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	<title>Progress-M 13M &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Progress-M 13M &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Eine letzte Aufgabe für Progress-M 13M</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/eine-letzte-aufgabe-fuer-progress-m-13m/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 18:20:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach 82 Tagen geht die Zeit des russischen Progress-Versorgers an der ISS zu Ende. Ein Beitrag von Ralf Möllenbeck. Quelle: NASA, Raumfahrer.net, Roskosmos, SFN. Progress-M 13M erreichte am 2. November 2011 die Internationale Raumstation. Dieser Flug wurde weltweit mit Spannung verfolgt, handelte es sich doch um den ersten unbemannten Flug zur ISS nach dem Verlust [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Nach 82 Tagen geht die Zeit des russischen Progress-Versorgers an der ISS zu Ende.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralf Möllenbeck</a>. Quelle: NASA, Raumfahrer.net, Roskosmos, SFN.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24012012192037_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24012012192037_small_1.gif" alt="NASA-TV" width="260"/></a><figcaption>
Progress-M 13M legt mit geöffneter Luke ab 
<br>
(Bild: NASA-TV)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Progress-M 13M erreichte am 2. November 2011 die Internationale Raumstation. Dieser Flug wurde weltweit mit Spannung verfolgt, handelte es sich doch um den ersten unbemannten Flug zur ISS nach dem Verlust von Progress-M 12M. An Bord befanden sich 2.648 Kilogramm Fracht in fester und flüssiger Form. Als Sonderfracht war diesmal der Mikrosatellit Tschibis-M (zu deutsch Kiebitz) geladen. Er wiegt ca. 40 kg, ist rund 1.100 x 1.350 x 1.805 mm groß und soll der Erforschung der Erdatmosphäre dienen. Während seiner Kopplungszeit an der ISS wurde der Frachter entladen und nun mit unbrauchbarer Ausrüstung und Müll beladen. Gestern Nacht um 23:07 Uhr MEZ erfolgte 390 Kilometer über der russisch-chinesischen Grenze das Kommando zum Ablegen und drei Minuten später löste sich der Transporter vom Kopplungs- und Schleusenmodul Pirs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit geöffneter Luke entfernte sich das Raumschiff langsam von der Station. In dem offenen Durchstieg befindet sich die von der ISS-Besatzung eingebaute Ausstoßvorrichtung mit dem Mikrosatelliten Tschibis-M. In den heutigen Morgenstunden vergrößerten zwei Zündungen der Frachtertriebwerke die mittlere Umlaufbahn um 100 Kilometer Höhe. In dieser Flughöhe, rund 500 Kilometer über der Erde und 11.500 Kilometer hinter der ISS, soll morgen früh um 0:19 Uhr unserer Zeit Tschibis-M ausgestoßen werden und sich selbsttätig entfalten. Der nun beginnende eigenständige Flug wird rund vier Jahre dauern und hat zum Ziel, Plasmawellen in der Ionosphäre und die physischen Prozesse bei Gewitterentladungen in den verschiedensten Wellenbereichen zu erforschen. Entwickelt und hergestellt wurde Tschibis-M vom Institut für Weltraumforschungen der Russischen Akademie der Wissenschaften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rund drei Stunden später, am 25. Januar um 03:25 Uhr MEZ, ist die Aufgabe von Progress-M 13M endgültig erfüllt. Seine Triebwerke werden mit einer 3 Minuten und 56 Sekunden dauernden Zündung die Geschwindigkeit um 450 Kilometer pro Stunde absenken und so den kontrollierten Wiedereintritt in die Erdatmosphäre einleiten. Die oberen Luftschichten treffen das Raumschiff gegen 04:04 Uhr, die zerstörerische Auflösung erfolgt gegen 04:11 Uhr und die nicht verglühten Teile gehen 04:17 Uhr unserer Zeit planmäßig über dem südlichen Pazifik nieder. Damit ist der Weg frei für dem nächsten ISS-Versorger, Progress-M 14M, welcher am 26. Januar um 00:06 Uhr MEZ vom Weltraumbahnhof Baikonur mit 2,7 Tonnen Fracht in Richtung ISS starten soll. Er wird dort am 28. Januar erwartet. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/iss-versorgung-wieder-angelaufen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">ISS-Versorgung wieder angelaufen</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/progress-raumschiff-erreicht-die-iss/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Progress-Raumschiff erreicht die ISS</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10215.0" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfrachter *Progress M-13M* </a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Arbeitsstress im All</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/arbeitsstress-im-all/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 17:38:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Besatzungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Tagesplan der Langzeitbesatzung 30 findet man in jeder Woche, für jedes Besatzungsmitglied eine detailliert geplante Arbeitsanweisung, welche von der ISS-Crew absolviert werden muss. Lediglich in den Abendstunden, an Feiertagen und am Wochenende gibt es etwas Freizeit, um sich zu erholen. In den letzten beiden Wochen stand ein besonders anspruchsvolles Programm auf dem Plan. (Newsbild: [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Im Tagesplan der Langzeitbesatzung 30 findet man in jeder Woche, für jedes Besatzungsmitglied eine detailliert geplante Arbeitsanweisung, welche von der ISS-Crew absolviert werden muss. Lediglich in den Abendstunden, an Feiertagen und am Wochenende gibt es etwas Freizeit, um sich zu erholen. In den letzten beiden Wochen stand ein besonders anspruchsvolles Programm auf dem Plan. (Newsbild: Oleg Kononjenko mit einem Blitzlicht im Swesda-Modul.)</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Ralf Möllenbeck. Quelle: NASA, Raumfahrer.net, Roskosmos. Vertont von Peter Rittinger.</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2012-01-23-82156.mp3"></audio></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20012012183858_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20012012183858_small_1.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Anatoli Iwanischin beim Training am Fahrradergometer CEVIS in Destiny 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die vorangegangene Woche startete mit einem freien Tag, die Besatzung hatte anlässlich des russischen Weihnachtsfestes am 7. Januar ein verlängertes Wochenende. Trotzdem musste sie auch in dieser Zeit ihr tägliches zweistündiges Trainingsprogramm mit den fünf in der Station vorhandenen Übungsgeräten absolvieren. Dieses ist nötig, um dem Muskelabbau durch die fehlende Gravitation während einer Langzeitmission entgegenzuwirken. Die Übungseinheiten auf dem Universal-Trainingsgerät ARED (Advanced Resistive Exercise Device) wurden diesmal aufgezeichnet und zur Bewertung an die Fachleute am Boden gesendet. Die russischen Besatzungsmitglieder arbeiteten an einer weiteren TV-Aufzeichnung für das Fernsehprojekt Nauka 2.0 (Wissenschaft 2.0, sprich: na-ú-ka) und sendeten sie zur Bodenstation. Diesmal lag der Schwerpunkt im Bereich Raummedizin, speziell auf die russische Ausrüstung ausgerichtet. André Kuipers hatte einen besonderen TV-Event, er sprach per Video-Verbindung mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte und einigen Studenten von der Technischen Universität in Delft. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im weiteren Wochenverlauf erhielt Donald Pettit von der Bodenstation die Aufgabe, einen im letzten Jahr montierten SPDA-Schalter (Secondary Power Distribution Assembly) zu entfernen. Dieser wäre nötig gewesen, wenn es in Bezug auf ein Startverbot für die Sojus-Raketen im letzten Jahr zu einem unbemannten Betrieb der ISS gekommen wäre. Ebenso führte er die jährliche Wartung der Sanitär- und Hygieneeinheit WHC (Waste &amp; Hygiene Compartment) im Tranquility-Knoten aus. Die Arbeiten umfassten das Tauschen von Rohrleitungen und hydraulischen Komponenten. Oleg Kononjenko entfernte zu dieser Zeit eine Speichereinheit des BITS2-12-Telemetriesystems von Sojus-TMA 03M und ersetzte sie durch ein neues Bauteil. Später reinigte und spülte er die Lufttankeinheit 2 von Progress-M 13M mit Stickstoff, vorbereitend auf dessen Abkopplung am 23. Januar. André Kuipers arbeitet im Columbus-Labormodul an dem Experiment FOAM (Schaum-Stabilität), welches durch Studenten am Boden begleitet wird. Das Projekt zielt auf die Erforschung von wässrigem und nicht-wässrigem Schaum in der Schwerelosigkeit. Das Verhalten von Schaum im All und auf der Erde ist sehr verschieden, weil der Prozess der Drainage im Raum fehlt. Es wurden hierzu Fotos und Videos angefertigt. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20012012183858_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20012012183858_small_2.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Dan Burbank bereitet die MSG für SODI-Colloid vor  
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Kommandant Dan Burbank unterstütze die Bodenmannschaft bei der automatisierten Durchführung des SODI-Colloid-Experiments im Columbus-Labormodul. Hier half er bei der Einrichtung einer neuen Forschungsreihe in der MSG (Microgravity Science Glovebox). SODI-Colloid ist Teil der dreifachen ESA-Experiment-Reihe, die die Bewegung von kolloiden Partikeln in Flüssigkeiten, Diffusionsmessungen in Erdölreservoiren und der Studie von Wachstum und Eigenschaften von fortgeschrittenen photonischen Materialien innerhalb gallertartigen Lösungen erforscht. Weiterhin führte die ISS Besatzung zum Ende der vorangegangen Woche verschiedenste Arbeiten durch. So reinigten sie die Kühlleitungen der US-Raumanzüge, arbeiteten weiter am WHC, führten Ultraschallmessungen am eigenen Körper durch, sprachen über NASA-TV mit Stephanie Abrams vom Weather Channel in Atlanta und luden die Satelliten-Telefone in den Sojus-Raumschiffen auf. Am Freitag den 13. Januar musste die ISS eine ungeplante Bahnanhebung zur Kollisionsvermeidung mit Weltraumschrott ausführen (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/13-ausweichmanoever-erfolgt-am-13-januar/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu Beginn dieser Woche, der Woche 9 für die Langzeitbesatzung 30, bereiteten Dan Burbank und Donald Pettit eine weitere Versuchsreihe mit SPHERES im Kibo-Labormodul vor. Dabei geht es um eine Studie mit drei kopfgroßen Experimental-Satelliten, um Techniken zu erproben, die zur Verbesserung bei automatischen Anlegemanövern, Satellitenreparaturen, dem Zusammenbau von Raumfahrzeugen und Notfallreparaturen geeignet sind. Diesmal wurden die Satelliten jedoch so konfiguriert, dass sie von Studenten des Massachusetts Institute of Technology im Rahmen eines Wettbewerbes am nächsten Montag ferngesteuert werden können. In Vorbereitung auf die kommenden An- und Abflüge russischer Frachtraumschiffe, testeten Anton Schkaplerow und Oleg Kononjenko das TORU-Kontrollsystem, welches eine manuelle Steuerung im Notfall ermöglicht. Etwas später machten sie sich mit den Tätigkeiten vertraut, welche nötig werden, um den Mikrosatellit Tschibis-M durch Progress-M 13M nach der Abkopplung auszusetzen. Dies bedingt ein Ablegen mit geöffneter Luke, welche befestigt werden muss. Zusätzlich muss eine Steckerverbindung zum Auslösen der Ausstoßvorrichtung in einer Flughöhe von rund 500 Kilometern hergestellt werden. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20012012183858_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20012012183858_small_3.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
André Kuipers in Cupola bei der Erdbeobachtung 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser Woche hatte die ISS-Besatzung erneut die Gelegenheit zur Erdbeobachtung. So wurden zum Beispiel Fotos und Filme von Vientiane der Hauptstadt von Laos, dem Lake Eyre in Südaustralien und Panama City aufgenommen. Zur Mitte der Woche wurde die turnusmäßige Feuerlöschübung in Zusammenarbeit mit allen Bodenstationen durchgeführt. Diese Übung muss jede Besatzung immer wieder trainieren, um im Falle eines Brandes oder einer Rauchentwicklung schnell reagieren zu können. Ein Feuer, entstehender Rauch oder das Freiwerden von schädlichen Gasen gehört in der Raumstation mit zu den gefährlichsten Szenarien, die im schlimmsten Fall eine Evakuierung der Station erfordern würden. Donald Pettit hatte später die Aufgabe, den Merlin-1-Gefrierschrank wieder in Betrieb zunehmen. Dafür installierte er zwei Antikondensationsbeutel in dem Schrank und lagerte dann Nahrungsmittel und Getränke von Merlin 2 nach Merlin 1 um. Der nun leere Gefrierschrank Merlin 2 wurde einem 24stündigem Trocknungsprozess unterzogen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am gestrigen Tag fanden einige vom Boden gesteuerte Robotik-Aktivitäten an der Außenseite der ISS statt. Vorbereitend auf die geplanten Arbeiten mit dem Stationsmanipulator Canadarm2, gemeinsam mit der kanadischen „Roboterhand“ Dextre, wurde der Mobile Transporter auf der Gitterstruktur zur Backbord-Arbeitsseite gefahren. Anschließend wurden einige Experimente mit der Bezeichnung STP-H3 (Space Test Program-Houston 3) am P3-Gitterelement, welche während der Space-Shuttle-Mission STS 134 installiert wurden, mit Dextre überprüft. Nach erfolgreichem Abschluss der Arbeiten ist Dextre an dem Mobilen Befestigungssystem MBS installiert worden, der Stationsarm befindet sich wieder an der Halterung des Harmony-Knotens. Anton Schkaplerow und Oleg Kononjenko installierten den 40 Kilogramm schweren Mikrosatelliten Tschibis-M in seiner Ausstoßvorrichtung im offenen Luk von Progress-M 13M. Im Anschluss daran wurde die innere Luke des Kopplungs- und Schleusenmoduls Pirs geschlossen und den entsprechenden Dichtigkeitsprüfungen unterzogen. Der Raumfrachter ist nun bereit zum Abkoppeln. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mittlere Bahnhöhe der ISS am 18.01.2012: 391,2 km bei einem Höhenverlust von rund 57 Metern in den letzten 24 Stunden </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zukünftige Ereignisse: </strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li>23. Januar, Progress-M 13M verlässt die ISS</li><li>28. Januar, Progress-M 14M erreicht die ISS</li><li>14. Februar, 30. russischer Außeneinsatz (Kononenko, Schkaplerow)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/die-iss-im-neuen-jahr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Die ISS im neuen Jahr</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/13-ausweichmanoever-erfolgt-am-13-januar/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">13. Ausweichmanöver erfolgt am 13. Januar</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10209.msg212531#msg212531" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">**ISS** Expedition 30 seit dem 10. Januar</a></li></ul>
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		<title>Die ISS im neuen Jahr</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/die-iss-im-neuen-jahr/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Jan 2012 16:11:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Besatzungen]]></category>
		<category><![CDATA[Flüge zur ISS]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In dieser Woche führte die Besatzung wieder vielfältige Aufgaben durch. So erfolgten eine größere Aufrüstung der Stationscomputer mit der Bezeichnung EPIC (Enhanced Processor and Integrated Communications), diverse Forschungs- und Wartungstätigkeiten und heute wurde das russische Weihnachtsfest begangen. (Newsbild: Dan Burbank spielt in seiner Freizeit Gitarre.) Ein Beitrag von Ralf Möllenbeck. Quelle: NASA, Raumfahrer.net. Am Neujahreswochenende [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/die-iss-im-neuen-jahr/" data-wpel-link="internal">Die ISS im neuen Jahr</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">In dieser Woche führte die Besatzung wieder vielfältige Aufgaben durch. So erfolgten eine größere Aufrüstung der Stationscomputer mit der Bezeichnung EPIC (Enhanced Processor and Integrated Communications), diverse Forschungs- und Wartungstätigkeiten und heute wurde das russische Weihnachtsfest begangen. (Newsbild: Dan Burbank spielt in seiner Freizeit Gitarre.)</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Ralf Möllenbeck. Quelle: NASA, Raumfahrer.net.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/07012012171127_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/07012012171127_small_1.jpg" alt="NASA-TV" width="260"/></a><figcaption>
Die ISS-Crew sendet Neujahrsgrüße zur Erde. 
<br>
(Bild: NASA-TV)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am Neujahreswochenende konnte die Besatzung etwas Freizeit genießen. Sie nahm sich daher Zeit, um Grüße zum Neuen Jahr zur Erde zu senden. An Bord der Station überquerten die sechs Raumfahrer gleich 16 mal die Datumsgrenze, offiziell wurde der erste Tag im Jahr 2012 aber nur dreimal begrüßt. Der Jahreswechsel ist nach den Ortszeiten von Moskau, Houston und der mittleren Greenwich-Zeit (GMT) vollzogen worden, so die Festlegung der Verantwortlichen am Boden. Etliche Höhepunkte stehen 2012 auf dem ISS-Kalender, so werden 7 reguläre Versorgungsraumschiffe und 4 bemannte Zubringer die Station anfliegen. Weiterhin sind zwei russische und ein amerikanischer Außenbordeinsatz geplant. Die beiden neuen US-Versorger Dragon und Cygnus sollen die ISS in diesem Jahr erstmals ansteuern. Wann diese Versorgungsflüge stattfinden werden, ist zur Zeit noch offen. Lediglich der Termin zum Testflug C 2/3 der Dragon-Kapsel scheint sicher. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Neujahrestag nahm Oleg Kononjenko an einem TV-Event zum 100. Jahrestag der Gründung des Durow-Theaters in Moskau teil. Wladimir Durow war ein bedeutender Tiertrainer und prägte das russischer Zirkuswesen. Am Montag absolvierte André Kuipers seine fünfte und letzte Untersuchung für das Experiment Pro-K, dass den Einfluss der Ernährung auf Knochenabbau in der Schwerelosigkeit untersucht. Dazu wird er protokollieren, welche Nahrungsmittel er zu sich nimmt und dabei Urin- und Blutproben nehmen, die im MELFI-Gefrierschrank aufbewahrt werden. Als weiterer Proband hatte Donald Pettit seine vierten Sitzung zum oben genannten Experiment. Anton Schkaplerow befasste sich im russischen Stationsteil mit dem Erdbeobachtungs-Programm URAGAN (Hurrikan). Es werden damit die Auswirkungen von natürlichen oder vom Menschen verursachten Katastrophen beobachtet und bewertet. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/07012012171127_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/07012012171127_small_2.jpg" alt="NASA-TV" width="260"/></a><figcaption>
Kommandant Dan Burbank wechselt eine Platine. 
<br>
</figcaption></figure></div>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/07012012171127_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/07012012171127_small_3.jpg" alt="NASA-TV" width="260"/></a><figcaption>
Oleg Kononjenko betreute Plasma-Kristall 3 Plus. 
<br>
(Bilder: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am Dienstag beschäftigte sich Dan Burbank erneut mit den bereits eine Woche andauernden EPIC-Arbeiten zur Aufwertung der Stationsrechner. Dabei sollen schnellere Prozessoren, mehr Speicherkapazität und ein Ethernet-Anschluss zur verbesserten Datenausgabe zum Einsatz kommen. Hier wurde diesmal eine neue EPIC-Platine im Leit- und Steuerungssystem 2 Multiplexer/De-Multiplexer installiert. Im europäischen Columbus-Labormodul führte André Kuipers seine erste Sitzung des ESA-Experiments NeuroSpat mit der Unterstützung von Donald Pettit als medizinischem Offizier durch. Bei dieser ungarisch-belgischen Studie wird die dreidimensionale Wahrnehmung von Besatzungsmitgliedern während ihrer Langzeitmissionen in der Schwerelosigkeit untersucht. Die Testperson trägt dabei eine EEG-Kappe zur Messung der Gehirnströme und führt mehrere Aufgaben zur räumlichen Orientierung an einem Bildschirm aus. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Anton Schkaplerow betätigte sich in der Zwischenzeit als Müllsammler, er verbrachte Abfall und nicht mehr genutzte Ausrüstung zum Transportschiff Progress-M 13M, welches die Station noch in diesem Monat verlassen soll. Anschließend erledigte er noch die wöchentliche Dichtigkeitsprüfung des russischen SOTR Thermalregelsystems und eine Auffrischung der Stationsluft aus den Tanks von Progress-M 13M. Am Tag darauf befassten sich die russischen Raumfahrer mit der Wartung und Experimenten in ihrem Stationsteil. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Anton Schkaplerow und Anatoli Iwanischin führten die regelmäßige Reinigung des Lüftungssystems im Sarja-Modul durch und wechselten zusätzlich Staub-Filterpatronen. Das russisch-deutsche Experiment Plasma-Kristall 3 Plus betreute Oleg Kononjenko im Poisk-Modul, womit elektrisch aufgeladene Staubteilchen in der Raumumgebung erforscht werden. Zum Einsatz kam auch das russische Verfahren BAR, welches Lecks im russischen Segment aufspüren soll. Geprüft werden hier Temperatur, Feuchtigkeit und Luftmengenstrom per Videoendoskop mit dazugehörigen Sensoren, um eine mögliche Mikrozerstörung (Korrosion) an der Außenhaut aufzuspüren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Destiny-Labormodul führte Dan Burbank weitere Arbeiten an der CUCU (COTS UHF Communications Unit) für den Dragon-Flug im Februar durch. Es erfolgte eine Aktualisierung der Software des CCP (Crew Command Panel) auf die Version 3.2, um diese an die verbesserte Performance der Stationsrechner anzupassen. Am Donnerstag nahm André Kuipers als Proband an der Studie Integrated-Cardiovascular teil. Bei ICV, einer Herzkreislaufuntersuchung über einen längeren Zeitraum, werden Veränderungen am Herzmuskel gemessen. Eine Schrumpfung des Muskels wurde häufig bei Langzeitmissionen beobachtet, da das Blut nicht mehr gegen die Schwerkraft transportiert werden muss. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/07012012171127_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/07012012171127_small_4.gif" alt="NASA-TV" width="260"/></a><figcaption>
Dan Burbank prüft das CCP. 
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(Bild: NASA-TV)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am gleich Tag hatte er die Aufgabe eine Bewertung der Wasservorräte des Orbitalkomplexes durchzuführen. Diese zweiwöchentliche Bestandsaufnahme ergab: eine Veränderung bei technischem Silberwasser 5 CWC (Contingency Water Container) mit 179,5 Litern für die Elektron-Elektrolyse (alle Wautersia-Bakterien enthaltend), Kondensatwasser 3 CWC mit 19,1 Litern, ionisiertes Wasser mehrere CWC mit 186,4 Litern (davon zwei unbrauchbar), eine Schmutzwassertasche mit 6,4 Litern aus den US-Raumanzügen und ein CWC mit 20,2 Litern Spezialflüssigkeit. Andere CWC sind hinter den Racks verstaut und werden zurzeit wegen des unveränderlichen Inhalts nicht verfolgt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Freitag konnte Dan Burbank den ersten Teil der EPIC-Aufrüstung abschließen. Die damit erreichte Verbesserung der Computerperformance ermöglicht eine optimalere Nutzung der Forschungseinrichtungen der ISS. Die Flugleitung gratulierte der Mannschaft zu den erfolgreichen Arbeiten der ersten Stufe, welche die Bordrechner auf das gleiche Niveau wie am Boden heben. André Kuipers unternahm am gleichen Tag Operationen zum NanoRacks-Smartphone-Module-17-Experiment. Er bereitete Equipment vor, um an zwei Smartphones Bild- und Lebenszyklustests unter der Strahlenbelastung im All durchzuführen. Diese handelsüblichen Telefone enthalten eine spezielle Applikation und wurden auch für den Raumflug zertifiziert. Die Ergebnisse könnten Wissenschaftstätigkeiten verbessern und die Mannschaftsproduktivität erhöhen. NanoRacks ist eine 2009 gegründete kommerzielle Firma, welche Forschungskapazitäten in Form von zwei Experimental-Plattformen im US-Labor Destiny zur Verfügung stellt und vermarktet. Am heutigen Tag begingen die russischen Besatzungsmitglieder ihr traditionelles Weihnachtsfest und konnten endlich ihre Geschenke bestaunen. Um diese Feierlichkeit gemeinsam begehen zu können, hatte die Besatzung der ISS etwas mehr Freizeit zur Verfügung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mittlere Bahnhöhe der ISS am 06.01.2012:390,6 km bei einem Höhenverlust von rund 95 Metern in den letzten 24 Stunden </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zukünftige Ereignisse: </strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li>18. Januar, Bahnanhebung durch die Triebwerke von Swesda</li><li>25. Januar, Progress-M 13M verlässt die ISS</li><li>28. Januar, Progress-M 14M erreicht die ISS</li><li>10. Februar, Dragon-Kapsel erreicht die ISS</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/iss-besatzung-wieder-vollstaendig/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">ISS-Besatzung wieder vollständig</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/orbital-bereitet-diesjaehrigen-cygnus-flug-zur-iss-vor/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Orbital bereitet diesjährigen Cygnus-Flug zur ISS vor</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10209.msg211617#msg211617" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">**ISS** Expedition 30 seit dem 02. Januar</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>ISS-Besatzung wartet auf Ablösung</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/iss-besatzung-wartet-auf-abloesung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Nov 2011 20:33:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Kibo]]></category>
		<category><![CDATA[Pirs]]></category>
		<category><![CDATA[Progress-M 13M]]></category>
		<category><![CDATA[Roboter]]></category>
		<category><![CDATA[Rückkehrkapsel]]></category>
		<category><![CDATA[TORU]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den letzten beiden Wochen absolvierte die Crew ein großes Pensum an Arbeit. Ein russischer Transporter koppelte an, der Robonaut-2-Test musste abgebrochen werden und die Vorbereitungen auf die Rückkehr zur Erde wurden intensiviert. (Newsbild: Satoshi Furukawa genießt frisch eingetroffenes Obst) Ein Beitrag von Ralf Möllenbeck. Quelle: NASA, Raumfahrer.net. Zum Beginn der vorangegangenen Woche beschäftigte sich [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">In den letzten beiden Wochen absolvierte die Crew ein großes Pensum an Arbeit. Ein russischer Transporter koppelte an, der Robonaut-2-Test musste abgebrochen werden und die Vorbereitungen auf die Rückkehr zur Erde wurden intensiviert. (Newsbild: Satoshi Furukawa genießt frisch eingetroffenes Obst)</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Ralf Möllenbeck. Quelle: NASA, Raumfahrer.net.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/10112011213334_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/10112011213334_small_1.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Die TOCA-Hardware im Destiny-Labormodul 
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(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Beginn der vorangegangenen Woche beschäftigte sich Mike Fossum mit dem Experiment SpaceDRUMS (Space Dynamically Responding Ultrasonic Matrix System) im Kibo-Labormodul. Die im Express-Rack 5 befindliche Apparatur dient der Materialerforschung, tennisballgroße feste oder flüssige Proben werden von 20 Schallemittern bei der Verbrennung und der hitzebasierten Synthese bearbeitet. Die hier untersuchten keramischen, polymeren und kolloiden Proben sollen der Entwicklung von zukunftsweisenden Werkstoffen auf der Erde dienen. Am gleichen Tag entnahm Satoshi Furukawa einige Proben aus dem Trinkwassersystem der ISS und analysierte diese mit dem TOCA-Hardware-Kit. Mit TOCA (Total Organic Carbon Analyzer), einem Gerät zur Prüfung der Reinheit des Wassers der Wasser-Recycling-Anlage (WPA) im amerikanischen Stationsteil, wird regelmäßig die Nutzbarkeit des erzeugten Trinkwassers bestätigt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sergej Wolkow kontrollierte in diesem Zeitraum den Abschluss der automatischen Aktualisierung des Antivirusprogramms der russischen Stationslaptops. Seit der SSCV4-Softwareaktualisierung im August muss diese nicht mehr manuell durchgeführt werden. Am Anschluss daran begann er, mit Satoshi Furukawa, die Prozeduren zur Kontrolle des Anfluges von Progress-M 13M zu trainieren. Zum Einsatz kommt hier das russischen System TORU, dass es der Besatzung ermöglicht, den Anflug von Progress-Raumschiffen zu verfolgen und bei Problemen mit dessen automatischem KURS-Annäherungssystem per Handsteuerung anzudocken. Im Laufe des Tages installierten beide noch eine Videokamera, die den Anflug und die Kopplung am Kopplungs- und Schleusenmodul Pirs aufzeichnen soll. Am 2. November erreichte das unbemannte Raumschiff die ISS und koppelte erfolgreich (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/progress-raumschiff-erreicht-die-iss/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">RN berichtete</a>). </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/10112011213334_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/10112011213334_small_2.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Mike Fossum und R2 
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(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Ankoppeln begann die Besatzung den Raumtransporter in die ISS-Struktur einzubinden. Es wurden Temperatursensoren eingebaut, Heiz- und Lüftungsschläuche verlegt und der Docking-Konus zwecks besserer Zugänglichkeit ausgebaut. Sergej Wolkow startete am nächsten Tag bereits mit dem Entladevorgang von 1.166 gelisteten Frachtartikeln, darunter 404 Positionen US-Equipment. Zum Ende der letzten Woche stand ein weiterer Test von Robonaut, einem menschenähnlichen Roboter, in Kurzform auch R2 genannt, auf dem Plan. Nach erfolgtem Aufbau des Testobjektes wurden verschiedenste Bewegungen zur Feinabstimmung der Sensoren von Hals und Handgelenken durchgeführt. Bei einem geplanten Handshake mit Mike Fossum kam es zu einer ungewollten Abschaltung der Operationen. Der Betrieb auf der Erde unter Schwerkraftbedingungen unterscheidet sich erheblich von dem im All. Nicht nur das Thermal-Management ist anders, auch die Bewegungen müssen anders programmiert und abgebremst werden, erläuterte ein Roboter-Operator von der NASA. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Um ihre Rückkehr zur Erde am 22. November vorzubereiten, verstauten Anfang dieser Woche Sergej Wolkow und Satoshi Furukawa Frachtgegenstände für den Rücktransport zur Erde in Sojus-TMA 02M. Im Anschluss daran führten beide ein zweistündiges Rückkehrtraining im Landemodul der Sojus durch. Unterstützt von der Bodenkontrolle wurden je Besatzungsmitglied drei Läufe durchgeführt. Gemeinsam mit Mike Fossum fand eine Sitzprobe in den Kazbek-UM-Schalensitzen des Landemoduls statt. Diese ist nötig, um die Spezialsitze, welche den Stoß bei der Landung abfedern, richtig einzustellen. Raumfahrer können bei einem Langzeitaufenthalt im All an Masse verlieren und werden in der Regel durch die fehlende Schwerkraft einige Zentimeter größer. Parallel zu diesen Aktivitäten begannen die Treibstofftransfers von dem Progress-Transporter zur ISS. Nacheinander wurden Treibstoff (UDMH/Unsymmetrical Dimethylhydrazine) zum BG-1 Tank und Oxidator (NTO/Dinitrogen Tetroxide) in den BO-1-Tank des Sarja-Moduls geleitet. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/10112011213334_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/10112011213334_small_3.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Satoshi Furukawa in Cupola bei der Erdbeobachtung 
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(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in dieser Woche hatte die Langzeitbesatzung 29 wieder Gelegenheit zur Erdbeobachtung. Ziele der Fotografie am Dienstag waren das Wolga- und Ural-Delta am Kaspischen Meer, die moldawische Hauptstadt Chișinău, die Entstehung eines subtropischen Sturmes im westlichen Nordatlantik und der Middlesboro Krater im US-Bundesstaat Kentucky. Sergej Wolkow führte seinen fünften MBI-24-Test „SPRUT-2“ durch. Dabei geht es um die Erforschung des Verhaltens von Körperflüssigkeiten bei dem Aufenthalt in der Schwerelosigkeit und der Vergleich mit den Werten vor dem Flug. Des Weiteren führte er eine Telefonkonferenz mit den russischen Mitgliedern der Langzeitbesatzung 30, Anton Schkaplerow und Anatoli Iwanischin, durch. Hier besprach er die Übergabeaktivitäten zum russischen Stationssegment, da diesmal die gemeinsame Übergabezeit an Bord der ISS nur fünf Tage beträgt. Zusammen mit US-Astronaut Daniel Burbank sollen beide Kosmonauten den Orbitalkomplex am 16. November mit Sojus-TMA 22 erreichen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Ende dieser Woche fanden weitere Rückkehrvorbereitungen statt. So wurden einige kleinere Elemente eines US-Raumanzuges und Wasserproben des Wasserwiederaufbereitungssystems in der Sojus verstaut. Sergej Wolkow führte seine zweite Sitzung mit der Tschibis-Anzughose vorbereitend auf die Rückkehr zur Erde durch. Hier wirkt ein Unterdruck auf den unteren Teil des Körpers, um bei den Beinmuskeln die Wirkung der Schwerkraft zu simulieren. Die Prozedur besteht daraus, zuerst 150-200 Milliliter Wasser oder Saft zu trinken, die Erzeugung eines Unterdrucks am Bein durch die Hose in fünfminütigen Steps (-20,-25,-30, und -35 mm Hg) und der Benutzung des TVIS Laufbandes mit 10-12 Schritten pro Minute. In seiner Funktion als medizinischer Offizier überwachte Satoshi Furukawa den einstündigen Vorgang. Am morgigen Tag finden auf US-Seite nur eingeschränkte Aktivitäten statt, da der Gedenktag <i>Veterans Day</i> zu Ehren der Kriegsveteranen aus allen Kriegen begangen wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mittlere Bahnhöhe der ISS am 10.11.2011: 387,8 km bei einem Höhenverlust von rund 203 Metern in den letzten 24 Stunden </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zukünftige Ereignisse: </strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li>16. November, Sojus-TMA 22 erreicht die ISS</li><li>18. November, Bahnanhebung durch die Triebwerke von Swesda</li><li>21. November, Sojus-TMA 02M verlässt die ISS</li><li>01. Dezember, Bahnanhebung durch die Triebwerke von Swesda</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10070.msg204624#msg204624" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">**ISS** Expedition 29 seit dem 01. November</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Expedition 30</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/expedition-30/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Nov 2011 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Besatzungen]]></category>
		<category><![CDATA[Flüge zur ISS]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumstationen]]></category>
		<category><![CDATA[Versorgungsfahrzeuge]]></category>
		<category><![CDATA[Progress-M 13M]]></category>
		<category><![CDATA[Progress-M 14M]]></category>
		<category><![CDATA[Robonaut]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mission der ISS-Expedition 30 Die dreiköpfige Besatzung der ISS startete ihre erste vollständige Woche mit verschiedensten Tätigkeiten. Ihre ersten Tage im All nach der Abreise von Sojus-TMA 02M am 22. November 2011 verliefen weitestgehend ruhig. Lediglich eine drohende, dann aber abgesagte Notevakuierung der Station sorgte für Aufregung. Grund dafür war ein Trümmerteil des chinesischen Wettersatelliten [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Mission der ISS-Expedition 30</h4>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="254" height="257" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/image-6.png" alt="" class="wp-image-79481" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/image-6.png 254w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/image-6-100x100.png 100w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/image-6-120x120.png 120w" sizes="(max-width: 254px) 100vw, 254px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die dreiköpfige Besatzung der ISS startete ihre erste vollständige Woche mit verschiedensten Tätigkeiten. Ihre ersten Tage im All nach der Abreise von Sojus-TMA 02M am 22. November 2011 verliefen weitestgehend ruhig. Lediglich eine drohende, dann aber abgesagte Notevakuierung der Station sorgte für Aufregung. Grund dafür war ein Trümmerteil des chinesischen Wettersatelliten Fengyun 1C, welcher 2007 zerstört wurde. Es drohte in den 850 Meter-Schutzbereich der ISS zu gelangen. Weitere Bahnverfolgungsdaten des Weltraumschrotts ergaben allerdings eine Entwarnung, so dass die Besatzung auf das Besteigen ihres Sojus-Raumschiffes verzichten konnte. Sie genoss einen freien Tag, um sich von den anstrengenden Übergabeaktivitäten der letzten Tage zu erholen, beging den US-Feiertag Thanksgiving mit einem traditionellen Truthahn-Gericht und nur leichten Arbeitsaktivitäten. ISS-Kommandant Dan Burbank nutzte diesen Tag, um zu den Feierlichkeiten mit dem Sender CBS News zu sprechen. Zwei Wochen lang haben die drei Besatzungsmitglieder pro Tag eine Stunde persönliche Zeit, um sich an die Station und die Bedingungen im All zu gewöhnen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ec_30_crew_big-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ec_30_crew.jpg" alt="Besatzungsmitglieder"/></a><figcaption>v.l.: Anton Schkaplerow, Kommandant Daniel Burbank, Anatoli Iwanischin, André Kuipers, Oleg Kononjenko und Donald Pettit<br>Bilder: NASA</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Im Columbus-Modul bereitete Dan Burbank die Ultraschall-Hardware für sein erstes Integrated-Cardiovascular-Experiment vor. Bei ICV werden Veränderungen am Herzmuskel untersucht, eine Schrumpfung des Muskels tritt häufig bei Langzeitmissionen auf. Anatoli Iwanischin arbeitete währenddessen im Rasswjet-Modul. Dort tauschte er eine elektrische Pumpe des Thermalregelsystems. Anton Schkaplerow bereitete die BTKh-43-KONSTANTA-Nutzlast vor und führte hier eine erste Sitzung durch. Dort untersucht man mit dem Recomb-K Hybrid-Bioreaktor potenzielle Effekte der Raumumgebung auf Enzyme hinsichtlich eines spezifischen Substrats. Vorbereitend auf den Demonstrationsflug des neuen US-Versorgers, der Dragon-Kapsel von SpaceX, sammelte Dan Burbank Hardware der CUCU (COTS UHF Communications Unit) im Harmony-Modul. Für die Zusammenlegung der beiden Demo-Flüge 2+3 ist die Software des CUCU aktualisiert worden. Die anschließenden Prüfungen der Updates sollen sicherstellen, dass eine Kontrolle der Dragon-Kapsel mit dem Kontrollpaneel CCP (Crew Command Panel) von der ISS funktioniert, wenn das Raumschiff 2,5 Kilometer unterhalb der Raumstation fliegt. Die neue Software, Version R.2, wurde von einer DVD in die CUCU geladen, welche bereits mit STS 135 zur ISS kam. Ein Firmware-Update der zwei CCP&#8217;s wurde aus Zeitgründen verschoben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 1. Dezember 2011 erfolgte eine weitere Bahnanhebung mit den Antriebssystemen des Swesda-Moduls. Um 00:11 Uhr MEZ feuerten zwei KD-Triebwerke des ODU-Systems (Integrated Propulsion System) für 1 Minute und 3 Sekunden. Die dabei erreichte Änderung der Geschwindigkeit von plus einem Meter pro Sekunde steigerte die Höhe der mittleren ISS-Umlaufbahn um rund 1,75 Kilometer auf insgesamt 392,1 Kilometer. Vor der Triebwerkszündung wurden alle Schutzabdeckungen an den Fenstern des US-Segments geschlossen, um Verunreinigungen an diesen zu vermeiden. Auch der Experimentalschrank für Verbrennungsexperimente (CIR = Combustion Integrated Rack) im Destiny-Modul musste präpariert werden. Hier wurden drei Schutzmechanismen installiert, die das ARIS (Active Rack Isolation System) vor dynamischen Störungen bei der Triebwerkszündung schützen sollen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP30_PACE_01.jpg" alt="NASA"/><figcaption>Dan Burbank arbeitet am PACE-Experiment</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am gleichen Tag arbeitete Dan Burbank an der Technologiedemonstration PACE (Preliminary Advanced Colloids Experiment). Mit PACE werden Flüssigkeitsteilchen in der Schwerelosigkeit untersucht. Ebenso bereitete er einen neuen Aufbau in einem Handschuhkasten (Glovebox) vor. Im russischen Stationsteil war Anatoli Iwanischin mit dem Ausladen der 147 Frachstücke aus Sojus-TMA 22 beschäftigt. Dann arbeitete er mit dem Strahlenforschungsexperiment Matrjoschka-R. Hier sind in einem vielschichtigen Torso mehrere Lagen verschiedener Detektoren für Teilchen- und elektromagnetische Strahlung eingearbeitet. Anton Schkaplerow betreute das Experiment TEKh-22 “Identifikazija” (Identifikation) im Rasswjet-Modul. Dabei werden strukturelle Daten der Station durch einen Mikrobeschleunigungssensor bei Kopplungs- und Bahnmanövern erfasst und ausgewertet. Im Anschluss führte er Wartungsarbeiten am Ventilationssystem des Swesda-Moduls durch und entlud weitere Fracht aus dem gekoppelten Progress-Transporter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vorbereitend auf den Zusammenbau und die Aufstellung des Amin-Swingbed-Systems im Destiny-Laboratorium konfigurierte am 8. Dezember 2011 Dan Burbank Verbindungen des VES/VRS (Vacuum Exhaust System / Vacuum Resource System). Das Amine-Swingbed-System ist ein Prototyp der Kohlendioxid- und Feuchtigkeitskontrolltechnologie, die im Orion MPCV (Multi Purpose Crew Vehicle) zur Anwendung kommen soll. Orion ist das nächste bemannte US-Raumfahrzeug, dass Raumfahrer über die niedrige Erdumlaufbahn hinaus transportieren soll. Beim Aufbau der Komponenten wurden jedoch einige Probleme mit den Anschlüssen festgestellt, so dass die Geräte wieder verstaut wurden, bis die Techniker am Boden eine Lösung der Probleme erarbeitet haben. Eine Vorstufe des Systems kam bereits bei verlängerten Space-Shuttle-Missionen in Form des RCRS (Regenerative Carbon Dioxide Removal System) zum Einsatz. Am Tag darauf um 20:50 Uhr erfolgte die nächste planmäßige Bahnanhebung des Orbitalkomplexes. Die zwei KD-Triebwerke des ODU-Systems (Integriertes Antriebssystem) des Swesda-Moduls arbeiteten 82 Sekunden und erhöhten mit einem Δv = 1,33 m/s die mittlere Umlaufbahn um 2,36 Kilometer auf insgesamt 393,2 Kilometer.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP30_Coulomb_Kristall_01.jpg" alt="NASA"/><figcaption>Anton Schkaplerow arbeitet im Poisk-Modul an Coulomb-Kristall<br>(Bilder: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 13. Dezember 2011 arbeitete Anton Schkaplerow am KPT-10-Experiment “Kulonovskiy Kristall” (Coulomb-Kristall) im Miniforschungsmodul Poisk, welches Wissenschaftlern helfen soll, neue Materialien und Elektronikgeräte zu entwickeln. Dabei geht es um die Erforschung der Dynamik und der strukturellen Eigenschaften eines Coulomb-Systems, dass mit aufgeladenen Makropartikeln in einem Magnetfeld entsteht. Im Sarja-Modul absolvierte Anatoli Iwanischin wichtige Reinigungsaufgaben. Er säuberte die Räume hinter den Panelen 204, 205 und 303, um mögliche Schimmelpilzbildungen zu vermeiden. Eine Fotodokumentation dieser Bereiche erfolgte im Anschluss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 15. Dezember 2011 verbrachte Dan Burbank einen Teil seiner Zeit mit dem Trainer ROBoT (Robotics Onboard Trainer). Mit ROBoT werden Trainingseinheiten zur Steuerung des Stationsarms Canadarm2, hier in Vorbereitung auf die Kopplung der Dragon-Kapsel im nächsten Jahr, durchgeführt. Am gleichen Tag erfolgte eine mehrstündige Softwareaktualisierung der russischen Stationscomputer auf die Version 8.05. Dies erforderte die teilweise Abschaltung von Gerätschaften im russischen Segment. So waren das Steuerungssystem MCS (Motion Control System), der Sauerstoffgenerator Elektron und das Wosduch-Kohlendioxyd-Eliminierungssystem außer Funktion. Nach erfolgter Prüfung der Installation wurden alle Systeme in die Ausgangskonfiguration zurückversetzt. Am Tag darauf führte Dan Burbank im US-Teil der Station einige Tests an R2 (Robonaut 2) durch. R2 wurde dafür kurzzeitig aktiviert und nachfolgend wieder im Destiny-Modul verstaut. Weitere größere Aktivitäten mit dem menschenähnlichen Roboter sind nicht vor Januar 2012 geplant.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP30_SojusM03M_Docking.jpg" alt="NASA"/><figcaption>Sojus-TMA 03M nähert sich dem Rasswjet Modul</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Sojus-TMA 03M startete am 21. Dezember 2011 um 14:16 Uhr MEZ von Baikonur planmäßig zur ISS. An Bord ist die Verstärkung der derzeitigen Stammbesatzung 30, der ESA-Astronaut André Kuipers, der Russe Oleg Kononjenko und der Amerikaner Donald Pettit. Mit mehreren Bahnkorrekturmanövern näherte sich das Raumfahrzeug zwei Tage später der ISS, umkreiste sie kurz und setzte zum Endanflug mit nachfolgender Kopplung an. Diese erfolgte um 16:19 Uhr MEZ über dem südlichen Russland im automatischen Modus. Die feste Verbindung mit dem Orbitalkomplex konnte um 16:31 Uhr MEZ mit dem Schließen der Andockklammern zwischen den Raumfahrzeugen vollzogen werden. Die Dichtigkeitsprüfung an dem Kopplungsstutzen verlief erfolgreich und nach dem Öffnen der Luken schwebten die drei Neuankömmlinge in ihr neues Zuhause und wurden dort von der Stammbesatzung herzlich begrüßt. Sie werden von nun an die Langzeitbesatzung 30 komplettieren und rund drei Monate gemeinsam arbeiten und forschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">ISS-Kommandant Dan Burbank führte zuerst die vorgeschriebene Sicherheitsunterweisung mit den drei neu Angereisten durch, bevor alle sechs Raumfahrer gemeinsam mit der Bodenstation sprachen. Nach der Ankunft von Sojus-TMA 03M waren dafür einigen Arbeiten der Nachbereitung nötig. So hat die Besatzung die neu angekommene Sojus in die Systeme der Station eingebunden, es wurden Temperatursensoren eingebaut, Heiz- und Lüftungsschläuche verlegt. Das Ventil zum Druckausgleich zwischen Rasswjet und Sojus wurde in den elektronischen Kontrollmodus zurückgesetzt. Die drei Neuankömmlinge haben in den nächsten zwei Wochen pro Tag jeweils eine Stunde frei, um sich an die Station und die Bedingungen im All zu gewöhnen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP30_23_12_11.jpg" alt="NASA-TV"/><figcaption>Langzeitbesatzung 30 spricht mit der Bodenstation und Angehörigen<br>(Bilder: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">An den Weihnachtstagen hat Andrè Kuipers die Proben von ROALD-2 in ihren Experimentcontainern (ECs) aus dem Inkubator KUBIK-3 in Columbus entfernt und in der Gefriereinheit MELFI-1 in Destiny eingefroren. Ziel des ESA-Experiment ROALD-2 ist es, die Funktion der Endocannabinoide in der Schwerelosigkeit zu untersuchen. Endocanabiniode sind körpereigene Stoffe, die das Immunsystem und den Zellzyklus regulieren, ihr Hauptrepräsentant ist die ungesättigte Fettsäure Anandamid. ROALD-2 soll helfen, die Rolle dieses Botenstoffes im Immunsystem und im Zellzyklus unter Einfluss der Schwerelosigkeit näher zu bestimmen. Dazu werden menschliche Lymphozyten zunächst bei Körpertemperatur, also 37°C gehalten. Anschließend werden die Proben bei -80°C tiefgefroren. Am 28.12.2011 tauschte Andrè Kuipers das ESEM-1 (Exchangeable Standard Electronic Module 1) an der Microgravity Science Glovebox (MSG) aus. Das ESEM-1 ist Teil der Einheit, die die elektrische Energie innerhalb der MSG verteilt. Anschließend aktivierte Kuipers das Gerät. Die MSG ist ein Handschuhkasten, in dem verschiedene Experimente mit Flüssigkeiten oder anderen Stoffen, die nicht in die Stationsatmosphäre gelangen sollen, durchgeführt werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 29.12.2011 nahm Andrè Kuipers an drei medizinischen Experimenten teil. Im Rahmen des russischen Experiments MO-10 nahmen er und Oleg Kononjenko sich gegenseitig etwas Blut ab. Anschließend untersuchten sie es, um den Anteil der roten Blutkörperchen zu bestimmen. Es ist bekannt, dass diese in der Schwerelosigkeit abnimmt und dieser Effekt soll genauer untersucht werden. Auch begann Kuipers seine erste, fünftägige Messperiode für das Experiment Pro K, dass den Einfluss der Ernährung auf Knochenabbau in der Schwerelosigkeit untersucht. Dazu wird er protokollieren, welche Nahrungsmittel er zu sich nimmt und Urin- und Blutproben nehmen, die in den MELFI Gefrierschrank aufbewahrt werden. Später führte der Niederländer, unterstützt von Donald Pettit, noch seine erste Sitzung des ICV (Integrated Cardiovascular Experiment) durch. Dazu wurde seine Herztätigkeit von der Ultraschallanlage der HRF (Human Research Facility) der NASA im Columbus Modul und gleichzeitig per EKG aufgezeichnet.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP30_EPIC_Aufwertung.jpg" alt="NASA"/><figcaption>Kommandant Dan Burbank bei EPIC Arbeiten<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am Neujahreswochenende konnte die Besatzung etwas Freizeit genießen. Sie nahm sich daher Zeit, um Grüße zum Neuen Jahr zur Erde zu senden. An Bord der Station überquerten die sechs Raumfahrer gleich 16 mal die Datumsgrenze, offiziell wurde der erste Tag im Jahr 2012 aber nur dreimal begrüßt. Der Jahreswechsel ist nach den Ortszeiten von Moskau, Houston und der mittleren Greenwich-Zeit (GMT) vollzogen worden, so die Festlegung der Verantwortlichen am Boden. Am 3. Januar 2012 beschäftigte sich Dan Burbank erneut mit den bereits eine Woche andauernden EPIC-Arbeiten zur Aufwertung der Stationsrechner (EPIC=Enhanced Processor and Integrated Communications). Dabei sollen schnellere Prozessoren, mehr Speicherkapazität und ein Ethernet-Anschluss zur verbesserten Datenausgabe zum Einsatz kommen. Hier wurde diesmal eine neue EPIC-Platine im Leit- und Steuerungssystem 2 Multiplexer/De-Multiplexer installiert. Drei Tage später konnte Dan Burbank den ersten Teil der EPIC-Aufrüstung abschließen. Die damit erreichte Verbesserung der Computerperformance ermöglicht eine optimalere Nutzung der Forschungseinrichtungen der ISS. Die Flugleitung gratulierte der Mannschaft zu den erfolgreichen Arbeiten der ersten Stufe, welche die Bordrechner auf das gleiche Niveau wie am Boden heben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im europäischen Columbus-Labormodul führte André Kuipers am 4. Januar 2012 seine erste Sitzung des ESA-Experiments NeuroSpat mit der Unterstützung von Donald Pettit als medizinischem Offizier durch. Bei dieser ungarisch-belgischen Studie wird die dreidimensionale Wahrnehmung von Besatzungsmitgliedern während ihrer Langzeitmissionen in der Schwerelosigkeit untersucht. Die Testperson trägt dabei eine EEG-Kappe zur Messung der Gehirnströme und führt mehrere Aufgaben zur räumlichen Orientierung an einem Bildschirm aus.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP30_NeuroSpat01.jpg" alt="NASA-TV"/><figcaption>André Kuipers wird von Donald Pettit bei NeuroSpat<br>(Bild: NASA-TV)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">André Kuipers unternahm am 6. Januar 2012 Operationen zum NanoRacks-Smartphone-Module-17-Experiment. Er bereitete Equipment vor, um an zwei Smartphones Bild- und Lebenszyklustests unter der Strahlenbelastung im All durchzuführen. Diese handelsüblichen Telefone enthalten eine spezielle Applikation und wurden auch für den Raumflug zertifiziert. Die Ergebnisse könnten Wissenschaftstätigkeiten verbessern und die Mannschaftsproduktivität erhöhen. NanoRacks ist eine 2009 gegründete kommerzielle Firma, welche Forschungskapazitäten in Form von zwei Experimental-Plattformen im US-Labor Destiny zur Verfügung stellt und vermarktet. Am 7. Januar begingen die russischen Besatzungsmitglieder ihr traditionelles Weihnachtsfest und konnten endlich ihre Geschenke bestaunen. Um diese Feierlichkeit gemeinsam verleben zu können, hatte die Besatzung der ISS etwas mehr Freizeit zur Verfügung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 13. Januar 2012 informierte die Missionskontrolle alle sechs Raumfahrer an Bord der ISS über ein zehn Zentimeter großes Trümmerstück, welches die Bodenkontrolle zwingt, dass für den 18. Januar 2012 geplante Bahnanhebungsmanöver vorzuziehen. Seit einigen Tagen beobachteten die Bodenstationen das Trümmerstück, welches aus der Kollision des russischen Satelliten Kosmos 2.251 mit dem Iridium-33-Satelliten im Februar 2009 hervorgegangen ist und die Station in einer Entfernung von 1 bis 24 Kilometern passieren könnte. Man entschloss sich daher, ein DAM (Debris Avoidance Maneuver) genanntes Manöver durchzuführen. Während der Arbeitsperiode der sechs Crew-Mitglieder wurden die zwei KD-Triebwerke des ODU-Systems (Integriertes Antriebssystem) des Swesda-Moduls um 17:10 Uhr MEZ für 54 Sekunden gezündet. Das Delta-v betrug dabei 0,85 Meter pro Sekunde, wobei sich die mittlere Umlaufbahn des Orbitalkomplexes um 1,5 Kilometer auf 391,4 Kilometer erhöhte.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP30_Cupola_Andre.jpg" alt="NASA"/><figcaption>André Kuipers in Cupola bei der Erdbeobachtung</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Zu Beginn der Woche 9 für die Langzeitbesatzung 30 bereiteten Dan Burbank und Donald Pettit eine weitere Versuchsreihe mit SPHERES im Kibo-Labormodul vor. Dabei geht es um eine Studie mit drei kopfgroßen Experimental-Satelliten, um Techniken zu studieren, die zur Verbesserung bei automatischen Anlegemanövern, Satellitenreparaturen, dem Zusammenbau von Raumfahrzeugen und Notfallreparaturen geeignet sind. Diesmal wurden die Satelliten jedoch so konfiguriert, dass sie von Studenten des Massachusetts Institute of Technology im Rahmen eines Wettbewerbes am nächsten Montag ferngesteuert werden können. In Vorbereitung auf die kommenden An- und Abflüge russischer Frachtraumschiffe, testeten Anton Schkaplerow und Oleg Kononenko das TORU-Kontrollsystem, welches eine manuelle Steuerung im Notfall ermöglicht. Etwas später machten sie sich mit den Tätigkeiten vertraut, welche nötig werden, um den Mikrosatellit Tschibis-M durch Progress-M 13M nach der Abkopplung auszusetzen. Dies bedingt ein Ablegen mit geöffneter Luke, welche befestigt werden muss. Zusätzlich muss eine Steckerverbindung zum Auslösen der Ausstoßvorrichtung in einer Flughöhe von rund 500 Kilometern hergestellt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesen Tagen hatte die ISS-Besatzung erneut die Gelegenheit zur Erdbeobachtung. So wurden zum Beispiel Fotos und Filme von Vientiane der Hauptstadt von Laos, dem Lake Eyre in Südaustralien und Panama City aufgenommen. Zur Mitte der Woche wurde die turnusmäßige Feuerlöschübung in Zusammenarbeit mit allen Bodenstationen durchgeführt. Diese Übung muss jede Besatzung immer wieder trainieren, um im Falle eines Brandes oder einer Rauchentwicklung schnell reagieren zu können. Ein Feuer, entstehender Rauch oder das Freiwerden von schädlichen Gasen gehört in der Raumstation mit zu den gefährlichsten Szenarien, die im schlimmsten Fall eine Evakuierung der Station erfordern würde. Am 19.01.2012 fanden einige vom Boden gesteuerte Robotic-Aktivitäten an der Außenseite der ISS statt. Vorbereitend auf die geplanten Arbeiten mit dem Stationsarms Canadarm2, gemeinsam mit der kanadischen „Roboterhand“ Dextre, wurde der Mobile Transporter auf der Gitterstruktur zur Backbord-Arbeitsseite gefahren. Anschließend wurden einige Experimente mit der Bezeichnung STP-H3 (Space Test Program-Houston 3) am P3-Gitterelement, welche während der Space-Shuttle Mission STS-134 installiert wurden, mit Dextre überprüft. Nach erfolgreichem Abschluss der Arbeiten ist Dextre an dem Mobilen Befestigungssystem MBS befestigt worden, der Stationsarm befindet sich wieder an der Halterung des Harmony-Knotens.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP30_ProgressM13M_Undocking.jpg" alt="NASA"/><figcaption>Progress-M 13M dem Mikrosatelliten Tschibis-M im Luk<br>(Bild: NASA</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach 82 Tagen ging die Zeit des russischen Progress-M 13M Versorgers an der ISS zu Ende. Am 23. Januar 2012 um 23:07 Uhr MEZ erfolgte 390 Kilometer über der russisch-chinesischen Grenze das Kommando zum Ablegen und drei Minuten später löste sich der Transporter vom Kopplungs- und Schleusenmodul Pirs. Mit geöffneter Luke entfernte sich das Raumschiff langsam von der Station. In dem offenen Durchstieg befindet sich die von der ISS-Besatzung eingebaute Ausstoßvorrichtung mit dem Mikrosatelliten Tschibis-M. Etwas später vergrößerten zwei Zündungen der Frachtertriebwerke die mittlere Umlaufbahn um 100 Kilometer Höhe. In dieser Flughöhe, rund 500 Kilometer über der Erde und 11.500 Kilometer hinter der ISS, wurde Tschibis-M ausgestoßen werden und hat sich selbsttätig entfaltet. Der nun beginnende eigenständige Flug wird rund vier Jahre dauern und hat zum Ziel, Plasmawellen in der Ionosphäre und die physischen Prozesse bei Gewitterentladungen in den verschiedensten Wellenbereichen zu erforschen. Rund drei Stunden später, am 25. Januar 2012 um 03:25 Uhr MEZ, war die Aufgabe von Progress-M 13M endgültig erfüllt. Seine Triebwerke haben mit einer 3 Minuten und 56 Sekunden dauernden Zündung die Geschwindigkeit um 450 Kilometer pro Stunde absenkt und so den kontrollierten Wiedereintritt in die Erdatmosphäre eingeleitet.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP30_ProgressM14M_Docking.jpg" alt="NASA"/><figcaption>Progress am Kopplungs- und Schleusenmodul Pirs<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der nächste russische Versorger startete am 26. Januar 2012 um 00:06 Uhr MEZ zur Internationalen Raumstation. Progress-M 14M, in der ISS-Versorgung auch 46P genannt, brachte 1.409 Kilogramm Trockenfracht (Ersatzteile, Lebensmittel, Ausrüstungsteile), 790 Kilogramm Treibstoff, 420 Kilogramm Wasser und 50 Kilogramm Sauerstoff zur Station, insgesamt 2.669 Kilogramm. Der Gesamtanteil der US-Fracht betrug 199 Kilogramm. Vorbereitend auf die Ankunft des Versorgers begann die Besatzung der ISS einige Tage zuvor ihren Schlafrhythmus zu verschieben, um den Anflug mit wachem Blick auf das manuelle russische Kontrollsystem TORU verfolgen zu können. Anton Schkaplerow und Oleg Kononenko hatten hierfür in dieser Woche eine Extratrainingseinheit absolviert. Der zweitägige Anflug von Progress-M 14M verlief jedoch problemlos und so konnte die Besatzung das Raumschiff bereits um Mitternacht auch optisch verfolgen. Nach einigen Bahnmanövern koppelte das Versorgungsraumschiff pünktlich am 28. Januar 2012 um 01:09 Uhr MEZ über der Ostküste vom Brasilien im automatischen Modus am Kopplungs- und Schleusenmodul Pirs an. Neben 250 Kilogramm Treibstoff für die ISS und etlichen festen und flüssigen Versorgungsgütern, sind auch mehrere Elemente für die wissenschaftliche Forschung mit an Bord. Zu nennen sind hier z.B. Tipologija, Biodegradazija, Matrjoschka-R und zwei Sets Kristallisierungsausrüstung mit japanischen und russischen Bioobjekten für das Experiment Kristallisator.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 29. Januar 2012 musste die ISS erneut eine ungeplante Bahnanhebung ausführen. Grund war wieder ein Trümmerteil des chinesischen Wettersatelliten Fengyun 1C, welcher 2007 zerstört wurde. Das DAM (Debris Avoidance Maneuver) wurde um 00:50 Uhr unserer Zeit, 55 Minuten vor der ersten von sieben möglichen Annäherungen des Schrottteils, durchgeführt. Die zwei KD-Triebwerke des ODU-Systems (Integriertes Antriebssystem) des Swesda-Moduls wurden für 64 Sekunden gezündet, bei einem Δv = 1,0 m/s. Die mittlere Umlaufbahn erhöhte sich um 1,7 km auf 391,6 km. Das für den 1. Februar 2012 angesetzte Bahnkorrekturmanöver konnte somit entfallen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 28. Januar 2012 starteten im Rahmen der europäischen Mission PromISSe der ESA-Astronaut André Kuipers und sein Kollege US-Astronaut Dan Burbank mit der Experimentstudie SOdium LOad in microgravity (SOLO). Raumfahrer leiden bei ihren Langzeitaufenthalten in der Schwerelosigkeit unter einer Verringerung der Knochendichte. Glücklicherweise ist bei ihnen dieser Vorgang umkehrbar, sobald sie wieder zur Erde zurückkehren. Hier setzt nun die vom DLR-Institut für die Raumfahrtmedizin in Köln seit 2008 geführte Studie zur Erforschung des Knochenschwundes in der Schwerelosigkeit SOLO an. In einer Reihe von Studien auf der Erde, und seit einigen Jahren auch auf der ISS, kamen die Wissenschaftler weiter zu dem Schluss, dass Salzspeicherungen in der Haut und Änderungen im Säure-Basen-Haushalt des Körpers zu Verschlechterungen der Zusammensetzung von Knochen führt, da vermehrt Kalzium über den Urin ausgeschieden wird.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP30_SOLO_Andre.jpg" alt="NASA"/><figcaption>Die Raumfahrer essen gerne salzreich</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bei SOLO kommt das Cardiolab als Teil des European Physiology Modules (EPM) im Columbus-Labor und SLAMMD (Space Linear Acceleration Mass Measurement Device), ein Gerät zur Massenermittlung von Menschen im All zu Einsatz. Weiter werden regelmäßig Blut und Urinproben genommen, auf bestimmte Körperstoffwechselprodukte getestet und Teile davon im MELFI-Gefrierschrank für die Untersuchung auf der Erde aufbewahrt. André Kuipers und Dan Burbank absolvierten nun die erste von zwei sechstägigen SOLO-Diäten. Sie mussten von Tag 1 bis 5 die speziell angefertigten Mahlzeiten zu sich nehmen, der sechste Tag ist Diät-frei. Bei der ersten Diätreihe enthalten die Mahlzeiten einen normalen Salzgehalt (11,5 g Salz pro Tag), die zweite Reihe hingegen beinhaltet geringe Salzmengen (2.9 g Salz pro Tag).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Raumfahrer führen dabei täglich Speiselisten, die Körpermasse wird an den Tagen 4 und 6 mit SLAMMD ermittelt, Blutproben werden am Tag 5 genommen, zentrifugiert, per PCBA (Portable Clinical Blood Analyzer) analysiert und eingefroren. Urinproben werden während des gesamten 5. Tages gesammelt und eingelagert. Diese eingefrorenen Körperflüssigkeiten kehren später mit einem Sojus-Raumschiff zur Erde zurück. Bei der Auswertung der Messergebnisse und Proben untersuchen die Mediziner am Boden das Zusammenspiel von Knochen- und Muskelstoffwechsel mit den Faktoren Ernährung, Salz- und Flüssigkeitshaushalt von Raumfahrern. Ebenso findet bei dieser Studie eine genaue Bewertung des Trainingsprogrammes der Personen in Bezug auf den zu erwartenden Knochenabbau statt. Die gewonnen Erkenntnisse zielen auf zwei Nutzungsgebiete ab. Zum einen sollen sie helfen, den Menschen im All vor Schäden bei zukünftigen Langzeitmissionen zum Mond oder auch zum Mars zu schützen. Zum anderen erhofft sich das internationale Forscherteam einen signifikanten Nutzen auf der Erde bei der Behandlung von Herz-Kreislaufproblemen, Osteoporose und Muskelschwund.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Vorbereitung auf ihren Außenbordeinsatz am 16. Februar 2012 führten Anton Schkaplerow und Oleg Kononenko einen Aktivierungstest der Druckausgleichsventile im Kopplungs- und Schleusenmodul Pirs durch. Die erste Ansteuerung der Ventile fand von einem Bedienpult im Transfertunnel des Swesda-Moduls statt, später gefolgt von einem zweiten Aktivierungstest in der Luftschleuse selbst. Unterstützt von den Spezialisten am Boden gingen beide Raumfahrer die Außenbereiche und Wege durch, die sie während der Außenarbeiten nutzen werden. Auch ein direkter Blick auf den Arbeitsplatz kann hier hilfreich sein, und so nutzten sie ausgiebig die Fenster der ISS zur Besichtigung der Außenseite der russischen Module. Um am Einsatztag das Kopplungsmodul Pirs als Ausstiegsschleuse nutzen zu können, wurden die Luken zwischen Progress-M 14M und der Station geschlossen und auf Dichtigkeit geprüft. Weiterhin wurden die Orlan-MK-Raumanzüge auf die Anprobe (Dry-Run) am 14. Februar 2012 vorbereitet, wobei das Hauptaugenmerk auf den erneuerbaren Elementen der Raumanzüge, wie LP-9 LiOH-Kanister, Haupt- und Reserve-BK-3M-Sauerstofftanks, Feuchtigkeitssammler, Trinkwasserfilter, ein Filter der Entgasungspumpe und die 825M3-Batterien der Funkanlage lag.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP30_Ausstieg_Vorbereitung.jpg" alt="NASA"/><figcaption>Anton Schkaplerow bereitet Teile für seinen Ausstieg vor<br>(Bilder: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Dan Burbank sammelte US-Ausrüstung für den russischen Außeneinsatz zusammen. Erneut werden wieder die Kameras der Amerikaner an den Helmen der Orlan-MK Raumanzüge zur Anwendung kommen. Im Anschluss daran nutzte er gemeinsam mit Anton Schkaplerow und Oleg Kononenko das virtuelle 3D-Trainingstool zur Planung von Robotikaktivitäten und Außeneinsätzen mit dem Namen DOUG (Dynamic Onboard Ubiquitous Graphics). Dies läuft auf den US-Stationslaptops der RWS (Robotics Workstation) und simuliert die Außenarbeiten gesehen aus der Vogelperspektive. Zur gleichen Zeit arbeitete Donald Pettit an dem Versuchsaufbau zum Experiment SPICE (Smoke Point In Coflow Experiment). Hier waren Probleme an einer Videoanzeige aufgetreten, was ein Zurücksetzen dieser erforderte. SPICE, welches sich in der Handschuhbox MSG (Microgravity Science Glovebox) befindet, dient der Bestimmung des Zeitpunktes, ab dem eine Gasflamme in der Schwerelosigkeit Ruß produziert. Die Diagnostik rußender Flammen ist sehr wichtig, um die Ausbreitung von Feuern besser verstehen zu können.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP30_EVA30.jpg" alt="NASA-TV"/><figcaption>Oleg Kononenko und Anton Schkaplerow arbeiten mit STRELA-2<br>(Bild: NASA-TV)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 16. Februar 2012 fand der erste Weltraumausstieg in diesem Jahr statt. Der russische Außeneinsatz Nummer 30 war nur zum Teil erfolgreich, er diente der weiteren Aus- und Umrüstung des russischen Stationsteils. Etwas später als geplant, um 15:31 Uhr unserer Zeit, öffnete sich die Ausstiegsluke von Pirs und die beiden Kosmonauten schwebten aus der Station. Kleinere Probleme bei der Arretierung eines Schutzringes sorgten für einen verzögerten Start. Oleg Kononenko (EV1) und Anton Schkaplerow (EV2) begaben sich sogleich zu ihrer ersten Aufgabe, den ersten der beiden STRELA-Teleskoparme von Pirs nach Poisk zu versetzen. Dazu wurde der handbetriebene STRELA-2 ausgefahren und mit der Spitze an STRELA-1 befestigt. Auch hier kam es bei der Handhabung des STRELA-2 Arms zu Verzögerungen, da seine Ausrichtung den beiden Außenarbeitern Probleme bereitete. STRELA-2 transportierte Anton Schkaplerow, gemeinsam mit dem STRELA-1, zu dessen neuen Einsatzort an der Oberseite der ISS am Poisk-Modul. Dort angekommen entfernte Anton Schkaplerow eine Schutzabdeckung von dem bisher ungenutzten Haltepunkt des Arms. Die Installation von STRELA-1 an seiner neuen Position führten beide Raumfahrer gemeinsam durch, da das Handling mit nur einer Person sich als zu schwierig erwies. Zu diesem Zeitpunkt befand man sich bereits 1,5 Stunden hinter dem dem normalen Zeitplan und verschob daher die geplante Installation von fünf Meteoritenschutzschilden am Sevicemodul Swesda auf einen späteren Einsatz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend erfolgte die Montage des Materialproben-Experiments Vinoslivost an der Außenseite von Poisk. Es war die erste von drei geplanten Zusatzaufgaben. Nach Abschluss dieser Aufgabe begaben sich beide erneut zum STRELA-2 Arm und bewegten ihn in seine Stauposition zurück. Die zweite Zusatzaufgabe an diesem Abend war die Bergung eines weiteren Materialexperiments. Dieses TEST genannte Experiment hatte seinen Platz an der Außenseite des Swesda-Moduls. Es diente der Erforschung von verschiedenen technischen und biologischen Proben unter Weltraumbedingungen und besteht aus zwei Probenbehältern. Aus Zeitgründen konnte jedoch nur ein Behälter mit Proben von der Außenhaut der ISS befüllt werden. Die dritte Zusatzaufgabe, die Befestigung von Haltern an der Ausstiegsleiter wurde ebenfalls gestrichen. Nach dem Abschuss der Arbeiten machten sich die beiden Kosmonauten auf den Rückweg zum Schleusenmodul Pirs und beendeten den Weltraumausstieg nach 6 Stunden und 15 Minuten um 21:46 Uhr MEZ.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP30_EVA30_1.jpg" alt="NASA-TV"/><figcaption>Oleg Kononenko und Anton Schkaplerowim Schleusenmodul Pirs<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem anstrengenden Außeneinsatz hatten Anton Schkaplerow und Oleg Kononjenko eine verlängerte Nachtruhe erhalten, um sich von den Arbeiten erholen zu können. Den restlichen Tag verbrachten sie hauptsächlich mit der Nachbereitung ihrer Exkursion. So wurden die Orlan-MK-Raumanzüge getrocknet, Batterien geladen, die US-Kameras von den Helmen demontiert und eine Bewertung der Arbeiten mit der Bodenmannschaft vorgenommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am gleichen Tag arbeitete André Kuipers mit der zeitweiligen Unterstützung von Dan Burbank am Trainingsgerät MARES (Muscle Atrophy Resistive Exercise System). MARES befindet sich im Columbus-Labormodul und dient der Erforschung des menschlichen Bewegungsapparates, seiner biomechanischen Abläufe und der neuromuskulären Koordination. Hintergrund ist hier ein besseres Verständnis von Effekten der Mikrogravitation auf das Muskelsystem des Menschen. In einer zweiten Sitzung an dem Gerät wurden Funktionstests durchgeführt, die Demontage geprobt und Ergebnisdateien heruntergeladen. Das europäische Trainingssystems zur Eindämmung und Erforschung von Muskelschwund MARES bietet ebenso die Möglichkeit, Gegenmaßnahmen zu den negativen Effekten von Langzeitmissionen, besonders der Muskelatrophie, zu bewerten. So kann der NASA Grundlagenwissen für ihre geplanten Flüge in den tiefen Raum zur Verfügung gestellt werden.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP30_Columbus_Reinigung.jpg" alt="NASA"/><figcaption>André Kuipers arbeitet am CFA in Columbus<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 22. Februar 2012 bereitete André Kuipers die größere Inspektion der Luftumwälzungsanlage im Columbus-Labormodul vor. Hier lud er Batterien des endoskopischen Werkzeugs und räumte den Raum am Ende von Columbus von dort gestauten Taschen CTBs (Cargo Transfer Bags). Damit schaffte er Platz für die Lüftungskanalreinigung und die Säuberung der Auslassgitter. In der zweiten Wochenhälfte fuhr André Kuipers damit fort, in Columbus die Lüftungsventilatoren CFA (Cabin Fan Assembly) und Lüftungskanäle zu inspizieren und zu säubern. Unterstützt wurde er dabei von ISS-Kommandant Dan Burbank. Ein funktionierender Luftaustausch in den Modulen ist zwingend notwendig, da sich sonst an bestimmten Stellen Bereiche mit verbrauchter Luft bilden könnten. Diese wiederum ist gefährlich für die Atmung der Raumfahrer und würde zu Alarmen in der Station führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dan Burbank verbrachte 2,5 Stunden seiner Zeit mit der Reinigung von Bakterienfiltern in den drei Knoten-Modulen, in Destiny und der Luftschleuse Quest. Die ISS-Besatzung hat in der letzten Zeit eine vermehrte Staubbildung zur Bodenstation gemeldet, so dass nun, vier Wochen lang jeden Donnerstag, diese Filterreinigung angeordnet wurde. Ebenfalls 2,5 Stunden brauchte Oleg Kononjenko um acht Lampen und die dazugehörigen Sicherungen im Sevice-Modul gegen entsprechende Ersatzelemente auszutauschen. Im Anschluss daran verstaute er die nicht mehr benötigten Lampen als Abfall in Progress-M 14M. Ebenso wurden an diesem Tag unbrauchbare Flüssigkeiten in die Rodnik-Tanks des Transporters umgepumpt. Progress-M 14M soll am 19. April die ISS verlassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mission an Bord der Internationalen Raumstation verlief weiterhin normal. Es wurde eine Vielzahl wissenschaftlicher Untersuchungen zu genau 200 Experimenten auf den Gebieten Medizin, Biologie, Astronomie, Geophysik, Atmosphärenphysik, Erderkundung, Physik, Materialwissenschaft, Bildung und Technik ausgeführt. Zu den interessantesten Forschungsaufgaben gehörte u.a. das Experiment Aurora-Max der kanadischen Weltraumagentur CSA, bei dem Polarlichter während besonders aktiver Perioden zeitgleich von der Station aus und auf der Erde aufgezeichnet wurden. Daraus resultieren auch die in den letzten Tagen veröffentlichten Videos (Walking on Air).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ESA untersuchte im Rahmen von ALTEA-SHIELD die bei geschlossenen Augen von Raumfahrern wahrgenommenen Lichtblitze, die durch die Wechselwirkung kosmischer Strahlung mit Sinneszellen im Auge zustande kommen sowie weitere Wechselwirkungen mit dem menschlichen Gehirn. Dabei wurde auch ein Material getestet, das diese Strahlung teilweise abschirmen soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die japanische Raumfahrtagentur erfasste mit MAXI mehr als 1.000 Röntgenquellen über einen längeren Zeitraum gleichzeitig. Die zugehörige hochempfindliche Spaltkamera ist auf einer Experimentierplattform außenbords angebracht. Erfasst werden können Röntgenstrahlen im Energiebereich von 0,5 bis 30 keV (Kilo-Elektronenvolt).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gegenstand des NASA-Technologieexperiments Amine Swingbed ist die Erprobung eines Amine-Systems zur Ausfilterung von Kohlenstoffdioxid aus der Stationsluft. CO<sub>2</sub>&nbsp;entsteht bei der Atmung und führt in überhöhter Konzentration zu Sinnestäuschungen beim Menschen. Auf der Erde wird das Kohlendioxid von Pflanzen aufgenommen, der Kohlenstoff für das Wachstum verwendet und der Sauerstoff an die Umgebung abgegeben. Amine sind organische Abkömmlinge des Ammoniak.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das russische Biotechnologieexperiment Membran beschäftigte sich mit der Untersuchung der Verwendbarkeit neuartiger poröser Materialien mit regelmäßiger Molekülstruktur als Membranen und Filter. Diese könnten ökonomisch profitabel zur Stofftrennung sowohl in Flüssigkeiten als auch in Gasen verwendet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ursprünglich für März vorgesehene Rückkehr der Besatzung von Sojus-TMA 22 wurde um gut einen Monat verschoben, da auf der Erde das Rückkehrmodul des geplanten Nachfolgeraumschiffs bei einem Test beschädigt worden war. Stattdessen wurde nun das nächste Raumschiff für eine Mission vorbereitet, wodurch mehrwöchige Verzögerungen entstanden. So kam aber die Besatzung von Sojus-TMA 22 nun doch noch zu einem fast halbjährigen Raumflug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An den letzten Tagen waren die drei Raumfahrer bereits mit Arbeiten für ihre Rückkehr beschäftigt. Dazu gehörte das Vorbereiten und Verladen von Rückkehrfracht, ein verändertes und intensiviertes körperliches Training sowie das Durchgehen bestimmter Prozeduren und Tests am Raumschiff. Gegen 7 Uhr (MESZ) am Landetag fand eine Verabschiedungszeremonie an Bord der Station statt. Danach begaben sich die Raumfahrer in ihr Raumschiff an der Oberseite des Moduls Poisk, legten ihre Innenbord-Raumanzüge an und schlossen die Luken. Gegen 10.18 Uhr MESZ koppelte des Raumschiff von der ISS ab und entfernte sich langsam. Die abschließende Bremszündung der Triebwerke begann gegen 12.49 Uhr. Die drei Raumfahrer Daniel Burbank, Anatoli Iwanischin und Anton Schkaplerow landeten am 27. April 2012, gegen 13.45 Uhr MESZ, mit der Rückkehrkapsel ihres Raumschiffes Sojus-TMA 22 in der kasachischen Steppe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenige Minuten nach der Landung öffneten Bodenmannschaften die Kapsel und hoben die Raumfahrer heraus. Damit fand die 165-tägige Mission ihr erfolgreiches Ende. Die Raumfahrer werden sich auch in den kommenden Wochen verschiedenen Untersuchungen unterziehen. Außerdem erfolgt eine aktive Wiederanpassung an die Schwerkraft. Dabei werden Muskeln gestärkt und Knochen aufgebaut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der nächste Start eines Sojus-Raumschiffes zur Internationalen Raumstation mit Joseph Acaba, Gennadi Padalka und Sergej Rewin ist für den 15. Mai geplant. Mit der Rückkehr des Raumschiffes Sojus-TMA 22 endete die ISS-Expedition 30.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Webseiten:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.nasa.gov/mission/expedition-30/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">NASA-Seite zur Langzeitbesatzung 30</a></li><li><a href="https://web.archive.org/web/20230508092222/https://www.nasa.gov/pdf/605284main_Expedition_30_31_Press_Kit.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Press Kit zur Langzeitbesatzung 30/31 (6,3 MB PDF)</a></li><li><a href="https://web.archive.org/web/20110916173640/http://www.nasa.gov/mission_pages/station/research/experiments/Integrated_Cardiovascular.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">NASA-Seite zu Integrated-Cardiovascular</a></li><li><a href="https://web.archive.org/web/20111106130738/http://www.nasa.gov/mission_pages/station/research/experiments/PACE-2.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">NASA-Seite zu PACE-2</a></li><li><a href="https://web.archive.org/web/20160402131545/http://www.nasa.gov/mission_pages/station/research/experiments/Matryeshka-R.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">NASA-Seite zu Matrjoschka-R</a></li><li><a href="https://web.archive.org/web/20110726002918/http://www.nasa.gov/mission_pages/station/research/experiments/Identifikatsia.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">NASA-Seite zu Identifikation</a></li><li><a href="https://web.archive.org/web/20111231091409/http://www.nasa.gov/mission_pages/station/research/experiments/Amine_Swingbed.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">NASA-Seite zu Amine-Swingbed</a></li><li><a href="https://web.archive.org/web/20221109083655/https://www.nasa.gov/pdf/464887main_Robonaut2FactSheet.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">NASA-FactSheet zu Robonaut 2</a></li><li><a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Human_and_Robotic_Exploration/PromISSe" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">ESA-Seite zu PromISSe</a></li><li><a href="https://web.archive.org/web/20211208150126/https://www.nasa.gov/mission_pages/station/expeditions/expedition30/epic.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">NASA-Seite zur EPIC-Aufwertung</a></li><li><a href="https://nlsp.nasa.gov/view/lsdapub/lsda_experiment/57d57f65-bda1-5bb5-98a2-87cd7e187877" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">NASA-Seite zu NeuroSpat</a></li><li><a href="https://voyagertechnologies.com/space-solutions/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">NanoRacks Hompage</a></li><li><a href="	https://web.archive.org/web/20220809142843/https://www.nasa.gov/mission_pages/station/main/spheres.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">NASA-Seite zu SPHERES</a></li><li><a href="https://web.archive.org/web/20110725234135/http://www.nasa.gov/mission_pages/station/research/experiments/SOLO.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">NASA-Seite zu SOLO</a></li><li><a href="	https://web.archive.org/web/20101223110022/http://www.nasa.gov/mission_pages/station/research/experiments/SPICE.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">NASA-Seite zu SPICE</a></li><li><a href="https://web.archive.org/web/20101125111526/http://www.nasa.gov/mission_pages/station/research/experiments/MARES.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">NASA-Seite zu MARES</a></li></ul>
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		<title>ISS-Versorgung wieder angelaufen</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/iss-versorgung-wieder-angelaufen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Oct 2011 11:52:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ISS]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Versorgungsfahrzeuge]]></category>
		<category><![CDATA[Baikonur]]></category>
		<category><![CDATA[Manövertriebwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Progress-M 13M]]></category>
		<category><![CDATA[Sojus-U]]></category>
		<category><![CDATA[Solarpanele]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach dem Verlust eines Progress-Versorgers im August gelang heute der Start von Progress-M 13M problemlos. Nach zwei unbemannten Starts einer Sojus-Trägerrakete ist nun der Weg frei für die nächste bemannte Mission zur ISS mit Sojus-TMA 22 und seiner Besatzung Anatoli Iwanischin (RUS), Daniel Burbank (USA) und Anton Schkaplerow (RUS). Ein Beitrag von Ralf Möllenbeck. Quelle: [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Nach dem Verlust eines Progress-Versorgers im August gelang heute der Start von Progress-M 13M problemlos. Nach zwei unbemannten Starts einer Sojus-Trägerrakete ist nun der Weg frei für die nächste bemannte Mission zur ISS mit Sojus-TMA 22 und seiner Besatzung Anatoli Iwanischin (RUS), Daniel Burbank (USA) und Anton Schkaplerow (RUS).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Ralf Möllenbeck. Quelle: NASA, Raumfahrer.net, Roskosmos.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/30102011125226_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/30102011125226_small_1.jpg" alt="Roskosmos" width="312" height="245"/></a><figcaption>
Sojus-U-Trägerrakete mit Progress-M 13M hebt ab  
<br>
(Bild: Roskosmos)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der heutige Start war mit großer Spannung erwartet worden, hing hiervon doch die weitere dauerhafte Besetzung der Internationalen Raumstation ab. Ein weiteres Scheitern einer Sojus-Mission hätte eine längere Pause zur Fehleranalyse und einen unbemannten Weiterflug der ISS bedeutet. Pünktlich um 11:11 Uhr MEZ startete nun die Sojus-U-Trägerrakete mit Progress-M 13M vom Weltraumbahnhof Baikonur. Nach rund neun Minuten Brenndauer der drei Stufen erreichte das Versorgungsraumschiff seine vorläufige Umlaufbahn. Kurz darauf erfolgte der Befehl zum Entfalten der beiden Solarzellenpaneele mit einer Spannweite von 10,5 Metern, die Navigations- und Kommunikationsantennen wurden ebenfalls ausgeklappt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Progress-M 13M, in der ISS-Versorgung auch 45P genannt, bringt 1.314 Kilogramm Trockenfracht (Ersatzteile, Lebensmittel, Ausrüstungsteile), 837 Kilogramm Treibstoff (davon 250 kg ISS-Treibstoff), 420 Kilogramm Wasser und 50 Kilogramm Sauerstoff in die Umlaufbahn. Der US-Anteil des Gesamtvolumens von 2.648 Kilogramm Fracht betrug 423 Kilogramm. Neben den lange erwarteten persönlichen Dingen, wie Briefe und Geschenke der Angehörigen, war diesmal als Sonderfracht der Mikrosatellit Tschibis-M mit an Bord. Er wiegt ca. 40 kg, ist rund 1.100 x 1.350 x 1.805 mm groß und soll von dem Transporter zum Ende seiner Mission in einer Umlaufbahn von 480-500 km ausgesetzt werden. Eine Reihe von Zündungen der Manövriertriebwerke, die heute und in den nächsten beiden Tagen vorgesehen sind, werden den Frachter in seine endgültige Umlaufbahn zum automatisierten Anlegen am Mittwoch, dem 2. November, um 12:40 Uhr MEZ bringen. Die Kopplungsdauer von Progress-M 13M an der Station wird rund drei Monate betragen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10215.0" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfrachter *Progress M-13M*   </a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Expedition 29</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/expedition-29/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 May 2011 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Besatzungen]]></category>
		<category><![CDATA[Flüge zur ISS]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
		<category><![CDATA[Raumstationen]]></category>
		<category><![CDATA[Versorgungsfahrzeuge]]></category>
		<category><![CDATA[Expedition 29]]></category>
		<category><![CDATA[Progress-M 13M]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mission der ISS-Expedition 29 In ihren ersten beiden Wochen als Drei-Personen-Crew hatte die ISS-Besatzung vielfältige Aufgaben zu bewältigen. Durch die zeitweilige Verminderung der Personenstärke im All kam es zu einigen Umplanungen im Tagesablauf der Raumfahrer Sergej Wolkow, Michael Fossum und Satoshi Furukawa. Im japanischen Forschungsmodul wurde erneut das Marangoni-Experiment gestartet. Dieses physikalische Experiment untersucht die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Mission der ISS-Expedition 29</h4>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" width="259" height="271" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/image-5.png" alt="" class="wp-image-79474"/></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">In ihren ersten beiden Wochen als Drei-Personen-Crew hatte die ISS-Besatzung vielfältige Aufgaben zu bewältigen. Durch die zeitweilige Verminderung der Personenstärke im All kam es zu einigen Umplanungen im Tagesablauf der Raumfahrer Sergej Wolkow, Michael Fossum und Satoshi Furukawa. Im japanischen Forschungsmodul wurde erneut das Marangoni-Experiment gestartet. Dieses physikalische Experiment untersucht die sogenannte Marangoni-Konvektion, also Strömungen und Verwirbelungen in Flüssigkeiten unter Mikrogravitation. Die hierbei erzeugte Flüssigkeitsbrücke ist trotz der Oberflächenspannung so empfindlich, dass dieses Experiment während der Schlafperiode der Raumfahrer laufen muss, um Schwingungen in den Modulen weitgehend zu vermeiden. Es sind diesmal höchstens 4 Tage pro Woche und 24 Läufe insgesamt bis Ende November angesetzt. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP29_23092011.jpg" alt="NASA"/><figcaption>Michael Fossum arbeitete am Wasserrückgewinnungssystem (WRS)<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Michael Fossum arbeitete am Wasserrückgewinnungssystem (WRS) im Knotenmodul Tranquilty. Nach der Leerung des Schmutzwassertanks (WSTA = Wastewater Storage Tank Assembly) in einen EDV-U Behälter tauschte er im Rahmen einer großen Wartung die FCPA (Fluids Control &amp; Pump Assembly), also ein Flüssigkeitsregel- und Pumpenmodul, im WRC aus. Da die FCPA toxische Flüssigkeiten enthielt, behandelter Urin, Schwefelsäure H2SO4 und Chromsäure CrO3, mussten alle Tätigkeiten mit Schutzausrüstung, bestehend aus Sicherheitsschutzbrille, Staubmaske und Handschuhen, durchgeführt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab dem 26. September 2011 fand ein zweitägiger Leistungstest der NASA-Solarzellenausleger (SAW = Solar Array Wing) statt. Zur Unterstützung des Batterietests der SAW wurden der Stationsarm Canadarm2 (SSRMS=Space Station Remote Manipulator System), die mobile Plattform (MBS=Mobile Base System), die Robotikhand Dextre (SPDM = Special Purpose Dexterous Manipulator) und der Mobile Transporter (MT) aktiviert, um weitere Stromverbraucher im Außensegment zu erhalten. Der von der Stationskontrolle in Houston durchgeführte Test verlief innerhalb der erwarteten Parameter und erlaubt nun eine bessere energetische Ressourcenplanung. Sergej Wolkow arbeitete für das russische Ozean-Beobachtungsprogramm SEINER, indem er Fotos erstellte. Hierbei werden die Verbindungsprozeduren zwischen den Besatzungsmitgliedern im russischen Segment und den staatlichen Fangschiffen bei der Suche und Erschließung von Fischgebieten erprobt. Im US-Teil der Station verbrachte Kommandant Michael Fossum einige Zeit mit dem kanadischen Experiment VASCULAR. Dafür nutzte er Videoequipment in der Quest-Luftschleuse zur Aufzeichnung einer Nachricht zum Experiment. Ursprünglich sollte der bereits zur Erde zurückgekehrte Ronald Garan diese Sitzung durchführen. Es werden bei VASCULAR die kardiovaskulären Gesundheitsfolgen für Raumfahrer bei Langzeitaufenthalten im All bewertet, um Entzündungen der Arterien, Änderungen der Blutgefäßeigenschaften und die kardiovaskuläre Fitness zu erforschen. Am 29. September 2011 erfolgte eine außerplanmäßige Anhebung der Umlaufbahn der ISS mit den Swesda-Triebwerken, um Trümmerteilen einer Zyklon-3-Rakete auszuweichen. Das Manöver wurde um 18:45 Uhr MESZ gestartet, dauerte 169 Sekunden und hob die Umlaufbahn der ISS um rund 4,7 Kilometer an. Dadurch kam diese 10 Kilometer über die Bahn des Trümmerteils.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ec_29_crew_big.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ec_29_crew.jpg" alt="Besatzungsmitglieder"/></a><figcaption>v.l.: Satoshi Furukawa, Kommandant Mike Fossum, Sergej Wolkow, Anatoli Iwanischin, Daniel Burbank und Anton Schkaplerow<br>Bilder: NASA</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">ISS-Kommandant Michael Fossum nahm am 03.Oktober 2011 an einer neuen Studie mit der Bezeichnung SPRINT teil. Hierbei werden beim intensiveren Fitness- und Ausdauertraining am Universal-Trainingsgerät ARED (Advanced Resistive Exercise Device) Ultraschallaufnahmen des Beines angefertigt. Die Studie SPRINT erforscht die Wirkung von sehr intensiven aber kurzen Übungen zur Verminderung des Muskel- und Knochenabbaus und der Schwächung des Herzkreislaufsystems der Besatzungsmitglieder in der Schwerelosigkeit. Michael Fossum nahm als erster Raumfahrer an dieser Untersuchung mit neuen Übungen teil. Sergej Wolkow führte am gleichen Tag eine weitere Sitzung der russischen Verhaltensbewertung mit dem Namen Tipologija (Typologie) durch. Dabei sollen die körperlichen und geistigen Fähigkeiten von Personen getestet werden, unter Stress zu arbeiten und zu kommunizieren. Ein Elektroenzephalogramm misst und registriert die elektrische Tätigkeit des Gehirns des Besatzungsmitgliedes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen Tag später hat Michael Fossum die Batterien des Experimentes Binary Colloidal Alloy Test 5 (BCAT 5) getauscht und einen Test dieser Wissenschaftsnutzlast im Kibo-Modul durchgeführt. Bei diesem Wissenschaftsexperiment werden von der Besatzung Fotos angefertigt, die den Übergang der polymeren und kolloiden Stoffe vom flüssigen in den gasförmigen Zustand dokumentieren. Die Nachbildung dieses Phasenübergangs soll Wissenschaftlern helfen, grundlegende physikalische Konzepte zu entwerfen, die unter Schwerkraftbedingungen nicht möglich sind. Satoshi Furukawa und Sergej Wolkow führten eine 10-minütige Session zum periodischen medizinischen Test HEMATOKRIT durch. Die Blutproben wurden hier am Finger genommen, zentrifugiert und die Dichte der roten Blutkörperchen unter einem Vergrößerungsglas bestimmt. Üblicherweise verringert sich dieser Wert bei Menschen in der Schwerelosigkeit, daher die ständige Kontrolle. Die ermittelten Werte wurden in dem medizinischen Laptop MEC (Medical Equipment Computer) zur Bewertung dokumentiert. Gleichzeitig bereitete die Besatzung den Raumtransporter Progress-M 10M auf seinen Abflug am 29. Oktober vor. Dafür wurden unbrauchbare Flüssigkeiten in die leeren Tanks des Raumschiffes gepumpt und nicht mehr benötigtes Material sowie Müll verladen. Satoshi Furukawa verbrachte rund 2,5 Stunden mit der Zusammenstellung von US-Abfall und dessen Verladung. Insgesamt können in Progress 57 Taschen, sogenannte CTBEs (Cargo Transfer Bag Equivalents), verladen werden.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP29_BCAT5.jpg" alt="NASA"/><figcaption>Michael Fossum mit BCAT 5 im Kibo-Modul</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 13. Oktober 2011 erfolgte die zweite Aktivierung von Robonaut 2, nachdem diese im September abgesagt werden musste. Mike Fossum und Satoshi Furukawa befreiten den menschenähnlichen Roboter, in Kurzform auch R2 genannt, aus seiner Stauposition im Destiny-Modul, befestigten ihn an seiner Halterung und stellten Strom und Datenverbindungen her. Jetzt konnte die Bodenmannschaft übernehmen. Sie starteten ein Programm zur Bewegung beider Arme und zur Aktivierung/Fokussierung der „Augen“, gemeint sind hier hochauflösende Kameras. Das Bewegen der Arme stand im Hauptinteresse der Programmierer, da hier eine Kalibrierung der Gelenksensoren in der Mikrogravitation erfolgen muss. Zum Einstellen dieser Gelenksensoren wurden mehrfach gleichbleibende Bewegungen durchgeführt, welche von Mike Fossum kontrolliert wurden. Zum Abschluss erfolgte der Befehl an die Arme die Stauposition einzunehmen. Die nachfolgende Demontage und Lagerung von R2 erfolgte durch zwei Besatzungsmitglieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im russischen Stationsteil hatte Sergej Wolkow, zeitweise unterstützt von Satoshi Furukawa, alle Hände voll zu tun. Alleine musste er hier die Systeme und Experimente betreuen. Er aktivierte den Sauerstoffgenerator Elektron-VM, zuerst die Speichervolumen-Kompression durchführend und anschließend die Außentemperatur der Reinigungseinheit für 10 Minuten überwachend. Weiter führte er etliche Wartungsarbeiten im russischen Segment, wie zum Beispiel die des SOZh-Systems (Lebenserhaltung und Umweltkontrolle), durch. Kurz vor der Nachtruhe, verbrachte Sergej Wolkow etwas Zeit mit dem russischen SONOCARD-Experiment, dass physiologische Funktionen eines Besatzungsmitgliedes während des Schlafes ohne direkten Kontakt auf der Haut registriert. Für seine 5. Experiment-Sitzung legte er ein Sporthemd mit entsprechenden Sensoren und eine Gerätetasche zur Erfassung der Daten an. Diese werden auf der Erde ausgewertet und könnten als Basis dienen, die Anpassungsfähigkeit des menschlichen Körpers bei Langzeitflügen zu bewerten und vorauszusagen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP29_13_10_11_R2.jpg" alt="NASA"/><figcaption>R2 im Destiny-Modul<br>(Bilder: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 19. Oktober 2011 erfolgte eine weitere Zündung der Antriebssysteme des Swesda-Moduls. Um 18:15 Uhr MESZ feuerten zwei KD-Triebwerke des ODU-Systems (Integrated Propulsion System) für 1 Minute und 53 Sekunden. Die dabei erreichte Änderung der Geschwindigkeit von plus 1,8 Meter pro Sekunde steigerte die Höhe der mittleren ISS-Umlaufbahn um rund drei Kilometer auf insgesamt 387,8 Kilometer. Damit solle die Flugbahn der Internationalen Raumstation für die demnächst ankommenden Raumschiffe Progress-M 13M und Sojus-TMA 22 sowie für die Landung der Besatzung von Sojus-TMA 02M im November 2011 optimiert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darauffolgend nahmen Wartungsarbeiten und Reparaturen an elektrischen Komponenten der Station viel Zeit in Anspruch. Mike Fossum wechselte ein defektes Remote Power Controller Module (RPCM), eine Art ferngesteuerter Stromkreisregler, im Labormodul Destiny. Dieses Modul sichert die redundante Stromversorgung des Express-Racks 2, welches auch den Ku-Band-Empfänger mit Energie versorgt. Einen Tag später setzte er die Arbeiten fort, er tauschte nun ein weiteres RPCM gegen ein entsprechendes Ersatzteil. Hier ging es um die Sicherstellung der Stromversorgung von Rauchdetektoren und etlichen anderen Verbrauchern im US-Labor. Satoshi Furukawa nahm zu dieser Zeit an dem IVC-Experiment (Integrated Cardiovascular) teil. Diese Studie zu den Auswirkungen von Langzeitaufenthalten im All beobachtet speziell den Herzkreislauf. Diesmal musste der japanische Astronaut ganz entspannt 10 Minuten ruhig atmen, währenddessen wurde seine Herzfrequenz gemessen und protokolliert.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP29_28_10_11.jpg" alt="NASA"/><figcaption>Kommandant Mike Fossum arbeitet am Express-Rack 2</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Im Columbus Forschungsmodul betreute Satoshi Furukawa das kommerzielle biologische Experiment CGBA-5/CSI-5 (Commercial Generic Bioprocessing Apparatus 5/Science Insert-05). Hier ersetzte er sechs Keimbehälter für einen neuen Versuchsaufbau. Nach Anschluss aller Verbindungen wurden die Operationen zum Experiment wieder aufgenommen. Es sollen Wachsrichtung von Wurzeln und Keimen bei Schwerelosigkeit erforscht werden. Im russischen Segment arbeitete Sergej Wolkow mit dem Experiment Plasma-Kristall. Es dient der Beobachtung von ultravioletter Strahlung erzeugt durch elektrisch aufgeladene Staubteilchen in Raumumgebung. Mike Fossum rekonfigurierte und reinigte im Schleusenmodul Quest die Kühlleitungen der US-Raumanzüge. Weiter musste er eine Fehlerbehebung an dem Laufband T2/COLBERT im Knotenmodul Tranquility durchführen. Seit dem 11. Oktober konnten die Trainingsdaten nur per USB-Stick gesichert und dann zur Bodenstation gesendet werden. Eine Neukonfiguration der W-LAN Karte sollte hier Abhilfe schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Kommandanten der ISS, Mike Fossum, stand eine neue Reihe der Fitness-Studie SPRINT auf dem Plan. Nach der Ausführung von sehr intensiven aber kurzen Übungen zur Verminderung des Muskel- und Knochenabbaus und dem Training des Herzkreislaufsystems werden im Columbus-Modul Ultraschallaufnahmen des Beines angefertigt. Zur Wochenmitte erfolgte eine weitere Zündung der Antriebssysteme des Swesda-Moduls. Um 14:52 Uhr MESZ feuerten zwei KD-Triebwerke des ODU-Systems für 1 Minute und 54 Sekunden. Die dabei erreichte Änderung der Geschwindigkeit von plus 1,9 Meter pro Sekunde steigerte die Höhe der mittleren ISS-Umlaufbahn um 3,2 Kilometer auf insgesamt 390,0 Kilometer. Am gleichen Tag prüfte Mike Fossum die Wissenschaftsnutzlast BCAT-6 (Binary Colloidal Alloy Test-6) im Kibo-Modul. Bei diesem Experiment werden stündlich sieben Tage lang automatisch Fotos angefertigt, die den Übergang der polymeren und kolloiden Stoffe vom flüssigen in den gasförmigen Zustand dokumentieren. Die Erkenntnisse daraus sollen der Entwicklung von preiswerteren und länger lagerfähigen Lebensmitteln und Arzneien auf der Erde dienen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP29_29_10_11.jpg" alt="NASA"/><figcaption>Mike Fossum mit dem Ultraschallmessgerät USND-2<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach letzten Überprüfungen koppelte Progress-M 10M am 29. Oktober 2011 kurz nach 11 Uhr MESZ vom Schleusenmodul Pirs ab und entfernte sich von der Station. Die letzte Bremszündung erfolgte gegen 14:11 Uhr MESZ. Wenig später trat das Raumschiff in die Erdatmosphäre ein, brach auseinander und verglühte zum größten Teil. Eventuelle Reste stürzten in eine menschenleere Zone des Südpazifiks. Damit macht Progress-M 10M Platz für seinen Nachfolger Progress-M 13M.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 30. Oktober 2011 startete Progress-M 13M, in der ISS-Versorgung auch 45P genannt, zur ISS und bringt 1.314 Kilogramm Trockenfracht (Ersatzteile, Lebensmittel, Ausrüstungsteile), 837 Kilogramm Treibstoff (davon 250 kg ISS-Treibstoff), 420 Kilogramm Wasser und 50 Kilogramm Sauerstoff in die Umlaufbahn. Der US-Anteil des Gesamtvolumens von 2.648 Kilogramm Fracht betrug 423 Kilogramm. Neben den lange erwarteten persönlichen Dingen, wie Briefe und Geschenke der Angehörigen, war diesmal als Sonderfracht der Mikrosatellit Tschibis-M mit an Bord. Er wiegt ca. 40 kg, ist rund 1.100 x 1.350 x 1.805 mm groß und soll von dem Transporter zum Ende seiner Mission in einer Umlaufbahn von 480-500 km ausgesetzt werden. Der Start war mit großer Spannung erwartet worden, hing hiervon doch die weitere dauerhafte Besetzung der Internationalen Raumstation ab. Ein weiteres Scheitern einer Sojus-Mission hätte eine längere Pause zur Fehleranalyse und einen unbemannten Weiterflug der ISS bedeutet.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP29_30_10_11.jpg" alt="NASA"/><figcaption>Sojus-U-Trägerrakete mit Progress-M 13M hebt ab<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Tage später erreichte der Versorger die Raumstation und passend zum elften Jahrestag der ständigen ISS-Besetzung legte er am Kopplungs- und Schleusenmodul Pirs an. Rund 400 Kilometer über dem Nordteil Chinas erfolgte die automatische Kopplung um 12:41 Uhr MEZ. Nach dem Kontakt des Frachtraumschiffes mit dem Kopplungs- und Schleusenmodul Pirs wurden einige Minuten später die festen Verbindungen am Kopplungsadapter geschlossen. Die ISS befand sich während des Dockingmanövers für ca. 30 Minuten in freier Drift, wenig später wurde die Kontrolle der Station an die US-Gyroskope zurück übergeben. Im weiteren Verlaufe dieses Tages erfolgten die Dichtigkeitstest zwischen den beiden Raumfahrzeugen, die Luken wurden anschließend geöffnet.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP29_SpaceDRUMS.jpg" alt="NASA"/><figcaption>SpaceDRUMS im Kibo-Modul<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Ankoppeln begann die Besatzung den Raumtransporter in die ISS-Struktur einzubinden. Es wurden Temperatursensoren eingebaut, Heiz- und Lüftungsschläuche verlegt und der Docking-Konus zwecks besserer Zugänglichkeit ausgebaut. Sergej Wolkow startete am nächsten Tag bereits mit dem Entladevorgang von 1.166 gelisteten Frachtartikeln, darunter 404 Positionen US-Equipment. Am 4. November 2011 stand ein weiterer Test von Robonaut, einem menschenähnlichen Roboter, in Kurzform auch R2 genannt, auf dem Plan. Nach erfolgtem Aufbau des Testobjektes wurden verschiedenste Bewegungen zur Feinabstimmung der Sensoren von Hals und Handgelenken durchgeführt. Bei einem geplanten Handshake mit Mike Fossum kam es zu einer ungewollten Abschaltung der Operationen. Der Betrieb auf der Erde unter Schwerkraftbedingungen unterscheidet sich erheblich von dem im All. Nicht nur das Thermal-Management ist anders, auch die Bewegungen müssen anders programmiert und abgebremst werden, erläuterte ein Roboter-Operator von der NASA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP29_SojusTMA22.jpg" alt="NASA-Tv"/><figcaption>Die sechsköpfige Besatzung spricht mit der Erde</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Weiterhin beschäftigte sich Mike Fossum mit dem Experiment SpaceDRUMS (Space Dynamically Responding Ultrasonic Matrix System) im Kibo-Labormodul. Die im Express-Rack 5 befindliche Apparatur dient der Materialerforschung, tennisballgroße feste oder flüssige Proben werden von 20 Schallemittern bei der Verbrennung und der hitzebasierten Synthese bearbeitet. Die hier untersuchten keramischen, polymeren und kolloiden Proben sollen der Entwicklung von zukunftsweisenden Werkstoffen auf der Erde dienen. Am gleichen Tag entnahm Satoshi Furukawa einige Proben aus dem Trinkwassersystem der ISS und analysierte diese mit dem TOCA-Hardware-Kit. Mit TOCA (Total Organic Carbon Analyzer), einem Gerät zur Prüfung der Reinheit des Wassers der Wasser-Recycling-Anlage (WPA) im amerikanischen Stationsteil, wird regelmäßig die Nutzbarkeit des erzeugten Trinkwassers bestätigt. Sergej Wolkow kontrollierte in diesem Zeitraum den Abschluss der automatischen Aktualisierung des Antivirusprogramms der russischen Stationslaptops. Seit der SSCV4-Softwareaktualisierung im August muss diese nicht mehr manuell durchgeführt werden. Ebenso führte seine zweite Sitzung mit der Tschibis-Anzughose vorbereitend auf die Rückkehr zur Erde durch. Hier wirkt ein Unterdruck auf den unteren Teil des Körpers, um bei den Beinmuskeln die Wirkung der Schwerkraft zu simulieren. Die Prozedur besteht daraus, zuerst 150-200 Milliliter Wasser oder Saft zu trinken, die Erzeugung eines Unterdrucks am Bein durch die Hose in fünfminütigen Steps (-20,-25,-30, und -35 mm Hg) und der Benutzung des TVIS Laufbandes mit 10-12 Schritten pro Minute. In seiner Funktion als medizinischer Offizier überwachte Satoshi Furukawa den einstündigen Vorgang.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP29_Landung01.jpg" alt="NASA"/><figcaption>Rückkehrkapsel von Sojus-TMA 02M wird geöffnet<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 14. November 2011 startete die nächste Sojus-Trägerrakete mit mehreren Wochen Verspätung ins All. Pünktlich um 05:14 Uhr MEZ hob die Sojus FG mit 3 Mann an Bord in Richtung der Internationalen Raumstation ab. Die dortige Besatzung wartet schon länger auf Verstärkung, da der Absturz eines auf der bemannten Sojus basierenden Progress-Frachters den gesamten Zeitplan verändert hatte. Ursprünglich war der Start für den 22. September 2011 angesetzt. An Bord von Sojus-TMA 22 befinden sich die Kosmonauten Anton Schkaplerow und Anatoli Iwanischin sowie der US-Astronaut Daniel Burbank. Das bemannte Raumschiff erreichte die ISS zwei Tage darauf und koppelte am 16. November 2011 um 6:24 Uhr MEZ erfolgreich an. Mit der Kopplung am ISS-Modul Poisk ist die Besatzung der Raumstation für wenige Tage wieder auf 6 Personen angewachsen. Die drei Neuankömmlinge sind eigentlich die Ablösung der bereits im September zur Erde zurückgekehrten Besatzungsmitglieder von Sojus-TMA 21. Der Flug hatte sich verzögert, da man vor einem erneuten bemannten Einsatz der Sojus-Trägerrakete in der für Raumschiffe üblichen Konfiguration zunächst einen unbemannten Test durchführen wollte. Dieser ist mit dem Start von Progress-M 13M Ende Oktober 2011 gelungen. Sojus-TMA 22 ist übrigens das letzte der Serie. Danach kommen ausschließlich Schiffe der Serie TMA-M zum Einsatz, bis auch diese durch eine modernisierte Version abgelöst werden wird.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP29_Landung02.jpg" alt="NASA"/><figcaption>Besatzung und Bergungsmannschaft nach dem Ausstieg<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 22. November 2012 um 0 Uhr MEZ endete mit dem Abkoppeln von Sojus-TMA 02M offiziell die Dienstzeit der Langzeitbesatzung 29. Die Landung von Sojus-Kommandant Sergej Wolkow, Michael Fossum und Satoshi Furukawa erfolgte am 22. November 2012 um 3:26 Uhr MEZ zielgenau in der kasachischen Steppe bei 51 Grad nördlicher Breite und 67 Grad 10 Minuten östlicher Länge rund 80 Kilometer nördlich der Stadt Arqalyq. Damit absolvierte auch das zweite rein digital gesteuerte russische Raumschiff seine Mission nach 167 Tagen im All erfolgreich. Alle drei Besatzungsmitglieder überstanden Rückkehr und Landung in gesundheitlich gutem Zustand. Die Bergungsmannschaften waren mit 12 Hubschraubern, 3 Flugzeugen sowie 6 Such- und Rettungsfahrzeugen im Landegebiet und erreichten die Landestelle wenig später nach dem Aufsetzen, kurz vor Sonnenaufgang. In Landegebiet herrschen zu diesem Zeitpunkt winterliche Bedingungen mit sehr niedrigen Temperaturen. Sergej Wolkow reiste nach der Bergung in das russische Kosmonauten-Ausbildungszentrum nahe Moskau, Michael Fossum und Satoshi Furukawa sofort in die USA weiter. Die drei Raumfahrer hinterließen eine dreiköpfige Mannschaft auf der ISS, welche sich für die weiteren Wochen nur aus Anatoli Iwanischin, Daniel Burbank und Anton Schkaplerow zusammen setzte. Erst Mitte Dezember 2011 sollen die Raumfahrer André Kuipers, Oleg Kononenko und Donald Pettit mit Sojus-TMA 03M zur ISS aufbrechen und Expedition 30 wieder dauerhaft verstärken. Die Verzögerungen im ISS-Flugplan und der Rückfall auf eine zeitweilige Drei-Personen-Crew ergaben sich aus dem Fehlstart des russischen Versorgers Progress-M 12M im August 2011 und der darauf folgenden Untersuchung der dritten Stufe der Sojus-Trägerrakete.</p>



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<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.nasa.gov/mission/expedition-29/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">NASA-Seite zur Langzeitbesatzung 29</a></li><li><a href="https://web.archive.org/web/20111025035714/http://www.nasa.gov/mission_pages/station/research/experiments/Marangoni-Exp.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">NASA-Seite zu Marangoni</a></li><li><a href="https://web.archive.org/web/20110316114216/http://www.nasa.gov/mission_pages/station/research/experiments/Vascular.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">NASA-Seite zu VASCULAR</a></li><li><a href="https://web.archive.org/web/20120803020406/http://www.nasa.gov/mission_pages/station/research/experiments/Sprint.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">NASA-Seite zu SPRINT</a></li><li><a href="https://web.archive.org/web/20110417090030/http://www.nasa.gov/mission_pages/station/research/experiments/BCAT-5-Compete.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">NASA-Seite zu BCAT 5</a></li><li><a href="https://web.archive.org/web/20221109083655/https://www.nasa.gov/pdf/464887main_Robonaut2FactSheet.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">NASA-FactSheet zu Robonaut 2</a></li><li><a href="https://web.archive.org/web/20110726003035/http://www.nasa.gov/mission_pages/station/research/experiments/Sonokard.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">NASA-Seite zu SONOCARD</a></li><li><a href="https://web.archive.org/web/20110417092737/http://www.nasa.gov/mission_pages/station/research/experiments/CGBA-APS.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">NASA-Seite zu CGBA</a></li><li><a href="https://web.archive.org/web/20110417090508/http://www.nasa.gov/mission_pages/station/research/experiments/SpaceDRUMS.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">NASA-Seite zu SpaceDRUMS</a></li></ul>



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