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Autor: Ralf Möllenbeck / 21. Januar 2011, 22:26 Uhr

Erster Weltraumausstieg der ISS-Langzeitbesatzung 26

Der russische Außeneinsatz Nummer 27 wurde erfolgreich durchgeführt, er diente der weiteren Ausrüstung des russischen Stationsteils. Es wurden zwei Experimente geborgen und einige Installationsarbeiten durchgeführt. (Newsbild: Dmitri Kondratjew am Swesda-Modul)

Quelle: NASA, Raumfahrer.net, Roscosmos, NSF
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NASA-TV

Bild vergrößernDer russische Teil der ISS während des Weltraumausstieges
(Bild: NASA-TV)
Vorbereitend auf den Einsatz führten Oleg Skripotschka und Dmitri Kondratjew am 18. Januar einen Test der russischen Orlan-MK-Raumanzüge durch. Bei diesem Testlauf im Kopplungs- und Schleusenmodul Pirs wurden etliche Funktionen, wie die der Kommunikationsanlagen, Dichtigkeit, Beweglichkeit, Überwachung der Biodatenübertragung sowie Kamerafunktionen geprüft. Eine Besonderheit während der russischen Ausstiege ist, dass alle Luken des Transfertunnels vom Swesda-Modul geschlossen werden müssen. Für den Fall, dass das Schleusenmodul Pirs aus einem technischen Grund nicht wieder unter Druck gesetzt werden kann, würde dieser Transfertunnel als Notluftschleuse dienen. Daher begaben sich Kommandant Scott Kelly und Alexander Kaleri während des Ausstiegs in ihr Rückkehrraumschiff Sojus-TMA 01M bzw. das angrenzende Modul Poisk. Paolo Nespoli und Catherine Coleman hingegen konnten im amerikanischen Segment der Station verbleiben, da sie von dort Zugang zu ihrem Rückkehrraumschiff Sojus-TMA 20 hatten.

NASA

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Bild vergrößernDie Arbeitsplätze am russischen Stationsteil
(Bild: NASA)
Um 15:29 Uhr MEZ öffnete sich die Ausstiegsluke des Schleusenmoduls Pirs und beide Außenarbeiter verließen in ihren Raumanzügen die Station zu dem ca. sechsstündigen Weltraumausstieg. Dmitri Kondratjew (EV1) trug den Anzug mit den roten Streifen, Oleg Skripotschka (EV2) benutzte den Raumanzug mit den blauen Streifen plus das US-TV-System am Helm. Die erste Aufgabe bestand darin, eine Antenne für das technische Radiosystem zur Datenübertragung am Swesda-Modul zu montieren. Dafür führten sie die Antenne und eine Kabelhaspel mit sich. Nach erfolgtem Anbau der Antenne wurde diese verkabelt und mit den in der ISS verbauten Systemen per Stecker verbunden. Damit besitzt das russische Segment ein System zur Datentransfer mit bis zu 100 Megabytes pro Sekunde, ähnlich dem zur Zeit genutzten US-System. Die Schutzhülle der Antenne und die leere Kabelhaspel wurden kontrolliert ins All entsorgt.

Die nächste Aufgabe bestand darin, das Experiment Expose-R und den Plasma-Pulsgenerator des IPI-SM-Experiments mit Schutz-Covern zu versehen, zu demontieren und in die Luftschleuse zu transportieren. Expose-R ist ein Materialexperiment bei dem neun Proben den Bedingungen des freien Alls ausgesetzt waren. Es ist ein kommerzielles russisch-europäisches Gemeinschaftsprojekt, welches sich seit November 2008 an der Außenseite der ISS befindet. Die jetzt zu entnehmenden Materialproben werden versiegelt und sollen mit einer Sojus-Kapsel zur Erde zurückkehren. Der Plasma-Pulsgenerator ist ein Teil eines Experimentes, um Störungen in der Ionosphäre der Erde zu studieren. Da dieser Generator ausgefallen war, entschloss man sich, dieses Bauteil von der Mehrzweck-Arbeitsplattform zu entfernen, in die ISS zu bringen und es zur späteren Entsorgung in einen Progress-Transporter zu verladen.

Die letzte Aktivität beinhaltete die Montage einer TV-Kamera am Docking- und Forschungsmodul Rasswjet. Diese Kamera wurde ursprünglich am unteren Kopplungsstutzen des Sarja-Moduls verwendet, um Progress- und Sojus-Raumschiffe während des Anfluges zu beobachten. Während der STS-132-Mission im Mai 2010 kam sie letztmalig zum Einsatz, um Rasswjet kamerakontrolliert mit der ISS verbinden zu können. Bei der russischen Außenmission im letzten November demontierte Fjodor Jurtschichin diese Kamera, er konnte sie aber wegen einer störenden Isolierung nicht am der Erde zugewandtem Ende von Rasswjet montieren.

NASA-TV

Bild vergrößernOleg Skripotschka und Dmitri Kondratjew am Schleusenmoduls Pirs
(Bild: NASA-TV)
Diesmal verwendeten Oleg Skripotschka und Dmitri Kondratjew ein spezielles Schneidwerkzeug, womit sie die störende Isolierung beseitigten. Einmal montiert, konnte die TV-Kamera mit einem vorbereiteten Stecker verbunden werden. Sie wird ab heute wieder Progress- und Sojus-Raumschiffe während des Anfluges beobachten. Nach erfolgreichem Abschuss aller Aufgaben machten sich die beiden Kosmonauten auf den Rückweg zum Schleusenmodul Pirs und beendeten den Weltraumausstieg nach 5 Stunden und 23 Minuten vorzeitig um 20:52 Uhr MEZ. Für Oleg Skripotschka war es die zweite Außenmission, Dmitri Kondratjew hingegen befand sich das erste Mal im freien All. Der nächste Ausstieg ist für den 16. Februar geplant.

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