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Autor: Ian Benecken & Simon Plasger & Klaus Donath / 13. Juni 2011, 01:09 Uhr

Größte Bahnanhebung der ISS durch ATV-2

Das europäische Versorgunsraumschiff Johannes Kepler hat heute die ISS mit zwei Brennvorgängen angehoben. Hierzu wurden zwei der vier Haupttriebwerke des auch als ATV 2 bekannten Raumfrachters für 36 bzw. 40 Minuten gezündet.

Quelle: NASA, ESA
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Eine Animation des Brennvorgangs, im Bild jedoch fälschlicherweise mit vier laufenden Triebwerken dargestellt. (Bild: ESA)
Da die Internationale Raumstation ISS auch in einer Höhe von ca. 350 km noch durch vorhandenen Luftreibung stetig abgebremst wird und dadurch an Höhe verliert, ist es nötig, dass sie mehrmals im Jahr angehoben wird. Um diesen Reibungswiderstand zu verringern, soll nun das ATV, kurz für Automated Transfer Vehicle, welches mit mehreren Tonnen Treibstoff und vier Triebwerken ausgerüstet ist, die ISS nun auf eine Höhe von ca. 380 km bringen, da dort der Reibungswiderstand durch die Restatmosphäre geringer ist. Dies war bisher jedoch unmöglich, da die Space Shuttles mit ihrer schweren Nutzlast und der hohen Inklination der ISS von 51,7° nur eine Höhe von gut 350 km erreichten konnten. Die verbleibende Misson STS 135 allerdings verfügt nur über eine vierköpfige Crew sowie weniger Nutzlast und ist dadurch leichter als vorherige Missionen, so dass auch eine Höhe von 380 km erreicht werden kann. Durch das Manöver wird in Zukunft weniger Treibstoff für den Erhalt der ISS-Bahn benötigt.

Die Bahnanhebung musste in zwei Abschnitten durchgeführt werden, um die Triebwerke des ATV nicht zu überlasten. Aber auch aus Gründen der Bahnmechanik hätte eine einzelne Zündung zu einem unerwünschten, elliptischen Orbit geführt. Zudem hätte es auch an Bord der ISS Schwingungen gegeben, die außerhalb der Spezifikation gelegen hätten.

Bildquelle

Bild vergrößernDer hohe Betawinkel: Der Bahnverlauf der ISS ist fast identisch mit der Tag-Nacht-Grenze auf der Erde
(Bild: Roskosmos)
Um 16:33 Uhr MESZ begann die erste Zündung, welche die Station um 9,2 km anhob. Während des 36 Minuten dauernden Brennvorgangs gab es auf der Station mehrere Alarme. Diese wurden ausgelöst, da die ISS derzeit in einem sehr hohen Betawinkel zur Sonne steht und dadurch nicht die volle Sonnenenergie aus ihren Solarzellen gewinnen kann. Hinzu kam noch, dass die ISS aufgrund des Brennmanövers speziell ausgerichtet werden musste. Aus diesen beiden Gründen konnten die Batterien, die die Station auf der Nachtseite mit Strom versorgen, nicht wie üblich aufgeladen werden. Die Bodenkontrolle gab aber schnell Entwarnung, da die Station aufgrund des aktuellen Bahnwinkels durchgehend Strom über die Solarpaneele beziehen konnte und die Batterien deswegen nicht belastet wurden. Die Alarme setzten sich weiter fort, bis nach dem zweiten Brennmanöver die ISS wieder optimal zur Sonne ausgerichtet werden konnte. Die zweite Zündung begann um 20:40 Uhr MESZ und dauerte 40 Minuten, in denen die Station um weitere 10,1 km angehoben wurde. Nun befindet der größte, jemals gebaute bemannte Außenposten im All auf einer mittleren Bahnhöhe von 365,1 km.

Schon in wenigen Tagen, am 15. Juni, werden zwei weitere Manöver die ISS auf eine mittlere Umlaufbahn von ca. 380 km schieben.

Am 20. Juni um vorraussichtlich 13:00 Uhr MESZ soll das ATV Johannes Kepler die Station verlassen, um dann am darauffolgenden Tag in die Atmosphäre einzutreten, um dort schlussendlich wie geplant zu verglühen.

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