Mehr Dunkle Materie im Galaxienhaufen

Der Galaxienhaufen Abell 1689 hat mehr Dunkle Materie als angenommen. Die Wissenschaftler meinen jetzt, dass er früher entstand, als bisher errechnet.

Ein Beitrag von Hans J. Kemm. Quelle: hubblesite.org/newscenter.

Abell 1689 ist ein von uns 2,2 Milliarden Lichtjahre entfernter Galaxienhaufen im Sternbild Jungfrau, der eines der massivsten bekannten Objekte des Universums ist. Abell 1689 wird wegen seiner großen Gravitationswirkung von Forschern als Gravitationslinse genutzt. Da die sichtbare Masse dieses Galaxy Clusters aber nur 1 Prozent der beobachteten Gravitationswirkung ausmacht blieb die in letzter Zeit viel diskutierte Frage über die dunkle Materie offen.

Hubble Space Telescope
Gravitationslinse Abell 1689
(Bild: Hubble Space Telescope)

Eine Astronomengruppe am JPL der NASA hat eine detaillierte Karte der Verteilung der Dunklen Materie im Galaxienhaufen Abell 1689 erstellt. Anhand der Daten errechneten sie einen überaus großen Anteil dieser hypothetischen Materieform. Die Forschergruppe bestätigte damit auch frühere Ergebnisse einer Computersimulation zur Entstehung dieses Clusters, welche zeigten, dass der Kern von Abell 1689 wesentlich mehr Dunkle Materie enthält als bisher angenommen.

Jetzt hatten aber die Wissenschaftler Probleme mit der Dunklen Energie im frühen Weltall. Bei der Entwicklung des Universums wirkte sie der Gravitation durch die Expansion entgegen und verhinderte dadurch das Wachstum von Galaxienhaufen.

Je weiter sich das noch junge Universum ausdehnte, umso größer wurde der Einfluss der Dunklen Energie. Da der Cluster Abell 1689 aber überraschend mehr Dunkle Materie enthält, als bisher vermutet wurde, schließen die Fachleute daraus, dass er sich früher entwickelt hat.

Das Weltraumteleskop Hubble soll jetzt noch weitere 25 Galaxienhaufen untersuchen. Auch hier wollen die Experten die Verteilung der bisher noch nicht eindeutig bewiesenen Materieart kartieren, um den Entstehungsprozess der Galaxienhaufen und den Einfluss der Dunklen Energie besser zu verstehen.

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