Hellenic Fire System nimmt den Betrieb auf

Das „Hellenic Fire System“ hat sein erstes Bild übermittelt und damit einen wichtigen Meilenstein für Griechenlands künftige nationale Kapazitäten zur weltraumgestützten Überwachung von Waldbränden gesetzt.
Eine Pressemitteilung der Europäischen Weltraumagentur ESA.

Quelle: ESA / Applications / Observing the Earth, 7. Juli 2026

Das Anfang Mai in Betrieb genommene „Hellenic Fire System“ besteht aus vier CubeSats, die jeweils zwei Infrarotkameras an Bord haben, welche im mittleren und langen Infrarotspektralbereich arbeiten, um aktive Brände zu erkennen, thermische Anomalien zu identifizieren und die Strahlungsintensität von Bränden über Griechenland und anderen Gebieten von Interesse zu bewerten.

Einer der Satelliten von Hellenic Fire System
Credit: OroraTech

Das „Hellenic Fire System“ wurde im Rahmen des griechischen nationalen Kleinsatellitenprogramms entwickelt. Das von Griechenland über die EU-Fazilität für Wiederaufbau und Resilienz finanzierte Programm ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der griechischen Regierung und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA).

Letztendlich wird das griechische nationale Kleinsatellitenprogramm 13 Satelliten umfassen, die je nach ihren Instrumenten und Missionszielen in verschiedene Gruppen unterteilt sind.

Nach dem Start von zwei ICEYE-Radarsatelliten Ende letzten Jahres ist das von OroraTech entwickelte Hellenic Fire System die zweite operative Erdbeobachtungsmission, die im Rahmen des Programms entwickelt wurde.

Das Hellenic Fire System hat bereits nach nur zwei Wochen der Instrumentenkalibrierung sein erstes Wärmebild über Griechenland aufgenommen, das unten zu sehen ist.

Es zeigt die Wärmesignatur des Großraums Athen sowie der Inseln Andros, Tinos, Skyros, Chios, Kea und Kythnos. Das Bild erfasst zudem Wärmemuster über der Ägäis und unterstreicht damit die Fähigkeit des Instruments, sowohl thermische Phänomene an Land als auch auf See zu beobachten.

Das Bild belegt die erfolgreiche Leistung des Satelliten und seines thermischen Infrarotinstruments und ebnet den Weg für die künftigen operativen Dienste des Systems.

Erstes Bild vom Hellenic Fire System
Credit: OroraTech

Martin Langer, CEO von OroraTech, sagte: „Dass wir so schnell das ‚First Light‘ erreicht haben, zeugt von der ausgereiften Technologie und der hervorragenden Arbeit unserer Ingenieurteams. Wir haben Jahre damit verbracht, Wärmebildsysteme zu verfeinern, die sowohl eine unübertroffene Bildqualität als auch eine hervorragende Betriebsleistung bieten. Dieser Meilenstein zeigt unsere Fähigkeit, hochentwickelte Weltraumsysteme schnell in Betrieb zu nehmen und gleichzeitig die hochwertigen Wärmebilddaten bereitzustellen, die für die Erkennung von Waldbränden, die Umweltüberwachung und die wissenschaftliche Forschung benötigt werden.“

Die erfolgreiche Datenerfassung bestätigt die Betriebsbereitschaft der thermischen Sensornutzlast des Satelliten, die darauf ausgelegt ist, präzise Landoberflächentemperaturmessungen und eine schnelle Waldbranderkennung aus der erdnahen Umlaufbahn zu liefern – dank häufiger Wiederholungsintervalle und einer Datenübertragung mit geringer Latenz.

Sobald das „Hellenic Fire System“ voll einsatzfähig ist, wird es zweimal täglich das gesamte Gebiet Griechenlands abtasten und so eine kontinuierliche thermische Überwachung zur Unterstützung der Waldbranderkennung, der Notfallmaßnahmen und der Umweltüberwachung gewährleisten. Über die operativen Dienste hinaus wird die Mission wertvolle Daten zur Landoberflächentemperatur liefern, die der wissenschaftlichen Forschung zu Klima- und Umweltveränderungen im gesamten Mittelmeerraum zugutekommen.

Svein Lokas, Projektleiter der ESA für die griechischen nationalen Missionen, erklärte: „In Europa treten immer häufiger und verheerendere Waldbrände auf, und Griechenland ist davon besonders betroffen. Wir freuen uns daher sehr, dass das Hellenic Fire System nun seinen ersten Betrieb aufgenommen hat – dies ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur vollen Einsatzfähigkeit.

„Dieser Erfolg unterstreicht zudem die Stärke der Zusammenarbeit zwischen der ESA, den griechischen Behörden und der europäischen Industrie bei der Bereitstellung fortschrittlicher Erdbeobachtungslösungen, die dazu beitragen, einige der drängendsten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen.“

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