INTEGRAL: Die erste Woche im All

Seit dem Start am 17. Oktober hat das europäische Gammastrahlen-Teleskop Integral alle geplanten Schritte zur Aktivierung der Onboard-Systeme erfolgreich absolviert. Bereits am 20. Oktober wurde die erste “First Light”-Aufnahme eines der vier Integral-Beobachtungsinstrumente gemacht und genau eine Woche nach dem Start zum ersten Mal das Triebwerk des Satelliten gezündet, um den erdnächsten Punkt der elliptischen Umlaufbahn anzuheben.

Ein Beitrag von Michael Stein. Quelle: ESA.

Die erste Aufnahme der OMC an Bord von “Integral”: Die Himmelsregion im Bereich der Konstellation “Triangulus Australis”.
(Aufnahme: Miguel Mas-Hesse [LAEFF/INTA])

Integral wurde von der russischen Proton-Trägerrakete mit nur minimalen Abweichungen in den vorgesehenen Transferorbit befördert. Nachdem die beiden Solarpaneele voll entfaltet waren begannen die Missionsspezialisten damit, während des ersten Erdumlaufs sukzessive die verschiedenen Instrumente und Versorgungssysteme an Bord des Forschungssatelliten zu aktivieren. Am 20. Oktober wurde dann zum ersten Mal das Perigäum (= erdnächster Punkt der Umlaufbahn) passiert, was gleichzeitig den Abschluss des ersten Orbits bedeutete.
Einen Tag später wurde die erste Testaufnahme mit dem Gammastrahlen-Bildaufzeichner IBIS (= Imager on Board the Integral Satellite) gemacht, der zukünftig Gammastrahlenquellen mit einer bisher nicht erreichten Winkelauflösung aufnehmen soll. Die zweite “First Light”-Aufnahme eines Integral-Instruments ließ nicht lange auf sich warten, schon am folgenden Tag öffnete sich die Schutzklappe des Refraktor-Teleskops OMC (= Optical Monitoring Camera), um die erste Aufnahme im Spektralbereich des sichtbaren Lichts zu ermöglichen.
Während des dritten, am 22. Oktober beginnenden Umlaufs schließlich wurde zum ersten Mal das Triebwerk von Integral gezündet, um das Perigäum anzuheben. Hierzu wurden am 24. Oktober bei einer Brenndauer von 39 Minuten 84 kg Treibstoff verbrannt und die Geschwindigkeit um 48,1 m/sek. erhöht, wodurch das Perigäum von 651 auf 2.258 km angehoben wurde. Auch diese Aktion verlief vollkommen problemlos. Am Tag zuvor wurde die erste Aufnahme mit einem von acht Modulen des “Low Energy Detector Array” (ISGRI) des Gammastrahlen-Bildaufzeichners IBIS gemacht – erneut konnten die Projektwissenschaftler sich über exzellente Ergebnisse im Rahmen der Vorhersagen freuen.

Am heutigen Samstag um 20:44 Uhr sowie 22:47 Uhr (MESZ) stehen erneut zwei Triebwerkszündungen auf dem Programm, wodurch das Perigäum auf 7.033 km angehoben werden soll. Zwei weitere Zündungen am 29. und 31. Oktober schließlich werden das Perigäum des Integral-Orbits auf die endgültige Höhe von 9.078 km anheben. Der vollständigen Aktivierung der vier Beobachtungsinstrumente an Bord des Weltraumteleskops wird dann noch eine mehrwöchige Kalibrierungsphase folgen, bevor im Januar 2003 die reguläre Operationsphase beginnt. Wir werden Sie natürlich weiterhin im Rahmen unseres Integral-Specials über alle wichtigen Ereignisse und Ergebnisse dieser Mission informieren.

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