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	<title>TROPOS &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>TROPOS &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>EarthCAREs Lidar zeigt detailliert Partikel in der Atmosphäre</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Sep 2024 20:28:52 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Große Europäische Messkampagne atmo4ACTRIS gestartet. Eine Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS). Quelle: TROPOS 16. September 2024. 16. September 2024 &#8211; Frascati/Leipzig. Mit dem Atmosphären-Lidar ATLID ist nun auch das letzte von vier Instrumenten des im Mai gestarteten EarthCARE-Satelliten erfolgreich in Betrieb genommen worden. Die gemeinsame Mission der Europäischen Weltraumbehörde (ESA) und der japanischen Raumfahrtagentur [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Große Europäische Messkampagne atmo4ACTRIS gestartet. Eine Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: TROPOS 16. September 2024.</p>



<p class="wp-block-paragraph">16. September 2024 &#8211; Frascati/Leipzig. Mit dem Atmosphären-Lidar <a href="https://www.raumfahrer.net/tag/atlid/" data-wpel-link="internal">ATLID</a> ist nun auch das letzte von vier Instrumenten des im Mai gestarteten <a href="https://www.raumfahrer.net/tag/earthcare/" data-wpel-link="internal">EarthCARE</a>-Satelliten erfolgreich in Betrieb genommen worden. Die gemeinsame Mission der Europäischen Weltraumbehörde (ESA) und der japanischen Raumfahrtagentur (JAXA) soll Wolken, Aerosole und Strahlung so genau messen wie nie zuvor. Einen wichtigen Beitrag dazu leisten Forschende des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS), die Algorithmen entwickelt haben, die u.a. die Aerosol- und Wolkenschichtung aus den Messungen des jetzt in Betrieb gegangenen Gerätes ableiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Präzision des neue Klimasatelliten trägt auch eine groß angelegte Messkampagne bei, an der sich rund 50 Bodenstationen des europäischen Netzwerks <a href="https://www.raumfahrer.net/tag/actris/" data-wpel-link="internal">ACTRIS</a> beteiligen und die vom TROPOS in Leipzig koordiniert wird.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/TROPOSLeipzigatmo4ACTRISTiloArnholdTROPOS2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Rund 50 Stationen - wie hier am TROPOS in Leipzig - beteiligen sich an der Messkampagne atmo4ACTRIS. (Bild: Tilo Arnhold, TROPOS)" data-rl_caption="" title="Rund 50 Stationen - wie hier am TROPOS in Leipzig - beteiligen sich an der Messkampagne atmo4ACTRIS. (Bild: Tilo Arnhold, TROPOS)" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="600" height="338" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/TROPOSLeipzigatmo4ACTRISTiloArnholdTROPOS60.jpg" alt="Rund 50 Stationen - wie hier am TROPOS in Leipzig - beteiligen sich an der Messkampagne atmo4ACTRIS. (Bild: Tilo Arnhold, TROPOS)" class="wp-image-144726" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/TROPOSLeipzigatmo4ACTRISTiloArnholdTROPOS60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/TROPOSLeipzigatmo4ACTRISTiloArnholdTROPOS60-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Rund 50 Stationen &#8211; wie hier am TROPOS in Leipzig &#8211; beteiligen sich an der Messkampagne atmo4ACTRIS. (Bild: Tilo Arnhold, TROPOS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Atmosphären-Lidar komplettiert den neuen Klima-Satelliten</strong><br>Ausgestattet mit vier hochmodernen Instrumenten &#8211; einem Wolkenprofilradar, einem Atmosphären-Lidar, einem Breitbandradiometer und einem abbildenden Spektrometer &#8211; soll EarthCARE (Earth Cloud Aerosol and Radiation Explorer) gleichzeitig eine Reihe verschiedener Messungen durchführen. Zusammen werden diese Messungen dazu beitragen, besser zu verstehen, wie Wolken und Aerosole die einfallende Sonnenenergie zurück ins All reflektieren und wie sie die von der Erde emittierte Wärmestrahlung einfangen. Diese Informationen sind wichtig, um zu verstehen, wie sich der <a href="https://www.raumfahrer.net/tag/klimawandel/" data-wpel-link="internal">Klimawandel</a> auf die Energiebilanz der Erde auswirkt und um vorherzusagen, wie schnell Wolken und Aerosole ihre zurzeit kühlende Wirkung in Zukunft verlieren könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">EarthCARE wurde am <a href="https://www.raumfahrer.net/earthcare-gestartet-um-rolle-von-wolken-und-aerosolen-im-erdklima-zu-untersuchen/" data-wpel-link="internal">29. Mai 2024</a> in eine Umlaufbahn um die Erde gebracht. Nur einen Monat später lieferte der Satellit die ersten Bilder des Wolkenradars, kurz darauf folgten die ersten Bilder des Breitbandradiometers, des abbildenden Spektrometers und im August schließlich auch des Atmosphären-Lidars. Dieses hochmoderne Instrument nimmt detaillierte vertikale Profile von Aerosolen und Wolken in der Atmosphäre in verschiedenen Regionen der Erde auf. Aerosole sind winzige Partikel und Tröpfchen aus natürlichen Quellen wie Staub und Seesalz sowie von menschlichen Aktivitäten wie Industrieemissionen oder Holzverbrennungen. Lidar steht für Licht-Radar: Der Laser sendet kurze Impulse von UV-Licht aus, die wie bei einem Radar von Objekten reflektiert und in einem hochempfindlichen Empfänger analysiert werden. Durch die Laufzeit kann die Entfernung, durch die Signalstärke die Konzentration und durch die Polarisation kann die Art der Aerosole bestimmt werden. So wird es möglich, die Verteilung und Eigenschaften von Aerosolen und Wolken zu messen, einschließlich ihrer Höhe, Dicke, optischen und physikalischen Eigenschaften. Dabei ist die Zusammenarbeit mit den anderen drei Instrumenten des Satelliten entscheidend, um die Rolle von Aerosolen und Wolken im Energiehaushalt der Erde zu verstehen. Damit diese Berechnungen über die verschiedenen Geräte hinweg funktionieren, wurde extra ein neues Aerosolklassifizierungsmodell „(Hybrid End-To-End Aerosol Classification“, kurz: HETEAC) als Grundlage für die Aerosoltypisierung entwickelt. Insbesondere das Atmosphären-Lidar ATLID wird auch einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualitätsprognosen liefern. Ulla Wandinger, die jahrelang zu der Entwicklung von ATLID beigetragen hat, ist begeistert von den ersten Messungen: “Die Fülle der Daten und der detailgenaue Blick in die Strukturen der Atmosphäre sind absolut beeindruckend.“ EarthCARE könnte also die Forschung zu Aerosolen und Wolken und den Wechselwirkungen zwischen ihnen und damit auch die Klimaforschung einen deutlichen Schritt voranbringen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/StratosphaerenwolkenuGravitationswellenueberAntarktisESA.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Stratosphärenwolken und Gravitationswellen über der Antarktis. (Bild: ESA)" data-rl_caption="" title="Stratosphärenwolken und Gravitationswellen über der Antarktis. (Bild: ESA)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="358" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/StratosphaerenwolkenuGravitationswellenueberAntarktisESA60.jpg" alt="Stratosphärenwolken und Gravitationswellen über der Antarktis. (Bild: ESA)" class="wp-image-144724" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/StratosphaerenwolkenuGravitationswellenueberAntarktisESA60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/StratosphaerenwolkenuGravitationswellenueberAntarktisESA60-300x179.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Stratosphärenwolken und Gravitationswellen über der Antarktis. (Bild: ESA)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die ersten Bilder vom August zeigen die Vielfalt von Aerosolen und Wolken in der Erdatmosphäre: Zu sehen sind z.B. ein Profil von Polaren Stratosphärenwolken (PSC) über der Antarktis, die eine wichtige Rolle bei der Ozonlochentstehung spielen, oder der Tropensturm Debby über dem Golf von Mexiko und Rauchfahnen aus Waldbränden in Kanada. Simonetta Cheli, Direktorin für Erdbeobachtungsprogramme der ESA, sagte: „Nach den ersten Bildern der anderen drei Instrumente von EarthCARE können wir jetzt auch sehen, wie gut das Atmosphären-Lidar ATLID funktioniert. Nachdem das Instrument seine routinemäßige Dekontamination und Kalibrierung durchlaufen hat, kommen dessen Profile in der Qualität wie wir es erwartet hatten. Das Atmosphären-Lidar bringt uns völlig neue Einblicke in die vertikale Verteilung von Wolken und Aerosolen und ermöglicht uns zusammen mit den anderen Instrumenten ein neues wissenschaftliches Verständnis zur Energiebilanz der Erde zu gewinnen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Umfangreiche Messkampagnen im Atlantik und in Europa</strong><br>Damit die Daten der neuen Geräte optimal genutzt und interpretiert werden können, ist es wichtig, diese mit Messungen vom Boden und aus der Luft in verschiedensten Situationen zu vergleichen. Deshalb finden derzeit eine Reihe aufwendiger internationaler Messkampagnen statt:</p>



<p class="wp-block-paragraph">So fliegt das deutsche Forschungsflugzeug HALO von Cabo Verde im Atlantik, von Barbados in der Karibik und von Oberpfaffenhofen in Deutschland aus bis November mehrmals unter der Flugbahn von EarthCARE. Die Validierungsmission HALO-PERCUSION wird vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) geleitet. Daran beteiligt sind eine Reihe von Partnern wie z.B. die Universität Leipzig. PERCUSION ist eines von mehreren Teilprojekten des vom MPI-M koordinierten Forschungsprojekts ORCESTRA (Organized Convection and EarthCare Studies over the Tropical Atlantic). Ein weiteres Teilprojekt ist CLARINET (CLoud and Aerosol Remote sensing for EarThcare), bei dem Forschende des TROPOS die neue ACTRIS-Fernerkundungsstation des Cabo Verde Atmospheric Observatory (CVAO) am Ocean Science Center in Mindelo (OSCM) nutzen, um die EarthCARE-Daten im tropischen Atlantik zu validieren und mit Langzeitmessungen zu vergleichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine wichtige Rolle bei der Kalibrierung der Daten des EarthCARE-Satelliten spielen die Bodenstationen der europäischen Forschungsinfrastruktur ACTRIS: Sie wurden in den letzten Jahren auf- und ausgebaut, um Aerosolpartikel und Wolken mit Fernerkundungsgeräten wie Lidar und Radar zu untersuchen. Rund 50 Stationen in Europa und Übersee beteiligen sich an der Messkampagne atmo4ACTRIS. Dieses dichte Netz bietet den großen Vorteil, dass EarthCARE praktisch täglich über mindestens eine der Stationen fliegt, denn der erdnahe Orbit sorgt dafür, dass der Satellit unseren Planeten streifenweise „abfliegt“ und nur aller 25 Tage wieder über derselben Stelle der Erde ist. Eine einzelne Bodenstation reicht daher zum Kalibrieren nicht aus. „Wir haben die Messkampagne im Rahmen des Infrastrukturprojekts ATMO-ACCESS bereits Ende letzten Jahres mit simulierten Überflügen zwei Monate lang geprobt, um uns auf die komplexe Aufgabe vorzubereiten. Das war sehr hilfreich, denn die ACTRIS-Stationen arbeiten zwar alle nach denselben Standards, aber haben zum Teil sehr unterschiedliches Vorwissen bezüglich der Validierung von Satellitendaten. Daher sind wir alle sehr gespannt darauf, die ersten Daten von EarthCARE mit den Bodenstationen zu vergleichen“, berichtet Dr. Holger Baars vom TROPOS, der die Kampagne von Leipzig aus koordiniert. Aus Deutschland werden neben den TROPOS-Stationen in Leipzig und Melpitz auch Stationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Hohenpeißenberg und Lindenberg, der Universität zu Köln (UzK) in Kooperation mit dem Forschungszentrums Jülich (FZJ), des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Universität Leipzig mitmachen. Deutsche Partner liefern außerdem wichtige Daten aus Übersee: Das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) steuert in Kooperation mit der UzK Beobachtungsdaten aus Ny-Ålesund in der Arktis bei und TROPOS liefert mit Cabo Verde im Atlantik, Limassol in Zypern und Duschanbe in Tadschikistan Daten von drei Stationen im Staubgürtel der Erde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Aktivität wurde durch das Forschungs- und Innovationsprogramm Horizont 2020 der Europäischen Union im Rahmen der Integrierenden Aktivität ATMO-ACCESS unter der Finanzhilfevereinbarung Nr. 101008004 finanziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Quelle:</strong><br>ESA (EarthCARE profiles atmospheric particles in detail, 21/08/2024)<br><a href="https://www.esa.int/Applications/Observing_the_Earth/FutureEO/EarthCARE/EarthCARE_profiles_atmospheric_particles_in_detail" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.esa.int/Applications/Observing_the_Earth/FutureEO/EarthCARE/EarthCARE_profiles_atmospheric_particles_in_detail</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4040.msg566664#msg566664" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">EarthCARE auf Falcon 9</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Premiere: EarthCARE enthüllt innere Geheimnisse der Wolken</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/premiere-earthcare-enthuellt-innere-geheimnisse-der-wolken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Jun 2024 18:20:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erde]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Erstes von vier Instrumenten liefert Messungen. Eine Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS). Quelle: TROPOS 28. Juni 2024. JAXA/NICT/ESA. Weniger als einen Monat nach seinem Start hat der EarthCARE-Satellit von ESA und JAXA das erste Bild eines seiner Instrumente geliefert &#8211; ein Bild, das zum ersten Mal aus dem Weltraum die innere Struktur und Dynamik [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Erstes von vier Instrumenten liefert Messungen. Eine Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: TROPOS 28. Juni 2024.</p>



<p class="wp-block-paragraph">JAXA/NICT/ESA. Weniger als einen Monat nach seinem Start hat der <a href="https://www.raumfahrer.net/tag/earthcare/" data-wpel-link="internal">EarthCARE</a>-Satellit von ESA und JAXA das erste Bild eines seiner Instrumente geliefert &#8211; ein Bild, das zum ersten Mal aus dem Weltraum die innere Struktur und Dynamik von Wolken enthüllt. Die Dynamik, also die vertikalen Bewegungen in Wolken, konnten bisher noch nicht aus dem Weltraum untersucht werden. Dieses erste Bild, das vom Wolkenprofilradar (Cloud Profiling Radar (CPR)) des Satelliten beim Flug über Japan aufgenommen wurde, gibt einen kleinen Einblick in das volle Potenzial des Instruments, das es bietet sobald es vollständig kalibriert sein wird. Das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) unterstützt die Kalibrierung dieses Instruments zusammen mit vielen ACTRIS-Partnern in Europa durch Vergleichsmessungen mit Wolkenradaren am Boden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">EarthCARE ist mit vier hochentwickelten Instrumenten ausgestattet, die so konzipiert wurden, dass sie zusammenarbeiten, um neue Erkenntnisse über die Rolle von Wolken und Aerosolen bei der Erwärmung und Abkühlung der Erdatmosphäre zu gewinnen und damit zu einem besseren Verständnis des Klimawandels beizutragen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/06/CPRfirstlightJAXANICTESA2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Der am 29. Mai 2024 gestartete EarthCARE-Satellit von ESA und JAXA hat das erste Bild seines Wolkenprofil-Radars geliefert. (Bild: JAXA/NICT/ESA)" data-rl_caption="" title="Der am 29. Mai 2024 gestartete EarthCARE-Satellit von ESA und JAXA hat das erste Bild seines Wolkenprofil-Radars geliefert. (Bild: JAXA/NICT/ESA)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="340" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/06/CPRfirstlightJAXANICTESA60.jpg" alt="Der am 29. Mai 2024 gestartete EarthCARE-Satellit von ESA und JAXA hat das erste Bild seines Wolkenprofil-Radars geliefert. (Bild: JAXA/NICT/ESA)" class="wp-image-142075" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/06/CPRfirstlightJAXANICTESA60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/06/CPRfirstlightJAXANICTESA60-300x170.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Der am 29. Mai 2024 gestartete EarthCARE-Satellit von ESA und JAXA hat das erste Bild seines Wolkenprofil-Radars geliefert. (Bild: JAXA/NICT/ESA)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">EarthCARE wurde am 29. Mai gestartet und hat jetzt das erste Bild des Wolkenprofil-Radargeräts geliefert, das von der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA zur Verfügung gestellt wurde.<br>Die ersten Daten der drei europäischen Instrumente des Satelliten &#8211; des Breitbandradiometers, des atmosphärischen Lidars und des multispektralen Bildgebers &#8211; werden in den nächsten Wochen und Monaten erwartet. Die Forschenden am TROPOS sind auf die Inbetriebnahme dieser Instrumente bereits gespannt, weil sie dafür spezielle Software, sogenannte Prozessoren, entwickelt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Takuji Kubota, Missionswissenschaftler der JAXA für das Wolkenprofilradar, sagte: &#8222;Wir freuen uns sehr, dieses erste Bild präsentieren zu können, das Details über die innere Struktur der Wolkendynamik über dem Ozean östlich von Japan am 13. Juni zeigt. Dies ist das erste Bild seiner Art &#8211; wir haben diese Art von Informationen noch nie aus dem Weltraum gemessen. Es ist alles, was wir uns erhofft haben, und noch mehr. Ich bin überzeugt, dass das Wolkenprofilradar verschiedene wissenschaftliche Entdeckungen bringen wird.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bild wird in zwei Teilen angezeigt: Auf der linken Seite zeigen die Daten die vertikale Konzentration von Wolkenpartikeln, gemessen als Radarreflexionsvermögen. Es ist deutlich zu erkennen, dass sich der dichtere Teil der Wolke in ihrem Zentrum befindet, wo es mehr größere Partikel gibt. Auf der rechten Seite sehen wir die Fallgeschwindigkeit der Wolkenpartikel. Die niedrigen Werte in der oberen Schicht weisen auf Eiskristalle und Schneeflocken hin, die in der Schwebe sind oder langsam fallen. In der darunter liegenden Schicht deuten die viel höheren Fallgeschwindigkeitswerte auf Regen hin. Beide Bilder zeigen eine klare Grenze in etwa 5 km Höhe, wo Eis und Schnee schmelzen und Wassertröpfchen bilden, die als Regen fallen. Das Wolkenprofilradar nutzt seine Doppler-Geschwindigkeit, um die vertikale Bewegungsgeschwindigkeit von Eis, Schnee und Regen zu messen.<br>Diese detaillierten Informationen über die Dichte, die Verteilung nach Größe und die Geschwindigkeit der Partikel ermöglichen es den Wissenschaftlern, die Bestandteile der Wolken zu unterscheiden und so ihre Physik besser zu verstehen. Dank EarthCARE ist dies das erste Mal, dass eine solche Messung aus dem Weltraum durchgeführt wurde. Konventionell konnten diese Daten bisher nur durch Wolkenradar am Boden oder in Flugzeugen gewonnen werden. Mit diesen Methoden können nur begrenzte Gebiete gemessen werden. Mit dem Wolkenprofilradar an Bord des EarthCARE-Satelliten kann die Wolkenstruktur jedoch gleichmäßig über den gesamten Planeten gemessen werden.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/06/CloudsEarthcareTrackJAXAJapanMeteorologicalAgency.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Bild desselben Wolkensystems, das vom meteorologischen Satelliten Himawari-9 in einer geostationären Umlaufbahn beobachtet wurde, überlagert mit der Umlaufbahn von EarthCARE. (Bild: JAXA/Japan Meteorological Agency)" data-rl_caption="" title="Bild desselben Wolkensystems, das vom meteorologischen Satelliten Himawari-9 in einer geostationären Umlaufbahn beobachtet wurde, überlagert mit der Umlaufbahn von EarthCARE. (Bild: JAXA/Japan Meteorological Agency)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="490" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/06/CloudsEarthcareTrackJAXAJapanMeteorologicalAgency60.jpg" alt="Bild desselben Wolkensystems, das vom meteorologischen Satelliten Himawari-9 in einer geostationären Umlaufbahn beobachtet wurde, überlagert mit der Umlaufbahn von EarthCARE. (Bild: JAXA/Japan Meteorological Agency)" class="wp-image-142077" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/06/CloudsEarthcareTrackJAXAJapanMeteorologicalAgency60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/06/CloudsEarthcareTrackJAXAJapanMeteorologicalAgency60-300x245.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Bild desselben Wolkensystems, das vom meteorologischen Satelliten Himawari-9 in einer geostationären Umlaufbahn beobachtet wurde, überlagert mit der Umlaufbahn von EarthCARE. (Bild: JAXA/Japan Meteorological Agency)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Direktorin für Erdbeobachtungsprogramme der ESA, Simonetta Cheli, fügte hinzu: &#8222;Dies ist ein fantastisches erstes Ergebnis unserer JAXA-Partner und ein Vorgeschmack darauf, was wir in Zukunft erwarten können, wenn der Satellit und alle seine Instrumente vollständig kalibriert und in Betrieb genommen sind. Wir freuen uns nun auf die ersten Ergebnisse der anderen drei Instrumente von EarthCARE. Der Schlüssel zu dieser Mission liegt darin, dass alle vier Instrumente zusammenarbeiten, um uns ein ganzheitliches Verständnis der hochkomplexen Wechselwirkungen zwischen Wolken, Aerosolen, einfallender Sonnenstrahlung und ausgehender Wärmestrahlung zu vermitteln, damit wir künftige Klimatrends besser vorhersagen können.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine sorgfältige Validierung der Messungen ist erforderlich, um die ehrgeizigen wissenschaftlichen Ziele der EarthCARE-Mission zu erreichen. Eine große Rolle spielt dabei die europäische Forschungsinfrastruktur ACTRIS (Aerosol, Clouds and Trace Gases Research Infrastructure). Die ACTRIS-Fernerkundungsstationen sind für diesen Zweck bestens gerüstet: Die Standardausrüstung, bestehend aus einem Hochleistungs-Lidar und einem Sonnen-Photometer für Aerosolmessungen sowie einem Doppler-Radar und einem Mikrowellenradiometer für Wolkenmessungen, ermöglicht zusammen mit dem Qualitätssicherungskonzept von ACTRIS eine detaillierte Überprüfung aller EarthCARE-Aerosol- und Wolkenprodukte. „Arbeitsabläufe für die Beobachtung, die Datenverarbeitung und die Bereitstellung von Daten in nahezu Echtzeit wurden bereits entwickelt und ausgiebig getestet. Für diesen Sommer organisieren wir eine EarthCARE-Validierungskampagne mit über 40 Stationen, die mehrere Monate dauern soll“, blickt Dr. Holger Baars vom TROPOS voraus, der die Kampagne koordiniert. Daran beteiligt sein werden neben den TROPOS-Stationen in Leipzig (Deutschland), Mindelo (Cabo Verde) und Duschanbe (Tadschikistan) auch viele ACTRIS-Stationen in ganz Europa.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4040.msg563310#msg563310" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">EarthCARE auf Falcon 9</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/premiere-earthcare-enthuellt-innere-geheimnisse-der-wolken/" data-wpel-link="internal">Premiere: EarthCARE enthüllt innere Geheimnisse der Wolken</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>TROPOS-Forschende entwickeln Prozessoren zur Messung von Wolken und Aerosolen</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/tropos-forschende-entwickeln-prozessoren-zur-messung-von-wolken-und-aerosolen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 May 2024 20:01:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wichtige Software für den neuen europäisch-japanischen Erdbeobachtungssatelliten EarthCARE. Eine Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS). Quelle: TROPOS 23. Mai 2024. Leipzig, 23. Mai 2024. Die Vorbereitungen zum Start des neuen Erdbeobachtungsatelliten EarthCARE (Earth Cloud Aerosol and Radiation Explorer) Ende Mai laufen auf Hochtouren. Die gemeinsame Mission der Europäischen Weltraumbehörde (ESA) und der japanischen Raumfahrtagentur (JAXA) [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Wichtige Software für den neuen europäisch-japanischen Erdbeobachtungssatelliten EarthCARE. Eine Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: TROPOS 23. Mai 2024.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/240523OpeningEarthCAREscloudprofilingradar1k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Test und Vorbereitung des EarthCARE-Wolkenprofilradars für den Start in Kalifornien. Eine der Aufgaben bestand darin, die 2,5 m breite Radarantenne des Satelliten zu öffnen, die das Wolkenprofil erstellt. Dieses von der Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) zur Verfügung gestellte Instrument wurde entwickelt, um Wolken zu durchdringen und detaillierte Einblicke in ihre vertikale Struktur, Geschwindigkeit, Partikelgröße und -verteilung sowie ihren Wassergehalt zu erhalten. (Foto: ESA)" data-rl_caption="" title="Test und Vorbereitung des EarthCARE-Wolkenprofilradars für den Start in Kalifornien. Eine der Aufgaben bestand darin, die 2,5 m breite Radarantenne des Satelliten zu öffnen, die das Wolkenprofil erstellt. Dieses von der Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) zur Verfügung gestellte Instrument wurde entwickelt, um Wolken zu durchdringen und detaillierte Einblicke in ihre vertikale Struktur, Geschwindigkeit, Partikelgröße und -verteilung sowie ihren Wassergehalt zu erhalten. (Foto: ESA)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/240523OpeningEarthCAREscloudprofilingradar26.jpg" alt="Test und Vorbereitung des EarthCARE-Wolkenprofilradars für den Start in Kalifornien. Eine der Aufgaben bestand darin, die 2,5 m breite Radarantenne des Satelliten zu öffnen, die das Wolkenprofil erstellt. Dieses von der Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) zur Verfügung gestellte Instrument wurde entwickelt, um Wolken zu durchdringen und detaillierte Einblicke in ihre vertikale Struktur, Geschwindigkeit, Partikelgröße und -verteilung sowie ihren Wassergehalt zu erhalten. (Foto: ESA)" class="wp-image-140557"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Test und Vorbereitung des EarthCARE-Wolkenprofilradars für den Start in Kalifornien. Eine der Aufgaben bestand darin, die 2,5 m breite Radarantenne des Satelliten zu öffnen, die das Wolkenprofil erstellt. Dieses von der Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) zur Verfügung gestellte Instrument wurde entwickelt, um Wolken zu durchdringen und detaillierte Einblicke in ihre vertikale Struktur, Geschwindigkeit, Partikelgröße und -verteilung sowie ihren Wassergehalt zu erhalten. (Foto: ESA)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Leipzig, 23. Mai 2024. Die Vorbereitungen zum Start des neuen Erdbeobachtungsatelliten <a href="https://www.raumfahrer.net/tag/earthcare/" data-wpel-link="internal">EarthCARE</a> (Earth Cloud Aerosol and Radiation Explorer) Ende Mai laufen auf Hochtouren. Die gemeinsame Mission der Europäischen Weltraumbehörde (<a href="https://www.raumfahrer.net/tag/esa/" data-wpel-link="internal">ESA</a>) und der japanischen Raumfahrtagentur (<a href="https://www.raumfahrer.net/tag/jaxa/" data-wpel-link="internal">JAXA</a>) soll Wolken, Aerosole und Strahlung so genau messen wie nie zuvor. Möglich wird das durch die Verknüpfung von vier hochmodernen Instrumenten. Einen wichtigen Beitrag dazu leisten drei sogenannte Prozessoren, die das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (<a href="https://www.raumfahrer.net/tag/tropos/" data-wpel-link="internal">TROPOS</a>) zusammen mit Partnern entwickelt hat. Diese Algorithmen sind jetzt in einer Sonderausgabe des Fachjournals „Atmospheric Measurement Techniques“ ausführlich beschrieben worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neue Software ermöglicht es, Wolkeneigenschaften aus dem passiven Spektrometer (MSI), die Aerosol- und Wolkenschichtung aus dem aktiven, spektral hochauflösenden Lidar (ATLID) sowie synergetische Wolken- und Aerosolprodukte aus beiden Geräten abzuleiten. Damit diese Berechnungen über die verschiedenen Geräte hinweg funktionieren, wurde ein Aerosolklassifizierungsmodell (HETEAC) als Grundlage für die Aerosoltypisierung entwickelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">EarthCARE wird erstmals ein spektral hochauflösendes Lidar und ein Doppler-Wolkenradar mit passiven Sensoren kombinieren und stellt damit die komplexeste Satellitenmission zur Erforschung von Aerosolen, Wolken und deren Strahlungswirkung dar, die jemals ins All gestartet wurde. Die Entwicklung von EarthCARE hat mehr als 15 Jahre gedauert und rund 800 Millionen Euro gekostet. Für die Wissenschaft bietet der Satellit große Möglichkeiten: Hochmoderne Technologie an Bord liefert eine Vielzahl von Daten, die die Genauigkeit von Klimamodellen verbessern und die numerische Wettervorhersage unterstützen sollen.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/240523EarthCAREArtistsview1k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Künstlerische Ansicht von EarthCARE im All. (Grafik: ESA – P. Carril)" data-rl_caption="" title="Künstlerische Ansicht von EarthCARE im All. (Grafik: ESA – P. Carril)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/240523EarthCAREArtistsview26.jpg" alt="Künstlerische Ansicht von EarthCARE im All. (Grafik: ESA – P. Carril)" class="wp-image-140555"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Künstlerische Ansicht von EarthCARE im All. (Grafik: ESA – P. Carril)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der 17,2 Meter lange, 2,5 Meter breite, 3,5 Meter hohe und rund 2.200 Kilogramm schwere EarthCARE-Satellit wurde beim deutschen Hauptauftragnehmer Airbus in Friedrichshafen montiert, zusammen mit der ESA ausgiebig getestet und anschließend per Flugzeug nach Vandenberg (Kalifornien, USA) transportiert, wo er Ende Mai mit einer Falcon-9-Rakete des US-Raumfahrtkonzerns SpaceX in seinen Zielorbit in 393 Kilometer Höhe gebracht werden soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Earth Cloud Aerosol and Radiation Explorer (EarthCARE) ist mit vier Instrumenten ausgestattet: einem Doppler-Wolkenradar, einem Lidar mit hoher spektraler Auflösung, einem abbildenden Spektrometer und einem Breitbandradiometer mit drei verschiedenen Blickrichtungen. Die Instrumente werden synergetische Beobachtungen von Aerosolen, Wolken, Strahlung und deren Wechselwirkungen mit noch nie dagewesener Genauigkeit liefern. Eines der Ziele der Mission ist es, die gemessenen und berechneten Strahlungsflüsse am Oberrand der Atmosphäre für eine 100 Quadratkilometer große Momentaufnahme mit einer Genauigkeit von 10 Watt pro Quadratmeter in Übereinstimmung zu bringen, was das Wissen über den globalen Strahlungsantrieb erheblich verbessern würde.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/240523betterunderstandingEarthsradiationbalance1k.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="EarthCAREs einzigartiger Satz von vier Instrumenten bietet einen ganzheitlichen Blick auf das Zusammenspiel von Wolken, Aerosolen und Strahlung. Das Wolkenprofilradar (grün) liefert Informationen über die vertikale Struktur und die interne Dynamik von Wolken, das atmosphärische Lidar (lila) liefert Informationen über die Wolkenoberkante und Profile von dünnen Wolken und Aerosolen, der multispektrale Imager liefert einen umfassenden Überblick über die Szene in verschiedenen Wellenlängen und das Breitbandradiometer misst die reflektierte Sonnenstrahlung und die ausgehende Infrarotstrahlung. (Grafik: ESA/ATG medialab)" data-rl_caption="" title="EarthCAREs einzigartiger Satz von vier Instrumenten bietet einen ganzheitlichen Blick auf das Zusammenspiel von Wolken, Aerosolen und Strahlung. Das Wolkenprofilradar (grün) liefert Informationen über die vertikale Struktur und die interne Dynamik von Wolken, das atmosphärische Lidar (lila) liefert Informationen über die Wolkenoberkante und Profile von dünnen Wolken und Aerosolen, der multispektrale Imager liefert einen umfassenden Überblick über die Szene in verschiedenen Wellenlängen und das Breitbandradiometer misst die reflektierte Sonnenstrahlung und die ausgehende Infrarotstrahlung. (Grafik: ESA/ATG medialab)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/240523betterunderstandingEarthsradiationbalance26.jpg" alt="EarthCAREs einzigartiger Satz von vier Instrumenten bietet einen ganzheitlichen Blick auf das Zusammenspiel von Wolken, Aerosolen und Strahlung. Das Wolkenprofilradar (grün) liefert Informationen über die vertikale Struktur und die interne Dynamik von Wolken, das atmosphärische Lidar (lila) liefert Informationen über die Wolkenoberkante und Profile von dünnen Wolken und Aerosolen, der multispektrale Imager liefert einen umfassenden Überblick über die Szene in verschiedenen Wellenlängen und das Breitbandradiometer misst die reflektierte Sonnenstrahlung und die ausgehende Infrarotstrahlung. (Grafik: ESA/ATG medialab)" class="wp-image-140551"/></a><figcaption class="wp-element-caption">EarthCAREs einzigartiger Satz von vier Instrumenten bietet einen ganzheitlichen Blick auf das Zusammenspiel von Wolken, Aerosolen und Strahlung. Das Wolkenprofilradar (grün) liefert Informationen über die vertikale Struktur und die interne Dynamik von Wolken, das atmosphärische Lidar (lila) liefert Informationen über die Wolkenoberkante und Profile von dünnen Wolken und Aerosolen, der multispektrale Imager liefert einen umfassenden Überblick über die Szene in verschiedenen Wellenlängen und das Breitbandradiometer misst die reflektierte Sonnenstrahlung und die ausgehende Infrarotstrahlung. (Grafik: ESA/ATG medialab)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die EarthCARE-Daten werden mit Hilfe einer ausgeklügelten Datenkette fast in Echtzeit (Near Real Time) berechnet. Das Lidar liefert vertikale Profile und damit einen Querschnitt der Atmosphäre entlang der Flugstrecke des Satelliten. Daraus leiten die am TROPOS entwickelten Algorithmen die Wolkenoberkante und die Höhe von Aerosolschichten, die z.B. aus Saharastaub oder Rauch großer Waldbrände bestehen können, ab (Wandinger et al., 2023b). Diese Algorithmen werden in der Fachsprache auch Prozessoren genannt und sind das Software-Herz der Datenauswertung. Ergänzend zum Lidar ermöglicht das abbildende Spektrometer die Charakterisierung der Atmosphäre durch ein horizontales, 150 km breites Abbild von Wolken- und Aerosoleigenschaften. Die mikro- und makrophysikalischen Wolkeneigenschaften wie z.B. die optische Dicke der Wolken, der Tropfenradius und die Wolkenhöhe werden mit einem weiteren am TROPOS entwickelten Prozessor bestimmt (Hünerbein et al., 2023, 2024; Docter et al., 2024; Mason et al., 2024).  Der dritte am TROPOS entwickelte Prozessor kombiniert die höhenaufgelöste Information vom Lidar mit der horizontalen Information des Spektrometers, um damit ein verbessertes dreidimensionales Bild der Atmosphäre entlang der Flugstrecke des erdumlaufenden Satelliten zu gewinnen (Haarig et al., 2023).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Aerosolklassifizierung basiert in allen EarthCARE-Algorithmen auf dem HETEAC-Modell (Hybrid End-to-End Aerosol Classification) (Wandinger et al., 2023a). „Das vom TROPOS zusammen mit Partnern entwickelte Aerosolklassifizierungsmodell HETEAC spielt bei der Verarbeitung der Daten eine zentrale Rolle, weil es dafür sorgt, dass die Geräte sozusagen dieselbe Sprache sprechen und ihre Daten ein einheitliches Gesamtbild ergeben“, erklärt Dr. Ulla Wandinger vom TROPOS, die die Entwicklung dieses Modells geleitet hat. Aber auch in der Auswertung der Lidar- und Spektrometerdaten stecken mehrere Jahrzehnte Know-how an Wolken- und Aerosolbeobachtung vom TROPOS: „Die entwickelten Korrekturmechanismen in unseren Prozessoren werden dafür sorgen, dass sich die Qualität der Wolken- und Aerosoldaten deutlich verbessern wird“, berichtet Dr. Anja Hünerbein, die an der Auswertungssoftware für das passive Spektrometer entscheidend mitgearbeitet hat.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/240523EarthCARamt16p1k.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="Algorithmus-Test für die 3D-Auswertung vom atmosphärischen Lidar (ATLID) und dem Multi-Spectral Imager (MSI) auf EarthCARE. Der von Haarig et al. 2023 beschriebene synergetische Algorithmus „AM-COL“ kombiniert die Stärken von ATLID bei vertikal aufgelösten Profilen von Aerosol und Wolken (z.B. Wolkenobergrenze) mit den Stärken von MSI bei der Beobachtung der gesamten Szene neben der Satellitenspur und bei der Ausweitung der Lidar-Informationen auf dem Aufnahmestreifen des Satelliten. Ein starkes ATLID-Mie-Co-polar-Signal (weiß) zeigt optisch dicke Wolken an; schwächere Signale (rot bis gelb) weisen auf optisch dünnere Wolken oder Aerosolschichten hin. Die hohen Wolken in der Mitte der Szene werden von MSI aufgrund ihrer niedrigen Helligkeitstemperatur (BT; blau) erkannt. Die hohen Helligkeitstemperaturen (rot) auf dem MSI-Schwad resultieren aus dem Erdoberflächensignal, wobei die tiefliegenden Wolken in gelb sichtbar sind. (Grafik: Moritz Haarig, TROPOS)" data-rl_caption="" title="Algorithmus-Test für die 3D-Auswertung vom atmosphärischen Lidar (ATLID) und dem Multi-Spectral Imager (MSI) auf EarthCARE. Der von Haarig et al. 2023 beschriebene synergetische Algorithmus „AM-COL“ kombiniert die Stärken von ATLID bei vertikal aufgelösten Profilen von Aerosol und Wolken (z.B. Wolkenobergrenze) mit den Stärken von MSI bei der Beobachtung der gesamten Szene neben der Satellitenspur und bei der Ausweitung der Lidar-Informationen auf dem Aufnahmestreifen des Satelliten. Ein starkes ATLID-Mie-Co-polar-Signal (weiß) zeigt optisch dicke Wolken an; schwächere Signale (rot bis gelb) weisen auf optisch dünnere Wolken oder Aerosolschichten hin. Die hohen Wolken in der Mitte der Szene werden von MSI aufgrund ihrer niedrigen Helligkeitstemperatur (BT; blau) erkannt. Die hohen Helligkeitstemperaturen (rot) auf dem MSI-Schwad resultieren aus dem Erdoberflächensignal, wobei die tiefliegenden Wolken in gelb sichtbar sind. (Grafik: Moritz Haarig, TROPOS)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/240523EarthCARamt16p26.jpg" alt="Algorithmus-Test für die 3D-Auswertung vom atmosphärischen Lidar (ATLID) und dem Multi-Spectral Imager (MSI) auf EarthCARE. Der von Haarig et al. 2023 beschriebene synergetische Algorithmus „AM-COL“ kombiniert die Stärken von ATLID bei vertikal aufgelösten Profilen von Aerosol und Wolken (z.B. Wolkenobergrenze) mit den Stärken von MSI bei der Beobachtung der gesamten Szene neben der Satellitenspur und bei der Ausweitung der Lidar-Informationen auf dem Aufnahmestreifen des Satelliten. Ein starkes ATLID-Mie-Co-polar-Signal (weiß) zeigt optisch dicke Wolken an; schwächere Signale (rot bis gelb) weisen auf optisch dünnere Wolken oder Aerosolschichten hin. Die hohen Wolken in der Mitte der Szene werden von MSI aufgrund ihrer niedrigen Helligkeitstemperatur (BT; blau) erkannt. Die hohen Helligkeitstemperaturen (rot) auf dem MSI-Schwad resultieren aus dem Erdoberflächensignal, wobei die tiefliegenden Wolken in gelb sichtbar sind. (Grafik: Moritz Haarig, TROPOS)" class="wp-image-140553"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Algorithmus-Test für die 3D-Auswertung vom atmosphärischen Lidar (ATLID) und dem Multi-Spectral Imager (MSI) auf EarthCARE. Der von Haarig et al. 2023 beschriebene synergetische Algorithmus „AM-COL“ kombiniert die Stärken von ATLID bei vertikal aufgelösten Profilen von Aerosol und Wolken (z.B. Wolkenobergrenze) mit den Stärken von MSI bei der Beobachtung der gesamten Szene neben der Satellitenspur und bei der Ausweitung der Lidar-Informationen auf dem Aufnahmestreifen des Satelliten. Ein starkes ATLID-Mie-Co-polar-Signal (weiß) zeigt optisch dicke Wolken an; schwächere Signale (rot bis gelb) weisen auf optisch dünnere Wolken oder Aerosolschichten hin. Die hohen Wolken in der Mitte der Szene werden von MSI aufgrund ihrer niedrigen Helligkeitstemperatur (BT; blau) erkannt. Die hohen Helligkeitstemperaturen (rot) auf dem MSI-Schwad resultieren aus dem Erdoberflächensignal, wobei die tiefliegenden Wolken in gelb sichtbar sind. (Grafik: Moritz Haarig, TROPOS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Forschende des TROPOS aus Leipzig haben aber nicht nur an der Software mitgearbeitet, sondern werden auch an der Überprüfung und Kalibrierung der Daten beteiligt sein. Denn eine sorgfältige Validierung der Messungen ist erforderlich, um die ehrgeizigen wissenschaftlichen Ziele der EarthCARE-Mission zu erreichen. Eine große Rolle spielt dabei die europäische Forschungsinfrastruktur ACTRIS (Aerosol, Clouds and Trace Gases Research Infrastructure). Die ACTRIS-Fernerkundungsstationen sind für diesen Zweck bestens gerüstet: Die Standardausrüstung, bestehend aus einem Hochleistungs-Lidar und einem Sonnen-Photometer für Aerosolmessungen sowie einem Doppler-Radar und einem Mikrowellenradiometer für Wolkenmessungen, ermöglicht zusammen mit dem Qualitätssicherungskonzept von ACTRIS eine detaillierte Überprüfung aller EarthCARE-Aerosol- und Wolkenprodukte. „Arbeitsabläufe für die Beobachtung, die Datenverarbeitung und die Bereitstellung von Daten in nahezu Echtzeit wurden bereits entwickelt und ausgiebig getestet. Für diesen Sommer organisieren wir eine Kampagne mit über 40 Stationen, die mehrere Monate dauern soll“, blickt Dr. Holger Baars vom TROPOS voraus, der die Kampagne koordiniert. Daran beteiligt sein werden neben den TROPOS-Stationen in Leipzig (Deutschland), Mindelo (Cabo Verde) und Duschanbe (Tadschikistan) auch viele ACTRIS-Stationen in ganz Europa.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die umfangreichen Validierungsmaßnahmen von TROPOS und vielen internationalen Forschungsteams dienen dazu, die entwickelten Prozessoren und die damit bestimmten Messgrößen genau zu überprüfen. Erst dann ist wirklich klar, wie gut die Eigenschaften von Aerosolen und Wolken und deren Strahlungswirkung von EarthCARE bestimmt und wie die global gemessenen Daten für ein verbessertes Verständnis der Atmosphäre genutzt werden können. Europas neues „Auge“ im All wird erst mit Hilfe der Bodenstationen richtig scharf und so präzise wie nie zuvor auf die komplizierten Wechselwirkungen zwischen Wolken, Aerosolen und Strahlung schauen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Publikationen </strong>(TROPOS-Autor:innen <strong>fett</strong> markiert):<br>Hogan, R. J., Illingworth, A. J., Kollias, P., Okamoto, H., and <strong>Wandinger, U.</strong>: Preface to the special issue “EarthCARE Level 2 algorithms and data products”: Editorial in memory of Tobias Wehr, Atmos. Meas. Tech., 17, 3081–3083, <a href="https://amt.copernicus.org/articles/17/3081/2024/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">https://amt.copernicus.org/articles/17/3081/2024/</a> , 2024. &lt;Published: 22 May 2024&gt;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Docter, N., <strong>Hünerbein, A.</strong>, Donovan, D. P., Preusker, R., Fischer, J., Meirink, J. F., Stammes, P., and Eisinger, M.: Assessment of the spectral misalignment effect (SMILE) on EarthCARE&#8217;s Multi-Spectral Imager aerosol and cloud property retrievals, Atmos. Meas. Tech, 17, 2507-2519, <a href="https://amt.copernicus.org/articles/17/2507/2024/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">https://amt.copernicus.org/articles/17/2507/2024/</a> , 2024. &lt;Published: 23 Apr 2024&gt;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mason, S. L., Barker, H. W., Cole, J. N. S., Docter, N., Donovan, D. P., Hogan, R. J., <strong>Hünerbein, A.</strong>, Kollias, P., Puigdomènech Treserras, B., Qu, Z., <strong>Wandinger, U.</strong>, and van Zadelhoff, G.-J.: An intercomparison of EarthCARE cloud, aerosol, and precipitation retrieval products, Atmos. Meas. Tech, 17, 875-898, <a href="https://amt.copernicus.org/articles/17/875/2024/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">https://amt.copernicus.org/articles/17/875/2024/</a> , 2024. &lt;Published: 01 Feb 2024&gt;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hünerbein, A., Bley, S., Deneke, H.</strong>, Meirink, J. F., van Zadelhoff, G.-J., and Walther, A.: Cloud optical and physical properties retrieval from EarthCARE multi-spectral imager: the M-COP products, Atmos. Meas. Tech, 17, 261-276, <a href="https://amt.copernicus.org/articles/17/261/2024/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">https://amt.copernicus.org/articles/17/261/2024/</a> , 2024. &lt;Published: 16 Jan 2024&gt;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Haarig, M., Hünerbein, A., Wandinger, U.</strong>, Docter, N., <strong>Bley, S.</strong>, Donovan, D., and van Zadelhoff, G.-J.: Cloud top heights and aerosol columnar properties from combined EarthCARE lidar and imager observations: the AM-CTH and AM-ACD products, Atmos. Meas. Tech, 16, 5953-5975, <a href="https://amt.copernicus.org/articles/16/5953/2023/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">https://amt.copernicus.org/articles/16/5953/2023/</a> , 2023. &lt; Published: 13 Dec 2023&gt;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wandinger, U., Haarig, M., Baars, H.</strong>, Donovan, D., and van Zadelhoff, G.-J.: Cloud top heights and aerosol layer properties from EarthCARE lidar observations: the A-CTH and A-ALD products, Atmos. Meas. Tech, 16, 4031-4052, <a href="https://amt.copernicus.org/articles/16/4031/2023/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">https://amt.copernicus.org/articles/16/4031/2023/</a> , 2023. &lt; Published: 07 Sep 2023&gt;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hünerbein, A., Bley, S., Horn, S., Deneke, H.</strong>, and Walther, A.: Cloud mask algorithm from the EarthCARE Multi-Spectral Imager: the M-CM products, Atmos. Meas. Tech, 16, 2821-2836, <a href="https://amt.copernicus.org/articles/16/2821/2023/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">https://amt.copernicus.org/articles/16/2821/2023/</a> , 2023. &lt;Published: 7 Jun 2023&gt;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wandinger, U., Floutsi, A. A., Baars, H., Haarig, M., Ansmann, A., Hünerbein, A.</strong>, Docter, N., Donovan, D., van Zadelhoff, G.-J., Mason, S., and Cole, J.: HETEAC &#8211; the Hybrid End-To-End Aerosol Classification model for EarthCARE, Atmos. Meas. Tech, 16, 2485-2510, <a href="https://amt.copernicus.org/articles/16/2485/2023/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">https://amt.copernicus.org/articles/16/2485/2023/</a> , 2023. &lt; Published: 25 May 2023&gt;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4040.msg562215#msg562215" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">EarthCARE auf Falcon 9</a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>DLR: EarthCARE-Satellit in Friedrichshafen verabschiedet</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/dlr-earthcare-satellit-in-friedrichshafen-verabschiedet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Feb 2024 21:26:00 +0000</pubDate>
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		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=136460</guid>

					<description><![CDATA[<p>Europäisch-japanischer Satellit den Wechselwirkungen in der Erdatmosphäre auf der Spur. Eine Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Quelle: DLR 1. Februar 2024. 1. Februar 2024 &#8211; Ob Dürre und Hitze in Südeuropa oder extreme Starkregenereignisse in Deutschland – die Sonneneinstrahlung ist die maßgebliche Größe für das Klimageschehen und die Wetterdynamik auf unserer [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/dlr-earthcare-satellit-in-friedrichshafen-verabschiedet/" data-wpel-link="internal">DLR: EarthCARE-Satellit in Friedrichshafen verabschiedet</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Europäisch-japanischer Satellit den Wechselwirkungen in der Erdatmosphäre auf der Spur. Eine Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: DLR 1. Februar 2024.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EarthCAREFriedrichshafenDLRCCBYNCND30.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="EarthCARE im Reinraum in Friedrichshafen. (Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))" data-rl_caption="" title="EarthCARE im Reinraum in Friedrichshafen. (Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EarthCAREFriedrichshafenDLRCCBYNCND3026.jpg" alt="EarthCARE im Reinraum in Friedrichshafen. (Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))" class="wp-image-136467"/></a><figcaption class="wp-element-caption">EarthCARE im Reinraum in Friedrichshafen. (Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">1. Februar 2024 &#8211; Ob Dürre und Hitze in Südeuropa oder extreme Starkregenereignisse in Deutschland – die Sonneneinstrahlung ist die maßgebliche Größe für das Klimageschehen und die Wetterdynamik auf unserer Erde, denn sie treibt die Zirkulation in der Atmosphäre an. Diese Strahlung ist in der Lufthülle allerdings sehr unterschiedlich verteilt und tritt dort zudem noch in Wechselwirkung mit Wolken, Spurengasen und Aerosolen – Schwebeteilchen aus kleinsten festen und flüssigen Partikeln. Um in naher Zukunft noch genauere Vorhersagen machen zu können, müssen wir die bisher noch nicht so gut bestimmbaren Parameter zu Aerosolen und Wolken global besser kennen und deren Wechselwirkungen in der Erdatmosphäre entschlüsseln. Dadurch und mit der Messung der Strahlungsdichte kennen wir den Strahlungshaushalt unseres Heimatplaneten wesentlich genauer, als wir das heute tun. Die Europäische Weltraumorganisation ESA will daher gemeinsam mit der japanischen Raumfahrtagentur JAXA voraussichtlich im Mai 2024 ihre bislang größte und komplexeste Earth-Explorer-Erdbeobachtungsmission starten. Die Deutsche Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist wesentlich in die EarthCARE-Mission (Earth Cloud Aerosol and Radiation Explorer) eingebunden – einer Mission im Rahmen des ESA Erdbeobachtungsprogramms FutureEO, in dem Deutschland von Beginn an Programmführer ist und sich bis heute mit mehreren hundert Millionen Euro beteiligt. Zusätzlich werden mehrere Millionen Euro aus dem Nationalen Raumfahrtprogramm bereitgestellt, um die Nutzung der EarthCARE-Daten während des Betriebs durch deutsche Forscherinnen und Forscher und ein Projektbüro vorzubereiten und den Betrieb durch deutsche Forschungseinrichtungen und Universitäten zu unterstützen. Letztere leisten einen der wesentlichsten Beiträge in Europa zur Validierung und werden durch eine Flugkampagne, mit dem deutschen Forschungsflugzeug HALO (High Altitude and Long Range Research Aircraft) substantiell unterstützt. Diese Kampagne wird vom DLR-Institut für Physik der Atmosphäre und dem Max-Planck-Institut für Meteorologie koordiniert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die europäisch-japanische Erdbeobachtungsmission EarthCARE wird unser Verständnis zu Klima- und Wetterphänomenen maßgeblich vorantreiben. Dass dieser größte und komplexeste Earth-Explorer-Satellit im Erdbeobachtungsprogramm der ESA in Deutschland gebaut wurde und deutsche Firmen und Wissenschaftseinrichtungen zudem weitere wichtige Bestandteile dieser Mission beisteuern können, zeigt die Spitzenposition, die Deutschland in der internationalen Erdbeobachtung inne hat“, betont Dr. Walther Pelzer, DLR-Vorstand und Generaldirektor der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR, am 1. Februar 2024 anlässlich des Verabschiedungsevents beim deutschen Hauptauftragnehmer Airbus in Friedrichshafen. Der 17,2 Meter lange (inklusive 11 Meter Solarpanele), 2,5 Meter breite, 3,5 Meter hohe und rund 2.200 Kilogramm schwere EarthCARE-Satellit geht nun via Flugzeug auf die Reise nach Vandenberg (Kalifornien, USA), wo er an Bord einer Falcon-9-Rakete des US-Raumfahrtkonzerns SpaceX in seinen Zielorbit in 393 Kilometer Höhe gebracht werden soll.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/earthcareerthartESAATGmedialab.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="EarthCARE über der Erde - künstlerische Darstellung. (Bild: ESA/ATG medialab)" data-rl_caption="" title="EarthCARE über der Erde - künstlerische Darstellung. (Bild: ESA/ATG medialab)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/earthcareerthartESAATGmedialab26.jpg" alt="EarthCARE über der Erde - künstlerische Darstellung. (Bild: ESA/ATG medialab)" class="wp-image-136465"/></a><figcaption class="wp-element-caption">EarthCARE über der Erde &#8211; künstlerische Darstellung. (Bild: ESA/ATG medialab)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vier Instrumente liefern ein einzigartiges Bild zu den Vorgängen in der Erdatmosphäre</strong><br>Auf EarthCARE sind vier sich gegenseitig ergänzende Instrumente untergebracht. Durch die Aussendung von Lichtimpulsen eines Lasers und die Analyse der reflektierten Signale wird mit dem Atmosphären-Lidar ATLID, an dem auch das deutsche Unternehmen Tesat aus Backnang beteiligt ist, ein vertikales Profil in der Erdatmosphäre von Aerosolen und Wolken einschließlich ihrer Eigenschaften wie Höhe, Dichte und Aerosoltyp erstellt. Die bisher nie erreichte Genauigkeit dieser Information wird entscheidend die Verbesserung der Vorhersagen aus Klimamodellen voranbringen und das Verständnis der Rolle von Aerosolen und Wolken in der Energiebilanz unserer Erde vertiefen. Mit dem von der JAXA bereitgestellten Wolkenprofilradar CPR (Cloud Profiling Radar) kann EarthCARE das „Innenleben“ von Wolken beobachten und detaillierte Einblicke in deren vertikale Struktur und Geschwindigkeit, Partikelgrößenverteilung und Wassergehalt liefern, um zum Beispiel der Bildung und Auflösung von Wolken auf die Spur zu kommen. Während das Atmosphären-Lidar und das Wolkenradar Profile der Atmosphäre in einem eher dünnen „Vorhang“ direkt unter dem Satelliten erstellen, misst der Multi-Spektral-Imager MSI von EarthCARE in einem viel größeren Sichtfeld. Das Instrument nimmt hochauflösende Bilder in mehreren Spektralbändern des sichtbaren und infraroten Lichtspektrums auf. So können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zwischen verschiedenen Arten von Wolken, Aerosolen und der Erdoberfläche unterscheiden und zudem zusätzliche Informationen über die optischen Eigenschaften von Wolken und Aerosolen erhalten, um mehr über ihre Zusammensetzung und Verteilung zu erfahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Zusammenführung der Lidar-, Radar- und Multispektraldaten werden dreidimensionale Informationen über Wolken und Aerosole verfügbar sein. Das vierte Instrument an Bord ist das Breitbandradiometer BBR (Broad-Band Radiometer), das die reflektierte Strahlung in der Atmosphäre aus drei Richtungen vermisst. „So kann die Menge der reflektierten Sonnenstrahlung und der von der Erde ausgehenden Wärmestrahlung bestimmt werden. Diese Messungen werden mit der aus den kombinierten Beobachtungen der anderen Instrumente berechneten Strahlung kombiniert und damit unser derzeitiges Verständnis der Wechselwirkung zwischen Aerosolen, Wolken und Energiebilanz unseres Planeten entscheidend verbessern“, erklärt Dr. Albrecht von Bargen, der die EarthCARE-Mission bei der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR betreut.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/HALOplaneDLRCCBYNCND30.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Deutsches Forschungsflugzeug HALO fliegt Validierungskampagne für EarthCARE. (Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))" data-rl_caption="" title="Deutsches Forschungsflugzeug HALO fliegt Validierungskampagne für EarthCARE. (Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/HALOplaneDLRCCBYNCND3026.jpg" alt="Deutsches Forschungsflugzeug HALO fliegt Validierungskampagne für EarthCARE. (Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))" class="wp-image-136469"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Deutsches Forschungsflugzeug HALO fliegt Validierungskampagne für EarthCARE. (Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Deutsches Forschungsflugzeug HALO übernimmt Validierungskampagne</strong><br>Zusammen bieten diese vier leistungsstarken Instrumente einen noch nie dagewesenen Einblick in das „Innenleben“ unserer Erdatmosphäre. „Doch EarthCARE ist nur dann leistungsstark, wenn die Instrumente richtig eingestellt sind. Dafür müssen die Messergebnisse im Weltraum immer wieder mit weiteren Messdaten aus der Luft und vom Boden verglichen werden. Das machen wir unter anderem in einer dreigeteilten Validierungskampagne, für die wir das Forschungsflugzeug HALO (High Altitude and Long Range Research Aircraft) mit vier Instrumenten bestückt haben, die mit denen von EarthCARE vergleichbar sind“, erklärt Dr. Silke Groß, die im DLR-Institut für Physik in der Atmosphäre diese Kampagnen leitet. Im August 2024 beginnen die Messflüge, koordiniert vom DLR-Institut für Physik der Atmosphäre und dem Max-Plack-Institut für Meteorologie zusammen mit dem Leipziger Institut für Meteorologie sowie den Universitäten Hamburg, Köln und München von den Kapverden aus. Dort wird die Validierung durch Bodenmessungen des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) unterstützt. Im September geht es für HALO weiter nach Barbados, wo das Max-Planck-Institut für Meteorologie die Messflügen durch Bodenmessungen begleitet. Anschließend kehrt HALO zum DLR nach Oberpfaffenhofen zurück, wo im Herbst nochmal umfangreiche Flüge über Europa, dem extratropischem Nordatlantik und über die Alpen bis zum Mittelmeer unternommen werden sollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit den drei Flugzielen verfolgen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedliche Ziele: „Über den Kapverden haben wir eine komplexe Situation unterschiedlicher Aerosole und Wolken, von flacher zu hochreichender Bewölkung, und können besonders gut die Wechselwirkung dieser Schwebeteilchen untersuchen. Bei den Flügen rund um Barbados erwarten wir eine geänderte Wolken- und Aerosolstruktur. Und mit den Flügen von Oberpfaffenhofen aus, untersuchen wir bei Flügen aus den Extratropen, über die Alpen bis in den Mittelmeerraum Aerosole und Wolken, die sich noch einmal deutlich von denen der anderen Flugziele unterscheiden. Dadurch haben wir ein möglichst großes Spektrum abgedeckt“, erklärt Dr. Silke Groß. Bei vielen dieser Flüge wird HALO genau unter dem EarthCARE-Satelliten fliegen, so dass die Messungen vom Satelliten, vom Forschungsflugzeug und von den Bodenstationen exakt vergleichbar sind. An der Flugkampagne sind die Ludwig-Maximilian-Universität München, die Universitäten Köln, Leipzig und Hamburg, das DLR-Institut für Physik der Atmosphäre und das Max-Planck-Institut für Meteorologie beteiligt sein. Koordiniert werden die Validierungsflüge mit Validierungsaktivitäten der Deutschen Forschungsgemeinschaft, unter anderem vom TROPOS, der Freien Universität Berlin, dem Forschungszentrum Jülich sowie dem Deutsche Wetterdienst. Betrieben wird HALO von der DLR-Einrichtung Flugexperimente.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Algorithmen aus Deutschland sollen „Datengold“ heben</strong><br>Die vier Instrumente liefern gemeinsam Informationen für insgesamt 40 verschiedene Datenprodukte – zum Beispiel zur Wolkenbildung und -klassifizierung, zur Zusammensetzung der Aerosolschicht, zum Strahlungshaushalt der Atmosphäre aber auch zu Regen- und Schneeeigenschaften wie der genauen Tropfen- und Flockengröße. Rund die Hälfte der geophysikalischen Parameter aus den Datenprodukten werden direkt aus den Messungen eines einzelnen der vier Instrumente abgeleitet. Bei der anderen Hälfte werden diese Datenprodukte in weiterführenden Algorithmen genutzt, um synergetische geophysikalische Größen abzuleiten. Die Entwicklung dieser Rechenprozesse wurde von der ESA unter anderem mit maßgeblichen Anteilen an das TROPOS und die FU Berlin vergeben und findet damit auch in Deutschland statt. „Die Algorithmenentwicklung ist aus der Erdbeobachtung schon seit Jahren nicht wegzudenken. Sie erlaubt es aus Rohdaten kalibrierte Information bereitzustellen und daraus wiederum geophysikalische Größen mit Hilfe von Rechenvorschriften anhand von physikalischen Zusammenhängen abzuleiten. Ohne Algorithmen ist auch die EarthCARE-Mission nicht vorstellbar. Sie helfen den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern dabei, das Optimum an Information aus den eigentlichen Messungen herauszuholen wie zum Beispiel die von TROPOS zur Verfügung gestellten Algorithmen zur Berechnung der Wolkenobergrenze und Aerosolparametern aus ATLID-Messdaten. Künftig werden wir wie bei anderen Erdbeobachtungsmissionen auch erwarten können, dass KI-basierte Ansätze – natürlich streng anhand der Geophysik evaluiert – verfolgt werden, um vertiefte weiterführende Auswertungen durchzuführen“, erklärt Dr. Albrecht von Bargen. Um diesen Datenschatz und deren Nutzung allen interessierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und einem erweiterten Kreis in Deutschland weitergehend zu erläutern und zugängig zu machen, wurde bei der Ludwigs-Maximilians-Universität in München ein Projektbüro eingerichtet, dass die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR mit Mitteln aus dem Nationalen Raumfahrtprogramm fördert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4040.msg558388#msg558388" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">EarthCARE (ESA Earth Explorer 6) auf Falcon 9</a></li>
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			</item>
		<item>
		<title>TROPOS-Messkampagne zur kleinskaligen Variabilität des Sonnenlichts</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/tropos-messkampagne-zur-kleinskaligen-variabilitaet-des-sonnenlichts/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Sep 2023 17:54:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Erfolgreicher Abschluss der Kampagne in den USA. Eine Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS). Quelle: TROPOS 7. September 2023. Leipzig / Oklahoma City &#8211; 7. September 2023 &#8211; Erstmals haben deutsche Forschende den Einfluss von Wolken auf kurzfristige Schwankungen der Sonneneinstrahlung in Nordamerika gemessen. Zum Einsatz kam dabei ein weltweit einmaliges Netz von Strahlungssensoren, das [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Erfolgreicher Abschluss der Kampagne in den USA. Eine Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: TROPOS 7. September 2023.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/230612S2VSRJonasWitthuhnTROPOS.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Die PyrNet-Geräte vom TROPOS haben 3 Monaten in den Feldern Oklahomas Globalstrahlung, Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Sekundentakt gemessen. (Foto: Jonas Witthuhn, TROPOS)" data-rl_caption="" title="Die PyrNet-Geräte vom TROPOS haben 3 Monaten in den Feldern Oklahomas Globalstrahlung, Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Sekundentakt gemessen. (Foto: Jonas Witthuhn, TROPOS)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="338" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/230612S2VSRJonasWitthuhnTROPOS60.jpg" alt="Die PyrNet-Geräte vom TROPOS haben 3 Monaten in den Feldern Oklahomas Globalstrahlung, Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Sekundentakt gemessen. (Foto: Jonas Witthuhn, TROPOS)" class="wp-image-130971" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/230612S2VSRJonasWitthuhnTROPOS60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/230612S2VSRJonasWitthuhnTROPOS60-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die PyrNet-Geräte vom TROPOS haben 3 Monaten in den Feldern Oklahomas Globalstrahlung, Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Sekundentakt gemessen. (Foto: Jonas Witthuhn, TROPOS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Leipzig / Oklahoma City &#8211; 7. September 2023 &#8211; Erstmals haben deutsche Forschende den Einfluss von Wolken auf kurzfristige Schwankungen der Sonneneinstrahlung in Nordamerika gemessen. Zum Einsatz kam dabei ein weltweit einmaliges Netz von Strahlungssensoren, das am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) konzipiert und gebaut wurde. Es war von Anfang Juni bis Ende August dieses Jahres in der flachen Prärie des mittleren Westens der USA im Einsatz. So genannte Pyranometer haben dabei das eingehende Sonnenlicht an 60 Standorten verteilt über einer Fläche von 6&#215;6 Quadratkilometern im US-Staat Oklahoma sekundengenau erfasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Leipziger Forschenden haben dazu in der unmittelbaren Umgebung des Southern Great Plains (SGP) Atmospheric Observatory gemessen, dem weltweit größten und umfangreichsten Observatoriums zur Messung der atmosphärischen Strahlung. Die Messkampagne „Small-Scale Variability of Solar Radiation“ (S2VSR) von TROPOS, dem US-Strahlungsmessprogramm ARM und der University of Oklahoma hat erfolgreich wichtige Klimadaten an der Erdoberfläche gesammelt, damit die neuesten Generationen an Wetter- und Umweltsatelliten sowie Photovoltaik-Anlagen effektiver genutzt sowie Wettervorhersagen und Klimamodelle genauer gemacht werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Messungen ergänzen dabei die seit dem Bau des Netzwerks vor 10 Jahren im Rahmen von sechs Feldkampagnen in Deutschland und in der Arktis gewonnenen Datensätze. Von wissenschaftlichem Interesse sind in diesem Fall neben den vorherrschenden meteorologischen Bedingungen auch die umfangreichen Vergleichsmöglichkeiten mit Routinemessungen am Standort des dortigen Observatoriums und im gesamten Bundesstaat Oklahoma, nämlich die umfangreichen atmosphärischen Messungen des ARM-Programms sowie des Oklahoma MESONETs. Das TROPOS-Pyranometer-Messnetz hat diese dabei um Informationen über Schwankungen auf Sekunden- und Dekameterskala ergänzt, die die bisherigen Messungen aufgrund eines zu großen Abstands der Stationen nicht liefern können. Die Daten sollen nun insbesondere als Grundlage für den geplanten Vergleich mit den neusten Satellitenbeobachtungen dienen: einerseits mit dem amerikanischen geostationären GOES-R Satellit, der bereits jetzt Beobachtungen mit 500 m Auflösung im 5-Minutentakt liefert wie die europäischen METEOSAT-Satelliten der dritten Generation ab Ende des Jahres; andererseits mit der europäischen Sentinel-2 Mission, mit Bildern von bis zu 10 Metern räumlicher Auflösung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Feldkampagne profitierte dabei von der logistischen Unterstützung und der sehr guten Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Atmospheric Radiation Measurement (ARM) Programm, das auf die Untersuchung der Atmosphäre und ihrer Wechselwirkungen mit der atmosphärischen Strahlung ausgerichtet ist und das Observatorium in Oklahoma seit 1992 betreibt. Ein weiterer wichtiger Partner für die Kampagne und die nun beginnende wissenschaftliche Auswertung ist die School of Meteorology an der Universität von Oklahoma. Sie ist der größte Meteorologie-Fachbereich in den Vereinigten Staaten und traditionell eher für ihre Unwetterforschung bekannt, hat aber in den letzten 8 Jahren einen erheblichen Umschwung zu einem breiteren Atmospärenforschungsprogramm vollzogen. „Die S2VSR-Messkampagne bietet hervorragende Möglichkeiten für unsere Forschungsgruppe CL2EAR (CLouds ClimatE Aerosols Radiation)“, so Prof. Jens Redemann, Director der School of Meteorology. „Durch S2VSR haben unsere Studenten &#8222;hands-on&#8220;-Training in der Durchführung von Messungen und in der Analyse dieser weltweit einzigartigen Beobachtungen bekommen, die den Schlüssel für viele Fragen in unserem Forschungsgebiet bieten könnte. Wir hoffen auf eine lange und vielfältige Zusammenarbeit mit TROPOS.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Während der 12-wöchigen Kampagne wurden zwei Messstationen leider durch Mäharbeiten beschädigt, davon konnte nur eine repariert werden. Im Rahmen der Routinewartung wurden vereinzelt Beeinträchtigungen der Messungen durch verschmutzte oder gekippte Pyranometer festgestellt. Die vorläufige Qualitätssicherung der gewonnenen Daten zeigt jedoch, dass ihre Qualität und Verfügbarkeit auch im Vergleich zu vergangenen Kampagnen sehr hoch ist und die Kampagne somit ein voller Erfolg war. Hier ist insbesondere das hohe Engagement der Studenten der Universität von Oklahoma bei der Wartung zu betonen”, berichtet Dr. Hartwig Deneke vom TROPOS.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die nun beginnende Auswertung der Beobachtungen der Kampagne „Small-Scale Variability of Solar Radiation“ (S2VSR) soll neuartige Erkenntnisse über die kurzfristige Schwankung des Sonnenlichts an der Erdoberfläche liefern, wie sie vor allem durch Wolken verursacht werden. „Auf diesen Skalen kommt es dabei insbesondere aufgrund der 3-dimensionalen Wolkenstrukturen zu Effekten im atmosphärischen Strahlungstransport, die sowohl von aktuellen Wetter- und Klimamodellen als auch in Satellitenprodukten bisher nur unzureichend berücksichtigt werden. Wir hoffen, dass die gewonnenen Erkenntnisse mittelfristig auch dazu beitragen, Kurzfristvorhersagen des Sonnenlichts zu verbessern für eine optimale Nutzung der mit Photovoltaik erzeugter erneuerbarer Energie“, erklärt Dr. Hartwig Deneke.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über TROPOS</strong><br>Das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, die 97 selbständige Forschungseinrichtungen verbindet. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen &#8211; u.a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 20.500 Personen, darunter 11.500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gesamtetat der Institute liegt bei 2 Milliarden Euro. Finanziert werden sie von Bund und Ländern gemeinsam. Die Grundfinanzierung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) getragen. Das Institut wird mitfinanziert aus Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Konferenzbeitrag</strong><br>H.M. Deneke, A. Macke, J. Redemann, C. Flynn, M.T. Ritsche, Y.M. Saint-Drenan, J. Witthuhn, O. Ritter, A.K. Heidinger, B. Lamkin, M. Foster, A. Walther, D. Romps, R. Öktem, J. Wiltink, J.F. Meirink, H. Kalesse-Los: The Small-Scale Variability of Solar Radiation (S2VSR) Campaign – Overview and first Results. IUGG General Assembly 2023. IUGG23-4624. (15 Jul 2023).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=916.msg553881#msg553881" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Erde</a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>TROPOS: Letzte Experimente mit Aeolus vor Wiedereintritt</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/tropos-letzte-experimente-mit-aeolus-vor-wiedereintritt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Jul 2023 18:17:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Rückblick auf wissenschaftliche Experimente, die kurz vor Ende der Satellitenmission durchgeführt wurden und an denen das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) beteiligt war. Eine Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS). Quelle: TROPOS 28. Juli 2023. TROPOS-Beteiligung während der gesamten MissionDer am 22. August 2018 gestartete Satellit umkreiste die Erde fast fünf Jahre lang und lieferte dabei [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Rückblick auf wissenschaftliche Experimente, die kurz vor Ende der Satellitenmission durchgeführt wurden und an denen das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) beteiligt war. Eine Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: TROPOS 28. Juli 2023.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>TROPOS-Beteiligung während der gesamten Mission</strong><br>Der am <a href="https://www.raumfahrer.net/vega-flug-vv12-bringt-adm-aeolus-ins-all/" data-wpel-link="internal">22. August 2018</a> gestartete Satellit umkreiste die Erde fast fünf Jahre lang und lieferte dabei vertikale Profile der horizontalen Windgeschwindigkeit und Rückstreuinformationen über Wolken und Aerosole. TROPOS trug maßgeblich zum großen Erfolg der Mission bei, indem es von Beginn bis zum Ende der Mission weltweit kontinuierliche Referenzmessungen zur Validierung der Wind- und Aerosol-/Wolkenprodukte lieferte. Auch über die Mission hinaus wird sich das TROPOS im Rahmen des Aeolus-DISC-Projekts (Data, Innovation and Science Cluster) engagieren, um die Datenprodukte zu verbessern und die wissenschaftliche Wirkung der Mission zu erhöhen. Das TROPOS war an der Entwicklung des Level-2A-Produkts für die optischen Eigenschaften von Aerosolen beteiligt, überwachte die Datenqualität und unterstützte die externe Validierung mit dem Wissenschaftsteam der europäischen Partner.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/230728AEOLUSFinaleESA.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Aeolus ist die erste Weltraummission, die Wind-Profile auf globaler Ebene erfasst. (Grafik: ESA/ATG medialab)" data-rl_caption="" title="Aeolus ist die erste Weltraummission, die Wind-Profile auf globaler Ebene erfasst. (Grafik: ESA/ATG medialab)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="338" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/230728AEOLUSFinaleESA60.jpg" alt="Aeolus ist die erste Weltraummission, die Wind-Profile auf globaler Ebene erfasst. (Grafik: ESA/ATG medialab)" class="wp-image-129456" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/230728AEOLUSFinaleESA60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/230728AEOLUSFinaleESA60-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Aeolus ist die erste Weltraummission, die Wind-Profile auf globaler Ebene erfasst. (Grafik: ESA/ATG medialab)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tests am Ende der Lebensdauer</strong><br>Bevor der Satellit nun zurückkehrt, hat das Aeolus-Team erfolgreich eine Reihe von End-of-Life-Experimenten durchgeführt. Die Forschenden hoffen nun, mit den Ergebnissen dieser Experimente künftige Lidar-Missionen im Weltraum verbessern zu können. Die radiometrische Leistung des Instruments und die Auswirkungen auf Aerosol- und Windprodukte wurden in Zusammenarbeit mit dem Aeolus DISC für jeden Test bewertet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vertikale Winde</strong><br>TROPOS war an einem Experiment beteiligt, bei dem der Laser von seiner nominellen 35-Grad-Diagonalsicht auf eine Nadir-Sicht (Punkt auf der Erdoberfläche direkt unter dem Satelliten) gekippt wurde, um vertikale Winde über Gewitterwolken zu messen. Während vertikale Luftbewegungen im Durchschnitt über großen horizontalen Skalen vernachlässigbar sind, ist diese Annahme in Situationen mit starker Konvektion (z. B. bei tropischen Stürmen) nicht gültig. &#8222;Wir sind noch dabei, die vielversprechenden Daten zu analysieren, die während dieses Tests gesammelt wurden, und hoffen, dass wir die Auswirkungen der vertikalen Luftbewegungen quantifizieren können&#8220;, sagt Dr. Sebastian Bley vom TROPOS.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/230728EOLA24AeolusverticalwindsSebastianBleyTROPOS2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Analyse der Vertikalwindtests mit AEOLUS. Links: die Wolkenhöhe (via Satellit GOES-R) und die Spur von Aeolus. Rechts: die Signalpegel von Aeolus während der Messung im Nadir über den Wolken. Gelb zeigt die kollokierten Wolkenhöhen von GOES-R. (Grafik: Sebastian Bley, TROPOS)" data-rl_caption="" title="Analyse der Vertikalwindtests mit AEOLUS. Links: die Wolkenhöhe (via Satellit GOES-R) und die Spur von Aeolus. Rechts: die Signalpegel von Aeolus während der Messung im Nadir über den Wolken. Gelb zeigt die kollokierten Wolkenhöhen von GOES-R. (Grafik: Sebastian Bley, TROPOS)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="224" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/230728EOLA24AeolusverticalwindsSebastianBleyTROPOS60.jpg" alt="Analyse der Vertikalwindtests mit AEOLUS. Links: die Wolkenhöhe (via Satellit GOES-R) und die Spur von Aeolus. Rechts: die Signalpegel von Aeolus während der Messung im Nadir über den Wolken. Gelb zeigt die kollokierten Wolkenhöhen von GOES-R. (Grafik: Sebastian Bley, TROPOS)" class="wp-image-129458" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/230728EOLA24AeolusverticalwindsSebastianBleyTROPOS60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/230728EOLA24AeolusverticalwindsSebastianBleyTROPOS60-300x112.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Analyse der Vertikalwindtests mit AEOLUS. Links: die Wolkenhöhe (via Satellit GOES-R) und die Spur von Aeolus. Rechts: die Signalpegel von Aeolus während der Messung im Nadir über den Wolken. Gelb zeigt die kollokierten Wolkenhöhen von GOES-R. (Grafik: Sebastian Bley, TROPOS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>ATLID-Test</strong><br>TROPOS war auch an einem ATLID-Test beteiligt, bei dem der Aeolus-Laser ALADIN so konfiguriert wurde, dass er das ATLID-Lidar, das auf EarthCARE fliegen wird, nachahmt. Dieser Test dient der Vorbereitung auf den kommenden EarthCARE-Satelliten, der ein Lidar-Instrument tragen wird, das dem auf Aeolus sehr ähnlich ist. &#8222;Die Erkenntnisse aus der Aeolus-Mission haben uns bei der Vorbereitung der EarthCARE-Mission sehr geholfen. Mit ihren vier Instrumenten auf einer Plattform zur Messung von Aerosolen, Wolken und Strahlung ist sie noch anspruchsvoller als Aeolus&#8220;, sagt Dr. Ulla Wandinger vom TROPOS. Das Startfenster für die EarthCARE-Mission ist für April-Juni 2024 geplant. Während des ATLID-Tests überflog Aeolus Leipzig und Mindelo auf den Kapverdischen Inseln, beides Stationen mit bodengestützten Lidar-Instrumenten, die von TROPOS betrieben werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Rück- und Ausblick aus TROPOS-Sicht</strong><br>Wir verfolgen den Wiedereintritt von Aeolus mit gemischten Gefühlen. Einerseits sind wir traurig darüber, dass dieser wunderbare Satellit in den nächsten Tagen in der Erdatmosphäre verglühen wird, andererseits sind wir froh und stolz, dass wir zum Erfolg dieser spannenden Mission beitragen konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt aber auch Grund, hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken. Unsere Arbeit wird auch dann weitergehen, wenn Aeolus ein letztes Mal als Sternschnuppe den Himmel erhellt. Unsere Kollegen am TROPOS werden im Rahmen des Aeolus-DISC-Projekts weiter an den Aeolus-Daten der letzten fünf Jahre arbeiten, um insbesondere die wiederaufbereiteten Aerosolprodukte zu validieren und neue Anwendungen für die Atmosphärenforschung aufzuzeigen. Darüber hinaus sind wir maßgeblich an den Vorbereitungen für die kommende EarthCARE-Mission beteiligt, die im Sommer nächsten Jahres gestartet werden soll. Im Rahmen des ESA-CARDINAL-Projekts ist das TROPOS führend an der Entwicklung der Prozessoren für das ATLID-Lidar und der Wolkenprodukte für den Multi-Spectral Imager (MSI) beteiligt. Darüber hinaus bereitet sich das TROPOS auf die Validierung der EarthCARE-Messungen mit unseren bodengestützten Messstandorten auf dem gesamten Globus vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über TROPOS</strong><br>Das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, die 97 selbständige Forschungseinrichtungen verbindet. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen &#8211; u.a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 20.500 Personen, darunter 11.500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,9 Milliarden Euro. Finanziert werden sie von Bund und Ländern gemeinsam. Die Grundfinanzierung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) getragen. Das Institut wird mitfinanziert aus Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Publikationen</strong><br>Wandinger, U., Floutsi, A. A., Baars, H., Haarig, M., Ansmann, A., Hünerbein, A., Docter, N., Donovan, D., van Zadelhoff, G.-J., Mason, S., and Cole, J.: HETEAC – the Hybrid End-To-End Aerosol Classification model for EarthCARE, Atmos. Meas. Tech., 16, 2485–2510, doi.org/10.5194/amt-16-2485-2023, <a href="https://amt.copernicus.org/articles/16/2485/2023/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://amt.copernicus.org/articles/16/2485/2023/</a>, 2023. Published: 25 May 2023<br>Diese Forschung wurde von der Europäischen Weltraumorganisation unterstützt (Zuschüsse Nr. 4000112018/14/NL/CT (APRIL) und 4000134661/21/NL/AD (CARDINAL)).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hünerbein, A., Bley, S., Horn, S., Deneke, H., and Walther, A.: Cloud mask algorithm from the EarthCARE Multi-Spectral Imager: the M-CM products, Atmos. Meas. Tech., 16, 2821–2836, doi.org/10.5194/amt-16-2821-2023, <a href="https://amt.copernicus.org/articles/16/2821/2023/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://amt.copernicus.org/articles/16/2821/2023/</a>, 2023. Published: 07 Jun 2023<br>Die Forschung wurde von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) finanziert (Förderungsnummer 4000112018/14/NL/CT (APRIL) und 4000134661/21/NL/AD (CARDINAL)). Die Veröffentlichung dieses Artikels wurde durch den Open-Access-Fonds der Leibniz-Gemeinschaft finanziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Baars, H., Walchester, J., Basharova, E., Gebauer, H., Radenz, M., Bühl, J., Barja, B., Wandinger, U., and Seifert, P.: Long-term validation of Aeolus L2B wind products at Punta Arenas, Chile and Leipzig, Germany, Atmos. Meas. Tech. Discuss. [preprint], doi.org/10.5194/amt-2022-331, <a href="https://amt.copernicus.org/preprints/amt-2022-331/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://amt.copernicus.org/preprints/amt-2022-331/</a>, in review, 2022.<br>Diese Forschung wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) (Förderkennzeichen 50EE1721C), dem Forschungs- und Innovationsprogramm Horizont 2020 der Europäischen Union (ACTRIS-2 unter Förderkennzeichen 654109) und dem Rahmenprogramm Horizont 2020 &#8211; Forschung und Innovation der Europäischen Union (ACTRIS PPP, H2020-INFRADEV-575 2016-2017, Förderkennzeichen: 7395302) unterstützt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wandinger, U., Haarig, M., Baars, H., Donovan, D., and van Zadelhoff, G.-J.: Cloud top heights and aerosol layer properties from EarthCARE lidar observations: the A-CTH and A-ALD products, EGUsphere [preprint], doi.org/10.5194/egusphere-2023-748, <a href="https://egusphere.copernicus.org/preprints/2023/egusphere-2023-748/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://egusphere.copernicus.org/preprints/2023/egusphere-2023-748/</a>, 2023.<br>Diese Forschung wurde durch die ESA-Zuschüsse 4000112018/14/NL/CT (APRIL) und 4000134661/21/NL/AD (CARDINAL) finanziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4039.msg552004#msg552004" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">ADM-Aeolus (Atmospheric Dynamics Mission &#8211; ESA Earth Explorer) auf VEGA</a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Loon-Stratosphärenballons bestätigen Winddaten von Aeolus</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/loon-stratosphaerenballons-bestaetigen-winddaten-von-aeolus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Dec 2022 14:10:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erde]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der neuartige ESA-Satellit Aeolus misst die Windgeschwindigkeit auch noch zuverlässig in höheren Luftschichten und damit in einer Region der Atmosphäre, wo kaum andere globale Windmessungen zur Verfügung stehen. Das geht aus einer Studie hervor, für die Daten des Satelliten mit Windmessungen von Stratosphärenballons verglichen wurden. Stratosphärenballons würden besonders genaue Daten zur horizontalen Windgeschwindigkeit liefern und [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Der neuartige ESA-Satellit Aeolus misst die Windgeschwindigkeit auch noch zuverlässig in höheren Luftschichten und damit in einer Region der Atmosphäre, wo kaum andere globale Windmessungen zur Verfügung stehen. Das geht aus einer Studie hervor, für die Daten des Satelliten mit Windmessungen von Stratosphärenballons verglichen wurden. Stratosphärenballons würden besonders genaue Daten zur horizontalen Windgeschwindigkeit liefern und seien deshalb auch zur Überprüfung künftiger Satellitenmissionen geeignet. Eine Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: TROPOS 20. Dezember 2022.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/AeolusSatellitArtESAATGmedialab2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Der Aeolus-Satellit trägt das erste Wind-Lidar im Weltraum, das die untersten 30 km der Atmosphäre sondieren kann, um Profile von Wind, Aerosolen und Wolken entlang der Umlaufbahn des ESA-Satelliten zu erstellen. (Bild: ESA/ATG medialab)" data-rl_caption="" title="Der Aeolus-Satellit trägt das erste Wind-Lidar im Weltraum, das die untersten 30 km der Atmosphäre sondieren kann, um Profile von Wind, Aerosolen und Wolken entlang der Umlaufbahn des ESA-Satelliten zu erstellen. (Bild: ESA/ATG medialab)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/AeolusSatellitArtESAATGmedialab26.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Der Aeolus-Satellit trägt das erste Wind-Lidar im Weltraum, das die untersten 30 km der Atmosphäre sondieren kann, um Profile von Wind, Aerosolen und Wolken entlang der Umlaufbahn des ESA-Satelliten zu erstellen. (Bild: ESA/ATG medialab)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">20. Dezember 2022 &#8211; Künftige Windsatelliten sollten die vertikale Auflösung erhöhen, um besser die Schwerewellen in den Tropen zu berücksichtigen, schreibt das Team aus Forschenden des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS), der Europäischen Weltraumagentur (ESA), des Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF), der Universität Hamburg und des Google-Unternehmens Loon. Die Studie ist jetzt im Quarterly Journal of the Royal Meteorological Society erschienen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Qualität von Numerischen Wettermodellen und damit der Wettervorhersage hängt stark von den zur Verfügung stehenden Daten ab. In den letzten Jahrzehnten wurde deshalb ein globales Beobachtungssystem aufgebaut, das auch Windprofile durch Wetterballons, Flugzeugdaten oder Windprofiler-Radarsysteme enthält. Diese Daten stammen jedoch größtenteils aus der dicht besiedelten Nordhemisphäre. In der Südhemisphäre, über den Ozeanen und vor allem in den Tropen ist das Messnetz dagegen immer noch deutlich dünner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein großer Schritt hin zu flächendeckenden Winddaten war deshalb der Start des ersten Wind-Satelliten Aeolus der Europäischen Weltraumagentur (ESA) am 22. August 2018. Dieser neuartige Satellit hat mit dem Atmospheric Laser Doppler Instrument (ALADIN) einen starken Laser an Bord. ALADIN ist das erste Doppler-Wind-Lidar im Weltraum, das Profile der horizontalen Windgeschwindigkeit von der Erdoberfläche oder vom Oberrand dicker Wolken bis zu einer Höhe von etwa 30 km auf globaler Ebene liefert. Dazu sendet der Satellit beim Umlauf um die Erde kurze ultraviolette Laserimpulse aus. Ein kleiner Teil dieser Lichtpulse wird von Luftmolekülen, Aerosolen und Wolken zurück zum Satelliten gestreut und dort im Detektor gesammelt und verarbeitet. Für eine Umrundung der Erde benötigt Aeolus 90 Minuten, innerhalb einer Woche erfasst der Satellit so Winddaten um die ganze Erde. Diese Daten werden von Wettervorhersagezentren aus der ganzen Welt assimiliert, um ihre Vorhersagen zu verbessern. Da es bisher keine vergleichbaren Satellitenmissionen gab, werden die Daten besonders kritisch überprüft und mit anderen Windmessungen verglichen.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Tropos20120222aSBleyTROPOSQJRMSCCBY40.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Eine jetzt veröffentlichte Studie nutzte zum Vergleich Daten von 229 Stratosphärenballons des Loon-Projekts zwischen Juli 2019 und Dezember 2020 aus dem tropischen Lateinamerika, Atlantischem Ozean, Afrika und Indischem Ozean. (Bild: S.Bley, TROPOS/ QJRMS CC BY 4.0)" data-rl_caption="" title="Eine jetzt veröffentlichte Studie nutzte zum Vergleich Daten von 229 Stratosphärenballons des Loon-Projekts zwischen Juli 2019 und Dezember 2020 aus dem tropischen Lateinamerika, Atlantischem Ozean, Afrika und Indischem Ozean. (Bild: S.Bley, TROPOS/ QJRMS CC BY 4.0)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Tropos20120222aSBleyTROPOSQJRMSCCBY4026.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Eine jetzt veröffentlichte Studie nutzte zum Vergleich Daten von 229 Stratosphärenballons des Loon-Projekts zwischen Juli 2019 und Dezember 2020 aus dem tropischen Lateinamerika, Atlantischem Ozean, Afrika und Indischem Ozean. (Bild: S. Bley, TROPOS/ QJRMS CC BY 4.0)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Eine jetzt veröffentlichte Studie nutzte zum Vergleich Daten von 229 Stratosphärenballons des Loon-Projekts zwischen Juli 2019 und Dezember 2020 aus dem tropischen Lateinamerika, Atlantischem Ozean, Afrika und Indischem Ozean. Loon war ein kommerzielles Projekt, das abgelegene Regionen mit einem Internetzugang über Heliumballons in der Stratosphäre versorgt hatte. Die Ballons mit einem Durchmesser von etwa 12 Metern fungierten dabei als schwebende Mobilfunkstation in Höhen von 16 bis 20 Kilometern über dem Erdboden. Damit das Netz funktioniert, mussten sie die Windrichtung durch Ändern der Höhe automatisch korrigieren. Dadurch entstand ein umfangreicher Datensatz zu den Windgeschwindigkeiten in diesen Atmosphärenschichten, welcher einen Teil der Lücke an Winddaten in dieser Höhe im globalen Beobachtungssystem schließt. Das Loon-Projekt wurde 2021 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt, für die Atmosphärenforschung jedoch bleibt ein höchst interessanter Datensatz zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Unsere Analyse bestätigt, dass der Satellit Aeolus in der oberen Troposphäre und unteren Stratosphäre nahezu fehlerfreie Windmessungen liefert. Das aktuelle Wettermodell des ECWMF unterschätzt dagegen die Windgeschwindigkeit dort systematisch um ca. 1 Meter pro Sekunde, was durch die Daten von Aeolus und Loon nachgewiesen werden konnte. Diese Ergebnisse sind wichtig, um dynamische Prozesse in der oberen Troposphäre und unteren Stratosphäre besser zu verstehen und um die Wettermodelle weiter zu verbessern“, unterstreicht Dr. Sebastian Bley vom TROPOS, der für die Studie bei der ESA im italienischen Frascati gearbeitet hat. Eine weitere Empfehlung der Forschenden ist es, mehr vertikale Messungen durchzuführen, um mehr Windinformationen in den atmosphärischen Schichten liefern zu können. Das könnte die Genauigkeit kommender Windsatelliten weiter verbessern. Neben der Windgeschwindigkeit liefert Aeolus auch Informationen über Aerosole und Wolken, allerdings nur über einen Teil des zurückgestreuten Lichts. „Wir hoffen, dass von künftigen Windmissionen auch die Depolarisation gemessen werden kann, also die Drehung des Lichts bei Reflexion. Das wäre ein Meilenstein, weil der Satellit dann auch mehr Informationen über Aerosole liefern könnte“, erklärt Bley.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aeolus wurde als Explorer-Mission mit einer erwarteten Lebenszeit von 3 Jahren entwickelt, um die Technologie eines Doppler-Wind-Lidars im All zu testen. Die Erwartungen wurden jedoch übertroffen, Aeolus liefert nun seit bereits über 4 Jahren wertvolle Daten. Die Winddaten werden inzwischen in den Wettervorhersagen von mehreren Wetterdiensten in ganz Europa wie z.B. dem Deutschen Wetterdienst (DWD) genutzt und konnten durch ihren positiven Einfluss auf die Wettervorhersagequalität überzeugen. Das weitere Vorgehen für die Nachfolgemission Aeolus-2 wurde kürzlich auf der ESA-Ministerkonferenz beschlossen und wird von ESA und EUMETSAT gemeinsam entwickelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im September hatten Forschende aus den USA probehalber Aeolus-Daten in das Hurrikane-Modell (HWRF) der US-Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA integriert, um tropische Stürme besser vorherzusagen. Ihr Fazit: Die Nutzung von Aeolus-Winddaten sei dort am wirksamsten, wo es keine Aufklärungsflüge in die Hurrikane gibt und könnte deshalb die größten positiven Auswirkungen auf die Vorhersage tropischer Wirbelstürme im Pazifik und im Indischen Ozean haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit diesen beiden neuen Studien aus den Tropen steigen die Chancen, dass Aeolus-Daten auch außerhalb von Europa genutzt werden und eine Nachfolgemission die Wettervorhersagen verbessern könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4039.msg542410#msg542410" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">ADM-Aeolus (Atmospheric Dynamics Mission &#8211; ESA Earth Explorer) auf VEGA</a></li>
</ul>
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		<title>Rauch von Waldbränden in Australien beeinflusste über 1,5 Jahre Klima und Höhenwinde der Südhalbkugel</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/rauch-von-waldbraenden-in-australien-beeinflusste-ueber-15-jahre-klima-und-hoehenwinde-der-suedhalbkugel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Sep 2022 17:28:00 +0000</pubDate>
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		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=115308</guid>

					<description><![CDATA[<p>TROPOS-Analyse: Waldbrand-Rauch wird durch den Klimawandel immer wichtiger für die Klimamodelle. Eine Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS). Quelle: TROPOS, Tilo Arnhold 6. September 2022. Leipzig. Die Waldbrände 2019/20 in Australien transportierten soviel Rauch in die Atmosphäre wie nie zuvor auf der ganzen Welt beobachtet wurde. Im sogenannten Black Summer kamen dabei dreimal so viele [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">TROPOS-Analyse: Waldbrand-Rauch wird durch den Klimawandel immer wichtiger für die Klimamodelle. Eine Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: TROPOS, Tilo Arnhold 6. September 2022.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RauchWaldbraendeAtmosphaerePuntaArenasJan2020CJimenezTROPOS.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Der Rauch der australischen Waldbrände in der Atmosphäre über Punta Arenas im Januar 2020. Über Punta Arenas wurde mehrere Tage lang eine hohe Aerosolbelastung gemessen. Der Himmel blieb in der Morgen- und Abenddämmerung violett-orange, hervorgerufen durch die beleuchteten stratosphärischen Rauchfahnen. (Foto: Cristofer Jimenez, TROPOS)" data-rl_caption="" title="Der Rauch der australischen Waldbrände in der Atmosphäre über Punta Arenas im Januar 2020. Über Punta Arenas wurde mehrere Tage lang eine hohe Aerosolbelastung gemessen. Der Himmel blieb in der Morgen- und Abenddämmerung violett-orange, hervorgerufen durch die beleuchteten stratosphärischen Rauchfahnen. (Foto: Cristofer Jimenez, TROPOS)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RauchWaldbraendeAtmosphaerePuntaArenasJan2020CJimenezTROPOS26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Der Rauch der australischen Waldbrände in der Atmosphäre über Punta Arenas im Januar 2020. Über Punta Arenas wurde mehrere Tage lang eine hohe Aerosolbelastung gemessen. Der Himmel blieb in der Morgen- und Abenddämmerung violett-orange, hervorgerufen durch die beleuchteten stratosphärischen Rauchfahnen. (Foto: Cristofer Jimenez, TROPOS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Leipzig. Die Waldbrände 2019/20 in Australien transportierten soviel Rauch in die Atmosphäre wie nie zuvor auf der ganzen Welt beobachtet wurde. Im sogenannten Black Summer kamen dabei dreimal so viele Partikel in hohe Luftschichten wie beim bisherigen Rekord, den kanadischen Waldbränden im Sommer 2017. Zwei Analysen unter Leitung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) zeigen jetzt die Klimawirkung dieser gewaltigen Brände auf: Rauchpartikel mit einer Gesamtmasse von rund einer Million Tonnen verteilten sich über die Südhemisphäre und beeinflussten etwa eineinhalb Jahre lang das Klima, in dem sie die Atmosphäre oben erwärmten und unten kühlten. Dabei wurde das Sonnenlicht von den Subtropen bis zur Antarktis noch stärker getrübt als 1991 beim Ausbruch des Vulkans Pinatubo. Der Rauch hat wahrscheinlich auch zum Rekord-Ozonloch über der Antarktis 2020 beigetragen und bildete einen Wirbel mit über 1000 Kilometer Durchmesser, der mehrere Wochen über die Südhalbkugel zog und als erster Nachweis gilt, dass der Rauch der Waldbrände auch die Höhenwinde in der Stratosphäre verändern kann. Da solche extremen Brände durch den Klimawandel voraussichtlich immer häufiger werden, sei es sehr wichtig, den Rauch und seine Auswirkungen auf den Energiehaushalt der Erde in den Klimaszenarien zu berücksichtigen, schreiben die Forschenden im Fachjournal Atmospheric Chemistry and Physics (ACP).</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/acp2299692022fig1bAOT.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Die Waldbrände 2019/20 in Australien transportierten Rauchpartikel mit einer Gesamtmasse von rund einer Million Tonnen in die Atmosphäre und verbreiteten sich über die südliche Hemisphäre. Die Klimawirkung des Rauchs wird unter anderem mit der Atmosphärischen Trübung (Aerosol Optische Dicke, AOT) beschrieben. Dieser Parameter gibt an, wie stark die Sonnenstrahlung durch Aerosolpartikel in der Atmosphäre abgeschwächt wird. Im Januar 2020 war die AOT um die Antarktis deutlich erhöht (rote Bereiche in der Grafik). (Quelle: Heinold et al. (2022), ACP, https://doi.org/10.5194/acp-22-9969-2022)" data-rl_caption="" title="Die Waldbrände 2019/20 in Australien transportierten Rauchpartikel mit einer Gesamtmasse von rund einer Million Tonnen in die Atmosphäre und verbreiteten sich über die südliche Hemisphäre. Die Klimawirkung des Rauchs wird unter anderem mit der Atmosphärischen Trübung (Aerosol Optische Dicke, AOT) beschrieben. Dieser Parameter gibt an, wie stark die Sonnenstrahlung durch Aerosolpartikel in der Atmosphäre abgeschwächt wird. Im Januar 2020 war die AOT um die Antarktis deutlich erhöht (rote Bereiche in der Grafik). (Quelle: Heinold et al. (2022), ACP, https://doi.org/10.5194/acp-22-9969-2022)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/acp2299692022fig1bAOT26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Die Waldbrände 2019/20 in Australien transportierten Rauchpartikel mit einer Gesamtmasse von rund einer Million Tonnen in die Atmosphäre und verbreiteten sich über die südliche Hemisphäre. Die Klimawirkung des Rauchs wird unter anderem mit der Atmosphärischen Trübung (Aerosol Optische Dicke, AOT) beschrieben. Dieser Parameter gibt an, wie stark die Sonnenstrahlung durch Aerosolpartikel in der Atmosphäre abgeschwächt wird. Im Januar 2020 war die AOT um die Antarktis deutlich erhöht (rote Bereiche in der Grafik). (Quelle: Heinold et al. (2022), ACP, https://doi.org/10.5194/acp-22-9969-2022)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Rekord-Waldbrände in Australien</strong><br>Zwischen September 2019 und Januar 2020 brannte fast doppelt so viel Fläche wie bei jedem anderen extremen Feuer in Australien, das bisher dokumentiert wurde. Die Brände erreichten ihren Höhepunkt zwischen dem 29. Dezember 2019 und dem 4. Januar 2020. In der wissenschaftlichen Literatur werden sie deshalb inzwischen als „Australian New Year Super Outbreak“ (ANYSO) betitelt und umgangssprachlich „Schwarzer Sommer“ (Black Summer bushfires) genannt. Durch die große Hitze bildeten sich dabei auch 38 Feuerwolken (Pyrocumulonimbus, kurz PyroCb), die den Rauch mit der zehnfachen Geschwindigkeit eines Fahrstuhles in große Höhen transportierten. Mehr als die Hälfte dieser Feuerwolken haben die Rauchpartikel direkt bis zu einer Höhe von 14 bis 16 Kilometern in die untere Stratosphäre transportiert. Wie bei einem Vulkanausbruch gilt auch für Waldbrände: Je höher die Partikel gelangen, umso weiter verteilen sie sich und umso länger wirken sie auf das Klima. Partikel in den unteren Atmosphärenschichten werden durch Niederschläge meist schnell wieder ausgewaschen und haben deshalb kaum Auswirkungen auf das Klima.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/PollyXTPuntaArenasCJimenezTROPOS.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Januar 2020: Dichte Rauchschwaden von den australischen Waldbränden zogen durch die ansonsten sehr saubere Atmosphäre über Punta Arenas. Hier in den Lidar-Messungen als grün-gelbe Schicht in einer Höhe von 20 bis 25 km zu sehen. (Quelle: Cristofer Jimenez, TROPOS)" data-rl_caption="" title="Januar 2020: Dichte Rauchschwaden von den australischen Waldbränden zogen durch die ansonsten sehr saubere Atmosphäre über Punta Arenas. Hier in den Lidar-Messungen als grün-gelbe Schicht in einer Höhe von 20 bis 25 km zu sehen. (Quelle: Cristofer Jimenez, TROPOS)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/PollyXTPuntaArenasCJimenezTROPOS26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Januar 2020: Dichte Rauchschwaden von den australischen Waldbränden zogen durch die ansonsten sehr saubere Atmosphäre über Punta Arenas. Hier in den Lidar-Messungen als grün-gelbe Schicht in einer Höhe von 20 bis 25 km zu sehen. (Quelle: Cristofer Jimenez, TROPOS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Waldbrände im Südosten Australiens gelangten um den Jahreswechsel 2019/20 über eine Million Tonnen an Rauchpartikeln in die Atmosphäre. Das ist etwa viermal so viel wie bei den Waldbränden in den Jahren zuvor. Die Rauchpartikel verteilten sich durch die Höhenwinde innerhalb von wenigen Tagen in den mittleren Breiten der Südhemisphäre und enthalten unter anderem auch Ruß-Aerosol. Diese dunklen Teilchen nehmen Sonnenenergie auf und zählen zu den am stärksten wärmenden kurzlebigen Klimatreibern. Der Rauch aus solchen extremen Waldbränden ist in den Aerosol-Klimamodellen jedoch bisher noch nicht ausreichend abgebildet. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des TROPOS hat daher die Black-Summer-Waldbrände analysiert, um die Auswirkungen solcher Ereignisse auf das Klima besser zu verstehen.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Messcontainer-DACAPOPESOPuntaArenasPSeifertTROPOS.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="Die Messcontainer von TROPOS während DACAPO-PESO in Punta Arenas, Chile. (Foto: Patric Seifert, TROPOS)" data-rl_caption="" title="Die Messcontainer von TROPOS während DACAPO-PESO in Punta Arenas, Chile. (Foto: Patric Seifert, TROPOS)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Messcontainer-DACAPOPESOPuntaArenasPSeifertTROPOS26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Die Messcontainer von TROPOS während DACAPO-PESO in Punta Arenas, Chile. (Foto: Patric Seifert, TROPOS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Viele Messungen in der Südhemisphäre ergeben ein Puzzlebild</strong><br>Für ihre Studie nutzen die Forschenden Satellitendaten zur optischen Dicke von Aerosolschichten (AVHRR der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) und des Weltraum-Lidars CALIOP). Die Trübung der Atmosphäre verglichen sie mit den Sonnen-Photometer-Messungen des internationalen AERONET-Netzwerks, das u.a. Stationen betreibt in Punta Arenas (Chile), Amsterdam Island (Indischer Ozean), Marambio (vor der Antarktischen Halbinsel), Vechernaya Hill (Ostantarktis) und am Südpol. Entscheidend waren aber die Langzeitbeobachtungen, die mit zwei bodengestützten Raman-Lidaren in Punta Arenas (Chile) und Río Grande (Argentinien) an der südlichsten Spitze Südamerikas, durchgeführt wurden. Diese Messungen können als repräsentativ für den südlichen Teil der Südhemisphäre angesehen werden und ermöglichten auch Vergleiche mit anderen extremen Waldbränden in der Nordhemisphäre. Beide Messungen hatten ursprünglich andere wissenschaftliche Ziele: Die Lidar-Beobachtungen in Punta Arenas fanden im Rahmen der DACAPO-PESO-Kampagne (Dynamics, Aerosol, Cloud And Precipitation Observations in the Pristine Environment of the Southern Ocean) von November 2018 bis November 2021 statt. Das Hauptziel dieser Messkampagne von Universität Magallanes (UMAG), TROPOS und der Universität Leipzig war die Untersuchung von Aerosol-Wolken-Wechselwirkungsprozessen unter den sauberen Bedingungen der Südhemisphäre. Die Lidar-Beobachtungen in Río Grande waren Teil der HALO-Mission SOUTHTRAC-GW (Southern Hemisphere Transport, Dynamics, and Chemistry–Gravity Waves), bei der ein großes internationales Team unter Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) im September 2019 atmosphärische Schwerewellen in Südamerika mit dem Forschungsflugzeug HALO untersucht hat. Dabei kam auch das Compact Rayleigh Autonomous Lidar (CORAL) des DLR zum Einsatz, das wichtige Daten zu den optischen Eigenschaften des Rauchs zwischen 15 und 30 Kilometern Höhe lieferte. Die Vielzahl der Daten machte es möglich, ein neues Phänomen zu beobachten, die Waldbrände mit bisherigen Rekord-Waldbränden in Nordamerika zu vergleichen und auch Zusammenhänge zum Ozonloch herzustellen.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/LidarContainer-PolarnachtMOSAiCArktisHGriescheTROPOS.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="Die Atmosphärenmessgeräte inkl. Lidar-Container des TROPOS während der Polarnacht bei MOSAiC in der Arktis. (Foto: Hannes Griesche, TROPOS)" data-rl_caption="" title="Die Atmosphärenmessgeräte inkl. Lidar-Container des TROPOS während der Polarnacht bei MOSAiC in der Arktis. (Foto: Hannes Griesche, TROPOS)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/LidarContainer-PolarnachtMOSAiCArktisHGriescheTROPOS26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Die Atmosphärenmessgeräte inkl. Lidar-Container des TROPOS während der Polarnacht bei MOSAiC in der Arktis. (Foto: Hannes Griesche, TROPOS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein einzigartiger Rauch-Wirbel</strong><br>Lidarmessungen des TROPOS aus den vorigen Jahren ermöglichten es, die Waldbrände in Australien mit zwei anderen großen Bränden zu vergleichen: Die rekordverdächtigen Waldbrände in Kanada (Pacific Northwest Event, PNE) im August 2017 hatten im Vergleich nur rund ein Drittel an Aerosolmasse in die obere Stratosphäre transportiert. Fünf Brandwolken über British Columbia sorgten damals dafür, dass dieser Rauch bis zum Januar 2018 über Europa schwebte. Extrem starke Brände gab es auch im Juli/August 2019 in Sibirien nördlich und nordöstlich des Baikalsees (SIberian Lake Baikal Event, SILBE), bei denen keine Feuerwolken beobachtet wurden. Der Rauch stieg deshalb wahrscheinlich per Sonneneinstrahlung langsam innerhalb einer Woche in große Höhen auf. Durch die Lidarmessungen auf dem Forschungseisbrecher Polarstern konnte der Rauch dieser Brände während der internationalen MOSAiC-Expedition zwischen Oktober 2019 und Mai 2020 in der Region um den Nordpol beobachtet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Rauch der Kanadischen Waldbrände (PNE) 2017 umfasste rund 0,3 Millionen Tonnen Material, bildete eine etwa 1 bis 4 Kilometer dicke Schicht, stieg bis in 20 Kilometern Höhe auf und schwebte etwa 8 Monate in der Atmosphäre. Der Rauch der Sibirischen Waldbrände (SILBE) 2019 bildete eine etwa 7 bis 10 Kilometer dicke Schicht, stieg bis in 18 Kilometern Höhe auf und schwebte etwa 5 Monate in der Atmosphäre. Der Rauch der Australischen Waldbrände (ANYSO) 2019/20 umfasste rund 1 Million Tonnen Material, bildete eine etwa 10 bis 14 Kilometer dicke Schicht, stieg bis in 24 Kilometern Höhe auf und schwebte etwa 20 Monate in der Atmosphäre. „Die Australischen Waldbrände 2019/20 sind definitiv die Waldbrände mit den bisher größten Auswirkungen auf die Atmosphäre und das globale Klima. Die Dimensionen sind mit dem Ausbruch des Pinatubo auf den Philippinen 1991 vergleichbar. Damals gelangten die Partikel bis in 25 Kilometern Höhe und schwebten etwa 14 Monate in der Atmosphäre. Lediglich die Größe der Partikel unterscheidet sich deutlich: Die Aschepartikel des Vulkans waren mit einem Durchmesser von rund 1 Mikrometer etwa doppelt so groß wie die Rauchpartikel der Australischen Waldbrände“, berichtet Albert Ansmann vom TROPOS.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/CALIPSOmitCALIOPimEinsatzCNESPCarril.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="CALIPSO mit CALIOP im Einsatz. (Grafik: CNES / P. Carril)" data-rl_caption="" title="CALIPSO mit CALIOP im Einsatz. (Grafik: CNES / P. Carril)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/CALIPSOmitCALIOPimEinsatzCNESPCarril26.jpg" alt=""/></a><figcaption>CALIPSO mit CALIOP im Einsatz. (Grafik: CNES / P. Carril)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Rauch als Katalysator für das Ozonloch?</strong><br>2020/21 wurden drei Ereignisse mit einem rekordverdächtigen Ozonabbau beobachtet: Im März/April 2020 bildete sich ein extrem starkes Ozonloch über der zentralen Arktis und im September bis November 2020 und 2021 jeweils ein ebenfalls extremes Ozonloch über der Antarktis. Bei allen drei Ereignissen schwebte ungewöhnlich viel Rauch in der Atmosphäre der Polargebiete, wie die Lidarmessungen belegen. Aus Sicht der Forschenden ein klares Indiz für Zusammenhänge, denn sie beobachteten eine deutliche Übereinstimmung zwischen der Schicht mit dem stärksten Ozonabbau über den Stationen der Ozonsonden (14-25 km Höhe), der Schicht mit einer erhöhten Partikeloberflächenkonzentration über Punta Arenas (10-24 km Höhe) und dem Höhenbereich, in dem die CALIOP-Satellitendaten Polare Stratosphärenwolken nachgewiesen hat (hauptsächlich über der Antarktis in 13-26 km Höhe). „Von den Polare Stratosphärenwolken (PSC) ist bekannt, dass an ihren Oberflächen chemische Prozesse ablaufen, die den Ozonabbau beschleunigen. Deshalb vermuten wir stark, dass der Rauch zu diesen hohen Wolken geführt hat und diese Wolken wiederum zum starken Ozonabbau. Für die Menschen in und um die Polargebiete wäre dies keine gute Nachricht. Sollte der Klimawandel wie erwartet zu immer häufigeren und stärkeren Waldbränden führen, dann würden sich die Ozonlöcher über Arktis und Antarktis ausbreiten und mit ihnen auch das Hautkrebsrisiko“, erläutert Kevin Ohneiser vom TROPOS.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kühlende Wirkung wie bei einem großen Vulkanausbruch</strong><br>Die Daten wurden auch für eine Simulation mit dem globalen modernen Aerosol-Klimamodell ECHAM6.3-HAM2.3 genutzt. Dieses Modell verwendet ein Aerosol-Mikrophysik-Modell, um die Entwicklung von unterschiedlicher Aerosoltypen vorherzusagen. Dadurch kann deren Einfluss auf die Strahlungsbilanz der Atmosphäre berechnet werden: Die Modellierung ergab eine Wärmewirkung in der oberen Atmosphäre (TOA) von +0,5 Watt pro Quadratmeter in der Südhemisphäre und +0,25 Watt pro Quadratmeter global. An der Erdoberfläche (Boden der Atmosphäre, BOA) wurde der solare Strahlungsantrieb bei klarem Himmel auf etwa -0,75 Watt pro Quadratmeter geschätzt. Dies entspricht der Kühlwirkung, die durch einen großen Vulkanausbruch verursacht wird. „Wir waren überrascht, wie stark die Waldbrände im Südosten Australiens die oberen Luftschichten der Südhemisphäre getrübt und damit die Strahlungsbilanz verändert haben. Diese Veränderungen beeinflussten das Klima auf der Südhalbkugel eineinhalb Jahre lang. Zurückzuführen sind sie aber im Wesentlichen auf lediglich vier Tage mit Rauch aus Pyrokonvektion“, betont Dr. Bernd Heinold vom TROPOS.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Waldbrände werden wichtiger für Klimamodelle</strong><br>Die Auswirkungen des Aerosols von Waldbränden auf die Energiebilanz wurde bei Bränden mit derart hochreichenden Brandwolken in den Modellen wahrscheinlich bisher unterschätzt, da die vertikale Rauchverteilung für die Strahlungswirkung entscheidend ist, es aber bisher wenig Wissen dazu gab. „Solche Verbesserungen sind für jede Schätzung der Energiebilanz und des Klimazustands der Erde von wesentlicher Bedeutung. Daher wird es immer wichtiger, Klimamodelle in die Lage zu versetzen, besser mit der Auswirkung von Waldbränden auf die Atmosphäre umzugehen, da diese als Reaktion auf die anthropogene Klimaerwärmung voraussichtlich weltweit an Häufigkeit und Schwere zunehmen werden“, erklärt Prof. Ina Tegen vom TROPOS. „Das erhöhte Risiko schwerer Waldbrände steht im Zusammenhang mit extremer Trockenheit. Häufigere und intensivere Wetterextreme erhöhen auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich diese sehr hoch reichenden Feuerwolken künftig häufiger bilden werden.“ Rekord-Brände wie 2019/20 in Australien könnten sich in den kommenden Jahren in anderen Regionen der Erde wiederholen und das globale Klima immer stärker beeinflussen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Publikationen:</strong><br>Ohneiser, K., Ansmann, A., Kaifler, B., Chudnovsky, A., Barja, B., Knopf, D. A., Kaifler, N., Baars, H., Seifert, P., Villanueva, D., Jimenez, C., Radenz, M., Engelmann, R., Veselovskii, I., and Zamorano, F.: Australian wildfire smoke in the stratosphere: the decay phase in 2020/2021 and impact on ozone depletion, Atmos. Chem. Phys., 22, 7417–7442, doi.org/10.5194/acp-22-7417-2022, <a href="https://acp.copernicus.org/articles/22/7417/2022/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://acp.copernicus.org/articles/22/7417/2022/</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heinold, B., Baars, H., Barja, B., Christensen, M., Kubin, A., iser, K., Schepanski, K., Schutgens, N., Senf, F., Schrödner, R., Villanueva, D., and Tegen, I.: Important role of stratospheric injection height for the distribution and radiative forcing of smoke aerosol from the 2019–2020 Australian wildfires, Atmos. Chem. Phys., 22, 9969–9985, doi.org/10.5194/acp-22-9969-2022, <a href="https://acp.copernicus.org/articles/22/9969/2022/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://acp.copernicus.org/articles/22/9969/2022/</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=762.msg537696#msg537696" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Klimawandel</a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Aeolus: Waldbrandaerosol trübte freie Troposphäre</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/aeolus-waldbrandaerosol-truebte-freie-troposphaere/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 May 2021 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Erde]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Satelliten]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Aeolus]]></category>
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		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Lidar]]></category>
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		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=80866</guid>

					<description><![CDATA[<p>Kalifornischer Rauch zog im Herbst 2020 bis nach Mitteleuropa und sorgte für starke Trübung der Sonne. Eine Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS). Quelle: TROPOS. Leipzig. Der Rauch der extremen Waldbrände im September 2020 an der US-Westküste zog über viele Tausend Kilometer bis nach Leipzig, wo er noch Tage danach die Atmosphäre beeinflusste. Ein Vergleich [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Kalifornischer Rauch zog im Herbst 2020 bis nach Mitteleuropa und sorgte für starke Trübung der Sonne. Eine Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: TROPOS.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/PazifikRauchSonnenuntergangSachsenTiloArnholdTROPOS.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Der Sonnenuntergang am 12.09.20 war milchig-gelb ist - ein Zeichen für Staub in der Atmosphäre. (Bild: Tilo Arnhold, TROPOS)" data-rl_caption="" title="Der Sonnenuntergang am 12.09.20 war milchig-gelb ist - ein Zeichen für Staub in der Atmosphäre. (Bild: Tilo Arnhold, TROPOS)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/PazifikRauchSonnenuntergangSachsenTiloArnholdTROPOS26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Der Sonnenuntergang am 12.09.20 war milchig-gelb ist &#8211; ein Zeichen für Staub in der Atmosphäre.<br>(Bild: Tilo Arnhold, TROPOS)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Leipzig. Der Rauch der extremen Waldbrände im September 2020 an der US-Westküste zog über viele Tausend Kilometer bis nach Leipzig, wo er noch Tage danach die Atmosphäre beeinflusste. Ein Vergleich von Boden- und Satellitenmessungen zeigt jetzt: Das Waldbrandaerosol trübte die freie Troposphäre über Leipzig so stark wie nie zuvor. Eine Auswertung eines internationalen Forschungsteams unter Leitung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) ergab am 11.09.2020 eine außergewöhnliche optische Dicke, die das Sonnenlicht um ein Drittel abgeschwächt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die in den Geophysical Research Letters erschienene Untersuchung ist die erste Publikation, die durch den Vergleich mit Lidar-Messungen vom Boden aus zeigen konnte, dass der neuartige ESA-Satellit Aeolus neben Wind auch Aerosole in der Atmosphäre zuverlässig messen kann. An der Studie waren das Centre National de Recherches Météorologiques (CNRM) der Universität Toulouse, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Europäische Weltraumorganisation (ESA) beteiligt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit August 2018 kreist ein neuartiger Forschungssatellit um die Erde, der nach einem griechischen Windgott benannt ist. Ziel von Aeolus ist es, aktiv Wind vom All aus zu messen und so die Wettervorhersage zu verbessern. An Bord dieses Satelliten der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) befindet sich mit dem „Atmospheric Laser Doppler Instrument“ (ALADIN) ein Hochleistungslaser. ALADIN ist das erste Instrument im Weltraum, das aktiv vertikale Profile der Windgeschwindigkeit messen kann. Genutzt wird dabei das Prinzip eines Lichtradars (kurz: Lidar von „LIght Detection And Ranging“). Ein Signal wird abgestrahlt und die Reflexion gibt Auskunft über Ort und Entfernung. Der Dopplereffekt wird dann genutzt um die Windgeschwindigkeit in den verschiedenen Höhen der Atmosphäre zu messen. Um die Laser-Messungen im All zu validieren, werden sie mit Laser-Messungen vom Boden aus verglichen. Dabei sind mehrere Forschungsgruppen aus Deutschland im Rahmen der EVAA-Initiative (Experimental Validation and Assimilation of Aeolus observations) beteiligt. TROPOS beispielsweise misst mit seinen Lidar-Geräten jeden Freitagabend und Sonntagmorgen, wenn der Aeolus-Satellit über Leipzig fliegt. Anschließend können dann die Daten von Boden und All verglichen werden. Am 11. September 2020 ergab sich so die seltene Konstellation, dass die mächtige Rauchfahne der kalifornischen Waldbrände über Leipzig vom Boden und aus dem All gleichzeitig vermessen werden konnte.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/WaldbraendeKalifornienLidarHolgerBaarsTROPOS.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Lidarmessung am Freitag, den 11.09.20, am TROPOS in Leipzig: Die Rauchwolke (gelb-rot) zieht ab etwa 2 Uhr UTC (= 4 Uhr MESZ) über Leipzig und sinkt im Laufe des Tages leicht ab. Stärkste Intensität war ca. 8 Uhr UTC (= 10 Uhr MESZ). (Bild: Holger Baars, TROPOS)" data-rl_caption="" title="Lidarmessung am Freitag, den 11.09.20, am TROPOS in Leipzig: Die Rauchwolke (gelb-rot) zieht ab etwa 2 Uhr UTC (= 4 Uhr MESZ) über Leipzig und sinkt im Laufe des Tages leicht ab. Stärkste Intensität war ca. 8 Uhr UTC (= 10 Uhr MESZ). (Bild: Holger Baars, TROPOS)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/WaldbraendeKalifornienLidarHolgerBaarsTROPOS26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Lidarmessung am Freitag, den 11.09.20, am TROPOS in Leipzig: Die Rauchwolke (gelb-rot) zieht ab etwa 2 Uhr UTC (= 4 Uhr MESZ) über Leipzig und sinkt im Laufe des Tages leicht ab. Stärkste Intensität war ca. 8 Uhr UTC (= 10 Uhr MESZ).<br>(Bild: Holger Baars, TROPOS)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">„Aeolus ist derzeit der einzige Satellit weltweit, welcher mit revolutionärer Lasertechnologie sowohl Profile der horizontalen Windgeschwindigkeit als auch die Rückstreuung und Extinktion von Aerosolen und Wolken unabhängig voneinander messen kann. Damit liefert der Satellit wertvolle Informationen über die Strahlungseigenschaften dieser Rauchaerosole“, betont Dr. Sebastian Bley vom TROPOS, der die vergangenen drei Jahre am Forschungszentrum ESRIN der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) im Aeolus-Projekt mitwirkte. „Es wird erwartet, dass diese einzigartige Konfiguration zu verbesserten Vorhersagen solcher globaler Rauchausbreitung aber auch allgemein des Wetters beiträgt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im September 2020 gelangte der Rauch der extremen Waldbrände an der US-Westküste durch die hohen Temperaturen bis in große Höhen und wurde dann mit dem Jetstream über Nordamerika und den Atlantik bis nach Europa transportiert. In Leipzig tauchte die Rauchschicht am Morgen des 11.09.2020 in rund 12 Kilometer Höhe auf und sank im Laufe des Tages auf rund 5 Kilometer Höhe ab. Das zeigen die Daten des PollyXT-Lidars am TROPOS. Lidar-Messungen in Leipzig bestätigten die starke Trübung des Sonnenlichts an diesem Freitag: „Es war – gemessen an der Aerosol Optische Dicke (AOT) &#8211; die stärkste Beeinflussung der freien Troposphäre, also die Region der Atmosphäre in welcher sich das Wetter abspielt aber der direkte Einfluss vom Boden gering ist, die jemals in Leipzig seit Beginn der regelmäßigen Lidar-Beobachtungen im Jahr 1997 durch Waldbrandaerosol beobachtet wurde“, berichtet Dr. Holger Baars vom TROPOS. „Wir konnten eine mittlere Massenkonzentration des Waldbrandaerosol von 8 Mikrogramm pro Kubikmeter zwischen 4 und 11 km Höhe abschätzen. In der Spitze waren es sogar 22 Mikrogramm pro Kubikmeter – das ist für diese Höhen schon beachtlich.“ Der Samstag und Sonntag waren trotz wolkenlosem Himmel trübe Tage. Wie stark die Rauchschichten die Sonneneinstrahlung in Sachsen dämpften, zeigte u.a. auch der UV-Index des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS): Die TROPOS-Station in Melpitz bei Torgau registrierte am 12.09.20 mittags ca. ein Viertel weniger UV-Strahlung als bei wolkenlosem Himmel möglich gewesen wäre. Besonders einprägsam zeigte sich der außergewöhnliche Zustand der Atmosphäre bei Sonnenuntergang mit einem markanten milchig-gelben Licht.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/WaldbraendeKalifornienLidarTrajectoriesHYSPLITModellNOAAARL.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Die Herkunft der Luftmassen ließ sich per Modell bis an die US-Westküste verfolgen. (Bild: HYSPLIT Modell / NOAA Air Resources Laboratory&#039;s (ARL))" data-rl_caption="" title="Die Herkunft der Luftmassen ließ sich per Modell bis an die US-Westküste verfolgen. (Bild: HYSPLIT Modell / NOAA Air Resources Laboratory&#039;s (ARL))" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/WaldbraendeKalifornienLidarTrajectoriesHYSPLITModellNOAAARL26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Die Herkunft der Luftmassen ließ sich per Modell bis an die US-Westküste verfolgen.<br>(Bild: HYSPLIT Modell / NOAA Air Resources Laboratory&#8217;s (ARL))</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Per Computermodell konnten die Forschenden die Herkunft des Rauchs bestätigen: Die Rückwärtssimulation beweist, dass die Luftmassen, die am Mittag des 11. September in 8,5 km Höhe über Leipzig eintrafen, von der Westküste Nordamerikas stammten, wo Tage zuvor intensive Brände stattfanden. Die Häufigkeit und Stärke der Brände in Kalifornien nahm in der ersten Septemberwoche weiter zu. Etwas schwächere Brände wurden in Oregon, Washington und Montana beobachtet. „Aufgrund der vorherrschenden Winde betrug die Reisezeit des Rauchs von der US-Westküste nach Europa nur rund 3 bis 4 Tage. Die rund 3000 Kilometer über den Atlantischen Ozean zwischen Neufundland und Irland schafften die Luftmassen mit Hochgeschwindigkeit sogar an nur einem Tag (9. September)“, erklärt Martin Radenz vom TROPOS.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erdbeobachtungssatelliten sind in den letzten Jahrzehnten zu einem wichtigen Instrument der Umweltforschung geworden, die den Klimawandel global dokumentieren. Der Bedarf an kontinuierlichen Daten einerseits und die begrenzte Lebenszeit von Satelliten anderseits stellt die Forschung jedoch vor große Herausforderungen: „Die Messung des Lidar-Verhältnisses (ein Maß für das Rückstreuverhalten und damit ein Hinweis auf den Aerosoltyp) mit Aeolus direkt aus dem Weltraum ist ein Novum und katapultiert die Forschung zu Aerosol-Wolken-Wechselwirkungen in eine neue Ära“, unterstreicht Dr. Ulla Wandinger. „Die hier vorgestellten Ergebnisse zeigen, dass Aeolus teilweise in der Lage ist, die Lücke zwischen der auslaufenden CALIPSO-Mission der NASA und der kommenden EarthCARE-Mission zu schließen.“ EarthCARE ist eine japanisch-europäische Gemeinschaftsmission, die die Wirkungen von Wolken und Aerosol-Partikeln auf den Strahlungshaushalt der Erde untersuchen will. Der Start des Satelliten ist für Anfang 2023 geplant. „Aeolus wurde zur Windmessung konzipiert. Dass er auch Daten zu Partikeln liefert, ist ein sehr willkommenes Nebenprodukt. In Situationen, wo die Zusammensetzung der Aerosolschichten weniger eindeutig ist, wäre es aber hilfreich, auch die Polarisation messen zu können. Da das Laserlicht bei der Reflexion auf Mineralstaub, Vulkanasche oder Waldbrand-Aerosol unterschiedlich gedreht wird, lässt sich so besser bestimmen, woher die Partikel stammen, die die Sonnenstrahlung und die Wolkenbildung beeinflussen. EarthCARE (Earth Clouds, Aerosols and Radiation Explorer) wird dies können. Wir drücken daher auch für diesen Satelliten fest die Daumen“, sagt Dr. Ulla Wandinger. Tilo Arnhold.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Publikation:</strong><br>Baars, H., Radenz, M., Floutsi, A. A., Engelmann, R., Althausen, D., Heese, B., Ansmann, A., Flamant, T., Dabas, A., Trapon, D., Reitebuch, O., Bley, S., Wandinger, U. (2021). <a href="https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1029/2020GL092194" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Californian Wildfire Smoke Over Europe: A First Example of the Aerosol Observing Capabilities of Aeolus Compared to Ground-Based Lidar</a>. Geophysical Research Letters, 48, e2020GL092194. &amp; <a href="https://eos.org/editor-highlights/the-promise-of-spaceborne-high-spectral-resolution-lidar" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">The Promise of Spaceborne High Spectral Resolution Lidar</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Untersuchungen wurden gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi, Förderkennzeichen 50EE1721C), der Europäischen Union durch das Horizon-2020-Programm (ACTRIS-2, Förderkennzeichen 654109) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF, Förderkennzeichen 01LK1603A).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über das Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS)</strong><br>Das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, die 96 selbständige Forschungseinrichtungen verbindet. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen.<br>Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit.<br>Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen &#8211; u.a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 20.000 Personen, darunter 10.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.<br>Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,9 Milliarden Euro. Finanziert werden sie von Bund und Ländern gemeinsam. Die Grundfinanzierung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) getragen. Das Institut wird mitfinanziert aus Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/dwd-winddaten-von-aeolus-verbessern-wettervorhersage/" data-wpel-link="internal">DWD: Winddaten von Aeolus verbessern Wettervorhersage</a> (19. Mai 2020)</li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/aeolus-geht-an-die-oeffentlichkeit/" data-wpel-link="internal">Aeolus geht an die Öffentlichkeit</a> (12. Mai 2020)</li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/covid-19-aeolus-und-wettervorhersagen/" data-wpel-link="internal">COVID-19: Aeolus und Wettervorhersagen</a> (24. April 2020)</li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/vega-flug-vv12-bringt-adm-aeolus-ins-all/" data-wpel-link="internal">Vega Flug VV12 bringt ADM-Aeolus ins All</a> (23. August 2018)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4039.msg512139#msg512139" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">ADM-Aeolus (Atmospheric Dynamics Mission &#8211; ESA Earth Explorer) auf VEGA</a></li></ul>
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		<title>Blutrot oder kreideweiß?</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/blutrot-oder-kreideweiss/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2021 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Erde]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
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		<category><![CDATA[Atmosphäre]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Welche Farbe hat die Sonne, wenn Saharastaub in der Luft ist? Eine Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS). Quelle: TROPOS. Über den Saharastaub, der aktuell auch über Mitteldeutschland hinweg zieht, wird gerade viel in den Medien berichtet. Darunter findet sich oft die Behauptung, der Staub würde für besonders kräftige, rote Sonnenuntergänge sorgen. Das Gegenteil ist [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Welche Farbe hat die Sonne, wenn Saharastaub in der Luft ist? Eine Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: TROPOS.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SaharanDustGrimmaTiloArnholdTROPOS.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Sonnenuntergang am 23. Februar 2021 bei Leipzig ohne Abendrot. Der Saharastaub sorgte dafür, dass die Sonne eher blass unterging. Der Farbverlauf von weiß nach gelb deutet darauf hin, dass sich in der untersten Luftschicht Saharastaub mit kleineren Partikeln aus der Luftverschmutzung mischt. (Bild: Tilo Arnhold, TROPOS)" data-rl_caption="" title="Sonnenuntergang am 23. Februar 2021 bei Leipzig ohne Abendrot. Der Saharastaub sorgte dafür, dass die Sonne eher blass unterging. Der Farbverlauf von weiß nach gelb deutet darauf hin, dass sich in der untersten Luftschicht Saharastaub mit kleineren Partikeln aus der Luftverschmutzung mischt. (Bild: Tilo Arnhold, TROPOS)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SaharanDustGrimmaTiloArnholdTROPOS26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Sonnenuntergang am 23. Februar 2021 bei Leipzig ohne Abendrot. Der Saharastaub sorgte dafür, dass die Sonne eher blass unterging. Der Farbverlauf von weiß nach gelb deutet darauf hin, dass sich in der untersten Luftschicht Saharastaub mit kleineren Partikeln aus der Luftverschmutzung mischt.<br>(Bild: Tilo Arnhold, TROPOS)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Über den Saharastaub, der aktuell auch über Mitteldeutschland hinweg zieht, wird gerade viel in den Medien berichtet. Darunter findet sich oft die Behauptung, der Staub würde für besonders kräftige, rote Sonnenuntergänge sorgen. Das Gegenteil ist jedoch der Fall: Je mehr Staub in der Atmosphäre ist, umso mehr werden farbige Lichtanteile herausgefiltert. Übrig bleibt eine besonders blasse, weiße Sonne. Hier erklären wir dieses optische Phänomen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dr. Ulla Wandinger vom TROPOS lehrt seit über 20 Jahren Streutheorie und Atmosphärische Optik an der Universität Leipzig. Die Ursachen erklärt sie so: „Dass Saharastaub spektakuläre, farbige Sonnenauf- und -untergänge verursacht, ist ein weit verbreiteter Irrtum. Dafür sind die Staubpartikel schlicht zu groß. Mit einigen Mikrometern Durchmesser entsprechen sie etwa der Größe feiner Nebeltröpfchen. Wie diese streuen sie alle Farben gleich stark. Wenn das Sonnenlicht lange Wege durch die hochreichenden Staubschichten zurücklegt, entsteht wie im Nebel ein weißliches Licht. Auch die Sonne selbst ist beim Auf- und Untergang eher blass, weil aus ihrem Spektrum keine Farbe bevorzugt gestreut wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Farbige Sonnenuntergänge entstehen durch Streuung an Luftmolekülen und sehr kleinen Aerosolpartikeln, die beispielsweise aus Verkehrs- und Industrieabgasen entstehen und zehn- bis hundertmal kleiner sind als die Saharastaubkörnchen. Moleküle und kleine Partikel streuen blaues Licht sehr viel stärker als gelbes und rotes Licht. Das gestreute Licht, das wir als Himmelslicht sehen, erscheint blau. Das direkte Sonnenlicht verliert immer mehr Blauanteile, je länger die Strahlwege durch die Atmosphäre sind. Dadurch erscheint die Sonne am Horizont rot. Wolken und andere Objekte, die von der tief stehenden Sonne angestrahlt werden, leuchten dann ebenfalls rot.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erscheinung des Sonnenauf- und -untergangs und die Farbvielfalt hängen aktuell immer davon ab, welche Art von Partikeln und Wolken sich gleichzeitig in der Atmosphäre befinden und wie sie sich in verschiedenen Höhenschichten verteilen. Oft überlagern sich die Farben verschiedener Streuprozesse, auch Absorption spielt eine Rolle. Spektakuläre Sonnenuntergänge können so beispielsweise durch Aerosolschichten in der Stratosphäre verursacht werden, die von Vulkanausbrüchen oder großen Waldbränden eingetragen werden. Wenn diese Schichten von der unter dem Horizont stehenden Sonne beleuchtet werden, vermischen sich rotes und blaues Streulicht zu faszinierenden Purpurfarben.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) in Leipzig untersucht den Einfluss von Staub auf die Atmosphäre seit seiner Gründung 1992. Seit über 25 Jahren finden dazu Laser-Messungen mit Lidar-Geräten weltweit statt. Diese „Lichtradare“ können die Menge und Höhe des Staubs in der Atmosphäre durch das zurückgestreute Licht messen. Im Laufe der Jahre wurden Methoden weiterentwickelt, um die Art der Partikel zu bestimmen. So kann zum Beispiel anhand der Polarisation des reflektierten Lichts festgestellt werden, ob Mineralstaub oder Rauch in der Luft schwebt. TROPOS koordiniert ein Netzwerk von Lidar-Geräten an verschiedenen Standorten. So messen PollyNet-Stationen außer in Deutschland auch in Finnland, Griechenland, Polen, Portugal, Südkorea, Tadschikistan und Zypern kontinuierlich per Laser den Staub in der Atmosphäre. Weitere Stationen sind in u.a. auf den Kapverdischen Inseln vorgesehen. Dazu kommen Kampagnenmessungen u.a. in Chile oder der Arktis. TROPOS ist so zusammen mit seinen Partnern in der Lage, Extremereignisse wie Saharastaubtransport, Ausbreitung von Waldbrandaerosol oder Vulkanasche zu erfassen. Die Messungen sind Teil der Europäischen Forschungsinfrastruktur für Aerosol, Wolken und Spurengase (ACTRIS). Durch die Kooperation vieler Forschungseinrichtungen in Europa werden künftig bessere Vorhersagen sowohl für die Luftqualität als auch für Wetter und Klima möglich. (Tilo Arnhold)</p>



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<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=916.msg504096#msg504096" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Erde</a></li></ul>
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