SOFIA sieht erstes Sternenlicht

Der fliegende Infrarot-Messkomplex Stratospheric Observatory for Infrared Astronomy (SOFIA) hat in der vergangenen Nacht seinen ersten Testeinsatz erfolgreich absolviert.

Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: DLR, Raumcon, Raumfahrer.net. Vertont von Peter Rittinger.

NASA/Tom Tschida
Der Hauptspiegel des SOFIA-Teleskops
(Bild: NASA/Tom Tschida)

Beim knapp achtstündigen Ersteinsatz befand sich neben der dreiköpfigen Flugbesatzung im Cockpit auch ein Dutzend Wissenschaftler, Techniker und Ingenieure in der Steuerzentrale im hinteren Teil der umgebauten Boeing 747SP. Diese besitzt einen kürzeren Rumpf und schafft damit sowohl eine höhere Reichweite als auch eine größere Flughöhe. Im Einsatz liegt diese zwischen 12 und 14 Kilometern.

Das Licht fällt nach Öffnen einer 4,6 x 4,3 Meter großen Luke auf einen in Deutschland gefertigten 2,70 m durchmessenden Hauptspiegel und von dort über Sekundär- und Umlenkspiegel auf potenziell verschiedene wissenschaftliche Instrumente. Zur Grundausstattung gehören die High-resolution Airborne Wideband Camera, die Faint Object InfraRed CAmera for the SOFIA Telescope und die First Light Infrared Test Experiment CAMera. Außerdem sollen das Field Imaging Far-Infrared Line Spectrometer und der German Receiver for Astronomy at Terahetz Frequencies aus Deutschland sowie der Echelon-Cross-Echelle Spectrograph, der CAltech Submillimeter Interstellar Medium Investigations Receiver und das Submillimeter And Far InfraRed Experiment aus den USA zum Einsatz kommen. Speziell für SOFIA entwickelt wurde zudem das High-speed Imaging Photometer for Occultation.

NASA
Die Steuerung der Instrumente und Erstauswertung der Daten erfolgt direkt an Bord.
(Bild: NASA)

Untersuchungsgegenstand ist Licht und Infrarotstrahlung kosmischer Objekte im Wellenlängenbereich von 0,3 bis 1.600 Mikrometern. SOFIA hat dabei einen Sichtwinkel von 8 Bogenminuten bei Elevationen von 15 bis 70 Grad über dem Horizont. Luftfeder-Dämpfungselemente sorgen dafür, dass eine Bildstabilität von 0,2 Bogensekunden (0,000056 Grad) erreicht werden kann. Teleskop und Instrumente haben zusammen eine Masse von etwa 20 Tonnen.

SOFIA ist ein Gemeinschaftsprojekt von NASA, Universities Space Research Association (USRA), des Deutschen SOFIA-Instituts in Stuttgart sowie der Cornell University. Das Flugzeug wird in Kalifornien stationiert sein und soll von dort aus in den nächsten 20 Jahren jeweils 160 Einsätze jährlich fliegen. Pro Jahr sollen sich damit knapp 1.000 Stunden Teleskopzeit ergeben.

SOFIA ist für Untersuchungen im Infrarotbereich deshalb von Vorteil, weil der Wasserdampf in der Troposphäre einen Teil der Strahlung im Untersuchungsbereich absorbiert. Im Vergleich zu Satelliten, denen die Atmosphäre ebenfalls nicht im Wege steht, ist SOFIA aber flexibler, da man täglich die Instrumente wechseln kann. Außerdem sind diese von weitaus höherer Qualität. Satelliten könnten eine derartige Masse kaum tragen. Mit Steuerungs-, Versorgungs- und Kommunikationssystemen kommen da leicht 50 Tonnen zusammen.

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