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	<title>Deep Space Network &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<title>Deep Space Network &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>NASAs neues Weltraumteleskop zur Beobachtung erdnaher Asteroiden nimmt Gestalt an</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/nasas-neues-weltraumteleskop-zur-beobachtung-erdnaher-asteroiden-nimmt-gestalt-an/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 May 2026 19:05:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der „Near-Earth Object (NEO) Surveyor“ – das erste Infrarot-Weltraumteleskop der NASA, das speziell für die Entdeckung potenziell gefährlicher Asteroiden und Kometen entwickelt wurde – befindet sich derzeit in der Integrations- und Testphase. Eine Pressemitteilung der National Aeronautics and Space Administration NASA. Quelle: NASA Science Editorial Team, 5. Mai 2026 Mit einem Starttermin, der frühestens im [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Der „Near-Earth Object (NEO) Surveyor“ – das erste Infrarot-Weltraumteleskop der NASA, das speziell für die Entdeckung potenziell gefährlicher Asteroiden und Kometen entwickelt wurde – befindet sich derzeit in der Integrations- und Testphase. Eine Pressemitteilung der National Aeronautics and Space Administration NASA.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://science.nasa.gov/blogs/neo-surveyor/2026/05/05/nasas-next-gen-near-earth-asteroid-space-telescope-takes-shape/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">NASA Science Editorial Team</a>, 5. Mai 2026</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/05/1-1_PIA26669-telescope.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Im September 2025 montieren Ingenieure im Space Dynamics Laboratory in Logan, Utah, das Aluminiumteleskop für den NEO Surveyor der NASA am Grundrahmen des Fluggeräts. Das Teleskop ist über ein System von Streben befestigt, das verhindert, dass Wärme vom Raumfahrzeug auf das Instrument übergeht. Credit: Space Dynamics Laboratory/Allison Bills" data-rl_caption="" title="Im September 2025 montieren Ingenieure im Space Dynamics Laboratory in Logan, Utah, das Aluminiumteleskop für den NEO Surveyor der NASA am Grundrahmen des Fluggeräts. Das Teleskop ist über ein System von Streben befestigt, das verhindert, dass Wärme vom Raumfahrzeug auf das Instrument übergeht. Credit: Space Dynamics Laboratory/Allison Bills" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="400" height="267" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/05/1-1_PIA26669-telescope-400x267-1.jpg" alt="" class="wp-image-152552" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/05/1-1_PIA26669-telescope-400x267-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/05/1-1_PIA26669-telescope-400x267-1-300x200.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/05/1-1_PIA26669-telescope-400x267-1-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Im September 2025 montieren Ingenieure im Space Dynamics Laboratory in Logan, Utah, das Aluminiumteleskop für den NEO Surveyor der NASA am Grundrahmen des Fluggeräts. Das Teleskop ist über ein System von Streben befestigt, das verhindert, dass Wärme vom Raumfahrzeug auf das Instrument übergeht.<br><mark>Credit: Space Dynamics Laboratory/Allison Bills</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einem Starttermin, der frühestens im September 2027 angesetzt ist, arbeiten Teams in den gesamten Vereinigten Staaten intensiv daran, die Komponenten des Raumfahrzeugs zu bauen, die Art der Beobachtungen und wissenschaftlichen Untersuchungen zu planen und die Software zu entwickeln, mit der die riesigen Datenmengen verarbeitet werden sollen, die die Mission generieren wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2005 beauftragte der Kongress die NASA mit der Entdeckung potenziell gefährlicher erdnaher Objekte (NEOs), doch viele dieser Objekte sind mit bodengestützten Beobachtungen nur schwer zu finden. Einige sind so dunkel wie Holzkohle, andere sind winzig, und viele verbergen sich im gleißenden Licht der Sonne, wo bodengestützte optische Teleskope sie nicht sehen können. Um dem entgegenzuwirken, wird der <a href="https://science.nasa.gov/mission/neo-surveyor/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">NEO Surveyor</a> speziell dafür gebaut, das Sonnensystem zu scannen und Objekte zu erkennen, die im Infrarotbereich leuchten, wenn sie von der Sonne erwärmt werden – im Gegensatz zu dem von ihnen reflektierten optischen Licht, das bei bodengestützten Beobachtungen gemessen wird –, um der Menschheit <a href="https://www.nasa.gov/missions/dart/nasas-dart-mission-changed-orbit-of-asteroid-didymos-around-sun/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">genügend Vorwarnzeit</a> zu geben, damit sie gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Raumsonde wird sich etwa 1,5 Millionen Kilometer von unserem Planeten in Richtung Sonne zu einem Bereich gravitativer Stabilität bewegen, der als <a href="https://science.nasa.gov/resource/what-is-a-lagrange-point/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Lagrange-Punkt</a> Sonne-Erde (oder L1-Punkt) bezeichnet wird, und dort mindestens fünf Jahre lang ununterbrochen weite Teile des Himmels absuchen, um bisher unentdeckte NEOs aufzuspüren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„NEO Surveyor ist eine einzigartige Mission, die darauf ausgelegt ist, eine ganz bestimmte Herausforderung zu bewältigen: Asteroiden und Kometen aufzuspüren, die das größte Risiko für die Erde darstellen“, sagte Jim Fanson, Projektleiter der Mission am Jet Propulsion Laboratory der NASA in Südkalifornien. „Unser Fokus liegt auf dem Einsatz eines robusten Observatoriums am L1-Punkt zwischen Sonne und Erde, wo es eine kontinuierliche, mehrjährige Infrarot-Durchmusterung durchführen wird. Durch die Identifizierung von Objekten, die bodengestützte Teleskope übersehen können, wird diese Mission die entscheidenden Daten liefern, die wir benötigen, um unseren Planeten für die kommenden Jahre zu schützen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Modularer Ansatz</strong></p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/05/2-E1_PIA26711-bus.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Die hier abgebildete Bustruktur des NEO Surveyor der NASA wurde im August 2025 bei BAE Systems Space &amp; Mission Systems in Boulder, Colorado, einer Testreihe unterzogen. Der Bus beherbergt die Subsysteme für Energieversorgung, Antrieb, Avionik und Kommunikation, die alle vom Teleskop und den empfindlichen Detektoren isoliert sind. Credit: BAE Systems Space &amp; Mission Systems" data-rl_caption="" title="Die hier abgebildete Bustruktur des NEO Surveyor der NASA wurde im August 2025 bei BAE Systems Space &amp; Mission Systems in Boulder, Colorado, einer Testreihe unterzogen. Der Bus beherbergt die Subsysteme für Energieversorgung, Antrieb, Avionik und Kommunikation, die alle vom Teleskop und den empfindlichen Detektoren isoliert sind. Credit: BAE Systems Space &amp; Mission Systems" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="400" height="267" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/05/2-E1_PIA26711-bus-400x267-1.jpg" alt="" class="wp-image-152554" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/05/2-E1_PIA26711-bus-400x267-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/05/2-E1_PIA26711-bus-400x267-1-300x200.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/05/2-E1_PIA26711-bus-400x267-1-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Die hier abgebildete Bustruktur des NEO Surveyor der NASA wurde im August 2025 bei BAE Systems Space &amp; Mission Systems in Boulder, Colorado, einer Testreihe unterzogen. Der Bus beherbergt die Subsysteme für Energieversorgung, Antrieb, Avionik und Kommunikation, die alle vom Teleskop und den empfindlichen Detektoren isoliert sind.<br><mark>Credit: BAE Systems Space &amp; Mission Systems</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das <a href="https://www.jpl.nasa.gov/news/work-is-under-way-on-nasas-next-generation-asteroid-hunter/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Infrarot-Teleskop</a> des Raumfahrzeugs und sein <a href="https://science.nasa.gov/photojournal/the-light-and-dark-sides-of-neo-surveyors-instrument-enclosure/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Instrumentengehäuse</a> wurden am JPL zusammengebaut und durchlaufen nun am Space Dynamics Laboratory (SDL) der Utah State University in Logan die Integrations- und Testphase. Das Instrumentengehäuse ist eine 3,7 Meter lange, eckige Konstruktion, die das Teleskop des Raumfahrzeugs schützt und Wärme ableitet, die andernfalls die wärmeempfindlichen Infrarotbeobachtungen beeinträchtigen könnte. Die Projektingenieure planen, Fokustests in einer Kammer am SDL durchzuführen, die die extremen Bedingungen des Weltraums simuliert, um sicherzustellen, dass das Instrument wie vorgesehen funktioniert und die Kamera auch bei sehr kalten Temperaturen und in der Schwerelosigkeit scharf bleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kamera besteht aus <a href="https://images.nasa.gov/details/PIA26668" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">zwei Detektorarrays</a>, die darauf ausgelegt sind, detaillierte Bilder von Asteroiden und Kometen in zwei Infrarotbereichen zu erzeugen. Jedes Array erstellt ein 16-Megapixel-Mosaik des Himmels. Durch die Abbildung desselben Himmelsabschnitts in den beiden Infrarotbereichen kann das Instrument die Temperatur eines Asteroiden oder Kometen messen und so eine Schätzung der Größe des Objekts liefern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Raumsonde wird zudem mit einem 6 Meter langen <a href="https://images.nasa.gov/details/PIA26664" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Sonnenschutz</a> ausgestattet sein, der es ihm ermöglicht, in der Nähe der Sonne zu beobachten, indem er verhindert, dass grelles Licht in die Öffnung des Teleskops gelangt. Diese Konstruktion ist das mit Abstand größte Bauteil des NEO Surveyor und verfügt auf ihrer der Sonne zugewandten Seite über Solarpaneele, die den Strom für die Systeme des Raumfahrzeugs erzeugen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei BAE Systems Space &amp; Mission Systems in Boulder, Colorado, wird der Sonnenschutz derzeit zusammen mit dem <a href="https://images.nasa.gov/details/PIA26713" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Raumfahrzeugbus</a> <a href="https://images.nasa.gov/details/PIA26714" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">getestet</a>, der die Subsysteme für Energieversorgung, Antrieb, Avionik und Kommunikation beherbergt. Das integrierte Teleskop und das Gehäuse werden von SDL zu BAE Systems transportiert, wo das Raumfahrzeug fertiggestellt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wissenschaft, Daten, Beobachtungsstrategie</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterdessen ist das wissenschaftliche Team der Mission damit beschäftigt, Wege zu finden, um das volle Potenzial dieses hochmodernen Raumfahrzeugs auszuschöpfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir haben ein interinstitutionelles Team, das von erfahrenen Wissenschaftlern bis hin zu Studierenden reicht und über umfassende Fachkenntnisse im Bereich der Planung von Infrarotmissionen verfügt“, sagte Amy Mainzer, die Missionsleiterin an der University of California, Los Angeles (UCLA). „Wir arbeiten derzeit daran, die effizienteste Beobachtungsstrategie zu entwickeln, mit der die Mission einige der am schwersten zu findenden Asteroiden in unserem Sonnensystem sowie alle Kometen aufspüren kann, die möglicherweise auf uns zukommen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn die Daten der Mission über das <a href="https://www.nasa.gov/communicating-with-missions/dsn/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Deep Space Network</a> der NASA zur Erde gelangen, werden sie an das NEO Surveyor Survey Data Center am IPAC des Caltech in Pasadena, Kalifornien, weitergeleitet. Das Zentrum ist für die Verarbeitung und Kalibrierung der riesigen Menge an Beobachtungsdaten verantwortlich, die das Raumfahrzeug liefert, und erstellt zudem Bilder und Quellenkataloge zur Archivierung im NASA/IPAC Infrared Science Archive.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem IPAC die sich bewegenden Objekte in den Daten identifiziert hat, meldet es diese an das Minor Planet Center (MPC), die internationale Clearingstelle für alle Positionsmessungen von Kleinplaneten in unserem Sonnensystem und die für die Benennung neuer Entdeckungen zuständige Stelle. Diese Daten können dann von Gruppen zur planetaren Verteidigung genutzt werden, darunter das Center for Near Earth Object Studies (<a href="https://cneos.jpl.nasa.gov/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">CNEOS</a>) des JPL, das die Umlaufbahnen aller bekannten Asteroiden und Kometen berechnet und gleichzeitig das Einschlagrisiko gefährlicher Objekte für viele Jahre in der Zukunft vorhersagt. Die Abteilung für Erd-, Planeten- und Weltraumwissenschaften der UCLA wird die Vermessung planen und alle sechs Monate Messungen der Größen von Asteroiden und Kometen sowie anderer physikalischer Eigenschaften an öffentliche Archive übermitteln.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=669.msg587115#msg587115" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Erdnahe Asteroiden (NEOs)</a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Opportunity bitte melden</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/lexikon-planet-erde-3-8/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Geuking]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Aug 2018 17:16:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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		<category><![CDATA[Staubsturm]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit dem 10. Juni 2018 hat die NASA keinen Kontakt mehr zum Opportunity-Rover. Dieser musste wegen eines Staubsturms auf dem Mars seine Aktivitäten einstellen, da er nicht genug Sonnenlicht bekommt, um die Akkumulatoren zu laden. Nun lässt der Staubsturm nach, aber noch bleibt Opportunity stumm. Autor: Star-Light, Quelle: NASA . Seit dem 4. Januar 2004 [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Seit dem 10. Juni 2018 hat die NASA keinen Kontakt mehr zum Opportunity-Rover. Dieser musste wegen eines Staubsturms auf dem Mars seine Aktivitäten einstellen, da er nicht genug Sonnenlicht bekommt, um die Akkumulatoren zu laden. Nun lässt der Staubsturm nach, aber noch bleibt Opportunity stumm.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Autor: Star-Light, Quelle: NASA .</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/04/OppertunityArtNASA40.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/04/OppertunityArtNASA26.jpg" alt="Opportunity, künstlerische Darstellung
(Bild: NASA)"/></a><figcaption>Opportunity, künstlerische Darstellung<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem 4. Januar 2004 ist Opportunity auf dem Mars und hat schon so einiges überstanden. Gerade gilt es für den Rover, dessen ursprüngliche Einsatzdauer auf nur 90 Mars-Tage angesetzt war, im 15. Jahr seiner Mission auf dem roten Planeten eine neue Herausforderung zu meistern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein planetarischer Staubsturm zwingt den Rover zu einer längeren Pause. Für die Wissenschaftler der NASA ist das nicht neu, schon 2007 gab es eine Unterbrechung durch einen Staubsturm. Allerdings veröffentlichte die NASA bereits Ende Juli 2018 ein Statement, dass der Staubsturm langsam nachlässt, aber noch ist der Rover stumm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch Daten aus dem Orbit und vom Rover Curiosity, der für seine Stromversorgung nicht auf Sonnenenergie angewiesen ist, haben die Forscher der NASA eine Vorstellung vom Ausmaß der Verschleierung der Atmosphäre durch den Staubsturm. Sie können daher abschätzen wann der Rover wieder genügend Sonnenlicht bekommt, um über die Solarzellen die Akkumulatoren des Rovers laden zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ausmaß der Verschleierung wird in „Tau“ gemessen. Je kleiner der Tau-Wert ist, desto klarer ist die Atmosphäre. Ein durchschnittlicher Tau-Wert für den Standort von Opportunity auf dem Mars ist normalerweise 0,5. Die Forscher gehen davon aus, dass ein Wert von unter 2,0 notwendig ist, damit der Rover die Akkumulatoren wieder laden kann. Der letzte von Opportunity gemessene Wert war am 10. Juni 2018 10,8.<br>Man weiß, dass die Akkumulatoren des Rovers vor dem Sturm in recht gutem Zustand waren, so dass man zuversichtlich ist, dass sich der Rover wieder meldet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was kann man von der Erde aus tun?</strong><br>Mehrmals pro Woche nutzen die Ingenieure das Deep Space Network (DSN) der NASA, um zu versuchen den Rover auf dem Mars zu „wecken“. Daneben durchsuchen Forscher des JPL (Jet Propulsion Laboratory) Radiosignale vom Mars nach Funksignalen des Rovers.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/04/MarsSturm.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/04/MarsSturm26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Diese Bilderserie zeigt simulierte Ansichten eines sich verdunkelnden Marshimmels, der die Sonne aus der Sicht der NASAOpportunity-Rover verdunkelt, wobei die rechte Seite die aktuelle Sicht von Opportunity im globalen Staubsturm(Juni 2018) simuliert. Die Linke beginnt mit einem blendend hellen Nachmittagshimmel, wobei die Sonne wegen der Helligkeit größer erscheint. Auf der rechten Seite ist die Sonne so verschleiert, dass sie wie ein Stecknadelkopf aussieht. Jeder Rahmen entspricht einem Tau-Wert von: 1, 3, 5, 7, 9, 11. (Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie reagiert der Rover auf dem Mars?</strong><br>Der Rover kann auf Situationen wie sie der Staubsturm verursacht verschieden reagieren. Die Forscher der NASA sind auf folgende Szenarien vorbereitet:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Der Rover versetzt sich in den Winterschlaf, da nicht mehr genug Sonnenlicht zum Laden der Akkumulatoren zur Verfügung steht. Dies ist der wahrscheinlichste Grund für den Kommunikationsausfall seit dem 10. Juli. Der Rover sollte selbständig erwachen, sobald wieder ausreichend Licht zur Verfügung steht.</li><li>Seine Borduhr kann gestört sein, so dass der Rover nicht weiß wann es Zeit ist mit der Erde zu kommunizieren.</li><li>Wenn der Rover lange Zeit nichts von der Erde gehört hat, kann es zu einem „Verbindungs-Fehler“ kommen. Eine Warnung, dass seine Kommunikationsausrüstung möglicherweise nicht funktioniert. Bei dieser Fehlermeldung beginnt Opportunity eine Diagnose seiner Systeme und versucht auf verschiedenen Wegen, mit der Erde zu kommunizieren.</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sich der Rover wieder meldet, wird das Team der NASA erst einmal so viele Daten wie möglich über seinen Zustand sammeln, in der Hoffnung, daß er den Sturm gut überstanden hat. Dazu können mehrere Übertragungen vom Mars notwendig sein, bis ein vollständiges Bild vorliegt und man weiß, ob die Kapazität der Akkumulatoren z.B. durch eine möglicherweise zu tiefe Entladung abgenommen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis sich der Rover meldet bleibt aber alles eine Spekulation. &#8222;Er hat sich als bemerkenswert widerstandsfähiger Rover erwiesen&#8220;, sagte NASA-Manager Jim Watzin. Raumfahrer Net drückt die Daumen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3843.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Opportunity &amp; Spirit</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Weltraumteleskop Kepler überstand Notfallmodus</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/lexikon-planet-erde-11/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Geuking]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Apr 2016 20:03:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Anomalie]]></category>
		<category><![CDATA[Deep Space Network]]></category>
		<category><![CDATA[Exoplaneten]]></category>
		<category><![CDATA[Kepler]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Notfall]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumteleskop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Während eines geplanten Kontakts am Donnerstag den 7. April 2016 stellten die Missionsspezialisten fest, dass das Weltraumteleskop Kepler in den Notfallmodus gegangen war, teilte die NASA mit. Erste Priorität hatte anschließend die Beendigung dieses Modus. Autor: Star-Light, Quelle: Ames Research Center, NASA . Die Missionsspezialisten erklärten einen Notfall am Raumfahrzeug, was Ihnen einen priorisierten Zugang [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Während eines geplanten Kontakts am Donnerstag den 7. April 2016 stellten die Missionsspezialisten fest, dass das Weltraumteleskop Kepler in den Notfallmodus gegangen war, teilte die NASA mit. Erste Priorität hatte anschließend die Beendigung dieses Modus.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Autor: Star-Light, Quelle: Ames Research Center, NASA .</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Missionsspezialisten erklärten einen Notfall am Raumfahrzeug, was Ihnen einen priorisierten Zugang auf das „Deep Space Network“ zur Kommunikation mit Kepler ermöglichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die große Entfernung des Weltraumteleskops von der Erde (aktuell sind es 75 Millionen Meilen bzw. 120,7 Millionen Kilometer) hat zur Folge, dass ein Signal zum Teleskop und zurück 13 Minuten benötigt, auch wenn sich das Funksignal mit Lichtgeschwindigkeit fortbewegt.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/04/169628keplerlithohiresnasa.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/04/169628keplerlitho260nasa.jpg" alt="" /></a><figcaption>Teleskop Kepler im Weltraum &#8211; <br>Illustration (Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der letzte reguläre Kontakt zum Raumfahrzeug war am 4. April 2016, zu diesem Zeitpunkt funktionierte Kepler noch wie geplant.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erste Hinweise, dass etwas nicht stimmt, ergaben sich ca. 36 Stunden bevor das Teleskop im Rahmen seiner „K2-Mission“ mit einer erneuten Suche nach Planeten über ein als &#8222;gravitational microlensing&#8220; bekanntes Verfahren beginnen sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kepler hat seine Primärmission bereits 2012 beendet und dabei fast 5.000 Exoplaneten-Kandidaten erfasst, von denen bis dato mehr als 1.000 bestätigt werden konnten. Im Jahre 2014 begann Kepler seine nächste als „K2“ bezeichnete Mission, um Exoplaneten, junge Sterne, Supernovae und andere astronomische Objekte zu studieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Update 11. April 2016:</strong> Kepler ist zurück aus dem Notfallmodus und stabil!<br>Den Missionsspezialisten ist es erfolgreich gelungen, Kepler aus dem Notfallmodus in einen stabilen Zustand zu bringen. Am Sonntagmorgen konnte die Antenne direkt auf die Erde ausgerichtet werden, um wichtige Telemetriedaten zur Erde zu übertragen. Kepler befindet sich aktuell in einem Zustand mit minimalem Treibstoffverbrauch. Der ausgerufene Raumfahzeugs-Notfall konnte beendet werden. Das „Deep Space Network“ ist zum normalen Betrieb zurückgekehrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sobald alle Daten vorliegen wird das Team eine gründliche Bewertung vornehmen, um sicherzustellen, dass Kepler in der Lage ist, seine wissenschaftliche Arbeit an der sogenannten Kampagne 9 der „K2-Mission“ wieder aufzunehmen. Es wird erwartet, dass die Auswertung noch die kommende Woche in Anspruch nimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erdgebundene Sternwarten, die ebenfalls an der Kampagne teilnehmen, werden ihre Beobachtungen fortsetzen, solange Keplers Gesundheitscheck andauert. Die Kampagne 9 der „K2-Mission“ kann noch bis zum 1. Juli fortgesetzt werden, bis das galaktische Zentrum für das Raumfahrzeug außer Sicht gerät.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die vorherige Wissenschaftskampagne von K2 wurde am 23. März 2016 beendet. Nach dem Download der dabei gesammelten Daten wurde Kepler in den sogenannten PRS Modus (Point Rest State Modus) gebracht. Dabei ist die Antenne direkt auf die Erde ausgerichtet und das Raumfahrzeug auf einen treibstoffsparenden Betriebsmodus eingestellt. Wegen Problemen mit gealterten Reaktionsrädern ist das Teleskop auf einen regelmäßigen Triebwerkseinsatz zur Lageregelung angewiesen, weshalb man mit den verbliebenen Treibstoffreserven möglichst sparsam umgehen möchte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Notfallmodus von Kepler begann ungefähr 14 Stunden vor einem geplanten Manöver zur Ausrichtung des Raumfahrzeuges an der Milchstraße im Rahmen der Kampagne 9. Die Mannschaft hat deshalb das Manöver und die Reaktionsräder als mögliche Ursachen des Notfallereignisses ausgeschlossen. Eine Untersuchung dessen, was das Ereignis verursacht hat, wird parallel zur vorrangigen Wiederaufnahme des wissenschaftlichen Betriebes verfolgt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den sieben Jahren, in denen sich Kepler im All befindet, ist es zum ersten Mal zu einer derartigen Versetzung in den Notfallmodus gekommen. Trotzdem bleiben die Missionsspezialisten am „NASA Ames Research Center“, von „Ball Aerospace“ und am „Laboratory for Atmospheric and Space Physics“ der Universität von Colorado wachsam.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=1184.msg358963#msg358963" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Kepler</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Raumsonde DAWN &#8211; Im Bann des Zwergplaneten Ceres</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/raumsonde-dawn-im-bann-des-zwergplaneten-ceres/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Mar 2015 16:41:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Ceres]]></category>
		<category><![CDATA[Dawn]]></category>
		<category><![CDATA[Deep Space Network]]></category>
		<category><![CDATA[DLR]]></category>
		<category><![CDATA[MPS]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Zwergplanet]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor wenigen Stunden wurde die Raumsonde DAWN von dem Schwerefeld des Zwergplaneten &#8218;eingefangen&#8216; und befindet sich jetzt in einer Umlaufbahn um dieses größte und massereichste Objekt des Asteroidengürtels unseres Sonnensystems. In den kommenden 16 Monaten soll Ceres jetzt intensiv untersucht werden. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, DLR, NASA. Die von der [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Vor wenigen Stunden wurde die Raumsonde DAWN von dem Schwerefeld des Zwergplaneten &#8218;eingefangen&#8216; und befindet sich jetzt in einer Umlaufbahn um dieses größte und massereichste Objekt des Asteroidengürtels unseres Sonnensystems. In den kommenden 16 Monaten soll Ceres jetzt intensiv untersucht werden.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, DLR, NASA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06032015174109_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06032015174109_small_1.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech" width="260"/></a><figcaption>
Die hier abgebildete 70-Meter-Parabolantenne des DSN-Komplexes in Goldstone/USA konnte am 6. März 2015 um 14:36 MEZ die Signale empfangen, welche den kurz zuvor erfolgten Orbiteintritt der Raumsonde DAWN um den Zwergplaneten Ceres bestätigten. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebene Raumsonde <i>DAWN</i> hat am heutigen Tag ihr zweites und finales Forschungsziel &#8211; den im <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Asteroideng%C3%BCrtel" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Asteroiden-Hauptgürtel</a> unseres Sonnensystems gelegenen Zwergplaneten Ceres &#8211; erreicht. Um 13:39 MEZ wurde <i>DAWN</i> von dem Schwerefeld des Zwergplaneten &#8218;eingefangen&#8216;. Die Signale, welche den Orbiteintritt bestätigten, wurden um 14:36 MEZ von der 70-Meter-Antenne des <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Deep_Space_Network" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Deep Space Network</a> in Goldstone/USA empfangen. Die Auswertung der dabei ebenfalls übertragenen Telemetriedaten ergab, dass sich die Raumsonde in einem guten Zustand befindet und dass das Ionentriebwerk wie vorgesehen arbeitet. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>DAWN</i> ist damit die erste Raumsonde in der Geschichte der Menschheit, welche nacheinander in eine Umlaufbahn um zwei verschiedene planetare Körper eingetreten ist. Bereits am 16. Juli 2011 hatte <i>DAWN</i> den ebenfalls im Asteroidengürtel gelegenen Asteroiden (4) Vesta erreicht und diesen rund 13 Monate lang umrundet und untersucht. Zugleich ist <i>DAWN</i> auch überhaupt die erste Raumsonde, welche einen Zwergplaneten aus nächster Nähe erkunden wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit <i>DAWN</i> durch die Anziehungskraft von Ceres in einen Orbit gezogen werden konnte, bremsten die Ionentriebwerke die Raumsonde in 61.000 Kilometern Entfernung von dem Zwergplaneten ab. In den kommenden Wochen wird sich <i>DAWN</i> ihrem Ziel noch weiter annähern und anschließend über einen Zeitraum von voraussichtlich 16 Monaten intensiv mit den drei mitgeführten wissenschaftlichen Instrumenten untersuchen. Neben einem im visuellen und infraroten Spektralbereich arbeitenden Spektrometer (abgekürzt &#8222;VIR&#8220;) und einem Gamma- und Neutronenspektrometer (&#8222;GRAND&#8220;) wird dabei auch ein unter der Leitung von Mitarbeitern des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen entwickeltes und betriebenes Kamerasystem, die aus zwei identischen Optiken bestehende <a class="a" href="https://indico.cern.ch/event/43007/contributions/1065032/attachments/927899/1313759/Poster_Gutierrez.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Framing Camera</a>, zum Einsatz kommen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06032015174109_small_2.gif" alt="NASA, JPL-Caltech, UCLA, MPS, DLR, IDA" width="260"/><figcaption>
Diese Animation, erstellt aus Aufnahmen vom 19. Februar 2015, zeigt eine vollständige Umdrehung von Ceres. Die Auflösung liegt bei einer Entfernung von etwa 46.000 Kilometern bei vier Kilometern pro Pixel. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, UCLA, MPS, DLR, IDA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei wollen die an dem Kameraexperiment beteiligten Wissenschaftler mindestens 10.000 Aufnahmen, welche zum Teil Strukturen von nur 40 Metern Größe sichtbar machen sollen, anfertigen. Zu den Zielen der Mission gehört es, die Oberfläche des Zwergplaneten genau zu kartographieren. Unter anderem sollen dabei auch Farbkarten von Ceres erstellt werden. Zu diesem Zweck ist die Framing Camera mit sieben Farbfiltern ausgestattet. Diese Filter ermöglichen es, bestimmte Wellenlängenbereiche aus dem Licht, welches der Zwergplanet in das All reflektiert und die charakteristische Fingerabdrücke bestimmter Mineralien enthalten, herauszufiltern. Die Forscher können so unter anderem auch die mineralogische Zusammensetzung der Ceres-Oberfläche bestimmen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Viele dieser mineralogischen Unterschiede sind mit dem bloßen Auge nicht zu sehen&#8220;, so Dr. Andreas Nathues vom MPS, der wissenschaftliche Leiter des Kamerateams. &#8222;Die Farbkarten erzählen deshalb Ceres‘ wahre Geschichte und enthalten Informationen über ihre Entstehung und Evolution, die in rein topographischen Karten nicht enthalten sind.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Fall des Asteroiden (4) Vesta, des ersten Ziels der Raumsonde <i>DAWN</i>, konnten solche mineralogischen Untersuchungen beispielsweise dabei helfen, die innere Struktur des Asteroiden zu ermitteln. Die Farbkarten haben gezeigt, dass das dort vorhandene Mineral Olivin &#8211; ein typischer Bestandteil des inneren Gesteinsmantels von <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Terrestrischer_Planet" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">terrestrischen Planeten</a> &#8211; auf Vesta allein in der Nähe kleinerer Impaktkrater auftritt und somit von außen eingetragen wurde. Es entstammt also nicht Vestas eigenem Mantel. Dieser muss somit unter einer mindestens 30 bis 80 Kilometer dicken Gesteinskruste liegen, was deutlich tiefer ist als zuvor angenommen wurde. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Zwergplaneten Ceres erwarten die Planetologen schwächere Farbkontraste als bei Vesta. Dennoch sollte es mit Hilfe der anzufertigenden Farbkarten auch gelingen dem Eis, welches unter der Oberfläche von Ceres vermutet wird, auf die Spur zu kommen. Auf die nächsten Aufnahmen von Ceres wird das Kamera-Team allerdings noch mehrere Wochen warten müssen. Da <i>DAWN</i> von der sonnenabgewandten Seite in eine Umlaufbahn um Ceres eingetreten ist, blickt das Kamerasystem derzeit auf die Seite des Zwergplaneten, welche im Dunkel liegt. Bereits die letzte Aufnahme, welche vor der heutigen Ankunft bereits am 2. März 2015 entstand, präsentierte sich Ceres nur noch als schmale Sichel. Die nächsten Bilder der Framing Camera sollen erst am 10. April aus einer Entfernung von dann 33.000 Kilometern angefertigt werden. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06032015174109_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06032015174109_small_3.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, UCLA, MPS, DLR, IDA" width="260"/></a><figcaption>
Bereits am 2. März 2015 wurde aus einer Entfernung von 48.000 Kilometern dieses Foto des Zwergplaneten Ceres angefertigt. Die Auflösung liegt bei  4,6 Kilometern pro Pixel. Dies war die letzte Aufnahme des Zwergplaneten, bevor DAWN am heutigen Tag die Umlaufbahn von Ceres erreichte. Während dieses Manövers waren keine weiteren Aufnahmen möglich, da die Raumsonde dabei nicht auf die Oberfläche des Zwergplaneten blicken konnte. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, UCLA, MPS, DLR, IDA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Grund dafür, dass die am heutigen Tag erfolgte &#8218;historische Ankunft&#8216; nicht fotografisch dokumentiert wurde, war dagegen rein technischer Natur. &#8222;Die insgesamt fast 20 Meter langen Solarpaneele mussten bei diesem Manöver zur Sonne ausgerichtet sein, und daher blickte die Kamera auch nicht in Richtung Ceres&#8220;, so Prof. Ralf Jaumann vom Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin-Adlershof, einer der an der <i>DAWN</i>-Mission beteiligten Wissenschaftler. 
<br>
&#8222;Wir haben in den nächsten anderthalb Jahren viel zu tun, aber wir haben die notwendigen Ressourcen und einen robusten Zeitplan, um unsere wissenschaftlichen Ziele zu erreichen&#8220;, so Christopher Russell von der University of California in Los Angeles, der wissenschaftlicher Leiter der <i>DAWN</i>-Mission. &#8222;Wir sind sehr aufgeregt und voller Vorfreude.&#8220; 
<br>
Die <i>DAWN</i>-Mission wird vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA geleitet. Die University of California in Los Angeles ist für den wissenschaftlichen Betrieb der Mission verantwortlich. Das Kamerasystem an Bord der Raumsonde wurde unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin-Adlershof und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut. Das Kameraprojekt wird finanziell von der Max-Planck-Gesellschaft, dem DLR und der NASA (JPL) unterstützt. 
<br>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=765.30" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Asteroidengürtel</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4210.585" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mission DAWN</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>NASA Press-Kit:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.jpl.nasa.gov/news/press_kits/dawnatCeres2015.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">DAWN at Ceres</a> (4,2 MB, engl.)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Technische Beschreibung der Framing Camera:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://indico.cern.ch/event/43007/contributions/1065032/attachments/927899/1313759/Poster_Gutierrez.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">MPS</a> (engl.)</li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Kommunikation bei der Landung</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/die-kommunikation-bei-der-landung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Aug 2012 10:29:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Curiosity]]></category>
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		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Während der Abstiegs- und Landephase wird der Marsrover Curiosity seinen aktuellen Zustand mittels Kommunikationssignalen sowohl an sein Kontrollzentrum als auch an die drei derzeit in einer Marsumlaufbahn aktiven Orbiter übermitteln. Diese Datenübertragung erlaubt eine fast in Echtzeit erfolgende Verfolgung des Abstieges. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter Nach einem 254 Tage andauernden Flug über eine Distanz [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Während der Abstiegs- und Landephase wird der Marsrover Curiosity seinen aktuellen Zustand mittels Kommunikationssignalen sowohl an sein Kontrollzentrum als auch an die drei derzeit in einer Marsumlaufbahn aktiven Orbiter übermitteln. Diese Datenübertragung erlaubt eine fast in Echtzeit erfolgende Verfolgung des Abstieges.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/dss_34_dsn_big.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/dss_34_dsn_a.jpg" alt="" width="300" height="284"/></a><figcaption>Die 70-Meter-Antenne der DSN-Station der NASA bei Canberra/Australien.<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einem 254 Tage andauernden Flug über eine Distanz von 567 Millionen Kilometern durch den interplanetaren Raum wird die Cruise Stage des nächsten Marsrovers der NASA unseren äußeren Nachbarplaneten in den frühen Morgenstunden des 6. August 2012 erreichen. Unmittelbar darauf beginnt die Phase des Entritts in die Marsatmosphäre, des Abstieges und der Landung auf der Marsoberfläche (nähere Informationen zu dieser &#8222;EDL&#8220;-Phase finden Sie <a href="https://www.raumfahrer.net/curiositys-landung-auf-dem-mars/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">hier</a>). Allerdings ist die Landung <em>Curiositys</em> nicht frei von einer Vielzahl an potentiellen Fehlerquellen. Prinzipiell stellt bisher absolut <em>jede</em> Landung auf einem fremden Himmelskörper aus technischer Sicht ein Risiko dar und kann nicht als eine simple &#8222;Routineoperation&#8220; betrachtet werden. Speziell bei der Landung <em>Curiositys</em> kommen dabei verschiedene Hardware- und Software-Komponenten zum Einsatz, welche zuvor niemals unter realen Bedingungen getestet werden konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die einzelnen Phasen der Landung besser nachvollziehen und eventuell auftretende Fehler rekonstruieren zu können wird die Abstiegsstufe des Rovers daher während der auch als die &#8222;Sieben Minuten des Terrors&#8220; bezeichneten Landephase eine Vielzahl von Telemetriedaten aufzeichnen und diese in Echtzeit an die verschiedenen gegenwärtig aktiven Marsorbiter der NASA und der ESA sowie an das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Deep_Space_Network" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Deep Space Network</a> (DSN) der NASA weiterleiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Direct to Earth-Kommunikation</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum einen wird dabei eine Abstrahlung von einfachen Zustandssignalen erfolgen, welche allerdings keine genauen Telemetriedaten beinhalten. Diese im Bereich des X-Bandes ausgestrahlten Signaltöne werden mit den Antennen des DSN direkt auf der Erde empfangen und dienen der Verfolgung und Bestätigung der einzelnen, während der Landung autonom ablaufenden Einzelschritte (zum Beispiel &#8222;Der Landefallschirm wurde ausgelöst“). Allerdings wird die Erde von <em>Curiositys</em> Position aus gesehen noch vor dem erfolgenden &#8222;Touchdown&#8220;, dem Aufsetzen des Rovers auf der Marsoberfläche, unter den Horizont sinken. Dies hat zur Folge, dass ab diesem Zeitpunkt keine direkte Übermittlung von Statussignalen zur Erde mehr möglich sein wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig wird die Abstiegsstufe allerdings auch Zustandssignale und detaillierte Telemetriewerte an die drei in Marsumlaufbahnen befindlichen Marsorbiter <em>Mars Reconnaissance Orbiter</em> (kurz &#8222;MRO&#8220;), <em>Mars Odyssey</em> und <em>Mars Express</em> übertragen, welche zum Zeitpunkt des Atmosphäreneintritts der Abstiegsstufe <em>Curiositys</em> und der Landung alle über eine direkte Sichtverbindung zu dem Rover verfügen werden. Für die Übertragung dieser Telemetriedaten soll der Frequenzbereich des UHF-Bandes genutzt werden.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/mody_big.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/mody_a.jpg" alt="" width="300" height="244"/></a><figcaption>Ausschließlich der Orbiter Mars Odyssey &#8211; hier eine künstlerische Darstellung &#8211; wird die Telemtriedaten der Curiosity-Abstiegsstufe in Echtzeit an die Erde übermitteln.<br>(Bild: NASA, JPL)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mars Reconnaissance Orbiter</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der <em>MRO</em> wird diese Daten zunächst jedoch lediglich in seinem Bordcomputersystem ablegen können. Der Grund hierfür ist, dass sich der Orbiter während der Landephase von der Erde aus gesehen &#8222;hinter&#8220; dem Mars befindet und somit keine Möglichkeit einer direkten Weiterleitung der Daten in Richtung Erde besteht. Der <em>Mars Reconnaissance Orbiter</em> wird die aufgezeichneten Telemetriedaten erst während eines späteren Marsorbits an die Erde übertragen, wo sie dann etwa vier bis fünf Stunden nach der erfolgten Landung empfangen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mars Odyssey</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielmehr wird die Direktübermittlung der EDL-Daten durch den zweiten Marsorbiter der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA, den Orbiter <em>Mars Odyssey</em>, erfolgen. Dieser Orbiter hatte erst am 24. Juli 2012 im Rahmen einer kurzen Zündung seiner Manövriertriebwerke ein Obitkorrekturmanöver durchgeführt. Aufgrund der sich durch das Manöver ergebenen &#8222;Vorverlagerung&#8220; des Orbits wird sich <em>Mars Odyssey</em> während der gesamten Landephase in einer direkten Funkverbindung mit der Abstiegsstufe befinden und die empfangenen Daten unverzüglich an die ebenfalls in Sicht befindliche Erde weiterleiten, wo sie von der bei Canberra/Australien gelegenen DSN-Station der NASA empfangen werden sollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der &#8222;Touchdown&#8220; <em>Curiositys</em> im Gale-Krater wird am 6. August 2012 gegen 07:17 MESZ erfolgen, was einer lokalen Marszeit im Gale-Krater, dem vorgesehenen Landegebiet des Rovers, von etwa 15:00 Uhr entspricht. Aufgrund der an diesem Tag gegebenen Signallaufzeit von 13 Minuten und 48 Sekunden zwischen dem Mars und der Erde wird der Eingang der Daten, welche die erfolgte Landung bestätigen, jedoch erst gegen 07:31 MESZ erfolgen. Während der EDL-Phase &#8211; und auch während der anschließenden Stunden &#8211; wird dabei die 70-Meter-Antenne &#8222;DSS-43&#8220; für den Empfang der <em>Curiosity</em>-Daten zur Verfügung stehen. Eine weitere DSN-Antenne, die 34-Meter-Antenne &#8222;DSS-34&#8220;, steht zudem als Backup-System für den Fall des Auftretens technischer Probleme mit der 70-Meter-Antenne bereit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mars Express</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/telemetrieuebertragung_mex_big.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/telemetrieuebertragung_mex_a.jpg" alt="" width="299" height="212"/></a><figcaption>Auch der ESA-Marsorbiter Mars Express wird den Verlauf des Abstieges verfolgen, die dabei übermittelten Daten der Abstiegsstufe zuerst aufzeichnen und anschließend zur Erde übermitteln.<br>(Bild: NASA, JPL, ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Aber auch der von der Europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Marsorbiter <em>Mars Express</em> ist in die Landung <em>Curiositys</em> involviert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir haben bereits vor einigen Monaten damit begonnen, den Orbit [der Raumsonde] dahingehend anzupassen, dass sich <em>Mars Express</em> während der Abstiegsphase in einer exakt synchronisierten Umlaufbahn befindet und einen guten Blickwinkel auf die geplante Flugbahn des MSL haben wird&#8220;, so Michel Denis, der für <em>Mars Express</em> verantwortliche Spacecraft Operations Manager der ESA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/mex_msl_edl_timeline_big.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/mex_msl_edl_timeline_a.jpg" alt="" width="300" height="545"/></a><figcaption>Der Zeitplan des Curiosity-Landeablaufes und die damit verbundenen Aktionen der Raumsonde Mars Express.<br>(Bild: ESA</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die am ESA-Raumfahrtkontrollzentrum ESOC in Darmstadt beschäftigten Spezialisten für Flugbetrieb und Flugdynamik haben anlässlich der bevorstehenden Landung des Marsrovers auch einen speziellen Flugmodus für <em>Mars Express</em> entwickelt und getestet. Dieser &#8222;EDL-Pointing-Mode&#8220; ist dafür verantwortlich, dass sich das Lander-Kommunikationssystem von <em>Mars Express</em> &#8211; dieses war ursprünglich für die Kommunikation mit dem bei der Landung auf dem Mars verloren gegangenen ESA-Marslander <em>Beagle 2</em> vorgesehen &#8211; während der gesamten Landephase exakt auf die Abstiegsstufe <em>Curiositys</em> ausrichten wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den frühen Morgenstunden des 6. August wird sich <em>Mars Express</em> dazu um 06:06 MESZ in den EDL-Pointing-Mode begeben und das Lander-Kommunikationssystem in Richtung Mars ausrichten. Zwischen 07:09 und 07:37 MESZ wird der Orbiter dann zunächst die von <em>Curiosity</em> abgestrahlten Kommunikationssignale aufzeichnen. Anschließend wird sich <em>Mars Express</em> ab 07:39 MESZ erneut drehen, seine Hauptantenne wieder in Richtung Erde ausrichten und die zuvor aufgezeichneten Signaldaten an die 35-Meter-Antenne des Deep-Space-Network der ESA in New Norcia/Australien übermitteln. Die Daten werden ab 08:15 MESZ in New Norcia eingehen und von dort aus unverzüglich an das <em>Curiosity</em>-Kontrollzentrum am Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien weitergeleitet. Zusätzlich stehen an diesem Tag auch verschiedene Bodenstationen und die dort befindlichen Deep-Space-Antennen des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/ESTRACK" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">ESTRACK</a> der ESA als &#8222;Hot-Backup&#8220; für das Deep-Space-Network der NASA bereit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Die NASA hat uns im Jahr 2003 bei der Ankunft von <em>Mars Express</em> am Mars unterstützt und in den vergangenen Jahren haben wir mehrfach Daten für die Rover <em>Spirit</em> und <em>Opportunity</em> weitergeleitet. <em>Mars Express</em> hat auch den Abstieg des NASA-Marslanders <em>Phoenix</em> im Jahr 2008 verfolgt. Wir teilen unsere Deep-Space-Netzwerke regelmäßig&#8220;, so Dr. Manfred Warhaut von der ESA. &#8222;Die bei Marsmissionen seit langem sowohl auf technischer als auch auf wissenschaftlicher Ebene bestehende Zusammenarbeit zwischen der ESA und der NASA ist vorteilhaft für beide Seiten und hilft beiden Organisationen, die Risiken zu verringern und den Ertrag an wissenschaftlichen Ergebnissen zu erhöhen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>&#8222;Live&#8220;-Übertragungen der Landung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die am 6. August 2012 erfolgende Landung des Rovers <em>Curiosity</em> wird leider für viele Jahre die letzte Landung eines Rovers auf der Oberfläche unseres äußeren Nachbarplaneten darstellen. Selbstverständlich lässt sich die NASA diese einmalige Gelegenheit nicht entgehen und wird die Landung in einem entsprechenden Rahmen in Form einer ausführlichen, allerdings englischsprachigen &#8222;Live&#8220;-Berichterstattung auf NASA-TV zelebrieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie können die Landung des Rovers <em>Curiosity</em>, welcher die Marsforschung während der kommenden Jahre wesentlich bestimmen wird, aber auch im Rahmen einer deutschsprachigen Übertragung verfolgen. <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://spacelivecast.de/myportal/" target="_blank" data-wpel-link="external">Spacelivecast.de</a> wird an diesem Tag um 06:30 MESZ auf Sendung gehen und Sie neben den Bildern von NASA-TV mit entsprechenden Kommentaren und vielen interessanten Hintergrundinformationen versorgen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Diskussion zu diesem Artikel</h4>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4218.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Marsrover Curiosity</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10155.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">MSL Rover Curiosity auf Atlas V (541)</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=694.630" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Mars</a></li></ul>



<h4 class="wp-block-heading">Verwandte Webseiten</h4>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.jpl.nasa.gov/news/mars-orbiter-repositioned-to-phone-home-mars-landing/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">JPL: Orbitanpassung Mars Odyssey</a></li><li><a href="https://web.archive.org/web/20250712130610/https://spaceflightnow.com/atlas/av028/120716relay/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Spaceflight Now: Datenübertragung bei der Landung</a></li><li><a href="https://www.esa.int/About_Us/ESOC/ESA_s_Mars_Express_supports_dramatic_landing_on_Mars" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ESA: Unterstützung durch Mars Express</a></li><li><a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Mars_Express_marks_the_spot_for_Curiosity_landing" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ESA: Timeline Mars Express</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Kommunikation mit der Erde</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/die-kommunikation-mit-der-erde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Jun 2012 22:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Curiosity]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Rover]]></category>
		<category><![CDATA[Antenne]]></category>
		<category><![CDATA[Deep Space Network]]></category>
		<category><![CDATA[DSN]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Mars Express]]></category>
		<category><![CDATA[MRO]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Transponder]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=49870</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wie bereits seine beiden Vorgänger, die Marsrover Spirit und Opportunity, verfügt auch der Rover Curiosity für die Kommunikation mit seinem am Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena/Kalifornien befindlichen Kontrollzentrum über drei voneinander unabhängige Antennensysteme, welche in zwei Kommunikationskomplexen angeordnet sind. Ein Beitrag von Karl Urban. Quelle: NASA. Die direkte Kommunikation zwischen Curiosity und der Erde [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Wie bereits seine beiden Vorgänger, die Marsrover Spirit und Opportunity, verfügt auch der Rover Curiosity für die Kommunikation mit seinem am Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena/Kalifornien befindlichen Kontrollzentrum über drei voneinander unabhängige Antennensysteme, welche in zwei Kommunikationskomplexen angeordnet sind.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehrenmitglieder/" data-wpel-link="internal">Karl Urban</a>. Quelle: NASA.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die direkte Kommunikation zwischen Curiosity und der Erde</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/dsn_70meter_goldstone_big.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/dsn_70meter_goldstone_a.jpg" alt="" width="300" height="287"/></a><figcaption>Die hier abgebildete 70-Meter-Parabolantenne des DSN-Komplexes in Goldstone/USA wird nicht unwesentlich zu dem Datentransfer zwischen Curiosity und seinem Kontrollzentrum beitragen.<br>(Bild: NASA, JPL-Caltech)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Für die direkte Kommunikation zwischen dem Kontrollzentrum auf der Erde und dem Rover, der sogenannten &#8222;Direct to Earth&#8220;-Kommunikation (kurz &#8222;DTE&#8220;) für das Senden und der &#8222;Direct from Earth&#8220;-Kommunikation (kurz &#8222;DFE&#8220;) für das Empfangen von Daten, verfügt <em>Curiosity</em> über eine schwenkbare Hochgewinnantenne (engl. &#8222;High Gain Antenna&#8220;, kurz &#8222;HGA&#8220;), welche auf dem Roverdeck montiert ist. Es handelt sich hierbei um eine <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Patchantenne" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Patchantenne</a>, welche über eine sehr starke Richtwirkung verfügt. <em>Curiositys</em> sechseckige HGA weist einen Durchmesser von 25,5 x 29,4 Zentimetern auf und verfügt über ein Gewicht von etwa acht Kilogramm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz einer geringen Verstärkerleistung lassen sich mit dieser Antenne relativ hohe Datenübertragungsraten erzielen, wobei die HGA während des Betriebes allerdings äußerst präzise auf ihre jeweilige Empfangsstation auf der Erde ausgerichtet sein muss. Im Sendebetrieb liegt der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Antennengewinn" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Antennengewinn</a> bei einer optimalen Ausrichtung der HGA-Antenne bei einem Wert von 26 dB, beim Empfang von Daten beträgt der Gewinn 21 dB. Bereits eine Fehlausrichtung der Antenne von lediglich acht Grad führt zu einer Halbierung dieser Werte. Liegt die Abweichung dagegen bei einem Wert von mehr als 12 Grad, so ist keine direkte Kommunikation zwischen der Erde und dem Rover möglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Sendebetrieb liegt die Datenübertragungsrate der HGA-Antenne in einem Bereich zwischen 500 und 32.000 Bits pro Sekunde. Von der Erde eingehende Datenübertragungen werden dagegen typischerweise mit einer Rate von 190 Bit pro Sekunde empfangen. Die vorgesehenen Kommunikationsphasen im Rahmen einer DFE-Verbindung verfügen in der Regel über eine Dauer von 10 bis 15 Minuten. Dies ist ausreichend, um den Rover in diesem Zeitraum seine neuesten täglichen Befehle zu übermitteln.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Curiosity</em> sendet bei einer Frequenz von 8.395 MHz, der Empfang findet bei 7.183 MHz statt. Vorgesehen ist der Einsatz der HGA in erster Linie für das Senden von Statusdaten und Telemetriewerten des Rovers an sein Kontrollzentrum sowie für das Empfangen der dort erstellten Kommandos für die verschiedenen Aktivitäten <em>Curiositys</em> auf der Marsoberfläche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sollte im Verlauf der Mission ein Problem mit der HGA-Antenne auftreten, so verfügt <em>Curiosity</em> zusätzlich über eine &#8222;Low Gain Antenna&#8220; (kurz &#8222;LGA&#8220;). Diese LGA verfügt über praktisch keinerlei Richtwirkung, so dass der Rover mittels der LGA fast aus jeder Position heraus mit der Erde kommunizieren kann. Allerdings reduziert diese Eigenschaft der Antenne die erreichbare Datenrate auf einen Wert von lediglich wenigen Dutzend Bit pro Sekunde, so dass der Einsatz der LGA nur in Notfällen vorgesehen ist. Sowohl die HGA als auch die LGA senden und empfangen im Frequenzbereich des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/X-Band#Mikrowellenbereich" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">X-Bandes</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Datenübertragung via Relaisstation im Marsorbit</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/mro_kuenstlerische_darstellung_big.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/mro_kuenstlerische_darstellung_a.jpg" alt="" width="300" height="375"/></a><figcaption>Der Marsorbiter Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) wird im Rahmen der Curiosity-Mission als Kommunikationsrelais zwischen dem Rover und seinem Kontrollzentrum dienen. Sein fortschrittliches, auf einer drei Meter durchmessenden Parabolantenne basierendes Kommunikationssystem, ermöglicht die Übertragung großer Datenmengen aus dem Marsorbit an die Erde.<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der Großteil der im Rahmen der <em>Curiosity</em>-Mission gesammelten wissenschaftlichen Daten soll dagegen mit Hilfe einer im Orbit um den Mars befindliche &#8222;Kommunikationsrelaisstation&#8220; an das Rover-Kontrollzentrum übertragen werden. Hierfür ist der ebenfalls von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebenen Marsorbiters <em>Mars Reconnaissance Orbiter</em> (MRO) vorgesehen. Da der <em>MRO</em> den Mars in einer Höhe von nur wenigen hundert Kilometern über dessen Oberfläche umkreist, kann <em>Curiosity</em> seine zuvor gesammelten Daten und angefertigte Aufnahmen der Planetenoberfläche mit einem im Vergleich zu einer direkten Übermittlung zur Erde relativ geringen Energieverbrauch und in einem verhältnismäßig kurzen Zeitraum an den Orbiter übermitteln. Zu diesem Zweck &#8211; der Kommunikation mit einem nur wenige hundert Kilometer entfernt befindlichen Marsorbiter &#8211; wurde <em>Curiosity</em> mit einer &#8222;Rover UHF Antenna&#8220; (RUHF) ausgestattet. Bei der RUHF handelt es sich um eine ebenfalls auf dem Roverdeck montierte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wendelantenne" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Wendelantenne</a>, welche aufgrund ihrer schwachen Richtwirkung in einem relativ großen Winkelbereich einen Antennengewinn von etwa drei bis sechs dB erreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die über die RUHF-Antenne ausgestrahlten Daten werden im Frequenzbereich des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/UHF-Band" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">UHF-Bandes</a> bei 401 MHz ausgestrahlt. Der Datenempfang erfolgt dagegen bei 437 MHz. <em>Curiositys</em> UHF-System verfügt über zwei redundante Transmitter, platziert im sogenannten &#8222;Electra Lite Transponder&#8220; (ELT), welche alle für die Verarbeitung und Erzeugung von Funksignalen notwendigen Bauteile enthalten. Jeder der beiden Transmitter wiegt drei Kilogramm und benötigt im Betrieb eine elektrische Leistung von bis zu 96 Watt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter optimalen Umständen kann <em>Curiosity</em> im UHF-Sendebetrieb pro Sekunde eine Datenmenge von bis zu zwei Millionen Bit an den <em>MRO</em> übermitteln. Im Empfangsmodus werden bis zu 256 KBit pro Sekunde erreicht. Die von <em>Curiosity</em> ausgesandten Daten werden von dem UHF-Kommunikationssystem des <em>Mars Reconnaissance Orbiter</em> empfangen, von diesem verarbeitet und anschließend über das Hochleistungssendesystem des Orbiters im X-Band-Bereich an die Erde weitergeleitet. <em>Curiosity</em> wird pro Marstag für etwa acht Minuten in der Lage sein, mit dem <em>MRO</em> kommunizieren. In diesem Zeitraum, so die Einschätzung der NASA, kann <em>Curiosity</em> zwischen 100 und 250 Megabit an Daten an diesen übermitteln. Bei einer ausschließlich über die HGA-Antenne erfolgenden &#8222;Direct to Earth&#8220;-Kommunikation würde man dagegen für die Übermittlung einer Datenmenge von 250 Megabits einen Zeitraum von bis zu 20 Stunden benötigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Vergleich zu den früheren Marsorbitern ist der seit dem März 2006 in einer Umlaufbahn um den Mars befindliche <em>MRO</em> mit einem neuartigen Kommunikationssystem ausgestattet, welches die Übermittlung von zuvor nie erreichten Datenmengen an die Erde ermöglicht. Theoretisch kann die dabei erreichte Datenübertragungsrate einen Wert von bis zu sechs Megabit pro Sekunde erreichen. Zu diesem Zweck verfügt der <em>MRO</em> unter anderem über eine drei Meter durchmessenden <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Parabolantenne" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Parabolantenne</a>, welche wohl als das hervorstechende optische Merkmal in der Struktur dieser Raumsonde bezeichnet werden kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sollte der <em>Mars Reconnaissance Orbiter</em> während der <em>Curiosity</em>-Mission aufgrund eines technischen Defektes ausfallen und somit nicht mehr als Datenrelaisstation zur Verfügung stehen, so könnte auch der zweite derzeit aktive Marsorbiter der NASA, die bereits seit dem Oktober 2001 in einem Marsorbit befindliche Raumsonde <em>Mars Odyssey</em>, die Funktion des <em>MRO</em> übernehmen. Hierbei würde allerdings die maximal erreichbare Datenübertragungsrate abhängig von dem von <em>Mars Odyssey</em> verwendeten Kommunikationssystem auf 128.000 beziehungsweise 256.000 Bits pro Sekunde sinken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Alternative bietet sich durch den dritten gegenwärtig aktiven Marsorbiter, der von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebenen Marssonde <em>Mars Express</em>. Auch das UHF-System von <em>Mars Express</em> ist in der Lage, mit <em>Curiosity</em> zu kommunizieren und die von der Marsoberfläche empfangenen Daten an das Rover-Kontrollzentrum weiterzuleiten. Allerdings ist dies nur kurzzeitig und während eventuell eintretender Notsituationen wie zum Beispiel einem zeitgleich auftretenden Sicherheitsmodus der beiden NASA-Orbiter vorgesehen &#8211; jedoch keineswegs als Dauerlösung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sollten während der <em>Curiosity</em>-Mission tatsächlich sowohl der <em>Mars Reconnaissance Orbiter</em> als auch <em>Mars Odyssey</em> dauerhaft ausfallen (beide Missionen befinden sich immerhin bereits seit mehreren Jahren in einer Marsumlaufbahn und wurden mittlerweile jeweils mehrfach von der NASA verlängert), so könnte die Datenübertragung nur noch auf direktem Weg durch die HGA-Antenne erfolgen. Trotz dieser sich daraus ergebenden gravierenden Begrenzungen der Datenübertragungsraten wäre die weitere Fortführung der Mission in diesem hoffentlich nicht eintretenden Fall nicht gefährdet. Allerdings würde sich das Volumen der an das Kontrollzentrum übermittelten Datenmenge sehr wahrscheinlich mehr als deutlich reduzieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen Ersatz für die drei derzeit aktiven Marsorbiter wird es frühestens ab dem Herbst 2014 geben. Ab dann wird sich der nächste Marsorbiter der NASA, die für einen Start im November 2013 vorgesehene Marsmission <em>MAVEN</em>, in einer Umlaufbahn um unseren äußeren Nachbarplaneten befinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Deep Space Network der NASA</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/dsn_banner_a.jpg" alt="" width="892" height="147"/><figcaption>Der Datenaustausch zwischen Curiosity und seinem Kontrollzentrum erfolgt über das Deep Space Network der NASA.<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die von dem Marsrover <em>Curiosity</em> in Richtung Erde ausgesandten Daten werden auf unserem Heimatplaneten zunächst von den verschiedenen Antennen des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Deep_Space_Network" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Deep Space Network</a> (DSN) der NASA empfangen. Bei dem DSN handelt es sich um ein über den gesamten Globus verteiltes Netzwerk aus Parabolantennen, mit denen die US-amerikanische Weltraumbehörde die Kommunikation mit ihren verschiedenen interplanetaren Weltraummissionen abwickelt. Die drei größten Standorte des DSN befinden sich auf einem in der Mojave-Wüste im US-Bundesstaat Kalifornien befindlichen Stützpunkt der US-Army, 40 Kilometer südwestlich der australischen Hauptstadt Canberra und 60 Kilometer westlich von Madrid/Spanien. Jede dieser Stationen verfügt neben mehreren kleineren Parabolantennen über jeweils mindestens eine 26-Meter-Antenne, zwei 34-Meter-Antennen und eine 70-Meter-Antenne. Neben der interplanetaren Kommunikation werden diese Antennensysteme zum Beispiel auch für <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Radioastronomie" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">radioastronomische Forschungen</a> oder für die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Radarastronomie" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Radaruntersuchung</a> erdnaher Asteroiden eingesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verteilung der einzelnen Stationen über den gesamten Globus &#8211; jede der größeren Stationen ist etwa 120 Längengrade oder ein Drittel des Erdumfangs von der nächsten Station entfernt &#8211; ermöglicht es der NASA, trotz der Rotation der Erde zu jedem Zeitpunkt mit ihren verschiedenen Raumsonden in Kontakt zu treten. Die von den einzelnen Stationen empfangenen Daten des Rovers werden nach ihrem Eingang von den verschiedenen Standorten aus an das am Jet Propulsion Laboratory (JPL) befindliche Rover-Kontrollzentrum in Pasadena/Kalifornien übermittelt. In umgekehrter Richtung wird auch der Marsrover <em>Curiosity</em> auf diesem Weg mit den täglich für seine Forschungsmission notwendigen Kommandos oder komplexeren Informationen wie zum Beispiel den im Laufe der Zeit zu erstellenden Updates seiner Software versehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die derzeit verfügbaren 70-Meter-Antennen des DSN verfügen über ein Gewicht von jeweils fast 3.000 Tonnen. Diese Antennen sind aufgrund ihrer Größe in der Lage, die Signale von Raumsonden auszumachen, welche mehr als 16 Milliarden Kilometer von unserer Erde entfernt sind. Voraussetzung hierfür ist allerdings eine absolut exakte Ausrichtung der Antennen und der damit verbundenen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Transponder_(Satellit)" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Transponder</a> in Richtung der anzupeilenden Signalquelle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Problematisch gestaltet sich dabei nicht nur immer wieder das mechanische Bewegen einer Masse von 3.000 Tonnen. Zusätzlich bieten die Antennen mit ihrer Fläche von jeweils 3.850 Quadratmetern auch eine Angriffsfläche für die örtlich vorherrschenden Windströmungen. Aufgrund ihrer stabilen mechanischen Struktur kann die 70 Meter durchmessende DSN-Antenne DSS-43 dabei zum Beispiel konstant auftretenden Windgeschwindigkeiten von bis zu 72 Kilometern pro Stunde wiederstehen. In Böen auftretende Winde können sogar Geschwindigkeiten von mehr als 88 Kilometern pro Stunde erreichen, ohne dass die Funktionalität der Anlage beeinträchtigt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit welchen Raummissionen wird zum Beispiel die DSN-Station bei <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Canberra_Deep_Space_Communication_Complex" target="_blank" data-wpel-link="external">Canberra</a> demnächst in Kontakt treten? <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://www.cdscc.nasa.gov/Pages/trackingtoday.html" target="_blank" data-wpel-link="external">Hier</a> eine Übersicht über die für die nächsten Tage geplanten Aktivitäten. Die mit <em>Curiosity</em> vorgesehenen Verbindungen sind dabei mit dem Kürzel MSL (für Mars Science Laboratory – so lautete <em>Curiositys</em> frühere Bezeichnung) versehen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Verwandte Webseiten</h4>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://descanso.jpl.nasa.gov/DPSummary/Descanso14_MSL_Telecom.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">NASA MSL: Telecommunication System Design</a> (engl.)</li><li><a href="https://science.nasa.gov/mission/msl-curiosity/#data" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">NASA: Data Rates / Returns</a> (engl.)</li><li><a href="https://web.archive.org/web/20230429170258/https://www.nasa.gov/directorates/heo/scan/services/networks/deep_space_network/complexes/70-meter/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">NASA Deep Space: 70 meter antennas</a> (engl.)</li></ul>



<h4 class="wp-block-heading">Diskussion zu diesem Artikel</h4>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4218.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Marsrover Curiosity</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10155.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">MSL Rover Curiosity auf Atlas V (541)</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=694.630" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Mars</a></li></ul>
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		<item>
		<title>Zusammenstoß am Mars?</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/zusammenstoss-am-mars/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Apr 2006 00:43:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mars Express]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Aprilscherz]]></category>
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		<category><![CDATA[Kollision]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aus bisher ungeklärter Ursache ist es wohl zu einem Zusammenstoß der beiden Mars-Sonden Mars Express und Mars Reconnaissance Orbiter gekommen. Spezialisten von NASA und ESA haben die Untersuchungen aufgenommen. Ein Beitrag von Dominik Mayer. Quelle: NACA. In den frühen Abendstunden des gestrigen Tages überschlugen sich die Ereignisse. Da die Raumfahrer.net-Redaktion derweil in aller Seelenruhe, ohne [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Aus bisher ungeklärter Ursache ist es wohl zu einem Zusammenstoß der beiden Mars-Sonden <i>Mars Express</i> und <i>Mars Reconnaissance Orbiter</i> gekommen. Spezialisten von NASA und ESA haben die Untersuchungen aufgenommen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Dominik Mayer</a>. Quelle: NACA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den frühen Abendstunden des gestrigen Tages überschlugen sich die Ereignisse. Da die Raumfahrer.net-Redaktion derweil in aller Seelenruhe, ohne böses zu ahnen und vor allem ohne Internet in einem Münchner Lokal den Auftakt des diesjährigen Redaktions- und Vereinstreffens beging konnten wir sie leider ausnahmsweise nicht zeitnah informieren. Hier nun das Protokoll der möglichen Katastrophe.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01042006024355_small_1.jpg" alt="NASA" width="350" height="284"/><figcaption>
Der Mars Reconnaissance Orbiter im Mars-Orbit 
<br>
(Grafik: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am frühen Abend des 31. März 2006, gegen 18:32 Uhr mitteleuropäischer Zeit, vermeldete das für <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mars_Express" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Mars Express</a> zuständige ESOC-Kontrollzentrum in Darmstadt einen Abbruch der Verbindung zur Raumsonde. Die Wissenschaftler hatten damit gerechnet, die neuesten Aufnahmen der vom DLR in Berlin entwickelten High Resolution Stereo Camera (HRSC), übertragen zu können. Da kurzzeitige Ausfälle der Kommunikation hin und wieder passieren, entschloss man sich, auf ein Lebenszeichen von Mars Express zu warten. Da dies bis zum jetzigen Zeitpunkt ausblieb, wurden die Antennen der ESA Tracking Stations (ESTRACK), dem Äquivalent zum amerikanischen Deep Space Network, auf den Mars ausgerichtet, um die genaue Position des Satelliten zu bestimmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zeitgleich auf der anderen Seite des Atlantiks. Schauplatz des Geschehens: Jet Propulsion Laboratory (JPL), Passadena, Californien. Auch hier betreut man eine Sonde, sie umkreist ebenfalls den Mars, trägt den formschönen Namen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mars_Reconnaissance_Orbiter" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Mars Reconnaissance Orbiter</a> und ist zur Zeit damit beschäftigt, mittels <a href="https://www.raumfahrer.net/aerobraking-der-tritt-auf-die-luftbremse/" data-wpel-link="internal">Aerobraking</a> von einer elliptischen in eine nahezu kreisförmige Umlaufbahn einzuschwenken. Dies geschieht zum größten Teil automatisch und bedarf kaum Personals. Doch gleichzeitig mit den europäischen Kollegen verliert man auch hier den Kontakt zur Sonde. Es ist 21:17 Uhr Ortszeit als man beschließt das Deep Space Network einzuschalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 620 Tonnen schwere Antenne in Cebreros, Spanien, ist in der Zwischenzeit fündig geworden. Mars Express befindet sich abseits seiner vermuteten Position und scheint sich unkontrolliert fortzubewegen. Ganz in der Nähe lokalisiert man eine zweite Sonde. Die Mitteilung aus den USA lässt zumindest erahnen, was geschehen ist. &#8222;Vermutlich kam der Mars Reconnaissance Orbiter in den derzeit wütenden globalen Marssturm.&#8220; erklärt Pete Clarkson, Missionsspezialist am JPL. &#8222;Wir gehen davon aus, dass die Sonde aufgrund einer Fehleinschätzung der atmosphärischen Dichte nicht stark genug abgebremst wurde.&#8220; Das erklärt allerdings immer noch nicht, wie es zu einem Zusammenstoß hätte kommen sollen. Auf ein leichter verständliches Modell übertragen wäre es genauso wahrscheinlich, wie das zufällige Zusammentreffen zweier Ameisen auf einem Fußballplatz, wenn man davon ausgeht dass eine Ameise lediglich von einem Tor zum anderen auf und ab läuft und die andere von einer Ecke zur anderen. Ach ja, die zweite wird dabei immer langsamer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Aufeinandertreffen zweier Sonden wird durch komplizierte Bahnberechnungen im Grunde völlig ausgeschlossen. Entsprechend ratlos sitzt man jetzt in den Kontrollzentren. Sollten die beiden Sonden in der Tat verloren sein, wäre der Verlust für die Wissenschaft gravierend, hatte man doch für die nächsten Jahre sehr genaue Pläne. Raumfahrer.net wird sie natürlich weiterhin auf dem Laufenden halten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie Ihnen (im Gegensatz zu Google News <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> sicherlich aufgefallen ist, haben wir uns einen kleinen Aprilscherz erlaubt. Den Sonden geht es, zumindest soweit wir das beurteilen können, den Umständen entsprechend gut. Wir hoffen, Sie nicht zu sehr geschockt zu haben und verbleiben bis zum 1. April 2007 in gewohnter Seriösität.</strong></p>
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		<title>Kometensonde CONTOUR vermisst</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/lexikon-planet-erde-3-70/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Aug 2002 22:16:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Anomalie]]></category>
		<category><![CDATA[CONTOUR]]></category>
		<category><![CDATA[Deep Space Network]]></category>
		<category><![CDATA[Kometensonde]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine für 11:35 Uhr (MESZ) geplante Kontaktaufnahme mit der Kometensonde CONTOUR ist bis jetzt nicht zustande gekommen. Autor: Michael Stein, bearbeitet von Star-Light. Quelle: JHU/APL. Die am 3. Juli gestartete amerikanische Raumsonde CONTOUR sollte heute durch Zündung ihres Triebwerks den Parkorbit in einer Höhe von 225 km um die Erde verlassen und ihre Reise zu [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Eine für 11:35 Uhr (MESZ) geplante Kontaktaufnahme mit der Kometensonde <em>CONTOUR</em> ist bis jetzt nicht zustande gekommen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Autor: Michael Stein, bearbeitet von Star-Light. Quelle: JHU/APL.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/ContourCometNASA50.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/ContourCometNASA26.jpg" alt="Sonde &quot;CONTOUR&quot;
(Illustration: NASA)"/></a><figcaption>Sonde &#8222;CONTOUR&#8220;<br>(Illustration: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die am 3. Juli gestartete amerikanische Raumsonde CONTOUR sollte heute durch Zündung ihres Triebwerks den Parkorbit in einer Höhe von 225 km um die Erde verlassen und ihre Reise zu zwei Kometen antreten. Die Zündung des Feststoff-Triebwerks STAR 30 war für 10:49 Uhr (MESZ) vorgesehen und sollte die Geschwindigkeit des Raumfahrzeugs um 1.920 m/sek. erhöhen. Für 11:35 Uhr (MESZ) wurde eine erste Bestätigung über die erfolgreiche Durchführung dieses Manövers von der Raumsonde erwartet. Wie das CONTOUR-Missionsteam beim Applied Physics Laboratory der John Hopkins University mitteilte, konnte der Kontakt zur Sonde bis um 17:00 Uhr (MESZ) jedoch nicht wieder hergestellt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Missionsteam arbeitet nun verschiedene Notfallpläne durch, um den Kontakt zu CONTOUR doch noch wieder herstellen zu können. Zu diesem Zweck wird entlang der Route, die die Raumsonde bei einer erfolgreich verlaufenen Triebwerkszündung nehmen würde, mit Hilfe der Antennen des Deep Space Network der NASA nach Signalen von CONTOUR gesucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Hilfe des heutigen Manövers sollte CONTOUR die Anziehungskraft der Erde verlassen und Ende 2003 den Kometen Encke erreichen, ein Vorbeiflug am Kometen Schwassmann-Wachmann 3 war für Juni 2006 geplant. Das wissenschaftliche Ziel der Mission ist die Erforschung von Kometenkernen durch nahe Vorbeiflüge an mindestens zwei Kometen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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