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Autor: Karl Urban / 05. September 2008, 15:20 Uhr

Live-Bericht: Rosettas Vorbeiflug an Šteins

Die europäische Sonde Rosetta flog am 5. September auf dem Weg zu ihrem Zielkometen am Asteroiden Šteins vorbei. Hier finden Sie aktuelle Berichte vom Vorbeiflug. Update: Erste Bilder und ein Film liegen vor!

Live aus dem ESOC / ESA Livestream
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ESA

Bild vergrößernKünstlerische Darstellung der Raumsonde Rosetta
(Bild: ESA)
Einleitung

Rosetta ist auf dem Weg zum Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko (C-G), den sie im Jahr 2014 erreichen wird. Nach den bahnunterstützenden Manövern an Erde und Mars ist der Vorbeiflug an Šteins die erste Nagelprobe für die an Bord befindlichen Instrumente. Neben den zu erwartenden wissenschaftlichen Daten von einer bisher nur wenig verstandenen Asteroidenklasse, können auch die an der Mission beteiligten Techniker während des Vorbeiflugs eine Menge lernen (Raumfahrer.net berichtete). Für die Annäherung verwendete die ESA erstmalig ein optisches Bahnkorrekturverfahren, um Šteins im optimalen Abstand von 800 Kilometern zu passieren.

Zeitplan

Dies ist der Plan für den Vorbeiflug am Asteroiden Šteins. Alle Uhrzeiten sind in Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) angegeben.
  • 5.9., 20:18 Uhr: Beginn der 20-minütigen Rotation des Raumfahrzeugs
  • 20:48 Uhr: Verlust des Telemetriesignals, Rosetta bleibt während des Vorbeiflugs auf den Asteroiden gerichtet
  • 20:56 Uhr: Rosetta hat die Sonne im Rücken und sieht den Asteroiden "von oben beleuchtet" in einem Phasenwinkel von 0°
  • 20:58 Uhr: Dichteste Annäherung an Šteins von 800 Kilometern mit einer Genauigkeit von 2 Kilometern
  • 21:58 Uhr: Rosetta rotiert erneut und richtet sich wieder zur Kommunikation mit der Erde aus
  • 22:23 Uhr: Empfang der ersten Telemetriedaten am Boden über die Goldstone-Antenne der NASA in Kalifornien; Beginn des Downloads von den gesammten Daten der OSIRIS-Kamera sowie des VIRTIS-Spektrometers
  • 6.9., etwa 12:00 Uhr: Veröffentlichung erster Bilder vom Vorbeiflug
Samstag, 6. September

13:40 Uhr MESZ
Die Pressekonferenz der ESA in Darmstadt ist beendet. Nach dieser Konferenz wurden erste Bilder von Šteins freigegeben. Die eckige Form des Asteroiden inspirierte Prof. Uwe Keller vom OSIRIS-Team zu dem Ausspruch "Ein Diamant im Weltraum". Außerdem wurde eine Flash-Animation des Vorbeiflugs veröffentlicht.

ESA ©2008 MPS for OSIRIS Team MPS/UPM/LAM/IAA/RSSD/INTA/UPM/DASP/IDA

Bild vergrößernDer Asteroid Šteins in mehreren Phasen des Vorbeiflugs von Rosetta.
(Bild: ESA ©2008 MPS for OSIRIS Team MPS/UPM/LAM/IAA/RSSD/INTA/UPM/DASP/IDA)

9:45 Uhr MESZ
Guten Morgen. Über Nacht war man bei der ESA umtriebig. Nach dem erfolgreichen Vorbeiflug Rosettas am Asteroiden Šteins konnte die Sonde vergangene Nacht erfolgreich wieder auf die Erde ausgerichtet werden. Gegen 2:00 Uhr begann der Download der Bilder der Kamera OSIRIS und der ist weiter aktiv. Heute früh begann die ESA zudem, auch Daten des Infrarot-Spektrometers VIRTIS herunterzuladen. Offensichtlich war der Vorbeiflug ein voller Erfolg und wir dürfen uns auf die Veröffentlichung erster Bilder in den Mittagsstunden freuen.

0:25 Uhr MESZ
In unserem Interview berichtet Gerhard Schwehm über den Vorbeiflug an Šteins und den Stellenwert der Mission.

Freitag, 5. September

22:35 Uhr MESZ
Mit dem wiedererlangten Kontakt zu Rosetta ist der Vorbeiflug am Asteroiden Šteins erfolgreich abgeschlossen. Die ESA wird über Nacht das aktuell zur Erde gesendete Material sichten und es am Samstag um die Mittagszeit der Öffentlichkeit vorführen. Über die Ergebnisse werden wir Sie natürlich auf Raumfahrer.net informieren. Die Live-Berichterstattung wird für diesen Abend beendet.

22:14 Uhr MESZ
Es besteht wieder Kontakt! Spacecraft Operations Manager Andrea Accomazzo bestätigt den Empfang von Rosetta-Telemetriedaten über die DNS-Station Goldstone der NASA in Kalifornien. Mittlerweile werden die Daten an den ESOC-Kontrollraum in Darmstadt weitergeleitet. Im Kontrollraum bricht lauter Jubel aus.

20:58 Uhr MESZ
Die Sonde hat nun die dichteste Annäherung an den Asteroiden erreicht und ist rund 800 Kilometer von ihm entfernt. Sie bewegt sich aktuell mit 8,6 Kilometern pro Sekunde (rund 31.000 km/h).

20:56 Uhr MESZ
Rosetta befindet sich nun im zero phase angle, also dem Winkel, in dem die Sonde den Asteroiden Šteins direkt von vorn sieht. Die gesammelten Daten dieser Phase können jedoch erst nach 22:23 Uhr übertragen werden.

20:47 Uhr MESZ
Wie geplant können im ESOC-Kontrollzentrum keine Telemetriedaten mehr empfangen werden. Die Wiederaufnahme hängt laut Paolo Ferri von vielen Faktoren ab, wird aber gegen 22:23 Uhr MESZ erwartet. In der Zwischenzeit wird Rosetta alle wissenschaftlichen Daten von Šteins aufnehmen und speichern, um sie später zur Erde zu übertragen.

20:42 Uhr MESZ
Flugdirektor Ferri signalisiert aus dem Kontrollraum: Rosetta ist erfolgreich in den asteroid fly-by-Modus übergegangen. In dieser Phase wird die Sonde automatisch gesteuert.

20:42 Uhr MESZ
Rosetta ist noch 9.000 Kilometer entfernt vom Asteroiden und bewegt sich mit knapp 500 Kilometern pro Minute auf ihn zu.

ESA

Bild vergrößernESOC-Kontrollraum, aufgenommen kurz vor dem Höhepunkt der Mission, 28 Minuten vor dem geplanten Verlust des Signals aufgrund der Rotation von Rosetta zum Asteroiden
(Bild: ESA)
20:18 Uhr MESZ
Die Rotation der Sonde ist nach Plan gestartet.

18:45 Uhr MESZ
Andrea Accomazzo, Spacecraft Operations Manager berichtet, dass alles nach Plan verläuft. Derzeit werden die letzten Flugkommandos zu Rosetta hochgeladen.

16:50 Uhr MESZ
Eine von ESA-Mitarbeitern erstellte Animation zeigt Šteins, wie er näher und näher kommt. Zusammengestellt wurde sie aus Einzelaufnahmen, die Rosetta zwischen dem 28. August und dem 3. September für die optische Navigation schoss. Die Animation finden Sie hier.

10:55 Uhr MESZ
Obwohl das Missionsteam für diesen Morgen Zeit für ein Bahn-Korrekturmanöver eingeplant hatte, musste dieses nicht ausgeführt werden. Aufgrund der äußerst erfolgreichen optischen Navigationsmethode mit Hilfe der Kameras von Rosetta ist die Sonde bereits ausreichend auf Kurs. Die letzte Bahnkorrektur, bei der die Triebwerke für 103,5 Sekunden gezündet wurden, war gestern abend durchgeführt worden.

Das Flugteam im Europäischen Weltraumkontrollzentrum ESOC in Darmstadt zeigte sich sehr zufrieden mit der Navigationsmethode, die nun auch beim Vorbeiflug am Asteroiden Lutetia am 10. Juli 2010 und bei der Annäherung an den Kometen C-G im Jahr 2014 verwendet werden soll.

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