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Autor: Claudia Michalecz / 21. April 2005, 17:41 Uhr

Gibt es Wasser auf dem Mond?

Lunar Prospector ebnete Theorien den Weg, die Wasser auf dem Mond voraussagen. Es wird im Schatten der Krater an den Polen vermutet. Die NASA will weiter forschen.

Universe Today
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Der NASA Lunar Prospector bestärkte die Vermutung, dass Ablagerungen von gefrorenen Wasser auf dem Mond sein könnten. Das Wasser soll geschützt in den Kratern, die sich bei den Polen des Mondes befinden, liegen. Dieses Wasser könnte ein unschätzbarer Vorrat an Trinkwasser und Sauerstoff für Astronauten darstellen. Ebenso könnte das Wasser als Treibstoff genützt werden. Wissenschaftler müssen nur noch bestätigen, dass es da ist. Die NASA will eine neue Raumsonde im Jahre 2008 senden. Mit ihr wird hoffendlich schnell geklärt, ob am Mond Wasser vorhanden ist.



Von Poeten angehimmelt, von jungen Liebespaaren beobachtet, von Astronomen über Jahrhunderte erforscht, von Geologen in den letzten 50 Jahren geprüft, von zwölf Männern besucht … der ständiger Begleiter der Erde. [Quelle: NASA/Sylvain Weiller]
Das erste Objekt, das viele von uns am Nachthimmel erblicken ist der Mond. Wir blicken sogar manchmal zum Mond hinauf, mit dem Gedanken einmal dauerhaft dort zu wohnen. Dabei drängt sich uns eine Frage auf: Gibt es Wasser auf dem Mond? Auch wenn noch kein Wasser definitiv entdeckt wurde, halten immer wieder Hinweise die Vermutung aufrecht.


Warum sollte auf dem Mond Wasser sein?
Einfach gesagt aus denselben Gründen, die die Anwesenheit von Wasser auf der Erde begründen. Eine beliebte Theorie besagt, dass das Wasser auf der Erde in den Frühzeiten der Geschichte, vor etwa 3,9 Milliarden Jahren, angelagert wurde. Das Wasser soll auf unseren Planeten durch Einschläge von Kometen und Asteroiden gelangt sein. Entweder kam es als Molekühl H2O oder aufgeteilt in seine Komponenten Sauerstoff und Wasserstoff. Der Mond befindet sich im selben Teil des Weltraums wie die Erde. Dies führt zu dem Schluss, dass auch er seinen Anteil an Wasser erhalten haben sollte. Der Mond hat jedoch nur einen kleinen Teil der Anziehungskraft der Erde. Dies führte dazu, dass das meiste Wasser sich in den Weltraum verflüchtig hat. Das meiste Wasser, jedoch vielleicht nicht alles!

In früheren Zeiten war es für die Beobachter selbstverständlich, Wasser mit dem Mond in Verbindung zu bringen. Sie vermuteten sogar einen großen Vorrat davon auf dem Himmelsobjekt. Die großen Lavaebenen, wie beispielsweise Mare Imbrium, wurden als maria oder auch Meere bezeichnet. Neil Armstrong und Buzz Aldrin spazierten jedoch bei ihrem Besuch auf dem Mond 1969 nicht in Wasser vom Sea of Tranquillity (Meer der Stille). Niemand war damals davon überrascht. Die Idee von lunar maria war bereits einige Zeit zuvor widerlegt worden.


Bei den Vorbereitungen für das Apollo-Programm in den 60er-Jahren, war die Existenz von Wasser auf dem Mond nicht relevant. Geologen und Astronomen waren sich damals uneinig, wie die Mondoberfläche zustande gekommen war. Die einen vermuteten das Ergebnis von vulkanischen Kräften. Die anderen wiederum vermuteten kosmische Kräfte aus dem Weltraum. Grove Carl Gilbert kannte bereits 1893 die Antwort. Er vermutete, dass große, asteroidenähnliche Objekte auf den Mond geprallt waren und so die Krater geformt hatten. Ralph Baldwin verdeutlichte diese Idee im Jahre 1949. Im Jahre 1960 wurde die Idee schließlich erneut aufgegriffen, diesmal von Gene Shoemaker. Als einer der wenigen Geologen seiner Zeit, sah er den Mond als ein fruchtbares Feld für geologische Feldarbeiten an. Shoemaker vermutete, dass die Krater des Mondes nicht in Äonen von Jahren geformt wurden, sondern explosionsartig in Sekunden.

Die Apolloflüge bestätigten, dass die geologische Situation auf dem Mond etwas mit Einschlägen zu tun hat. Diese Entdeckung stellte eine neue Frage: „Könnte derselbe Prozess, der der Erde vermutlich zu Wasser verhalf, auch Wasser auf den Mond gebracht haben?“ und „Kann Wasser immer noch vorhanden sein?“

Im Jahre 1994 umkreiste die Raumsonde Clementine den Mond und zeichnete seine Oberfläche auf. Während eines Experiments sendete Clementine Radiowellen zu den dunklen Kratern beim Südpol des Mondes. Das reflektierte Signal wurde von den Antennen auf der Erde empfangen und schien von gefrorenem Material zu stammen. Das könnte einen Sinn ergeben. Wenn Wasser auf dem Mond ist, könnte es in der andauernden Dunkelheit in den tiefen, kalten Kratern versteckt sein. Gefroren, durch die Kälte, und sicher vor der Sonne, durch die Dunkelheit, könnte es sich somit nicht verflüchtigen.
Soweit so gut. Doch folgte eine Enttäuschung. Die Daten von Clementine waren nicht schlüssig. Außerdem schlugen die Versuche von Astronomen das Eis in den gleichen Kratern mit dem Radar Arecibo in Puerto Rico zu entdecken, fehl. Vielleicht hat Clementine einen Fehler gemacht.



Die blauen Flecken zeigen eine hohe Konzentration von Wasserstoff an. Viele Forscher schließen daraus, dass Wasser vorhanden ist. [Quelle: NASA]
Im Jahre 1998 sandte die NASA die Raumsonde Lunar Prospector zur Kontrolle. Ein Bestandteil war das Neutronen Spektrometer. Mit ihm untersuche Lunar Prospector die Mondoberfläche und forschte nach wasserstoffreichen Mineralen. Abermals liefern die Polarkrater ein interessantes Signal: Neutronenverhältnisse deuteten auf Wasserstoff hin. Kann der Wasserstoff von H2O (Wasser) stammen? Viele Forscher glauben es.
Lunar Prospector opferte sich selbst bei der Suche. Als die primäre Mission beendet war, entschied die NASA die Prospector nahe des Südpols des Mondes abstürzen zu lassen. Sie erhofften sich etwas Wasser herauszulösen, was sich in eine Dunstwolke verwandeln würde.
Lunar Prospector stürzte wie geplant ab und mehrer Teams von Forschern versuchten eine Wolke zu erkennen, entdeckten jedoch nichts. Entweder war kein Wasser vorhanden, oder es war nicht genug Wasser, um von den Teleskopen auf der Erde entdeckt zu werden. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass die Teleskope auf die falsche Stelle gerichtet waren. Es konnte jedoch kein Wasser durch den Einschlag von Lunar Prospector bestätigt werden.


Für 2008 plant die NASA, eine neue Raumsonde zum Mond zu schicken: Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO). Ausgestattet mit verbesserten Sensoren wird sie versuchen, Wasser über vier verschiedene Wege zu finden. Forscher sind zuversichtlich, dass LRO die Frage über die Existenz von Wasser auf dem Mond endgültig entscheiden kann.

Unser Interesse an Wasser auf dem Mond hat nicht nur die Wissenschaft als Hintergrund. Wenn wir einmal entscheiden sollten, eine Basis auf dem Mond zu bauen, bietet die Möglichkeit von bereits vorhandenem Wasser eine ungeheure Erleichterung beim Bau und dem Erhalt der Basis. Es ist jetzt 35 Jahre her, dass ein Mann seinen Fuß als erster Mensch auf den Mond stellte. Ehrgeizige Augen blicken nun erneut in eine Zukunft, in der unser Begleiter nicht nur ein Platz für Besuche sondern ein Platz zum Leben werden könnte.
 
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