108-8D75<br><em>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.:</em></em> <em>3. Stufe: 1x OKB Kosberg RD-0105</em><br><br><strong>8K72K Wostok-K</strong><br><strong>Stufen</strong> <em>3</em> <br><strong>Höhe</strong> <em>38,60 m</em> <br><strong>Durchmesser</strong> <em>8,31 m (an der Basis)</em> <br><strong>Startschub</strong> <em>4.020 kN</em> <br><strong>Startmasse</strong> <em>281,4 t</em> <br><strong>Max. Nutzlast</strong> <em>4.730 kg (LEO)</em> <br><strong>Erster Start</strong> <em>22. Dezember 1969</em> <br><strong>Letzter Start</strong> <em>10. Juli 1964</em> <br><strong>Treibstoff</strong> <em>RP-1/LOX</em> <br><strong>Triebwerke</strong>: <em>1. Stufe: 4x Glushko RD-107-8D74<br><em><em>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.:</em></em> 2. Stufe: 1x Glushko RD-108-8D75<br><em><em>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.:</em></em></em> <em>3. Stufe: 1x OKB Kosberg RD-0109</em><br><br><strong>8A92 Wostok-2</strong><br><strong>Stufen</strong> <em>3</em> <br><strong>Höhe</strong> <em>38,46 m</em> <br><strong>Durchmesser</strong> <em>8,31 m (an der Basis)</em> <br><strong>Startschub</strong> <em>4.020 kN</em> <br><strong>Startmasse</strong> <em>281,4 t</em> <br><strong>Max. Nutzlast</strong> <em>4.730 kg (LEO)</em> <br><strong>Erster Start</strong> <em>1. Juni 1962</em> <br><strong>Letzter Start</strong> <em>12. Mai 1967</em> <br><strong>Treibstoff</strong> <em>RP-1/LOX</em> <br><strong>Triebwerke</strong>: <em>1. Stufe: 4x Glushko RD-107-8D74K<br><em><em>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.:</em></em></em> <em>2. Stufe: 1x Glushko RD-108-8D75K<br><em><em>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.:</em></em></em> <em>3. Stufe: 1x OKB Kosberg RD-0109</em><br><br><strong>8A92M Wostok-2M</strong><br><strong>Stufen</strong> <em>3</em> <br><strong>Höhe</strong> <em>38,46 m</em> <br><strong>Durchmesser</strong> <em>8,31 m (an der Basis)</em> <br><strong>Startschub</strong> <em>4.020 kN</em> <br><strong>Startmasse</strong> <em>282,3 t</em> <br><strong>Max. Nutzlast</strong> <em>4.750 kg (LEO)</em> <br><strong>Erster Start</strong> <em>28. August 1964</em> <br><strong>Letzter Start</strong> <em>29. August 1991</em> <br><strong>Treibstoff</strong> <em>RP-1/LOX</em> <br><strong>Triebwerke</strong>: <em>1. Stufe: 4x Glushko RD-107-8D74K<br><em><em>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.:</em></em></em> <em>2. Stufe: 1x Glushko RD-108-8D75K<br><em><em>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.:</em></em></em> <em>3. Stufe: 1x KBKhimAvtomatiki RD-0109</em></td><td></td></tr><tr><td></td><td></td></tr></tbody></table></figure>
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		<title>Luna / Wostok</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/luna-wostok/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Sep 2011 21:24:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Juri Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Koroljow]]></category>
		<category><![CDATA[Luna]]></category>
		<category><![CDATA[Mond]]></category>
		<category><![CDATA[Wostok]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sie brachte nicht nur die ersten Sonden zum Mond, sie startete auch den ersten Menschen ins Weltall: Die Luna&#8211; und Wostok-Raketen waren Jahre lang eines der Arbeitspferde des sowjetischen Weltraumprogramms. Ein Beitrag von Daniel Maurat. Geschichte Nach den Propaganda-Erfolgen der ersten Sputnik-Satelliten wollte man in der Sowjetunion weiter Erfolge verbuchen, um so auf dem damaligen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Sie brachte nicht nur die ersten Sonden zum Mond, sie startete auch den ersten Menschen ins Weltall: Die <em>Luna</em>&#8211; und <em>Wostok</em>-Raketen waren Jahre lang eines der Arbeitspferde des sowjetischen Weltraumprogramms.</h4>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Daniel Maurat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Geschichte</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach den Propaganda-Erfolgen der ersten <em>Sputnik</em>-Satelliten wollte man in der Sowjetunion weiter Erfolge verbuchen, um so auf dem damaligen technologischen Schlachtfeld des Kalten Krieges weiter den USA ein Schnippchen zu schlagen. Als nächstes logisches Ziel stellten dabei eine Reihe von kleinen, unbemannten Sonden zum Mond sowie ein bemannter Flug ins Weltall dar. Doch die <em>R-7</em>, im Westen als <em>Sputnik</em> bekannt, war nicht darauf ausgelegt, weder eine Sonde zum Mond noch ein bemanntes Raumschiff zu starten. Deswegen begann man im Konstruktionsbüro <em>OKB-1</em> unter der Leitung des legendären Chefkonstrukteurs beziehungsweise später auch &#8222;Vater der sowjetischen Raumfahrt&#8220; genannten Sergeji Koroljow die Entwicklung einer Drittstufe für die <em>R-7</em>, mit der die Rakete nun in der Lage sein sollte, die gesteckten Ziele zu erfüllen. Aber eines der damals größten Probleme war die fehlende Erfahrung von Zündungen einer Rakete im Weltraum (was man sowohl in den USA als auch in der UdSSR mit einer parallelen Bündelung der Raketenstufen, wie in der <em>Atlas</em> oder der <em>R-7</em>, zu umgehen versuchte). Nichtsdestotrotz beauftragte man am 20. März 1958 Koroljows <em>OKB-1</em> mit der Entwicklung der Drittstufe. Und gerade einmal ein halbes Jahr später, am 23. September, startete die erste dieser neuen Raketen. Die Lösung des Problems der Zündung im Weltraum war so einfach wie genial: während die untere Stufe noch arbeitete, startete man bereits die Oberstufe, da noch durch den Schub der unteren Stufe ei Schub erzeugt wurde, der den Treibstoff am Boden der Oberstufe hält und so ein zuverlässiger Fluss des Treibstoff zum Triebwerk gewährleistet ist. Beide Stufen sind durch ein Gitter miteinander verbunden, das abgetrennt wird, sobald die untere Stufe ausgebrannt und die Oberstufe ihren Nominalschub erreicht hat. Darauf drücken die Abgase der Oberstufe die untere Stufe weg, welche zum Schutz einen konusförmigen Schild trägt. Diese Art von Stufentrennung wird mit der reffenden Bezeichnung &#8222;heiße Stufentrennung&#8220; bezeichnet (die auch heute in den Nachfolgern, wie etwa der <em>Sojus</em>, eingesetzt wird).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Versionen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>8K72 Luna</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/luna.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/luna_klein.jpg" alt=""/></a><figcaption>Eine Luna-Rakete beim Start der<br> Raumsonde Luna.<br>(Bild: Roskosmos)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die <em>Luna</em> (russ. Луна für Mond), in der Literatur auch als <em>Wostok-L</em> (russ. Восток Л) bezeichnet, sollte die ersten Raumsonden vom Typ <em>Luna</em> (daher der Name der Rakete) zum Mond bringen. Sie nutze dabei als erste Rakete die neue Oberstufe, um mit ihr die Nutzlast zum Mond zu bringen. Doch viele ihrer Starts schlugen fehl, da die neue Oberstufe noch eine Menge Kinderkrankheiten hatte, die ausgemerzt werden mussten. So kam es nur zu zwei Erfolgen und einem Teilerfolg, bei denen man die Sonden <em>Luna</em> / <em>Lunik 1-3</em> startete. <em>Luna 1</em> wurde zwar auf eine Transferbahn zum Mond geschickt, doch schlug sie nicht wegen eines Fehlers im Steuerungssystem wie geplant auf dem Mond ein, sondern flog in einem Abstand von etwa 6.000 km am Mond vorbei und wurde zur ersten Sonde die die Sonne umkreiste. Die zweite Sonde, <em>Luna 2</em>, eine Kopie von <em>Luna 1</em>, schlug dagegen erfolgreich auf dem Mond auf und verteilte verschiedene Embleme der Sowjetunion auf dem Mond. Und <em>Luna 3</em> schließlich flog am Mond vorbei und schoss die ersten, wenn auch unscharfen Fotos von der Rückseite des Erdtrabanten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>8K72 Wostok</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok_klein.jpg" alt=""/></a><figcaption>Der Start einer Wostok-Rakete am<br> 12. April 1961. An Bord das erste<br> bemannte Raumschiff, Wostok 1,<br> mit Juri Gagarin an Bord.<br>(Bild: Roskosmos)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die <em>Wostok</em> (russ. Восток für Osten) war eine etwas überarbeitete Version der <em>Luna</em>, die für den Transport der gleichnamigen <em>Wostok</em>-Kapsel modifiziert wurde. Dabei wurde vor allem die Oberstufe verstärkt und man benutzte nun eine längere Nutzlastverkleidung. Sie war eigentlich nur eine Interimsversion zwischen der <em>Luna</em> und der <em>Wostok K</em>, die dann für den Start der bemannten Kapseln genutzt wurde. Sie wurde ausschließlich dazu genutzt, vier Testmodelle der neuen <em>Wostok</em>-Kapsel zu starten und zu testen und wurden als <em>Korabl-Sputnik</em> (russ. Корабл-Спутник für Schiffs-Satellit) bezeichnet. Im Westen wurden sie dagegen als <em>Sputnik</em> bezeichnet, um so den Westen nicht die Absichten der Starts zu verraten. Dabei gab es einen verheerenden Fehlschlag: der zweite Start am 28. Juli 1960 endete in einer Explosion, die von einem der Booster ausging. Dabei starben die zwei Hunde Lisischka und Chaika. Der wohl bekannteste Flug aber fand ab 19. August desselben Jahres, nur drei Wochen nach dem Fehlstart und dem Tod der Hunde, statt. An Bord waren die beiden Hunde Belka und Strelka und ihr Flug verlief zum Glück problemlos. Eine Randbemerkung dabei ist, dass Belka einige Zeit nach dem Flug Welpen zur Welt brachte und der damalige Generalsekretär der KPdSU und damit der mächtigste Mann der Sowjetunion, Nikita Chruschtschow, einen der Welpen, Puschinka, der Tochter von US-Präsident John F. Kennedy schenke (es heißt, dass sie auch heute noch Nachfahren dieses Welpen besitzt).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>8K72K Wostok K</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <em>Wostok K</em> (russ. Восток К) ist eine verbesserte und standardisierte Version der <em>Wostok</em>. Vor allem steigerte man den Schub des Oberstufen-Triebwerks, was auf Kosten der Brenndauer ging. Auch verwendete man als Basis die verbesserte Version der <em>Sputnik</em>, mit der der Satellit <em>Sputnik 3</em> gestartet wurde. Zunächst wurden wieder Testversionen der <em>Wostok</em>-Kapsel vom Typ <em>Korabl-Sputnik</em> gestartet, mit der die Kapsel für den Flug verifiziert wurde. Ihre wohl berühmtester Einsätze waren die sechs bemannten Starts mit der <em>Wostok</em>-Kapsel, allem voran der Start am 12. April 1961, bei dem die Rakete die Kapsel <em>Wostok 1</em> mit dem Kosmonauten Juri Gagarin als Besatzung zu seinem 108-minütigen historischen Flug startete. Später flogen mit der Rakete auch die Kosmonauten German Titov, Andrijan Nikolajew, Pawel Popowitsch, Waleri Bykowski und die erste Kosmonautin, Valentina Tereschkowa und wurden so zusammen mit Gagarin zu den ersten russischen Helden des Wettlaufes ins Weltall. Nach den Starts für das bemannte <em>Wostok</em>-Programm nutze man die Rakete vor allem zum Start der ersten Generation von sowjetischen Spionagesatelliten vom Typ <em>Zenit 2</em>, Grunde genommen eine <em>Wostok</em>-Kapsel mit Kamerasystemen in der Rückkehrkapsel, sowie Satelliten vom Typ <em>Elektron</em> zur Untersuchung des Van-Allen-Gürtels.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>8A92 Wostok-2</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <em>Wostok-2</em> (russ. Восток-2) ist gegenüber der Vorgängerversionen modernisiert worden. Vor allem wurden die Triebwerke der Booster und der Erststufe verbessert sowie das Oberstufentriebwerk im Schub und der Brenndauer gesteigert. Sie diente ausschließlich für den Start von <em>Zenit-2</em>-Spionagesatelliten, die auf den <em>Wostok</em>-Kapseln basieren. Sie war die sowjetische Antwort auf die amerikanischen Spionagesatelliten vom Typ <em>Keyhole 1-4 Corona</em>, die mit Raketen vom Typ <em>Thor Agena</em> gestartet wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>8A92M Wostok-2M</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok_2m.jpg" alt=""/><figcaption>Der Start einer Wostok 2M-Rakete<br> von Plessetsk.<br>(Bild: Roskosmos)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die <em>Wostok-2M</em> (russ. Восток-2М) ist die letzte Version der <em>Wostok</em>-Familie. Sie war nochmals eine standardisierte und verbesserte Version der <em>Wostok 2</em>. Sie startete vor allem zivile Satelliten, so etwa Wettersatelliten vom Typ <em>Meteor</em>, Erderkundungssatelliten der <em>Resurs</em>-Reihe, Satelliten der <em>Interkosmos</em>-Serie sowie das Gammastrahlen-Observatorium <em>Astrofizika</em>. Aber auch <em>SIGINT</em>-Satelliten (engl. Signals Intelligence für Signalabhörung), also Satelliten, die zum Abhören feindlicher Nachrichten dienten, vom Typ <em>Tselina-D /-O</em> starteten mit der <em>Wostok-2M</em>. Zu ihren letzen Nutzlasten zählten auch die beiden indischen Erderkundungssatelliten <em>IRS 1A / B</em> im Jahr 1991, also kurz vor dem Zusammenbruch der UdSSR.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Technik</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Raketen der <em>Wostok / Luna</em>-Familie bestanden aus zwei Stufen:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Die vier eingesetzten <strong>Booster</strong> glichen eigentlich den Booster der <em>R-7</em>-Rakete sowie der <em>Sputnik</em> und benutzen auch die Nummerierung der früheren Versionen mit <em>Blok B, W, G, D</em> (russ. Блок Б, В, Г, Д). Sie waren je 19 m lang, hatten einen maximalen Durchmesser von 2,68 m und wogen voll betankt 43,3 t. Je nach eingesetzte Version benutzte man als Triebwerk verschiedene Abwandlungen des <em>NPO Energomash RD-107</em>-Triebwerks. Bei den frühen Trägern nutze man das <em>RD-107-8D74</em> mit einem Schub von 995,3 kN (im Vakuum) und einer Brenndauer von 120 Sekunden. Ab der <em>Wostok-2</em> nutze man das verbesserte <em>RD-107-8D74K</em>-Triebwerk mit den gleichen Spezifikationen, also einem Schub von 995,3 kN (Vakuum) bei einer Brenndauer von 120 Sekunden, wobei das Triebwerk vereinfacht wurde und so die Zuverlässigkeit verbessert wurde. Bei allen Versionen nutze man als Treibstoff <em>RP-1</em> (Kerosin) und als Oxydator <em>LOX</em> (flüssiger Sauerstoff).</li><li>Die <strong>erste Stufe</strong> (auch <em>Blok A</em>, russ. Блок А) war zum großen Teil mit der <em>R-7</em> identisch, hatte aber einen Abgasschild an der Spitze, um die eine Explosion des sich noch in der Stufe befindlichen Treibstoffes aufgrund der heißen Stufentrennung zu verhindern. Sie war dabei 28 m lang und hatte einen Durchmesser von 2,99 m. Genauso wie in den Boostern gab es zwei Varianten des benutzen <em>NPO Energomash RD-108</em>-Triebwerks. Zunächst nutze man das <em>RD-108-8D75</em>-Triebwerks mit einem Schub von 936,5 kN (Vakuum) bei einer Brenndauer von 320 Sekunden. Ab der <em>Wostok-2</em> nutze man das <em>RD-108-8D75K</em> mit einem Schub von 940,4 kN und einer Brenndauer von 305 Sekunden. Als Treibstoff nutze man, wie in den Boostern, <em>RP-1</em> und als Oxydator <em>LOX</em>.</li><li>Die <strong>zweite Stufe</strong> mit dem Namen <em>Blok E</em> (russ. Блок Е) war die erste Oberstufe der <em>R-7</em>. Sie war für ihre Zeit eine revolutionäre Konstruktion, vor allem die Zündung im Vakuum und die elegante Lösung mit der &#8222;heißen Stufentrennung&#8220;. An sich war die <em>Blok E</em> 2,84 m lang und hatte dabei einen Durchmesser von 2,56 m, was ihr ein gedrungenes Aussehen gab. Das einzelne <em>OKB Kosberg (später KBKhimAvtomatiki) RD-0105</em>-Triebwerk mit einem Schub von 49 kN bei einer Brenndauer von 440 Sekunden. Ab der <em>Wostok-K</em> nutze man als Triebwerk das verbesserte <em>KBKhimAvtomatiki RD-0109</em>-Triebwerk mit einem gesteigerten Schub von 54,9 kN bei einer reduzierten Brenndauer von 365 Sekunden. Als Treibstoffkombination nutze man das auch in den Unterstufen bewähre Kombination aus <em>RP-1</em> als Treibstoff und <em>LOX</em> als Oxydator. Eine der großen Nachteile der Stufe war aber, dass sie nicht auf Wiederzündbarkeit ausgelegt war, was die Nutzlastkapazität für höhere Umlaufbahnen schnell dramatisch sinken ließ und darüber hinaus ein Satellit nur direkt ohne Freiflugphase in den Orbit gebracht werden konnte.</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Starts</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok_kapsel-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok_kapsel_klein.jpg" alt=""/></a><figcaption>Ein originalgetreues Modell der<br> Wostok-Kapsel im<br> Technik Museum Speyer.<br>(Bild: raumfahrer.net)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Raketen der <em>Wostok- / Luna</em>-Familie starten insgesamt zwischen 1958 und 1991 insgesamt 167 Mal, wobei es 18 Fehlschläge und zwei Teilfehlschläge gab. Als Startrampe nutze man die schon von der <em>R-7</em> genutzten legendären Startplattform 1, nach Gagarins Flug auch <em>Gagarins Start</em> genannt, sowie später auch von der Startrampe 31 in Tjuratam, besser bekannt als Baikonur. Darüber hinaus nutze man für Starts in einen polaren Orbit den Kosmodrom <em>Plessetzk</em> in der Nähe von Archangelsk in Nordrussland. Der ersten Start fand dabei am 10. Juni 1958 statt, mit der eine Attrappe der <em>Blok E</em>-Zweitstufe mitflog, um die Booster und die Zentralstufe zu testen. Den ersten richtigen Start gab es am 23. September 1958 mit einer Sonde vom Typ <em>Luna 1</em>, wobei der Träger versagte. Der letze Start fand dabei erst am 29. August 1991 statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei sieht die Statistik für die verschiedenen Träger der <em>Wostok</em>-Familie folgender Maßen aus:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Luna: 10 Starts, 7 Fehlstarts, Erstflug: 10. Juli 1958 , Letzter Flug: 16. April 1960</li><li>Wostok: 4 Starts, 1 Fehlstarts, Erstflug: 15. Mai 1960 , Letzter Flug: 1. Dezember 1960</li><li>Wostok-K: 13 Starts (6 bemannt), 2 Fehlstarts, Erstflug: 22. Dezember 1960, Letzter Flug: 10. Juli 1964</li><li>Wostok-2: 45 Starts, 5 (+2) Fehlstarts, Erstflug: 1. Juni 1962 , Letzter Flug: 12. Mai 1967</li><li>Wostok-2M: 95 Starts, 3 Fehlstarts, Erstflug: 28. August 1964 , Letzter Flug: 29. August 1991</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Auswirkungen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <em>Wostok</em> ebnete für eine Reihe von russischen Raketen den Weg, so etwa der <em>Molnija</em>, der <em>Wosschod</em> oder der <em>Sojus</em>. Das bei ihr zum ersten Mal eingesetzte Prinzip der heißen Stufentrennung wird auch heute noch in der <em>Sojus</em> oder der <em>Proton</em> verwendet, um einige russische Beispiele zu nennen. Aber auch anderswo, so etwa in den amerikanischen <em>Titan</em>-Raketen oder den chinesischen Raketen vom Typ <em>Langer Marsch</em>. Auch ebnete sie mit den Starts der <em>Wostok</em>-Kapseln Russlands Weg in den Weltraum und mündete in den Programmen <em>Wosschod</em> oder <em>Sojus</em>. Auch die Starts der anderen Nutzlasten waren nicht nur elementar für das Militär, sondern auch für zivile Anwendungen wie der Wettervorhersage oder auch von wissenschaftlichen Anwendungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Webseiten:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.russianspaceweb.com/vostok_lv.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">RussianSpaceWeb.com</a></li><li><a href="https://space.skyrocket.de/doc_lau/vostok.htm" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Daten bei <em>Gunther&#8217;s Space Page</em></a></li><li><a href="https://historicspacecraft.com/Rockets_Russian.html#Luna" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">HistoricSpaceCraft.com</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Luna / Wostok &#8211; Startliste</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/luna-wostok-startliste/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Sep 2011 20:15:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Luna]]></category>
		<category><![CDATA[Starttabelle]]></category>
		<category><![CDATA[Wostok]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=44987</guid>

					<description><![CDATA[<p>Hier die Liste aller Starts der Luna- / Wostok-Raketen. Ein Beitrag von Daniel Maurat. Datum Version Startplatz Nutzlast Status 10.07.1958 8K72 Luna Baikonur Blok E Attrappe Fehlschlag 23.09.1958 8K72 Luna Baikonur Luna (1a) Fehlschlag 11.10.1958 8K72 Luna Baikonur Luna (1b) Fehlschlag 04.12.1958 8K72 Luna Baikonur Luna (1c) Fehlschlag 02.01.1959 8K72 Luna Baikonur Luna 1 Erfolg, [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Hier die Liste aller Starts der <em>Luna- / Wostok</em>-Raketen.</h4>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Daniel Maurat.</p>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td><strong>Datum</strong></td><td><strong>Version</strong></td><td><strong>Startplatz</strong></td><td><strong>Nutzlast</strong></td><td><strong>Status</strong></td></tr><tr><td>10.07.1958</td><td>8K72 Luna</td><td>Baikonur</td><td><em>Blok E Attrappe</em></td><td><em>Fehlschlag</em></td></tr><tr><td>23.09.1958</td><td>8K72 Luna</td><td>Baikonur</td><td>Luna (1a)</td><td><em>Fehlschlag</em></td></tr><tr><td>11.10.1958</td><td>8K72 Luna</td><td>Baikonur</td><td>Luna (1b)</td><td><em>Fehlschlag</em></td></tr><tr><td>04.12.1958</td><td>8K72 Luna</td><td>Baikonur</td><td>Luna (1c)</td><td><em>Fehlschlag</em></td></tr><tr><td>02.01.1959</td><td>8K72 Luna</td><td>Baikonur</td><td>Luna 1</td><td>Erfolg, <em>Sonde verfehlte Mond, wurde erste Sonde in Sonnenorbit</em></td></tr><tr><td>18.06.1959</td><td>8K72 Luna</td><td>Baikonur</td><td>Luna (2)</td><td><em>Fehlschlag</em></td></tr><tr><td>12.09.1959</td><td>8K72 Luna</td><td>Baikonur</td><td>Luna 2</td><td>Erfolg, <em>erste Sonde, die auf dem Mond einschlug</em></td></tr><tr><td>04.10.1959</td><td>8K72 Luna</td><td>Baikonur</td><td>Luna 3</td><td>Erfolg, <em>erste Sonde, die Bilder von der Mondrückseite schoss</em></td></tr><tr><td>15.04.1960</td><td>8K72 Luna</td><td>Baikonur</td><td>Luna (4a)</td><td><em>Fehlschlag</em></td></tr><tr><td>16.04.1960</td><td>8K72 Luna</td><td>Baikonur</td><td>Luna (4b)</td><td><em>Fehlschlag</em></td></tr><tr><td>15.05.1960</td><td>8K72 Wostok</td><td>Baikonur</td><td>Korabl-Sputnik 1 (Sputnik 4)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>28.07.1960</td><td>8K72 Wostok</td><td>Baikonur</td><td>Korabl-Sputnik (2) (Sputnik (5))</td><td><em>Fehlschlag, ein Booster explodierte nach 28 Sekunden, die Hunde Lisischka und Chaika starben</em></td></tr><tr><td>19.08.1960</td><td>8K72 Wostok</td><td>Baikonur</td><td>Korabl-Sputnik 2 (Sputnik 5)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>01.12.1960</td><td>8K72 Wostok</td><td>Baikonur</td><td>Korabl-Sputnik 3 (Sputnik 6)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>22.12.1960</td><td>8K72K Wostok-K</td><td>Baikonur</td><td>Korabl-Sputnik (4) (Sputnik (9))</td><td><em>Fehlschlag</em></td></tr><tr><td>09.03.1961</td><td>8K72K Wostok-K</td><td>Baikonur</td><td>Korabl-Sputnik 4 (Sputnik 9)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>25.03.1961</td><td>8K72K Wostok-K</td><td>Baikonur</td><td>Korabl-Sputnik 5 (Sputnik 10)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>12.04.1961</td><td>8K72K Wostok-K</td><td>Baikonur</td><td>Wostok 1 (Besatzung: Juri Gagarin)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>06.08.1961</td><td>8K72K Wostok-K</td><td>Baikonur</td><td>Wostok 2 (Besatzung: German Titov)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>11.12.1961</td><td>8K72K Wostok-K</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos (1b) (Zenit-2 1)</td><td><em>Fehlschlag</em></td></tr><tr><td>26.04.1962</td><td>8K72K Wostok-K</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 4 (Sputnik 14) (Zenit-2 2)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>01.06.1962</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos (6) (Zenit-2 3)</td><td><em>Fehlschlag</em></td></tr><tr><td>28.07.1962</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 7 (Sputnik 17) (Zenit-2 4)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>11.08.1962</td><td>8K72K Wostok-K</td><td>Baikonur</td><td>Wostok 3 (Andrijan Nikolaijew)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>12.08.1962</td><td>8K72K Wostok-K</td><td>Baikonur</td><td>Wostok 4 (Besatzung: Pawel Popowitsch</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>27.09.1962</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 9 (Zenit-2 5)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>17.10.1962</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 10 (Zenit-2 6)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>22.12.1962</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 12 (Zenit-2 7)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>21.03.1963</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 13 (Zenit-2 8)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>22.04.1963</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 15 (Zenit-2 9)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>28.04.1963</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 16 (Zenit-2 10)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>24.05.1963</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 18 (Zenit-2 11)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>14.06.1963</td><td>8K72K Wostok-K</td><td>Baikonur</td><td>Wostok 5 (Besatzung: Waleri Bykowski</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>16.06.196</td><td>8K72K Wostok-K</td><td>Baikonur</td><td>Wostok 6 (Besatzung: Walentina Tereschkowa</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>10.07.1963</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos (19b) (Zenit-2 12)</td><td><em>Fehlschlag</em></td></tr><tr><td>18.10.1963</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 20 (Zenit-2 13)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>28.11.1963</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos (23) (Zenit-2 14)</td><td><em>Fehlschlag</em></td></tr><tr><td>19.12.1963</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 24 (Zenit-2 15)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>30.01.1964</td><td>8K72K Wostok-K</td><td>Baikonur</td><td>Elektron 1, Elektron 2</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>04.04.1964</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 28 (Zenit-2 16)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>25.04.1964</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 29 (Zenit-2 17)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>10.06.1964</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 32 (Zenit-2 18)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>23.06.1964</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 33 (Zenit-2 19)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>10.07.1964</td><td>8K72K Wostok-K</td><td>Baikonur</td><td>Elektron 3, Elektron 4</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>15.07.1964</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 35 (Zenit-2 20)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>14.08.1964</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 37 (Zenit-2 21)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>28.08.1964</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 44 (Meteor-1 GVM 1)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>24.09.1964</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 46 (Zenit-2 22)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>14.10.1964</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 48 (Zenit-2 23)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>28.10.1964</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 50 (Zenit-2 24)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>11.01.1965</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 52 (Zenit-2 25)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>26.02.1965</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 58 (Meteor-1 GVM 2)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>25.03.1965</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 64 (Zenit-2 26)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>07.05.1965</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 66 (Zenit-2 27)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>15.06.1965</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 68 (Zenit-2 28)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>13.07.1965</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos (71b) (Zenit-2 29)</td><td><em>Fehlschlag</em></td></tr><tr><td>14.08.1965</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 78 (Zenit-2 30)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>27.11.1965</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 98 (Zenit-2 31)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>10.12.1965</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 99 (Zenit-2 32)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>17.12.1965</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 100 (Meteor-1 1)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>07.01.1966</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 104 (Zenit-2 33)</td><td><em>Teilfehlschlag</em></td></tr><tr><td>22.01.1966</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 105 (Zenit-2 34)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>10.02.1966</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 107 (Zenit-2 35)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>17.03.1966</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 112 (Zenit-2 36)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>20.04.1966</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 115 (Zenit-2 37)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>06.05.1966</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 117 (Zenit-2 38)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>11.05.1966</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 118 (Meteor-1 2)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>25.06.1966</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 122 (Meteor-1 3)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>16.09.1966</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos (129) (Zenit-2 41)</td><td><em>Fehlschlag</em></td></tr><tr><td>14.10.1966</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 129 (Zenit-2 42)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>19.11.1966</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 132 (Zenit-2 43)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>19.12.1966</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 136 (Zenit-2 44)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>19.01.1967</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 138 (Zenit-2 45)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>27.02.1967</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 143 (Zenit-2 46)</td><td><em>Teilfehlschlag</em></td></tr><tr><td>28.02.1967</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 144 (Meteor-1 4)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>13.03.1967</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 147 (Zenit-2 47)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>04.04.1967</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 153 (Zenit-2 48)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>27.04.1967</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 156 (Meteor-1 5)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>12.05.1967</td><td>8A92 Wostok-2</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 157 (Zenit-2 49)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>24.10.1967</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 184 (Meteor-1 6)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>14.03.1968</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 206 (Meteor-1 7)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>12.06.1968</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 226 (Meteor-1 8)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>08.01.1969</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos (263) (Meteor-1 (9a))</td><td><em>Fehlschlag</em></td></tr><tr><td>04.02.1969</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos (265) (Meteor-1 (9b))</td><td><em>Fehlschlag</em></td></tr><tr><td>26.03.1969</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-1 1</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>06.10.1969</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-1 2</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>17.03.1970</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-1 3</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>28.04.1970</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-1 4</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>23.06.1970</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-1 5</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>15.10.1970</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-1 6</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>18.12.1970</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 389 (Tselina-D 1)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>20.01.1971</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-1 7</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>07.04.1971</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 405 (Tselina-D 2)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>17.04.1971</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-1 8</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>16.07.1971</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-1 9</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>29.12.1971</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-1 10</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>01.03.1972</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 476 (Tselina-D 3)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>30.03.1972</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-1 11</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>30.06.1972</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-1 12</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>26.10.1972</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-1 13</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>28.12.1972</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 542 (Tselina-D 4)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>20.03.1973</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-1 14</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>29.05.1973</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-1 15</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>29.10.1973</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 604 (Tselina-D 5)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>05.03.1974</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-1 16</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>24.04.1974</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-1 17</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>09.07.1974</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-Priroda 1 (Meteor-1 18)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>16.08.1974</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 673 (Tselina-D 6)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>28.10.1974</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-1 19</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>17.12.1974</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-1 20</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>01.04.1975</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-1 21</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>20.06.1975</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 744 (Tselina-D 7)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>11.07.1975</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-2 1</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>22.08.1975</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 756 (Tselina-D 8)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>18.09.1975</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-1 22</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>25.12.1975</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-1 23</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>16.03.1976</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 808 (Tselina-D 9)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>07.04.1976</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-1 24</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>15.05.1976</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-Priroda 2 (Meteor-1 25)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>27.08.1976</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 851 (Tselina-D 10)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>15.10.1976</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-1 26</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>07.01.1977</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-2 2</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>27.02.1977</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 895 (Tselina-D 11)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>05.04.1977</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-1 27</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>29.06.1977</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-Priroda 3 (Meteor-1 28)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>07.07.1977</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 925 (Tselina-D 12)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>20.09.1977</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 955 (Tselina-D 13)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>14.12.1977</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-2 3</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>10.01.1978</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 975 (Tselina-D 14)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>12.05.1978</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 1005 (Tselina-D 15)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>10.10.1978</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 1043 (Tselina-D 16)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>19.12.1978</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 1063 (Tselina-D 17)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>23.12.1978</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 1066 (Astrofizika)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>25.01.1979</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-Priroda 4 (Meteor-1 29)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>14.02.1979</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 1077 (Tselina-D 18)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>01.03.1979</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-2 4</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>14.04.1979</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 1093 (Tselina-D 19)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>20.07.1979</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 1116 (Tselina-D 20)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>26.10.1979</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 1143 (Tselina-D 21)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>31.10.1979</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-2 5</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>27.11.1979</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 1145 (Tselina-D 22)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>30.01.1980</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 1154 (Tselina-D 23)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>18.03.1980</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos (1169) (Tselina-D 24)</td><td><em>Fehlschlag, Explosion noch auf der Rampe, Rampe wurde schwer beschädigt</em></td></tr><tr><td>04.06.1980</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 1184 (Tselina-D 25)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>18.06.1980</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-Priroda 5 (Meteor-1 30)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>15.08.1980</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 1206 (Tselina-D 26)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>09.09.1980</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-2 6</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>21.11.1980</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 1222 (Tselina-D 24)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>27.01.1981</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 1242 (Tselina-D 28)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>14.05.1981</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-2 7</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>19.05.1981</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 1271 (Tselina-D 29)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>10.07.1981</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-Priroda 6 (Meteor-1 31), Iskra 1</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>07.08.1981</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Interkosmos 22 (Bulgaria 1300)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>13.10.1981</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 1315 (Tselina-D 31)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>19.02.1982</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 1340 (Tselina-D 33)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>31.03.1982</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 1346 (Tselina-D 34)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>05.05.1982</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 1356 (Tselina-D 35)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>05.08.1982</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 1400 (Tselina-D 37)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>14.12.1982</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-2 9</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>20.01.1983</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 1437 (Tselina-D 39)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>16.02.1983</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Kosmos 1441 (Tselina-D 40)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>24.07.1983</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 1484 (Resurs-OE 1)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>28.10.1983</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Plessetsk</td><td>Meteor-2 10</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>03.10.1985</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 1689 (Resurs-O1 1)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>17.03.1988</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Baikonur</td><td>IRS 1A</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>20.04.1988</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Baikonur</td><td>Kosmos 1939 (Resurs-O1 2)</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>29.08.1991</td><td>8A92M Wostok-2M</td><td>Baikonur</td><td>IRS 1B</td><td>Erfolg</td></tr></tbody></table></figure>
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		<title>50 Jahre bemannte Raumfahrt – ein Ausblick zurück (2011)</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/50-jahre-bemannte-raumfahrt-ein-ausblick-zurueck-2011/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 17:45:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Raumflug]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
		<category><![CDATA[Wostok]]></category>
		<category><![CDATA[Wostok 1]]></category>
		<category><![CDATA[Zusammenarbeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 12. April 1961 begann für die Menschheit ein neues Zeitalter. Erstmals war ein Mensch in der Lage, seinen Heimatplaneten zu verlassen. Dieses Ziel zu erreichen, hatte zuvor viel Anstrengung gekostet, Wissenschaft, Technik und Wirtschaft beflügelt. Der Raumflug selbst war in der Lage, weltweit Massen zu begeistern, sich weit höhere Ziele zu stecken und diese, [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Am 12. April 1961 begann für die Menschheit ein neues Zeitalter. Erstmals war ein Mensch in der Lage, seinen Heimatplaneten zu verlassen. Dieses Ziel zu erreichen, hatte zuvor viel Anstrengung gekostet, Wissenschaft, Technik und Wirtschaft beflügelt. Der Raumflug selbst war in der Lage, weltweit Massen zu begeistern, sich weit höhere Ziele zu stecken und diese, bis zu einem gewissen Punkt, auch zu erreichen. Was bedeutet er uns heute? </h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Günther Glatzel.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/02/wikipedia-juri-gagarin.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/02/wikipedia-juri-gagarin-260.jpg" alt="Juri Gagarin
(Bildquelle unbekannt, vermutlich sowjetische Raumfahrt- oder Presseagentur via Wikipedia)"/></a><figcaption>Juri Gagarin<br> (Bildquelle unbekannt, vermutlich sowjetische Raumfahrt- oder Presseagentur via Wikipedia)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Über die damalige Situation kann man sich mit Hilfe des Internets – auch irgendwie eine Folge des technischen und politischen Wettstreits der 1950er und nachfolgenden Jahre – informieren. Fernsehbildröhren waren klein, abgerundet und lieferten vom zumeist einzigen empfangbaren Programm schwarzweiße Bilder, Computer waren dem Normalbürger nur vom Hörensagen bekannt, technische Geräte allgemein funktionierten mit wenigen Knöpfen für jeweils eine Funktion, Autos hatten außer vielleicht einem Radio keine Elektronik, das Universum hatte noch eine (bekannte) Ausdehung von 100 Millionen Lichtjahren, Milch konnte man in selbst mitgebrachten Kannen kaufen, der Eismann brachte einmal wöchentlich  Blöcke aus Wassereis, Bett- und Tischwäsche wurde durch eine Mangel gedreht und Telefone waren (nur) zum Telefonieren da und dies auch noch von einem festen Ort aus. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus der Asche zweier Weltkriege entstand aus einem Kriegsgerät – politisch gesehen zunächst mehr aus propagandistischen Erwägungen heraus – eine Möglichkeit, Geräte und Menschen ins All zu schicken, um dieses zu erforschen. Dabei lernten wir  dort viel mehr über unseren Heimatplaneten und uns selbst. Fotos vom blauen Planeten mit der verletzlich dünnen Atmosphäre haben unser Bild von der Erde gewandelt. Technische Entwicklungen, die zunächst für die Raumfahrt gemacht oder durch sie beschleunigt wurden, haben längst Einzug in unseren Alltag gehalten und ihn stark verändert.  </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/02/wostok-1-start.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/02/wostok-1-start-260.jpg" alt="Trägerrakete Wostok beim Start
(Bildquelle unbekannt, vermutlich sowjetische Raumfahrt- oder Presseagentur)"/></a><figcaption>Trägerrakete Wostok beim Start<br> (Bildquelle unbekannt, vermutlich sowjetische Raumfahrt- oder Presseagentur)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück zur Raumfahrt. Die schnellen Fortschritte der 1960er und 70er Jahre, Gruppenflug mehrerer Raumschiffe, Außenbordarbeit, Kopplung, Mondflug, Mondlandung, Raumstation und Raumgleiterpläne, beflügelten die Phantasie. Die Zukunft im All schien vorgezeichnet: Mondstation, Orbitalkomplexe für Tausende Menschen, Mars und gar die erste interstellare Sonde. Weiter: intelligente Maschinen, Warpantrieb, Beamen, Weltfrieden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ist davon geblieben? Wo liegt der Sinn der (bemannten) Raumfahrt heute? Viele Fragen stellen sich, auf die nur schwer eine konkrete Antwort zu finden ist. Zudem fällt diese Antwort für jeden anders aus. Die Begeisterung der Redaktions- und Forenmitglieder von Raumfahrer.net für Raumfahrt, Astronomie und Technik teilt bei weitem nicht jeder. Wir haben nämlich auch die negativen Folgen dieser Entwicklung kennengelernt. Außerdem ist vielfach die Begeisterung für dieses Neue, Atemberaubende der Normalität des  Wirtschaftsalltags gewichen. Raumfahrt ist für viele Unternehmen und Personen überwiegend ein Geschäft oder ein Job. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur bei außergewöhnlichen Entdeckungen, Initiativen oder Jubiläen hebt mancher  einmal staunend seinen Kopf. Tausend Planeten bei anderen Sternen, kleine Firmen, die für den Preis eines Stadt-Bahntunnels ein Raumfahrzeug, Trägersystem, Produktions- und Startanlagen entwickeln und erfolgreich testen, die Begegnung mit Menschen, die die Erde aus 300 oder 300.000 Kilometern Entfernung gesehen haben, Kinder und auch Erwachsene, die mit verwundertem Blick die hellen Lichtpunkte verfolgen, welche Raumfähren und Raumstation an den Himmel zeichnen! </p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute ist ein Tag, an dem man sich im schrillen, bunten und eckigen Fernsehen oder im Internet-Universum über einen Tag informieren kann, an dem die Welt aus positivem Anlass den Atem anhielt aber trotzdem mancher darüber erschrak. Heute ist ein Tag, an dem man sich mit wildfremden Leuten über das Thema Raumfahrt unterhalten kann, ohne gleich als Spinner angesehen zu werden. Heute ist ein Tag, an dem man über das Universum und unsere Rolle darin nachdenken sollte. Heute ist ein Tag, an dem man an das Staunen erinnern oder es in den Augen von Leuten sehen kann, die sich ganz neu damit auseinandersetzen. Heute ist der Tag der Raumfahrt, weltweit! </p>
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		<title>50 Jahre bemannte Raumfahrt in Speyer</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/50-jahre-bemannte-raumfahrt-in-speyer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Apr 2011 15:01:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Jähn]]></category>
		<category><![CDATA[Speyer]]></category>
		<category><![CDATA[Wostok]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 9. April 2011 wurde im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der bemannten Raumfahrt der neue, sowjetisch/russische Teil der Raumfahrtausstellung des Technik-Museums in Speyer eröffnet. Zu Gast war dazu der erste deutsche Kosmonaut Sigmund Jähn. Ein Beitrag von Simon Plasger, Ian Benecken und Daniel Maurat. Nachdem im Jahre 2008 bereits der US-Amerikanische Teil der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am 9. April 2011 wurde im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der bemannten Raumfahrt der neue, sowjetisch/russische Teil der Raumfahrtausstellung des Technik-Museums in Speyer eröffnet. Zu Gast war dazu der erste deutsche Kosmonaut Sigmund Jähn.  </h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Simon Plasger, Ian Benecken und Daniel Maurat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem im Jahre 2008 bereits der US-Amerikanische Teil der  Raumfahrtausstellung „Apollo und Beyond“ eröffnet wurde, sollte nun, passend zu 50 Jahren bemannter Raumfahrt, ein sowjetisch/russischer Beitrag das Ganze abrunden. Dazu waren verschiedene Vertreter der  Raumfahrt im Museum anwesend.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/jaehn_buran_big-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/jaehn_buran_260.jpg" alt="Sigmund Jähn vor der Buran
(Bild: RN)"/></a><figcaption>Sigmund Jähn vor der Buran<br> (Bild: RN)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Um 13:00 Uhr begann ein Vortrag von Sigmund Jähn, dem ersten deutschen Kosmonauten. Er flog 1978 zur sowjetischen Raumstation Saljut 6, auf der er sich fast acht Tage aufhielt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine Erzählungen begannen mit dem ersten russischen Raumflug vom 12.  April 1961. Damals flog Juri Gagarin an Bord von Wostok 1 eine Runde um  die Erde. Detailliert ging er auf das Flugprofil der Wostokkapsel ein. Nachdem alle drei Raketenstufen ausgebrannt sowie gemeinsam mit der Nutzlastverkleidung abgetrennt worden waren, befand sich das Raumschiff  im Orbit. Während es seine Bahn um die Erde zog, wurden im Inneren  verschiedene Experimente durchgeführt. Zum Verlassen der Umlaufbahn  wendete sich das Schiff dann und zündete sein Bremstriebwerk. Nach  erfolgtem Wiedereintritt verließ der Kosmonaut die Kapsel mit einem Schleudersitz. Pilot und Raumschiff landeten getrennt an Fallschirmen.  </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/wostok_2000.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/wostok_260.jpg" alt="Das Wostok-Raumschiff
(Bild: RN)"/></a><figcaption>Das Wostok-Raumschiff<br> (Bild: RN)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Danach berichtete Jähn über die Anfänge der Raumfahrt. So erwähnte er  beispielsweise die verschiedenen Pioniere, Hermann Oberth, Konstantin  Ziolkowski und Wernher von Braun. Oberth stellte seinerzeit vier Thesen auf, die danach auch weitgehend eingetroffen waren. Während der eigentlichen Entwicklung der Raketentechnik führte das Vorhaben aber auch auf Abwege. So gab es zwischenzeitlich Pläne für Raketenmotorräder oder Autos. Deren Testfahrten endeten aber meist in (oft tödlichen) Unfällen. Nach dem zweiten Weltkrieg führten die USA und die damalige  Sowjetunion Versuche mit der deutschen V2/A4-Rakete durch. Beide entwickelten das Modell weiter.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich ging der deutsche Kosmonaut auf seinen eigenen Raumflug ein. Über das Interkosmos-Programm erlangten kleinere Nationen die  Möglichkeit einen Menschen für kurze Zeit ins All zu schicken. Doch damit ein Mensch ins All fliegen kann, muss er hart trainieren und verschiedene Prüfungen bestehen. Eine davon war ein „Ritt“ auf dem Drehstuhl. Auf die Frage nach einer Alternative antwortete der Prüfer: „Ich kann dir auch 200 ml Wodka einflößen. Wenn du dann noch stehst, bist du auch zugelassen.“ Weitere Trainingseinheiten waren unter anderem Simulieren von möglichen Seelandungen oder eine Andockübung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Start schließlich erfolgte am 26. August 1978 an Bord von Sojus-31. An  Bord der Raumstation wurden verschiedene Experimente durchgeführt. Unter anderem testeten die Kosmonauten gegenseitig ihr Gehör, da es in der Station sehr laut war (bis zu 80dB). Des Weiteren erstellte Jähn im Rahmen der Aufgabenstellung Biosphäre Aufnahmen des afrikanischen Kontinents. Am 3. September 1978 schließlich landete die Besatzung wieder, allerdings an Bord von Sojus-29. Man hatte bei diesem Flug auch das Rettungsraumschiff ersetzt und flog mit dem alten zurück. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Später flogen noch weitere Deutsche ins All, unter anderem bei den Space-Shuttle Missionen D1 und D2. Des Weiteren flog im Rahmen der EUROMIR 94-Mission Ulf Merbold zur Mir. Zur ISS flogen die Deutschen Thomas Reiter und Hans Schlegel.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachfolgend erläuterte Jähn noch die Zukunftspläne der bemannten Raumfahrt. Auf amerikanischer Seite wäre eigentlich das Constellation-Programm angesetzt gewesen, welches jedoch aus politischen Gründen abgebrochen wurde. In Russland plant man das neuen Raumschiff „PPTS“. Es soll eine innovative Landetechnik besitzen (Nur Bremstriebwerke, keine Fallschirme) und bis zu sechs Personen transportieren. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/nergaard_1000.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/nergaard_260.jpg" alt="Kim Nergaard bei seinem Vortrag
(Bild: RN)"/></a><figcaption>Kim Nergaard bei seinem Vortrag<br> (Bild: RN)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">An diesen interessanten Vortrag schloss sich ein Weiterer an. Kim  Nergaard, Leiter der Abteilung für Zukunftsforschung der ESA, referierte  über verschiedene neue Technologien in der bemannten Raumfahrt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nergaard begann mit dem Raketensortiment der ESA und einigen  historischen Missionen. Besonderen Augenmerk legte er dabei auf die Internationale Raumsstation und deren europäische Bauteile Columbus und  ATV. Auch erwähnte er das Projekt Mars500. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Bereich Zukunftsforschung ist besonders das Projekt METERON  erwähnenswert. Bei ihm soll, ähnlich wie im Film Avatar, ein Mensch mithilfe eines Spezialhelms und besonderen Handschuhen Roboter und ähnliches im All zu steuern. Auf die Frage von Raumfahrer.net, wie das denn auf der ISS eingesetzt werden könne, antwortete Nergaard, dass z.B. vom Inneren der Station Reparaturarbeiten an der Außenseite durchgeführt werden können. Über dieses spannende Projekt werden wir auch weiter ausführlich berichten. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/eroeffnung_big-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/eroeffnung_260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Die Eröffnung der neuen Raumfahrtausstellung<br> (Bild: RN)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach den Vorträgen und einer Fragerunde wurde der neue russische Teil der Raumfahrtausstellung von Sigmund Jähn eröffnet. Neben Infotafeln zu  vielen Raumfahrtmissionen, die bei den Pionieren beginnen und über Wostok, Woschod, Sojus und die russischen Raumstationen bis zur neuesten  Raumschiff Version Sojus TMA-M und zur ISS führen, gibt es einige neue  Exponate. So ist bereits seit einigen Monaten die russische Raumkapsel  Sojus-TM-19 ausgestellt. Pünktlich zum 50. Jubiläum der bemannten Raumfahrt ist nun auch ein originalgetreues Replik der Wostok-Kapsel hinzugekommen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskussion zu diesem Beitrag:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=9659.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Sigmund Jähn kommt nach Speyer!</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=9454.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">50 Jahre bemannte Raumfahrt &#8211; Juri Gagarin in Wostok 1 am 12. April 1961</a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Andrian Nikolayev ist tot</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/andrian-nikolayev-ist-tot/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Jul 2004 12:32:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmonaut]]></category>
		<category><![CDATA[Wostok]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit Andrian Nikolayev verlor die Raumfahrt einen ihrer Pioniere. Er verstarb gestern im Alter von 74 Jahren. Ein Beitrag von andreastramposch. Quelle: SpaceDaily. Gestern, am Samstag den 10. Juli 2004 starb Andrian Nikolayev im Alter von 74 Jahren. Andrian Grigoryevich Nikolayev folgte Yuri Gagarin und German Titov mit Vostok 3 1962 als dritter Sowjet ins [&#8230;]</p>
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]]></description>
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<h4 class="wp-block-heading">Mit Andrian Nikolayev verlor die Raumfahrt einen ihrer Pioniere. Er verstarb gestern im Alter von 74 Jahren.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von andreastramposch. Quelle: SpaceDaily.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gestern, am Samstag den 10. Juli 2004 starb Andrian Nikolayev im Alter von 74 Jahren.  Andrian Grigoryevich Nikolayev folgte Yuri Gagarin und German Titov mit Vostok 3 1962 als dritter Sowjet ins All. 1970 stellte er mit Vitali Sevastyanov an Bord von Soyuz 9 eine 18-Tagerekord auf, in der die Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper erforscht wurde. Nach der Rückkehr zur Erde wurde bei den Kosmonauten enorme Schwächebeeinträchtigung festgestell- ein Phänomen bekannt als Nikolayev Effekt. Dieses Experiment demonstrierte, dass in der Schwerelosigkeit eine schnelle Muskelreduktion einsetzt. Diese Erkenntnis führte dazu, dass in den späteren längeren Missionen in den Raumstationen Trainingsgeräte mitgenommen wurden um der Muskelreduktion entgegenzuwirken. Nikolayev heiratete 1963 Valentina Tereskova, die mit Vostok 6 im Jahr 1963 als erste Frau ins Weltall flog.    </p>
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		<title>Projekt Wostok</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/projekt-wostok/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Apr 2004 13:32:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Koroljow]]></category>
		<category><![CDATA[R-7]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
		<category><![CDATA[Wostok]]></category>
		<category><![CDATA[Wostok 1]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das sowjetische Wostok-Programm (zu deutsch &#8222;Osten&#8220;), zunächst ein militärisch-propagandistisches Projekt, welches später als direkte Antwot auf das NASA-Programm &#8222;Man In Space Soonest&#8220; gewertet wurde, trieb den Wettlauf im All zu Beginn der 1960-er Jahre auf einen vorläufigen Höhepunkt. Mit der Entwicklung einer einfachen Kapsel auf Basis vorhandener unbemannter militärischer Konzepte, gelang es, mehrere Monate vor [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Das sowjetische Wostok-Programm (zu deutsch &#8222;Osten&#8220;), zunächst ein militärisch-propagandistisches Projekt, welches später als direkte Antwot auf das NASA-Programm &#8222;Man In Space Soonest&#8220; gewertet wurde, trieb den Wettlauf im All zu Beginn der 1960-er Jahre auf einen vorläufigen Höhepunkt. Mit der Entwicklung einer einfachen Kapsel auf Basis vorhandener unbemannter militärischer Konzepte, gelang es, mehrere Monate vor den Amerikanern einen Menschen ins All zu bringen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Alexander Höhn. Update 2017 durch Uwe Rätsch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Technische Daten</strong><br>Das Wostok-Raumschiff bestand aus zwei wesentlichen Elementen: der kugelförmigen Kapsel (Durchmesser: 2,3 m, Volumen: 1,6 m³, Masse: 2,46 t) für den jeweiligen Raumfahrer inklusive der benötigten Steuerkontrollen sowie einem angrenzenden doppelkegeligen Geräteteil (Durchmesser: 2,43 m, Länge: 2,25 m, Masse: 2,27 t), welcher im wesentlichen das Bremstriebwerk samt Treibstoff beinhaltete.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok_02_260.jpg" alt=""/><figcaption>Ein frühes Wostok-Modell<br>(Foto: RKK Energija/Videokosmos)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auf die Erde zurückgeführt werden konnte nur die kugelförmige Kapsel, die zum Schutz vor der Reibungshitze beim Wiedereintritt mit einer 3 bis 11 Zentimeter dicken Asbest-Kunstharz-Verbundschicht umhüllt war. Der Gesamtkomplex hatte eine Masse von 4,73 t, im Verbund mit Block-E sogar 6,17 t. Wostok war 4,41 m lang, bzw. mit Block-E 7,35 m.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Kapselwand existierten drei mit 1,2 m Durchmesser recht große Luken, durch die der Kosmonaut einstieg, der Fallschirm herausgeschossen bzw. Gerätschaften installiert wurden. Drei kleinere Luken mit einem Durchmesser von jeweils 25 cm dienten der Erdbeobachtung und als Navigationshilfe bzw. als optisches Visier und ließen sich während des Wiedereintritts durch kleine Jalousien verschließen. Die technische und wissenschaftliche Ausrüstung der Kapsel mit einer Masse von knapp 800 kg bestand hauptsächlich aus Telemetrie- und Kommunikationssystemen, aber auch Landesensoren und dem Landefallschirm. Der Kosmonaut saß auf einer Art Schleudersitz, welcher vor der Landung herauskatapultiert wurde. Grund für diese Prozedur war der Umstand, dass man mit der kugelförmigen Kapsel nur ballistische Landungen durchführen konnte, was für den Raumfahrer Belastungen bis 10 g bedeutete und es außerdem erschwerte, die Kapsel vor dem Aufschlag genügend abzubremsen. Somit hielt man die Sicherheit des Kosmonauten für vorrangig und ließ ihn separat an einem Fallschirm landen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Schleudersitz diente im Falle einer Havarie der Trägerrakete auf der Startrampe oder in den ersten Flugsekunden ebenfalls als Sicherheitssystem, welches den Kosmonauten aus dem direkten Gefahrenbereich hätte retten können. In der Kapsel herrschte irdische Normalatmosphäre. Von dem ursprünglichen Plan, wie die Amerikaner reinen Sauerstoff zu verwenden, sah man aufgrund der damit verbundenen Gefahren ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Geräteteil blieb während des Fluges zwei über Kreuz angeordnete metallene Spannbänder mit der Kapsel verbunden, welche nach Brennschluss des Triebwerks bzw. unmittelbar vor dem Wiedereintritt abgesprengt wurden. Als Triebwerk fand das Issajews TDU-1 auf Basis von Salpetersäure und einem Amintreibstoff mit einem 45 Sekunden langen Schub von 15,83 kN Verwendung. Das Manövrieren im Raum wurde von mit 2 x 16 Stickstoffdüsen verbundenen Infrarotsensoren gesichert. Zur Versorgung des Raumschiffs sowie aller Systeme inkl. Kapsel wurden außen 14 Druckgasbehälter mit Sauerstoff, Stickstoff und reiner Luft angebracht. Als primäre (und einzige) Energiequelle dienten chemische Batterien mit einer Betriebsdauer von 10 Tagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Entwicklung</strong><br>Zu Beginn der sowjetischen Raumfahrt lagen die Wurzeln jedes Programms natürlich im militärisch-industriellen Komplex. Dies wussten auch die Konstrukteure, allen voran Sergei Koroljow, die mit zivilen Projekten keinerlei Chance auf eine Finanzierung oder nennenswerte staatliche Unterstützung gehabt hätten. Die Rüstungsindustrie spielte generell eine entscheidende Rolle bei der Präsenz der UdSSR im Weltall.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das OKB-1, also Koroljows Konstruktionsbüro, erhielt 1956 den Auftrag einen Foto-Aufklärungssatelliten unter der Bezeichnung &#8222;Zenit&#8220; zu entwickeln. Zenit sollte mangels leistungsstarker Übertragungstechnik die geschossenen Bilder in einer kleinen Kapsel zur Erde zurückführen, um sie erst dort zu entwickeln und auszuwerten. Mit diesem Programm war bereits vor dem Start von Sputnik die Instrumentalisierung der Raumfahrt als direkte (Spionage) aber auch als indirekte (Propaganda) Waffe des Kalten Krieges beschlossene Sache.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Umstand bewog den damaligen Parteichef Chruschtschow, dem gesamten Raumfahrtprogramm höchste Priorität einzuräumen und dieses militärisch und technisch nutzbar zu machen, um unter allen Umständen schnellstmöglich Erfolge vorzeigen zu können. Damit rückte auch die lange vorher erwogene Möglichkeit, einen Menschen ins All zu schießen, in der Mittelpunkt aller Planungen. Koroljow erhielt schließlich im Sommer 1956 den offiziellen Auftrag zur Entwicklung eines bemannten Raumschiffes unter der Bezeichnung &#8222;Wostok&#8220; und begann dann Anfang 1958 mit intensiveren Planungen. Etwa zur gleichen Zeit verkündeten die Amerikaner stolz, dass man es schaffen werde, als erste Nation binnen weniger Monate einen Menschen ins All und wohlbehalten zurückzubringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Weg zu diesem Ziel war für die Sowjets weit weniger steinig als für die Amerikaner. Letztere hatten bereits im voraus massive Rückschläge in ihrem unbemannten Programm hinnehmen müssen und verfügten über keine ausreichend leistungsfähige Rakete, die eine vergleichsweise schwere bemannte Kapsel ins All hätte hieven können. Anders die Sowjets: ihnen stand die universell einsetzbare und sehr leistungsfähige Interkontinentalrakete R-7 (&#8222;Semjorka&#8220;) zur Verfügung, deren Konstruktion in wesentlichen Bereichen auf der deutschen A-4 (auch bekannt als V-2) beruhte, welche man nach Kriegsende in die Sowjetunion brachte und dort weiterentwickelte. Letztlich konnte Koroljow für das bemannte Raumschiff auch einfach auf die Zenit-Kapsel zurückgreifen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser Kapsel mit einem Durchmesser von 2,3 Metern ließ sich mühelos ein Kosmonaut samt Lebenserhaltungssystem unterbringen. Zu Beginn des Wostok-Programms war allerdings das letztendliche Missionsszenario mehr als unklar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So erwog man anfangs, ähnlich wie es die Amerikaner dann auch verwirklichten, einen ballistischen Flug mit Hilfe einer Höhenrakete durchzuführen und somit die Erde nicht zu umkreisen. Einer der energischsten Gegner dieses Plans war letztendlich Koroljow selbst, der zwar um die relative technische Leichtigkeit eines solchen Unterfangens wusste, aber auch erkannte, dass dies kein wirklicher Raumflug war. Die Amerikaner ließen sich nur durch die Formel &#8222;schneller &#8211; höher &#8211; weiter&#8220; (zumindest in den Augen der Öffentlichkeit) schlagen, und da war eine Erdumkreisung, also ein orbitaler Flug, weitaus besser geeignet als ein kleiner ballistischer Hopser.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel zu jenen Planungen wurde die Oberstufe Block-E für die bereits angesprochene R-7-Rakete konzipiert. Bereits 1957 qualifizierte sich die R-7 durch den erfolgreichen Sputnikstart für ihren Einsatz in der Raumfahrt. Durch die erhöhte Nutzlast war allerdings eine modifizierte Oberstufe nötig, welche die mehrere Tonnen schwere Wostok-Kapsel auf eine ausreichend hohe Bahn bringen konnte. Koroljow dachte bei Block-E noch weiter: so ließen sich mit dieser Oberstufe in Kombination mit der nun dreistufigen R-7, welche in abgewandelter Form noch heute das Rückgrat der russischen Raumfahrt bildet, alle Arten schwerer Erdsatelliten, aber auch Mond- und Planetensonden ins All bringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch konnte man die Zeit nicht aus den Augen verlieren. Mit Abschluss der Vorarbeiten im April 1958 wurde klar, dass man sich viel Zeit und Energie sparen könnte, indem man auf ein ausgefeiltes Landesystem verzichtete und stattdessen den Kosmonauten nach dem Wiedereintritt in einer bestimmten Höhe aus der Kapsel hinauskatapultieren und unabhängig von der eigentlichen Kapsel landen ließe. Im gleichen Zug mit Abschluss der Planungsphase wurde eiligst eine Kommission für bemannte Weltraumflüge unter Vorsitz von Konstantin Rudnew, seines Zeichens bereits Vorsitzender des Komitees für Verteidigungstechnologie (GKOT), gebildet, um die Anstrengungen des Wostok-Programms besser zu koordinieren und zu zentralisieren. Zu Rudnews Stellvertreter wurde Sergei Koroljow selbst berufen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok_04_320.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok_04_260.jpg" alt=""/></a><figcaption>R-7 in der Version Luna beim Start.</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der Rat der Chefkonstrukteure der UdSSR fasste im November 1958 den Beschluss, einen bemannten Raumflug intensiv vorzubereiten und diesem als ziviles Projekt allerhöchste Priorität selbst vor vergleichbaren militärischen Plänen einzuräumen. Auch wurde hier der Beschluss gefasst, die Mission auf alle Fälle als orbitalen Flug durchzuführen. Bereits Anfang 1959 konnte man mit dem Bau der Wostok-Kapsel beginnen und war damit im Vergleich zu den Amerikanern erneut im zeitlichen und organisatorischen Vorteil. Ungünstig auf die Qualität des gesamten Projekts wirkte sich der Brauch aus, Konstruktion und Bau gleichzeitig ablaufen zu lassen. Damit wurde es kaum möglich, die Kapsel auf der Erde zu erproben und man nahm auch weitere Risiken in Kauf, um das Wettrennen ins All für sich zu entscheiden. Jedenfalls konnte man im Herbst dieses Jahres im Werk Kuibyschew (heute Samara) ein erstes &#8222;elektrisches Analog&#8220;, eine komplette Kapsel ohne Hitzeschild, fertig stellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit diesem Schritt wurde die maßgebliche technische Ausgestaltung des Programms abgeschlossen, und die neue Oberstufe machte die R-7 zu einer der erfolgreichsten, sichersten und zuverlässigsten Trägerraketen der Welt und einem langlebigen Arbeitspferd der sowjetischen Raumfahrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Etwa parallel mit der Fertigstellung des elektrischen Analogs begann man eine intensivere Testphase, die mit Abwurftests mit der Wostok-Kapsel begann. Im Gegensatz zu den USA konnte man viele wertvolle Monate Zeit sparen, da man aufgrund der Kugelgestalt nicht erst, wie bei den Mercury-Kapseln der NASA mit ihrer Kegelform der Fall, das Flugverhalten der Kapsel untersuchen musste. Ebenfalls wurde eine Reihe von Katapulttests durchgeführt, um die Landesequenz, neben dem Start der risikoreichste Teil der gesamten Mission, zu simulieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Feuertaufe bestand das Wostok-Raumschiff am 15. Mai 1960, als man eine vereinfachte unbemannte Kapsel (Wostok 1KP, &#8222;prostjeschij&#8220; = &#8222;einfach&#8220;) unter der Bezeichnung &#8222;Korabl 1&#8220; (Raumschiff 1, im Westen irreführend auch als Sputnik 4 bezeichnet) in eine annähernd kreisförmige Erdumlaufbahn brachte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zur späteren Variante, glich Korabl 1 eher dem Zenit-Satelliten und besaß zwei Solarpaneele, dafür aber keinerlei Lebenserhaltungs- oder Landesysteme. Auch über eine Hitzeschutzschicht für den Wiedereintritt verfügte die Kapsel noch nicht. Zur Unzufriedenheit aller Beteiligten gab es enorme Probleme mit der Sprechfunkverbindung, die man probeweise zum Raumschiff aufbaute. Am 19. Mai kam es zum Test des Bremstriebwerks TDU, womit man einen wesentlichen und sehr riskanten Teil der Mission nachstellte. Durch einen Fehler in einem Infrarotsensor orientierte sich Korabl 1 allerdings falsch, und das Triebwerk leitete nicht den Abstieg ein, sondern brachte das Raumschiff auf eine noch höhere Umlaufbahn. Später verglühten Kapsel und Geräteteil wie geplant in der Atmosphäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen derben Rückschlag erhielt das Programm am 28. Juli desselben Jahres, als eine vollständig ausgerüstete und mit der später eingesetzten Version annähernd identische Kapsel (Bezeichnung Wostok 1K No. 1) mit den beiden Hunden Tschaika und Lisitschka an Bord etwa 19 Sekunden nach dem Start infolge eines Triebwerksschadens in einem der Außenblöcke explodierte und rund 2.000 Meter vom Startplatz entfernt aufschlug und zerschellte. Die Hunde hatten dabei nicht die Spur einer Chance, was die Notwendigkeit eines Havarierettungssystems drastisch vor Augen führte.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok_03_320.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok_03_260.jpg" alt=""/></a><figcaption><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/nav/spacer.gif" alt="" width="4" height="4">Weltraumhündin Strelka nach der Landung.</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fehlstart wurde selbstverständlich nicht bekannt gegeben, stattdessen wiederholte man den Start bereits am 19. August, woraufhin die Kapsel mit der Bezeichnung Korabl 2 (Sputnik 5) mit den beiden Hunden Belka und Strelka sowie zwei Ratten und vierzig Mäuse an Bord die vorgesehene Erdumlaufbahn erreichte. Bereits am 20. August, nach rund 17 Erdorbits, landete die Kapsel sicher nahe der Ortschaft Orsk. Die an Bord befindlichen Tiere wurden wie geplant aus der Kapsel katapultiert und dabei einer Beschleunigung von bis zu 10 g ausgesetzt, überlebten aber die Strapazen und bewiesen die Einsatzfähigkeit des Verbundes R-7/Block E/Wostok. Unterdessen beobachteten auch die Amerikaner die Vortastversuche der Sowjets mit Besorgnis, schließlich ließen Ergebnisse ihres Mercury-Programms weiterhin auf sich warten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im August 1960 wurden weitere Details zu den folgenden, unbemannten Missionen klar. Es wurden verschiedene Designveränderungen, Vereinfachungen und Masseeinsparungen, aber auch Einzelheiten zum Rettungssystem und zum Raumanzug SK-1 besprochen und beschlossen. Am 19. September unterbreiteten dann verschiedene Persönlichkeiten, unter ihnen Koroljow, der Chef der Raketentruppen Nedelin, der stellvertretende Ministerpräsident Ustinow sowie der Vizepräsident der Akademie der Wissenschaften der UdSSR Keldysch, dem ZK der KPdSU die Empfehlung, den Termin für den ersten bemannten Raumflug in den Dezember zu verlegen. Die Zustimmung von ZK und Ministerrat kam am 11. Oktober und machte den Weg für den Raumflug frei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch damit war es nicht geschehen. Einzelne Systeme, darunter der lebenswichtige Schleudersitz, erwiesen sich als nicht funktionsfähig, bzw. wiesen Fehlfunktionen auf, welche bei einem Test des Schleudersitzes sogar das Leben eines Probanden forderten. Damit wurde ungewiss, ob sich der Termin im Dezember einhalten lassen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Ausschlag für die Streichung des Fluges im Dezember gab letztendlich die &#8222;personelle Lücke&#8220;, welche eine Explosion der neu konstruierten Interkontinentalrakete R-16 aus dem OKB Jangel am 24. Oktober 1960 auf einem Startpodest des Kosmodroms Baikonur hinterließ. Rund 100 führende Raumfahrtspezialisten kamen bei dem Inferno ums Leben, unter ihnen der Chef der Raketentruppen, Marschall Nedelin, gleichzeitig einer der maßgeblichen Förderer der Raumfahrtprogramms.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man entschied sich aus Sicherheitsgründen für zwei weitere unbemannte Flüge im Dezember. Den Auftakt bildete am 1. Dezember Korabl 3 (1K No. 5), bei dem unter anderem die beiden Hunde Ptscholka und Muschka an Bord waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Einleiten der Rückkehr befand sich die Kapsel wegen eines Defekts im Stabilisierungssystems in einer taumelnden Bewegung. Der Schubvektor des Bremstriebwerks war deshalb nicht genau entgegen der Flugrichtung gerichtet. Obwohl das Triebwerk die vorgesehene Zeit brannte, war infolge dessen die Bremswirkung zu gering. Das an Bord des Raumschiffs befindliche Selbstzerstörungssystem war so programmiert, dass es aktiviert wurde, wenn nicht innerhalb eines bestimmten Zeitraumes nach der Zündung des Bremstriebwerks die Bremsverzögerung des Wiedereintritts einsetzte. Man wollte damit verhindern, dass das Raumschiff im Ausland landet und in fremde Hände fällt. Genau das war nun der Fall, weshalb das Selbstzerstörungssystem in Aktion trat und das Raumschiff in Stücke riss.<br><em>(Quelle: Boris Tschertok, Raketen und Menschen, Band der Sieg Koroljows, Seite 387.)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Termin für den bemannten Start rutschte daher weiter ins Jahr 1961.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch auch das folgende Korabl-Raumschiff (1K No. 6) stand unter keinem glücklichen Stern. Beim Start am 22. Dezember 1960 kam in der Oberstufe der Wostok-Rakete (Block E) erstmals das neue Triebwerk RO-7 zum Einsatz. Bei allen vorherigen Starts wurde noch das ältere RO-5 verwendet. Prompt kam es mit dem neuen Triebwerk zu Problemen: Es versagte, sodass nur ein ballistische Flug über eine Entfernung von 3.500 km möglich war. Die Notlandung erfolgte bei ca. minus 40 Grad Celsius in Jakutien. Wegen eines durchgebrannten Kabels war allerdings die Kabine mit den Hunden Kometa und Tschutka nicht aus der Kapsel katapultiert worden. Das erwies sich nun als Glücksfall, denn trotz des strengen Frostes blieben die Hunde dadurch am Leben und konnten nach zwei Tagen stark unterkühlt aber ansonsten unversehrt geborgen werden.<br><em>(Quellen: Boris Tschertok, Raketen und Menschen, Band: Der Sieg Koroljows, Seiten 387/388. Stefan Wotzlaw, Das Wostok-Programm, Schriftenreihe der Deutschen Raumfahrtausstellung Morgenröthe-Rautenkranz e.V.)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch dieser Vorfall gab zu denken, der erste bemannte Raumflug musste unter allen Umständen erfolgreich verlaufen. Der Tod eines Raumfahrers könnte dem gesamten sowjetischen Programm den Todesstoß versetzen. Um die Gefahren zu minimieren, modifizierte man die Kapsel unter der Bezeichnung 3KA erneut. So erhöhte man z.B. die Stärke des aus Asbest bestehenden Hitzeschutzschildes von 3 auf 13 cm. Ebenfalls erging der Beschluss, dass der erste Raumflug die Erde nur einmal (= 90 Minuten) anstelle der geplanten 17-mal (was einem eintägigen Flug entspräche) umrunden sollte. Unterdessen kündigten die Amerikaner ihren ersten suborbitalen Flug für den 28. April 196a an. Die Parteiführung drängte nun, den Flug unter allen Umständen vor diesem Termin durchzuführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um einige abschließende Tests durchzuführen, fertigte man sogenannte &#8222;Space Dummies&#8220;, also menschengroße und -schwere Puppen, welche dem Wostok-System das &#8222;Space Proof&#8220;-Siegel verleihen sollten. Die Dummies trugen auch bereits die für die späteren bemannten Flüge vorgesehenen Raumanzüge des Typs SK-1. Bei dem anderthalbstündigen Flug von Korabl 4 (3KA No. 1) am 9. März 1961 lief dann auch alles wie geplant, und sowohl der an Bord befindliche Hund Tschernuschka, als auch der Dummie „Iwan Iwanowitsch“ waren nach der Landung rund 260 km nordöstlich der Stadt Kuibyschew (heute Samara) wohlauf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei dem Start von Korabl 5 (3KA No. 2) am 25. März waren in Baikonur erstmals sechs Kosmonautenkandidaten anwesend. Auch dieser Flug mit dem Hund Swjosdotschka und dem Dummie &#8222;Iwan Iwanowitsch Nr. 2&#8220; an Bord verlief planmäßig, nur bei der Landung wurde das eigentliche Zielgebiet um rund 660 km verfehlt und die Kapsel ging rund 80 km von der Gebietshauptstadt Udmurtiens, Ishewsk, entfernt nieder.<br><em>(Quelle: Stefan Wotzlaw, Das Wostok-Programm, Schriftenreihe der Deutschen Raumfahrtausstellung Morgenröthe-Rautenkranz e.V.)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit diesem abschließenden Tests gaben die Konstrukteure ihr &#8222;Go&#8220; und schon der nächste Flug würde Anfang April bemannt durchgeführt werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Kosmonautengruppe Nr. 1</strong><br>Der menschliche Faktor für einen Raumflug wurde von Koroljow zu keinem Zeitpunkt unterschätzt, und so begann man Anfang 1959 mit der akribischen Suche nach geeigneten Kandidaten und mit einer strengen Auswahlprozedur. Für die zukünftigen &#8222;Lieferanten&#8220; von Kosmonauten qualifizierten sich automatisch mehrere Extremberufe, wie z.B. Leistungssportler, U-Boot-Fahrer, Bergsteiger usw. Koroljow bevorzugte für den Job als Raumfahrer allerdings eher Jagdflieger. Für eine Rekrutierung gab es einen ganzen Kriterienkatalog, der folgende Parameter vorsah: maximal 36 Jahre alt, 1,70 bis 1,75 Meter groß und 70 bis 72 kg schwer.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok_05_400.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok_05_260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Kosmonautengruppe Nr. 1<br>(Foto: RKK Energija/Videokosmos)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Unterstützt wurde die Auswahl durch die Abteilung für Weltraummedizin, welche vom Chef der sowjetischen Luftstreitkräfte, Konstantin Wershinin, einem großen Befürworter und Unterstützer der Raumfahrt, unter Leitung von Prof. Wladimir Jasdowski eingerichtet wurde. Mehr als 3.000 Piloten wurden von der &#8222;Kommission für das Thema Nr. 6&#8220;, die Tarnbezeichnungen waren aufgrund der strikten Geheimhaltung des gesamten Weltraumprogramms nötig, überprüft und bis auf 400 Mann aus der Liste gestrichen. Den Ausschlag für die Rekrutierung gab ein kritischer Blick in die Akten der Piloten. So musste man ein &#8222;reines&#8220; Verhältnis zur Partei haben, sowie eine &#8222;saubere&#8220; Biographie vorweisen können. Nur Leute mit einwandfreier Vergangenheit würden sich letztendlich so für Propagandazwecke nutzen lassen, wie man es sich seinerzeit vorstellte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 400 Auserwählten wurden in Gruppen zu je 20 Mann aufgeteilt und im Herbst 1959 in Moskau eingehender untersucht. Die meisten von ihnen disqualifizierten sich durch Mangel an Ausdauer, sodass schließlich nur noch 30 Anwärter übrig blieben, deren Zahl im Januar 1960 nochmals auf 20 verringert wurde und schließlich als erste Kosmonautengruppe vorgestellt wurde. Bis zu jenem Zeitpunkt war allen Rekrutierten der eigentliche Zweck ihrer Auswahl verschwiegen worden, da man keinerlei Risiko eingehen wollte und man durch das Bekanntwerden der Bemühungen um baldest mögliche Erfolge die nationale Sicherheit und das internationale Prestige bedroht sah.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 20 Kandidaten begannen am 14. März 1960 eine Art Grundtraining auf dem Moskauer Zentralflughafen &#8222;M. W. Frunse&#8220;. Der Unterrichtsplan bestand hauptsächlich aus Lektionen in Physik, Himmelsmechanik, Raketentechnik und Biologie, speziell Medizin. Die Ausbildung wurde geleitet von Raumfahrttheoretikern, Raketenwissenschaftlern und Konstrukteuren vom OKB-1. Kurioserweise befanden sich unter den Ausbildern auch einige, welche später selbst in All flogen: so z.B. Makarow, Jelissejew und Feoktistow. Die praktische Ausbildung bestand aus Fallschirmspringen, Flügen mit der MiG-15 UTI (mit der 1968 Gagarin tödlich verunglückte), Parabelflügen mit einer TU-104, aber auch aus nervenzehrenden Aufenthalten in isolierten Barokammern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Raumfahrer wurden auf Schritt und Tritt beobachtet und jeder Mangel wurde von den Ausbildern protokolliert, die psychische und physische Verfassung während des Trainigs genau verfolgt. Die Ausbildung selbst entspricht nicht mehr den heutigen Methoden, da man damals mangels Wissen über die Einflüsse der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Organismus die Trainingseinheiten nicht &#8222;weltraumgerecht&#8220; gestalten konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da eine Ausweitung des gesamten bemannten Weltraumprogramms abzusehen war, veranlasste man auf Beschluss des ZK der KPdSU am 11. Januar 1960 die Gründung eines zentralen Kosmonauten-Ausbildungszentrums. Bereits im Sommer dieses Jahres war die grundlegende Infrastruktur geschaffen worden und man konnte das Training dort, weit besser vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen, aufnehmen. Das ZPK (&#8222;Zentr Podgotowki Kosmonawtow&#8220;), heute wohl eher als &#8222;Sternenstädtchen&#8220; bekannt, war von nun an das Zentrum der Bemühungen um einen bemannten Raumflug und die Trainingseinheiten wurden intensiviert, um den Kreis der möglichen Kosmonauten weiter einzugrenzen. Der erste Chef des ZPK wurde Oberst Jewgeni Karpow, die Kosmonautenausbildung leitete fortan Nikolai Kamanin, aufgrund seiner Verdienste als Pilot zu jener Zeit bereits Held der Sowjetunion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Arbeiten liefen planmäßig, die Ausbildung schritt voran und das Fluggerät war bereits fertig, so dass man bereits im Dezember 1960 das Zeitalter der Präsenz des Menschen im Weltall einläuten wollte. Am 31. Mai wurden sechs der 20 Kandidaten ausgewählt, am Wostok-Programm teilzunehmen. Dabei handelte es sich um Gagarin, Titow, Nikolajew, Popowitsch, Kartaschow und Warlamow. Die restlichen 14 Rekruten schieden zwar damit nicht aus dem Trainingsprogramm aus, wurden allerdings nicht speziell im Wostok-Simulator ausgebildet, was ab Juli geschah. Am 18. Juni wurden die Anwärter ins Herstellerwerk Kuibyschew gebracht, wo sie zum ersten Mal das Wostok-Raumschiff in voller Pracht sahen und von niemand Geringerem als Sergei Koroljow gezeigt bekamen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl bis dahin alles planmäßig verlief, traten zu jenem Zeitpunkt mehrere unvorhersehbare Ereignisse ein, welche die Kosmonautengruppe verkleinerten, veränderten und somit die gesamte Planung durcheinander brachten. Zunächst disqualifizierte sich Anatoli Kartaschow und wurde, nachdem nach einem Zentrifugentest am 16. Juli ein Gefäßriss an der Wirbelsäule festgestellt wurde, durch den Kampfpiloten Neljubow ersetzt und erst einmal zurückgestellt. Gänzlich aus dem Raumfahrtprogramm entfernt wurde er erst am 7. April 1962, nachdem er sich für Überbelastungen als untauglich erwies.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 24. Juli 1960 verletzte sich Walentin Warlamov bei einem Badeausflug infolge eines Kopfsprungs an der Halswirbelsäule und wurde durch Waleri Bykowski ersetzt. Warlamow war fortan Ausbilder des ZPK im Fach Astronavigation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein schwerer und auch äußerst tragischer, tödlich endender Unfall trug sich am 23. März 1961, also nur kurze Zeit vor dem Start von Gagarin, in einer Isolationskammer des ZPK zu. Kandidat Bondarenko warf einen für medizinische Untersuchungen im Rahmen eines 10-tägigen Aufenthaltes in der Isokammer mit Alkohol getränkten Wattebausch auf eine elektrische Heizplatte, welche sich sofort entzündete und aufgrund der reinen Sauerstoffatmosphäre in der hermetisch abgeriegelten Kammer sofort alles in Brand steckte. Bondarenko versuchte zunächst selbst vergeblich das Feuer zu löschen, bevor er Alarm schlug. Als der Druckausgleich mit der Kammer hergestellt werden konnte, war Bondarenko zwar am Leben, hatte aber derart starke Verbrennungen erlitten, dass er acht Stunden später starb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vorfall wurde wegen dem befürchteten &#8222;schädlichen&#8220; Abfärben auf das bis dahin geltende Image von den erfolgreichen sowjetischen Errungenschaften in der Raumfahrt bis 1986 totgeschwiegen. Bereits wenige Jahre später ereignete sich mit Apollo 1 eine ähnliche Katastrophe, welche ebenfalls auf die Verwendung von reinem Sauerstoff unter Niedrigdruck als Atmosphäre und auf das Fehlen einer schnell zu öffnenden Luke zurückzuführen war.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok_06_400.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok_06_260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Start von Wostok 1 mit Juri Alexejewitsch Gagarin.<br>(Foto: RKK Energija)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl dieser Zwischenfall den Initiatoren des sowjetischen Raumfahrtprogramms zu denken gab, sah man keinen Grund, dieses zu stoppen. Symbolisch bekamen die sechs Anwärter nach ihren Prüfungen am 17. und 18. Januar den Titel &#8222;(Flieger-) Kosmonaut&#8220; verliehen, durften sich aber öffentlich nicht so nennen, da man auch die Mitglieder der Kosmonautengruppe zur Verschwiegenheit nach außen verpflichtete. Letztendlich galt es, unter den sechs Verbliebenen, denjenigen herauszusuchen, der einerseits die besten Testresultate an den Tag legte, andererseits aber auch mit Charme und Charakter für die Propagandamaschinerie verwertbar war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">General Kamanin gab Juri Gagarin bereits Ende März zu verstehen, dass er sich Hoffnung machen dürfe, als erster ins All zu fliegen. Gagarin zeichnete sich in allen Disziplinen dadurch aus, immer zur Leistungsspitze zu gehören und nirgendwo zu schwächeln. Gleichzeitig besaß er zwar einen starken, aber keinesfalls einen arroganten Charakter, wie es wohl z. B. bei Grigori Neljubow, dem zweiten Ersatzmann von Wostok 1, der Fall war. Dieser konnte es mental kaum verkraften, nicht der Erste gewesen zu sein und bekam auf Anordnung Kamanins keine weitere Flugnominierung. Ein nächtlicher Alkoholexzess am 4. Mai 1962 führte schließlich zu seiner Entlassung aus dem Kosmonautenkorps, einer Strafversetzung in den Fernen Osten. Das löste bei ihm Depressionen aus und führte am 18. Februar 1966 zum Selbstmord, als er sich an der Bahnstation Ippalitowka in Sibirien von einem Zug erfassen ließ und sofort starb. Auch sein Name wurde aus den Annalen der sowjetischen Raumfahrt entfernt, sein Schicksal blieb lange Zeit unbekannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Flugverlauf</strong><br>Im Rahmen des Wostok-Programms wurden 6 Missionen durchgeführt.</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Wostok 1: 12. April 1961. Juri Gagarin.<br>Start um 7.07 Uhr MEZ<br>Einmalige Erdumkreisung, Rückkehr nach 108-minütigem Flug (= 41.000 Kilometer Flugstrecke). Landung Gagarins am Fallschirm separat von der Kapsel, nahe Smelowka, 26 Kilometer südwestlich von Engels.</li><li>Wostok 2: 06. August 1961. German Titow.<br>Durchführung von 17 Erdumkreisungen (= 1d 1h 17min; 703.000 Kilometer). Erstmals Filmaufnahmen und Experimente unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit. Titow litt an akuter Weltraumkankheit, klagte über Übelkeit und Orientierungslosigkeit. Zeitweise Ausfall der bordeigenen Temperaturregulierung, sinken der Bordtemperatur auf 6 °C. Erfolgreiche Landung im Gebiet Krasnij Kut bei Saratow.</li><li>Wostok 3: 11. August 1962. Andrijan Nikolajew.<br>Ernsthafte Probleme gab es beim Start, als sich ein Kabelmast nicht wie geplant von der Rakete löste, sondern erst wenige Sekunden vor dem Start zur Seite schwenkte. Das hätte unter Umständen katastrophale Folgen haben können, doch zum Glück ging alles gut. 24 Stunden später startete von der gleichen Startrampe Wostok 4. Wie schon bei vorangegangenen Flügen gab es erneut Probleme mit der Klimaanlage der Kapsel. Dennoch endete der Flug mit einem neuen Dauerflugrekord. Nach 3d 22h 22min und 64 Erdorbits landete Nikolajew nahe der kasachischen Stadt Karakalinsk.</li><li>Wostok 4: 12. August 1962. Pawel Popowitsch.<br>Start nur einen Tag nach Wostok 4 von der selben Startrampe. Durchführung des ersten Gruppenfluges der Geschichte. Näherung bis auf 6,5 Kilometer, was zwar direkten Funkkontakt aber keinen Sichtkontakt ermöglichte. Nikolajew und Popowitsch schwebten erstmals frei in ihren Kabinen, keiner von beiden litt wie Titow unter der damals vollkommen unerforschten Weltraumkrankheit. Auch bei Wostok 4 bereitete die Klimaanlage Probleme. Die Landung erfolgte aufgrund eines Missverständnisses einen Tag früher als geplant, nur 7 Minuten nach Wostok 3 nahe der Ortschaft Atas, südlich von Karaganda. Popowitsch hatte bei seinem Flug 48 mal die Erde umrundet.</li><li>Wostok 5: 14. Juni 1963. Waleri Bykowski.<br>Ursprünglich war ein Dreierflug mit Komarow, Bykowski und einem weiblichen Raumfahrer geplant, was allerdings am 1. April wieder verworfen wurde. Wostok 5 war gleichzeitig eine Vorbereitung auf kommende Mondmissionen und sollte acht Tage dauern. Durch gefährliche Sonnenaktivität wurde der Start vom 11. Juni an mehrmals verschoben. Doch auch am 14. Juni fiel während des Countdowns überraschend ein Steuerkreisel aus und eine Schnur verhedderte sich unter Bykowskis Sitzschale. Beide Probleme wurden entgegen den Vorschriften und auf Bykoskis ausdrücklichen Wunsch bei laufendem Countdown behoben. Das erreichte Apogäum war letztendlich zu niedrig, um tatsächlich acht Tage im Orbit zu verweilen. Die Landung erfolgte deshalb schon am 19. Juni nach fünf Flugtagen und 81 Erdorbits, rund 540 km nordwestlich der kasachischen Stadt Karaganda.</li><li>Wostok 6: 16. Juni 1963. Walentina Tereschkowa.<br>Zwei Tage nach Bykowski brach die 26-jährige Textilarbeiterin Walentina Tereschkowa ins All auf. Während des Fluges wurde der Gruppenflug von Wostok 3 und 4 weitestgehend wiederholt, die beiden Raumschiffe näherten sich bis auf 5 Kilometer. Die offizielle Version, dass Tereschkowa die Schwerelosigkeit erstaunlich gut vertrug, ist aufgrund widersprüchlicher Berichte anzuzweifeln. Mitunter musste sie ermahnt werden, Befehle der Bodenkontrolle korrekt auszuführen. Zudem aß und trank sie nur wenig. Tereschkowa landete nach 48 Erdumrundungen knapp drei Stunden vor ihrem Kollegen Bykowski, 620 km nordöstlich von Karaganda, und damit sehr weit vom eigentlichen Zielgebiet entfernt. Der Abstand der Landeorte der beiden Kapseln lag bei rund 800 km. Am Landeort verschenkte Walentina Tereschkowa ihre nicht verbrauchten Lebensmittel an die örtliche Bevölkerung, sodass es unmöglich war, ihren realen Lebensmittelverbrauch zu bestimmen.</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Programmende</strong><br>Offensichtlich plante Koroljow ursprünglich noch mindestens einen weiteren Wostok-Flug für 1964. Gleichzeitig war aber allen Beteiligten klar, dass die technischen Möglichkeiten und damit auch die propagandistische Verwertbarkeit an ihre Grenzen gestoßen waren. Das geplante Nachfolgeraumschiff Sojus ließ weiter auf sich warten, so dass man verschiedene Ersatz-Missionen mit abgewandelten Wostok-Raumschiffen plante.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok_07_260.jpg" alt=""/><figcaption>Wostok-Kapsel nach der Landung.</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Koroljow schlug 1962 vor, aus dem Raumschiff Wostok 3KA ein manövrierfähiges &#8222;Wostok 3KA-Tsch&#8220; abzuleiten, welches mit unbemannten Zusatzmodulen gekoppelt werden konnte. Dadurch hätte man nicht nur wichtige Erfahrungen im Bereich der Kopplungstechnik gewonnen, sondern hätte gleichzeitig die erste bemannte Raumstation mit einer Masse von 15 bis 25 Tonnen aufgebaut. Denkbar wäre auch eine direkte Weiterentwicklung zu einem Mondraumschiff gewesen. Wostok 3KA-Tsch stieß leider auf wenig Gegenliebe, so dass sämtliche dahingehenden Studien und Entwürfe zwar Einzug in unbemannte Programme (Zenit) fanden, die letztendliche Verwirklichung aber zu viel Zeit und Geld in Anspruch genommen hätte.<br><br>Schließlich kündigten die Amerikaner 1964 den Flug ihrer &#8222;Gemini&#8220;-Raumschiffe an und Koroljow konterte mit einer schlichten Modifikation des existenten Wostok-Systems, wozu er den Schleudersitz zu Gunsten von bis zu drei Sitzschalen entfernte. Das machte unter anderem Modifikationen am System für die weiche Landung erforderlich.<br><br>Das neu geschaffene Raumschiff wurde auf den Namen &#8222;Woßchod&#8220; getauft, um dem Westen vorzugaukeln, man hätte ein völlig neues, revolutionäres System geschaffen. Damit endete die glorreich Wostok-Ära.<br><br><strong>Quellen:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="http://www.astronautix.com/v/vostok.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">http://www.astronautix.com/v/vostok.html</a></li><li><a href="http://www.astronautix.com/v/vostok.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">http://www.astronautix.com/v/vostok.html</a></li><li>Von Gagarin zur Raumstation Mir; S. 6ff.; Alfred Gugerell</li><li>Raumfahrt Concret 1/01 (16); S. 12f; Stefan Wotzlaw</li><li>Das Wostok-Programm; Stefan Wotzlaw</li></ul>
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