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	<title>Cluster &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Cluster &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Weltraummission Cluster: Salsas letzter Tanz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Sep 2024 17:09:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit 24 Jahren untersuchen die vier Cluster-Satelliten die Magnetosphäre der Erde. Am kommenden Sonntag tritt der erste der Weltraum-Methusalems in die Erdatmosphäre ein. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung. Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung 4. September 2024. 4. September 2024 &#8211; Mit dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre über dem Südpazifik endet am Sonntag, 8. September 2024, [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Seit 24 Jahren untersuchen die vier Cluster-Satelliten die Magnetosphäre der Erde. Am kommenden Sonntag tritt der erste der Weltraum-Methusalems in die Erdatmosphäre ein. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung 4. September 2024.</p>



<p class="wp-block-paragraph">4. September 2024 &#8211; Mit dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre über dem Südpazifik endet am Sonntag, 8. September 2024, die Forschungsmission des ersten der vier Cluster-Satelliten der ESA. Überwacht von Kontrollzentren und Teleskopen auf der Erde sowie einem Forschungsflugzeug wird der liebevoll „Salsa“ genannte Satellit verglühen. Die großangelegte Beobachtungskampagne soll helfen zu verstehen, wie ausgediente Satelliten in Zukunft sicher und schnell aus der Erdumlaufbahn entfernt werden können. Gleichzeitig markiert das bevorstehende Feuerwerk das Ende einer einzigartigen Forschungsexpedition: Seit 24 Jahren (anstatt der ursprünglich geplanten zwei Jahre) durchquert Salsa im „Formationstanz“ mit seinen Geschwistern Rumba, Samba und Tango auf langestreckten Ellipsen die Magnetosphäre der Erde – und hat so mehr als zwei Sonnenzyklen lang miterlebt, wie der magnetische Schutzschild unseren Planeten vor direktem Teilchen- und Strahlungsbombardement von der Sonne bewahrt. Das Göttinger Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) hat das Instrument RAPID zu der Mission beigesteuert.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/SALSAreentryartESADavidDucross.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Am Sonntag, 8. September, tritt der Cluster-Satellit Salsa in die Erdatmosphäre ein, wo er verglühen dürfte - künstlerische Darstellung. (Bild: ESA/David Ducross)" data-rl_caption="" title="Am Sonntag, 8. September, tritt der Cluster-Satellit Salsa in die Erdatmosphäre ein, wo er verglühen dürfte - künstlerische Darstellung. (Bild: ESA/David Ducross)" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="600" height="380" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/SALSAreentryartESADavidDucross60.jpg" alt="Am Sonntag, 8. September, tritt der Cluster-Satellit Salsa in die Erdatmosphäre ein, wo er verglühen dürfte - künstlerische Darstellung. (Bild: ESA/David Ducross)" class="wp-image-144018" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/SALSAreentryartESADavidDucross60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/SALSAreentryartESADavidDucross60-300x190.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Am Sonntag, 8. September, tritt der Cluster-Satellit Salsa in die Erdatmosphäre ein, wo er verglühen dürfte &#8211; künstlerische Darstellung. (Bild: ESA/David Ducross)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das Dienstende von Salsa findet unter ähnlichen Bedingungen statt wie der -antritt vor 24 Jahren: in einer Phase besonders hoher Sonnenaktivität. Ebenso wie damals durchläuft unser Stern aktuell das Maximum seines etwa elfjährigen Aktivitätszyklus. In den vergangenen Monaten ist es dadurch zu mehreren heftigen Sonnenstürmen gekommen; eindrucksvolle Polarlichter waren sogar in Deutschland zu sehen. „Die aktuelle Situation ist ganz ähnlich wie zum Beginn der Cluster-Mission“, erinnert sich MPS-Wissenschaftler Dr. Patrick Daly, wissenschaftlicher Leiter des RAPID-Teams. Bereits im November 2001 wurden die Cluster-Satelliten Zeugen eines besonders heftigen Sonnensturms. Wie Messungen ergaben, quetscht bei einem solchen Sturm das Bombardement von der Sonne die Erdmagnetosphäre auf die Hälfte ihrer gewöhnlichen Größe zusammen. „Ein solches Ereignis war noch nie zuvor mit solcher Präzision in situ aufgezeichnet worden“, so Daly.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/StrukturuDynamikdErdmagnetosphaereMPS.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Seit mehr als 24 Jahren untersuchen die vier Cluster-Satelliten die Struktur und Dynamik der Erdmagnetosphäre. (Grafik: MPS)" data-rl_caption="" title="Seit mehr als 24 Jahren untersuchen die vier Cluster-Satelliten die Struktur und Dynamik der Erdmagnetosphäre. (Grafik: MPS)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="417" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/StrukturuDynamikdErdmagnetosphaereMPS60.jpg" alt="Seit mehr als 24 Jahren untersuchen die vier Cluster-Satelliten die Struktur und Dynamik der Erdmagnetosphäre. (Grafik: MPS)" class="wp-image-144022" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/StrukturuDynamikdErdmagnetosphaereMPS60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/StrukturuDynamikdErdmagnetosphaereMPS60-300x209.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Seit mehr als 24 Jahren untersuchen die vier Cluster-Satelliten die Struktur und Dynamik der Erdmagnetosphäre. (Grafik: MPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein Schutzschild im All</strong><br>Die Magnetosphäre, der Einflussbereich des irdischen Magnetfeldes, ist riesig. Während ihre Ausdehnung auf der sonnenzugewandten Seite in der Regel etwa 65.000 Kilometer beträgt, reicht ihr langgezogener, sonnenabgewandter Schweif mehr als zwei Millionen Kilometer ins All. Obwohl Magnetosphäre die Erde von dem meisten Teilchen von der Sonne abschirmt, können einige an den Polen, wo die magnetischen Feldlinien zur Erdoberfläche hin gekrümmt sind, bis in die inneren Atmosphärenschichten vordringen. Durch diese Teilchen und die vom Sonnenwind mitgeführten Magnetfelder entsteht in der Magnetosphäre ein komplexes Zusammenspiel aus Teilchen, Magnetfeldern und Wellen. „Vor Beginn der Cluster-Mission war unser Verständnis der Erdmagnetosphäre eher lückenhaft“, so Daly. „Die Cluster-Mission hat wie keine andere dazu beigetragen, die Struktur und Dynamik der Erdmagnetosphäre zu verstehen“, fügt er hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch ihre jahrzehntelange Präsenz in der Magnetosphäre konnte die Cluster-Mission vor Ort miterleben, wie sich unser magnetischer Schutzschild unter dem wechselhaften Einfluss der Sonne verändert. Ein weiterer Vorteil: die Choreographie der vier „Tänzer“. Seit 2001 fliegen die Satelliten in einer tetraeder-förmigen Anordnung. Die Messdaten, die auf diese Weise entstehen, erlauben Forschenden nicht nur einen dreidimensionalen Blick auf die Magnetosphäre, sondern auch, räumliche Veränderungen von zeitlichen zu unterscheiden.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><img decoding="async" width="600" height="479" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/RAPIDVerteilungFEIonenErdatmosphaereESANASASOHOLASCOEIT.jpg" alt="Das Cluster-Instrument RAPID konnte die Verteilung von Eisen-Ionen in der Erdatmosphäre bestimmen. (Grafik: ESA; Sun: ESA/NASA/SOHO/LASCO/EIT)" class="wp-image-144016" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/RAPIDVerteilungFEIonenErdatmosphaereESANASASOHOLASCOEIT.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/RAPIDVerteilungFEIonenErdatmosphaereESANASASOHOLASCOEIT-300x240.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Cluster-Instrument RAPID konnte die Verteilung von Eisen-Ionen in der Erdatmosphäre bestimmen. (Grafik: ESA; Sun: ESA/NASA/SOHO/LASCO/EIT)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zu diesem Zweck tragen die Cluster-Satelliten elf jeweils baugleiche wissenschaftliche Instrumente an Bord. Die vier als RAPID (Research with Adaptive Particle Imaging Detectors) bezeichneten Teilchenspektrometer vom MPS bestimmen die Verteilung und Energie von Ionen und Elektronen in der Magnetosphäre. In den vergangenen Jahrzehnten ist so ein detailliertes Gesamtbild der Teilchenumgebung unserer Erde entstanden. Zudem ist es den RAPID-Instrumenten erstmals gelungen, die Verteilung von schweren Ionen wie Eisen- und Silizium-Ionen in der Magnetosphäre zu messen. Diese treten besonders in der inneren Magnetosphäre auf und ihre Häufigkeit hängt stark von der Aktivität der Sonne ab. Und vor Kurzem haben die RAPID-Daten sogar einen Hinweis darauf gegeben, wie es zu eindrucksvollen spiralförmigen Polarlichtern kommt. Eine Gruppe von vier Forscherinnen um Dr. Elena Kronberg von der Ludwig-Maximilians-Universität München, ehemaliges Mitglied des RAPID-Teams am MPS, hatte in den Messdaten wirbelartige Magnetfeldstrukturen ausgemacht.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/SpiralfoermigePolarlichterElenaKronberg.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="2013 konnte RAPID-Teammitglied Dr. Elena Kronberg diese spiralförmigen Polarlichter im Norden Norwegens aufnehmen. Die Erklärung für das beeindruckende Phänomen fand sie Jahre später in Messdaten von Cluster. (Bild: Elena Kronberg)" data-rl_caption="" title="2013 konnte RAPID-Teammitglied Dr. Elena Kronberg diese spiralförmigen Polarlichter im Norden Norwegens aufnehmen. Die Erklärung für das beeindruckende Phänomen fand sie Jahre später in Messdaten von Cluster. (Bild: Elena Kronberg)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="402" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/SpiralfoermigePolarlichterElenaKronberg60.jpg" alt="2013 konnte RAPID-Teammitglied Dr. Elena Kronberg diese spiralförmigen Polarlichter im Norden Norwegens aufnehmen. Die Erklärung für das beeindruckende Phänomen fand sie Jahre später in Messdaten von Cluster. (Bild: Elena Kronberg)" class="wp-image-144020" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/SpiralfoermigePolarlichterElenaKronberg60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/SpiralfoermigePolarlichterElenaKronberg60-300x201.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/SpiralfoermigePolarlichterElenaKronberg60-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">2013 konnte RAPID-Teammitglied Dr. Elena Kronberg diese spiralförmigen Polarlichter im Norden Norwegens aufnehmen. Die Erklärung für das beeindruckende Phänomen fand sie Jahre später in Messdaten von Cluster. (Bild: Elena Kronberg)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Feuriges Ende eines Weltraum-Methusalems</strong><br>„Dass die Cluster-Satelliten über so viele Jahre Messdaten aufzeichnen würden, hätten wir nie erwartet“, so Daly. Da fast alle Instrumente nach den ursprünglichen geplanten zwei Betriebsjahren noch funktionstüchtig waren, konnte die Mission verlängert werden – ein ums andere Mal. Mittlerweile zählt Cluster nach den Voyager- und Pioneer-Sonden, dem Sonnenobservatorium SOHO und dem Advanced Composition Explorer ACE zu den Weltraum-Methusalems. Doch spurlos sind die Jahre nicht an den vier kosmischen Tänzern vorübergegangen. Wie auch die anderen Messinstrumente plagen die vier RAPID-Spektrometer mittlerweile Altersgebrechen: Einige Teilinstrumente sind bereits ausgefallen; die Messempfindlichkeit hat nachgelassen. Zu guter Letzt gehen den Satelliten nun die Treibstoffreserven aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vorbereitungen für das deshalb notwendige Missionsende laufen bereits seit Januar. Zu diesem Zeitpunkt wurde Salsa auf einen Kurs gelenkt, der den Satelliten seitdem mit jedem Erdumlauf etwas tiefer sinken lässt. Am 8. September wird die Flugbahn so tief führen, dass Salsa in der Erdatmosphäre auseinanderbricht. Die ESA rechnet damit, dass die Bruchstücke vollständig in der Atmosphäre verglühen. Die Cluster-Satelliten Rumba, Samba und Tango werden zunächst nur ausgeschaltet; erst im November 2025 und August 2026 stehen ihre Wiedereintritte an.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/RAPIDInstrumentbeimStart1996zerstoertMPS.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="Eines der RAPID-Instrumente, das beim missglückten Start 1996 zerstört wurde, befindet sich noch am MPS. (Bild: MPS)" data-rl_caption="" title="Eines der RAPID-Instrumente, das beim missglückten Start 1996 zerstört wurde, befindet sich noch am MPS. (Bild: MPS)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="400" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/RAPIDInstrumentbeimStart1996zerstoertMPS60.jpg" alt="Eines der RAPID-Instrumente, das beim missglückten Start 1996 zerstört wurde, befindet sich noch am MPS. (Bild: MPS)" class="wp-image-144015" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/RAPIDInstrumentbeimStart1996zerstoertMPS60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/RAPIDInstrumentbeimStart1996zerstoertMPS60-300x200.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/RAPIDInstrumentbeimStart1996zerstoertMPS60-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Eines der RAPID-Instrumente, das beim missglückten Start 1996 zerstört wurde, befindet sich noch am MPS. (Bild: MPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Katastrophaler Start</strong><br>In gewisser Weise erinnert das bevorstehende, feuerreiche Ende der Mission an ihren Beginn. Vier Jahre vor dem erfolgreichen Start im Jahr 2000 war es zu einem Unglück gekommen: Der erste Startversuch musste nach weniger als einminütigem Flug wegen eines Steuerungsfehlers der Trägerrakete beendet werden. Die Bruchstücke der explodierten Rakete – und der vier Cluster-Satelliten an Bord &#8211; gingen kontrolliert über unbewohntem Gebiet in der Nähe des ESA-Raumfahrtzentrums im südamerikanischen Französisch-Guayana nieder. Eines der zerstörten RAPID-Instrumente, das aus den dortigen Sümpfen geborgen werden konnte, findet sich noch heute am MPS.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Patrick Daly erlebte den missglückten Start damals im Kontrollzentrum der ESA in Darmstadt. „Auf dem Bildschirm haben wir das spektakuläre Feuerwerk gar nicht erkannt und wussten zunächst nicht was los war, bis das Schweigen mit den Wörtern „That was the Cluster Mission“ gebrochen wurde“, erinnert er sich noch heute an den beklemmenden Moment. Umso größer war die Freude vier Jahre später. Den Start der ersten beiden Satelliten im Juli 2000 verfolgte der MPS-Wissenschaftler wieder in Darmstadt, den der zweiten im August desselben Jahres im kasachischen Baikonur. Ein unvergessliches Erlebnis. „Nach jedem erfolgreichen Start sind die Beteiligten überglücklich. Schließlich haben sie jahrelang auf diesen Moment hingearbeitet. Aber bei Cluster war es wirklich etwas ganz besonders“, so Daly. Der bevorstehende letzte Tanz von Salsa führt die Mitglieder der wissenschaftlichen Teams nun in den nächsten Tagen ans Weltraumastronomiezentrum (ESAC) in der Nähe von Madrid – für ein letztes Treffen und einen weiteren unvergesslichen Moment.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4099.msg565710#msg565710" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Cluster</a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>DESY: Übergang von schwacher zu starker Turbulenz im Weltraumplasma entdeckt</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/desy-uebergang-von-schwacher-zu-starker-turbulenz-im-weltraumplasma-entdeckt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Apr 2024 20:16:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Astrophysik-Team von Universität Potsdam und DESY hat das letzte Rätsel der magnetohydrodynamischen Turbulenztheorie gelöst, indem sie mit einer neu entwickelten Methode den Übergang von schwacher zu starker Turbulenz im Weltraumplasma um die Erde beobachtet haben. Eine Pressemeldung des Deutschen Elektronen-Synchrotrons DESY – ein Forschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft. Quelle: DESY 12. April 2024. 12. April 2024 [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Ein Astrophysik-Team von Universität Potsdam und DESY hat das letzte Rätsel der magnetohydrodynamischen Turbulenztheorie gelöst, indem sie mit einer neu entwickelten Methode den Übergang von schwacher zu starker Turbulenz im Weltraumplasma um die Erde beobachtet haben. Eine Pressemeldung des Deutschen Elektronen-Synchrotrons DESY – ein Forschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: DESY 12. April 2024.</p>



<p class="wp-block-paragraph">12. April 2024 &#8211; Turbulenz ist in der Natur allgegenwärtig. Sie existiert in unserem täglichen Leben genauso wie im fernen Universum und ist von Richard Feynman als „das letzte große ungelöste Problem der klassischen Physik“ bezeichnet worden. Huirong Yan, Leitende Wissenschaftlerin bei DESY und Professorin am Institut für Physik und Astronomie der Universität Potsdam entdeckte jetzt mit ihrer Arbeitsgruppe ein lang vorhergesagtes Phänomen: den Übergang von schwachen zu starken Plasmaturbulenzen im Weltraum. Sie wurden bei der Analyse von Daten der <a href="https://www.raumfahrer.net/tag/cluster/" data-wpel-link="internal">Cluster</a>-Mission darauf aufmerksam – einer Weltraummission der ESA, bestehend aus einer Konstellation von vier Raumsonden in der Erdumlaufbahn, welche erforschen, wie Sonne und Erde interagieren.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/turbulenceinEarthmagnetosheathSiqiZhaoHuirongYan.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Künstlerische Darstellung der Turbulenzwirbel in der Magnetosphäre der Erde von großen zu kleinen Skalen. Eine zunehmende Helligkeit zeigt eine steigende Nichtlinearität an. (Bild: Siqi Zhao &amp; Huirong Yan)" data-rl_caption="" title="Künstlerische Darstellung der Turbulenzwirbel in der Magnetosphäre der Erde von großen zu kleinen Skalen. Eine zunehmende Helligkeit zeigt eine steigende Nichtlinearität an. (Bild: Siqi Zhao &amp; Huirong Yan)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="311" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/turbulenceinEarthmagnetosheathSiqiZhaoHuirongYan60.jpg" alt="Künstlerische Darstellung der Turbulenzwirbel in der Magnetosphäre der Erde von großen zu kleinen Skalen. Eine zunehmende Helligkeit zeigt eine steigende Nichtlinearität an. (Bild: Siqi Zhao &amp; Huirong Yan)" class="wp-image-138415" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/turbulenceinEarthmagnetosheathSiqiZhaoHuirongYan60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/turbulenceinEarthmagnetosheathSiqiZhaoHuirongYan60-300x156.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Künstlerische Darstellung der Turbulenzwirbel in der Magnetosphäre der Erde von großen zu kleinen Skalen. Eine zunehmende Helligkeit zeigt eine steigende Nichtlinearität an. (Bild: Siqi Zhao &#038; Huirong Yan)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Übergang von schwacher zu starker Alfvénischer Turbulenz ist die kritischste, bisher durch Beobachtungen nicht bestätigte Vorhersage der magnetohydrodynamischen (MHD) Turbulenztheorie der letzten drei Jahrzehnte. Sie ist besonders schwierig, weil die dreidimensionale Abtastung von Turbulenzänderungen bisher nicht möglich war. Daher entwickelte das Forschungsteam neue Analysemethoden, um dreidimensionale Informationen über Geschwindigkeits- und Magnetfeldänderungen zu erhalten und damit Beobachtungen und theoretische Vorhersagen vergleichen zu können. „Die beobachtete Bestätigung des Übergangs von schwacher zu starker Turbulenz löst nun das letzte Rätsel der MHD-Turbulenztheorie: Sie belegt, dass sich die Turbulenz unabhängig von anfänglichen Störungen während der Energiekaskade mit zunehmender Nichtlinearität von linearen wellenförmigen 2D-Fluktuationen zu starker 3D-Turbulenz selbstorganisiert, was die Allgemeingültigkeit der starken MHD Turbulenz unterstreicht“, sagt Huirong Yan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Ergebnis vertiefen diese Erkenntnisse unser Wissen über die Turbulenz erheblich. Ihre Auswirkungen erstrecken sich über die Untersuchung der Turbulenz selbst hinaus auf Teilchentransport und -beschleunigung, auf Strukturänderungen von Magnetfeldern, auf die Sternentstehung und alle anderen relevanten physikalischen Prozesse von unserer Erde bis zum fernen Universum.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Originalveröffentlichung</strong><br>Siqi Zhao, Huirong Yan et al., 2024, Identification of the weak-to-strong transition in Alfvénic turbulence from space plasma, Nature Astronomy<br><a href="https://www.nature.com/articles/s41550-024-02249-0" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41550-024-02249-0</a><br>pdf: <a href="https://www.nature.com/articles/s41550-024-02249-0.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41550-024-02249-0.pdf</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=19773.msg560872#msg560872" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren</a></li>
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		<title>MPS: Solar Orbiter schrappt an der Erde vorbei</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mps-solar-orbiter-schrappt-an-der-erde-vorbei/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Nov 2021 14:32:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Das Manöver leitet den nächsten Abschnitt der Sonnenmission ein: Nach Anflugphase und Inbetriebnahme beginnt nun der wissenschaftliche Normalbetrieb. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung. Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. 26. November 2021 &#8211; Nach ihren ersten Umläufen um die Sonne kehrt die ESA-Raumsonde Solar Orbiter am kommenden Samstag, 27. November, ganz in die Nähe der Erde [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Das Manöver leitet den nächsten Abschnitt der Sonnenmission ein: Nach Anflugphase und Inbetriebnahme beginnt nun der wissenschaftliche Normalbetrieb. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SolOEarthflybyesaatgmedialab2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SolOEarthflybyesaatgmedialab26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Am Samstag, 27. November, um 5.30 Uhr saust Solar Orbiter an der Erde vorbei. (Bild: ESA/ATG medialab)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">26. November 2021 &#8211; Nach ihren ersten Umläufen um die Sonne kehrt die ESA-Raumsonde Solar Orbiter am kommenden Samstag, 27. November, ganz in die Nähe der Erde zurück. Der Vorbeiflug in einem Abstand von nur 460 Kilometern ändert Flugbahn und -geschwindigkeit der Sonde so, dass sie sich auf ihrer nächsten Umlaufbahn der Sonne bis auf den bisher kürzesten Abstand von 50 Millionen Kilometern nähern kann. Das Manöver markiert zudem einen wichtigen Meilenstein der Mission: Die Inbetriebnahme der wissenschaftlichen Instrumente ist abgeschlossen; nun beginnt der regelmäßige Messalltag. Für die Instrumente PHI, EUI, Metis und SPICE, zu denen das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen beigetragen hat, stehen für die Zukunft auch zeitgleiche Messungen mit erdnahen Forschungssatelliten und bodengebundenen Observatorien auf dem Programm. Diese Art des wissenschaftlichen Teamworks läßt sich derzeit besonders gut vorbereiten und optimieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf ihrem Weg ins äußere oder innere Sonnensystem nutzen Raumsonden häufig Vorbeiflug-Manöver, um Schwung zu holen oder abzubremsen. Dass sie sich dabei so nahe an den jeweiligen Planeten heranwagen wie jetzt Solar Orbiter, ist eine Seltenheit. Am Samstag, 27. November, um 5.30 Uhr (MEZ) wird der Sonnenspäher in einem Abstand von gerade einmal 460 Kilometern über Nordafrika und den Kanaren vorbeisausen. Das ist nur wenig mehr als die Entfernung zwischen der Erde und der internationalen Raumstation. Auf ihrer Route muss die Sonde dabei zwei Gebiete mit Weltraumschrott durchqueren, die unseren Planeten wie Kugelschalen umgeben: eins in einem Abstand von etwa 36.000 Kilometern über der Erdoberfläche und ein anderes in einem Abstand von weniger als 2.000 Kilometern. Das Kontrollzentrum der ESA in Darmstadt wird den Vorbeiflug überwachen und kann gegebenenfalls den Kurs korrigieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch aus wissenschaftlicher Sicht ist der Vorbeiflug ein besonderes Ereignis. Den in situ-Instrumenten von Solar Orbiter bietet er die Gelegenheit zu untersuchen, wie das Magnetfeld der Erde und die darin gefangenen Teilchen mit dem Sonnenwind wechselwirken. Zusammen mit den Messungen der erdnahen Forschungssatelliten der Cluster- und Swarm-Missionen, die dieses Zusammenspiel routinemäßig überwachen, ergibt sich so ein genaueres und vollständigeres Bild der irdischen Umgebung. „Cluster wird während des Vorbeiflugs in einen Modus umgeschaltet, der es erlaubt, die Messdaten in höchster Qualität zur Erde zu übertragen“, berichtet MPS-Wissenschaftler Dr. Patrick Daly, wissenschaftlicher Leiter des Cluster-Instruments RAPID (Research with Adaptive Particle Imaging Detectors). „Dies ist eine ausgezeichnete Basis für gemeinsame Studien“, fügt er hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zusammenarbeit mit Vorlauf</strong><br>Die Solar Orbiter-Instrumente PHI (Polarimetric and Helioseismic Imager), EUI (Extreme-Ultraviolett Imager), SPICE (Spectral Imaging oft he Coronal Environment) und der Koronagraph Metis, zu denen das MPS beigetragen hat, führen in genau vorausgeplanten Zeitfenstern wissenschaftliche Beobachtungen durch. Derzeit, während der erdnahen Flugphase, sind sie im Stand-By-Betrieb. Zeitgleiche und abgestimmte Messungen mit bodengebundenen und erdnahen Sonnenobservatorien wie etwa dem Solar Dynamics Observatory (SDO) der NASA und der japanischen Sonde Hinode fanden bereits Anfang des Monats statt. Zu diesem Zeitpunkt war Solar Orbiter schon so nah an der Erde, dass sich all diesen Sonnenspähern ein ähnlicher Blick auf unseren Stern bot. Für spätere gemeinsame Beobachtungskampagnen ist das eine wichtige Voraussetzung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Eine der großen Stärken von Solar Orbiter ist, dass die Sonde die Sonne umrundet und so auch immer wieder ihre Rückseite zu sehen bekommt“, erklärt Prof. Dr. Sami K. Solanki, Direktor am MPS und Leiter des PHI-Teams. „Wenn erdnahe Satelliten wie SDO und Hinode dann zeitgleich auf die Sonne schauen, können wir die Sonne erstmals zu ein und demselben Zeitpunkt in ihrer Gesamtheit sehen“, ergänzt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit diese Art von wissenschaftlichem Teamwork optimal funktioniert, müssen die Messdaten der verschiedenen Sonden miteinander vergleichbar sein. „Es muss sichergestellt sein, dass die Instrumente für dasselbe Phänomen auf der Sonne denselben Messwert liefern“, erklärt Dr. Johann Hirzberger vom MPS, Operations Scientist von PHI. Eine solche Kreuz-Kalibration ist nur in einer Phase wie derzeit möglich, in der die beteiligten Instrumente vom selben Standpunkt auf die Sonne schauen können. Eine weitere Gelegenheit zu gemeinsamen Kalibrationsmessungen ergibt sich im März nächsten Jahres. Dann wird Solar Orbiter bereits den halben Weg zwischen Erde und Sonne zurückgelegt haben und Messdaten mit deutlich höherer Auflösung liefern.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mps26112021esa.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mps26112021esa26.jpg" alt=""/></a><figcaption>(Infografik: ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Arbeitsalltag im All</strong><br>Nach dem Erd-Vorbeiflug beginnt für Solar Orbiter der Arbeitsalltag: Die Inbetriebnahme ist abgeschlossen; die Fernerkundungsinstrumente beginnen ihren wissenschaftlichen Normalbetrieb. „Die vergangenen Monate seit dem Start haben wir genutzt um kennenzulernen, wie sich die Instrumente unter Weltraumbedingungen verhalten. Wir haben gesehen, was die Instrumente leisten können“, so Solanki. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler freuen sich nun auf die kommenden Messungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits die Daten, die während der Inbetriebnahme anfielen, haben es in sich. So konnte das PHI-Team bereits im Februar dieses Jahres koordinierte Messungen mit anderen Sonnenspähern durchführen, die einen ersten Rundum-Blick auf die Sonne erlauben. Das Instrument EUI entdeckte Anfang dieses Jahres kleine, hell aufleuchtende Regionen in der Sonnenkorona, der heißen Atmosphäre der Sonne. Die Mini-Strahlungsausbrüche, so genannte Campfires, treten deutlich häufiger auf als erwartet und können helfen, die Vorgänge in der Sonnenkorona besser zu verstehen. Durch gemeinsame Messungen der verschiedenen Teleskope von Solar Orbiter gelingt es, die Massenauswürfe von der Sonnenoberfläche bis in den Weltraum zu verfolgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10520.msg523102#msg523102" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Solar Orbiter (SolO) auf Atlas V (411)</a></li></ul>
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		<title>Jahrestreffen Raumcon-Forum und Raumfahrer Net 2018</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/jahrestreffen-raumcon-forum-und-raumfahrer-net-2018/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stefan Goth]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 May 2018 20:27:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mitglieder und Freunde des Raumcon-Forums und des Vereins Raumfahrer Net trafen sich vom 06. bis 10. Mai 2018 zum jährlichen Erfahrungsaustausch in Lindau am Bodensee, mit Exkursionen nach Friedrichshafen. Quelle: Raumfahrer Net, Airbus, ESA, MPS, Dornier Museum, Eumetsat, Stefan Goth. Am diesjährigen Treffen nahmen 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sowie einige Tagesgäste teil. Wie jedes Jahr [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Mitglieder und Freunde des Raumcon-Forums und des Vereins Raumfahrer Net trafen sich vom 06. bis 10. Mai 2018 zum jährlichen Erfahrungsaustausch in Lindau am Bodensee, mit Exkursionen nach Friedrichshafen. </h4>



<h6 class="has-text-align-right wp-block-heading"> Quelle: Raumfahrer Net, Airbus, ESA, MPS, Dornier Museum, Eumetsat, Stefan Goth. </h6>



<p class="wp-block-paragraph">Am diesjährigen Treffen nahmen 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sowie einige Tagesgäste teil. Wie jedes Jahr bot es ein abwechslungsreiches Besichtigungsprogramm, Vorträge, Diskussionen mit hochkarätigen Gästen und die einzigartige Möglichkeit für die über den deutschsprachigen Raum (und darüber hinaus) verstreuten Foristen des Raumcon-Forums sich im persönlichen Kontakt auszutauschen.</p>



<h3 class="has-text-align-left wp-block-heading"><strong>Sonntag 06.05.2018</strong></h3>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/JuHeLindau-3-1500.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Jugendherberge Lindau" data-rl_caption="" title="Jugendherberge Lindau" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/JuHeLindau-3-260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Jugendherberge Lindau &#8211; gelungene Komposition aus alt und neu<br>(Bild: Axel Nantes)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Los ging es mit dem Einchecken in der Jugendherberge Lindau, dem  raumcon-typischen Dekorieren des Veranstaltungsraums und dem Aufbau der notwendigen Medientechnik. Wie üblich wurden dafür alle bereits  eingetroffenen Teilnehmer eingespannt, so dass sich bereits beim Anbringen von Space Shuttle-, Falcon 9- und Mars-Bildern die ersten Fachgespräche entwickelten. Erfreulicherweise konnten auch neue Freunde begrüßt werden, die zum ersten mal als Übernachtungsgäste teilnahmen.                                        </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/Lindau2018-8-2-1500.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Veranstaltungsraum Raumcon-Treff" data-rl_caption="" title="Veranstaltungsraum Raumcon-Treff" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/Lindau2018-8-2-260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Veranstaltungsraum Raumcon-Treff<br>(Bild: Axel Nantes)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einem reichhaltigen Abendessen wurden die Raumfahrt- und  Astronomiebegeisterten vom Vorsitzenden von Raumfahrer Net e.V. Thomas Weyrauch und der Hauptorganisatorin Ilka Meuer begrüßt. Das vorgesehene  Programm wurde durchgesprochen und die neue Raumfahrer Net Jahrestasse (Motiv: Falcon Heavy Erststart, Design Andrej Meuer) vorgestellt. Exklusiv für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurde eine limitierte Raumcon-Treff-Tasse 2018 mit Rosetta-Bildern vom Kometen Tschurjumow-Gerassimenko 67/P präsentiert (Design Andrej Meuer).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach schloss sich ein Kennenlernen und gemütliches Beisammensein  im Innenhof der Jugendherberge bei bestem Frühsommer-Wetter an.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Montag 07.05.2018</strong></h3>



<h3 class="wp-block-heading">Airbus Defence and Space &#8211; Standort Friedrichshafen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Frühstück in der Jugendherberge fuhren die Teilnehmer nach Friedrichshafen-Immenstaad zu Airbus Defence and Space. Dort stießen noch zwei weitere Raumfahrt-Enthusiasten dazu. Leider ist das Fotografieren auf dem Betriebsgelände strikt verboten, so dass es von unserem Besuch dort keine eigenen Bilder gibt.                                      </p>



<h3 class="wp-block-heading">Begrüßung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Begrüßt wurden die Raumfahrer von Wolfgang Rock (PLM Operations Manager; PLM = Payload Module =  Nutzlastmodul) im Kunden- und Innovationszentrum. Er stellte auch den Airbus-Konzern, die Raumfahrtsparte und die Schwerpunkte der Arbeit am  Standort Friedrichshafen vor. Der Standort mit rund 2.200 Mitarbeitern kümmert sich insbesondere um den Bereich Space Systems  (Raumfahrtsysteme), ist aber auch in Communications, Intelligence and Security und UAV/UAS (Unmand Aereial Vehicles/Systems = unbemannte Flugdrohnen/Systeme) tätig.                                      </p>



<h3 class="wp-block-heading">MetOp Second Generation</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der erste themenbezogene Vortrag von Ulrich Schull (MetOp SG B Projektleiter) befasste sich mit der Nachfolgegeneration der derzeit aktiven Wettersatelliten MetOp von Eumetsat (Eumetsat ist der internationale Betreiber wichtiger Wettersatelliten). Generell dienen diese Satelliten der Erfassung zahlreicher für die Wettervorhersage relevanter Messdaten. Die Vorteile der MetOp-Satelliten sind die globale Abdeckung durch polare Bahnen und die durch die niedrige Bahnhöhe (ca. 800 km) bedingte hohe Auflösung. Außerdem beobachten sie in einem breiten elektromagnetischen Spektrum. Derzeit befinden sich die baugleichen Satelliten MetOp A und B im All. Der letzte aus dieser Baureihe MetOp C soll demnächst gestartet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut einer Erhebung von Eumetsat bringt jeder in die  Wettersatelliten investierte Euro eine Wertschöpfung bzw.  Schadensvermeidung, z.B. Dank Unwettervorhersage, in Höhe von mehr als 15 Euro (Benefit to cost ratio &gt; 15). Neben den Wetterbeobachtern auf niedrigen, polaren Bahnen gibt es weitere, die auf geostationärer Position jeweils einen großen Bereich der Erdoberfläche in hoher Wiederholrate abtasten. Die Wettersatelliten liefern rund 50 % der für die Wettervorhersage relevanten Daten. Der Rest kommt von stationären  Messstationen, Bojen im Meer und Wetterballons. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-medium is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/MetOpSGIndustrialConsortiaESA1500.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Übersicht MetOp-SG-Industriekonsortium" data-rl_caption="" title="Übersicht MetOp-SG-Industriekonsortium" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/MetOpSGIndustrialConsortiaESA1500-300x214.jpg" alt="" class="wp-image-3635" width="300" height="214" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/MetOpSGIndustrialConsortiaESA1500-300x214.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/MetOpSGIndustrialConsortiaESA1500-600x427.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/MetOpSGIndustrialConsortiaESA1500-1024x729.jpg 1024w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/MetOpSGIndustrialConsortiaESA1500-768x547.jpg 768w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/MetOpSGIndustrialConsortiaESA1500.jpg 1500w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption>Übersicht MetOp-SG-Industriekonsortium <br>(Bild: ESA) </figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit wird im Auftrag von ESA und Eumetsat die zweite Generation der MetOp-Satelliten (MetOp SG oder <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://www.eumetsat.int/metop-sg" target="_blank" data-wpel-link="external">EPS-SG wie Eumetsat</a> das Programm bezeichnet) entwickelt. Während die erste Generation noch aus drei gleichen Einheiten besteht, sollen die Instrumente auf zwei  jeweils unterschiedliche Flugkörper (A und B) verteilt werden. Von jedem Typ sind jeweils drei gleiche Einheiten geplant. Das Auftraggeber-, Auftrags- und Auftragnehmergeflecht ist so komplex, dass es hier nicht im Detail wiedergegeben werden kann. Allerdings wurde Airbus über verschiedene Ausschreibungen mit der Entwicklung beider Satelliten beauftragt. Die Projektführerschaft für MetOp SG &#8222;A&#8220; liegt beim französischen Konzernteil, MetOp SG &#8222;B&#8220; wiederum beim deutschen in Friedrichshafen ansässigen. Das Projekt gliedert sich in rund 250 Unteraufträge, mit ca. 100 beteiligten Unternehmen aus 17 verschiedenen Ländern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Satelliten sollen im Zeitraum von 2021 bis in die 2040er-Jahre gestartet bzw. betrieben werden. Wobei alle Satelliten gleichzeitig bzw. in Kleinserie hintereinander gebaut werden. Die Starts der baugleichen Geräte erfolgt im Abstand von einigen Jahren. Die zunächst noch nicht benötigten Einheiten werden unter kontrollierten Reinraum-Bedingungen eingelagert. Für die Wissenschaftler und Wetterdienste ist es wichtig, dass über einen möglichst langen Zeitraum gleichwertige Messungen mit möglichst gleichem Equipment durchgeführt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Start der ersten beiden Satelliten (A1 und B1) ist mit der &#8222;europäisierten&#8220; Sojus von Kourou aus geplant. Deshalb ist für die  Entwicklung die Nutzlast-Masse auf jeweils 4,4 t limitiert. Später ist geplant weitere Exemplare mit Ariane 6 zu starten. Da Eumetsat als  Betreiber der Satelliten und Auftraggeber für die Starts nicht an den Geo-Return (ESA) gebunden ist, steht die Falcon 9 als weiteres  Backup-Startvehikel zur Verfügung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Bestückung mit Messinstrumenten wird auf Kontinuität geachtet, d.h. die Messgeräte aus der ersten Generation erhalten ggf.  verbesserte Nachfolger. Darüber hinaus kommen aber auch weitere  Instrumente hinzu, um der Wettervorhersage weitere Parameter zur  Verfügung zu stellen, aber auch um den Klimawandel genauer zu erforschen und zu dokumentieren. Dadurch wird es auch nötig die Messeinrichtungen auf zwei Satelliten aufzuteilen. Das Hauptinstrument auf den Typ B Satelliten ist das C-Band-Radar, auch Scatterometer genannt. Welches ebenfalls vom Airbus-Standort in Friedrichshafen maßgeblich entwickelt wird. Damit lassen sich insbesondere die Wellenhöhen und indirekt die Windgeschwindigkeiten über den Ozeanen ermitteln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem die zukünftigen Erdbegleiter ihr Einsatzende erreicht haben (darüber wird der spätere Betreiber Eumetsat letztlich entscheiden), sollen sie einen kontrollierten Wiedereintritt ausführen. Dafür erhalten die Satelliten ein dediziertes 400 N Triebwerk mit dem die Umlaufbahn innerhalb weniger Tage mit einer bestimmten Menge Resttreibstoff soweit abgesenkt werden kann, dass mit einem letzten &#8222;Suicide-Burn&#8220; ein Eintritt in die Erdatmosphäre über dem Südpazifik erfolgt. Wobei hierfür seit einiger Zeit konkrete Vorschriften zur Müllvermeidung greifen. Bis ca. 1.000 kg wäre ein unkontrollierter Eintritt zulässig. Bei der geplanten Masse ist jedoch davon auszugehen, dass massive Teile die Erdoberfläche bzw. die Meeresoberfläche erreichen. Daher muss aktiv ein besonders menschenleerer Sektor im Südpazifik angesteuert werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Raumsonde Rosetta</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Gunther Lautenschläger (Functional Avionics Engineering, Expert Spacecraft Operations and FDIR) berichtete im Anschluss über die Mission <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Rosetta" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Rosetta</a> zum Kometen 67P / Tschurjumov-Gerassimenko.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/RosettaaboveLSSESAAnnekeLeFloch1500.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="Rosetta mit Philae on top über der Weltraumsimulationskammer LSS des ESTEC" data-rl_caption="" title="Rosetta mit Philae on top über der Weltraumsimulationskammer LSS des ESTEC" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/RosettaaboveLSSESAAnnekeLeFloch260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Rosetta mit Philae on top über der Weltraumsimulationskammer LSS des ESTEC im April 2000<br>(Bild: ESA / Anneke Le Floc&#8217;h)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Für dieses Projekt hat Airbus die eigentliche Sonde gebaut und die Instrumente (die von unterschiedlichen Forschungseinrichtungen entwickelt und beigestellt wurden) integriert. Von den rund 3 t der Sonde entfielen etwa 1,6 t auf den Treibstoff. Damit wurde allerdings  gerade mal 25 % der notwendigen kinetischen Energie zur Verfügung gestellt. Der größere Teil wurde durch drei &#8222;Gravity Assists&#8220; (also Vorbeiflüge) an der Erde und einem am Mars gewonnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besondere Herausforderung bei der Entwicklung des Raumflugkörpers war das Thermaldesign, da fast die Umlaufbahnen der Venus und des Jupiter gestreift wurden. Außerdem sind die Kommunikation über sehr lange Distanzen, die Energiegewinnung durch hochperformante Solargeneratoren und die sog. Deep Space Hibernation (DSH), also die weitgehende Abschaltung über viele Monate auf dem entferntestem Teil des Weges zur Energieeinsparung, zu nennen. In diesem Zustand (DSH) wurde auch die Möglichkeit eines sog. Safemodes unterdrückt, da ein Umschalten in diesen Sicherheitsmodus zu viel Energie gekostet hätte, so dass nicht genug Wärme über die internen Heizelemente hätte produziert werden können. Ein Einfrieren des Hydrazins, welches als Treibstoff an Bord war, wäre die Folge gewesen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Weiterhin wurde mit der Navigationskamera eine weitgehend autonome Navigation am Kometen realisiert. Dabei wurden trotz der sehr geringen Gravitation (1/10.000 der Erdanziehung) &#8222;keplersche&#8220;, also gravitativ an den Kometenkern gebundene Orbits, geflogen. Für die Navigation innerhalb der Kometen-Koma wurden spezielle Algorithmen programmiert, um die auf den Aufnahmen der Navigationseinrichtungen dominierenden Staubpartikel von den Fixsternen zu trennen. Demnach konnten aus einem Bild jeweils bis zu 10.000 Staubpartikel herausgerechnet werden. Trotzdem kam es auch wegen des Staubs zu einem Safemode in unmittelbarer  Nähe des Kometen. Die Sonde ging auf einige Hundert Kilometer Abstand, orientierte die Hauptantenne dank der Sternennavigation auf die Erde und wartete auf Befehle. Sie konnte danach den regulären Betrieb wieder aufnehmen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Grundsätzlich wäre auch noch eine zweite Rückfallebene implementiert gewesen, diese wurde aber nie benötigt. Im Falle einer längeren  Kommunikationsunterbrechung und eines Verlusts der Orientierung der Hochgewinnantenne zur Erde, hätte die Sonde selbständig sich zunächst an der Sonne orientiert und dann spiralförmig darum herum nach der Erde gesucht, bis sie wieder Kontakt mit einer Bodenstation aufgenommen hätte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere anspruchsvolle Aufgabe war es den Lander Philae, welcher vom DLR entwickelt und gebaut wurde, abzusetzen. Auch wenn  Airbus für die Funktion des Landers nicht verantwortlich war, wurde auf die entsprechende Frage eines Teilnehmers berichtet, dass die  Fehlfunktion der Harpunen höchstwahrscheinlich auf das Schrumpfen der Treibsätze über die lange Flugzeit zum Versagen führte. D.h. die  Auslösemechanismen haben zwar funktioniert, die Zündfunken haben aber  den (ungeplanten) Abstand zu den Treibsätzen nicht überwunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Bau der Raumsonde Rosetta waren unter der Projektleitung von Airbus 96 Firmen aus 16 Ländern beteiligt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da die  Vorträge sich durch die fachkundigen Fragen und die ausgiebigen Diskussionen länger hinzogen als geplant, wurde der Vortrag für ein reichhaltiges, von Airbus zur Verfügung gestelltes Mittagessen unterbrochen.                                      </p>



<h3 class="wp-block-heading">Cluster</h3>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/ClusterModel-2-3-1500.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="Modell eines Cluster-Satelliten" data-rl_caption="" title="Modell eines Cluster-Satelliten" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/ClusterModel-2-2-260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Modell eines Cluster-Satelliten im Dornier Museum<br>(Bild: Axel Nantes)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auch zu den immer noch in Betrieb befindlichen <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Cluster" target="_blank" data-wpel-link="external">Cluster-Satelliten</a> berichtete Herr Lautenschläger über Entwicklung, Bau und Betrieb. Ziel der aus vier gleichen Einheiten bestehenden Satellitenkonstellation ist es die Interaktion zwischen Sonne und Erdmagnetfeld zu messen und zu erforschen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Raumflugkörper sind auf polaren, stark elliptischen Bahnen (Apogäum ca. 1/3 der Mondentfernung) unterwegs. Ursprünglich war bei ihrem Start im Jahr 2000 eine Einsatzzeit von wenigstens 3,5 Jahren geplant. Kürzlich wurde die Mission bis 2020 verlängert!                                       </p>



<h3 class="wp-block-heading">EarthCare</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Über <strong>EarthC</strong>louds, <strong>A</strong>erosols and <strong>R</strong>adiation <strong>E</strong>xplorer, kurz <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://www.esa.int/Applications/Observing_the_Earth/FutureEO/EarthCARE" target="_blank" data-wpel-link="external">EarthCare</a>, berichtete Markus Huchler (Project Manager EarthCare) in einem  prägnanten Vortrag. Airbus entwickelt und baut den Erdbeobachtungssatelliten im Auftrag der ESA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/EarthCAREandCPRastrium1500.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="Cloud-Profiling-Radar" data-rl_caption="" title="Cloud-Profiling-Radar" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/EarthCAREandCPRastrium260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Das japanische Cloud-Profiling-Radar (vorne rechts) für den ESA-Satelliten EarthCARE (hinten) im Reinraum in Friedrichshafen-Immenstaad.<br>(Bild: Presseerklärung Airbus DS GmbH / Mathias Pikelj)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Mit EarthCARE sollen Wolken, Aerosole und Rückstrahlung der Erdatmosphäre untersucht werden. Geplant ist ein polarer Orbit mit ungefähr 400 km Höhe über dem Erdboden. Innerhalb von 25 Tagen soll die Erdatmosphäre jeweils einmal komplett abgetastet werden. Der zukünftige Erdbegleiter wird eine Masse von rund 2,35 t haben. Davon entfallen ca. 1 t auf den Satellitenbus, 1 t auf die Instrumente und etwa 350 kg auf den Treibstoff. Die Solarpaneele sollen ungefähr 1,6 kW an elektrischer Leistung generieren. Die Datenrate für den Downlink wird bei 1 Mbps liegen. Für Entwicklung und Bau wurden 113 Unteraufträge an Firmen aus 18 Ländern vergeben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bedingt durch Verzögerungen bei den von verschiedenen Forschungseinrichtungen beigestellten Instrumenten hat sich die  Fertigstellung immer wieder verzögert. Beispielsweise das von der japanischen Raumfahrtorganisation JAXA entwickelte und gebaute <a href="https://www.google.com/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=2&amp;cad=rja&amp;uact=8&amp;ved=0ahUKEwjdmv7FoojbAhUJ6xQKHZlfB5YQFgg4MAE&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.airbus.com%2Fcontent%2Fdam%2Fcorporate-topics%2Fpublications%2Fpress-release%2Fphoto-release-space-systems-19042017-de.pdf&amp;usg=AOvVaw3f3GbtqXhVmHe140vj10iS" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Cloud Profiling Radar (CPR) (pdf)</a> wurde bereits 2017 testweise bei Airbus in Friedrichshafen mit dem Satellitenbus verbunden. Das Instrument befindet sich jedoch wieder in Japan und muss weiter angepasst werden. Daher wird das Projekt in eine Art &#8222;Stand-By-Modus&#8220; versetzt, d.h. das Projektteam wird drastisch reduziert und die bereits gebaute Hardware unter Reinraum-Bedingungen  eingelagert. Erst wenn die ausstehenden Messinstrumente zur Verfügung stehen, wird die Mitarbeiterzahl wieder hochgefahren, die Integration abgeschlossen, die notwendigen Testläufe durchgeführt und die  eigentliche Startkampagne begonnen.                                       </p>



<h3 class="wp-block-heading">MetOp (erste Generation)</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Aus organisatorischen Gründen folgte dann ein Vortrag von Fred Tanner (Former Head of ESA Projects in  ENS) über die <a href="https://www.eumetsat.int/our-satellites/metop-series" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">MetOp-Wettersatelliten</a> der ersten Generation, während der Vortrag über die zweite, in Entwicklung befindliche Generation bereits am Vormittag stattfand. Herr Tanner kürzte daher seinen Vortrag um die grundsätzliche Funktion und Aufgabe von Wettersatelliten und konzentrierte sich auf die spezifischen Eigenschaften. So sind die MetOp-Satelliten auf dem sog.  9:30-Uhr-&#8222;Morgenorbit&#8220; unterwegs. Das bedeutet die Satelliten überqueren jeweils auf dem absteigenden Knoten ihrer Bahn (von Norden kommend) den Erdäquator bei der lokalen Zeit von 9:30 Uhr am Morgen. Diese zeitlich fixe Wiederholung sorgt dafür, dass die entsprechenden Messungen immer unter gleichen Beobachtungsbedingungen erfolgen und somit untereinander vergleichbar sind. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Internationale Zusammenarbeit bei der Wetterbeobachtung ist selbstverständlich. Die US-amerikanische Wetterbeobachtungsorganisation NOAA betreibt ihre Satelliten in einem sog. Nachmittagsorbit und ergänzt so die Datenbasis mit entsprechenden Messungen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/MetOpCloweredinLSSESAGPorterCCBYSA3IGO1500.jpg" data-rel="lightbox-image-6" data-magnific_type="image" data-rl_title="MetOp C am Kran" data-rl_caption="" title="MetOp C am Kran" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/MetOpCloweredinLSSESAGPorterCCBYSA3IGO260.jpg" alt=""/></a><figcaption>MetOp C am Kran über der Weltraumsimulationskammer LSS des ESTEC Februar 2017<br>(Bild: ESA / G. Porter CC BY-SA 3.0 IGO)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">MetOp A ist seit 2005 im Einsatz, MetOp B seit 2012. Der dritte Satellit dieser Generation von Eumetsat betriebener Wettersatelliten soll  voraussichtlich im September diesen Jahres starten. Alle drei Satelliten sind im Prinzip baugleich. Damit soll die Vergleichbarkeit der  Messdaten über einen langen Zeitraum gewährleistet werden. Das ursprünglich von den USA beigestellte HIRS (High-resolution Infrared  Radiation Sounder) wird allerdings bei MetOp C fehlen, da es nicht mehr  gebraucht wird. Trotzdem wird zumindest ein Massensimulator an seiner Stelle an Bord sein, um die wesentlichen physikalischen Eigenschaften  den beiden Vorgängern weitestgehend anzunähern.                                       </p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt sind bei den MetOp-Satelliten jeweils 13 Messinstrumente an Bord, das gesamte Raumfahrzeug wiegt rund 4 t, davon entfallen etwa 2 t auf das Nutzlastmodul. MetOp C wird mit einer Sojus von Kourou aus starten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Herstellung und Integration wurde die Arbeitsweise bei Airbus erklärt. Um einen zentralen Rundkörper werden in zwei Segmenten  übereinander jeweils vier Paneele angebracht. Auf jedem Paneel können Installationen, Messgeräte und technische Einrichtungen montiert werden. Wobei üblicherweise diese Paneele vorab einzeln bestückt und u.U. ganze Baugruppen darauf installiert werden. Wenn möglich werden diese bereits separat geprüft und getestet, bevor sie mit dem eigentlichen Satellitenbus verbunden werden. Durch diese modulare Bau- und  Arbeitsweise können verschiedene Arbeitsschritte parallel durchgeführt werden und gegenseitige Abhängigkeiten vermindert werden. Selbstverständlich wird auch der komplett integrierte Satellit weiteren umfassenden Tests unterzogen. Eine nachträgliche Überprüfung und Anpassung einzelner Komponenten wird erleichtert, da die Paneele auch relativ einfach wieder demontiert werden können.                                       </p>



<h3 class="wp-block-heading">Besichtigung Neubau Integrations- und Technologiezentrum (ITC)</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nach den Vorträgen wurden die Raumfahrtenthusiasten in zwei Gruppen in das seit langem genutzte Integrationszentrum (IC, Dr. Berthold Vogt, Head of Space Integration Center) und den Neubau des <a href="https://www.airbus.com/en/newsroom/news/2019-02-airbus-new-integrated-technology-centre-incorporates-the-most-modern" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Integrations- und Technologiezentrums</a> (ITC, Christopher Hess, Head of Mechanical Products) geführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ITC steht kurz vor der Fertigstellung und wandelt sich gerade von einer Baustelle in einen funktionsfähigen Reinraum. Daher bot die  Besichtigung die einmalige Gelegenheit für Außenstehende sich in einem hallenartigen Reinraum der Klasse 5 bis 8 aufzuhalten. Sobald die Inbetriebnahme beginnt, werden Besichtigungen nur noch von außen, d.h.  durch Sichtfenster aus dem zukünftigen Konferenzbereich möglich sein. Die Halle bietet die Möglichkeit bis zu 8 Satelliten gleichzeitig zu integrieren. Die Halle ist in drei verschiedene Raumhöhen gegliedert. An der höchsten Stelle können Satelliten bis zu einer Gesamthöhe von 17 m zusammengebaut werden.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/AthenatelescopeESAConcurrentDesignFacility260.jpg" alt=""/><figcaption>Athena (Phase-0-Entwurf mit 12-Meter-Teleskop)<br>(Bild: ESA Concurrent Design Facility)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">In Europa gibt es sonst keine vergleichbare Integrationshalle, nur in den USA gibt es, soweit bekannt, eine ähnliche Möglichkeit. Diese  maximale Raumhöhe wurde gezielt gewählt, um sich für Entwicklung und Bau des von der ESA geplanten <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://sci.esa.int/web/athena/" target="_blank" data-wpel-link="external">Röntgenteleskops Athena</a>  bewerben zu können. Allerdings kann ein entsprechend großer Satellit nicht im Ganzen die Halle verlassen und muss in drei Teile zerlegt  werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein besonderes Merkmal ist der fließende Übergang von den Reinraumklassen 5 (ungefähr 100 Partikel pro Kubikfuß) bis 8 (ungefähr  100.000 Partikel pro Kubikfuß). Die gefilterte Luft wird über die  komplette Wand in dem Bereich mit der höchsten Reinheitsklasse  eingebracht und durch Öffnungen im Boden wieder abgesaugt. Daran schließen sich die Bereiche mit niedrigeren Reinheitsklassen ohne  Abtrennungen an. Dadurch kann eine flexible und ablauforientierte Integration gewährleistet werden ohne dass Bauteile oder ganze  Satelliten gekapselt, ausgeschleust, transportiert und in anderen  Montagehallen wieder ausgepackt werden müssen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt  werden in der großen Halle und in im gleichen Gebäude untergebrachten kleineren Reinräumen im Vollbetrieb rund 800.000 m³/h Luft umgewälzt werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Besichtigung Integrationszentrum (IC)</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zum noch im Bau befindlichen ITC kann der seit langem genutzte Reinraum nur über eine Besuchergalerie besichtigt werden. Von dort hat man einen sehr guten Überblick über die eng gestaffelt aufgereihten, in unterschiedlichen Stadien der Fertigstellung begriffenen, Satelliten. Darunter waren Sentinel und der bereits in einem Vortrag vorgestellte EarthCare. Wobei daran insbesondere die beschriebene modulare Bauweise und das Fehlen einiger größerer Messinstrumente deutlich wurde.                                       </p>



<h3 class="wp-block-heading">Ausklang des ersten Exkursionstages</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nach den zahlreichen durch die vielen Fachfragen und Diskussionen in die Länge gezogenen Vorträgen und  den hochinteressanten Besichtigungen war die verfügbare Zeit bis zur letzten Minute ausgenutzt, so dass die Teilnehmer gerade noch rechtzeitig für ein spätes Abendessen in die Jugendherberge zurückkehrten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Abschluss eines vollgepackten Tages gab es für Interessierte noch einen russischen Raumfahrtfilm zu sehen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Dienstag 08.05.2018</strong></h3>



<h3 class="wp-block-heading">Führung durch das Dornier-Museum in Friedrichshafen</h3>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/Friedrichshafen2018-42-2-1500.jpg" data-rel="lightbox-image-7" data-magnific_type="image" data-rl_title="Satellitenmodell von AEROS A + B" data-rl_caption="" title="Satellitenmodell von AEROS A + B" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/Friedrichshafen2018-42-2-260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Satellitenmodell von AEROS A + B in der Raumfahrtausstellung im Dornier Museum<br>(Bild: Axel Nantes)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der Tag begann wie der vorherige mit einem reichhaltigen Frühstück und führte dann ins <a href="https://www.dorniermuseum.de/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Dornier-Museum</a> nach Friedrichshafen. Ein ehemaliger langjähriger Dornier-/Astrium-Mitarbeiter führte die Gäste durch das 2009 eröffnete Luft- und Raumfahrtmuseum. Neben den historischen Anfängen der Luftfahrt mit konkretem Bezug zu Friedrichshafen (Zeppelin-Werke) wurden einige herausragende Entwicklungen des Firmengründers Claude Dornier vorgestellt. Von besonderem Interesse waren natürlich die Aktivitäten der Fa. Dornier im Bereich der Raumfahrt. Beispielsweise wurden die europäischen Erdbeobachtungssatelliten ERS (European Remote Sensing Satellite) und die von Dornier gebaute Faint Object Camera des Hubble-Weltraumteleskops vorgestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Herausforderungen bei der Herstellung von Hohlleitern für <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Synthetic_Aperture_Radar" target="_blank" data-wpel-link="external">Radarantennen mit synthetischer Apertur</a> wurden anschaulich am Beispiel eines entsprechenden Ausstellungsstücks aufgezeigt. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/ZeppelinNT-2-1500.jpg" data-rel="lightbox-image-8" data-magnific_type="image" data-rl_title="Zeppelin NT bei der Landung" data-rl_caption="" title="Zeppelin NT bei der Landung" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/ZeppelinNT-2-260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Zeppelin NT bei der Landung<br>(Bild: Stefan Goth)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss an die Führung hatten Interessierte die Gelegenheit den Flugsimulator mit einem originalen DO 27 Cockpit für einen virtuellen Rundflug über den Bodensee und in das benachbarte Ausland zu nutzen. Außerdem konnte das Museum auf eigene Faust erkundet werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Mittagessen nahmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf der Aussichtsterasse des DO-X Restaurants mit Blick auf landende und  startende Luftfahrzeuge ein. Neben den Privat- und Verkehrsflugzeugen die den Bodensee Airport Friedrichshafen nutzten wurde vor allem der Zeppelin NT bei einer Reihe von Starts und Landungen bewundert.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Offener Brief von Raumfahrer Net &#8222;Wir wollen Bilder&#8220; zur Mission Rosetta aus dem Jahr 2014</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Am Nachmittag hatte das Dornier Museum das sog. DO-Labor, die ehemalige Seehütte von Claude Dornier, welche vor einigen Jahren im Dornier Museum wiederaufgebaut wurde, zur Verfügung gestellt. Zu diesem Programmteil konnte Dr. Holger Sierks  (OSIRIS Principal Investigator) vom <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://www.mps.mpg.de/de" target="_blank" data-wpel-link="external">Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen</a> begrüßt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Karl Urban, einer der Gründer von Raumfahrer Net, hielt einen Vortrag über den <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/offener-brief-echtzeit-bilder-von-rosetta/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Offenen Brief vom 15. Juli 2014</a>  zur Mission Rosetta. Damals wünschten sich die Community und die Öffentlichkeit mehr Bilder und insbesondere eine schnellere Veröffentlichung. Er machte deutlich dass Raumfahrer Net und das Raumcon-Forum auf der selben Seite wie die Wissenschaftler stehen. Er verwies hierzu auf die Präambel der <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/satzung-raumfahrer-net/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Satzung des gemeinnützigen Vereins</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Als Teil einer jungen Generation im Herzen Europas, aus Ost und West, sind wir zusammengetroffen, um auf Basis dieser Satzung einen Verein zu gründen, die Öffentlichkeit vom Nutzen der friedlichen Erforschung des Weltalls zu überzeugen und als junge Generation unseren Beitrag dazu zu leisten.&#8220;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Er berichtete, dass die <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/brief-fuer-echtzeit-bilder-von-rosetta-ein-rueckblick/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Reaktionen der ESA und der beteiligten Forscher</a> zunächst ablehnend, dann eher widersprüchlich waren. Er zeigte auch weitere Reaktionen in Internet-Blogs, Zeitschriften, Tageszeitungen und in der Sendung nano auf 3Sat auf. Die ESA befürchtete zunächst eine Konkurrenz zu den hochauflösenden OSIRIS-Kameras, schwenkte nach kurzem Zögern aber um, und stellte zumindest die Bilder der Navigationskamera zügig zur Verfügung. Schließlich wurden alle NavCam-Bilder unter eine  Creativ Commons Lizenz gestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der ganzen Zeit gab es einen Austausch mit der ESA, eine offizielle Reaktion des MPS wurde jedoch vermisst. Die Veröffentlichung der OSIRIS-Bilder erfolgte jeweils mit Monaten Verzögerung (proprietäre Periode) und ist noch nicht abgeschlossen. Erst der persönliche Kontakt zwischen Holger Sierks und Karl Urban brachte mehr Klarheit und weitere Gespräche in Gang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Holger Sierks stellte sich der Diskussion und verwies darauf, dass die Datenrate von Rosetta beim Kometen stark limitiert war und daher  jedes Instrument und die Navigation der Sonde mit starken Beschränkungen auskommen mussten. Die Navigation beanspruchte dann sogar eine höhere Datenrate als ursprünglich geplant. Um dies wieder etwas auszugleichen wurden dann auch OSIRIS-Bilder zur Navigation herangezogen, so dass wiederum die Übertragung einiger NavCam-Bilder eingespart werden konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Diskussion wurde deutlich, dass tatsächlich die Gefahr von missbräuchlicher Nutzung fremder Daten in der Wissenschaftscommunity besteht. So wurde einer Fachzeitschrifteine Arbeit angeboten, welche auf Bildern beruhte, die keinen offiziellen Weg nahmen. Auch andere Beispiele von &#8222;Leaks&#8220; wurden besprochen, bei denen sensationelle Bilder und Daten von anderen Forschern vor der eigentlichen offiziellen Vorstellung an die Öffentlichkeit weitergegeben wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Karl Urban verwies auf &#8222;Best Practice&#8220;-Beispiele, z.B. werden bei einigen NASA-Missionen (Curiosity, New Horizon) Bilder praktisch  unmittelbar nach dem Downlink veröffentlicht. Es gibt auch Projekte mit voller Datenfreigabe für alle. Bei GAIA mussten sogar alle  interessierten Wissenschaftler abwarten bis der offizielle Sternenkatalog für alle veröffentlicht wurde, bevor sie sich damit  befassen konnten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Holger Sierks wurden bisher rund 170 Arbeiten basierend auf OSIRIS-Daten (während der Mission am Kometen aufgenommen)  veröffentlicht. Er betonte, dass Europa bei der Kometenforschung noch ein Neuling war, im Gegensatz zur NASA bzw. den USA. Deshalb war eine proprietäre Phase unumgänglich, um selbst eine Chance zu haben, entsprechende Auswertungen und Forschungsergebnisse zu veröffentlichen. Auch waren die ESA und das OSIRIS-Team auf die entsprechende Öffentlichkeitsarbeit nicht vorbereitet. Es gab kein Budget, kein Personal und kein Konzept. Erst im Laufe des Projekts wurde diese Anforderung erkannt und reagiert. Letztlich wurde die Arbeit der ESA auch in diesem Feld sogar von allen Seiten gelobt. Das MPS hat mit der Hochschule Flensburg eine Ausstellung zu Rosetta und 67/P erarbeitet, welche in zahlreichen Einkaufszentren zumindest im Norden der Bundesrepublik gezeigt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die in den verschiedenen OSIRIS-Katalogen veröffentlichten Bilder mit &#8222;nur&#8220; 512 x 512 Pixeln Auflösung sind die Originalbilder, die auch  dem MPS zur Verfügung stehen. Wegen der bereits beschriebenen begrenzten Datenrate wurde entschieden, einen Teil der Bilder bereits auf der Sonde stark zu komprimieren und zu verkleinern. Dafür konnte die Zahl der Bilder die übertragen wurden deutlich erhöht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Holger Sierks sieht das Alleinstellungsmerkmal des MPS bezüglich der Fähigkeit wissenschaftliche Kameras zu konstruieren, zu bauen und zu betreiben gefährdet. Die Finanzierung solcher Aktivitäten ist sehr stark von der Unterstützung durch die politischen Entscheidungsgremien abhängig. Diese wiederum sehen vor allem den wissenschaftlichen Output, d.h. wie viele &#8222;Papers&#8220; produziert werden, als zu erzielenden Gegenwert an. Werden Daten ohne ausreichende proprietäre Phase an die  Wissenschaftsgemeinde ausgegeben, sinkt der Anreiz entsprechende Projekte zu fördern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem wird es wahrscheinlich in absehbarer Zeit noch einmal eine Kamera-Mission mit Beteiligung des MPS geben. Eine voll flugtaugliche Reservekamera der Sonde DAWN wird bei der Mission AIDA mitfliegen. Die Daten dieser Mission werden allerdings sofort veröffentlicht werden. Was danach kommt ist sehr unsicher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Zusammenhang mit der Diskussion über die Freigabe von Bildern und Daten der Rosetta-Mission in 2014, zeigte sich Holger Sierks  erschüttert über den Umgangston im Internet und den sog. sozialen Medien. Er berichtete über unangemessene Angriffe. Ein Phänomen, das auch die Raumcon-Foristen und Mitglieder von Raumfahrer Net betroffen machte.</p>



<h3 class="wp-block-heading">67/P &#8211; Der Rosetta Komet</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der angeregten und fruchtbaren Diskussion über die Bilder- und Datenfreigabe bei Rosetta hielt Holger Sierks noch einen spannenden Vortrag über die <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://www.mps.mpg.de/rosetta" target="_blank" data-wpel-link="external">Mission</a>, die OSIRIS-Kameras und den Beitrag des MPS. Die ersten Planungen und  Vorarbeiten begannen bereits 1985, der Start erfolgte 2004. Die eigentliche Mission der Sonde endete 2016, die Auswertung der Daten hält aber noch an. Das MPS stellte zwei Kameras zur Verfügung und war für deren Betrieb verantwortlich: Narrow Angel Camera (NAC) und Wide Angel Camera (WAC). Jede Kamera hatte eine Masse von etwa 10 &#8211; 12 kg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine besondere Herausforderung war die Datenverarbeitung, da durch den ständigen Beschuss mit Sonnenpartikeln und kosmischer Strahlung unzählige Artefakte in den Aufnahmen enthalten sind.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/original.gif" alt=""/><figcaption>67/P aufgenommen am 12. und 13. August 2015<br>(Quelle: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Er berichtete auch über einige wissenschaftliche Erkenntnisse, so erhöht sich die Rotationsgeschwindigkeit von 67/P bei jedem Umlauf um die Sonne. Dies wird auf die asymmetrische Form und die damit ungleichmäßige Abstrahlung des Kometenkerns zurückgeführt. Auch verliert der Süden des Kometen mehr Staub, da dieser Bereich in Sonnennähe stärker beschienen wird als der Norden. Gleichzeitig lagert sich auf der Nord-Hemisphäre mehr Staub ab, als dort ins All geschleudert wird. Insgesamt verliert der Nukleus bei jedem Sonnenumlauf eine signifikante Masse. Die Dichte des Körpers ist sehr niedrig, ähnlich Kork. Die Gravitation erreicht nur etwa ein 1/10.000 der Erdanziehung. Dass, zumindest an der Oberfläche, organische Bestandteile mit einem Anteil von ca. 45 % festgestellt wurden, hat sogar die Wissenschaftler überrascht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach weitgehend einhelliger Meinung der Forscher ist 67/P aus ursprünglich zwei getrennten Körpern entstanden. Hinweise darauf gibt z.B. der schichtweise Aufbau der beiden Hauptkörper. Diese jeweils ca. 20 m dicken Schichten wurden wahrscheinlich während der Bildung der Urkörper in der Akkretionsscheibe, aus der unser Sonnensystems entstanden ist, abgelagert. Die Schichtung und Orientierung deutet darauf hin, dass beide Teile separat entstanden sind und sich erst später aneinander angelagert haben. Man geht allerdings davon aus, dass diese Verbindung schon sehr früh erfolgte, da sie mit recht geringer Relativgeschwindigkeit erfolgt sein muss. Das scheint wiederum nur möglich zu sein, wenn gleichzeitig noch größere Menge Gas vorhanden war, um die Bewegung der festen Körper zu bremsen. Das Gas wiederum war nach aktueller Lehrmeinung bereits rund 3 Mio. Jahre nach Entstehung der Sonne verschwunden bzw. aus dem Sonnensystem &#8222;vertrieben&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt noch viele Phänomene und Eigenschaften die noch wenig verstanden sind. Es gibt beispielsweise auf der Oberfläche zahlreiche  &#8222;Bolder&#8220;, Körper die wie Felsen aussehen, jedoch wegen der geringen Dichte eher nicht mit massiven Steinen zu vergleichen sind. Diese  Brocken mit Ausdehnungen von einigen Dezimetern bis Metern haben teilweise erstaunlich glatte Flächen, die an Abbruchflächen erinnern. Es ist noch völlig unklar, wie diese glatten Oberflächen entstanden sind bzw. vielleicht noch entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Komet erzeugt gigantische Staubfontänen, die teilweise auch bis eine Stunde nach Sonnenuntergang anhalten. Damit der Staub den Kameras nicht schadet waren diese mit einem Verschlussmechanismus ausgestattet. In zwei Jahren aktiver Zeit am Kometen, waren diese nur ca. 40 h für die reine Belichtungszeit offen. Die Kameraoptiken waren dadurch effizient vor Verstaubung geschützt.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/Philae_found-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-9" data-magnific_type="image" data-rl_title="Der Lander Philae ist gefunden!" data-rl_caption="" title="Der Lander Philae ist gefunden!" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/Philae_found_260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Der Lander Philae ist gefunden!<br>(Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA; context:</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die besondere Leistungsfähigkeit konnten die Kameras bei der Aufnahme von Philae an seinem letztendlichen Landeort in einer dunklen Felsspalte unter Beweis stellen. Die entsprechende Aufnahme zeigt bei normaler Ausleuchtung an dieser Stelle ein sattes Schwarz. Allerdings waren die Sensoren so empfindlich, dass sie alleine durch das von der Oberfläche zurückgestrahlte Sonnenlicht (die Albedo beträgt nur rund 6 %) Philae abbilden konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der hochinteressante mit zahlreichen spektakulären Aufnahmen gespickte Vortrag versöhnte die Anwesenden über die teilweise lange Wartezeit bis zur Veröffentlichung dieser Bilder hinweg. Man will weiter im Gespräch bleiben.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Abend verbrachten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in intensiven Fachgesprächen.                                      </p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Mittwoch 09.05.2018</strong></h3>



<h3 class="wp-block-heading">&#8222;Warum ist der Journalismus so schlecht?&#8220;</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Veggie-Day in der Jugendherberge Lindau startete mit einem gesunden Frühstück. Da keine Exkursionen geplant waren blieb viel Zeit für Vorträge und Diskussionen im Veranstaltungsraum. Den Auftakt übernahm Karl Urban mit einem Grundsatzvortrag mit dem Titel &#8222;Warum ist der Journalismus so schlecht?&#8220;. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Einstieg griff er auf ein Zitat aus einem Artikel zurück, in dem die Falcon Heavy versehentlich zu einem 1.400.000 Tonnen Monster  gemacht worden war. Weitere Beispiele fehlerhafter Beiträge in Print-  und Onlinebeiträgen unterstützten den Eindruck, dass es Mängel in der  journalistischen Qualität gibt.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum besseren Verständnis des Problem schilderte er zunächst, wie üblicherweise ein journalistischer Text entsteht. Am Anfang steht eine  Idee für einen Beitrag, das kann von einer Redaktion ausgehen oder von  einem Autor einer Redaktion vorgeschlagen werden. Wenn der  verantwortliche Redakteur der ersten Ideenzusammenfassung zustimmt, beginnt der Autor mit einer möglichst umfassenden Recherche. Er versucht sich sachkundig zu machen, führt Interviews und versucht Hintergründe zu beleuchten. Ein Textentwurf geht an den Redakteur, dieser redigiert den Text, macht den Einstieg griffiger und sorgt für einen besseren sprachlichen Fluss. Ein längerer Text kann mehrmals zwischen Autor und Redakteur hin- und hergehen, bevor beide damit zufrieden sind. In ganz wenigen Redaktionen folgt dann ein sogenanntes &#8222;fact checking&#8220;. Meist unterbleibt dieses jedoch wegen Personal- und Geldmangel. Im Lektorat werden dann meist nur noch Rechtschreibung, Grammatik und Ausdruck geprüft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Generell geht der Anteil der Print-Medien, also gedruckte Zeitungen und Zeitschriften am Medienmarkt immer mehr zurück. Nicht nur die Auflagen sinken, auch die Redaktionen werden verkleinert. Wissenschaftsjournalisten sind nur noch in wenigen Redaktionen  vertreten. Auch bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten wird im Wissenschaftsbereich gekürzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt Gegenbewegungen bei stiftungsfinanzierten Einrichtungen und Autoren schließen sich zu Genossenschaften zusammen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Entwicklungsstand bei der BFR (Big Falcon Rocket)</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Joachim Boensch berichtete über die neuesten Erkenntnisse und Spekulationen im Zusammenhang mit der Entwicklung der BFR genannten Großrakete von SpaceX. Zunächst wies er darauf hin, dass mit BFR &#8211; Big Falcon Rocket das ganze Trägersystem, BFS &#8211; Big Falcon Spaceship das eigentliche Raumschiff und mit BFB &#8211; Big Falcon Booster die erste Stufe bezeichnet werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Er erläuterte das Landeverfahren des BFS (Heck voraus) und ging auf die Tankverfahren am Start- und Landeplatz sowie zwischen Tanker und Raumschiff im Orbit ein. Die regenerativ gekühlten Vakuum-Triebwerksdüsen des BFS sind eine Besonderheit, da Vakuumtriebwerke üblicherweise strahlungsgekühlt arbeiten. Durch die enge Anordnung und die massivere Ausführung, um z.B. bei der Landung in der Atmosphäre nicht beschädigt zu werden, kann durch Strahlung alleine die Abwärme nicht ausreichend abgeführt werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Da es zu den Fortschritten bei SpaceX nur wenige konkrete Aussagen gibt, werden sichtbare bauliche Aktivitäten sehr genau verfolgt. So wird in McGregor, Texas ein ursprünglich aufgelassener Teststand plötzlich weitergebaut bzw. einer neuen Funktion zugeführt. Wassertanks und andere Einrichtungen deuten darauf hin, dass dort demnächst Tests größerer  Einheiten durchgeführt werden. Unsicher ist, ob hier vollständige Raptor-Triebwerke oder gar ganze Stufen getestet werden sollen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Einrichtungen für die spätere Produktion der BFR wurden bereits beschafft. So wurde in einer provisorischen Halle im Hafen von  San Pedro bei Los Angeles eine große walzenartige Maschine aufgestellt, mit der voraussichtlich die Hüllen von Tanks oder Stufen aus Kohlefaser gefertigt werden sollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die endgültigen Produktionsstätten wurde eine weitere Fläche im Hafen von San Pedro langfristig durch SpaceX angemietet. Dort können auch große Schiffe oder Bargen anlegen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem Flug zum Mars und den Point-to-Point-Verbindungen auf der Erde wurde auch der denkbare Ablauf einer BFR-Mondmission beschrieben. Demnach würde eine BFS mit den Astronautinnen und Astronauten zusammen mit einem BFS-Tanker in einen niedrigen Erdorbit geschossen und dann mit neun weiteren Starts von Tankern wieder aufgetankt werden. In einem hoch elliptischen Erdorbit würde dann der erste Tanker letztmalig das BFS auftanken bevor dieses endgültig zum Mond fliegt. Nach einer Landung würde das BFS ohne Treibstoffproduktion auf der Mondoberfläche mit den mitgebrachten Treibstoffen wieder zur Erde zurückkehren. Demnach könnten mit dieser Methode bis zu 150 t Nutzlast auf einmal auf den Mond gebracht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Mittagessen stand der Nachmittag den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zur freien Verfügung. Viele besuchten die Altstadt von  Lindau und genossen das schöne Wetter am Hafen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">KI in der Raumfahrt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Am Abend sammelte Thomas Brucksch Statements der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Thema Künstliche Intelligenz (KI), Fluch oder Segen? Die Meinungen gehen erwartungsgemäß weit auseinander. Er führte durch die Entwicklung der KI und ihrer kritischen Diskussion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Beispiel einer Anwendung nannte er CIMON einen innerhalb des Weltraumlabors Columbus auf der Internationalen Raumstation ISS  flugfähigen interaktiven künstlichen Assistenten, der Alexander Gerst unterstützen soll. Technisch beruht das von Airbus, IBM, DLR und der Ludwig-Maximilians-Universität in München gemeinsam entwickelte System auf Watson von IBM. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Einsatzgebiet für KI und Deep Learning Technologie ist die Auswertung und Identifizierung von Mustern in astronomischen  Daten. Hier forscht das Heidelberger Institut für theoretische Studien (HITS).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die KI-Techniken erläuterte Thomas  Brucksch am Beispiel von AlphaGo, ein Computersystem, dass den spielstärksten Go-Spieler der Welt in einem Match über 10 Spiele 9:1 geschlagen hat. Eine Kombination aus Monte Carlo Tree Search, massiv paralleler Verarbeitung und Neuronalem Netz von gelernten und generierten Wissen ermöglichte erst 2016 diese Leistungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">KI-Systeme sind somit zwar in der Lage, die &#8222;besseren&#8220;  Entscheidungen zu treffen und könnten dazu verleiten, sich auf die Technik zu verlassen, erklären können sie ihre Entscheidung aber nicht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Abschluss seines Vortrags bildete eine Beschreibung des dystopischen Kurzfilms &#8222;Slaughterbot&#8220;, welchen man bei YouTube findet.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Diskussion zum Stand der Dinge im Raumcon-Forum</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Eine angeregte Diskussion zum Stand der Dinge im Raumcon-Forum ergab sich aus einer <a rel="noreferrer noopener" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=16165.0" target="_blank" data-wpel-link="internal">Umfrage</a> dort. Generell stand die Frage im Raum, ob die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine schlechte Stimmung im Forum wahrnehmen und der Meinung seien, dass der Ton rauer geworden sei. Dies wurde von den meisten Anwesenden bestätigt. Auch Holger Sierks hatte in der Diskussion im Anschluss an seinen Vortrag am Dienstag bereits auf ähnliche Erfahrungen im Internet und den sog. sozialen Medien hingewiesen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In  der angeregten Diskussion wurde die Situation ausführlich besprochen und einige Vorschläge für Verbesserungen an der Forumstechnik, dem Umgang der Moderatoren mit &#8222;Trollen&#8220; und den Möglichkeiten, die den einfachen Forumsteilnehmern zur Verfügung stehen, gemacht. Die anwesenden Administratoren und Moderatoren wollen die Ergebnisse der Umfrage und der Diskussion intern mit den nicht anwesenden Teammitgliedern besprechen und weitere Schritte einleiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hierzu hat Andreas Weise ein Statement im Namen von Raumfahrer Net e.V. und des Teams des Raumcon-Forums verfasst.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Donnerstag 10.05.2018</strong></h3>



<h3 class="wp-block-heading">Ausklang</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der letzte Tag hat traditionell kein vorgegebenes Programm. Die aufwändige Dekoration des Veranstaltungsraums wurde mit vereinten Kräften wieder abgenommen. Nach und nach verabschiedeten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und machten sich auf den Heimweg. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine schon etwas geschrumpfte Gruppe hielt noch ein kleines Brainstorming bezüglich des nächsten Treffens in 2019 ab. Neben dem Finden spannender Exkursionsziele ist vor allem die Suche nach einer bezahlbaren Unterkunft die größte Herausforderung bei der Planung eines Raumcon-Treffs. Bei beiden Punkten zeichnete sich relativ schnell ein möglicher Favorit ab. Genaueres wird zu gegebener Zeit im Forum und im Portal zu lesen sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=15566.0" target="_blank" data-wpel-link="internal">Raumcon-Treff 2018 &#8211; Diskussion</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Marsatmosphäre: Vom Sonnenwind verweht</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/die-marsatmosphaere-vom-sonnenwind-verweht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Mar 2012 16:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Mars Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Atmosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Cluster]]></category>
		<category><![CDATA[Magnetfeld]]></category>
		<category><![CDATA[Mars Express]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnenwind]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=34757</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wissenschaftler haben neue Hinweise darauf entdeckt, dass der Mars seine einstmals vorhandene dichte Atmosphäre durch eine Interaktion mit dem Sonnenwind verloren hat. Ein entscheidender Faktor dabei ist das Fehlen eines planetenumspannenden Magnetfeldes. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, ESA, JGR, Science. Die Erde und der Mars &#8211; ursprünglich zur gleichen Zeit vor [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Wissenschaftler haben neue Hinweise darauf entdeckt, dass der Mars seine einstmals vorhandene dichte Atmosphäre durch eine Interaktion mit dem Sonnenwind verloren hat. Ein entscheidender Faktor dabei ist das Fehlen eines planetenumspannenden Magnetfeldes.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, ESA, JGR, Science.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11032012173017_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11032012173017_small_1.jpg" alt="ASPERA-Kooperation" width="346" height="260"/></a><figcaption>
Da der Mars im Gegensatz zur Erde über kein nennenswertes Magnetfeld verfügt kann die von der Sonne ausgehende Strahlung &#8211; der Sonnenwind &#8211; tief in die Marsatmosphäre vordringen. Die Sonnenwindionen können dabei die in der Atmosphäre enthaltenen Moleküle in ihre atomaren Bestandteile aufspalten. Diese Aufspaltung beschleunigt das Entweichen in den Weltraum. 
<br>
(Bild: ASPERA-Kooperation)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erde und der Mars &#8211; ursprünglich zur gleichen Zeit vor etwas über 4,5 Milliarden Jahren entstanden &#8211; haben sich in der Folgezeit sehr unterschiedlich entwickelt. Während die Erde eine dichte Atmosphäre gebildet hat und auch in der Gegenwart noch über ein starkes Magnetfeld verfügt, ist das Magnetfeld des Mars bereits vor etwa vier Milliarden Jahren erloschen. Vermutlich geschah dies, als der natürliche Zerfall der im Inneren des Mars konzentrierten radioaktiven Elemente nicht mehr genügend Wärmeenergie erzeugte, um im flüssigen Marskern Konvektionsströmungen anzutreiben. Dies hatte zur Folge, dass der für die Entstehung eines Magnetfeldes notwendige <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Magnetohydrodynamischer_Dynamo" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Dynamo-Effekt</a> zum Erliegen kam. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Gegenwart präsentiert sich unser äußerer Nachbarplanet als eine lebensfeindliche Welt, welche über eine viel zu kalte und vor allem viel zu dünne Atmosphäre verfügt, um das Vorhandensein von flüssigen Wasser auf dessen Oberfläche zu ermöglichen. Diese lebensfeindlichen Bedingungen bestanden jedoch nicht immer. Aufgrund der von den verschiedenen Orbiter-, Lander- und Rovermissionen gesammelten Daten gilt es heute als gesichert, dass der Mars in seiner Frühzeit über eine dichtere Atmosphäre verfügt haben muss, welche in Kombination mit höheren Temperaturen das Vorhandensein von flüssigen Wasser ermöglicht hat. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine der Hauptfragen der aktuellen Marsforschung ist deshalb, warum unser Nachbarplanet vor etwa vier Milliarden Jahren und somit ungefähr zeitgleich mit dem Verschwinden des globalen Magnetfeldes den größten Teil seiner Atmosphäre verloren hat. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Mechanismus, welcher hierbei eine entscheidende Rolle spielen dürfte, ist eine stetig erfolgende Erosion der Marsatmosphäre durch eine Interaktion mit den Partikeln des <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenwind" target="_blank" data-wpel-link="external">Sonnenwindes</a>. Frühere Messungen mit dem Instrument &#8222;ASPERA-3&#8220;, einem der insgesamt <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://www.dlr.de/de/forschung-und-transfer/projekte-und-missionen/mars-express" target="_blank" data-wpel-link="external">sieben Instrumente</a> an Bord des von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebenen Marsorbiters <i>Mars Express</i>, zeigten bereits im Jahr 2004, dass Sonnenwind-Partikel bis tief in die Ionosphäre des Mars vordringen, die dort enthaltenen Luftmoleküle in ihre atomaren Bestandteile aufspalten und so ein Entweichen planetarer Sauerstoffionen ins Weltall begünstigen.  <br>Aufbauend auf diesem Resultat hat ein internationales Wissenschaftlerteam unter der Leitung von Stas Barabash vom schwedischen Institut für Weltraumphysik in Kiruna zwischen dem 1. Mai 2004 und dem 30. Mai 2006 im Rahmen weiterer Forschungen ermittelt, wie hoch die aktuellen Verlustraten von Kohlendioxid und Wasserdampf aus der Marsatmosphäre in den Weltraum ausfallen. Die gemessenen Verlustraten summierten sich auf einen für die Wissenschaftler verblüffend niedrigen Wert von lediglich etwa 20 Gramm pro Sekunde. Dieser Wert stand allerdings im Widerspruch zu den früheren Messungen der russischen Raumsonde <i>Phobos-2</i>, welche zu Beginn des Jahres 1989 einen hundertfach höheren Wert ermittelt hatte.  <br>Extrapoliert man die von Stas Barabash und seinen Kollegen ermittelte Verlustrate über die gesamte Zeit seit der Entstehung des Mars, so kann der Sonnenwind unserem Nachbarplaneten gerade einmal ein Tausendstel seiner Atmosphäre und ein Zehntausendstel des Wassers entrissen haben. Als alternative Ursachen für den Atmosphärenverlust wurden deshalb in der Vergangenheit unter anderem der Einschlag eines großen Asteroiden oder Kometen oder bisher nicht entdeckte unterirdische Reservoirs von Wassereis und Kohlendioxid angeführt. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11032012173017_big_2.gif" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11032012173017_small_2.jpg" alt="ESA" width="313" height="208"/></a><figcaption>
Im Januar 2008 erreichte eine ko-rotierende Wechselwirkungsregion von Sonnenwindströmen nacheinander die Erde und den Mars. Dabei konnten verschiedene Raumsonden die Verlustraten von Sauerstoffionen bei den beiden Planeten bestimmen.
<br>
(Bild: ESA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Doch ist eine solche Extrapolation überhaupt sinnvoll? Auf eine mögliche Fehlerquelle wies David Brain von der University of California in Berkeley/USA hin: &#8222;Wir vermuten, dass Sonnenstürme in der Frühzeit unseres Sonnensystems erheblich häufiger auftraten und dabei stärker ausfielen als in der Gegenwart.&#8220; In diesem Fall könnten die Messwerte von <i>Mars Express</i> in die Irre führen und die Sonne wäre vielleicht doch hauptsächlich dafür verantwortlich, dass sich der Mars in der Gegenwart als eine staubtrockene Einöde mit einer extrem dünnen Atmosphäre präsentiert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine neue Studie, welche am 9. März 2012 in der Fachzeitschrift &#8222;Journal of Geophysical Research&#8220; publiziert wurde, untermauert jetzt diese Vermutung. Ein internationales Wissenschaftlerteam unter der Leitung von Dr. Yong Wei vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Katlenburg-Lindau konnte dabei nachweisen, dass die Anzahl der Sauerstoffionen, welche die oberen Atmosphärenschichten des Mars verlassen, höher als normal ausfällt, sobald eine von der Sonne ausgehende ko-rotierende Wechselwirkungsregion von Sonnenwindströmen über den Planeten hinwegzieht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die  Studie von Dr. Yong Wei und seinem Team basiert auf neuen Messdaten der Raumsonden <i>Mars Express</i> und der <i>CLUSTER</i>-Mission &#8211; einem aus vier Einzelsatelliten bestehenden Satellitenprojekt der ESA und der NASA zur Untersuchung der irdischen Magnetosphäre. Hierbei war sogar ein direkter Vergleich der Sauerstoff-Verlustraten bei der Erde und dem Mars möglich, da beide Planeten im Januar 2008 nacheinander von dem gleichen Strom geladener Sonnenwindpartikel getroffen wurden. Die Messungen der Raumsonden ergaben, dass die Verlustrate von Sauerstoffionen bei dem gleichen auslösenden Ereignis beim Mars um eine Größenordnung höher ausfiel als bei der Erde. 
<br>
&#8222;Die Verlustraten von Sauerstoffionen variierten während der vorbeiziehenden Wechselwirkungsregion um bis zu einen Faktor 100, abhängig von verschiedenen Faktoren wie der Dichte der Sonnenwinde und der Stärke der ultravioletten Strahlung der Sonne&#8220;, so Dr. Yong Wei. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11032012173017_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11032012173017_small_3.jpg" alt="ESA" width="313" height="250"/></a><figcaption>
Diese künstlerische Darstellung zeigt die unterschiedlichen Auswirkungen der Sonnenwinde auf die Planeten Venus (oben), Erde (Mitte) und Mars (unten). Im Gegensatz zu unseren beiden Nachbarplaneten ist die Erde durch ein kompaktes Magnetfeld geschützt, welches die Sonnenwinde noch vor dem Erreichen der Erdatmosphäre ablenken. 
<br>
(Bild: ESA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Hätte die Erde kein globales Magnetfeld, dann wäre der Verlust deutlich stärker und verheerender für das Leben auf der Erde. Über die Jahrmillionen würde die Erde ohne schützendes Magnetfeld sehr wahrscheinlich ein ähnliches Schicksal wie den Mars ereilen&#8220;, ergänzt Dr. Markus Fränz vom MPS, der maßgeblich an der Studie beteiligt war. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das starke Magnetfeld der Erde wirkt somit wie ein gigantischer Schutzschild gegenüber Sonnenstürmen, während der Mars nur noch über ein schwach ausgeprägtes Krustenmagnetfeld verfügt. Energiereiche, geladene Teilchen aus den Sonnenstürmen werden von dem irdischen Magnetfeld bereits in großer Entfernung abgelenkt und können so nur in geringer Zahl die Erdatmosphäre erreichen und mit dieser interagieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Marsatmosphäre verfügt dagegen nicht über einen solchen globalen Schutzmechanismus und wird direkt von den Teilchen getroffen. Dabei setzt dort ein Erosionsprozess ein, welcher zu einem messbaren Verlust von Sauerstoff- und Wasserstoffionen führt. Das Entweichen wird dadurch begünstigt, dass die Sauerstoff- und Wasserstoffionen durch die ultraviolette Strahlung der Sonne höhere Energien aufnehmen als andere Ionen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ende 2013 will die NASA im Rahmen der <i>MAVEN</i>-Mission die nächste Raumsonde zum Mars entsenden. Das Hauptziel der Mission besteht darin, ab dem Herbst 2014 die oberste Atmosphärenschicht des Mars und deren Interaktion mit dem Sonnenwind zu untersuchen. Hiervon versprechen sich die Wissenschaftler weitere Erkenntnisse darüber, welche Prozesse in der Vergangenheit zu dem Verlust der Marsatmosphäre geführt haben.  <br>Eine eingehende Untersuchung des Marsinneren könnte dagegen neue Erkenntnisse über die Verlustursache von dessen Magnetfeld liefern. Eine dafür in Frage kommende Mission könnte zum Beispiel die derzeit von der NASA angedachte Mission <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/gems-per-maulwurf-in-das-innere-des-mars/" target="_blank" data-wpel-link="internal"><i>InSight</i></a> &#8211; früher als <i>GEMS-Mission</i> bezeichnet &#8211; sein. <i>InSight</i> könnte den Mars ab dem Jahr 2017 untersuchen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">So lange will das Team um Dr. Yong Wei allerdings nicht warten. Die Wissenschaftler beabsichtigen, jetzt auch unseren inneren Nachbarplaneten, die Venus, mit in ihre Studien einzubeziehen. Hierfür sollen Daten genutzt werden, welche durch die ebenfalls von der ESA betriebene Raumsonde <i>Venus Express</i> gesammelt werden. Obwohl die Venus &#8211; wie auch der Mars &#8211; anscheinend über kein globales Magnetfeld verfügt ist sie doch von einer Atmosphäre umgeben, welche sogar noch dichter ausfällt als die Atmosphäre unseres Heimatplaneten. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=694.555" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Mars</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4079.270" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mars Express</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4087.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">MAVEN &#8211; Mars Atmosphere and Volatile EvolutioN</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10692.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">InSight</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Science:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.science.org/doi/10.1126/science.1134358" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Martian Atmospheric Erosion Rates</a> (Abstract, engl.)</li><li><a class="a" href="https://www.science.org/doi/10.1126/science.1101860" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Solar Wind-Induced Atmospheric Erosion at Mars: First Results from ASPERA-3 on Mars Express</a> (Abstract, engl.)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/die-marsatmosphaere-vom-sonnenwind-verweht/" data-wpel-link="internal">Die Marsatmosphäre: Vom Sonnenwind verweht</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Trick 17 mit Anschleichen: Cluster wieder fit</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/trick-17-mit-anschleichen-cluster-wieder-fit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Weyrauch]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Jul 2011 09:36:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Satelliten]]></category>
		<category><![CDATA[Cluster]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Magnetosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnenwind]]></category>
		<category><![CDATA[Telemetriedaten]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=34258</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Cluster genannte Satellitenkonstellation der europäischen Weltraumorganisation (ESA) zur Untersuchung der Magnetosphäre der Erde konnte ihre Arbeit im Juni 2011 wieder aufnehmen, nachdem es gelang, für die Mission der Satelliten notwendige Instrumente auf ungewöhnliche Weise wieder zu aktivieren. Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: ESA. Einfallsreichtum und eine besondere Verfahrensweise retteten die Mission der vier [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/trick-17-mit-anschleichen-cluster-wieder-fit/" data-wpel-link="internal">Trick 17 mit Anschleichen: Cluster wieder fit</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die Cluster genannte Satellitenkonstellation der europäischen Weltraumorganisation (ESA) zur Untersuchung der Magnetosphäre der Erde konnte ihre Arbeit im Juni 2011 wieder aufnehmen, nachdem es gelang, für die Mission der Satelliten notwendige Instrumente auf ungewöhnliche Weise wieder zu aktivieren.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: ESA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03072011113634_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03072011113634_small_1.jpg" alt="ESA" width="260"/></a><figcaption>
Cluster-Satelliten im All &#8211; Illustration 
<br>
(Bild: ESA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Einfallsreichtum und eine besondere Verfahrensweise retteten die Mission der vier in einer exakt abgestimmten Konstellation agierenden Messsatelliten vor dem drohenden Totalverlust. Im März 2011 hatte das Drama begonnen: Eines der zur Erfüllung der Aufgaben der Satelliten unbedingt erforderliches Instrumentenpakte hatte aufgehört, auf Kommandos der Missionskontrolleure auf der Erde zu reagieren &#8211; für die Missionskontrolleure eines der schlimmsten Szenarien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit zwei Starts im Jahr 2000 auf Sojus-Raketen von Baikonur aus umkreisen die vier Satelliten mit einer Masse von jeweils rund 550 Kilogramm die Erde in einer genau einzuhaltenden Konstellation als Voraussetzung für die Durchführung der Messaufgaben der Satelliten. Diese sind zur Untersuchung der Umgebung der Erde im Weltraum und deren Wechselwirkung mit dem Sonnenwind, einem Strom geladener Teilchen von der Sonne, mit einer identischen Instrumentenausstattung versehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter den 11 Instrumenten pro Satellit befinden sich jeweils 5, die einen gemeinsamen Gerätekomplex bilden und unter der Bezeichnung WEC zum Einsatz kommen. WEC steht für Wave Experiment Consortium, entsprechend gestaltet sich der Einsatzzweck der Geräte: sie dienen wichtigen Messungen elektrischer und magnetischer Felder. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03072011113634_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03072011113634_small_2.jpg" alt="ESA" width="260"/></a><figcaption>
Die Bestandteile von WEC: 1 &#8211; STAFF, 2 &#8211; EFW, 3 &#8211; DWP, 4 &#8211; WHISPER, 5 &#8211; WBD 
<br>
(Bild: ESA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Messungen sind jedoch nur möglich, wenn die WEC-Gerätekomplexe auf den vier Cluster-Satelliten sorgsam orchestriert funktionieren. Treten an Bord eines der Satelliten Probleme auf, sind die einzigartigen wissenschaftlichen Möglichkeiten schnell massiv eingeschränkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 5. März 2011 war ein Einschalten des WEC-Gerätekomplex an Bord des Cluster-Satelliten Nr. 3, den man mit dem Eigennamen Samba versehen hatte, aus unbekannten Gründen nicht möglich. In ESAs europäischem Satellitenkontrollzentrum in Darmstadt (ESOC) begann man unverzüglich, eine Reihe von Standardprozeduren mit dem Ziel der WEC-Aktivierung abzuarbeiten, aber mit keiner kam man zum Erfolg. Viel schlimmer noch: es waren vom betroffenen Satelliten keinerlei Informationen über den Zustand des WEC zu bekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Fehlen von Statusdaten und das Ausbleiben einer Reaktion des Gerätekomplexes ließen eine Blockade seiner 5 Hauptschalter oder einen Defekt mit einem elektrischen Kurzschluss vermuten. Letzteres ist eine der größten Gefahren für einen Satelliten überhaupt.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03072011113634_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03072011113634_small_3.jpg" alt="ESA" width="260"/></a><figcaption>
Cluster-Satellit Samba vor dem Start 
<br>
(Bild: ESA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrere Wochen lang untersuchte die Arbeitsgruppe zur Kontrolle und Steuerung von Cluster mit dem Hersteller der Satelliten, den Erbauern des WEC-Gerätekomplexes und den ihn nutzenden Wissenschaftlern zusammen mit weiteren Arbeitsgruppen der ESA die Situation an Bord von Samba. Dabei kam auf Samba schließlich auch Software zum Einsatz, die zum letzten Mal kurz nach dem Start des Satelliten vor über zehn Jahren benötigt worden war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man fand schließlich heraus, dass ein Stromkreis kurzgeschlossen sein muss. Und genau dieser Kurzschluss war auch verantwortlich für das Nichtfunktionieren der Gerätehauptschalter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1995 war im Rahmen von Simulationen untersucht worden, wie man vorgehen müsste, wenn drei der fünf Hauptschalter blockiert wären. Wie man den WEC-Gerätekomplex wieder in Betrieb nehmen könnte, wenn alle fünf Hauptschalter nicht zu bedienen sind, hatte man als nicht mögliches Szenario angesehen. Dass alle Schalter gleichzeitig unbenutzbar sein könnten, hielt man schlicht für zu unwahrscheinlich.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03072011113634_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03072011113634_small_4.jpg" alt="ESA/J. Mai" width="260"/></a><figcaption>
Cluster-Kontrollraum beim ESOC in Darmstadt 
<br>
(Bild: ESA/J. Mai)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ausgehend von den 1995 gewonnenen Arbeitsergebnissen und mit großem Einfallsreichtum konnte trotzdem eine Prozedur entwickelt werden, die es erlauben sollte, den WEC-Gerätekomplex von Samba wieder benutzbar zu machen. Die Ausarbeitung der einzelnen Schritte erfolgte peinlich genau, ein Testlauf auf einem von Sambas Schwestersatelliten bestätigte das Funktionieren der von den bisherigen Standards abweichenden neuen Methoden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man war sich sicher: Eine andere Möglichkeit, WEC für Cluster zu retten, gibt es nicht. Also sendete man eine Reihe von Kommandos an Samba und wartete in gespannter Atmosphäre auf die Reaktionen des Satelliten. Zur allgemeinen Erleichterung sprangen die WEC-Hauptschalter um und der WEC-Gerätekomplex begann endlich wieder zu arbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mittlerweile befindet sich Cluster wieder im Regelbetrieb. An Vorkehrungen, die man treffen will, um zu verhindern, dass ein solcher Fehler wieder auftritt, wird gearbeitet. Solange alles funktioniert wie geplant und dokumentiert, ist die Betreuung einer Mission wie Cluster Routine. Passiert jedoch etwas Unerwartetes, und finden sich diesbezüglich in den Missionshandbüchern keinerlei Hinweise, braucht es ein Team mit Erfahrung und Talent, um die Schwierigkeiten zu überwinden. Bei der Rettung von Cluster war es zur Stelle.</p>
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		<title>Mehr Dunkle Materie im Galaxienhaufen</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mehr-dunkle-materie-im-galaxienhaufen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Nov 2010 04:51:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Cluster]]></category>
		<category><![CDATA[JPL]]></category>
		<category><![CDATA[Sternbild]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftler]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Galaxienhaufen Abell 1689 hat mehr Dunkle Materie als angenommen. Die Wissenschaftler meinen jetzt, dass er früher entstand, als bisher errechnet. Ein Beitrag von Hans J. Kemm. Quelle: hubblesite.org/newscenter. Abell 1689 ist ein von uns 2,2 Milliarden Lichtjahre entfernter Galaxienhaufen im Sternbild Jungfrau, der eines der massivsten bekannten Objekte des Universums ist. Abell 1689 wird [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Der Galaxienhaufen Abell 1689 hat mehr Dunkle Materie als angenommen. Die Wissenschaftler meinen jetzt, dass er früher entstand, als bisher errechnet.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Hans J. Kemm. Quelle: hubblesite.org/newscenter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abell 1689 ist ein von uns 2,2 Milliarden Lichtjahre entfernter Galaxienhaufen im Sternbild Jungfrau, der eines der massivsten bekannten Objekte des Universums ist. Abell 1689 wird wegen seiner großen Gravitationswirkung von Forschern als Gravitationslinse genutzt. Da die sichtbare Masse dieses Galaxy Clusters aber nur 1 Prozent der beobachteten Gravitationswirkung ausmacht blieb die in letzter Zeit viel diskutierte Frage über die dunkle Materie offen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/15112010055130_small_1.jpg" alt="Hubble Space Telescope" width="260"/><figcaption>
Gravitationslinse Abell 1689 
<br>
(Bild: Hubble Space Telescope)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Astronomengruppe am JPL der NASA hat eine detaillierte Karte der Verteilung der Dunklen Materie im Galaxienhaufen Abell 1689 erstellt. Anhand der Daten errechneten sie einen überaus großen Anteil dieser hypothetischen Materieform. Die Forschergruppe bestätigte damit auch frühere Ergebnisse einer Computersimulation zur Entstehung dieses Clusters, welche zeigten, dass der Kern von Abell 1689 wesentlich mehr Dunkle Materie enthält als bisher angenommen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt hatten aber die Wissenschaftler Probleme mit der Dunklen Energie im frühen Weltall. Bei der Entwicklung des Universums wirkte sie der Gravitation durch die Expansion entgegen und verhinderte dadurch das Wachstum von Galaxienhaufen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Je weiter sich das noch junge Universum ausdehnte, umso größer wurde der Einfluss der Dunklen Energie. Da der Cluster Abell 1689 aber überraschend mehr Dunkle Materie enthält, als bisher vermutet wurde, schließen die Fachleute daraus, dass er sich früher entwickelt hat. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Weltraumteleskop Hubble soll jetzt noch weitere 25 Galaxienhaufen untersuchen. Auch hier wollen die Experten die Verteilung der bisher noch nicht eindeutig bewiesenen Materieart kartieren, um den Entstehungsprozess der Galaxienhaufen und den Einfluss der Dunklen Energie besser zu verstehen. </p>
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		<item>
		<title>Missionen der ESA-Express-Sonden werden verlängert</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/missionen-der-esa-express-sonden-werden-verlaengert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Oct 2009 19:29:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mars Express]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Teleskope]]></category>
		<category><![CDATA[Venus Express]]></category>
		<category><![CDATA[Cluster]]></category>
		<category><![CDATA[Hubble]]></category>
		<category><![CDATA[Integral]]></category>
		<category><![CDATA[MEX]]></category>
		<category><![CDATA[SOHO]]></category>
		<category><![CDATA[VEX]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumteleskop]]></category>
		<category><![CDATA[XMM-Newton]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dies wurde offenbar auf einer Tagung des Komitees für wissenschaftliche Programme der ESA beschlossen. Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: Unmanned Spaceflight. Die Tagung des Science Programme Committee (SPC) der ESA fand bereits am 2. Oktober statt. Während dieses Treffens wurde eine Verlängerung der Missionen von Venus Express und Mars Express bis Ende 2012 vereinbart. [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Dies wurde offenbar auf einer Tagung des Komitees für wissenschaftliche Programme der ESA beschlossen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: Unmanned Spaceflight.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05102009212927_small_1.jpg" alt="Andrzej Mirecki via Wikipedia" width="260"/><figcaption>
Venus Express im Orbit der Venus &#8211; künstlerische Impression 
<br>
(Bild: Andrzej Mirecki via Wikipedia)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tagung des Science Programme Committee (SPC) der ESA fand bereits am 2. Oktober statt. Während dieses Treffens wurde eine Verlängerung der Missionen von <i>Venus Express</i> und <i>Mars Express</i> bis Ende 2012 vereinbart. Die Entscheidung soll demnächst offiziell veröffentlicht werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Mars Express</i> startete am 2. Juni 2003 zum Roten Planeten, den es am 25. Dezember gleichen Jahres erreichte. Die wichtigsten Instrumente sind ein Radar und eine hochauflösende Stereo-Kamera mit einer Auflösung bis zu 2 Metern. Der Lander Beagle 2 ging allerdings verloren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Venus Express</i> startete am 9. November 2005 zu unserem inneren Nachbarplaneten, den die Sonde seit dem 11. April 2006 umläuft. Mit ihr wird seitdem mittels mehrerer Spektrometer vor allem Atmosphärenforschung betrieben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Verlängert wurden auch XMM-Newton, Integral und Cluster sowie die Missionen vom Hubble Space Telescope und von SOHO mit ESA-Beteiligung.  </p>
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		<title>Drei europäische Missionen verlängert</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/drei-europaeische-missionen-verlaengert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Feb 2009 11:27:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mars Express]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Venus Express]]></category>
		<category><![CDATA[Cluster]]></category>
		<category><![CDATA[Flugprogramm]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Science Programme Committee der ESA hat die Missionen Mars Express, Venus Express und Cluster bis Ende 2009 verlängert. Ein Beitrag von Axel Orth. Quelle: ESA. Mars Express ist die erste Mission der europäischen Raumfahrt zum Mars. Sie startete 2003 bei derselben günstigen Gelegenheit wie auch Spirit und Opportunity. Der von ihr abgeworfene kleine Marslander [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Das Science Programme Committee der ESA hat die Missionen Mars Express, Venus Express und Cluster bis Ende 2009 verlängert.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Axel Orth. Quelle: ESA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mars Express ist die erste Mission der europäischen Raumfahrt zum Mars. Sie startete 2003 bei derselben günstigen Gelegenheit wie auch Spirit und Opportunity. Der von ihr abgeworfene kleine Marslander Beagle 2 blieb zwar leider verschollen, aber das blieb auch der einzige große Misserfolg der Mission. Bis heute funkte Mars Express zahlreiche Messdaten zur Erde, darunter hochspektakuläre Stereobilder und Tiefenradarmessungen. Die Mission wurde bereits zweimal verlängert.
<br>
 
 
Venus Express ist das weitgehend baugleiche Analogon von Mars Express in Bezug auf die Venus. 2005 gestartet, konzentriert sie sich auf die Erforschung der dichten Atmosphäre des Planeten. Ihre visuell wohl interessanteste Entdeckung war der Doppelwirbel am Venus-Südpol.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Cluster ist die älteste der drei genannten Missionen. Seit 2000 im erdnahen Raum, untersucht sie die Magnetoshäre der Erde. Da es sich gleich um vier Sonden handelt, konnte sie der Wissenschaft einen einzigartigen dreidimensionalen Blick auf das Erdmagnetfeld und seine Interaktion mit dem Sonnenwind eröffnen. Auch Cluster wurde schon zweimal verlängert.</p>
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		<item>
		<title>Erdmagnetfeld fördert Sauerstoff-Verlust</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/erdmagnetfeld-foerdert-sauerstoff-verlust/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Sep 2008 15:47:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Cluster]]></category>
		<category><![CDATA[Erdatmosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Schweif]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnenwind]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Erde verliert ständig einen kleinen Teil ihres atmosphärischen Sauerstoffs. Mit dem Satelliten-Quartett Cluster gelang es nun, den Prozess genauer zu untersuchen. Völlig verstanden ist er aber noch nicht. Ein Beitrag von Karl Urban. Quelle: ESA. Die Erde ist einem ständigen Strom geladener Teilchen ausgesetzt, die aus den Tiefen des Alls, vor allem aber von [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die Erde verliert ständig einen kleinen Teil ihres atmosphärischen Sauerstoffs. Mit dem Satelliten-Quartett <i>Cluster</i> gelang es nun, den Prozess genauer zu untersuchen. Völlig verstanden ist er aber noch nicht.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Karl Urban. Quelle: ESA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erde ist einem ständigen Strom geladener Teilchen ausgesetzt, die aus den Tiefen des Alls, vor allem aber von der Sonne stammen. Dass diese nicht bis zu uns vordringen verdanken wir dem dem Magnetfeld, das durch die Rotation des festen inneren Erdkerns im flüssigen äußeren erzeugt wird. Vor dem Weltraumzeitalter glaubten Wissenschaftler, der Teilchenstrom würde regelmäßig wie ein lauer Sommerregen zur Erde gelangen. Wie komplex die Interaktionen in der sogenannten Erdmagnetosphäre aber wirklich sind, beginnt man erst langsam zu begreifen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03092008174729_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03092008174729_small_1.jpg" alt="NASA/ESA" width="411" height="308"/></a><figcaption>
Teilchenstrom, der den Polregionen der Erdatmosphäre entstammt 
<br>
(Bild: NASA/ESA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ionen aus dem Sonnenwind können auf vielfältige Weise mit der Erde interagieren. Sie werden entlang der Magnetfeldlinien geleitet und können so, bei ausreichender Windstärke, auch in die Atomsphäre eindringen und hier Polarlichter verursachen. Jedoch zeigte sich durch Satellitenbeobachtungen der letzten Jahrzehnte, dass auch Ionen aus der Erdatmosphäre zum Teilchenstrom beitragen, die den erdnahen Raum anreichern und gemeinsam mit Sonnenwindpartikeln den magnetosphärischen Schweif unseres Planeten bilden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es besteht jedoch kein Grund zur Beunruhigung, denn gemessen an den Reserven der Erdatmosphäre spielen die Verluste keine Rolle. Jedoch hat die Entdeckung von ins All gerichteten Teilchenfontänen, die den irdischen Polregionen entstammen, unser Bild von der Atmosphäre stark gewandelt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Einem Forscherteam um den schwedischen Planetologen Dr. Hans Nilsson vom <i>Schwedischen Institut für Weltraumphysik</i><a href="https://angeo.copernicus.org/articles/26/145/2008/angeo-26-145-2008.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">zufolge</a> wurde der Prozess des Teilchenstroms aus der Erdatmosphäre nun besser verstanden, wie es im geowissenschaftlichen Journal <i>Annales Geophysicae</i> berichtet. Die Wissenschaftler verwendeten Daten, die die <i><a href="https://www.raumfahrer.net/raumsonden-index-a-bis-c/#5e34791cfca8" data-wpel-link="internal">Cluster</a></i>-Flotte zwischen 2001 und 2003 gesammelt hatte. 
<br>
Bisher waren mehrere Mechanismen vorgeschlagen worden, die für die Beschleunigung der Ionen verantwortlich sein könnten. Aufgrund der komplexen Bedingungen war es bisher nicht möglich gewesen, diese im Labor zu simulieren. So waren die Wissenschaftler auf die Auswertung satellitengestützter Daten angewiesen. Mit dem <i>Cluster</i>-Quartett war es möglich, dreidimensional aufgelöste Daten zu erhalten. Nilssons Team hat als wichtigsten Prozess beim Herausschleudern irdischer Atmosphärenteilchen die zentrifugale Beschleunigung entlarvt. 
  
&#8222;Wir benötigten exakt vier Raumfahrzeuge, um alle Faktoren der Formel abschätzen zu können, welche die zentrifugale Beschleunigung beschreibt. Der Prozess beschleunigter Sauerstoffionen entlang magnetischer Feldlinien an sich ist bereits gut verstanden&#8220;, sagte Nilsson. 
<br>
Wenn sich die Sauerstoffionen parallel zu den Feldlinien des Erdmagnetfelds bewegen, induzieren diese ein elektrisches Feld senkrecht dazu. Dies resultiert in einer Kraft, die wiederum zu beiden Feldern senkrecht steht und die Teilchen unter den richtigen Bedingungen ins All beschleunigen kann. Der Effekt kann deutlich mehr Energie an schwere Ionen der Erdatmosphäre abgeben als an leichtere wie Helium oder Protonen. Dem Team um Hansen gelang es, die veränderte Form der Feldlinien und so den gesamten Prozess indirekt zu beobachten. </p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/erdmagnetfeld-foerdert-sauerstoff-verlust/" data-wpel-link="internal">Erdmagnetfeld fördert Sauerstoff-Verlust</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>CLUSTER &#8211; Erkenntnisse zur magnetischen Rekonnexion</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/cluster-erkenntnisse-zur-magnetischen-rekonnexion/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Jan 2008 17:09:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Cluster]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Magnetfeld]]></category>
		<category><![CDATA[Plasma]]></category>
		<category><![CDATA[Sonneneruption]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=31164</guid>

					<description><![CDATA[<p>Neue Erkenntnisse aus den Daten der CLUSTER-Mission der ESA weisen den Weg zu einem besseren Verständnis des Ursprungs der magnetischen Rekonnexion. Gleichzeitig ergeben sich auch Ausblicke auf zukünftige Missionen zur Erforschung dieses Phänomens. Ein Beitrag von Daniel Schiller. Quelle: ESA. Magnetische Rekonnexion ist eine plötzliche Neuverbindung entgegengesetzter Feldlinien eines Magnetfeldes innerhalb eines Plasmas. Dabei ändert [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Neue Erkenntnisse aus den Daten der <i>CLUSTER</i>-Mission der ESA weisen den Weg zu einem besseren Verständnis des Ursprungs der magnetischen Rekonnexion. Gleichzeitig ergeben sich auch Ausblicke auf zukünftige Missionen zur Erforschung dieses Phänomens.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Daniel Schiller. Quelle: ESA.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/25012008180954_small_1.jpg" alt="ESA, Illustration by Medialab" style="width:304px;height:228px"/><figcaption class="wp-element-caption">
Künstlerische Darstellung der CLUSTER-Satelliten
<br>
(Bild: ESA, Illustration by Medialab)
</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Magnetische Rekonnexion ist eine plötzliche Neuverbindung entgegengesetzter Feldlinien eines Magnetfeldes innerhalb eines Plasmas. Dabei ändert sich plötzlich die Ausrichtung des Feldes und große Energiemengen werden freigesetzt. Dieser Prozess liegt vielen Phänomenen zu Grunde, z.B. den Sonneneruptionen oder Vorgängen im Plasma eines Kernfusionsreaktors.</p>



<p>Als Quelle der Rekonnexion wird eine so genannte Elektronen-Diffusions-Zone vermutet. Das Verständnis der Struktur dieser Zone ist wichtig, um Rekonnexion an sich besser zu verstehen. Bisher wurden die Ausmaße der Diffussionszonen in der Magnetosphäre der Erde theoretisch auf 2 km x 10 km postuliert. Die Wahrscheinlichkeit, eine solche Zone zu finden und mit einem Satelliten zu durchfliegen, wurde als äußerst gering angesehen. Die Anwendung immer leistungsfähigerer Simluationen deutete aber auf größere Zonen hin.</p>
<p>Am 14. Januar 2003 durchflogen die vier <i data-rich-text-format-boundary="true">CLUSTER</i>-Satelliten eine solche Diffusionszone. Die Länge der Zone betrug 3.000 km, weit größer als jede bisherige Vorhersage. </p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/25012008180954_small_2.gif" alt="Center for Visual computing, Univ. of California Riverside" style="width:300px;height:186px"/><figcaption class="wp-element-caption">
Animation der Verbindung und Neuausrichtung der magnetischen Feldlinien bei Rekonnexion.
<br>
(Bild:Center for Visual computing, Univ. of California Riverside)
</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Ergebnisse der Messungen zeigen die Möglichkeit, weitere Diffusionszonen im Umfeld der Erde zu erforschen und so die realen Prozesse beobachten zu können. Neue Missionen mit einer höheren zeitlichen Auflösung, wie die von der NASA für 2014 geplante &#8222;Magnetospheric Multi-Scale Mission&#8220; mit vier oder eine mögliche, neue ESA-Mission &#8222;Cross-Scale&#8220; mit 12 Satelliten könnten diese höhere Auflösung liefern und damit das Verständnis der Prozesse in Magnetfeldern und Plasma erhöhen.  </p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/cluster-erkenntnisse-zur-magnetischen-rekonnexion/" data-wpel-link="internal">CLUSTER &#8211; Erkenntnisse zur magnetischen Rekonnexion</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zischender Raum um die Erde</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/zischender-raum-um-die-erde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Jun 2006 12:04:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Erde]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Satelliten]]></category>
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		<category><![CDATA[Erdatmosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Magnetfeld]]></category>
		<category><![CDATA[Planet Erde]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Neue Beobachtungen der ESA haben ergeben, dass der Raum um die Erde Blasen mit überhitztem Gas erzeugt, welche dann auch zerplatzen. Die Forschungssatelliten Cluster und Double Star der ESA entdeckten dieses Phänomen auf der zur Sonne zugewandten Seite der Erde zwischen dem 13. und dem 19. Breitengrad. Die Ursache dieser Blasen ist noch umstritten. Ein [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Neue Beobachtungen der ESA haben ergeben, dass der Raum um die Erde Blasen mit überhitztem Gas erzeugt, welche dann auch zerplatzen. Die Forschungssatelliten Cluster und Double Star der ESA entdeckten dieses Phänomen auf der zur Sonne zugewandten Seite der Erde zwischen dem 13. und dem 19. Breitengrad. Die Ursache dieser Blasen ist noch umstritten.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Claudia Michalecz</a>. Quelle: ESA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was passiert, wenn man eine Flasche Mineralwasser öffnet? Es fängt an zu sprudeln. Einen vergleichbaren Effekt wollen nun Wissenschaftler im Raum um die Erde entdeckt haben. Oberhalb unserer Köpfe, wo der konstante Teilchenstrom von der Sonne auf das Magnetfeld der Erde trifft, soll sich fantastisches abspielen: Tausende von Blasen aus stark erhitzem Gas wachsen kontinuierlich an, um dann schlussendlich zu zerplatzen. Obwohl die Entstehungsursache noch nicht fest steht, sind sich die Wissenschaftler einig, welche Schritte bei einem solchen Ereignis zu beobachten sind. Es dürfte die Dichte des Gases einer Region abfallen, jedoch gleichzeitig die Temperatur steigen. Schließlich endet es dann in einem „Blob“. 
<br>
Diese Entdeckung könnte vielleicht entscheidend zum besseren Verständnis der Interaktion zwischen den Solarwinden und dem Erdmagnetfeld beitragen. Zu verdanken haben wir diesen neuen Blick auf den erdnahen Raum ESAs vier Cluster-Satelliten und dem Partnerprojekt der ESA mit China, Double Star. Jedes mal, wenn die Satelliten sich auf der Tagesseite der Erde befinden, treffen sie auf solche Blasen, immer zwischen dem 13. und 19. Breitengrad. Die Blasen werden auch Dichtungslöcher genannt. Bei einem solchen Phänomen fällt in einer Region die Dichte des Gases auf etwa ein zehntel des ursprünglichen Wertes. Die Temperatur des übrig gebliebenen Gases steigt dabei von ca. 100.000 °C auf 10.000.000 °C – das 100-fache der ursprünglichen Temperatur.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21062006140407_small_1.jpg" alt="ESA" width="410" height="266"/><figcaption> Eine grafische Darstellung des Bugschocks. Auf der linken Seite ist eine Vergrößerung der Blasen dargestellt. Die Blasen können eine Länge von 1.000 km erreichen und bis zu 10 Sekunden lang bestehen. Auf der Sonnenseite unseres Planeten entdecken Satelliten immer wieder solche Blasen.   <br> (Bild: ESA) </figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Als <i>Cluster</i> zum ersten Mal durch eine solche Blase flog, meinte der Forscher George Parks von der Universität von Kalifornien, dass nur Messfehler vorliegen würden. Das Ungewöhnliche war jedoch, dass die „Messfehler“ bei allen vier Clustersatelliten exakt gleich auftraten. &#8222;Das war der Zeitpunkt, als ich zu glauben begann, dass es real war&#8220;, erzählte Parks. In gewisser Weise ähnliche Blasen wurden gelegentlich in der Vergangenheit durch andere Satelliten entdeckt. Sie werden <i>hot flow</i> Anomalien genannt. Parks entschied jedoch, dass seine Beobachtungen grundsätzliche Unterschiede zu den zuvor beobachteten besitzen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Er forschte nach und entdeckte ihre Signatur ebenso in den Daten von <i>Double Star</i>. Während jeden Orbits fliegen die Satelliten durchschnittlich durch 20 bis 40 solcher Blasen. Vorsichtig wurden die Daten der verschiedenen Aufzeichnungen aufeinander abgestimmt. Parks und seine Kollegen konnten feststellen, dass die Blasen sich über circa 1.000 Kilometer erstrecken und üblicherweise zehn Sekunden bestehen bleiben, bevor sie zerplatzen und durch den kühleren, dichteren Sonnenwind ersetzt werden. <br>Der Raum um die Erde zischt. Die Energiequelle zum Antreiben dieser Blasen ist derzeit ungewiss. Es existiert jedoch ein deutlicher Hinweis auf einen Zusammenhang mit dem Zusammenstoß des Sonnenwindes mit dem Erdmagnetfeld, wobei der Bugschock gebildet wird. Vielleicht wird dabei auch die Energie für die Blasenbildung erzeugt. Der Bugschock ist ein natürliches Phänomen. Bekannt ist es uns aus der Schiff- und Luftfahrt. Der Zusammenstoß des Erdmagnetfeldes mit dem Sonnenwind ist in manchen Punkten vergleichbar. Der Unterschied ist jedoch, dass Wissenschaftler nicht wissen, wie die Energie im magnetischen Bugschock umgesetzt wird. Beim Flugzeug hört man den Lärm des Schalls und bei einem Schiff sieht man die Wellen. Die Umsetzung beim Bugschock des Sonnenwindes wird jedoch noch gesucht. Bei den nun entdeckten Blasen sucht man nach einem Ursprung. Vielleicht hängen die beiden Dinge zusammen. Möglicherweise geht die Energie des Bugschocks in die Blasen über. Die tatsächlichen Begründungen und Hintergründe werden jedoch wohl noch eine Zeit lang warten müssen.   </p>
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		<item>
		<title>Spitzer-Hubble-Duo schlägt erneut zu</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/spitzer-hubble-duo-schlaegt-erneut-zu/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Apr 2005 07:37:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Cluster]]></category>
		<category><![CDATA[Infrarot]]></category>
		<category><![CDATA[Mikrowellen]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumteleskop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Astronomen verwendeten das Spitzer&#8211; und das Hubble-Teleskop auf der Suche nach alten Sternen. Wie zu erwarten war, ist das zurzeit beste Teleskop-Duo, wieder erfolgreich gewesen. Ein Beitrag von Martin Ollrom. Quelle: UniverseToday. Dabei wurden einige Sterne entdeckt, die sehr alt sind und zu denen gehören, die ziemlich früh in der Geschichte unseres Universums entstanden sind. [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Astronomen verwendeten das <i>Spitzer</i>&#8211; und das <i>Hubble</i>-Teleskop auf der Suche nach alten Sternen. Wie zu erwarten war, ist das zurzeit beste Teleskop-Duo, wieder erfolgreich gewesen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Martin Ollrom. Quelle: UniverseToday.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei wurden einige Sterne entdeckt, die sehr alt sind und zu denen gehören, die ziemlich früh in der Geschichte unseres Universums entstanden sind. Diese Sterne, zusammen mit der Galaxie in der sie sich befinden, sind die weitesten entfernten Objekte die je von einem Teleskop beobachtet wurden. Dabei wurde der, vor wenigen Wochen entdeckte <i>Fornax Galaxie Cluster</i> näher untersucht, der sich etwa 13 Milliarden Lichtjahre von unserer Heimatwelt entfernt befindet. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08042005093714_small_1.jpg" alt="None" width="414" height="416"/><figcaption>
Auf diesen Bild wurden die entdeckten Sterne hervorgehoben (Bild: Hubble/Spitzer/NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Englische und amerikanische Forscher nutzten das Spitzer und Hubble Teleskop gleichzeitig um diese Bilder und Daten zu erhalten. Dabei entdeckte das Hubble Teleskop das erste Licht dieser Sterne die sich in diesen Galaxie Cluster befinden. Das Spitzer Teleskop wurde auch auf diese Gegend ausgerichtet, um das infrarote-Licht das von dieser Gegend ausgeht, näher zu untersuchen um vielleicht neue Aufschlüsse dafür zu finden wie die ersten Sterne und Galaxien entstanden und vorallem WANN sie entstanden. Das Hubble Teleskop untersucht die Konstellation <i>Fornax</i> schon sehr lange und hat auch schon neue gigantische Galaxien entdeckt, Raumfahrer.net <a href="https://www.raumfahrer.net/hubble-blick-auf-gigantische-galaxie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">berichtete</a> darüber.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bilder wurden mit dem <i>Hubble Ultra Deep Field (UDF)</i> aufgenommen. Bei der Lokalisierung dieser Sterne hat auch die Raumsonde WMAP mitgeholfen, da sie die Mikrowellen-Strahlung gemessen hat und so das Gebiet deutlich einschränken konnte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es scheint als wären das Duo Spitzer + Hubble unschlagbar. Was der eine nicht sieht, sieht der andere. Die NASA kann stolz auf diese beiden Teleskope sein, aber wielange es dieses Duo noch geben wird steht buchstäblich noch in den Sternen. </p>
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		<item>
		<title>Heliumreichste Sterne gefunden</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/heliumreichste-sterne-gefunden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Mar 2005 20:52:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Cluster]]></category>
		<category><![CDATA[Supernovae]]></category>
		<category><![CDATA[Teleskop]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=29645</guid>

					<description><![CDATA[<p>Europäische Astronomen haben eine Gruppe von Sternen im Omega Centauri Cluster gefunden. Ein Beitrag von Martin Ollrom. Quelle: UniverseToday. Einige davon sind die heliumreichsten Sterne die jemals gefunden wurden. Diese sind blaue Sterne und Experten dachten das sie aus leichteren Elementen bestehen, doch das Forscherteam fand zu ihrer Überraschung genau das Gegenteil. Diese Sterne haben [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Europäische Astronomen haben eine Gruppe von Sternen im Omega Centauri Cluster gefunden.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Martin Ollrom. Quelle: UniverseToday.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige davon sind die heliumreichsten Sterne die jemals gefunden wurden. Diese sind blaue Sterne und Experten dachten das sie aus leichteren Elementen bestehen, doch das Forscherteam fand zu ihrer Überraschung genau das Gegenteil. Diese Sterne haben mehr Schwer-Elemente als die roten Sterne. Eine Theorie weshalb das so sein könnte, liegt in der Vergangenheit, als frühere Generationen von Sternen in Supernovae endeten und so das Umfeld mit Helium und anderen Schwer-Elementen anreicherten. Diese blauen Sterne entstanden dann aus diesem Material. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/15032005215236_small_1.jpg" alt="None" width="401" height="362"/><figcaption>
Ein Ausschnitt der Gegend, wo diese heliumreichen Sterne gefunden wurden (Bild: ESO/VLT)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einer effektiven Arbeitszeit von 200 Stunden mit dem 8.2 Meter VLT Teleskop in Chile haben europäische Wissenschaftler diesen Fund gemacht. Es war länger bekannt, dass dieser Cluster zwei verschiedene Typen von Sternen beinhaltet, das im Vergleich zu anderen Cluster dieser Kategorie unterschiedlich ist. Eins haben beide gemeinsam: sie verbrennen Wasserstoff in ihren Zentren. Allerdings ist eine Art, die etwa ein Viertel der gesamten Anzahl von Sternen ausmacht, blauer als der Rest. Genau dieser Anteil der Sterne, hat einen Heliumanteilvon mehr als 50 Prozent. Das sind in der Tat, die heliumreichsten Sterne die jemals gefunden wurden. Die Sternmassen bewegen sich zwischen 10 und 12 Sonnenmassen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber warum sind diese Sterne so heliumreich? Das Team glaubt den Ansatz zur Lösung gefunden zu haben. Eine Explosion mehrerer Sterne soll stattgefunden haben, genau dann als sich die roten Sterne bildeten. Anders als andere Sterne, transferierten sie nun ihr Wasserstoff in Helium durch eine Nuklearreaktion. Dadurch gelangte hochkonzentriertes Helium in den interstellaren Raum, aus dem dann diese blauen Sterne stammen. Dieser Fund verspricht einen weiteren, tieferen Einblick in die Sternentstehung in größeren Sternensystemen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Hubble: Sternengewicht begrenzt?</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/hubble-sternengewicht-begrenzt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Mar 2005 17:29:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Astronomen]]></category>
		<category><![CDATA[Cluster]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumteleskop]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=29653</guid>

					<description><![CDATA[<p>Astronomen glauben eine Gewichtsgrenze für Sterne in unserer Galaxie definieren zu können. Ein Beitrag von Martin Ollrom. Quelle: SpaceFlightNow. Laut den vom Hubble-Teleskop durchgeführten erstmals direkten Messungen kann ein Stern innerhalb der Milchstraße nicht schwerer als 150 Sonnenmassen sein. Astronomen untersuchten mit Hubble den so genannten Arches Cluster, den dichtesten Cluster unserer Galaxie. Die Ergebnisse [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Astronomen glauben eine Gewichtsgrenze für Sterne in unserer Galaxie definieren zu können.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Martin Ollrom. Quelle: SpaceFlightNow.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut den vom <i>Hubble</i>-Teleskop durchgeführten erstmals direkten Messungen kann ein Stern innerhalb der Milchstraße nicht schwerer als 150 Sonnenmassen sein. Astronomen untersuchten mit <i>Hubble</i> den so genannten <i>Arches Cluster</i>, den dichtesten Cluster unserer Galaxie. Die Ergebnisse bringen die Forscher näher daran, die komplexen Sternformationen zu verstehen und die Prozesse, die dahinter ablaufen. Dabei kam auch der drängende Verdacht auf, dass Sterne ein Masse-Limit haben könnten. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/10032005182905_small_1.jpg" alt="None" width="387" height="290"/><figcaption>
Ein Vergleich von Sternen in unserer Galaxie, Einheit = 1 Sonnenmasse (Grafik: NASA/ESA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Es ist ein unglaublicher Cluster mit einer großen Kollektion der massereichsten Sterne unserer Galaxie. Bisher haben wir Größen von 150 Sonnen gemessen und es scheint auch keine größeren mehr zu geben&#8220;, sagt Astronom Donald Figer vom Weltraumteleskop-Wissenschaftsinstitut in Baltimore. &#8222;Wir hören immer von noch größeren Sternen, die sich in Clustern befinden sollen, doch beim näheren betrachten dieses Clusters, der die massereichsten Sterne unserer Galaxie beinhaltet, sieht man eine klare Grenze bei 150 Sonnenmassen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sternenmassen reichen von weniger, über zehnmal soviel bis hin zu 150 Mal der Sonnenmasse, allerdings nur bei Sternen in unserer Galaxie. Die Untersuchungen werden weiter geführt und sobald man einen größeren Stern findet, wird man diese Grenze wohl wieder neu ziehen müssen. Um dies zu erreichen, arbeiten <i>Hubble</i> und <i>Spitzer</i>, die beiden leistungsfähigsten Teleskope der NASA eng zusammen. Also steht diese vorsichtige Schätzung von 150 Sonnenmassen als Gewichtslimit, muss sich bei kommenden Messungen aber erst noch behaupten. Wir werden sehen, ob diese Grenze fällt und Raumfahrer.net hält sie bei diesem Thema auf den Laufenden.</p>
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