Das James-Webb-Weltraumteleskop der NASA, der ESA und der CSA hat bei einem erfolgten Vorbeiflug am Kometen 3I/ATLAS den ersten chemischen Fingerabdruck eines interstellaren Objekts erfasst.
Eine Pressemitteilung der Europäischen Weltraumagentur ESA.
Quelle: ESA / Science & Exploration, 1. Juni 2026

Credit: NASA, ESA, CSA, STScI, M. Belyakov (Caltech), I. Wong (STScI), Image Processing: A. Pagan (STScI); Licence: CC BY 4.0 INT or ESA Standard Licence
Dieses Bild des Mid-Infrared Instrument (MIRI) zeigt den interstellaren Kometen in drei verschiedenen Lichtwellenlängen und veranschaulicht, wo sich zum Zeitpunkt der Beobachtung verschiedene Gase befanden.
Wasserdampf breitet sich weit über den Kometenkern hinaus aus, da ein Großteil davon aus den eisigen Körnern in der umgebenden Koma freigesetzt wird, während Kohlendioxid und Methan in der Nähe des Kometenkerns stärker konzentriert sind.
Webb führte die Beobachtungen an zwei verschiedenen Tagen durch, als der Komet nach seinem Umlauf um die Sonne wieder aus unserem Sonnensystem hinausflog. Die erste Beobachtung fand vom 15. bis 16. Dezember statt, als sich der Komet etwa 330 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt befand. Darauf folgte eine zweite Beobachtung am 27. Dezember, als der Komet etwa 380 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt war.
Zum ersten Mal bei einem interstellaren Besucher hat Webb Methangas direkt nachgewiesen. Methan wurde erst jetzt im Kometen 3I/ATLAS beobachtet, was darauf hindeutet, dass es unter der Oberfläche des Kometen verborgen war. Auf diese Weise blieb es vor der Verdampfung geschützt, bis die Wärme durch den nahen Vorbeiflug des Kometen an der Sonne tiefere Teile der eisigen Außenhülle erreichte. Die im Verhältnis zu Wasser gefundene Methanmenge ist überraschend hoch und liegt auf einem Niveau, das in unserem Sonnensystem selten ist.
Webbs Beobachtungen bestätigten zudem, dass der Komet 3I/ATLAS nach wie vor ungewöhnlich viel Kohlendioxid enthält und im Vergleich zu typischen Kometen des Sonnensystems im Verhältnis zum Wasser weitaus mehr Kohlendioxid freisetzt.
Beide Erkenntnisse deuten auf eine Entstehungsumgebung und Chemie hin, die sich deutlich von derjenigen der überwiegenden Mehrheit der Kometen unterscheidet, die sich innerhalb unseres Sonnensystems gebildet haben.
Webb beobachtete den Kometen 3I/ATLAS mit dem mittelauflösenden Spektrometer von MIRI, einem leistungsstarken Instrument, das Infrarotlicht in seine einzelnen Wellenlängen zerlegt. Dieses Spektrometer liefert an jedem Punkt eines kleinen Himmelsausschnitts ein Spektrum, wodurch das Team messen kann, welche Gase vorhanden sind, und deren Verteilung um den Kometenkern visualisieren kann.
Die Ergebnisse wurden kürzlich in The Astrophysical Journal Letters veröffentlicht.
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