3 Shenzhou-Flüge zur Ministation Tiangong ab 2011

Einige wenige neue Details zu den chinesischen Plänen in der bemannten Raumfahrt der nächsten Jahre.

Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: SpaceDaily.

Wikipedia/NASA/Raumfahrer.net
Shenzhou-Raumschiff im All – Illustration
(Bild: Wikipedia/NASA/Raumfahrer.net)

Mit Verzögerung soll das erste Exemplar einer in Entwicklung befindliche Ministation Tiangong im nächsten Jahr starten. Sie wird etwa 7 Meter lang sein und außer einer Antriebs- und Serviceeinheit ein knapp 4 Meter langes und etwa 3 Meter durchmessendes zylindrisches Wohn- und Arbeitsmodul umfassen. Dieses ist an der Frontseite mit einem Kopplungsmechanismus und Rendezvouseinrichtungen versehen.

Tiangong 1 soll von 3 Shenzhou-Raumschiffen angeflogen werden. Mit Shenzhou 8 soll zunächst eine unbemannt durchgeführte Kopplung Funktion und Sicherheit der entsprechenden Systeme nachweisen. Danach sind zwei bemannte Flüge mit den Raumschiffen Shenzhou 9 und 10 vorgesehen.

Aufgrund der begrenzten Ressourcen in Tiangong 1, des für längere Aufenthalte relativ geringen Raumangebotes von zusammen etwa 30 Kubikmetern und der Tatsache, dass der größte Teil der Versorgungsgüter für die Taikonauten mit dem eigenen Raumschiff transportiert werden muss, ist es durchaus wahrscheinlich, dass zumindest bei einem Flug nur zwei Besatzungsmitglieder an Bord sein könnten. Damit könnte man einen mehrwöchigen Aufenthalt im All mit einem gewissen Komfort und einer Sicherheitsreserve erreichen.

Darüber, in welchem zeitlichen Abstand die Missionen ablaufen werden, ist hingegen wenig bekannt. Zum einen gibt es Vermutungen, dass die Flüge in dichter Folge durchgeführt werden, da man die Funktionsdauer von Tiangong nicht genau einschätzen kann. Die New York Times spricht sogar davon, alle 4 Starts sollten 2011 über die Bühne gehen. Zum anderen glaubt man aber, dass man maximal zwei der aufwändigen Missionen in einem Jahr durchführen wird.

Drei Ministationen vom Typ Tiangong sind geplant. Bei jeweils zweijähriger Einsatzdauer mit je einer Besatzung pro Jahr kann ein Testzeitraum von 2011 bis 2016 angestrebt werden, in dem man eine Vielzahl von Erfahrungen sammelt, die für den Aufbau einer größeren, modularen Station von Nutzen sein werden.

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