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Autor: Günther Glatzel / 10. Juni 2011, 12:10 Uhr

VLT Survey Telescope liefert erstes Bild

Dabei handelt es sich um eine Aufnahme des Omeganebels (Messier 17) im sichtbaren Licht.

Quelle: ESO
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ESO/INAF/OmegaCAM/Astro-WISE

Der Omeganebel im Sternbild Schütze, aufgenommen am VST. (Bild: ESO/INAF/OmegaCAM/Astro-WISE)
ESO

Das VST von außen (Bild: ESO)
Das Very Large Telescope Survey Telescope (VLT Survey Telescope oder kurz VST) steht auf dem Paranal in Chile in unmittelbarer Nachbarschaft der 4 Einzelteleskope des Very Lage Telescope und wurde speziell für Durchmusterungsprojekte entwickelt und gebaut. Es arbeitet mit einem 2,65 m durchmessenden Haupt- und einem knapp 1 Meter großen Sekundärspiegel und verfügt über ein etwa 1 Grad breites Gesichtsfeld sowie aktive Mechanismen zum Ausgleichen von Luftbewegungen. Dadurch gelingen besonders scharfe digitale Weitfeldaufnahmen, die auf 32 Sensoren mit insgesamt 268 Millionen Pixeln entstehen. Weitere Sensoren sind für Guiding und Korrekturen in die OmegaCAM eingebaut.

Das VST ist ein Gemeinschaftsprojekt der Europäischen Südsternwarte ESO mit dem italienischen INAF. Ziel des Projektes ist es, im Verlaufe verschiedener Durchmusterungsprojekte Sterne, Transneptunobjekte, Galaxien, Galaxiencluster und Quasare abzulichten und aus ihrer genauen Anordnung Rückschlüsse auf die Entwicklung des Universums schließen zu können. Dazu sind zunächst drei "Surveys" geplant. Im Rahmen von KIDS und ATLAS werden Bereiche untersucht, die außerhalb unserer Galaxie liegen. Hier erhofft man sich die Entdeckung neuer Galaxiencluster und Quasare. VPHAS+ hingegen hat einen Zentralbereich der Milchstraße als Ziel. Dabei sollen rund 500 Millionen Einzelobjekte mit hoher Präzision erfasst werden.

Die erwartete Rohdatenmange liegt bei 30 Terabyte pro Jahr, weswegen die Auswertung langwierig wird und auch die interessierte Öffentlichkeit daran beteiligt werden soll. Das von der Elektronik erfasste Licht liegt im Wellenlängenbereich von 300 bis 1.000 Nanometer, also im sichtbaren Licht und im nahen Infrarot. Gerade dieser Bereich scheint für die Öffentlichkeit besonders interessant, hat die Technik doch auch ambitionierten Amateurastronomen neue Werkzeuge bereitgestellt, um hier erfolgreich tätig werden zu können. Das VST bringt diese Fortschritte nun in den professionellen Bereich.

Die erste veröffentlichte Aufnahme zeigt den Omeganebel im Sternbild Schütze. Dabei handelt es sich um einen Emissionsnebel, der etwa 5.500 Lichtjahre von uns entfernt und Sternentstehungsgebiet ist. Die jungen Sterne in seinem Inneren regen die Gasatome der umgebenden Wolke zu einem rötlichen Leuchten an. Bereits mit einfachen Mitteln (Fernglas oder kleines Teleskop) kann Messier 17 am Himmel als nebulöse Formation beobachtet werden. Farben werden dabei aber erst bei minutenlanger Belichtung sichtbar. Unser Auge hingegen hat nur eine Belichtungszeit von einer Fünfzehntelsekunde.

Ein weiteres Durchmusterungsteleskop VISTA, das allerdings mehr für den Infrarotbereich gedacht ist, hatte Ende 2009 seine Arbeit aufgenommen. Hier wird das Licht von einem 4,1 Meter durchmessenden Hauptspiegel gesammelt und auf einen 67-Megapixel-Sensor geleitet.

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