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Autor: Günther Glatzel / 18. November 2012, 16:44 Uhr

ISS-Expedition 33 endet

Mit dem Rückflug eines Teils der Besatzung der Internationalen Raumstation endet die 33. Langzeit-Expedition. Das Abkoppeln ist für 23.26 Uhr geplant, die Landung soll gegen 2.53 Uhr MEZ in der kasachischen Steppe erfolgen.

Quelle: NASA, Roskosmos, Raumcon
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NASA-TV

Kommandoübergabe zwischen Sunita Williams und Kevin Ford (Vordergrund) unter Anwesenheit aller Mitglieder der ISS-Besatzung
(Bild: NASA-TV)
Gestern erfolgte bereits die Kommandoübergabe von Sunita Williams an Kevin Ford. In wenigen Stunden werden sich die Raumfahrer Juri Malentschenko, Sunita Williams und Akihiko Hoshide in ihr Raumschiff zurückziehen und gegen 20.10 Uhr die Luken zur Raumstation schließen.

Während der zurückliegenden 4 Monate wurden an Bord der Internationalen Raumstation vorwiegend wissenschaftliche Experimente betreut und die Station in einem guten Zustand gehalten. Ein Großteil der mehr als 200 aktuellen Experimente läuft automatisch oder von der Erde aus gesteuert ab. Ein weiterer Teil beschäftigt sich mit den körperlichen und psychischen Veränderungen, denen der Mensch bei längerem Aufenthalt in der Schwerelosigkeit bzw. in relativer Isolation ausgesetzt ist. Dazu gibt es eine Vielzahl von Apparaturen, mit denen Untersuchungen angestellt werden. So werden regelmäßig EKG oder EEG genommen, mitunter auch über Nacht, der Körper mittels Ultraschall "durchleuchtet", die Tätigkeit der Herz-Kreislauf-Systems studiert, Veränderungen im Körper über Blut- und Urinproben nachvollzogen und mittels spezieller Diäten, sportlicher Betätigung oder Medikamenten versucht, dem Muskelschwund, Knochenabbau sowie einer Schwächung des Immunsystems entgegenzuwirken. Zur psychologischen Betreuung gehören vertrauliche Konferenzen der Raumfahrer mit Spezialisten am Boden sowie das Ausfüllen elektronischer Fragebogen oder das Absolvieren von Tests am PC.

Daneben spielt auch die Erderkundung eine große Rolle, da man recht flexibel auf bestimmte Ereignisse reagieren kann. Von Interesse sind hier vor allem außergewöhnliche Wetterphänomene, Umweltverschmutzungen oder katastrophale Ereignisse auf der Erde. Teilweise werden Kameras aber auch von Schüler- oder Stundentengruppen am Boden gesteuert bzw. programmiert.

Zusätzliche Experimente mit überschaubarem Betreuungsaufwand sind biologische Studien, beispielsweise an Pflanzen, Fischen oder Bakterienkulturen und physikalisch technische Untersuchungen. Zu letzteren zählt Plasmakristall 3 plus, welches in den letzten Wochen mehrfach aktiviert wurde. Hier wird die Entwicklung geladener Partikel in der Schwerelosigkeit erfasst. Dabei bilden sich unter verschiedenen Druck- und Temparturbedingungen Zusammenballungen von Teilchen, die einer Kristallbildung ähneln können.

Seit der Ankunft von Sojus-TMA 06M befinden sich nun mehrere Medakas in einem speziell dafür ausgestatteten Aquarium. Die Fische sind halb durchsichtig, so dass Veränderungen in ihrem Körper unmittelbar sichtbar werden. Zu den biologischen Experimenten zählt auch Bioemulsija, bei dem ein Bakterienstamm geklont wird, wobei die Probiotika bestimmte Substanzen effektiver als ihre Vorfahren produzieren sollen. Bakterien können für bestimmte Stoffe auch als biologische Fabriken dienen.

Nach dem Abkoppeln des Raumschiffes Dragon-CRS 1 am 28. Oktober und dessen Wasserung wurde im Rahmen der Auswertung bekannt, dass während des Fluges einer der drei Hauptcomputer einen wahrscheinlich strahlungsbedingten Neustart ausführte. Auf Strahlung führt man auch den Ausfall eines GPS-Moduls zurück. Beide Systeme sind mehrfach redundant an Bord des Raumschiffes vorhanden. Nach der Wasserung drang Wasser in ein Abteil mit elektrischen Komponenten ein. Damit verbunden war offenbar ein Verlust an elektrischer Leistung, wodurch sich der Inhalt einer Gefriereinheit von -95°C auf -65°C erwärmte. Offenbar gab es aber dadurch aber keine Schäden an den darin enthaltenen Blut- und Urinproben.

Kurz nach dem Ankoppeln des Frachters Progress-M 17M führte die ISS in der Nacht zum 1. November ein Ausweichmanöver aus. Die Triebwerke des am Modul Pirs angekoppelten Raumschiffs Progress-M 16M wurden dafür verwendet.

Am 1. November stiegen Sunita Williams und Akihiko Hoshide für 6 Stunden und 38 Minuten aus der ISS aus, um eine Reparatur vorzunehmen. Zunächst wurde ein Radiator (Wärmeabstrahler) vom Kühlmittelkreiskauf getrennt und eingefahren. Anschließend wurde ein Reserveradiator mit dem Kühlkreislauf verbunden und ausgefahren. Der Radiator befindet sich am Gitterstrukturelement P6 (Backbord 6) und dient zur Kühlung der hier untergebrachten Steuer- und Ladeelektronik. P6 ist eines von 4 Gitterelementen, welches mit 4 großen Solarzellenpaneelen ausgestattet ist, die den größten Teil der elektrischen Energie für die ISS bereitstellen. Zusätzlich inspizierte und reinigte Sunita ein Drehgelenk zur Nachführung der Solarzellenpaneele, damit diese immer auf die Sonne ausgerichtet werden können.

Die Wartungsarbeiten und Forschungen werden auch nach der Rückkehr der Besatzung von Sojus-TMA 05M fortgeführt. Dazu befinden sich Kevin Ford, Oleg Nowizki und Jewgeni Tarelkin an Bord der ISS. Eine weitere dreiköpfige Crew soll Mitte Dezember starten.

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