Kein ersehnter Beweis für die String-Theorie

Das Weltraumteleskop Hubble hat Hoffnungen von Astronomen auf die Entdeckung zusätzlicher Dimensionen in unserem Universum zunichte gemacht.

Ein Beitrag von Ingo Froeschmann. Quelle: Hubble. Vertonz von Dominik Mayer.

NASA
Im Bild das Hubble Space Telescope ; Reparaturarbeiten
(Bild: NASA)

2003 hatte ein Team vom Sternberg Astronomical Institute in Moskau unter der Leitung von Michail Sazhin weit entfernt zwei in geringer Entfernung voneinander befindliche, elliptische Galaxien entdeckt. Detaillierte Untersuchungen der Zwillinge mit der Bezeichnung CSL-1 hatten seinerzeit ergeben, dass es sich womöglich um Abbilder der gleichen Galaxie handele.

Das Team hatte vermutet, dass das Doppelbild durch einen kosmischen String verursacht wurde, ein gigantisches Gegenstück zu den Einheiten, welche von der Stringtheorie postuliert werden und aus denen die fundamentalen Teilchen des Universums bestehen.

Die Entdeckung eines solchen Strings würde die Beweislage für die Stringtheorie um einiges stärken und direkte Hinweise auf zusätzliche Dimensionen liefern. Sollte sich einer dieser kosmischen Strings zwischen der Erde und einer entfernten Galaxie hindurch bewegen, würde die Verzerrung der Raumzeit eine Gravitationslinse bilden und zwei identische Abbilder einer Galaxie, genau wie bei CSL-1, erzeugen.
Zum Unglück der Befürworter der kosmischen Strings haben sich die Galaxien von CSL-1 durch die Beobachtungen von Hubble am 12. Januar allerdings als zwei unterschiedliche Galaxien herausgestellt:

„Wir müssen konstatieren, dass es sich bei CSL-1 nicht um ein Spiegelbild einer elliptischen Galaxie durch einen kosmischen String handelt,“ sagte Sazhin.

„Es ist schon etwas traurig,“ äußerte sich Tom Kibble vom Imperial College London dazu. Er ist einer der Pioniere der Theorie der kosmischen Strings.

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