(Aktualisiert!) Am 12. Februar 2026 zündeten vier P120C-Booster und trugen die Ariane 6 in den Himmel. Der Erfolg dieses Starts bestätigt die Fähigkeit Europas im Bereich der Schwerlasttransporte und ist von entscheidender Bedeutung für die Bemühungen der ESA, den Europäern einen autonomen Zugang zum Weltraum zu sichern. Eine Pressemitteilung der Europäischen Weltraumagentur ESA.
Quelle: ESA/Enabling&Support/SpaceTransportation/Ariane, 12. Fedruar 2026

Bildquelle: ESA/CNES/Arianespace/ArianeGroup/Optique video du CSG–P. Piron; Lizenz: ESA Standard Licence
Der erste Start der von Arianespace betriebenen Ariane 6 mit vier Booster brachte 32 Satelliten für die Leo-Konstellation von Amazon in die erdnahe Umlaufbahn. Der Start erfolgte um 17:45 Uhr MEZ vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana, wobei die Trennung der letzten Satelliten nach 114 Minuten erfolgte.
Beeindruckende Leistung der Ariane
Dies ist die bislang leistungsstärkste Version der Ariane 6. Die dreistufige Trägerrakete kann je nach Mission mit zwei oder vier Booster sowie einer unterschiedlich langen Nutzlastverkleidung, welche die Nutzlast vor den rauen Umgebungsbedingungen schützt, ausgestattet werden.

Bildquelle: ESA/CNES/Arianespace/ArianeGroup/Optique video du CSG–J. Georget; Lizenz: ESA Standard Licence
Ariane 6 in ihrer Konfiguration mit vier Booster, bekannt als Ariane 64, verdoppelt die Leistung der Rakete im Vergleich zur Version mit zwei Booster, die seit ihrem Erstflug im Jahr 2024 bereits fünf Mal gestartet ist. Die von Ariane 6 verwendeten P120C-Booster gehören zu den leistungsstärksten einteiligen Motoren, die weltweit produziert werden. Mit vier Boostern erreicht Ariane 6 eine neue Leistungsfähigkeit. Mit dem zusätzlichen Schub von zwei weiteren Boostern kann die Ariane 6 rund 21,6 Tonnen in die niedrige Erdumlaufbahn befördern, mehr als doppelt so viel wie die 10,3 Tonnen, die sie mit nur zwei Booster in die Umlaufbahn bringen könnte. Der Start demonstrierte die Fähigkeit im realen Flug der Funktion von 4 Boostern mit der Hauptstufe.
Mit 32 Amazon Leo-Satelliten an Bord ist dies die höchste Ariane 6, die jemals gebaut wurde. Mit ihrer 20 Meter hohen Verkleidung ist die Ariane 64 insgesamt 62 Meter hoch, was in etwa einem 20-stöckigen Gebäude entspricht.
Die Hilfsantriebseinheit der Oberstufe der Ariane 6 ermöglichte einen schnellen Einsatz der Amazon Leo-Satelliten. Die Trennung der 32 Satelliten erfolgte weniger als zwei Stunden nach dem Start und demonstrierte damit die Fähigkeit der Ariane 6 zum Einsatz von Satellitenkonstellationen. Die Oberstufe wurde dann ein drittes Mal gezündet, um einen sicheren Abstieg aus der Umlaufbahn zu gewährleisten und es der Ariane 6 zu ermöglichen, den Zero-Debris-Ansatz umzusetzen.

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„Mit dem kraftvollen Brüllen der vier Booster beim Start wird mehr als doppelt so viel Nutzlast in den Orbit befördert“, sagt Josef Aschbacher, Generaldirektor der ESA, „wodurch Europa wieder in die Lage versetzt wird, alle Satelliten in alle Umlaufbahnen zu bringen. Mit dem heutigen Start ist unsere Raketenflotte nun komplett, aber wir werden uns nicht ausruhen. Es laufen bereits Upgrades für zukünftige Starts, beginnend mit dem Start unseres Planetenjägers Plato, der mit einer verbesserten Ariane 6 starten soll.“

Bildquelle: ESA–M. Pedoussaut; Lizenz: ESA Standard Licence
„Dieser Start demonstrierte die Ariane 6 in ihrer leistungsstärksten Version. Der Erstflug der Ariane 64 sichert Europas autonomen Zugang zum Weltraum. Mit der kompletten Raketenflotte der ESA, bestehend aus Vega-C, Ariane 62 und Ariane 64, können wir kleine bis große Nutzlasten in nahe oder ferne Umlaufbahnen befördern“, sagte Toni Tolker-Nielsen, Direktor für Raumtransport bei der ESA.
Die Entwicklung der Ariane 6 ist ein Paradebeispiel für europäische Zusammenarbeit. Die Europäische Weltraumorganisation arbeitet mit einem industriellen Netzwerk in 13 europäischen Ländern zusammen, das vom Hauptauftragnehmer und Konstruktionsleiter ArianeGroup geleitet wird. Die französische Weltraumagentur CNES verwaltet den Betrieb des europäischen Weltraumbahnhofs in Französisch-Guayana. Arianespace ist der Anbieter der Startdienstleistungen.

Bildquelle: ESA; Lizenz: ESA Standard Licence
Die nächsten Schritte
In naher Zukunft werden die P120C-Booster durch verbesserte P160C-Modelle ersetzt. Der am 24. April 2025 getestete P160C-Motor wurde auf dem von der französischen Weltraumagentur CNES betriebenen Teststand für Feststoffbooster qualifiziert. Der neue Motor wird gemeinsam von der ArianeGroup und Avio im Rahmen ihres Joint Ventures Europropulsion entwickelt. Der P160C-Motor ist einen Meter länger als der P120C und kann über 14 Tonnen mehr Festtreibstoff transportieren, wodurch die Leistung, Nutzlastkapazität und Wettbewerbsfähigkeit von Ariane 6 und Vega erheblich gesteigert werden.

Credit: ESA/CNES/Arianespace/Arianegroup; Lizenz: ESA Standard Licence
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