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	<title>Radiosignale &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Radiosignale &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<item>
		<title>Mission Rosetta &#8211; Die Suche nach Philae dauert an</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Jun 2015 18:50:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit dem November 2014 wird auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerassimenko nach dem exakten Standort des Kometenlanders Philae gesucht. Jetzt konnte die Position der Landeellipse eingegrenzt werden. In deren unmittelbaren Umgebung befinden sich gleich mehrere Strukturen, bei denen es sich um den gesuchten Lander handeln könnte. Mangels genauerer Daten dauert die Suche somit auch weiterhin an. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/mission-rosetta-die-suche-nach-philae-dauert-an/" data-wpel-link="internal">Mission Rosetta &#8211; Die Suche nach Philae dauert an</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Seit dem November 2014 wird auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerassimenko nach dem exakten Standort des Kometenlanders Philae gesucht. Jetzt konnte die Position der Landeellipse eingegrenzt werden. In deren unmittelbaren Umgebung befinden sich gleich mehrere Strukturen, bei denen es sich um den gesuchten Lander handeln könnte. Mangels genauerer Daten dauert die Suche somit auch weiterhin an.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Erstellt von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>.   Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, DLR, ESA</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/phliae_abstieg_12_11_2014_big.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/phliae_abstieg_12_11_2014_a.jpg" alt="Die Landung von Philae wurde mit der an Bord des Orbiters Rosetta befindlichen OSIRIS-Kamera dokumentiert. Dabei konnte diese Kamera den Lander mehrfach abbilden. Das Landegestell von Philae - so die Auswertung der entsprechenden Telemetriedaten - konnte beim ersten Aufsetzen zwar einen Teil der kinetischen Energie aufnehmen. Dennoch 'prallte' Philae von der Kometenoberfläche ab und stieg zunächst wieder mit einer Geschwindigkeit von 38 Zentimetern pro Sekunde von der Oberfläche des Kometen auf. Im Rahmen dieses 'Steigfluges' erreichte der Lander eine Höhe von eventuell bis zu einem Kilometer über der Oberfläche und legte dabei einer horizontale Distanz von bis zu einem Kilometer zurück, bevor nach 110 Minuten eine zweite 'Landung' erfolgte. Auch dieser Aufprall hatte ein erneutes Abheben von der Oberfläche zur Folge. Dieser nächste 'Freiflug' erfolgte mit einer Geschwindigkeit von etwa drei Zentimetern pro Sekunde und dauerte diesmal nur noch etwa sieben Minuten. Das Einzelfoto ganz rechts in dieser Aufnahme zeigt den Lander zum Beginn des ersten 'Weiterfluges'. Der exakte Ort, wo Philae dann endgültig zum Stehen gelangte, konnte bisher jedoch immer noch nicht ermittelt werden.
(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)"/></a><figcaption>Die Landung von Philae wurde mit der an Bord<br> des Orbiters Rosetta befindlichen <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://www.mps.mpg.de/rosetta/osiris" target="_blank" data-wpel-link="external">OSIRIS-Kamera</a> <br>dokumentiert. Dabei konnte diese Kamera den <br>Lander mehrfach abbilden. Das Landegestell <br>von Philae &#8211; so die Auswertung der entsprechenden<br> Telemetriedaten &#8211; konnte beim ersten Aufsetzen<br> zwar einen Teil der kinetischen Energie aufnehmen.<br> Dennoch &#8218;prallte&#8216; Philae von der Kometenoberfläche<br> ab und stieg zunächst wieder mit einer <br>Geschwindigkeit von 38 Zentimetern pro Sekunde<br> von der Oberfläche des Kometen auf. Im Rahmen<br> dieses &#8218;Steigfluges&#8216; erreichte der Lander eine Höhe<br> von eventuell bis zu einem Kilometer über der <br>Oberfläche und legte dabei einer horizontale <br>Distanz von bis zu einem Kilometer zurück, bevor<br> nach 110 Minuten eine zweite &#8218;Landung&#8216; erfolgte.<br> Auch dieser Aufprall hatte ein erneutes Abheben<br> von der Oberfläche zur Folge. Dieser nächste<br> &#8218;Freiflug&#8216; erfolgte mit einer Geschwindigkeit<br> von etwa drei Zentimetern pro Sekunde und <br>dauerte diesmal nur noch etwa sieben Minuten.<br> Das Einzelfoto ganz rechts in dieser Aufnahme<br> zeigt den Lander zum Beginn des ersten <br>&#8218;Weiterfluges&#8216;. Der exakte Ort, wo Philae dann<br> endgültig zum Stehen gelangte, konnte<br> bisher jedoch immer noch nicht ermittelt werden.<br>(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team<br> MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einem mehr als zehn Jahre andauernden Flug durch unser Sonnensystem erreichte die von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Raumsonde <em>Rosetta</em> am 6. August 2014 das Ziel ihrer Reise &#8211; den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko (der Einfachheit halber ab hier als &#8222;67P&#8220; abgekürzt). Seitdem &#8218;begleitet&#8216; <em>Rosetta</em> diesen Kometen auf seinem weiteren Weg in das innere Sonnensystem und untersucht dieses Relikt aus der Entstehungsphase unseres Sonnensystems dabei intensiv mit <a href="https://web.archive.org/web/20230329214450/https://www.dlr.de/pf/desktopdefault.aspx/tabid-1371/1868_read-3287/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">elf wissenschaftlichen Instrumenten</a> aus Entfernungen zwischen acht bis hin zu mehreren hundert Kilometern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits am 12. November 2014 wurde dabei einer der Höhepunkte dieser überaus ambitionierten und erfolgreichen Mission zur Erforschung unseres Sonnensystems erreicht: An diesem Tag wurde der von der Raumsonde mitgeführte Kometenlander <em>Philae</em> von <em>Rosetta</em> abgetrennt (Raumfahrer.net berichtete live aus den Raumsondenkontrollzentren in <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/philae-ist-gelandet-live-aus-dem-esoc/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Darmstadt</a> und <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/philae-landung-der-plan-und-updates-aus-dem-dlr/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Köln</a>), welcher um 16:35 MEZ im Bereich der ursprünglich vorgesehenen Landestelle <a href="https://www.raumfahrer.net/kometenlander-philae-landeort-und-zeitplan-bestaetigt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">&#8222;Agilkia&#8220;</a> (ehemals als &#8222;Landeplatz J&#8220; benannt) die Oberfläche des Kometen 67P erreichte. Allerdings prallte <em>Philae</em> bei dieser Landung von der Oberfläche ab. Es folgte ein etwa zweistündiger Schwebeflug, bevor die Landeeinheit nach zwei weiteren Kontakten mit der Kometenoberfläche an ihrem jetzigen Standort im Bereich der finalen Landestelle &#8222;Abydos&#8220; niederging.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An diesem finalen Standort bot sich für den bei seiner Energieversorgung auf die Sonnenenergie angewiesenen Lander aufgrund der dort gegebenen schlechten Beleuchtungsverhältnisse &#8211; die Sonne erreichte <em>Philae</em> an diesem Standort pro &#8218;Kometentag&#8216; für lediglich etwas mehr als eine Stunde &#8211; keine Möglichkeit, die Energiereserven in einem ausreichenden Umfang zu erneuern. Trotzdem konnte der Lander &#8211; mit der Energie aus einer auf eine Einsatzdauer von etwa 60 Stunden ausgelegten Batterie versorgt &#8211; in den folgenden 56 Stunden eine Vielzahl an Messungen durchführen. Die dabei gesammelten Daten der <a href="https://web.archive.org/web/20230603215039/https://www.dlr.de/pf/desktopdefault.aspx/tabid-1371/1868_read-3321/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">zehn Instrumente</a> des Landers wurden regelmäßig bei jedem sich öffnenden Kommunikationsfenster an die Erde übertragen, bevor die Energiereserven am 15. November 2014 so weit erschöpft waren, dass sich <em>Philae</em> an diesem Tag um 01:36 MEZ in einen &#8218;Schlafmodus&#8216; versetzte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seitdem sind die an dieser Mission beteiligten Wissenschaftler neben der Auswertung der zwischenzeitlich gesammelten Daten damit beschäftigt, den Ablauf der Landung zu rekonstruieren und auch den exakten Ort, an dem <em>Philae</em> letztendlich im Bereich der Region &#8222;Abydos&#8220; zum Stillstand kam, zu identifizieren. Dabei greifen die Kometenforscher auf eine Vielzahl von Informationen wie zum Beispiel Aufnahmen der verschiedenen Kamerasysteme, Messungen des Magnetfeldes und Untersuchungen mit Radiowellen zurück.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/flugbahn_philae_12_11_2014_big.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/flugbahn_philae_12_11_2014_a.jpg" alt="Durch die Kombination der Daten von mehreren Instrumenten konnte die Flugbahn des Kometenlanders Philae rekonstruiert werden. Hierbei zeigte sich, dass dieser während des Sinkfluges vier mal mit der Kometenoberfläche in Berührung kam
(Bild: ESA; Daten: Auster et al. (2015); Kometenfoto: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)"/></a><figcaption>Durch die Kombination der Daten von mehreren<br> Instrumenten konnte die Flugbahn des <br>Kometenlanders Philae rekonstruiert werden.<br> Hierbei zeigte sich, dass dieser während des <br>Sinkfluges vier mal mit der Kometenoberfläche<br> in Berührung kam<br>(Bild: ESA; Daten: Auster et al. (2015); Kometenfoto:<br> ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS Team MPS, UPD,<br> LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Landung in mehreren Etappen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Sowohl die Navigationskamera von <em>Rosetta</em> als auch die <a href="https://www.mps.mpg.de/rosetta/osiris" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">OSIRIS-Kamera</a> &#8211; die unter der Leitung von Mitarbeitern des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen entwickelte und betriebene Hauptkamera an Bord des Kometenorbiters &#8211; konnten die erste Landestelle eindeutig identifizieren. Zusätzlich lieferte die ROLIS-Kamera von <em>Philae</em>, die während dieser ersten Landung wie für dieses Manöver vorgesehen senkrecht nach unten blickte, aus einer Entfernung von lediglich neun Metern hochaufgelöste Aufnahmen von dieser Stelle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Abprallen von &#8222;Agilkia&#8220; konnte der jetzt weiterfliegende Lander zudem in weiteren Aufnahmen, welche ebenfalls sowohl von der Navigationskamera als auch von der OSIRIS-Kamera angefertigt wurden, ausgemacht werden. Eine weitere Aufnahme von OSIRIS, welche einige Zeit später entstand, zeigt einen hellen Fleck über dem Horizont der großen &#8222;Hatmehit&#8220;-Vertiefung auf dem &#8218;Kopf&#8216; des Kometen. Hierbei, so die Wissenschaftler, handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach ebenfalls um <em>Philae</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Messdaten des ROMAP-Instruments an Bord von <em>Philae</em>, mit denen primär das Magnetfeld von 67P untersucht werden sollte, liefern weitere Einzelheiten, welche auch präzise Zeitangaben zu dem weiteren Verlauf des Schwebefluges beinhalten (<a href="https://www.raumfahrer.net/komet-tschurjumow-gerassimenko-hat-kein-magnetfeld/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). So halten es die Wissenschaftler aufgrund dieser Daten für wahrscheinlich, dass der Lander um 17:20 MEZ zunächst eine Oberflächenstruktur streifte und dadurch bedingt ins Schlingern geriet. Zu einem dritten Bodenkontakt kam es um 18:25 MEZ. Hierauf folgte ein weiterer, allerdings deutlich kürzerer &#8218;Hüpfer&#8216;, welcher nur sieben Minuten andauerte. Um 18:32 setzte <em>Philae</em> schließlich an seinem jetzigen Standort im Bereich der Landestelle &#8222;Abydos&#8220; auf. Insgesamt dürfte sich <em>Philae</em> im Rahmen dieses ungeplanten Weiterfluges mehr als einen Kilometer von dem Ort des ersten Bodenkontakts entfernt haben.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ausrichtung_philae_67p_big.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ausrichtung_philae_67p_a.jpg" alt="Dieses topographische Modell der Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko zeigt die wahrscheinliche Position und Ausrichtung des Landers Philae.
(Bild: ESA, Rosetta, Philae, CNES, FD)"/></a><figcaption>Dieses topographische Modell der Oberfläche des<br> Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko zeigt <br>die wahrscheinliche Position und Ausrichtung <br>des Landers Philae.<br>(Bild: ESA, Rosetta, Philae, CNES, FD)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aber wo genau befindet sich <em>Philae</em> jetzt?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Aufnahmen, welche die Lander-Kamerasysteme ROLIS und CIVA während der jetzt folgenden fast 60-stündigen wissenschaftlichen Messungen anfertigten, ermöglichten den beteiligten Wissenschaftlern einen ersten Einblick in diese finale Landestelle. <em>Philae</em> befindet sich demzufolge in einem sehr rauem Terrain. Der Lander ist möglicherweise gegen eine Klippe gekippt und befindet sich definitiv während der meisten Zeit der 12,4 Stunden andauernden Rotationsperiode des Kometen um seine Achse weitestgehend im Schatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den Tagen und Wochen nach der Landung bemühte sich das von Dr. Holger Sierks vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen geleitete OSIRIS-Team, <em>Philae</em> in den inzwischen neu angefertigten Aufnahmen der vermuteten Landeregion aufzuspüren. Dies erwies sich jedoch als eine äußerst komplizierte Aufgabe, welche sowohl durch das zerklüftete Terrain und die schlechten Beleuchtungsverhältnisse, aber auch durch die geringen Abmessungen der Landeeinheit und durch die relativ großen Entfernung zwischen <em>Rosetta</em> und der Kometenoberfläche erheblich erschwert wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die am höchsten aufgelösten Aufnahmen dieser Landeregion, welche nach dem 12. November 2014 angefertigt wurden, stammen von Mitte Dezember 2014. Zu dieser Zeit bewegte sich der Orbiter in einer Entfernung von etwa 18 Kilometern zu 67P. Bei dieser Distanz bietet die Telekamera des OSIRIS-Komplexes eine Auflösung von 34 Zentimetern pro Pixel. Der Lander <em>Philae</em> verfügt dagegen über eine Abmessung von lediglich 1 x 1 x 1 Metern. Und auch die drei Beine des Landergestells erstrecken sich &#8211; ausgehend vom Mittelpunkt der Unterseite des Landers &#8211; über jeweils nur 1,4 Meter. Unter der Berücksichtigung der Abmessungen des Landers, seiner Reflektivität und dessen berechnete Orientierung auf der Oberfläche sowie dem Auflösungsvermögen der Kameraoptik dürfte <em>Philae</em> in diesen OSIRIS-Aufnahmen eine Fläche von lediglich einigen wenigen Pixeln überdecken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den entsprechenden Aufnahmen von der &#8218;Kopf&#8216;-Region des Kometen 67P konnte das OSIRIS-Team trotz dieser komplizierten Voraussetzungen dennoch einige potentielle Kandidaten entdecken. Hierbei handelt es sich um verschiedene helle Flecken, welche jeweils nur wenige Pixel einnahmen. Dabei war &#8211; und ist immer noch &#8211; allerdings unklar, ob einer dieser Flecken &#8211; und wenn ja welcher &#8211; wirklich den gesuchten Lander darstellt, denn derartige helle Flecken treten auf der Oberfläche des Kometenkerns relativ häufig auf und viele dieser Strukturen sind dabei nicht von Dauer. So können etwa kleinere Strukturen des Kometenkerns unter günstigen Belichtungsbedingungen kurzzeitig &#8218;aufblitzen&#8216;. Zu späteren Zeitpunkten sind diese dann jedoch nicht mehr erkennbar.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/philae_vorher_nachher_osiris_big-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/philae_vorher_nachher_osiris_a.jpg" alt="In diesem Vergleich von drei Aufnahmen der OSIRIS-Kamera sind helle Flecken erkennbar, bei denen es sich um den gesuchten Kometenlander Philae handeln könnte. Die erste Aufnahme (links) zeigt das Gebiet am 22. Oktober 2014 und somit noch vor der Landung. Die zweite Aufnahme (Mitte) vom 12. Dezember 2014 sowie die dritte Aufnahme (rechts) vom 13. Dezember 2014 zeigen im Unterschied zu der ersten Aufnahme eine mehrere Pixel umfassende helle Struktur. Um mit den 'Vorher'-Aufnahmen vergleichbar zu sein, wurden die 'Nachher'-Aufnahmen bearbeitet und interpoliert. Dadurch überdeckt der zu erkennende helle Fleck in den Dezember-Darstellungen mehr Pixel als in den Originalbildern. Obwohl sich diese mögliche Landestelle etwas außerhalb der berechneten Lande-Ellipse befindet, stellt sie doch den bisher besten Kandidaten für eine erfolgreiche Abbildung von Philae dar.
(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)"/></a><figcaption>In diesem Vergleich von drei Aufnahmen der <br>OSIRIS-Kamera sind helle Flecken erkennbar, bei <br>denen es sich um den gesuchten Kometenlander <br>Philae handeln könnte. Die erste Aufnahme (links)<br> zeigt das Gebiet am 22. Oktober 2014 und somit noch<br> vor der Landung. Die zweite Aufnahme (Mitte) vom<br> 12. Dezember 2014 sowie die dritte Aufnahme<br> (rechts) vom 13. Dezember 2014 zeigen im<br> Unterschied zu der ersten Aufnahme eine<br> mehrere Pixel umfassende helle Struktur.<br> Um mit den &#8218;Vorher&#8216;-Aufnahmen vergleichbar zu<br> sein, wurden die &#8218;Nachher&#8216;-Aufnahmen bearbeitet<br> und interpoliert. Dadurch überdeckt der zu <br>erkennende helle Fleck in den Dezember-<br>Darstellungen mehr Pixel als in den <br>Originalbildern. Obwohl sich diese mögliche<br> Landestelle etwas außerhalb der berechneten<br> Lande-Ellipse befindet, stellt sie doch den bisher<br> besten Kandidaten für eine erfolgreiche Abbildung von<br> Philae dar.<br>(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM,<br> IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Um dieses Problem zu lösen analysierten mehrere Wissenschaftler unter der Leitung des OSIRIS-Team-Mitarbeiters Phillipe Lamy vom Laboratoire d’Astrophysique de Marseille (LAM) und vom Institut de Recherche en Astrophysique et Planétologie (IRAP) in Frankreich verschiedene Aufnahmen der gleichen Regionen, welche vor und nach der Landung unter vergleichbaren Beleuchtungsverhältnissen aufgenommen wurden. Dadurch verringerte sich die Gefahr, bei der Suche nach <em>Philae</em> durch das flüchtige Aufblitzen von Oberflächenstrukturen in die Irre geführt zu werden. Die Wissenschaftler suchten auf diese Weise eine weite Region ab, welche auch die erwartete Landestelle einschloss, und identifizierten tatsächlich einen vielversprechenden Kandidaten. Die betreffende Struktur ist in zwei am 12. und 13. Dezember 2014 angefertigten Aufnahmen zu sehen, nicht aber auf einer vorherigen Aufnahme vom 22. Oktober 2014.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Obwohl die &#8218;Vorher&#8216;- und &#8218;Nachher&#8216;-Bilder mit verschiedenen räumlichen Auflösungen aufgenommen wurden, stimmen verschiedene topographische Details gut überein &#8211; bis auf einen hellen Fleck. Diesen schlagen wir als einen vielversprechenden Kandidaten für <em>Philae</em> vor&#8220;, so Phillipe Lamy. &#8222;Der Fleck zeigt sich in zwei verschiedenen Aufnahmen von Dezember 2014. Es kann sich folglich nicht um einen Detektorfehler oder um ein Staubkorn [aus der Koma des Kometen] handeln.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, ob diese Vermutung tatsächlich zutrifft. Wegen der vergleichsweise langen Zeitspanne, welche zwischen den &#8218;Vorher&#8216;- und den &#8218;Nachher&#8216;-Aufnahmen verstrichen ist, könnte dieses Objekt auch auf eine rein physikalisch bedingte Veränderung direkt auf der Kometenoberfläche &#8211; etwa die zwischenzeitlich erfolgte Freilegung von &#8218;frischem&#8216; Material &#8211; zurückzuführen sein. Die geringe Sonneneinstrahlung an dieser Stelle macht derartige Veränderungen zwar unwahrscheinlich, jedoch keineswegs unmöglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Landezone ist zumindestens eingegrenzt</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Glücklicherweise stehen den Wissenschaftlern jedoch noch weitere Informationen zur Verfügung. Aus den Aufnahmen der OSIRIS-Kamera konnte die Flugbahn ermittelt werden, auf der <em>Philae</em> die erste Landestelle verließ. Radiosignale, welche das CONSERT-Experiment nach der Landung zwischen <em>Rosetta</em> und <em>Philae</em> austauschte, schränken die Möglichkeiten für <em>Philaes</em> endgültigen Standort weiter ein. Aus den Messungen der Signallaufzeiten zwischen <em>Rosetta</em> und <em>Philae</em>, der exakt bekannten Flugbahn von <em>Rosetta</em> und dem derzeit genauesten zur Verfügung stehenden Modell der äußeren Gestalt des Kometen konnte das CONSERT-Team durch zahlreiche Computersimulationen den endgültigen Standort auf eine Ellipse eingrenzen. Diese befindet sich direkt am Rand des &#8222;Hatmehit&#8220;-Beckens und verfügt über eine Ausdehnung von etwa 16 x 160 Metern.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/landeellipse_philae_consert_01_big.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/landeellipse_philae_consert_01_a.jpg" alt="Dank der Messungen des CONSERT-Experiments, welches sowohl auf dem Lander Philae als auch auf dem Orbiter Rosetta installiert ist, wurde der Standort von Philae auf dem Kometen 67P jetzt auf eine Ellipse mit einer Ausdehnung von etwa 16 x 160 Metern eingegrenzt. Diese ist hier rot markiert.
(Bild: Landeellipse: ESA, Rosetta, Philae, CONSERT; Kometenfoto: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)"/></a><figcaption>Dank der Messungen des CONSERT-Experiments,<br> welches sowohl auf dem Lander Philae als auch<br> auf dem Orbiter Rosetta installiert ist, wurde<br> der Standort von Philae auf dem Kometen 67P<br> jetzt auf eine Ellipse mit einer Ausdehnung von<br> etwa 16 x 160 Metern eingegrenzt. Diese ist hier<br> rot markiert.<br>(Bild: Landeellipse: ESA, Rosetta, Philae, CONSERT;<br> Kometenfoto: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team<br> MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir haben mehrere mögliche Lander-Kandidaten in den OSIRIS-Aufnahmen identifiziert, sowohl grob in der Region, die CONSERT vorgibt, als auch in der Umgebung&#8220;, so Dr. Holger Sierks. &#8222;Während unserer Suche im Dezember lag ein Winkel von 90 Grad zwischen <em>Rosetta</em> und der Verbindungslinie zwischen Sonne und Komet. <em>Rosetta</em> flog somit entlang der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tag-Nacht-Grenze" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Tag-Nacht-Grenze</a>. Es ist daher möglich, dass <em>Philaes</em> Solarpaneele zwar beleuchtet, wegen des rauen Terrains aus <em>Rosettas</em> Perspektive jedoch nicht zu sehen waren. Dadurch sind sie schwierig, wenn nicht gar unmöglich zu finden.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die CONSERT-Ellipse schließt die Mehrheit der zuvor beobachteten Kandidaten mit einer großen Wahrscheinlichkeit aus. Allerdings gibt es mindestens einen verbliebenen Kandidaten in der unmittelbaren Nähe dieser Ellipse &#8211; hierbei handelt es sich tatsächlich um den bereits von Phillipe Lamy und dessen Team vorgeschlagenen Kandidaten &#8211; sowie weitere Objekte in der näheren Umgebung, welche ebenfalls immer noch in Frage kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für eine gewisse Unsicherheit sorgt dabei die Tatsache, dass sich alle verbliebenen Kandidaten etwas außerhalb der vorhergesagten Landeellipse befinden. Allerdings hängt die genaue Lage der Ellipse letztendlich entscheidend von der genauen Form des Kometen ab. Das entsprechende Modell wird von den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern fortwährend verfeinert. Kleinere Korrekturen bezüglich der exakten Lage und Ausrichtung der Ellipse sind deshalb durchaus noch möglich.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/fuenf_kandidaten_philae_big.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/fuenf_kandidaten_philae_a.jpg" alt="In der Umgebung der vermuteten Landestelle befinden sich mehrere helle Strukturen, bei denen es sich um Philae handeln könnte. Doch nur der 'helle Fleck' oben links in dieser Abbildung befindet sich wirklich in der unmittelbaren Nähe der berechneten Landeellipse. Die anderen 'Kandidaten' haben dagegen laut dem derzeitigen Wissensstand kaum Chancen darauf, den Kometenlander zu zeigen. Die in der Mitte zu sehende Abbildung stammt von der Navigationskamera der Raumsonde Rosetta und zeigt die Kometenoberfläche in einem größeren Kontext. Die fünf kleineren Aufnahmen stammen von der OSIRIS-Kamera.
(Bild: ESA, Rosetta, NAVCAM; Detailaufnahmen: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)"/></a><figcaption>In der Umgebung der vermuteten Landestelle <br>befinden sich mehrere helle Strukturen, bei denen<br> es sich um Philae handeln könnte. Doch nur der<br> &#8218;helle Fleck&#8216; oben links in dieser Abbildung <br>befindet sich wirklich in der unmittelbaren <br>Nähe der berechneten Landeellipse. Die anderen<br> &#8218;Kandidaten&#8216; haben dagegen laut dem derzeitigen<br> Wissensstand kaum Chancen darauf, den <br>Kometenlander zu zeigen. Die in der Mitte zu<br> sehende Abbildung stammt von der<br> Navigationskamera der Raumsonde Rosetta<br> und zeigt die Kometenoberfläche in einem<br> größeren Kontext. Die fünf kleineren Aufnahmen<br> stammen von der OSIRIS-Kamera.<br>(Bild: ESA, Rosetta, NAVCAM; Detailaufnahmen:<br> ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD,<br> LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Letztendlich werden höher aufgelöste Aufnahmen &#8211; und somit auch weitere nahe Vorbeiflüge an der Oberfläche des Kometen &#8211; nötig sein, um den Kometenlander <em>Philae</em> zweifelsfrei aufzuspüren. Wegen der in den letzten Monaten immer weiter zunehmenden Aktivität von 67P dürfte dies jedoch zumindestens in der näheren Zukunft erst einmal nicht möglich sein (<a href="https://www.raumfahrer.net/eine-neue-flugbahn-fuer-die-raumsonde-rosetta/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). Derzeit bewegt sich <em>Rosetta</em> auf einer Bahn, welche in einem Abstand von mehr als 200 Kilometern zu der Oberfläche des Kometen verläuft. Im weiteren Verlauf der Mission sollte die Raumsonde jedoch spätestens gegen Ende des Jahres 2015 wieder in der Lage sein, sich auch ohne größere Gefahren wieder näher an den Kometenkern heran zu bewegen und weitere Detailaufnahmen zu erstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine weitere Horchkampagne</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu der endgültigen Klärung der Frage über seinen Standort könnte jedoch bereits in den kommenden Tagen und Wochen der Lander selbst beitragen. Bedingt durch die zunehmende Annäherung des Kometen 67P an die Sonne verbessern sich im Bereich des jetzigen Standortes von <em>Philae</em> die dort gegebenen Beleuchtungs- und Temperaturbedingungen immer weiter. Hierdurch bedingt <em>könnte</em> in Zukunft wieder ausreichend Sonnenlicht zur Verfügung stehen, damit der Lander <em>Philae</em> aus seinem derzeitigen &#8218;Winterschlaf&#8216; erwacht und sich reaktiviert. Das CONSERT-Experiment könnte dann weitere Messungen durchführen und die bisherigen Unsicherheiten bezüglich des Aufenthaltsortes von <em>Philae</em> deutlich verringern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere entsprechende Horchkampagne nach einem &#8218;Lebenszeichen&#8216; von dem Lander begann bereits am 30. Mai 2015. <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/rosetta-sucht-nach-einem-signal-vom-lander-philae/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a> über die damit verbundenen Aktivitäten sowie über die Bedingungen, welche für eine erneute Aktivierung des Landers erfüllt sein müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?board=34.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mission Rosetta</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=667.285" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Kometen</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Seiten bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/category/rosetta/" data-wpel-link="internal">Rosetta-Sonderseite</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/category/rosetta/" data-wpel-link="internal">Rosetta-Newsarchiv</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/tag/kometen/" data-wpel-link="internal">Kometen-Newsarchiv</a></li></ul>
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		<item>
		<title>Mars Express passiert Phobos in nur 45 Kilometern</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mars-express-passiert-phobos-in-nur-45-kilometern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Dec 2013 18:19:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mars Express]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Asaph Hall]]></category>
		<category><![CDATA[Deimos]]></category>
		<category><![CDATA[Dopplereffekt]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Phobos]]></category>
		<category><![CDATA[Radiosignale]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am kommenden Sonntag wird die Raumsonde Mars Express den Marsmond Phobos in einer Entfernung von lediglich 45 Kilometern passieren. Diese Gelegenheit soll in erster Linie für die Gewinnung von Daten genutzt werden, welche einen Aufschluss über den inneren Aufbau dieses Mondes ermöglichen. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: ESA. Mittlerweile sind mehr als 136 Jahre [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am kommenden Sonntag wird die Raumsonde Mars Express den Marsmond Phobos in einer Entfernung von lediglich 45 Kilometern passieren. Diese Gelegenheit soll in erster Linie für die Gewinnung von Daten genutzt werden, welche einen Aufschluss über den inneren Aufbau dieses Mondes ermöglichen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: ESA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26122013191949_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26122013191949_small_1.jpg" alt="ESA" width="357" height="260"/></a><figcaption>
Die ESA-Raumsonde Mars Express umkreist den Mars auf einer langgezogenen elliptischen Umlaufbahn. Dabei kommt es in regelmäßigen Abständen zu relativ nahen Begegnungen mit den beiden Marsmonden Phobos und Deimos. 
<br>
(Bild: ESA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Mittlerweile sind mehr als 136 Jahre vergangen, seit der US-amerikanische Astronom Asaph Hall im August 1877 die beiden Marsmonde Phobos und Deimos entdeckte. Seitdem wurden diese beiden unregelmäßig geformten, jeweils nur wenige Kilometer durchmessenden und entsprechend lichtschwachen Monde unzählige Male von erdgestützten Teleskopen, von Weltraumteleskopen und von den Mars umkreisenden Raumsonden abgebildet. Auch die von der US-amerikanischen Weltraumbehörde betriebenen, auf der Marsoberfläche operierenden Rover <i>Spirit</i>, <i>Opportunity</i>und <i>Curiosity</i> konnten die beiden Monde während der letzten Jahre erfolgreich von der Marsoberfläche aus mit ihren hochauflösenden Kameras abbilden und dabei sogar mehrfach Sonnenfinsternisse beobachten (<a href="https://www.raumfahrer.net/curiosity-beobachtet-sonnenfinsternisse-auf-dem-mars/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die von der europäischen Weltraumorganisation ESA betriebene Raumsonde <i>Mars Express</i> umrundet den Mars auf einer elliptischen, fast genau über die Pole führenden Umlaufbahn. Der entfernteste Punkt dieser Umlaufbahn ist rund 11.000 Kilometer von der Marsoberfläche entfernt. Im Gegensatz zu den beiden anderen gegenwärtig aktiven Marsorbitern, den von der NASA betriebenen Raumssonden <i>Mars Odyssey</i> und <i>Mars Reconnaissance Orbiter</i>, kreuzt <i>Mars Express</i> somit auch in regelmäßigen zeitlichen Abständen die Umlaufbahn des inneren Marsmondes Phobos. Hierbei kommt es etwa alle fünf Monate zu mehreren aufeinanderfolgenden und relativ dichten Begegnungen zwischen <i>Mars Express</i> und Phobos. Am 4. März 2010 näherte sich die Raumsonde der Oberfläche von Phobos dabei zum Beispiel bis auf eine Entfernung von lediglich 67 Kilometern (<a href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-nur-67-kilometer-ueber-phobos/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser bisherige Rekord wird jedoch bereits in wenigen Tagen &#8222;fallen&#8220;, denn am kommenden Sonntag, dem 29. Dezember 2013 wird <i>Mars Express</i> um 08:09 MEZ die Oberfläche von Phobos in einer Entfernung von diesmal sogar nur 45 Kilometern überfliegen. Aufgrund dieser geringen Entfernung und der hohen Geschwindigkeit, mit der sich <i>Mars Express</i> dabei relativ zu dem Marsmond bewegt, wird es allerdings leider nicht möglich sein, die Oberfläche des Mondes mit der <a href="https://www.raumfahrer.net/weitere-finanzmittel-fuer-die-marsforschung-bewilligt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">High Resolution Stereo Camera</a> (kurz &#8222;HRSC&#8220;), einem der insgesamt <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://www.dlr.de/de/forschung-und-transfer/projekte-und-missionen/mars-express" target="_blank" data-wpel-link="external">sieben wissenschaftlichen Instrumente</a> an Bord des Marsorbiters, abzubilden. Stattdessen soll der Vorbeiflug in erster Linie genutzt werden, um weitere Informationen zu gewinnen, mit denen Aussagen über den inneren Aufbau dieses Mondes getätigt werden können. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Innere von Phobos wird &#8222;vermessen&#8220;</strong>
<br>
Der unregelmäßig geformte, etwa 26,8 x 22,4 x 18,4 Kilometer abmessende Mond verfügt zwar lediglich über eine relativ geringe Masse von rund 1,072 x 10^16 Kilogramm. Dieser Wert ist jedoch ausreichend, um die Raumsonde bei ihrer Passage zwar minimal, aber doch deutlich spürbar von der vorgesehenen Flugbahn abzulenken. Diese Abweichung macht sich durch eine geringfügig veränderte Laufzeit der Radiosignale, welche <i>Mars Express</i> während des Vorbeifluges konstant zur Erde aussenden wird, bemerkbar. Durch die Auswertung dieser auf dem <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Doppler-Effekt" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Doppler-Effekt</a> basierenden Daten lässt sich nicht nur die Masse von Phobos und die sich daraus ergebende mittlere Dichte näher bestimmen. Vielmehr können hierdurch auch Aussagen über den inneren Aufbau von Phobos getätigt werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch eine sorgfältige Auswertung der früheren Messergebnisse kamen die mit der Untersuchung von Phobos beschäftigten Wissenschaftler zu dem Schluss, dass es sich bei diesem Mond, welcher über eine mittlere Dichte von lediglich 1,86 plus/minus 0,02 Gramm pro Kubikzentimeter verfügt, nicht um einen homogenen Himmelskörper, sondern vielmehr um einen sogenannten <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rubble_Pile" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Rubble Pile</a> handeln muss &#8211; eine Ansammlung von Staub und Gesteinsfragmenten, welche letztendlich lediglich durch die gegenseitig wirkenden Gravitationskräfte zusammengehalten wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus den bisherigen Untersuchungen ergibt sich, dass Phobos in seinem Inneren über eine sehr schwammartige Struktur verfügt, welche sich zu etwa 25 bis 45 Prozent aus Hohlräumen zusammensetzt. Durch die in den nächsten Tagen zu erwartenden Resultate der Doppler-Messungen, welche aufgrund der nochmals geringeren Vorbeiflugentfernung noch aussagekräftiger sein werden als zuvor, erhoffen sich die beteiligten Wissenschaftler noch genauere Daten, mit denen die Modelle über den inneren Aufbau von Phobos noch weiter präzisiert werden können. Diese Daten sind besonders deshalb von Interesse, weil bisher immer noch nicht abschließend geklärt ist, wie der Mars in der Vergangenheit zu seinen beiden Monden gelangte (<a href="https://www.raumfahrer.net/entstand-phobos-durch-einen-impakt-auf-dem-mars/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26122013191949_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26122013191949_small_2.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="320" height="323"/></a><figcaption>
Das hier gezeigte Foto wurde am 22. Dezember 2013 um 15:21 MEZ aufgenommen. Aus einer Entfernung von etwa 500 Kilometern erreichte die HRSC-Kamera dabei eine Auflösung von etwa 6 Metern pro Pixel. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Und es gibt doch Fotos&#8230;</strong>
<br>
Um die zu gewinnenden Daten jedoch in einen aussagekräftigen wissenschaftlichen Kontext versetzen zu können muss allerdings sowohl die exakte Position der Raumsonde als auch der genaue Aufenthaltsort von Phobos im Weltraum mit einer überaus hohen Genauigkeit bekannt sein. Zwecks der Ermittlung dieser Daten, welche sich mindestens im Meterbereich bewegen müssen, fertigte die HRSC-Kamera in den vergangenen Tagen mehrfach Aufnahmen an, welche sowohl den Marsmond als auch die dahinter befindlichen Hintergrundsterne wiedergaben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine dieser Aufnahmen zeigt die Oberfläche des Mondes in dessen Äquatorregion. Aus einer Entfernung von etwa 500 Kilometern erreichte die HRSC-Kamera dabei eine Auflösung von etwa 6 Metern pro Pixel. Das am 22. Dezember angefertigte Foto wurde am 24. Dezember zur Erde übermittelt und noch am selben Tag von den Mitarbeitern des HRSC-Teams für die anschließende Veröffentlichung bearbeitet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sowohl in den kommenden Tagen bis zur dichtesten Annäherung als auch nach dem 29. Dezember soll die HRSC-Kamera weitere Aufnahmen von Phobos anfertigen. Ergänzend zu der Erforschung des Gravitationsfeldes von Phobos werden die Instrumente der Raumsonde verschiedene Messungen durchführen, mit denen sich der Einfluss des Sonnenwindes auf die Phobos-Oberfläche untersuchen lassen wird. Über die aktuellen Fortschritte der gegenwärtigen &#8222;Phobos-Kampagne&#8220; berichten die beteiligten Mitarbeiter der ESA auf einer <a class="a" href="https://blogs.esa.int/mex/" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">speziellen Internetseite</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4079.300" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mars Express</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=884.75" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Marsmonde Phobos und Deimos</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=694.765" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Mars</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sonderseite des DLR:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.dlr.de/de/bilder/2013/2/dlr-webspecial-zu-10-jahren-mars-express-mission_10834" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Zehn Jahre Mars Express</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Chamäleon-Pulsar verwirrt die Astronomen</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/chamaeleon-pulsar-verwirrt-die-astronomen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Jan 2013 18:50:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Sterne]]></category>
		<category><![CDATA[LOFAR]]></category>
		<category><![CDATA[Pulsar]]></category>
		<category><![CDATA[Radiosignale]]></category>
		<category><![CDATA[Röntgenstrahlung]]></category>
		<category><![CDATA[Sternentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumteleskop]]></category>
		<category><![CDATA[XMM-Newton]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=36249</guid>

					<description><![CDATA[<p>Seit ihrer Entdeckung im Jahr 1967 werfen Pulsare, kleine, schnell rotierende Neutronensterne, mit Massen größer als die Sonnenmasse, aber lediglich einer Ausdehnung einer Kleinstadt, immer wieder neue Fragen auf. Beobachtungen des Teams um Joanna Rankin von der Universität von Vermont zeigen eine neue, bizarre Seite dieser Objekte. Ein Beitrag von Gertrud Felber &#38; Oliver Karger . Quelle: University [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Seit ihrer Entdeckung im Jahr 1967 werfen Pulsare, kleine, schnell rotierende Neutronensterne, mit Massen größer als die Sonnenmasse, aber lediglich einer Ausdehnung einer Kleinstadt, immer wieder neue Fragen auf. Beobachtungen des Teams um Joanna Rankin von der Universität von Vermont zeigen eine neue, bizarre Seite dieser Objekte.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Gertrud Felber &amp; <a href="https://www.raumfahrer.net/redakteure/" data-wpel-link="internal">Oliver Karger</a> . Quelle: University of Vermont, Science 339, 436 (2013).</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/30012013195034_small_1.jpg" alt=" ESA/ATG medialab" width="420" height="300"/><figcaption>
Ein Pulsar mit seinen Strahlungskegeln an den magnetischen Polen und angedeuteter Magnetosphäre. 
<br>
(Bild:  ESA/ATG medialab)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die schon generell exotischen Eigenschaften von Pulsaren wurden um eine weitere, bisher noch unbekannte Eigenschaft erweitert. Bekannt sind Pulsare als Leuchttürme im All. Neutronensterne mit extrem hohen Magnetfeldstärken (bis zu 10.000 Tesla) rotieren sehr schnell und strahlen dabei von den Magnetpolen intensive Strahlung ab, besonders im Radiobereich. Kurz nach ihrer Entdeckung wurde beobachtet, dass sich das Emissionsverhalten im Radiobereich auf Zeitskalen der Rotationsperiode ändern kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Pulsar PSR B0943 10 stellten Wissenschaftler der Universität Vermont um Joanna Rankin fest, dass dieser innerhalb weniger Sekunden sein Emissionsverhalten nicht nur im Radiobereich dramatisch ändert. PSR B0943 10 ist nun einer von zehn bisher bekannten, alten (&gt; 1 Millionen Jahre) Radiopulsaren, an denen bisher Röntgenemission festgestellt werden konnten. Bekannt war, dass der Pulsar innerhalb von ein paar Stunden von starker („heller“) auf schwache („ruhige“) Radioemission wechselt. Bei gemeinsamen Beobachtungen mit dem europäischen Röntgenteleskop XMM-Newton und zwei bodengestützten Radioteleskopen, dem Giant Meter Wave Telescope (GMRT) in Indien und dem Low Frequency Array (LOFAR) in den Niederlanden, wurde nun die abwechselnde Emission von Radio- und Röntgenstrahlung festgestellt. Wird ein starkes Radiosignal gemessen, kann kein signifikantes Röntgensignal detektiert werden. Umgekehrt, bei einem deutlichen Röntgensignal im Bereich von 0,5 bis 2 keV nimmt die Intensität im Radiobereich deutlich ab.  </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/30012013195034_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/30012013195034_small_2.jpg" alt="W. Hermsen et al., Science, 339, 436 (2013)" width="346" height="440"/></a><figcaption>
Vergleich der Röngtenemission (oben) und der Radioemission (mittig und unten) des Pulsars PSR B0943 10. Deutlich ist zu erkennen, dass bei höher Radiointensität keine Röntgenstrahlung gemessen wird. Steigt diese, nimmt das Radiosignal deutlich ab. 
<br>
(Bild: W. Hermsen et al., Science 339, 436 (2013))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist das erste Mal, dass ein Intensitätswechsel der Röntgenemission bei Pulsaren gemessen wurde. Dieses veränderte Verhalten dieser beiden extremen Zustände, einer dominiert von Röntgenpulsen, der andere von Radioemission, „ist sehr überraschend“, so Joanna Rankin. Zum einen konnte an einem weiteren Pulsar die Emission von Photonen im Röntgenbereich festgestellt werden, zum anderen, dass es sich um einen Umschaltprozess zwischen zwei verschiedenen Modi zu handeln scheint. Kein aktuelles Modell ist in der Lage dies zu erklären.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Über den Ursprung der Radiostrahlung an Pulsaren herrscht allgemein Einigkeit: hochenergetische Elektronen, Positronen und Ionen werden in der Magnetosphäre des Pulsars entlang der Feldlinien beschleunigt und emittieren Strahlung im Radiobereich. Wie die Partikel von der Oberfläche des Neutronensterns in dessen Magnetosphäre gelangen, ist jedoch unklar. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Studium der Emissionen bei unterschiedlichen Wellenlängen hatte das Team herausfinden wollen, welche verschiedenen physikalischen Prozesse in der Nähe der magnetischen Pole von Pulsaren stattfinden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tatsache, dass der Pulsar nicht nur einmalig, sondern dauerhaft mit einer Periode von wenigen Sekunden zwischen beiden Modi, Radio- und Röntgenemission, wechselt, legt den Schluss nahe, dass hier etwas Grundsätzliches vorhanden sein muss, dass bisher nicht verstanden wurde. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach den Ausführungen von Rankin deuten die neuen Ergebnisse darauf hin, dass sehr plötzlich eine globale Dynamik der Magnetosphäre auftritt, die nicht nur auf die Pole oder andere Hotspots an der Neutronensternoberfläche beschränkt ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Um dieser Vermutung auf den Grund zu gehen, plant das Team in der zweiten Hälfte des Jahres 2013 die gleiche Studie bei einem weiteren Pulsar, PSR B1822 09, zu wiederholen, welcher ähnliche Eigenschaften der Radiostrahlung aufweist, aber eine andere Magnetfeldgeometrie hat. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=648.195" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Neutronensterne, Pulsare, Magnetare</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fachartikel von W. Hermsen et al.:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.science.org/doi/10.1126/science.1230960" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Synchronous X-ray and Radio Mode Switches: A Rapid Transformation of the Pulsar Magnetosphere (engl.)</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Erster Werbespot für Außerirdische</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/erster-werbespot-fuer-ausserirdische/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Jun 2008 07:52:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Radiosignale]]></category>
		<category><![CDATA[Sternbild]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=31396</guid>

					<description><![CDATA[<p>Atmosphärische Forschungsstation sendet Tortilla-Spot zum Großen Bären. Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: New Scientist. Der Zielstern liegt 42 Lichtjahre von uns entfernt und besitzt eine habitable Zone und möglicherweise erdähnliche Planeten. Die sechsstündige Übertragung ging von der europäischen Forschungsstation EISCAT auf der norwegischen Insel Spitzbergen aus und warb für Tortilla-Chips der Firma Dorito. Genutzt [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/erster-werbespot-fuer-ausserirdische/" data-wpel-link="internal">Erster Werbespot für Außerirdische</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Atmosphärische Forschungsstation sendet Tortilla-Spot zum Großen Bären.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: New Scientist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Zielstern liegt 42 Lichtjahre von uns entfernt und besitzt eine habitable Zone und möglicherweise erdähnliche Planeten. Die sechsstündige Übertragung ging von der europäischen Forschungsstation EISCAT auf der norwegischen Insel Spitzbergen aus und warb für Tortilla-Chips der Firma Dorito. Genutzt wurde ein Array von Radarantennen, die normalerweise für das Studium der oberen Erdatmosphäre verwendet werden. Aufgrund seiner Bündelung war dies das stärkste Radiosignal, das jemals von der Erde gezielt ausgesandt wurde. 
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Die Botschaft selbst ist eine MPEG-Videobotschaft, deren Bits eher zufällig aussehen. Deshalb ist es unwahrscheinlich, dass sie verstanden würde. Durch die wiederholte Ausstrahlung dieser Bitfolge aber könnte die Nachricht von intelligenten Lebewesen eindeutig als künstlich identifiziert werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Ausstrahlung der Werbebotschaft, die natürlich vor allem auf der Erde eine Wirkung entfalten soll, erhält EISCAT (European Incoherent SCATter) von der Firma Doritos eine Zuwendung in ungenannter Höhe.  
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		<title>Können wir SETI langsam abschreiben?</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/koennen-wir-seti-langsam-abschreiben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Dec 2004 12:00:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Arecibo]]></category>
		<category><![CDATA[Exoplanet]]></category>
		<category><![CDATA[Radiosignale]]></category>
		<category><![CDATA[SETI]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Traurige Nachricht für all diejenigen, die immernoch die Tage zählen, bis wir ein Signal von Außerirdischen eines fremden Planeten empfangen: Die Wisseschaftler gehen immer mehr davon aus, dass es in näherer Zukunft nicht möglich sein wird, eine eindeutige Nachricht aus den fernen Welten des Alls entdecken zu können. Ein Beitrag von Julian Schlund. Quelle: abcnews. [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Traurige Nachricht für all diejenigen, die immernoch die Tage zählen, bis wir ein Signal von Außerirdischen eines fremden Planeten empfangen: Die Wisseschaftler gehen immer mehr davon aus, dass es in näherer Zukunft nicht möglich sein wird, eine eindeutige Nachricht aus den fernen Welten des Alls entdecken zu können.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Julian Schlund</a>. Quelle: abcnews.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der wenigen Jahrzehnte, in denen die Wissenschaftler das All nun schon systematisch und bislang erfolglos nach fremden Leben absuchen, gab es immer Hoffnung, dass der elektromagnetische Streuverlust von etwaigen Kokmmunikationssystemen auf entfernten Planeten, wie beispielsweiße im Falle der Fernsehübertragung, von der Erde aus auszumachen sein könnte.  So wären Radioteleskope in der Lage, beim Absuchen des Himmels auf solche Signale stoßen, die uns ein Fenster in neue Welten öffnen würden und letztendlich eine eindeutige Antwort auf die Frage liefern könnten, die der Menschheit bislang ein großes Rätsel ist und immer wieder in den Medien behandelt wird: „Sind wir alleine im Universum?“  
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Heute sind die Wissenschaftler sehr skeptisch gegenüber des angewendeten Verfahrens zum Aufspüren außerirdischer Intelligenz. „Jegliche fortgeschrittene Zivilisation würde den Nachrichtenverkehr mit hoher Wahrscheinlichkeit verschlüsseln und komprimieren, um die Systeme effizienter zu machen, vergleichbar mit dem Computer, der Dateien zum Verschicken über das Internet komprimiert“, argumentieren die Wissenschaftler in einem Artikel in der amerikanischen Zeitschrift <i> Journal of Physics</i>.  </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/12122004130031_small_1.jpg" alt="None" width="260"/><figcaption>
<i>Arecibo-Observatory</i>
, eines der von SETI betriebenen Teleskopen zum Aufspüren von Signalen aus dem fernen All.
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(Bild: SETI)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">„Und dies“, sagen die Wissenschaftler, „würde etwaige Signale Außerirdischer ununterscheidbar von der natürlichen Wärmestrahlung von Sternen machen“. Folglich wäre es unmöglich, solche Signale aufzuspüren, da sie wie ein Teil des kosmischen Hintergrundrauschens zu sein scheinen würden.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Auch, wenn es uns irgendwie gelingen würde, solch ein Signal dennoch auszumachen, würden wir es nicht verstehen“, erklärt der Physiker Mark Newman von der <i> University of Michigan</i> (Ann Arbor).  </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Solange man nicht weiß, wie man es dekodiert (entschlüsselt), weiß man nicht, was es damit auf sich hat“, so Newman.  </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Problem mit der Entschlüsselung</strong>
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Ein Computer ist nicht in der Lage, ein Bild anzuzeigen, das von einem anderen Computer komprimiert wurde, sofern er nicht weiß, wie es dekomprimiert wird, ebenso wie wir kein komprimiertes Fernsehsignal entschlüsseln könnten, sofern wir nicht schon den dazugehörigen Code wüssten.  „Und“, argumentieren Newmann und seine Kollegen, „jede Zivilisation, die kabellose Kommunikation erst wenige Jahrzehnte benutzt, würde sicherlich erkannt haben, dass es Sinn macht zu verschlüsseln.“  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wir verfahren bereits so und befinden uns kaum im Kommunikationszeitalter.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das ist etwas, das wir längst in vielen unserer Übertragungen einsetzen“, so Newmann.  „Wir kodieren, um Platz zu sparen und können schneller und mehr Nachrichten übermitteln.“</p>
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