10.08.2004 / Autor: Christian Ibetsberger Astronomie > Planet Erde

Das Erdmagnetfeld

Zu den Grundkräften die unsere Erde leiten gehört das Erdmagnetfeld. Ohne dessen Schutz wir wohl keine Überlebensmöglichkeit auf der Erde hätten.



Illustration eines auf die Magnetosphäre aufteffender Sonnenwind. Das Magnetfeld wirkt wie eine "Pufferzone" die die Teilchen des Solarwindes ableitet.
(Bild:ESA)
So wie alle geophysikalischen Erscheinungen die unsere Umwelt beeinflussen, spielt das Magnetfeld, das unsere Erde umgibt eine große Rolle. Schon in der frühen Schifffahrt erkannten die Seeleute mit Hilfe des Kompass, den Nutzen des Erdmagnetismus. Doch worin besteht der wissenschaftliche Hintergrund dieses Phänomens?

Ausschlaggebend für den Erdmagnetismus ist der flüssige Kern der Erdkugel. Dieser Kern aus heißem Metall beginnt in einer Tiefe von 2900 Kilometern. Erste Beweise für die Existenz eines Erdkerns konnte B. Gutenberg 1914 aufgrund seismologischer Untersuchungen erbringen. Die sogenannten Scherwellen spielen noch heute eine große Rolle bei der Untersuchung des Erdkerns. Sie geben Aufschluss darüber, wie der Erdkern aufgebaut ist. Er besteht aus einen inneren und einen äußeren Teil.

Der innere Teil wird eher als ein Festkörper bezeichnet, im Gegensatz dazu gestaltet sich die äußere Schale des Erdkerns flüssig. Doch in wie weit trägt der Erdkern zum Erdmagnetismus bei? Die sogenannte Dynamotheorie sieht den Erdkern als gewaltigen Dynamo. Laut dieser Theorie muss es eine elektrische Leitfähigkeit zwischen inneren und äußeren Erdkern geben, die wiederum ein Magnetfeld erzeugt.

Das Erdmagnetfeld dient nicht nur zur Navigation, was noch viel wichtiger ist, es schützt uns vor den Sonnenwinden. Ohne diesen Schutz wären wir den geladenen Teilchen dieser Winde ausgeliefert und jedes Leben auf der Erde würde zugrunde gehen. Doch neuste Untersuchungen zeigen, das unser Magnetfeld schwächer wird. Viele Wissenschafter sind der Meinung, dass dies ein Anzeichen auf eine Umpolung des Magnetfelds ist.

Grundlegende Beweise für Umpolungen in der Vergangenheit der Erdgeschichte gibt es bereits. Bohrungsproben aus erstarrtem Lavagestein geben Aufschluss über die magnetische Vergangenheit unserer Erde, denn in erstarrter Lava kann man die Richtung der enthaltenen Metallteilchen mit den heutigen Polen vergleichen. So konnten Forscher errechnen das die Letzte Umpolung von rund 700.000 Jahren stattfand und eine nächste schon längst überfällig ist. Auch in den letzten Jahrzehnten konnte erwiesen werden, dass unser Magnetfeld zunehmend schwächer wird.

Laut den neuesten Studien würde eine Umpolung des Magnetfeldes etwa 7000 Jahre lang dauern. In diesem Zeitraum würden sich beide magnetischen Pole über den ganzen Planeten verteilen bis der Wechsel vollzogen ist. Dieser Wandel hätte keine gravierenden Folgen für die Technik. Jedoch für die menschliche Gesundheit. Denn das Krebsrisiko würde sich Aufgrund des instabilen Magnetfeldes drastisch erhöhen. Einziger Trost: Rund um die Erdkugel wird man tagtäglich Magnetstürme bewundern können.

Der Wissenschaft ist klar das dieser Prozess nicht willkürlich passiert, sondern an einen sich wiederholenden Ablauf gebunden ist. Die Frage ob diese Magnetfeldumpolung eine Rolle im Klimawandel spielt ist noch nicht klar. Die Wissenschaft ist weiterhin bemüht die Rätsel unseres Planeten zu entschlüsseln.
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