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Autor: Thomas Weyrauch / 02. Juni 2010, 22:26 Uhr

Compass G3 ergänzt chinesische Navigationssatelliten

Am 2. Juni 2010 wurde der dritte chinesische geostationäre Navigationssatellit für das Satellitennavigationssystem Compass in den Weltraum transportiert.

Quelle: calt.com, chinanews.com.cn, septentrio.com
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Der Start erfolgte um 17:53 Uhr MESZ vom Startgelände Xichang (Xichang Satellite Launch Center, XSLC) in der südwestchinesischen Provinz Sichuan. Es handelte sich um einen Nachtstart, vor Ort war es zu diesem Zeitpunkt 23:53 Uhr. Transportiert wurde der Satellit von einer dreistufigen Rakete des Typs Langer Marsch 3C (Chang Zheng-3C, CZ-3C). Sie flog die 124. Weltraummission einer Rakete aus der Serie Langer Marsch. Das von ihr ins All gebrachte Raumfahrzeug wird entsprechend seiner Bezeichnung Compass G3 eine Position im geostationären Orbit beziehen. Es basiert auf dem Satellitenbus DFH-3, hat eine Masse von rund 2.200 Kilogramm und soll eine Auslegungsbetriebsdauer von acht Jahren erreichen.

Der erste Satellit für das Navigationssystem Compass (Compass Navigation Satellite System, CNSS) alias Beidou 2, Compass M1, gelangte am 14. April 2007 in den Weltraum. In den E2- und E5b-Signalen dieses Satelliten treten mittlerweile Störungen auf, wurde Ende April 2010 bekannt. Septentrio, ein Hersteller von Satellitennavigationsempfängern aus Belgien, fand, angeregt durch Überlegungen von Dr. Oliver Montenbruck vom DLR in Oberpfaffenhofen, heraus, dass in den von Compass M1 ausgestrahlten Signalen in zufälligen Abständen zwei bis drei Mal in der Minute Impulsspitzen auftreten, die darauf hindeuten, dass möglicherweise die Bereitstellung von Referenzfrequenzen im Signalgenerator für die Navigationssignale unzuverlässig funktioniert.

Ähnliche Schwierigkeiten mit den später auf Umlaufbahnen um die Erde gebrachten chinesischen Naviagationssatelliten sind bisher nicht bekannt geworden. Compass G2 kreist seit dem 14. April 2009 um die Erde, und wie dieser befindet sich auch Compass G1, gestartet am 16. Januar 2010, auf einer Position im geostationären Orbit. Mit Compass G3 ist jetzt der vierte Satellit für ein System im Weltraum, das in seiner endgültigen Ausbaustufe einmal aus 35 Satelliten bestehen soll. Darunter sind 27 Satelliten, die auf auf Umlaufbahnen in mittlerer Höhe die Erde umkreisen, fünf Raumfahrzeuge im geostationären Orbit, und drei auf inklinierten gesosynchronen Bahnen, die das System ergänzen.

Im Jahr 2000 begann China mit dem Einsatz eigener Navigationssatelliten. Um dem Ziel der Unabhängigkeit vom US-amerikanischen GPS näher zu kommen, schickte man Ende 2000 zunächst zwei Satelliten zum Einsatz in einer Testkonstellation, Beidou genannt, ins All. 2003 und 2007 folgten zwei weitere Satelliten für das experimentelle System. Anschließend begann man mit dem Aufbau des Betriebsnetzes, das auch Beidou 2 genannt wird. Eine weltweite Abdeckung mit chinesischen Navigationssatelliten soll nach dem derzeitigem Planungsstand im Jahre 2020 erreicht sein.

Compass G3 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 36.590 bzw. als Objekt 2010-024A.

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