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Autor: Günther Glatzel / 10. Juni 2011, 13:56 Uhr

Chang`e 2: Vom Mondsatelliten zur Raumsonde

China schickt seinen zweiten Mondorbiter nach erfüllter Mondmission zum Lagrangepunkt L2 des Sonne-Erde-Systems.

Quelle: Xinhua
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NASA, Spacebabe (Wikipedia), RN

Chang`e 2 beim Mond
(Bild: NASA, Spacebabe (Wikipedia), RN)
Nachdem man mehr als die geplanten 6 Monate erfolgreich in der Mondumlaufbahn Bilder und Daten gesammelt hat, will man den noch verbleibenden Treibstoff dafür nutzen, erste Erfahrungen mit Tiefraumsonden zu machen. Die Drift in eine Entfernung von ca. 1,5 Millionen Kilometer soll etwa 85 Tage dauern, der Abflug erfolgte gestern.

Im All gibt es in der Nähe jedes größeren Himmelskörpers bestimmte Punkte, in denen sich äußere Kräfte soweit aufheben, dass deren Resultierende praktisch Null ist. An einigen Punkten ziehen die Kräfte bei Abweichung von diesem Punkt nach innen, an anderen nach außen. Der Lagrangepunkt L2 gehört zur letzten Gruppe. Er liegt außerhalb der Erdbahn auf der Verbindungslinie zwischen Sonne und Erde. Normalerweise wäre ein Objekt auf einer weiter von der Sonne entfernten Bahn langsamer. Die in gleicher Richtung wirkenden Gravitationskräfte von Zentralgestirn und Erde sorgen aber dafür, dass es die Sonne mit gleicher Winkelgeschwindigkeit wie die Erde umläuft, nur eben 1,5 Millionen Kilometer weiter entfernt.

Chang`e 2 startete am 1. Oktober 2010 auf einer Trägerrakete des Typs Langer Marsch 3C in einen direkten Trans-Lunar-Orbit um die Erde. Durch Kurskorrekturen gelang am 6. Oktober der Eintritt in einen Mondorbit. Dieser wurde zunächst auf eine 100-Kilometer-Kreisbahn abgesenkt, der Arbeitsorbit des Raumfahrzeugs. Mit einer gegenüber der bei Chang`e 1 verwendeten weiterentwickelten Kamera wurde die Mondoberfläche in hinreichender Auflösung abgebildet und die Daten mit neuer Kommunikationstechnik zur Erde übertragen.

Der Orbitwechsel ist nun eine Premiere für die chinesische Raumfahrt. Noch mehr sogar: "Es ist das erste Mal weltweit, dass sich ein Satellit aus einer Mondbahn in den freien Weltraum absetzt", sagte Zhou Jianliang, stellvertretender Chefingenieur des Mess- und Steuerungssystems von Chang`e 2 beim Pekinger Kontrollzentrum für Luft und Raumfahrt (Beijing Aerospace Control Center = BACC).

Bevor der Orbiter seine Bahn verließ, absolvierte er bis zum 23. Mai noch zwei zusätzliche Aufgaben erfolgreich. Zum einen fotografierte er beide Polarregionen des Mondes. Zum zweiten wurde die Bahn so geändert, dass der mondnächste Punkt nur 15 Kilometer über der Oberfläche des Erdtrabanten lag. Dabei erreichte man mit der Kamera eine Auflösung von wenigen Metern über dem Gebiet des Sinus Iridum. Diesen Bereich haben die chinesischen Wissenschaftler als Landeort einer zukünftigen Rovermission gewählt, die 2012 starten soll.

Nun hofft man, Chang`e 2 mit den vorhandenen Reserven noch bis Ende nächsten Jahres betreiben zu können. In erster Linie wird man dabei neue Erfahrungen auf den Gebieten Bahnmechanik und Kommunikation sammeln. Im November soll mit Yinghuo 1 die erste chinesische Planetensonde auf den Weg gebracht werden. Sie soll zunächst als Huckepacklast mit der russischen Fobos-Grund zum Mars fliegen und dort in eine eigenständige Umlaufbahn abgesetzt werden. Auch der Mond bleibt für die nächsten Jahre ein wichtiges Forschungsziel für die Chinesen. So plant man für etwa 2017 den Transport einer Mondbodenprobe zur Erde.

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