Struktur für ESM Nummer 3 in Bremen angekommen

Struktur des dritten Europäischen Servicemoduls für Mondlandung in Bremen angekommen. Eine Information der Europäischen Raumfahrtagentur (European Space Agency, ESA).

Quelle: ESA.

Transport des Europäischen Servicemoduls.
(Bild: Airbus)

Kürzlich ist die Struktur, mit der die erste Frau und der nächste Mann auf dem Mond landen und im Rahmen der Mission Artemis III auch wieder zur Erde zurückkehren werden, in der Integrationshalle am Airbus-Standort in Bremen eingetroffen. Zuvor verweilte sie in der Turiner Produktionsstätte von Thales Alenia Space, von wo sie losgeschickt wurde.

Die Struktur wurde in einem übergroßen Container transportiert, der Temperatur und Luftfeuchtigkeit konstant hält. Es dauerte eine Woche, bis die 1,200 Kilometer lange Strecke zurückgelegt war. Für das Europäische Servicemodul werden nun eine Vielzahl von Komponenten zusammengesetzt, die bis zu vier Astronautinnen und Astronauten auf ihrer Reise bis zur Mondlandung versorgen werden. Hardwaregeräte aus elf Ländern warten nun darauf, am Airbus Standort Bremen in die Struktur integriert zu werden.

Das dritte Europäische Servicemodul unterwegs in den Hallen von Airbus.
(Bild: Airbus)

Diese Struktur fungiert als Gehäuse, ähnlich wie bei einem Fahrzeuggestell, in das die Technikerinnen und Techniker vier 2.000-Liter-Treibstofftanks, 240-Liter-Wassertanks, Lufttanks, 33 Motoren, die Leitungen, die diese miteinander verbinden, sowie elektronische Verkabelungen mit einer Gesamtlänge von 11 Kilometern montieren.

Die Struktur des dritten Moduls gesellt sich zum zweiten Europäischen Servicemodul in die Integrationshalle, für das die Installation der Elektronik und des Mechanismus zum Drehen von Solarmodulen bereits weit fortgeschritten ist – so wird es die nächste Generation der bemannten Raumfahrt einläuten.


Bild vergrößernESM Nummer 3 in Bremen.
(Bild: Airbus)

Leichter, besser, sicherer
Obwohl Carbonfaser und andere Raumfahrtmaterialien in allen Europäischen Servicemodulen verbaut werden, ist das dritte Modul keine bloße Carbonkopie seiner beiden jüngeren Geschwister. Vielmehr wurde sein Design für mehr Leistungsfähigkeit und Sicherheit optimiert.

Die Struktur, die heute ausgeliefert wurde, ist leichter als die vorherigen, um dem fertiggestellten Orion-Raumschiff mehr Startmöglichkeiten mit derselben Treibstoffmenge zu ermöglichen. Damit erhöht sich die Anzahl möglicher Starttermine innerhalb eines Jahres, sodass es einfacher wird, eine Artemis-Mission pro Jahr zu starten.

Grafische Darstellung der Struktur des Europäischen Servicemoduls.
(Bild: ESA–K. Oldenburg)

Die 24 Lageregelungstriebwerke werden in einer leicht anderen Anordnung montiert, um die Manövrierfähigkeit des Orion-Raumfahrzeuges zu verbessern und für zukünftige Missionen auch den Transport anderer Nutzlasten, etwa von Elementen des Lunar Gateway, zu ermöglichen. Der Aktor, der Orions Hauptmotor steuert, erhält ebenfalls ein Upgrade, nachdem für die ersten beiden Europäischen Servicemodule Space-Shuttle-Hardware verwendet worden war. Zu guter Letzt wurden die Ventile im Antriebssystem robuster und fehlertoleranter gemacht, um die Sicherheit für die Crew noch einmal zu erhöhen.

Die Europäischen Servicemodule werden mit dem Crew Module Adaptor des Orion-Raumschiffs verbunden und sind Bestandteile des Artemis-Programms, mit dem Menschen wieder zum Mond gebracht werden sollen. Sie übernehmen die Versorgung mit Luft, Wasser, Wärme und Kälte und sorgen für die Astronauten an Bord dafür, dass das Raumfahrzeug auf Kurs bleibt.

Artemis II startet 2023 und wird der erste bemannte Testflug sein. 2024 werden die erste Frau und der nächste Mann mit der Mission Artemis III zur Mondoberfläche fliegen – hierfür wird die heute ausgelieferte Hardware genutzt. Bis zum Ende des Jahrzehnts soll dann die nachhaltige Erforschung des Erdtrabanten beginnen.

Fertiggestelltes Orion-Raumschiff mit Solar-Panelen für die Mission Artemis I.
(Bild: NASA)

Das Puzzle setzt sich zusammen
In den USA wurde das erste Europäische Servicemodul nach einer zweijährigen Test- und Integrationsphase fertiggestellt. Die erste unbemannte Mission wird den Mond umfliegen und soll nächstes Jahr ins All geschossen werden.

„Die europäischen Teams hinter der Hardware und der Integration leisten hervorragende Arbeit – derzeit werden zwei Module gleichzeitig gebaut und das erste ist praktisch fertig“, sagt Philippe Deloo von der ESA. „Doch viel Zeit zum Feiern bleibt nicht, da sich die Produktion nun intensiviert.“

„Wir sind überaus stolz auf diese tollen Leistungen und kommen der nächsten Reise zum Mond immer näher!“

Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:

Nach oben scrollen