18.07.2004 / Autor: Martin Ollrom Raumfahrt > Raumsonden

Aura: Auf ENVISATs Spuren

Das neue Hochleistungsobservatorium der NASA heißt Aura. Es ist das Gegenstück zu Europas ENVISAT, der bisher als das beste Erdbeobachtungs-Observatorium galt. Ob der Satellit eine Antwort auf das ENVISAT-Observatorium ist, weiß natürlich keiner und offiziell will man davon auch nichts wissen.



Grafik von Aura im Erdorbit: Selbst äußerlich ist die Ähnlichkeit der Mission zu ENVISAT erkennbar
(Bild: NASA)
Aura ist ebenso ein Allroundobservatorium wie ENVISAT. Ihm wird nichts verborgen bleiben. Es untersucht die Atmosphäre, Oberfläche, Wolkenbildung, Klima und zu guter letzt die Einflüsse der Sonne auf unseren Heimatplaneten. Weitere wichtige Punkte sind die Untersuchung der Ozonschicht und der Ozeane. Die Atmosphäre wird in untere- und obere Atmosphäre unterteilt. So erhofft man sich präzisere Messungen für einen bestimmten Bereich der Atmosphäre. Aura ist das dritte große Erdobservatorium im sogenannten Earth observing satellites-Programm der NASA (erstes war die Sonde Terra und zweites war Aqua).

Das Erdobservatorium wird nicht vom JPL betreut, sondern vom NASA Goddard Space Flight Center. Es ist geplant, dass dieses Observatorium mehr als vier Jahre lang in Betrieb sein wird. Die Auswertung der Daten wird einige Jahre länger in Anspruch nehmen. Zugleich sind auch Software-Updates geplant um das Observatorium der Entwicklung anzupassen, wo dies halt möglich ist.

Die Instrumente
Aura hat vergleichsweise wenig Geräte an Bord. Im Vergleich zur Saturn-Sonde Cassini die elf Geräte hat, hat Aura nur vier Geräte, die dafür mit neuester Technik und leistungsfähig. Die vier Geräte werden jetzt einzeln vorgestellt und deren Ziele erläutert:


  • High Resolution Dynamics Limb Sounder (HIRDLS)
    Dieses Gerät untersucht die Erde im infraroten Bereich und ist dafür gebaut worden, die Temperatur sowohl der Atmosphäre als auch die der Ozeane zu untersuchen. Des weiteren wird der Ozongehalt gemessen. Für den Wasseranteil (H2O) in der Atmosphäre ist dieses Gerät ebenfalls zuständig. Außerdem werden noch kleinere Zusammensetzungen in der Atmosphäre untersucht und beobachtet.
  • Microwave Limb Sounder (MLS)
    Dieses Gerät soll den Wissenschaftlern den Prozess des Treibhauses, des Wasserkreislaufes und der gesamten Natur der Erde besser erklären. Angefangen von der oberen Stratosphäre bis zur Oberfläche wird alles untersucht, was zum Verständnis der Umwelt beitragen könnte. Auch dieses Gerät wird sich Ozon besonders zur Brust nehmen.


  • AURA soll ähnlich wie hier die Umweltdaten ständig im Blick haben
    (Bild: NASA)
  • OMI — Ozone Monitoring Instrument
    Wie der Name schon vermuten lässt, spezialisiert sich dieses Gerät auf die Ozon. Dies ist auch sehr wichtig, da es die Eismassen auf der Antarktis weiter untersuchen und beobachten wird. So kann es präziser für Eisbergwarnungen benutzt werden. Weiters wird auch bei diesen Instrument das Ozon im Zusammenspiel mit dem Wasser in der Atmosphäre untersucht. Es soll die Untesuchungen, die bereits 1970 mit Satelliten begannen, fortführen, um so ein Modell erstellen zu können, das den Ozonverlauf der letzten 35 Jahre darstellen kann.
  • Tropospheric Emission Spectrometer (TES)
    Wie der Name dieses Gerätes erahnen lässt, ist dieses Gerät für die oberen Schichten unserer Atmosphäre zuständig. Es ist eine hochleistungsfähige Infrarotkamera. Dieses Gerät wird den CO2-Gehalt in unserer Atmosphäre messen und den Treibhauseffekt überprüfen und beobachten.

Dies sind alle Geräte, mit denen Aura ausgestattet ist. Scheinbar ist der NASA und Amerika nun das Ozonproblem endlich doch zu drückend geworden und nimmt sich dessen an. Wie man sieht, ist jedes Gerät auch für Ozonbeobachtung ausgelegt worden, jedes in verschiedener Art und Weise. Aura hätte bereits im Juni starten sollen, doch der Start wurde in den Juli verschoben, wo es auch nicht gleich klappte.

Nun ist Aura endlich am 15. Juli gestartet. An Bord einer Boeing Delta 2 Rakete hob es von der Vandenberg Air Force Basis ab. Rund eine Stunde nachdem Start setzte der Träger Aura in einem Orbit in 750 Kilometern Höhe aus. Alle hoffen auf eine lange und erfolgreiche Mission.

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