Sojus-MS 10 - Fehlstart mit Folgen?
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Autor: Günther Glatzel / 29. Dezember 2013, 19:47 Uhr

Jungfernflug mit neuer Rakete und Oberstufe

Gestern wurde vom Kosmodrom Plesezk erstmals eine Trägerrakete des Typs Sojus 2.1w gestartet. Als Oberstufe kam ebenfalls zum ersten Mal eine Wolga zum Einsatz.

Quelle: Roskosmos, Raumcon, Skyrocket, Wikipedia
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Roskosmos

Sojus 2.1w beim Start
(Bild: Roskosmos)
Der Start erfolgte gegen 14.30 Uhr MEZ, die Nutzlast bestand aus einem Ballastkörper, an dem seitlich zwei Radarkalibrierungskugeln angebracht waren und auf dessen Oberseite der Satellit AIST 1 befestigt war. Alle Nutzlasten wurden erfolgreich ausgesetzt bzw. getrennt.

Während die Kalibrierungskugeln als Ziele zur Eichung von russischen Radar-Bahnverfolgungsanlagen auf der Erde dienen, hat AIST 1 einen wissenschaftlich-technischen Hintergrund. Der Satellit wurde an der Luft- und Raumfahrtuniverität Samara weitgehend von Studenten entwickelt und gebaut. Die Messeinrichtungen an Bord sollen das Erdmagnetfeld entlang der Bahn sehr genau vermessen. Außerdem wird mit AIST ein neuer Satellitenbus erprobt. Gleichzeitig sollen Methoden erarbeitet werden, wie man die Mikrogravitation bei einem derartigen Satelliten minimieren kann. Außerdem werden Mirkometeoriteneinschläge erfasst. Die Masse des Satelliten liegt bei lediglich 53 kg.

Die Sojus 2.1w (Союз-2.1в, wobei в der dritte Buchstabe des russischen Alphabets ist und "we" mit unbetrontem e ausgesprochen wird) ist eine auf der Basis des Zantralblocks der Sojus entwickelte neue Trägerrakete für kleinere Nutzlasten bis 2,8 t. Sie besteht nur aus zwei Stufen, wobei die erste gegenüber der zweiten Stufe des traditionellen Sojus verlängert und im Durchmesser vergrößert ist und ein NK 33 als Triebwerk verwendet. Dieses Einkammertriebwerk stammt von der russischen Rakete N1, die ursprünglich für Mondflüge vorgesehen war. Die zweite Stufe wurde von der Sojus 2.1b (russisch Б) übernommen.

Als Oberstufe kam die ebenfalls neu entwickelte Волга (Wolga) zum Einsatz, die ebenfalls für kleinere Nutzlasten geeignet ist, für die eine Fregat überdimensioniert wäre. Laut Roskosmos funktionierten alle Teile der Rakete einwandfrei und die Nutzlasten wurden gegen 16.10 Uhr MEZ auf Bahnen zwischen 600 und 626 km Höhe bei einer Neigung von 82,4 Grad gegen den Erdäquator ausgesetzt. Der Jungfernflug der Rakete war zuvor über Monate hinweg mehrmals verschoben worden.

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