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	<title>InSound &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>InSound &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<item>
		<title>GloNaSS-Erweiterung um IGSOs angedacht</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/glonass-erweiterung-um-igsos-angedacht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Aug 2015 09:55:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Arktis]]></category>
		<category><![CDATA[GloNaSS]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die russische Raumfahrtagentur Roskosmos sieht die Finanzierung eines Programms zur Entwicklung einer Erweiterung des Weltraumsegments des russischen Satellitennavigationssystems um Satelliten auf inklinierten geosynchronen Umlaufbahnen vor. Autor: Axel Nantes. Quelle: arctic.ru, iecca.ru, tass.ru. Vertont von Peter Rittinger. Die russische Nachrichtenagentur TASS meldete am 31. Juli 2015, dass Roskosmos beabsichtige, das russische Globale Navigations-Satelliten-System (Globalnaja Nawigationnaja Sputnikowaja [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Die russische Raumfahrtagentur Roskosmos sieht die Finanzierung eines Programms zur Entwicklung einer Erweiterung des Weltraumsegments des russischen Satellitennavigationssystems um Satelliten auf inklinierten geosynchronen Umlaufbahnen vor.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Autor: Axel Nantes.   Quelle: arctic.ru, iecca.ru, tass.ru. Vertont von Peter Rittinger.  </p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2015-08-10-89575.mp3"></audio></figure>



<p>Die russische Nachrichtenagentur TASS meldete am 31. Juli 2015, dass Roskosmos beabsichtige, das russische Globale Navigations-Satelliten-System (Globalnaja Nawigationnaja Sputnikowaja Sistema) so zu erweitern, dass seine Genauigkeit für Nutzer auf russischem Boden und in arktischen Gebieten größer als bisher wird. Eine entsprechende Entwicklung soll nach Angaben der TASS durch Roskosmos mit (umgerechnet rund) 7 Millionen US-Dollar unterstützt werden. Die Website arctic.ru nennt in diesem Zusammenhang eine Summe von bis zu 417,7 Millionen Rubel.</p>



<p>Laut TASS wird die Notwendigkeit der GloNaSS-Erweiterung in einem Dokument einer staatlichen Beschaffungsstelle mit Schwierigkeiten bei der Entwicklung von hoch-genauen Navigationssatelliten vom Typ GloNaSS-K und Problemen bei der Nutzung von GloNaSS-Bodenstationen in der Arktis begründet.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/glonassk016c4819446jsciss1200.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/glonassk016c4819446jsciss300.jpg" alt="" class="wp-image-23972" width="300" height="225"/></a><figcaption>GloNaSS-K-Satellit beim Hersteller
(Bild: Reschetnjow)</figcaption></figure></div>



<p>Weiter schieb die TASS, dass sich die Notwendigkeit der GloNaSS-Erweiterung laut Roskosmos aus Restriktionen, die die Beschaffung von elektronischen Bauteilen und Komponenten mit spezifischen erweiterten Eigenschaften für GloNaSS-K-Satelliten aus dem Ausland betreffen, ergibt, wegen Verzögerungen bei Einrichtung am Boden positionierter Teile des Weltraumsegments von GloNaSS und der Tatsache, dass GloNaSS-Kontrollstationen in der Antarktis wegen fehlender Synchronisation mit Einrichtungen auf russischem Boden keinen der Genauigkeit förderlichen Zeit- und Frequenzabgleich vornehmen können.</p>



<p>Zwischen vier und sechs Satelliten auf inklinierten geosynchronen Orbits (IGSO) könnten eine passende Erweiterung für GloNaSS darstellen. Die Umlaufbahnen dieser Satelliten würden eine Inklination, also eine Neigung gegen den Erdäquator, von voraussichtlich rund 63 Grad haben. Mit ihnen wäre Informationen aus dem bereits genannten Dokument zufolge eine Genauigkeit von 60 Zentimetern auf russischem Boden und in arktischen Gebieten zu erzielen.</p>



<p>Im chinesischen Satellitennavigationssystem BDS (BeiDou System / BeiDou Navigation Satellite System) und dem indischen regionalen Satellitennavigationssystem IRNSS (Indian Regional Navigation Satellite System) werden bereits Satelliten auf inklinierten geosynchronen Umlaufbahnen eingesetzt.</p>



<p>Arctic.ru berichtete, dass eine umfassende Basis für die Entwicklung der GloNaSS-Erweiterung in den Bereichen Forschung, Wissenschaft und Technik zum 25. November 2016 bereitgestellt sein sollte.</p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4142.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">GLONASS</a></li></ul>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Holm soll Ursache für Falcon 9-Fehlschlag sein</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/holm-soll-ursache-fuer-falcon-9-fehlschlag-sein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Jul 2015 20:19:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flüge zur ISS]]></category>
		<category><![CDATA[InSound]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am Montag gab Elon Musk in einer Pressekonferenz bekannt, dass ein fehlerhaft hergestellter Holm die Ursache für den Absturz der Falcon 9 war. Der Holm hat bei 20% der zertifizierten Festigkeit versagt. Ein Beitrag von Tobias Willerding. Quelle: Elon Musk, SpaceX. Vertont von Peter Rittinger. Nach dem Absturz der Falcon 9 am 28. Juni bei [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Am Montag gab Elon Musk in einer Pressekonferenz  bekannt, dass ein fehlerhaft hergestellter Holm die Ursache für den Absturz der Falcon 9 war. Der Holm hat bei 20% der zertifizierten Festigkeit versagt.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von Tobias Willerding. Quelle: Elon Musk, SpaceX. Vertont von Peter Rittinger.</p>



<figure class="wp-block-audio aligncenter"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/ismobil-2015-07-27-91032.mp3"></audio></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21072015221937_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21072015221937_small_1.jpg" alt="NASA TV" width="260"/></a><figcaption>
Falcon 9 Fehlstart
<br>
(Bild: NASA TV)
</figcaption></figure></div>



<p>Nach dem Absturz der Falcon 9 am 28. Juni bei einer ISS-Versorgungsmission war es für mehrere Wochen still geworden um SpaceX und Elon Musk. Normalerweise ist Musk keiner, der die Öffentlichkeit scheut, sondern sie gezielt mit kleinen Informationsbrocken versorgt, um das öffentliche Interesse und die Spekulationen am Laufen zu halten. Diesmal war jedoch Funkstille. Diese wurde gestern gebrochen als Elon Musk die vorläufigen Untersuchungsergebnisse auf einer Telefonkonferenz präsentiert hat und sich den Fragen der Journalisten stellte.</p>



<p><strong>Der Fehlstart</strong> <br>Der Falcon 9 Start am 28. Juni verlief zunächst tadellos. Jedoch bildete sich bei crica 136 Sekunden nach dem Start eine weiße Wolke um die Rakete, sodass sie aus dem Sichtfeld verschwand. Als sich die Wolke lichtete, war die Rakete plötzlich verschwunden. Sofort war klar, dass der Start gescheitert ist. Dragon separierte noch von der Rakete, stürzte jedoch dann ins Meer. Bereits kurz nach dem Start konnte man nach Analyse des Bildmaterials sehen, dass aus der Oberstufe eine weiße Wolke aus Sauerstoff entwichen ist. Elon Musk bestätigte auch via Twitter, dass es ein Überdruckereignis in der Oberstufe gegeben hatte.   </p>



<p>Auf der Telefonkonferenz hat Musk nun das Heliumsystem als Auslöser des Überdruckes benannt. Es kam jedoch nicht zu einem Platzen einer der Heliumtanks im Inneren des Flüssigsauerstofftanks, sondern vielmehr hatte sich die Halterung des Heliumtanks gelöst. Das schließt man aus den Daten verschiedener Beschleunigungssensoren an der Rakete. Bei einem Platzen des Heliumtanks hätte es eine andere Systemantwort gegeben.        </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21072015221937_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21072015221937_small_2.jpg" alt="SpaceX Webcast / reddit" width="260"/></a><figcaption>
Holme im Oberstufentank halten den Heliumtank 
<br>
(Bild: SpaceX Webcast / reddit)
</figcaption></figure></div>



<p>Die Heliumtanks sind mit Holmen am Boden des Flüssigsauerstofftanks befestigt. Da Helium leichter ist als flüssiger Sauerstoff, hat der Tank massiven Auftrieb und muss mit den Holmen am Boden gehalten werden. Je höher die Beschleunigung der Rakete ist, desto höher ist der Druck im flüssigen Sauerstoff und desto höher ist die Auftriebskraft, die den Heliumtank am Boden halten muss.   </p>



<p>Durch den Riss des Holms schnellte der Heliumtank nach oben und die strukturelle Integrität vom Heliumsystem versagte. Durch den Austritt von Helium kam es dann zum Reißen des Oberstufentanks.   </p>



<p><strong>Der Holm</strong> <br>Die Holme bezieht SpaceX von einem externen Zulieferer und sie sind zertifiziert vom Zulieferer für eine nominelle Last von 10.000 lbf (44 kN). Während dem Flug treten maximale Lasten von 3.500 lbf (16 kN) auf dem Holm auf, es gibt also einen Sicherheitsfaktor von ca. 3. Zum Zeitpunkt der Anomalie herrschte eine Last von ca. 2000 lbf (9 kN). Das sorgte für einige Verwunderung bei SpaceX, ob denn manche Holme nicht einmal 20% der zertifizierten Last vom Hersteller halten.    </p>



<p>Daraufhin hat SpaceX einige Holme vom Hersteller selbst getestet und einige sind bei weniger als der zertifizierten Laste gerissen – nicht jedoch bei den 9 kN, die im Flug geherrscht haben. Da es jedoch keine andere Erklärung für die Unglücksursache gab, hat Musk angeordnet, dass sämtliche Holme bei SpaceX auf Lager getestet werden und bei ca. 1000 Tests ist tatsächlich ein Holm bei ca. 9 kN gerissen.   </p>



<p>Diese experimentelle Verifikation der These macht dies zur wahrscheinlichen Unglücksursache. Weitere Untersuchungen in alle Richtungen sollen jedoch folgen.   </p>



<p>Elon Musk rechnet mit dem nächsten Falcon 9 Start für Ende September. Dies kann sich jedoch noch weiter verzögern, falls weitere Anomalien identifiziert werden. Die Falcon Heavy soll jetzt im April abheben. Nichtsdestoweniger beabsichtigt SpaceX im Jahre 2015 noch alle für 2015 geplanten Kunden zu fliegen laut einem Statement auf der Webseite. Laut Musk bedeutet  der Fehlstart einen größeren finanziellen Verlust für SpaceX in der Größenordnung von mehreren 100 Millionen Dollar. Da SpaceX jedoch kürzlich eine Milliarde Dollar Investment von Google eingesammelt hat, dürften die finanziellen Verluste abfangbar sein.   </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der Nachfolger des Hubble-Nachfolgers?</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/der-nachfolger-des-hubble-nachfolgers/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jul 2015 22:20:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Hubble]]></category>
		<category><![CDATA[JWST]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[SLS]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumteleskop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kaum gehen die Arbeiten am James-Webb-Teleskop nach jahrelangen Verzögerungen wieder in die richtige Richtung, wollen die Astrophysiker und Astronomen schon wieder ein noch besseres Flagschiff-Teleskop: Am 6. Juli hat das AURA (Association of Universities for Research in Astronomy) eine Konzeptstudie für das High Definition Space Telescope (HDST) vorgelegt. Die Dimensionen des Teleskops sind gigantisch: 12 [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Kaum gehen die Arbeiten am James-Webb-Teleskop nach jahrelangen Verzögerungen wieder in die richtige Richtung, wollen die Astrophysiker und Astronomen schon wieder ein noch besseres Flagschiff-Teleskop: Am 6. Juli hat das AURA (Association of Universities for Research in Astronomy) eine Konzeptstudie für das High Definition Space Telescope (HDST) vorgelegt. Die Dimensionen des Teleskops sind gigantisch: 12 Meter Spiegeldurchmesser, mindestens ein Gigapixel Sensorauflösung. Aber die wissenschaftlichen Ziele sind nicht minder ehrgeizig.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Jonathan Hofinger</a>. Quelle: AURA, NASA. Vertont von Peter Rittinger.</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2015-07-15-46897.mp3"></audio></figure>



<p>Wenn etwa 2019 das berühmte Hubble-Teleskop außer Dienst gestellt werden wird, gibt es nach den Plänen der NASA bereits einen Nachfolger: Im Jahr 2018 soll das James-Webb-Weltraumteleskop starten, ein Infrarotteleskop mit einem Primärspiegeldurchmesser von 6,5m. Dessen Fertigstellung hat sich in den vergangenen Jahren immer weiter verzögert, sodass die Kosten inzwischen an der 9-Milliarden-Dollar-Grenze kratzen. Man erhofft sich vom JWST nicht weniger als ebenso spektakuläre Entdeckungen wie vom Hubble-Teleskop: Von den Ursprüngen des Universums bis zum Nachweis von Anzeichen extraterrestrischer Zivilisation soll den Forschern alles ermöglicht werden (raumfahrer.net berichtete). Doch es geht immer größer, und so haben die Ideengeber hinter dem James-Webb-Teleskops nun <a class="a" href="https://static1.squarespace.com/static/558adc44e4b002a448a04c1a/t/55a411dee4b0543aa4ede4f2/1436815838795/hdst_report2_071315.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">dessen potentiellen Nachfolger vorgestellt</a>.    </p>



<p>Das <a class="a" href="https://www.aura-astronomy.org/wp-signup.php?new=aura-astronomy.org" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">AURA</a> ist eine Vereinigung von 40 amerikanischen Universitäten und koordiniert deren Anstrengungen im Bereich der teleskopgestützen Astronomie. So betreibt die Organisation fünf große Observatorien und hat ebenfalls den Bau des James-Webb-Teleskop vorgeschlagen. Damit bringen sie sich für das Auswahlverfahren der NASA für den nächsten großen Schritt in Stellung: Alle zehn Jahre schreibt die US-Raumfahrtbehörde das Decadal Survey aus, im Jahr 2020 ist es wieder fällig. Auf diesem Weg ausgewählt wurde beispielsweise auch das Spitzer-Teleskop und das genannte JWST. Freilich kann man nicht sicher sein, dass das HDST auch wirklich von der NASA gebaut werden wird, doch wenn, wären die Möglichkeiten schier unbegrenzt. Das sagen zumindest die Autoren der Studie.  </p>



<p><strong>Die geplanten technischen Daten</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14072015002051_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14072015002051_small_1.jpg" alt="AURA" width="260"/></a><figcaption>
Die Primärspiegel der drei Teleskope im Größenvergleich. 
<br>
(Bild: AURA)
</figcaption></figure></div>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14072015002051_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14072015002051_small_2.jpg" alt="AURA" width="260"/></a><figcaption>
So könnte das HDST in eine Nutzlast- verkleidung eingepackt aussehen. 
<br>
(Bild: AURA)
</figcaption></figure></div>



<p>Dass die Hubble-Bilder so spektakulär sind, liegt auch daran, dass   sie das sichtbare Licht abbilden.  Denn dieses Teleskop arbeitet im   Bereich von 200-1100 Nanometern Wellenlänge. Das nachfolgende   James-Webb-Teleskop arbeitet dagegen im Infrarotbereich (600 nm – 28   µm). Beides hat seine Vor- und Nachteile, doch der Vorschlag des HDST   geht wieder von der Messung sichtbaren Lichts aus – somit ein echter   Hubble-Nachfolger. Auch sonst soll das HDST von der Technologie beider   Vorgänger erben: Der Aufbau ist dem des JWST recht ähnlich, so wird   ebenfalls eine Dreispiegel-Anordnung verwendet (Three-Mirror-Anastigmat,   TMA), es soll nur ein größerer Primärspiegel verwendet werden (ideal:   12m Durchmesser, sollten durch folgende Studien die wissenschaftlichen   Ziele vereinfacht oder verkompliziert werden, ist ein Durchmesser   zwischen 8 und 18 Metern möglich). Dabei wird der Spiegel ebenso wie   beim JWST aus sechseckigen, beweglich gelagerten Segmenten bestehen,   welche eine Feinausrichtung ermöglichen und zudem leichter sind. Je nach   Entwurf sollen entweder 36 oder 54 Segmente zum Einsatz kommen.         </p>



<p>Doch ein 12 Meter breiter Spiegel passt in keine derzeitige oder   geplante Rakete, das Fairing von SLS Block 2 hat auch nur eine maximal   nutzbare Breite von 8m. Deshalb erbt das HDST-Konzept auch die   Faltbarkeit vom James-Webb-Teleskop. Wenn der Baubeginn Anfang bis Mitte   der 2020er Jahre stattfände, erhofft man sich einen Start zwischen 2032   und 2034. Eine Rakete ähnlich der Delta IV Heavy oder das Space Launch   System soll das Teleskop dann in einen Pseudo-Orbit um den L2-Punkt des   Erde-Sonne-Systems bringen. Da an diesem Punkt stets die Erde die Sonne   verdeckt, ist die Abschirmung des Sonnenlichts für das Teleskop   vergleichsweise einfach. Auch hier gleicht das HDST dem JWST: Bei   letzterem sorgt ein fünflagiger, tennisfeldgroßer Sonnenschirm für   nahezu perfekte Abschirmung. Beim HDST soll ein ähnliches Konzept   verwendet werden, jedoch mit weniger Lagen. Diese werden beim Webb   benötigt, um die Temperatur bei -220°C zu halten – die Eigenschaften des   HDST erlauben jedoch auch einen Betrieb bei Raumtemperatur, u.a. durch   fehlende Infrarot-Empfindlichkeit.      </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14072015002051_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14072015002051_small_3.jpg" alt="AURA" width="260"/></a><figcaption>
So würden die am weitesten entfernten Galaxien des Universums aussehen – mit Hubble, JWST und HDST. 
<br>
(Bild: AURA)
</figcaption></figure></div>



<p>Was die Auflösung angeht, planen die Autoren der Studie einen Sensor   im Gigapixel-Bereich. Damit soll eine Winkelauflösung von 0,01   Bogensekunde pro Pixel erreicht werden, anders ausgedrückt: Jeder   Bereich des sichtbaren Universums kann im schlechtesten Fall mit 100   Parsec pro Pixel aufgelöst werden – genug, um jede einzelne   Sternentstehungsregion im Universum zu finden oder jedes Sonnensystem in   der Milchstraße. Zwischen Hubble und HDST wäre der Sprung in der   Bildqualität vergleichbar mit dem Unterschied zwischen einem alten   Röhrenfernseher mit VGA-Auflösung und einem hochmodernen 4K-Bildschirm.    </p>



<p><strong>Wissenschaftliche Ziele: Der nächste große Schritt nach Hubble</strong>
<br>
Da das HDST eine ganz andere Ausstattung hat als ihre beiden   Vorgänger, sind auch die Einsatzmöglichkeiten unterschiedlich. Die Ziele   des geplanten Teleskops beschränken sich aber nicht auf den tiefen   Raum, auch eine Beobachtung des Sonnensystems in nie dagewesener   Qualität ist möglich.   </p>



<p>Mit seiner Auflösung kann das HDST die Planeten und Zwergplaneten   unseres Systems sehr genau beobachten, sogar die Beobachtung des   Wolkensystems von beispielsweise Uranus oder Neptun sind problemlos   möglich. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14072015002051_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14072015002051_small_4.jpg" alt="AURA" width="260"/></a><figcaption>
Der  Jupitermond Europa, wie ihn die beiden Teleskope sehen würden – links  sichtbares Licht, rechts nahes Ultraviolett, hier ist Wasserdampf  erkennbar. 
<br>
(Bild: AURA)
</figcaption></figure></div>



<p>Zu folgenden Fragen könnte das Teleskop Antworten liefern: Wie   hat sich die protoplanetare Scheibe des Systems entwickelt? Welcher Art   sind die Himmelskörper jenseits des Neptun? Welche physikalischen   Prozesse bestimmen die Oberfläche und die Atmosphärenbedingungen von   Himmelskörpern? Und: Wie beeinflusst der Sonnenwind die Entwicklung der   Planeten?  
<br>
Viel wichtiger an der Beobachtung dieser Planeten ist   jedoch, dass ihre Eigenschaften als Blaupausen für die Suche nach   Exo-Erden benutzt werden können.  Die Suche nach Planeten mit   erdähnlichen Eigenschaften wäre ein weiteres Ziel des Teleskops. Mit   einem Durchmesser von 12m könnte es bis zu 500 Sonnensysteme so genau   untersuchen, dass die Planeten direkt abgebildet werden können, und   nicht nur über die Transitmethode. Durch die Instrumente des Teleskops   lassen sich auch spektroskopische Untersuchungen anstellen, und damit   Anzeichen für mögliches Leben entdecken – Detektion von Wasser, Methan   oder Ozon. Wenn derzeitige Annahmen stimmen, könnte man so dutzende   Planeten mit erdähnlichen Eigenschaften entdecken.       </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14072015002051_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14072015002051_small_5.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Ein vollständig entfaltetes Starshade mit einem Weltraumteleskop am rechten Bildrand. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p>Um die relativ schwachen Lichtzeichen solcher Planeten zu entdecken,   muss man jedoch das Licht ihres Sterns abschirmen. Bei den meisten   Teleskopen verwendet man dafür einen internen Koronagraph. Doch darüber   hinaus plant die NASA einen sogenannten „Starshade“: Ein eigenes   Raumschiff, das mit einem Teleskop gestartet werden könnte, sich im All   entfaltet und die Form einer Sonnenblume annimmt. Dabei ist die   Abschirmung des Sonnenlichts wesentlich besser als bei einer kleineren   Vorrichtung innerhalb des Teleskops. Ein Einsatz dieses Raumfahrzeug,   dessen Entfaltemechanismus bereits erfolgreich getestet wurde, wäre mit   dem HDST durchaus wahrscheinlich.  </p>


<p>Die weiteren wissenschaftlichen Ziele erstrecken sich von unserer Milchstraße bis hin zu Strukturen im hohen Rotverschiebungsbereich, also Objekte aus der Frühzeit des Universums. Ein wichtiges Ziel des vorgeschlagenen Teleskops ist die Untersuchung, wie Sonnensysteme entstehen. „Wie erhalten Sterne ihre Masse?“ und „Wie entstehen aus protoplanetaren Scheiben Planeten?“ Betrachtet man Sternentstehungsregionen wie die Magellan-Wolken mit dem Hubble-Teleskop, lassen sich einzelne Sterne nicht voneinander unterscheiden. Mit dem HDST wäre dies grundlegend anders. Genauere Informationen zu den möglichen Forschungszielen finden sich in der Studie, die dem geneigten Leser zur Lektüre empfolen wird (englisch, 150 Seiten).</p>


<p><strong>Technologie noch in den Kinderschuhen</strong>
<br>
Doch trotz der hohen Schnittmengen mit Technologien des Hubble- und des   James-Webb-Teleskops könnten beim Bau einige Schwierigkeiten entstehen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14072015002051_big_6.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14072015002051_small_6.jpg" alt="AURA" width="260"/></a><figcaption>
So  sähe ein simulierter Klon des Sonnensystems in 50 Lichtjahren  Entfernung aus, bei einer Belichtungszeit von 50 Stunden und Detektion  der Wellenlängen 400, 500 und 600 nm. 
<br>
(Bild: AURA)
</figcaption></figure></div>



<p>Zwar wäre die Finanzierung wohl um einiges einfacher als beim JWST.   Doch einige der benötigten Schlüsseltechnologien sind noch nicht   entwickelt geschweige denn getestet worden. So müssen die Spiegel auf   eine nie zuvor versuchte Genauigkeit poliert werden, um entsprechende   Auflösungen zu erreichen. Die Aktuatoren, die die Spiegelsegmente   steuern, müssen ebenfalls auf Nanometer genau arbeiten. Um im laufenden   Betrieb eine perfekte relative Ausrichtung der Spiegel zu ermöglichen,   muss ein Wellenfrontsensor entwickelt werden, der Abweichungen auf   Pikometer genau messen kann. Sollte das Starshade-Konzept nicht   umgesetzt werden, muss ein Koronagraph entwickelt werden, der   ausreichende Stabilität und Abschirmung ermöglicht, gleichzeitig aber   nicht das Licht der zu beobachtenden Planeten abschirmt. Außerdem muss   die Ausrichtung des Teleskops für eine solch hohe Auflösung auf   Mikrobogensekunde genau gehalten werden – oder auch ein Milliardstel des   Vollwinkels. Schließlich muss für jegliche Spiegel und Sensoren ein   Material gefunden werden, dass sich trotz Belastungen beim Start und den   unwirtlichen Bedingungen des Weltraums kaum verformt.  </p>



<p>Sollte das Konzept ausgewählt und umgesetzt werden, würde es den   künftigen Astronomen und Astrophysikern ein mächtiges Werkzeug an die   Hand geben, welches revolutionäre Entdeckungen ermöglicht. Doch die   technologischen und finanziellen Hürden sind nicht niedrig, daher ist   nicht sicher, ob die NASA das Konzept auswählen wird. Allerdings: Die  bereits verfügbareAusschreibung legt für den Decadal Survey das ausdrückliche Ziel fest, „große   Missionen (&gt; 1 Mrd. US-$) zu priorisieren, die dem   James-Webb-Teleskop und dem WFIRST-Programm nachfolgen“. Dafür stellte   die NASA den Bewerbern wichtige Informationen auch über vorherige   Missionen zur Verfügung, die das AURA in seinem Bericht auch eingehend   verwendet hat. Weiterhin spezifiziert die NASA als mögliche große   Missionen eine Sonde zur Suche nach habitablen Exoplaneten oder ein   Teleskop im Bereich Nahes Infrarot bis Nahes Ultraviolett, neben zwei   anderen Möglichkeiten (langwelliges Infrarot-Teleskop oder   Röntgen-Teleskop). Beides trifft auf das genannte Konzept zu.  </p>



<p><strong>Mehr zum Thema: </strong>
<br>
<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/fortschritte-beim-bau-des-james-webb-teleskops/" data-wpel-link="internal">Fortschritte beim Bau des James-Webb-Teleskops</a></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/der-nachfolger-des-hubble-nachfolgers/" data-wpel-link="internal">Der Nachfolger des Hubble-Nachfolgers?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		<enclosure url="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2015-07-15-46897.mp3" length="14744743" type="audio/mpeg" />

			</item>
		<item>
		<title>Pluto &#8211; Ein einstmals kleiner Punkt nimmt Gestalt an</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/pluto-ein-einstmals-kleiner-punkt-nimmt-gestalt-an/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Jul 2015 20:38:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Anflug]]></category>
		<category><![CDATA[Flyby]]></category>
		<category><![CDATA[Nahbesichtigung]]></category>
		<category><![CDATA[New Horizons]]></category>
		<category><![CDATA[Pluto]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nur noch rund zwei Tage, dann hat die Raumsonde New Horizons das Ziel ihrer Reise &#8211; den Zwergplaneten Pluto &#8211; erreicht. Die Aufnahmen der Raumsonde enthüllen mittlerweile immer mehr Details von dessen Oberfläche. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: JHU/APL, NASA. Vertont von Peter Rittinger Es begann mit einem &#8218;blinkenden&#8216; Punkt&#8230; Am 18. Februar 1930 [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Nur noch rund zwei Tage, dann hat die Raumsonde New Horizons das Ziel ihrer Reise &#8211; den Zwergplaneten Pluto &#8211; erreicht. Die Aufnahmen der Raumsonde enthüllen mittlerweile immer mehr Details von dessen Oberfläche.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: JHU/APL, NASA. Vertont von Peter Rittinger</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2015-07-14-36967.mp3"></audio></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/12072015223847_big_1.gif" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/12072015223847_small_1.gif" alt="Lowell Observatory Archives" width="260"/></a><figcaption>
Auf diesen beiden Aufnahmen entdeckte der Astronom Clyde W. Tombaugh am 18. Februar 1930 den heute als Zwergplaneten eingestuften Pluto. 
<br>
(Bild: Lowell Observatory Archives)
</figcaption></figure></div>



<p><strong>Es begann mit einem &#8218;blinkenden&#8216; Punkt&#8230;</strong>
<br>
Am 18. Februar 1930 entdeckte der US-amerikanische Astronom <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Clyde_W._Tombaugh" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Clyde W. Tombaugh</a> auf zwei am 23. und am 29. Januar des gleichen Jahres belichteten Fotoplatten im Grenzbereich zwischen den Sternbildern Stier und Zwillinge ein winziges, lichtschwaches Objekt mit einer Helligkeit von lediglich etwa 15 <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Scheinbare_Helligkeit" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">mag</a>, welches bei der Betrachtung dieser beiden Aufnahmen durch einen <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Blinkkomparator" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Blinkkomparator</a> scheinbar &#8218;hin und her&#8216; sprang. Der von den Astronomen seit mehr als 80 Jahren gesuchte neunte Planet unseres Sonnensystems war entdeckt! </p>



<p>Allerdings kamen bereits nach kurzer Zeit aufgrund des geringen Durchmessers von rund 2.310 Kilometern, der dadurch bedingten geringen Masse und der ungewöhnlichen Orbitbahn Zweifel darüber auf, ob es sich bei dem Pluto &#8211; so der von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Venetia_Phair" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Venetia Burney</a> vorgeschlagene und letztendlich für dieses Himmelsobjekt gewählte Name &#8211; wirklich um einen &#8218;vollwertigen&#8216; Planeten handelt. Nach langen Diskussionen wurde dem Pluto schließlich am 24. August 2006 von der Internationalen Astronomischen Union (kurz &#8222;IAU&#8220;) der Planetenstatus aberkannt (<a href="https://www.raumfahrer.net/pluto-ist-kein-planet-mehr/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). Seitdem wird (134340) Pluto &#8211; so dessen neue Bezeichnung &#8211; der neu erschaffenen Kategorie der <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zwergplanet" target="_blank" data-wpel-link="external">Zwergplaneten</a> zugerechnet und gilt als deren &#8218;Vorreiter&#8216;. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/12072015223847_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/12072015223847_small_2.jpg" alt="NASA, JHU/APL, SwRI" width="260"/></a><figcaption>
Diese Karte basiert auf den Schwarz-Weiß-Aufnahmen der LORRI-Kamera von New Horizons, welche zwischen dem 27. Juni und dem 3. Juli 2015 angefertigt wurden. Die farbliche Darstellung wurde aus den Daten der mit Farbfiltern ausgestatteten, aber niedriger auflösenden RALPH-Kamera berechnet. 
<br>
(Bild: NASA, JHU/APL, SwRI)
</figcaption></figure></div>



<p>Bereits am 19. Januar 2006 hat die US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA mit der Raumsonde <i>New Horizons</i> eine Mission gestartet, deren primäres Ziel in der Erkundung des damals noch als Planet geltenden Pluto besteht. Und auch die zwischenzeitlich erfolgte &#8218;Degradierung&#8216; ihres Zielobjektes konnte <i>New Horizons</i> nicht davon abhalten sich ihrem Ziel immer weiter zu nähern. Nach einer Flugdauer von mittlerweile fast neuneinhalb Jahren hat die Raumsonde ihr Ziel jetzt fast erreicht. Am 14. Juli 2015 wird <i>New Horizons</i> um 13:50 MESZ die Oberfläche des Zwergplaneten Pluto in einer Entfernung von knapp 12.500 Kilometern passieren und in den Tagen und Stunden vor und nach diesem Vorbeiflug einzigartige Daten aus den äußeren Bereichen unseres Sonnensystems sammeln und anschließend über einen Zeitraum von mehreren Monaten hinweg zu Erde übermitteln. </p>



<p><strong>&#8230;der jetzt &#8218;Gestalt&#8216; annimmt</strong> <br>Die bisher angefertigten Aufnahmen zeigen, dass Pluto über eine abwechslungsreiche Oberfläche verfügt, welche diverse helle und dunkle Regionen aufweist. Dies sind zugleich Hinweise darauf, dass es sich bei diesem Zwergplaneten keineswegs um ein &#8218;langweiliges&#8216; Objekt handelt. Vielmehr scheint auch der Pluto über eine bewegte Vergangenheit zu verfügen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/12072015223847_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/12072015223847_small_3.jpg" alt="NASA, JHU/APL, SwRI" width="260"/></a><figcaption>
Diese Aufnahme fertigte New Horizons am 7. Juli 2015 unmittelbar nach der an diesem Tag erfolgten Wiederaufnahme des regulären wissenschaftlichen Betriebs an. 
<br>
(Bild: NASA, JHU/APL, SwRI)
</figcaption></figure></div>



<p>Aus mehreren Aufnahmen, die bereits zwischen dem 27. Juni und dem 3. Juli angefertigt wurden, konnte auch eine vorläufige Oberflächenkarte erstellt werden. Eine in dieser Karte erkennbare sehr dunkle Region wurde aufgrund ihrer Form mit dem Namen &#8222;The Whale&#8220; belegt. Es handelt sich dabei um die dunkelste Oberflächenstruktur, welche sich unmittelbar nördlich des Pluto-Äquators über eine Länge von etwa 3.000 Kilometern erstreckt. An dem in dieser Karte links erkennbaren Ende des &#8218;Walschwanzes&#8216; befindet sich dagegen ein ausgesprochen helles Gebiet. </p>



<p>Direkt östlich von dem &#8218;Maul&#8216; des Wals befindet sich zudem eine Region mit einer Ausdehnung von bis zu rund 1.600 Kilometern, welche zu den hellsten Oberflächenregionen gehört. Diese hellen Färbungen &#8211; so eine vorläufige Einschätzung der an der Mission beteiligten Wissenschaftler &#8211; sind eventuell darauf zurückzuführen, weil sich hier relativ &#8218;frische&#8216; Ablagerungen von gefrorenen Gasen konzentrieren. In erster Linie dürfte es sich dabei um Ablagerungen von Methan, Stickstoff und Kohlenstoffmonoxid handeln. Noch weiter östlich befinden sich vier weitere dunkle Bereiche, von denen jeder über einen Durchmesser von mehreren hundert Kilometer verfügt. </p>



<p>Trotz eines am vergangenen Wochenende erfolgten zwischenzeitlichen Übertritts in einen abgesicherten Betriebsmodus (<a href="https://www.raumfahrer.net/new-horizons-voruebergehender-sicherheitsmodus/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>) konnte <i>New Horizons</i> während der vergangenen Tage einzigartige Aufnahmen von Pluto und von dessen größten Mond, den etwa 1.212 Kilometer durchmessenden Charon, anfertigen. Die Raumsonde konnte den wissenschaftlichen Betrieb bereits am 7. Juli um 18:27 MESZ wieder aufnehmen. </p>



<p>Am 8. Juli erreichte schließlich auch die erste nach dieser Wiederaufnahme des regulären wissenschaftlichen Betriebs angefertigte Aufnahme die Erde. Dieses Foto zeigt in etwa die gleiche Region, welche <i>New Horizons</i> am 14. Juli überfliegen und dabei in einer allerdings deutlich besseren Auflösung abbilden wird. Auch hier sind diverse helle und dunkle Bereiche erkennbar. Dabei zeigt sich, dass die helle Region östlich des &#8218;Wals&#8216; über eine herzförmige Struktur verfügt. </p>



<p>&#8222;Das nächste Mal wenn wir diesen Teil des Pluto sehen, können wir einen Teil dieser Region in einer 500 mal besseren Auflösung darstellen&#8220;, so Jeff Moore vom NASA Ames Research Center, einer Mitarbeiter des LORRI-Teams. &#8222;Das wird unglaublich sein.&#8220; </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/12072015223847_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/12072015223847_small_4.jpg" alt="NASA, JHU/APL, SwRI" width="260"/></a><figcaption>
Diese Aufnahme der Plutooberfläche stammt vom 9. Juli 2015 und wurde ebenfalls mit der LORRI-Kamera angefertigt. 
<br>
(Bild: NASA, JHU/APL, SwRI)
</figcaption></figure></div>



<p>Am 9. Juli hatte sich <i>New Horizons</i> dem Pluto bereits bis auf eine Entfernung von etwa 5,4 Millionen Kilometern angenähert. Die <a class="a" href="https://www2.boulder.swri.edu/pkb/ssr/ssr-lorri.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">LORRI-Kamera</a> konnte aus diese Distanz Bilder aufnehmen, welche eine Auflösung von 27 Kilometern pro Pixel erreichten. Dieser Wert war gut genug, um erstmals auch &#8218;grobe&#8216; geologische Oberflächenstrukturen aufzulösen. Der &#8218;Schwanz des Wals&#8216; scheint über eine komplexe geologische Vielfalt zu verfügen. Weiter nördlich befindet sich ein Gebiet, welches über eine polygonale Struktur verfügt. Dazwischen liegt eine über etwa 1.600 Kilometer ausgedehnte Zone mit komplexen, aneinander gereihten Strukturen, welche mit etwas Phantasie an eine sehr weit in die Länge gezogene <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kraterkette" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Kraterkette</a> erinnern. </p>



<p>Bei der weiteren Annäherung an Pluto konnte <i>New Horizons</i> am 11. Juli 2015 ein Foto von dem Bereich der Plutohemisphäre anfertigen, welcher sich am 14. Juli 2015 den direkten &#8218;Blicken&#8216; der <a href="https://www.raumfahrer.net/die-instrumente-der-raumsonde-new-horizons/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">sieben verschiedene Instrumente</a> der Raumsonde entziehen wird. Dieses Foto ist besonders von daher von einem enormen wissenschaftlichen Wert, weil es die beste Auflösung dieser Region wiedergibt, welche während des jetzt erfolgenden Vorbeifluges erreicht wird. </p>



<p>Auch in den kommenden Stunden und Tagen werden die wissenschaftlichen Instrumente von <i>New Horizons</i> weiter Daten sammeln. Eine &#8222;Timeline&#8220; für die zu übertragenden Daten finden Sie <a class="a" href="https://www.planetary.org/articles/06240556-what-to-expect-new-horizons-pluto" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">auf dieser Internetseite</a> der Planetary Society in englischer Sprache. NASA-TV wird in den kommenden Tagen ebenfalls ausführlich über dieses historische Ereignis berichten. <a class="a" href="https://www.nasa.gov/news-release/nasa-announces-updated-television-coverage-media-activities-for-pluto-flyby/" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Hier</a> der entsprechende und momentan vorgesehene Zeitplan. Zeitnahe Informationen und Kommentare können Sie zudem &#8211; wie gewohnt &#8211; auch auf den <a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4202.870" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">entsprechenden Seiten</a> im Forum von Raumfahrer.net finden. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/12072015223847_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/12072015223847_small_5.jpg" alt="NASA, JHU/APL, SwRI" width="260"/></a><figcaption>
Dieses am 11. Juli 2015 angefertigte Foto zeigt die Seite des Pluto, welche bei dem am 14. Juli 2015 erfolgenden Vorbeiflug von New Horizons abgewandt sein wird.  
<br>
(Bild: NASA, JHU/APL, SwRI)
</figcaption></figure></div>



<p>Mittlerweile ist die Raumsonde <i>New Horizons</i> weniger als 1,5 Millionen Kilometer von ihrem Ziel entfernt und nähert sich dem für den 14. Juli 2015 angepeilten &#8218;Treffpunkt&#8216; mit dem Zwergplaneten dabei gegenwärtig mit einer Geschwindigkeit von 13,8 Kilometern pro Sekunde relativ zu Pluto an. Stündlich aktualisierte Angaben dieser Entfernungs- und Geschwindigkeitswerte finden Sie auf <a class="a" href="https://pluto.jhuapl.edu/Mission/Where-is-New-Horizons.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">dieser Internetseite</a> des JHU/APL. </p>



<p>Die bisher von der LORRI-Kamera angefertigten Aufnahmen finden Sie dagegen <a class="a" href="https://pluto.jhuapl.edu/soc/Pluto-Encounter/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">auf dieser Internetseite</a> des JHU/APL. Die dort veröffentlichten Aufnahmen sind allerdings nicht nachträglich bearbeitet oder kalibriert und zeigen somit lediglich die Originalaufnahmen, welche dabei zudem nur in dem verlustbehafteten JPEG-Format dargestellt werden. Allerdings werden hier neben allgemeinen Informationen zu der Entfernung zu dem abgebildeten Zielobjekt, dem Aufnahmezeitpunkt und der Belichtungszeit auch kurze Beschreibungen zu dem jeweiligen Foto veröffentlicht. Auch weiterhin sollen auf dieser Internetseite die zukünftig anzufertigenden Aufnahmen der LORRI-Kamera der interessierten Öffentlichkeit innerhalb von lediglich maximal 48 Stunden zur Verfügung gestellt werden. </p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit in Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4202.870" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mission New Horizons</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=898.120" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Plutoid Pluto</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=688.270" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Kuiper-Gürtel und transneptunische Objekte (TNOs)</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/pluto-ein-einstmals-kleiner-punkt-nimmt-gestalt-an/" data-wpel-link="internal">Pluto &#8211; Ein einstmals kleiner Punkt nimmt Gestalt an</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		<enclosure url="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2015-07-14-36967.mp3" length="11455404" type="audio/mpeg" />

			</item>
		<item>
		<title>Mars Express &#8211; Aufnahmen der Region Ascuris Planum</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mars-express-aufnahmen-der-region-ascuris-planum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Jul 2015 12:13:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Mars Express]]></category>
		<category><![CDATA[Olympus Mons]]></category>
		<category><![CDATA[Planetenforschung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=41965</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am vergangenen Donnerstag veröffentlichte Aufnahmen der Raumsonde Mars Express zeigen die Region Ascuris Planum. Auf diesen Fotos sind verschiedene Landschaftsstrukturen erkennbar, welche die vielfältigen geologischen Aspekte verdeutlichen, die zur Formung der Oberfläche unseres Nachbarplaneten führten. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: FU Berlin, DLR, ESA. Vertont von Peter Rittinger. Bereits seit dem 25. Dezember 2003 [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-aufnahmen-der-region-ascuris-planum/" data-wpel-link="internal">Mars Express &#8211; Aufnahmen der Region Ascuris Planum</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am vergangenen Donnerstag veröffentlichte Aufnahmen der Raumsonde Mars Express zeigen die Region Ascuris Planum. Auf diesen Fotos sind verschiedene Landschaftsstrukturen erkennbar, welche die vielfältigen geologischen Aspekte verdeutlichen, die zur Formung der Oberfläche unseres Nachbarplaneten führten.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: FU Berlin, DLR, ESA. Vertont von Peter Rittinger.</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2015-07-16-33319.mp3"></audio><figcaption>Teil 1</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2015-07-17-42354.mp3"></audio><figcaption>Teil 2</figcaption></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11072015141326_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11072015141326_small_1.jpg" alt="NASA, JPL, MOLA Science Team, FU Berlin" width="260"/></a><figcaption>
Eine topografische Karte der Region Ascuris Planum auf dem Mars. Der durch die HRSC-Kamera am 10. November 2014 abgebildete Bereich ist umrahmt. Der innere Rahmen gibt dabei den Bereich wieder, aus dem die in diesem Bericht gezeigten Fotoprodukte stammen. 
<br>
(Bild: NASA, JPL, MOLA Science Team, FU Berlin)
</figcaption></figure></div>



<p>Bereits seit dem 25. Dezember 2003 befindet sich die von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Raumsonde <i>Mars Express</i> in einer Umlaufbahn um den Mars. Seitdem liefert dieser Orbiter den an der <i>Mars Express</i>-Mission beteiligten Wissenschaftlern regelmäßig eine Vielzahl an Bildaufnahmen und weitere Daten über die Atmosphäre und die Oberfläche unseres äußeren Nachbarplaneten, durch deren Auswertung sich für die Planetenforscher wertvolle Einblicke in dessen Entwicklungsgeschichte ergeben. 
<br>
Die <a class="a" href="https://www.dlr.de/de/forschung-und-transfer/projekte-und-missionen/mars-express" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">sieben wissenschaftlichen Instrumente</a> an Bord von <i>Mars Express</i> liefern dabei wichtige Beiträge zur Untersuchung der Oberflächengeologie sowie zur &#8218;Geschichte des Wassers&#8216; auf unserem Nachbarplaneten und damit auch zur Klärung der Frage, ob einstmals &#8218;Leben auf dem Mars&#8216; möglich gewesen sein könnte. Die <i>Mars Express</i>-Mission wird als so erfolgreich eingestuft, dass sie inzwischen bis zum Ende des Jahres 2018 verlängert wurde (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-missionsverlaengerung-bis-ende-2018/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). </p>



<p>Bereits am 10. November 2014 überflog <i>Mars Express</i> während des Orbits Nummer 13.785 die Marsregion <a class="a" href="https://planetarynames.wr.usgs.gov/Feature/419" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Ascuris Planum</a>, welche sich im äußersten nordöstlichen Bereich der  <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-bildet-vulkane-in-der-tharsis-region-ab/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Tharsis-Vulkanregion</a> auf unserem Nachbarplaneten befindet, und bildete einen Teilbereich dieses Gebietes dabei mit der <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/die-stereokamera-hrsc-an-bord-von-mars-express/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">High Resolution Stereo Camera</a> (kurz &#8222;HRSC&#8220;) &#8211; der Hauptkamera an Bord des Marsorbiters &#8211; ab. Aus einer Überflughöhe von mehreren hundert Kilometern erreichte die HRSC dabei eine Auflösung von ungefähr 18 Metern pro Pixel. Die bei dieser Gelegenheit angefertigten Aufnahmen geben einen bei etwa 39 Grad nördlicher Breite und 281 Grad östlicher Länge gelegenen Abschnitt der Marsoberfläche wieder. </p>



<p><strong>&#8222;Horst-Graben-Strukturen&#8220; im Bereich des Ascuris Planum</strong>
<br>
Im Vergleich zu anderen Naturwissenschaften wie der Astronomie, der Mathematik, der Physik oder der Chemie handelt es sich bei der <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Geologie" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Geologie</a> um eine noch relativ junge Wissenschaft, welche sich erst im Verlauf der letzten Jahrhunderte zu einem eigenständigen Forschungszweig entwickelte. Dieser gründete dabei auf den Erfahrungen, welche im Laufe der Zeit bei der Suche und der anschließenden <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Prospektion_(Geologie)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Prospektion</a> von Mineral- und Erzlagerstätten gesammelt wurden. Vor allem in den Mittelgebirgen Zentraleuropas sowie in den Alpen wurde der Bergbau bereits seit der <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bergbau#Vor-_und_fr.C3.BChgeschichtlicher_Bergbau" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Steinzeit</a> betrieben und stellte in diesen Regionen stellenweise bis noch vor wenigen Jahrzehnten einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Bedingt durch diesen historischen Hintergrund fanden auch zahlreiche aus der deutschen Sprache stammende Fachbegriffe ihren Eingang in die heute überwiegend englischsprachig dominierte Fachterminologie der Geologen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11072015141326_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11072015141326_small_2.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin - CC BY-SA 3.0 IGO" width="260"/></a><figcaption>
Das Gebiet Ascuris Planum am nordöstlichen Rand der Tharsis-Vulkanregion ist ein anschauliches Beispiele für eine sogenannte &#8222;Horst- und Grabenlandschaft&#8220;. Die geradlinigen bis leicht gekrümmt verlaufenden Störungen, welche durch eine Dehnungstektonik entstanden sind, fallen hier besonders markant ins Auge. Die hier gezeigte Farbaufnahme wurde aus dem hochauflösenden Nadirkanal und den Farbkanälen der HRSC-Kamera an Bord der Raumsonde Mars Express erstellt. Norden befindet sich rechts im Bild. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin &#8211; CC BY-SA 3.0 IGO)
</figcaption></figure></div>



<p>Ein besonders markantes Beispiel hierfür ist die Bezeichnung &#8222;<a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Horst_(Geologie)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Horst</a>&#8211; und <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Graben_(Geologie)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Graben</a>struktur&#8220;. Dieses auffällige geologische Phänomen von tiefen Gräben und dazwischen befindlichen erhöhten <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Scholle_(Geologie)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Schollen</a> findet sich jedoch nicht nur an vielen Stellen auf unserem Heimatplaneten, sondern ist auch auf dem Mars an zahlreichen Stellen zu beobachten. Bei einer dieser Regionen handelt es sich um das jetzt durch die HRSC-Kamera abgebildete Gebiet des Ascuris Planum. </p>



<p><strong>Wie entstanden die dortigen &#8222;Horst-Graben-Strukturen&#8220;?</strong>
<br>
Die Tharsis-Region, an deren Rand sich das Ascuris Planum befindet, verfügt über einen Durchmesser von mehreren tausend Kilometern und bedeckt dabei eine Fläche von etwa vier Millionen Quadratkilometern der Marsoberfläche, die sich in diesem Bereich wie eine schildförmige Wulst um durchschnittlich vier Kilometer über die umgebende Planetenoberfläche erhebt. Für die Entstehung dieser Region war ein extremer Vulkanismus verantwortlich, welcher auf dem Mars in den vergangenen Jahrmilliarden in mehreren Aktivitätsphasen auftrat. Daraus resultierte auch die Entstehung verschiedener <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schildvulkan" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Schildvulkane</a>, welche zu den höchsten bisher bekannten Erhebungen in unserem Sonnensystem zählen. </p>



<p>Allgemein wird davon ausgegangen, dass sich die Tharsis-Region, genauso wie das benachbarte Grabenbruchsystem der <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-der-groesste-canyon-des-sonnensystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Valles Marineris</a>, von etwa 3,5 Milliarden Jahren während des geologischen Mittelalters des Mars, der sogenannten <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mars_(Planet)#Hesperianische_Periode" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Hesperianischen Epoche</a>, gebildet hat. Die äußere Kruste des Mars wurde zu dieser Zeit durch im Marsinneren auftretende Kräfte aufgewölbt. Während der verschiedenen geologischen Aktivitätsphasen wurden gewaltige Mengen von Lava an die Oberfläche des Planeten befördert. Diese Lavamassen schichteten sich zu den besagten Vulkanen auf. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11072015141326_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11072015141326_small_3.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="260"/></a><figcaption>
Diese Grafik beschreibt die zeitliche Verteilung der fünf vulkanischen Aktivitätsphasen auf dem Mars. 
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(Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p>Der <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-lavastroeme-am-fusse-des-olympus-mons/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Olympus Mons</a>, der höchste Vulkan auf dem Mars, erreicht dabei bei einem Basisdurchmesser von etwa 550 Kilometern eine Höhe von mehr als 22 Kilometern. Weitere große Vulkane dieser Region sind der Ascraeus Mons mit 18, der Arsia Mons mit 14 und der Pavonis Mons mit 12 Kilometern Höhe. Bei den Ausbrüchen der Vulkane ergossen sich große Mengen an dünnflüssiger Lava über die Marsoberfläche, welche dabei zu ausgedehnten, mächtigen Lavadecken erstarrten. Durch das Gewicht des vulkanischen Gesteins bauten sich innerhalb der Marskruste massive <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dehnungstektonik" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">tektonische Dehnungsspannungen</a> auf. </p>



<p>Wird eine starre, spröde Gesteinskruste jedoch gedehnt &#8211; beispielsweise weil der Untergrund infolge tektonischer Prozesse angehoben wird &#8211; so wird die darüber liegende Oberfläche &#8218;unter Spannung&#8216; gesetzt. Sobald die dabei auftretende Dehnungsspannung über die für das Gestein &#8218;erträglichen&#8216; Grenzwerte steigt, kommt es zu einem Aufbrechen der Planetenkruste. Dies hat zur Folge, dass sich eine <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%B6rung_(Geologie)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Störungszone</a> bildet. </p>



<p>Dehnt sich die Kruste noch weiter, so können entlang der Dehnungsbrüche große Gesteinsblöcke mehrere hundert Meter in die Tiefe rutschen. Über einen Zeitraum von viele Millionen Jahre entsteht so ein tektonischer Graben. Die zu beiden Seiten des Grabens zum Liegen gekommenen Blöcke überragen nun die umgebende Landschaft und bilden die dazu gehörigen Horste. </p>



<p><strong>Früherer Vulkanismus</strong>
<br>
Das Ascuris Planum weist jedoch noch weitere interessante geologische Aspekte auf. Neben der komplexen Tektonik sind hierbei speziell verschiedene vulkanische Phänomene von Interesse. In der unmittelbaren Nachbarschaft zum Ascuris Planum befindet sich mit dem weiter westlich gelegenen Alba Patera ein weiterer der größten Vulkane unseres Nachbarplaneten. Unmittelbar südöstlich befindet sich dagegen mit dem Labeatis Mons einer der zahlreichen kleineren Schildvulkane der Tharsis-Region. Die geradlinig bis leicht gekrümmt verlaufenden Störungen, welche für die Entstehung der Horst- und Grabenlandschaft verantwortlich sind, fallen hier ganz besonders ins Auge. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11072015141326_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11072015141326_small_4.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin - CC BY-SA 3.0 IGO" width="260"/></a><figcaption>
Mit den Aufnahmen der HRSC-Kamera ist es auch möglich, nach der Berechnung von digitalen Geländemodellen perspektivische Ansichten der aufgenommenen Landschaft zu erzeugen. Auf diesem Bild sind zusätzlich zu den zumeist parallel verlaufenden, aber sich teilweise auch schneidenden Gräben zwei ältere Einschlagskrater und &#8211; dazwischen gelegen &#8211; eine sogenannte Grubenkrater-Kette zu erkennen. Die Struktur der Ejektadecke des größeren Kraters zeigt, dass dessen Entstehung noch vor der Herausbildung des unmittelbar rechts gelegenen Grabens erfolgt sein muss, denn die Decke des Auswurfmaterials setzt sich noch weiter rechts des Grabens deutlich erkennbar fort. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin &#8211; CC BY-SA 3.0 IGO)
</figcaption></figure></div>



<p>Es handelt sich bei dem Ascuris Planum um einen Teil der Marskruste, welcher über einen sehr langen Zeitraum der Marsgeschichte unter hohem tektonischem &#8218;Stress&#8216; gestanden haben muss. Die meist parallel angeordneten Gräben weisen einen von Nordosten nach Südwesten zeigenden Verlauf auf. Allerdings gibt es auch Gräben, die diese Hauptrichtung schneiden. Dies weist darauf hin, dass dieser Bereich der Marsoberfläche zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlichen Belastungen im &#8218;Stress-Regime&#8216; ausgesetzt war. In den linken Bildhälften der hier gezeigten verschiedenen Nadiransichten erscheinen die Kanten der Gräben zudem &#8218;frischer&#8216; und weniger stark erodiert aus. Diese Strukturen dürften somit einer jüngeren Generation von Brüchen angehören. </p>



<p>Auf den höchsten Erhebungen dieser Region, welche am besten in der weiter unten gezeigten farbkodierten Höhenkarte zu erkennen sind, finden sich zudem einige erstarrte Lavaströme. Diese Ströme, welche eventuell mit dem benachbarten Vulkan Labeatis Mons in Verbindung stehen, könnten entlang der Störungslinien ausgetreten sein. Ein entsprechendes Beispiel hierfür ist den Geologen auf unserem Heimatplaneten von den durch Vulkanismus geprägten Hawaii-Inseln im Pazifik bekannt. </p>



<p><strong>Grubenkrater-Ketten liefern Hinweis auf Lavaströme oder auf ehemaliges Grundwasser</strong>
<br>
In den rechten Bildhälften der Nadiransichten sind dagegen einige parallel verlaufende Gräben und mehrere Impaktkrater erkennbar. Zwei dieser Krater befinden sich unmittelbar neben tektonischen Bruchlinien und weisen in ihren Wällen in Richtung der Gräben eine Öffnung auf. Diese Krater müssen somit älter als die tektonischen Brüche sein. Dies zeigt sich auch in der Struktur der <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ejektadecke" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Ejektadecke</a> des größeren dieser beiden Krater, welche von einem Graben unterbrochen wird, bevor sie sich am anderen Ende des Grabens fortsetzt. Krater mit intakten Rändern, welche sich direkt auf den in dieser Region befindlichen Gräben befinden, sind dagegen offensichtlich jüngeren Datums. Anhand solcher Beobachtungen lassen sich die hier erfolgten geologischen Abläufe bis zu einem gewissen Grad somit auch zeitlich einordnen. </p>



<p>Auffallend ist zudem eine Aneinanderreihung von einzelnen, nahezu kreisrunden und kesselartigen Vertiefungen. Hierbei handelt es sich um Gruben mit steilen Wänden, welche sich entlang von weiteren Störungslinien in der spröden Marskruste gebildet haben. Die Geologen sprechen hier von Grubenkrater-Ketten. Derartige Strukturen treten häufig auf den Flanken von flachen Schildvulkanen auf und könnten den Verlauf von früher unter der Oberfläche existenten Lavakanälen anzeigen. Im Laufe der Zeit stürzen Teile der Gesteinsdecke über zwischenzeitlich entleerten Lavakanälen ein und bilden so diese Muster. Auch dieses Phänomen findet sich auf der Erde an verschiedenen Stellen &#8211; beispielsweise ebenfalls auf Hawaii oder auf Island. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11072015141326_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11072015141326_small_5.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin - CC BY-SA 3.0 IGO" width="260"/></a><figcaption>
Aus den Stereo-Bilddaten des HRSC-Kameraexperiments an Bord der Raumsonde Mars Express lassen sich auch digitale Geländemodelle ableiten, welche jedem Bildpunkt auf der Marsoberfläche einen Höhenwert zuordnen. Das Bezugsniveau für die Höhenwerte ist das sogenannte Areoid &#8211; eine gedachte Fläche gleicher Anziehungskraft, die dem Meeresspiegel auf der Erde entspricht. Die hier wiedergegebene Karte zeigt deutlich die in der abgebildeten Region gegebenen Höhenunterschiede zwischen den bis zu mehreren Kilometer breiten und ein bis zwei Kilometer tiefen Gräben und der Umgebung. Anhand der Farbskala rechts oben in dem Bild lässt sich die Verteilung der Höhenwerte anschaulich ablesen. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin &#8211; CC BY-SA 3.0 IGO)
</figcaption></figure></div>



<p>Allerdings gibt es auch zwei weitere, nicht auf einen Vulkanismus beruhende Erklärungsansätze für die Entstehung dieser Grubenkrater-Ketten. Die erste alternative Theorie folgt dabei dem Ansatz, dass die Planetenkruste gedehnt wurde. Hierbei entstanden Vertiefungen, welche anschließend von nachrutschendem Material teilweise wieder verfüllt wurden. Aber auch Grundwasser, so der dritte Ansatz, könnte bei der Entstehung dieser Strukturen eine Rolle gespielt haben. </p>



<p>Auf der Erde treten derartige Aneinanderreihungen von trichterartigen &#8218;Löchern&#8216; in einer ansonsten intakten Landschaft insbesondere in <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karst" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Karstlandschaften</a> auf und werden hier als <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Doline" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Dolinen</a> bezeichnet. Diese entstehen, wenn sich das in der Erdatmosphäre enthaltene Kohlenstoffdioxid mit Wasser zu Kohlensäure verbindet, welche dann als Bestandteil des Oberflächenwassers das Kalkgestein angreift. Kohlensäurehaltiges Sickerwasser gerät dabei in den Untergrund und lässt dort Hohlräume entstehen. Sobald die über so einem Hohlraume befindliche Deckschicht ihr Eigengewicht nicht mehr tragen kann, stürzt die Höhlendecke ein und legt die besagten trichterartigen Strukturen frei. </p>



<p>Zwar gibt es auf dem Mars nach dem derzeitigen Wissensstand keine Kalksteinablagerungen. Allerdings konnten in den vergangenen Jahren in vielen Regionen der Marsoberfläche andere wasserlösliche mineralogische Ablagerungen &#8211; beispielsweise in Form von Sulfaten &#8211; nachgewiesen werden, welche dort an Stellen auftreten, an denen einstmals auch Wasser vorhanden war. </p>



<p>Unabhängig davon, auf welche Weise sich diese Grubenkrater-Kette letztendlich gebildet hat, ist es jedoch deutlich, dass diese Region der Marsoberfläche eine bewegte und komplexe Vergangenheit durchlaufen hat, durch deren nähere Untersuchung sich den Geologen in der Zukunft weitere Einblicke in die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte unseres Nachbarplaneten ergeben werden. </p>



<p><strong>Bildverarbeitung und HRSC-Kamera</strong>
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Die weiter oben gezeigte Nadir-Farbansicht des Ascuris Planum wurde aus dem senkrecht auf die Marsoberfläche blickenden Nadirkanal und den vor- beziehungsweise rückwärts blickenden Farbkanälen der HRSC-Stereokamera erstellt. Die perspektivische Schrägansicht wurde aus den Aufnahmen der Stereokanäle der HRSC-Kamera berechnet. Ein Anaglyphenbild, welches bei der Verwendung einer Rot-Blau- oder Rot-Grün-Brille einen dreidimensionalen Eindruck der Marslandschaft vermittelt, wurde aus dem Nadirkanal und einem der vier Stereokanäle der Kamera abgeleitet. Des Weiteren konnten die für die Bildauswertung zuständigen Wissenschaftler aus einer höhenkodierten Bildkarte, welche aus den Nadir- und Stereokanälen der HRSC-Kamera errechnet wurde, ein digitales Geländemodell der abgebildeten Marsoberfläche ableiten. </p>



<p>Das HRSC-Kameraexperiment an Bord der ESA-Raumsonde <i>Mars Express</i> wird vom Principal Investigator (PI) Prof. Dr. Ralf Jaumann geleitet. Das für die HRSC-Kamera verantwortliche wissenschaftliche Team besteht derzeit aus 52 Co-Investigatoren, welche in 34 Instituten in elf Ländern tätig sind. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11072015141326_big_6.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11072015141326_small_6.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin - CC BY-SA 3.0 IGO" width="260"/></a><figcaption>
Aus dem senkrecht auf die Marsoberfläche gerichteten Nadirkanal der HRSC-Kamera und einem der vier Stereokanäle lassen sich sogenannte Anaglyphenbilder erstellen, welche bei der Verwendung einer Rot-Blau- oder Rot-Grün-Brille einen realistischen, dreidimensionalen Blick auf die Landschaft ermöglichen. Damit lassen sich auch subtile Höhenunterschiede gut erkennen. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin &#8211; CC BY-SA 3.0 IGO)
</figcaption></figure></div>



<p>Die hochauflösende Stereokamera wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Neukum entwickelt und in Kooperation mit mehreren industriellen Partnern (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH und Jena-Optronik GmbH) gebaut. Sie wird vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben. Die systematische Prozessierung der Bilddaten erfolgt am DLR. Die Darstellungen der hier gezeigten <i>Mars Express</i>-Aufnahmen wurden von den Mitarbeitern der Fachgruppe &#8222;Planetologie und Fernerkundung&#8220; des Instituts für Geologische Wissenschaften der FU Berlin in Zusammenarbeit mit dem DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof erzeugt. 
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Die in diesem Bericht gezeigten Aufnahmen der Region Ascuris Planum finden Sie auch auf den entsprechenden Internetseiten des <a class="a" href="https://www.dlr.de/de/bilder/2015/3/perspektivische-ansicht-von-ascuris-planum_19856" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">DLR</a> und der <a class="a" href="https://www.geo.fu-berlin.de/geol/fachrichtungen/planet/press/archiv2015/ascuris_planum1/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">FU Berlin</a>. Speziell in den dort verfügbaren hochaufgelösten Aufnahmen kommen die verschiedenen Strukturen der Marsoberfläche besonders gut zur Geltung. </p>



<p><strong>Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/sonnenkonjunktion-zwangspause-fuer-die-marsforscher/" data-wpel-link="internal">Sonnenkonjunktion &#8211; Zwangspause für die Marsforscher</a><a> (13. Juni 2015) </a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/siloe-patera-ein-supervulkan-auf-dem-mars/" data-wpel-link="internal">Siloe Patera &#8211; Ein Supervulkan auf dem Mars?</a><a> (27. Mai 2015) </a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-eine-kraterlandschaft-im-arabia-terra/" data-wpel-link="internal">Mars Express &#8211; Eine Kraterlanschaft im Arabia Terra</a><a> (26. April 2015) </a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-neue-aufnahmen-der-cydonia-region/" data-wpel-link="internal">Mars Express: Neue Aufnahmen der Cydonia-Region</a><a> (16. März 2015) </a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-der-einstmals-blaue-planet/" data-wpel-link="internal">Mars &#8211; Der einstmals Blaue Planet</a><a> (7. März 2015) </a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-missionsverlaengerung-bis-ende-2018/" data-wpel-link="internal">Mars Express: Missionsverlängerung bis Ende 2018</a><a> (23. Dezember 2014) </a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/die-stereokamera-hrsc-an-bord-von-mars-express/" data-wpel-link="internal">Die Stereokamera HRSC an Bord von Mars Express</a> (11. September 2014) </li></ul>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4079.330" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mars Express</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=694.855" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Mars</a></li></ul>



<p><strong>Verwandte Seiten bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/tag/mars-express/" data-wpel-link="internal">Mars-Express-Sonderseite</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/mars-express/" data-wpel-link="internal">Mars-Express-Newsarchiv</a></li></ul>



<p><strong>Sonderseite des DLR:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.dlr.de/de/bilder/2013/2/dlr-webspecial-zu-10-jahren-mars-express-mission_10834" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Zehn Jahre Mars Express</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-aufnahmen-der-region-ascuris-planum/" data-wpel-link="internal">Mars Express &#8211; Aufnahmen der Region Ascuris Planum</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		<enclosure url="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2015-07-17-42354.mp3" length="10698898" type="audio/mpeg" />
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			</item>
		<item>
		<title>Der Kometenlander Philae hat sich erneut gemeldet</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/der-kometenlander-philae-hat-sich-erneut-gemeldet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Jul 2015 14:31:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[CONSERT]]></category>
		<category><![CDATA[DLR]]></category>
		<category><![CDATA[Komet]]></category>
		<category><![CDATA[Kometenforschung]]></category>
		<category><![CDATA[LCC]]></category>
		<category><![CDATA[Philae]]></category>
		<category><![CDATA[Rosetta]]></category>
		<category><![CDATA[Tschurjumow-Gerasimenko]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=41966</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nach einer Unterbrechung von mehr als zwei Wochen konnte am gestrigen Tag ein erneuter Kontakt zu dem Kometenlander Philae hergestellt werden. Die dabei empfangenen Daten zeigen zudem, dass eines der Instrumente an Bord von Philae aktiviert werden konnte. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: DLR. Vertont von Peter Rittinger Bereits am 12. November 2014 erreichte [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/der-kometenlander-philae-hat-sich-erneut-gemeldet/" data-wpel-link="internal">Der Kometenlander Philae hat sich erneut gemeldet</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Nach einer Unterbrechung von mehr als zwei Wochen konnte am gestrigen Tag ein erneuter Kontakt zu dem Kometenlander Philae hergestellt werden. Die dabei empfangenen Daten zeigen zudem, dass eines der Instrumente an Bord von Philae aktiviert werden konnte.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: DLR. Vertont von Peter Rittinger</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2015-07-13-33241.mp3"></audio></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/10072015163108_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/10072015163108_small_1.jpg" alt="ESA, ATG medialab" width="260"/></a><figcaption>
Der Kometenlander Philae ist mit 
<a class="a" href="https://web.archive.org/web/20230603215039/https://www.dlr.de/pf/desktopdefault.aspx/tabid-1371/1868_read-3321/" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">zehn wissenschaftlichen Instrumenten</a>
 ausgestattet, welche eventuell in den kommenden Wochen und Monaten neue Messungen durchführen könnten. Hierfür ist jedoch zunächst ein stabiler Kontakt mit dem Lander notwendig. 
<br>
(Bild: ESA, ATG medialab)
</figcaption></figure></div>



<p>Bereits am 12. November 2014 erreichte der von der Kometensonde <i>Rosetta</i> mitgeführte Lander <i>Philae</i> nach einer unerwartet &#8218;holprig&#8216; verlaufenden Landung die Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko (der Einfachheit halber ab hier als &#8222;67P&#8220; abgekürzt), wo er in den folgenden Tagen mit acht von seinen <a class="a" href="https://web.archive.org/web/20230603215039/https://www.dlr.de/pf/desktopdefault.aspx/tabid-1371/1868_read-3321/" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">zehn wissenschaftlichen Instrumenten</a> erfolgreich eine Vielzahl an Messungen durchführte. Am 15. November 2015 waren jedoch die Energievorräte des Landers so weit aufgebraucht, dass dieser sich um 01:36 MEZ in einen &#8218;Schlafmodus&#8216; versetzte. In den folgenden sieben Monaten war es den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern und Ingenieuren trotz mehrerer entsprechender Kampagnen nicht möglich, einen erneuten Kontakt mit <i>Philae</i> zu etablieren. </p>



<p>Vor fast genau einem Monat &#8211; am 13. Juni 2015 &#8211; konnte der für die Kommunikation mit <i>Philae</i> zwingend benötigte &#8218;Kometenorbiter&#8216; <i>Rosetta</i> jedoch zur Freude der an der Mission beteiligten Forscher und Ingenieure erstmals wieder in Form einer zwar schwachen, aber stabilen Radiotransmission ein Lebenszeichen von seiner Tochtersonde registrieren. In den folgenden Wochen erfolgten die weiteren &#8218;Meldungen&#8216; des Kometenlanders jedoch nur sporadisch. Die entsprechenden Verbindungen waren dabei allerdings immer nur von kurzer Dauer und zudem relativ instabil (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/rosetta-bisher-nur-unregelmaessiger-kontakt-zu-philae/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). Ab dem 24. Juni 2015 konnte das für die Kontrolle des Landers zuständigen Team am <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Raumfahrtnutzerzentrum#ROSETTA-Lander-Kontrollzentrum" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Lander Control Center</a> (LCC) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln dann keine weiteren Signale von <i>Philae</i> empfangen. </p>



<p>Dementsprechend durchwachsen war die Stimmung der an der Mission beteiligten Mitarbeiter während der letzten Tage. Weder eine neue Flugbahn für den Kometenorbiter <i>Rosetta</i> noch dessen weitere Annäherung an die Oberfläche von 67P konnten eine erneute Kommunikation mit dem Lander ermöglichen. Aus den zuletzt empfangenen Telemetriedaten ließ sich allerdings auch nicht erkennen, dass sich <i>Philae</i> in größeren technischen Schwierigkeiten befindet. Die im Inneren des Landers gemessene Temperatur von null Grad Celsius ließ das Team des DLR sogar darauf hoffen, dass sich <i>Philaes</i> Batterie nun sogar wieder aufladen würde. Die Telemetriedaten haben jedoch auch zu dem Schluss geführt, dass offenbar eine der beiden Kommunikationseinheiten des Landers beeinträchtigt ist. Die zweite Einheit hat jedoch ohne erkennbare Funktionsstörungen gearbeitet. </p>



<p>&#8222;Wir haben <i>Philae</i> nie aufgegeben und sind optimistisch geblieben&#8220;, so Dr. Koen Geurts vom Lander-Kontrollteam des DLR. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/10072015163108_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/10072015163108_small_2.jpg" alt="DLR (CC-BY 3.0)" width="260"/></a><figcaption>
Der Kometenlander Philae sendet seine Daten zunächst an den Orbiter Rosetta, von wo aus diese an das 
<a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/ESTRACK" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">ESTRACK-Kommunikationsnetzwerk</a>
 der ESA beziehungsweise an das 
<a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Deep_Space_Network" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Deep Space Network</a>
 der NASA weitergeleitet werden. Von den jeweiligen Empfangsstationen werden diese Daten zunächst an das 
<a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/ESOC" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Raumflugkontrollzentum</a>
 der ESA übermittelt, bevor sie vom ESOC an das 
<a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Raumfahrtnutzerzentrum#ROSETTA-Lander-Kontrollzentrum" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Lander Control Center</a>
 (LCC) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln weitergeleitet werden. Das LCC ist für die Kommandierung und den Betrieb des Kometenlanders zuständig. 
<br>
(Bild: DLR (CC-BY 3.0))
</figcaption></figure></div>



<p><strong>Ein weiteres Lebenszeichen am 9. Juli 2015</strong>
<br>
Am 5. Juli wurde dem Kometenlander deshalb im Rahmen eines &#8222;Blind Commanding&#8220; der Befehl übermittelt, das dort an Bord befindliche CONSERT-Instrument zu aktivieren. Bei dem &#8222;Comet Nucleus Sounding Experiment by Radio wave Transmission&#8220; &#8211; so der vollständige Name dieses Instruments &#8211; handelt es sich um eine Radiowellensonde zur &#8218;Durchleuchtung&#8216; des Kometenkerns. Mit einer auf dem Orbiter installierten Sendeanlage werden Radiosignale zu einem auf dem Kometenlander befindlichen &#8218;Gegenstück&#8216; ausgestrahlt, welche von dort zu dem Orbiter zurückgeschickt werden sollen. Bedingt durch die Rotation des Kometen und durch die Eigenbewegung des Orbiters durchdringen diese Radiosignale auch das Innere des Kometen 67P und werden dabei leicht verändert. Durch die Auswertung der veränderten Signale können die an der Mission beteiligten Wissenschaftler Informationen über den inneren Aufbau und die Struktur des Kometenkerns ableiten. </p>



<p>Allerdings reagierte <i>Philae</i> zunächst nicht auf den Befehl einer Aktivierung von CONSERT, welcher daraufhin am 9. Juli erneut gesendet wurde. Und tatsächlich erfolgte diesmal eine Bestätigung. Der Kometenlander <i>Philae</i> hat noch am selben Tag &#8218;geantwortet &#8218; und zwischen 19:45 und 20:07 MESZ erneut Daten gesendet. Auch wenn die Verbindung dabei erneut mehrfach abbrach, so blieb der gestrige Kontakt zu <i>Philae</i> doch trotzdem über insgesamt zwölf Minuten stabil. </p>



<p>&#8222;<i>Philaes</i> Lebenszeichen beweist uns, dass die Kommunikationseinheit am Lander weiterhin funktioniert und unsere Kommandos empfängt&#8220;, so Dr. Koen Geurts. Gegenwärtig sind die Experten des DLR mit der Auswertung der empfangenen Daten beschäftigt. &#8222;Wir sehen bereits, dass wir mit unserem Kommando, das wir am 9. Juli gesendet haben, das CONSERT-Instrument erfolgreich eingeschaltet haben.&#8220; </p>



<p>Allerdings gibt der Lander seinem verantwortlichen Team auch weiterhin Rätsel auf. &#8222;Wir haben noch keine genaue Erklärung, warum er sich jetzt gemeldet hat und in den vergangenen Tagen nicht&#8220;, so Dr. Geurts weiter. So wurde zum Beispiel während der vergangenen zwei Wochen die Flugbahn des Orbiters nicht mehr verändert. <i>Rosetta</i> hätte somit eigentlich bereits während der letzten Tage weitere Signale von <i>Philae</i> empfangen sollen. </p>



<p>Die Tatsache, dass der Lander am gestrigen Tag auf die Kommandos reagiert hat, stellt für die Mitarbeiter des <i>Philae</i>-Teams jedoch eine gute Nachricht dar. Sollte es in Zukunft gelingen, eine stabile Funkverbindung mit längeren und vorhersagbaren Kontaktzeiten zu <i>Philae</i> zu etablieren, so könnte der Lander auch seine wissenschaftlichen Instrumente wieder zum Einsatz bringen. </p>



<p><strong>Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:</strong></p>



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<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?board=34.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mission Rosetta</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=667.285" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Kometen</a></li></ul>



<p><strong>Verwandte Seiten bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/rosetta/" data-wpel-link="internal">Rosetta-Sonderseite</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/rosetta/" data-wpel-link="internal">Rosetta-Newsarchiv</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/tag/kometen/" data-wpel-link="internal">Kometen-Newsarchiv</a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Der Marsrover Curiosity setzt die Untersuchungen fort</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/der-marsrover-curiosity-setzt-die-untersuchungen-fort/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Jul 2015 14:46:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Curiosity]]></category>
		<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Rover]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Marsrover Curiosity hat die kürzlich erfolgte Sonnenkonjunktion gut überstanden und konnte seine Untersuchungen mittlerweile fortsetzen. Wie schon bereits unmittelbar vor der Konjunktion, stehen dabei derzeit die Analysen von unterschiedlichen Gesteinstypen auf dem Arbeitsprogramm der an dieser Mission beteiligten Marsforscher. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: JPL, USGS, University of Leicester. Vertont von Peter Rittinger [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Der Marsrover Curiosity hat die kürzlich erfolgte Sonnenkonjunktion gut überstanden und konnte seine Untersuchungen mittlerweile fortsetzen. Wie schon bereits unmittelbar vor der Konjunktion, stehen dabei derzeit die Analysen von unterschiedlichen Gesteinstypen auf dem Arbeitsprogramm der an dieser Mission beteiligten Marsforscher.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: JPL, USGS, University of Leicester. Vertont von Peter Rittinger</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2015-07-10-44244.mp3"></audio></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/04072015164654_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/04072015164654_small_1.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech" width="549" height="182"/></a><figcaption>
Am 27. Mai 2015, dem Sol 997 der Mission, fertigte der Marsrover Curiosity mit seinen Navigationskameras dieses 360-Grad-Panorama von seinem damaligen Standort an. Bei der Verwendung einer Rot-Blau- oder Rot-Grün-Brille ergibt sich hier ein realistischer, dreidimensionaler Blick auf die Landschaft. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech)
</figcaption></figure></div>



<p>Der von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebene Marsrover <i>Curiosity</i> landete am 6. August 2012 im Inneren des unmittelbar südlich des Marsäquators gelegenen und 154 Kilometer durchmessenden Gale-Kraters und untersucht seitdem &#8211; entsprechend seinen wissenschaftlichen Zielsetzungen &#8211; unter anderem, ob der äußere Nachbarplanet der Erde einstmals Bedingungen aufwies, welche prinzipiell die Entstehung von primitiven Lebensformen begünstigt haben könnten. In dem Zeitraum zwischen dem 30. Mai und dem 25. Juni 2015 waren die Aktivitäten des Rovers jedoch durch die diesjährige Konjunktionsstellung des Mars &#8211; unser Nachbarplanet befand sich in dieser Zeit fast direkt hinter der Sonne, was eine Kommunikation nahezu unmöglich machte &#8211; stark eingeschränkt (<a href="https://www.raumfahrer.net/sonnenkonjunktion-zwangspause-fuer-die-marsforscher/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/04072015164654_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/04072015164654_small_2.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Malin Space Science Systems" width="300" height="187"/></a><figcaption>
Diese Mosaikaufnahme kombiniert mehrere Einzelaufnahmen, welche mit der MastCam des Marsrovers Curiosity bereits am 25. Mai 2015 angefertigt wurden. Dabei ist die Kontaktzone zwischen den Oberflächenbereichen &#8222;Pahrump Hills&#8220; und &#8222;Stimons&#8220;, welche sich durch unterschiedliche Färbungen bemerkbar machen, deutlich erkennbar. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Malin Space Science Systems)
</figcaption></figure></div>



<p>Die an der <i>Curiosity</i>-Mission beteiligten Wissenschaftler und Ingenieure nahmen die Planungen für den weiteren Betrieb des Rovers schließlich am 26. Juni wieder auf, wobei zunächst eine Auswertung der zwischenzeitlich von dem Rover gesammelten Telemetriewerte erfolgte. Diese Daten zeigten keine Auffälligkeiten &#8211; <i>Curiosity</i> hat somit auch seine mittlerweile zweite Sonnenkonjunktion auf dem Mars gut überstanden. </p>



<p>Entsprechend der bereits vor der Konjunktion erfolgten Planungen der &#8222;MSL tactical operations group&#8220; verbrachte <i>Curiosity</i> die ersten Tage nach der Wiederaufnahme des regulären wissenschaftlichen Betriebes damit, mit seinen verschiedenen Kamerasystemen diverse Aufnahmen der Umgebung anzufertigen. Diese Aufnahmen sollen jetzt mit Fotos der gleichen Oberflächenbereiche abgeglichen werden, welche unmittelbar vor dem Beginn der Konjunktion aufgenommen wurden. Hierdurch erhoffen sich die Wissenschaftler Hinweise auf eventuelle zwischenzeitlich erfolgte und zum Beispiel durch eine <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Winderosion#Winderosion_.28.C3.A4olische_Erosion.29" target="_blank" data-wpel-link="external">Winderosion</a> bedingte Veränderungen der Oberfläche. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/04072015164654_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/04072015164654_small_3.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Malin Space Science Systems" width="300" height="224"/></a><figcaption>
Diese am 29. Mai 2015 durch die MAHLI-Kamera angefertigte Aufnahme zeigt einen lediglich 33 Millimeter abmessenden Bereich der Oberfläche einer Formation namens &#8222;Big Arm&#8220;. Deutlich sind hier die verschiedenen Abmessungen, Formen und Farben der darin enthaltenen Sandkörner erkennbar. Speziell die rundlich erscheinenden Sandkörner wurden sehr wahrscheinlich über längere Distanzen von fließendem Wasser transportiert, bevor sie sich letztendlich hier ablagerten. Die unterschiedlichen Färbungen der hier sichtbaren Materialien werden dagegen durch unterschiedliche mineralogische Zusammensetzungen hervorgerufen. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Malin Space Science Systems)
</figcaption></figure></div>



<p>Bereits am 28. Juni, dem Missionstag <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sol_(Marstag)" target="_blank" data-wpel-link="external">Sol</a> 1028, wurde dann auch wieder der Instrumentenarm des Rovers entfaltet. Die an diesem Arm montierte MAHLI-Kamera fertigte in den folgenden Stunden diverse Aufnahmen der unmittelbar vor dem Rover befindlichen Marsoberfläche an, wobei zum wiederholten Mal auch Nachtaufnahmen angefertigt wurden. Ebenfalls während dieser Nacht kam zudem das ebenfalls am Instrumentenarm befindliche APX-Spektrometer zum Einsatz. </p>



<p>Im Verlauf der jetzt zu Ende gehenden Woche setzte der Rover dann die bereits vor der Konjunktion begonnenen Untersuchungen im Bereich seines derzeitigen Standortes in der Region &#8222;Marias Pass&#8220; fort. Dort hatten zwei unterschiedliche Gesteinsschichten, welche in Kontakt zueinander treten &#8211; helles Material trifft dort auf eher dunkle Gesteinsablagerungen &#8211; das Interesse der an der Mission beteiligten Geologen erweckt. </p>



<p>Das hellere Material, so die Marsforscher, konnte bereits im bisherigen Verlauf der Mission an anderen Stellen der Region &#8222;Pahrump Hills&#8220; eingehender analysiert werden. Sehr wahrscheinlich handelt es sich dabei um tonhaltiges Gestein. Das dunklere Material, welches einer Region namens &#8222;Stimons&#8220; zugeordnet wird und das die Gesteine der &#8218;Pahrump-Unit&#8216; teilweise überlagert, ist dagegen neu. Hierbei scheint es sich um Sandstein zu handeln. Einige der im Bereich dieser Kontaktzone zu beobachtenden Gesteine sind zudem von verschiedenen <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mineralgang" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Mineralvenen</a> durchzogen. </p>



<p>Die Identifikation dieser Minerale könnte den Geologen Aufschluss über die Prozesse geben, welche vermutlich bereits vor Jahrmilliarden zu der Bildung der beiden unterschiedlichen Gesteinsschichten geführt haben. Zu diesem Zweck wurden zwei dieser Venen &#8211; die unmittelbar oberhalb beziehungsweise unterhalb der Kontaktzone gelegenen Oberflächenziele &#8222;Lemhi&#8220; und &#8222;Lowary&#8220; &#8211; am 29. Juni zunächst mit der ChemCam analysiert und anschließend nochmals mit der MastCam abgebildet. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/04072015164654_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/04072015164654_small_4.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, University of Arizona, Phil Stooke (UMSF-Forum)" width="300" height="266"/></a><figcaption>
Diese Karte zeigt die von dem Rover Curiosity während der letzten Wochen zurückgelegte Route. Die bisher letzte Fahrt erfolgte dabei am Sol 1030 (dem 30. Juni 2015) und führte zu der Oberflächenformation &#8222;Missoula&#8220;. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, University of Arizona, Phil Stooke (UMSF-Forum))
</figcaption></figure></div>



<p>Am darauf folgenden Tag, dem Sol 1030, erfolgte dann eine kurze Fahrt über eine Distanz von etwa vier Metern, durch welche der benachbarte Oberflächenbereich &#8222;Missoula&#8220; in die Reichweite der Instrumente gelangte. Nach diesem Manöver wurden &#8211; wie bei dem Betrieb von <i>Curiosity</i> üblich &#8211; mit den Kamerasystemen zunächst diverse Aufnahmen der unmittelbaren Umgebung angefertigt. Diese Aufnahmen sind nötig, damit die an der Mission beteiligten Wissenschaftler und die für die Steuerung des Rovers zuständigen &#8218;Roverdriver&#8216; die weitere Vorgehensweise planen können. </p>



<p>Die Auswertung dieser Aufnahmen zeigte, dass sich <i>Curiosity</i> nach dieser Fahrt in einer optimalen Position für weitere &#8218;Contact Science&#8216;-Analysen befand. Die MAHLI-Kamera wurde im Rahmen dieser Untersuchungen genutzt, um einen größeren Bereich der Oberfläche mit mehreren Einzelfotos abzubilden. Aus diesen Einzelaufnahmen kann ein Mosaik der Pahrump-Stimons-Kontaktzone erstellt werden. Zusammen mit den Daten der in den letzten Tagen ebenfalls auf die gleiche Weise eingesetzten Instrumente ChemCam und MastCam erhoffen sich die Wissenschaftler weitere Aufschlüsse über die Entstehungsgeschichte dieser Region der Marsoberfläche. Dieser vertikal verlaufende <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Transekt" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Transekt</a> wurde bewusst so gewählt, dass sich in den dabei zu gewinnenden Daten chemische und mineralogische Veränderungen im Bereich dieser Kontaktzone zeigen sollten. </p>



<p>Zudem wurden in den vergangenen Tagen verschiedene weitere Oberflächenziele in der unmittelbaren Umgebung &#8211; darunter auch ein unter dem Gewicht von einem der sechs Räder des Rovers zerbrochener Stein &#8211; mit mehreren der Instrumente abgebildet und untersucht. Diese Analysen von &#8222;Seeley&#8220;, so lautet der Name dieses kleinen Felsbrockens, welcher dem Rover im Weg lag, erlaubte Einblicke in ein Marsgestein, welches in der Vergangenheit nicht den direkten erosiven Auswirkungen der harschen Umgebung ausgesetzt war. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/04072015164654_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/04072015164654_small_5.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Malin Space Science Systems" width="300" height="221"/></a><figcaption>
Diese Aufnahme der MAHLI-Kamera wurde am 2. Juli 2015 angefertigt. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Malin Space Science Systems)
</figcaption></figure></div>



<p>Für den morgigen 5. Juli 2015, den Missionstag Sol 1035, ist für <i>Curiosity</i> eine weitere Fahrt vorgesehen. Hierbei soll sich der Rover allerdings nicht in bisher unbekanntes Gelände begeben, sondern vielmehr eine etwa 30 Meter entfernt gelegene Region nordöstlich des jetzigen Standorts ansteuern, welche erstmals bereits im Mai 2015 &#8211; am Missionstag Sol 991 &#8211; erreicht wurde. Damals blieb allerdings keine Zeit für eine eingehendere Untersuchungen der dort befindlichen Oberflächengesteine. </p>



<p>Auf dem Weg zu diesem neuen &#8218;alten&#8216; Standort soll in erster Linie das DAN-Instrument eingesetzt werden, um in dem von dem Rover passierten Bereich den Mengenanteil und die Verteilung von wasserstoffhaltigen Molekülen im Marsboden zu ermitteln. Nach dem Erreichen seines neuen Standortes wird <i>Curiosity</i> am Sol 1036 zunächst einen &#8218;Ruhetag&#8216; einlegen, an dem lediglich weitere Routinemessungen mit der Wetterstation REMS vorgesehen sind. </p>



<p>Aufgrund der in der gesamten Region zu erwartenden hohen wissenschaftlichen Ausbeute werden vermutlich noch mehrere Wochen oder gar Monate vergehen, bevor <i>Curiosity</i> seine Fahrt zu dem Zentralberg &#8222;Aeolis Mons&#8220; fortsetzt. </p>



<p>Bis zum heutigen Tag, dem Sol 1034 seiner Mission, hat der Marsrover <i>Curiosity</i> 10.603 Meter auf der Marsoberfläche zurückgelegt. Dabei hat der Rover mit seinen Kamerasystemen inzwischen 249.959 Bilder aufgenommen und an das Roverkontrollzentrum des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien übermittelt. Diese Aufnahmen sind für die interessierte Öffentlichkeit auf einer <a class="a" href="https://mars.nasa.gov/msl/multimedia/raw-images/?order=sol+desc%2Cinstrument_sort+asc%2Csample_type_sort+asc%2C+date_taken+desc&amp;per_page=50&amp;page=0&amp;mission=msl" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">speziellen Internetseite des JPL</a> einsehbar. </p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit in Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=11246.4215" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Aktuelle Diskussion zum Marsrover Curiosity</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=694.855" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Mars</a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Der SpaceX-Fehlstart CRS-7 auf Falcon 9 1.1</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/der-spacex-fehlstart-crs-7-auf-falcon-9-1-1/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Jul 2015 15:18:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flüge zur ISS]]></category>
		<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
		<category><![CDATA[Raketen]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Anomalie]]></category>
		<category><![CDATA[CRS-7]]></category>
		<category><![CDATA[Dragon]]></category>
		<category><![CDATA[Falcon 9]]></category>
		<category><![CDATA[Raketenstart]]></category>
		<category><![CDATA[SpaceX]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 28. Juni 2015 war der 7. Start eines Dragon Raumschiffes im Rahmen des Commercial Resupply Vertrages zur Versorgung der ISS durch SpaceX mit der NASA angesetzt. Auf dem Flug lasteten besondere Erwartungen, noch über die bei Starts von Versorgungsflügen sowieso vorhandenen hinaus. Ein Beitrag vom RaumCon-Nutzer &#8222;Führerschien&#8220;. Quelle: NASA, Raumfahrer.net, SpaceX. Vertont von Peter [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am 28. Juni 2015 war der 7. Start eines Dragon Raumschiffes im Rahmen des Commercial Resupply Vertrages zur Versorgung der ISS durch SpaceX  mit der NASA angesetzt. Auf dem Flug lasteten besondere Erwartungen, noch über die bei Starts von Versorgungsflügen sowieso vorhandenen hinaus. </h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag vom RaumCon-Nutzer &#8222;Führerschien&#8220;.  Quelle: NASA, Raumfahrer.net, SpaceX. Vertont von Peter Rittinger</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2015-07-09-51827.mp3"></audio></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/CRS7Falcon9launchnasatv1000.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/CRS7Falcon9launchnasatv260.jpg" alt="CRS-7: Falcon 9 1.1 beim Abheben.
(Bild: NASA Webcast)"/></a><figcaption>CRS-7: Falcon 9 1.1 beim Abheben.<br> (Bild: NASA Webcast)</figcaption></figure></div>



<p>In den letzten 8 Monaten waren schon zwei Versorgungsmissionen gescheitert, Cygnus CRS Orb-3 von Orbital Sciences mit Antares-Träger und Cygnus-Raumschiff aus den USA, und Progress-M 27M von Roskosmos aus Russland mit Sojus-Rakete und Progress-Raumschiff. Das erhöht die Wichtigkeit jedes neuen Fluges.</p>



<p><strong>Die Mission CRS-7</strong><br>Mit diesem Flug sollte IDA 1 gestartet werden. Ein wichtiges Stück Infrastruktur für die ISS, das zur Vorbereitung bemannter Flüge zur ISS montiert werden soll. IDA ist ein Docking Adapter, der es bemannten Raumschiffen ermöglicht, ohne aktive Unterstützung durch die ISS an- und abzudocken. </p>



<p>Die IDA-Adapter sind eine Neuentwicklung in Zusammenarbeit mehrerer nationaler Raumfahrtorganisationen. Sie können ein internationaler Standard werden. Im Gegensatz zu bisherigen Systemen erlauben sie nicht nur das Andocken von Raumschiffen an die ISS, sondern auch das Andocken von zwei  Raumschiffen mit diesem Adapter aneinander. Diese Fähigkeit wird zukünftig wichtig, wenn Missionen über den LEO hinaus durchgeführt werden sollen. </p>



<p>Nachdem die erste Stufe die zweite Stufe auf ihren Weg in den Orbit gebracht hat, sollte sie den Versuch machen, eine Plattform im Meer anzusteuern und dort weich zu landen. Das ist der erste Schritt zur Wiederverwendung von Raketenstufen. SpaceX erwartet sich davon eine wesentliche Senkung der Kosten für die Raumfahrt. Ein Ziel das SpaceX  verfolgt, über das Ziel, mit Raumfahrt Geld zu verdienen, hinaus will man die Raumfahrt insgesamt voranbringen. Dieser Versuch gehört nicht zur Primärmission, die ISS zu versorgen, sondern ist ein Sekundärziel, langfristig aber von besonderer Bedeutung.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/CRS7Falcon9inflightnasatv1000.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/CRS7Falcon9inflightnasatv260.jpg" alt="CRS-7: Trägerrakete mit Nutzlast im Flug.
(Bild: NASA Webcast)"/></a><figcaption>CRS-7: Trägerrakete mit Nutzlast im Flug.<br> (Bild: NASA Webcast)</figcaption></figure></div>



<p><strong>Start und Flug</strong><br>Der Start erfolgte am 28. Juni 2015 um 16:21 Uhr. Es gab zunächst einen Bilderbuchstart ohne irgendwelche besonderen Probleme. Nach gut zwei Minuten war die Arbeit der ersten Stufe fast getan. Im Sprechfunk hörte man, dass die Vorkühlung des Triebwerkes der 2. Stufe beginnt.</p>



<p>Dann kam das abrupte Ende des Fluges. Während noch die Triebwerke der 1. Stufe liefen, verlor der LOX-Tank der 2. Stufe seinen Inhalt und damit den Druck, der für seine Stabilität nötig ist. </p>



<p>Das Dragon-Raumschiff wurde von der Trägerrakete getrennt. Dragon hat noch längere Zeit nach der Trennung Telemetriedaten gesendet. Er war aber nicht dafür eingerichtet, die Fallschirme für eine weiche Wasserung auszulösen, selbst wenn er noch ausreichend funktionsfähig gewesen wäre. Zu dem Zeitpunkt lief die 1. Stufe immer noch normal. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/CRS7DragonFallingnasatv1000.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/CRS7DragonFallingnasatvb260.jpg" alt="CRS-7: Das Zerlegen der Rakete hat begonnen.
(Bild: NASA Webcast)"/></a><figcaption>CRS-7: Das Zerlegen der Rakete hat begonnen.<br> (Bild: NASA Webcast)</figcaption></figure></div>



<p>Anschließend setzte sich die Kettenreaktion nach unten fort. Der RP-1 (Kerosin) Tank der 2. Stufe gab nach. Dann löste sich auch die 1. Stufe auf. Ob durch auftreffende Trümmer oder durch Selbstzerstörung, ist noch unklar. Ein  Selbstzerstörungssignal durch die Range-Sicherheit wurde wesentlich später gesendet, aber die Stufe hat auch autonome Möglichkeiten zur  Selbstzerstörung. </p>



<p><strong>Was ist bekannt über den Fehlstart?</strong><br>Eine Ursache für den Fehlstart ist noch nicht bekannt. Die Untersuchungen laufen unter Federführung von SpaceX mit Beteiligung der NASA und der FAA, der  amerikanischen Federal Aviation Authority.</p>



<p>Es gibt eine Aussage von Elon Musk, Chef von SpaceX: &#8222;There was an overpressure event in the upper stage liquid oxygen tank. Data suggests counterintuitive cause.&#8220; Auf Deutsch: Es gab ein Überdruck-Ereignis im Sauerstofftank der Oberstufe. Die Daten deuten auf einen nicht-intuitiven Grund hin.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/IDA1NASA1500.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/IDA1NASA260.jpg" alt="CRS-7: Der Dockingadapter IDA-1 war eine der Nutzlasten.
(Bild: NASA)"/></a><figcaption>CRS-7: Der Dockingadapter IDA-1 war eine der Nutzlasten.<br> (Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p> Der LOX-Tank der 2. Stufe verlor Druck und damit Stabilität. Die Ursache dafür ist aber nicht bekannt. Die Avionik mit Telemetrie fiel sehr früh aus. Die Avionik ist oberhalb des Tankdoms installiert. Möglicherweise hat der Druckverlust oben am Tankdom begonnen, sonst wäre die Telemetrie vielleicht noch etwas länger gesendet worden. Letzteres wäre sehr hilfreich gewesen für eine Fehlereingrenzung.</p>



<p>Es  gibt mehrere Möglichkeiten, die als Ausgangspunkt für die Zerstörung der  Rakete in Frage kommen. Zum Beispiel sind dies:</p>



<p><strong>1.</strong> LOX-Tank-Herstellungsfehler<br>Ein Fertigungsfehler beim Bau des LOX-Tanks führte zum Aufplatzen einer Naht.</p>



<p><strong>2.</strong> Ein Versagen eines Heliumtanks im LOX-Tank<br>Im Inneren des LOX-Tanks sind Helium Tanks zur Erzeugung des Innendrucks. Diese Tanks bestehen aus einem dünnen Innentank aus Metall, weitgehend undurchlässig für das sehr flüchtige Helium. Um die Tanks hoch druckfest zu machen, aber leicht zu halten, bekommen sie außen eine Schicht aus Faser-Kompositmaterial. Diese Tanks hat SpaceX zunächst von einer Spezialfirma zugekauft aber wegen Qualitätsproblemen wurde dann die Produktion selbst durchgeführt. Auch da gab es Anfangsprobleme mit der Qualität. Es wurde aber angenommen, dass sie gelöst sind, möglicherweise ein Irrtum. Wenn ein Heliumtank platzt, besonders bei vollem LOX-Tank, kann das verheerende Auswirkungen haben.</p>



<p><strong>3.</strong> Montage-, Konstruktions- oder Herstellungsfehler der Wartungsluke im LOX-Tank<br>Im Tankdom gibt es eine Wartungsluke. Ein Fehler bei der Produktion oder beim Schließen ist möglich. </p>



<p><strong>4.</strong> Von Befestigungspunkten gelöste Nutzlast im Frachtabteil des Dragon</p>



<p>Eine sehr viel diskutierte, verschiedentlich als unwahrscheinlich eingeschätzte Möglichkeit ist ein von seinen Befestigungspunkte  losgelöster IDA-Adapter.</p>



<p>Der Adapter ist die bisher schwerste Einzel-Nutzlast im Dragon-Trunk. Wenn die  Befestigungspunkte beispielsweise fehlerhaft konstruiert waren oder unerwartete Resonanzen den IDA-Adapter losgerüttelt hätten, würde die  bei hoher Beschleunigung fallende Masse zuerst die Avionik, und dann den Tankdom treffen und beschädigen.</p>



<p>Zum Zeitpunkt des Fehlers war die Vorkühlung des Triebwerkes der 2. Stufe eingeleitet. Dafür wird LOX aus dem Tank entnommen. Das kann Zufall im Hinblick auf das zeitliche Zusammentreffen sein, wir kennen aktuell keinen plausiblen Mechanismus, wie das zum Tankversagen geführt haben kann.</p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=13455.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Falcon 9 / Dragon CRS-7</a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Orion: Ab nach Plum Brooke</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/orion-ab-nach-plum-brooke/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jul 2015 18:47:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Constellation]]></category>
		<category><![CDATA[Exploration]]></category>
		<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Airbus Defence and Space]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[MPCV]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Orion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Um das Servicemodul des neuen Orion-Raumschiffs zu testen, bereiten die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtagentur NASA und die europäische Raumfahrtbehörde ESA einen Testartikel dieses Moduls und die Testanlagen vor. Ein Beitrag von Martin Knipfer. Quelle: NASA, NSF, NTRS. Vertont von Peter Rittinger Bei den Triebwerken des Space Shuttles denkt man zunächst an die drei gewaltigen Haupttriebwerke [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Um das Servicemodul des neuen Orion-Raumschiffs zu testen, bereiten die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtagentur NASA und die europäische Raumfahrtbehörde ESA einen Testartikel dieses Moduls und die Testanlagen vor.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Martin Knipfer</a>. Quelle: NASA, NSF, NTRS. Vertont von Peter Rittinger</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2015-07-07-38211.mp3"></audio></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02072015204719_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02072015204719_small_1.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Ein OMS-Pod vor dem Einbau im Space Shuttle. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p>Bei den Triebwerken des Space Shuttles denkt man zunächst an die drei gewaltigen Haupttriebwerke (SSMEs), die beim Start flüssigen Wasserstoff und Sauerstoff verbrannt und so einen enormen Schub produziert haben. Doch daneben gab es auch noch die beiden OMS-Triebwerke (Orbital Maneuvering System), die in zwei Pods rechts und links neben den Haupttriebwerken untergebracht waren. Diese Triebwerke vom Typ AJ-10 arbeiteten mit sogenannten diergolischen Treibstoffen, die bereits bei direktem Kontakt miteinander verbrennen. So wurden Bahnänderungen des Space Shuttles durchgeführt, wie etwa der De-Orbit Burn am Ende der Mission, bei dem die Umlaufbahn des Space Shuttles so weit abgesenkt wurde, dass es wieder in die Erdatmosphäre eintrat. Nach dem Ende des Space Shuttle-Programms 2011 wurden die verbliebenen OMS-Pods von den Orbitern getrennt und eingelagert, man hatte keine Verwendung mehr für sie. Inzwischen werden jedoch nicht nur die Haupttriebwerke des Space Shuttles erneut genutzt (und zwar zum Antrieb der Hauptstufe des Space Launch Systems, der neuen Schwerlastträgerrakete der NASA), sondern auch diese eingelagerten OMS-Pods.   </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02072015204719_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02072015204719_small_2.jpg" alt="NASA/ESA" width="260"/></a><figcaption>
Ein Blick auf Orions Servicemodul. Gut zu erkennen ist das AJ-10 Haupttriebwerk in der Mitte- Illustration. 
<br>
(Bild: NASA/ESA)
</figcaption></figure></div>



<p>Und zwar in dem Servicemodul von Orion, dem neuen Raumschiff der NASA, mit dem erstmals seit 1972 wieder Menschen zu verschiedenen Zielen jenseits des niedrigen Erdorbits aufbrechen werden. Das Servicemodul versorgt das Raumschiff dabei mit Strom, Wasser, Luft und Thermalkontrolle. Die Besonderheit dieses Servicemoduls liegt darin, dass es bei uns in Europa zusammengebaut werden soll, und zwar bei der Firma Airbus Defence and Space in Bremen. </p>



<p>Das Servicemodul stellt zugleich die Gegenleistung der ESA an die NASA für den Betrieb der Internationalen Raumstation ISS von 2017 bis 2020 dar und basiert auf dem Servicemodul des eingestellten Raumfrachters ATV. Neben der Versorgung des Crewmoduls wird das Servicemodul das Triebwerk des OMS-Pods, das AJ-10, dafür verwenden, um orbitale Manöver durchzuführen. Zu diesem Zweck hat die NASA mittlerweile einen eingelagerten OMS-Pod an die ESA geliefert. Dieser ist wahrscheinlich bei den letzten Flügen der Orbiter Endeavour und Atlantis zuletzt zum Einsatz gekommen.   </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02072015204719_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02072015204719_small_3.jpg" alt="NASA/KSC" width="260"/></a><figcaption>
Der Adapter wird im O&amp;C Building des KSC auf den Transport vorbereitet. 
<br>
(Bild: NASA/KSC)
</figcaption></figure></div>



<p>Doch bevor Orion seine erste Mission in die Tiefen des Weltraums mit dem Servicemodul absolviert, muss es am Boden getestet werden. Dazu wird momentan von einem Zulieferer von Airbus eine Testversion des zylinderförmigen Moduls in Italien konstruiert. Dieses Modul wird zunächst noch in Italien strukturellen Belastungstests ausgesetzt werden, bevor es im Oktober zum Glenn Research Center im US-Bundesstaat Ohio geflogen wird. Das Ziel ist die Space Power Facility der Plum Brooke Station dieses NASA-Zentrums, in dem die Bedingungen des Weltraums und des Startes simuliert werden können. Unzählige Satelliten, Raketenbestandteile und weitere Hardware wurden in dieser Testanlage bereits erprobt. </p>



<p>In der Space Power Facility werden zusätzliche Elemente am Modul angebracht (Adapter und Verkleidungen), ein Simulator der Triebwerksdüse des AJ-10 installiert und die Tanks mit simuliertem Treibstoff gefüllt. Inzwischen ist auch der Simulator des Crew Module Adapters in Plum Brooke angekommen, der bei einer realen Mission das Servicemodul mit dem kapselförmigen Crewmodul verbinden würde. Dieser Adapter wurde in den vergangenen Monaten von der Firma Lockheed Martin in dem Operations and Checkout Building des Kennedy Space Centers in Florida gebaut.    </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02072015204719_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02072015204719_small_4.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Nein, das ist kein Atomkraftwerk, sondern die Space Power Facility der Plum Brooke Station. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p>Die fertige Struktur wird dann akustischen Belastungen und Vibrationen ausgesetzt, wie sie beim Start zu erwarten sind. „Während wir die einzelnen Elemente integrieren, werden wir jedes Mal ein Teil testen, sodass wir unsere Computermodelle kontrollieren können, sehen, wie sich der Testaufbau verhält und dann nachbessern können. Danach können wir zusätzliche Tests durchführen, wenn es nötig ist“, beschreibt Joel Kearns, der Leiter der Integration des Servicemoduls, das Vorgehen. Nachdem 2016 alle Tests abgeschlossen sind, wird das Servicemodul zu den Testanlagen von Lockheed Martin in Sunnyvale, Kalifornien, gebracht, wo weitere Elemente installiert werden und dann erneut strukturelle Belastungstests durchgeführt werden.   </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02072015204719_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02072015204719_small_5.jpg" alt="NASA/KSC" width="260"/></a><figcaption>
Orion (hier mit dem turmförmigen Startabbruchssystem) wird auf das SLS aufgesetzt- Illustration. 
<br>
(Bild: NASA/KSC)
</figcaption></figure></div>



<p>Nach dem Bau von weiteren Testartikeln des Antriebssystems ist es dann soweit: Das Flugmodell des Servicemoduls kann zusammengebaut werden, das tatsächlich ins All fliegen soll. Die Struktur des Moduls wird wieder in Italien gebaut und dann nach Bremen transportiert. Dort erfolgt der Zusammenbau des Servicemoduls, und zwar an zwei „Plattformen“ gleichzeitig: Auf einer Plattform wird das eigentliche Antriebssystem mit den Treibstoffleitungen und Triebwerken zusammengebaut, auf der anderen das Drucksystem, das mithilfe von Helium für einen ausreichenden Treibstoffdruck sorgt. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02072015204719_big_6.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02072015204719_small_6.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Orion während EM-1- Illustration. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p>Wenn die Arbeit dort abgeschlossen ist, werden die Treibstofftanks installiert. Das Servicemodul wird in einem speziellen Container verstaut und in die Vereinigten Staaten transportiert. Anfang 2017 soll es dort ankommen, und zwar im Operations and Checkout Building des Kennedy Space Centers in Florida. Dort werden Adapter und die Düse des AJ-10 Triebwerks am Servicemodul angebracht, bevor das Servicemodul mit der eigentlichen Raumkapsel verbunden wird. Nach einigen integrierten Testläufen der Elektronik ist dieser sogenannte „Short Stack“ immer noch nicht fertig für die Reise ins All. Er wird erneut in die Space Power Facility der Plum Brooke Station befördert, wo Akustik- und Vakuumtests stattfinden sollen. Dann geht es wieder zurück zum Kennedy Space Center für die Installation von Verkleidungen und letzte Vorbereitungen. Erst jetzt kann das Servicemodul zusammen mit dem Crewmodul auf die Trägerrakete aufgesetzt werden.   </p>



<p>Diese Vorbereitungen erfolgen im Rahmen von Orions erstem Flug zum Mond, einer Mission mit der Bezeichnung Exploration Mission 1 (EM-1). Nachdem Orion auf seiner Trägerrakete, dem Space Launch System, in einen niedrigen Erdorbit gestartet ist, zündet das Triebwerk der Oberstufe erneut, sodass das unbemannte Raumschiff nun in Richtung Mond fliegt. Das Raumschiff bremst daraufhin mithilfe seines Servicemoduls in eine Umlaufbahn 70.000 km über der Mondoberfläche ein. Durch eine weitere Zündung des Triebwerks des Servicemoduls verlässt das Raumschiff nach etwa einer Woche diese Umlaufbahn und fliegt wieder zurück zur Erde. Das Servicemodul wird abgetrennt und das kapselförmige Crewmodul tritt mit über 39.000 km/h in die Erdatmosphäre ein, bevor die Kapsel im Pazifik an Fallschirmen landet. Diese Mission wird den ersten Flug eines zumindest bemannbaren Raumschiffs zum Mond seit 45 Jahren und den weitesten Flug eines solchen Raumschiffs aller Zeiten darstellen. Und Europa und ein Shuttle-Triebwerk sind mit dabei.   </p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=11422.240" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Orion MPCV / ATV-SM &#8211; Raumschiff</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=11841.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">EM-1 Mission Orion auf SLS</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
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			</item>
		<item>
		<title>Ein Kometenschweif bei dem Exoplaneten Gliese 436b</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/ein-kometenschweif-bei-dem-exoplaneten-gliese-436b/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jun 2015 17:03:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[Exoplanet]]></category>
		<category><![CDATA[Hubble]]></category>
		<category><![CDATA[Kometenschweif]]></category>
		<category><![CDATA[Roter Zwerg]]></category>
		<category><![CDATA[Sternwinde]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumteleskop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Exoplanet Gliese 436b ist offenbar von einer ausgedehnten Atmosphäre umgeben, welche einen gigantischen Gasschweif aus Wasserstoff ausbildet. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: ESA, Hubble Space Telescope, Exoplanet.eu. Vertont von Peter Rittinger Als Exoplaneten werden in der Astronomie Planeten bezeichnet, welche nicht dem Planetensystem der Sonne angehören, sondern die vielmehr fremde Sterne umkreisen. Seit [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Der Exoplanet Gliese 436b ist offenbar von einer ausgedehnten Atmosphäre umgeben, welche einen gigantischen Gasschweif aus Wasserstoff ausbildet.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: ESA, Hubble Space Telescope, Exoplanet.eu. Vertont von Peter Rittinger</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2015-07-08-46412.mp3"></audio></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29062015190354_small_1.gif" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29062015190354_small_1.gif" alt="Wikipedia (User: Zhatt)" width="260"/></a><figcaption>
Sterne und die sie umkreisenden Planeten beeinflussen sich durch ihre jeweiligen Massen gegenseitig. Dies hat zur Folge, dass &#8211; streng betrachtet &#8211; nicht etwa die Planeten einen Stern umkreisen. Vielmehr umlaufen Planeten und ihr Zentralstern ein gemeinsames 
<a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Baryzentrum" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Baryzentrum</a>
. Ein Stern, der von Planeten umkreist wird, steht also nicht &#8217;still am Himmel&#8216;, sondern er &#8218;eiert&#8216; um eben diesen gemeinsamen Schwerpunkt. Sofern ein Betrachter von der Erde aus nicht genau senkrecht auf diese Bahn schaut (wie in dieser Grafik der Fall), hat die periodische Bewegung des Sterns zur Folge, dass dieser sich abwechselnd auf den Betrachter zu und anschließend wieder vom ihm weg bewegt. Diese Bewegung macht sich durch einen 
<a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Doppler-Effekt" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Dopplereffekt</a>
 bemerkbar. Die Dopplerverschiebung des Lichtes ist unter anderem von der Geschwindigkeit abhängig, mit welcher der Stern sich bewegt. Je größer der Begleiter ist und je näher er sich bei seinem Stern befindet, desto schneller bewegt sich der Stern um den gemeinsamen Schwerpunkt. Das &#8218;Wackeln&#8216; des Sterns fällt sehr schwach aus, aber die Messmethoden sind inzwischen so genau, dass Astronomen die Bewegung eines Sterns auf bis zu einen Meter pro Sekunde genau ermitteln können. 
<br>
(Bild: Wikipedia (User: Zhatt))
</figcaption></figure></div>



<p>Als <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Exoplanet" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Exoplaneten</a> werden in der Astronomie Planeten bezeichnet, welche nicht dem Planetensystem der Sonne angehören, sondern die vielmehr fremde Sterne umkreisen. Seit der Entdeckung des ersten Exoplaneten am 5. Oktober 1995 gelang den Astronomen der Nachweis von bisher <a class="a" href="	https://exoplanet.eu/catalog/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">1.932 Exoplaneten</a>. Bei einem dieser Objekte handelt es sich um den Exoplaneten Gliese 436b. </p>



<p><strong>Der Exoplanet Gliese 436b</strong>
<br>
Entdeckt wurde GJ 436b &#8211; so eine andere Bezeichnung für diesen Planeten &#8211; bereits im Jahr 2004 durch die US-amerikanischen Astronomen Geoffrey Marcy und Robert Paul Butler, welche hierfür die <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Exoplanet#Indirekte_Nachweismethoden" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Radialgeschwindigkeitsmethode</a> anwendeten. Nachfolgende Analysen ergaben, dass GJ 436b seinen in einer Entfernung von etwa 30 Lichtjahren zu unserem Sonnensystem im Sternbild Löwe (lat. &#8222;Leo&#8220;) befindlichen Zentralstern, den <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Roter_Zwerg" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Roten Zwerg</a> Gliese 436, in einem Abstand von lediglich etwa 4,3 Millionen Kilometern umläuft. Für eine vollständige Umrundung des Sterns benötigt der Exoplanet dabei eine Zeitspanne von zwei Tagen, 15 Stunden und 27 Minuten. </p>



<p>Des weiteren konnte mit dem Weltraumteleskop <i>Spitzer</i> im Rahmen eines <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Durchgang" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Transitereignisses</a> ermittelt werden, dass dieser Planet über einen Durchmesser von etwa 54.000 Kilometern verfügt. Seine Masse wird mit einem Wert angegeben, welcher 22 Erdmassen entspricht. Es dürfte sich bei diesem Planeten somit um einen Vertreter aus der Exoplaneten-Kategorie der <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hot_Neptune" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">&#8222;Hot Neptunes</a> handeln. </p>



<p>Durch weitere Untersuchungen konnte in den vergangenen Jahren zudem ermittelt werden, dass Gliese 436b offenbar über große Mengen an <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/exoplanet-besteht-ueberwiegend-aus-wasser/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Wasser</a> verfügt, welches hoch über der Oberfläche des Planeten Wolken aus <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/geheimnisvolle-exoplaneten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Wasserdampf</a> bildet. Dagegen scheint in der Atmosphäre dieses Exoplaneten ein ausgeprägter <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/methandefizit-bei-gliese-436b/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Methanmangel</a> zu herrschen (Raumfahrer.net berichtete jeweils). </p>



<p>Der Zentralstern des Exoplaneten Gliese 436b verfügt über 40 Prozent der Sonnenmasse und erreicht lediglich rund 2,5 Prozent der Leuchtkraft des Zentralgestirns unseres Sonnensystems. Aufgrund des geringen Abstands zu seinem Stern wird GJ 436b aber dennoch so stark aufgeheizt, dass in dessen Atmosphäre Temperaturen von mehr als 500 Grad Celsius erreicht werden. </p>



<p><strong>Neue Untersuchungen</strong>
<br>
Die Tatsache, dass es sich bei Gliese 436b um einen Transitplaneten handelt, der von der Erde aus betrachtet regelmäßig vor seinem Zentralstern vorbeizieht und dabei das von dem Stern ausgehende Licht &#8218;abdimmt&#8216;, erleichtert dessen weitere Untersuchung ungemein. Für eine entsprechende Untersuchung von Gliese 436b setzte ein von David Ehrenreich vom Observatoire de l&#8217;Université de Genève/Schweiz geleitetes Astronomenteam jetzt auch zum wiederholten Mal das Weltraumteleskop <i>Hubble</i> ein. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29062015190354_small_2.gif" alt="TEP-Network, H. Deeg, Carrido" width="304" height="213"/><figcaption>
Ganz allgemein zu der Transitmethode zur Entdeckung und Untersuchung von Exoplaneten: Diese Lichtkurve des Sterns HD 209458 wurde in der Nacht vom 26. auf den 27. Juli 2000 aufgenommen und zeigt den während der damaligen Bedeckung durch den Exoplaneten HD 209458b bedingten Verlauf der Helligkeitsabnahme und -zunahme des Zentralsterns. 
<br>
(Bild: TEP-Network, H. Deeg, Carrido)
</figcaption></figure></div>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29062015190354_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29062015190354_small_3.jpg" alt="NASA, ESA, A. Feild (STScI)" width="260"/></a><figcaption>
Die im Rahmen einer Transitbeobachtung durch das Weltraumteleskop Hubble gewonnenen Daten zu der Bedeckung des Zentralsterns Gliese 436 durch seinen Planeten zeigen, dass bereits zwei Stunden vor und auch noch mehrere Stunden nach der eigentlichen Bedeckung das Licht des Sterns &#8218;abgedimmt&#8216; wurde. Diese Daten lassen sich dadurch erklären, dass der den Stern bedeckende Exoplanet von einer ausgedehnten Atmosphäre umgeben ist und zudem einen kometenartigen Gasschweif hinter sich her zieht. 
<br>
(Bild: NASA, ESA, A. Feild (STScI))
</figcaption></figure></div>



<p>Für einen Vorbeizug vor seinem Stern benötigt der Exoplanet GJ 436b einen Zeitraum von etwa einer Stunde. Pünktlich zum Beginn und zum Ende dieses Transits sollten sich &#8211; so die Theorie &#8211; eigentlich scharf umrissene Veränderungen in der Helligkeit des Sterns registrieren lassen. Dies deckt sich auch mit den im Wellenlängenbereich des sichtbaren Lichts gewonnenen Messergebnissen, wo im Zeitraum des Transits ein deutlich abgegrenzter Helligkeitsabfall von 0,7 Prozent registriert wird. </p>



<p><strong>Ein kometenartiger Schweif</strong>
<br>
Allerdings stellten die Astronomen bei der Auswertung der entsprechenden Daten des <i>Hubble Space Telescopes</i> fest, dass im Bereich des ultravioletten Lichtspektrums bereits etwa zwei Stunden vor dem Beginn des eigentlichen Planetentransits ein deutlich erkennbares Absinken der Helligkeit des Zentralsterns zu beobachten ist. Bis zum Höhepunkt der jeweiligen Verfinsterungen sinkt die Helligkeit des Sterns dann auf einen Wert von nur noch 44 Prozent des Normalwertes ab. Und auch nach dem Ende des Transits ist die Helligkeit von GJ 436 noch für mehr als drei Stunden deutlich messbar reduziert. </p>



<p>Zwecks der Erklärung dieses Phänomens schlagen die an den Untersuchungen beteiligten Wissenschaftler folgenden Lösungsansatz vor: Die von Wasserstoffgas dominierte Atmosphäre des Exoplaneten Gliese 436b wird durch die Strahlung des Zentralstern so weit aufgeheizt, dass ein Teil der Planetenatmosphäre in das umgebende Weltall entweicht und dort zunächst eine ausgedehnte Gashülle ausbildet, welche das von dem Stern ausgehende ultraviolette Licht zu einem Großteil absorbiert. </p>



<p>Der Zentralstern verfügt jedoch über zu schwache <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sternwind" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Sternwinde</a>, um diese aus der Planetenatmosphäre entweichenden Gase vollständig &#8218;wegzublasen&#8216;. Aufgrund der Bewegung des Planeten um seinen Stern nimmt ein Teil dieser &#8218;Wasserstoffwolke&#8216; dabei die Form eines Schweifs an und &#8218;folgt&#8216; dem Planeten auf dessen Umlaufbahn um den Stern. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29062015190354_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29062015190354_small_4.jpg" alt="NASA, ESA, A. Feild (STScI)" width="260"/></a><figcaption>
Eine künstlerische Darstellung des Sternsystems Gliese 436. Auf seiner Bahn um den Zentralsten zieht der Exoplanet einen gewaltigen Schweif hinter sich her. 
<br>
(Bild: NASA, ESA, A. Feild (STScI))
</figcaption></figure></div>



<p>Dieser Schweif verfügt dabei laut der Beobachtungsdaten des <i>Hubble Space Telescopes</i> über eine Länge, welche etwa dem 50fachen Durchmesser des Zentralsterns entspricht. Sehr entfernt erinnert dieses Szenario an das <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kometenschweif#Koma" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Aussehen eines Kometen</a>, welcher in Sonnennähe über eine Koma und einen Schweif verfügt. </p>



<p>Aufgrund der Ausdehnung der Gashülle und der Länge des Schweifs vermuten die Astronomen um David Ehrenreich, dass der Exoplanet pro Sekunde rund 100 bis 1.000 Tonnen Wasserstoff an seine Umgebung abgibt. Dies ist eine im Vergleich zu der Gesamtmasse von GJ 436b allerdings immer noch äußerst geringe Menge. Selbst über einen Zeitraum von Milliarden von Jahren, so die an der Untersuchung beteiligten Wissenschaftler, würde dies nicht ausreichen, um die Atmosphäre des Exoplaneten signifikant auszudünnen. </p>



<p>&#8222;Diese Wolke aus Wasserdampf ist schon sehr spektakulär&#8220;, so David Ehrenreich. &#8222;Aber auch wenn die derzeitige Freisetzungsrate keine Gefahr für die Planetenatmosphäre darstellt, so wissen wir doch, dass der Stern in der Vergangenheit stärker aktiv war. Dies hatte zur Folge, dass die Atmosphäre des Planeten während der ersten Jahrmilliarden Jahre seines Bestehens schneller als gegenwärtig der Fall verdampft sein muss. Insgesamt schätzen wir, dass der Planet bisher lediglich etwa 10 Prozent seiner Atmosphäre verloren hat.&#8220; Das Alter des Sternsystems Gliese 436 und des dort befindlichen Exoplaneten wird auf mindestens sechs Milliarden Jahre geschätzt. </p>



<p>Ähnliche Beobachtungen eines &#8218;kometenartigen&#8216; Schweifs in der Umgebung von Exoplaneten erfolgten bereits in der Vergangenheit bei weiteren vier Exoplaneten (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/ein-exoplanet-mit-einem-kometenschweif/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a> über die entsprechende Entdeckung bei dem Planeten HD 209458 b). Allerdings wurden diese Strukturen bisher nur in der Umgebung von Exoplaneten beobachtet, welche deutlich massereicher als der Planet Gliese 436b ausfallen. Zugleich wiesen diese bei den Planeten HD 209458b, WASP-12b, 55 Cancri b und HD 189733b nachgewiesenen Schweife deutlich geringere Ausdehnungen auf. All diese Nachweise erfolgten dabei bisher ausschließlich im Bereich des ultravioletten Spektralbereichs des Lichts. </p>



<p>Die hier kurz vorgestellten Ergebnisse der Arbeit von David Ehrenreich et al. wurden am 25. Juni 2015 unter dem Titel &#8222;A giant comet-like cloud of hydrogen escaping the warm Neptune-mass exoplanet GJ 436b&#8220; in der Fachzeitschrift <i>Nature</i> publiziert. </p>



<p><strong>Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/geheimnisvolle-exoplaneten/" data-wpel-link="internal">Geheimnisvolle Exoplaneten</a> (1. Januar 2014)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/ein-exoplanet-mit-einem-kometenschweif/" data-wpel-link="internal">Ein Exoplanet mit einem Kometenschweif</a> (19. Juli 2010)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/methandefizit-bei-gliese-436b/" data-wpel-link="internal">Methandefizit bei Gliese 436b</a> (26. April 2010)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/exoplanet-besteht-ueberwiegend-aus-wasser/" data-wpel-link="internal">Exoplanet besteht überwiegend aus Wasser</a> (17. Mai 2007)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/zwei-weitere-exoplaneten-entdeckt/" data-wpel-link="internal">Zwei weitere Exoplaneten entdeckt</a> (31. August 2004)</li></ul>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=483.975" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Aktuelle Diskussion zu Exoplaneten</a></li></ul>



<p><strong>Verwandte Seite bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/extrasolar/" data-wpel-link="internal">Exoplaneten Newsarchiv</a></li></ul>



<p><strong>Fachartikel von David Ehrenreich et al.:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.nature.com/articles/nature14501" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">A giant comet-like cloud of hydrogen escaping the warm Neptune-mass exoplanet GJ 436b</a> (Publikation in Nature, engl.)</li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Russland: Persona-1 3 nach Start in Plessezk im All</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/russland-persona-1-3-nach-start-in-plessezk-im-all/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Weyrauch]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Jun 2015 16:23:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärungssatellit]]></category>
		<category><![CDATA[Plessezk]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sojus-2.1b]]></category>
		<category><![CDATA[TsSKB Progress]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=41724</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der für die Luft- und Weltraumverteidigung zuständige Truppenteil der russischen Streitkräfte hat einen neuen Aufklärungssatelliten ins All gebracht. Am 23. Juni 2015 gelangte der Persona-1 3 genannte Satellit von der Startrampe 43/3 des rund 800 Kilometer nördlich von Moskau gelegenen Kosmodroms Plessezk aus in den Weltraum. Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: RIAN, Raumfahrer.net, russianforces.org, [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Der für die Luft- und Weltraumverteidigung zuständige Truppenteil der russischen Streitkräfte hat einen neuen Aufklärungssatelliten ins All gebracht. Am 23. Juni 2015 gelangte der Persona-1 3 genannte Satellit von der Startrampe 43/3 des rund 800 Kilometer nördlich von Moskau gelegenen Kosmodroms Plessezk aus in den Weltraum.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/redakteure/" data-wpel-link="internal">Thomas Weyrauch</a>. Quelle: RIAN, Raumfahrer.net, russianforces.org, Russianspaceweb, Russisches Verteidigungsministerium (eng.mil.ru). </p>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Vertont von Peter Rittinger</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2015-06-29-41159.mp3"></audio></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27062015182346_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27062015182346_small_1.jpg" alt="russisches Verteidigungsministerium" width="260"/></a><figcaption>
Persona-1-3-Start am 23. Juni 2015 
<br>
(Bild: russisches Verteidigungsministerium)
</figcaption></figure></div>



<p>Am 23. Juni 2015 um 19:44 Uhr Moskauer Zeit, das ist 18:44 Uhr MESZ, hob die Rakete mit dem jetzt auch als Kosmos 2506 bezeichneten, rund sieben Tonnen schweren Satelliten in Plessezk ab. Der Start erfolgte unter der Leitung des Kommandeurs Generalmajor Alexander Golowko der Luft- und Weltraumverteidigungskräfte.</p>



<p>Zum Einsatz kam eine Sojus-Rakete in der Version 2.1b, die den Satelliten in einer Transferbahn mit einem Perigäum, dem der Erde nächsten Bahnpunkt, von rund 200 Kilometern über der Erde, und einem Apogäum, dem erdfernsten Bahnpunkt, von rund 696 Kilometern über der Erde aussetzte.</p>



<p>Die erreichte Übergangsbahn ist gegen den Erdäquator um rund 98,3 Grad geneigt. Für einen Erdumlauf benötigt Persona-1 3 auf dieser Bahn 93,4 Minuten. Angesichts der unterstellten Konstruktion und der Aufgaben des Satelliten geht man davon aus, dass der Satellit mit dem Erzeugniscode 14F137 unter Einsatz eigener Triebwerke später in einen annähernd kreisförmigen sonnensynchronen Orbit in rund 720 Kilometern Höhe über der Erde gesteuert wird.</p>



<p>Der Satellit mit einer elektrooptischen Beobachtungsnutzlast ist der dritte einer bisher nicht sonderlich erfolgreichen Serie von auch Kvarts oder Quartz genannten Raumfahrzeugen, die vom Grundkonzept her den zivilen russischen Fernerkundungssatelliten des Typs Resurs-DK ähneln. Als bestmögliche Bodenauflösung werden 50 Zentimeter genannt.</p>



<p>TsSKB-bzw. ZSKB-Progress aus Samara ist der Hersteller des Satelliten mit einer Auslegungsbetriebsdauer von fünf, nach alternativen Quellen von sieben Jahren. An Bord befindet sich unter anderem ein optisches System mit dem Erzeugniscode 17V321, das von LOMO (Russisch:  ЛОМО́ , Ленинградское Oптико-Mеханическое Oбъединение Leningradskoye Optiko-Mekhanicheskoye Obyedinenie) aus St. Petersburg und dem staatlichen optischen Institut Wawilow (Public corporation &#8222;Vavilov State Optical Institute&#8220;, PC GOI) beigesteuert wurde. </p>



<p>Eine Neuheit für einen Satelliten aus der Persona-Serie ist das Laserkommunikationsterminal mit der Bezeichnung BA MLSPI. Es soll es ermöglichen, erfasste Daten unter Vermittlung über entsprechend ausgestattete Kommunikationssatelliten im Geostationären Orbit (GEO) in hoher Geschwindigkeit an geeignete Bodenstationen weiterzuleiten. Olymp alias Olimp (NORAD 40.258, COSPAR 2014-058A) wäre ein geeigneter Kommunikationssatellit im GEO. Auch Lutsch 5B (NORAD 38977, COSPAR 2012-061A) besitzt ein Laserkommunikationsterminal.</p>



<p>Nach Angaben von Dmitri Zenin, einem Sprecher der Luft- und Weltraumverteidigungskräfte (Voyska Vozdushno-Kosmicheskoy Oborony, VKO &#8211; Russisch: Войска воздушно-космической обороны, ВКО), war nach der erfolgten Abtrennung des Satelliten von der Oberstufe der Trägerrakete alles normal.</p>



<p>Persona-1 3 alias Kosmos 2506 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 40.699 und als COSPAR-Objekt 2015-029A.</p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=13624.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Sojus-2.1B mit Persona-Aufklärungssatelliten</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/russland-persona-1-3-nach-start-in-plessezk-im-all/" data-wpel-link="internal">Russland: Persona-1 3 nach Start in Plessezk im All</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		<enclosure url="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2015-06-29-41159.mp3" length="5490082" type="audio/mpeg" />

			</item>
		<item>
		<title>Rosetta: Bisher nur unregelmäßiger Kontakt zu Philae</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/rosetta-bisher-nur-unregelmaessiger-kontakt-zu-philae/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Jun 2015 12:09:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Rosetta]]></category>
		<category><![CDATA[DLR]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Kometenlander]]></category>
		<category><![CDATA[Kometensonde]]></category>
		<category><![CDATA[Philae]]></category>
		<category><![CDATA[Tschurjumow-Gerasimenko]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=41725</guid>

					<description><![CDATA[<p>In den vergangenen zwei Wochen konnte durch die Raumsonde Rosetta mehrfach ein Kontakt mit dem Kometenlander Philae hergestellt werden, der die vorherigen sieben Monate auf der Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko in einem durch Energiemangel bedingten Winterschlaf verbrachte. Trotz einer neuer Flugbahn und einer dadurch erreichten Annäherung an die Kometenoberfläche bleiben diese Kontakte bisher jedoch unregelmäßig [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/rosetta-bisher-nur-unregelmaessiger-kontakt-zu-philae/" data-wpel-link="internal">Rosetta: Bisher nur unregelmäßiger Kontakt zu Philae</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">In den vergangenen zwei Wochen konnte durch die Raumsonde Rosetta mehrfach ein Kontakt mit dem Kometenlander Philae hergestellt werden, der die vorherigen sieben Monate auf der Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko in einem durch Energiemangel bedingten Winterschlaf verbrachte. Trotz einer neuer Flugbahn und einer dadurch erreichten Annäherung an die Kometenoberfläche bleiben diese Kontakte bisher jedoch unregelmäßig und sind nur von kurzer Dauer.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: DLR, ESA. Vertont von Peter Rittinger</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2015-07-01-48161.mp3"></audio></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27062015140913_small_1.jpg" alt="DLR" width="260"/><figcaption>
Der Kometenlander Philae ist aus seinem &#8218;Winterschlaf&#8216; auf der Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko erwacht und sendet wieder &#8211; jedenfalls zeitweise&#8230;
<br>
(Bild: DLR)
</figcaption></figure></div>



<p>Bereits am 12. November 2014 erreichte der von der Kometensonde <i>Rosetta</i> mitgeführte Lander <i>Philae</i> nach einer unerwartet &#8218;holprig&#8216; verlaufenden Landung die Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko (der Einfachheit halber ab hier als &#8222;67P&#8220; abgekürzt), wo er in den folgenden Tagen mit acht von seinen <a class="a" href="https://web.archive.org/web/20230603215039/https://www.dlr.de/pf/desktopdefault.aspx/tabid-1371/1868_read-3321/" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">zehn wissenschaftlichen Instrumenten</a> erfolgreich eine Vielzahl an Messungen durchführte. Am 15. November 2015 waren jedoch die Energievorräte des Landers so weit aufgebraucht, dass dieser sich um 01:36 MEZ in einen &#8218;Schlafmodus&#8216; versetzte. </p>



<p>In den folgenden sieben Monaten war es den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern und Ingenieuren trotz mehrerer entsprechender Kampagnen (<a href="https://www.raumfahrer.net/rosetta-sucht-nach-einem-signal-vom-lander-philae/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a> über die damit verbundene Vorgehensweise) nicht möglich, einen erneuten Kontakt mit <i>Philae</i> zu etablieren. </p>



<p>Am 13. Juni 2015 konnte der für die Kommunikation mit <i>Philae</i> zwingend benötigte &#8218;Kometenorbiter&#8216; <i>Rosetta</i> jedoch zur Freude der an der Mission beteiligten Forscher erstmals wieder in Form einer zwar schwachen, aber stabilen Radiotransmission ein Lebenszeichen von seiner Tochtersonde registrieren. Bis zum 19. Juni erfolgten drei Kontakte, in deren Verlauf Telemetriedaten des Landers an das für die Steuerung von <i>Philae</i> zuständige Raumflugkontrollzentrum des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR)  in Köln übermittelt werden konnten. Die Auswertung dieser Daten zeigte, dass <i>Philae</i> seinen &#8218;Winterschlaf&#8216; offenbar gut überstanden hat, sich in einem guten Allgemeinzustand befindet und betriebsbereit ist (<a href="https://www.raumfahrer.net/kometensonde-rosetta-dritter-kontakt-mit-philae/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). </p>



<p><strong>Bisher nur unregelmäßige und zudem kurze und instabile Kontakte</strong> <br>Insgesamt konnte <i>Rosetta</i> bisher an sieben Tagen &#8211; am 13., 14., 19., 20., 21., 23. und zuletzt am 24. Juni 2015 &#8211; Signale von <i>Philae</i> empfangen. Die entsprechenden Verbindungen waren jedoch immer nur von kurzer Dauer und zudem relativ instabil. Im Rahmen der ersten, am 13. Juni erfolgten und lediglich 85 Sekunden andauernden Kommunikation war es dem Lander möglich, mehr als 300 Datenpakete mit einer Gesamtdatenmenge von 663 kBit via <i>Rosetta</i> an sein Kontrollzentrum auf der Erde zu übermitteln. Die zweite Verbindung am 14. Juni war relativ instabil und dauerte nur wenige Sekunden an, weshalb im Verlauf dieser zweiten Datentransmission auch deutlich weniger Datenpakete die Erde erreichten. Im Rahmen des dritten Kontakts am 19. Juni konnten innerhalb von 19 Minuten zwei jeweils rund zwei Minuten andauernde Funkverbindungen etabliert werden, in deren Verlauf insgesamt 185 weitere Datenpakete von dem Kometenlander empfangen wurden, welche auch aktuelle Telemetriewerte aus der vergangenen Woche enthielten. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27062015140913_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27062015140913_small_2.jpg" alt="DLR (CC-BY 3.0)" width="260"/></a><figcaption>
Der Kometenlander Philae sendet seine Daten zunächst an den Orbiter Rosetta, von wo aus diese an das 
<a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/ESTRACK" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">ESTRACK-Kommunikationsnetzwerk</a>
 der ESA beziehungsweise an das 
<a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Deep_Space_Network" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Deep Space Network</a>
 der NASA weitergeleitet werden. Von den jeweiligen Empfangsstationen werden diese Daten zunächst an das 
<a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/ESOC" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Raumflugkontrollzentum</a>
 der ESA übermittelt, bevor sie vom ESOC an das 
<a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Raumfahrtnutzerzentrum#ROSETTA-Lander-Kontrollzentrum" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Lander Control Center</a>
 (LCC) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln weitergeleitet werden. Das LCC ist für die Kommandierung und den Betrieb des Kometenlanders zuständig. 
<br>
(Bild: DLR (CC-BY 3.0))
</figcaption></figure></div>



<p>Bereits einen Tag später wurden ebenfalls gleich zwei Mal Signale von <i>Philae</i> empfangen. Beide Verbindungen dauerten diesmal allerdings jeweils nur etwa eine Minute an. Auch am 23. Juni meldete sich <i>Philae</i> kurz, konnte aber während des lediglich 20-sekündigen Kontakts keine weiteren Daten transferieren. Bei dem bisher letzten Kontakt am 24. Juni dauerte der Kontakt diesmal zwar 20 Minuten &#8211; die Verbindung war aber ebenfalls nicht stabil, und so sendete <i>Philae</i> insgesamt nur 80 weitere Datenpakete. </p>



<p>Zwischen diesen Kontakten gab es allerdings auch mehrfach berechnete Kommunikationsfenster, in deren Verlauf keine Verbindung zwischen <i>Philae</i> und <i>Rosetta</i> aufgebaut werden konnte. Auch bei den Überflügen von <i>Rosetta</i> während der letzten Tage, welche in einer Überflughöhe von rund 180 Kilometern über dem <a href="https://www.raumfahrer.net/mission-rosetta-die-suche-nach-philae-dauert-an/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">vermuteten Standort</a> von <i>Philae</i> verliefen, kam trotz der erst am 20. Juni 2015 extra für diese Horchkampagnen veränderten Flugbahn des Kometenorbiters kein erneuter Kontakt zustande. </p>



<p>&#8222;Wir benötigen allerdings längere und stabile Kontaktzeiten, um mit <i>Philae</i> &#8211; wie geplant &#8211; wieder wissenschaftlich arbeiten zu können&#8220;, so Michael Maibaum, Systemingenieur am Landerkontrollzentrum des DLR in Köln und stellvertretender Operationsmanager der <i>Philae</i>-Mission.  <br> <strong>Voraussetzungen für Kontakte</strong> <br>Der Komet 67P benötigt für eine vollständige Rotation um seine Achse einen Zeitraum von ziemlich genau 12,4053 Stunden. Somit ergibt sich aufgrund der aktuellen Flugbahn von <i>Rosetta</i> pro Erdtag etwa zwei Mal die theoretische Gelegenheit einer Kontaktaufnahme zwischen dem Orbiter und dem Lander. Allerdings müssen hierzu gleich mehrere Grundvoraussetzungen erfüllt sein. Zum einen muss der Lander zu den Zeitpunkten, an denen sich mögliche Kommunikationsfenster öffnen, auch tatsächlich in Betrieb sein. Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn der für seine Energieversorgung ausschließlich auf das Sonnenlicht angewiesene Lander auch ausreichend von der Sonne beleuchtet wird. Nur dann kann <i>Philae</i> mit seinen Solarpaneelen genügend Energie generieren, um auch eine aktive Kommunikation zu betreiben. </p>



<p>Außerdem müssen die Kommunikationsantennen des Landers und des Orbiters dabei mehr oder weniger direkt aufeinander ausgerichtet sein, wobei zudem eine direkte &#8218;Sichtverbindung&#8216; bestehen muss. <i>Rosettas</i> Antenne kann ohne größeren Aufwand auf den vermuteten Standort des Landers gerichtet werden. Die Antenne von <i>Philae</i> ist jedoch beim Senden und Empfangen von Daten offenbar beeinträchtigt. Sehr wahrscheinlich behindern hier Felsvorsprünge oder Felsgrate auf der Kometenoberfläche, welche sich in der unmittelbaren Umgebung des Landers befinden, die Kommunikation. </p>



<p>Die Berechnungen der an der Mission beteiligten Mitarbeiter haben ergeben, dass sich die Kommunikationsfenster in den vergangenen Tagen pro &#8218;Kometentag&#8216; &#8211; abhängig von der Konstellation zwischen dem Lander und dem Orbiter &#8211; theoretisch für einen Zeitraum von wenigen zehn Minuten bis hin zu maximal drei Stunden öffneten. Optimalerweise müsste <i>Rosetta</i> den Standort des Landers dabei zu einem Zeitpunkt überfliegen, an dem <i>Philae</i> bereits seit längeren dem Licht der Sonne ausgesetzt war und somit über genügend Energie zum Empfangen eines Signals von dem Orbiter verfügt. Des weiteren müsste die zur Verfügung stehende Energie ausreichen, um anschließend selbst Daten an <i>Rosetta</i> zu transferieren. Für einen optimalen und stabilen Datentransfer müsste der Kontakt zwischen <i>Rosetta</i> und <i>Philae</i> über einen Zeitraum von etwa 50 Minuten aufrecht erhalten bleiben. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27062015140913_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27062015140913_small_3.jpg" alt="ESA, Rosetta, NavCam - CC BY-SA IGO 3.0" width="260"/></a><figcaption>
Diese Aufnahme fertigte die Navigationskamera der Raumsonde Rosetta am 15. Juni 2015 aus einer Entfernung von 207 Kilometern zum Zentrum des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko an. Die dabei erreichte Auflösung liegt bei 17,7 Metern pro Pixel. Der abgebildete Bereich umfasst ein Areal von 18,1 x 18,1 Kilometern. Deutlich sind auf diesem Foto erneut eine Vielzahl an Gas- und Staubjets erkennbar, welche von der Kometenoberfläche entweichen und die eine ernsthafte Gefahr für den Betrieb von Rosetta darstellen könnten. Mittlerweile befindet sich Rosetta auf einer 
<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/kometensonde-rosetta-dritter-kontakt-mit-philae/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">neuen Flugbahn</a>
, welche in einem Abstand von jetzt nur noch etwa 180 Kilometern zu der Kometenoberfläche verläuft. Am heutigen Tag begann eine weitere Serie von Flugmanövern, in deren Verlauf sich die Raumsonde der Kometenoberfläche bis zum 30. Juni 2015 auf bis zu 160 Kilometern nähern soll. 
<br>
(Bild: ESA, Rosetta, NavCam &#8211; CC BY-SA IGO 3.0)
</figcaption></figure></div>



<p><strong>Gefahren für <i>Rosetta</i></strong> <br>Doch bei diesen Kommunikationsversuchen müssen auch noch andere Umstände berücksichtigt werden, welche eine ernsthafte Gefahr für die Raumsonde <i>Rosetta</i> darstellen könnten. Der zunehmend aktiver werdende Komet 67P schleudert zusammen mit seinen Gas-Fontänen auch große Mengen an Staubpartikel ins All. Diese Partikel sorgten bereits Ende März 2015 dafür, dass die <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sternsensor" target="_blank" data-wpel-link="external">Sternsensoren</a> des Orbiters irritiert wurden und die Orientierung von <i>Rosetta</i> im Raum nicht mehr mit der notwendigen Genauigkeit bestimmt werden konnte. Dadurch bedingt versetzte sich die Raumsonde automatisch in einen Sicherheitsmodus, entfernte sich um mehrere hundert Kilometer von dem Kometen und konnte erst in den folgenden Tagen wieder durch neue Kommandos aus seinem Kontrollzentrum in den normalen Betriebsmodus versetzt werden (<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/raumsonde-rosetta-sicherheitsmodus/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). </p>



<p>Die weiteren Annäherungen an 67P erfolgten daher nur schrittweise und unter der ständigen Beobachtung, ob der Orbiter dabei unbeeinträchtigt blieb. Auch die derzeitige Flugbahn von <i>Rosetta</i> berücksichtigt diese nicht ungefährliche Umgebung des ausgasenden Kometen. So bewegt sich <i>Rosetta</i> zurzeit auf einem sogenannten &#8222;Terminator-Orbit&#8220;, welcher entlang der <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tag-Nacht-Grenze" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Tag-Nacht-Grenze</a> des Kometen verläuft. Der Standort von <i>Philae</i> wird dabei während der &#8218;Morgenstunden&#8216; des anbrechenden &#8218;Kometentages&#8216; überflogen. Zu diesem Zeitpunkt &#8211; so die Annahmen der an der Mission beteiligten Ingenieure &#8211; schaltet sich der Lander allerdings gerade erst ein. </p>



<p>&#8222;Der Lander wird dann noch nicht optimal von der Sonne beleuchtet&#8220;, so Stephan Ulamec vom DLR, der für den Betrieb des Kometenlanders zuständige Projektleiter. Überflüge zu anderen Kometen-Tageszeiten wurden seit dem Aufwachen von <i>Philae</i> noch nicht durchgeführt. </p>



<p><strong>Eine neue Flugbahn für <i>Rosetta</i></strong> <br>Bereits in der vergangenen Woche führte <i>Rosetta</i> zwei Kurskorrekturmanöver durch, in deren Verlauf die Raumsonde auf eine neue Flugbahn dirigiert wurde, welche statt in etwas mehr als 200 Kilometern in einer Höhe von aktuell nur noch 180 Kilometern Höhe über der Kometenoberfläche verläuft. Die nur bedingt erfolgreich verlaufenen Versuche einer Kontaktaufnahme mit <i>Philae</i> haben jedoch gezeigt, dass diese  Annäherung um 20 Kilometer noch nicht den erwünschten Erfolg erbracht hat. Aus diesem Grund begann die Raumsonde in den Morgenstunden des heutigen Tages mit einer Serie von Manövern, in deren Verlauf sich <i>Rosetta</i> bis zum 30. Juni 2015 um nochmals weitere 20 Kilometer näher an die Kometenoberfläche &#8218;heranpirschen&#8216; soll. </p>



<p>Das Team des DLR-Kontrollzentrums hofft, dass die Kontakte zu dem Lander bei einer Distanz von dann 160 Kilometern regelmäßiger und stabiler werden. Es wird sich jedoch erst im Laufe der nächsten Tage zeigen, ob die dabei zu erzielenden Veränderungen in der Geometrie zwischen dem Lander und dem Orbiter die Kommunikation mit <i>Philae</i> tatsächlich verbessern können. Außerdem könnten erneute Probleme mt den Startrackern jederzeit dazu führen, dass <i>Rosetta</i> dieses Annäherungsmanöver abbrechen und wieder einen höheren Orbit einnehmen muss. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27062015140913_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27062015140913_small_4.jpg" alt="ESA, ATG medialab" width="260"/></a><figcaption>
Der Kometenlander Philae ist mit 
<a class="a" href="https://web.archive.org/web/20230603215039/https://www.dlr.de/pf/desktopdefault.aspx/tabid-1371/1868_read-3321/" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">zehn wissenschaftlichen Instrumenten</a>
 ausgestattet, welche eventuell in den kommenden Wochen und Monaten neue Messungen durchführen könnten. Hierfür ist jedoch zunächst ein stabiler Kontakt mit dem Lander notwendig. 
<br>
(Bild: ESA, ATG medialab)
</figcaption></figure></div>



<p><strong>Der technische Zustand von <i>Philae</i></strong> <br>Die bisher von <i>Philae</i> übermittelten Telemetriewerte haben gezeigt, dass sich der Lander offenbar in einem guten Allgemeinzustand befindet. Trotzdem kann aufgrund der immer noch unvollständigen Datenlage nicht mit absoluter Gewissheit gesagt werden, ob wirklich alle Subsysteme des Landers diesen von den Missionsplanern nicht vorgesehenen siebenmonatigen &#8218;Winterschlaf&#8216; und die dabei gegebenen tiefen Temperaturen unbeschadet überstanden haben. So könnte zum Beispiel auch ein Ausfall der Kommunikationssysteme von <i>Philae</i> ein möglicher Grund für das derzeitige &#8218;Schweigen&#8216; des Landers sein. Die Auswertungen der bisher empfangenen Telemtriedaten haben zu dem Schluss geführt, dass zwar offenbar eine der beiden Kommunikationseinheiten beeinträchtigt ist &#8211; die zweite Einheit hat jedoch bisher ohne erkennbare Funktionsstörungen gearbeitet. </p>



<p>&#8222;Um mit <i>Philae</i> wieder wissenschaftlich zu arbeiten, sind wir auf längere und vorhersagbare Kontaktzeiten angewiesen&#8220;, betont Stephan Ulamec die Notwendigkeit einer stabilen Kommunikation, denn nur wenn der Lander umfangreiche Kommandos sicher empfangen und ausführen sowie die gesammelten Daten speichern und anschließend zu seinem Bodenteam transferieren kann, können seine zehn wissenschaftlichen Instrumente wieder zu einem sinnvollen Einsatz kommen. Derzeit analysieren und diskutieren die verschiedenen Missionsteams intensiv, ob und mit welchen weiteren Maßnahmen in Zukunft eine bessere Kontaktaufnahme mit dem Kometenlander <i>Philae</i> möglich sein wird. </p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?board=34.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mission Rosetta</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=667.285" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Kometen</a></li></ul>



<p><strong>Verwandte Seiten bei Raumfahrer.net:</strong></p>



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		<enclosure url="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2015-07-01-48161.mp3" length="15586931" type="audio/mpeg" />

			</item>
		<item>
		<title>Rosetta entdeckt Wassereisablagerungen auf 67P</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/rosetta-entdeckt-wassereisablagerungen-auf-67p/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Jun 2015 17:33:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Komet]]></category>
		<category><![CDATA[Kometenforschung]]></category>
		<category><![CDATA[MPS]]></category>
		<category><![CDATA[Osiris-Kamera]]></category>
		<category><![CDATA[Rosetta]]></category>
		<category><![CDATA[Tschurjumow-Gerasimenko]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wissenschaftler haben auf den Aufnahmen der Raumsonde Rosetta von der Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko 120 nur metergroße Bereiche identifiziert, bei denen es sich offenbar um Ablagerungen von gefrorenem Wasser handelt. Dieser Fund stützt die Theorie, dass sich das Wassereis des Kometen 67P in erster Linie unter einer dunklen Staubschicht verbirgt. Außerdem wurde die Rosetta-Mission inzwischen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/rosetta-entdeckt-wassereisablagerungen-auf-67p/" data-wpel-link="internal">Rosetta entdeckt Wassereisablagerungen auf 67P</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Wissenschaftler haben auf den Aufnahmen der Raumsonde Rosetta von der Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko 120 nur metergroße Bereiche identifiziert, bei denen es sich offenbar um Ablagerungen von gefrorenem Wasser handelt. Dieser Fund stützt die Theorie, dass sich das Wassereis des Kometen 67P in erster Linie unter einer dunklen Staubschicht verbirgt. Außerdem wurde die Rosetta-Mission inzwischen von der ESA um weitere neun Monate bis zum September 2016 verlängert.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, ESA. Vertont von Peter Rittinger</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2015-07-02-44400.mp3"></audio></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/25062015193303_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/25062015193303_small_1.jpg" alt="ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA" width="260"/></a><figcaption>
Bisher konnten auf dem Kometen 67P 19 morphologisch unterschiedliche Regionen identifiziert werden, welche nach Gottheiten der ägyptischen Mythologie benannt wurden. Die Region Hapi, wo bereits im März 2015 erstmals Hinweise auf Eisablagerungen gefunden wurden, befindet sich im Bereich des &#8218;Halses&#8216; des Kometen. 
<br>
(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)
</figcaption></figure></div>



<p>Nach einem mehr als zehn Jahre andauernden Flug erreichte die von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Raumsonde <i>Rosetta</i> am 6. August 2014 das Ziel ihrer Reise &#8211; den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko (der Einfachheit halber ab hier als &#8222;67P&#8220; abgekürzt). Seitdem &#8218;begleitet&#8216; <i>Rosetta</i> diesen Kometen auf seinem weiteren Weg in das innere Sonnensystem und untersucht dieses Relikt aus der Entstehungsphase unseres Sonnensystems dabei intensiv mit <a class="a" href="https://web.archive.org/web/20230329214450/https://www.dlr.de/pf/desktopdefault.aspx/tabid-1371/1868_read-3287/" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">elf wissenschaftlichen Instrumenten</a>. </p>



<p><strong>Die Entstehungsgeschichte unseres Sonnensystems</strong>
<br>
Die Sonne &#8211; das Zentralgestirn unseres Sonnensystems &#8211; entwickelte sich vor etwa 4,6 Milliarden Jahren aus einer <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/H-II-Gebiet" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">interstellaren Gas- und Staubwolke</a> &#8211; der so genannten <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Urwolke" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Urwolke</a> &#8211; welche schließlich durch gravitative Einflüsse kollabierte. Hierbei bildete sich im Inneren dieser Wolke eine dichte und sehr heiße Materiekonzentration, welche sich letztendlich im Rahmen einer stellaren Kernfusion entzündete und im Rahmen dieses Prozesses zu einem &#8217;neu geborenen&#8216; Stern wurde. Das bei dieser <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sternentstehung" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Sternentstehung</a> nicht verbrauchte Material konzentrierte sich zunächst in einer die Sonne umgebenden <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Protoplanetare_Scheibe" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">protoplanetaren Scheibe</a> und war das Ausgangsmaterial für die sich im Verlauf eines <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sonnensystem#Entstehung" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">komplexen Entstehungsprozesses</a> innerhalb unseres Sternsystems bildenden Kometen, Asteroiden und Planeten. </p>



<p>Die <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/kometen-botschafter-aus-der-vergangenheit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Kometen</a> bewegen sich auf stark elliptischen Umlaufbahnen um die Sonne. Den Großteil ihrer Existenz fristen diese auch als &#8217;schmutzige Schneebälle&#8216; bezeichneten Objekte dabei fernab der Sonne als kalte, nahezu unveränderliche Brocken, welche im Wesentlichen aus Wassereis, Staub- und Gesteinspartikeln sowie verschiedenen gefrorenen Gasen wie zum Beispiel Kohlenstoffdioxid, Methan und Ammoniak bestehen. Die Kometen sind wahrscheinlich die ältesten und weitgehend unverändert gebliebenen Überreste der protoplanetaren Scheibe. In den Kometen ist die Materie aus der Entstehungszeit unseres Sonnensystems dabei bis in die Gegenwart wie in einer &#8218;kosmischen Tiefkühltruhe&#8216; konserviert. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/25062015193303_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/25062015193303_small_2.jpg" alt="ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA" width="260"/></a><figcaption>
Dieses Bild zeigt sechs Beispiele für einzelne Bereiche auf der Oberfläche des Kometen 67P, wo sich vermutlich Wassereisablagerungen direkt auf der Kometenoberfläche befinden. Die Einzelaufnahmen wurden bereits im September 2014 mit der Telekamera des OSIRIS-Kameraexperiments angefertigt. Zu dieser Zeit bewegte sich die Raumsonde Rosetta in Entfernungen zwischen 20 und 50 Kilometern zu der Oberfläche. 
<br>
(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)
</figcaption></figure></div>



<p>Das Hauptziel der <i>Rosetta</i>-Mission, so die beteiligten Wissenschaftler, besteht darin, durch die Untersuchung der zu ermittelnden chemischen und physikalischen Eigenschaften des Kometen 67P ein noch besseres Verständnis über die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte unseres Sonnensystems zu erlangen. 
<br>
<strong>Wassereis direkt auf der Oberfläche von 67P?</strong>
<br>
Dabei zeigte sich bereits in der Frühphase der Erforschung des Kometen 67P durch die Raumsonde <i>Rosetta</i>, dass dessen Oberfläche <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/rosettas-komet-schwaerzer-als-holzkohle/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">extrem dunkel ist</a> &#8211; es werden nur wenige Prozent des Sonnenlichts reflektiert &#8211; und dass dort zudem Temperaturen auftreten, welche das großflächige Vorhandensein von Wassereis ausschließen (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/rosettas-komet-zu-warm-fuer-eis/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). Die Kometenforscher vermuten deshalb, dass sich das auf dem Kometen konzentrierte Wassereis unter der Oberfläche befindet und von einer dunklen Staubschicht bedeckt ist. In Einklang mit dieser Annahme wurden bereits im März 2015 erstmals Hinweise darauf gefunden, dass sich in der Region &#8222;Hapi&#8220; offenbar Wassereis direkt auf beziehungsweise unmittelbar unterhalb der Oberfläche befindet (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/rosetta-hinweise-auf-eis-auf-der-kometenoberflaeche/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a> ebenfalls). </p>



<p>Mittlerweile konnten die an der Mission beteiligten Wissenschaftler auf den Aufnahmen der <a class="a" href="https://www.mps.mpg.de/rosetta/osiris" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">OSIRIS-Kamera</a> &#8211; der unter der Leitung von Mitarbeitern des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen entwickelten und betriebenen Hauptkamera an Bord von <i>Rosetta</i> &#8211; rund 120 auffallend helle, lediglich wenige Meter große Bereiche auf der Oberfläche des Kometen 67P identifizieren. Die optischen Eigenschaften dieser &#8218;hellen Flecken&#8216; deuten darauf hin, dass es sich hierbei um gefrorenes Wasser handelt. Sie reflektieren bis zu 60 Prozent des einfallenden Sonnenlichtes, was ein typischer Wert für Wassereis ist. Zudem erscheinen diese Flecken in <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Falschfarben#Anwendungen" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Falschfarbenaufnahmen</a> leicht bläulich, was ebenfalls auf Wassereis hindeutet. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/25062015193303_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/25062015193303_small_3.jpg" alt="ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA" width="260"/></a><figcaption>
Zwei Beispielaufnahmen: Einmal eine Ansammlung von mehreren hellen Flecken (oben) und außerdem ein isoliert auftretender Fleck (unten). 
<br>
(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)
</figcaption></figure></div>



<p>Ein weiterer entscheidender Hinweis auf Wassereis: Innerhalb des Beobachtungszeitraums &#8211; die entsprechenden Aufnahmen wurden bereits zwischen dem August und dem November 2014 angefertigt &#8211; haben sich diese Bereiche offenbar nur minimal verändert. Gefrorenes Kohlenstoffdioxid und -monoxid, welches die Kometenforscher ebenfalls auf der Oberfläche von 67P erwarten, sollte sich in diesem Zeitraum rasch verflüchtigt haben, was zu deutlich erkennbaren Oberflächenveränderungen geführt hätte. </p>



<p>&#8222;Keine der früheren Kometenmissionen hat räumliche Auflösungen im Bereich einiger Meter erreicht“, so Dr. Holger Sierks vom MPS, der wissenschaftliche Leiter des OSIRIS-Kameraexperiments. &#8222;Wir sehen Strukturen dieser Art deshalb zum ersten Mal.&#8220; </p>



<p>Mit der hohen Auflösung der OSIRIS-Kamera betrachtet entpuppen sich die meisten der beobachteten &#8218;hellen Flecken&#8216; als einzelne &#8218;Brocken&#8216;. Einige dieser Objekte treten jedoch auch in Gruppen auf. Diese Ansammlungen finden sich typischerweise in Geröllfeldern an der Basis von Klippen und Steilhängen. Sie könnten durch das Zusammenbrechen der Klippen an die Kometenoberfläche gelangt sein. Im Gegensatz dazu stechen die vereinzelten Objekte, welche sich sowohl auf &#8218;freiem Feld&#8216; als auch in schattigen Regionen befinden, deutlich aus ihrer Umgebung hervor. </p>



<p><strong>Laborexperimente</strong>
<br>
Zwecks der Klärung der Frage, wie es zu dieser Verteilung der vermutlichen Wassereisablagerungen kommen konnte, führten die Kometenforscher verschiedene Laborexperimente durch und untersuchten dabei, wie sich eine Mischung aus Wassereis und verschiedenen Mineralien unter Sonneneinstrahlung verhält. Ihr Ergebnis: Bereits nach wenigen Stunden bildet sich ein dunkler Staubmantel von einigen Millimetern Dicke aus, welcher das darunter liegende Eis verbirgt. Gelegentlich konnte das verdampfende Wasser in diesen Experimenten jedoch größere Staubkörner oder sogar größere Brocken mit sich reißen und so helle Bereiche freilegen, wo das Wassereis frei zutage liegt. </p>



<p>Das von Antoine Pommerol von der Universität Bern geleitete Team hält es für möglich, dass die jetzt beobachteten &#8218;eisigen Stellen&#8216; bereits vor sechseinhalb Jahren entstanden sind, als sich der Komet 67P das letzte Mal der Sonne näherte. Dabei könnten auch einige wassereishaltige Brocken in Gebiete geschleudert worden sein, welche in der Folgezeit permanent im Schatten lagen, so dass diese die folgenden Jahre überdauerten. Einer anderen Theorie zur Folge könnte für diesen Materialtransport aber auch die zwischenzeitlich erfolgte Emission von Kohlenstoffdioxid und -monoxid verantwortlich sein, welche auch in größerer Entfernung zur Sonne erfolgt. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/25062015193303_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/25062015193303_small_4.jpg" alt="ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA" width="260"/></a><figcaption>
Diese vier 
<a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Falschfarben#Anwendungen" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Falschfarbenaufnahmen</a>
 zeigen ebenfalls mögliche Wassereisablagerungen direkt auf der Oberfläche des Kometen 67P. Die beiden Aufnahmen links wurden am 5. September 2014 mit der Telekamera des OSIRIS-Kameraexperiments angefertigt. Die beiden Fotos rechts stammen dagegen vom 16. September 2014. 
<br>
(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)
</figcaption></figure></div>



<p>&#8222;Die beste Strategie, diese Fragen zu klären, ist abzuwarten&#8220;, so Dr. Sierks. &#8222;In den kommenden Monaten werden wir 67P weiter beobachten und so hoffentlich diese Prozesse aus nächster Nähe miterleben.&#8220; Erst am 13. August 2015 wird der Komet 67P &#8211; auch weiterhin von <i>Rosetta</i> begleitet &#8211; in einer Entfernung von etwa 186 Millionen Kilometern zur Sonne das <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Perihel#Zentralk.C3.B6rper:_Ap.28o.29-.2C_Peri-" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Perihel</a> &#8211; den Punkt der dichtesten Annäherung an das Zentralgestirn unseres Sonnensystems &#8211; durchlaufen. </p>



<p>&#8222;Während sich der Komet weiter seinem Perihelion nähert nimmt auch die Intensität der Sonneneinstrahlung zu. Dabei werden auch die hellen Flecken, welche bisher noch im Schatten liegen, der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt, was zu entsprechenden Veränderungen führen sollte&#8220;, so Matt Taylor, der für die <i>Rosetta</i>-Mission zuständige Projektwissenschaftler der ESA. &#8222;Eventuell werden dabei auch noch weitere und zudem größere eishaltige Bereiche freigelegt.&#8220; 
<br>
Die hier kurz vorgestellten Forschungsergebnisse zu den Eisablagerungen auf der Oberfläche des Kometen 67P wurden von Antoine Pommerol et al. kürzlich unter dem Titel &#8222;OSIRIS observations of meter-sized exposures of H2O ice at the surface of 67P/Churyumov-Gerasimenko and interpretation using lasboratory experiments&#8220; in der Fachzeitschrift <i>Astronomy &amp; Astrophysics</i> publiziert. </p>



<p><strong>Missionsverlängerung bis September 2016</strong>
<br>
Ursprünglich war von der ESA vorgesehen, dass die Raumsonde <i>Rosetta</i> die Untersuchung des Kometen 67P lediglich bis Ende Dezember 2015 fortsetzen soll. Aufgrund der Vielzahl der bisher erzielten wissenschaftlichen Ergebnisse und des guten Allgemeinzustandes der Raumsonde wurde jedoch bereits seit längeren allgemein davon ausgegangen, dass die Mission wohl verlängert werden wird (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/esa-erwaegt-missionsverlaengerung-fuer-rosetta/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). Dies wurde jetzt auch offiziell bestätigt. Am 23. Juni gab die ESA bekannt, dass das Science Programme Committee der europäischen Weltraumagentur die formelle Zustimmung zu einer Verlängerung der Mission um weitere neun Monate erteilt hat. Die Fortsetzung der Untersuchungen des Kometen in den 12 Monaten nach dessen Perihelpassage wird den Wissenschaftlern ein vollständigeres Bild von der zu- und abnehmenden Kometenaktivität im Verlauf seines Orbits vermitteln &#8211; so die wissenschaftliche Begründung dieser Missionsverlängerung bis zum September 2016. </p>



<p>&#8222;Dies sind fantastische Neuigkeiten für die Wissenschaft&#8220;, so Matt Taylor. &#8222;Wir werden in der Lage sein, die abnehmende Aktivität des Kometen zu beobachten, während er sich wieder von der Sonne entfernt. Durch den Vergleich detaillierter Vorher- und Nachher-Daten können wir besser verstehen, wie sich Kometen im Laufe ihrer Lebenszeit entwickeln.&#8220; Wenn die Kometenaktivität nach dem Perihel wieder abnimmt, sollte es möglich sein, den Orbiter wieder deutlich näher an den Kometenkern zu manövrieren und so die Veränderungen der Kometeneigenschaften während und unmittelbar nach dessen kurzen &#8218;Sommers&#8216; genauer zu untersuchen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/67p_22_05_2015_eso_vlt_big.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/25062015193303_small_5.jpg" alt="Colin Snodgrass, Alan Fitzsimmons, ESO" width="260"/></a><figcaption>
Dieses aus zwei Einzelaufnahmen kombinierte Foto (deshalb die doppelt abgebildeten Hintergrundsterne) des Kometen 67P wurde bereits am 22. Mai 2015 mit dem 
<a class="a" href="https://www.eso.org/public/teles-instr/paranal-observatory/vlt/vlt-instr/fors/" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">FOcal Reducer and low dispersion Spectrograph</a>
 (abgekürzt &#8222;FORS&#8220;) angefertigt, welcher an das 
<a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Paranal-Observatorium#Very_Large_Telescope" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Very Large Telescope</a>
 (kurz &#8222;VLT&#8220;) am Paranal-Observatorium der Europäischen Südsternwarte (ESO) in den nordchilenischen Anden angeschlossen ist. Der Schweif des Kometen erstreckt sich darauf über eine Länge von etwa 120.000 Kilometern. Auf höher aufgelösten Aufnahmen der gleichen Beobachtungskampagne ist zudem erkennbar, dass die den Kometenkern umgebende 
<a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Komet#Koma" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Koma</a>
 zum Aufnahmezeitpunkt über einen Durchmesser von etwa 80.000 bis 100.000 Kilometern verfügte. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Komet in einer Entfernung von rund 238 Millionen Kilometern zur Sonne. 
<br>
(Bild: Colin Snodgrass, Alan Fitzsimmons, ESO)
</figcaption></figure></div>



<p>Die zusätzlichen Beobachtungsdaten, welche <i>Rosetta</i> in diesem Zeitraum sammeln wird, können zudem auch einen weiteren Kontext für ergänzende erdbasierte Beobachtungen des Kometen 67P bilden. Aktuell befindet sich der Komet von der Erde aus betrachtet nahe der Sonne, wodurch sich erdbasierte Beobachtungen derzeit überaus schwierig gestalten. </p>



<p><strong>Wo befindet sich Philae?</strong>
<br>
Des weiteren könnte im Rahmen dieser verlängerten Mission die Chance bestehen, bei einer erneuten signifikanten Annäherung von <i>Rosetta</i> an die Kometenoberfläche eine definitive visuelle Identifizierung des Kometenlanders <i>Philae</i> vorzunehmen, dessen endgültiger Standort bisher immer noch nicht zweifelsfrei bestimmt werden konnte (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mission-rosetta-die-suche-nach-philae-dauert-an-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). Auf den im Rahmen der bisherigen Suchkampagnen aus bis zu etwa 18 Kilometern Entfernung angefertigten Fotos waren zwar mehrere Kandidaten erkennbar, doch könnten Aufnahmen aus lediglich zehn oder noch weniger Kilometern Distanz die sicherste mögliche optische Bestätigung liefern. </p>



<p>Während der erweiterten Mission wird das für die Steuerung der Raumsonde verantwortliche Team dank der Erfahrungen, die es bereits bisher bei dem Betrieb von <i>Rosetta</i> in dem schwierigen Kometenumfeld gewonnen hat, einige neue und möglicherweise auch riskantere Manöver der Raumsonde durchführen können. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um bisher nur angedachte Flüge über die Nachtseite des Kometen, um Plasma-, Staub- und Gas-Interaktionen in dieser Region zu beobachten. Des weiteren könnten im Rahmen dieser Manöver Proben des Kometenstaubs gesammelt werden, welcher in Form von Jets von der Kometenoberfläche entweicht und in der unmittelbaren Nähe des Kerns von <i>Rosetta</i> direkt untersucht werden könnte. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/25062015193303_big_6.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/25062015193303_small_6.jpg" alt="ESA, Rosetta, NavCam - CC BY-SA IGO 3.0" width="260"/></a><figcaption>
Diese Aufnahme fertigte die Navigationskamera der Raumsonde Rosetta am 15. Juni 2015 aus einer Entfernung von 207 Kilometern zum Zentrum des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko an. Die dabei erreichte Auflösung liegt bei 17,7 Metern pro Pixel. Der abgebildete Bereich umfasst ein Areal von 18,1 x 18,1 Kilometern. Deutlich sind auf diesem Foto erneut eine Vielzahl an Gas- und Staubjets erkennbar, welche von der Kometenoberfläche entweichen. Mittlerweile befindet sich Rosetta auf einer 
<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/kometensonde-rosetta-dritter-kontakt-mit-philae/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">neuen Flugbahn</a>
, welche in einem Abstand von jetzt nur noch 177 Kilometern zu der Kometenoberfläche verläuft. 
<br>
(Bild: ESA, Rosetta, NavCam &#8211; CC BY-SA IGO 3.0)
</figcaption></figure></div>



<p><strong>Definitives Missionsende</strong>
<br>
Aber irgendwann einmal gehen auch selbst die erfolgreichsten Weltraummissionen ihrem Ende entgegen. Im Fall der <i>Rosetta</i>-Mission ist dieses absehbare Ende dadurch bedingt, dass sich der Komet 67P bereits bald wieder von der Sonne entfernen und erneut in die &#8218;Tiefen&#8216; des Sonnensystems entschwinden wird. Dies hat zur Folge, dass die ausschließlich mit Sonnenenergie betriebene Raumsonde ab dem September 2016 nicht mehr genügend Sonnenlicht empfangen wird, um auch weiterhin effizient und kontinuierlich arbeiten zu können. Dies entspricht in etwa der Situation vom Juni 2011, als <i>Rosetta</i> für 31 Monate in einen &#8218;Winterschlaf&#8216; versetzt wurde, während sie die längste Etappe ihrer Reise in Richtung des Jupiter-Orbits zurücklegte (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/rosetta-in-tiefschlafmodus-versetzt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). </p>



<p>Neben dem dann gegebenen &#8218;Energiemangel&#8216; kommt erschwerend hinzu, dass sich <i>Rosetta</i> und der Komet 67P ab dem Oktober 2016 von der Erde aus betrachtet wieder in der unmittelbaren Nähe der Sonne befinden werden &#8211; eine Konstellation, welche den Betrieb der Raumsonde sehr kompliziert. Da <i>Rosetta</i> bis dahin zudem auch den für weitere Bahnkorrekturmanöver benötigten Treibstoff aufgebraucht haben wird ist es auch nicht sinnvoll, die Raumsonde in einen erneuten Hibernationsmodus zu versetzen. Stattdessen gehen die derzeitigen Überlegungen dahin, dass <i>Rosetta</i> die Mission auf der Oberfläche des Kometen 67P beenden soll. </p>



<p>Sofern dieses angestrebte Szenario in die Praxis umsetzbar sein sollte, würde die Raumsonde über einen Zeitraum von etwa drei Monaten einen spiralförmig verlaufenden Sinkflug durchführen und schließlich auf der Oberfläche von 67P aufsetzen. Die an der Mission beteiligten Wissenschaftler erwarten, dass <i>Rosetta</i> in diesem Zeitraum die wissenschaftlichen Untersuchungen fortsetzen kann. Eventuell wäre es so möglich, einzigartige Daten aus bisher nie erreichter Nähe zu gewinnen. Allerdings ist es extrem unwahrscheinlich, dass diese Untersuchungen auch nach der erfolgten Landung, für die <i>Rosetta</i> definitiv nicht konstruiert wurde, fortgesetzt werden können. Sehr wahrscheinlich wird dieses Experiment mit einer &#8218;Bruchlandung&#8216; enden. </p>



<p>&#8222;Doch es gibt noch viel zu tun, um herauszufinden, ob dieses Missionsende tatsächlich möglich ist. Zunächst müssen wir den Zustand der Raumsonde nach dem Perihel untersuchen und sehen, wie gut sie in der Nähe des Kometen funktioniert. Später werden wir versuchen zu entscheiden, wo auf dem Kometen <i>Rosetta</i> abgesetzt werden könnte&#8220;, so Patrick Martin, der Missionsmanager des <i>Rosetta</i>-Teams. 
<br>
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<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?board=34.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mission Rosetta</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=667.285" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Kometen</a></li></ul>



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<p><strong>Fachartikel von Antoine Pommerol et al.:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.aanda.org/articles/aa/pdf/2015/11/aa25977-15.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">OSIRIS observations of meter-sized exposures of H2O ice at the surface of 67P/Churyumov-Gerasimenko and interpretation using lasboratory experiments</a> (PDF, Volltext, engl.)</li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/rosetta-entdeckt-wassereisablagerungen-auf-67p/" data-wpel-link="internal">Rosetta entdeckt Wassereisablagerungen auf 67P</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		<enclosure url="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2015-07-02-44400.mp3" length="8284139" type="audio/mpeg" />

			</item>
		<item>
		<title>2016 erstmals CubeSats auf interplanetarer Mission</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/2016-erstmals-cubesats-auf-interplanetarer-mission/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jun 2015 19:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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		<category><![CDATA[InSight]]></category>
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		<category><![CDATA[Planetenforschung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit der 2016 geplanten NASA-Marsmission InSight werden erstmals auch zwei Minisatelliten auf CubeSat-Basis auf dem Weg zu einem anderen Planeten gebracht. Sie sollen die Kommunikationsverzögerung während der Landephase spürbar verkürzen, die mit dem eigentlich als Relais dienenden Mars Reconnaissance Orbiter aufgrund dessen technischer Ausstattung in Kauf genommen werden muss. Ein Beitrag von Roland Rischer. Quelle: [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/2016-erstmals-cubesats-auf-interplanetarer-mission/" data-wpel-link="internal">2016 erstmals CubeSats auf interplanetarer Mission</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Mit der 2016 geplanten NASA-Marsmission InSight werden erstmals auch zwei Minisatelliten auf CubeSat-Basis auf dem Weg zu einem anderen Planeten gebracht. Sie sollen die Kommunikationsverzögerung während der Landephase spürbar verkürzen, die mit dem eigentlich als Relais dienenden Mars Reconnaissance Orbiter  aufgrund dessen technischer Ausstattung in Kauf genommen werden muss.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von Roland Rischer. Quelle: NASA, Spaceflight Now. Vertont von Peter Rittinger</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2015-06-25-49240.mp3"></audio></figure>



<p>Voraussichtlich im März 2016 wird die Marsmission <i>InSight </i>der NASA gestartet. Maßgebliche wissenschaftliche Beiträge kommen dabei auch aus Europa. Es handelt sich um eine stationäre Landeeinheit.<i> InSight</i> steht für „Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport“ und soll erstmals einen Einblick, so die wörtliche Übersetzung, in das Innere des Planeten Mars liefern. Dazu dienen drei Instrumente, ein Seismometer zur Analyse der Wellen bei Marsbeben und Bestimmung der Planetenkruste, ein Bohrhammer nebst Analyseinstrumentarium für Wärmefluss, elektrische Leitfähigkeit und Temperaturverteilung in bis fünf Metern Tiefe im Marsboden und Instrumente zur Berechnung der Masseverteilung im Planetenmantel mit Hilfe des X-Band-Kommunikationssystems (etwas ausführlicher siehe <a href="https://www.raumfahrer.net/marslander-insight-der-bau-kann-beginnen/" data-wpel-link="internal">hier</a>).  </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/22062015210040_small_1.jpg" alt="NASA/JPL-Caltech" width="260"/><figcaption>
Unspektakulär und etwa so groß wie ein Aktenkoffer &#8211; einer der beiden 
<i>InSight</i>
-Begleiter vor der Entfaltung von Solarzellen und Antennen. 
<br>
(Bild: NASA/JPL-Caltech)
</figcaption></figure></div>



<p>Ein kleines Novum wird die Kommunikation mit der Erde während der Landephase darstellen. Beim Start auf einer Atlas V werden zwei Minisatelliten (CubeSats) mit dabei sein, die bei der Landung im September 2016 als zusätzliche Kommunikationsrelais dienen. Diese Mission läuft unter dem Namen Mars Cube One (MarCO).  </p>



<p>Cubesats haben eine Standardmaß von rund 10 mal 10 mal 10 Zentimeter. Für jedes MarCO-Relais werden sechs Cubesats in zwei Reihen à drei Satelliten kombiniert und mit Solarpanelen und Hochgewinnantenne versehen. Die MarCO-Satelliten haben damit in etwa das Format eines Aktenkoffers mit Außenmaßen von 36,6 mal 24,3 mal 11,8 Zentimetern. Nach dem Start werden sie unabhängig von InSight zum Mars fliegen. Das setzt neben einem Lagekontrollsystem unter anderem ein eigenes Kurssteuersystem (auf Kaltgasbasis) und eine strahlenresistentere Elektronik voraus. Es ist das erste Mal, dass Cubesats im interplanetaren Raum unterwegs sind. Neben dem Ausklappen der Solarpanele muss auch das Ausfahren zweier Antennen kurz nach dem Start gelingen. Die X-Band-Antenne ist eine Hochgewinnantenne, aber nicht in der üblichen Form einer Parabolantenne, sondern als flaches Panel, ein notwendiges Zugeständnis an die Grundform der CubeSat-Konstruktion.   </p>



<p>Das Ganze dient einer schnelleren Kommunikation während der Landephase, hat für die NASA aber lediglich experimentellen Charakter. Keinesfalls sei der Erfolg der <i>InSight</i>-Mission davon abhängig, so Jim Green, Direktor im Bereich Planetenforschung der NASA. Eigentliches Kommunikationsrelais sei der seit Jahren vor Ort befindliche Mars Reconnaissance Orbiter (MRO). Während der momentan für den 28. September 2016 geplanten Abstiegs- und  Landephase sendet <i>InSight</i> im UHF-Band Daten am MRO. Dieser sendet die Daten im X-Band weiter zur Erde. Das Problem dabei – MRO kann nicht gleichzeitig in einem Band Daten empfangen und im anderen Band weitergeben. Die Bestätigung einer erfolgreichen Landung könnte mit bis zu einer Stunde Verspätung auf der Erde eintreffen. Die Signallaufzeit zwischen Mars und Erde beträgt je nach    Abstand zwischen  drei und etwa 21 Minuten. Die Distanz Erde-Mars schwankt zwischen 56 und </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/22062015210040_small_2.jpg" alt="NASA/JPL-Caltech" width="260"/><figcaption>
Schon eher das gewohnte Bild &#8211; ein MarCO-Satellit im Betriebszustand. Oben die X-Band-Antenne, seitlich die Solarzellen und unten die UHF-Antenne. 
<br>
(Bild: NASA/JPL-Caltech)
</figcaption></figure></div>



<p>401 Millionen Kilometern. Ende September 2016 wird der Mars rund 100 Millionen Kilometer entfernt sein, das entspricht einer Signallaufzeit von knapp sechs Minuten.    <br>Am Landetag sollen die beiden Mars Cubes in rund 3.500 Kilometer Höhe am Mars vorbeifliegen. Zumindest die beim MRO aufgrund der technischen Ausstattung technisch bedingte Verzögerung wird es bei den beiden MarCO-Minisatelliten nicht geben. An Bord sind ein UHF-Empfänger und ein X-Band-Empfänger und –Sender. Die X-Band-Einheit kann gleichzeitig die über den UHF-Empfänger eingehenden Informationen aufnehmen und in Richtung Erde weitersenden.  </p>



<p>MarCO ist ein Demonstrationsversuch unter der Federführung des Jet Propulsion Laboratory. CubeSats haben den Vorteil relativ kurzer Entwicklungszeiten. Dies und der Einsatz als Sekundärnutzlast macht sie zudem kostengünstig. MarCO hat laut Spaceflight Now etwa 13 Millionen US-Dollar gekostet. Sollten sich die beiden MarCO-CubeSats bei ihrer Mars-Mission  als verlässlich erweisen, könnte dies nach Meinung der NASA neue Ansätze in der Planetenforschung ermöglichen.           </p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10692.150#lastPost" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">InSight auf Atlas V 401   </a> </li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/2016-erstmals-cubesats-auf-interplanetarer-mission/" data-wpel-link="internal">2016 erstmals CubeSats auf interplanetarer Mission</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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		<item>
		<title>Le Bourget 2015 &#8211; Jeder fliegt für sich alleine &#8230;</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/le-bourget-2015-jeder-fliegt-fuer-sich-alleine/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Weise]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jun 2015 18:17:27 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Das waren noch Zeiten: In den Endsechzigern bis in die achtziger Jahre war die weltgrößte Flugzeugschau in Le Bourget bei Paris DER Schauplatz für die Luft- und Raumfahrtindustrie. Heute fliegt jeder für sich alleine. Meint Andreas Weise in eigener, subjektiver Betrachtung. Ein Beitrag von Andreas Weise. Quelle: Kommentar nach Ausstellungsbesuch. Vertont von Peter Rittinger Es [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Das waren noch Zeiten: In den Endsechzigern bis in die achtziger Jahre war die weltgrößte Flugzeugschau in Le Bourget bei Paris DER Schauplatz für die Luft- und Raumfahrtindustrie. Heute fliegt jeder für sich alleine. Meint Andreas Weise in eigener, subjektiver Betrachtung.</p>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von Andreas Weise. Quelle: Kommentar nach Ausstellungsbesuch. Vertont von Peter Rittinger   </p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2015-06-26-52361.mp3"></audio></figure>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/z02planesfdr1500.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/z02planesfdr260.jpg" alt="" class="wp-image-16935" width="260" height="195"/></a><figcaption>Flugzeuge über Le Bourget
(Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure>



<p>Es gab nicht nur Fachbesuchertage für einen eingeschränkten elitären Kreis. Dem einfachen Normalbesucher, der nicht unbedingt in der Lage war, eines der ausgestellten Flugzeuge zu erwerben, wurde seinerzeit eine Menge geboten. Brot und Spiele wolle man meinen.</p>



<p>Das Werben um den „normalsterblichen Besucher“, der nach dem Staunen über die technischen Errungenschaften jener Zeit dann zurück in sein alltägliches Leben ging, hatte tiefere Gründe. Die Ausstellung in Paris war auch eine Leistungsschau der sich damals gegenüberstehenden Systeme.</p>



<p>Die UdSSR bot alles auf, um die Vorzüge ihres Systems dem westlichen Publikum schmackhaft zu machen. Unvergessen sind die Präsentation der Wostok-Trägerrakete (1967), des Überschallpassagierflugzeuges TU-144 und des weltgrößten Hubschraubers W-12 (1971). Es folgten Sojus-Apollo (1973), Raumstation Salut-6 (1979) und Raumgleiter Buran (1989).</p>



<p>Aber auch der Westen zeigte alles, was das breite Publikumsherz begehrte. Klar, es ging bei den Präsentationen auch um die Akzeptanz der Steuer zahlenden Bevölkerung.</p>



<p>Nach der Beendigung des Kalten Krieges und dem Zusammenbruch der Sowjetunion mitsamt des Ostblocks war man auf Selbstfindung. Für den Zuschauer war das eine tolle Zeit. Geradezu freundschaftlich flogen Amerikaner, Westeuropäer zusammen mit Russen unter den staunenden Blicken des Publikums in den Flugschauen.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ESAdegradeingfdr1500.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ESAdegradeingfdr260.jpg" alt="" class="wp-image-16933" width="260" height="347" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ESAdegradeingfdr260.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ESAdegradeingfdr260-225x300.jpg 225w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption>Logo auf Ausstellungsstück, das schon bessere Zeiten sah
(Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure>



<p>Und heute, 2015, in Paris?<br>Die Organisatoren hatten wirklich alles aufgeboten, um dem Publikum ein unvergessliches Erlebnis zu bieten. Mir persönlich ist sehr positiv aufgefallen, wie man zum Beispiel vom Flughafen Charles de Gaulle, freundlich und mit viel französischen Charme, zum Ausstellungsgelände geleitet wurde. Stress- und kostenfrei, versteht sich.</p>



<p>Auf dem Gelände angekommen fragen meine mitreisenden Freunde zweimal, ob in den (nur) 14 Euro Eintrittspreis auch alles Notwendige enthalten wäre. Natürlich! Inklusive Museumsbesuch der Luft- und Raumfahrt auf dem Gelände. Auch ansonsten war ein Großaufgebot an freundlichem Service-Personal angetreten. Ja, das fiel wirklich auf. Leider hatte der Veranstalter aber nicht den Einfluss auf das Ausstellerverhalten.</p>



<p>Es hatte den Eindruck, dass die Messe nach den Fachbesuchertagen beendet war. In der Presse waren gigantische Vertragsabschlusszahlen von Airbus und Boeing zu lesen. Das Rennen um den finanzpotenten Kunden war gelaufen. Und so wurde das große Fluggerät teilweise abgezogen. Boeings neuste 787 und der Sukhoi Superjet-100 waren schon auf dem Heimflug, als am Freitag der normale Besucher das Flugfeld stürmte. Und der bekam folgendes zu sehen: Das rein französische Kampfflugzeug Rafale und einen chinesisch-pakistanischen Jet. Eurofighter, aber auch Sukhoi oder MiG waren erst gar nicht angereist.</p>



<p>Während auf der ILA 2014 in Berlin noch ein Riesentransportflugzeug vom Typ AN-124 daran erinnerte, dass so manche Bundeswehrtruppenverlegung ohne russischen Transportmaschinen gar nicht möglich gewesen wäre, war von den Russen in Paris auf dem Vorfeld weit und breit nichts zu sehen. Diese beschränkten sich in den Hallen auf zugegeben gut gemachte Computeranimationen und Hochglanzprospekte.</p>



<p>Von den großen Namen aus Sowjetzeiten war nur der ukrainische Flugzeugbauer Antonow übrig geblieben, der sein nagelneues Transportflugzeug AN-178 an den Käufer bringen wollte. Die Firma kämpft ums Überleben, ist doch der Hauptabnehmer ihrer Produkte, Russland, als Kunde de-facto nicht mehr existent. Damit durfte auch das seit über 20 Jahren schleichende Projekt des Transportflugzeuges AN-70 endgültig den Todesstoß bekommen haben. Vor zwei Jahren flog diese noch „gegen“ den europäischen Konkurrenten Airbus A400M in Le Bourget in der Publikumsvorführung. Jetzt, 2015, hatte der A400M die Show ganz für sich alleine.</p>



<p>Der einzige wirklich große Hingucker war ein Airbus A350 von Qatar-Airways. Warum nun diese zuschauerunfreundliche Entwicklung? Zum einen wird Russland wegen der Ukraineproblematik systematisch ausgegrenzt. Andererseits hat aber auch Russland kein Interesse, sich in die Karten schauen zu lassen.</p>



<p>Vielleicht glaubt man auch, in Paris nicht unbedingt die Käufergruppe zu finden, die man für seine Produkte sucht. Also spart man sich die kostspielige Reise. In zwei Monaten auf der Gegenveranstaltung, der MAKS in Moskau, wird garantiert dann alles gezeigt, was Russland in Sachen Luft- und Raumfahrt so zu bieten hat. Und die großen westlichen Hersteller haben den Markt unter sich aufgeteilt. Sie haben volle Auftragsbücher und brauchen im Moment nicht um die Gunst des kleinen Mannes buhlen.</p>



<p>Die einzige, seit Jahren für das Publikum konstante Größe ist … die US Air Force (!). Egal, ob ILA oder Le Bourget: Die amerikanische Luftmacht ist präsent. Zwar ist nicht anzunehmen, das von den gezeigten Maschinen, wie A10, F15 oder F16 dort auch nur eine zum Verkauf steht. Aber man gibt sich publikumsnah. Man ist eben auf Imagepflege orientiert und lässt sich das auch etwas kosten. Ob die Amerikaner auch nach Moskau auf die MAKS anreisen, wie vor vier Jahren, bleibt allerdings anzuzweifeln.</p>



<p>Das Thema Raumfahrt lud auch nicht zu Begeisterungsstürmern ein. Zuerst stand ein Besuch am russischen Gemeinschaftsstand an. Prospektmaterial und Modelle waren augenscheinlich die selben, wie ein Jahr zuvor auf der ILA in Berlin. Die Raketenmodelle von Sojus, Angara, Proton und Co. hatte man, gefühlt schon Jahre, vorher gesehen. Kaum gesprächig waren die Damen an den Ständen. Man war äußerst freundlich, aber wenig aussage-willig. Es gab einfach nichts Neues zu berichten. Hier verfestigte sich der Eindruck, man war nur aus Höflichkeitsgründen anwesend. Die eigentlichen heißen News werden bestimmt für die MAKS im August aufgehoben – hofft der Besucher.</p>



<p>Im ESA-Pavilion ging es ebenfalls relativ ruhig zu. Philae war hier einer der „Stars“ &#8211; wie konnte es anders sein?! An der Decke hing ein kleines, fast mickriges, Modell der Orion-ATV-Kombination. Der Ariane 6 wurde eine Plakatfläche inklusive eines 1:20 Modells gewidmet. Nein, so sieht es nicht nach Aufbruchstimmung in eine neue raketen- und raumfahrttechnische Zukunft aus. Prof. Jan Wörner als neuer ESA-Chef wird es schwer haben, emotionalen Schwung, auch beim Steuerzahler, hinein zu bringen.</p>



<p>Mit einem Objekt versuchte man dann dennoch doch zu punkten. Vor der Halle war unter freiem Himmel der IXV-Versuchsflugkörper nach seinem erfolgreichem Flug ausgestellt. Eine etwas detailliertere Erläuterung, was es mit dem etwas unförmiges Ding auf sich hat, wäre wünschenswert gewesen.</p>



<p>Das DLR fand man auf dem Gemeinschaftsstand des BDLI (Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V). Hier war neben Philae das optische Prunkstück ein Modell des SpaceLiner. Ein DLR-Entwurf für ein ballistisches interkontinentales Luftverkehrssystem. Ein sehr interessantes Konzept, das aber erst in fernerer Zukunft verwirklicht werden könnte, zumal man die entsprechenden Geldgeber noch nicht gefunden hat. Doch was wird die nahe Zukunft bringen? Nun, es war eben nicht das Heimspiel des DLR, so wie auf der ILA.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ESAa6fdr1500.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ESAa6fdr260.jpg" alt="" class="wp-image-16931" width="260" height="195"/></a><figcaption>Ariane 6 präsentiert im ESA-Pavilion
(Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure>



<p>Fazit zum Thema internationale Raumfahrt in Le Bourget: Man feiert die erreichten Erfolge. Das ist auch gut so und völlig richtig. Aber die Visionen, der Schub nach vorn, der war nicht zu spüren. Weder bei Ariane 6 noch bei anderen Projekten. Und die russische Präsenz bestand darin, das sie vorhanden war. Alles in allem war es für einen interessierten raumfahrtbegeisterten Amateur sehr ernüchternd.</p>



<p>Trösten konnte da ein kurzer Besuch im französischen Museum für Luft- und Raumfahrt auf dem Gelände. Sehr empfehlenswert! Aber erstens ist dort die Vergangenheit ausgestellt. Und zweitens muss man dazu nicht extra zur größten Luft- und Raumfahrtmesse anreisen. Der Besuch dort ist das ganze Jahr über möglich.</p>



<p>In Le Bourget war die Zukunft nicht so richtig zu entdecken. Warten wir die <a href="https://www.raumfahrer.net/kommentar-die-maximale-maks/" data-wpel-link="internal">MAKS in Moskau</a> im August ab. Vielleicht sieht man dort mehr. Vielleicht &#8230;</p>



<p>Andreas Weise</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/le-bourget-2015-jeder-fliegt-fuer-sich-alleine/" data-wpel-link="internal">Le Bourget 2015 &#8211; Jeder fliegt für sich alleine &#8230;</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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