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Autor: Daniel Maurat / 13. Juni 2013, 12:26 Uhr

Shenzhou 10 am Himmelspalast angekommen

Heute Morgen unserer Zeit kam es zur Kopplung zwischen dem am Dienstag gestartetem chinesischem Raumschiff Shenzhou 10 und dem Raumlabor Tiangong 1. Die Besatzung wird sich nun die nächten zwei Wochen mit verschiedenen Experimenten beschäftigen.

Quelle: CCTV, Raumfahrer.net
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CCTV

Bild vergrößernShenzhou 10 nähert sich Tiangong 1 für die Kopplung an.
(Bild: CCTV)
Die Kopplung erfolgte mit dem ersten physischen Kontakt zwischen den beiden Raumschiffen um 13.11 Uhr Pekinger Zeit (9.11 Uhr MESZ). Das automatische Kopplungsmanöver, welches schon bei den beiden letzten Missionen, Shenzhou 8 und 9 erprobt wurde, verlief dabei ohne Probleme. Sieben Minuten danach rasteten die Bolzen der beiden Kopplungsringe der APAS-89-Adapter, welche ursprünglich in Russland beziehungsweise der ehemaligen UdSSR entwickelt wurden, ein und beide Raumschiffe waren fest miteinander verbunden. Danach wurden die Vorbereitungen für das Umsteigen der Besatzung in das Raumlabor getroffen, das für die nächsten zwölf Tage ihr neues Zuhause sein wird. Das Umsteigen erfolgte dann um 16.17 Uhr Pekinger Zeit (10.17 Uhr MESZ).

In den letzen zwei Tagen hat die Besatzung von Shenzhou 10, bestehend aus Kommandant Nie Haisheng, Bordingenieur Zhang Yiaoguang und Bordingenieurin Wang Yaping, verschiedene Bahnanpassungsmanöver durchgeführt, um sich so der Raumstation Tiangong 1 anzunähern. Diese Manöver werden in ähnlicher Weise auch beim zweitätigen Anflug der Sojus-Raumschiffe an die Internationale Raumstation ISS durchgeführt. Zudem feierte man das traditionelle Drachenbootfest, einem der wichtigsten Feste im chinesischen Kalender, an Bord von Shenzhou 10 medienwirksam mit Videoübertragung zum Kontrollzentrum vor den Toren Pekings.

Mit der Ankopplung beginnt nun die eigentliche Arbeit für die Besatzung. Sie wird die Experimente durchführen, welche von der Vorgängerbesatzung von Shenzhou 9 begonnen wurden. Zudem erprobt man eine Reihe von Systemen, welche für den Betrieb einer großen, modularen Raumstation benötigt werden, etwa das Lebenserhaltungssystem. Nach zwölf Tagen wird die Besatzung die Raumstation wieder verlassen und zur Erde zurückkehren.

Nach dieser Mission wird wohl kein Raumschiff mehr Tiangong 1 besuchen. Es soll aber noch für eine nicht näher bestimmte Zeit im Orbit verbleiben und dort einige Tests durchführen. Im Jahr 2015 soll der Nachfolger Tiangong 2 starten, welcher zwar auf Tiangong 1 basiert, aber doch von den Erfahrung mit Tiangong 1 profitieren soll. So sollen mehrere Systeme wie etwa die Lebenserhaltung verbessert und ein Nachtanken im All ermöglicht werden. Zudem wird Tiangong 2 über einen zweiten Kopplungsadapter am Heck verfügen, mit dem das Koppeln von Versorgungsraumschiffen möglich sein soll, aber auch das Koppeln eines neuen bemannten Raumschiffs für die Crewrotation. Darüber hinaus soll ein Roboterarm mit Tiangong 2 starten, der dann im Weltraum erprobt werden soll. Diese Raumstation wäre mit den sowjetischen Raumstationen Saljut 6 und 7 vergleichbar, die in den 1970ern und 1980ern betrieben wurden. Gestartet werden soll Tiangong 2 bereits mit der derzeit in Entwicklung befindlichen Chang Zheng 7, welche auch die CZ 2F als Startvehikel für die Shenzhou ersetzen soll.

Der nächste Schritt für Chinas Raumfahrt wäre dann eine modulare Raumstation, deren Aufbau bis oder um 2020 erwartet wird. Diese wäre dann mit der Raumstation Mir vergleichbar und soll Chinas technische Stärke demonstrieren, so wie das gesamte bemannte Weltraumprogramm.

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