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Autor: Günther Glatzel / 26. Juni 2013, 14:59 Uhr

Chinesische Raumfahrer zurück auf der Erde

Die chinesischen Raumfahrer Nie Haisheng, Zhang Xiaoguang und Wang Yaping sind heute Nacht gegen 2.07 Uhr MESZ nach mehr als zweiwöchigem Flug in der Inneren Mongolei gelandet.

Quelle: Xinhua, CCTV
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Bereits etwa 10 Minuten zuvor war die Landekapsel per Radar und mit optischen Instrumenten noch vor Öffnen des Hauptfallschirms erfasst worden. Vor Ort war es gegen 8 Uhr, bei gutem Wetter war die Sicht ordentlich. Die Bergungsmannschaft konnte entsprechend gut dirigiert werden und erwartete die Landekapsel in unmittelbarer Nähe.

Nach der Landung wurde den Raumfahrern aus dem Inneren der Kapsel geholfen. Gut eine halbe Stunde nach dem Bodenkontakt saßen die Drei bereits außerhalb und genossen die Morgensonne. Damit ging eine weitere erfolgreiche bemannte Mission aus dem Land der Mitte zu Ende.

Die drei Raumfahrer waren am 11. Juni gestartet und hatten 2 Tage später an der Raumstation Tiangong 1 angekoppelt. Anschließend wurden kleinere Umbauten vorgenommen, medizinische Untersuchungen angestellt, technische Erprobungen vorgenommen und im Verlaufe einer Unterrichtsstunde physikalische Phänomene der Schwerelosigkeit vorgeführt sowie Fragen von Schülern chinesischer Schulen beantwortet. Etwa 60 Millionen von ihnen verfolgten die Veranstaltung live.

Am 23. Juni legte das Raumschiff für etwa 2 Stunden von der Raumstation ab. Danach koppelte Kommandant Nie mittels manueller Steuerung erneut an, nachdem man sich mehr als 100 Meter von der Station entfernt hatte. Gestern wurde zudem ein Manöver ausgeführt, bei dem das Raumschiff die Station nach dem erneuten Abkoppeln teilweise umflog und sich erneut annäherte. Damit simulierte man erstmals ein Umkopplungsmanöver. Zuvor hatte man Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung im Rückkehrmodul des Raumschiffs verstaut.

Shenzhou 10 war das fünfte bemannte Raumschiff Chinas und führte die bisher längste Mission aus. Die Gesamtflugzeit betrug 14 Tage, 14 Stunden und 30 Minuten. Nie Haisheng hält nun nach zwei Flügen mit 19 Tagen 10 Stunden und 2 Minuten den chinesischen Rekord für die Gesamtflugzeit, weltweit schaffte er es immerhin auf Platz 312 von 531.

Kurz nach der Landung wurde von offizieller Seite darauf hingewiesen, dass in den nächsten drei Jahren eine neue Generation von Trägerraketen mit höherer Nutzlast und umweltfreundlicheren Treibstoffen erprobt wird. Dafür stehen Startrampen auf einem neuen Startplatz auf der Insel Hainan kurz vor der Fertigstellung. Der Nachfolger der ersten Raumstation, Tiangong 2 soll etwa 2015 gestartet werden und über zwei Kopplungsstutzen verfügen. Damit ließen sich weitere Prozeduren testen, die für den langfristigen Betrieb einer größeren, modularen Raumstation benötigt würden. Dazu gehören das Nachtanken der Station die Belieferung mit Frachtgut und ein fliegender Besatzungswechsel. Zudem rief man von offizieller Seite zu internationaler Zusammenarbeit in der bemannten Raumfahrt auf.

Die ESA ist offenbar bereit dazu. So lernen aktuelle Astronautengruppen bereits die chinesische Sprache und Wissenschaftler üben regen Austausch über verschiedene Projekte. 2011 flog bereits ein in Deutschland geplantes und gebautes Experiment mit dem unbemannten Raumschiff Shenzhou 8 zur Raumstation Tiangong 1.

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